Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Sämtliche Straßen Andunies sind gepflastert und von schönen kleinen Häusern gesäumt. Meist Fachwerkhäuser, aber auch mal eine prächtige kleine Villa. Nur die ärmeren Bezirke der Bettler und Halunken sollte man meiden.
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Thomas Mercer
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Sonntag 17. April 2016, 22:11

Er lächelte ihr mit seinen aufrechten blauen Augen entgegen, als sie etwas in ihrer Sprache murmelte. Dies schien ihn für einen Moment zu verunsichern, denn seine Lippen schlossen sich und er kratzte sich am Hinterkopf. «Sofern, es euch natürlich gefällt, Herrin». Er dachte, dass etwas mit seiner Bitte nicht in Ordnung war, dafür reagierte sie eher auf seine Annahme, dass sie wohl bald vorhaben würde ihn zu verlassen. Zu gehen. Ihm gefiel der Gedanke daran nicht. Er konnte sich noch lebhaft daran erinnern, wie sie ihn ein paar Tage lang alleine gelassen hatte. Zerfliessend vor Lust und Sehnsucht.

„Der Name wird dir nichts sagen. Er war ...*seufz*... er war ein Ordenspriester. Er bildete mich aus und ...huch... hmmmguuut...» Der Sklave hörte seiner Herrin aufmerksam zu und Thomas versuchte sich vorzustellen, in was für eine Welt Amandin wohl grossgeworden war. Er wusste nur, dass sich ihre Lebenswelten drastisch voneinander unterschieden. Thomas hatte sein eigenes, freies Leben gelebt. Hatte jenen Beruf ausgeübt, den er am liebsten mochte und eine Familie gegründet. Seine Pflicht gegenüber seinem eigenen Haus und seinen Eltern hatte in der Versorgung von Letzteren gelegen und in der Übernahme des Steinmetzberufs. Amandin hingegen entstammte einem bedeutenden Haus, ihr Weg war vermutlich in vielen Dingen vorgezeichnet gewesen.
»Er war einer von vielen, aber er war der, an den ich mich immer erinnern werde. Er war streng, aber verstand es mich richtig zu führen.“ «Mhmm die Vorstellungen von einem guten Lehrer scheinen sich in unseren beiden Religionen nicht zu unterscheiden. Auch bei uns werden Disziplin, Gehorsam und Treue als Kardinaltugenden vorausgesetzt.

„Er war ein Meister der Verführung und dass in vielen Sinn und Sinnlichkeiten.“ Thomas hielt für einen Moment inne. «Habt ihr...habt ihr nie an eurem Gott gezweifelt? Euch nie von ihm verlassen gefühlt? Ihn...nie hintergangen?» Dass Thomas einen innerreligiösen Konflikt hatte und dass Amandin der Grund dafür war, hatte er ihr ja bereits gestanden und sie hatte sich zu Gesprächen in dieser Hinsicht bereiterklärt. Er sollte ja mit niemandem sonst über solche Dinge sprechen. Aber ob es wirklich der richtige Moment war über dieses Thema zu sprechen während er seine Herrin...fingerte? Ganz im lysanthorischen Sinne war das auf jeden Fall nicht.
Seine Hände waren nicht nur in der Kunst der Steinbearbeitung begnadet. Auch in der Liebeskunst ging er auf sein «Werkstück» ein, registrierte jede Reaktion, jedes Verhalten und jedes noch so kleine Zeichen. Er spürte instinktiv, wann er forscher, fordender und energischer sein musste und wann sie es mochte sanft und behutsam berührt zu werden. Wie konnte es Sünde sein, eine Frau auf diese Weise zu beglücken? Nun dies lag vermutlich daran, dass bei Lysanthor der weibliche Körper prinzipiell unter Generalverdacht stand sündig zu sein und einzig dazu da war den Mann zu verführen. Thomas war sich nicht mehr wirklich sicher, ob diese Lehre wirklich gerecht war. Warum sollten Frauen nicht die gleiche Lust empfinden dürfen, wie der Mann? Warum machte sein Glaube aus der schönsten Nebensache der Welt beinahe einen Staatsakt? Warum diese Strenge? Warum diese fehlende Emotionalität? Bei Lysanthor diente die Sexualität einzig zur Zeugung von Nachfahren, darum hatte die Kopulation auch mit dem entsprechenden Ernst zu erfolgen. Spass war Sünde.... aber warum sollte ausgerechnet jener Gott, Faldor, der als der Finstere von allem galt, daran gefallen haben? «Herrin...was sagt Faldor über die Liebe?»

Sein Körper reagierte natürlich unmittelbar auf das, was seine Hände da gerade tun und auf die Laute, die Amandin von sich gab. Er musste sich zurückziehen, um nicht wieder die Kontrolle zu verlieren. Für einen Moment erntete er für sein Verhalten einen überraschend bösartigen Blick und Thomas hatte ein bisschen das Gefühl, dass sie sich für diesen Akt möglicherweise dereinst in einem süssen Spiel der lodernden Lust rächen könnte. Thomas hatte es nicht bewusst getan und er hatte es in erster Linie zum Selbstschutz getan, doch indem er ihr seine Finger entzogen hatte, hatte er in gewisser Weise auch ganz deutlich Macht über sie und ihren Körper ausgeübt. Thomas wäre aktuell ein gefährlicher Meister der Lust, denn er wusste seine eigenen Handlungen und Auswirkungen auf seine «Dienerin» noch nicht richtig zu kalkulieren, einzuschätzen und wahrzunehmen, weil er noch immer viel zu sehr mit seinem eigenen Körper beschäftigt war. Wenn Amandin über ihm war und ihn führte, war sie bisher stets immer sehr kontrolliert gewesen und hatte sich wenn nötig gar zurückgenommen, um ihren Schützling nicht zu überfordern. Ja, Amandin wusste, wie man die Verantwortung für einen Sklaven übernahm.

«Ihr seid so wunderschön.» Raunte er berauscht, als er sie an die Werkbank gestellt hatte und abermals berührte. «Wer immer euch geschaffen hat, er ist ein unerreichter Meister. Phaun und Florencia...die Künstler des Lebens.» Lysanthor war der Schöpfer der Götter, doch für Thomas waren es die Gottheiten der Natur, welche die Menschen formten. Er war kein tiefreligiöser Mensch und so hatte er sich seine Religion letztlich mehr oder weniger selbst zusammengeschustert. Nur über Lysanthor wusste er einwenig mehr.

„Im zarten Alter von 87 Winterwenden hatte meine Familie ... einen Sklaven erstanden, der der Magie der Steine mächtig war... « «Mhmm.» Thomas seufzte nachdenklich und für einen Moment ebbten seine Bemühungen etwas ab. Ob dieser Sklave wohl ein Mensch gewesen war? Er hatte dessen Position eingenommen, oder nicht? 87 Winterwenden... zartes alter...bei den Göttern wie alt mochte sie wohl wirklich sein? Konnte er ihr nach so vielen Jahren und sicherlich auch so vielen Partnern wirklich jene Lust verschaffen, die sie ihm vorgab? Thomas konnte gar nicht richtig glauben, dass er in diesen Dingen so...lustbringen und so gut sein sollte.
»Er hatte mich beim Training mit meinem Warg beobachtet. Ich war ... wegen irgendetwas wütend und ... unbeherrscht. Ich weiß es nicht mehr, aber ich warf einen Stein und er hatte ihn später aufgehoben. Er ... kam wenige Tage danach zu mir und bat um meine Aufmerksamkeit. Ich gab sie ihm ... und er zeigte mir den Stein. Meine Hand hatte ihn verformt...“ Thomas runzelte die Stirn. «Verformt?» Er hatte tatsächlich noch nie von dieser Form der Magie gehört. «Es ist also...eine Gabe? Faszinierend...»
Er kam auf seinen «Traum» zu sprechen. „Es war Magie... meine Magie, mein Wille der dem Erbauer ...dir... sein erstes Opfer brachte.» Er runzelte irritiert die Stirn und hielt für einen Moment mit seinen Liebkosungen inne. «Ein Opfer für den Erbauer?» Fragte er unsicher. Er wusste nicht so recht, was er mit dieser Information anfangen sollte. Was genau verband ihn mit diesem Stein? Wie genau funktionierte ihre Magie und warum sollte man ihm Opfergaben darbringen?
«Ich habe deinen Zwilling geritten und du … du hast es gefühlt, nicht wahr?» «Ja. Ich habe es gefühlt... aber...wie...wie ist das möglich? Was...geschieht mit mir?» Würde er auch fühlen können, wenn jemand anderes diesen Stein berührte? Würde er es fühlen, wenn man den Stein zerschmetterte? DIESER Gedanke gefiel ihm ganz und gar nicht. Ihm wurde etwas flau im Magen.

Ihr Gespräch war begleitet von der Sprache ihrer Körper, die viel expliziter war, als alles, was ihre Lippen verliess. Thomas verkrallte sich in ihrem Hintern, als sich seine Herrin über die Werkbank legte, doch sofort fand seine Pranke wieder den Weg über ihre Hüfte zu ihrer Mitte. Er presste sich eng an sie. Ja er begehrte sie und die Pose die sie vor ihm eingenommen hatte, weckten seine basalsten Triebe.
„Wir erschaffen gemeinsam ein Weltwunder, ein Monument das den Schatten seines Gottes tragen soll... hmmm... der Altarstein wird unser Opfer aufnehmen und es veredeln.“ «Unser Opfer?» Hauchte er und strich mit seiner anderen Hand durch ihr Haar. Er beugte sich vor und liebkoste ihren Nacken. Jene intimste und verletzlichste Stelle.

„Faldor … spricht nur selten, vermutlich genauso selten … hmmmm ... wie der lichte Gott. Es sind die Diener ihres Glaubens, ...die sein Wort auf ihren Lippen tragen... Ich nenne Lysanthorgläubige schlicht ...ooohjaaa... *seufz* ...schlicht Fehlgeleitete!» «Fehlgeleitete? Mrhrrrmm...» Brummte er und presste sein Becken fester gegen ihren Hintern. Warum nur hatte sie ihn vorhin wieder angezogen und ihn nicht dieses lästigen Stück Stoffes entledigt? »Denn ein Gott des Lichts sollte nicht so viele ... Geheimnisse um Dinge machen, die ...die so viel Freude bereiten und wundervoll sein können...» «Ja...das mag durchaus sein.» Stöhnte er ihr entgegen. «Es bereitet wirklich...sehr viel Freude...». Doch selbst in ihrem Kontext erschien es ihm falsch, dass sie sich so einem Sklaven hergab. War dies wirklich üblich unter ihresgleichen? Er konnte sich dies kaum vorstellen. Dieses Gespräch hätte noch viel heisser und vermutlich Inhaltlich auch noch viel anregender werden können, doch Thomas vermasselte es, indem er an Stellen bohrte, die unangenehm waren für seine Herrin. Sie reagierte prompt und liess ihn augenblicklich Einhalt gebieten. Thomas hatte sich noch genügend unter Kontrolle um ihrer Aufforderung sofort nachzukommen. Er hatte für einen Moment tatsächlich nicht mehr nachgedacht, was seine Fragen bei ihr wohl auslösen mochten. Während ihre Hitze sehr schnell abkühlen konnte, blieb sie in Thomas Körper bestehen. „Mein Meister... du solltet mir keine Fragen zu meinem Onkel stellen, während wir einander glücklich machen.“ Er stöhnte verzweifelt auf und senkte sein Blick.

Was war er nur für ein Vollidiot? Natürlich sollte er das nicht, das lag doch eigentlich auf der Hand! «Es...tut mir leid, Herrin...ich wollte euch nicht bedrücken... er....er macht mir nur Sorgen.» Und... immerhin gab es selten eine Gelegenheit, in der sie sich nicht gegenseitig glücklich machten...Er sah sie sehnsüchtig an, als sie an seinem Finger saugte und sich selbst schmeckte. Doch er wusste, dass er es vermasselt hatte. Er senkte seinen Blick und biss sich auf die Lippen. Warum konnte er nicht einfach seine Klappe halten?
Er sah sie reumütig an, als sie ihn sanft auf die Nasenspitze küsste. Es tut mir leid – Stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Alles gut. Vielleicht solltet ihr eure Studien eine Weile in Bereiche treiben, die noch nicht erforscht worden sind.“ Wieder die Höflichkeitsform. Er hatte den Moment überstrapaziert und ihre Nähe für diesen Augenblick verloren. Er fühlte sich schrecklich verlassen, als sie sich etwas distanzierter von ihm auf die Werkbank legte. Seine Lust drohte zu verglühen, auch wenn sie durch die Berührungen ihrer Schenkel noch immer nicht ganz erlöschen konnte.

«Es ist nur...ich kann mit euch all meine Sorgen teilen...» Begann er schliesslich nach einer Weile wieder. «Ich...möchte irgendwie das gleiche für euch sein. Ich möchte Anteil nehmen an eurem Leben, soweit ihr es erlaubt, Herrin. Ich habe nur vernommen, dass er bald hier erscheinen wird...und das...bereitet mir Angst.» Er war verunsichert. Dieser Kerl machte ihn tatsächlich nervös. Wenn ihr Onkel Amandin bereits missbilligte, so würde er seine Verachtung wohl auch an ihren Sklaven auslassen. Er wollte nicht in der Gegenwart dieses Mannes sein und wenn er es denn doch sein musste, dann wollte er zumindest keine Fehler machen...wie er jetzt einen gemacht hatte. Darum betonte er auch stets ihren Titel, ihre Position. Er liess sich wieder Zeit mit ihren Schenkeln und Füssen und ging wieder so behutsam und konzentriert vor wie zu Beginn seiner Studien. Jetzt arbeitete er wieder und schwieg für eine ganze Weile. Schliesslich aber beugte er sich abermals über sie und beschäftigte sich mit dem letzten Teil, den er ausgelassen hatte. Ihr Gesicht. Er stützte sich mit seinen Ellenbogen neben ihr ab, so war sein Gesicht dem ihren ganz nah, so nahe, dass er sich zurückhalten musste, sie nicht zu küssen. Vorsichtig strichen seine Daumen ihrer Stirn entlang, glitten sanft über ihre Augenbrauenpartie, hinunter zu ihren hohen Wangenknochen, über ihre Nasenflügel hinweg zu ihren Lippen, wo seine Daumen eine ganze Zeit verweilten, bis sie die Kontur ihres Unterkiefers nachzeichneten. «Vergebt mir...Herrin...» Flüsterte er zu ihr und legte für einen kurzen Moment seine Stirn auf die ihrige.

So wie er gerade über ihr Stand würde es sonst wie aussehen, sollte jemand diesen Raum jemals betreten. Er umfasste vorsichtig ihre Wangen und sah ihr tief in die Augen. Er sah tiefste Dunkelheit, doch er fürchtete diese Schatten nicht. «Gibt es irgendetwas, was ich für euch tun kann? Irgendetwas, womit ich helfen kann?»

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Montag 18. April 2016, 18:02

Er ließ sich Zeit mit ihren Schenkeln und Füssen und ging wieder so behutsam und konzentriert vor wie zu Beginn seiner Studien. Jetzt arbeitete er wieder und schwieg für eine ganze Weile. Die Stille um sie herum war erfüllt von ihren Gedanken und unterschwelligen Sehnsüchten. Amandin beobachtete seine Schultern, seinen Hinterkopf, wenn er sich ihren ferneren Körperteilen widmete. Wenn sie sicher war, dass er sie nicht ansah, erlaubte sie sich kurze Momente einer tief in ihr verborgenen Gefühlsregung.
Thomas hatte ihren Onkel erwähnt und damit etwas in ihr ins rollen gebracht, dass sie lieber weit weg geschoben hätte. Sie wollte diese Distanz nicht fühlen. Sie wollte mit ihm so viel mehr sein, aber durfte sie das? War das nicht eine Illusion? Wenn er sie nicht ansah, konnte sie sicher sein, dass er in ihren Augen nicht ihr Geheimnis sah, nichts von den Gefühlen die sie vor ihm verbarg. Licht fiel auf ihr Gesicht und während er sie weiter vermaß, ließ Amandin eine Weile ihre Fassade fallen. Es begann mit einem leisen summen, was seine Bewegungen begleitete, bis ihre Stimme leise erklang und sang:

Die Sonne füllte den Raum aus
Und ich kann dich Träumen hören
Fühlst du genauso wie ich es tue?
Genau jetzt?
Ich wünschte wir würden einfach nur aufgeben
Denn der beste Teil ist das Fallen
Nenn es alles ...außer Liebe.
Und ich werde sicher gehen,
dass ich meine Distanz halte.
Sagen das ich dich ...hmmm,
wenn du mir nicht zuhörst.
Aber wie lange,
können wir das aushalten?
Bitte steh nicht so nah bei mir,
ich habe Probleme zu atmen,
ich habe Angst vor dem was du siehst,
Genau jetzt.
Ich gebe dir alles was ich bin,
all meine gebrochenen Herzschläge,
bis ich weiß dass du es verstehst.
Und ich werde sicher gehen,
dass ich meine Distanz halte.
Sagen das ich dich ...hmmm,
wenn du mir nicht zuhörst.
Aber wie lange,
können wir das aushalten?
Und ich werde weiter warten,
auf dass du mich nimmst.
Du wirst weiter warten,
um zu schützen was wir haben.
Deshalb werde ich sicher gehen,
dass ich meine Distanz halte.
Sagen das ich dich ...hmmm,
wenn du mir nicht zuhörst.
Aber wie lange,
können wir das aushalten?
Versichere mir,
dass ich meine Distanz einhalte.
Sag das du mich ...hmmm,
wenn ich dir nicht zuhöre.
Aber wie lange wird es dauern,
bis wir das Liebe nennen, Liebe, Liebe, hmmmm?


Es war eine sanfte Stimmung in der Amandin sich befand und ihren Meister der Steine sein Werk vollbringen ließ. Seit sehr langer Zeit war sie einmal wider richtig entspannt. Er entspannte sie. Thomas Hände vollbrachten das was bisher kaum jemand geschafft hatte. Er schenkten ihr ein kleines Stück Frieden, auch wenn es nur für eine kleine Weile wahr sein dufte...

Schließlich beugte er sich abermals über sie und beschäftigte sich mit dem letzten Teil, den er ausgelassen hatte. Ihr Gesicht. Sie ließ es geschehen und schloss die Augen. Er stützte sich mit seinen Ellenbogen neben ihr ab, so war sein Gesicht dem ihren ganz nah, so nahe, dass er sich zurückhalten musste, sie nicht zu küssen. Vorsichtig strichen seine Daumen ihrer Stirn entlang. Die feinen Muskeln ihrer Mimik entspannten sich zusehends und ließen sie weicher wirken. Seine Fingerspitzen glitten sanft über ihre Augenbrauenpartie, hinunter zu ihren hohen Wangenknochen, über ihre Nasenflügel hinweg zu ihren Lippen, wo seine Daumen eine ganze Zeit verweilten, bis sie die Kontur ihres Unterkiefers nachzeichneten.
«Vergebt mir...Herrin...»
, flüsterte er zu ihr und legte für einen kurzen Moment seine Stirn auf die ihrige. Sie nickte nur leicht. Er umfasste vorsichtig ihre Wangen und sah ihr tief in die von Schatten umfangenen Augen, die irgendwie entrückt unter sich langsam öffnenden, schweren Lidern in die Ferne sahen. Er sah tiefste Dunkelheit, doch er fürchtete diese Schatten nicht. Sie gehörten zu ihr, wie seine Hände zu ihm.
«Gibt es irgendetwas, was ich für euch tun kann? Irgendetwas, womit ich helfen kann?»
Wo auch immer Amandin gerade gewesen war, sie kehrte zu ihm zurück und lächelte, als würde sie ihn erst jetzt erkennen.
„Das kannst du tatsächlich.“
Für einen winzigen Augenblick hatte sie ihn gehen lassen wollen. Für einen Augenaufschlag hatte sie ihn frei auf einer Wiese gesehen, aber dann wäre er nicht mehr bei ihr gewesen. Jetzt war es wieder da, das Band, die zarte Verbindung die sie beide unsterblich machen würde.
„Bleib bei mir. ...“
Es war eine so seltsame Bitte. War es eine Bitte? Amandin fuhr fort, als würde sie ihre wahren Gedanken schnell verschleiern müssen.
„Bleib hier bei mir, diene mir, mach mich glücklich und ...“
Ihre Lippen zuckten leicht als sie weiter sprach:
„... und vielleicht solltest du dir eine Liste machen.“
Sie grinste schelmisch. Ihr Stimmungen wechselten die Farben wie ein Chamelion.
„Bei den ganzen Fragen die dir auf der Seele brennen komm ich nicht recht hinterher. Am besten schreibst du auf, was du alles wissen möchtest und wir arbeiten es dann gemeinsam durch, wenn sich die Zeit ergibt. Wenn wir ...beieinander liegen solltest du nicht ganz so viele Fragen stellen. Es ist zwar recht reizvoll trotzdem die Konzentration halten zu können, eine gute Übung für mich, aber ab und an möchte ich dich doch einfach nur … genießen.“
Ihr Zungenspitze schnellte vor und leckt über seine Lippen. Sie kicherte leise... ja, sie kicherte.
„Du kannst so viel für mich tun und du tust es schon. Natürlich verzeihe ich dir. Du weist, doch... Ich habe versprochen das der erste Fehler nicht bestraft wird.“
Sie küsste ihn kurz und sanft.
„Reden wir nicht mehr davon. ...“
Sie zögerte und schien über etwas nachzudenken. Hinter den dichten Vorhängen ihrer Wimpern wütete ein Sturm. Zu gern hätte sie jetzt ihre eigenen Regeln gebrochen, zu gern alle Regeln außer Kraft gesetzt und ihn gebeten, ihr seine Liebesspiel beizubringen. Zu gern würde sie sich seinen Händen ergeben, sich von ihm führen lassen, aber er war noch zu gehemmt, zu sehr in seiner Erziehung gefangen. Er sollte sich frei dafür entscheiden, nicht weil sie es wollte, ihn dazu gebracht hätte, sondern weil er es wollte! Solange Ein Gott, sein Gewissen, seine Vergangenheit ihn zurück hielten, solange musste sie vorsichtig mit ihm sein.
„Wenn du mit mir soweit fertig bist, möchte ich dir etwas zeigen.“
Sie sah ihn fragend an, ob er seine Studien abgeschlossen hatte. Ihr Warten eröffnete Thomas eine verlockende Möglichkeit. Er konnte selbst und vollkommen egoistisch entscheiden, ob er fertig war oder nicht. Mochte er sie weiter berühren, sie noch inniger erforschen, bis auch sie unter seinen Berührungen erzittern würde, sich verlieren würde, oder siegte seine Neugierde auf das was sie ihm zeigen wollte?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Montag 18. April 2016, 23:58

Thomas suchte kurz ihre Augen, als sie leise zu singen begann, doch er sah, dass sie im Moment ganz bei sich war und er gönnte ihr diesen Augenblick der Abwesenheit und bedrängte sie für einen Moment nicht mit seinen Blicken. Er arbeitete schweigend weiter und lauschte dem Klang ihrer Stimme. Er verstand leider kein Wort, aber ihm gefiel die Melodie. Er bemerkte, dass sich eine Phrase immer wiederholte. Was sie wohl heissen mochte? Die Sprache war zu kompliziert für ihn, um sie sich zu merken. Er genoss diese entspannte Ruhe. Die aktuelle Atmosphäre glich jenen wunderschönen Minuten, die er am Tag zuvor mit ihr verbracht hatte, als sie gearbeitet hatte und er ihr «Werkstück» gewesen war. Ihre beiden Körper und Seelen schienen sich einfach wohl zu fühlen, wenn sie beisammen waren. Es brauchte gar nicht viel dazu, ihre alleinige Präsenz genügte.

Vorsichtig verlagerte er sich und wandte sich ihrem Gesicht zu, wohl darum bedacht, sie nicht aus ihrem Zustand zu holen. Vorsichtig strichen seine rauen Fingerkuppen über ihre seidige Haut. Thomas Gesichtszüge waren viel härter, viel rauer. Gegerbt von der vielen Arbeit im Freien. Ihre beiden Körper trugen die Spuren ihrer jeweiligen Biographie. Da der kräftige Steinmetz mit dem empfindlichen Rückenleiden, dort die zierliche Dunkelelfe mit ihren Narben...

Es berührte ihn, dass sie sich so unter ihm entspannte. Bisher hatte sie sich vor ihm nie so gehen lassen, sich ihm nie so anvertraut. Bisher hatte sie sich stets durch einen Befehl oder aufmerksame Blicke vor seiner Nähe geschützt. Ganz anders jetzt. Er lächelte, als sie ihre Augen öffneten und für einen Moment sahen sie sich einfach nur schweigend an. Leise bat er schliesslich um Verzeihung und sie gewährte sie ihm. Leise fragte er sie danach, wie er ihr helfen konnte und erntete abermals ihre volle Aufmerksamkeit. Wo ihr Blick vor einem Moment noch in die Weite gerichtet gewesen war und durch ihn durch gezielt hatte, so waren ihre Augen nun wieder fokussiert und schienen direkt seine Seele durchdringen zu wollen. „Das kannst du tatsächlich.“ Er lächelte und legte seinen Kopf schief und hob seine Augenbrauen, als sie kurz zögerte. Er konnte ja nicht ahnen, wie nahe er seiner Freiheit gerade gewesen war und dass seine Herrin sich in diesem einen Moment dagegen Entschied, ihn laufen zu lassen. Sie besiegelte abermals sein Schicksal und er freute sich aufrichtig ab ihrer Bitte, selbst wenn sie ihn etwas irritierte. Es war ja nicht so, dass er einfach aus diesem Haus herausspazieren konnte... aber er wusste was sie meinte, wie er bleiben sollte. Aus freien Stücken, weil er es wollte.

„Bleib hier bei mir, diene mir, mach mich glücklich und ...“ Er lächelte und nickte. «Ich bleibe bei euch Herrin.» Wehmut schlich sich jedoch in seinen Blick. Amandin konnte sie erkennen, doch sie mochte wohl nicht dahinterkommen, was den Sklaven bedrückte. War es wieder der Gedanke an seine Familie? Mitnichten! Die Wehmut resultierte aus der Tatsache heraus, dass er sich als Mensch schrecklich vergänglich fühlte. Er würde in ihrem Leben nicht mehr als eine kurze Episode sein. Warum hielten sich Dunkelelfen überhaupt Menschen? Sie starben doch viel zu schnell weg...
Thomas blieb nicht mehr viel Zeit. Himmel er war schon Mitte dreissig und zeigte schon deutliche Verschleisserscheinungen! Thomas machte sich keine Illusionen, er wusste wie die meisten Steinmetze endeten... zerschlissen und pflegebedürftig und dies schon in verhältnismässig jungen Jahren. Der Stein forderte seinen Tribut. Thomas hing gerade seinen eigenen Gedanken über seine persönliche Zukunft nach, als sie seine Aufmerksamkeit mit einer etwas seltsam anmutenden Bemerkung wieder auf sich zog.

„... und vielleicht solltest du dir eine Liste machen.“ Thomas runzelte die Stirn. «Eine Liste?» Es mauserte sich zu einer Angewohnheit, dass er das Nachsprach, was Amandin gerade gesagt hatte. Ihre plötzliche Stimmungswandlung irritierte den Sklaven ein wenig. Er konnte seine Gefühlsfarbe und seine Emotionen nicht so schnell ihren Veränderungen anpassen. Darin war er schliesslich kein Meister, wie sie.

„Bei den ganzen Fragen die dir auf der Seele brennen komm ich nicht recht hinterher.» Der Sklave errötete. Sie mochte seine vorwitzige Zunge, zumindest glaubte er dass, aber manchmal hatte er das Gefühl, dass sie ihm am liebsten auch gleich das Maul stopfen würde. Es war stets ein schmaler Grat auf dem man wandelte, wenn man bei Amandin war, gerade WEIL ihre Stimmungen sich wie ein Chamäleon verändern konnten.

»Am besten schreibst du auf, was du alles wissen möchtest und wir arbeiten es dann gemeinsam durch, wenn sich die Zeit ergibt. Wenn wir ...beieinander liegen solltest du nicht ganz so viele Fragen stellen.» «Ja Herrin...» Brummte er einsichtig und strich sich für einen Moment über den Bart und hielt sich unbewusst kurz den Mund zu.

»Es ist zwar recht reizvoll trotzdem die Konzentration halten zu können, eine gute Übung für mich, aber ab und an möchte ich dich doch einfach nur … genießen.» Er lächelte aufrichtig. Es schmeichelte ihm, dass sie ihn geniessen wollte. Wieder fühlte er sich in seiner Männlichkeit und Persönlichkeit bestärkt. Amandin wusste, wie man einem Sklaven Honig ums Maul schmierte. Er konnte seine Überraschung nicht verbergen, als sie plötzlich über seine Lippen leckte und kicherte. Diese kindliche Ader die Amandin manchmal an den Tag legte, war wohl jene Seite von ihr, die ihm am fremdesten war. Er fand sie ungemein sympathisch. Wenn sie so kicherte, dann vergass er den ganzen Kontext, in dem sie sich befanden. Er vergass den Krieg. Er vergass seine und ihre Stellung. Er vergass die Kluft, die sich aufgrund ihrer Art und ihrer Volkszugehörigkeit eigentlich zwischen ihnen befand. Ja er vergass sogar kurz, dass sie über das Schicksal seiner Familie und seiner besten Freunde bestimmte. Sie, die da so unschuldig kichern konnte.

„Du kannst so viel für mich tun und du tust es schon. Natürlich verzeihe ich dir. Er liess sich von ihrer Unbeschwertheit anstecken und lächelte ebenfalls. «Ja.» Hauchte er wohlig. »Du weisst, doch... Ich habe versprochen das der erste Fehler nicht bestraft wird.» «Äh...ja...Herrin...gewiss...ja...» Kam nun etwas weniger überzeugt. Thomas biss sich auf seine Lippen. Die Zusatzbemerkung sorgte dafür, dass er die Sache nicht auf die zu leichte Schulter nahm. Thomas neigte zu Perfektionismus. Er wollte seine Sache gut machen und ihr Satz erinnerte ihn auch ein bisschen daran, dass von ihm auch nichts Anderes erwartet wurde...andererseits... Uhm Neugierde war eine diffizile Angelegenheit, weil sie manchmal auch dazu verleitete Dinge interessant zu finden, die möglicherweise nicht zum eigenen Vorteil gereichte...wie es wohl sein würde, wenn sie ihn strafte? Er bemerkte, dass Neugierde beinahe noch schlimmer war als Lust!

Sie besänftigte ihn mit ihrem sinnlichen Kuss und Thomas entspannte sich augenblicklich wieder. Seine Gedanken zerflossen und in seinem Kopf herrschte für einen Moment eine wohltuende Leere. Er empfand einfach.

„Reden wir nicht mehr davon. ...“ Er nickte und sah sie wieder direkt an. Was wohl gerade in ihr vorging? Was in ihm vorging war offensichtlich, denn sein Blick schweifte von ihrem Gesicht weg und verirrte sich kurz zu ihrem Oberkörper. Ja diese Stellen musste er auch ganz genau studieren...
„Wenn du mit mir soweit fertig bist, möchte ich dir etwas zeigen.“ Wieder fühlte er sich ertappt und er wurde augenblicklich rot. Die Art und Weise, wie sie ihre Worte gewählt hatten, war es, die ihm die Schamesröte ins Gesicht trieb! «Mit ihr fertig!» Was für eine Wortkombination. Er verschluckte sich an seinem eigenen Speichel und hustete ein paar mal. «äh....mit euch..ja...äh...gleich...ich...» Er erhob sich wieder von seiner Position und strich sich verlegen über seinen Hinterkopf als er seine Herrin so vor sich sah. «Nur...noch einen Moment...» Hauchte er und reichte ihr seine Hand, damit sie sich aufsetzen konnte. Er holte sich selbst einen Hocker und benetzte ein flaches Holzbrett mit etwas Wasser, worauf er später ein dickes Blatt Papier legte. Die Feuchtigkeit sorgte dafür, dass das Papier auf dem Brett haften blieb. Was sie ihm wohl zeigen wollte? Er spürte wie sein Herz aufgeregt pochte. Er wollte es wissen. Am liebsten sofort, doch er musste zuerst seiner Arbeit gerecht werden.
«Setzt euch einfach auf die Bank, so ist es gut... schaut mich an...» Er lächelte und erwiderte ihren Blick forschend. Gewisse Dinge konnte man nicht mit den Fingern ertasten, sondern nur mit den eigenen Seelenspiegeln. In wenigen Strichen bannte er den Ausdruck von Amandin auf das Papier, indem er ihre Augenpartie zeichnete. Dabei zeichnete er aber nicht jenen fokussierten Blick, den sie ihm gerade zuwarf, sondern jenen fernen, verträumten, den er bei ihr für einen kurzen Moment erhascht hatte. Thomas war ein guter Beobachter und dazu imstande diese auf das Papier zu übertragen. Jahre der Übung hatten dafür gesorgt, dass er Informationen, die seine Augen und Hände für ihn gesammelt hatte, in Linien übersetzen konnte. Dabei bannte er diese nicht wirklich auf das Papier, er dachte sie für den Stein. Er hatte diesen kurzen, intimen Moment gefangen.

Das war auf eine Art und Weise wunderschön, machte aber Amandin umso verletzlicher, denn auf Papier konnten unter Umständen Leute Facetten von ihr sehen, die den meisten von ihnen verborgen waren. Thomas wurde sich dessen auch gerad bewusst und musterte nachdenklich seine Herrin.

Er konnte sie vermutlich nicht in Stein schlagen, wie sie wirklich war, wie er sie wirklich sah, denn diese Statue würden in aller Öffentlichkeit ausgestellt sein. Er betrachtete sein Werk und reichte ihr das Papier, nicht ohne eine gewisse Trauer in seinem Blick über die Skulptur, die er wohl nie würde erschaffen können. Er musterte die riesigen Alabasterblöcke. «Jede Geste, jeder Ausdruck, jeder Faltenwurf ist eine gewichtige Entscheidung Herrin. Stein ist Geduldig und währt unter Umständen ewig. Er lässt nur einen Moment, einen Augenblick und einen Ausdruck zu...und er wählt seine Betrachter durch seinen Standort. » Er strich sich über seinen Bart und sah sie wieder direkt an. «Ich denke wir sind fertig für heute. » Meinte er schliesslich und erhob sich. Er schritt zu ihrer Kleidung, die sie zu Beginn abgelegt hatte und hob sie vorsichtig auf. Er half ihr beim Anziehen, wie es sie auch schon bei ihm gemacht hatte. Er stellte sich hinter sie und küsste ihre Schulter. «Wäre dieser Tempel doch nur für uns gedacht. » Flüsterte er leise und für Thomas Verhältnisse ungewohnt besitzergreifend.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Dienstag 19. April 2016, 19:58

«Mit ihr fertig!»
Was für eine Wortkombination. Er verschluckte sich an seinem eigenen Speichel und hustete ein paar mal.
«äh....mit euch..ja...äh...gleich...ich...»
Er erhob sich wieder von seiner Position und strich sich verlegen über seinen Hinterkopf als er seine Herrin so vor sich sah.
«Nur...noch einen Moment...»
Hauchte er und reichte ihr seine Hand, damit sie sich aufsetzen konnte. Er holte sich selbst einen Hocker und benetzte ein flaches Holzbrett mit etwas Wasser, worauf er später ein dickes Blatt Papier legte. Die Feuchtigkeit sorgte dafür, dass das Papier auf dem Brett haften blieb. Was sie ihm wohl zeigen wollte? Er spürte wie sein Herz aufgeregt pochte. Er wollte es wissen. Am liebsten sofort, doch er musste zuerst seiner Arbeit gerecht werden.
«Setzt euch einfach auf die Bank, so ist es gut... schaut mich an...»
Er zeichnete aber nicht jenen fokussierten Blick, den sie ihm gerade zuwarf, der einem Mann das Gefühl gab der einzigste auf der Welt zu sein, sondern jenen fernen, verträumten, den er bei ihr für einen kurzen Moment erhascht hatte. Thomas war ein guter Beobachter und dazu imstande diese auf das Papier zu übertragen. Jahre der Übung hatten dafür gesorgt, dass er Informationen, die seine Augen und Hände für ihn gesammelt hatte, in Linien übersetzen konnte. Er hatte diesen kurzen, intimen Moment gefangen und seine Finger bannten ihn auf das Papier.
Das Resultat war auf eine Art und Weise wunderschön, machte aber Amandin umso verletzlicher, denn auf Papier konnten unter Umständen Leute Facetten von ihr sehen, die den meisten von ihnen verborgen waren. Thomas wurde sich dessen auch gerade bewusst und musterte nachdenklich seine Herrin. Er konnte sie vermutlich nicht in Stein schlagen, wie sie wirklich war, wie er sie wirklich sah, denn diese Statue würden in aller Öffentlichkeit ausgestellt sein. Er betrachtete sein Werk und reichte ihr das Papier, nicht ohne eine gewisse Trauer in seinem Blick über die Skulptur, die er wohl nie würde erschaffen können. Er musterte die riesigen Alabasterblöcke.
«Jede Geste, jeder Ausdruck, jeder Faltenwurf ist eine gewichtige Entscheidung Herrin. Stein ist geduldig und währt unter Umständen ewig. Er lässt nur einen Moment, einen Augenblick und einen Ausdruck zu...und er wählt seine Betrachter durch seinen Standort. »
Er strich sich über seinen Bart und sah sie wieder direkt an.
«Ich denke wir sind fertig für heute. »
Meinte er schließlich und erhob sich. Er schritt zu ihrem Laken, das sie zu Beginn abgelegt hatte und hob es vorsichtig auf. Er half ihr beim Umlegen, wie es sie auch schon bei ihm gemacht hatte. Er stellte sich hinter sie und küsste ihre Schulter. Sie entblößte ihren Hals und lehnte sich an seine Brust. Sie wirkte entspannter wenn er hinter ihr stand und ihren Rücken schützte. Sie mochte es, wenn er ihre Schulter liebkoste und genoss es sichtlich.
«Wäre dieser Tempel doch nur für uns gedacht. »
, flüsterte er leise und für Thomas Verhältnisse ungewohnt besitzergreifend. Sein Gesicht war ihrer Wange sehr nah und er konnte fühlen, dass sie lächelte, ohne dass er es zu sehen vermochte. Sie nahm seine Arme und legte sie um sich, schmiegte sich selbst in seine Umarmung und seufzte leise. Dann über streckte Amandin kurz ihren Nacken und sah im von unten in sein markantes Gesicht.
„Lass uns ein wenig spazieren gehen.“
Sie löste sich von ihm und nahm seine Hand. Ihre schmalen Finger passten erstaunlich gut zwischen seine kräftigen Finger und sie falteten sich harmonisch ineinander. Amandin führte Thomas zu dem Gang zurück aus dem sie gekommen waren und durch ein paar schmale Gänge, bis sie durch eine Geheimtür in der Wand in einen Flur traten. Dort trafen sie kurz auf Amethyst, der ihr auf ein kurzes Handzeichen hin einen Mantel brachte.Von dort aus ging es weiter bis zu einer Tür hinter der sich ein Ballsaal mit luftig hohen Fenstern erstreckte. Sie durchwanderten den leeren Raum bis zu einer gläsernen Tür die auf eine Terrasse hinaus führte. Amandin schlang Laken und Mantel enger um den Körper und trat vor ihm hinaus.
„Schön hier, nicht? Schaut euch um, Meister Mercer.“
Die halbrunde Plattform schmiegte sich an das schwarze herrschaftliche Gebäude und zwei Treppen führten auf beiden Seiten in einen weitläufigen Garten. In der unmittelbaren Nähe des Hauses waren die Steine noch tief schwarz, aber weiter hinten zeigten sich mehr und mehr Pflanzen und hohe Hecken. Beete wurden hier von Dienern bewirtschaftet und frei hängende Weinstöcke wuchsen an kunstvoll verzierten Rankstöcken und einer U-förmigen Pergola empor. Darunter wurde der letzte Eiswein geerntet. Amandin setzte sich auf die Balustrade, schlug den Mantel um ihre bloßen Füße und sah in Richtung Thomas, hin zum Haus, mit dem Rücken zum Garten. Etwas in ihrem Blick ließ ihn aufmerksam werden, denn auch sie war es. Sie beobachtete ihn, wie er sich umsah, als wartete sie auf irgendetwas. Sie schwiegen eine Weile und der Steinmetzmeister ließ seinen Blick weiter streifen. Das Gelände war gigantisch. Immer wieder sah er Säulen und Staturen an denen sein Blick hängen bliebt, aber er sah auch das große, deutlich kargere Nachbargebäude auf der rückwärtigen Seite des Gartens, vor dem dunkelelfische Wachen in schwarzer Rüstung standen. Es wirkte ein wenig fleckig und ungepflegt. Dann öffnete sich die ferne Tür und Mercer erkannte trotz der Entfernung sofort ein ihm bekanntes Gesicht. Sofort zog sich sein Magen zusammen, aber Amandins zweite Leibdienerin, die die ihn so hasste, sah nicht zu ihnen herüber. Ihm fiel auf, dass er ihren Namen noch gar nicht kannte. Sie schritt in Begleitung zweier kräftig wirkender Frauen, vielleicht Orks, eilig nach rechts weg, durch den Garten zur Vorderseite des Anwesens hin. Vorne hatte Thomas auch die Stallungen bei seiner Ankunft bemerkt und dorthin schien sie zu wollen. Es lagen gut 1000 qm zwischen ihnen, aber es fühlte sich nicht genug an. Diese Frau hatte etwas an sich, dass ihn frösteln ließ... oder es war die immernoch empfindlich kühle Luft.
Er sah wieder zu Amandin, die ihn immernoch beobachtete und langsam wurde ihm ihre merkwürdige Stimmung bewusst. So ernst und ...ängstlich?... wie sie schaute, befürchtete sie wohl, dass er etwas sehen könnte, was ihm nicht gefiel. Thomas trat instinktiv näher an die Balustrade und Amandin folgte ihm mit dem Blick indem sie ihren Kopf zur Seite drehte.
Gärtner wuselten durch die Bepflanzungen. Hier und da hob sich mal ein Kopf aus der Hocke, oder tauchte ein neues Gesicht aus den Pflanzen auf. Es war hier sowieso erstaunlich warm für diese Jahreszeit, was vielleicht an der Magie der schwarzen Steine liegen könnte. Thomas hatte schon bemerkt, dass sie sich wärmer anfühlten als normal war. Hinter einer Hecke erhob sich eine Frauengestalt und etwas ließ ihn zweimal hinschauen. Irgendetwas...
BETH!
Seine Frau arbeitete in diesem Garten.
Beth, seine Ehefrau war hier! Amandin hatte nicht gelogen. Er sah sie mit seinen eigenen Augen, zumindest die Schultern und das zur Seite gewandte Gesicht. Es war viel Zeit vergangen, stellte er fest. Ihr zuletzt schulterlanges Haar war länger geworden und ihre tiefblauen Augen leuchteten irgendwie. Mit ihren 1.75 ragte sie manch einer anderen Frau über den Scheitel. Sie machte ein paar Schritte, beugte sich wieder hinab, verschwand so kurz aus seiner Sicht und kam dann aber wieder hoch. Irgendwie leuchteten ihre Wangen und sie wirkte angestrengt. Ein Elf näherte sich ihrer Position. Er wirkte wie ein Gärtner und lächelte sie an. Sie lächelte zurück und trat ein paar Schritte auf ihn zu. Die abschüssige Hecke legte nun die Sicht auf ihren vollen Busen frei, der sich … über einem hoch schwangeren Bauch wölbte. Ihre tiefblaue Augen, die vor Leben funkelten, sahen den Elfen an und dieser beugte sich zu der Kugel hinab um sie zu streichen. Ihre Spitzbübischen Gesichtszüge strahlten. Sie hatte schon immer ein feuriges Temperament und das schien sie auch nicht verloren zu haben. Über die Distanz hörte Thomas sie lachen und der Elf lachte mit. Dann schritten sie in entgegen gesetzter Richtung auf das Nebengebäude zu und der Mann trug ihren Korb voller Kräuter. Er hielt ihr die Tür auf und sie verschwanden darin. Ursprünglich war sie eine ziemlich gut ausgebildete Krankenschwester und hat lange Zeit in der Reichsklinik gearbeitet. Zu ihrem Wissen gehörte auch die Kräuterkunde und darin war sie immer sehr gut gewesen. Kein Wunder, dass Amandin also ihre Fähigkeiten nützlich einsetzte. Beth schien hier ...glücklich zu sein?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Mittwoch 20. April 2016, 23:14

Thomas genoss jenen Augenblick, in dem die beiden einfach nur beieinanderstanden und sich gegenseitig durch die reine Präsenz und Berührung ihrer Körper beruhigten. Er konnte förmlich nachspüren, wie sein Herzschlag sich verlangsamte und sich das wohlige Gefühl der Geborgenheit in ihm breitmachte, als sie sich mit ihrem Rücken an seine Brust lehnte. So hatte er auch oft mit Beth zusammengestanden, dachte er schwermütig. So oft, wenn der Regen die Arbeit auf dem Bau beinahe unmöglich gemacht hatte und alle Bauleute möglichst unter einem Unterstand ausgeharrt hatten. Beth hatte ihn oft auf der Baustelle besucht. Ihm was zum Essen gebracht. Manchmal war sie auch mit den anderen Frauen der Bauleute mit einem ganzen Suppentopf oder warmen Tee auf der Baustelle erschienen. Wenn die Konstellation unter den Arbeitern gestimmt hatte, dann war man jeweils wie zu einer grossen Familie geworden. Man hatte miteinander gegessen und gefeiert und die Sorgen miteinander geteilt. Sowohl die Frauen, wie auch die Männer. Unbeschwerte Zeiten...

Er guckte zu Amandin runter, als sie zu ihm aufsah. Na so ein toller Anblick dürfte sie aus dieser Perspektive von ihm wohl nicht haben. Kinn- und Nasenlöcher betont, war doch der Blick von unten. Er musste lächeln, denn dieses Bild kam nicht von ungefähr. Louisa hatte sich oft darüber beschwert, dass sie bei den Statuen immer nur Hälse, Kinnpartien und Nasen zu Gesicht kriegen würde, als sie noch zu klein gewesen war, um die Kunstwerke von der richtigen Höhe aus zu betrachten. Dabei war ihr immer aufgefallen, dass die Statuen eben eines nicht hatten, nämlich Nasenlöcher. Die waren ja höchstens nur angedeutet. Louisa würde Amandin wirklich gut gefallen. Die beiden würden gut miteinander auskommen. Er sah seiner Herrin tief in die Augen, entliess sie aber aus seiner Umarmung, ohne sie zu küssen. «Sehr gerne» Erwiderte er nur und folgte ihr.

Ihre Finger falteten sich in die seinigen und für einen Moment fragte er sich, ob es überhaupt Opportun war, sich so mit seiner Herrin in der Öffentlichkeit des Hauses zu zeigen. Eigentlich war es doch dem Verlobten vorbehalten, seine Zukünftige an der Hand zu führen...Selbst wenn er inzwischen akzeptieren konnte, dass bei den Dunkelelfen ganz andere Sitten herrschten, so ging er zumindest davon aus, dass Harker diese menschentypischen Gesten und Grenzen sehr wohl kannte. Zum Glück waren sie sich bisher nie in dieser Form begegnet. Es wäre ihm mehr als nur unangenehm, wenn Harker sehen würde, wie Thomas seiner Herrin ab und an diente.

Dieser Amethyst war ein Phänomen. Der tauchte immer «zufälligerweise» dort auf wo man ihn gerade brauchte. Obsidian war der Schatten des Hauses, Amethyst der Geist. Der eine hatte die komplette physische Abwesenheit perfektioniert, obwohl er eigentlich immer präsent war und der andere war stets zur richtigen Zeit an Ort und Stelle anwesend, obwohl man sich gar nich vorstellen konnte wie er das anstellte und was er eigentlich die ganze Zeit so trieb.

Er folgte ihr auf eine riesige Terrasse, die den Blick auf die erstaunlich weitläufige Gartenanlage freigab. „Schön hier, nicht? Schaut euch um, Meister Mercer.“ Sie hatte wieder zur formalen Ansprache gewechselt. Es schien so, als würde sie über verschiedene Beziehungsebenen mit Thomas korrespondieren. Mal als Sklave, mal als Baumeister, mal als Künstler und mal als Vertrauter. Doch egal auf welcher Ebene sie sich auch befand, sie hatte ihn bisher immer mit grossem Respekt und mit Vorsicht behandelt, was zweifelsohne Aussergewöhnlich war, wenn man seinen Rang bedachte. Er blieb vor der Balustrade stehen und wunderte sich darüber, dass sie selbst jene Aussicht gar nicht geniessen wollte, die sie doch selbst gerade angepriesen hatte. «Eine wunderschöne Anlage, Herrin». Bestätigte Thomas und auf sein Urteil war Verlass, denn er hatte wirklich eine grosse Affinität für Bauästhetik. Solche Menschen brachten es selten über sich, etwas als schön zu bezeichnen, das sie nicht als schön empfanden.

Er hob seine Augenbraue, als er sie wieder kurz musterte und die Anspannung in ihrem Blick entdeckte. Was war nur mit ihr los? Er runzelte die Stirn und suchte in der Weite nach der Antwort. Er studierte die Statuen und musterte die Pflanzen, aber auch die Nebenhäuser. Er petzte die Augen zusammen, als er die Wächter musterte, die weit entfernt standen. Er blickte wieder zu Amandin. «Was...ist das für ein Gebäude?» Er blickte wieder hin und erkannte die ungemochte Leibdienerin der Herrin. Er verkrampfte sich augenblicklich und ballte unbewusst seine Hände zu Fäusten, während seine Kiefermuskulatur sich verspannte. Thomas war wirklich leicht zu lesen. Die Dienerin lief gewichtig neben zwei kräftigen Frauen voran. Der Steinmetzmeister verstand nicht wirklich, was es mit diesem Gebäude auf sich hatte. Ebenfalls war ihm auch schleierhaft, was Amandin eigentlich an dieser Leibdienerin fand. «Eure Dienerin...ich kenne ihre Namen nicht, Herrin. Wie heisst sie?»

Er blickte seine Herrin wieder an, aber irgnedwas in ihrem Blick verriet ihm, dass es ihr nicht um diese Person und auch nicht um dieses Gebäude ging. Was nur war es, dass sie so in Anspannung versetzte? Er trat näher an sie heran, weil er sie ruhig danach fragen wollte, doch da wandte sie ihren Blick kurz ab und Thomas folgte ihrem Beispiel. Seine Augen schweiften über die Gartenanlagen und die arbeitenden Diener, bis seine Augen an einer Person haften blieben und immer grösser wurden. Sein gesamter Körper spannte sich an und für einen Moment setzte seine Atmung aus. «Oh bei den Göttern...»
Wie versteinert stand er da. In seinen Gesichtszügen spiegelte sich der gesamte Sturm an Emotionen, die ihn gerade Fluteten. Leid, Trauer, Freude, Angst, Erleichterung, Ohnmacht, Sehnsucht, Liebe, Scham, er durchlebte alles. Seine Augen wurden feucht. «Bei Lysanthor!» Thomas äusserte Floskeln, die für einen anständigen Pelgarer üblich waren. Er biss sich auf die Lippen, lachte kurz, jedoch tonlos und strich sich dann mit seiner Hand über seinen Bart und seinen Mund. Er konnte kaum glauben, dass sie wirklich da war. Er hatte sie einige Zeit für Tot, oder zumindest schwer traumatisiert gehalten, doch in ihrem Blick funkelte das Leben! Er öffnete seine Lippen, doch aus seiner Kehle drang kein Laut. Er freute sich aufrichtig für sie und es flossen Tränen des Wiedersehens.

Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, als sich ein Elf Beth näherte und sie eine Unterhaltung begannen. Wer zur Hölle war das? Warum diese vertrauten Blicke, warum dieses Lächeln? Er machte einen Schritt zurück, als er erkannte, dass seine Frau Hochschwanger war.

Schwanger? Bumm bumm, sein Herz schlug schwer.
Schwanger. Eine Tatsache.
Schwanger! Seine Stirnvene trat hervor.
Nicht von mir! Ein Gedanke.

Er wusste nicht recht, wie er darauf reagieren sollte! In einem egoistischen ersten Moment war er empört! Sie hatten unter den Zeugen Lysanthors geheiratet, da konnte man doch nicht einfach Schwanger sein! Im zweiten Moment war er auf egoistische Weise etwas erleichtert, denn der Ehebruch basierte offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Dann war er besorgt. Wer war dieser Elf? Wie lebten sie? Meinte er es wirklich gut mit ihr? Hatte sie sich aus freien Stücken auf ihn eingelassen? Wenn ja, dann war dies vermutlich nur möglich, weil sie Thomas für tot hielt...sie würde doch sonst niemals…nie....
Nun wie er wohl niemals und nie...

Verdammt darauf war er nicht vorbereitet gewesen! Er hatte sich immer nur damit auseinandergesetzt, wie er wohl reagieren würden, wenn er sie in einem gebrochenen und trostlosen Zustand sehen würde. Oder Krank. Oder Misshandelt. Aber er hatte sich nie ausgemalt wie er reagieren würde, wenn sie Glücklich mit einem anderen Kerl war! Diese Option hatte in seinem Denken einfach nicht existiert! Sie war Schwanger! Von einem Fremden!
Er starrte seine Herrin an. Verdammt die muss das doch gewusst haben! Die ganze Zeit! Sie hatte ihm nichts gesagt!

«...S..sie muss mich für tot halten...» Anders konnte er sich das nicht erklären. Er trat auf Amandin zu. «Sie...sie weiss nicht, dass ich hier bin, oder?» Er lief unruhig auf und ab und presste sich seine Pranken an den Schädel, weil er befürchtete, dass dieser gleich Platzen könnte. «Wer ist dieser Mann? Ist...Louisa auch bei ihnen?» Ihm wurde Schwindlig und Übel zugleich. Auf diesen Anblick war er alles andere als gefasst gewesen, dennoch wollte er zu ihr! Er wollte zu ihr! Hatte aber gleichzeitig Angst, dass er sie dadurch nur in Verlegenheit bringen würde. Er wusste nicht wie er reagieren sollte. Er wusste es einfach nicht und er schämte sich für die Wut und den Ärger den er empfand, weil sie von einem fremden Mann Schwanger war. Was hatte ER denn bitteschön für ein Recht, das zu verurteilen? Er lief noch ein paar Mal unsinnig im Kreis herum und stammelte irgendwelche unverständliche Wortfetzen vor sich hin, ehe er sich hinkniete und sich seine Hände in seinen Haaren verkrallte und er mit seinem Handballen über sein Gesicht und seine Augen strich. Er musste sich erst Sammeln.

«Warum die Wachen? Warum die Leibdienerin... was ist das für ein Haus?» HauchteThomas. So richtig konnte er dieses Bild einfach nicht einordnen. Der glückliche Ausdruck in Beths Gesicht, der Elf, die Schwangerschaft, die streng dreinblickende Leibdienerin und die Orkfrauen, die finsteren Wachen vor dem Haus... Irgendetwas stimmte hier doch einfach nicht! Die einzelnen Elemente dieser Komposition wollten nicht richtig zusammenpassen. Warum hatte Amandin ihm dies nicht gesagt? Warum hatte sie ihn nicht vorgewarnt?

Das Verstörendste und Beschämenste an seiner ganzen Reaktion war für ihn selbst, dass er es einfach nicht glauben konnte, dass sie ohne ihn glücklich war. Möglicherweise auch ohne Louisa! Seine Familie...sie schien nicht mehr zu existieren, dabei war doch gerade dieser Glaube an der Familie stets sein Antrieb gewesen, weiter zu machen und alles durchzustehen. Ihm wurde in einem Augenblick schmerzlich bewusst, welchen persönlichen Preis er eigentlich dafür bezahl hatte, hier zu sein. Ihm wurde bewusst, was er alles verloren hatte und was vermutlich nie wieder so sein würde wie früher. Jetzt wo er sich langsam mit seinem Sklavendasein arrangiert hatte, wurde er mit seinem alten Leben konfrontiert. Er hätte sofort getauscht, wenn er gekonnt hätte und genau dieser Gedanke liess ihn gegenüber Amandin wieder schrecklich undankbar fühlen. Er stand zwischen zwei Welten, denen er beiden etwas Schönes abgewinnen konnte und genau das war sein Problem. Sie liessen sich nicht vereinen.

Thomas wippte auf den Knien leicht hin und her und presste seine Fäuste ineinander und schüttelte immer wieder den Kopf. Er wusste nicht, wie er reagieren sollte. Was er nun tun sollte. Was er sich wünschen oder was er seiner Herrin sagen sollte. Er blickte zu seiner Herrin hoch. «Ist...ist es von diesem Elf? Das Kind?»

Er erwischte sich selbst bei dem Gedanken, dass es ihm beinahe lieber gewesen wäre, wenn dieses Kind nicht aus Liebe entstanden wäre. Bei Lysanthor, was war er nur für ein Mensch! Er hasste sich gerade selbst für diesen Gedanken. Wie konnte er nur! Wie konnte er nur!!! Die ganze Last der Schuld drückte ihm auf den Nacken und die Schultern und sorgte dafür, dass er sich vornüberbeugte und seine Stirn auf den nackten Marmor presste. «Oh Lysanthor vergib mir für meine Gedanken!»

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 21. April 2016, 16:33

Amandin zog den Mantel noch enger. Genau diese Reaktion hatte sie erwartet und leider auch gefürchtet. Sie erschauderte. Die Konfrontation mit Thomas Vergangenheit würde nicht leicht werden, dass hatte sie gewusst. Sie hatte es versucht aufzuschieben, seine Zuneigung zu gewinnen, bevor er seine Beth wieder sah, aber irgendwann wäre es ohnehin passiert. Sie war immernoch „seine“ Beth, aber sie war jetzt auch ihre „Sand“.
Die Hohepriesterin in ihr lauschte seinen Worten und ab und an zuckte minimal ihr rechtes Auge, wenn Thomas sich im Ton vergriff. Er bekam es nicht mit, er war zu sehr mit sich beschäftigt. Sie hatte sich innerlich auf diesen Ausbruch vorbereitet, aber ihn jetzt zu ertragen war trotzdem ein Akt der Selbstbeherrschung. Es juckte ihr in den Fingern. Sie wollte ihn bestrafen! Die Fragen sprudelten abermals nur so aus ihm heraus und Amandin beschloss erst einmal zu schweigen. Er musste das Gesehene verdauen und verstehen, dass auch für seine Frau viel Zeit vergangen war. Auch sie hatte weiter gelebt, überlebt und ganz offensichtlich einen neuen Sinn im Leben gefunden, den sie jetzt unter ihrem Herzen trug. Amandin hatte diese Reaktion schon häufiger gesehen, aber immer wieder waren es die Männer die manchmal daran zerbrachen. Ob es ihr verletzter Stolz war oder die Tatsache, dass sie eben doch manchmal mehr liebten als sie sich jemals eingestanden, es war einfach ein Phänomen. Die meisten Frauen kamen mit ihren Emotionen einfach besser zurecht und reagierten eher mit stillem Rückzug. Amandins Gedanken wichen zu einem anderen Diener ab, der vor zwei Jahrzehnten in der gleichen Situation gesteckt hatte und damals über die Brüstung ihres Balkons in Morgeria gesprungen war um den Rivalen zu töten. Sie hatte ihn auspeitschen lassen müssen und jeder Schlag hatte sie selbst geschmerzt. Heute war Obsidian ihr nah, einer der Besten und ihr treu ergeben.
Amandin sah Thomas an und er ließ sich auf die Knie fallen. Er war zum Glück nicht so aggressiv wie ihr Sicherheitschef, aber auch seine Wut stand in seinen Augen. Am liebsten hätte sie ihn tröstend in den Arm genommen, aber ihr Steinmetzmeister hatte im Moment nur Aufmerksamkeit für seine eigene Situation, die er erst verarbeiten musste. Dieser Schritt war nötig gewesen und Amandin betrachtete ihren Rohdiamant mit leichten Zweifeln. Würde er diesen ersten Schnitt in seine Seele überstehen, die erste Schleifung, damit aus dem unbearbeiteten Stein einmal ein funkelnder Brillant werden würde? Sie hoffte es, aber wissen konnte man es nie.
Thomas wippte auf den Knien leicht hin und her und presste seine Fäuste ineinander und schüttelte immer wieder den Kopf. Er blickte zu seiner Herrin hoch.
«Ist...ist es von diesem Elf? Das Kind?»
Amandins Gesicht war eine Maske. Keine einzige Emotion war darin zu lesen, aber Thomas Gedanken waren selbst viel zu konfus, rotierten viel zu sehr um es wahrhaftig erfassen zu können. Er erwischte sich selbst bei dem Gedanken, dass es ihm beinahe lieber gewesen wäre, wenn dieses Kind nicht aus Liebe entstanden wäre. Bei Lysanthor, was war er nur für ein Mensch, dass er sich eine Vergewaltigung für seine Frau wünschte?! Er hasste sich gerade selbst für diesen Gedanken. Wie konnte er nur! Wie konnte er nur!!! Die ganze Last der Schuld drückte ihm auf den Nacken und die Schultern und sorgte dafür, dass er sich vornüberbeugte und seine Stirn auf den nackten Marmor presste.
«Oh Lysanthor vergib mir für meine Gedanken!»

„Er kann ...dich hier... nicht hören.“
Amandins Stimmfarbe hatte jegliche Wärme verloren und die kleinen Atempausen zwischen den Worten verrieten etwas von ihrer innerlichen Anspannung.
„Aber ich ...vergebe dir...“
Amandin stand von der Brüstung auf und warf einen kurzen Blick über ihre Schulter hinweg dem anderen Gebäude zu. Egal was sie dabei empfand, sie verbarg es hinter einer dicken Mauer aus Gleichgültigkeit. Allein die Tatsache, dass Thomas sie schon so verletzlich und entspannt gesehen hatte, offenbarte ihm in diesem Moment, dass dort sehr viel sein musste, was sie zu verbergen hatte. Sie machte ein paar Schritte auf den Ballsaal zu und Thomas folgte ihr mit seinen Blicken. Dabei bemerkte er nun unweigerlich auch ihren fast unsichtbaren Beobachter im Schatten einer Säule. ER hatte den Dunkelelfen nur bemerkt, da diese Säule sonst einen anderen Schatten hätte werfen müssen und er ein Meister seines Fachs war. Obsidian war immer da, wenn man ihn vielleicht brauchte.
„Amant ...lass uns wieder hinein gehen. Es ist noch recht kalt.“
Die Erwähnung seines neuen Namens, klang merkwürdig in dieser Situation und weckte vielleicht seine Erinnerung, dass auch er nun ein neues Leben begonnen hatte und eine der neuen Regeln in seinem Leben lautete: Verlasse niemals alleine das Haus. Also musste er ihr also folgen und Obsidian war dafür da, dafür zu sorgen das er es tat und Amandin in Sicherheit war, wenn Thomas in seiner derzeitig instabilen emotionalen Lage auf dumme Gedanken kommen sollte. Als sie die Halle etwa zur Hälfte durchquert hatten sagte Amandin leise:
„Ich würde gern mit dir weiter arbeiten, aber vielleicht brauchst du etwas Zeit für dich...“
Sie überließ es ihm, auch wenn es ihr widerstrebte ihn jetzt allein zu lassen, vielleicht brauchte er Raum für sich. Sie sah ihn nicht an und ging ohne zu stocken weiter, abwartend was er antworten würde. Er konnte gerade ihr Gesicht nicht sehen, aber hinter ihren rot glühenden Augen loderte Angst. Angst davor, dass er versagen könnte, dass sie ihn verlieren könnte. Sie hatte schon zu viel Hoffnung in ihn gesetzt um jetzt einfach aufzugeben.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Samstag 23. April 2016, 00:41

Thomas spürte den kühlen Marmor unter seiner Stirn, aber der Stein vermochte ihn nicht zu trösten, sondern war lediglich ein stummer Zeuge der dramatischen Ereignisse, die sich gerade an Ort und Stelle abspielten Wenn die schwarzen Steine dieses Anwesens sprechen könnten, sie hätten vermutlich sehr vieles zu erzählen. Über das Schicksal ihrer Vorgänger zum Beispiel. Was war wohl aus der andunischen Familie des Bürgermeisters geworden, die zuvor in diesem Haus gelebt hatte? Was hatten die Diener um Amandin hier schon alles erlebt? Wie hatte ihr Onkel hier bereits gewütet? Wurden die Steine nicht schon oft Zeugen heimlicher Tuscheleien, Verschwörungen und Geschäfte? Ja, sie hätten viel zu erzählen, aber sie behielten all diese Geheimnisse stoisch für sich und schwiegen. Menschliches und Elfisches Leben war für Steine ohnehin nicht von Belang. Es hatte sie selbts jahrtausende, wenn nicht gahr jahrmillionen gekostet um überhaupt ihre derzeitige Form zu erlangen und an diesen Ort zu kommen. Was waren dagegen die kleinen und grösseren Tragödien dieser kurzlebigen Geschöpfe, wie Elfen oder Menschen?

«Oh Beth...» Klagte Thomas immer wieder und presste seine Stirn fester auf den Boden. «Oh bei Lysanthor.» Der Steinmetz hatte sich in den letzten Minuten mehrfach massiv in seinem Ton vergriffen. Allein auf die blosse Erwähnung von Lysanthor standen vielerorts schwerste Strafen. In Pelgar hätte man ihn dafür gar under schmerzlichsten Qualen hingerichtet. Zumindest hätte man ihm vermutlich die Zunge abgeschnitten. Selbst auf Amandins Baustelle hätte es eine Strafe gesetzt und auch bei Amandin war es fraglich, wie lange sie noch über diesen Makel hinwegsehen würde. Thomas hatte schliesslich in ihrer Gegenwart noch nie Lysanthor angebetet oder ihn angefleht. Wenn er über ihn gesprochen hatte, dann weil er seine Zweifel geäussert hatte. Sein Ausbruch zeigte ihr, dass sein Glaube wohl doch tiefer in ihm verankert war, als er es sich selbst eingestand. Das war längerfristig gewiss ein Problem, denn damit brachte sich ihr potenzieller Diamant in grosse Gefahr. Nicht auszudenken, wenn ihm dieser Fehler vor ihrem Onkel unterlaufen wäre!

Der Steinmetzmeister erhielt keine Antworten auf seine vielen Fragen. Seine Augen suchten verzweifelt nach einer Regung in ihrem Antlitz, doch sie gab ihm nichts dergleichen. Sie starrte ihm entgegen, ihr Gesicht zu einer kalten Maske erstarrt. Die Kälte, die ihm von ihrer Seite gerade entgegentrat traf ihn tief und verunsicherte ihn gewaltig. Er fühlte sich nackt, allein und verloren. Er verschränkte seine Arme hinter dem Nacken, um den Druck auf den Boden noch mehr zu verstärken. Thomas war glücklicherweise ein sehr friedfertiger Mensch, so dass seine Wut und Verzweiflung sich nicht über gewaltsame Handlungen Luft verschaffte. Aber seine Aufrichtigkeit spiegelte sich eben nicht nur in Momenten wider, wo es ihm gut ging, sondern auch dann wenn er litt und im Moment durchlebte er Höllenqualen. Es musste für jeden, der ihn aufrichtig mochte schwierig sein, ihn so zu sehen und ihn in seinem Leid zu ertragen. Schliesslich Trug Thomas sein Herz auf der Zunge und im Moment klagte er seine Verzweiflung über seinen Verlust in die Welt.

Er würde vermutlich ein paar Stunden oder auch Tage brauchen, bis er endlich erkennen würde, dass er eigentlich keinen Grund zur Trauer hatte. Beth hatte überlebt und es ging ihr allen Anschein nach gut. Er hatte definitiv Schlimmeres befürchtet! Amandin konnte wohl darauf vertrauen, dass diese Einsicht Thomas irgendwann auch einholen würde, aber jetzt im Moment überwog die Verletzung und der Ekel ab seinen eigenen Gedanken.

Er kann...dich hier...nicht hören. Thomas riss seine Augen auf und erkannte, was er gerade getan hatte. Er hatte sich vergessen! Hatte den Kontext vergessen, in dem er lebte! Er hatte sich selbst doch einst geschworen, dass ihm dies nie passieren würde! Er wollte sich doch beherrschen, egal was da an Leid kommen wollte...und jetzt? Jetzt wo er wusste, dass Beth lebte und sie in Amandins Diensten stand, durfte er sich doch erst recht keine solchen fatalen Fehler erlauben! «Oh Herrin es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid!» Krächzte er immer wieder. Seine Hände zitterten, bebten. Er richtete sich wieder auf die Knie auf, er faltete seine Hände vor seinem Kopf wie zum Gebet, aber dies war gleichzeitig auch eine Geste der Schuld und der Verzweiflung.
»Aber ich...vergebe dir...» Thomas hielt die Augen geschlossen. Sein Gesicht war zu einer ernsten und gepeinigten Fratze verzogen. Er nickte immer wieder und ballte nun seine mächtigen Pranken zu Fäusten. Er versuchte sich sichtlich zusammenzureissen, konnte aber nicht verhindern, dass seine Hände zitterten, wie sie es getan hatten, als er seine Wahl getroffen hatte am ersten Tag und befürchtet hatte, ein Todesurteil ausgesprochen zu haben.

Er sah im Augenwinkel, wie sich Amandin bewegte und er blickte zu seiner Herrin auf. Es musste sie beruhigen, dass er seinen Halt in erster Linie bei ihr suchte und sein Blick ihrer Bewegung folgte. Er hätte ihn schliesslich auch gen Himmel – zu Lysnathor – oder gen Stallungen – zu Beth – richten können. Tat er aber nicht. Allerdings liess sich der Stienmetz durch einen seltsamen Schattenwurf einer Säule ablenken und dabei erkannte er, dass Obsidian gerade über seine Herrin wachte. Er blickte den Dunkelelfen für einen Moment schweigend an. Seltsamerweise glaubte er in dessen Augen ein gewisses Verständnis für seine Situation zu erkennen. Er hob seine Augenbrauen, als endlich der Gedanke durch sein Gehirn sickerte, dass Amandin Obsidian herbestellt hatte, weil sie Thomas möglicherweise doch noch nicht ganz traute. Was hatte sie denn befürchtet, dass er tun würde? Ihr an die Gurgel springen?

„Amant ...lass uns wieder hinein gehen. Es ist noch recht kalt.“ Der Steinmetz starrte auf den Boden. Sein neuer Name klang noch immer so fremd in seinen Ohren. Ihm gefiel seine alte Identität. Er war gerne Meister Mercer und als Steinmetz war er eigentlich auch an seinen Namen gebunden, den er ja stets mit seinem Zeichen im Stein verewigte. «Ja Herrin.» Brachte er niedergeschlagen und ungewohnt monoton hervor. Er gab Obsidian keinen Grund einzugreifen, sondern erhob sich aus freien Stücken. Er wandte sich nochmals nach dem Haus um, doch Beth war nicht mehr dort. Es war für ihn mehr als nur beunruhigend, dass auch Amandins Leibdienerin in diesem Haus verkehrte. Er folgte seiner Herrin in einigem Abstand. Alles fühlt sich unwirklich an. Er bewegte sich wie in Trance.

„Ich würde gern mit dir weiter arbeiten, aber vielleicht brauchst du etwas Zeit für dich...“ Ertönte es von seiner Herrin, die nicht stehenblieb. Sich nicht umwandte. Ihn nicht ansah. Er wollte nicht alleine sein. Das war wahrlich das Letzte, was er im Moment gebrauchen konnte. Alleine sein, mit seinen Zweifeln, Ängsten, finsteren Gedanken und seinem Gott. Er schauderte. Allerdings war es fraglich, ob er im Moment überhaupt arbeiten konnte. Kam vermutlich darauf an, welche Form von Arbeit seiner Herrin vorschwebte. Arbeit am Stein? An seiner Person? Am Bau? Als Sklave? Er konnte es nicht wissen. «Ich... wäre lieber nicht allein...Herrin.» Er suchte Zuflucht. Thomas war ein geselliger Kerl, er konnte nicht gut alleine sein. Er brauchte ein soziales Umfeld, soziale Beziehungen.

Der Gang den sie durchschritten war lange und bot daher Zeit weiter nachzudenken. Beth war Schwanger! Hatte möglicherweise eine neue Liebe gefunden. Was war mit ihrer gemeinsamen Tochter? Welches Schicksal war Louisa widerfahren? War sie inzwischen bei ihrer Mutter? Aber dann wäre sie doch heute mit im Garten gewesen, oder nicht? Thomas hätte Amandin am liebsten danach gefragt. Aber im Moment konnte er wohl nicht mit einer Antwort rechnen und im Grunde war er sich auch gar nicht sicher, ob er im Moment weitere Wahrheiten ertragen konnte. Er musste erst damit fertig werden, dass seine Familie bereits vor einiger Zeit aufgehört hatte zu existieren. Mercer folgte seiner Herrin schweigend, ohne darauf zu achten, wohin sie eigentlich gingen. Immer wieder spielten sich vor seinem inneren Auge zwei Szenen ab: Jener Moment des dunkelelfischen Überfalls auf Pelgar, wo er sich selbst den Besatzern hatte ergeben müssen und jener Moment vorhin, wo er Beth sehen konnte, schwanger von einem fremden Mann. Doch wem machte er etwas vor? Seine Fehltritte waren nur nicht sichtbar, weil er nunmal ein Mann war. Sein Herz ermahnte ihn, sich für seine Frau zu Freuen und Lysanthor...oder Amandin dafür zu danken, dass sie verschont geblieben war. Doch da war immer noch ein Anteil in ihm, der sich nach der Zeit vor dem Krieg sehnte und an den konservativen Idealen festhielt.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Montag 25. April 2016, 23:32

Amandin hielt ihre Hände unter ihrem Mantel verborgen. Ihre Knöchel begannen langsam zu schmerzen, so fest krallten sie sich in das Gewebe. Unsichtbar und tief in ihrem Innern verborgen tobte ein Kampf, ein Krieg zweier Welten. Eine von beiden würde unweigerlich irgendwann sterben müssten und wenn dieser Tag kommen würde, dann hätte sich ihr Schicksal erfüllt. Doch heute wollte sie nicht die kalte Hohepriesterin Faldors sein, die Entscheidungen in die ein oder andere Richtung traf, heute wollte sie nur eine Frau sein. Heute wollte sie nur ihren Diamanten schleifen und betete ihrerseits zu ihren Göttern, dass er die nötige Härte in sich hatte um mit ihr diesen Weg zu gehen. Als Thomas hinter ihr leise antwortete:
«Ich... wäre lieber nicht allein...Herrin.»
fiel ihr nicht nur ein Stein vom Herzen, nein das Drachengebirge hüpfte einmal aus seinen Fundamenten, umrundete eilig Celcias Küsten und senkte sich dann erleichtert in seinen Ursprungsort zurück. Ein kurzes Zucken ihrer Nasenflügel, ein Beben ihrer Oberlippe in ihrem angewandten Gesicht, mehr war es nicht, aber es war pure Erleichterung. Thomas hatte noch einen weiten Weg vor sich, aber er suchte Schutz … bei ihr. Bei Amandin Belyal Sinth, Nichte des Stadtherren von Andunie, Hohepriesterin Faldors und seiner Herrin, seiner Gespielin, seiner Geliebten und vielleicht irgendwann noch mehr...
Amandin lächelte in sich hinein und es fühlte sich interessanter Weise erstaunlich warm an, diese Gefühlsregung ihres schwarzen Herzens. Es gab da etwas, das sie für ihn fühlte und für das die Menschen einen Namen hatten:

Hoffnung.
Es gab noch Hoffnung für Thomas Mercer.

Sie streckte langsam die verkrampften Finger, rieb sie unter ihrem Mantel und blieb dann stehen. Ihr Mantel wehte um ihre nackten Füße, als sie sich zu ihm umdrehte und ihre Arme langsam ausbreitete. Gleichzeitig flüsterte sie:
„Knie nieder...“
Es war der sanfte Hauch ihrer Stimmfarbe, die sein Knie sofort beugte.
Langsam kam sie auf ihn zu und blieb einen Moment vor ihm stehen, bevor sie ihren Mantel weit öffnete, Thomas mit einem Schritt in ihre Arme zog und seinen Kopf an ihren flachen Bauch drückte. Die weiche Fülle des weißen Lackens und die nachtschwarze Dunkelheit des Mantels schlossen sich um ihn. Ihr Duft umhüllte sie, die Weichheit ihrer Brüste, ihre Wärme, ihre Dunkelheit boten seinem Geist den Schutz und die Ruhe die er brauchte. Instinktiv umfingen seine Arme ihren schlanken Leib, klammerten sich an ihre Stärke. Amandin summte eine irgendeine Melodie, sanft und leise spendete sie Geborgenheit . In den Falten des Mantels fanden ihre Hände seinen Kopf und ihre Finger glitten leicht durch sein Haar. Für diesen Moment erlaubte sie ihm, sich ganz und gar fallen zu lassen. Seine Wange lag auf ihrem Herzen und er hörte deutlich ihren gleichmäßigen Herzschlag. Ihre Haut war dort warm, weich und seidig.
Ein ferner Beobachter hätte sehen können, wie Amandins Augen sich einen Moment schlossen und ihr Kopf sich zu ihm herab senkte. Sie hielt ihn fest umfangen, fast wie eine Mutter, die ihrem Kind Trost spendete, doch war hier noch viel mehr unter der Oberfläche. Sie musste ihn beschützen, denn wenn sie ihr ihn weg nahmen, wer sollte dann ihr Werk vollenden. Amandin wiegte Thomas sanft ihn ihren Armen, während ihr Blick in die Ferne glitt. Es würde schwer für ihn werden und ein Mensch hätte Mitleid empfunden. Ein Mensch hätte ihn gehen lassen, ihm seine Frau, seine Familie wieder gegeben und ihn damit glücklich gemacht. Doch Amandin war kein Mensch, auch wenn sie ihn mochte und wussten Menschen wirklich wann sie glücklich waren?! Thomas wusste es anscheinend nicht. Er litt, das war deutlich zu sehen, selbst wenn man blind war. Seine Frau hatte überlebt, sein Kind war am Leben und er litt, weil sie nicht mehr seine Familie waren. Er litt, weil er einsam war. Menschen waren schon merkwürdige Wesen. Manch Dunkelelf veranstaltete Freudenfeste, wenn ein Familienmitglied das Leben verließ. Amandins Gedanken schweiften einen Moment ab, in eine ferne Vergangenheit und zu ihrem Vater. Sie selbst hatte sein Ableben seit ihrer Geburt herbei gesehnt. Als es dann endlich soweit gewesen war, sie auf Freiheit hoffte, trat ein anderer an seine Stelle. Hass funkelte kurz in ihren Augen. Freiheit war eine Illusion, aber Hass war real. Und dann gab es ja da auch noch dieses honigsüße Gefühl der Rache. Sie presste die Lider fest über ihre Augäpfel. Die roten Funken wichen und die Konzentration kehrte zurück. Thomas war hier bei ihr und ihre Pläne hatten Zeit. Vielleicht würde er einmal eine Rolle darin spielen, vielleicht auch nicht. Jetzt galt es ihn erst einmal auf andere Gedanken zu bringen. Er brauchte einen Rahmen in dem er funktionieren konnte, ohne etwas tun zu müssen.
„Thomas...“
Sie flüsterte seinen Namen so leise, dass er ihn mehr in ihrer Brust hören konnte, als an seinen Ohren. Sie öffnete langsam den Mantel, damit er sich sammeln und sie ansehen konnte.
„Lass uns nach den Stallungen sehen, ja? Etwas anderes wird dir gut tun. Die neuen Weibchen sind angekommen und würde sie gerne begutachten.“
Sie strich ihm über die Wange und hob ihn sanft führend unter seinem Kinn an. Ein leichtes Zeichen, dass er aufstehen konnte. Gesellschaft war etwas Gutes. Man musste sich zusammenreißen.
„Begleite mich.“
Sie wartete, bis er sich wieder ganz erhoben hatte und wieder halbwegs gefasst geradeaus schauen konnte, dann hakte sie sich bei ihm ein.
„Amant, gefällt dir der Name eigentlich?“
Sie wechselte bewusst zu leichten Gesprächsthemen, damit er seine Gedanken sortieren konnte. Sie liefen durch ein paar weitere Gänge, durchquerten die große Eingangshalle und Amandin ließ sich von Amethyst, der am Eingangsportal wartete, ein paar Schuhe bringen. Der Dunkelelf kniete sich hin um seiner Herrin die Stiefel anzulegen und prompt wölbte sich sein Lendenschurz. Sie hatte einfach diese Wirkung. Amandin ging vor und der Haushofmeister sah kurz zu Thomas. Er schien ihn zu mustern, aber sagte nichts. Um in dieser Welt auf Dauer bestehen zu können, musste Thomas sich sehr bald ein „neutrales“ Gesicht antrainieren, damit nicht jeder sofort seine Stimmung in seinen Zügen lesen konnte. Dies hier sollte also eben jene Übung werden und in Amandins Haus war er dabei sogar unter „Freunden“, oder zu mindestens Gleichgesinnten.
Herrin des Anwesens, die sie war, schritt Amandin fast majestätisch die Treppe vor ihren beiden Leibdienern hinab und überquerte mit wallenden Gewändern den Vorplatz. Auf der andern Seite des Haupthauses, vor dem Gebäude, befanden sich die Stallungen links und rechts nicht weit ab vom Weg der zum „Gartentor“ führte. Abermals fühlte sich Thomas von der Magie der Steine irgendwie beobachtet, aber es war dieses Mal nur ein unaufdringliches Schauen. Seine … ihre Herrin war bei ihm. Amandin steuerte zielstrebig auf ein Gebäude zu und man hörte von dort seltsame jaulende Geräusche.
Kurz bevor sie die Tür erreichten, wurde sie von einem der beiden Orks geöffnet. Er kniete sofort nieder und verbeugte sich sogar noch zusätzlich. Sein Gesicht zog sich in die Breite und er bleckte seine langen Hauer.
„Herrin, schön, dass ihr es einrichten konntet. Gabbro ist hinten in den Stallungen.“
Amandin nickte und ließ sich von ihm führen. Auch Thomas und Amethyst traten ein. Das Halbdunkel des Stalls umfing sie und der Duft von frischem Heu war allgegenwärtig. Zusätzlich dazu hing ein leicht scharfer Geruch in der Luft, der aus dem hinteren Bereich zu kommen schien. Die ersten Boxen waren allesamt leer. Dieser Stall war wohl extra für die Warge umgebaut worden und nur die hinteren Teile wurden genutzt. Dort fanden sich massive Metallkäfige, die in den Boden eingelassen worden waren und Thomas sah an den Übergängen, dass der Stein regelrecht um den Stahl herum gewachsen war. Die Käfige an sich waren geräumig und um so näher sie kamen um so eindringlicher wurde das Wimmern und Jaulen.
Eine kleine Gruppe erwartete sie und Amandin wurde mit tiefen Verbeugungen begrüßt. Trotzdem hatte es eine gewisse vertraute Atmosphäre, die durch ihr offenes Verhalten noch unterstützt wurde.
Marmora, Nelsanis Freundin, Tuff, Thomas-Begleiter-Ork, Gabbro, der Wargzüchter und Perlita, nickten auch Thomas grüßend entgegen. Amandin lächelte dem einen Ork entgegen und legte ihm eine Hand auf den Unterarm.
„Und, Gabbro? Wie weit sind sie?“
Der Ork überschlug sich fast vor Stolz, mochte man meinen.
„Es ist perfekt. Alles stimmt und diese zwei sind soweit. Die Stehphase hat eingesetzt, wir könnten beginnen. Der Zeitpunkt für ihre Ankunft hätte nicht besser sein können.“
„Wunderbar!“
Neben Thomas hatte sich der andere Ork aufgebaut, also musste dieser Tuff sein.
„Soich erkärdirmal, wasda jetzt sopassiert.“
Er sah Thomas an und grinste.
„Esgeht umdie Läufigkeit. Inder Regeldauert dieLäufigkeit einerHündin, alsodem Warbeibchen etwavier Wochen. Wobeimeist daszweite Dritteldieses Zeitraumes derEntscheidendeist.
DieVorbrunst dauert ca. eineWoche. Sieistdurchsetzt durchUnruhe undGereiztheitder Hündin, was manchmal escht gefählich werdenkann. Sieist sehrverspielt, geradebei Rüden. Ihre Geschlechtsteile schwellenan, schau. DieHündin produziertstarken Läufigkeitsgeruchund verteiltihn zusätzlich anstrategisch wichtigenMarkierstellen. Natürlich wirddie Hündinnun fürdie Rüden sehrinteressant. Derstarke Geruchlockt dieRüden geradezuan. Abernoch willdie Hündindie Rüdennichthaben. Jeder, derihrem Hinterteilzunahe kommt, wirdvehement abgeschnappt. Machensie auchbeiuns, alsovorsicht, beiden Andern. Diehier sindschon weiter. Mitdem Beginnder Blutungsetzt dieHochbrunstein. DieHündin istaber nochnicht bereitzur Paarung undschnappt dieRüden weiterhinrigeros ab. Inder Regelsind läufigeHündinnen sehrreinlich. Sielecken häufigdas Blutvon ihremGeschlechtsteil. Eswäre echtTierquälerei, dieHündin indiesem Zeitraumsoin denFreilauf, zuanderen Hunden, vorallem Rüden, zulassen. Nachetwa 9bis13 Tagennach Beginnder Blutungistdie Hündinfortpflanzungsbereit. Indiesen Stehtagen sinddie Eizellenbefruchtungsfähig. Diesist derwichtigste Zeitraumwährend derLäufigkeit! DieHündin schnapptRüden, diean ihrHinterteilgehenwollen, nichtmehr ab. Sehrwillig präsentiertsie sichdiesen. Sieist bereitzur Fortpflanzung undihr ganzestriebhaftes Verhaltensprogramm istdarauf ausgerichtet, gedecktzu werdenund soihrer Art zuerhalten. Nachetwa einerWoche sinddie Stehtagevorbei, alsomüssen wiruns ranhalten. Danachfolgt dieNachbrunst, inder dieLäufigkeit abklingt. DerHormonspiegel normalisiertsich undder Körperkommt aufseinNormallevel zurück."
Tuff sah Thomas an und zukte mit den monströs breiten Schultern.
"Aberganz genaukönntdir dasGabbro bessererklären."
Irgendwie grinste er etwas ertappt. Anscheinend waren nicht alle Orks dumme Wesen, oder sie waren eine denkbar misverstandene Rasse.
"DieHerrin wirdgleich Axatosholen unddann wirdswild, kannich dirsagen!!! Dasollte mannicht imWegstehn!"
Die beiden Mädchen vorne an den Gittern kicherten und neckten die Wargweibchen, die sich auf jeden kleinsten Laut, jede Vibration willig mit ihren Hinterteilen an den Gittern rieben. Gabbro scheuchte sie weg und sie lachten.
"Ach lasst sie doch in Ruhe. Stellt euch vor, ihr wärt eine Woche lang nicht in der Lage euren Trieb zu steuern."
"Aber Gabbro, das sind wir doch nie."
"Ha - Ha."
Abermals erfüllte Lachen die Stallungen, nur der Ork schaute etwas mitleidig die beiden Tiere an und Amandin warf ebenfalls einen Kommentar ein:
"Ich kenne in Morgeria einen Sklavenhändler, der sich auf genau diese Art von Kreuzzüchtungen spezialisiert hat. Er versucht willentlich Menschen mit Tieren zu paaren um sie williger zu machen. Diese Wesen sind so leicht beeinflussbar."
Gabbro riss die Augen auf.
"Wiewiederwärtig. Dasist dochgegen dieNatur!"
"Ja, er versucht Hybriden zu züchten, aber soweit ich weiß ist es ihm noch nicht gelungen. Aber eine Vorliebe für diese Mischwesen hat er auf jeden Fall."
Marmora meinte leiser:
"Ihr sprecht von Meister Sademos, oder?"
Amandin nickte und Marmora verzog unangenehm berührt das Gesicht.
"Jetzt aber genug davon... Dann werde ich mal Axatos holen."
Sofort hob sich die Stimmung wieder und Amandin verschwand kurz noch tiefer in den Stallungen. Ein tiefes, sonores Knurren war aus dem hinteren Teil zu hören und alle warteten aufgeregt.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Dienstag 26. April 2016, 21:21

Thomas folgte seine Herrin mit einigem Abstand. Dabei hielt er seinen Blick starr auf den Boden gerichtet und überhaupt fehlte jegliche Form von Stolz und Anmut in seiner Haltung. Tatsächlich schlurfte er eher als er ging und es war ihm von weitem her anzusehen, dass er ganz und gar nicht bei der Sache war. So wäre er denn auch beinahe in seine Herrin hineingelaufen als sie stehenblieb, wenn der Abstand zwischen ihnen nicht gross genug gewesen wäre. Er blickte auf, als sie ihn ansah und ihre Arme ausbreitete, wie ein schwarzer Engel.

„Knie nieder...“ Thomas folgte diesem Befehl noch so gerne. Insgeheim sehnte er sich sogar nach der Behandlung, die er schon einmal bekommen hatte. Damals, als man ihn gänzlich verschnürt hatte. Fesseln, Ketten, konnten durchaus auch etwas Entlastendes sein. Der Sklave kniete sich so hin wie es ihn seine Herrin dereinst gelehrt hatte, nur beobachtete er sie nicht, sondern starrte nach wie vor ausdruckslos vor sich hin. Es ärgerte ihn selbst, dass er vor seinem inneren Auge nicht einmal Beth als Ganzes sah, sondern immer nur die Wölbung ihres Bauches. Die fremde Frucht, die sie unter ihrem Herzen trug. Ausgerechnet er ereiferte sich darüber! Ausgerechnet! Er, der die Spuren der Lust seiner Herrin und von sich selbst noch immer an seiner Kleidung trug, ja gerade er! Seine Augen begannen zu brennen und er schloss sie, während er seine Wut und Verzweiflung herunterschluckte. Er fühlte sich schäbig. Einfach nur schäbig und unendlich einsam! Er spürte die Wärme seiner Herrin, als sie ihn an sich zog und seine Wange leicht gegen ihre Bauchfläche presste. Über seinem Scheitel konnte er gerade noch den Ansatz ihrer Brüste spüren...

Er richtete sich etwas auf, um seinen Kopf günstiger zu platzieren. Sein Ohr kam dabei über ihrem Herzen zu liegen und instinktiv umgriff er ihre Flanken und klammerte sich an seinem Leib fest, während er angestrengt und tonlos versuchte zu weinen. Er konnte es nicht. Diese Fähigkeit hatte er schon lange verloren. Stattdessen gab er eher einige knurrende und angestrengte Laute von sich. Er konnte seinen seelischen Schmerz nicht verbalisieren und nicht in die Welt hinausschreien. Deshalb presste er sich fester gegen ihren Leib und intensivierte seine Umklammerung. Allmählich drang jedoch ihre Melodie und ihre Wärme zu ihm durch und der Sklave beruhigte sich etwas. "Ich liebe sie noch immer." Hauchte er. "Wie kann ich mir nicht wünschen, dass sie glücklich ist?" Er seufzte und presste sich fester gegen ihren Körper. "Werde ich sie jemals wiedersehen, Herrin?" Er blickte zu Amandin hoch und schüttelte sogleich den Kopf, bevor sie antworten konnte. Er wollte es offenbar nicht wissen. Jetzt nicht. Aber die Frage stand im Raum.

Menschensklaven waren wie alle anderen Haustiere auch. Jede Art hatte unterschiedliche Bedürfnisse die es zu berücksichtigen galt, wenn man nicht wollte, dass sie zugrunde ging. Menschen waren soziale Wesen die auf stabile Strukturen und klare Regeln angewiesen waren. Thomas war hinsichtlich der sozialen Kontakte ein etwas besitzergreifendes Exemplar. Er hatte schon ein paar Mal offensichtlich gemacht, dass er seine Herrin nur ungern mit Anderen teilte. Vermutlich brauchte er jemanden, der ganz ihm gehörte und für den er da sein konnte. Thomas war aber auch ein Wesen, dass Schwierigkeiten hatte, sich an die neuen Lebensbedingungen zu adaptieren. Er hatte seine Emotionen nicht genügend unter Kontrolle und beherrschte viele fundamentale Regeln und Techniken noch nicht, die sein Überleben im Haifischbecken der Dunkelelfen sicherten. Er stand wahrlich noch ganz am Anfang seiner Erziehung.

Thomas kümmerte das Hier und Jetzt im Moment gerade wenig. Er haderte immer noch mit sich selbst und mit dem, was er soeben gesehen hatte. Dabei überwog inzwischen mehr das schlechte Gewissen über seine eigenen Gedanken, als der eigentliche Schock. Er hatte wie ein egoistisches Arschloch gedacht! So war er doch gar nicht! Das wünschte er Beth doch gar nicht! Er seufzte, als die Finger seiner Herrin locker durch sein Haar glitten. "Ich will nicht undankbar erscheinen Herrin. Ich danke euch von ganzem Herzen, dass ihr euch ihrer angenommen habt..." Immerhin, sein Verhalten machte deutlich, dass er seiner Herrin gegenüber noch immer absolut loyal war und sein eigenes Schicksal und das seiner Familie nicht als ein Verbrechen ihrerseits betrachtete. Es war seltsam, dass er ihr nicht direkt vorwarf, dass sie seine Familie nicht zusammenführte, sondern nur in ihrer Nähe hielt. Vermutlich lag dies daran, dass Thomas die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung noch nicht gänzlich aufgegeben hatte.
„Thomas...“

Langsam schwand die Dunkelheit um ihn. Kälte umspielte seinen Nacken und seine Schultern, als sie von ihm zurücktrat. Der Sklave blickte langsam auf und im Moment wirkte Meister Mercer um etliche Jahre älter, als er wirklich war. Leid und Trauer stand dem Mann nicht gut. Er erwiderte ihren Blick nur unwillig, als sie ihre Finger unter sein Kinn legte und seinen Kopf leicht anhob. Am liebsten hätte er weiterhin an den Boden gestarrt. Ein Verhalten, dass in einer anderen Situation wohl unweigerlich zur Strafe geführt hätte. Thomas musste aufpassen, dass er ihre Gnade und Geduld nicht zu sehr strapazierte. Sie zeigte zwar eine überdurchschnittliche Menschenkenntnis, doch letztlich waren ihr deren Kultur und Lebensweise vermutlich doch nicht gänzlich vertraut. Zumal sich Thomas eigentlich ihr anpassen musste und nicht umgekehrt.

Der kräftige Sklave folgte ihrem Befehl und erhob sich langsam und drückte kurz seine Pranke in den Rücken. Er verzerrte für einen Moment das Gesicht. Hatte er diese Geste gemacht, um seinen Rücken zu entlasten und zu kneten, oder hatte er sich selbst gerade aus irgendwelchen Gründen einen Schmerzreiz gesetzt? Thomas wusste es selbst nicht so genau, aber der Schmerzreiz holte ihn zumindest für kurze Zeit aus seinen Gedanken. Als Sklave hatte man schliesslich für gewöhnlich nur wenige Möglichkeiten zum Abbau von Stress. Er hatte es sich damals in Pelgar schliesslich nicht erlauben können, rumzubrüllen oder zu heulenn Man hatte sich nicht besaufen können und oft hatte auch in der i die Intimität und das Vertrauen gefehlt, um wirklich über die eigenen Probleme zu sprechen. Zumal ohnehin jeder an seinem eigenen Schicksal zu nagen gehabt hatte. Was also tun? Thomas hatte dereinst seine inneren Spannungen jeweils über die Steine kanalisiert. Als erfahrener Steinmetz wusste er schliesslich genau, wie viel Kraft er in einen Hieb setzen konnte. Körperliche Ertüchtigung bis zur völligen Erschöpfung hatte ihm tatsächlich immer die nötige Ruhe im Kopf beschert. Ein müder, gepeinigter Körper setzte sich mühelos über den Geist hinweg.
„Amant, gefällt dir der Name eigentlich?“

Bei den Mercer handelte es sich um ein traditionelles Steinmetzgeschlecht. Er wusste nicht genau, wie weit im Stammbaum seiner Familie das Handwerk zurückging, aber es mussten mehrere Generationen gewesen sein. Das Steinmetzzeichen war jeweils vom Vater zum Sohn übergegangen. Der Name, die identität der Mercer hatte sich in ihrer Familie nicht primär über die Blutlinie fortgepflanzt, sondern ihr Handwerk. Damit war Thomas nun der letzte seiner Art. Er hatte keinen männlichen Nachfolger gezeugt, der sein Erbe hätte entgegennehmen können. Vielleicht hätte er tatsächlich Louisa ausgebildet, wenn die Zeiten anders gewesen wären... Nun...wenn sie anders gewesen wären, dann trüge Beth vermutlich nun sein eigenes Kind unter dem Herzen. Es schmerzte ihn vermutlich zusätzlich, weil es in ihrer Ehe nach der Geburt von Louisa zu keiner weiteren Schwangerschaft mehr gekommen war, obwohl sie sich so sehr ein zweites Kind gewünscht hatten. Ganz in der pelgarischen Tradition verhaftet, hatte sich Thomas eben doch auch einen Sohn gewünscht.
Thomas blickte zu Boden. Thomas Mercer, dies war ein Name mit Geschichte. Eine altehrwürdige Identität von gutem Rufe. Amant hingegen war ein Wesen ohne Vergangenheit. Ohne Geschichte. "Ja Herrin, schon..." Gab Thomas deswegen auch etwas zurückhaltend von sich. Er wusste schliesslich durchaus um die Bedeutung und die Ehre dieses Namens im Kontext dieses Hauses. Hier war der Name Amant durchaus eine Herausstellung und eine Würdigung seiner Person. Aber Amant hatte in seinen Augen noch nichts geleistet, was diesen Namen verdienen würde. Amant war ein Phantom, ohne Familie, ohne Freunde, nur da um zu dienen.

Thomas folgte seiner Herrin bis zur Tür, wo Amethyst bereits – wie konnte es anders sein – für sie bereitstand. Thomas Mundwinkeln zuckten, als er die körperliche Reaktion des Elfen erblickte. Thomas konnte teilen, Amant nicht, denn Amant hatte nur seine Herrin. Sonst nichts. Die beiden Leibsklaven folgten ihrer Herrin. Thomas sah sich um, sobald sie wieder ins Freie getreten war. Es war offensichtlich, nach wem seine Augen suchten... Doch Beth war nicht da.
Sie erreichten die Stallungen, wo sich bereits die gesamte Gemeinschaft des Hauses versammelt hatte. Wie viele Sklaven und Diener besass Amandin eigentlich? Warum lebte Beth an einem anderen Ort? Wie diente sie der Herrin? Wer war dieser Elf? Ein Sklave?

Es war durchaus beeindruckend, wie dieser kräftige Ork vor der physisch kleinen Gestalt der Herrin in die Knie ging und sich in tiefer Demut von ihr verneigte. Thomas musterte den Grünen, denn e war sich den Anblick von Orks noch immer nicht wirklich gewöhnt.
Jeder hier im Hause diente der Herrin auf seine Weise und fühlte sich offensichtlich besonders geehrt, wenn die Herrin sie mit ihrer Aufmerksamkeit belohnte. Bei Thomas war es ja nicht anders. Er konnte nun ahnen, wie kostbar ihre Zeit eigentlich war, denn sie hatte viele Untergebenen, denen sie offensichtlich gerecht werden wollte. Amandin gab viel und verlangte im Gegenzug alles. Das war durchaus ihr Recht, nicht wahr? Sie war schliesslich die Herrin!

Man durfte sich keine Illusionen machen. Ein Fingerschnippen von ihr und man war Weg vom Fenster. Diese Macht hatte sie. Niemand würde sie daran hindern. Kein Gericht, kein Gott. Das eigene Überleben hing von der Gunst und der Fähigkeit der Herrin ab, über die Fehler und Unzulänglichkkeiten ihrer Sklaven zu stehen. Manch einer würde diese Tatsache dazu anspornen, möglichst mit den anderen Mitgliedern des Hauses zusammenzuarbeiten, um das gemeinsame Glück zu mehren und die Herrin zufrieden zu stellen. Thomas gehörte zu dieser Gattung. Manch ein anderer Sklave mochte aber in seinen Mitsklaven Konkurrenten sehen, die neben ihm um die Aufmerksamkeit der Herrin buhlten. Ein Konkurrent war letztlich ein Feind. Es galt ihn zu sabotieren, ihn in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken, oder ihn schliesslich zu vernichten. Von dieser Art schien die Namenlose Leibdienerin zu sein... doch möglicherweise gab es noch andere von dieser Sorte, die ihre wahren Absichten besser zu verbergen verstanden? Thomas ahnte zumindest, dass solche Themen in diesem Haus durchaus präsent waren, doch er konnte sich das Ausmass und die Konsequenzen daraus nicht wirklich vorstellen. Sein Geist gemahnte ihn nur Vorsichtig zu sein, ohne recht zu wissen, gegenüber wem alles. Sicherlich nicht gegenüber Amandin, Nelsani oder Rubin. Diese drei Personen hatte er bereits tief in sein Herz geschlossen und er vertraute jeder einzelnen von ihnen.
Die Gruppe grüsste die Neuzugänge und Thomas senkte ebenfalls sein Haupt zum Grusse. So viele Schicksale, so viele Überlebensstrategien und so viel Ehrgeiz auf diesem kleinen Raum versammelt. Das war durchaus eindrücklich. Es war kein Geheimnis, dass es Amandin war, die diese sonderbare Gruppe zusammenhielt. Thomas bedauerte, dass weder Nelsani, noch Rubin dabei waren. Auch Obsidian war nicht sichtbar, aber der Steinmetzmeister war sich in zwischen ziemlich sicher, dass er nicht weit von der Herrin weg sein konnte. Dafür vermochte das Strahlen des Orks ihn tatsächlich für einige Sekunden aus seinen Trübsal zu befreien. Er hätte es bisher nie für möglich gehaltne, dass Orks überhaupt den Intellekt besassen, um solch komplexen Emotionen wie Stolz zu empfinden. Sein Bild von fremden Kulturen und Arten war letztlich auch wieder stark geprägt von der Pelgarischen Lehre, die leider kaum ein gutes Haar an allem liess, was anders war als sie selbst.
„Es ist perfekt. Alles stimmt und diese zwei sind soweit. Die Stehphase hat eingesetzt, wir könnten beginnen. Der Zeitpunkt für ihre Ankunft hätte nicht besser sein können.“ Der Steinmetz wusste nicht recht, von was genau Gabbro hier sprach. Offensichtlich fiel dies Tuff auf, denn er kam ihm sofort zu Hilfe, indem er ihm ungefragt das Bevorstehende Prozedere erläuterte.

„Esgeht umdie Läufigkeit. Inder Regeldauert dieLäufigkeit einer Hündin, alsodem Warbeibchen etwavier Wochen." Thomas musterte das eingepferchte Tier, welches nervös und getrieben auf und ab streunte und immer wieder knurrte und jaulte. Für einen Moment kreuzten sich die Blicke von Mercer und dem Tier. Ihm stellte es die Nackenhaare auf, denn irgendwie kam ihm dieser Blick, dieses Gefühl dahinter sehr bekannt vor. Nicht die Tatscahe, dass das Weibchen läufig war, sondern die Getriebenheit, die Unruhe, das Gefühl die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Das alles kannte er ziemlich gut.
"Sieist sehrverspielt, geradebei Rüden. Ihre Geschlechtsteile schwellenan, schau." Thomas schaute, sah aber letztlich nur seine Ehefrau vor seinem inneren Augen, wie sie ihre Beine für diesen Elfen spreizte! Er biss fest die Zähne aufeinander. Wie der Ork weitersprach, von der Läufigkeit des Weibchens kamen ihm immer wieder seine Albträume in den Sinn. In denen Thomas jeweils für seine verbotene Lust bestraft worden war und seiner Familie schlimmes wiederfahren war. Diese Träume plagten ihn noch immer ab und an.

...DieHündin istaber nochnicht bereitzur Paarung undschnappt dieRüden weiterhinrigeros ab. Inder Regelsind läufigeHündinnen sehrreinlich. Sielecken häufigdas Blutvon ihremGeschlechtsteil. Eswäre echtTierquälerei, dieHündin indiesem Zeitraumsoin denFreilauf, zuanderen Hunden, vorallem Rüden, zulassen. "Ja." Brummte Thomas und blickte wieder zur Hündin. Vielleicht war Amant auch so ein Tier, dass sich gerade in einem Ausnahmezustand befand. Vielleicht wurde er deshalb von Amandin von seiner Familie abgeschirmt... vielleicht wäre es ebenfalls eine Quälerei, ihn jetzt zu seiner Failie zu lassen...
Er nickte dem Ork anerkennend zu, als dieser geendet hatte. "Danke für deine Ausführungen, Tuff. Ich habe heute wirklich viel über die Läufigkeit von Wargweibchen gelernt." Meinte Thomas aufrichtig, obwohl er gerade etwas hölzern klang.

Thomas hatte nicht vor, einem läufigen Wargweibchen und dem entsprechenden Rüden im Weg zu stehen. Die Tiere behagten ihm nicht wirklich. Er spürte wie seine Anspannung stieg. "Die...Herrin hat das schon oft gemacht, oder? Sie ist sicher?" Fragte Thomas leise, wohl darauf bedacht, dass Amandin ihn nicht hören könnte. Sie war nunmal eine zierliche Gestalt und weckte gewisse Beschützerinstinkte in ihm. Das hier waren schliesslich wild Tiere, deren gerade die Hormone durchgingen und keine pazifistischen Sklaven! Vielleicht fühlte er sich insgeheim etwas pikiert, weil Amandin ihm vorhin wohl nicht ganz über den Weg getraut hatte und zur Sicherheit Obsidian beigezogen hatte. Warum hatte sie solche Angst vor ihm? Was ängstigte sie an ihm? Er würde sie wohl beizeiten einmal danach fragen...Sicherlich Thomas war ein grosser und starker Kerl... aber das waren die Orks auch, oder? Ob Beth jemals Angst vor ihm gehabt hatte? Sicherlich, auch ihre Ehe war nicht ständig harmonisch verlaufen und ab und an hatte es auch Streit gegeben, doch hatte er ihr in diesen Momenten Angst gemacht? Hatte sie sich jemals davor gefürchtet, dass er ihr körperlich weh tun konnte? Er glaubte nicht, aber im Grunde hatte er sie nie gefragt...und nun war es vielleicht zu spät. Thomas versank wieder in seine Gedanken, bis seine Herrin von diesem Sklavenmeister erzählte, der offenbar Menschen mit Tieren kreuzte. Der Steinmetz verzog sein Gesicht und wurde blass. Nervös strich er sich über seinen Unterarm und dann durch seinen Bart. Bei den Göttern, Beth hätte es wirklich schlimmer treffen können! Statt von einem Elfen, hätte siemöglicherweise von sonst was geschwängert werden können und das auch noch gegen ihren Willen! Dennoch verunsicherte ihn dieses Thema, weil er wieder an die Auserwählten Lehrlinge und Gesellen denken musste...
Der Junge damals in der Nacht. Wie er darüber berichtet hatte, dass man ihm seinen Samen gestohlen hatte. Dann kamen ihm die Theorien wieder in den Sinn, welche die Meister darauf gesponnen hatten. Er schauderte. Vielleicht war Beth gar nicht von einem Elfen schwanger... sondern von einem der Ausserwählten... Er riss seine Augen auf und er spürte wie sich ein Schweissfilm auf seiner Stirn bildete. Nein, das war nicht möglich! Ihre Schwangerschaft war zu weit fortgeschritten! Aber was wenn es der Samen von anderen Menschensklaven gewesen war? Er strich sich über sein Gesicht. Nun dachte er wieder wirr!

Er wurde einfach das schreckliche Gefühl nicht los, dass irgendetwas an der ganzen Sache hier nicht stimmte. Dieses Gefühl wurde jeweils praktisch gänzlich verdrängt, wenn er mit Amandin alleine war und sie sich gegenseitig glücklich machten, aber es hielt sich hartnäckig und flammte immer wieder mal auf. Thomas beobachtete Marmoras Reaktion auf die Nennung des Namen Sademos. Er blickte seiner Herrin hinterher, als sie die Gruppe verliess um den Rüden zu holen. "Kennst du diesen Sademos?" Fragte Thomas an Marmora gerichtet. "Sind das...sind das häufige Bestreben von den Herrschaften...die Zucht von Menschen?" Er strich sich über den Bart. "Was geschieht, mit Kindern von Sklaven?" Vielleicht würde man Beth das Kind wegnehmen, sobald sie es geboren hatte. Er hoffte es nicht für sie. Sie war eine Frau die aufrichtig liebte und alles für ihre Tochter tun würde... ihr ein Kind zu entreissen, wäre grausam!

Thomas war schrecklich naiv, indem er derart mit offenen Karten spielte. Seine thematischen Interessen waren ja im Moment doch ziemlich auffallend und man erkannte sofort, dass ihn etwas hart zusetzte. Thomas gab damit im Moment sicherlich wesentlich mehr über sich preis, als klug für ihn war. Thomas selbst hatte indessen ganz weltliche Probleme. Die ganze Situation shclug ihm langsam aber sicher ziemlicha auf den Magen. Er spürte wie sein Herz ihm unangenehm an den Hals klopfte und in seiner Brust zog sich seine Muskulatur immer wieder beklemmend zusammen.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Freitag 29. April 2016, 15:03

Er nickte dem Ork anerkennend zu, als dieser geendet hatte.
"Danke für deine Ausführungen, Tuff. Ich habe heute wirklich viel über die Läufigkeit von Wargweibchen gelernt."
, meinte Thomas aufrichtig, obwohl er gerade etwas hölzern klang. Tuff freute sich anscheinend, dass er hatte helfen können und grinste zufrieden vor sich hin.
"Die...Herrin hat das schon oft gemacht, oder? Sie ist sicher?"
, fragte Thomas leise, wohl darauf bedacht, dass Amandin ihn nicht hören könnte. Sie war nun mal eine zierliche Gestalt und weckte gewisse Beschützerinstinkte in ihm, deshalb fragte er nach, und der Ork nickte einige Male mit dem gewaltigen Schädel wippend, aber einmal kurz ging das wippen auch etwas zweifelnd zur Seite. Eine hundert prozentig beruhigende Antwort war das nicht, aber mehr war aus ihm derzeit nicht raus zu holen. Thomas Gedanken rotierten weiter um seine treulose Ehefrau und ob Beth jemals Angst vor ihm gehabt hatte? Sicherlich, auch ihre Ehe war nicht ständig harmonisch verlaufen und ab und an hatte es auch Streit gegeben, doch hatte er ihr in diesen Momenten Angst gemacht? Hatte sie sich jemals davor gefürchtet, dass er ihr körperlich weh tun konnte? Er glaubte nicht, aber im Grunde hatte er sie nie gefragt...und nun war es vielleicht zu spät. Thomas versank wieder in seine Gedanken, bis seine Herrin von diesem Sklavenmeister erzählte, der offenbar Menschen mit Tieren kreuzte. Der Steinmetz verzog sein Gesicht und wurde blass. Nervös strich er sich über seinen Unterarm und dann durch seinen Bart und erntete prompt einen etwas unwilligen Blick von Amandin. Er sollte sich doch nicht selbst berühren! Sie hatte ihn beobachtet. Mist! Trotzem kreisten seine Gedanken immernoch mehr um Beth. Sie hätte es wirklich schlimmer treffen können! Statt von einem Elfen, hätte sie möglicherweise von sonst was geschwängert werden können und das auch noch gegen ihren Willen! Dennoch verunsicherte ihn dieses Thema, weil er wieder an die auserwählten Lehrlinge und Gesellen denken musste...
Der Junge damals in der Nacht. Wie er darüber berichtet hatte, dass man ihm seinen Samen gestohlen hatte. Dann kamen ihm die Theorien wieder in den Sinn, welche die Meister darauf gesponnen hatten. Er schauderte. Vielleicht war Beth gar nicht von einem Elfen schwanger... sondern von einem der Auserwählten... Er riss seine Augen auf und er spürte wie sich ein Schweißfilm auf seiner Stirn bildete. Nein, das war nicht möglich! Ihre Schwangerschaft war zu weit fortgeschritten! Aber was wenn es der Samen von anderen Menschensklaven gewesen war? Er strich sich über sein Gesicht. Nun dachte er wieder wirr! Es gab einfach zu viele „Wenns“ in diesem Rätsel, zu viele Puzzelteile fehlten einfach.
Er wurde einfach das schreckliche Gefühl nicht los, dass irgendetwas an der ganzen Sache hier nicht stimmte. Dieses Gefühl wurde jeweils praktisch gänzlich verdrängt, wenn er mit Amandin alleine war und sie sich gegenseitig glücklich machten, aber es hielt sich hartnäckig und flammte immer wieder mal auf. Thomas beobachtete Marmoras Reaktion auf die Nennung des Namen Sademos. Er blickte seiner Herrin hinterher, als sie die Gruppe verließ um den Rüden zu holen.
"Kennst du diesen Sademos?"
, fragte Thomas an Marmora gerichtet.
"Sind das...sind das häufige Bestreben von den Herrschaften...die Zucht von Menschen?"
Er strich sich über den Bart, jetzt konnte es Amandin ja nicht sehen.
"Was geschieht, mit Kindern von Sklaven?"
Marmora hatte ihre hübschen Augen etwas weiter geöffnet, als er sie angesprochen hatte und bedeutet ihm nun mit den Händen ihm zu folgen. Sie entfernten sich ein kleines Stück von den Anderen und sie lockte ihn in eine der leeren Boxen, von wo sie das Treiben weiter vorne gut beobachten konnten, aber selbst etwas mehr Privatsphäre hatten. Dort flüsterte sie:
„Amant, was ist los? Du wirkst ja ganz von der Rolle. Ich meine, ganz verwirrt. Ist irgendwas passiert?“
Die Gegenfrage stand kurz zwischen ihnen, da Marmora sich anscheinend um ihn sorgte. Irgendwie war es tatsächlich beruhigen, dass sich noch jemand anders um ihn sorgte, als Amandin allein. Das verbesserte seine Chancen sich um seinen Kopf zu reden. Sie sah so aus, als hätte sie ihm gern eine Hand auf den Unterarm gelegt, aber stützte sich stattdessen an der Wand der Box ab.
„Lass dir von dem ganzen Gerede keine Angst einjagen. Amandin hat viel Einfluss und sie würde dich nicht in Gefahr bringen. Sie passt auf uns auf.“
Sie sah zu ihm auf und musste dabei tatsächlich den Kopf in den Nacken legen.
„Du bist wirklich ganz schön gewaltig... Wenn wir alleine wären und ich dürfte so wie ich wollte, könntest du morgen nicht mehr laufen.“
Sie kicherte leise, wackelte mit den Augenbauen und fuhr nahtlos eilig flüsternd fort:
„Zurück zu deinen ganzen Fragen. Himmel, du solltest vorsichtiger sein! Wir sind gerade unter uns, aber selbst unter den Leuten hier muss man aufpassen, was man so sagt. Amandin lässt uns ja viel durchgehen, aber es gibt Momente, wenn … wenn eben Leute dabei sind die ihr nicht gut tun, dann muss sie hart durchgreifen, wenn du dann einfach das Wort erheben würdest. Denk immer daran. Sie hat mehrere Rollen zu spielen und manche davon könnten uns umbringen. Schau nicht so betrübt! So ist es nun mal.“
Sie war sehr ernst geworden.
„Natürlich gibt es Herren die Sklaven züchten, was hast du denn gedacht?! Die meisten sitzen in Morgeria, aber seit der Ausdehnung werden natürlich auch in den nachwachsenden Gebieten neue Sklaven benötigt. Es ist ein lukratives Geschäft. In Pelgar wird das schon eine Weile praktiziert, wenn auch nicht so offen wie in der Hauptstadt. Sie passen sich auch an. Man kann eine Gesellschaft nicht vollkommen ausrotten, wenn man sie beherrschen will. Amandin selbst kümmert sich nicht um diese Art der Wiederbevölkerung der eingenommenen Gebiete. Das macht ihre Schw...“
Sie bis sich auf die Lippe und sah Thomas an. Es war klar, dass sie gerade etwas gesagt hatte, das sie wohl nicht hätte sagen dürfen.
„Vergiss das bitte!“
In ihrem Blick lag stilles Flehen. Vermutlich würde sie ordentlich Ärger bekommen. Auch Thomas hatte schon mitbekommen, dass Amandins Familienverhältnisse kein Thema waren, womit man sie zum Lächeln bringen konnte. Marmora versuchte das Gespräch sofort wieder auf neutralere Zonen zu lenken:
„Eine geplünderte Stadt muss neu bevölkert werden und am besten mit Leuten die keine Schwierigkeiten für die Besatzer bedeuten, also Sklaven. Aber keine Sorge, wir Mädels hier sind davor geschützt. Wir sind ja auch keine Sklaven, wir sind Diener und Rubin kümmert sich darum, das nichts passiert.“
Sie strich sich eine silberweiß marmorierte, lange Haarsträhne, die bis über die Hüften reichte, aus der Stirn und schmiss sie mit einer eleganten Handbewegung nach hinten. Weiter hinten konnte man kurz ein etwas lauteres Knurren im Stall hören und sie wandte ihr Gesicht in die Richtung, während sie weiter sprach.
„Zu deiner anderen Frage, … „
Etwas grollte durch den Gang und weiter vorne begannen sich die Köpfe zu recken.
„Amandin mag Kinder. Ich hab sie mal mit einem reden sehen. Es war toll! Sie war so herzlich und hat es richtig ernst genommen… „
Ein gedämpftes Brüllen hallte durch den Stall, aber Marmora zuckte nicht mal. Sie sah nur kurz auf und zuckt dann mit den Schultern.
„... aber sie wirkte hinterher … traurig... Wir müssen wieder weiter vor, sonst fällt es auf.“
Sie zwinkerte Thomas keck zu und sagte wieder etwas lauter, gegen das Grollen an:
„Nicht das noch einer auf die Idee kommt, wir täten hier etwas unanständiges.“
Sie sah ihm provozierend auf die Lenden und hob mit beiden Händen kurz ihre Brüste an, als würde sie sortieren müssen. Sie lachte und trat dann wieder aus der Box heraus. Ihr Hüftschwung war wie eine schlagende Glocke die zur Andacht rief und ihr Hintern war schon ein Gebet wert. Gemeinsam kamen sie gerade rechtzeitig wieder bei den anderen an, als eine splitternackte Amandin auf Axatos hinten um die Ecke bog. Die Gruppe hatte anscheinend ihre kurze Abwesenheit nicht bemerkt, oder nicht zur Kenntnis genommen. Alle Augen waren nun auf das Wargmännchen und seine Reiterin gerichtet. Es war ein Gigant unter seinesgleichen und silbrig weiß. Wenn man diese Tiere mochte, dann würde man ihn als Schönheit bezeichnen. Wenn nicht, dann fürchtete man sich instinktiv. Die riesenhafte Schnauze reckte sich in die Höhe und die langen Zähne wurden unter bebenden Lefzen sichtbar. Der Rüde flehmte und kostete die Luft im Stall. Die Weibchen wurden noch unruhiger und jaulten lockend. Sie liefen in ihren Käfigen auf und an und drückten ihre Hinterteile an die Gitterstäbe. Als der Rüde dann in Sicht kam, verharrten sie still und zitternd vor Erregung. Sie standen ganz still und Axatos leckte ihre Rückseiten, erst die eine, dann die andere, dann wieder die erste. Er hatte sich entschieden. Die erste sollte es also sein. Das Amandin auf seinem Rücken ritt schien er gerade noch so zu wissen, aber als sie dann abstieg knurrte er laut auf und drückte sich mit Kraft an die Gitter. Ein leises Knirschen erklang und beide Orks rückten näher um im Notfall eingreifen zu können. Amandin hielt eine Hand im Kragenfell hinter seinem Ohr und die andere rieb eine Stelle an seiner Brust, woraufhin sich seine Geschlechtsteile voll entfalteten. Sie nickte Kurz Grabbro zu und der zog an einer Kette. Ein Gewicht sauste herunter und der Käfig öffnete sich. Amandin sprang zurück und der Warg schoss in den Käfig. Neben Thomas flüsterte Marmora:
„Einmal hatte sich der Mantel der Herrin irgendwie verfangen und sie wurde mit hinein gerissen... Das Weibchen hätte sie fast getötet. Seit dem war sie immer nackt bei der Zusammenführung.“
Die Leibdienerin betrachtete sehnsüchtig den Körper ihrer Herrin und Gabbro zog wieder an einer Kette. Der Käfig schloss sich knarrend. Das folgende Liebesspiel der Wargs, glich mehr einem Arenakampf auf Leben und Tod. Auch wenn das Weibchen sich nicht werte, so war der Biss in den Nacken etwas erschreckend. Zum Glück schien das dichte Fell viel abzuhalten. Sie hatte sich flach auf den Boden geworfen, sobald Axatos herein gestürmt war und ihren Hintern in die Höhe gereckt. Ein Vorspiel gab es nicht und die grollenden Laute erfüllten den Stall. Thomas hatte vielleicht schon mal gesehen, wie die Katzen auf dem Hof, oder vielleicht wie es die Pferde taten, aber das hier war um einiges intensiver. Perlita kicherte, sah gebannt zu und presste die Beine aneinander. Sie machte eine Bewegung mit den Händen die wohl die Proportionen einfangen sollen und neckte Tuff:
„Da kommst du nicht ran!“
Er verzog leicht gequält das Gesicht und lachte glucksend. Das ganze schien länger zu dauern und einige hatten hier wohl mehr Spaß als andere. Amandin kam nach einer Weile zu Thomas uns stellte sich neben ihn. Ihre Presence fing ihn langsam wieder ein. Sie ließ sich Zeit mit ihm und dann sah sie ihn von unten her an.
„Lass uns gehen. Die anderen kommen hier wunderbar jetzt auch ohne mich zurecht.“
Aus dem Augenwinkel sah Thomas vielleicht gerade noch, wie Marmora und Perlita, Gabbro flankierten und ihm lachend seine tieferliegende „Wollmütze“ stibitzten.

Der Weg zurück zum Haus war schweigend absolviert worden. Sogar Amethyst war auf ein abwinkendes Handzeichen zurück geblieben, nachdem er ihr den Mantel wieder umgelegt hatte. Es ging also mit Amandin allein zurück in das Haus, das nun sein Heim sein sollte. Amandin holte sich aus einem kleineren Arbeitszimmer als dem ihrigen ein paar Unterlagen, klemmte sie sich unter den Arm und führte ihn zurück in seine Räumlichkeiten. Sie begleitete ihn auch in seine Werkstatt, aber hielt sich vorerst etwas zurück. Jetzt konnte er arbeiten und Stress abbauen. Körperliche Ertüchtigung war wirklich jetzt etwas gutes. Sie hielt sich im Hintergrund, las irgendwelche in Lerium verfassten Berichte und machte sich Notizen.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Samstag 30. April 2016, 15:29

Der Steinmetz musterte den Ork zweifelnd und sah mitwachsender Unruhe zum Gehege. Amandin war ihrer aller Lebensversicherung hier, da machte er sich keine Illusionen. Sie sollte sich entsprechend nicht in solche Gefahren begeben! Obwohl er befürchtete, dass die Wargs noch zur harmloseren Sorte von Gesellschaft gehörten, mit der sie sich sonst so alles rumschlagen musste. Dieser Sademos zumindest, schien ja auch nicht gerade ein netter Zeitgenosse zu sein.

Thomas konnte seine innere Unruhe nicht verbergen und so nahm ihn Marmora prompt zur Seite. „Amant, was ist los? Du wirkst ja ganz von der Rolle. Ich meine, ganz verwirrt. Ist irgendwas passiert?“ Der Hüne strich sich nervös über sein Gesicht. "Ich..." Brummte er nur und zuckte dann mit den Schultern und biss sich auf die Lippen, ehe er den Kopf schüttelte. Er konnte nicht darüber reden. Er bemerkte, dass sie die Intention verspürte ihn zu berühren aber sich offensichtlich noch rechtzeitig an die Regeln des Hauses erinnerte. Thomas gehörte wie Nelsani auch zu den "unberührbaren"... warum auch immer...
„Lass dir von dem ganzen Gerede keine Angst einjagen. Amandin hat viel Einfluss und sie würde dich nicht in Gefahr bringen. Sie passt auf uns auf.“ Er nickte und sah sie dankbar an. Es tat ihm gut zu wissen, dass er auch hier wohl Freunde hatte. "Aber sie riskiert damit sicherlich auch sehr viel." Gab er zu bedenken. Er war froh, dass das Thema gänzlich auf seine Herrin gerichtet wurde und er so auch von dem tatsächlichen Sachverhalt, nämlich Beth, ablenken konnte. Er wollte seine Frau unter keinen Umständen in Gefahr bringen und es war wohl am Sichersten, wenn möglichst niemand von ihrer Existenz wusste.
„Du bist wirklich ganz schön gewaltig... Wenn wir alleine wären und ich dürfte so wie ich wollte, könntest du morgen nicht mehr laufen.“ Darauf war er absolut nicht vorbereitet und er riss für einen Moment die Augen auf. "W..was?" Er wurde knallrot aber er fühlte sich nicht nur peinlich berührt, sondern sichtlich geschmeichelt. Marmora war schliesslich auch eine wunderschöne Frau.

„Zurück zu deinen ganzen Fragen. Himmel, du solltest vorsichtiger sein! Wir sind gerade unter uns, aber selbst unter den Leuten hier muss man aufpassen, was man so sagt." Thomas hob eine Augenbraue und sah Marmora eindringlich an. "Vor wem sollte ich mich denn besonders hüten?" Alle in dem Haus wirkten auf ihre Weise nett und vertrauenswürdig – bis auf seine Nemesis natürlich – aber ansonsten konnte er sich bei keinem der Anwesenden vorstellen, dass ihm jemand etwas Böses wollte. So war Thomas nun mal. Er glaubte an das Gute im Menschen...Intrigen und Verrat waren Elemente, die in seinem Leben bisher kaum vorgekommen waren, ausser vielleicht ab und an unter den Sklaven, aber da war er noch nie zum Ziel einer Attacke oder Kampagne geworden. Ihm fehlte diesbezüglich schlicht und ergreifend die Erfahrung und da er sich in der Welt der Dunkelelfen kaum auskannte, war er ohnehin auf die Hilfe seiner Mitsklaven angewiesen. Er würde ja durchdrehen, wenn er nun jede Aussage kritisch abwägen und hinterfragen müsste! Aber Marmora hatte Recht, er musste vorsichtiger sein und einfach wieder vermehrt die Klappe halten! Sein religiöser Ausbruch vorhin war absolut inakzeptabel gewesen. Ein solcher Fehler durfte ihm nie wieder passieren, weil er ihm wirklich den Kopf kosten konnte. Selbst wenn Amandin ihm vergeben hatte, wusste sie nun, dass Religion offenbar eine grössere Rolle bei ihm spielte als er selbst zugegeben hatte. Als einfacher Arbeitersklave hatte es jeweils ausgereicht auf öffentlich zur Schau gestellte Gebete, Symbole und Floskeln zu verzichten. Im Stillen hatte er dort seinen Glauben dennoch ausleben können. Hier bei Amandin, in diesem Haus war das anders, weil er im Grunde stets überwacht wurde und seine Herrin nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Gedanken für sich beanspruchte. Hier gab es keinen Platz mehr für Lysanthor.

"Amandin lässt uns ja viel durchgehen, aber es gibt Momente, wenn … wenn eben Leute dabei sind die ihr nicht gut tun, dann muss sie hart durchgreifen, wenn du dann einfach das Wort erheben würdest. Denk immer daran. Sie hat mehrere Rollen zu spielen und manche davon könnten uns umbringen. Thomas schluckte leer und senkte für einen Moment den Kopf. Er wollte seine Herrin ja gar nicht in Verlegenheit oder in eine solche Lage manövrieren. Er sah Marmora betroffen an und auch ein bisschen Schuld schwang in seiner Stimmung mit. Vielleicht hätte er sie nicht darum bitten sollen, Beth und Louisa in ihre Obhut zu nehmen. Sollte herauskommen, dass sie dies nur gemacht hatte um einem Sklaven eine Freude zu bereiten, würde dies sicherlich sehr schlecht unter ihresgleichen ankommen... Schau nicht so betrübt! So ist es nun mal. Ausserdem breitete sich ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend aus, wenn er daran dachte, dass er möglicherweise mal bei einem Treffen mit solchen Leuten, "die ihr nicht gut tun" dabei sein könnte. Er wusste nicht recht, ob er es aushalten würde, wenn seine Herrin entgegen ihrer Persönlichkeit und Art sich dermassen verstellen musste und möglicherweise auch nicht eingreifen konnte, wenn die anderen Herrschaften sich an ihrem Eigentum vergriffen. Aber das waren wieder seine Fantasien und Horrorvorstellungen, in Wirklichkeit hatte er keine Ahnung, wie sie war, wenn sie "hart" sein musste. Er hatte sie schliesslich noch nie so erlebt.

„Natürlich gibt es Herren die Sklaven züchten, was hast du denn gedacht?! Die meisten sitzen in Morgeria, aber seit der Ausdehnung werden natürlich auch in den nachwachsenden Gebieten neue Sklaven benötigt. Es ist ein lukratives Geschäft." Thomas rümpfte die Nase. Er konnte sich nicht vorstellen, wie genau das ablaufen sollte! Man konnte doch nicht einfach die Frauen dazu zwingen sich irgendwelchen Männern hinzugeben! Das war doch gegen jeden Glauben! Gegen jede Sitte! Abermals war er froh, dass Beth dieses Schicksal erspart geblieben war...obwohl...wie konnte er sich da so sicher sein?
Man kann eine Gesellschaft nicht vollkommen ausrotten, wenn man sie beherrschen will. Amandin selbst kümmert sich nicht um diese Art der Wiederbevölkerung der eingenommenen Gebiete. Das macht ihre Schw...“ Thomas hob eine Augenbraue. Er beobachtete Marmoras Reaktion und hob sofort beschwichtigend die Hände. "Schon gut...schon gut...ich weiss von nichts..." Meinte er beruhigend, doch in seinem Hinterkopf ratterte es bereits. Wieder kam ihm die Szene mit dem jungen Lehrling in den Sinn...

Und Amandin hatte eine Schwester? Sie hatte diese bisher mit keinem Wort erwähnt... das musste ja eine reizende Beziehung sein. "Ist schon gut...keine Sorge, Marmora." Hauchte er nochmals und legte seine Hand auf ihre Schulter. Durfte er das überhaupt? Er zog sie vorsichtig wieder zurück und strich sich über seinen Handrücken.

„Eine geplünderte Stadt muss neu bevölkert werden und am besten mit Leuten die keine Schwierigkeiten für die Besatzer bedeuten, also Sklaven. Aber keine Sorge, wir Mädels hier sind davor geschützt. Wir sind ja auch keine Sklaven, wir sind Diener und Rubin kümmert sich darum, dass nichts passiert.“ Er nickte schliesslich und knirschte mit seinen Zähnen. Ja, die Frauen hier in diesem Haus mochten geschützt sein, was aber war mit Beth...und Louisa... Er blinzelte einige Male und blickte zur Decke hoch, während er ein paarmal tief durchatmete, weil ihn wieder ein Anflug von Übelkeit überfiel.
„Amandin mag Kinder. Ich hab sie mal mit einem reden sehen. Es war toll! Sie war so herzlich und hat es richtig ernst genommen… „ Das war gut zu wissen. Louisa würde sie bestimmt mögen, da war Thomas felsenfest davon überzeugt! Thomas zuckte zusammen, als er das Brüllen des Warges hörte und wandte sich nervös um, während Marmora die Ruhe in Person blieb.
„... aber sie wirkte hinterher … traurig... Wir müssen wieder weiter vor, sonst fällt es auf.“ "Traurig?" Er sah sie nachdenklich an und nickte schliesslich. Ja, sie sollten zurück zu den anderen. "Danke für deine offenen Worte, Marmora."

„Nicht das noch einer auf die Idee kommt, wir täten hier etwas unanständiges.“ Wieder brachte sie ihn mit ihrem unverhohlenen Blick in Verlegenheit und Thomas war ihren Reizen ebenfalls machtlos ausgeliefert, als sie diese entsprechend einsetzte. Etwas verdattert folgte er ihrem Hintern. Thomas erstarrte als er seine Herrin erblickte, nackt auf dem Rücken dieser...dieser...Bestie! Er eilte zu den Gittern und sah sich besorgt um. Während die anderen in der Gruppe das Schauspiel eher mit Begeisterung verfolgten, lag in seinem Blick Angst und Sorge. Das Tier bildete wahrlich einen harten Kontrast zu seiner Herrin. Das Tier strahlte durchaus eine gewisse Anmut aus, doch im Moment dominierte der nackte Trieb. Thomas spürte regelrecht, wie dieses Tier seine Angst roch. Zum Glück erregten wohl die Pheromone der Weibchen im Moment die Aufmerksamkeit des Rüden und nicht Thomas Angstschweiss. Axatos war ein gigantisches Tier und Thomas wusste, dass er es in Stein hauen würde und daher irgendwann einiges an Zeit mit ihm würde verbringen müssen...
Er sah zu seiner Herrin hoch. Wie konnte sie nur...nackt...auf....wie....a.ber....Thomas merkte, dass sein Geist die Szene fassungslos registrierte und sein treuloser Körper....mit heller Erregung, die aber dank seiner Angst im Zaum gehalten wurde. Er beobachtete dabei, wie Amandin hinunterstieg, den Warg am Fell packte und ihm über die Brust rieb. In diesem Moment neideten wohl alle gerade mit Axatos. Es war ja schon beinahe Unheimlich, dass sie sogar bei Tieren diese Wirkung entfaltete...

"Oh bei....gkgn.." Unterdrückte Thomas seinen Ausruf erschrocken, als der Käfig sich öffnete und Amandin sich in Sicherheit bringen musste. Er starrte Marmora mit grossen Augen an, als diese ihm von dem Unfall der Herrin berichtete. "Wie...nur hat sie überlebt?" Wie nur schaffte es seine Herrin, nach einem solchen Erlebnis diese ganze Begattung doch wieder auf dieser Art zu begleiten ohne vor Angst zu erstarren?

Thomas zuckte abermals zusammen, als Axatos sich auf das Weibchen stürzte und seinen Kräftigen Kiefer in ihrem Nacken versenkte und sie so zu Boden drückte. Nun Tiere gingen bekanntlich nicht zimperlich vor, wenn es um Fortpflanzung ging... Thomas war leichenblass. Er war so darauf konzentriert der Sache zu folgen, dass er erst gar nicht bemerkte, wie seine -nackte- Herrin sich neben ihn gesellte. Er zuckte zusammen, als sie das Wort ergriff. Verflucht! Er war unaufmerksam gewesen! Wie vorhin, als er sich über seinen Bart gestrichen hatte! Das hatte sie gesehen verdammt! Er musste sich verflucht nochmal zusammenreissen!

„Lass uns gehen. Die anderen kommen hier wunderbar jetzt auch ohne mich zurecht.“ "Ja Herrin." Er folgte ihr zurück ins Haus und registrierte, dass sie Amethyst sofort aus ihrem Dienst entliess, als er ihr den Mantel gereicht hatte. Sie waren allein und er merkte, dass ihm dieser Umstand diesmal Angst machte. Er hatte ein schlechtes Gewissen und irgendwie das Gefühl, ihr gegenüber versagt zu haben. Der Weg zurück in die Werkstatt erschien ihm unendlich lang und jede Sekunde die verstrich, ohne dass sie etwas sagte, empfand er als drückend. Sollte er etwas sagen? Sich entschuldigen? Er wagte es nicht.
Schliesslich fand er sich in der Werkstatt wider und so tat er das einzige, was ihm Sicherheit vermitteln konnte. Er arbeitete. Er griff nach Spitzeisen und Klüpfel, rückte sich einen kleinen Bock zurecht auf den er hinaufstieg um das obere Ende des Alabasters zu erreichen und begann den Stein Grob abzuspitzen. Er hatte noch keine definitive Vorstellung von der finalen Figur und so arbeitete er nur die Stellen vorsichtig weg, die er ganz sicher nicht brauchen würde, also vor allem die oberen Ecken. Der Alabaster staubte mit jedem Hieb, den er erfuhr. Thomas hatte in seinem Leben vermutlich schon einiges an Feinstaub eingeatmet und manchmal da spürte er eine gewisse Schwere auf dem Brustkorb. Wenn einem das Rückgrat nicht brach, dann brachte einem der Staub um, so lautete eine bekannte Devise unter Steinmetzen. Thomas arbeitete an seinem Meisterstück und so blieben die Hiebe kontrolliert und bedächtig. Er ging nicht an die Grenzen des Steines um seine Spannungen abzubauen. Amandin mochte dies wohl spüren, wenn sie es nicht hören konnte.
Aber die Arbeit tat ihm tatsächlich gut und sorgte dafür, dass seine Gedanken beim Stein blieben und nicht zu seiner Frau zurückkehrten.

Amandin mochte es wohl bedauern, dass Thomas seine Berufskleidung trug. Nackt wäre das Ganze sicherlich ein anregendes Schauspiel gewesen. Das Spiel der Muskulatur bei jedem Hieb, seine Haltung, die Art und Weise wie er seine Werkzeuge führte... Zugegeben, wenn er früher seiner Beth hatte imponieren wollen, dann hatte er jeweils nicht mit dem hölzernen Klüpfel gearbeitet, sondern mit dem eisernen Fäustel, weil der eben doch etwas maskuliner ausschaute, wie er selbst fand. Aber weiches Gestein bedurfte auch einem weichen Schlaginstrument. Er hatte sich so positioniert, dass er seine Herrin im Augenwinkel beobachten konnte. Was sie wohl für Berichte las? War sie wütend? Enttäuscht? So richtig vermochte er ihr Schweigen nicht zu deuten, aber Marmora hatte recht. Er durfte nicht vergessen wer er war. Wenn sie "arbeiteten", hatte er zu schweigen, so hatten sie es doch gestern gehandhabt. Einzig das Spitzeisen sorgte für Geräusche im Raum und ab und an auch herunterfallende Gesteinsbrocken. Er musterte die anderen Rohlinge. Für Axatos musste es reiner, weisser Marmor sein, da war er sich sicher! Er schielte wieder zu ihr und seufzte. Für einen Moment liess er sein Werkzeug senken und strich mit seinen Fingerkuppen über den Alabaster.

Er hatte heute seiner Herrin wohl einigen Grund zur Sorge gegeben. Seine Reaktion auf Beth, sein religiöser Ausbruch, seine vielen unfältig gestellten Fragen, seine Selbstberührungen und sein Verhalten in der Gruppe. Nichts davon dürfte ihr entgangen sein. Was sie wohl über ihn dachte? Ob sie sich fragte, ob sie sich in ihm geirrt hatte? Den Falschen gewählt hatte?

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. Mai 2016, 19:13

Amandin beobachtete ihren Diamanten bei der Arbeit. Manchmal sah sie ihn ganz offen an, dann aber widmete sie sich auch wieder den Berichten um ihn nur verstohlen durch ihre dichten Wimpern zu betrachten. Er war perfekt.
Ganz abgesehen von dem sündhaft männlichen Spiel seiner Muskeln, dass sie einige Male die Beine zusammen pressen ließ, abgesehen von der Ausdauer und der schieren Willenskraft wie er dem Stein seinen Vorstellungen unterwarf, abgesehen von der hellen Staubschicht, die bald seine breiten Schultern glänzen ließ und sie zu gern darin heilige Muster gemalt hätte, abgesehen all davon war Thomas hier bei ihr und hatte ihr etwas gezeigt, dass sie durchaus zu schätzen wusste.
Treue.
Er litt nicht nur unter dem Verlust seiner Ehefrau, er litt auch ganz offensichtlich unter der Art und Weise ihres Zustandes, wie sie ihm präsentiert worden war. Thomas war eine treue Seele und das beruhigte Amandin mehr als alles andere. Seine Reaktion hatte ihr mehr verraten, als er jemals wissen würde. Sie hatte das schon oft gesehen, aber er war bei ihr geblieben. Er hatte gelitten, aber er war bei ihr geblieben. Wenn es ihm egal gewesen wäre, hätte sie sich vielleicht in seiner Einschätzung geirrt gehabt. Er war zwar formbar, aber er war auch treu... auf seine Weise. Das waren gute Voraussetzungen für …
Ihre Hand zitterte und die Linie ihres Stiftes rutschte zur Seite. Für einen Moment starrte sie wütend auf das Pergament. Sie hasste es, wenn sie ihre Konzentration verlor. Perfektionismus war ihr wichtig, besonders bei sich selbst. Sie legte den Stift weg und atmete einmal tief durch. Ihr Kopf hob sich und sie sah zu Thomas hinüber. Ihre Hände strichen sich mit allen zehn Fingern die Haare aus dem Gesicht.
Ob er wusste, was für eine Wirkung er auf sie hatte? Er stand erhöht. Noch größer als er ohnehin schon war und jeder seiner Schläge ließ den Stein erbeben. Seine Arme waren stark geschwollen unter der Last und die Adern traten an manchen Stellen hervor. Er war perfekt.
Sie spürte die Lust in sich aufwallen. Hitze durchströmte ihren Bauch, als er sich kurz zu ihr umdrehte und ihr Blick sich kurz traf. Sie nickte nur leicht, dass er weiter machen konnte und er wandte sich ab. Der Klang der Steine war berauschend, wie sie in seinem Takt für ihn sangen. Noch war die Melodie grob und fast martialisch, aber bald würden weichere Töne auflodern und eine Symphonie der Schönheit erschaffen. Sie liebte es ihn zu beobachten. In Gedanken stricht sie über seinen festen Körper, über den Schweiß und den feinen Steinstaub, der ihn wie Nebel umhüllte. Es war als würde er selbst zum Stein, wurde von ihm umhüllt und umarmt. Ein kleiner, kurzer Stich Neid stach in ihr schwarzes Herz. Er war perfekt und vermochte das was sie nur mit Magie konnte. Er konnte dem Stein seinen Willen aufzwingen. Es war wunderschön zu beobachten und erregte sie über alle Maßen. Sie hätte ihn alleine lassen sollen, so sehr wie sie ihn jetzt wollte, aber er war nicht bereit. Sie musste bei ihm sein und sie wollte es auch, doch es bereitete ihr eine Art Schmerz, die sie selbst nicht ganz verstand. Amandin liebkoste das Spiel seiner Muskeln mit ihren Blicken und genoss das Ziehen in ihrem Unterleib.
Nicht jetzt!
, befahl sie sich selbst. Ihre Hand fand einmal schnell zwischen ihre Beine und drückten kräftig zu, sodass es fast schmerzhaft wurde, grenzwertig erregend, aber doch so stark, dass die Blutzufuhr kurz unterbrochen wurde. Das beruhigte sie ein wenig. Sie setzte sich etwas anders hin und schlug die Beine übereinander. Die Berichte unter ihren Händen waren eine gute Ablenkung. Das Projekt ging voran. Die nächsten Proben würden bald bereit sein. Sie sah zu Thomas und diese seltsame Empfindung kroch abermals durch ihr schwarzes Herz.
Was wenn er nicht fähig ist mich zu … Ich muss es vollbringen! Wenn er nicht … dann vielleicht sein Kind …?
Sie schüttelte den Gedanken ab. Es war noch lange nicht so weit. Ein Schritt nach dem andern.
Was wenn er mich nicht lieben kann. Wenn er seine Vergangenheit nicht ablegen kann? Seinen Glauben kann er sogar meinetwegen behalten, aber ich brauche seine ...Liebe...
Amandin biss die Zähne aufeinander und es knirschte leise. Aus dem Augenwinkel sah sie zu ihm. Er war beschäftigt und selbst tief in Gedanken versunken. Ein dunkles Funkeln trat in ihre Augen. Ihre Dunkelheit konnte ihn vernichten, oder erwecken. Ihre Magie konnte ihn veredeln, oder zu Staub zerfallen lassen und ihr Schicksalsfaden war jetzt schon unweigerlich miteinander verknüpft. Durfte sie also ...hoffen? Hoffnung war etwas sehr gefährliches für Dunkelelfen und für sie im ganz besonderen. Ihr ganzes Leben war auf diese eine Aufgabe hin ausgerichtet und sie würde nicht versagen! Es ging nur darum, wie sie den Weg zu ihrem Ziel erreichte und ob es für sie ein „danach“ geben würde...
Amandin hatte die Berichte fertig durchgesehen und einige Notizen an den Rand geschrieben. Es waren nur Anmerkungen, aber für die Augen des Empfängers waren es Befehle. Sie hatte auf ein paar Fehler in der Vorgehensweise hingewiesen und stellte sich gerade das Gesicht vor, wenn es die Zeilen las. Amandins Stimmung verschlechterte sich schlagartig. Sie schüttelte den Kopf und ließ die Schultern kreisen. Die Verspannungen in ihrer Muskulatur könnte sie heute Abend vielleicht Rubin anvertrauen. Jetzt musste sie den Kopf klar haben für Thomas. Er sollte sie nicht so sehen. Sie schaute zu ihm. Hatte er etwas bemerkt? Wenn dann konnte es nicht viel gewesen sein und er hatte schließlich selbst geraden genug Probleme. Sie musterte ihn. Die Arbeit hatte ihn beruhigt.
Gut.
Etwas flüsterte leise in ihr, dass sie sich selbst noch lieber weiter beruhigen sollte, aber etwas in ihr wollte auch nicht länger warten. Er gehörte ihr und er war heute sehr ungezogen gewesen! Sie stand lautlos auf und näherte sich bis auf fünf Schritt.
Geduld ist eine Tugend … Blödsinn, nur der richtige Moment für eine taktisch eingesetzte Handlung muss gut gewählt werden. Oder wie mein Volk sagen würde: Rache genießt man am besten kalt. Alles nur eine Sache des Blickwinkels.
Das dunkle Funkeln in ihren Augen erlosch. Sie wartete bis er kurz vom Stein abgesetzt hatte und Luft holte und dann sprach sie ihn an:
„Thomas...“
Er zuckte leicht. Ja er war wirklich manchmal etwas schreckhaft, aber das war durchaus etwas gutes, denn es zeigte, dass er sich ganz auf sein Werk konzentrierte... genauso wie sie.
„Du kannst jetzt aufhören. Ich möchte noch etwas mit dir ...besprechen.“

Hintergrundmusik

Etwas in ihrer Stimmfarbe hatte sich verändert, Thomas konnte es sofort spüren. Seine Herrin stand fünf Schritt von ihm entfernt und schien leicht erregt zu sein. In welchem Sinne war gerade nicht ganz klar. Sie wartete bis er von seiner erhöhten Position herunter gestiegen war und das Werkzeug aus der Hand gelegt hatte.
„Knie nieder.“
Er nahm sofort seine ihr unterwürfige Haltung ein. Das Leder seiner Hosen spannte etwas an den Knien. Er sah zu ihr auf und sie kam langsam näher. Irgendwie hatte ihr Gang etwas von einem Raubtier, dass seine Beute umkreiste.
„Thomas, ich möchte, dass du verstehst, warum ich das nun tun werde...“
Sie kam näher und ihr Geruch fing ihn ein. Er war stark und eindringlicher, als er ihn in Erinnerung hatte, aber sehr erotisch.
„Du hast heute gegen einige meiner Regeln verstoßen.“
Sie begann ihn zu umkreisen, womit sie ab und an aus seinem Sichtfeld verschwand. Es war ein merkwürdig spannendes Gefühl sie in seinem Rücken zu wissen.
„Ich habe mir überlegt dich in mein Arbeitszimmer zu bringen um dich zu bestrafen, aber ich glaube das wäre für dich heute zu viel.“
Ihre leichten Schritte näherten sich von hinten. Er hörte es vor allem am Rauschen des Lakens auf dem Boden. Dann kam sie wieder in sein Sichtfeld.
„Ich denke, es ist besser für dich, wenn ich es hier tue, in deinem Reich. Damit hast du die Erlaubnis jederzeit um Einhalt zu bitten.“
Sie sah ihn ernst an und schluckte. Sie war erregt.
„Du weist, was du heute falsch gemacht hast? Du weißt, dass ich dich dafür bestrafen muss.“
Alles stürmte auf ihn ein. Seine Reaktion auf Beth, sein religiöser Ausbruch, seine vielen unfältig gestellten Fragen, seine Selbstberührungen und sein Verhalten in der Gruppe.
„Manches kann ich verzeihen. Über einiges kann ich hinweg sehen, aber dass du dich wiederholt selbst berührst, entgegen meines ausdrücklichen Wunsches, dass kann ich nicht hinnehmen.“
Sie sah ihm tief in die Augen, ob darin Verständnis lag. Eine Braue hatte sich fragend gehoben. Es war merkwürdig. Ausgerechnet die geringste Verfehlung sollte zur Strafe führen? Was war dann mit den anderen? In ihren Augen glitzerte etwas... könnte das Belustigung sein? Ihre Mimik blieb ernst, aber Thomas kannte sie gut. Sie hatte sich ihm auf eine Weise geöffnet, dass sie nun miteinander verband. Er sah mehr als alle hier. Er sah hinter ihre Fassade. Vielleicht ... hatte sie …Angst ihn zu verlieren, deshalb musste sie ihn neu auf sich einschwören. Ihr Weg war der der Herrin und seiner der des Dieners, also ging sie ihn und nahm ihn mit, so sanft wie sie nur konnte.
„Steh auf! … Entkleide dich ...“
Sie wartete bis er fertig war und musterte ihn streng. Irgendwie fühlte es sich bei weitem nicht so streng an, wie es vermutlich hätte sein sollen.
„Streck die linke Hand vor.“
Thomas tat wie ihm geheißen und sie trat an ihn heran. Sie sog ein Bambusstab hinter ihrem Rücken hervor und sah ihm fest in die Augen.
„Halt still!“
Sie legte ihre Hand unter seine und drehte seine Handfläche nach oben. In der rechten hielt sie den Stab und ließ in nieder sausen. Der kleine Schmerz durchzuckte kurz seine Nerven und ein leichtes Prickeln blieb auf seiner Handfläche zurück.
„Es tat nicht weh.“
Nein, tat es nicht.
„Schmerz entsteht vor allem aus Angst und existiert nur in deinem Kopf. Du kannst ihn annehmen und zu etwas besserem verwandeln, wenn du offen dafür bist... beuge dich über die Werkbank.... so wie ich es vorhin gemacht habe...“
Sie wartete. Es war eine höchst seltsame Position für einen Mann, aber es entlastete Thomas Rücken.
„Streck die Arme nach vorne aus und halt dich an der Kante fest.“
Thomas gehorchte. Es krachte zweimal in seinem überarbeiteten Rücken, dann war der innere Schmerz weg. Machte sie mit ihm hier Therapie?
„Spreize die Beine etwas mehr.“
Dadurch kam sein Bauch ebenfalls auf der Arbeitsfläche entspannt zum Liegen und es knackte noch einmal in seinem Lendenwirbelbereich.
„Ich werde dich jetzt drei mal schlagen... und es wird nicht weh tun!“
*Peng*
Es war vor allem der Schreck, den Thomas durchzuckte, trotz ihrer Vorankündigung. Ihre sanfte Hand streichelte sanft über seine Haut vom Rücken bis zu der leicht geröteten Stelle.
*Peng*
Ein leichtes Kribbeln lief über seine Backen und verteilte sich warm unter seiner Haut. Seine Muskeln spannten und entspannten sich unwillkürlich. Sie streichelte wieder, verrieb die Empfindungen zu einem wohligen Schauer.
*Peng*
Das war bei weitem nicht so schlimm gewesen, wie er sich vielleicht vorgestellt hatte. Die eigentliche Überraschung kam erst jetzt, denn der Stab war beim letzten Schlag auf seiner kribbelnden Haut liegen geblieben und wanderte nun zwischen seine Beine. Die erwartete Reaktion stellte sich sofort ein.
„Meinst du, dass du genug bestraft worden bist, oder soll ich weiter machen?“
Der Stab wanderte wieder nach oben und kreiste auf seinem Rücken. Thomas hatte sich heute einiges zu verzeihen und Buße tat man am besten unter Schmerz... auch wenn diese Art von Schmerz sicher nicht von der Pelganischen Kirche gemeint worden war. Oder vielleicht doch? Konnte Thomas seinen Glauben nutzen um sich seiner Sünden rein zu waschen? Die Geißelung war ein gängiges Mittel der Buße und ein fester Bestandteil des Glaubens.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Dienstag 3. Mai 2016, 21:26

Der Steinmetz hatte keine Ahnung, welche Wirkung er bei seiner Herrin entfaltete. Er besass zwar durchaus ein gewisses Selbstbewusstsein und war sich sehr wohl im Klaren, dass er einen wohldefinierten Körper hatte, aber seine Herrin spielte für ihn schlicht und ergreifend in einer ganz anderen Liga. Bei allem was diese Frau schon gesehen und unter sich gehabt hatte... wie würde er da nur mithalten können?

Ausserdem hatte er gerade andere Sorgen, da er ja davon ausging, seine Herrin heute enttäuscht zu haben. Er bemerkte, dass sie ihn beobachtete und er fühlte sich schrecklich ausgestellt und unzulänglich. Thomas blickte von seiner Arbeit auf, als er ein diffuses reissendes Geräusch vernahm. Es war das Kratzen ihres Stiftes auf dem dicken Papier gewesen, welches seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Kurz streiften sich ihre Blicke doch dann arbeitete der Steinmetz konzentriert weiter an seinem Stein. Er hatte nichts von ihrer Erregung bemerkt. Hinsichtlich erotischer Spannungen schien Thomas wahrlich einen blinden Fleck zu haben. Gleichzeitig war er selbst jedoch sehr leicht...nun...erregbar. Es reichten die kleinsten Reize um ihn aus der Fassung zu bringen.
Immer wieder liess er seinen Klüpfel gegen den Schlagkopf des Spitzeisens krachen. Der Stein gehorchte seinem Willen und gab ihm die gewünschte Form preis. Der Steinmetzmeister fragte sich, wie seine Freunde auf der Baustelle wohl vorankamen und ob sie ihn möglicherweise bereits abgeschrieben haben. Ob sie überhaupt wussten, dass er hier war und der Herrin anderweitig diente? Vielleicht hatte man sie ja auch einfach im Ungewissen gelassen...obwohl... dies würde doch nur unnötige Unruhe in die Sklavengruppe bringen. Er veränderte den Winkel des Schlageisens und schlug weiter zu. Er konnte nur hoffen, dass Geison sich immer im Zaum gehalten hatte. Um ihn machte er sich nach wie vor die grössten Sorgen, da er manchmal einfach sein Maul nicht halten konnte...Der würde vielleicht Augen machen, wenn er wüsste was er mit Amandin schon alles erlebt hatte! Aber er würde ja nie darüber berichten dürfen. Er hatte seiner Herrin die Liste gezeigt und hoffte, dass zumindest ein Teil davon umgesetzt werden würde. Was würde Geison wohl zu Beth sagen? Thomas biss sich auf die Lippen und seine Gesichtszüge wurden etwas härter. Der Gedanke an seine Frau sorgte dafür, dass sich sein Magen zusammenzog und es enger wurde um seinen Brustkorb. Eine Mischung zwischen Freude, Trauer, Ohnmacht und Schuld bestimmte seine Gefühlslage, wenn er an sie dachte. Hauptsache sie lebte und war nicht gebrochen, oder? Er schlug etwas kräftiger zu.

Ein dünner Schweissfilm bildete sich auf seiner Stirn. Thomas verfügte über einen Körper, der wohl finstere Fantasien weckte. Physisch konnte er es locker mit gestandenen Kriegern und Kämpfern aufnehmen, aber ihm fehlte letztlich jegliche Form der Aggression. Dies war ein doppelter Vorteil, wenn man einen solchen Körper unter den eigenen Willen zwingen wollte. Thomas würde in der Lage sein Strapazen auszuhalten, an denen andere sofort zu Grund gehen würden. Besässe er kein solch ausserordentliches Talent für die Steinbearbeitung, man hätte ihn wohl zum Arenakämpfer oder für die Schwerstarbeit in Minen oder der Rüstungsschmiede abgerichtet. Thomas hatte nun mal das Pech allein durch seine Grösse aufzufallen. Bei Frauen löste dies manchmal Angst aber oft auch durchaus Begeisterung aus, viele Männer hingegen fühlten sich durch ihn bedroht oder herausgefordert.

Geduldig trotzte er dem Stein seine grobe Form ab. Er war es sich gewohnt, unter Beobachtung zu arbeiten und er hatte gelernt, das was um ihn herum passierte auszublenden. So bemerkte er nicht einmal, wie seine Herrin kurz die Notbremse zog und sich selbst mit der Hand im Schritt zügelte. Sowas konnte wohl nur einem Mann entgehen, der mit absoluter Hingabe bei der Arbeit war. Amandin hingegen schwelgte gerade in ihren Fantasien. Sie ergötzte sich an der Macht, die sie über ihren Sklaven hatte. Diese war absolut und grenzenlos. Sie konnte faktisch mit ihm machen was ihr beliebte. Er war ihr Eigentum und sie brauchte vor niemandem Rechenschaft abzulegen. Aber aus Thomas sollte dereinst etwas Besonderes werden und darum verwendete sie viel Zeit und Geduld auf ihn, sie hielt dabei sogar ihre eigenen Fantasien und Gelüste zurück um ihr Meisterwerk nicht zu überfordern. Ob sie das längerfristig aushalten würde?

Sie wurde wieder beobachtet. Von ihm. Amandin war weit sensibler für Blicke als Thomas. Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber er hatte gesehen wie sie versucht hatte ihre verkrampften Muskeln zu entspannen. Thomas fühlte mit. Er konnte sich zwar nicht einmal Ansatzweise ausmalen, was es bedeutete in ihrer Rolle zu sein, aber er konnte nachvollziehen was für eine grosse Verantwortung sie trug. Umso schlimmer, wenn die Sklaven dann auch noch ärger machten. So wie er heute. Reumütig bis er sich auf die Lippen und senkte sein Haupt. Thomas schlechtes Gewissen füllte praktisch den Raum und Amandin wusste wohl aus Erfahrung, dass es für diese Empfindung ein Ventil bedurfte. Er legte seinen Kopf schief. Konnte es sein dass sie etwas...ungeduldiger war als sonst? Irgendetwas war anders an ihr, aber er konnte es nicht wirklich festmachen... Er konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit, bis plötzlich in seiner unmittelbaren Nähe ihre Stimme erklang. Er zuckte zusammen und sah sie direkt an. Er hatte nicht bemerkt wie sie aufgestanden und nähergekommen war. Er schaute zu ihr herunter. Vorsichtig stieg er die Leiter herunter und legte sein Werkzeug ab.
Ihre Blicke kreuzten sich und nun verschwand der Alabaster, es verschwanden die Werkzeuge und das Gefühl für den Raum. Er konzentrierte sich gänzlich auf ihre Gesichtszüge und ihre dunklen Augen, deren Bick ihn ganz für sich einnahmen. „Knie nieder.“ Ihre klare, feste Stimme füllte den Raum und hallte in seinen Ohren nach.

Die Sonne stand bereits tief und schickte ihr goldenes Licht durch die Glasfenster, welches von den langen Tüchern eingefangen wurden. Die Tücher wirkten dabei wie ein Filter und sorgten dafür, dass das gesamte Atelier von einem diffusen Goldton ummantelt wurde. Thomas Haar leuchtete im Licht und der Einfallswinkel sorgte dafür, dass seine Körperkonturen durch den leichten Schattenwurf zusätzlich modelliert wurde. Langsam ging der Hüne vor seiner Herrin in die Knie. Es musste Amandin wohl jedes Mal bis zum äussersten Erregen, wie sich dieser Riese vor ihr niederwarf. Seine Knie berührten den Boden und er lehnte sich nach hinten, wie er es gelernt hatte, während er seine Arme hinter dem Rücken verschränkte und sie direkt Anblickte. Seine blauen Augen strahlten im Abendlicht und sie sehnten sich nach den Anweisungen und der Führung seiner Herrin. Sie war sein Anker geworden.

„Thomas, ich möchte, dass du verstehst, warum ich das nun tun werde...“ Er nickte kaum merklich und spannte sich automatisch an, als sie näher zu ihm kam. Ihr Duft fing ihn ein und er spürte wie sein Körper auf ihre körperliche Nähe reagiert. Darauf hatte sie ihn ja schliesslich auch die ganze Zeit konditioniert. Sein Körper gehörte ihr und wurde durch ihre Reize gesteuert. Es war das eine, einen Sklaven zu besitzen, etwas ganz Anderes war ihn in jeder Facette zu beherrschen. Dies war ein langer Prozess der bei Thomas bereits eingesetzt hatte. „Du hast heute gegen einige meiner Regeln verstoßen.“ Der Sklave schluckte leer und es fiel ihm sichtlich schwer ihrem Blick standzuhalten. Er senkte kurz sein Haupt, ehe er sie wieder ansah. Immerhin stand er offensichtlich zu seiner Schuld, ein Mensch der das nicht konnte, wagte keinen direkten Blick. Seine Nackenhaare stellten sich auf, als sie hinter ihn trat. Im Sonnenlicht funkelten die Alabasterstaubpartikel auf seiner Haut.

„Ich habe mir überlegt dich in mein Arbeitszimmer zu bringen um dich zu bestrafen, aber ich glaube das wäre für dich heute zu viel.“ Der Sklave atmete tief ein und malmte mit dem Kiefer. Er hatte durchaus seinen Stolz und offenbar legte er ihre Entscheidung gerade als persönliche Schwäche aus. Er war Amant, nicht wahr? Das härteste bekannte Mineral auf Erden... nichts sollte diesem eigentlich zu viel sein.
„Ich denke, es ist besser für dich, wenn ich es hier tue, in deinem Reich. Damit hast du die Erlaubnis jederzeit um Einhalt zu bitten.“ Er hob eine Augenbraue und sah sie an. Sie verunsicherte ihn. Er spürte wie sich seine Erregung nun doch mit Angst zu mischen begann und er sich plötzlich gar nicht mehr so sicher war, ob er wirklich ein Diamant sein wollte... jaaha...so schnell konnte es mit dem Selbstvertrauen eines Menschen bergabgehen. Thomas neigte ja manchmal etwas dazu, zu voreilig und grossspurig zu sein, wie zum Beispiel damals, als er sich für mehr "Spannung" ausgesprochen hatte.
„Du weisst, was du heute falsch gemacht hast? Du weißt, dass ich dich dafür bestrafen muss.“ Seine Augenbrauen zogen sich Reumütig zusammen. Er presste seine Zähne aufeinander und senkte seinen Blick als er nickte. "Ja Herrin."

„Manches kann ich verzeihen. Über einiges kann ich hinweg sehen, aber dass du dich wiederholt selbst berührst, entgegen meines ausdrücklichen Wunsches, dass kann ich nicht hinnehmen.“ Er blickte wieder auf und er verriet seine Überraschung über dieses Urteil. Ausgerechnet das geringste seiner Verbrechen war der Anlass für die Strafe? Sie konnte in seinen Augen sehen, dass er das Konzept der Busse offensichtlich durchaus ernst nahm. Das war der Vorteil an all diesen Lysanthorgläubigen. Sie hatten ein kulturell tief verankertes Verständnis für Strafen.

„Steh auf! … Entkleide dich ...“ Der Steinmetz erhob sich und streifte wie geheissen seine Kleidung ab. Er hatte sich noch immer nicht ganz daran gewöhnt, nackt vor seiner Herrin zu stehen. Nichts gab schliesslich die eigene Verletzlichkeit mehr Preis als Nacktheit. Wenn immer er sich bewegte wirbelte er etwas vom Alabasterstaub auf, der dankbar an seiner Haut klebenblieb und dafür sorgte, dass sie im Sonnenlicht etwas funkelte. Für einen Moment überlegte er sich, ob er seine empfindlichsten Stellen mit seinen Pranken verdecken sollte, doch das würde sie wohl ohnehin nicht tolerieren. So konnte er auch nicht verbergen, dass ihn ihre Nähe durchaus aus der Fassung brachte. Seine Erregung war ihm peinlich, denn sie kam ihm gerade mehr als Fehlplatziert vor.

„Streck die linke Hand vor.“ Er tat wie geheissen und sah seine Herrin direkt an. Seine Hände machten seinen Wert aus, daher überraschte es ihn, dass sie nach diesen verlangte. Allerdings vertraute er insgeheim darauf, dass sie nichts tun würde, was ihn dauerhaft schaden könnte. Darum hielt er auch still, als sie ihre Hand unter die seinige legte und ihn zum ersten Mal den Bambusstab zu spüren gab. Er hätte seine Hand gar nicht wegziehen können, weil sonst die darunterliegende Hand seiner Herrin getroffen worden wäre und dies wäre nun ja mal absolut inakzeptabel gewesen. Er zuckte zusammen, mehr aus Schreck, denn aus Schmerz.

„Es tat nicht weh.“ Er blickte auf seine Handfläche, die dennoch leicht kribbelte und blickte dann wieder zu ihr.
„Schmerz entsteht vor allem aus Angst und existiert nur in deinem Kopf. Du kannst ihn annehmen und zu etwas Besserem verwandeln, wenn du offen dafür bist... beuge dich über die Werkbank.... so wie ich es vorhin gemacht habe...“ Er hob seine Augenbraue. Sie klang beinahe schon wie eine Lysanthorpriesterin! Dennoch war er sich nicht ganz sicher, was genau sie nun mit ihm vor hatte. Seiner Herrin den Rücken zu kehren war ein seltsames Gefühl, aber er tat wie ihm geheissen wurde. Er streckte sich über die Werkbank und ächzte kurz auf, als sich eine Blockade seiner Rückenwirbel löste und es laut knackte. Seine Hände suchten die Kante des Tisches und krallten sich daran fest. Die Position war ihm unangenehm, da er noch nie einer anderen Frau sein Hinterteil dermassen präsentiert hatte. Er drehte den Kopf zur Seite, so dass seine Schläfe auf dem Holztisch zu liegen kam. „Spreize die Beine etwas mehr.“

Sein Herz begann zu rasen. Beinespreizen und Bambusstab...diese Mischung beunruhigte ihn. Er blinzelte nervös und Amandin konnte sehen wie sich seine Rückenmuskulatur verkrampfte. Dies verriet ihr auch, wo genau er die Schläge befürchtete. Natürlich, denn Sklaven wurden eigentlich immer am Rücken ausgepeitscht. „Ich werde dich jetzt drei mal schlagen... und es wird nicht weh tun!“ Letzteres verwirrte ihn etwas, doch er hatte keine Zeit darüber nachzudenken, da traf ihn das Holz bereits. Er zuckte am ganzen Leib zusammen und spannte seine Hinternbacken an. Für einen Moment fühlte er sich in seine Kindheit zurückversetzt. Bei Vater hatte es ab und an ein paar Hiebe auf den Hintern gegeben, wenn er sich unangemessen verhalten hatte!
Es war lustig, dass er noch immer errötete wann immer wie ihn an intimeren Stellen berührte. Beim zweiten Mal regierte er bereits nicht mehr so heftig. Er liess die drei Schläge lautlos über sich ergehen und schloss jedes Mal die Auge, wenn sie sanft über seine Haut strich, die immer empfindlicher für ihre Berührungen wurde. Irgendetwas war hier gänzlich falsch. Er spürte bei dieser Strafaktion mehr Lust als aufrichtige Reue...und das war abermals eine schwere Sünde! Dies entging auch seiner Herrin nicht, denn ihr Bambusstab drückte sich gegen jene Stelle die gerade besonders gut durchblutet wurde. Thomas spannte seine Oberschenkel an und gab ein leises, verräterisches Stöhnen von sich.

„Meinst du, dass du genug bestraft worden bist, oder soll ich weiter machen?“ Er schluckte leer. Er sollte also selbst um Strafe bitten? Dieses Konzept kannte er auch von seinem eigenen Glauben her... Thomas ahnte jedoch, dass es auch bei Amandin unterschiedliche Grade und Formen der Strafen gab. Diese hier gehörte sicherlich noch zur spielerischen Variante. Er genoss offensichtlich noch immer eine gewisse Gnadenfrist. Er lernte, dass die wirklich schlimmen Strafen jene sein würden, die ihr selbst kein Vergnügen mehr bringen würde. Einerseits beruhigte ihn dies, weil er davon ausgehen konnte, dass er sie heute wohl nicht dermassen tief enttäuscht hatte, wie er befürchtet hatte.
"Ich glaube...ich bin noch nicht einmal im Ansatz genug für meine Verfehlungen bestraft worden, Herrin." Meinte der Sklave und nahm den Mund durch seine stoische Aufrichtigkeit mal wieder unbedacht ziemlich voll. "Ich...möchte Busse tun und übergebe mich eurer Gerichtsbarkeit." Meinte er reumütig und ernst. Dabei hatte er sich wieder einer lysanthorischen Floskel bedient, denn es oblag jeweils dem Priester, das Strafmass für die begangenen Sünden festzulegen und die Bedingungen für die Busse aufzustellen. Für Thomas war es offensichtlich gerade kein Spiel. Sein Körper verriet ihn, denn seine Erregung flaute ab. Er war immer ziemlich verkampft, wenn es um seinen Glauben ging.

Aber er fühlte es wirklich. Das Bedürfnis nach Busse. Allerdings nicht primär gegenüber Amandin, sondern den Gedanken die er gegenüber Beth gehegt hatte. Doch auch ein Sklave durfte seine Geheimnisse haben oder? Er konnte ja nicht ahnen, dass Amandin ihn diesbezüglich schon längstens durchschaut hatte und genau wusste, was Thomas sich alles zu verzeihen hatte.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Freitag 6. Mai 2016, 22:25

"Ich glaube...ich bin noch nicht einmal im Ansatz genug für meine Verfehlungen bestraft worden, Herrin."
, meinte der Sklave und nahm den Mund durch seine stoische Aufrichtigkeit mal wieder unbedacht ziemlich voll.
"Ich...möchte Busse tun und übergebe mich eurer Gerichtsbarkeit."
, meinte er reumütig und ernst. Dabei hatte er sich wieder einer lysanthorischen Floskel bedient, denn es oblag jeweils dem Priester, das Strafmaß für die begangenen Sünden festzulegen und die Bedingungen für die Busse aufzustellen. Für Thomas war es offensichtlich gerade kein Spiel. Sein Körper verriet ihn, denn seine Erregung flaute ab. Er war immer ziemlich verkrampft, wenn es um seinen Glauben ging. Aber er fühlte es wirklich. Das Bedürfnis nach Busse. Allerdings nicht primär gegenüber Amandin, sondern den Gedanken die er gegenüber Beth gehegt hatte. Doch auch ein Sklave durfte seine Geheimnisse haben oder? Er konnte ja nicht ahnen, dass Amandin ihn diesbezüglich schon längstens durchschaut hatte und genau wusste, was Thomas sich alles zu verzeihen hatte. Sie stand hinter ihm und lächelte schmal und in ihren Augen funkelte ihre wundervolle Dunkelheit. Seine Schuldgefühle, sein Selbsthass waren wie Honig für sie. Mit jeder Art von Hass konnte sie hervorragend umgehen. Sie war die Hohepriesterin Faldors. Hass war ihre Spezialität und machte Thomas noch süßer für sie. Es war wie der Zuckerguss auf dem Kuchen. Sie leckte sich die Lippen und genoss es ihn so zu sehen. Es war weniger die Position die er eingenommen hatte, die sie erregte, es war viel mehr sein unendliches Vertrauen, dass sie erschaudern ließ. Sehr gerne würde sie sein Werkzeug sein um sich weiter zu geißeln. Er brauchte es in dieser Phase und sie wollte ihm alles geben, was er brauchte. Ihre Finger berührten seinen verlängerten Rücken und massierten die leicht rosafarbenen Striemen auf eine Weise, die seine Muskeln sich zusammen ziehen ließen. Ja, sie wollte diese Schuld verwandeln. Mehr als sie ertragen konnte, wollte sie ihn, doch all die Phantasien, die sie im Kopf hatte, die Dinge die sie jetzt gerne, nach seiner so offenherzigen Aufforderung, mit ihm getan hätte, sie wären viel zu viel für seine Alabaster-Seele. Er war so leicht zu verunsichern, aber für sie musste er stolz und stark werden. Er musste härter werden, wie der Stein den er bearbeitete. Er war ein Meister und seine Hände hatten ohne einen einzigen Missklang den Fels behauen. Würde ihr das auch bei ihm gelingen? Er war wie dieser Stein, weich und leicht formbar, aber er war auch verletzlich und ... Amandin mochte ihn... mehr als ihr lieb war. Sie brauchte ihn. Sie strich über seinen verspannten Rücken. Auch er konnte ein Massage gut gebrauchen, also wandte sie ein paar Grifftechniken an, die sie bei Rubin studiert hatte. Sie musste das Pendel zwischen seiner Anspannung und seiner Lust im Lot halten. Er sollte die Möglichkeit haben, sich seinen Ängsten, seiner Schuld, seiner Wut, allen Gefühlen zu stellen, die in ihm unterbewusst wüteten und gleichzeitig hielt sie ihn mit purer Erotik, warmer Massage und dem keinen Schmerz auf Kurs. Er durfte nicht zu viel denken, aber auch nicht sofort kommen, was sie auch schon erlebt hatte. Immer wieder wechselte das Spiel zwischen liebevoller Zuneigung seiner Herrin und dem leichten Hieb ihres Stocks. Sie las seinen Körper, der so offen zu ihr sprach. Sie achtete peinlich genau darauf, dass sie ihm nicht zu viel zumutete, aber dass er sich auch in seine Schuldgefühle fallen lassen konnte um sie reinigend hinter sich zu lassen. Er brauchte diese Art von innerer Reinigung jetzt. Jedes lebende Wesen brauchte etwas woran es sich fest halten konnte und Amandin wollte dies für Thomas sein, selbst wenn sie ihm dafür weh tun musste. Also machte sie weiter, bis sein Hintern und die Rückseite seiner Oberschenkel rosa glühten und seine Männlichkeit so hart war wie der Stein, den sie beide so liebten. Eins ohne das andere würde sie nicht zulassen. Die Verknüpfung seiner Emotionen mit seiner wachsenden Erregbarkeit war schließlich ihre ganze Leidenschaft. Es war eine Obsession. Als seine Beine zu zittern anfingen und das Maß fast erreicht war, hielt sie inne. Sie beobachtete seinen stoßweise gehenden Atem. Sie legte den Stock beiseite, so dass er es sehen konnte und legte sich nah zu ihm, in die gleiche Position, die er eingenommen hatte. Ihr Gesicht war ihm zugewandt. Sie legte ihm sanft ihre warme Handfläche auf die Wange.
„Schhhhh....es ist vorbei.“
, flüsterte sie und küsste seine zuckenden Lippen. In ihrem Geist versuchte sie schon die nächsten Schritte für ihn zu planen, aber sie musste immer auf ihn warten und ihn da abholen wo er stand. Am liebsten würde sie jetzt mit ihm baden, seine verspannten Muskeln massieren und ihn im warmen Wasser reiten, biss er seinen Namen vergaß, aber war er schon soweit ihren Segen zu empfangen? Amandin ließ ihre Finger durch seine Haare gleiten und drehte eine längere Strähne um ihre Fingerspitzen. Sie ließ im Zeit sich zu sammeln und studierte seine Reaktionen.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Donnerstag 12. Mai 2016, 15:22

Der Steinmetz ächzte auf als seine Herrin gezielte Grifftechniken auf seinen Rücken anwendete und genau auf die schmerzhaft verspannten Knoten in seiner Muskulatur drückte. Er krallte sich am Tisch fest und bleckte für einen Moment die Zähne, während er zischend die Luft ausstiess. Rubin hatte da noch einiges an Arbeit vor sich. Thomas verfügte über ein breites und kräftiges Rückgrat, doch Amandin wusste auch, dass eben dieser Rücken auch brechen konnte. Sie musste ihre Schliffe und Schläge vorsichtig setzen, damit sie ihr Meisterstück nicht zerstörte. Andererseits... ein Stein verzieh einem keinen einzigen Fehlschlag, eine Seele hingegen unter Umständen schon. Thomas musste es können, insbesondere auch sich selbst gegenüber, denn sonst würde er demnächst verbittern. Reiner Schmerz würde diesen Prozess vermutlich nur beschleunigen und deshalb dosierte die Herrin ihn weise.

Immer wieder wurden die sanften Berührungen durch äusserst giftige Hiebe unterbrochen. Amandin brauchte gar nicht fest zu schlagen, es reichte bereits aus immer gezielt die gleichen Stellen zu treffen um den Schmerzreiz durch Thomas Körper zu jagen. Manchmal ertrug er die Hiebe stoisch, ohne jegliche Regung, manchmal aber zuckte sein Körper zusammen. Zu Beginn konnte er noch genau unterscheiden, ob sie nun seinen Hintern oder die Oberschenkel traf, doch mit der Zeit wurde seine ganze Rückseite zu einer einzelnen schmerzenden Masse, die heiss glühte. Thomas presste seine Schläfe gegen den Tisch und schloss seine Augen, während er sein Gesicht immer wieder schmerzlich verzog. Der physische Schmerz bildete dabei einen willkommenen Träger für den seelischen. Er schloss seine Augen und gab sich seinem Kummer und seinem Leid hin. Es gab Menschen, die unter Schmerzen laut wurden und sich ihren Druck und ihre Sorgen von der Seele krächzten, Thomas gehörte definitiv nicht zu dieser Sorte. Der Hüne litt still und teilte seinen Kummer nicht mit der Welt. Er focht seinen inneren Kampf und schnaubte verzweifelt gegen den aufwallenden emotionalen Sturm an.

Was zur Hölle machte er hier eigentlich? Er stöhnte sehnsüchtig auf, wenn immer sie ihn mit Zärtlichkeiten besänftigte und fühlte sich aber gleichzeitig so elendig dabei, weil er so empfänglich für diese Versuchungen war. Die Mischung zwischen Schmerz und Lust war etwas völlig Neues und ungemein Verbotenes für ihn. Wie hatte sein Leben nur derart aus den Fugen geraten können, dass er sich nun in den Händen einer Faldorpriesterin befand und diese...liebte? Lysanthor würde dereinst über ihn richten! Er würde ihn bestrafen für all seine Frevel, er würde ihn zu Faldor schicken, wo ihn ewige Qualen erwarteten! "NRRHR!" Knurrte der Steinmetz und riss für einen Moment die Augen auf. Seine Gedanken machten keinen Sinn. Warum ängstigte er sich so sehr vor Lysanthors Zorn und fühlte sich Geborgen in den Händen einer Dienerin Faldors. Hier lief doch etwas grundfalsch! Sollte der Gedanke an Lysanthor ihm nicht Hoffnung und Trost spenden? Wo war sein Gott? Warum hatte er den Fall Pelgars nicht verhindert? Wie konnte er diese Demütigung nur zulassen? Waren seine Anhänger ihm Gleichgültig? Oder besass er gar nicht die Macht, um in das Geschehen der Welt einzugreifen? Wenn nicht, wie konnte er dann ein Richter sein? Ohne reinigendes Schwert? Seine Gedanken wurden etwas wirr und konfus und ergaben immer weniger Sinn. Er musste loslassen! Sein altes Leben! Beth! Seine Vergangenheit! Seine Tochter! Seinen Gott! Er musste loslassen... Aber er konnte es nicht. Zu gross war die Liebe zu seiner Familie und zu gross die Sehnsucht nach seinem alten Leben. Zu gering erschien ihm das, was er Amandin bieten konnte. Sie hatte mehr verdient als ein einfacher Mensch. Sein Genie war vergänglich und dies musste sie auch wissen. Er würde unter ihren Händen hinwegsterben und die Zeit würde nicht reichen um ihr all sein Wissen und seine Kunstfertigkeit zu vermitteln. Thomas hatte schon immer Angst vor dem Tod und seiner eigenen Sterblichkeit gehabt und diese hatte sich verstärkt, seit er sich praktisch nur noch mit Elfen umgab. Er hatte das Gefühl, dass ihm die Zeit zwischen den Händen zerrann. Wie sein altes Leben! Er hatte es nicht genug intensiv gelebt! Nicht genug intensiv geschätzt...und jetzt...jetzt war es einfach weg. Zerstört und vernichtet! Unwiederbringbar verloren! Er keuchte und seine Augen wurden feucht. Seine Fingernägel gruben sich tief in das Holz er Werkbank. Endlich hatte er Zeit zu trauern. Zeit den Verlust seines alten Lebens zu bedauern. Die hatte er bisher kaum gehabt, da sie immer mittels harter Arbeit durch den Tag gedrillt worden waren. Er trauerte auch um seinen Körper, der nicht mehr Jung und Vollkommen war. Er bedauerte den Makel seines kaputten Rückens und er weinte jeder Sekunde hinterher, die er nicht bei seiner Tochter verbracht hatte. Er hatte alles verlieren müssen, um Amandin kennenlernen zu dürfen. Ein hoher Preis.

Amandin spürte, dass sie ihre Bemühungen etwas intensivieren musste, damit Thomas seine Gedanken endlich fahren lassen konnte und seinen Kopf freikriegte. Hier war kein Platz für Zweifel an der Beziehung zwischen den Beiden. Amandin sollte seine Sonne sein. Sein Lebensmittelpunkt. Sie durfte nicht in Frage gestellt werden. Solange Thomas aber noch an seinem alten Leben haftete, bestand diese Gefahr durchaus. Insbesondere, wenn er auch noch Leute um sich hatte, die ihn in seinen Zweifel bestärkten. Vielleicht hatte sie ihn ja deshalb von seinen Mitsklaven und Freunden separiert. Er sollte neue Freunde und Vertraute finden, solche die Amandin loyal dienten. Nach einigen Minuten war er nur noch ein empfangender Körper, zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Dieser Zustand hatte etwas ungemein Befreiendes für ihn, denn plötzlich herrschte wieder Ruhe in seinem Kopf und seinem Herzen. Jetzt stöhnte er auch in den Schmerz hinein und hielt die Augen geöffnet, obwohl er nur geradeaus auf den Alabaster starrte. Als sie innehielt wurde er ganz ruhig und Amandin konnte sehen, wie sein Körper sich entspannte und schwer auf dem Tisch lag. "Herrin..." Hauchte er erschöpft und stimmlos, als sie sich zu ihm legte und sie sich für einen Moment ansahen. Er schloss abermals die Augen, als sie ihre Hand sanft auf seine Wange legte und ihm ruhig zuredete. Er nickte nur und empfing ihren Kuss. Sein ganzer Körper glühte, kribbelte und schmerzte. Beinahe war es aber auch so, als würde er die rhythmischen Schläge bereits vermissen. Seit sie ihre Hiebe eingestellt hatte, fühlte er auch eine gewisse Leere. Der Druck aber war noch nicht abgebaut, sondern staute sich zwischen seinen Schenkeln. Er löste eine Pranke von der Werkbank und legte sie neben seinem Gesicht ab. Er sah seine Herrin wieder an, wagte es aber nicht, sie zu berühren.

"Danke...Herrin..." Hauchte er leise.
Sein Körper und Geist waren ruhiggestellt. Doch der Schmerz sass tief in seiner Seele. Er konnte nicht verhindern, dass er sich nach wie vor einsam und verlassen fühlte. Ruhig empfing er ihre sanften Liebkosungen und schloss wieder die Augen.
Er hatte keine Ahnung, ob er sich je wieder aus dieser Position würde erheben können. Im Moment wollte er es gar nicht, obwohl es langsam kühl um seinen Hintern wurde. Inzwischen hatte das letzte Restlicht des Tages den Raum verlassen und er wurde nur noch durch Öllämpchen erleuchtet. Er musterte die Augen seiner Herrin, in deren Irriden sich das flackern der Lampen spiegelte. "Bitte...lasst mich heute Nacht nicht alleine..." Er fürchtete die Dunkelheit. Die Stille. Die Leere. Das Alleinsein.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Dienstag 17. Mai 2016, 23:19

Hier war kein Platz für Zweifel. Amandin sollte seine Sonne sein. Sein Lebensmittelpunkt. Sie durfte nicht in Frage gestellt werden. Solange Thomas aber noch an seinem alten Leben haftete, bestand diese Gefahr durchaus. Er sollte neue Freunde und Vertraute finden, solche die Amandin loyal dienten. Bald würde er soweit sein. Bald... Er hörte langsam auf sich gegen seine inneren Dämonen zu wehren und nach einigen Minuten war er nur noch ein empfangender Körper, zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Dieser Zustand hatte etwas ungemein befreiendes für ihn, dass konnte sie sehen. Jetzt stöhnte er auch in den Schmerz hinein und hielt die Augen geöffnet, obwohl er nur geradeaus auf den Alabaster starrte.
Gut so, Amant...
Als sie innehielt wurde er ganz ruhig und Amandin konnte sehen, wie sein Körper sich entspannte und schwer auf dem Tisch lag.
"Herrin..."
, hauchte er erschöpft und stimmlos, als sie sich zu ihm legte und sie sich für einen Moment ansahen. Er schloss abermals die Augen, als sie ihre Hand sanft auf seine Wange legte und ihm ruhig zuredete. Er nickte nur und empfing ihren Kuss. Sein ganzer Körper glühte, kribbelte und schmerzte. Beinahe war es aber auch so, als würde er die rhythmischen Schläge bereits vermissen. Seit sie ihre Hiebe eingestellt hatte, fühlte er auch eine gewisse Leere. Amandin sah sie in seinen Augen und wusste, dass sie sie mit etwas neuem füllen konnte. Vorher galt es aber noch etwas anderes zu tun. Der Druck aber war noch nicht abgebaut, sondern staute sich zwischen seinen Schenkeln. Er löste eine Pranke von der Werkbank und legte sie neben seinem Gesicht ab. Er sah seine Herrin wieder an, wagte es aber nicht, sie zu berühren.
"Danke...Herrin..."
, hauchte er leise. Sein Körper und Geist waren ruhiggestellt. Doch der Schmerz saß tief in seiner Seele. Er konnte nicht verhindern, dass er sich nach wie vor einsam und verlassen fühlte. Ruhig empfing er ihre sanften Liebkosungen und schloss wieder die Augen. Es war ihre Aufgabe die Stille zu füllen, die Leere mit etwas neuem zu besetzten und Amandin erzitterte kurz vor … Ehrfurcht?... Es war ihr so lange kein so reiner Diamant unter gekommen wie Thomas einer war. Er war so unverfälscht, so ehrlich, so gradlinig in allem was er war, selbst in seinen Zweifeln. Sie würde ihm alles geben, was er brauchte und mehr. Sie würde ihn wachsen lassen, wie nur sie es konnte! Sie küsste ihn noch einmal sanft.
Das letzte Restlicht des Tages den Raum verlassen und er wurde nur noch durch Öllämpchen erleuchtet. Er musterte die Augen seiner Herrin, in deren Irriden sich das flackern der Lampen spiegelte.
"Bitte...lasst mich heute Nacht nicht alleine..."
Er fürchtete die Dunkelheit. Die Stille. Die Leere. Das Alleinsein. Sein Flehen war so süß! Amandin erzitterte unter seinen Worten. Sie hatten etwas heiliges an sich, das er niemals erfassen würde können. Er berührte sie mehr als nur mit seiner Gegenwart. Seine Verletzlichkeit, sein Wille zu Leben, seine Liebe und vor allem anderen lag in seinen Augen ein Vertrauen. Deshalb flüsterte sie das eine Wort, das er jetzt brauchte auch nur ganz leise, gerade so, dass seine Sinne er aufnehmen und erfassen konnten:
„Niemals.“
Ihr Atem streifte dabei wie ein warmes Echo seinen nahen Handrücken. Sie sahen sich ein paar Minuten nur an und die Stille hüllt sie in ihren schützenden Mantel. Später, einige Herzschläge waren vergangen, blinzelte sie ein paar Mal schnell und ein winziges Lächeln spielte um ihre sinnlichen Lippen:
„Ich möchte dir gern etwas gutes tun, mein tapferer Amant! Etwas damit der Schmerz auch wieder schnell vergeht. Meinst du, du kannst dich aufrichten?“
Ja, sie hatte ihn tapfer genannt. In ihren Augen lag Stolz und aufrichtige Zuneigung. Sobald er sich anschickte sich langsam zu erheben, folgte sie seinen Bewegungen. Sein Hintern brannte, aber der Schmerz war auszuhalten. Sie stellte sich vor ihn und half ihm sich ganz zu entkleiden, bis er so nackt wie sie es war vor ihr stand. Schmutzig und verschwitzt wie er es war, war die kühlere Nachtluft, die durch die Fenster ritzen drang fast ein Segen. Amandin streifte ihm die Stiefel ab, die Hose, alles was er noch an Gewandung an sich trug. Es war wie ein Befreien seines Körpers und sie nahm ihn so wie er war. Sie sah ihm in die Augen und legte ihre Hand in seine.
„Kannst du gehen?“
Langsam zog sie ihn zu sich und achtete darauf sich ihm anzupassen. Ihre Sorge um ihn war wie eine weiche Wolldecke die sie sanft um seine Seele legte. Sie führte ihn ein paar Schritte und dann verließen sie seine Werkstatt. Sie verließen seine Räume und nun gehörte er ihr wieder ganz. Hand in Hand liefen sie über den Flur. Das Haus lag still da und der Teppich dämpfte ihre Schritte. Niemals hätte sie gedacht, das er einmal ihr schwarzes Herz in seinen begabten Händen halten könnte, aber er tat es ohne es zu wissen. Niemals hatte sie jemanden näher an sich heran gelassen, nicht in 500 Jahren. Niemand hatte sie je so geerdet, diesen Teil von ihr wahrgenommen, den sie so lange verborgen hatte. Wann immer er seine Arme um sie legte, wusste sie, dass es für ihn immer leichter sein würde sie zu verlassen, als es für sie sein würde. Bei ihm fühlte sie etwas, das sie noch nie gespürt hatte... etwas wie Heimat. Für ihn änderte sie ständig ihre Meinung, ob sie sich von ihm retten oder verdammen lassen sollte. Irgendwann würde er durch ihre Mauern brechen können und sie auffangen müssen, oder fallen lassen, denn sie fiel schon jetzt. Sie hatte ihn schon viel zu nah kommen lassen. Und doch sehnte sie sich nach seinen Armen. Es gab keinen Grund sie zu lieben, aber sie konnte ihn auch nicht mehr alleine lassen. Er durfte niemals die Wahrheit sehen, niemals sich soweit öffnen, dass er erkannte, das sie nie geliebt hatte... bis er sie in seine Arme geschlossen hatte. Der Druck seiner Hände, seine raue Haut machten ihn so wirklich, so wunderbar real. Und sie wollte diesen Traum noch ein wenig weiter träumen, ihn in harte Wirklichkeit verwandeln, wie sie aus Alabaster Obsidian machen konnte. Sie sah ihn über ihre nackte Schulter hinweg an und blieb vor einer Tür stehen. Sie wandte sich ihm zu und flüsterte:
„Vertrau mir...“
Ihre schweren Wimpern senkten sich einen Moment über ihre glühenden Irriden, dann öffnete sie die Tür und feuchte Luft drängte auf den Gang. Eine dunkle Erinnerung huschte durch seine Gedanken. Diese Tür war ihm verboten worden... verboten sie ohne seine Herrin zu betreten, denn dahinter lauerte etwas mit dem Namen „Lazuli“. Amandin nahm seine Hand und zog ihn hinter sich in die Nebelschwaden.

Hintergrundmusik

Leises Plätschern empfing ihn, als sie das Ende der Treppe erreichten. Es war wie ein Flüstern, wie eine exotische Melodie, die ihn um wob, ihn einzuspannen versuchte, ihn lockte. Doch es war nicht nur die feinen, sinnlichen Geräusche, die ihn tiefer zogen, es waren auch die optischen Sinnlichkeiten, die hier die Welt in sanftes Bau tauchten. Wellen malten ihre Lichtspiele an eine hohe Decke und das Wasser vor seinen Füßen schien von unten her blau zu leuchten. Schon beim ersten Schritt in diese unterirdische Grotte umspülte es seine Knöchel. Nach der Hitze der vergangenen Stunden, der Glut in seinem Innern fühlte es sich herrlich an. Kühl, aber nicht kalt, genauso, dass man sich sofort hinein gleiten lassen wollte, doch Amandin gebot ihm mit einer Handbewegung stehen zu bleiben, während sie langsam vor ihm in das Becken stieg. Um sie herum schäumte das Wasser auf und er sah wie sie kurz den Kopf erschaudernd in den Nacken legte. Dann legte sie die Hände an den Rand und die Erde bebte leicht unter Thomas Füßen. Dann sagte sie etwas in einer Sprache, die er nicht verstand.
„Heute nicht... Er ist nicht für dich. Zieh dich zurück.“
Dann stiegen hellblaue Kristalle aus dem Wasser auf und teilten einen Teil der Grotte vom Rest ab. Das Leuchten unter der Wasseroberfläche nahm etwas ab und wurde hinter die Stäbe zurück gedrängt. Ein Schemen huschte durch die Fluten und verwand zurück in der Tiefe. Dann drehte sich Amandin zu Thomas um. Ihre Haut schimmerte unter tausend Perlen und wirkte so viel heller als sonst. Als hätte das Wesen, das hier wohnte, sie mit seinen glitzernden Küssen bedeckt. Sie streckte einen Arm nach ihm aus und bat ihn so zu sich. Ihre Haare breiteten sich im Wasser wie ein schwarzer Schleier um sie aus, der seine Beine streifte, als er langsam die Stufen hinab stieg. Die Strömung konnte man hier unmöglich als normal betiteln, denn sie umspülte seine Beine im Kreis, mal hinauf mal hinunter, als hätte sie einen eigenen Willen. Es streichelte ihn, wollte ihn kennen lernen, aber er war mit Amandin allein.
„Gut... aber nicht mehr.“
Ihre Stimme war wie der ferne Gesang von Walen und er wusste, die Worte die sie sprach galten nicht ihm. Die Strömung ließ noch etwas nach und nur ein sehr sanftes, zärtliches Streicheln blieb zurück. Dann wurde es ruhig um sie her. Amandin wies ihn in das Becken ein. Sie lotste ihn an eine Stelle, wo er bäuchlings in einer flachen Mulde im Wasser liegen konnte, seine starken Arme unter seiner Wange gekreuzt, so dass er sich entspannt treiben lassen konnte. Das kühle Wasser spülte den Schmerz fort. Es war herrlich. Er hatte einen Moment die Augen geschlossen, als Amandin sagte:
„Ich möchte dich berühren...“
Sie wartete kurz, dann fühlte er ihre warmen Finger auf seinem linken Schulterblatt. Langsam fuhr sie die Konturen seiner Muskeln nach, die sich unter der Berührung entspannten und wanderte die tiefe Rinne seiner Wirbelsäule hinab. Ihre Handfläche schmiegte sich herrlich warm an seine Haut. Im Kontrast zu der kühlen Umgebung war sie ein regelrechtes kleines Glühen auf seiner Haut, das nach mehr verlangte. Sie streichelte ihn eine kleine Weile, dann spürte er an der Strömung, dass sie sich bewegte. Ihr warmer Körper glitt über ihn, bis sie bäuchlings auf seinem Rücken lag. Ihr Gesicht lag in seinem Nacken und er konnte ihre Brüste, die harten Spitzen deutliche fühlen. Sie flüsterte an seinem Ohr:
„...so ist es besser. Ich friere sonst so schnell...“
Ihre Beine lagen auf seinen und bewegten sich sanft mit dem Wasser über seine gereizte Haut, die plötzlich gar nicht mehr weh tat, sondern nur noch wohlig kribbelte. Für ihn nahm sie die Kühle in Kauf. Für ihn hatte sie das Becken neu geformt, damit er sich sicher fühlen konnte.
„Weist du … das Stein sich im Wasser leichter formen lässt? ...Folgt man den Wegen der Natur, verstärkt sie... oder schwächt sie, dann fügen sie sich leichter.“
Ihre Hände glitten an seiner Seite die Rippen langsam abwärts. Sie hatte langsam gesprochen. Sie ließ sich Zeit. Sie ließ ihm Zeit. Mit jeder winzigen Bewegung näherte sie sich und die Flüssigkeiten zwischen ihren Körpern wurde wärmer.
„Im Wasser bin ich … bin ich weicher... offener... „
Er spürte eine Bewegung auf sich und wusste, dass sie die Beine etwas weiter geöffnet hatte. War es eine Einladung? Sie bewegte sich so quälend langsam, kaum eine Hand breit pro Atemzug.
„Auch ich bin hier... zugänglicher...“
Ihre Hände hatten die Außenseite seiner Lenden erreicht und massierten sanft den Ansatz seiner unwillkürlich zuckenden Muskulatur. Nein, es war nicht unwillkürlich, denn SIE wollte es. Sie kannte seinen Körper und ihrer schwebte über seinem, verbunden durch lockende Wellen, die sie immer wieder zusammen trieben. Ihre Stimme war nur noch eine Ahnung, vielleicht nur ein Traum? Ein Wunsch? Eine Illusion?
„... willst du mich?“

Hatte sie das wirklich gerade gefragt? Wie kam sie dazu ihn zu fragen, wenn sie es ihm doch jederzeit befehlen konnte. Ja, sie war wirklich weich an diesem Ort, mit diesem Mann, in diesem Moment... aber sie wollte ihn... so sehr! Also entschied sie in diesem Augenblick, dass sie für ihn da sein wollte. Wenn er sie jetzt brauchte, würde sie sich ihm nicht vorenthalten, ihrem tapferen Diamanten. Sein Körper wärmte ihren und sie wollte sich auch nicht länger dem Drang verwehren, der ihn ganz und gar besitzen wollte. Er hatte ihr in so kurzer Zeit so viel von sich gegeben, also war es vielleicht an der Zeit, dass sie ihn belohnte, die Leere füllte. Doch ein winziger Zweifel blieb. Deshalb hatte sie ihn auch gefragt und es nicht befohlen. Sie musste warten, bis er soweit war auch wenn das Warten immer schwerer wurde.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Samstag 4. Juni 2016, 00:02

Ihr leise gehauchtes "Niemals" brannte sich tief in seine Seele hinein und wirkte dort wie ein hochpotentes Schmerzmittel. Es kämpfte gegen seine Versagensängste an und beruhigte ihn so. Gab ihm Sicherheit. „Ich möchte dir gern etwas Gutes tun, mein tapferer Amant! Etwas damit der Schmerz auch wieder schnell vergeht. Meinst du, du kannst dich aufrichten?“ Thomas nickte nur. Tapfer fühlte er sich nicht, selbst wenn ihm ihre Worte schmeichelten. Hätte er sich wie ein anständiger und tapferer Pelgarer verhalten, würden ihn nun auch keine Schuldgefühle zerfressen. So einfach war es doch! War es das? Nein...nichts in seinem Leben erschien ihm mehr einfach. Lysanthor hörte ihn nicht und wenn doch, dann hatte er sich nicht die Mühe gemacht ihn zu bestrafen. War Thomas gefallen, oder sein Gott? Etwas war mit ihm geschehen, etwas hatte er verloren. Seinen Glauben. Doch noch bevor er sich seiner Wunde richtig hatte gewahr werden können, hatte sich schon eine andere Macht sanft um sein Herz gelegt, war in dessen feine Kranzgefässe eingedrungen und nährte den Muskeln nun und ermunterte ihn zu jedem einzelnen neuen Schlag. Es schlug für seine neue Herrin. Für seine neue Göttin. War Amandin ein Gift, oder ein Heilmittel`? Sie war weder die Finsternis, noch das Licht, sondern eine Meisterin des Zwielichts. Silbern balancierte sie zwischen Himmel und Hölle und führte ihn an der Hand eben jener Schwelle entlang.

Er liess es zu, wie sie ihn entkleidete, bis er nackt vor ihr stand in seiner ganzen Schamhaftigkeit. Ja, Scham: Das letzte Erbe seines Gottes. So stand er da, in seiner ganzen Unvollkommenheit. Verkrampfte Muskeln, zerdrückte Bandscheiben, hier und da kleine Furchen, die seine Vergänglichkeit verrieten. Er war ein leeres Gefäss, ein verlassenes Haus. Ein Mann der seine Vergangenheit, sein früheres Leben abgestreift und somit verloren hatte. Sie hingegen war die vollkommene Schönheit. Zeitlos, beinahe schon göttlich und sie sah dem Steinmetz in die Augen. Jenem sterbenden Thomas, von dessen Persönlichkeit, Moral und Erinnerung immer mehr zerfiel um seinem Nachkommen zu machen. Amant. Er war wie jener Alabaster. Langsam bildeten sich schwarze Fäden auf seiner reinen Seele. Er veränderte sich. Diese Veränderung war eine Gratwanderung für seine Herrin. Liebte sie nicht, was er war? Berührte er sie nicht, durch seine Menschlichkeit? Würde er sie verlieren, wenn sie ihn zu stark bearbeitete? Ihm einen zu markanten Schliff versetzte? Kohle kann zu einem Diamanten werden, wenn nur genug Druck erzeugt wird. Aus den gleichen Bausteinen wird etwas völlig Neues geformt. Wie Amandin aus Thomas etwas Neues formte, doch setzte sie dabei nicht sein Wesen, seine DNA aufs Spiel?

„Kannst du gehen?“ Amant nickte. Seine blassen Füsse Schritten voran. Das weiche Polster seiner Fersen passte sich dabei am Untergrund an. Er ging etwas gekrümmt und ungelenk, denn sein Hintern und Rücken brannte bei jedem Schritt. Er schloss seine riesige, schwielige Pranke um ihre feinen Fingerglieder und erwiderte ihren Blick. Er folgte ihr durch das Haus, das ihm schon lange nicht mehr so leer vorgekommen war wie heute. Dennoch spürte er die Präsenz der Steine. Wie sie ihn musterten, ihn beobachteten, über ihn richteten, wie er da nackt durch die Gänge streifte, bis sie eine Tür erreichte. Thomas wusste sofort wo sie waren, denn er hatte diese Türe oft mit einer Mischung aus Angst und Neugierde betrachtet. Er sah seine Herrin an. „Vertrau mir...“ Thomas nickte kaum merklich und folgte ihr in den Raum.

Es war als würden sie eine andere Welt betreten, denn durch die Feuchtigkeit im Raum war es, als mussten sie eine unsichtbare Membran durchstossen, als sie in den Raum traten. Er erkannte das riesige Wasserbecken. Die feinen Wellen erzeugten eine kristallartige Reflexion an der Decke. Seine warmen Füsse tauchten ins kühle Nass und er glaubte für einen Moment, dass er durch die Flüssigkeit sanft gestreichelt wurde. Er beobachtete seine Herrin dabei, wie sie gänzlich ins Becken stieg und von irgendeiner seltsamen Macht willkommen geheissen wurde, an die Amandin sofort ein paar Worte richtete, die er nicht verstand.

Der Hüne zögerte einen Moment, als ihn seine Herrin zu ihn rief. Nicht weil er Angst hatte, sondern weil er vom Anblick ihrer nackten Haut und die darauf abperlenden Wassertropfen gänzlich in den Bann gezogen wurde. Er trat näher zu ihr und spürte, wie er abermals umschmeichelt wurde. «Ich danke dir für deine Gastfreundschaft, Lazuli... ich bin Thomas...» Stellte sich der brave Mensch, dem unbekannten Wesen vor, welches sich ihm noch nicht gänzlich offenbart hatte. Thomas war nun mal von Haus aus ein sehr anständiger und netter Kerl und es erschien ihm unhöflich das Becken eines Wesens zu betreten, ohne sich diesem Vorzustellen. Denn es stand ausser Frage, dass sie sich hier in Lazulis persönlichem Reich befanden.

Thomas konnte sich nicht daran erinnern, wann er zuletzt ein Wasserbecken dieser Grösse bestiegen hatte. Früher, in seinem alten Leben, war er ab und an mit seiner Familie ins pelgarische Badehaus gegangen. Beth liebte das Wasser... Da war er wieder, der Schmerz.
Er liess sich von seiner Herrin an einer bestimmten Stelle des Beckens lotsen, wo sie ihn anwies sich treiben zu lassen. Der Steinmetz – wie konnte es auch anders sein – tat wie ihm geheissen wurde und für einen Augenblick überkam ihn die Erschöpfung und er schloss die Augen.
„Ich möchte dich berühren...“ Er konnte nicht verhindern, dass diese Worte sich wie eine süsse Verheissung um seine Lenden legte. Er verdrehte wohlig die Augen, als sie ihn massierte und stiess einen wohligen Seufzer aus. Dieser Koloss von einem Mann wurde förmlich zum Teig unter den kundigen Händen seiner Herrin. Er hielt für einen Augenblick den Atem an, als sie sich gänzlich auf ihn legte und an ihn schmiegte. «Herrin.» Hauchte er beinahe tonlos.

„...so ist es besser. Ich friere sonst so schnell...“ Ihre Nähe, ihre Wärme, ihr Geruch, es war wie eine Droge. Thomas hatte ja keine Ahnung, wie viel Aufwand Amandin betrieben hatte, um für ihren neuen Schatz die perfekten Bedingungen zu schaffen. Sie wollte ihn formen, ihn schleifen, ihn vollenden. „Weisst du … das Stein sich im Wasser leichter formen lässt?» «Mhmm.» Murmelte er nur und nickte. Er schloss wieder seine Augen und konzentrierte sich gänzlich auf ihre Präsenz, ihr Gewicht, ihre Wärme und ihre Stimme. »...Folgt man den Wegen der Natur, verstärkt sie... oder schwächt sie, dann fügen sie sich leichter.“ Sich fügen. Ein klarer Besitzanspruch. Ein klarer Machtanspruch. Doch aus ihren Lippen entweichend, verlor dieser Gedanke jegliche Ummantelung von Unterdrückung, Zwang und Gewalt, sondern wandelte sich zu einer süssen Verheissung von Frieden und Glückseligkeit. «Rrrrhrrh.» Grollte er, als ihre Finger seinen Rippen hinunterglitten. Noch immer standen die Rippenbögen etwas zu kantig hervor, da er noch nicht sein Idealgewicht erreicht hatte.

„Im Wasser bin ich … bin ich weicher... offener...» Thomas Atmung beschleunigte sich. Sein Herz pumpte die Erregung in jede Faser seines Körpers. Zu süss waren ihre Verheissungen. Wie eine Schlange hatte sie sich um ihn gelegt, ihn in eine innige Umarmung gezogen, bereit ihm das Gift zu injizieren. Oder war sie nicht doch eher der rettende Engel in den Stunden seiner grössten Not und ihre Worte, ihre Versprechen, ihre Liebe und ihr Körper ein Akt der Vergebung? „Auch ich bin hier... zugänglicher...“ Er ballte seine Pranken zu Fäusten und krümmte sich leicht, als ihre Hände seinen Lenden entlang strichen. Sie konnte spüren, wie sich seine Muskulatur unter ihr verspannte, wie sich alles auf ihre Hände fokussierte und wie sehr er sich nach ihrer Berührung sehnte. Sein ganzer Körper schrie danach. Aber den Körper eines Manens zu besitzen, ist keine grosse Kunst, seine Seele zu beherrschen, seine Gedanken, sein Herz hingegen schon.

„... willst du mich?“ Thomas verzog sein Gesicht vor Lust. In seinen Ohren klingelte es. Er atmete erregt. «Oh Herrin.» Hauchte er aufgelöst... und da stürzte plötzlich alles auf einmal in sich zusammen. Der ganze Druck fiel von ihm ab, die ganze Anspannung löste sich auf, seine Selbstkontrolle ging verloren und der Steinmetz brach in Tränen aus.

Er wollte sie.
Er wollte sie von ganzem Herzen.

Aber er konnte sie nicht haben. Nicht so. Nicht als Ehebrecher. Langsam drehte er sich zu ihr um, denn er musste ihr in die Augen sehen. Vorsichtig schob er sie etwas höher, damit sie auf seinem Bauch und nicht etwas tiefer zu sitzen kam. Er griff nach ihrer Hand und küsste diese, während einzelne Tränen ihren Handrücken benetzten. «Ich liebe dich, Amandin.» Gestand er ihr schliesslich und sie konnte die Wahrheit in seinen Augenspiegeln ablesen. Er konnte sie aber jetzt nicht haben, denn nach seinem Sittenverständnis würde sie sich letztlich zur Hure machen, wenn sie sich ihm jetzt hingab und er würde als Ehebrecher ein für alle Mal verdammt sein. Sie verdiente weder das eine, noch das andere. Sie sollte ihre Würde als ehrbare Frau bewahren und sie hatte mehr an ihrer Seite verdient, als ein untreuer Sünder. Er richtete sich etwas auf und küsste sanft ihre Stirn. Dieser Kuss musste etwas Fremdes für sie sein, denn er war aus reiner Liebe und Rücksicht geboren. «Aber....erst...muss das Band getrennt werden, dass zwischen mir und Beth vor den Augen der Götter geflochten wurde. » Er seufzte. Denn er war sich wohl bewusst, welchen Schuldgefühlen er Beth aussetzen würde, sollte sie ihn sehen. Sie trug schliesslich die Frucht eines Fremden unter ihrem Herzen. Er unterstellte ihr keine böse Absicht, sie musste ihn für tot halten, denn nur so war es keine Sünde... und Thomas hegte nicht die Absicht, an diesem Glauben etwas zu ändern. Er hatte sie gesehen. Sie war Glücklich. Sie Erfuhr die Gnade seiner Herrin. Was wäre er nur für ein Ehemann, wenn er sie unter diesen Umständen nicht freigeben würde? Er griff nach ihren Händen und legte sie auf seine Brust.
"Lass mich sterben, Amandin." Er sah sie direkt an und drückte ihre Hände fester gegen seine Brust.

"Erweise mir die Gnade und lass das Herz von Thomas Mercer im beisein eines Priesters stillstehen." Diee Worte wogen Schwer auf seinen Lippen und ein leichtes Schaudern durchfuhr seinen Körper. Er meinte diese Worte in keinster Weise metaphorisch. Seiner Familie diese Art des Friedens zu schenken, war das Einzige, was er für sie vermutlich noch tun konnte. Es gab für sie alle drei kein Zurück mehr. Er sah Amandin wieder direkt an und suchte nach Verständnis in ihren Augen. Sie musste doch auch wissen, dass sein altes Leben das Einzige war, was zwischen ihnen stand...

"Und bringe das von Amant zum schlagen."

Er wollte sie.
Er wollte sie von ganzem Herzen.
Und er war bereit ihr alles zu geben.
Ausser Beths Seele. Diese sollte rein sein von Sünde.
Doch konnte Amandin Thomas wirklich sterben lassen, mit all seinen süssen Sünden? Oder wollte sie den Meister Mercer weiter sündigen und fallen lassen und ihn durch diesen Prozess begleiten?

Denn so oder so, sein Körper und seine Seele verrieten ihn: Er wollte sie um jeden Preis.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Montag 6. Juni 2016, 22:02

Inspirationsmusik

Er griff nach ihrer Hand und küsste diese, während einzelne Tränen ihren Handrücken benetzten. Seine Herrin lag auf seiner Brust und beobachtete fasziniert die flüssigen Diamanten seines Leids.
«Ich liebe dich, Amandin.»
Ihre Pupillen weiteten sich deutlich und sie sah in das Blau seiner Seelenspielgel in denen die Wahrheit zu lesen lag. Sie hatte diese Worte schon so oft gehört, aber nie wirklich verstanden. Er richtete sich etwas auf und küsste sanft ihre Stirn. Sie blinzelte. Dieser Kuss hatte etwas Fremdes an sich, etwas neues, denn er war aus reiner Liebe und Rücksicht geboren. Noch nie hatte jemand gewagt sie so zu berühren. Nie war ihr jemand so nahe gekommen. Sie war verwirrt und trotzdem spürte sie deutlich, dass Thomas noch etwas zurück hielt. Mit diesem Geständnis ging eine Bedingung einher, sie war nicht frei gegeben. ER war noch nicht frei und das ließ sie erschaudern. So rein sein Herz auch gegen das ihre sein mochte, so widersprüchlich waren seine Gefühle. Liebte er sie wirklich, oder war es mehr der Gedanke an Liebe den er suchte. Sie traute dieser Geste noch nicht und ihre Lieder flatterten ganz leicht und sie hatte recht, denn er sprach weiter:
«Aber....erst...muss das Band getrennt werden, dass zwischen mir und Beth vor den Augen der Götter geflochten wurde. »
Er seufzte und sie tat es ebenfalls im gleichen Atemzug. Seine Schuldgefühle, seine Moral, sein von seiner Erziehung geprägtes Wesen hielt ihn fest umfangen. Er dachte immer zuerst an die Andere, sobald er sie ihm Freiraum zum denken ließ. Seine Frau wurzelte so tief in seinem Herzen und jetzt trug sie schließlich die Frucht eines Fremden unter ihrem Herzen. Das beschäftigte ihn und Amandin konnte es nachvollziehen. Es ging zu schnell. Thomas griff nach ihren Händen und legte sie auf seine Brust.
"Lass mich sterben, Amandin."
Nun wanderten doch ihre Brauen in die Höhe. Was für eine erstaunliche Bitte in dieser Situation. Hatte sie etwas übersehen? Hatte sie ihm doch zu viel Schmerz zugemutet, nein... Er war nicht gebrochen. Er war immer noch ihr wunderschöner Rohdiamant. Er sah sie direkt an und drückte ihre Hände fester gegen seine Brust und sprach weiter. Das Band zwischen ihnen hielt, sie konnte es fühlen. Aber warum diese Bitte?
"Erweise mir die Gnade und lass das Herz von Thomas Mercer im Beisein eines Priesters stillstehen."
WAS?
Meine er das ernst? Verwirrung lag in ihren Augen. Die Worte wogen Schwer auf seinen Lippen und ein leichtes Schaudern durchfuhr seinen Körper, so dicht unter ihrer Haut. Er sah Amandin direkt an und suchte nach Verständnis.
"Und bringe das von Amant zum schlagen."
Fast hätte sie schwer ausgeatmet. Amandins Körper lag immer noch auf seinem, ihr Gesicht nah bei seinem, aber etwas hatte sich verändert. Ihre Weichheit, die sie eben bereit war ihm zu schenken, war verschwunden, auch wenn sie sich nicht bewegt hatte. Jeder Muskel, in diesem perfekt auf Verführung ausgelegtem Leib, glich einem straff gespannten Seil.
Das kann nicht sein...!
Für einen Moment sah er Panik und etwas Anderes in den unergründlichen Tiefen ihrer Seelenspielgel aufleuchten, dann presste sie die Lieder zusammen um ihn den Zutritt zu ihrem Innenleben zu verwehren. Wenn er geahnt hätte wie nah er gerade der düsteren Wahrheit gekommen war, wie nah er genau den Wegen folgte, die für ihn vorgesehen waren und wie knapp er eben seiner Auslöschung entgangen war...
Doch er wollte sie.
Er wollte sie von ganzem Herzen. Er stellte sich einfach ihrer Dunkelheit entgegen als wäre sie nichts... Nein, als wäre sie ein Mantel in den man sich hüllen konnte, der sogar Geborgenheit versprach. Er warf sich förmlich in ihre scharfen Klingen, die ihre Seele spickten. Es war unfassbar... Sie wollte ihn besitzen und er fürchtete sich noch nicht einmal davor. Wie konnte dieser Mann nur all die Mauern in ihr niederreißen, ohne auch nur einen einzigen Schlag gegen sie zu führen??? Wie konnte er sie lieben, wenn er den Tod von ihr verlangte? Wusste er den nicht, wie sehr sie ihn brauchte?
Amandin legte ihre Hand in seine, faltete ihre Finger zwischen seine und lauschte dem Gesang seines Blutes, das ihr Zeichen bereits in sich trug. Ihrer beider Handflächen kribbelten unwillkürlich und warm. Es war das Echo ihrer Magie, dass sie wahrnahmen. Er war bereit ihr alles zu geben, dass wusste sie vom ersten Moment an, da sie ihn unter den anderen Sklaven erblickt hatte. Seine Aura, sein Gefühl für die Steine, hatte aus ihm heraus nach ihr gerufen, sie zu ihm gelockt und sie war seinem Ruf gefolgt. Er gehörte doch ihr... Sie fühlte ihren Herzschlag unter seiner Haut. Sie hörte ihren Atem in seiner Brust, sie weckte ihre Magie in seinem Geist. Es musste so sein! Er war für sie gemacht! Sie war ein äußerst besitzergreifendes Wesen, dass hatte sie bei ihrer ersten Berührung gespürt. Der Fluss seiner schlafenden Mächte hatte unter ihrer Führung schon begonnen sanfte Wellen zu schlagen, aber was wenn er schon zu fest gefahren war um sich wirklich noch verändern zu können? Fürchtete er die Veränderung mehr als die Möglichkeiten die ihm mit ihr offen standen? Amandin legte ihre Wange auf seine Brust und lauschte seinem Herzschlag. Er war stark und schön. Er sollte nicht vergehen. Dieses Herz konnte den Schmerz ertragen, mit dem sie ihn formen musste. Sie musste es, sonst konnte er ihr nicht folgen. Sie wollte, dass es so war! Sie wünschte es sich und küsste die Stelle, wo eben noch ihre Wange gelegen hatte, nur um sich gleich wieder an ihn zu schmiegen. Sie brauchte einen Moment der Ruhe um darüber nachzudenken, was er gesagt hatte. Sie musste die schwirrenden Puzzelteile in ihrem Kopf wieder zusammenführen.
Denn so oder so, sein Körper und seine Seele verrieten ihn: Er wollte sie um jeden Preis.
Aber was war mit seinem Herzen? Was mit seinem Verstand? Ein Mensch bestand nicht nur aus drei Teilen, wie viele Gelehrten behaupteten. Es waren vier! Sie wusste es besser, sie hatte sie erforscht. Der Körper war am leichtesten zu zähmen. Die Seele, das flüchtige Ding, zu fangen, das war eine Kunst, aber selbst diese beherrschte Amandin. Der Verstand war leicht mit gut geformten Wahrheiten zu verwirren, aber das Herz … Das Herz war ein Mysterium, das am schwersten zu erforschen war. So wild und stark wie es bei Thomas schlug, so wankelmütig konnte es sein. Ihr armer Meistersteinmetz musste innerlich zerrissen sein und sie wusste, dass sie diesen Riss, diese Leere mit etwas füllen musste.
Anstatt sofort auf seine Äußerung einzugehen flüsterte sie leise, langsam, jeden Teil einzelnen Teil betonend, dicht über seinem Herzen, damit ihre Worte in seinem Blut Spuren schlagen konnten:
„Du bist … ihr Menschen... ihr seid etwas ganz besonders... Eure Flamme brennt heller, als jedes Licht der Ewigkeit... Ein Elf kann nicht in all seiner Zeit die Leidenschaft erreichen, das Strahlen was euch ausmacht!... Unser Tun wirkt bestenfalls gelangweilt gegen die Intensität eurer Gefühle... Euer Leben, so kurz es auch bestimmt ist, ist oft tausend mal mehr wert... Wo manche von uns ganze Zeitalter gesehen und nichts gelernt haben, da trinkt ihr vom Saft des Lebens, bis ihr überquellt. Nichts ist schöner! Nichts ist einmaliger in dieser Welt, als eure Neugierde, eure Leidenschaft für das Leben, eure Lust, eure … eure Liebe. Und ihr wisst gar nicht, wie neidisch wir auf dieses intensive Leben sind... wie neidisch ich bin... wie gern ich es mit dir teilen würde...“
Sie atmete langsam auf seiner Haut und ihr Körper schmiegte sich an seine Wärme. Sie durfte ihm keinen Abstand erlauben, nicht jetzt und doch war es schwer.
„Ich glaube dir... Ich glaube dir, das Teile von dir mich lieben. Ich will … Ich will lernen … dieses... zu erwidern...“
Thomas wusste sofort, das dieser letzte kleine Teil ihr gerade sehr viel abverlangt hatte, denn ihr Körper zitterte vor Anspannung und ihr Kiefer bewegte sich hart an seiner Brust. Unwillkürlich wollten seine Hände sie streicheln, sie beschützen, doch wollte er diesem Drängen nachgeben?
„... Ich... verstehe... Ich sehe deine Fassetten wie in einem hellen Kristall erstrahlen, doch mache dieser Oberflächen sind noch nicht bereit auf meine Dunkelheit zu treffen...“
Sie hob leicht den Kopf und sah ihn von unten her an. Ihre langen Wimpern lagen müde über dem blutroten Glühen ihrer Irriden.
„Einige Teile von dir...“
Sie hob leicht einen Oberschenkel und streifte dabei ganz sanft seine Männlichkeit. Sein Körper erinnerte sich sofort an ihre gute Erziehung. Er war sofort bereit für sie.
„... gehören schon mir …“
Sie sah wieder auf seine Brust und ließ das Bein wieder sinken. Die Bewegung war so leicht, dass er sie kaum wahrnahm, wenn da nicht die minimale Veränderung der Wassertemperatur gewesen wäre, die sich kühlend, beruhigend um ihn legte, als sie jetzt mehr an seiner Seite lag.
„...andere nicht.“
Sie nickte langsam und der folgende Satz wurde von einem hell lodernden Blick begleitet, der jedes Wort in brennende Wahrheit tauchte.
„Ich bin ein sehr besitzergreifendes Wesen! Ich will alles! Ich will dich ganz, ohne Zwänge, ohne Leid, ohne Schuld, rein und ursprünglich! Nichts darf zwischen uns stehen, denn wir würden alles um uns herum zerstören.“
Sie zog ihr inneres Schwarzfeuer wieder ein wenig in sich zurück und Thomas merkte, dass auch ihr Körper plötzlich wieder leichter wurde. War er vorher schwerer geworden? Vielleicht? Es war als hätten ihre Worte der Erdanziehung mehr Bedeutung gegeben.
„Es ist so wie ich sage... Wenn du dich mir hingibst, wenn ich es lerne … Dann ...vielleicht ...können wir bald nicht nur sprichwörtlich Berge versetzten. Ach wenn du es noch nicht weißt, ich kann deiner Seele geben wonach sie dein ganzen Leben lang gesucht hat. Ich kann Amant geben, was er braucht um mich ...zu lieben. ...Ich hoffe es. Ich wünsche es mir so sehr und ich verstehe, dass *Thomas Mercer, der Steinmetz aus Pelgar*, mit all seinen Erinnerungen, mit seiner ganzen Vergangenheit sterben will... vielleicht auch muss, aber ich... ich möchte es nicht. Ich möchte dich wachsen sehen. Ich möchte gemeinsam mit dir neue Wege versuchen … nach Möglichkeiten suchen den Schicksalsfaden neu zu weben.“
Gen Ende war ihre Stimme leiser geworden. Sie blinzelte langsam und sah irgendwie durch ihn hindurch in eine weite Ferne, in der er ihr nicht folgen konnte. Ihre Lider senkten sich noch einmal und sie war wieder ganz bei ihm.
„Was Sand … dein Weib angeht...“
Sie schluckte. Den Namen seiner Frau konnte sie gerade nicht aussprechen, sonst würde sie den eifersüchtigen Dämonen in sich freien Lauf lassen, ihr Todesurteil unterschreiben und Thomas und ihre Zukunft damit mit einem Schlag vernichten. Einzig ihre kleine Hand auf seiner Brust ballte sich langsam zur Faust, doch ihren Worten war nichts als Wärme für ihren Steinmetzmeister anzuhören.
„Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit dem Priester meinst … aber … mein Gott hat sie schon vor langer Zeit von jedem Band geschnitten, dass sie einst gefangen hielt. Sie lebt nun ein anderes Leben...“
Wie du es auch könntest … oder … hatte Serunda recht und das hier wird zu einer Falle für mich?... Nein, so ist er nicht … So darf es nicht sein …
Jetzt sah sie ihn mit leicht schräg geneigtem Kopf fragend an, dass ihr den Charme einer Raubkatze verlieh. Eine betörend sinnliche, lauernde Raubkatze die verschmust an seiner Seite ruhte. Es fehlte nur noch ein Schälchen Sahne auf seiner Brust um das Bild perfekt zu machen. Amandin war gefährlich, aber gab man ihr was sie wollte, erhielt man auch so unglaublich viel zurück. Er konnte sich sicher sein, sie würde alles mit ihm teilen... die Seele ihrer Magie hatte sie ihm schon geschenkt und damit seine Sinne geöffnet. Ihren Körper hatte sie ihm quasi angeboten. Wenn er sich ihr öffnete würde sie ihm nichts verwehren, auch nicht ihren Verstand. Einzig ihr Herz war dieser schwarze, harte Stein in ihre Brust, aber vielleicht konnte man ja auch schwarze Diamanten lieben? Ja, dieses Bild passte gut zu Amandin. Ein schwarzer Brillant, geschliffen, scharf und tödlich, wunderschön und so fassettenreich das selbst das Zwielicht und die Finsternis durch ihn strahlen konnten. Sagte man einem Diamanten Feuer nach, so war sie seine dunkle Seite. Ein Brillant in schwarzem Feuer. Ihn ihrem dunklen Licht war selbst die finsterste Nacht wunderschön und sie wartete auf ihre Gegenstück. - Amant in seinem weißen Feuer -
Thomas hatte auch nicht das Gefühl, dass sie ihn belogen hatte. Manche Dinge waren ihr vielleicht fremd, aber er spürte gewiss auch die tiefer gehende Verbindung ihrer verwandten Seelen. - Die Seelen aus Stein.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Freitag 17. Juni 2016, 14:40

Der heutige Tag hatte den guten Steinmetz definitiv sehr aufgewühlt und daher war es kaum verwunderlich, dass er wirres Zeug von sich gab. Thomas hatte wohl das Glück, dass er mit Amandin auf eine - für ihr Volk ausserordentlich geduldige – Zuhörerin vor sich hatte. Oder besser auf sich, denn sie sass noch immer auf seinem Schoss und blickte zu ihm nieder. Was auch immer in dieser Kammer hier hauste – Lazuli – wurde Zeugin von Thomas verletzlichsten Seite. Er stand direkt an der Schwelle zwischen seinem alten und neuen Leben. Offenbar hielt er diese beiden Pole für unvereinbar. Er beobachtete seine Herrin dabei, wie sie langsam ihre Augenbrauen hoch und wie sie krampfhaft versuchte ihre Überraschung zu verbergen und auf einmal fühlte er sich schmutzig und schwach, dass er ihr solch eine Bürde überhaupt aufgebrummt hatte. Er schlug seine Augen nieder und starrte für einen Moment an ihr vorbei, ehe er die Zähne zusammenbiss und seine Augenbrauen zusammenzog. Als er sie wieder anblickte erkannte er für einen Moment Panik in ihren Seelenspiegeln. Nun war er es, der die Augenbraue erhob und erschrocken nach ihren Oberarmen griff. «I..ich...wollte dich nicht ängstigen...ich...» Oh das was er hier von sich gelassen hatte, war ein bitterer Fehler gewesen!

«Mhrrmm.» Raunte er, als sie ihre Hände in die seinen legte und sie festhielt. Sofort entwickelte sich ein Knistern und Kribbeln an jener Stelle, wo sich Himmel und Hölle berührte – wenn man so wollte. «Amandin». Hauchte er leise und es war eines der wenigen Male, wo er sie nicht als Herrin ansprach. Sondern als seine Angebetete, seine Liebe. Wie konnte man es diesem grossen menschlichen Herz verübeln, dass es inzwischen für seine Herrin schlug? Bei allem was sie für ihn getan hatte? Bei allen Gemeinsamkeiten, die sie miteinander teilten? Bei all diesem tiefen Verständnis für einander und die Steine? Es war, als wären letztere ihre gemeinsamen Kinder, als wären sie schon Eltern, bevor sie überhaupt geheiratet hatten... Ja... so verbunden fühlte er sich mit ihr. So unendlich nah, wie er es nie für möglich gehalten hätte. Für sie hatte er gar seinen Gott verlassen. Warum nicht auch seine Identität? Sein früheres Wesen? Wieso nicht Thomas verlassen, um das zu werden, was sie sich wünschte... doch was, wenn sie eben genau jenen Thomas Mercer wünschte, den er aufzugeben angeboten hatte? Was für eine schreckliche Bitte hatte er da nur von sich gegeben?

Sein Brustkorb hob und senkte sich, als sie ihr Ohr dagegen drückte und seinem Herzschlag lauschte. Seinem Herzen gefielen die eigenen Worte nicht, es schlug aufgeregt und schwer und verriet damit, dass sein Besitzer durcheinander war. Menschen lebten kurz und intensiv und so brachen die Emotionen manchmal wie ein Sturm über sie herein. Für Elfen musste es eine wahre Herausforderung sein, wenn sie mit einem solchen irrationalen Gefühlschaos konfrontiert wurden. Sie hatten schliesslich die nötige Zeit, um sich jedem Gefühl im Verlauf ihrer Existenz gewahr zu werden. Sie waren diesbezüglich in der Regel weit beherrschter und abgeklärter und liessen sich nicht derartig aus der Fassung bringen. Er legte seine kräftigen Arme um ihren Körper. Wollte ihr damit signalisieren, dass er doch für sie da sein wollte. Er wollte sie nicht verlassen. Wenn er ehrlich war, so wollte er auch nicht aufhören Thomas zu sein.... aber für sie hätte er es getan, wenn es denn ihr Wunsch wäre. Aber er war sich gar nicht mehr so sicher, ob dem überhaupt so war.
„Du bist … ihr Menschen... ihr seid etwas ganz besonders... Eure Flamme brennt heller, als jedes Licht der Ewigkeit... Ein Elf kann nicht in all seiner Zeit die Leidenschaft erreichen, das Strahlen was euch ausmacht!» Selten hatte er jemanden so schöne Worte über die Gattung des Menschen verlieren hören. Seine eigene Art ging in der Regel weit strenger mit sich selbst ins Gericht. Nicht einmal ihr oberster Gott und Schöpfer, schien gänzlich von der Menschheit überzeugt zu sein. Wieso sonst, sollte er sie derart mit Regeln und Einschränkungen belegen, wenn das Konstrukt nicht in sich falsch und fehlerhaft war?
»Unser Tun wirkt bestenfalls gelangweilt gegen die Intensität eurer Gefühle... Euer Leben, so kurz es auch bestimmt ist, ist oft tausendmal mehr wert...» Es war seltsam, diese Worte von seiner Herrin zu hören. Der Wert eines Lebewesens wurde in dieser politisch ausgerichteten Welt schliesslich einzig und allein von der dominierenden Kraft bestimmt und da hatten die Menschen nun mal den Kürzeren gezogen.
»Wo manche von uns ganze Zeitalter gesehen und nichts gelernt haben, da trinkt ihr vom Saft des Lebens, bis ihr überquellt. Nichts ist schöner! Nichts ist einmaliger in dieser Welt, als eure Neugierde, eure Leidenschaft für das Leben, eure Lust, eure … eure Liebe.» Er sah sie wieder direkt an und küsste sanft ihre Stirn. Liebe. Ja. Er hatte so viel davon zu geben. Er. Thomas Mercer. Ob Amant auch zur Liebe fähig sein würde?
»Und ihr wisst gar nicht, wie neidisch wir auf dieses intensive Leben sind... wie neidisch ich bin... wie gern ich es mit dir teilen würde...“ Er drückte sie etwas fester an sich. Deses mal war es nicht das Band der Erotik, welches sie aneinanderschmiegte. Thomas suchte Halt bei ihr und Amandin war dazu verdammt ihm diesen zu geben, obwohl sie doch eigentlich dasselbe in ihm suchte.

„Ich glaube dir... Ich glaube dir, das Teile von dir mich lieben. Ich will … Ich will lernen … dieses... zu erwidern...“ «Oh Amandin.» Hauchte er wieder und hielt sie fest umschlungen. «Das tust du doch schon längst, auf so unterschiedliche Art und Weise...» Es stimmte ihn traurig, dass sie es offensichtlich nicht spüren konnte. Ihn beschlich das ungute Gefühl, dass sie glauben könnte bei ihm versagt zu haben. Ihn noch nicht gänzlich für sich gewonnen zu haben. Aber es war nicht sie, die ihrem Glück im Wege stand, sondern er selbst. Sein hartnäckiges, verwirrtes Herz war es, dass nicht im Takt schlagen wollte und sich an etwas festklammerte, dass schon lange aufgehört hatte zu existieren.
„... Ich... verstehe... Ich sehe deine Fassetten wie in einem hellen Kristall erstrahlen, doch mache dieser Oberflächen sind noch nicht bereit auf meine Dunkelheit zu treffen...“ Seine Augen weiteten sich und er spannte sich an, weil er fürchtete, von ihr Abgestossen zu werden. Nun war er es, der sich unzulänglich fühlte.
„Einige Teile von dir...“ Sofort spannte sich seine Muskulatur an und ein heftiges, verlangendes Ziehen entwickelte sich in seinen Lenden. Sein Körper hatte sich schon längstens für Amandin entschieden, das war kein Geheimnis. Aber das menschliche Fleisch von den eigenen Qualitäten zu überzeugen, war auch keine grosse Herausforderung für eine Jägerin wie Amandin. Noch immer errötete der Pelgarer angesichts seiner eigenen Triebhaftigkeit. Es schien beinahe so, als wollte er sich diese Wahrheit aufgrund seiner strengen sittlichen Erziehung noch immer nicht ganz eingestehen. Dabei war es offensichtlich. Ausserdem gehörte sein Körper auch noch auf einer ganz anderen Ebene ihr. Auf einer rechtlichen. Er war ihr Eigentum. Es lag alleine in ihrem Ermessen, ob sie diesen Körper nähren, ihn pflegen, ihn strafen oder ihn entsorgen wollte. Heute hatte sie zum ersten Mal die Peitsche gegen ihn erhoben und doch war sie noch immer da und nahm sich seiner an.

„Ich bin ein sehr besitzergreifendes Wesen! Ich will alles! Ich will dich ganz, ohne Zwänge, ohne Leid, ohne Schuld, rein und ursprünglich! Nichts darf zwischen uns stehen, denn wir würden alles um uns herum zerstören.“ Er hielt seinen Blick gesenkt, weil er sich ihr gegenüber schuldig fühlte. Schuldig, sich bisher noch nicht gänzlich auf sie eingelassen zu haben. Ja, da gab es noch Dinge neben ihr. Seine Frau, seine Tochter, seine Freunde auf der Baustelle, die Steine...

„Es ist so wie ich sage... Wenn du dich mir hingibst, wenn ich es lerne … Dann ...vielleicht ...können wir bald nicht nur sprichwörtlich Berge versetzten. Ach wenn du es noch nicht weißt, ich kann deiner Seele geben wonach sie dein ganzen Leben lang gesucht hat. Ich kann Amant geben, was er braucht um mich ...zu lieben. ...Ich hoffe es.» Sein Blick und sein Herz sog jedes ihrer Worte in sich auf. Nie in seinem Leben war er dermassen verlassen, hilflos und allein gewesen, wie in der Zeiten der Sklaverei. Amandin war sein Anker. Sie war schon so tief in seine Seele eingedrungen, dass sie diesen Platz von seiner Familie erstritten hatte und doch lag da ein gewisser Schatten über ihrer Stimme. Eine Gewissheit, die auch auf ihrer Seele schwer wog. Denn konnte man sich ihrem Herz wirklich nähern, ohne zu verglühen? Konnte ein Mensch ihre Liebe ertragen? Sie überleben? Standen die Zeichen nicht gegen sie und ihre grossen Träume?

»Ich wünsche es mir so sehr und ich verstehe, dass *Thomas Mercer, der Steinmetz aus Pelgar*, mit all seinen Erinnerungen, mit seiner ganzen Vergangenheit sterben will... vielleicht auch muss» Thomas erschauderte unwillkürlich. Seine eigene Bitte aus ihren Lippen zu hören, brachte die ganze Tragweite seiner Worte zu tage. Er ängstigte sich vor seiner eigenen Bitte. Sie konnte es spüren. Doch hier in diesem Haus. Hier bei seiner Herrin. War jedes geäusserte Wort von Gewicht und führte zu Konsequenzen. Es lag nicht mehr in seiner Macht, diese Bitte abzuwenden.
»aber ich... ich möchte es nicht. Ich möchte dich wachsen sehen. Ich möchte gemeinsam mit dir neue Wege versuchen … nach Möglichkeiten suchen den Schicksalsfaden neu zu weben.“ Thomas mercer...wirkte erstaunlicher Weise erleichtert. Instinktiv wusste er aber auch, dass seine Herrin für ihn nicht den einfachen Weg vorsah. Nichts war leichter für einen Sklaven, als zu sterben.

„Was Sand … dein Weib angeht...“ Sein Blick verdunkelte sich. Angst füllte seine Seelenspiegel. Thomas fürchtete sich davor, seine eigene Frau durch seine Bitte ins Verderben geschickt zu haben. Er liebte sie noch immer. Das konnte er nicht leugnen und er wünschte ihr nichts Böses. Bei den Göttern, wie könnte er nur?

„Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit dem Priester meinst … aber … mein Gott hat sie schon vor langer Zeit von jedem Band geschnitten, dass sie einst gefangen hielt. Sie lebt nun ein anderes Leben...“ Er sah sie lange an. Schliesslich nickte er. Er hatte den Wink verstanden und würde es vermutlich zukünftig unterlassen, das Schicksal seiner Frau herauszufordern. «Herrin...» Brachte er leise und stockend über die Lippen. Es schien so, als würde Amandin die Existenz seiner Familie ihm zuliebe dulden. Vielleicht hätte sie auch Lysanthor in seinem Leben geduldet…Thomas hingegen tat es nicht. Er konnte es nicht. Er konnte es nicht ertragen, dass seine Herrin nach der Ansicht seines Glaubens für immer eine bittere Sünde sein sollte. «Kann...dein Gott, das auch für mich tun?» Unsicherheit sprach aus ihm und die war sicherlich begründet. Nur wenige Menschen waren imstande, den Pfaden Faldors zu folgen und Thomas passte definitiv nicht in dieses Profil. Dennoch schien die Religion für den Steinmetz wichtig zu sein und er schien sich ein Leben ohne einen Gott oder eine Göttin nicht so recht vorstellen zu können. Er seufzte und strich über ihre Haare. «Es.... war leichter vorhin...» Meinte er schliesslich und spielte damit auf die Bestrafung an. Dessen war sie sich sicherlich auch bewusst, aber sie würde Thomas auf Dauer vermutlich nicht von seinen eigenen Gedanken bewahren können. Er musste die Veränderung selbst vollziehen und dieser Weg würde nicht einfach sein.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Montag 27. Juni 2016, 23:03

„Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit dem Priester meinst … aber … mein Gott hat sie schon vor langer Zeit von jedem Band geschnitten, dass sie einst gefangen hielt. Sie lebt nun ein anderes Leben...“
Er sah sie lange an und sie erwiderte den Blick. Schließlich nickte er. Er hatte den Wink verstanden und würde es vermutlich zukünftig unterlassen, das Schicksal seiner Frau herauszufordern. Sein eigener Schicksalsfaden war schon dünn genug.
«Herrin...»
, brachte er leise und stockend über die Lippen. Es schien so, als würde Amandin die Existenz seiner Familie ihm zuliebe dulden. Vielleicht hätte sie auch Lysanthor in seinem Leben geduldet…Thomas hingegen tat es nicht. Er konnte es nicht. Er konnte es nicht ertragen, dass seine Herrin nach der Ansicht seines Glaubens für immer eine bittere Sünde sein sollte.
«Kann...dein Gott, das auch für mich tun?»
Unsicherheit sprach aus ihm und die war sicherlich begründet. Nur wenige Menschen waren imstande, den Pfaden Faldors zu folgen und Thomas passte definitiv nicht in dieses Profil. Dennoch schien die Religion für den Steinmetz wichtig zu sein und er schien sich ein Leben ohne einen Gott oder eine Göttin nicht so recht vorstellen zu können. Er seufzte und strich über ihre Haare.
«Es.... war leichter vorhin...»
Meinte er schließlich und spielte damit auf die Bestrafung an und Amandin verstand sofort. Er schien langsam zu begreifen, dass nicht jeder Schmerz eine Bestrafung war, dass nicht jede Strafe Schmerzen bedeuteten, aber beides zusammen wie auch vereint existieren konnten, ohne das andere zu negieren. Die Kunst dieses Spiels würde ihm noch lange verborgen bleiben, aber er war auf dem Weg es zu verstehen... auf dem Weg zu ihr. Sie lächelte an seine Brust geschmiegt und genoss den Augenblick. Liebevoll streichelte sie die Außenseite seiner Hüfte, dort wo die Haut noch ganz leicht gereizt war und eine neue Welle Lust brandete unwillkürlich durch seinen Körper. Er musste die Veränderung selbst vollziehen und dieser Weg würde nicht einfach sein, aber sie würde ihn geduldig mit ihm gehen.
"Leichter..."
, wiederholte sie das Wort darüber nachsinnend, das er verwandt hatte.
"Ja, ich verstehe dich und es wird mit der Zeit noch leichter werden, aber Faldor ist kein gnädiger Gott und sein Weg kann sehr hart für eure Rasse sein. Aber darüber musst du dir keine Gedanken machen. Du musst ihm nicht folgen, nur um mir zu gefallen. Wenn du mir folgst, reicht mir das vollkommen."
Sie wanderte mit ihrer Hand an seiner Seite hinauf, bis sie wieder auf seinem Herzen lag. Der Schauer, der dabei seinen Körper entflammte und ihrem entgegen flehte war schlicht köstlich.
"Ich will dir auch nicht nehmen, was dich geprägt hat... "
Damit meinte sie wohl nicht nur seinen Glauben, sondern auch seine Familie.
"Ich werde dir aber Wege zeigen, die dich zu mir führen können, damit wir ...vielleicht gemeinsam in eine Richtung schauen können, als einander anzusehen oder aneinander vorbei. Hmmm...
Das Geräusch, dass sie machte vibrierte durch seinen ganzen Körper.
„... das war vielleicht eben ein wenig zu metaphorisch gesprochen. Wenden wir uns doch lieber naheliegenden Dingen zu als einer fernen, unsicheren Zukunft.“
Sie richtete sich auf und saß auf seinem Bauch. Eine Hand lag noch auf seinem Herzen und die Andere führte sie zu ihrem. Ihre Stimme senkte sich, wurde etwas tiefer, rauer, sinnlicher und leiser, während sie ihre Finger auf seiner nassen Haut unter der flachen Oberfläche des Wassers betrachtete.
„Ich kann unsere Magie miteinander verbinden...“
Thomas konnte es ganz deutlich fühlen. Dort wo ihre Hand auf seiner Haut auflag war es nicht nur warm, es war fast heiß ...nicht schmerzhaft, aber doch sehr sehr warm und seidig, glatt wie polierter Stein und unglaublich – hart. Aber er fühlte auch das Prickeln von Magie in dieser Berührung wie sie sie kurz über seinem Herzen gerade so ihn berührte, ohne tiefer zu gehen. Es war gewiss einiges an Kontrolle nötig um diesen Zustand zu halten. Ihr Hand fühlte sich an wie heißer beweglicher Stein. Ihr Magie berührte ihn tiefer, als er sich jemals hatte vorstellen können, selbst ohne in ihn einzudringen, gleich einem Echo, das in ihm etwas wach rütteln wollte, von dem er nicht wusste, das es existierte. Ob sie ihn in Stein verwandeln könnte, wenn sie dies Kraft in ihn fließen lassen würde? Ob sie selbst zu Stein werden könnte? Das Echo der Steine, seine Sinne, sie flüsterten lockende Worte ohne das er sie verstand, direkt aus ihrer Haut in seine Seele um sich mit ihm zu verbinden. Die linke Hand auf seinem, die rechte Hand auf ihrem Herzen, massierte sie leicht seine Muskulatur und gleichzeitig ihren wunderschönen Busen. Langsam begann sie die Verbindung wieder zu lösen und die Bewegungen wurden verspielter.
„Ich kann unsere Körper miteinander verbinden... „
Sie leckte ihre Unterlippe und zog sie zwischen die Zähne, dann löste sie die linke Hand von seinem willig schlagenden Herzen und griff hinter sich. Die Hitze, die seinen Speer umfing, ließ ihn kurz zusammen zucken. Der Schock des kühlen Wassers, gemischt mit ihrer Glut war etwas zu viel gewesen. Amandin hatte seine Reaktion jedoch erwartet und sich seinen Bewegungen wie beim Reiten eines wilden Hengstes angepasst. Ihr Lächeln war eine Spur zu sinnlich um nicht auch ein klein Wenig verdorben zu wirken und etwas dunkles, etwas animalisches in ihm zu wecken. Ihre Lippen hatten sich bei ihrem kleinen Ritt geöffnet, aber sie hielt ihn atemlos gefangen zwischen ihren Beinen.
„Shhh...“
Sie hob leicht ihr Becken und griff von vorne unter sich um „Ihn“ unter Kontrolle zu halten. Dabei beugte sie sich leicht nach vorne, löste die hintere Hand wieder und stützte sich auf seiner Brust ab um sich seinen Wangenknochen zu nähern. Sie legte ihre Wange an seine, während eine Hand zwischen ihnen lag und Dinge tat, die Lysanthor strengstens verboten hatte. Doch es war ihre Stimmfarbe, die Thomas noch viel mehr berühren sollte:
„Wenn du nur ahnen würdest, wie sehr ich dich in mir spüren möchte …“
Sie atmete schwer an seinem Ohr.
„Ich WEISS dass wir zusammen passen! Dein Zwilling hat es mir letzte Nacht verraten.“
Hatte die Strömung des Wassers um sie herum zugenommen? Amandin sortierte „Ihn“ neu, rutschte sich zurecht, so dass er zwischen ihren Schenkeln steil nach oben ragte. Sie hatte ihn eingeklemmt und der Druck war fest nicht auszuhalten. Dann schob sie ihre kleinen Füße zwischen seine Waden und drückte sanft seine Beine auseinander. JA, die Strömung hatte zugenommen! Wasser sprudelte, wirbelte um sie herum und drückte sie aneinander. Sie saß nun breitbeinig und weit offen auf ihm und wäre die Postion nur ein wenig anders...
„Aber ich kann deine Gedanken nicht mit Feuer reinigen, wenn ich dich erhalten will.“
Manchmal drückten sich Elfen kryptisch aus, aber irgendwie machten ihre Worte auch Sinn, weil sie tiefer hallten als nur die Silben klangen. Wenn da nur nicht die Magie und ihrer mächtig ablenkender Körper gewesen wäre, der ihre Einflüsterungen wie in flüssiges Silber tauchten.
„Ich kann dich lehren mehr zu sehen, mehr zu verstehen, als du jemals sahst, aber ich kann es nur mit dir zusammen.... und ich habe ...Angst... Ich weiß, dass meine Welt dich erschrecken wird, aber ich hoffe, das dein Geist stark genug ist... „
Sie bewegte leicht das Becken auf und ab.
„Auch dein Herz kann ich nicht allein gewinnen. Ich brauche es aus freien Stücken. Deshalb... deshalb wäre es vermutlich besser, wenn ich dich nicht noch mehr reizen würde... aber...“
Sie stöhnte leise und ihr Atem war wie Magma, dass über die Nässe seiner Haut floss. Ihr Stimme war so leise, aber so süß wie Ambrosia.
„...du fühlst dich so gut an!“
Einen furchtbar langen Moment lang hielt sie einfach nur still. Vielleicht wartete sie darauf, dass er die Grenzen seiner Mauern durchbrach, vielleicht brauchte sie auch einfach einen Augenblick um die Kontrolle gänzlich wieder zu gewinnen.
„Ich bin noch lange nicht mit dir fertig!.. aber...“
Sie knurrte leise, fast wie eine Katze.
„Ich werde... auf dich warten. Ich will dich nicht nur einfach verführen... das wäre zu leicht. Ich glaube, es könnte sich lohnen zu warten. Ich will, dass du mich darum bittest mich verführen zu dürfen. Das entspräche eher deinem Wesen, als wenn ich es dir befehlen muss, nicht wahr?...“
Ja sie wusste es. Amandin atmete, seufzte schwer an seiner Brust und ließ sich halb an seine Seite gleiten. Auch das Wasser beruhigte sich wieder. Dann überraschte sie ihn doch:
„Heute jedoch nicht! Heute gehörst du noch mir!“
Ihre Hand umfing „ihn“ und glitt seidenweich über seine Härte.
„Ich werde dich doch nicht in diesem Zustand lassen! ...Morgen, wer weiß... Morgen vielleicht schon gehören wir ...einander.“
Dann hörte sie auf zu flüstern und die Bewegungen wurden schneller, bis Sterne die unterirdische Grotte füllten, in einem blauen Nebel explodierten und Thomas sogar kurz das Bewusstsein raubten. Er merkte es nur daran, dass er wach wurde und merkte, wie seine Herrin unter seinen Kopf und Schultern geglitten war, aufrecht saß, seinen Kopf auf ihrem Schoß gebettet und ihn in ihren Armen hielt. Eine Hand lag auf seiner Brust, eine an seiner Wange wo sie seinen Bart kraulte. Hatte sie auch ein wenig Magie benutzt? Es fühlte sich so gut an und Thomas ganzer Körper kribbelte leicht, war weich, warm und entspannt. Ihre Finger betasteten fasziniert jede kleine Narbe, jeden winzigen Makel der in seinem Gesicht die Geschichte seines Lebens geschrieben hatte, als fände sie ihn wunderschön.
„Gut?“
Die winzige Frage klang fast süß aus ihrem Mund und bedeutete, hinterfragte doch so viel mehr. Ging es ihm gut? Hatte er das was sie eben mit ihm getan hatte als „gut“ empfunden? War er gewillt sie zu bitten, war er einverstanden sie verführen zu dürfen?
Sie sahen einander in die Augen und vielleicht erkannte er dort etwas, das Amandin selbst noch nicht verstanden hatte. Die Glut die dort loderte, war mehr geworden, hatte sich verändert, als hätte sie neue Nahrung aus der Tatsache bekommen, dass sie sich in seine Hände begeben wollte. Es war ein Wagnis, auf ihn zu warten, aber Elfen hatten Zeit und Geduld war tatsächlich nicht nur unter Menschen eine Tugend.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Montag 11. Juli 2016, 22:12

"Ja, ich verstehe dich und es wird mit der Zeit noch leichter werden, aber Faldor ist kein gnädiger Gott und sein Weg kann sehr hart für eure Rasse sein. Aber darüber musst du dir keine Gedanken machen. Du musst ihm nicht folgen, nur um mir zu gefallen. Wenn du mir folgst, reicht mir das vollkommen." Thomas sah sie direkt an und nickte schliesslich, ehe er seinen Blick kurz von ihr abwandte. Doch in diesem Punkt irrte Amandin. Er wollte Faldor nicht ihretwillen folgen, er brauchte für sich selbst einen Wegweiser. Lysanthor hatte ihn und seinesgleichen seit der Eroberung Pelgars durch die dunkle Armee verlassen. Die Lehren und Tugenden des Lichtgottes waren angesichts von Thomas persönlichen Situation nicht nur wirkungslos, sondern auf die Dauer gar lebensgefährlich. Nicht alle waren schliesslich derart Tolerant wie die Hohenpriesterin. Selbst wenn Thomas ihr persönlich unterstellt war, so war er vermutlich nicht gänzlich vor der Strafbarkeit der übrigen Herren geschützt. Vielleicht hatte sie recht, vielleicht würde er in Faldor nicht seinen Kompass finden, doch da waren noch andere Götter. Florencia, Phaun, Ventha und wie sie alle hiessen. Doch sie alle teilten das gleiche Schicksal mit ihrem grossen Bruder und Oberhaupt: Auch sie waren gefallen. Einzig Manthala vermochte möglicherweise neben ihrem Zwillingsbruder zu bestehen. Sie war die einzige Zuflucht für die unterlegenen Völker, denn die Dunkelelfen tolerierten ihren Kult bisher.

Instinktiv spürte Amandin, dass sie ihren Steinmetzmeister mal wieder vor seinen eigenen Gedanken bewahren musste und so lenkte sie seine Aufmerksamkeit wieder auf sich und ihre körperlichen Reize. Diesen konnte er sich nicht erwehren und sie waren stärker als seine Gedanken. Sofort bildete sich eine Gänsehaut, als sie ihm spielerisch über seine Flanke strich. Sein Herz schlug schwer und hart gegen ihre Handfläche. Ein starkes, geduldiges Herz, dass wohl noch einiges würde erdulden müssen.
"Ich will dir auch nicht nehmen, was dich geprägt hat... " Er biss sich auf die Lippen und unterdrückte den Drang, seine Pranke auf ihre Hand zu legen. Durch das Wasser, welches sie beide schmeichelnd umspielte, fühlte er sich ihr körperlich noch näher als sonst. Über seine nackte Haut hatte sich ein nasser Film gelegt, wie eine Rüstung aus Glas. Mit nassem Haupthaar und Bart sah Thomas ungewohnt verwegen aus. Er würde von seiner Statur her mühelos als Pirat durchgehen, wären da nicht seine Augen, die seinen treuherzigen Charakter sofort verrieten. Keine einfache Eigenschaft, in diesen Zeiten.

"Ich werde dir aber Wege zeigen, die dich zu mir führen können, damit wir ...vielleicht gemeinsam in eine Richtung schauen können, als einander anzusehen oder aneinander vorbei. Hmmm... Er musterte sie eindringlich und für einen Bruchteil einer Sekunde hob sich seine linke Augenbraue. Er konnte ihre Worte nicht ganz erfassen, die Bedeutung dahinter nicht ganz erblicken. „... das war vielleicht eben ein wenig zu metaphorisch gesprochen. Wenden wir uns doch lieber naheliegenden Dingen zu als einer fernen, unsicheren Zukunft.“ Er atmete tief ein. Thomas war sich bewusst, dass er Teil eines grossen persönlichen Vorhabens seiner Herrin war, das offenbar äusserst risikobehaftet für sie war. Bisher schien es die Situation aber noch nicht erfordert zu haben, ihn gänzlich in ihre Pläne einzuweihen. Anders sah es mit ihren unmittelbaren Absichten aus. Thomas registrierte die Veränderung in ihrer Tonlage sofort. Er war bereits soweit konditioniert, dass dieser einfache Reiz seinen Körper in höchste Erregung versetzte. Vermutlich würde er diese Reaktion selbst in Anwesenheit von anderen nicht mehr willentlich unterdrücken können, selbst wenn er doch im Grunde ein äusserst verklemmter Charakter hatte... . Sein Körper gehörte ihr, daran bestand kein Zweifel. Er stöhnte leise auf, als er ihre Magie an seiner Brust spürte und bemerkte, wie irgendetwas verborgenes in ihm auf ihr Echo antwortete. Trug er tatsächlich echte Magie in sich? Oder handelte es sich um eine Projektion ihrer Macht? Er schloss die Augen und lauschte dem Ruf der Steine. Er legte seinen Kopf in den Nacken, während er etwas hilflos seine Arme ausbreitete und sich am Beckenrand festhielt. «Unsere...Magie?» Hauchte er nur und sah sie für einen Moment an, ehe er wieder die Augen schloss. Zu überwältigend war das, was er so tief in sich spürte. Die Art und Weise wie sie auf ihn einwirkte. Die Art und Weise wie sie ihn berührte und sich selbst, wie sie über ihm sass und auf ihn herabblickte, das alles war berauschend, benebelnd. Wie eine Raubkatze thronte sie über ihm. Ihre glühenden Augen hielten ihn fixiert und es war, als würde das Wasser hier an diesem Ort jeder ihrer Bewegungen huldigen, indem es sie seidig und anmutig umspielte. Tropfen perlten genau an den richtigen Stellen an ihrer Haut herunter. Kein Wunder war es ihm für einen kurzen Moment zu viel, als sie ihn so direkt berührte, so fordernd für sich beanspruchte. Er zuckte zusammen, schnappte überrascht und erregt zu gleich nach Luft. Shh Machte sie und Thomas starrte ihr entgegen, während sein Körper sich allmählich wieder beruhigte und gehorsam empfangend wieder zurück ins Wasser sank. Doch Amandin dachte nicht daran von ihm abzulassen, im Gegenteil. Sofort griff sie wieder nach seiner Männlichkeit und hielt ihn fest im Griff. Tat verdorbene und sündige Dinge, die sich fataler Weise so ungeheuerlich gut anfühlten. Er verdrehte kurz die Augen und atmete heiss gegen Amandins Ohr. «Herrin.... Herrin...» Brachte er immer wieder beinahe schon winselnd über die Lippen, während er die Augen zusammenpresste und versuchte gegen das lüsterne und drängende Ziehen in seinen Lenden anzukommen. Die Erschöpfung durch die zuvor erfahrene Tortur und die noch immer bestehende Empfindlichkeit seiner Haut tat ihr übriges, um Thomas gänzlich in einem lustvollen Sog zu ziehen.

„Ich WEISS dass wir zusammen passen! Dein Zwilling hat es mir letzte Nacht verraten.“ Er starrte sie kurz an, ehe er stöhnend seinen Kopf in den Nacken legte und ihr so seinen Hals präsentierte. Oh er wusste es auch, sein entsprechender Traum von heute Morgen war ihm noch immer sehr lebhaft in Erinnerung. Seine Augen weiteten sich, als sie sich neu positionierte und mit ihren Füssen seine Beine auseinanderdrückte. Seine unterwürfige, ja in seinem Kulturkreis gar eindeutig weiblich konnotierte Position war etwas ganz Neues für ihn. Pelgarer lagen selten mit gespreizten Beinen auf dem Rücken. Eigentlich nie. Zumindest nicht in der kleinen Welt von Thomas. Dabei hatte er Amandin bisher kaum an seinem Verständnis von Sexualität teilhaben lassen, da er bisher immer die passive Rolle eingenommen hatte. Es bleibt wohl Amandins Geheiminis, ob sie ihn mit dieser Handlung bewusst provoziert hatte, doch in Thomas löste diese Pose durchaus eine gewisse Gegenreaktion aus. In ihm wuchs der Wunsch, endlich seiner Rolle als pelgarischer Mann gerecht zu werden... Angesichts von Amandins aktueller Pose... vergass er aber schliesslich jegliche kulturelle Gewohnheit und wollte nur noch eines: Sich endlich mit ihr vereinigen! Amandin konnte wohl sehen, wie die Begierde in ihm entflammte und ihn allmählich ungeduldig werden liess. Wie lange würde es wohl noch dauern, bis er endlich seine eigenen Schranken durchbrach und sich endlich nahm, wonach ihm gelüstete?

„Aber ich kann deine Gedanken nicht mit Feuer reinigen, wenn ich dich erhalten will.“ Ihre kryptischen Worte durchdrangen seinen Geist nicht mehr, zu sehr war dieser mit der Verarbeitung ihrer körperlichen und sinnlichen Reize beschäftigt. Letztlich war auch Thomas nur ein Mann und kein keuscher Engel. Seine Pranken zitterten und Amandin konnte spüren, wie sich seine Atmung veränderte und sein Blick immer besitzergreifender wurde. Schon die ganze Zeit versuchte sie die Triebe des Steinmetzen zu entfesseln, doch was sich da gerade Zusammenbraute kam einem Vulkan gleich. Man durfte nicht vergessen, dass die Triebe und Gelüste von Mercer – und wohl auch seiner Frau Beth – ihr ganzes Leben lang in die strenge Form der Sittlickeit gepresst gewesen waren. Amandin hantierte mit ihren Reizen also an einer Büchse der triebhaften Pandora.

„Ich kann dich lehren mehr zu sehen» «Ja!» Entgegnete er ihr feurig. Er wollte alles wissen, alles lernen, alles von ihr haben, was sie ihm zu geben bereit war! «Mehr zu verstehen, als du jemals sahst» Ihre Worte klangen gut, zum ersten Mal leckte Thomas gar am süssen Nektar der Macht. Wissen bedeutete schliesslich Macht und Amandin versprach ihm gerade eine Welt, die den meisten anderen Verborgen war. »aber ich kann es nur mit dir zusammen.... und ich habe ...Angst... Erst dieses Wort riss ihn kurz aus dem erotischen Bann und verhinderte gerade noch, dass er sich selbst vergessen und sie in einem Sturm der Lust und fanatischen Gefolgschaft auf den Rücken gelegt hätte, um ihre gemeinsame Zukunft mit einem beispiellosen und ungezügelten Akt zu besiegeln...

Angst? Seine Augen fixierten nun endlich wieder ihr Gesicht und nicht ihren Schoss. »Ich weiß, dass meine Welt dich erschrecken wird, aber ich hoffe, das dein Geist stark genug ist... „ Er öffnete seinen Mund, doch Amandin verhinderte gekonnt eine mögliche Antwort indem sie sich bewegte und seine sehnlichsten Wünsche damit reizte. Dennoch erschien er für einen kurzen Moment etwas gekränkt... Vermutlich tat es seinem eigenen männlichkeitsempfinden nicht gerade gut, dass sie ihn erst auf den Rücken gedreht hatte, dann seine Beine gespreizt hatte und ihm nun auch noch Schreckhaftigkeit unterstellte.

„Auch dein Herz kann ich nicht allein gewinnen. Ich brauche es aus freien Stücken. Deshalb... deshalb wäre es vermutlich besser, wenn ich dich nicht noch mehr reizen würde... aber...“ Was? Was redete sie da?! Er hatte im Moment absolut gar nichts gegen mehr Reizungen, im Gegenteil! Er gab beinahe ein verzweifeltes Winseln von sich, weil er nicht genau wusste, was sie denn von ihm verlangte, damit sie ihn endlich erlöste. Bis sie es ihm endlich offenbarte. Er sollte sich selbst erlösen und sie. „Ich bin noch lange nicht mit dir fertig!.. aber...“ Er mochte dieses letzte Wort nicht und er mochte auch das erste nicht. «Auch»? Thomas neigte ein bisschen zur Eifersucht und dieses närrische kleine Wort versetzte ihm einen entsprechenden kleinen Hieb.

„Ich werde... auf dich warten. Ich will dich nicht nur einfach verführen... das wäre zu leicht. Ich glaube, es könnte sich lohnen zu warten. Ich will, dass du mich darum bittest mich verführen zu dürfen. Das entspräche eher deinem Wesen, als wenn ich es dir befehlen muss, nicht wahr?...“Wieder war sie schneller als er, denn er war mehr als nur bereit sie jetzt und hier auf der Stelle zu nehmen. Die Schranken, die ihn bisher davon abgehalten hatten, waren eingerissen. Sein Geist war noch immer benebelt von der Erotik, dem vergangenen Schmerz und den Strapazen der letzten Tage, wer konnte es ihm also verdenken, dass sein Körper und Geist sich im Moment nur noch auf das Hier und Jetzt fokussieren konnte? Daher entging ihm auch, dass es eigentlich doch ein Befehl war, den sie an ihn richtete. Er hatte sie darum zu bitten. Kaum auszudenken, was mit ihm geschehen würde, wenn er sich ihrem Wunsch verweigerte... nicht, dass er das wollte. Im Gegenteil!
„Heute jedoch nicht! Heute gehörst du noch mir!“ Wieder zuckte er zusammen, als sie ihn plötzlich wieder fest umgriff. Ein bisschen wirkte er ja schon wie ein Fisch auf dem Trockenen, denn sie überforderte ihn derart, dass er keinen anständigen Ton, noch eine Handlung erzielte.

„Ich werde dich doch nicht in diesem Zustand lassen! ...Morgen, wer weiß... Morgen vielleicht schon gehören wir ...einander.“ Plötzlich verstummte sie und sie sahen einander an, während ihre Hand ihr sündhaftes Werk verrichtete. Die Lustäusserungen des Steinmetzen waren diesmal ungewöhnlich laut und inbrünstig, entsprechend heftig fiel auch der Höhepunkt aus, der ihm abermals das Bewusstsein raubte... Er tauchte ein in purpurne Dunkelheit. Lange konnte dieser Zustand nicht angehalten haben, denn er atmete noch immer schwer als er wieder zu sich kam. Sein Körper war vollends entspannt und jede Faser seiner Muskulatur war noch immer in leichte Schwingung versetzt. Auch hier steckte vermutlich eine gewisse Strategie hinter ihrer Handlung, denn Amandin hatte die Spannung abrupt gelöst, die Thomas beinahe überrumpelt hätte. Sie wollte ihn ganz, nicht nur seine Triebe. Sie hatte dafür gesorgt, dass auch Thomas sich daran erinnerte, dass er mehr war als nur primäre Geschlechtsmerkmale.
„Gut?“ Er sah sie schweigend an. Seine Augen sprachen Bände. Tiefe Befriedigung, eine eigentümliche Ruhe und Gelassenheit...und Liebe, Ehrfurcht, Vergötterung waren in seinem Blick zu erkennen. Wieder hatte sie es geschafft ihn ganz an sich zu Binden und von seinen Sorgen und Nöten fortzuführen. Seine Familie, sein Schicksal und seine Freunde waren in die Ferne gerückt. Einzig ihr Glück stand noch im Vordergrund. Vorsichtig hob er seine riesige Pranke. Seine Fingerkuppen streiften ihre Wange, dann die Seite ihrer Stirn und schliesslich strich er ihr liebevoll eine verirrte Strähne aus dem Gesicht, ehe er seine Hand vorsichtig in ihren Nacken legte und sie zu sich zog, zu einem langen, innigen Kuss, der «GUT» in die Welt schrie. Es war das erste Mal, wo er seine Masse bewusst gegen sie einsetzte um sie sanft auf den Rücken zu drehen. Sie war ein wahres Fliegengewicht im Vergleich zu ihm. Er hätte selbst nie gedacht, dass er sowas jemals zu einer anderen Frau ausser Beth noch sagen würde, doch in diesem Moment geschah es:

«Ich will dich, Amandin.» Das war in erster Linie keine Bitte, doch mit diesem Ausspruch folgte er dem üblichen Schema eines werbenden Pelgarers. Erst macht er die Braut auf sich Aufmerksam, dann gibt er sein Interesse preis, schliesslich beginnt das Werben um die Angebetete, dann stellt er sich in der Regel ihren Eltern und lässt sich von Ihnen auf seine Würdigkeit prüfen (ein Abschnitt, den er in Amandins Fall am liebsten überspringen würde) und erst dann würde es sich zeigen, ob er die eigentliche Bitte, die eigentliche relevante Frage würde stellen dürfen...

Dabei wusste der gute Steinmetzmeister eigentlich gar nicht, was er da für sich beanspruchte. Um wen er genau warb. Noch immer konnte er Amandin noch nicht ganz fassen, doch die bisher gezeigten Facetten waren bereits mächtig und berauschend genug, gänzlich in ihren Bann zu verfallen...
Er küsste sanft ihre Stirn, ihre Wangenknochen hinunter zu ihrem Hals, bis zum Ansatz ihrer Brüste... und für einen Moment drohte gar die erneut aufkeimende Lust ihn zu übermannen, als er sich beinahe schon entsprechend positionierte... und drauf und drann war alle Punkte zu überspringen, die zwischen Besitzanspruch und Hochzeitsnacht festgeschrieben waren... doch die Handlung blieb unvollendet und er selbst insgesamt relativ anständig mit seinen Berührungen. Nicht heute. Vorsichtig schob er seine Pranken unter ihren Körper und hob sie hoch. Der Hüne trug seine Angebetete durch das Becken und brachte sie ins Trockene. Vorsichtig griff er sich ein Badetuch und trocknete seine Angebetete ab. Dabei liess er sich reichlich Zeit und gestaltete diesen Akt beinahe schon als sinnliches Ritual, ohne ein Wort zu verlieren. Die körperliche Verführung war für Mercer nur ein einzelner Akt einer ganzen Symphonie von Liebesbekundungen.

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Freitag 15. Juli 2016, 14:28

«Ich will dich, Amandin.»
Ihre Lippen zuckten zu einem honigsüßen Lächeln.
Er küsste sanft ihre Stirn, ihre Wangenknochen hinunter zu ihrem Hals, bis zum Ansatz ihrer Brüste, was sie gebannt verfolgte. Es war das erste Mal, dass er selbst die Initiative ergriffen hatte, zwar ohne sie darum zu bitten, aber sie wollte ihn nun auch nicht gleich wieder in seine Schranken weisen. Sie wölbte ihren Leib seinem entgegen und zeigte ihm so, dass sie sehr wohl auf seine Liebkosungen genauso stark reagierte, wie er auf ihre. Für einen Moment drohte gar die erneut aufkeimende Lust ihn zu übermannen, als er sich beinahe schon entsprechend positionierte. Ihre Schenkel zitterten voller Begierde an seinen und er war drauf und dran alle Punkte zu überspringen, die zwischen Besitzanspruch und Hochzeitsnacht festgeschrieben waren. Amandins Atem ging schnell und flach. Einzig ihre weit geöffneten Augen hielten ihn im hier und jetzt und so blieb die Handlung unvollendet und er selbst insgesamt relativ anständig mit seinen Berührungen. Anständig wäre es wohl nur im Sinne Lysanthors gewesen, wenn sie beide bis auf kleine Bereiche ihres Körpers bekleidet gewesen wären, aber damit hatte er es selbst mit Beth nicht so genau gehalten. Es sollte sogar einige Lysantortreue der Pelganischen Inquisitionsanhängern geben, die beim Akt der Eheschließung eine Art Nachtkleider mit kleinen Klappen an entsprechender Stelle trugen um die Haut ihres Partners nicht unsittlich zu berühren. Bei manchen Regeln konnte man sich vielleicht fragen, ob es wirklich der lichte Gott war der diese ausgestellt hatte, oder ob es nicht noch ein paar alte Männer mit sehr seltsamen Vorstellungen gewesen waren? Lysanthor hatte doch selbst eine Geliebte in deren Arme er sich jeden Abend und jedem Morgen legte, wenn die Sonne das Meer berührte und ihre Vereinigung die Welt in das Licht ihrer Liebe tauchte. Es gab wohl nur ein einziges Phänomen was noch beeindruckender sein sollte, und Mercer hatte es selbst noch nie erlebt, aber hatte mal eine Geschichte drüber gehört. Vor langer Zeit soll es Manthala gelungen sein, den lichten Gott zu verführen und der Mond hatte sich am helllichten Tag auf die Sonne gelegt und die ganze Welt in silberblauen Samt gehüllt. Aber das waren Geschichten...
Vorsichtig schob er seine Pranken unter ihren Körper und hob Amandin hoch. Der Hüne trug seine Dunkelelfe durch das Becken und brachte sie ins Trockene. Vorsichtig griff er sich ein Badetuch und trocknete seine Angebetete ab. Dabei ließ er sich reichlich Zeit und gestaltete diesen Akt beinahe schon als sinnliches Ritual, ohne ein Wort zu verlieren. Die körperliche Verführung war für Mercer nur ein einzelner Akt einer ganzen Symphonie von Liebesbekundungen und Amandin war sichtlich hin und her gerissen. Ganz verstand sie die liebevolle Zuwendung nicht. Viel zu selten hatte sich jemand einfach nur um ihrer selbst willen, sich um sie gekümmert. Teils kicherte sie sogar leise, wenn er empfindliche Stellen sanft massierte, teils sah sie ihn einfach nur fasziniert und voller Verwunderung an. Sie musste ihn einfach fragen:
„Wirbst du um mich?“
Schnell, bevor er antworten konnte fügte sie noch hinzu.
„Es gefällt mir.“
Ihr Lächeln war warm und ließ sie jünger wirken. Von irgendwoher erklang ein Gong und Amandin wandte ihr Gesicht zur Treppe.
„Mist! - Wir bekommen Besuch.“
Das erste Wort hatte definitiv nicht glücklich geklungen. Sie griff sich das Handtuch und wickelte es fest um ihren Körper und reichte Thomas ein etwas kleineres für seine Lenden. Dann nahm sie seine Hand, drückte sie und eilte mit ihm die Treppe hinauf. Hinter ihnen fiel der kristalline Käfig in sich zusammen und eine Welle spülte den Raum aus, erreichte sie jedoch nicht mehr. Amandin schenkte dem nur wenig Beachtung. Sie schmunzelte und lief mit Thomas nach oben. Dort erwartete sie schon Amethyst im Vorraum und hatte für seine Herrin Kleidung in Form eines schwarzen, langen Hausmantels bereit gelegt. Amandin schlüpfe hinein, während sie ihn fragend musterte.
„Was gibt es?“
„Sein Bote ist gekommen. Er verlangt nach euch persönlich, will vorher nicht gehen.“

Amandin biss leicht die Zähne zusammen.
„Bring ihn in den Salon und biete ihm nichts zu Trinken an.“
„Sehr wohl, Herrin.“

Sie wandte sich an Thomas und Amethyste verneigte sich, um dann schnell davon zu eilen.
„Ein unerwarteter Bote. Geh in dein Zimmer... oder arbeite weiter an den Steinen, wie du möchtest.“
Etwas weniger hart klingend fügte sie hinzu:
„Ich hoffe, es wird nicht lange dauern.“
Damit schenkte sie ihm ein Lächeln und wandte sich ab. Wäre Thomas sich nicht ganz sicher gewesen, dann hätte er schwören können, dass in dem Moment, wo sie sich weg drehte ein kalter Schimmer über ihre Augen gewandert wäre. Sie musste sich jetzt wieder in die Frau verwandeln, die sie vor ihm war, die sie ohne ihn sein musste und irgendwie spielte auch Magie dabei eine kleine Rolle, denn er konnte ihr Echo in sich hören. Es war wie ein leises Knirschen, dass sich anhörte, als zöge seine Herrin sich einen Mantel aus Stein um ihr Herz. Auch ihre Haltung veränderte sich. Sie wirkte größer, stolzer, arrogant, steinhart und eiskalt. Sie sah sich nicht um und ihr Gang war von tödlicher Eleganz, als sie den Flur verließ. Das war Faldors Hohepristerin. Sie so zu sehen... ...Aber das war ebenso ein Teil von ihr, wie die Frau die eben noch in seinen Armen gelegen hatte. Der Teil, den sie jetzt hervor holte, der war mächtig und schützte sein Leben, in einer Welt in der er sonst nicht bestehen konnte. Und trotzdem war da auch diese schützenswerte Amandin, die die sein Herz erfüllte und die er nicht in Gefahr wissen wollte. Ihre Reaktion auf Amethystes Worte waren negativ gewesen, selbst wenn Thomas kein Wort verstanden hatte. Sollte er ihr nachgehen, oder das tun, was sie ihn gebeten hatte?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Freitag 15. Juli 2016, 19:39

Amandin spornte ihn mit ihrer Reaktion auf seine Berührungen nur noch mehr an und machte ihn auch etwas mutiger, dennoch obsiegte letztlich die Vernunft über seine fleischliche Gier. Denn er erkannte mit jedem Atemzug, wo sich sein wildschlagendes Herz sich allmählich beruhigte, dass er ihr hinsichtlich fleischlicher Lust wohl nichts Neues mehr würde schenken können. Diesbezüglich dürfte Amandin schon so ziemlich alles erlebt und ausprobiert haben und er war vermutlich für sie höchstens aufgrund seiner Stattlichkeit aber auch aufgrund seiner Unschuld reizvoll. Das war ihre Welt, da war sie die Meisterin. Thomas hingegen kannte Facetten der Liebe, die über den fleischlichen Akt weit hinausgingen und eine ganz eigene Intensität und Wirkung entfaltete. Er entführte Sie kurz in seine Welt, indem er sie vorsichtig aus dem Becken trug und sie abtrocknete. Er konzentrierte sich gänzlich auf seine Hände die mit dem weichen Tuch sanft über ihre Haut glitten. Vorsichtig küsste er ihre Schulter und genoss es ihrem Atem zu lauschen und die Ruhe zu geniessen. Für einen Moment wurde er etwas wehmütig, denn er musste an seine Ehefrau denken. Ob Beths neuer Liebhaber auch so sanft zu ihr war? Ob sie wirklich durch wahre Liebe miteinander verbunden waren? Er konnte es für sie nur wünschen. Diese Ablenkung, die sein Herz für einen kurzen Augenblick bedrückte, zog jedoch sogleich vorüber und er konzentrierte sich wieder ganz auf seine Herrin. Er hüllte sie in das grosse weiche Tuch ein und schmiegte sich an ihren Rücken und legte seine starken Arme um sie. Für eine ganze Weile verharrte er einfach in dieser Position und liess sie seine Nähe, seine Präsenz und seinen Schutz spüren. Es war ein körperliches Signal, welches aber nur wenig mit der Realität zu tun hatte. In Wirklichkeit war er es, der unter ihrem Schutz stand. Tag für Tag. Stunde um Stunde. Als einfacher Sklave, waren seine Möglichkeiten schliesslich ziemlich beschränkt und dennoch signalisierte er ihr mit seinen Gesten, dass er bereit war sich schützend vor sie zu stellen, sollte es die Situation erfordern. Er signalisierte Opferbereitschaft... wohlwissend, dass diese vermutlich auch eingefordert werden würde. Amandin war schliesslich nicht eine gewöhnliche Frau...und sie hatte ihm diesbezüglich auch nie Illusionen gemacht. Sie hatte ihn stets darauf hingewiesen, dass es für ihn schwierig werden würde, ihrem Weg zu folgen. Dennoch war er da. War bei ihr. Ein loyales Herz. Eine treue Seele.

„Wirbst du um mich?“ Thomas spürte, wie die Hitze in seine Ohren stieg und er knabberte ungewohnt verspielt an ihrem Ohrläppchen. „Es gefällt mir.“ «Du ehrst mich». Hauchte er ihr ins Ohr. Strenggenommen war selbst sein Werben unter Lysanthors Augen eine Sünde, denn Amandin hatte sich ja offenbar bereits Verlobt. Harker. Dieses Thema war bisher zwischen den Beiden völlig unberührt geblieben und Thomas fürchtete die Konfrontation damit ohnehin. Wusste Harker bereits von seinem Nebenbuhler? War er überhaupt in seinen Augen einer? Offenbar konnte sich doch seine Verlobte so viele Lustdiener wie ihr beliebte halten, die anderen hatten ja bisher auch kein Leid dadurch erfahren. Thomas konnte sich kaum vorstellen, dass dem Hauptmann die erotischen Aktivitäten seiner Verlobten bisher verborgen geblieben sind. Ihr Lächeln erwärmte sein Herz und besänftigten seine Gedanken und liess seine Sorgen verstummen. Die beiden genossen ihren Moment der Zweisamkeit und des Friedens. Dann erklang ein Gongschlag, der sie jäh aus ihrer kleinen Traumwelt herausriss.
Hatte sie gerade einen Fluch ausgestossen? Thomas entliess sie etwas unwillig aus seiner Umklammerung und nahm verdutzt den Lendenschurz entgegen, den er sofort um seine Hüfte wickelte.

«Besuch?» Musste ja ein toller Besuch sein, so angespannt wie sie gerade war. Für einen Moment krampfte sich sein Herz zusammen. Vielleicht war es ihr Onkel, von den hier alle so sehr fürchteten? Er registrierte den Druck ihrer Hand. Sie suchte Halt? Bei ihm? Er folgte ihr und schaute über die Schulter, weil er eigentlich nicht Willens war, sein Paradies jetzt schon verlassen zu müssen. Dabei konnte er gerade noch beobachten, wie das Wasser in einer unnatürlich anmutenden Welle in sich zusammenstürzte und den Raum kurz flutete. Er hatte noch immer nicht wirklich begriffen, was genau Lazuli eigentlich war. Hatte Sie oder Es... die beiden...die ganze Zeit...beobachtet? Waren sie da gar nie wirklich alleine gewesen... auch dann nicht, als Amandin ihn...als... er errötete. Im Vorraum stiessen sie auf Amethyst. Konnte es sein, dass dieser Elf immer kurz auf seine intimste Stelle schielte und den «Zustand» seines besten Stücks überprüfte?

Thomas verzog etwas das Gesicht, weil nur noch in der ihm völlig unverständlichen Sprache der Dunkelelfen gesprochen wurde. Ihm blieb nichts Anderes übrig, als der mögliche Inhalt anhand ihrer Stimmfarbe und Reaktion zu deuten. Offenbar ging es um etwas wenig Erbauliches. Eigentlich hatte er als einfacher Sklave keinen Anspruch darauf, zu erfahren was gerade vor sich ging. War er das überhaupt noch? Ein einfacher Sklave? Oder war er schon mehr? Ein Verbündeter? Ein Vertrauter der Herrin? Oder war das eine Anmassung? Eine Einbildung seinerseits? Was immer er für Amandin war, deckte sich nicht mit seinem Status in der Aussenwelt. Sicherlich, in diesem Haus zählte er auf Amandins Wunsch hin zu jenen seltenen «unberührbaren» Sklaven. Nur Nelsani teilte mit ihm dieses Privileg, wenn es denn eines war... Aber darüber hinaus hatte sich nichts geändert. Er blieb ein Arbeitersklave.
„Ein unerwarteter Bote. Geh in dein Zimmer... oder arbeite weiter an den Steinen, wie du möchtest.“ «Ja Herrin.» Hauchte er gehorsam. Sie war schon angespannt genug, es war nun nicht der Zeitpunkt einen Platz an ihrer Seite einzufordern, auch wenn er sie im Moment nur ungern alleine liess. Die anderen Bewohner hatten ja bereits durchblicken lassen, dass Amandin in Gefahr schwebte und auf ihre Hilfe angewiesen war.

„Ich hoffe, es wird nicht lange dauern.“ «Passt auf euch auf, Herrin.» Er wagte es nicht, sie in den öffentlicheren Bereichen des Hauses in der vertraulichen Form anzusprechen. Er sah ihr hinterher. Ihre ganze Energie hatte sich verändert. Sie war kälter, härter, unbarmherziger geworden und keiner würde ihm glauben, wenn er erzählte, wie herzlich sie vor ein paar Augenblicken noch gelächelt hatte. Skeptiker würden ihn mit der Frage konfrontieren, welches Gesicht wirklich ihre Maske war, das Herzliche, oder das Kalte? Für Thomas bestand aber in dieser Hinsicht kein Zweifel, selbst wenn ihm seine ganze Erziehung bisher gelehrt hatte, dass Dunkelelfen nicht zur Empathie, Liebe und Barmherzigkeit fähig waren. Amandin bewies ihm schliesslich praktisch tagtäglich das Gegenteil. Sie war zwar streng, gewiss, aber auch Grosszügig, Liebevoll, Neugierig, Gütig, Nachsichtig... er blickte sie an. Im Moment konnte er nichts davon in ihrer Präsenz erkennen.

Er folgte ihr unauffällig ein paar Schritte den Gang hinunter, wie es Katzen manchmal gegenüber ihren Besitzern zu tun pflegten, bis sie das Ende ihres Reviers erreichten und miauend zurückblieben. Auch Thomas erreichte eine unsichtbare Schranke und blieb stehen. Sie hatte ihn gebeten aufs Zimmer zu gehen, oder zu arbeiten. Ihm kam es gar nicht in den Sinn ihren Befehl zu missachten, auch wenn er in Sorge um sie war. Doch hier drinnen konnte ihr doch nichts passieren oder? Schon gar nicht durch einen Boten!

Er wandte sich um und begab sich auf sein Zimmer. Dort zog er sich um. Er bevorzugte einfache Beinkleider und eine schlichte Leinentunika, die er bei der Arbeit auch verwendete. Nur mit einem Lendenschurz bekleidet zu sein, behagte ihm nämlich nicht. Sein Weg führte ihn zu seinem Atelier. Er sammelte sein Werkzeug zusammen und suchte sich einen grossen, abgespitzten Brocken aus, den er mit in sein Zimmer nahm. Wer eine Frau für sich gewinnen wollte, konnte schliesslich nicht nur mit Worten auffahren, auch Geschenke wollten überbracht werden! Ausserdem brauchte er Ablenkung, sonst würde er sich nur Sorgen um sie machen. Er begann damit einen kleinen Talisman anzufertigen. Eine ornamentierte Sonne. Selbst wenn der Alabaster, den er verwendete noch weiss war, ging er davon aus, dass er irgendwann schwarz sein würde. Eine Schwarze Sonne, sollte es also für seine Herrin werden. Kunstvoll verarbeitete er aber in deren Zentrum zwei ineinander verschlungene, flammende Herzen, die nur zu erkennen waren, wenn man ganz genau hinschaute. Thomas vertiefte sich in seine Arbeit und die Zeit verstrich, ohne dass seine Herrin auftauchte. Ein beklemmendes Gefühl begann sich in ihm auszubreiten und letztendlich hielt er es nicht mehr aus. Vorsichtig reinigte er seine Werkzeuge und versteckte den noch unfertigen Talisman in der Schublade seines Tisches. Für einen Moment stand er unschlüssig in seinem Zimmer, doch schliesslich trieb es ihn hinaus auf den Gang. Er sah sich um. Hier in diesem Haus würden doch keine seiner Bewegungen unregistriert bleiben! Aber er durfte sich doch prinzipiell frei im Haus bewegen, oder? Nur der Garten war ihm verwehrt...Er drehte sich um und blickte wieder zu seiner Tür. Vielleicht sollte er doch besser auf seinem Zimmer bleiben, bis er neue Anweisungen erhielt? Er wandte sich wieder um. Vielleicht sollte er gar nicht auf diesem Gang sein, dennoch bewegte er sich langsam vorwärts. Immer wieder streichelte er sich selbst über seinen Handrücken. Hier im Haus war es so ungewohnt still. Wo waren alle? Er steuerte auf Rubins Zimmer zu. Er konnte doch anklopfen...vielleicht würde sie ihn einlassen... aber vielleicht sollte er auch auf seinem Zimmer sein. Was wenn Amandin nach ihm Rufen liess und er nicht dort war? Wäre das nicht peinlich für sie, wenn es lange dauern würde, bis ihr Sklave endlich zu ihr stiess? Ja...er sollte definitiv zurück in sein Zimmer. Er blieb stehen und drehte wieder ab. Warum sollte sie ihn denn rufen lassen? Wofür? Der Bote hatte ja wohl kaum ein architektonisches Problem zu besprechen... Er sollte lieber kein Risiko eingehen und seine Herrin nicht unnötig verärgern. Er hatte heute schon eine Strafe für seinen Ungehorsam erhalten...

Seine Entscheidung war gefallen und er zog sich in sein Zimmer zurück. Er liess die Türe angelehnt, setzte sich an seinen Arbeitstisch und nahm wieder den angefangenen Talisman hervor. Nachdenklich strich er mit seinen Fingerkuppen über die einzelnen Ornamentrillen. Er schloss seine Faust darum und setzte sich auf sein Bett. Sein geschundener Rücken sehnte sich nach der weichen Matratze und Thomas war gewillt, diesem Ruf für ein paar Minuten zu folgen. Er legte sich auf sein Bett, hielt den Talisman über sein Herz und starrte eine ganze Weile an die Decke, abermals in Gedanken versunken. War das hier alles ein Traum? Wie lange würde er anhalten? Wie schlimm würde das Erwachen werden? So viel Glück wie er konnte doch kein Mann haben! So viele Sünden, konnte ein Mann doch kaum begehen, ohne dafür Bestraft zu werden! War er doch noch da? Sein Gott? Lysanthor? Beobachtete er seine Taten? Beobachtete er ihn gerade dabei, wie er den weissen Alabaster an sein Herz drückte, wohlwissend, dass die weisse Sonne sich im Verlauf in eine schwarze verwandeln würde? Oder lag er völlig falsch? War er vielleicht sogar von Lysanthor gesegnet? Niemand kannte die Pläne des Lichtgottes wirklich. Vielleicht war er es ja, der ihm Amandin, diese warmherzige und weisse Seele inmitten dieser grausamen Welt gesandt hatte? Vielleicht musste er ihn gar nicht verlassen, seinen Gott! Sondern nur seine Zeichen richtig deuten!

Er wollte es glauben... ja er wollte es glauben. Unbewusst faltete er seine Hände zum Gebet, weil er das immer getan hatte, wenn er nicht mehr weiter wusste. Seit seiner Versklavung hatte er Lysanthor mehr angerufen, als in seinem ganzen bisherigen Leben. Vielleicht war dies die grösste Sünde, dass man sich seinem Gott erst in Zeiten der Not zuwandte und ihn nur zu gerne vernachlässigte, wenn es einem gut ging, anstatt ihn für seine Gnade zu preisen. Er konnte froh sein, dass Amandin sich nicht zwischen ihn und seinen Glauben stellte. Reumütig blickte er an die Decke. Natürlich tat sie das nicht. War nicht gerade sein Licht jenes rare Gut, das er ihr schenken konnte? Die Dunkelheit kannte sie doch, darin war sie grossgeworden! Er war ihr Gegenstück... wenn er das aus seinem Leben verstiess, würde er doch schon nicht mehr rein sein, nicht mehr ganz er selbst sein... sie hatte doch selbst gesagt, dass sie keinen totgeschliffenen Amant wollte...sondern ihn. Thomas mit Leib, Herz und Seele. Er schloss seine Augen und murmelte leise altvertraute Verse.

"Lysanthor, sende mir deinen Segen,
den Segen strahlenden Lichtes,
Sonnenschein leuchte in mir
und erwärme mein Herz,
bis es zu glühen beginnt
wie ein grosses Torffeuer,
und lass die Fremde näher treten
um sich daran zu wärmen.

Aus meinen Augen strahle
gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen ich auch treffe
wenn ich über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von mir
möge ihn treffen.

Gewähre mir die Kraft, den Segen des Lichts zu bewahren
Mögen dunkle Stunden mich auch Zweifeln lassen
So will ich von deiner Wärme zehren
und auf deinen Plan vertrauen

Und mag ich auch Wankelmütig sein
deiner Freveln
so breitest du doch deine Arme aus
und empfängst den Reumütigen
der ein aufrechtes Herz in sich trägt

Lass mich Busse tun
Lass mich meine Schuld reinwaschen
Sende dein reinigendes Licht über mich
Sende mir deinen Segen

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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. Juli 2016, 15:24

Konnte es sein, dass dieser Elf immer kurz auf seine intimste Stelle schielte und den «Zustand» seines besten Stücks überprüfte? Natürlich! Ganz sicher! Amethyst war hier sozusagen der „Zeugmeister“ und behielt die „Werkzeuge“ seine Herrin genau im Auge. Selbst im erschlafften Zustand, verborgen unter dem dünnen Stoff war der Diener wohl sehr zufrieden mit dem was er wahrnahm und lächelte kurz Thomas an. Er war ein aufmerksamer Beobachter und Haltung, Hautfarbe, die geweiteten Pupillen, das alles waren Indizien, dass Amant seine Arbeit gut machte. Blieb nur zu hoffen, dass der Haushofmeister nicht doch eines Tages auf die Idee kommen würde, Thomas „Werkzeug“ zu ölen, oder kräftig zu polieren, wie er es sonst sicher mit Silberlöffeln tat.

«Passt auf euch auf, Herrin.»
Amandin sah ihn noch einmal kurz an und sie wirkte dankbar, dass er in Anwesenheit der anderen Diener die Form wahrte und sie somit in ihrer Position bestätigte. Er sah ihr hinterher. Sie war kälter, härter, unbarmherziger geworden und keiner würde ihm glauben, wenn er erzählte, wie herzlich sie vor ein paar Augenblicken noch gelächelt hatte. Und doch bewies sie ihm immer wieder, dass sie auch großzügig, liebevoll, neugierig, gütig und nachsichtig sein konnte. Er blickte sie an. Im Moment konnte er nichts davon in ihrer Präsenz erkennen, sie war in Stein gehüllt.
Er folgte ihr unauffällig ein paar Schritte den Gang hinunter, wie es Katzen manchmal gegenüber ihren Besitzern zu tun pflegten, bis sie das Ende ihres Reviers erreichten und miauend zurückblieben. Amandin hatte ihn gebeten aufs Zimmer zu gehen, oder zu arbeiten. Ihm kam es gar nicht in den Sinn ihren Befehl zu missachten, auch wenn er in Sorge um sie war. Er konnte nur hoffen, dass alles gut ging. Er wandte sich um und begab sich auf sein Zimmer. Dort zog er sich um. Sein Weg führte ihn zu seinem Atelier. Er brauchte Ablenkung, sonst würde er sich nur noch mehr Sorgen um sie machen. Er begann damit einen kleinen Talisman anzufertigen. Eine ornamentierte Sonne. Selbst wenn der Alabaster, den er verwendete noch weiß war, ging er davon aus, dass er irgendwann schwarz sein würde. Eine Schwarze Sonne, entstand für seine Herrin, eine Scheibe mit nach innen gerichteten Strahlen, kunstvoll verarbeitet und in deren Zentrum zwei ineinander verschlungene, flammende Herzen entstanden. Als er fertig war stand er unschlüssig in seinem Zimmer, doch schließlich trieb es ihn hinaus auf den Gang. Er drehte sich um und blickte wieder zu seiner Tür. Vielleicht sollte er doch besser auf seinem Zimmer bleiben, bis er neue Anweisungen erhielt? Er wandte sich wieder um. Vielleicht sollte er gar nicht auf diesem Gang sein, dennoch bewegte er sich langsam vorwärts. Hatte er eben weiter vorne im Gang einen Schatten gesehen? Immer wieder streichelte er sich selbst über seinen Handrücken. Hier im Haus war es so ungewohnt still. Wo waren alle? Er steuerte auf Rubins Zimmer zu, der ein doch eher bekannter Punkt war und verweilte dort kurz. Er konnte doch anklopfen... Er überlegte, dann drehte er wieder ab. Seine Entscheidung war gefallen und er zog sich in sein Zimmer zurück. Er ließ die Türe angelehnt, setzte sich an seinen Arbeitstisch und nahm wieder den angefangenen Talisman hervor. Nachdenklich strich er mit seinen Fingerkuppen über die einzelnen Ornament -rillen. Er schloss seine Faust darum und setzte sich auf sein Bett. Wo seine Zweifel, seine Hoffnungen und sein Glaube erneut miteinander zu streiten begannen. Er faltete seine Hände und versank in ein altes Gebet, welches er leise vor sich her murmelte:

"Lysanthor, sende mir deinen Segen,
den Segen strahlenden Lichtes,
Sonnenschein leuchte in mir
und erwärme mein Herz,
bis es zu glühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und lass die Fremde näher treten
um sich daran zu wärmen.

Aus meinen Augen strahle
gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen ich auch treffe
wenn ich über die Straße geh,
ein freundlicher Blick von mir
möge ihn treffen.

Gewähre mir die Kraft, den Segen des Lichts zu bewahren
Mögen dunkle Stunden mich auch Zweifeln lassen
So will ich von deiner Wärme zehren
und auf deinen Plan vertrauen"


Thomas leise Worte waren verklungen. Waren sie an diesem Ort gehört worden? Und wer würde sie hier hören? An einem Ort, an dem die Steine erfüllt waren von Dunkelheit und Magie. Kaum hatte der Steinmetz seine Lippen geschlossen überkam ihn ein seltsames beklemmendes Gefühl. Was wenn einer der andern Diener ihn gehört hatte, … oder schlimmeres …
Er öffnete die Augen und sah sich eilig um. Die Tür war immernoch angelehnt, so wie er sie gelassen hatte. War er wirklich so dumm gewesen? Irgendetwas bewegte sich im Haus und er konnte nicht sagen, ob es Schritte waren, die sich entfernten oder einfach irgendwo ihre eigenen Ziele verfolgten? Paranoia vermischte sich mit Angst und gebar eine schreckliche Erkenntnis.
Er hatte im Haus der Hohepriesterin Faldors ein Gebet an Lysanthor gesprochen! Laut! Bei offener Tür in einer Umgebung, von der er nicht wusste wer Freund und wer Feind war? Und das schlimmste war, wenn jemand ihn belauschte hatte, wenn jemand sein Tun bemerkt hatte und es Amandin vortragen würde... Sie würde ihn töten müssen! Sein Fehler würde sie dazu zwingen, ihre gerade erst erblühte Liebe in ein kaltes Grab zu schicken! Selbst wenn sie selbst ihm vergeben könnte, denn sie hatte ihm Lysanthor nie wirklich verboten, aber im gefallenen Andunie unter der Herrschaft ihres Onkels waren Gebete dieser Art ein Todesurteil. Wenn ein Spion seine Worte gehört hätte, so hätte Thomas gerade Amandins Feind eine Waffe gegen sie in die Hände gespielt.

Jetzt hörte er definitiv Schritte die sich näherten und instinktiv verkrampfte sich sein Körper, was sein Rücken gar nicht mochte. Die Schritte waren schon fast vorbei, schienen dann zu stocken und kamen zurück. Seine Tür schob sich etwas weiter auf und ein bekanntes Gesicht erschien im Spalt.
„Hallo Amant, hast du grade geschlafen?“
Ach ja, er lag ja noch auf dem Bett und das fast weiße Gesicht der ausgesprochen hübschen Menschenfrau Perlita verzog sich zu einem freundlichen Lächeln. Sie schob mit ihrer rechten Schulter die Tür noch ein Stück weiter auf und grinste nun breit. Ihre Hüfte trug noch immer die dünne weiße Zierde aus Perlen, die er beim Frühstück hatte bewundern dürfen, die leider nur notdürftig ihre Scham bedeckte. Ihr Körper lehnte lässig am Türrahmen. Die hellrosa Perlen ihrer Brüste schummelten sich keck durch ein paar lange weißblonde Haarsträhnen die ihr in großen Wellen über den Oberkörper hingen.
„Du solltest deine Tür nicht offen lassen... Man könnte auf die Idee kommen... Ach was sag ich... Ich könnt auf die Idee kommen, dass du Besuch haben willst!“
Sie leckte sich die Lippen und trat ein. Warum hatte er die Tür offen gelassen? Er wusste doch, dass das einer Einladung gleich kam, auch wenn er ein „Unberührbarer“ war. Machte er heute nur Fehler? Es war schwer sich bei ihrem Anblick zu konzentrieren, denn die Frau wusste genau wie sie sich bewegen musste um ihre Vorzüge gekonnt zu präsentieren. Perlita war in diesen dunklen Mauern wie fleischgewordenes Licht. Sie war für ihn noch wie eine Fremde, etwas Unbekanntes, etwas Aufregendes und sie trat näher. Mit einer Hand hinterm Rücken schloss sie die Tür hinter sich. Die Perlen klimperten leise im Takt ihrer wiegenden Schritte und sie näherte sich ihm zielstrebig.
„Weist du, ich darf dich zwar nicht berühren, aber … du darfst mich berühren ...“
Ihre hellblauen, fast weißen Augen leuchteten wie der Sommerhimmel.
„... wenn du es möchtest.“
Eine Armlänge vor ihm blieb sie stehen. Sie lächelte einladend und schob sich die Haare der linken Seite über ihre Schulter zurück, was ihm einen freien Blick gewährte. Hier und jetzt kleidete sich sündige Versuchung in weiße, makellose Haut. Das was auch immer sich hier entwickelte, war gewiss nicht sein Fehler, aber es fühlte sich auf jeden Fall gefährlich an. Manchmal war Gefahr auch wie ein Lockruf und wie hieß es so schön:
Das Böse tut das, wovon das Gute träumt.
„Du kannst dir Zeit lassen. Die Herrin ist beschäftigt.“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitrag von Thomas Mercer » Montag 18. Juli 2016, 23:59

Thomas war von Eindrücken, Dingen und Regeln umgeben, die für ihn höchst unvertraut und zum Teil auch beängstigend waren. So schnell konnte er sich daran nicht gewöhnen. Wie konnte man es ihm da verübeln, dass er nach ein bisschen Routine, ein bisschen Normalität strebte? Diese lebte er gerade im wohlvertrauten Gebet aus und missachtete dabei seine eigenen Grundsätze: Keine unnötigen Risiken eingehen! Warum hatte er nicht im Stillen gebetet? Er verstummte Augenblicklich und starrte auf seine Zimmertür, die er nur angelehnt hatte. Warum eigentlich? Weil er nicht alleine sein wollte und sich nach Freunden und vertrauten Gespräche sehnte. In diesem Haus schienen alle über einen gewaltigen Wissensvorsprung zu verfügen und er selbst? Er hatte das Gefühl, als würden ihm all seine Sinne hier den Dienst versagen. Selbst auf sein Gewissen und seine Vernunft war kein Verlass. Beunruhigend, denn ohne diese Richtungsweiser navigierte er Blind und unbeholfen durch ein gefährliches Labyrinth. Bei aller Schönheit, Zärtlichkeit und Liebe, die Amandin ihm spendete, durfte er nie vergessen, was er war und wo er sich befand. Nie vergessen? Legte er nicht gerade einen Tag hin, wo er einen Fehltritt nach dem anderen produzierte? Zeigte dieses Gemäuer langsam seine Wirkung und brachte sein wahres Ich zu tage, mit all seinen Schwächen? Würde er so bestehen können? Was, wenn er nicht für dieses Spiel hier in diesem Haus geschaffen war? Er war Steinmetz, verdammt. Kein Spion, kein Diplomat, kein taktisch geschickter und wohlbedachter Redner...er war nur...Thomas. Konnte er sich so überhaupt seiner Herrin als würdig erweisen, oder wurde er dadurch sogar zu einer Gefahr für sie? Es gab Fehler und Übertretungen, vor denen ihn nicht einmal seine Herrin schützen konnte. Dies musste er doch wissen! Ja! Tat er und dennoch hatte dieses Wissen seine Blasphemie nicht verhindert! Er hatte einen verbotenen Gott angebetet! Bei offener Türe! Was hatte er nur getan?! Ängstlich starrte er zur Tür und schreckte auf. Hatte er gerade einen Schatten gesehen? War er gehört worden? Nein! Das war unmöglich! So laut hatte er doch gar nicht gebetet, oder? Aber reichte nicht nur ein Verdacht? Ein Vorwurf? Ein leise gemurmeltes «Lysanthor?». Wie sollte er das Gegenteil beweisen? Was zählte schon das Wort eines Menschensklaven?

In ihm wuchs die Erkenntnis, dass er mit Amandin unbedingt über diese Dinge sprechen musste. Er musste sie vor sich selbst warnen. Er machte ja schon von sich aus grässliche Fehler, nicht auszudenken, wie er sich in einem Verhör schlagen würde! Er war nicht vertrauenswürdig. Ganz und gar nicht. Er war nicht gemacht für die grossen Geheimnisse und gefährlichen Pläne! Er behaute Steine! Das konnte er gut! Ja...er musste mit Amandin reden... hoffentlich war es noch nicht zu spät. Hoffentlich waren die Götter gnädig mit ihm und liessen ihn nochmals davonkommen! Himmel er war beinahe ohne Peitschenhiebe durch viele Jahre Sklaverei gekommen, er wollte nicht sterben! Nicht jetzt! Er hatte immer damit gerechnet, dass Lysanthor Geison mal zum Verhängnis werden würde. Wie oft hatte er seinen Freund dazu ermahnt, seinen Glauben nicht mehr öffentlich und auch nicht im Versteckten zu praktizieren! Selbst wenn er nun den Tod eines Märtyrers sterben müsste, so konnte er nicht einmal um Gnade durch seinen Gott hoffen. Hatte er ihn dafür nicht zu oft geleugnet? Sich nicht zu Wankelmütig verhalten? Zu zweifelnd? Er war verdammt! Einzig Amandin konnte ihn beschützen. Er brauchte sie. Sie hatte ihn in eine Welt entführt, in der er ohne sie nicht würde bestehen können und in der er völlig auf ihre Anweisungen und Befehle angewiesen war. Überschätzte sie ihn, dass sie ihn alleine liess? Vertraute sie ihm bereits zu sehr?

Er blickte zu den Wänden. Die Steine! Sie hatten ihn gehört und straften ihn mit Flüchen und Verwünschungen. Er konnte es spüren. Sein Herz verkrampfte sich zu einem wild schlagenden Klumpen und plötzlich spürte er jeden der erduldeten Peitschenhiebe um ein Vielfaches verstärkt. Er fühlte sich matt, erschöpft und unendlich dumm! Wie hatte er sich nur so vergessen könne! Was zur Hölle war nur in ihn gefahren?! Würden er und seine Herrin diesen Fehltritt bitter bezahlen müssen?! Seine Pranke schloss sich verzweifelt um den kleinen Talisman und er petzte die Augen zusammen, als könnte er dadurch das gesprochene Gebet ungehört machen. Diese Reue war gleichzeitig auch schon wieder ein Frevel gegenüber Lysanthor! Was er auch machte, wie sehr er sich auch bemühte. Sein Gott und seine Welt waren unvereinbar geworden!

Als er Schritte auf das Zimmer zugehen hörte, reagierte er blitzschnell und versteckte den Talisman unter seinem Kopfkissen. Schliesslich war der Alabaster noch immer Weiss und das Symbol somit mehrdeutig. In der jetzigen Form könnte es sich tatsächlich um einen etwas gewagt gestalteten Talisman für Lysanthor handeln, selbst wenn die Ausrichtung der darauf abgebildeten Sonne eigentlich eindeutig war.
„Hallo Amant, hast du grade geschlafen?“ Der Schrecken stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er zur Türe starrte. «Wie...ich...» Stammelte er. «Bist du schon lange hier?» Thomas war kein guter Schauspieler. Er konnte seine Gemütsbewegungen nicht verbergen. «Hallo...Perlita...» Er sah sie forschen an, ängstlich darauf bedacht auszuloten, ob sie ihn wohl gehört hatte, doch die Maske der Menschenfrau sass perfekt und liess keine Schlüsse zu. Im Gegensatz zu ihm waren alle anderen wahre Meister der Verstellung. Aber galt hier nicht die eiserne Regel, dass keine Informationen diese Mauern verlassen durften? Daran mussten sich doch auch alle anderen halten... und waren nicht alle gänzlich auf Amandin eingeschworen? Hier gab es doch keine Verräter! So zumindest, versuchte sich der Steinmetz gerade zu beruhigen. Thomas schluckte leer, als sie in sein Zimmer trat und ihn mit provozierenden Bewegungen dazu verleitete, seinen Blick über ihren Körper schweifen zu lassen.

„Du solltest deine Tür nicht offen lassen... Man könnte auf die Idee kommen... Ach was sag ich... Ich könnt auf die Idee kommen, dass du Besuch haben willst!“ Thomas hockte sich in seinem Bett auf und vermied es, sich durch den Bart zu streichen. «Das...möchte ich ja auch...irgendwie...» Aber definitiv nicht so wie Perlita dachte. Selbst wenn sein Körper diesbezüglich durchaus anderer Meinung war. Thomas hatte Glück, dass die erlittene Strafe und Amandins... Druckentlastung... sowie seine Angst dafür sorgte, dass seine Triebe nicht schon wieder mit ihm durchgingen. Sehr zum Leidwesen von Perlita, die da offensichtlich ganz eindeutigen Absichten hegte. Wären doch nur Rubin...oder Marmora gekommen... oder einer der beiden Orks... Nein..lieber nicht. Er musste zwangsweise an die Puschelunterhose denken, die der einte getragen hat.

Er zuckte zusammen, als sie klingend die Türe hinter sich schloss und auf ihn zukam. Er fühlte sich auf dem Bett sitzend plötzlich komplett fehlplatziert, traute sich aber nicht, aufzustehen. War die Zimmertemperatur gerade um ein Vielfaches angestiegen, oder bildete er sich das nur ein?
„Weists du, ich darf dich zwar nicht berühren, aber … du darfst mich berühren ...“ Thomas öffnete und schloss seinen Mund wie ein Fisch, der nach Luft schnappte. Was?! „... wenn du es möchtest.“ Er starrte sie an. Eine Schweissperle bildete sich auf seiner Stirn und bahnte sich ihren frechen Weg über seine Nasenspitze. Er schluckte leer, als sie ihre Haare zurücknahm und somit den Blick auf ihren perfekten Körperbau preisgab. Er hatte schon lange keine nackte Menschenfrau mehr gesehen. Bei Lysanthor er war heilfroh, hatte er seine Tunika angezogen, sonst hätte Perlita bereits sehen können, dass ihre Reize allmählich ihre Wirkung entfalteten. Warum hatte ihn Lysanthor auch nur mit einem solch erregbaren Lebensspender ausgestattet? Das war doch höchst unfair! Nein...unfair war er selbst, der den Gott nun auch noch für seine Triebhaftigkeit verantwortlich machte! In seinem Kopf herrschte mal wieder das reinste Durcheinander. Thomas hatte offensichtlich seine Sprache und die Fähigkeit zur Bewegung verloren. Er hockte wie angewurzelt auf seinem Bett und starrte ihr entgegen.

„Du kannst dir Zeit lassen. Die Herrin ist beschäftigt.“ Er musterte die junge Frau, von der er so gut wie gar nichts wusste. «Immer noch?» Fragte er überrascht, denn er hatte gedacht, die Sache würde nur kurz Dauern. «Ist dieser Bote noch immer bei ihr?» Fragte er vorsichtig, auch um Zeit zu schinden. Für einen kurzen Moment registrierte er auch, dass Perlita wohl taktisch vorging. Kaum war die Herrin beschäftigt...schlich sie sich also an den Neuen heran. Er erhob sich ächzend vom Bett und verriet damit sofort, dass er heute Schläge eingesteckt hatte. «Ich frage mich, wer ihn gesandt hat...» Meinte er mehr zu sich selbst, als zu Perlita, aber dennoch blickte er kurz zu ihr herüber, doch dann konnte er sich ihrer Aufforderung nicht mehr länger entziehen.
«Ich...du bist wunderschön, Perlita, keine Frage...und wenn immer ich etwas tun kann, was dein Herz erfreut, so würde ich das gerne tun...a...aber... ich habe mit der Herrin noch nicht darüber gesprochen, was mir alles erlaubt ist und was nicht und was ihr persönlich Freude bereiten würde...und was eher nicht...ich... meine.. ich will keinen Fehler machen» Respektive nicht NOCH einen. «...und...und ausserdem...naja...ich weiss nicht... ich bin da nicht so... ich meine in Pelgar ist das höchst unüblich...naja zumindest in jenen Kreisen, in denen ich verkehrt habe... ich meine...wir kennen uns ja gar nicht.» Erklärte er wahrheitsgemäss, wenn auch etwas ausweichend und unbeholfen. In diesem Augenblick wirkte Thomas beinahe schon schmerzlich authentisch. Amandin hatte bereits einiges an Zeit und Mühe aufwenden müssen, um seine Verklemmung auch nur ansatzweise zu lösen, aber dadurch hatte sie keinen Freipass geschaffen. Zumal Thomas langsam glaubte, dass jeder Körper nur an einem bestimmten Mass an...erotischer Reize ausgesetzt sein sollte...und dieses war bei ihm schon lange erreicht.

Gleichzeitig wollte er Perlita ja nicht erzürnen, vor allem nicht nach dem, was sie möglicherweise gehört hatte. Wieder widerstand er dem Drang sich am Hinterkopf zu kratzen. Es war unsäglich wie oft man sich am Tag selbst berührte! Viele Frauen wären vermutlich ab solch einer Abspeisung beleidigt gewesen, doch wenn sie nicht Pasteten vor den Augen hatten, sahen sie, dass Thomas aufgewühlt und durcheinander war. Keine guten Voraussetzungen für ein knisterndes Beisammensein also. Vorsichtig streckte er seine Pranke nach ihrer Hand aus und drückte sie leicht. Eine freundschaftliche und anständige Geste. Nicht mehr, nicht weniger. Immerhin war es eine erste Berührung. «A..aber ich freue mich natürlich sehr auf deinen Besuch...und deine Gesellschaft. Wein?» Bot er höflich an und gesellte sich zu seinem Tisch, wo er für sie und sich selbst einschenkte. Er konnte es nicht lassen. Immer wieder lugte er verstohlen zu ihr herüber und bewunderte ihre makellose Haut...und ihre...Brüste... Mussten hier auch alle ständig halb nackt herumlaufen? Gleichzeitig machte er einen auffallend grossen Bogen um sie, als ginge von ihr eine gefährliche Aura aus. Nun...das war ja auch so. Vorsichtig näherte er sich mit dem Weinglas. Eigentlich musste er keine Angst haben. Sie durfte ihn höchstens mit Worten und ihren Reizen locken, aber nicht Hand an ihn legen. Er musste nur... standhaft sein. Standhaft! Ja das war wirklich das richtige Wort! Er schluckte leer und musste sich selbst in diesem Moment eingestehen, dass er prinzipiell ungeübt war im Kontakt mit Frauen... Zumindest jenen, die es darauf abgesehen hatten, auf der Stelle mit ihm zu Kopulieren. Er sah sich im Raum um. Eigentlich war sein Zimmer sehr praktikabel ausgestattet. Er besass Beispielsweise nur einen Stuhl. «Möchtest du dich setzen?» Wahlweise bot er auch die Bettkante an, auch wenn er das am liebsten vermieden hätte...

Das Thomas schüchtern war, hatte sich ja inzwischen schon herumgesprochen und vielleicht dachte Perlita auch nur, dass er nun mal zu jener Gattung Mann gehörte, die einiges an Zeit brauchten, um in die Gänge zu kommen. Nervös trank der Hüne von seinem Wein. Es war vermutlich für jede Frau köstlich mitanzusehen, wie schnell man diesen stattlichen Kerl aus dem Konzept bringen konnte. Vielleicht lag darin ihre eigentliche Absicht? Vielleicht war es für sie ein Vergnügen, ihn durcheinander zu machen und herauszufordern... und vielleicht reizte er sie unbewusst nur noch mehr, mit seiner Zurückhaltung. Vielleicht wollten auch die Frauen Jägerinnen sein, wie man es den Männern auch nachsagte. Wieder hatte Thomas das Gefühl...Beute zu sein. Bisher hatte nur Nelsani ihm näherkommen dürfen... und auch er war nur ihr bisher nähergekommen. Ja... er hatte es genossen... dort im Speisesaal. Ob Nelsani mit Perlita darüber gesprochen hatte? Wohl kaum... oder? «Wir...hatten noch gar nicht die Gelegenheit, uns näher kennen zu lernen...» Das klang irgendwie ungewollt zweideutig. «Woher kommst du und wie....bist du hierhin gekommen?» Sie stammte wohl kaum aus Pelgar...oder?

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