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Re: Auf der Flucht

Verfasst: Freitag 30. Juli 2010, 12:28
von Erzähler
Ihm kam die Vermutung, dass Dorcha mit dem Verschwinden seiner Partnerin vielleicht etwas zu tun hatte. Zumindest würde es erklären, warum er so plötzlich hinter ihm war. Und dieser Fremde war ihm auch noch nicht wirklich geheuer. „Ich bin Felton“, sagte er. „Und deiner Freundin…sie ist an einem sicheren Ort, aber ich versichere dir, dass ihr nichts geschehen wird, wenn du uns hilfst.“ Er ging die Straße etwas entlang und Asgar folgte ihm. Einige Passanten, die ihnen entgegen kamen schauten die beiden an und ein paar von ihnen sahen ihnen sogar nach.

Sie blieben im Schutz eines höheren Gebäudes stehen. So wie es aussah, war es ein Lagerhaus, wie das in dem Asgar sich versteckt hatte, nur wurde dieses noch benutzt. „Du bist ein fähiger Dieb“, sagte Felton. „Uns ist etwas gestohlen worden, welches wir auf jeden Fall wieder zurück haben müssen. Wir wissen, dass der Dieb mit einem Schiff nach Serna segelt, aber wir benötigen deine Hilfe.“ Felton hielt kurz inne, um Asgar zu beobachten, dann fuhr er fort. „Wir können dich mit unserem Schiff dorthin bringen. Wenn du den Gegenstand für uns besorgst bekommt du deine Freundin zurück.“

Der Mensch griff in seine Tasche, wobei seine Tätowierung ins Licht fiel und deutlich zu erkennen war. Es war ein Totenkopf von dem sich nach unten eine Schlange wand und ihre Giftzähne zeigte. Eine extrem seltene Tätowierung und wahrlich nicht oft zu finden. Es hatte bestimmt einen Grund, warum er sie trug, aber den würde er Asgar bestimmt nicht verraten. Während sie gesprochen hatten fielen bereits die ersten Regentropfen.

Er holte aus seiner Tasche etwas heraus und zeigte es Asgar. Es war eine Haarsträhne, die von Rin stammen könnte. Es war zweifelhaft, ob der Mann die Wahrheit sagte, auf der anderen Seite hingegen könnte er recht haben. Dann würde Asgar seine Partnerin wieder treffen und den andunischen Wachen entfliehen.

Re: Auf der Flucht

Verfasst: Freitag 30. Juli 2010, 15:15
von Asgar
Ihn erstaunte, dass der Fremde wirklich seinen Namen offenbarte: „Ich bin Felton. Und deiner Freundin…sie ist an einem sicheren Ort, aber ich versichere dir, dass ihr nichts geschehen wird, wenn du uns hilfst.“ Zumindest etwas tröstlich. Doch er wusste, dass es keinen Ausweg gab. Sollte er sich weigern zu helfen, würde Rin vermutlich getötet werden. Verflucht! Ich hasse es, wenn ich keine Wahl habe! Aber ich muss gute Miene zum bösen Spiel machen! Noch sagte er nichts.

Felton ging die Straße hinunter, Asgar folgte ihm. Im Schutze eines großen Gebäudes blieben sie stehen und der Fremde enthüllte seine Forderung. „Du bist ein fähiger Dieb“, sagte Felton. „Uns ist etwas gestohlen worden, welches wir auf jeden Fall wieder zurück haben müssen. Wir wissen, dass der Dieb mit einem Schiff nach Serna segelt, aber wir benötigen deine Hilfe.“ Serna? Das war doch so ein kleiner Ort irgendwo im Süden. Kein Ort um als Dieb Karriere zu machen.

Aber bisher wusste er nicht einmal, wie er aus der Stadt kommen sollte. Die Wachen würden ja immer noch an den Stadttoren hocken und jeden kontrollieren, der raus wollte. Doch Feltons Vorschlag ließ ihn aufhorchen. „Wir können dich mit unserem Schiff dorthin bringen. Wenn du den Gegenstand für uns besorgst, bekommt du deine Freundin zurück.“

Der Mann kramte in seiner Tasche herum, doch sein Ärmel verrutschte so, dass die Tätowierung gänzlich frei lag. Ein Totenkopf, aus dem eine Schlange hervor kroch. Irgendwo hatte er dieses Zeichen schon einmal gesehen. So häufig war es nicht. Vielleicht gehörte dieser Mann zu einem Verbrecherring, der seine Mitglieder mit Tätowierungen versah, sodass sich die Mitglieder gegenseitig finden konnten.

Irgendwo hab ich das schon mal gesehen. Bloß wo? Konnte sein, dass einer seiner Auftraggeber eine ähnliche Tätowierung besessen hatte. Doch das war jetzt eher nachrangig. Das Leben seiner Partnerin war zu retten. Aber ob dieser Kerl sein Wort halten würde?

Kurz darauf fing es auch schon an zu tröpfeln. Sogar das Wetter spielt heute verrückt… dachte er.

Der Mann zog eine Strähne aus seiner Tasche heraus, offenbar stammten sie von seiner Freundin. Der Farbton stimmte. Also ist es doch wahr. Sie war doch in der Gewalt dieser Kerle.

Dann sagte er: „Ich mach’s. Ihr könnt euch auf mich verlassen. Ich wollte sowieso die Stadt verlassen.“ Sagte er, fügte jedoch noch an: „Sagen wir so, ich habe…einen schlechten Eindruck auf die Wachen hinterlassen und möchte Komplikationen gerne aus dem Weg gehen.“ Dieser Auftrag könnte sich wahrhaftig als Geschenk erweisen. Mehr oder weniger. Auch weil er so die Wachen abhängen konnte.

Re: Auf der Flucht

Verfasst: Freitag 30. Juli 2010, 15:37
von Erzähler
Felton grinste gefällig. “Ich machs. Ihr könnt euch auf mich verlassen. Ich wollte sowieso die Stadt verlassen.“ „Gut ich habe auch kaum etwas anderes erwartet.“ Asgar vermutete, dass einer seiner Auftraggeber eine ähnliche Tätowierung gehabt hatte, aber genau wusste er es nicht mehr. Nun musste er erst einmal seine Partnerin retten, wenn dieser Mann Ernst machte. „Dann folge mir“, sagte Felton und steuerte den Hafen an. Zuerst kamen sie an den ganzen Händlerschiffen vorbei ehe die Schiffe immer kleiner wurden. Zwischen den Schiffen sah man ab und an die Fischerboote, mit denen die Fischer auf See fuhren. Sie liefen den ganzen Hafen entlang und hier hinten waren kaum noch Schiffe, die angelegt hatten. Doch noch etwas weiter hinten, ragten die Masten eines großen Schiffes in die Höhe.

Es war ein durch und durch schwarzes Schiff. Vom Kiel hinauf bis zur höchsten Mastspitze. Ein stolzer Viermaster mit dunkelgrüner Takelage und weißen Seilen. Eigentümlich anzusehen und auf jeden Fall selten. Dieses Schiff würde man überall erkennen können. Es war ungewöhnlich, dass sich Feltons „Bewegung“ sich mit Sicherheit im Untergrund hielt, dann aber auf der anderen Seite mit einem solch auffälligem Schiff unterwegs war.

Als sie dem Schiff näher gekommen waren, entdeckte er auch hier das gleiche Symbol, wie die Tätowierung und die Galionsfigur war in diesem Fall eine große Schlange. Sie gingen fast einmal halb um das Schiff herum. Der Name des Schiffes stand Unüblicher weise an der Seite des Schiffes und nicht, wie sonst auf dem Heck. Es hieß Royal Basilisk. Ein ungewöhnlicher Name für ein ungewöhnliches Schiff.

Sie gingen die ausgefahrene Planke hinauf auf das Deck. Auch hier war alles schwarz. Felton führte ihn unter Deck und sie begegneten zahlreichen Matrosen mit der gleichen Tätowierung. Unter Deck war es kühl, aber etwas stickig. Die Kajüte in die Asgar gebracht wurde, war geräumig und luxuriös eingerichtet. Ein großer Schrank und zwei Komoden. Ein länglicher Tisch mit mehreren Stühlen. darauf standen eine Karaffe und mehrere Becher. Die Fenster waren sogar mit Stoffbahnen behangen, die als Gardinen dienten. Ein Kronleuchter spendete genügend Licht und Wärme.

„Leider muss ich dich bitten, während der Fahrt hier zu bleiben“, sagte Felton. „Die Mannschaft ist Besuch nicht gewohnt und reagiert etwas…ungehalten auf Gäste.“ Mit diesen Worten verschwand er und schloss die Tür, schloss ihn aber nicht ein. Der Grund mit den Matrosen war sicherlich nur ein Vorwand, aber vielleicht sollte er tun, warum man ihn gebeten hatte. Im nächsten Moment hörte man von Deck gerufene Befehle und das Schiff legte ab.

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