Im Lazarett

Wird jemand während des Turniers verletzt oder hat ein Teilnehmer zu viel gezecht, findet er sich im großen Lazarett-Zelt wieder. Viele Heiler der Reichsklinik behandeln und pflegen hier ihre Patienten.
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Tahmo
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Dienstag 16. Juni 2009, 11:06

Die Augen des jungen Blondschopfs weiteten sich, während der Blick seiner grünen Augen geradewegs an den ganzen Heilern und Leuten vorbei und direkt zum Zelteingang fiel. Gerade eben war Yann knapp an seinem Versteck hinter dem Vorhang welcher ein leeres Krankenbett abschirmt, vorbei gegangen. Tahmo wollte seinem Schelmenfreund schon fast zurufen oder ihn an der Schulter antippen um Yann bescheid zu geben wo er war. Nun stand Yann jedoch schon an dem Eisernen Ofen und Tahmo hatte sich noch einmal vergewissern wollen ob die Luft rein war, sodass er zu Yann hinüber gehen konnte....
Zum Glück hatte er da noch einmal zum Eingang geguckt!

Schnell zog er seinen Kopf wieder zurück und tauchte hinter den Vorhang. "Oh man...oh verdammt... da vorne steht dieser Freund vom Jock." Flüsterte er leise zu sich selbst, während Borbel breitbeinig im Zelteingang stand. Was mach ich nur? Mir muss etwas einfallen! schoss es Tahmo durch seinen strohblonden Kopf.
Er drehte sich einmal um die eigene Achse, langsam und mit suchendem Blick wandte er seinen Kopf hin und her. Ein altes Krankenbett mit dreckigem Laken und stinkender Decke. Daneben ein klapriger Nachttisch mit Nachttopf und einer heruntergebrannten Kerze. Dann rings herum der helle Leinenvorhang welcher dazu diente die Kranken von den restlichen Leuten und deren Blicken abzuschirmen. Seufzend lies sich der junge Abenteurer im Schneidersitz auf den mit Stroh und alten Flickteppichen ausgelegten Boden plumpsen. Wie ein nasser Sack Mehl welcher ein nachdenkliches Gesicht macht.
Den Stab quer über seinen Schoß gelegt kaute er sich grübelnd auf seiner Unterlippe.
Wie komme ich hier nur wieder raus? Denk nach Tahmo! Denk nach! Er war schon oft in äußerst doofen Situationen gewesen. Einmal hatte er sich im Lagerboden des Kornspeichers Versteckt, vor dem Bauern welcher Faro gehört hatte. Was heißt gehört? Aus Tahmos Sicht konnte einem ein Tier sowiso nicht gehören. Auch Faro betrachtete er nun nicht als seinen Besitz, sondern als Begleiter und gleichgestellten Freund. Würde er mit seinem Pony sprechen können, so würde er auf dessen Rat genauso hören wie auf den Rat von Menschen. Jedenfalls, damals war er ein wenig mit Faro ausgeritten, unerlaubter Weise. Der Bauer hatte etwas dagegen gehabt und war dementsprechend zornig gewesen. Tahmo hatte sich im Kornspeicher versteckt, wo ihn der Bauer damals leider auch gefunden hatte und er somit durch eine Dachluke flohen musste. Er fühlte jetzt noch dieses herrliche kribbeln im Magen wie er daran dachte das er über das Dach des Kornspeichers hinweg geklettert und zweimal fast abgestürzt war. Eine Dachluke! Das ist es!
Ruckartig blickte er nach oben und... starrte auf das Zeltleinen...
Er seufzte über seine eigene Dummheit und lies den Kopf wieder sinken. Verdammt... bin ja in einem Zelt. Die haben keine Dachluken. Also weiter nachdenken
Eine Flucht nach vorne war ausgeschlossen, da würde er bei seinem Glück geradewegs in Jocks Arme laufen. Und auch wenn er nun wieder seine blauen Klamotten anhatte, so trug er keinerlei wirklich feste Rüstung. Seine Kleidung bestand nun einmal aus Stoff, lediglich die Schuhe und seine Unterarmschienen waren aus dünnem Leder. Und der Stab... Er konnte sich durchaus verteidigen, jedoch nicht wirklich gut und Jock war sicherlich ein viel besserer Kämpfer. Tahmo würde vielleicht ein paar Sekunden durchhalten, wenn er ihn überraschte aber dann... oder langten ein paar Sekunden für eine Flucht?
Hmmm.... Nein! Tahmo schüttelte den Kopf, er wollte es lieber nicht probieren.
Aber was dann? Kämpfen konnte er nicht, also musste er fliehen... auch wenn das für einen Abenteurer sehr feige war.
Vielleicht sollte er sich einfach wieder vekleiden, mit der Decke dort auf dem Bett oder...
Ein Gedankenblitz eilte durch seinen Kopf. Das war ja die Idee! Wiso war er da nicht schon früher drauf gekommen!
Eilig stand Tahmo auf, er war ja in einem Zelt! Und ein Zelt war aus Stoff und Stoff war beweglich! Im Grunde musste er also nur auf der anderen Seite seines Versteckes unter dem Vorhang hindurch schlüpfen wodurch er eigentlich dann zwischen dem Vorhang und einer der Zeltwände stehen musste. Die Zeltwand konnte man sicherlich, trotz der Befestigungen ein wenig vom Boden abheben. Und Tahmo war nicht dick sondern ziemlich schlank, fast schon zierlich und dürr. Er würde da keinerlei Probleme haben durchzukommen!
Eilig stand er auf, sprang fast vom Boden hoch! Der Eifer hatte ihn gepackt. Der Eifer und die Aufregung des Abenteuers. Zum Glück war er ein heller Kopf, sonst wäre ihm das sicherlich nicht eingefallen. Er ging zu der anderen Seite seines Versteckes hinüber und kniete sich hin um den unteren Saum des Vorhanges zu greifen, als er hinter seinem Rücken eine Stimme hörte.
"He, du warfst vorhin doch auch im Badezuber. Hafst du den Jungen gefsehen, der mit dir gebadet hat? Diefser Blondfschopf? Er heiffßt Tahmo. Ich fsuche ihn."
Der junge Blondschopf zuckte erschrocken zusammen. Der Freund von Jock war zweifelsohne bei Yann am Ofen angelangt! Tahmo musste schlucken, unsicher guckte er zu dem Vorhang vor ihm, seinem Fluchtweg und dann nach hinten zu dem Eingang zu seinem Versteck.
Er zögerte... konnte er Yann einfach so im Stich lassen? Tahmo war es gewöhnt nur auf sich selbst aufzupassen und zu achten... Aber nun... Yann hatte ihm sehr, sehr geholfen zudem war er ordentlich nett. War es da nicht erst recht feige einfach abzuhauen? Andererseits... könnte er so Hilfe holen...
aber... wenn es dann schon zu spät war?
Erneut kaute er sich grübelnd auf der Unterlippe während er nachdachte und überlegte was er nun am besten tun konnte.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Sonntag 21. Juni 2009, 23:00

Mit freudigen Augen konnte Yann erkennen, dass sich der kleine Botenjunge sichtlich über den Lysanthemer freute, welchen er ihm für seine Nachricht von Lyrien gegeben hatte.
"Sicher, ich suche sie und sag es ihr!", meinte er, salutierte und verschwand dann aus dem Zelt.
Jetzt würde es aber alle höchste Zeit werden, dass der Schelm sich seine Kleider schnappte, nach Tahmo schaute - wo auch immer dieser hin verschwunden war - und die Beiden sich dann aus dem Staub machten. So marschierte er hinüber zu dem Bollerofen, an welchem die Kleider der Badegäste hingen und begann damit seine eigenen zusammen zu suchen. Unerwarteter weise bekam Yann dabei sogar Hilfe von einem der Heiler.
"So, alles wieder sauber und fast trocken. Seid Ihr sicher, dass Ihr nicht noch einen Moment warten wollt?", sagte dieser und lächelte ihn freundlich an, reichte ihm schließlich die noch fehlenden Stücke - welche da wären, die Hose, die Unterkleidung und die Schuhe. Auch die vielen kleinen Beutelchen, in denen der Junge seine wenigen Habseligkeiten aufbewahrte, sowie seine beiden Ketten lagen oben auf dem Bündel aus Stoff. Yann griff danach und grinste dem Mann entgegen, schüttelte aber dankend ablehnend den Kopf.

"Ähm...", begann er sich umschauend zu sprechen. "...danke. Tut mir leid, keine Zeit zu warten. Wo kann ich mich jetzt anziehen? Bestimmt doch nicht hier so öffentlich, oder doch? Das würde mir nichts ausmach..."

Doch dieser Satz sollte auf alle Zeiten unvollendet bleiben, denn genau in diesem Moment wollte zum einem der Heiler schon eingreifen und den Rothaarigen zu einem nicht benutzten Patientenbett bringen, wo man die Vorhänge zuziehen konnte - wie es bereits bei einigen hier der Fall war - und zum anderen schwang die Eingangsplane zum Lazarett empor und ein weiterer Mann trat ein.
Schritte erklangen und auf dem strohigen Boden konnte man die einzelnen Bewegungen deutlich vernehmen. Zwar wurden sie von den ebenfalls herumlaufenden Heilern und deren Helfern überlagert, doch wenn man sich nur stark genug konzentrieren würde, so hätte man hören können, dass der Neuankömmling genau auf den Schelm zukam.
Noch bevor sich Yann überhaupt umdrehen und schauen konnte, was in den letzten Sekunden geschehen war, tippte es auch schon wieder an seine Schulter. Der Botenjunge?, huschte ihm der Gedanken durch den Kopf, bevor er ihn jedoch wieder verwarf. Diese Berührung hatte sich gänzlich anders angefühlt und so wandte sich der Junge um und schaute genau in das dümmlich aussehende Gesicht von Jocks Kamerad.

"Waahhh...", entrann es seiner Kehle, als er den Mann wiedererkannte und er einen Ausfallschritt nach hinten vollzog, bis er an etwas stieß. Wäre der freundliche Heiler, der ihm seine Kleidung gereicht hatte, nicht noch hinter ihm und hätte ihn daran gehindert weiter zurück zu weichen, so hätte Yann eine unerfreuliche und äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit dem heißen Metall des Bollerofens gehabt.

"He, du warfst vorhin doch auch im Badezuber. Hafst du den Jungen gefsehen, der mit dir gebadet hat? Diefser Blondfschopf? Er heiffßt Tahmo. Ich fsuche ihn.", fragte der Freund von Jock und schien dabei sehr entschlossen zu sein, Tahmo zu finden.

Yann schaute ihm ins Gesicht, wirte etwas verunsichert. Was sollte er jetzt tun? Er wusste ja selbst nicht wo sein Freund steckte und das war eigentlich auch gut so. So könnte man ihm die Information auch mit Gewalt nicht entreißen, denn wie sollte er auf eine Frage wahrheitsgemäß antworten, wenn er die Antwort gar nicht kannte.
Es war eine bedrohliche Situation, aber nach ein paar Sekunden wurde dem Schelm bewusst, dass er hier ja gar nicht mit dem dümmlichen Kerl allein war und dass ihm sicherlich die Heiler und deren Helfer zu Hilfe kommen würden, sollte es zu Handgreiflichkeiten kommen. Das zumindest hoffte er, während sich in seinem schelmischen Verstand eine Idee einnistete. Jetzt kam es nur darauf an, dass er überzeugend war, dass er glaubhaft rüber kam.
"T... Tah... Tahmo?", stammelte er mit gespielter Furcht in der Stimme. "J... ja, den hab... ich gesehen."
Danach verstummte er erst einmal und schluckte schwer. Er holte tief Luft und hob seinen freien Arm - den, welchen er nicht mit seiner Kleidung und den Habseligkeiten beladen hatte.
"Er... er ist vorhin... d... da lang gerannt.", berichtete er und zeigte mit seiner erhobenen Hand in eine Richtung.

Aus dem Platz von Tahmos Perspektive aus, musste es zunächst so aussehen, als würde Yann direkt auf ihn zeigen, aber tatsächlich war dies nicht der Fall. Der Schelm zeigte in einem neunziggrad Winkel daran vorbei, genau entlang gegenüber vom Eingang.
"Ich... konnte seh... sehen, wie er draußen da lang... gerannt ist. Aber... das... das ist schon eine kleine Weile her. Du solltest dich beeilen, um ihn einzuholen."
Jetzt hoffte Yann auf die Dümmlichkeit des Mannes und darauf, dass er selbst sehr naiv und kindlich wirkte. Einem Kind sagte man oftmals nach, dass es nicht lügen könne und darauf vertraute der Rotschopf, während er abwartend da stand und den Kumpel von Jock genau beobachtete, bereit etwas anderes zu unternehmen, sollte seine Idee fehlschlagen.
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Heiler » Montag 22. Juni 2009, 20:16

Tahmo war sich unschlüssig. Die Idee, die Plane des Zeltes anzuheben und nach draußen in die Freiheit zu schlüpfen, war eine besonders einfallsreiche, denn sie würde funktionieren. Er könnte Faro holen und sich aus dem Staub machen, noch ehe Jock ihn einholen oder Borbel das Lazarett verlassen würde.
Aber was geschah dann mit Yann? Tahmo hörte deutlich, wie dieser von Borbel angesprochen wurde. Hoffentlich geschah ihm nichts. Hoffentlich verriet der Junge seinen blonden Freund nicht. So gut kannten sich die beiden ja auch noch nicht und Tahmo konnte nur Mutmaßungen über Yanns Reaktion anstellen. Vielleicht würde dieser ihn verraten um die eigene Haut zu retten. Aber war es dem Schelm wirklich zuzutrauen?

Dieser unterhielt sich nun stammelnd mit Borbel, dessen Gesicht einen immer dümmlicheren Ausdruck einnahm. Er stierte Yann bösartig an und hob seine geballte Faust. "Du lügst doch nicht!", knurrte er. Da trat der Heiler zwischen beide Parteien. Er konnte überraschenderweise mindestens genauso böse gucken wie Borbel. "Mäßigt Euch, werter Herr. Im Lazarett soll es weder Streit noch Beschimpfungen und erst gar nicht Handgreiflichkeiten geben. Der Bursche hat Euch gesagt, wohin dieser Tahmo gegangen ist. Also sputet Euch und sucht ihn oder bleibt, aber benehmt Euch." Der Heiler sprach mit einer Stimme, die man bei einem pflichtbewussten Stadtwächter erwartet hätte, nicht aber bei jemand so friedfertigem wie man es von Heilkundigen stets annahm. Der Mann verschränkte die Arme. Borbel wich seinem Blick aus und schnaubte. Dann stierte er Yann nochmal an. Die Drohung stand ihm ins Gesicht geschrieben: Ich werde dich finden, solltest du gelogen haben. Dann marschierte der Mann davon, verließ das Zelt und war verschwunden.

Der Heiler atmete aus, wischte sich über die Stirn. "Ein unangenehmer Zeitgenosse", meinte er. Freundlichkeit kehrte auf seine Züge zurück und ein Lächeln umspielte die Mundwinkel. Er zeigte zu einem der freien Krankenbetten. "Zieht Euch dort um, junger Herr. Der Vorhang lässt sich ganz leicht zu ziehen." Er reichte Yann einen seiner Socken, der ihm vor lauter Stammeln einfach verloren gegangen war und klopfte ihm auf die Schulter. "Ich hoffe, dieser Mann ist Euch das letzte Mal begegnet."

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Montag 22. Juni 2009, 20:45

Vorsichtig und auf Zehenspitzen war Tahmo wieder an den Schlitz im Vorhang geschlichen, um den Stoff ein wenig mit den Fingern zur Seite zu schieben. Nur soweit bis er durch den dadurch entstandenen, kleinen Spalt hindurch schielen konnte.
Sein Blick fiel auf Yann, welcher mit seinen bunten Gauklerkleidern im Arm vor dem bullig aussehenden Borbel stand.
Der Blondschopf schluckte schwer, er hatte sich tatsächlich nicht geirrt! Da draussen stand wirklich dieser unangenehme Zeitgenosse und Begleiter von Jock.
Scharf sog er die Luft durch seine Nasenlöcher in seine Lunge ein und leckte sich dann angespannt über die Lippen. Sein Atem ging schneller. Was würde nur passieren wenn Yann ihn verriet? Tahmo konnte zwar andere Leute recht gut einschätzen, musste er doch damals im Fischerdorf schon sehr früh lernen ob ihn jemand Ärgern wollte oder tatsächlich Mitleid hatte. Und bei Yann war er sich eigentlich auch recht sicher das dieser ein vollkommen netter Kerl war welchem man trauen konnte, aber... was wenn er sich mit seiner Einschätzung irrte?
Was wenn Yann seine eigene Haut retten wollte? Aber halt... konnte er Tahmo denn da dann überhaupt verraten? Wusste Yann überhaupt wo sich Tahmo versteckt hielt? Der Blondschopf zog kurz und leise die Nase hoch, während seine Augen weiterhin auf Borbel und Yann geheftet blieben. Die beiden redeten und unterhielten sich, während Yann einen ziemlich eingeschüchterten und ängstlichen Eindruck machte.
Tahmo schluckte... armer Yann... der Schelm tat ihm Leid und während ihn leise Schuldgefühle beschlichen weil er sich hier versteckte und nicht seinem neuen Freund half, mahlte sein Kopf ein neues Horroszenario.
Was wäre wenn Yann Borbel in eine andere Richtung schicken würde, um Tahmo nicht zu verraten und den Kerl dabei dann ausgerechnet hierher lotste?
Tahmo wusste, er selbst würde so handeln. Wäre er an Yanns Stelle, dann würde er Borbel irgendeine Richtung weisen um dann hastig in die genau entgegengesetzte Richtung abzuhauen.

Der Blondschopf musste schlucken, Borbel würde ihn sicherlich mit dem kleinen Finger ungespitzt in den Boden drücken. Da würde ihm selbst sein Stab nicht helfen...
Er wollte sich gerade wieder zurückziehen, weg vom Vorhang, als ihm plötzlich regelrecht das Blut in den Adern gefror. Das war wohl einer der Momente in denen der Drachentöter merkt das er sein Schwert daheim liegen gelassen hat, während sich der Drache vor ihm aufbaut. Tahmo lief es kalt den Rücken runter, während er mit stummen entsetzen Yann aus seinem Versteck herraus anstarrte. Der Schelm zeigte genau in seine Richtung!
Tahmos schlimmste Befürchtung war wahr geworden! Was hatte er auch immer für ein verfluchtes Pech.
Schnell zog er sich von dem Vorhang wieder zurück und taumelte in die Mitte seines Verstecks. Borbel würde jede Sekunde hier sein! Da war keine Zeit mehr zum Abhauen, zudem war er dazu viel zu gelähmt vor Angst.
Das Einzige was ihm einfiel war, das er sich seinen Stab schnappte und drei Schritt hinter dem Eingang zwischen den Vorhängen einen angespannte Abwehrhaltung mit leicht zittrigen und schwammigen Beinen einnahm.
Er schluckte, die Spitze des Stabes zeigte genau auf den Eingang. Er war bereit sofort anzugreifen, Borbel im Überraschungsmoment eine zu verpassen und dann fluchtartig aus dem Zelt zu stürmen. Verdammt! Warum hatte er nur gewartet!

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Yann Adamm-Ra
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Dienstag 23. Juni 2009, 07:25

Yann stand zunächst einfach nur da und lies sein naives Bild auf Borbel wirken. Er hatte ihm gesagt, dass Tahmo außerhalb des Zeltes in die eine Richtung verschwunden war und wartete jetzt darauf dass der Freund von Jock ihm dies glaubte. Es war eine angespannte Situation und man konnte das Knistern in der Luft richtig spüren - selbst wenn es nur vom Bollerofen kam. Jeden Augenblick würde etwas geschehen und der Schelm konnte nicht sagen, um was es sich dabei handelte. Aber Borbel würde wohl auf das Antworten oder reagieren, was der Rotschopf ihm gesagt hatte. Dann ballte der Mann vor ihm seine Hand zu einer Faust und hob diese dem Jungen unter die Nase.
"Du lügst doch nicht!", grummelte dieser, aber bevor er etwas weiter sagen oder unternehmen konnte, geschah das, worauf Yann spekuliert beziehungsweise gehofft hatte.

Der Heiler, welcher sich die ganze Zeit hinter ihm befunden hatte, trat nun vor und stellte sich zwischen die Beiden. Er blickte mindestens genauso böse drein, wie es Borbel tat, doch konnte der Junge das nicht sehen, denn Heilkundige hatte ihm den Rücken zugewandt. Dann erhob auch er seine Stimme und in ihr klang wahrlich jene eines pflichtbewussten Stadtwächters von Pelgar mit, was Yann etwas überraschte und doch glücklich stimmte.
"Mäßigt Euch, werter Herr.", meinte er drohend und fuhr fort: "Im Lazarett soll es weder Streit noch Beschimpfungen und erst gar nicht Handgreiflichkeiten geben. Der Bursche hat Euch gesagt, wohin dieser Tahmo gegangen ist. Also sputet Euch und sucht ihn oder bleibt, aber benehmt Euch."
Völlig überrumpelt von der Heftigkeit der Worte des Heilers stand der Schelm hinter ihm, lugt an ihm vorbei und schaute auf Borbel, welcher seinerseits dem Blick des Mannes vor ihm auswich und auf den Jungen schaute. Würde Yann die Körpersprache besser verstehen, so würde ihm der ohnehin fast eindeutige Ausdruck auf dem Gesicht von Jocks Kumpel deutlich sagen, dass sollte dieser herausfinden, dass der Schelm ihn angelogen hatte, würde er ihn finden und zur Rechenschaft ziehen.

Yann schluckte schwer, denn genau dies hatte er ja gerade getan, aber aus Gründen, welche wohl nur zu gut nachzuvollziehen waren. Er wollte seinen neuen Freund nicht verraten und stattdessen beschützen, auch wenn er nicht wusste, wo er sich gerade befinden mochte. Vielleicht war Tahmo ja sogar heimlich aus dem Zelt verschwunden und hatte genau diese Richtung eingeschlagen? Er konnte es nicht sagen und so hoffte er inständig, dass sein Freund sich irgendwo hier im Lazarett versteckt hatte, als er Borbel gesehen hatte.
Letzterer wandte sich nun von dem Jungen und dem Heiler ab und marschierte schnellen Schrittes direkt aus dem Zelt hinaus und war verschwunden. Der Rothaarige atmete tief ein und hörbar vor Erleichterung wieder aus. Er hörte die Worte des Heilkundigen und nickte ihm zustimmend zu. Dann zeigte der Mann auf ein freies Bett, welches direkt neben einem stand, das von den zugezogenen Vorhängen verhüllt war.
"Zieht Euch dort um, junger Herr. Der Vorhang lässt sich ganz leicht zu ziehen.", sagte dieser und legte eine Socke von Yann auf dessen Stapel mit Kleidern, welche er noch immer auf dem Arm hielt. Der Junge bemerkte es, schaute kurz hin und lächelte den Heiler dermaßen dankbar an, dass es fast schon eine übertriebene Geste sein musste. Dann breitete er seinen freien Arm aus und umarmte den Heiler stürmisch.

"Danke dir, dass du mich vor dem Kerl beschützt hast. Der ist sowas von gemein und fies und er und sein Freund haben mich schon draußen im Badezuber gestört. Bin ich froh, dass der endlich weg ist.", plapperte der Junge frei heraus los und lies wieder von seiner Umarmung ab. "Und hoffentlich kommt der nicht mehr wieder zurück. Danke für den Strumpf, der muss muss mir wohl runter gefallen sein. So und jetzt zieh ich mich am besten mal an."

Mit diesen Worten, schenke Yann dem Heiler noch ein fröhliches Lächeln und wandte sich dann dem freien Bett zu. Mit ging mit schnellen Schritten dort hinüber, legte seine Kleidung auf das Bett und machte sich daran, den Vorhang vorzuziehen. Als dies erledigt war, setzte er sich zunächst einmal auf die Liege und atmete ein paar mal tief durch.
"Was bin ich froh, dass der Borbel endlich weg ist. Jetzt muss ich nur noch Tahmo finden. Wo ist der nur?", sprach er mit sich selbst und zwar nicht gerade so leise, dass nur er es hätte hören können. Auch jemand in der unmittelbaren Nähe hätte es wohl deutlich vernommen.
Ohne es zu wissen, befand er sich genau neben jenem Krankenlager, wo sich sein Freund versteckte und nun wohl kampfbereit hinter dem Vorhang auf das Eindringen des Feindes, wartete. Hatte er womöglich soeben die Worte des Schelm gehört, als sich dieser auf dem Nebenbett erleichtert Gedanken machte, wo Tahmo wohl steckte?
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Dienstag 23. Juni 2009, 21:22

Tahmo stand weiterhin gespannt in seinem kleinen, abgegrenzten Bereich hinter dem Vorhang. Seine Fingerknöchel an der Hand traten weiss hervor während die Fingerspitzen leicht kribbelten, so verkrampft und stark hielt er den Stab in den Händen.
Vor seinem geistigen Auge mahlte er sich immer wieder aus wie Borbel plötzlich durch den Eingang zwischen dem Vorhang schreitet. Er selbst müsste dann sofort nach vorne springen und ihn überraschen! Die Frage war nur noch... wie überraschen?
Sollte er versuchen Borbel die Beine mit seinem Stab wegzuziehen sodass dieser auf die Nase fiel? Oder sollte er den Stab auf Borbels Kopf donnern damit dieser Ohnmächtig wurde? Konnte er überhaupt so stark zuschlagen?

Tahmo schluckte, seine Kehle war rau und trocken. Was dachte er sich dabei überhaupt? Er hatte doch absolut keine Chance gegen Borbel! Was gäbe er nun dafür jetzt ein erfahrener Abenteurer oder noch besser, ein mächtiger Magier zu sein! Dann würde er Borbel an Ort und Stelle einfrieren oder mit einer Windböe aus dem Zelt fegen. Wäre die Situation nicht so angespannt, so hätte er bei der Vorstellung von Borbels überraschtem Gesicht als dieser mit einem erstaunten 'huch?' von einer Windböe aus dem Zelt geweht wird tatsächlich kichern müssen.
Aber die Momentane Lage war alles andere als zum kichern.
Bisher ist noch nichts passiert... Dachte sich Tahmo leise und im Stillen, während sein Blick starr auf der Trennlinie des Vorhanges gerichtet blieb.
Vielleicht kann ich doch noch abhauen?. Bisher war Borbel nicht aufgetaucht und es waren ja auch schon einige Sekunden verstrichen... oder sogar Minuten?
Der junge Blondschopf biss sich auf die Unterlippe und fing dann an sich gaaanz langsam rückwärts zu bewegen. Seine Schuhsohlen schlichen geradezu über den Boden wodurch das Stroh leise raschelte und knisterte. Tahmo schluckte und eine Schweißperle rann ihm von seinem Haarschopf über den Nacken herab.
Gaaanz leise Tahmo, ganz leise. So wie damals als du einmal spät nach Hause gekommen bist. Ermahnte er sich selbst zu einem stilleren vorgehen.
Erneut schob er seinen rechten Fuß ein wenig nach hinten... das Rascheln des Strohs... dann ein ratschendes Geräusch! links von ihm!

Der Blondschopf zuckte erschrocken zusammen und wirbelte samt Stab herum um nun die Wand aus Stoff zu seiner Linken anzustarren.
Da hat sich etwas bewegt! Da tut sich was! Gespannt musterte er den Vorhang. Wollte Borbel ihn etwa überlisten und sich von der Seite anschleichen? War der dümmlich aussehende Kerl dazu überhaupt schlau genug? Obwohl... Er war ein Abenteurer, der hatte sicherlich eine Menge Erfahrung!
Tahmo spitze unwillkürlich seine Ohren um jegliches Geräusch das durch die Luft schwirrt aufzufangen.
"Was bin ich froh, dass der Borbel endlich weg ist. Jetzt muss ich nur noch Tahmo finden. Wo ist der nur?" Ertönte plötzlich eine für Tahmo inzwischen bekannte Stimme hinter dem Vorhang. Ein sehr verwunderter und auch überraschter Gesichtsausdruck huschte über die Mimik des jungen Abenteurers.
Er entspannte sich ein wenig, konnte das sein? Hatte er da wirklich Yann gehört?
Neugierig reckte er seine Nasenspitze nach vorne und grübelte während seine Hände weiterhin fest den Stab umschlossen.
Es half nichts! Er musste seinen Mut zusammennehmen und nachsehen!
Komm schon Tahmo... was für ein Abenteurer wärst du wenn du jetzt Angst hast!
Tief Lufthohlend schlich er also wieder zum Eingang und schob dann vorsichtig mit der Stabspitze den Vorhang ein Stückchen zur Seite um hinaus ins Zelt zu spähen. Und er sah.... nichts! Keinen Borbel jedenfalls, nur beschäftigte Heiler und den allgemeinen Trubel welcher hier zu herschen schien.
Ihm fiel ein wahres Steinmassiv vom Herzen, welches sicherlich die Größe des gesamten Drachengebirges besaß. Seine Füße schritten wieder zurück in die Mitte seines Versteckes und dann zu der vermeintlichen Stelle am Vorhang hinter welcher sich Yann befinden musste.
Erst jetzt, da er wieder entspannt dastand, den Stab locker neben sich mit dem einen Ende auf den Boden gestellt, merkte Tahmo das er vor Angst ein wenig geschwitzt haben musste. Nun würde er jedoch ersteinmal zu Yann hinüber gehen um danach endlich zurück zu den Stallungen zu flitzen.
Sein Herz zog ihn schon längst wieder weiter, raus aus der Stadt, hin zu einem neuen Ort den er entdecken wollte. Jetzt entwich doch noch ein leises, erleichtertes Kichern seiner Kehle, Tahmo war eben ein fröhliches Kerlchen welches derlei Situation auch recht schnell wieder vergessen konnte um sich wechselhaft wie der Wind der nächsten Sache zu widmen. Und die bestand nun darin Yann einen kleinen Schrecken einzujagen, sofern dieser wirklich auf der anderen Seite des Vorhanges war.
Mit der Stabspitze hob er den unteren Rand des Stoffes an, duckte sich und krabbelte flink hindurch um schließlich auf Yanns Seite zu landen um mit einem frechen grinsen direkt neben Yanns Feldbett aufzutauchen...

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Mittwoch 1. Juli 2009, 23:20

Yann saß erleichtert auf dem Krankenbett und hatte seine Kleider und wenigen Habseligkeiten neben sich ausgebreitet. Er wollte sich zwar anziehen, aber doch musste er zunächst einmal tief durch schnaufen. Er hatte es wahrhaftig fertig gebracht den Eindringling namens Borbel aus dem Lazarett zu vertreiben, auch wenn er dabei gelogen hatte. Dies störte ihn auch nicht sonderlich, denn wenn er dafür seinen Freund beschützen konnte, so war ihm dieses Mittel recht dazu. Jetzt hieß es nur noch, dass er Tahmo auch wieder fand. Der junge Abenteurer war einfach verschwunden während der Schelm gerade abgelenkt war und nun wusste er nicht, wo er mit seiner Suche beginnen sollte. Zunächst allerdings wäre es sicherlich eine gute Idee endlich einmal seine Kleider anzulegen, damit er sich auch wieder in der Öffentlichkeit blicken lassen konnte.

Er nahm seine Hände nach hinten und stützte sich so auf der aus Stroh bestehenden Matratze des Bettes ab. Dann legte er seinen Kopf in den Nacken, schloss seine Augen und holte noch einmal tief Luft. Yann sog regelrecht den Sauerstoff in seine Lungen ein, hielt sie dort einen Augenblick fest und ließ sie dann wieder auf jenem Weg hinaus gleiten, welchen sie in seinem Körper beim Einatmen genommen hatte.
Das ist vielleicht ein verrückter Tag heute., dachte sich der Schelm. Erst die letzte Turnier-Runde, dann mein erster Sieg in dieser und dann war da plötzlich diese komische andere Schelmin. Mhhh... eigentlich kam sie mir gar nicht wirklich wie eine echte Schelmin vor...
Kurz verweilten seine Gedanken bei der Schadenfreudigen. Er hatte sie als heimtückische und unberechenbare Frau kennen gelernt, eine Frau, welche nicht davor zurückschreckte anderen Leid zuzufügen, nur damit sie einen Vorteil daraus ziehen konnte. Jetzt, wo er so kurz darüber nachdachte, viel ihm plötzlich auf, dass sie und er sich gar nicht so verschieden waren, außer in einem entscheidenden Punkt: Yann würde niemals nur aus Spaß an Quälerei jemandem etwas mit seiner Magie antun.
Dann habe ich auch die Runde gewonnen, aber nur weil Tahmo mir so tatkräftig geholfen hat... Tahmo! Ich muss ihn finden, dass bin ich ihm schuldig.

Mit diesem Gedankengang öffnete der Rotschopf wieder seine Augen und zuckte vor Schreck zusammen. Während er so mit geschossenen Augen zurückgelehnt auf dem Krankenbett gesessen hatte, hatte er seine Umgebung gar nicht mehr wirklich wahr genommen. Er war zusehr damit beschäftigt gewesen, seinen Gedanken zu folgen und so war er von der Außenwelt völlig abgeschnitten gewesen, was dazu geführt hatte, dass er seinen Freund gar nicht bemerkt hatte.
Ja, Tahmo war aus dem benachbarten abgetrennten Teil des Lazaretts gekommen. Er musste Yann in tief in Gedanken versunken vorgefunden haben und so schien er beschlossen zu haben, dem Rotschopf einen kleinen Streich zu spielen - mit Erfolg!
Yanns Herz klopfte schnell, wollte sich offenbar gar nicht mehr beruhigen und mit einer Hand auf der nackten Brust atmete der Junge schnell und hastig - sog die Luft in kurzen Atemzügen ein und wieder aus, sodass es seinem Körper kaum vergönnt war den Sauerstoff richtig aufzunehmen.
Röte stieg in das Gesicht des Schelm und noch immer und immer weiter raste sein Puls, jagte das Blut durch seine Adern und er konnte deutlich das ausgeschüttete Adrenalin spüren, welches sich zu seinem roten Lebenselixier mischte.

"Boahhhh...", brachte Yann schnaufen über seine Lippen, während er Tahmo mit weit aufgerissenen Augen heraus anschaute. "Hast du mich vielleicht erschreckt! Da bist du ja. Wo warst du denn?!?"
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Donnerstag 2. Juli 2009, 12:05

Man musste sich ganz schön zusammenkauern um unter den Vorhängen gut hindurch zu kommen, ohne alles runterzureissen.
Fast in Bodennähe robbte er unter dem Stoff hindurch, um kniend auf Yanns Seite wieder hervor zu kommen.
Tahmo rappelte sich hoch, während er mit einem Blick zu der dortigen Liede erleichtert feststellte das er sich nicht getäuscht hatte. Yann hatte wohl wirklich rein zufällig den durch einen Vorhang abgetrennten Bereich neben seinem gewählt, um diesen wie Tahmo als Umkleide zu nutzen.
Der Blondschopf hätte ja auch auf einen Mann stoßen können welcher zufällig fast die gleiche Stimme hatte wie der Buntschelm!
Sich ein wenig Stroh und Dreck von den frisch gewaschenen Klamotten wischend näherte er sich Yann. Dieser hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt und entspannt die Augen geschlossen, während er auf der Liege saß.
Schläft der Etwa? Ne...
Tahmo ging ein wenig näher, das Stroh auf dem Boden raschelte leise unter seinen dicken Schuhsohlen, um seine Hand auf die linke Schulter des Schelms zu legen.
"He Yann?"

Der Buntschelm öffnete die Augen, blickte zu Tahmo und zuckte erschrocken zusammen. Er war wohl so in Gedanken gewesen, dass er den jungen Blondschopf nicht im geringsten bemerkt hatte! Tahmo konnte ein leises und freches Kichern nicht unterdrücken als er merkte was er dem armen Yann für einen Schrecken eingejagd hatte, dieser saß nun nämlich keuchend und mit vor Schreck schnell schlagendem Herzen auf der Liege und glotzte Tahmo entgegen, während er sich die Hand auf die Brust hielt.
"Boahhhh...", brachte Yann schnaufen über seine Lippen, während er Tahmo mit weit aufgerissenen Augen heraus anschaute und sein Gesicht leicht rot wurde. "Hast du mich vielleicht erschreckt! Da bist du ja. Wo warst du denn?!?"

Tahmo nahm seine Hand wieder von der Schulter des Schelms und legte seine Finger um das Holz seines Stabes. Ein Bein leicht angewinkelt, stützte er sich nun locker auf den Wanderstock und guckte seinen Rothaarigen Freund an.
"Ich war nebenan, hab mich dort angezogen und... man Yann! Ich dachte schon du schickst diesen groben Kerl genau zu mir rüber!"
Der junge Abenteurer holte kurz Luft. "Eh... ich will weiter. Weg von hier, raus aus der Stadt." Und das stimmte, Tahmo verspührte langsam aber merklich den immer stärker werdenden Drang weiterzuziehen. Das Gefühl war sogar stärker als jemals zuvor. Im Dorf hatte es ihn schon immer ein wenig weggezogen, er hatte immer irgendwohin hinter den Horizont gewollt... ohne genau zu wissen wohin er musste. Oft sah er dann den Wolken zu wie sie vorbeizogen und beneidete sie sogar da sie die ganze Welt sehen konnten.
Und jetzt? Er musste weiter! Unbedingt! Es war ein Drang der ihn ganz hibbelig machte und dem er einfach nachgeben musste.
"Kommst... du mit Yann?" Fragte er den Schelm. Zu zweit würde so eine Reise sicherlich lustiger werden. "Ich muss vorher nur noch zu den Ställen und zu Faro!
Und, oh mann!" Er patschte sich leicht die linke Handfläche gegen seine Stirn, "Mein Rucksack liegt da auch noch! Komm schnell Yann, zieh dich an!"
Hastig huschte Tahmo rüber zu dem Schlitz zwischen dem Vorhang von Yanns Bereich. Er kehrte dem Schelm den Rücken zu, während er nach draussen schielte und wohl ausschau nach Borbel und dessen Freund hielt.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Juli 2009, 10:37

Tahmo wartete darauf, dass Yann in die Gänge kam. Er wollte fort von hier, hinaus aus Pelgar. Wie einen Wandervogel zog es ihn davon und sein Herz sehnte sich nach der Ferne. Was er wohl noch alles würde sehen können? Das übrige Celcia wartete auf ihn und er sollte dessen Geduld wohl nicht überstrapazieren. Außerdem ... lauerten Borbel und der Einäugige Jock hier noch irgendwo.
Gut, Yann hatte Borbel einfach in eine falsche Richtung geschickt, aber selbst dieser Torfkopf würde irgendwann merken, dass man ihn übers Ohr gehauen hatte. Hoffentlich durchsuchte er nicht die Ställe und fand Faro plötzlich. Borbel würde dann bestimmt nicht fackeln und das Pony einfach mitnehmen. Wenn schon nicht Tahmo erwischt, dann wenigstens Faro nach Hause gebracht. Das arme Tier hätte einen solchen Ausgang des Abenteuers nicht verdient. Auch Faro sollte seine Hufe über Celcias Pfade lenken und die Welt sehen.

Vom Stall her drang aber kein auffälliges Geräusch zum Lazarett hinüber. Alles war ruhig, obgleich sich Ruhe hier und jetzt ein wenig anders definieren lassen musste. Schließlich herrschte noch immer lautes Treiben im Lazarett selbst: Heiler liefen von A nach B, kümmerten sich kleine und größere Blessuren und brachten schwerere Fälle persönlich direkt zur Reichsklinik um sich dort behandeln zu lassen. Gleichzeitig war da noch die kostenlose Essensausgabe, von der viele Besucher rege Anspruch nahmen und mit dampfenden Schalen oder Krügen und Bechern quer durchs Zeltinnere stapften, um sich irgendwo einen ruhigeren Platz für ihre Mahlzeit zu suchen.
Vor dem Lazarett badeten noch immer viele muntere Leute in den Zubern, sangen und lachten miteinander und über den übrigen Zeltplatz marschierten Turnierteilnehmer - Sieger wie Ausgeschiedene -, die sich eine schöne Zeit machten, bis es zur großen Preisverleihung in der Arena gehen würde.

Aber bei den Ställen war nach diesen Verhältnissen nichts los. Nicht einmal ein Wiehern drang nach draußen, auch wenn es möglicherweise vom Lärm von den Zubern aus hätte übertönt werden können. Andererseits konnte man eine solche Stille auch als ungut bezeichnen...

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Dienstag 7. Juli 2009, 07:20

Yann steckte der Schreck noch immer in den Knochen, welcher Tahmo ihm soeben beigebracht hatte. Noch vor wenigen Augenblicken hatte der Schelm sich gemütlich auf das Krankenbett gesetzt, seine Kleider neben sich abgelegt und seine Augen geschlossen. Er hatte tief durch geatmet und angefangen sich zu überlegen, wo er mit der Suche nach seinem neuen Freund anfangen sollte. Dies war gar nicht so einfach gewesen, denn der junge Abenteurer aus dem Fischerdorf konnte ja überall sein, aber bis zu einer groß angelegten Suche sollte es gar nicht kommen.

Tahmo befand sich ja direkt neben dem Rothaarigen und mit den Worten "He Yann?" machte er auf sich aufmerksam, wenn auch auf eine erschreckende Art und Weise. Nichts desto weniger beruhigte sich der Schelm nun langsam wieder. Er hatte Tahmo ja gefunden, bzw. sein Freund war zu ihm gekommen und hatte sich ihm offenbart. Yann schaffte es sogar ein Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern, während der Blondschopf seine Hand von der Schulter des Schelm nahm und sie wieder auf seinem Stab platzierte.
"Ich war nebenan, hab mich dort angezogen und... man Yann! Ich dachte schon du schickst diesen groben Kerl genau zu mir rüber!", begann Tahmo endlich mit der von dem Rothaarigen geforderten Erklärung, wo er sich denn versteckt hatte.
Yann musste bei diesen Worten noch breiter grinsen, denn damit hätte er nun wirklich nicht gerechnet. Direkt neben seinem Platz, wo er sich um- bzw. anziehen sollte, hatte sich sein Freund aufgehalten und er war nicht auf die Idee gekommen, dort einmal nachzusehen. In Gedanken hatte er schon die ihm bekannten Stellen in Pelgar abgesucht.

"Boah eh. Das war aber ganz schön schlau von dir, dich dort aufzuhalten. Aber ich wollte Borbel ja gar nicht zu dir schicken. Ich hab doch nur in irgendeine Richtung gezeigt, damit er endlich abhaut und dank dem freundlichen Heiler hat es auch geklappt. Der Dummkopf ist aus dem Zelt raus und hat sich mit einer letzten Drohung auf und davon gemacht, hoffentlich genau in die Richtung, welche ihm gezeigt habe.", meinte Yann nun und grinste selbstzufrieden seinen Freund an und begann damit zu anzukleiden.
Zunächst löste er das Handtuch, legte es auf seine andere Seite und streifte sich seine Unterwäsche über seine Blöße. Dann folgte die Hose, das kunterbunte Gauklerhemd mit den vielen Taschen und schließlich die Schuhe. Schnell legte er sich noch seine drei Ketten um und packte seine wenigen Habseligkeiten in seine Taschen. Dann stellte er sich stolz zu seinem Freund.

Ja, er war stolz auf sich selbst, dass sein Plan aufgegangen war, auch wenn Borbel wirklich nicht der Schlauste war. Nun aber änderte sich wieder der Gesichtsausdruck des Schelms, nämlich als er die nächsten Worte seines Freundes vernahm:
"Eh... ich will weiter. Weg von hier, raus aus der Stadt. Kommst... du mit Yann?"
Was?!? Er will weg von hier? Jetzt gleich?!? Aber... aber... warum?, dachte sich der Junge und ein trauriger Ausdruck zeigte sich auf seinem Gesicht. Er schien offenbar nicht wirklich nachvollziehen zu können, warum Tahmo es plötzlich so eilig hatte aus der Stadt rauszukommen. Doch wohl nicht nur wegen Borbel und dem anderen Kerl, welchen Yann draußen verzaubert hatte. Er ließ Tahmo noch weiter sprechen, denn dieser verkündete, dass er noch zu den Ställen müsse, um sein Pferd Faro und seinen Rucksack zu holen.

Nachdem der junge Mann aus dem Fischerdorf geendet hatte, saß Yann noch eine kleine Weile einfach nur da und schaute seinen Freund aus großen und ungläubigen Augen heraus an. Dann schüttelte er leicht den Kopf und erhob seine Stimme.
"Ich kann jetzt die Stadt noch nicht verlassen. Was ist denn mit der Preisverleihung? Ich habe schließlich den Gauklerwettstreit gewonnen und ich will schon den richtigen Preis dafür haben. Die Verleihung beginnt ja bald und was ist mit Lyrien?? Ich kann meine Freundin doch nicht einfach ohne ein Wort zu verlieren hier zurück lassen!! Und sie ist nicht die Einzige. Ich habe hier noch eine Freundin. Sie heißt Earane und bei ihr ist Lyrien momentan. Ich muss doch wenigstens beschied sagen, sonst machen sie sich bestimmt große Sorgen.", versuchte er seinem Freund zu erklären, nur ob dieser das auch verstehen würde, wusste er nicht, hoffte es aber inständig. "Nein, ich kann jetzt noch nicht aus Pelgar raus gehen."
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Donnerstag 9. Juli 2009, 16:46

Tahmo blickte weiterhin aufmerksam durch den schmalen Schlitz zwischen dem Vorhang. Seine grünen Pupillen behielten die Umgebung, das Innere des Zeltes gut im Blick während seine Ohren Yanns Worten lauschten.
Yann wollte also noch unbedingt hier bleiben, auf seine beiden Freundinnen und die Preisverleihung warten. Tahmo jedoch, konnte das einfach nicht. Zum einen Weil es hier nicht sicher war, zum anderen weil er weiter wollte. Sehr hibbelig und unruhig verlagerte er das Gewicht von einem auf den Anderen Fuß, während er weiterhin rausspähte. Dann drehte er sich herum und guckte Den auf der Bettkante sitzenden Yann an.

Nachdenklich biss sich der junge Blondschopf auf seiner Unterlippe, während er mit dem Daumennagel an dem Holz seines Stabes schabte. Er verstand Yanns Standpunkt irgendwie... aber dennoch. Was war das nur für ein Gefühl das ihn befiel? Diese extreme Sehnsucht nach der Ferne welche er zwar schon immer irgendwie besessen hatte, jedoch sich noch nie so stark zeigte! Lag es an der Bedrohung durch die beiden Fremden Männer? Oder weil er nun entgültig von daheim weg war und dadurch das Gefühl nur noch stärker wurde?
Tahmo seufzte leise, man sah ihm die Sehnsucht richtig in seinem Blick an, welcher wirkte als würde er schon lange irgendwo in die Ferne starren statt im Hier und Jetzt zu sein.
Einerseits würde er gerne sofort weiterziehen... andererseits, würde er dann noch mit dem lustigen Schelm und seiner Gefährtin zusammenziehen können?
Und dann war da noch die Sorge um Faro.... Hoffentlich ging es ihm gut! Was wenn die Männer ihn schon längst geschnappt hatten? Das wäre furchtbar für Tahmo! Faro war irgendwie soetwas wie Familie für ihn. Auch wenn er ein Pferd war, so fühlte sich Tahmo ihm gegenüber ziemlich verbunden. Wie zwei Brüder die zwar unterschiedlich aussahen, jedoch das gleiche dachten und wollten.
"Hmmmm..." Tahmo lies ein nachdenklichen Ton verlauten.
"Weist du was?" Er blickte zu dem immernoch auf dem Bettrand sitzenden Yann, welcher ihn ein wenig traurig ansah. Ihn hatte noch nie jemand traurig angesehen, jedenfalls nicht, weil er gehen wollte... Der Schelm war nicht fröhlich über Tahmos Wunsch weiterzuziehen....
"Ich geh ersteinmal zum Stall und zu Faro und du kannst dann nachkommen!"
Der junge Blondschopf nickte und war mit seiner Idee recht zufrieden. Er würde einfach zum Stall gehen und dann weitersehen...
So konnte er nach Faro sehen! Und vielleicht.... die eine Heilerin noch einmal sehen, natürlich nur damit er ihr für ihre Hilfe danken konnte!
Tahmo zuckte kurz mit den Mundwinkeln und ehe Yann wohl eine Antwort geben konnte, hatte er sich schon samt Stab durch den Schlitz im Vorhang geschoben um unaufhaltsam wie eine Windböe das Zelt zu verlassen.
Schon nach wenigen Schritten fing er an zu rennen, um so schnell wie möglich an den Ställen zu sein.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Erzähler » Samstag 11. Juli 2009, 15:05

Die Ställe waren vom Lazarett nicht weit entfernt, aber das wusste Tahmo ja bereits. Damals, bei seiner Ankunft im Regen, als er von Schlamm bespritzt war, war ihm der Weg weit vorgekommen, aber jetzt entpuppte er sich als kurzer Abschnitt, der mit einem schnellen Sprint locker zu bewältigen war. Tahmo schwitzte nicht einmal, als er die Ställe erreichte.
Von Borbel oder dem Einäugigen Jock gab es keine Spur. Ein gutes Zeichen.

Der Stall war noch derselbe wie schon beim letzten Besuch. Es gab eine offene Seite, wo auch die Tür war, die in den Unterstand hinein führte. Das Dach und die übrigen drei Wände boten einen guten Schutz gegen Wind und Wetterbedingungen. Heu lag bis kurz hinter die Tür aus, alles ältere Halme, die die Tiere nicht mehr fressen würden. Wahrscheinlich war das frische, weiche Heu noch zu Ballen in einer Ecke gestapelt.
Gerade verließ ein junger, hochgewachsener Mann den Stall. Er trug rote, elegante Kleidung und schwarze Stiefel, die bis zu den Knien reichten. Mit arrogantem Blick jedoch sah er auf Tahmo herab. "Ah, bist du der Stallbursche? Nun, ich habe mein Pferd jetzt selbst versorgt. Ich hoffe, es kostet dich deinen Posten, dass du hier so herum trödelst. Mein Ross ist der Fuchs ganz hinten im Stall." Der Mann zückte ein Schnupftuch und tupfte sich damit theatralisch die Stirn. "Ich musste es an einem kleinen, dicken Pony vorbei bugsieren. Es hätte mir beinahe den Rock zerfressen. Ich werde das erwähnen, sollte ich deinen Meister irgendwo antreffen. Du wirst hochkantig hinausfliegen, dafür sorge ich!" Und ohne eine Erklärung von Seiten Tahmos abzuwarten, stolzierte der Fremde hoch erhobenen Hauptes wie ein Pfau davon und zwischen den aufgebauten Zelten hindurch. Vielleicht waren ihm die Götter nicht hold und er würde seine Arroganz bald bei einem Sturz über eine der Zeltspannungsleinen verlieren. Doch hatte der Fremde Tahmo eine beruhigende Auskunft gegeben.
Ein verfressenes Pony, das im Stall stand ...

Schon wieherte es. Tahmo hätte diesen Laut wohl aus Dutzenden heraus hören und richtig deuten können. Faro stand im Stall. Das Pony musste ihn gerochen oder sonst wie erkannt haben. Es trabte vor bis zur Tür und hob den Kopf, legte ihn auf die Holztür selbst, die ja nur halbhoch war. Faro kaute genüsslich auf einigen Heuhalmen herum, die Mähne hing ihm strähnig in die Augen und seine Ohren richteten sich freudig auf. Ihm ging es offensichtlich recht gut und er fühlte sich wohl.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Dienstag 14. Juli 2009, 11:13

Der junge Blondschopf drückte sich durch den zugeklappten Zelteingang des Lazaretts nach draussen, wo ihm sofort die kühle und frische Luft des Drachengebirges entgegenschlug. Er fröstelte kurz, bemerkte aber im nachhinein das es hier draussen besser war als in dem stickigen Zelt.
Eilig setzte er sich in Bewegung und bahnte sich seinen Weg an den Leuten, Badezubern und kleineren Zelten vorbei um zu den Stallungen zu gelangen, immer ein Auge und beide Ohren offen, um nicht ausversehen über Borbel oder Jock zu stolpern.
Nach wenigen Metern und einem kurzen straucheln über eine Zeltschnur hatte er dann endlich den Stall erreicht. Er stand noch genauso da wie zuvor. Drei Wände aus Holz die bis zu dem Dach empor gezogen waren und auf der vorderen Seite eine etwas niedrigere Wand zum drüberschauen mit einer kleineren Tür.
Ganz schön ruhig hier Dachte sich Tahmo leise, während er sich langsam und leicht geduckt näherte. Die sind wohl sicherlich alle beim Baden, oder beim Turnier oder in ihren Zeltern oder... Ein Geräusch lies den angespannten Blondschopf kurz zusammenzucken. Ohne das es Tahmo erwartet hatte schwang vor ihm die Stalltüre auf und ein hochgewachsener Mann mit eleganter Kleidung sowie schwarzen Stiefeln tratt heraus. Er hatte gerade noch einen Schritt zur Seite machen können um der aufschwingenden Türe auszuweichen und sich hastig hinzustellen.
Den Stab bereit haltend stellte er jedoch ziemlich schnell fest das es sich hier weder um Jock noch um Borbel handelte, was ihn erleichtert ausatmen lies.

"Ah, bist du der Stallbursche? Nun, ich habe mein Pferd jetzt selbst versorgt. Ich hoffe, es kostet dich deinen Posten, dass du hier so herum trödelst. Mein Ross ist der Fuchs ganz hinten im Stall." Der Mann zückte ein Schnupftuch und tupfte sich damit theatralisch die Stirn, ehe er wieder hochnäsig von oben herrab auf Tahmo guckte. Der Fremde überragte den jungen Blondschopf locker um einen ganzen Kopf. Was ist denn das für einer? Oh mann... hält der mich echt für einen Stalljungen? Tahmo tat sich schwer ein leises kichern zu unterdrücken und versuchte mit angestrengt ernster Mimik den Worten des Mannes zu folgen und so zu tun als ob. "Ich musste es an einem kleinen, dicken Pony vorbei bugsieren. Es hätte mir beinahe den Rock zerfressen. Ich werde das erwähnen, sollte ich deinen Meister irgendwo antreffen. Du wirst hochkantig hinausfliegen, dafür sorge ich!"
Kleines dickes Pony? Das muss Faro sein! Schoß es Tahmo durch den Kopf und ein breites Grinsen zog sich nun über sein mit Sommersproßen besprenkeltes Gesicht. Der Mann blinzelte nur kurz verdutzt und wunderte sich vielleich darüber das Tahmo nach der Schellte noch grinsen konne, dann wandte er sich jedoch ab und stolzierte wie eine Elfenkönigin davon.

Tahmo drehte sich sogleich zu der Tür hin, als er schon ein wohlbekanntes Wiehern hörte. "Faro!" Jubelte der Blondschopf laut und lehnte den Stab an die niedrige Holzwand, während sein Freund bis zur Tür trabte und genüsslich kauend seinen Kopf auf eben diese legte. Mit unendlicher Erleichterrung und Freude legte Tahmo seine Arme um den bulligen Ponykopf seines Freundes und atmete erleichtert auf.
"Man bin ich froh das es dir gut geht, Faro! Ich hoffe die waren hier nett zu dir hm?" Das Pony schnaubte nur kurz und zufrieden, ehe es seinen Kopf von dem Türrahmen auf Tahmos Schulter legte, "Ich hole meine Sachen, den Rucksack und dann... dann...naja, dann gucken wir zu Yann und ziehen weiter, hm? Aber erstmal hohle ich mein Sach."
Tahmo nahm seine Arme von Faros Kopf und schob die Tür einen Spalt auf um sich hindurch und an dem Pony vorbei zu drücken. "Hihi, Faro du solltest weniger fressen." Kicherte er belustigt und scherzend zu seinem Freund, welcher daraufhin nur mit den Ohren schlackerte und seinen Kopf schüttelte. Seltsam, manchmal hatte Tahmo wirklich das Gefühl Faro würde ihn verstehen. Was aber eigentlich gar nicht sein konnte.
Das Stroh knisterte leise unter den dünnen Sohlen seiner Stiefel, hier im Stall hatte es eine angenehme Wärme sowie Luft. Es roch nach Stroh und Pferden und irgendwie fand Tahmo den Geruch um längen besser als das was man so im Lazarett roch. Da waren einfach zu viele Menschen auf einem Haufen.
Faro folgte seinem Freund auf sicherem Fuß quer durch den Stall, bis hin zu dem Stützbalken neben den Strohballen, wo immernoch sein Rucksack lag.
"Puh... er ist noch da." Atmete der junge Blondschopf erleichtert auf und nahm seinen Rucksack an sich um ihn auf den Rücken zu schwingen. Er sah sich um, hier war ihm diese fiese Dunkelelfe begegnet selbst jetzt lief ihm beim Gedanken an Sie noch ein kalter Schauer über den Rücken, während sein Blick auf ein rot-braunes Pferd weiter hinten im Stall fiel. "Hey, wer bist du denn?" Fragte Tahmo leise und ging näher, während Faro diesesmal bei dem Stützbalken stehen blieb und seinen Zweibeinigen Freund genau im Blick behielt.
"Du musst das Pferd von diesem komischen Kerl sein oder?" In Respektvollem Abstand blieb Tahmo stehen und streckte zuerst nur seine Hand vor, damit das Pferd kurz mit schnaubenden Nüstern daran riechen konnte. Erst dann kam Tahmo behutsam näher und streichelte den Hals des Tiers, ohne das dieses wohl irgendwas dagegen hatte. Tahmo konnte eben erstaunlich gut mit Tieren umgehen, er mochte sie ziemlich gerne und im Grunde sogar mehr als Menschen oder dergleichen. Tiere konnten einen eben nicht verurteilen. "Wart, du hast ja garnichts zu fressen. ich hol dir was."
Faro schnaubte kurz, während Tahmo dem Pferd einen ordentlichen Haufen frischen Strohs zum Fressen hintrug. "So, nun müssen Faro und ich aber weiter."
Tahmo wandt sich von dem zufrieden fressenden Pferd weg und ging wieder zu seinem Freund hin, "Man, nun sei mal nicht neidisch Faro. Komm, lass uns zurück gehen."

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Sonntag 19. Juli 2009, 00:38

Yann stand nun allein hinter dem Vorhang des abgetrennten Bereiches im Lazarett und starrte ungläubig auf jene Stelle, aus der sein Freund verschwunden war. Noch immer klangen ihm die Worte von Tahmo im Gedächtnis nach.
"Ich geh erst einmal zum Stall und zu Faro und du kannst dann nachkommen!", hatte dieser gesprochen.
Der Schelm konnte es einfach nicht glauben, aber doch entsprach es der Wahrheit und sicherlich meinte der Junge aus dem Fischerdorf es auch so, wie er es gesagt hatte.

Wie jetzt? Ich kann nachkommen? Einfach nur nachkommen? Er wird nicht zur Preisverleihung kommen, mich nicht dorthin begleiten? Warum, bei den heiligen Kobolden, will er nur so schnell wieder raus aus Pelgar? Es kann doch nicht nur an Borbel und diesem Jock liegen. Wenn doch, dann ist er aber extrem ängstlich und rennt scheinbar bei jeder Gelegenheit davon.

Yann beendete seine Gedankengänge, denn nun würde es wohl endlich an Zeit sein, das Lazarett zu verlassen und sich zur Arena zu begeben. Die Preisverleihung würde wohl bald beginnen und selbst wenn Tahmo ihn nicht begleiten würde, so musste er sich doch langsam beeilen um nicht zu spät zu kommen. Nachdem der alles eingepackt und verstaut hatte begab er sich mit verdrießlicher Stimmung zum Vorgang, schob ihn beiseite und trat zurück in das geschäftige Leben, welches im Lazarett herrschte. Die Heiler und deren Helfer schritten noch immer von der einen Seite des Zelts zur anderen und schienen ihn nicht sonderlich zu beachten. Auch der Mann, welcher ihm vorhin am Ofen bei Borbel beigestanden und geholfen hatte, war nicht zu sehen. So wandte Yann sich dem Eingang zu und schritt darauf hin, schob die Plane bei Seite und verließ das Spital.

Als er an die frische Luft kam, hielt er kurz inne, blieb für einen Moment stehen und atmete tief ein. Die kühle Briese drang in seine Lungen ein und verschafften ihm ein wohliges Gefühl. Es eben doch etwas ganz anderes die reine und unbeschmutzte Luft einzuatmen, als die schon reichlich verbraucht in einem geschlossenen Zelt. Er blickte sich kurz um und erkannte, dass die Badezuber noch immer unter Benutzung standen. Der Dampf des warmen Wassers stieg empor und waberte als Nebel umher. Die Leute unterhielten sich wieder, aber konnte der Schelm die Themen nicht verstehen.
Es vergingen einige Sekunden, dann wandte er sich wieder dem großen Gebäude zu, welches sein Ziel darstellte und machte sich von neuem auf den Weg.

"Ich hoffe, dass wenigsten Lyrien zu meiner Preisverleihung kommt. Erst ist sie weg und dann auch noch Tahmo... woran das wohl liegen mag?", flüsterte er vor sich hin, während er der Arena immer näher kam.
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Juli 2009, 16:36

Für Yann geht es weiter in der Arena (Preisverleihung). Das Topic wird zum Wochenende eröffnet, ich schreibe dir dann eine PN ;)

Tahmo und Faro waren wieder vereint. Das Pony freute sich, den Jungen wiederzusehen. Die beiden verband weit mehr als man auf den ersten Blick erahnen mochte. Faro besaß eine tiefe Zuneigung zu seinem zweibeinigen Gefährten, denn dieser behandelte ihn nicht nur mit überaus viel Fürsorge und Respekt, sondern er fütterte ihn auch reichlich. Ein Umstand, mit dem man Faros Herz sofort erweichen und gewinnen konnte. Bei dem Tier ging Liebe nun einmal auch durch den Magen. Jener war endlich einmal voll, mehrere Halme des duftenden Heus hingen Faro noch aus dem Maul und er kaute genüsslich. Aber er sah auch ein, dass es Zeit zum Aufbruch war. Das Pony schlackerte mit den Ohren.

"Ich hole meine Sachen, den Rucksack und dann ... dann ... naja, dann gucken wir zu Yann und ziehen weiter, hm? Aber erstmal hole ich meine Sachen." Faro gab ein zustimmendes Schnauben von sich. Er wollte auch endlich wieder hinaus, weiterziehen. Das Pony war zwar keines, das viel Wert auf weite Strecken und körperliche Ertüchtigung legte - viel lieber fraß es irgendwo -, aber es wollte den Rest seines Lebens auch nicht in einem Stall verbringen. Es genoss die Natur und gemütliche Landstraßen, wo es Pausen am Wegesrand machen und frischen Klee fressen konnte. Bei dem Gedanken wieherte Faro bereits vorfreudig.

Tahmo fand unterdessen seine Sachen sicher und unberührt dort vor, wo er sie liegengelassen hatte. Es schien noch alles vorhanden zu sein. Farot drehte den Kopf und schnaubte erneut. Er hatte gut auf Tahmos Besitztümer aufgepasst. Tahmo aber entdeckte gerade das Pferd des adeligen Schnösels, was Faro ein wenig eifersüchtig reagieren ließ. Er ar Tahmos vierbeiniges Reittier und würde es auch bleiben. Missmutig schaute das Pony zu wie Tahmo auch das fremde Pferd versorgte.
"Mann, nun sei mal nicht neidisch, Faro. Komm, lass uns zurück gehen."
Das Pony schnaubte sich einen Teil der Mähne aus dem Gesicht und trottete brav neben dem jungen Mann her. Kaum, dass sie den Stall verlassen hatten, konnte Tahmo in der Nähe des Lazaretts gerade eine Frau antreten sehen, die er bereits hatte kennen lernen dürfen - wenn auch nur kurz. Sicherlich erkannte er sie wieder.

Ihr Körper war zierlich, aber gut proportioniert. Sie war größer als Yann, wenngleich sie schließlich auch älter als er war. Ja, vom Alter her war sie sogar ein ganzes Stück weit reifer als Tahmo, aber dadurch nicht unattraktiver. Sie strahlte eine Art scheue, liebreizende Neugier aus und bewegte sich sehr bedacht. Gerade trug sie die Kapuze im Nacken, so dass ihr dunkelbraunes Haar schwer auf die Schultern fiel. Als die grünbraunen Augen Tahmo in den Blick bekamen, winkte sie und kam zu ihm gelaufen. Lyrien lächelte, als sie ihn sah.
"Ah, Tahmo. Ich habe Yann einen Boten geschickt, dass ich einer Freundin helfen würde. Deshalb hat es so lange gedauert. Ist Yann denn in der Nähe oder hat die Preisverleihung etwa schon begonnen?" Freundlich lächelte sie Tahmo an, zupfte an ihrem Umhang und wartete auf eine Antwort des jungen Mannes.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Mittwoch 22. Juli 2009, 20:55

Tahmo schob den Riegel der dicken Stalltüre hoch und drückte sie schließlich auf, um das Gebäude mit dem neben ihm hertrottenden Faro zu verlassen.
Das Gefühl des Rucksacks auf seinen schmalen Schultern und seinem Rücken verschaffte ihm irgendwie ein beruhigendes Gefühl. Auch das sein Freund Faro nun gemächlich wieder neben ihm hertrottete lies ihn entspannt lächeln. Wenn man kurz nachdachte musste es wohl daran liegen das er nun all sein Hab und Gut wieder hatte und auch seinen Freund. Eine kleine, überschaubare Familie deren gesamter Haushalt eben in einen einzigen Rucksack passte und deren Mitglieder sich eben nur auf einen Jungen Blondschopf und sein braunes Pony beschränkte. Ein gutes Gefühl, wäre da nicht dieses ziehen, diese Sehnsucht in seinem Inneren nach etwas das er nicht genau bestimmen konnte. Er wollte wohl weiter...

Dennoch wanderte Tahmo mutig und mit zuversichtlichem Schritt weiter neben Faro her. Sie gingen auf dem ziemlich ausgetrampelten Weg welcher vom Lazarett zum Stall und wieder zurück führte. Stiefelabdrücke, Hufabdrücke und auch der ein oder Andere Fußabdruck eines Schuhlosen zierten den teils matschigen und erdigen Trampelpfad.
"Was meinst du Faro, wo kommen wir als nächstes hin?" Fragte er seinen Freund, während er seinen Stab schulterte. "Ich würde vielleicht gerne die Berge hier einmal näher sehen. Oder das Meer! Au ja! Das Meer! Das wäre doch was, hm Faro?" Grinsend guckte Tahmo zu dem Pony welches ihn nur leicht fragend anguckte, als ihm plötzlich etwas vor die Füße kam.
"Woaah!" stieß er erschrocken aus, während er mit rudernden Armen versuchte das durch ein Spannseil eines Zeltes geraubte Gleichgewicht wiederzufinden.
Strauchelnd legte er die nächste Schritte zurück, ehe er wieder sicher auf den Beinen stand und erleichtert aufatmete.
"...Ich sollte besser hingucken wo ich hingehe... hoffentlich hat das nun keiner gesehen... Man Faro..grins nicht so." Murmelte er leise in seinen nicht vorhandenen Bart und guckte sich nach etwaigen Zuschauern um.

Dabei kam ihm Lyrien ins Blickfeld. Verdutzt blinzelnd musterte er die nur etwas ältere Frau, welche nicht mehr als fünf Meter von ihm entfernt stand.
Die kenne ich doch.... oder? Ging es ihm durch den Kopf als sich Lyrien im selben Moment umdrehte und der Blick ihrer grünbraunen Augen Tahmo traf.
Er wusste nicht warum, aber kurz musste er schlucken. Das lag jedoch sicherlich daran das er eben ziemlich gestolpert war und nun hoffte sie habe das nicht gesehen... oder? Er lächelte zurück, mit der Unsicherheit eines Grünschnabels auf den Lippen, als sie winkend auf ihn zulief. Sieht gut aus! Schoss es ihm plötzlich durch den Kopf, sodass er selbst über den eigenen Gedankengang nur kurz verdutzt gucken konnte.
Lächelnd blieb sie vor ihm stehen: "Ah, Tahmo. Ich habe Yann einen Boten geschickt, dass ich einer Freundin helfen würde. Deshalb hat es so lange gedauert. Ist Yann denn in der Nähe oder hat die Preisverleihung etwa schon begonnen?"
"Erm...uhm....äh...also..." haspelte er kurz herum, "Yann! Also... der... hat irgendwas von einer ...Preisverleihung gesagt!"
Tahmo warf einen kurzen Seitenblick zu Faro, er könnte schwören das er diesen aufgrund seines rumgestotteres hatte leise kichern hören.
Dann wechselte sein Blick wieder zu Lyrien rüber und erneut zierte ein leicht zögerndes lächeln sein Gesicht.
Die hat sicherlich gesehen wie ich gerade fast hingeflogen bin...

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Juli 2009, 17:31

Für Yann gehts weiter in der Arena -> Die Preisverleihung

Man hätte Tahmo wohl einen Wandervogel nennen können. Seit er seine Heimat verlassen hatte, stieg da dieser Wunsch in ihm auf, der ihn unruhig machte und nicht an einem Ort verbleiben lassen wollte. Eines stand fest: Tahmo zählte nicht zu den sesshaften Vertretern seiner Art. Er wollte weiter. Aber mit oder ohne Yann?
Nun, jetzt hatte er erst einmal Faro und seine Habseligkeiten wieder. Vielleicht dauerte die Siegerehrung auch nicht allzu lange und Yann würde ihn begleiten. Die Antwort wusste nur die Zukunft, aber diese schwieg. Wenigstens so lange, bis der erste Hinweis Tahmo zugeflogen kam wie ein Blatt im Wind.
Er selbst flog im übrigen auch beinahe und zwar über eine gespannte Zeltleine, die plötzlich seine Weg zu kreuzen schien. Taumelnd und stolpernd konnte er eine erneute Berührung mit Schlamm verhindern, wenngleich es recht albern aussah, wie er da über den matschigen Boden tänzelte und versuchte, sein Gleichgewicht zu halten. Aber er schaffte es gerade so.
Faro gab ein amüsiertes Wiehern von sich. Im nächsten Moment tauchte Lyrien auf. Sie grinste breit, hatte sie doch Tahmos Beinahe-Sturz und sein Gehampel mitbekommen. Um ihre Augen bildeten sich kleine Runzeln, als sie fröhlich lächelte.

Sofort fragte sie ihn auch nach Yann aus, immerhin reisten Lyrien und der Schelm schon eine ganze Weile gemeinsam. Sie waren fast wie Bruder und Schwester, vermutlich bestand zwischen ihnen ein ähnlich enges Band wie zwischen Tahmo und seinem verfressenen Pony.
"Yann! Also ... der ... hat irgendwas von einer ... Preisverleihung gesagt!" "Oh, geht es etwa schon los?" Lyrien zeigte sofort gewisse Hektik, zugleich stieg ihr auch die Schamesröte in die Wangen, was sie ein wenig pausbäckig erscheinen ließ. "So spät? Ich hab viel zu viel getrödelt. Meinst du, wir sollten zur Arena gehen oder lieber auf ihn warten? Du bleibst uns doch noch eine Weile erhalten, oder Tahmo?" Lyrien nahm kein Blatt vor den Mund. "Ich finde dich nämlich sehr nett und Yann und ich waren eine ganze Weile nicht mehr in so angenehmer Gesellschaft." Sie griff vor und wischte einen Strohhalm von Tahmos Kleidung, der sich irgendwie darin verfangen haben musste. Dass Faro den nicht längst weggefressen hatte ... das Pony drehte gerade den Kopf zur Seite und schnaubte. In der Ferne, wo sich Pelgars Anhöhe für Verurteilte befand, türmten sich dunkle Wolken auf. Schon wieder Regen?

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Tahmo
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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Montag 27. Juli 2009, 22:34

"So spät? Ich hab viel zu viel getrödelt. Meinst du, wir sollten zur Arena gehen oder lieber auf ihn warten? Du bleibst uns doch noch eine Weile erhalten, oder Tahmo? Ich finde dich nämlich sehr nett und Yann und ich waren eine ganze Weile nicht mehr in so angenehmer Gesellschaft."
Tahmo blinzelte kurz, als er diesen Satz aus Lyriens Mund hörte.
MItgehen? Nun, er könnte in der Tat mitgehen mit Lyrien und Yann dabei zusehen wie er bei der Siegerehrung seinen Preis bekam. Im Grunde machte man das sicherlich so und immerhin hatte Yann ihm geholfen... Sehr geholfen sogar! Wer weis, wäre der Schelm nicht gewesen, so würde er sicherlich immernoch mit Eselskopf rumirren. War er Yann also etwas Schuldig?
Andererseits jedoch... Waren da noch Borbel und sein Freund. Beides erfahrene Abenteurer und Söldner die ihn jagten. Tahmo wollte nicht wirklich erneut mit den Beiden zusammenrasseln... das würde sicherlich nicht gut ausgehen. Und wenn er nun zurück ging, an einen Ort an dem sicherlich unüberschaubar viele Menschen waren... Er würde den Beiden sicherlich in die Arme laufen. Eine Vorstellung welche bei ihm doch ein wenig Angst auslöste, denn immerhin wollte er ja weg und nicht zurück und schon garnicht gewalltsam zurück.

Seine leichte Nachdenklichkeit konnte man wohl am Blick von Tahmos grünen Augen ablesen, welche kurz die feinen Grübchen in Lyriens Augenwinkeln musterten.
Er wusste nicht so recht was er tun sollte. Mitkommen? Oder Weiterziehen? Dem Gefühl nachgeben welches ihn in die Ferne zog oder... ersteinmal bei Yann und Lyrien bleiben?
Der Blondschopf wäre wohl letztendlich sicherlich weitergezogen, hätte Lyrien nicht mit einer kurzen Handbewegung einen verirrten Strohhalm von Tahmos Schulter gefegt. Stumm und ohne ein Wort zu sagen, schielte Tahmo zu seiner Schulter. An die Stelle an welcher gerade noch der Strohhalm gelegen hatte, ehe er zu Lyrien guckte. Erst nach und nach schlich sich ein vorsichtiges lächeln in sein Gesicht, während seine Wangen ein klein wenig rötlich schimmerten.
Wäre Faro ein Mensch und kein Pferd gewesen, so hätte er nun sicherlich seufzend die Augen verdreht. So blieb dem Pony jedoch nur das seufzen, welches er schnaubend zum Ausdruck brachte.
Tahmos Entscheidung stand nun jedoch fest... Selbst wenn sein Kopf sagte das dass ziemlich dumm ausgehen konnte.
Er würde mit zur Preisverleihung gehen. Weiterziehen konnte er ja immer noch, denn sein Hab und Gut hatte er ja zusammen und somit konnte er jederzeit unverzüglich abhauen.
"Gut...iiich komm mit." Brachte er hervor, zu mehr schienen ihm wohl momentan die Worte zu fehlen, während er erneut in Gedanken über sein plötzliches gestottere grummelte. "Gehn...wir zur..Arena"
Die dunklen Wolken welche sich in der Ferne wie ein schlechtes Omen über dem Gebirge auftürmten, bemerkte er nicht.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von fremde Frau » Mittwoch 29. Juli 2009, 23:30

Lyrien erwiderte Tahmos Lächeln und seine Schamesröte mit nicht minder scheuem Lächeln. Dann kicherte sie und hob den Strohhalm in die Höhe, um den Grund für ihre Berührung zu zeigen. Im Hintergrund schnaubte Faro. Nicht etwa, weil er nun zwei schüchtern Turtelnde mitansehen musste, sondern weil Lyrien das gute Essen vor Tahmos und nicht vor seiner Nase herum schwenkte.
Die Heilerin bemerkte das Sehnen im Blick des Ponys und hielt ihm den einen, einsamen Halm hin. "Na, magst du den, Faro?" Das Pony kam sofort angetrabt - das bedeutete bei Faro ein etwas schnelleres Trotten. Gemächlich, aber mit einer hungrigen Gier schnappte das Tier nach dem Stroh und zerkaute es genüsslich zwischen den stumpfen Zähnen. Lyrien grinste. "So ein hungriger Kerl bis du." Dann kicherte sie und schaute Tahmo wieder an. Dieser wirkte nachdenklich. Schließlich stimmte er ihrem Angebot aber zu, sie mit zur Arena und zur Preisverleihung zu begleiten.

Lyrien klatschte in die Hände. Ihre Augen strahlten Freude über diese Nachricht aus und fröhlich rief sie aus: "Fein, dann gehen wir los!" Sie legte Faro eine Hand auf die helle Mähne und tätschelte ihn. Das Pony ließ es zu und trottete los. Sein schwerer Kopf schob sich einfach in Lyrien hinein und er bugsierte sie nach vorn. Offensichtlich wollte auch Faro weiter.
Während sie also die Arena ansteuerten, fragte Lyrien N'ador plötzlich: "Sag mal, Tahmo, du hast noch gar nicht erzählt, was dich überhaupt nach Pelgar geführt hat. Ist es das Turnier? Aufregend, nicht wahr?" Sie wartete kaum eine Antwort ab. In Yanns Gegenwart plapperte Lyrien für gewöhnlich nicht so munter wie ein kleiner Wasserfall. Vielleicht, weil sie Yann wie einen Bruder ansah und Tahmo wie einer überaus nette Gesellschaft. Lyrien mochte Menschen und entwickelte sehr gern neue Freundschaften. Tahmo sollte zu einem Freund werden, also wollte sie mehr über diesen träumerisch wirkenden jungen Mann herausfinden.

"Wirst du uns auch nach dem Turnier begleiten? Yann und ich wissen noch nicht, wohin wir ziehen sollen. Hast du ein Ziel?" Lyrien schaute zum Himmel auf und blickte doch durch ihn hindurch. Sie träumte nicht so sehr wie Tahmo, aber auch sie dachte gern über die Zukunft nach und spann sich einiges zusammen. "Ich würde gern nochmal zu den Elfen gehen. Dort kann man so viel über die Heilkunst lernen. Aber ich möchte Yann auch nicht einfach verlassen. Wir sind inzwischen zu gut befreundet, weißt du? Ich würde wohl auch dorthin gehen, wo er hin möchte. Yann kommt aus Andunie, hat er mal erzählt."

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Freitag 31. Juli 2009, 14:15

Genüßlich auf dem einzelnen Strohhalm kauend trottete Faro, seinen Kopf unter Lyriens linken Arm geschoben, neben der jungen Frau her. Tahmo indes schlenderte rechts von Lyrien, seinen Stab lock an seine rechte Schulter gelehnt während sein Blick immer wieder inrichtung Boden glitt, um mögliche Stolperfallen früh genug zu erkennen. Es wäre ziemlich peinlich, würde er nun erneut über eine dieser Zeltschnüre stolpern und strauchelnd zu Boden gehen. Zumal das nun nicht nur Faro mitbekommen würde.
"Sag mal, Tahmo, du hast noch gar nicht erzählt, was dich überhaupt nach Pelgar geführt hat. Ist es das Turnier? Aufregend, nicht wahr?" Plauderte Lyrien munter drauflos, "Wirst du uns auch nach dem Turnier begleiten? Yann und ich wissen noch nicht, wohin wir ziehen sollen. Hast du ein Ziel? Ich würde gern nochmal zu den Elfen gehen. Dort kann man so viel über die Heilkunst lernen. Aber ich möchte Yann auch nicht einfach verlassen. Wir sind inzwischen zu gut befreundet, weißt du? Ich würde wohl auch dorthin gehen, wo er hin möchte. Yann kommt aus Andunie, hat er mal erzählt."

Tahmo drehte seinen Kopf leicht und guckte Lyrien kurz von der Seite her an. Sein Blick striff über ihre braunen Haare, während er überlegte. Ja, würde er mit den Beiden mitreisen? Oder alleine weiter? Im Grunde war es ja doch sicherlich praktisch wenn man nicht alleine durch die Welt zog. Zudem wollte er nicht wissen wie es ausging wenn er allein auf Leute aus seinem Dorf traf, oder eben auf Borbel und seinen Kollegen. Aus dieser Sicht wäre es wohl besser mit anderen mitzureisen...
"Naja... ich... bin eigentlich nur zufällig hier..." Fing er zögerlich seinen Satz an, er brauchte wohl ein wenig bis er in Schwung kam. "Ich will die Welt sehen. Wie ein Abenteurer oder sowas." Der Blondschopf grinste, was ungefähr so wirkte wie das Grinsen eines Jungen welcher gerade zugegeben hatte welchen Beruf er später einmal ausüben will. "Also... ich...weis nicht genau..wo ich als nächstes hinwill..." setzte er schulterzuckend das Gespräch fort, während er vorsichtig über ein paar Zeltschnüre stieg die jemand schräg über den Weg gespannt hatte. "Ich will einfach nur irgendwie weiter... vor allem... erstmal weg von hier." Tahmos blick schweifte kurz ab, nach vorne und den platt getrampelten Weg entlang bis hin zu den grauen Bergspitzen die man über die Dächer und Zeltspitzen aufragen sah. Kurz konnte man wohl die Sehnsucht in seiner Mimik erkennen, ehe sich sein Gesicht wieder schlagartig wie eine Windböe aufhellte.
"Du... warst schonmal bei den Elfen?" Fragte er nun mit deutlichem Interresse in seiner Stimme, ehe ihm ein leises glucksen entwich und er Lyrien heiter anguckte. "Haben die wirklich so spitze Ohren das man da Sachen aufspießen kann?" Hakte er mit einem frechen Grinsen im Gesicht sowie vor Neugierde leuchtenden Augen nach.

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Re: Im Lazarett

Beitrag von fremde Frau » Sonntag 2. August 2009, 00:26

Lyrien genoss den Gang zur Arena. Faro trottete links von ihr, den Kopf unter ihren Arm geschoben, dass sie das Pony auch ja schön kraulen konnte. Lyrien ging dieser Beschäftigung übrigens auch freudig nach. Sie strich dem Tier immer wieder durch die Mähne oder tätschelte seine Schnauze. Dann erfolgte Kraulen hinter den Ohren oder ein liebevolles Streicheln. Lyrien wusste, wie man mit Faro umzugehen hatte, dass dieser jemanden lieb gewann. Das Pony blähte zufrieden die Nüstern und schwenkte seinen Schweif im Wind hin und her.
Zur rechten war da natürlich noch Tahmo, der gelassen neben der Heilerin her schlenderte. Es war ein gemütlicher Weg zur Arena hinauf, denn der Boden war nun nicht mehr allzu sehr durchweicht und die Temperaturen waren angenehm für pelgarische Verhältnisse. Tahmo achtete nun auf die Zeltschnüre, ließ es sich aber nicht nehmen, mit Lyrien zu plaudern. Immerhin wollte er sie wohl auch etwas besser kennen lernen. Vielleicht reiste er ja noch eine Weile mit ihr und Yann. So ganz sicher schien er sich noch nicht zu sein.

Er erzählte Lyrien N'ador, dass er nur zufällig in Pelgar war und mit einem träumerischen Glanz in den Augen berichtete er, dass die Abenteuerlust ihn voran trieb. Daraufhin schmunzelte Lyrien. "Oh, solange es harmlose Abenteuer sind. Yann und ich haben schon einiges erlebt. Hast du den regenbogenfarbenen Kristall um seinen Hals bemerkt? Schau, ich besitze einen Ähnlichen." Sie griff plötzlich unter ihr Hemd und förderte ein Kristall-Amulett zu Tage. Der Stein sah von der Form her wirklich aus wie Yanns Version, nur leuchtete er weißgolden und schimmerte wie ein Splitter aus Lysanthors Sonnenkugel. "Das ist der Lichtkristall. Mit ihm, dem von Yann und vier weiteren haben wir die dunklen Wolken vertrieben, die vor einiger Zeit Pelgar bedroht haben." Lyrien lächelte selig. "In den Kristallen ruhen Geister. Du siehst, Abenteuer können großartig sein. Andererseits habe ich mehrmals Angst gehabt, jemanden zu verlieren." Dabei hatten sie sogar einen guten Freund auf ihrer Reise verloren: den Zwerg Pecew. Doch Lyrien wollte davon nicht erzählen. Erstens wollte sie Tahmo nicht die Abenteuerlust nehmen und zweitens stimmte sie es noch immer traurig, vom Ableben des netten Nogroter zu sprechen. Sie dachte gelegentlich und in guter Erinnerung an ihn, aber es schmerzte nun einmal noch. Also schwieg sie darüber.

"Du ... warst schonmal bei den Elfen?" Tahmos Frage lenkte die Heilerin von ihren Gedanken ab. Nun waren es ihre Augen, die vor Begeisterung leuchteten. "Oh ja!", rief sie. "Ich war in Eldar."
"Haben die wirklich so spitze Ohren, dass man da Sachen aufspießen kann?" Lyrien starrte Tahmo einen Moment lang schweigend an. Dann hielt sie sich beide Hände vor den Mund, aber das konnte auch nicht verhindern, dass sie lachen musste. Sie prustete und kicherte glockenhell. Tränchen schimmerten schon in ihren Augen und nach dem Lachanfall hielt sich Lyrien den Bauch. Faro blickte sie verständnislos an. Warum hatte sie aufgehört ihn zu streicheln? Das hatte dem Pony gefallen und so schubste er Lyrien mit dem Kopf an, damit sie sich doch endlich beruhigen mochte.
"Schon ... hihihi ... schon gut, Faro. Ich ... ahahaha ... es geht schon wieder." Sie wischte sich die Lachtränchen aus den Augenwinkeln. Dann blickte sie Tahmo entgegen. "Also manchmal hatten sich die Frauen eine Blume oder Blätter hinter die Ohren geklemmt. Nein, ich habe niemanden gesehen, der sich etwas auf das Spitzohr ... gespießt hatte. Aber sie sehen schon komisch aus mit diesen langen Dingern." Lyrien lächelte, denn sie erinnerte sich gerade an eine Entdeckung, die sie im Tempel des Götterpaares hatte machen dürfen damals. "Sie können ihre Ohren drehen ... wie Katzen. Das sieht vielleicht lustig aus! Allein deswegen sollte man Elfen einmal gesehen haben."

Sie und Tahmo ahnten ja nicht, dass eine große Elfentruppe gerade Richtung Pelgar unterwegs waren. Diese konnten ihre Ohren zwar nicht so verbiegen, aber Dunkelelfen zählten ohnehin nicht zum humorvollen Vertreter der Elfenrasse. Lyrien, Tahmo und Faro erreichten die Arena, wo auch schon viele andere Bewohner und Besucher der Stadt ins Innere strömten, um an der Preisverleihung teilhaben und zuschauen zu können.


weiter in der Arena ... entweder eröffnest du ein neues Topic oder postest bei der Preisverleihung mit hinein ;)

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Re: Im Lazarett

Beitrag von Tahmo » Sonntag 2. August 2009, 20:04

Neues Topic: Vor der Arena :P

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