Der Platz der Heiterkeit

Kein Marktplatz ist schöner und lebhafter als der Andunies. Hier findet man alles, was das Herz begehrt. Leider treiben sich auch ab und an kleine Diebe herum, doch das mindert die Kauflaune der Bürger wenig.
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Igrast
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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Igrast » Freitag 5. Oktober 2012, 14:41

Die Nerven der großen Trollin waren an diesem Tag ungewöhnlich angespannt. Nicht unbedingt die unvorhergesehene Begegnung mit dem Dunkelelfen diese Nacht und die holprige Fahrt auf einem Gefährt, das ihr sämtliche Knochen durchgeschüttelt hatte, hatten sie nervös gemacht, sondern die Angst vor dem Unbekannten, was sie in Andunie erwarten sollte. Der Anblick der von Furcht gebeutelten Menschen und der verschiedenen fremden Gestalten hatten ihre Nervösität seit ihrem Eintreffen in der Stadt weiter geschürt.

Sie hätte sich beinahe töricht verhalten und sich Ärger eingebrockt. Es wurde Zeit, sich wieder ruhiger zu verhalten. Bis jetzt war nichts geschehen. Wenn sie nichts Dummes tat, würde es vielleicht so bleiben. Igrast war klug genug, dies zu erkennen. Sie nickte kaum merklich, als sie die Ermahnung von Myrrosz vernahm, und ließ sich mit einem ohrenbetäubenden Knall wieder auf ihren Platz plumpsen. Es wirkte beinah resignierend.

Kurz schloss sie die Augen, sog die Luft ein und spürte die Kraft der Erde unter ihrem gewaltigen Gesäß. Gleichgültig, wo sie war: Diese Kraft war immer dieselbe. Ihre Verbindung zum Urgeist konnte nicht so einfach gekappt werden. Bei diesen Gedanken wurde sie sofort etwas gelassener.

Jetzt wäre es gut, sich körperlich anzustrengen, um die Anspannung noch mehr loszuwerden. Ein wenig schweißtreibende Arbeit und ein nettes Fresschen würden der Trollin sicher gut tun. Fast freute sie sich auf die Aufgabe, war aber begierig zu erfahren, wer ihr Auftraggeber war: „Mjjjammmm, köstlich …“, dachte sie laut bei dem Gedanken an Fleisch in verschiedenen Verwesungsstufen und schmackhaften Aromavarianten und fragte: „Wer dich schicken? Ein Freund?“ Sicher würde sie bald noch mehr von diesen Dunkelelfen kennen lernen. Wer hatte bereits erfahren, dass sie in der Stadt war? Igrast war ein wenig verblüfft. Sie hatte erwartet, dass der Auftrag von Myrrosz kam. "Du dabei auch?"

Während sie sprach, pickte sie einige Brotkrumen vom dreckigen Tisch und hielt ihre Hand unauffällig an ihre Schulter. Wer nicht wusste, dass sie eine Maus spazieren trug, bemerkte diese Geste nicht weiter. Es sah aus, als würde sie sich am Nacken kratzen. Leise flüsterte sie: „Später mehr... Versteck dich!“ Rolli gehorchte und mummelte sich leise knuspernd in ihr Fell.

„Bisschen wenig, nicht?“, quiekte es einige Sekunden später kaum hörbar an ihr Ohr. Igrast spürte, wie sich Rolli zu einer kleinen Kugel sträubte. Kleine scharfe Zähne bohrten sich in ihre Haut, die zu dick war, als dass es wirklich schmerzen würde. „Noch Brot haben?“, fragte sie lauter, an Myrrosz gewandt. Misstrauisch wanderte ihr Blick zu Reith. Es war besser, wenn niemand sah, dass sie ein Nagetier bei sich hatte. Doch der Nachtelf schien in Gedanken zu sein, denn schließlich hatte er auf ihre Fragen auch nicht reagiert. Igrast quittierte dies nur mit einem verwirrten Achselzucken.

Zufrieden bemerkte sie ihr volles Glas und stürzte den Inhalt nochmals hinunter. Allmählich breitete sich wieder eine wohltuende Wärme in ihrem Magen aus. Das meiste Zeug war zu schwach für einen Riesentroll, doch das Getränk des Dunkelelfen hatte die nötige Würze, um einen angenehmen Nebel bei Igrast zu verursachen. Ob die Pilze wohl eine halluzinogene Wirkung entfalten würden?

Sie sah zum ersten Mal, dass der Dunkelelf grinste und musste lachen, so ulkig sah das aus. Mit Mühe unterdrückte sie ein weiteres Prusten, wobei für Myrrosz hoffentlich nicht erkennbar war, dass sie weniger über seinen Scherz als über seinen Gesichtsausdruck lachte. Dabei entging ihr, dass er dem anderen zuprostete. Sie war zu beschäftigt, sich die Lachtränen aus den Augen zu reiben und sich wieder einzukriegen, was gar nicht so einfach war.

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 11. Oktober 2012, 01:37

„Ein Freund?...nun wohl eher nicht! Nur jemand den die Leichen inzwischen stören. Immerhin will sich das feine Pack ja nicht Krankheiten holen“ Knurrte der Dunkelelf mürrisch ihr entgegen.
Seine Stimme schien sich so langsam zu erholen.
Freunde waren ein Luxus den sich jemand wie er nie geleistet hatte. Keiner mochte sich lange in seiner Gegenwart aufhalten, aus Angst man könnte schneller selber ein Teil der herzutransportierenden Ware sein als man wollte. Myrrosz war es gewohnt. Es kümmerte ihn nicht mehr. Ein Grund weswegen er so abweisend meist war. Sie mieden ihn und er hatte nicht das Bedürfnis vor einem bessergestellten Elfen zu knien. Er mochte seine Freiheit so wie sie war. Und er genoss es, dass sie ihn auch auf eine bestimmte Art hin fürchteten.
Wieder kippte er den Pilzschnaps schneller runter als es für gewöhnlich gut war.
Beobachtet wie die große Trollin, obwohl so groß und grobmotorisch wirkte, so vorsichtig und sanft mit ihrer Maus umging. Die Trollin sogar, wie er beim genauen Hinsehen erkennen konnte, Krümmel vom Tischklaubte und sie sie unauffällig gab.
Hätte ihn das gesicht nicht sowieso schon geschmerzt vom Lachen, so hätte er vielleicht ein Grinsen hinbekommen.
„Moment…ich schau mal“ Als die Trollin ihn auf Brot ansprach.

Er pfiff durch zwei Finger laut. Die Gäste schauten sich ersc hrocken um. Der Adlige Dunkelelf knurrte förmlich durch die Zähne. Gerade wollte er aufstehen, da blickte der Dunkelelf mit den roten Haare zu ihm. Mahnend!
Der andere setzte sich wieder.

Zögerlich kam eine Magd zu dem Tisch. In Abstand, so als könnte sie krank werden. Vor Mund und Nase hielt sie sich ein Tuch, versuchte aber trotzdem freundlich zu wirken. Angst konnte man in ihren Zügen und ihrer Haltung sehen.
„Was darf e sein die Herren…Herrschaften“
„Wurde auch Zeit! Eine sie!“ Damit wies er harsch auf Igrast. Es schien ihn wichtig zu sein, dass gleich klarzustellen. Das Mädchen schluckte und nickte hastig.
„Bringt mir Brot, Käse und Fleisch“
Die Frau nickte abermals, verschwand und kam kurze Zeit später zurück. Noch immer war Igrast am Lachen, während sich der Dunkelelf das Gesicht rieb um die verkrampften Muskeln zu lockern.
Er schüttelte den Kopf, schob etwas von dem Brot sich in den Mund.
„Du hast vielleicht Humor“ Er riss etwas Brot ab, Warf es der Trollin gegen den Kopf. Tatsächlich sogar so, dass sich Roli etwas davor holen konnte. Abermals rieb er sich über seine Wangen.
„Der Schnaps bekommt dir nicht! Ja, wir werden zusammenarbeiten. Du wirst mir helfen…und das Geld teilen wir. Aber man will dich vorher begutachten“ Er zog die Schultern hoch. Keine Ahnung warum.
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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Reith » Mittwoch 17. Oktober 2012, 16:29

Reith beobachtete die beiden schweigend. Er hatte wohl eine neue Art von Ignoranz entwickelt, dass er ihnen nicht geantwortet hatte, aber sie hielten sich auch nicht lange daran auf. Das Auftreten des großen Dunkelelfen ließ ihn Schaudern und die Reaktionen der anderen Dunkelelfen verbesserten seinen zweiten Eindruck nicht. Sie behandelten ihn wie eine Art Krankheit, davon mal abgesehen, sah Myrrosz auch nicht sonderlich gesund aus. Sein Beruf schien quasi auf ihn ab zu färben. Er wirkte nun, wo Reith ihn näher sehen konnte, doch um einiges erschreckender.

Als die Trollin sich bedrohlich aufbaute und anscheinend dem Dunkelelfen zu Hilfe kommen wollte, sah Reith schon schwarz. Ein Glück fing sich die Situation aber wieder.

Das Zeug was er dort trank wahr auch alles andere als normal. Es roch nicht wie normaler Alkohol sondern vielmehr nach irgendeiner Zusammenmischung aus Pilzen. Na hoffentlich wusste er was er dort wie Wasser trank. Solange es ihn nicht umhaute und die Trollin ihn wegschaffen musste...

Feigling. Reith entging die Mahnung nicht, die Myrrosz Igrast aussprach. Vermutlich hatte der Totenfahrer aber mehr als recht. Der Nachtelf machte sich auch keine wirklichen Hoffnung, hier etwas großes Ausrichten zu können, aber das hielt seine Neugierde nicht auf. Er wollte bloß verstehen, und wenn sich die Möglichkeit bot etwas auszurichten, würde er sie trotzdem ergreifen, was allerdings ziemlich unwahrscheinlich wahr. Dennoch musste es ja einen Grund geben, warum hier so unglaublich viele Leute starben, beziehungsweise vor der Stadt an Galgen hingen. Ob es hier wohl doch noch ab und zu Aufstände gab? Andererseits schien allerdings auch alles getötet zu werden, was den Dunkelelfen nicht passte. Er musste an den Händler denken, der dafür bestraft wurde, dass er lauter rief als der Rest.

Das Lachen der Trollin holte Reith wieder in die Gegenwart zurück. Das sie ein Nagetier bei sich hatte, wahr dem Nachtelfen entgangen, genauso wie der Grund für das Lachen der Trollin.
Das Myrrosz nicht gerade als angesehen galt, zeigte sich auch als die Frau die kam um die Beiden zu bedienen sich ein Tuch vor hielt und weit wenig begeistert wahr diesen Gast zu bedienen. Sie gab sich zwar höflich, schien aber dennoch ziemlich eingeschüchtert und abgeneigt. Als die Frau ging und wieder kehrte, erinnerte sich Reith, beziehungsweise sein Magen, dass er ja eigentlich etwas essen wollte. „...verflucht.“

Reith legte den Kopf leicht schief, als der Dunkelelf Igrast mit einem Stück Brot bewarf. Der Nachtelf sah sich noch einmal kurz um. Er wusste nicht so recht, ob der Dunkelelf irgendwelche dummen Fragen dulden und beantworten würde, zudem kostete es Reith eine große Überwindung ihn anzusprechen. Er währe vor Nervosität gegenüber der Trollin schon beinahe in Ohnmacht gefallen. Reith wahr mit dem sprechen seiner Gedanken voraus und schaffte es nicht ein einziges Mal den Mund zu halten. „Verzeiht, aber was sind das für Leichen die ihr fortschafft?“


(ot: Schreib wieder mit^^)

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Igrast
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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Igrast » Samstag 20. Oktober 2012, 18:14

Nickend nahm die Trollin zur Kenntnis, dass die höhergestellten Dunkelelfen die Leichen aus der Stadt haben wollten. Für sie war das die reinste Verschwendung, da man doch das Aas einfach essen konnte, aber sie sagte nichts dazu. Umso mehr blieb für sie selbst übrig. Was andere Leute für Abfall hielten, würden sie nicht vermissen, so dachte Igrast. Und ihr Magen war unglaublich geräumig. Wieviel Fassungsvermögen er tatsächlich hatte, würde sie noch herausfinden, sinnierte sie glücklich.

Das abweisende Verhalten der anderen Dunkekelfen gegenüber Myrrosz verstand sie auch nicht, ahnte jedoch allmählich, dass es mit den Leichen zusammenhing. Oder mit ihr selbst? Trolle waren selten willkommen. Das hatte sie schon oft genug erfahren müssen.

Zum Glück war Igrast nicht von der schwermütigen Sorte und so brachte Myrrosz sie leicht zum Lachen. Sie versuchte es zu unterdrücken. Als die Magd an den Tisch kam, drückte sie sich eine Hand gegen den Mund und versuchte sich zu beruhigen. Das führte jedoch nur dazu, dass ihre Augen sich röteten und hervorquollen. Lachtränen schossen wieder daraus hervor. Das Mädchen entfernte sich ängstlich, beobachtete sie aus einiger Entfernung und kam dann vorsichtig zurück, um das Bestellte zu bringen. Obwohl die Magd sich bemühte, es nicht offensichtlich zur Schau zu stellen, sah man ihr ihren Widerwillen an.

Allmählich beruhigte sich die Trollin wieder. Einen Vorteil hatte ihr Lachanfall: Sie war sichtlich entspannter. Aufgeregt fächelte sie sich Luft zu, um die Wärme, die ihr beim Lachen ins Gesicht geschossen war, wieder abzuführen. Zu spät bemerkte sie, dass ein Stück Brot auf sie zuflog. Es war ein hartes Exemplar, klatschte ihr gegen den Kopf und wurde von Rolli, die besser aufgepasst hatte, geschickt aufgefangen. Igrast schüttelte sich und setzte sich so, dass man die Maus nicht sehen konnte. "Schnapsnase", piepste es mümmelnd aus Rollis Richtung.

Vielleicht bekam ihr der Schnaps wirklich nicht. Normalerweise dauerte es viele Gläser, bis sie sich beschwipst fühlte, doch das Zeug hier schien anders so sein. Sie war nicht sehr betrunken, fühlte sich nur eigenartig … leicht. „Genau richtig für Troll!“, rief sie dem Dunkelelfen entgegen und schenkte ihm ein breites Grinsen.

Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass sich der Nachtelf wieder zu ihnen wandte. Er war sichtlich nervös und zögerlich. Hatte er etwa auch Angst vor Myrrosz? Sie sah ihren Begleiter an, der ihr gar nicht unheimlich vorkam, und zuckte mit den Schultern.

Igrast wollte sich einen kleinen Scherz erlauben und beugte sich mit ernstem Gesichtsausdruck zu Reith. „Die Leichen …“ Ihren Augen musterten ihn ruhig - Innerlich freute sie sich ein wenig über seine Aufgeregtheit und Wissbegierde und sie schwieg einige bedächtige Sekunden, ehe sie hinzusetzte: „… sein tot!“ Die große Trollin kicherte glucksend, lehnte sich wieder zurück und betrachtete den Nachtelfen mit leuchtenden Augen. Sie nahm einen großen Schluck Wasser aus ihrer Kürbisflasche, die sie aus ihrem Bündel hervorgezaubert hatte.

Für sie war Reith ein ungelöstes Rätsel. Sie hoffte, er würde noch ein wenig bleiben, damit sie mehr über sein Volk in Erfahrung bringen konnte.

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Oktober 2012, 17:10

„wer hätte das gedacht, der Nachtelf kann ja doch reden“ fobte der seltsame Dunkelelf Reith. Und dabei hatte es ihn schon Überwindung gekostet, überhaupt zu reden.
Auf das Kommentar von Igrast, dass sie sehr wohl den Schnaps vertrüge, prostete er ihr nur zu. Es kam nicht oft vor, dass jemand dieses Gesöff, was vermutlich fast schon tödlich für nicht gewohnte war, vertragen konnte.
Auf dem Witz von der Trollin, prustete Myrrosz den gerade zu sich genommenen Trunk wieder aus. Ein grollendes Lachen entwich ihm jetzt. Es erinnerte eher an ein krächziger Drache als an einem Elfen.
Nicht nur der Trollin schien das Gesöff den Verstand zu vernebeln. Seine Hand klatschte mehrmals Poltern auf den Tisch und er schüttelte sich. Seine freie hand drückte er sich gegen die Seite. Ihm gefiel die Trollin von Sekunde zu Sekunde besser. Sie schaffte es, bei ihm sogar den lang vergessenen und vergrabenen Humor hervor zu holen.
„natürlich Leichen… welche, die die hier nur zu Hauf rumliegen, obwohl bei ihren Appetit, werden wir schneller fertig sein, als nachgeliefert wird…“ Sein Gesicht wurde plötzlich wieder ernst und Schatten huschten über seine Züge.
„Frage hier nicht zu viel, Junge…sonst landest du auch bald in ihrem Magen“ Er zeigte Zähne, die tatsächlich makellos weiß, aber seltsam gespitzt, was seine Erscheinung nur noch unheimlicher machte. Eine Warnung oder ein Scherz?

Der Rothaarige , der nicht unweit dieses seltsamen Trios saß, hatte wohl für heute genug gehört und erhob sich geschmeidig. Einer der Dienstmägde warf er ein paar Münzen zu und dann löste er sich, ebenso wie Reith es schon gesehen hatte, in Schatten auf.
Mryrosz fing den Blick auf, den Reith wohl vermutlich abermals den seltsamen Phänomen zuwarf. Er packte den jungen Nachelf am Arm und ehe dieser sich versah wurde er auf einen der Stühle gedrückt. Der Griff des Dunkelelfen war wie ein Schraubstock.
„Nützlich, wenn man sie beherrscht- doch Faldor selbst entscheidet wo du rauskommst“ flüsterte er heiser dem Nachtelf zu.
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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Reith » Samstag 3. November 2012, 14:40

Der Nachtelf hielt sich im Zaum nicht gleich frech zu werden, als Myrrosz ihn tadelte, denn Unsicherheit und schlechtes Benehmen folgten bei Reith gerne mal auf dem Fuße. So erntete Myrrosz bloß einen grimmigen Blick.

Reith Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf die Trollin, welche sich vorbeugte und das Wort ergriff. „Die Leichen...“, sprach Igrast mit einer Kunstpause die Reiths Ungeduld nur noch schürte,
„.. sein tot!“ Reith sah sie ungläubig an. Soweit wahr er auch schon gewesen. „Ja, das sie tot sind ist mir bewusst, Wuschel!“, er war ein bisschen frustriert, und überwand dadurch zum Teil seine Hürden „ ..Aber das wollte ich eigentlich auch nicht wissen...“, letzteres brummte er mehr vor sich hin und ließ die beiden lachen. Der Nachtelf beruhigte sich wieder und setzte eine Miene der Gelassenheit auf. Vielleicht hatte er die Frage tatsächlich etwas ungeschickt formuliert. Ein Lächeln huschte über seine Züge.

Für ihn wahren sie beide nah am betrunken sein. Dieses Zeug, was auch immer es wahr, schien Wirkung zu zeigen. Witze auf seine Kosten missfielen Reith zwar ein wenig, aber die Reaktionen der Beiden waren recht lustig anzuschauen und solange sie dabei Spaß hatten... Es ließ sie auch nur noch halb so unheimlich wirken wie zuvor. Reith versuchte gerade erneut einzuschätzen, wie groß die Trollin wohl wahr, als der Totenfahrer sich anscheinend wieder gefangen hatte.

Reiths Lächeln wurde selbstgefällig und er sah Myrrosz gekonnt gleichmütig an. Dem Dunkelelfen schien es anscheinend zu gefallen, zweideutig zu sprechen. „Was können denn Fragen groß auslösen? Zudem.. Lasst mich doch Fragen stellen, schließlich verdient ihr euer Geld mit Toten. Verzeiht, aber macht es denn so viel Mühe, sie mir zu beantworten?“ Der Nachtelf hatte nicht vor so schnell zu sterben und wenn doch, dann wenigstens nicht unbegründet. Er musterte die großé Trollin aber dennoch kurz mit einem leicht beunruhigtem Blick.

Reith ließ das helle Geräusch der Münzen die zu Boden fielen zusammen zucken und sein Blick fiel sofort auf den Dunkelelfen mit dem roten Haar. Sein Herz währe ihm fast stehen geblieben, als sich der Dunkelelf in den gleichen Flammen auflöste, wie es zuvor die Gestalt getan, welche dem Händler auf dem Markt den Tag beendet hatte.

Reith fing plötzlich an zu schreien, wie wenn Myrrosz ihn gleich töten würde, als dieser ihn am Arm packte. Sofort erstickte sein Aufschrei, als er peinlichst bemerkte, dass der Dunkelelf ihn bloß zum sitzen zwang. Er wehrte sich nicht weiter gegen Myrrosz Griff, aber eine Viertelsekunde vorher währe er dem Totenfahrer gerne an den Hals gesprungen.

Die krächzende Stimme holte ihn zurück und er sah den Dunkelelfen verstört an, ehe er verstand was dieser gesagt hatte. „Ihr wisst was das ist?“, brachte er mir einem brutalem herendialischem Akzent hervor.

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Igrast » Dienstag 13. November 2012, 22:19

Kaum dass die scherzenden Worte Igrasts Mund verlassen hatten, blickte sie sich schon kichernd um. Und tatsächlich – ihr Witz erntete einige Lacher. Der volle Stolz auf ihren eigenen Humor und die ausgelassene Stimmung ließen sie ihre Ängste beinahe vergessen. Ja, ihre Ankunft in Andunie hätte weitaus schlimmer sein können. Wie leicht sie sich doch fühlte! Leicht wie ein Mäuschen …

Erneut begann sie zu lachen. Diesmal war der Grund für ihre Gesprächspartner nicht ersichtlich. Schließlich konnten sie nicht wissen, dass Igrast sich vorstellte auf Rollis Größe geschrumpft zu sein und mit ihrer Freundin zu tanzen. Sie bemerkte nichtmal die Tröpfchen, die ihre Arme benetzten, als der Dunkelelf prustete, so sehr wurde sie von einem Lachanfall geschüttelt. Wie sehr sie im Wald Eldoras genau solche Momente vermisst hatte! Sie war selig! Fröhliche Runden in Gesellschaft waren naturgemäß selten, wenn man wochenlang durch das Gebüsch des Waldes streifte.

"Wuschel?" Das erheiterte sie nur noch mehr.

Durch ihre Lachtränen hindurch, nahm sie wahr, dass auch Myrrosz von dem pilzigen Gebräu berauscht war, denn er hämmerte mit bemerkenswerter Wucht auf den massiven Holztisch und schien immer ausgelassener zu werden. Umso überraschter war Igrast, dass die Stimmung plötzlich kippte. Seine Miene verfinsterte sich, plötzlich schien ihr der Raum merkwürdig still zu sein – von dem Rauschen in ihren Ohren einmal abgesehen …

Auf einmal bemerkte Igrast, dass die beiden Elfen zu dem Rothaarigen sahen. Sie hatte ihn in den letzten Minuten nicht beachtet. Ihr Blick blieb an den schreckensstarren Mienen der Dienstmägde hängen, denen er sein Geld zugeworfen hatte. Warum waren sie nur immer so verängstigt? Ein dunkles Glucksen blieb in Igrasts Kehle hängen. Als sie wieder zu dem Rothaarigen sehen wollte, war er plötzlich verschwunden. „Was zum …“ Wo war er hin? Hatten ihre Sinne ihr einen Streich gespielt? Möglich war es … Sie rieb sich die Augen … Hatte sie da vorhin wirklich eine Flamme gesehen?

Und dann stieß der Nachtelf einen markerschütternden Schrei aus, der mit erstaunlicher Intensität durch ihren Kopf jagte. „Aaah“, stieß Igrast gequält aus. War er denn von Sinnen, gleich so loszukreischen? „Was sein los?“ Sie griff nach dem Rest des steinharten Brotkantens und warf es in Richtung des Nachtelfen, denn sie registrierte erst zeitversetzt, dass dieser sich bereits beruhigt hatte.

Derweil schüttelte Rolli ihr Köpfchen. Ihre vollgestopften Backen schwangen dabei mit und sie rammte ihre Krallen empört in Igrasts Fell. Es wurde langsam Zeit, dass Igrast ein wenig besonnener reagierte. Das Nagetier winkte zu Myrrosz und fuchtelte mit den Pfötchen, um ihm zu signalisieren, der Trollin keinen Schnaps mehr zuzustecken. Jetzt hatte sie ihr sogar das letzte Stück Brot weggenommen.

Nicht dass Rolli nicht satt war, aber ein wenig Platz im Magen war immer. Das musste gerade die Trollin wissen! Böse starrte Rolli zu dem riesigen Kopf ihrer Freundin hoch, doch jene beachtete sie nicht. Als wäre sie unsichtbar?! Sie grummelte einige böse Verwünschungen und rollte sich schließlich zu einem vibrierenden Knäuel zusammen.

Igrast bemühte sich, über Myrroszs Worte nachzudenken: „Das eine Art Magie …?“, fragte sie. Anders konnte sie sich das Phänomen nicht erklären. Sicher war es Magie. Besonders da eine Gottheit im Spiel war. Ob man wohl auch so viel Kraft bündeln konnte, um nicht nur sich selbst, sondern auch andere Dinge verschwinden zu lassen? Sie schauderte. Faldors Macht war ihr suspekt und mit ihrem Verständnis der Welt nicht zu erklären.

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Reith » Freitag 23. November 2012, 17:14

Reith bekam das steingleiche Brot gegen den Kopf und aus Reflex fing er es mit der freien Hand im Fall auf. Verwundert sah der Nachtelf auf das Brot in seiner Hand und dann zu Igrast. Sie wirkte ein bisschen gequält.... „Verzeiht.“, entgegnete er entschuldigend und wirkte verlegen.

Rollis versuch sich Myrrosz bemerkbar zu machen fing ebenfalls Reiths Aufmerksamkeit. Winkte sie etwa dem Dunkelelf zu?
Ob die Trollin wohl überhaupt wusste, dass sie eine Maus im Fell hatte? Ungewöhnlich war es sicher nicht für einen Troll. „Ich glaube, da versucht sich etwas mitzuteilen.“, meinte er mit einem lächeln. Die Maus wahr aber recht schnell wieder beleidigt im Fell verschwunden.

Das Duo Troll und Maus wahr im Vergleich eine ziemlich lustige Zusammenstellung. Da war zum einen schon der Größenunterschied der ohne Zweifel enorm war. Und was ist, wenn die besagte Maus mal herunter fiel? Ob es der Trollin wirklich auffallen würde, schließlich wog sie sicher fast nichts auf Igrasts Schulter. Reith legte das Stück Brot auf den Tisch vor sich und schob es ein Stück in Igrasts Richtung, als er über ihre Frage nach dachte.

Der Nachtelf musste an die Magie denken, die er von seiner Heimat kannte. Reith hatte nie daran Interesse gehabt, sich Magie zu eigen zu machen und sich deshalb kaum damit beschäftigt.
Wenn sie tatsächlich an einem beliebigen Ort auftauchen und wieder verschwinden konnten, war es sicher unmöglich einfach so herauszufinden, wo sie als nächstes wieder auftauchten.

Auch wenn es ihm widerstrebte wahr es sicher klüger nicht so viele Fragen zu stellen, wie es Myrrosz schon gesagt hatte.

Reith konnte nachvollziehen, dass es die Dunkelelfen sicher nicht gerne sahen, wenn man seine Nase in ihre Angelegenheiten steckte. Sicher waren sie auch skrupellos im beseitigen von nervigen Dingen.
Wer weiß wo sich dieser rothaarige Dunkelelf hin verabschiedet hatte. So ganz trauen wollte er Myrrosz aber auch nicht, schließlich gehörte er offenkundig zu ihnen, auch wenn nicht unbedingt angesehen. Igrast jedoch wusste er auch noch nicht richtig einschätzen zu können...

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Erzähler » Freitag 7. Dezember 2012, 00:38

Natürlich versuchte sich die Maus mitzuteilen, immerhin wurde für sie schönes Fressen durch die Gegend geworfen. Und ihre beste Freundin, die Riesentrollin, schien mehr und mehr vom Alkohol des Pilzschnapses eingenommen zu sein.
Doch es schien ja wenigsten noch welche sie zu bemerken. Der Saufkumpan ihrer Freundin zwinkerte ihr kurz zu, oder aber er hatte seltsame Zuckungen im Gesicht. So oder so war der Mann seltsam, wenn sein Gesicht ihr doch sympathischer als der von anderen Elfen war. Rolli mochte ihn irgendwie und Igrast ja auch.
Tatsächlich hatte auch Myrrosz sich ziemlich erschrocken, als der junge Nachtelf so überreagierte. Er konnte verstehen, dass die Trollin ebenfalls sich erschrak.
Sein Griff war grob und duldete keinen Widerspruch und so setzte sich der Nachtelf dann hin.
„Schlimmer als manche Frau“ Kommentierte er den Schrei und presste sich einen Finger ins Ohr um das Piepen darin loszuwerden.
„Ja Magie… die meisten meines doch so tollen Volkes nutzen sie. Arbeiten mit den Händen ist denen unbekannt. Die würden sogar ihre Notdurft mit einem Zauber erledigen…wenn es nicht schon welche gibt“ Er grinste zu Igrast rüber.
Dann fixierten seine Augen Reith. Das Glühen des Rots seiner Augen war unheimlich und drohend.
„Wer nicht gleich zu den Leichen gesellen will, sollte sich nicht feinde machen… und Neugier bringt immer nur ärger. Die klinge dringt leicht in den Rücken, wenn man hier vegetiert“
Das wusste Der Dunkelelf nur zu gut. Ihn war es noch nicht passiert, aber nur weil sich ihm keiner näherte. Weil Gerüchte und Lügen in Umlauf waren, die ihm von Nutzen waren. Krankheiten und Ansteckung. Dabei musste der Dunkelelf sagen, dass er zwar nicht mit der Schönheit eines Elfen konkurrieren konnte, er aber noch nie krank gewesen war. Seine Theorie diesbezüglich war, dass er vielleicht schon so viele Erreger in sich trug, die sich gegenseitig aufhoben und natürlich der Genuss von Kautabak, den richtigen Kräutern und seinen Schnaps.
In der Gasse, wo die Tische waren kam plötzlich Lärm auf. Ein kleiner Packwagen, der von Hand gezogen werden konnte, kam gerade an der Gasse vorbei. Auf ihm waren Mehrere Käseleiber gestapelt. Der Wagen hing fest und nur als ein kräftiger Ruck erfolgte, konnte sich der Wagen wieder bewegen. Aber da war etwas, was der Trollin, die freie Sicht auf den Wagen hatte sehen konnte. Eine kleine rote Zipfelmütze, die sich hinter einem Käse bewegte.
Mit einem Poltern, zeitgleich als der Karren wieder anfuhr, rollte dieser Erst vom Wagen und dann die Gasse rein. Nur durch das Tischbein, kam es zum Stehen. Der Dunkelelf blickte überrascht zu dem Käserad, als man schon jemanden die Gasse reinlaufen kommen sah.
Der dickliche Mann erstarb in der Bewegung, als er die Trollin und den Leichenfahrer sah. Der Leichenfahrer war bekannt. Ohne einen Schritt näher zu kommen, wurde sein leicht verärgertes Gesicht durch Angespanntheit abgelöst.
„K..Könnt ihr behalten… war sowieso nicht mehr gut…“ Stieß der Mann aus und als ihn Myrrosz dann noch anfunkelte, gab der Herr Fersengeld.
„Gorgonzola“ er rümpfte die Nase. Das ist was für Rolli“
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Der Dunkelelf sah abermals Reith an.
Was willst…du hier“ stieß er verächtlich und inzwischen mit schwerer werdender Stimme aus. Er griff zu einem Beutel und holte dort ein Paar Kräuter hervor. Diese stopfte er sich in den Mund und genoss den Geschmack der berauschenden Mittel. Als Reith etwas falsch verstand, packte der doch ziemlich flinke Leichenfahrer den Arm des Nachtelfen.
„Was du in der Stadt willst… Tod kannst du überall finden“ Der Alkohol ließ seine Natur des Dunkelelfen mehr durchkommen oder eher Neugier, die er sonst unter seiner barschen und weghaltenden Haltung verbarg. Seine Kräuter hatte er auf den Tisch gelegt, man könnte sich nehmen wenn man wollte. Entweder nahm sich was, oder mal ließ es.
„Was denkst du Igrast… könnte der uns helfen?“ dem Dunkelelfen war zwar Zusammenarbeit meist zuwider, aber wenn ein anderer mal die harte Arbeit tat, würden sich seine verdrehten Gelenke auch bedanken. Aufgeben würde er so oder so nicht seinen Beruf.
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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Reith » Donnerstag 10. Januar 2013, 15:35

Reith merkte so langsam, dass er mit der Situation nicht mehr so recht klarkommen wollte. Er hatte sich schon ein bisschen zulange der Zivilisation entzogen, als dass er jetzt ein langes geordnetes Gespräch führen konnte. Etwas gequält sortierte der ehemals adelige seine Gedanken.
Normal war es für den Nachtelfen nicht mehr, dass er einfach gepackt wurde, ohne dass jemand ihm gleich ans Leben wollte.
Erstrecht nicht, wenn sich gerade etwas vor seinen Augen abspielte, was er nicht verstand und sich als gefährlich gezeigt hatte. Reith empfand zusätzlich auch keine große Sympathie für Dinge, die aussahen wie Feuer...

Magie könnte ein Problem werden. Reith dachte über Myrrosz Worte nach und sah abwesend durch ihn hindurch.
Ihm kam eine spontane Frage und er richtete seinen Blick wieder auf Igrast.
„Verzeiht meine direkte Frage, aber können Trolle Magie anwenden?“, der Nachtelf schien sichtlich interessiert daran, mehr zu erfahren. Er schien schon fast fasziniert, wie er sie mit funkeln in den Augen anstarrte als gäbe es nie wieder eine zweite Gelegenheit dafür.

„Ich werde mir euren Rat behalten.“, entgegnete Reith friedfertig und wandte sich wieder zu Myrrosz. Er studierte neugierig die Gesichtszüge des Dunkelelfen. Es war spannend anzuschauen, wie sich die Emotionen des Dunkelelfen darauf widerspiegelten.
Zwar verstand Reith, dass er sich zurückhalten sollte, damit er nicht das Straßenpflaster zierte, aber er war dennoch ein bisschen zu naiv um sich den Rat vollends zu Herzen zu nehmen.
Den Kommentar zu Reiths Ueberreaktion ignorierte dieser so gut es ging ohne gleich sichtlich rot zu werden.

Schweigend, etwas verwirrt und mit leicht geneigtem Kopf sah er dem Käse zu, der erst am Tisch zum halten kam. Es beeindruckte ihn wieder, welche Wirkung der Anblick des Troll-Dunkelelfengespanns auf andere hatte. Der beleibte Mann schien unglaublich schnell seine Meinung über den Wert der Wiederbeschaffung seiner Ware zu ändern, als er die beiden erblickte.

Der verächtliche Tonfall den Myrrosz nun anschlug ging Reith gehörig gegen den Strich, aber er entschloss sich dazu, das Höflichkeit das beste Kontra gab. Er lächelte. Sein Vater hatte ihn oft gefobt für seinen leichten Drall zum Ausrasten.
Öfter hatte Reith seinem Vater dabei zusehen können, wie er in einem Streit öfter die Oberhand gewann, während sich sein Gegenüber an der penetranten Gelassenheit nur noch mehr die Zähne aus biss und den klaren Kopf verlor.
Zu dieser Situation war das zwar etwas völlig anderes, aber es war dennoch nicht verkehrt darauf nicht ebenfalls herablassend zu reagieren.

„Es gibt keinen bestimmten Grund für mein derzeitiges hier sein.“, entgegnete Reith ehrlich und einen Teil seines Unmuts konnte er nicht verbergen. „Und außerdem bin ich nicht auf der Suche nach dem Tod.“ Er sah auf Myrrosz Hand, die seinen Arm erneut gepackt gehabt hatte und Reith Miene verfinsterte sich. Jedoch nur kurz.
Er lächelte wieder verlegen. „Ihr seid beide ein wenig betrunken.“

Als der Totenfahrer die Trollin nach ihrer Meinung fragte sah Reith verwirrt zwischen den beiden her. Er sollte Tote wegschaffen… ? Schon beim Gedanken wurde er weißer. War das etwa sein ernst?

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Igrast » Samstag 2. Februar 2013, 00:56

Seinen Aufschrei nahm die Trollin Reith nicht weiter krumm, auch wenn sie sich fragte, warum er so schreien musste. „Wahr … Wie Frau.“, schloss sie sich der Meinung des Dunkelelfen an.

Nickend nahm sie Reiths Entschuldigung zur Kenntnis und sah dann auf Rolli herab, doch diese hatte sich bereits wieder fest eingekugelt und schien beleidigt. Igrast runzelte ihre Stirn. War der Teil des Brotes, den die Maus gefressen hatte, nicht ebenso groß gewesen wie Rolli selbst? Eigentlich müsste das Nagetier platzen, dachte sie. Sie nahm Reiths Brotstück wieder an sich und drückte es der Maus an die schnüffelnde Nasenspitze. Rollis Schnurrhaare zitterten vor Freude. Schnell versank das gefräßige Tier seine Zähne in dem harten Kanten und war erstmal befriedigt.

Das gab der Riesentrollin wieder Gelegenheit über Magie nachzudenken. Es schien ihr kein guter Weg, alle Alltagsprobleme nur mit Magie zu lösen. „Wozu haben Hand?“, fragte sie nachdenklich in den Raum, sprach dabei jedoch eher mit sich selbst und blickte starr geradeaus. „Muss Sinn haben.“ Dann antwortete sie auf Reiths Frage, ob Trolle Magie benutzen. „Jaa, Nachtelfen nicht?“

Sicher hätte Igrast auch mit dem Dunkelelfen über seine Gedanken über sich gegenseitig aufhebende Erreger gesprochen. Schließlich war das etwas, was sie möglicherweise selbst betraf. Doch sie wusste nicht, was in seinem Kopf vorging.

Stattdessen dachte sie nochmal an seine Warnungen, vorsichtig zu sein. Sie waren an Reith gerichtet, galten aber auch für sie selbst. Mittlerweile vertraute sie Myrrosz immer mehr, denn schließlich schien er sich Sorgen zu machen und gab hilfreiche Ratschläge. Was ohne ihn in der Stadt mit ihr geschehen würde, wusste sie nicht. Wahrscheinlich hätte sie sich schon Ärger eingehandelt oder wäre von den Wachen vorsorglich eingesammelt worden. Die Aura, wegen der die anderen Dunkelelfen den Totenfahrer mieden, schien ein wenig auf sie überzuschwappen. Wenige trauten sich in die nähere Umgebung des Kutschers. Sie mieden ihn, wo immer sie konnten. Das schien Igrast zwar lächerlich, aber es gab viele Verhaltensweisen, die sie nicht verstand. Also ließ sie es darauf beruhen und fragte nicht weiter nach.

Plötzlich drang der Geruch von Käse in den Hinterhof. Das war durchaus nach Igrasts Geschmack und sie reckte den Hals, um besser auf die Straße sehen zu können. Ein fülliger Mann zog einen Wagen mit gestapelten Käselaibern. Da bewegte sich etwas auf dem Wagen und ein Laib rollte direkt vor Igrasts gigantische Füße. Schnell eilte die Person, die den Wagen gezogen hatte, davon… Begierig aus der Nähe der seltsamen Gestalten zu verschwinden.

Den Laib könne sie behalten? Das ließ sich die große Trollin nicht zweimal sagen. Geschwind griff sie sich den Gorgonzola und hielt ihn an ihre bebenden Nasenflügel. Er roch sehr würzig. Sie biss in den Käse, doch statt den Bissen zu fressen, spuckte Igrast das Stückchen in ihre Hand und schmierte es sich an den Hals. „Trollduft“, rief sie den beiden Elfen zu und kicherte schrill. Scheinbar kam gerade ihre weibliche Seite zum Vorschein. Ein anderes Stückchen steckte sie Rolli zu, die den Happen erfreut annahm.

Anschließend öffnete die heitere Trollin ihr Päckchen. In einem Kessel waren ihre Hab und Gut in einer beachtlichen Unordnung hineingestopft. Alles flog durcheinander. Dort warf sie auch den Gorgonzola hinein und schnürte ihr Bündel danach wieder überraschend sorgfältig zu.

Neugierig schaute sie dann auf die Kräuter des Dunkelelfen. Es waren keine Heilkräuter. Die hätte sie erkannt. Sie entschloss sich erstmal zu fragen, um was es sich handelte: „Was das?“ Igrast zeigte auf die getrockneten Pflanzen.

Dann nahm sie sich wieder Reith vor. „Kein Grund für Hiersein?“, hakte sie nach. „Nein! Immer Grund für Alles!“ Sie bezog sich dabei auf ihr Weltverständnis. Die Worten konnten aber auch als weiteres Nachbohren verstanden werden. Niemand war ohne Grund irgendwo.

Als Myrrosz sie fragte, ob Reith ihnen behilflich wäre, musste Igrast gründlich nachdenken. Sie blickte zu dem nun noch blasseren Nachtelfen und seufzte. „Was genau tun? Vielleicht nicht groß Hilfe … Abeeerrrrr … Auf unsere Seite!“ Tatsächlich schienen sich sonst nicht mehr viele Wesen in ihrer Nähe aufzuhalten und Igrast wollte weiter mit dem Nachtelfen sprechen. Er war ihr etwas zu höflich und zurückhaltend, doch er schien zumindest eine ehrliche Haut zu sein. Und wer weiß? Vielleicht würde sie etwas Neues von ihm lernen.


Inventar:
+ angebissenes Käserad Gorgonzola

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Re: Der Platz der Heiterkeit

Beitrag von Reith » Dienstag 15. Oktober 2013, 14:27

Reith überlegte kurz, dann stand er auf und lächelte. "Habt Dank für das Angebot, aber ich denke nicht, dass ich lange genug in dieser Stadt verweilen werde um euch zu unterstützen."
Reith verabschiedete sich mit kurzen Worten von den Beiden, und ging damit einer inneren Unruhe nach. Bislang waren die Trollin und der eigentümliche Dunkelelf die angenehmsten gewesen, denen er hier begegnet war. Dennoch wollte er sich hier nicht im geringsten an irgendwen binden, geschweige denn hier allzu lange sein.
So normal es für viele Menschen und Völker auch war in Städten oder Dörfern zu leben, für ihn als Heimatlosen war es mitlerweile abwegig soetwas für sich in Betracht zu ziehen.
Reith kehrte auf den Markt zurück um sich nach Nützlichem für seine Reise- oder auch unnützen, dafür interessanten Dingen umzuschauen. Ignorierte man mal die Angespanntheit auf dem Platz, so war das hier dennoch ein Markt und die Wahre wohl nicht so mies wie ihre Verkäufer im anpreisen.

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