Das Anwesen der Faelyns

Sämtliche Straßen Andunies sind gepflastert und von schönen kleinen Häusern gesäumt. Meist Fachwerkhäuser, aber auch mal eine prächtige kleine Villa. Nur die ärmeren Bezirke der Bettler und Halunken sollte man meiden.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Juli 2024, 12:43

Es war schwer zu begreifen, dass Azura sich plötzlich an einem der andunischen Felsenstrände befinden sollte. Sie konnte unmöglich von beiden Dunkelelfen so beansprucht worden sein, dass sie den Transport nicht mitbekommen hätte. Bewusstlos geworden war sie nicht, sondern nur körperlich etwas verausgabt. Sowohl Corax als auch Emmyth hatten ihr ein Wohlgefühl beschert, dessen Wiederholung sie herbeisehnen würde, sobald die Verwirrung nachließ. Selbst der Ungestüme hatte ihr Wogen aus Lust bereitet. Sie wusste allerdings nun auch, dass er sie nicht belogen hatte. Er hatte sich - wie sie damals in den heißen Quellen - mehr von seinen Instinkten leiten lassen. Die Bewegungen fanden zusammen, waren aber unbeholfen vonstatten gegangen und es dauerte ein wenig, bis er seinen eigenen Rhythmus fand. Mit Sicherheit würde jeder weitere Versuch seine Fähigkeiten verbessern, ebenso seine Kondition. Azura fragte sich bereits, ob jedes Liebesspiel nun zu dritt stattfände oder ob sie sich auch mit jeweils nur einem Bruder zurückziehen könnte. Dass beide heimlich mal in einem Zimmer verschwanden, konnte sie ausschließen. Emmyth zeigte keine Neigungen, dass Corax ihm auf sexueller Ebene gefiel und das war gut so! Geschwister sollten nicht auf diese Weise zusammenkommen. Wenn Azura hingegen dabei wäre und beide Männer sie bearbeiteten ... sie spürte eine Ansammlung neuer Lust, die mit einer ähnlichen Woge in ihrem Innersten empor schwappte wie das Meer Wellen an den Strand schickte.
Und dann sah sie die beiden Statuen, die sich schnell als Emmyth und Corax entpuppten. Ihr Rabe hatte mit seiner Illusion ganze Arbeit geleistet. Zwar trugen sie nur eine Abwandlung der im Traum gesehenen Rüstung des dunklen Prinzen, aber der Anblick von gleich zwei derart stattlichen Männern brachte Azuras Blut in Wallung. Hinzu kamen die Spielzeuge an ihren Gürtel, sowie der Umstand, dass Corax ihnen offensichtlich ein Mittel umgelegt hatte, das seiner Liebsten etwas Macht über sie bescherte. Das Ganze funktionierte allerdings auch umgekehrt. Schon der bloße Anblick ihrer Finsterritter, als sie auf sie zu stolzierten, erregte die Andunierin dermaßen, dass sich in ihrem Schoß erneut willige Hitze ausbreitete. Sie griff in ihren Hauch von Seide, streifte ihre Brüste und jede noch so kleine Berührung des Faserstoffs auf ihrer Haut hinterließ Vorahnungen der Klippensprünge, die zwei mannhafte Speere ihr bereiten könnten, würden sie erneut ins Feld gestoßen.
Nicht nur bei Azura wuchs die Begierde. Corax hielt sich zurück. Er schwieg, aber seine Augen lasteten mit einer Schwere auf ihr, die die Lust dahinter nicht verbergen konnte. Sein Keuschheutsgürtel verhinderte im Moment wohl wirklich, dass die Bestie aus ihm herausbrach, die sich auf sie stürzen und sich nehmen wollte, wonach er sich sehnte. Doch auch Emmyth begehrte sie. Er winselte und kam etwas schneller über den Sand als sein Bruder. Außerdem schien er derart von seinem Trieb geleitet, dass es ihm kaum kümmerte, dass sie sich in einer Illusion befanden. Schließlich sah er sie zum ersten Mal. Er gab lediglich ein "Du hast ein wahres Wunder geschaffen!" von sich, aber dem war deultich sein Staunen zu entnehmen. Wenn sein Blut weniger zentral gelegen wäre, würde er dem Bruder wohl noch ein anständiges Kompliment über dessen Fähigkeiten machen. Jetzt aber wollte er seine eigenen - frisch zum Mann bemachten - erneut unter Beweis stellen. Er berührte Azuras Unterarm bereits mit zwei Fingern, als sie nahe vor ihnen stehen blieb. Ungeduldig strich er an ihrer Haut entlang, wanderte zum Oberarm hinauf und hätte sie ihm nur einen weiteren Augenaufschlag als Signal gegeben, wäre es Emmyth gewesen, der sie wohl sofort erobert hätte. Allerdings zähmte auch ihn der metallene Schutz vor seiner Manneskraft und hielt ihn im Zaum. Dass es ihm ganz und gar nicht gefiel, deutete er mit einem gepresst erregten Winseln an. Seine Augen leuchteten, als Corax die Schlüssel überreichte.
"Tz, tz, tz, nicht so schnell, junger Faelyn!"
"Was?! Du wirst mich doch hier nicht am langen Arm verhungern lassen. Azura!" Er bettelte bereits und seine Atmung stieß die Luft nur noch gekeucht heraus. Er wollte sie, mehr als alles andere in diesem Moment. Schon trat er wieder einen Schritt näher auf sie zu, aber Azura entzog sich ihm, ebenso wie Corax. Sie legte beide Schlüssel außer Reichweite und warf Corax einen dominant funkelnden Blick zu.
Seine gesamte Gestalt zuckte, dann spannte er sich kurz an und Ruhe kehrte in seine Züge ein. Er drehte Emmyth das Gesicht zu. "Sie wird es uns noch schwerer machen", warnte er den Bruder, welchem glatt die Kinnlade herunterfiel. Ungläubig starrte er Corax an. Der aber rollte nur mit den Augen. "Es wird ihr ein Fest sein, uns bis an unsere Grenzen leiden zu lassen. Stell dich darauf ein."
"A-aber ... ich leide doch schon." Emmyth wirbelte zu Azura herum. "Ich leide! Ich darbe! Ich ... ich durchbreche gleich mein Metallgefängnis und..." plötzlich senkte er Blick und Stimme. Das Rot seiner Augen glühte reinste Lust, besaß nun aber auch eine dunkle Note. Sie war nicht so mörderisch wie bei Corax, denn der hatte bereits einige Leben auf dem Gewissen. Trotzdem schien jedem Dunkelelfen ein Kern innezuwohnen, dass man nicht anzweifelte, dass sie für ihr Ziel über Leichen gehen würden. "Wenn mein Käfig gesprengt ist, werde ich dich nochmal haben", schwor er ihr, musste ob seiner eigenen Worte allerdings aufstöhnen, als die eigene Lust dabei zu groß und der Keuschheitsgürtel zu eng wurde. "Ich ... ich will dich", quängelte er schon.
Corax verschränkte nur die Arme, musterte seinen Bruder mitleidlos, eher amüsiert. Schließlich warf er Azura einen Blick zu, der auf ihren Befehl wartete. Er kannte diese Form der Spiele und wusste, dass es nun an ihm wäre, zu gehorchen. Mit Glück stünde ihnen allen mehr als ein Höhepunkt als Lohn bereit. Er musste sich nur zu benehmen wissen.
Auch Azura erkannte das und dieses kleine Machtgefühl über beide Männer verschaffte ihr einen Höhenflug. Sie ging sofort in ihrer Rolle auf, beorderte beide auf ihre Knie zu sinken und sich dabei auf die nackten Fersen zu setzen. Aus ihrem Schritt glänzten ihr die Metallkapseln entgegne, unter denen sich wahre Schätze verbargen. Sie konnte es kaum erwarten, diese Waffenkammern zu plündern. Harter Stahl, scharfe Schwerter, mächtige Pfähle, Rammböcke, lange Speere ... die Fantasie konnte glatt benommen machen. Doch Azura konzentrierte sich zunächst auf ihre dominante Rolle, denn auch diese besaß ihren Reiz.
Sie spielte mit den Männern, ließ sich abwechseln auf ihren Schößen nieder. Das war jedoch eher ernüchternd für sie, denn sie spürte nur das kühle Metall und nicht die Manneskraft, die sich dahinter verbarg. Ohne den Schlüssel zu nutzen, würde auch sie nicht auf ihre Kosten kommen. Trotzdem zog Azura durch und deutete auf jedem Schoß an, was den Männern bevorstand. Corax war es, der sie dabei an den Hüften packten, um sich einen Kuss zu stehlen. Einen, der erneut länger und inniger ausfiel als der ihre. Emmyth war von seinem Trieb bereits vereinnahmt, aber der Erfahrene suchte nach mehr. Er wollte in dieses Spielchen nach wie vor eine liebevolle Not hinein zaubern, ohne dass die Lust dabei abebbte. Deshalb entließ er Azura auch alsbald wieder nach dem Kuss und sie konnte ihre Position als Herrin über beide Männlichkeiten weiter ausüben. Dabei entschied sie sich, die bittersüße Qual beider noch ein wenig in die Länge zu ziehen.
Sie setzte sich mit etwas Abstand zu den Elfen in den Sand, präsentierte ihnen eine mehr als erregende Aussicht. Emmyth stöhnte erneut auf und griff sich nun an den Gürtel, aber es brachte nichts. Er konnte sich nicht davon befreien. Dazu war der phallusartig geformte Schlüssel notwendig, den Azura nun wie ein Spielzeug zückte und sich damit an der Innenseite ihres Schenkels entlang rieb.
"Ich könnte euch also befreien und ihr würdet über mich herfallen."
"Ja. JA, tu es!", keuchte Emmyth. Er wollte schon auf sie zukriechen, aber Corax hielt ihn mit ausgestrecktem Arm auf. Er warf seinem Bruder einen vielsagenden Blick zu, doch der Jüngere litt wahrlich unter Azuras Reizen. Unruhig bewegte er sich auf seinen Fersen, strich mit einer Hand immer wieder über das Metall in seinem Schritt. Corax nickte Azura zu, damit sie fortfahren konnte. Falls auch er sich aus der Reserve locken ließ, so blieb er der widerliche Schuft, den sie kannte und weigerte sich, ihr sein Begehren zu zeigen.
Azura wollte somit mehr locken. Sie wagte es und führte sich den Schlüssel ein als wäre er der fleisch gewordene Traum, der noch in seinen Kerkern auf Rettung wartete. Das Metall des Schlüssels war kühl und auf andere Weise hart. Er glitt dennoch spielend leicht in ihren Leib, da auch Azura nicht verbergen konnte, wie willig sie war. Sie würde jedoch zugeben müssen, dass echtes Fleisch sich um längen besser anfühlte.
Emmyts Ungeduld brach schließlich aus ihm heraus: "Gut, gut, der Schlüssel ist geölt! Befreie uns! Jetzt!", verlangte er. Dann stieß er Corax' Arm beiseite und krabbelte auf Azura zu. Wäre er gänzlich nackt gewesen, hätte sie wohl bereits den nächsten Höhepunkt für sich beanspruchen können. Emmyths Brust hob und senkte sich in kurzen Abständen. Er atmete gepresst, aber es half nichts mehr. Er war bis zum Zerreißen mit Lust gefüllt und würde platzen, könnte er sich nun kein Ventil dafür schaffen. Seine Augen brannten vor Verlangen.
"Herrin", kam es als mahnender Hinweis hinter ihm. Es ließ Emmyth tatsächlich stutzen. Er wandte den Kopf um, sah den Bruder fragend an. Corax nickte ihm hingegen auffordernd zu. "Nenn sie bei ihrem Namen wie es sich gehört", orderte er. Dann kam auch er zu ihnen herüber. Auf allen Vieren kroch er bis an Azura heran, dass das letzte Abendlicht sein Muskelspiel mit Konturen und Schatten besonders betonte. Er beugte sich vor, um ihren Schamhügel durch den dünnen Seidenstoff hindurch zu küssen. "Herrin Azura, gib uns die Fähigkeit, dich in den Wahnsinn zu treiben", beschwor er sie und jede Silbe blies einen Hauch heißer Lust gegen Stoff und Haut.
"Herrin Azuraaaaa", drängelte Emmyth. Er schob den Bruder beiseite, um nach ihrem Handgelenk zu greifen und so den Schlüssel wieder aus ihrem Körper zu ziehen. Denn das war das falsche Schloss. Glänzend Fäden purer Lust glitzernden wie von Tau berührte Spinnweben auf. Emmyth keuchte. "Herrin", wiederholte er. "Ich halt's nicht mehr aus. Ich will's dir besorgen und dich niedervögeln, bis ich dran vergehe!"
Corax grunzte amüsiert. "Zu plump", kommentierte er. Dann neigte er sich zu Azuras Hals, setzte einen Kuss daran, während sich seine Hand um eine ihrer Brüste legte und den Stoff darüber spannte. Emmyth verstand. Auch er beugte sich jetzt herab, stricht mit der Zunge über die Spitze, die darunter wie eine Zeltstange fungierte. Die Seide schabte beinahe rau über diesen empfindlichen Scheitelpunkt. Dann knabberte der Jüngere daran, zog ihre Knospe samt Seide in die Höhe und entließ beide. Währenddessen aber rieb sich das kalte Metall seines Gürtels an ihrem Schenkel entlang. Emmyth hielt wahrlich nicht durch. Azura konnte spüren, dass er bereits über den Zenith hinaus war, denn an den Seiten seines metallenen Käfigs tropfte das Resultat einer verpassten Gelegenheit klebrig und warm auf ihre Haut. "Ich kann immer noch", beteuerte er, um sie zu beruhigen. "Schließ auf und ich beweise es dir!"
"Du willst sie zuerst?", hakte Corax nach und warf ihm einen erneuten Blick zu. Emmyth aber war längst verloren. Er würde sich nun mit allem zufrieden geben. Seine Lust machte ihn vollkommen gefügig. "Ich nehm jede Lücke, die sir mir anbietet. Herrin! Lass mich dich ausfüllen, dein Innerstes reiben, bis du vor Lust brennst. Lass mich dich mit allem beglücken, was ich zu geben habe."
"Er schafft es nicht länger", raunte Corax seiner Liebsten zu und legte sich neben sie. Seine Hand streichelte ihren Bauch, während er immer wieder Küsse gegen Hals und Schulter absetzte. "Ich biete ihm den Vortritt, aber dazu musst du uns nun wirklich erlösen. Aber vielleicht hast du auch eine andere Zuflucht für mich übrig." Seine Hand glitt an ihr herunter, umspielte ihre Flanke und kniff Azura schließlich in den Hintern - ein endeutiges Signal, wohin die Reise für Corax gehen sollte. Außerdem ein deutliches Zeichen, dass auch er ungeduldig war und möglicherweise nicht mehr so lange durchhielt, bis der Jüngere seine Glück gefunden hätte. Schließlich war Corax schon ein ... alter Mann.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Donnerstag 25. Juli 2024, 14:49

Zwar versuchte sie, in ihrer Erinnerung herauszufinden, wie sie an diesen Ort gekommen war, aber sie fand nichts. Somit war sie entweder bewusstlos und in dieser Zeit verschleppt sowie dermaßen verrucht verhüllt worden... oder sie befand sich in einer Illusion. Und da letzteres nur funktionierte, solange sie daran glaubte... wollte sie das auch, denn ihre Umgebung und vor allem ihre Gesellschaft gefiel ihr außerordentlich gut! Aus diesem Grund sowie wegen ihrer wieder aufflammenden Lust wollte sie sich keine weiteren unnötigen Mühen machen und sich auf derartige Gedanken konzentrieren.
Stattdessen wollte sie ihr neues Umfeld mustern, sich daran erfreuen und noch mehr genießen, welchen Anblick die Brüder ihr boten. Denn allein dieser ließ ihre Säfte schon wieder fließen und war dazu angetan, sie zu einem willenlosen Spielzeug für die Männer zu machen. Dass dem nicht so war, lag an der neuen Rolle, die Corax ihr ermöglichte und die den Spieß komplett umzudrehen vermochte. Mit einem Mal sollte sie die Macht haben und entscheiden, wie viel sie diesen dunklen Rittern erlaubte, wie viel Freiheit sie ihnen zugestand.
Das war alles andere als einfach, denn allein schon die verlangenden Blicke, sowohl die flehenden von Emmyth, als auch die mühsam beherrschten von Corax, ließen ihr Herz schneller pochen. Doch sie war zu viele Jahre als verwöhntes Adelstöchterchen aufgewachsen, um den Platz als diejenige, die bestimmte, nicht zu kennen und wieder einnehmen zu können. Zwar würde sie die Beiden nicht ewig lang darben lassen, dazu begehrte sie diese genauso stark wie umgekehrt, aber ein bisschen wollte sie sich nicht nehmen lassen!
Während ihr Rabe sich allerdings dank seiner Erfahrung viel beherrschter benahm, stürmte sein jüngerer Bruder regelrecht zu ihr und schien es kaum erwarten zu können, dass sie seinen Willen erfüllte. Ihre leicht angehobenen Brauen bei seiner ungefragten Berührung und das feine, spöttische Schmunzeln zeugten davon, dass dies wohl noch Konsequenzen für ihn haben würde. Ohne, dass sie sich ihm direkt entzog oder den wohligen Schauer, der über ihren Arm rieselte, zu leugnen oder zu verbergen.
Dafür reagierte sie auf seine Worte und nickte. "Oh ja, das kann er!", bestätigte sie sein Lob und einen Moment lang zerfaserte ihre Maske, sodass sie dem Älteren einen ehrlich verliebten, innigen Blick zuwerfen konnte.
Dann jedoch war sie wieder in ihrer Rolle und nun folgte endlich der verdiente Tadel. Seine Reaktion entlockte ihr ein leises, hintergründiges Lachen. "Vielleicht... vielleicht auch nicht!", gurrte sie, ehe sie sich ihm genau dann entzog, als er sich ihr noch mehr nähern wollte. So verführerisch, wie sie nur konnte, legte sie die Schlüssel zur Freiheit betont außer Reichweite der Brüder und sah zu ihrem Raben hin.
Einen Atemzug lang beschlich sie bei seiner körperlichen Reaktion die Sorge, einen Fehler gemacht, ihn zu sehr an seine Vergangenheit erinnert zu haben. Aber... es war seine Idee gewesen, worauf sie hier einstieg! Auf der anderen Seite wäre es ein typisches Muster für ihn... Doch er wirkte nicht so, als würde er sämtliche Leidenschaft verlieren, auch wenn er sich an den Jüngeren wandte.
Seine Worte sorgten auch bei ihr für etwas mehr Entspannung und das triumphierende Grinsen kehrte auf ihre Lippen zurück, der Spott funkelte erneut in ihren Augen. Und bei dem offensichtlichen Unglauben, den Emmyth dabei zeigte, musste sie kichern. Um sofort wieder Haltung anzunehmen in ihrer Rolle, als er zu ihr herumwirbelte. Ihre Augenbrauen wanderten ein weiteres Mal in die Höhe. "Oh, du Armer!", neckte sie ihn und hätte sich wahrscheinlich dazu hinreißen lassen, ihm die Wange zu tätscheln, wenn er sich nicht selbst unterbrochen hätte.
Die Wandlung, die in ihm vorging, als er sie daraufhin ansah, entlockte ihr ein leises Keuchen und ließ ihre Knie weicher werden. Doch noch blieb sie standhaft. "Oh, und du wirst mich noch viel mehr wollen!", säuselte sie und hätte vielleicht noch so einiges mehr zu sagen gewusst. Ein Blick zu Corax jedoch hielt sie nahe genug am Boden, um sich darum zu bemühen, es nicht zu übertreiben. Er sollte es als lustvoll empfinden, diese neue Rollenverteilung mit ihr zu erleben, ohne darunter zu leiden. Dieser Wunsch blieb in ihrem Hinterkopf, als sie sich dennoch daran machte, Emmyth ein wenig in die Schranken zu weisen.
Sobald sie so dahockten, wie sie es wollte, ließ sie sich auf dem ersten Schoß nieder. Auch wenn das Metall an ihrer Weiblichkeit deutlich kühlte, war es zugleich erregend zu wissen, was dahinter verborgen lag und sich nicht mit ihr vereinigen durfte, solange sie es nicht gestattete. Umso bereitwilliger rieb sie sich leicht daran und hinterließ ihre Spuren, ehe sie sich Corax widmete.
Dieser gab sich, wie schon beim letzten Mal, mit ihrem Kuss allein nicht zufrieden. Sie lehnte nicht ab, sondern erwiderte das kurze Duell und bewegte ihre Hüfte, als würde sie ihn reiten. Ihr Atem wurde dabei schneller und die Säfte flossen stärker. Aber auch sie zog diesen zweiten Kuss nicht in die Länge, dafür jedoch ihre Position, indem sie sich zu seinem Ohr beugte und, hoffentlich nur für ihn, bittend hinein raunte:"Ich hoffe, es gefällt dir. Wenn es zu viel wird, sag es mir!" Daraufhin schnappte sie mit den Zähnen nach seinem Ohrläppchen, um kurz daran zu knabbern, ehe sie sich von ihm löste und ihr Vorhaben weiter in die Tat umsetzte.
Der speziell geformte Schlüssel wäre zwar kein gleichwertiger Ersatz für die dunklen Speere, allerdings noch war sie nicht gewillt, diese zu befreien. Trotzdem tat sie so, als wäre er im Moment das einzig Wahre, das sie begehrte und das sie beglücken konnte. Dabei war es auch für sie erregend zu wissen, wie hungrig sie von den Beiden beobachtet wurde, während sie sich nur für deren Augen öffnete. Auch wenn ihr Rabe es war, der sich wieder einmal besser beherrschen konnte und auch seinen Bruder zurück hielt.
Ihr Blick war durchaus triumphierend, ehe der Schlüssel ihren Schoß erreicht und dort ohne Probleme hinein glitt. Trotz ihres lauten Aufstöhnens und ihres genüsslichen Augenverdrehens war das Wohlgefühl nur ein Abglanz von jenem, das die Männer ihr zu bereiten wussten. Es war ein Ersatz und im Moment zweckdienlich, aber auf Dauer wollte sie nicht tauschen. Den Kopf in den Nacken gelegt machte sie langsame, behutsame Stoßbewegungen und ließ die Dunklen hören, dass es ihr gefiel.
Das war der Moment, in dem Emmyths Geduldsfaden riss. Azura musste noch den Sinn seiner Worte durch den Nebel ihrer Leidenschaft begreifen, als er schon fast bei ihr angekommen war, als sie den Kopf ein wenig zur Seite neigte und unter ihren dichten Wimpern mit dunklem Blick zu ihm hinsah. "Hm... ich weiß nicht...", murmelte sie und ließ den Schlüssel besonders tief in sich gleiten, um lauter aufstöhnen zu können. Allerdings spürte sie auch, dass sie vorsichtig damit umgehen musste, denn das harte Material war viel zu unnachgiebig und anpassungsfähig.
Schon kam von weiter weg ein Hinweis, der sie ebenfalls innehalten ließ. Ihr Kopf rollte auf die andere Seite, um Corax ansehen zu können, ihre Lippen kräuselten sich zu einem feinen Lächeln. Hätte sie eine Hand frei gehabt, hätte sie diese nach ihm einladend ausgestreckt. Doch das brauchte er gar nicht, er kam schon von allein zu ihnen und das auf eine beherrschte Art und Weise, die sie innerlich vergehen zu lassen drohte.
Und als wäre das noch nicht genug, ging er auf Tuchfühlung mit einem Kuss, der ihren Kopf wieder nach hinten fallen und sie wohlig aufseufzen ließ. Dass sie den Schlüssel langsam in sich bewegte, geschah eher unbewusst, denn all ihre Aufmerksamkeit lag auf ihren beiden Liebhabern. Auch ihre Rolle fiel ihr zunehmend schwerer, viel zu willig war sie und musste selbst allmählich gegen den Drang ankämpfen, voller Ungeduld alle Hindernisse zu beseitigen.
Bei den Worten ihres Raben hingegen entrang sich ihrer Kehle ein kratziges, leises Lachen. "Fähigkeit geben...?", keuchte sie und warf dem Älteren einen Blick zu, der ihm wohl offenbaren würde, dass er diese Fähigkeit längst besaß.
Da griff jemand nach ihrem Handgelenk und zog den Schlüssel aus ihr heraus. Laut maunzte sie vor Frust ob ihres so plötzlich verwaisten Schoß'. "Hey, wer hat dir erlau...", beschwerte sie sich und kam nicht bis zum Ende. Corax' Lippen an ihrem Hals unterbrachen äußerst effektiv ihren Protest.
"Verbrüdert ihr euch schon wieder gegen mich?", nuschelte sie seufzend und sog scharf die Luft ein, als auch ihre Brüste endlich wieder Beachtung fanden. Das raubte ihr die Kraft und den Willen, sich das Spielzeug zurück zu erobern, denn mit einem Mal musste sie sich mit beiden Unterarmen abstützen. Wobei das den Vorteil hatte, dass sie dadurch ihren Oberkörper williger vorrecken konnte. So ließ sie sich verwöhnen und ihre Seufzer ließen deutlich hören, wie sehr ihr das gefiel.
Da störte sie auch nicht das trockene Reiben an ihrem Oberschenkel, das ohnehin alles andere als sonderlich lange dauerte. Denn erstaunlich bald vermeinte sie etwas Feuchtigkeit zu spüren, die neben seiner Schamkapsel hervor quoll. Jedoch hätte sie es wohl keinen wirklichen Zusammenhang herstellen können, wenn da nicht mit einem Mal die Beteuerung von ihm gekommen wäre. Es holte sie ein wenig aus ihrer Verzückung und ließ sie träge Kopf und Lider anheben, um ihn mit dunklem, verheißungsvollem Blick ansehen zu können. "Beweisen...?", murmelte sie und war ebenfalls langsamer in ihrem Denken geworden.
Nur Corax zeigte, wie gut er sich im Griff hatte und übernahm ein wenig die Führung. Wenngleich sie Emmyths Verlangen und sein Betteln aufkeuchen und ihre Schenkel zucken ließ, wie, als wolle sie auch wirklich jede Spalte für ihn öffnen, die er erobern könnte. Ehe sie die ganze Tragweite wirklich begreifen konnte, hörte sie das Raunen ihres Raben dicht an ihrem Ohr. Es holte sie ein wenig zurück, vermutlich auch, weil er sich nun neben sie legte und ihr eine kleine Pause seiner Zuwendungen an ihrer Brust gönnte, ohne sie völlig zu vernachlässigen.
"Meinst du?", schnurrte sie zurück und ließ sich zu ihm in den Sand zurück sinken, um mit ihm mehr oder weniger auf Augenhöhe zu sein, Emmyth noch immer halb auf sich. Als er fortfuhr, war es diesmal er, der ihre Augenbrauen in die Höhe zucken und ihre Lippen sich spöttisch kräuseln ließ. "Begehrst du mich so wenig, dass du warten kannst?", stichelte sie und schnappte nach seiner Unterlippe, um sanft daran zu knabbern. Dabei drehte sie sich ein wenig, legte das Bein um Emmyths Schulter, um ihn nicht entkommen zu lassen, und wollte ihr Spiel zu einem Kuss ausweiten.
Das war der Moment, indem die Finger ihres Liebsten ihre Pobacke erreichten, um sich dort mit ihrem Körper zu beschäftigen. Als er in ihr festes Fleisch hinein kniff, quiekte sie leise auf und ließ von seinem Mund ab. Ihr Blick suchte nach dem seinen und ihre Wangen färbten sich dunkelrot, als sie sich daran erinnerte, was er schon einmal mit ihr hatte ausprobieren wollen.
Sie hatte abgelehnt, für sie war dieser Bereich... undenkbar für derartige Spiele. Doch nun wies er sie wieder darauf hin, schien offenbar wirklich Interesse daran zu haben, sie auch dort zu... entjungfern. Und Azura selbst? Wollte sie das herausfinden? Konnte das überhaupt... angenehm sein? Oder wäre es eher... schmerzhaft? Sie schluckte schwer, während ihr Herz heftig pochte, und musste den Blick senken.
Kurz kaute sie an ihrer Unterlippe herum und haderte sichtlich mit seinem Wunsch. Auf der anderen Seite hatte er bisher im Umgang mit ihr stets Umsicht bewiesen, ihr nie unnötige Schmerzen bereitet. Die junge Frau atmete tief durch und gab sich merklich einen Ruck, suchte erneut einen Kuss und legte darin alles Gefühl und Zutrauen, das sie hatte. "Sei vorsichtig!", wisperte sie ihm zu und wandte sich von ihm ab, um gegen Emmyths Schultern zu drücken.
"Auf den Rücken!", befahl sie dem Jüngeren, nun wieder in ihrer Rolle. Kaum hatte sie ausreichend Bewegungsfreiheit, rappelte auch sie sich auf und griff sich beide Schlüssel. Damit bewaffnet stand sie auf und stellte sich über Emmyth, öffnete ihr Seidenkleid soweit, dass der Stoff bei ihrer kommenden Position nicht spannen würde, und sank lasziv in die Hocke. Direkt über seinem Gefängnis verharrte sie mit ihrer Weiblichkeit, als könne sie sich schon jetzt auf ihn setzen.
Ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen, meinte sie in Richtung ihres Raben:"Corax, komm her!" Sie verlagerte etwas ihr Gewicht, ansonsten blieb sie in Position und wartete auf den Älteren.
Sobald er neben ihr stünde, in genau der richtigen Höhe für ihr Gesicht, nahm sie jenen Schlüssel, der das gesamte Gefängnis lösen würde, und befreite ihren Liebsten davon. Sofort hatte sie seinen prächtigen Speer vor Augen und leckte einmal genüsslich die ganze Länge ab, kreiste um die glänzende Spitze und blies ihren Atem heiß dagegen.
Danach jedoch wandte sie sich wieder Emmyth zu und schenkte ihm ihrerseits ein düsteres Grinsen, ehe sie sich vorbeugte und so dicht mit ihrem Gesicht über dem seinen schwebte. "So, dann wollen wir einmal sehen, ob du mich wirklich so beglücken kannst, wie du behauptest!", provozierte sie ihn und richtete sich wieder auf. Sie erhob sich sogar ein wenig aus ihrer Hocke, um mit dem speziellen Schlüssel nun den Jüngeren ebenfalls etwas Erleichterung zu verschaffen. Aber nicht von allem, dazu war er viel zu ungeduldig gewesen und hatte sich nicht seine gänzliche Freiheit verdient!
Außerdem würde es auch so für ihre Zwecke reichen, denn erst einmal wollte sie sich mit ihrer heißen Mitte an seinem Speer reiben, bis er wieder absolut standhaft wäre, um ihm im Anschluss daran zu zeigen, wie gut sie reiten konnte. Allerdings betont langsam und genüsslich, während sie dessen harrte, was Corax begehrte und erobern wollte.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 26. Juli 2024, 01:11

Es war gar nicht so leicht, die Maske aufzubehalten, die Corax mit der aufgebauten Illusion für Azura geschaffen hatte. Immerhin befand sie sich nun in der Position, in der sie Macht sowohl über ihren Raben als auch Emmyth haben konnte. Letzterer war nur allzu schnell bereit, ihr hörig zu sein, denn seine instinkte saten ihm, dass er am Ende mit einer Erfahrung mehr belohnt würde. Dass er dabei bereits jetzt Fehler beging, ahnte er nicht. Man musste nachsichtig sein. Immerhin war all das hier sein erstes Mal. Corax erinnere Azura daran, aber letztendlich überließ er ihr vollkommen die Entscheidung. Alles, was er ihr an die Hand gab, waren Möglichkeiten, ihre Fantasien hier und jetzt auszuleben - jene, die sie sich herbeigesehnt hatte und vielleicht auch einige, die erst durch den Anblick der beiden dunklen Ritter aufkamen. Sie versuchte, sich in ihre Rolle einzufügen, wie es ihren Vorstellungen entsprechen mochte. Corax war es aber, der von allen dreien die größte Beherrschung an den Tag legte. wie machte er das bloß?!
Erst als Azura von beiden Männern verlangte, vor ihr auf die Knie zu gehen, brach auch für eine Schrecksekunde seine Fassade auf. Sie erkannte es an seinem Zusammenzucken und der Spannung, die sich nun über seinen Körper ausbreitete und die keineswegs der wachsenden Erregung geschuldet war. Er wirkte überrascht, dass Azura sich wahrlich der Möglichkeiten bediente. Dann aber wischte er sein Unbehagen beiseite, noch ehe sie einschreiten konnte. Trotzdem verließ Azura hier einmal ihre sonst so üblichen Muster. Sie vergaß ihren Raben und sein Erlebtes nicht. Sie vergaß ihre eigenes Vorhaben nicht, was sie auf der Apfelplantage noch daran gehindert hatte, mit Emmyth auch nur ansatzweise intim zu werden. Sie wollte ihren Liebsten nicht leiden lassen. So neigte sie sich im passenden Moment nahe an sein Spitzohr und wisperte, ungehört für den Jüngeren: "Ich hoffe, es gefällt dir. Wenn es zu viel wird, sag es mir!"
Er blickte sie an, ohne dass sie seine Mimik hätte deuten können. Das Begehren wich für diesen Moment aus seinen Augen, aber es schwar sehr zu sagen, ob das rote Glimmen darin eine falsche Ruhe zur Schaue stellte oder nicht. Dann grinste er leicht auf mit dieser leichten Empörung als Funkeln in seinen Augen. "Hältst du mich für so zerbrechlich, dass ich das nicht bewältigen könnte", neckte er sie. Das Nicken hingegen war aufrichtig, dankbar, dass sie an ihn dachte. Trotzdem setzte er nach: "Außerdem sind das hier deine Fantasien und ich bin neugierig, wie verrucht du wirklich bist."
Das sollte er nur alsbald erfahren, denn Azura genoss ihr Spiel, sobald die Stimmung sich wieder hob. Doch nicht nur das. Emmyth kam an seine Grenzen. Bei dem engen Metallschlüpfer um seine Hüften konnte sich kaum etwas heben und doch stöhnte er wenig später gedehnt aus, als seine eigenen Säfte am Metall vorbei und seine Schenkel herunter tropften. Azura musste die Balance finden, ehe die letzte Ladung verschossen wäre. Dann käme sie nämlich gewiss nicht mehr vollauf zum Zuge. Sie ging es etwas nachsichtiger mit dem jüngerne Faelyn an, vor allem aber, weil der große Bruder ihm nun den Vorzug lassen wollte. Er legte sich nämlich neben Azura in den Sand, schmiegte sich etwas an sie und umwarb ihren Hald mit den Lippen, ihre Brüste mit den Fingern. Erneut schwebte sie gedanklich über allen Wolken. Da konnte sie kaum glauben, dass er sich für Emmyth zurückhalten wollte.
"Begehrst du mich so wenig, dass du warten kannt?" , fragte sie stichelnd, ohne wirklich böse mit ihm sein zu können. Aber Corax erwiderte nur: "Warum warten?" Und dann nannte er seine eigene Sehnsucht, der er gern nachkommen wollen würde. Nicht zum ersten Mal teilte er ihr seinen Wunsch mit, aber Azura haderte mit sich. Jetzt befand sie sich in einer Situation des Unbekannten. Sie fürchtete den Schmerz, welchen ein Liebesspiel auf der Kehrseite hervorbringen könnte. Gleichzeitig gemahnte sie ihr nervös schlagendes Herz zur Ruhe. Wenn es um Zärtlichkeiten ging, hatte Corax ihr nicht ein einziges Haar gekrümmt und selbst als er vor lauter Kummer und Verlust ihren toten Leib genommen hatte, war er dabei vollkommen zärtlich vorgegangen. Sie hatte es gespürt, in seinem Traum, als sie diesen besucht und sich dort mit ihm vereint hatte. Er würde nichts tun, was ihr schadete. Das hatte er nie getan, nicht einmal bei der Entführung, auch wenn er dort noch etwas ruppiger und definitiv unfreundlicher mit ihr umgesprungen war.
Es fiel ihr dennoch nicht leicht. Sie senkte den Blick, kaute auf ihrer Lippe herum. Schließlich rang sie sich die Bitte ab, dass er dabei wenigstens vorsichtig mit ihr umgehen mochte. Corax Züge hellten sich ob ihres Einverständnisses jedoch nicht auf. Stattdessen trat Milde an eben jene Stelle. Er schüttelte sacht den Kopf, schenkte ihr einen Kuss auf die Wange und raunte zurück: "Schon gut. Es muss nicht heute geschehen ... und vielleicht wäre es besser, diese Erfahrung nur zu zweit zu machen." Schon begann er wieder damit, sie zu verwöhnen. Schließlich sollte nun Emmyth zunächst auf seine Kosten kommen. Azura aber blieb ihrer eingenommenen Rolle treu und duldete nicht, dass der Jüngere sie auf klassische Weise nahm als wäre sie diejnige mit mangelnder Erfahrung - nun, das war sie. Im Gegensatz zu Emmyth konnte sie aber schon mehr Kerben im Holz verzeichnen.
So befahl sie ihn, sich auf den Rücken zu legen und er kam dieser Forderung überraschend schnell nach. "Was immer du befiehlst, meine schöne, feuchte Herrin", gurrte er mit einem fiebrigen Glanz purer Leidenschaft im Blick. Corax bemühte sich, nicht loszuprusten. "Du bist ein Romantiker", schimpfte er den Bruder und dieser gluckste: "Nein. Ich bin nur absolut scharf auf Azuras engste Stelle. Oh, ich begehe dich so sehr!", flötete er ihr entgegen, hob sein Becken an und stöhnte frustriert, weil er noch immer nichts erreichen konnte. Und auch, weil die Begehrte sich nun zunächst ihrem Raben widmete. "Corax, komm her!"
"Wie du wünschst, Herrin", raunte er so dunkel und erregt, dass es abfärben mochte. Dann stand er neben seinem Bruder, den Schritt auf Azuras Augenhöhe, die ihrerseits über Emmyths Mitte hockte, als wollte sie sich gleich auf den Keuschheitsgürtel niedersenken. Zuvor aber befreite sie Corax gänzlich von seinem Metallgefängnis, Der Dunkelelf streifte alles ab und schob es mit dem Fuß ein Stück durch den Sand, weg von sich. Dann drehte er sich wieder Bruder und Geliebter zu, dass die Spitze seiner Eichel Azuras Kinn spielerisch streifte. Er seufzte tief auf und wiederholte die Bewegung, bis er sich auch noch mit dem harten Schaft an ihrer Haut rieb. Das Seufzen erhielt einen brünftigen Unterton.
"Ich aaaaauch!", wimmerte Emmyth unter Azura und endlich zeigte sie Erbarmen mit ihm, wenn auch nicht in der Art wie mit dem Älteren. Sie zückte dne Phallusschlüssel und öffnete lediglich die Schamkapsel, um sie dann von seiner prallen Härte zu heben. Schon streckte sich das Ausmaß seiner Lust ihrem Schoß entgegen, fast purpurn, weil sich so viel Blut darin sammelte. Azura durfte nun aber auch erkennen, dass ein weiteres Detail Emmyth quälte, wovon sie Corax nun schon erlöst hatte. Um die Wurzel seiner Leidenschaft spannte sich ein Ring, der zusätzlich das Blut staute und sein bestes Stück vermutlich auch dann noch aufrecht erhielt, wenn er seinen besten Moment schon hinter sich hätte. Das war bereits einmal geschehen und Azura erkannte, dass sie kaum etwas unternehmen musste, um ihn bei der Stange zu halten. Emmyth war bereit und wie! Er ruckte sein Becken hoch und tauchte mit der Spitze bereits zwischen den wiechen Hautvorhang zu ihrem Heiligtum. Das bremste ihn ein wenig und auch er seufzte nun zufrieden auf. Dann stützte er sich mit den Händen ab, damit er seinen Unterleib so heben und kreisen lassen konnte, dass er immer wieder durch die nasse Furche pflügte. Sein Speer zuckte willig, denn es reichte nicht.
"Bruder", stöhnte Emmyth auf. "Ich will mehr!" Dann sah er Azura von unten aus an. Seine Augen waren leicht verengt, sein Blick verklärt. Die Rubine waren von so viel Begehren erfüllt, dass man damit rechnen musste, es flösse aus ihnen heraus, würde man sie zerschlagen. Doch Emmyth war damit nicht allein. Corax schob sich dichter an Azuras Gesicht heran, streifte nun mit seiner erregten Männlichkeit ihre Lippen. "Ich auch", stimmte er dem Bruder zu. "Zeit, dass wir unsere Herrin verwöhnen."
Plötzlich ging alles sehr schnell. Außerdem bewiesen die Faelyn-Brüder, dass sie trotz der bis vor kurzem geendeten Trennung eine mehr als harmonische Einheit bildeten. Azura konnte gar nicht sagen, wer von ihnen schneller war und wer sie letzendlich packte, aber kaum ein halb ersticktes Keuchen später fand sie sich auf allen Vieren kniend im Sand wieder und zwischen beiden Männern. Emmyth kniete ebenfalls, hinter ihr. Er rieb mit seinen Fingern an ihrer Mitte entlang, spreizte dann die Lippen dieses Mundes auseinander, um einen Blick auf den glänzenden Nektar zu werfen. Er schnupperte sogar und seufzte voller Wonne. Schon spürte sie, dass er sich für ein Eindringen positionierte.
Corax hingegen hatte es sich vor Azura bequem gemacht. Auch er kniete und rieb sein Gemächt immer wieder an ihren Wangen entlang, bis er schließlich vor ihren Lippen Halt machte. Mit einer Hand griff er in ihr Haar, zog ein wenig daran, damit sie zu ihm aufschaute. Er blickte mit so viel Verlangen auf sie nieder, dass es hochertisch und unheimlich zugleich war. "Wir lieben dich", beteuerte er ihr, ehe sie die Standhaftigkeit beider Brüder zu spüren bekam.
Azura konnte nur durch die Nase atmen, weil Corax sie sofort ausfüllte. Er trieb sich in ihren Mundraum und verharrte dort, umschlungen von ihren Lippen, während sein Scheutelpunkt keck gegen ihren Gaumen zuckte. Aber auch ihr Schoß wurde erneut eingenommen. Emmyth drängte sich so weit in sie wie es ihm möchtlich war. Auch er füllte sie gänzlich aus. "Ohja", gurrte er zufrieden und schaute Corax in die Augen. "Bruder! So verpasst du doch die ganze Aussicht."
Der Rabe runzelte die Stirn. Dann verstand er. Er ließ Azuras Haare los und zog sich von ihr zurück. Schon stieß Emmyth sich kräftig in sie hinein. Vielleicht nahm er etwas zu viel Wucht, vielleicht war es auch vollauf beabsichtigt. Jedenfalls zwang er Azura so, sich aufzubäumen und gleichzeitig nach hinten zu lehnen, dass sie einer steigenden Stute ähnlich war. Auf diese Weise präsentierte sie Corax nicht nur ihre Brüste, sondern schenkte ihm auch den Anblick einer Schönheit auf dem Schoß des Bruders. Jener hielt sie nun an ihren Wölbungen fest, knetete und zwirbelte wild, während er impuslartige Stöße in ihren Körper jagte, bei denen sie sogar noch den Metallring um seine Wurzel spüren konnte, wie er sich kalt jedes Mal von neuem an ihre Haut presste.
Emmyth nahm sie und wie er sie nahm! Er hielt sich nun nicht mehr zurück, sondern rammte sich immer wieder in ihren Leib. Seine Bewegungen waren dieses Mal nicht so ungestüm, weil er Kraft aufbringen musste, sie zu halten, aber das war eine Verbesserung. Dadurch ging es nicht allzu schnell vonstatten. Corax schaute den beiden lang genug zu, bis der kleine Bruder seinen Rhythmus gefunden hatte. Dann erhob er sich und postierte sich breitbeinig vor Azura. Emmyt ließ ihre linke Brust los, um an ihren Haaren zu ziehen und ihr Gesicht so in Position für den Älteren zu bringen. Corax löste ihn ab. Er ergriff Azuras Gesicht, legte beide Hände um ihre Wangen. Er schaute auf sie herab. Dann sucht auch er sich einen Weg in ihren Körper, wobei er sanfter vorging als Emmyth. Das hielt er aber nicht allzu lang durch.
Azura hatte mit beiden Brüdern ihr Machtspielchen gespielt und sie dadurch angestachelt, bis ihre Lust alle Ketten sprengte. Nun durfte sie die Konsequenzen erfahren, denn weder Corax noch Emmyth hielten sich jetzt noch zurück. Solange sie nicht signalisierte, dass es ihr unangenehm wurde, machten sie weiter. Sie eroberten ihren Körper immer wieder auf's Neue, trieben ihre mächtigen Pfähle in sie hinein und rieben ihr Innerstes, bis sich alles überempfindlich anfühlte und drohte, ihr den Verstand zu rauben. Dabei achteten sie aufeinander. Der Ring um Emmyths bestes Stück konditionierte ihn, so dass er auch dann noch durchielt, als die beiden anderen sich dem Rand ihrer persönlichen Klippen näherten. Corax heftete sich dabei unverändert an Azuras Blick. Seine Augen verkündeten ihr, dass er nur mit ihr gemeinsam über diesen Rand springen würde und auch Emmyth bemühte sich, etwa zeitgleich seine Ekstase zu durchleben. Er schaffte es nicht ganz und entlud all seine Lust verzögert in Azuras Körper. Dafür verpasst er ihr reflexartig einen Klaps auf den Hintern, als sich in ihr ergoss. Sie musste aufpassen, sich nicht an Corax zu verschlucken, der ihr seinerseits eine stattliche Portion von sich schenkte.
Nach diesem gemeinsamen Höhepunkt ließen die Dunkelelfen so weit von ihr ab, dass sie zu dritt in den Sand sanken. Wenn Azura aber glaubte, es wäre nun geschafft, irrte sie sich. "Plärte tauschen", keuchte Corax zwischen schwerer Atmung. Er rollte Azura auf den Rücken und beugte sich über sie. Dann kam Emmyth herbeigekrabbelt um sich so neben ihr Gesicht zu setzen, dass sie nur den Kopf zu drehen brauchte, um es sich und ihm schön zu bereiten. Corax aber war schon wieder starklar und schob sich in Azuras Leib. Wenig später war auch ihr Mundraum wieder ausgefüllt und so ging es weiter.
Die Faelyn-Brüder eroberten die Tochter der van Ikaris ein um's andere Mal. Sie wechselten einnander ab, gönnten sich nur kleine Pausen und probierten gar verschiedene Positionen aus. Je länger Azura die Freuden dieses Liebesspiels erlebte, desto leichter fiel es ihr, die Liebhaber in sich aufzunehmen und so kam es, dass sich Corax und Emmyth irgendwann sogar gleichzeitig in ihren Schoß drängten. Das Gefühl war unbeschreiblich, auch für die Männer. Sie erreichen ihren Höhepunkt bei diesem Versuch schneller und zusammen mit den Meeresfluten, welche bereits ihre ausgesuchte Stelle am Strand erreichten. Das salzige Nass kühlte ihre erhitzten Körper etwas ab, regte aber auch dazu an, es in Venthas Rhythmus ein weiteres Mal zu tun.
Doch irgendwann war jedes Fleisch erschöpft, so dass Emmyth Corax und Azura nach ihrem jüngsten Orgasmus in einem Haufen aus salzfeuchter Leiber übereinander lagen. Alles roch nach ihrer Lust. Der Himmel hatte die Farbe von schwarzem Samt angenommen und sich mit funkelnden Diamanten geschmückt. Corax und Emmyth hielten Azura zwischen sich in ihren Armen, dass sie nicht fror. Die Brüder schauten einander an, während das Rauschen des Meeres ihre Stimmen dämpfte.
"Schläft sie schon?", säuselte Emmyth in einer Mischung aus dem Nachhall des Erlebten und befriedigter Ershcöpfung, die die Glieder schwer und den Körper müde werden ließ. Corax zuckte nur mit den Schultern. Er war zu kaum mehr noch imstande. "Du hast dein Glück gefunden, Bruder", bemerkte der Jüngere, als er ins Lerium wechselte. Corax musterte ihn mit warmem Blick und einem Lächeln. Er nickte träge, aber aufrichtig. "Wäre es nicht an der Zeit, auch ihr das Glück wiederzugeben?"
"Du meinst...?"
, fragte Corax nun ebenfalls in Lerium. Emmyth nickte. "Erst ausruhen", erwiderte der Ältere und schloss die Augen. Daraufhin tat Emmyth es ihm gleich, schmiegte sich enger an Azura, damit er sie ganz weich und warm halten konnte. Er seufzte noch einmal zufrieden. Doch sollte nur er es sein, der die Andunierin noch hielt, als auch sie aus einem befriedigten Erschöpfungsschlaf erwachte. Fort waren der Strand, das Meer. Nur noch die Nacht und ihre nackten Körper waren ihnen geblieben, aber einer fehlte. Azura wurde nur noch vom Jüngeren er beiden Faelyns gehalten. Gemeinsam lagen sie auf dem Sofa, wobei sie halb auf ihm ruhte, eine Decke über beide gelegt. Im Kamin war das Feuer bis auf einen letzten Scheit heruntergebrannt, spendete aber noch genug Wärme, um den Raum damit zu füllen. Trotzdem drang eine frische Brise an Azuras Wange. Es war die Nachtluft und sie kam durch das geöffnete Fenster, brachte die Vorhänge seicht in Wallung und trug die Stille einer andunischen Nacht hinein. Eine Stille, die von typischen Stadtgeräuschen begleitet wurde und somit niemals gänzlich stumm war. Aber in dieser Kulisse fehlte ein einzelne Ton. Der Rabe fehlte. Er sang nicht mehr mit in dem Stück, das die andunische Nacht in in den Raum trug.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Freitag 26. Juli 2024, 16:50

Es hatte definitiv seinen Reiz, das Sagen zu haben, die Macht auszuüben, sowohl über Emmyth, als auch über Corax. Nur bei letzterem musste und wollte sie vorsichtig sein, denn sie hatte keine Ahnung, wo genau die Grenze für ihn zwischen Lust und Zwang wäre. Schon in den heißen Quellen hatte sie diese ungewollt überschritten, was am Ende zu einem Desaster geführt hatte. Das war damals für sie unverständlich und frustrierend gewesen. Jetzt jedoch wollte sie ihm gar kein Leid zufügen und wusste auch über viel mehr aus seiner Vergangenheit Bescheid.
Dementsprechend konnte sie sich nicht völlig in die Rolle fallen lassen und die Maske stets wahren. Ein Glück, dass der Jüngere bereits so gierig vor lauter Leidenschaft war, dass er ihre kleinen Patzer gar nicht bemerkte. Aber ihr war es wichtig, seinem Bruder zu verdeutlichen, dass sie nicht auf ihn vergaß, nur, weil er ihr diese neue Rolle ermöglicht hatte.
Recht bald schon schuf sie eine Gelegenheit dazu, indem sie es sich auf seinem Schoß gemütlich machte und sich seinem Ohr widmete, dem sie leicht etwas zuraunen konnte. Kaum hatten die Worte ihre Lippen verlassen, knabberte sie an seinem Ohrläppchen, um für Emmyth das Ganze zu tarnen, weil sie nicht wusste, wie viel er über den Älteren erfahren sollte. Trotzdem spürte sie seine Kopfbewegung und linste zu ihm hoch. Seinen Blick konnte sie nicht deuten und sie beschlich die Sorge, dass sie es falsch gemacht hatte.
Solange, bis er grinste und ihr eine für ihn typische Erwiderung gab, die auch ihr einen schelmischen Ausdruck auf die Lippen zauberte. "Oh, du willst nicht wissen, wofür ich dich alles halte, mein dunkler Prinz!", schnurrte sie dicht an seinem Ohr.
Als er nickte, ließ sie von ihm ab und wollte sich schon wieder erheben, als er noch etwas nachsetzte, das sie innehalten ließ. Dann musste sie kurz lachen. "Ich und verrucht? Du meinst eher, du willst wissen, inwieweit du mich schon verdorben hast!", konterte sie und zeigte beiden Männern daraufhin, wonach ihr jetzt der Sinn stand.
Die Wirkung war... unbeschreiblich und zugleich machte der Jüngere es ihr viel zu leicht in seiner Leidenschaft. Schon ging er über, obwohl sie noch kaum etwas getan hatte. Doch ehe sie darüber hätte enttäuscht sein können, war es Corax, der dank seiner Erfahrung ahnte, was zu tun war. Und obwohl sie das Sagen hatte, nahm sie seinen Rat an und wollte sich dem fügen, einfach, weil es auch in ihrem Schoß vor Verlangen nur so brannte.
Trotzdem erlöste sie Emmyth nicht sofort, sondern nahm die Gelegenheit wahr, dessen Bruder noch zu necken. Seine Reaktion und sein Hinweis auf seinen Wunsch hinterließen in ihr ein mulmiges Gefühl. Bis vor kurzem hatte sie keine wirkliche Vorstellung davon, dass diese Spielart auch gewollt sein und Freuden bereiten könnte.
Zum Glück erinnerte sie sich im Moment nicht an den Anblick ihres Raben als kleinen Jungen auf dem Schiff, dessen Gang steif gewesen war aufgrund von genau solch einer Spielart, ein Verhalten, das sie als Ergebnis gar nicht damit in Verbindung hätte bringen können. Im Gegensatz zu der Sarmaerin, die wohl schon derartige Erfahrungen gemacht, sie mit ihr jedoch nicht geteilt hatte. Stattdessen war sie von sich aus lediglich unsicher und scheute sich davor.
Allerdings wollte und konnte sie Corax vertrauen. Nicht nur, weil er so viel Erfahrung besaß, sondern auch, weil er ein ums andere Mal gezeigt hatte, wie behutsam und beherrscht er trotz aller Lust mit ihr umzugehen wusste. Also gab sie sich einen Ruck und wollte ihm diesen Wunsch erfüllen.
Doch anstatt ihm damit eine Freude zu machen, schien anderes in ihm vorzugehen. So schluckte sie schwer, als er sich zu ihr beugte, ihr einen Kuss auf die Wange gab. "Nur... wir zwei...?", wisperte sie und suchte noch einmal seinen Blick, um ihm ein feines, dankbares Lächeln zu schenken.
Dann war er schon wieder ganz bei der Sache, lenkte sie ab und machte es ihr leicht, die Angelegenheit erst einmal zu verdrängen. Auch, weil Emmyth nun wieder etwas Aufmerksamkeit verdient hatte, wenngleich bestimmt nicht so, wie er es sich vorstellte. Als hätte ihn etwas gestochen, war er schnell von ihr herunten und legte sich gehorsam in den Sand, wie sie es von ihm gewollt hatte.
Während auch sie sich erhob, konnte sie seine Worte hören und musste ihre Augenbrauen einfach tadelnd heben, während das Schmunzeln sich nur schwer unterdrücken ließ. Corax war ebenfalls amüsiert, wie sein Tonfall verriet. Sie indes glitt geschmeidig in die Hocke und verpasste Emmyth einen tadelnden Klaps mit den Fingerspitzen gegen den Brustkorb. "Mir scheint, in deiner Erziehung wurde nicht ausreichend auf galante Wortwahl geachtet.", bemerkte sie und bewegte ihre Hüfte ein wenig, als müsse sie es sich so wenige Zentimeter über seinem gefangenen Speer erst gemütlich machen.
Sein gequältes Stöhnen war ihre Belohnung, sodass sie sich auch ihrem Raben widmen konnte, der ebenfalls zu ihr kommen sollte. Allein sein Raunen ließ sie wohlig schaudern und ihm einen dunklen Blick zuwerfen, der deutlich zeigte, wie bereit sie dazu war, ihre Rolle aufzugeben und sie beide zu befreien, damit die Brüder über sie herfallen könnten. Aber noch konnte sie sich ein wenig beherrschen und schloss zuerst lediglich Corax auf. "Für deine Beherrschung.", lobte sie ihn und tätschelte seine Kehrseite, während er sich von dem Gürtel endgültig befreite.
Kaum wandte er sich ihr wieder zu, streifte er ihr Kinn, anstatt direkt den Weg in ihren Mund zu finden. Sie schnaubte leicht amüsiert direkt auf seinen Speer, als er diese Berührung wiederholte, die ihm schon zu genügen schien. Schon wimmerte Emmyth unter ihr und beinahe hätte sie ihn demonstrativ eingesperrt gelassen.
Bis ihr die Möglichkeit einfiel, die ihr Rabe ihr am Anfang geboten hatte. So öffnete sie zwar das eine Schloss, den Rest jedoch musste er weiter tragen. Nichtsdestotrotz stand er absolut stramm und bereit, ihren Schoß zu erobern. Kurz war sie versucht, sich ihm zu entziehen und ihm höchstens eine Fingerspitze zu gewähren. Dann jedoch fiel ihr Blick auf seine Mächtigkeit und sie konnte gar nicht anders, als ihn zwischen ihren Beinen spüren zu wollen.
So konnte er sie auch erreichen, als er unvermittelt mit seinem Becken hochkam und sie seine pulsierende Spitze zu fühlen kam. Genüsslich stöhnte sie auf, verdrehte die Augen und legte die Hände auf ihre eigenen Knie, um irgendwo Halt zu finden. Wäre Corax nicht direkt vor ihrem Gesicht gewesen, sie hätte wohl der Versuchung nachgegeben und den Kopf in den Nacken gelegt.
Stattdessen sog sie seinen männlichen Duft ein und blies ihren Atem warm gegen seine Spitze. Während sie noch auf diese Weise spielen und reizen wollte, während in ihrem Schoß alles wie Feuer zu brennen schien, weil Emmyth sie auf diese herrliche Weise stimulierte, da sprachen sich die Brüder mal wieder miteinander ab und sie war nicht fähig dazu, rechtzeitig zu reagieren. Das war der Moment, in dem sie ihre Rolle mehr oder weniger verlor, denn mit einem Mal übernahmen die Männer das Ruder und konnten von nun an mit ihr tun, was sie wollten.
Azura kam nicht einmal dazu, sich zu wehren, denn ihr Verstand wurde ihr sehr schnell ausgetrieben, im wahrsten Sinne des Wortes, und das gleich von zwei verschiedenen Seiten. Sie keuchte auf bei dem Schwung, dem ihr Körper folgen musste, zu mehr kam sie nicht mehr. Hinter ihr war es nicht sofort der dunkle, pochende Speer, der sie eroberte, sondern vorwitzige Finger, die an ihr rieben und ihr erregte Laute entlockten.
Vor ihr dagegen gab es einen entschiedenen Griff ins Haar, der ihren Kopf in die Höhe zwang. Mit vor Lust dunklen Augen sah sie an dem Prachtexemplar von Mann hoch, der ihr Herz zum Schlagen, ihre Knie zum Erzittern und ihren Schoß zum Explodieren brachte. Sein Blick hingegen ließ die Welt einen Moment lang stillstehen.
Dann erklangen seine Worte und ohne darüber nachdenken zu können, öffnete sie ihren Mund und wollte etwas erwidern. Dazu kam sie indes nicht, denn kaum gab es diesen Spalt zwischen ihren Lippen, drängte Corax sich bereits hinein und brachte sie damit effektiv zum Schweigen. Und als auch keinen Wimpernschlag später, Emmyth in sie drang, war auch die letzte klare Silbe aus ihrem Verstand verpufft.
Was folgte, war die reinste Orgie für Azura. Zwar konnte sie noch ein Wimmern ausstoßen, als sich ihr Rabe viel zu schnell wieder zurück zog, ehe sie noch richtig daran hätte saugen und ihm Wohlgefühle bescheren können. Aber er ließ ihren Mund nicht lange verwaist, denn Emmyth sorgte mit einem kräftigen Stoß dafür, dass sie in eine für die Zwei gewünschtere Position sich aufbäumte. Sie japste nach Luft und kam kaum dazu, als sie schon wieder von beiden ausgefüllt wurde.
Das war das letzte, was sie wirklich klar wahrnehmen und bewusst begreifen konnte, bevor sie zu nichts anderem als willigem, pulsierendem Fleisch wurde. Unter Corax' Führung, bei der sie sicher sein konnte und wollte, dass ihr dadurch kein Leid geschehen würde, ließ sie sich vollends fallen und alles mit sich machen, was die Brüder wollten und wie sie es wollten. Dabei konnten sie mal sanft, mal wild, mal grober, mal zärtlicher mit ihr umgehen, sie sträubte sich nicht und sobald etwas unangenehm war, schienen ihre körperlichen Signale auszureichen, um ihren Raben mäßigend auf den Bruder wirken zu lassen. Es war ein wahrer Rausch und recht bald wusste sie nicht mehr, wo ihr eigener Körper aufhörte und die anderen anfingen, ob ein Höhepunkt gerade heranzurollen begann oder schon wieder abebbte, von der Anzahl ganz zu schweigen.
Und dennoch, irgendwann verrauchte auch die letzte Kraft, war der letzte Tropfen vergossen, bis sie, umschlungen von den Dunklen, keuchend, schwitzend und vor Schwäche zitternd zum Erliegen kam. Sie war wohlig wund zwischen ihren Beinen und an ihren Brüsten, war an vielen Stellen ihres Körpers mit Lippen, Zähnen und Nägeln markiert worden und hatte so viel Flüssigkeit in sich aufgenommen, dass es mit einem See vergleichbar wäre. Sie bräuchte definitiv noch einmal ein ausgiebiges Bad, um sich zu reinigen, keine Frage. Aber... nicht jetzt, nicht hier und... vielleicht auch nicht unbedingt mit ihrer derzeitigen Gesellschaft, wenn sie danach tatsächlich sauber sein wollte.
Herrlich erschöpft und ausgelaugt, schmiegte sie sich lächelnd in den schützenden Kokon, den die Brüder mit ihren verschwitzten Leibern für sie bildeten. Ihr fielen wahrlich die Augen zu und rasch tauchte sie immer tiefer Manthalas Reich entgegen. Dass sie noch nicht völlig in den Tiefschlaf versunken war, zeigte sich, als Emmyths leise gesäuselte Frage eine Reaktion bei ihr hervorrief.
Woher auch immer ihr Körper die Kraft nahm, sie schaffte es, ihr Bein anzuheben und über die Hüfte des Jüngeren zu legen. Zeitgleich schnappte sie sich den Arm des Älteren und zog entschlossen daran, als wäre er eine Decke, die von ihr herabgerutscht war. Die dunkle, feste Gliedmaße fand ihren Platz zwischen ihren Brüsten, eng umfangen von ihren eigenen Armen und die Hand im Endeffekt unter ihrer Wange wie ein Kissen. Als sie in dieser für sie perfekten, bequemen Position lag, gab sie ein wohliges Schmatzen und Seufzen von sich und schien nun wirklich zufrieden zu sein. Denn das danach folgende, kurze Gespräch entlockte ihr ansonsten keine weitere Reaktion mehr, während ihr Atmen tief und gleichmäßig war.
Sie war absolut ausgelaugt und erschöpft, sodass ihr Geist keinen noch so winzigen Pfad in die Traumwelt selbst finden konnte. Es war ein tiefer, erschöpfter Schlaf, aus dem sie kaum erwacht wäre, wenn die Decke nicht verrutscht wäre. Kühle Nachtluft erreichte ihren bloßen Rücken und ließ sie frösteln.
Mit geschlossenen Augen tastete sie hinter sich und zog an dem Stoff. Doch kaum war ihr dadurch warm genug, merkte sie, dass sie schon zu lange auf dem einen Arm lag. Mit weiterhin geschlossenen Augen drehte sie sich in der Umarmung auf die andere Seite, ruckelte ein wenig herum, rieb sich mit ihrem Po an der ausgelaugten, dunklen Hüfte und knüllte einen Teil der Decke zusammen, um sie wie zuvor den Arm zwischen ihren Brüsten einzuzwängen und an sich zu drücken.
Dennoch fand sie nicht sofort wieder in den Schlaf zurück, denn irgendwie... fehlte etwas? Schon drehte sie sich wieder um und schmiegte sich lieber mit dem Gesicht an den warmen Körper neben sich, sog den Duft in sich ein, seufzte wohlig... und stutzte. Ihr noch schlaftrunkenes Gehirn brauchte seine Zeit, um den Faden zu fassen zu bekommen, der sie aufgeschreckt hatte. Die Haut roch vertraut, sie nahm Schweiß und auch einige Noten von sich selbst wahr, Männlichkeit und... Duftwasser, ein Geruch, der zwar nicht unangenehm war, aber irgendwie...
Erinnerungen an den Strand wurden wach und ließen sie wohlig erschauern, ohne tatsächliche neue Leidenschaft entfachen zu können, denn dazu war sie viel zu befriedigt und weiterhin zu ausgelaugt. Aber sie war sich sicher, dass sie dort in den Armen von beiden Brüdern eingeschlafen war. Wieso also...?
Blinzelnd hob sie langsam ihre Lider an und schloss sie sofort wieder, um sich mit dem Handrücken darüber zu reiben. Bildete sie sich das ein oder war noch ein Hauch der Illusion in Form von salzigem Meeresgeruch auf ihrer Haut? Tief sog sie ihn ein und entspannte sich etwas.
Jedoch war an Schlaf erst einmal nicht zu denken, denn nun bekam sie Durst. So quälte Azura sich in eine sitzende Position und nahm dabei die Decke mit sich, mit der sie instinktiv ihre Blöße bedecken wollte. Nun schaffte sie es auch, ihre Augen gänzlich zu öffnen.
Ihr Blick ging zuerst schräg hinter sich, wo Emmyth lag, den sie an seinem Duft erkannt hatte, und vollkommen ausgelaugt vor sich hin sabberte im Schlaf. Unwillkürlich musste sie grinsen bei dem Anblick, der ihn beinahe so niedlich aussehen ließ wie seinen älteren Bruder. Und genau den wollte sie jetzt auch sehen, nachdem er nicht mehr bei ihnen lag. Wahrscheinlich, weil er sich nicht ausreichend hatte breit machen können auf dem Sofa.
Mit diesem Gedanken sah sie sich in dem Salon um. Das Lächeln allerdings zerfaserte immer mehr und erlosch schließlich, als sie begreifen musste, dass er nicht hier war, denn ihre Augen waren längst an das schwache Licht gewöhnt und kein Schatten bewegte sich. Aber... wieso? Wo war er hin? Warum hatte er sie nicht geweckt?
"Emmyth...?", fragte sie noch leise und spürte ihr Herz schwer werden, als sie das offene Fenster entdeckte. Angst wollte in ihr hochkriechen, obwohl ein Teil von ihr wusste, dass sie dazu neigte, überzureagieren. Corax hätte keinen Grund einfach zu verschwinden, absolut nicht! Jedoch... was, wenn schon...?
Sie sah zurück zu dem jüngeren Faelyn und piekste ihn in die Seite. "Hey, wach auf!", verlangte sie und seufzte leidend, weil er noch immer nicht reagierte.
Also sah sie sich zu drastischeren Methoden gezwungen. Obwohl jeder einzelne Muskel in ihrem Körper gegen so viel Bewegung protestierte, zog sie Emmyth die Decke weg, quälte sich selbst in die Höhe und wickelte sich, in Ermangelung passendere Kleidung, in den Stoff fest ein. "Emmyth, du Schnarchnase, wach auf! Corax ist nicht hier!", klagte sie ihr Leid mit schon energischer werdender Stimme.
Doch dann verließ sie trotzdem wieder die Kraft, denn die kleine Orgie war einfach viel zu anstrengend gewesen, um nach derart kurzer Zeit bereits wieder regeneriert zu sein. Mit einer Mischung aus Seufzen und Schluchzen sank sie zurück aufs Sofa und ließ Kopf wie Schultern hängen. "Was hast du ihm gestern Nachmittag gesagt?", flüsterte sie und spürte, dass dies ihre größte Sorge war.
Dass der Jüngere den Älteren auf eine Weise bequatscht hatte, die für dessen Verschwinden gesorgt hatte. Dass Corax glauben könnte, er müsste seinen gerade erst zurück gefundenen Platz aufgeben... Dabei hatte er erst vor wenigen Stunden gemeint, sie beide könnten heiraten! Sie phantasierte bestimmt, vielleicht wollte er nur aufmerksam sein und ihnen allen etwas zu trinken holen. Ja, das musste es sein, bestimmt war es so! Oder etwas zu essen, das wäre auch nicht verkehrt...
Nur, wieso machte sie sich dann solche Sorgen? Und warum hatte er damit nicht warten können, um ebenfalls etwas länger zu schlafen und sich zu erholen? Schließlich hatte besonders er vorhin so viel geleistet mit dieser traumhaften Umgebung...
"Emmyth, jetzt sag schon was!", verlangte sie nuschelnd und zog die Decke noch etwas enger, weil es sie fröstelte, während ihr Blick beunruhigt zu dem offenen Fenster wanderte.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Samstag 27. Juli 2024, 20:06

So schön das Gefühl tiefenentspannter Befriedigung auch war, irgendwann ließ es nach. Der vor lustvoller Aktivitäten beanspruchte Körper erholte sich. Die Betäubung zahlreicher Muskeln, die nach der Esktase friedliche Weichheit gefunden hatten, meldeten sich nun erneut zu Wort. Azura würde einen leichten Muskelkater verspüren, je weiter ihr Geist die Grenze zwischen Schlaf und Wachsein hinter sich ließ. Ihr Rücken fröstelte, zusammen mit ihrer blanken Kehrseite. Das ließ sie stutzen, auch wenn es dauerte, bis dieser Zustand ihren Verstand erreichte. Denn sie war schließlich halb auf dem erschöpften Emmyth eingeschlafen, mit ihrem Raben als Ummantelung ihres Körpers. Er fehlte nun und die Erkenntnis holte sie endlich in die Realität zurück.
Die Nachwirkungen des Erlebten hingen an ihrem Körper, ebenso wie einige Rückstände von Corax' Illusion. Sand zierte an wenigen Stellen ihre Haut, klebte dort in einer Mischung aus Schweiß, Liebessäften und der Feuchtigkeit des Meeres an ihr. Später beim Reinigen würde sie gewiss noch reichlich Sand vorfinden. Erotik am Strand hatte ihn immer zur Folge und zwar in den unmöglichsten Ritzen. Solange er aber nicht knirschte, konnte sie ihn getrost erst einmal ignorieren. Was sich nicht weiter ausblenden ließ, war die Gewissheit, dass sich nur noch einer der nackten Männerleiber in ihrer Nähe befand. Zwar duftete Emmyth ungemein anregend in seiner Mischung aus kerniger Männlichkeit und dem Hauch seines Duftwassers, aber ihr fehlte eine ganz andere Note. Eine, die das Düsteres besaß, das sie so sehr schätzte und dem sie regelmäßig wieder verfiel. Wo steckte Corax?
Langsam richtete Azura sich auf. So konnte sie sich vergewissern, dass es wirklich Emmyth war, der mit ihr auf dem Sofa lag. Er schlummerte friedlich, eine glänzende Spur an seinen Mundwinkeln. Ob es sich wirklich um Speichel handelte oder zeigte sich der Beweis, dass auch er mit der Zunge umzugehen wusste? Oh, er hatte viel gelernt und einiges ausgebaut in der letzten Nacht. Wenn es nach Azura ginge war es aber sicherlich noch nicht genug. Sie würde kräftig mit ihm üben, doch nicht jetzt. Ihr Körper war vom Scheitel bis zur Sohle befriedigt. Das durfte eine Zeit lang anhalten, in der sie nach ihrem Raben Ausschau halten konnte. Er befand sich wirklich nicht in ihrer Nähe, soweit sie es ausmachen konnte.
Sie befand sich wieder im Salon des Anwesens, das die Faelyns in Andunie für sich beansprucht hatten. Durch ein offenes Fenster drang kühle Nachtluft, aber das hellere Grau hinter den Häuserschluchten in der Ferne künderte bereits die baldige Dämmerung an. Es war still. Um diese Zeit trieben sich nicht einmal mehr betrunkene Seelen umher, die für den Weg von Hafenkneipe nach Hause einfach länger brauchten. Nein, jetzt waren maximal noch kleine Patrouillen von Nachtwächtern unterwegs, sowie jene armen Gesellen, die mit glockenförmigen Trichtern an langen Stangen durch die Straßen zogen, um die Kerzen der Laternen zu löschen und so die städtischen Kosten für Wachs geringer hielten. Ihre Schicht wäre bald vorbei, dann bräche ein neuer Morgen an und mit ihm würde es wieder lauter in der Stadt werden. Jetzt aber lag Andunie in friedlichem Schlummer. Nur das ferne Rauschen des Meeres drang wie Venthas sanfte Atmung zu ihnen herüber. Es brachte eine Frische, die Azura schnell die Müdigkeit vertrieb. Dies und die wachsende Sorge um ihren Raben. Er würde sie und Emmyth doch nicht einfach so zurücklassen! Dreist genug, sich einen anderen Schlafplatz zu suchen wäre er allemal. Er wollte es eben bequem haben, aber dann hätte er sich einen Schlafplatz hier im Salon gesucht. Notfalls wäre die nächste Illusion gefolgt, aber vielleicht war er aktuell nicht dazu in der Lage. Azura und Emmyth hatten ihn ordentlich gefordert. Ohja, Corax war mehr als einmal in ihr gekommen! Das fühlte sie nun auch schon beim Aufrichten. Die Verlagerung ihres Körpers ließ den Bereich zwischen ihren Schenkeln schnell geschmeidig werden, als hätte ihr jemand cremiges Öl in den Schoß gekippt. Schon tropfte der Inhalt ihres Leibes auf die Sofapolsterung, hinterließ weißlich schimmernde Flecken. Sie war randvoll mit Corax' und Emmyths Leidenschaft, aber jetzt floss es langsam aus ihr heraus. Sie konnte den Duft deutlich wahrnehmen. Er machte auf anregende Weise benommen. Ihre wachsende Sorge um Corax' Verbleib konnte er jedoch nicht hinfort wischen. Wo steckte ihr Liebhaber?
Noch einmal schaute Azura sich im Raum um. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die vorherrschende Helligkeit. Das Kaminfeuer war noch nicht ganz erloschen, kämpfte gegen die Nachtbrise vom Fenster aus an, ließ Azura dafür aber mehr als nur graue Konturen erkennen. Ihr Blick wanderte das Mobiliar ab. Alles lag friedlich da. Keine Spur von Corax. Er schlief auf nicht unter dem Tisch oder auf dem Teppich vor dem Kamin.
In ihrer aufsteigenden Unsicherheit rüttelte Azura an Emmyth, versuchte, ihn zu wecken. So leicht fiel es nicht und es benötigte mehr als einen Versuch, bis er sich endlich rührte. Zunächst kam nur ein Schmatzen von ihm, gefolgt von einem Gähnen. Dann schlug er endlich die Augen auf. Er besaß die Rubine seines Bruders. Sie blickten verwirrt drein, bis sie sich auf Azura fokussierten. Ein geradezu dümmliches Lächeln breitete sich auf seinen Zügen aus und er seufzte, als er sich an die letzte Nacht erinnerte - jene, in der er seine Unschuld verloren hatte und das mehr als einmal.
"Emmyth, du Schnarchnase, wach auf!"
"Bin wach, bin doch wach." Er räkelte sich etwas. "Wach und bereit für mehr."
"Corax ist nicht hier!"
Nun war der jüngere Faelyn hellwach. Er richtete sich schlagartig auf. Etwas zu schnell, denn schon griff er sich an die Stirn und musste einen Moment warten, bis der Taumel nachließ. Als es besser wurde, schaute er Azura fragend an. "Nicht hier? Er ... kann noch gehen? Aber wo ist er?" Sein Blick wanderte durch das Zimmer. Natürlich konnte auch er seinen Bruder nirgends ausmachen. "Könnte es etwa möglich sein...?", murmelte er und da die Worte eher laute Gedanken waren, bemerkte er den Sprung in seine Muttersprache gar nicht. Er setzte sich auf und rutschte neben Azura. Dass er splitterfasernackt war, kümmerte ihn nicht. Sie hatte ihn letzte Nacht reichlich gesehen und gespürt. Es gab keine physischen Geheimnisse mehr zwischen ihnen. Der Nachtwind aber ließ ihn frösteln und zeigte der Andunierin eine natürliche Reaktion männlicher Genitalien auf Kälte. Sofort schob sich der Dunkelef dichter, zupfte galant an ihrer Decke. "Lass mich wenigstens mit drunter, es ist kühl. Vielleicht holt mein Bruder nur mehr Decken, weil er auch fror."
"Was hast du ihm gestern Nachmittag gesagt?", fragte Azura plötzlich und brachte Emmyth damit kurz aus dem Takt. Er ließ den freigelegten Zipfel der Decke los, runzelte die Stirn und musterte die Frau neben sich. Dann bemerkte sie, wie sich sein Blick senkte. Er horchte in sich hinein, rief den vorherigen Tag ab und offenbar auch Gespräche mit seinem Bruder. Schließlich hob er die Schultern an. "Allzu viel habe ich ihm nicht erzählt. Eigentlich war es umgekehrt. Er ließ mich an seiner Freude teilhaben, eine richtige Familie zu haben. Er plapperte richtig, erzählte mir Dinge über unseren Vater, die ich noch detaillierter wusste als er - eben, weil ich mehr Zeit mit dem alten Mann verbracht habe, mein Leben lang. Das einzige, was ich so sagte, waren kleine Ergänzungen zu unserer Familie, ihrem Werdegang und ... unserer Mutter. Jedenfalls erzählte ich das, was ich selbst von Vater erfahren habe. Corax hing gebannt an meinen Lippen, aber er wirkte ...", Emmyth schaute Azura mit einer Bewunderung an, die eigentlich dem Bruder galt. "... glücklich. Ich glaube, ich habe nie zuvor einen Dunkelelfen so voller Glück gesehen. Fast war mir, dass er strahlte, also wirklich strahlte! Seine Haut wirkte etwas heller, sein Haar glänzte weiß, aber vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet." Er winkte ab, schüttelte den Kopf. "Ich habe ihm nichts erzählt, das ihm Grund gäbe, zu verschwinden. Er kommt sicher ba-" Plötzlich stockte Emmyth. Seine Augen wurden groß. Schließlich korrigierte er sich: "Ich habe ihm ... gestern Nachmittag nichts in diese Richtung erzählt, aber letzte Nacht, bevor wir einschliefen. Ohweh, er wird doch nicht...!" Emmyth erhob sich, die Hände in die Hüften gestämmt und erneut seine Nacktheit vergessend.
Schließlich drehte er sich mit entschuldigender Miene zu Azura um. In seinen Augen stand eine ähnliche Sorge wie er sie auf ihrem Antlitz erkennen konnte. "Es war ... nicht so gemeint. Ich erinnerte ihn an sein Glück, das nun nur noch mehr gewachsen war - durch uns ... aber auch durch seine Familie. 'Du hast endlich dein Glück gefunden und du hast deinen Vater gefunden', sagte ich ihm. Dann habe ich zu dir geschaut und angefügt, dass es nun Zeit wäre, auch dich glücklich zu machen. Ich... oh, holde Azura!" Emmyth machte einen Schritt auf sie zu, die Hände hilflos in der Luft. Er begriff vermutlich eher als sie. "Ich meinte damit, dass ihr meine Unterstützung haben würdet, deinen Vater zu finden und zu retten. Vater hatte schließlich nichts davon kommentiert, aber ich wollte ... oh, er wird es doch nicht so aufgefasst haben, dass er ... allein...?!" Emmyth griff sich in den schwarzen Schopf, riss den Kopf zurück und stöhnte. "Das kann nicht sein Ernst sein! Es ist viel zu gefährlich, selbst für einen Dunkelelfen, Kosral ist Militärstützpunkt und Knoten für Verstärkung sämtlicher Armeen, die Celcia erobern sollen. Selbst wenn er hinein kommt, ohne einen gut durchdachten Plan und Hilfe ... oh, Azura, sag mir, dass mein großer Bruder nicht ein solcher Volltrottel ist!"
Was immer Azura dazu würde erwidern wollen, sie entdeckte nun wohl die bloße Gewissheit. Ein flüchtiger Blick auf den Tisch bei der Sofagarnitur offenbarte ihr eine Rabenfeder. Sie war länger und fransiger als jene, die sie sie zur Zierde ins Haar gesteckt hatte. Es konnte also nicht diejenige sein, die Azura aufgeklaubt hatte. Unter der Feder lag ein Stück Papier. Es fanden sich nur wenige Worte darauf, aber sie stachen selbst im vorherrschenden Zwielicht direkt ins Auge:


Ich finde und hole ihn, damit du endlich glücklich sein kannst.
Schriftrolle Fuss

Er hatte seine Nachricht nicht einmal unterschrieben und die Worte wirkten hektisch verfasst. Corax musste sofort aufgebrochen sein, nachdem er die Notiz geschrieben hatte. Emmyth entdeckte sie nun auch, starrte kurz auf die Worte und eilte dann zur Tür. Erneut stockte er, blieb stehen. Dann packte er nach dem Griff und rüttelte an der Salontür. "Der Riegel liegt vor. Wie konnte er den Raum verla... ist er aus dem Fenster gesprungen?! Warum?!" Der rote Blick wanderte zum offenen Fenster, als könnte Corax sich dort nun zeigen und keck verkünden, dass es nur ein Scherz gewesen war. Doch nichts geschah. Er war längst nicht mehr hier. Sein Ziel schien allerdings klar zu sein: Er wollte nichts sehnlicher als Azura glücklich zu machen.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Samstag 27. Juli 2024, 22:49

Anfangs war noch viel zu schlaftrunken und bewegte sich zu wenig, als dass sich ihre beanspruchten Muskeln deutlich zu Wort hätten melden können. Sie fühlte lediglich dieses herrliche Wundsein zwischen ihren Schenkeln, ihren gefüllten Magen und ihre nachhallende entspannte Befriedigung, als ihr Geist aus Manthalas Reich emporschwebte. Auch, als sie sich die Decke enger um den Körper zog und sich eine neue, bequeme Position suchen wollte, war es nicht ausreichend, um ihren Leib protestieren zu lassen.
Erst, als sie sich, immer wacher werdend, aufsetzte und etwas räkelte und streckte, während die Spuren ihres Rausches aus ihr herausliefen, spürte sie gefühlt jede Muskelfaser dagegen laut aufbegehren. Ein feines, leidendes und zugleich auch irgendwie amüsiertes Grinsen huschte über ihre Lippen. Oh, davon durfte sie Corax nichts erzählen, das würde ihn noch unausstehlicher in seinem Ego machen, als er es ohnehin schon sein konnte!
Allerdings... wie sie keine Minute später feststellen musste, hätte sie im Moment dazu auch keine Gelegenheit, denn er war nicht anwesend. Wo war er? Wieso hatte er sich von ihnen entfernt? Und warum war er überhaupt noch fähig dazu?!
Jedoch rückten diese Gedanken bald in den Hintergrund, denn ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus. Es war lange her, das sie bewusst sowie freiwillig ohne ihn geschlafen hatte und nicht in seinem Arm aufgewacht war, und es fühlte sich nicht gut an. Sehnsucht nach ihm mischte sich mit der Sorge darüber, dass er sie zurück gelassen hatte, aus welchem Grund auch immer. Auch wenn sie sich bei Emmyth durchaus wohl fühlen konnte, er bequem war und angenehm roch... er war trotz allem nicht sein älterer Bruder! Aber sie hatten sich so gut verstanden und miteinander unter vier Augen gesprochen. Vielleicht wusste der jüngere Faelyn also etwas!
Ohne Gnade vor seinem gerechten und durchaus verdienten Schlaf machte Azura sich daran, ihn zu wecken. Es benötigte einige Versuche, bis er endlich soweit reagieren konnte, um sie wahrzunehmen. Seine Verwirrung wäre direkt niedlich gewesen und sie hätte sich bei seinem dümmlichen Lächeln durchaus amüsieren können, wenn sie nicht einen derart großen Klumpen Sorge in ihrem Bauch gehabt hätte.
Schon schien er zu glauben, sie hätte ihn nur geweckt, um eine neue Runde zu wagen, was ihr trotz allem ein leises, belustigtes Schnauben entlockte. Als ob sie ihm zutrauen würde, nach all den Höhepunkten überhaupt noch manns genug dafür zu sein! Doch leider fehlte der Dritte im Bunde ohne Erklärung.
Und als es ihr über die Lippen kam, wirkte es auch auf ihn Wunder. Prompt saß er direkt neben ihr, wenngleich noch etwas benebelt wirkend und blässlich um die Nase, obwohl das auch an dem schwachen Licht liegen konnte. Seine Zunge hingegen funktionierte offenkundig und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, ihr ein weiteres Schnauben zu entlocken. "Ja, er hat eindeutig mehr... Kondition, dieser widerliche Schuft!", brummelte sie schmollend. Nur leider hielt dieser flüchtige Moment der Belustigung nicht an.
Abrupt sah sie Emmyth an. "Was hast du gesagt?", hakte sie nach seinem Gemurmel nach und zog unbehaglich die Schultern hoch, während er näher an sie heran rutschte. Ihre Brauen hoben sich fragend an. Was sollte das denn jetzt? Ihr war gerade definitiv nicht nach kuscheln oder anderen Zärtlichkeiten zumute!
An seine Blöße dachte sie auch nicht, daran hatte sie sich wahrlich satt sehen können und es war nicht die richtige Situation für eine Wiederholung. "Hey!", protestierte sie, als er damit begann, an der Decke zu zupfen, weil sie ihm unlautere Absichten dabei unterstellte. Sie machte sich hier Sorgen um seinen Bruder und er wollte lediglich dessen Abwesenheit ausnutzen? Ernsthaft?!
Doch dann offenbarte er ihr sein eigentliches Vorhaben und das stimmte sie ein wenig milder. Während sie ihre Umwickelung zu lösen begann, um ihm Schutz und Wärme darunter zu gewähren, schüttelte sie den Kopf. "Er ist da nicht so empfindlich.", meinte sie. "Außerdem wäre es ihm ein Genuss, um die Decke zu rangeln.", fügte sie noch nuschelnd hinzu und spürte, wie der Klumpen in ihrem Bauch noch schwerer und größer wurde.
Was sie zu einem anderen Gedanken brachte, der ihn innehalten ließ. Nun war es an der jungen Frau, ihm etwas Gutes zu tun, indem sie seinen Wunsch erfüllte und ihn zu sich unter die Decke ließ. Dabei rutschte sie dichter an ihn heran, sodass auch ihr Körper bei ihm Halt finden konnte. Mit dem Kopf an seiner Schulter lauschte sie seiner Antwort und nickte leicht dabei. "Er hat sich sehr nach euch gesehnt... nach seiner Familie...", murmelte sie und seufzte leise, während sie sich noch etwas enger zusammen rollte.
Als er sie ansah, spürte sie die Bewegung und hob ihren eigenen Kopf, um diesen Blick erwidern zu können. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen bei seiner Schilderung und sie musste an die Farbexplosionen in ihrem eigenen Gemach denken. "Ja, manchmal... manchmal kann er ein Regenbogen sein... oder ein Glühwürmchen...", erwiderte sie und wollte diese schöne Erinnerung festhalten, um die Sorge zu überdecken und sich selbst besser fühlen zu können.
Leider wollte ihr das nicht gelingen und auch Emmyth fuhr fort. "Aber du hast ihm von der Plantage erzählt, von...", warf sie ein, als er innehielt. Seine Augen wurden groß, sodass auch sie abbrach und dachte, er hätte verstanden, welchem Aspekt ihre Sorge galt. Da allerdings täuschte sie sich, auch wenn sie es anfangs nicht gleich merkte, als er fortfuhr.
Ihre Augenbrauen hoben sich erneut an und sie hinderte ihn nicht daran, aufzustehen, obwohl sie die wärmende Decke behielt. Um sie nun noch enger um sich zu schlingen, als müsse sie sich vor seinen möglichen Blicken schützen und er hätte sie noch nicht in jeglicher Hinsicht vollumfänglich inspiziert. "Was war in der Nacht? Was habt ihr geredet? Wieso habe ich das nicht mitbekommen?!", hakte sie ungeduldig und leicht atemlos nach, während ihr schlecht zu werden drohte vor Angst.
Was hatten die Brüder miteinander besprochen, das so einschneidend war, dass der Ältere sie heimlich verlassen hatte? Wo war er nur hin? Sie musste mit ihm reden, alle möglichen Missverständnisse aufklären, sofort!
"Emmyth Faelyn! Jetzt hör' auf herumzudrucksen und spuck's endlich aus!", verlangte sie und stand auf, um sich direkt vor ihm aufzubauen. Sie mochte kleiner sein als er, aber sie konnte durchaus auch mit lediglich einer Decke bekleidet Haltung annehmen und ausstrahlen, wenn es ihr ernst war.
Schon schien es Wirkung zu zeigen, als er weiter sprach. Azura wollte die Arme vor der Brust verschränken, was mit all dem Stoff um ihren Leib jedoch etwas schwierig war, sodass sie es mit einem frustrierten Laut aufgab und stattdessen die Hände in die Seite stemmte. "Was war nicht so gemeint?", grollte sie, hätte diesen Einwurf jedoch wohl nicht gebraucht.
Ihr Gegenüber fuhr bereits fort... und schaffte es, sie immer stärker zu verwirren. Ihre Arme sanken herab, ihre Brauen hoben sich noch mehr und sie blinzelte mehrfach irritiert. Auch, als er auf sie zukam, blieb sie in dieser Haltung, wich ihm nicht aus, obwohl er nicht nach ihr griff. Stattdessen stöhnte er auf.
Und dann, endlich, fiel ein Wort, das es auch in ihr allmählich dämmern ließ. Ihre Augen weiteten sich, sie wurde blass und der Klumpen in ihrem Magen sackte erheblich und äußerst unangenehm tiefer. Zu der Sorge gesellte sich nun auch Traurigkeit, was sich in ihrer Miene widerspiegelte. Sie musste den Blick abwenden, konnte Emmyth nicht länger ansehen. "Oh doch, ist er und noch mehr als das...", seufzte sie und stockte, als sie etwas entdeckte.
Bislang hatte sie dem Tisch kaum Beachtung geschenkt, war er schließlich viel zu klein und unbequem, um als Schlaflager zu dienen. Nun jedoch fiel ihr die Feder auf, die in ihr sofort ein ungutes Gefühl wachrief. Wo war ihre abgeblieben? Unwillkürlich schälte sich eine Hand aus der Decke und griff in ihre vollkommen zerstörte Frisur.
Aber anstatt sich darum zu sorgen, wie mühselig es werden würde, ihre Haarpracht zu entwirren und zu säubern, trat sie an dem Dunklen vorbei zu dem Tisch, sah das kleine Schriftstück und fühlte, wie ihr das Herz noch schwerer wurde. Mit weichen Knien überbrückte sie die kurze Distanz und nahm die Nachricht auf, die bei dem schlechten Licht nur schwer zu entziffern war. Trotzdem gelang es ihr schließlich, denn es stand nicht viel geschrieben.
Es war für sie wie ein Fausthieb in die Magengrube, obwohl sie das noch nie hatte erleben müssen. Die Tränen stiegen ihr in die Augen und sie fühlte sich... zutiefst verletzt. Während Emmyth zur Tür ging und deren Verriegelung überprüfte, ließ sie langsam die Nachricht sinken, bis diese ihren Fingern entglitt. Auch ihr Blick ging langsam zum Fenster, der einzigen logischen Möglichkeit, die Corax hätte wahrnehmen können. Warum sonst auch sollte es offen sein?
"Warum...?", hauchte sie erstickt und ballte ihre Faust, presste einen Moment lang ihre Lippen aufeinander und knirschte mit den Zähnen. Dann stürmte sie zu dem Fenster hin und rief in den heraufziehenden Morgen hinaus:"Warum? Was ist daraus geworden, dass wir hierbleiben, dass wir warten, gemeinsam? Du hast gesagt, es ist zu gefährlich! Warum lässt auch du mich zurück?!" Mit einem Schluchzen verstummte sie und schloss die Augen, ließ die Träne laufen, die zwischen ihren Lidern hervorquoll.
Um daraufhin die Schultern zu straffen, einen äußerst deftigen Fluch in Garmisch zwischen zusammen gebissenen Zähnen hindurch zu zischen und mit einer finsteren, entschlossenen Miene herum zu wirbeln. "Wie viel Gewicht hat dein Name? Du sagst, Kosral ist gefährlich, auch für euresgleichen. Wie gefährlich ist es für einen Faelyn?", verlangte sie nun von dem Dunklen zu erfahren.
Es war das eine, wenn die Sarmaerin mit dem Waldelfen loszog und ihr Rabe sie dazu überredete, hier zu bleiben, zu warten und mögliche Fäden im Hintergrund zu spinnen, weil alles andere zu risikoreich gewesen wäre. Das hatte sie ihm zuliebe getan und hätte sich auch daran gehalten, für ihn. Aber es war etwas vollkommen anderes, wenn er sich heimlich davon stahl und genau denselben Weg einschlug. Als ob sie das einfach so mit sich machen lassen würde!
Die Sorge und Angst um ihren Stiefvater, vielleicht vorhandene Bedenken um die Sicherheit der anderen, das könnte sie eventuell noch aushalten, solange sie an seiner Seite wäre. Jedoch die Furcht um ihn und darum, was er für Risiken für sie einging, während er sie hier zum Warten verdammte? Aber sicher nicht! Wenn er sich schon darum persönlich kümmern wollte, dann nur mit ihr gemeinsam!
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Dienstag 30. Juli 2024, 19:44

Corax' plötzliches Verschwinden hatte Azura reichlich erschüttert, so dass sie einige Dinge falsch verstand oder gar übersah. Beispielweise bemerkte sie nicht, dass Emmyth trotz all der wachsenden Sorge nach wie vor nackt war, ebenso wie sie. Im Gegensatz zu ihr besaß er aber keine Decke, in die er seinen fröstelnden Leib hätte einwickeln können. Und da beide sich Stunden zuvor noch zusammen mit Corax reichlich vergnügt hatten, war es nicht verwunderlich, dass er zum einen Azuras Nähe suchte, um sich zu wärmen, zum anderen aber sein Anrecht auf einen Teil der Decke in Anspruch nahm. Sie vermutete eher Anzügliches und allein dieser Irrtum versetzte sie sofort in eine abfällige Haltung gegenüber dem Dunkelelfen. Zum Glück führ sie ihn nicht weiter an, von einem kurzen Laut der Entrüstung einmal abgesehen. Ansonsten hätte sie hier noch einen unnötigen Streit vom Zaun gebrochen. So unnötig wie manch anderer Disput vor einiger Zeit, den sie vollkommen falsch in Erinnerung zu haben schien und allein aufgrund dieser wiederholt irrtümlichen Annahme erneut Zorn auf jemanden schickte, der es nicht verdient hatte. Ja, Corax hatte sich aus dem Staub gemacht und ihr nichts weiter als eine Rabenfeder und einen Einzeiler auf Papier hinterlassen. Das war Fakt, denn der ältere Faelyn befand sich nicht mehr im Salon, mutmaßlich nicht einmal mehr im Anwesen. Wo Azura jedoch mehr als daneben lag - nein, sie belog sich selbst, würde sie in sich hinein hören! - war die Tatsache, dass es allein ihren Attitüden zu verdanken gewesen war, dass sich zwischen Madiha, Jakub, Corax und ihr ein Streit hatte heranbahnen können. Nicht sie war aus Liebe zu Corax mit ihm in Andunie geblieben, um auf die Rückkehr Madihas, Kjetell'os und hoffentlich ihres Ziehvaters zu warten, sondern umgekehrt. Sie hatte sich von einer derart trotzigen Seite gezeigt, dass dadurch ein glatter Bruch zwischen ihrer Gruppe entstanden war. Sie war hinausgestürmt mit dem Gefühl, in Madiha, Jakub und sogar ihrem Raben nun Erzfeinde zu sehen und hatte sich durch den Regen einen Weg zum weißen Pavillon gebahnt. Selbst als Corax zu ihr gekommen war - weil er im Gegensatz zu den anderen sich einfach nicht so von ihr lösen konnte oder wollte - hatte sie sich weiterhin verletzt gegeben. Es war viel Geduld seitens des Raben nötig gewesen, um ihr wenigstens ansatzweise klar zu machen, warum sie in Andunie zurückbleiben sollte. Nämlich weil Kosral gefährliches Pflaster war und sie allein schon ob ihres Standes wegen mehr in der Stadt erreichen könnte. Und nicht zuletzt weil ihr leiblicher Vater sich um sie sorgte - um sie und den möglichen Kummer, den sie bei Alycide verursachen könnte, käme er zurück, aber sie nicht. Das hätte absolut keinen Sinn gehabt. Sie musste in Sicherheit bleiben, damit eine Familie wieder zueinanderfinden konnte. Damit sie glücklich werden konnte, so wie Corax es sich ebenfalls für sie wünschte. Der Grund, warum er nun allein aufgebrochen war, aber auch das verkannte Azura in ihrem ungerechtfertigen Anflug von Zorn.
Jakub Tauwetter hatte ihr bereits in seiner direkten Art gesagt, sie würde nicht zuhören. Nicht, um es ihr vorzuwerfen - obwohl, wahrscheinlich ein bisschen, denn auch er hatte sich etwas pikiert ob ihrer Allüren gezeigt. Vordergründig aber war jemand wie er eigentlich die ideale Person gewesen, Azura einmal aufzuzeigen, welche Konsequenzen es haben konnte, wenn man nur hörte, was man hören wollte. Nun reimte sie sich ihre eigene Geschichte zusammen, um im Recht zu sein und einen Grund zu haben, Corax anzufahren. Aber das konnte sie nicht. Denn all ihr Verhalten hatte Konsequenzen. Eine davon war, dass ihr Rabe sie so sehr liebte, dass er bereit war, sie in den Armen seines Bruders und unter dem sicheren Dach seines Vaters zurückzulassen, um im Alleingang Alycide van Ikari zu retten. Und er liebte auch seine Freunde, weshalb er sich weder Madiha noch Kjetell'o anschließen würde. Zumindest sah es nicht danach aus, denn auch wenn die Nachricht an sie kurz gewesen war, hätte er erwähnt, dass er nicht allein ging, um sie zu beruhigen.
Aber Azura war kein bisschen ruhig. Aufgelöst unter Tränen wandte sie sich an Emmyth, der soeben zu ihr ans Fenster kam, um seinerseits die Nachricht zu lesen, aber auch um wieder halb unter die Decke zu kriechen. Azura konnte sich anlehnen, wenn sie es wollte. Zuvor aber musste sie mehr über den Einfluss der Faelyns wissen: "Wieviel Gewicht hat dein Name? Du sagst, Kosral ist gefährlich, auch für euresgleichen. Wie gefährlich ist es für einen Faelyn?"
"Das kommt ganz darauf an, wie ein Faelyn sich in einem Militärstützpunkt wie Kosral benimmt. Dort dürfte unser Name nur federleicht sein", seufzte er. "Das Haus Faelyn hat sich niemals mit Soldaten oder Kriegern gerühmt. Wir sind Forscher. Meine Vorfahren haben über lange Zeit hinweg Feenwesen ergründet, studiert, beobachtet und ja ... teilweise auch ausgelöscht. Das hat Forschung so an sich." Er winkte ab. Er wollte sich nun eindeutig nicht über Feen unterhalten. Es gab Wichtigeres. So kehrte er zum Kernpunkt von Azuras Frage zurück. "In Kosral würde ein Faelyn nur als einer von vielen Adligen gesehen, die ... nun ... zu dumm sind, um ein Schwert am richtigen Ende anzupacken. Mit Glück begegnet mein Bruder dort einem Offizier hohen Geblüts, der ihn zumindest nicht brachial angehen, sondern unter Arrest stellen würde, bis man ihn abholt oder er von selbst wieder geht. ich bezweifle sogar, dass man ihn als Soldaten aufnähme, wenn er nicht Beweise für seine Kenntnisse im Kampf liefern kann. Es ist folglich nur insofern gefährlich, dass er nicht weiterkommt oder ein blaues Auge von einem Soldaten kassiert, der den Wert blauen Blutes nicht versteht." Plötzlich deutete er auf Azura. "Du hingegen ... bist in ihren Augen nur ein Mensch. Mehr noch: eine Frau. Sie würden dich ... he, was ist denn das dort?"
Emmyth neigte sich ein Stück weit aus dem Fenster. "Ein Vogelei?", fragte er irritiert, als sich seine Finger schon nach dem Kleinod ausstreckten. Aber er erreichte es nicht, denn dazu hätte er sich weit um Azura herum lehnen müssen. Sie hingegen konnte in der Dämmerung besser erkennen, was dort lag, denn sie stand einfach näher dran. Es war klein wie das Ei eines sehr kleinen Vogels, aber allein die glänzende Oberfläche veründerte ihr, dass es weitaus mehr Wert besaß. Außerdem erkannte sie schon anhand des regenbogenfarbenen Schillerns auf der eigentlich weißen Oberfläche, von wem dieses kostbare Stück stammen musste. Damals hatte sie Perlentränen für Corax geweint, um ihm eine Nachricht zu hinterlassen, ein Zeichen, dass sie zurückkommen würde. Jetzt lag wieder eine hier, aber sie stammte nicht von ihr, auch wenn ihr dicke Tränen die Wangen befeuchtet hatten.
Sobald Azura die Perle auch nur mit der Fingerspitze berührte, traf sie die zweifelsfreie Erkenntnis, dass dieses Schmuckjuwel von ihrem Raben stammte, denn sie sah ihn vor ihrem geistigen Auge erscheinen. Dafür blendete sich die übrige Welt aus. Alles war schwarz und nur er stand vor ihr, in einer nachtfarbenen Rüstung mit rotem Umhang wie Blut. Ihr dunkler Prinz sprach zu ihr: "Alles, was ich will, ist es, dich endlich glücklich zu sehen. Das geht nur, wenn dein Vater wieder bei dir ist. Das habe ich erkannt, als ich meinen wiedersah. Ich werde ihn dir bringen, mach dir keine Gedanken. Es wird nicht lange dauern. Diese Perle lass ich dir zurück, damit du siehst, dass es mir gut geht. Nur wenn sie sich schwarz färbt, bin ich in ... Schwierigkeiten. Das wird nicht passieren. Vertrau darauf, so wie ich darauf vertrauen kann, dass du bei meinem Bruder in sicheren Händen bist." Seine Gestalt lächelte auf. "Ich bin so froh, dass ihr einander versteht. Der Bruch mit unseren ... mit meinen Freunden ... hat mich verletzt. Umso mehr erleichtert es mich, dass du nicht allein bist, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Und auch dein Vater wird es können. Ich gebe alles dafür. Ich liebe dich!"
Die Illusion schwand und Azura fand sich wieder im Raum des Hauses Faelyn ein. Kalte Morgenluft wehte durch das Fenster herein, um die Gemüter zu erfrischen. Emmyth musterte sie. "Ist alles in Ordnung?", fragte er. "Du wirkst so abwesend. Vielleicht ... wilslt du dich erst einmal setzen und die Information verdauen? Dann beraten wir, was wir nun tun können."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Donnerstag 1. August 2024, 20:40

Es war gegenüber dem jüngeren Faelyn nicht böse gemeint, dass sie ihn nicht sofort zu sich unter die Decke ließ. Vielmehr war es eine Kombination aus den wohligen Nachwehen des gemeinsam Erlebten und dem Schrecken darüber, dass der Dritte im Bunde verschwunden war, während sie geschlafen hatte. Sie machte sich Sorgen, sowohl um ihren Raben, als auch um die Gründe für dessen Handeln. In ihrem Kopf arbeitete es, wenngleich noch nicht so hektisch wie unter normalen Umständen, war sie dafür noch zu ausgelaugt von der allmählich verblassenden Nacht.
Trotzdem war das ungute drückende Gefühl in ihrem Bauch real und ließ sich nicht ignorieren, selbst, wenn sie es versucht hätte. Da musste sie aufpassen, dass sie nicht zu ängstlich wurde und sich auf andere Weise in etwas verrannte. Zum Glück dauerte es nicht gar zu lange, bis eine kleine Aufklärung stattfand, in Form einige weniger Worte auf einem Zettelchen, die sie dennoch mit Wucht trafen.
Verschiedenste Empfindungen kochten in ihr hoch und rangen um die Vorherrschaft, was in einer Art Chaos endete und ihr die Tränen in die Augen trieb. Auf der einen Seite war da die Freude darüber, dass er persönlich ihr helfen und ihren Vater zurück bringen wollte. Auf der anderen dagegen zugleich die Sorge vor der Gefahr, in die er sich ihretwegen begab, nachdem, was er ihr erzählt hatte und was Emmyth ihr wenig später bestätigen sollte.
Doch zusätzlich dazu gab es auch noch die Enttäuschung und die Kränkung darüber, dass er sich heimlich davon stahl, anstatt sie mitzunehmen und sie helfen zu lassen, ihr nicht zu zutrauen, dass sie vor Ort nützlich sein könnte. Was sollte sie denn hier in Andunie sonst noch ausrichten, außer zu warten? Corax war ihre Möglichkeit zu Kontakten zu den Dunkelelfen gewesen, die womöglich aufgrund von Einfluss etwas hätten erreichen können. Aber ohne ihn und seinen illusionistischen Möglichkeiten? Wie viel konnte... wollte Emmyth für sie tun, nachdem sein Vater so wenig Interesse gezeigt hatte?
Erneut fühlte sie sich zurück gelassen und auf ein gewöhnliches, hübsches Zierat reduziert, dessen Aufgabe es sein sollte zu warten. Das schmerzte einfach, eben, weil ihr Rabe es gewesen war, der sie zum Bleiben hatte überreden können. Der nicht die Geduld mit ihr verloren hatte, obwohl sie gespürt hatte, dass er sie nicht verstand. Oder war das dieser Moment der Bruch gewesen? Hatten sie sich in Wahrheit nach diesem aufregenden Erlebnis zu dritt nicht versöhnt und sie müsste neben ihrer Sorge um das Wohlergehen der beiden Männer sich auch noch Gedanken um sein Interesse an ihr machen? Verunsichert, voller durch ihren Kopf und in ihrem Bauch herumwirbelnder Gedanken und Gefühle stand sie schniefend vor dem offenen Fenster und erhielt auf ihre verzweifelten Worte keine Erwiderung.
Erst der Zug an ihrer Decke und der Körper, der erneut darunter schlüpfte und an den sie sich, Halt suchend, anlehnte, erinnerte sie daran, dass sie nicht vollkommen allein war. Mehr noch, dass es Fragen gab, die nun dringlicher und gerechtfertigter waren, als wenn es lediglich um ihren Stiefvater gegangen wäre.
Verstohlen wischte sie sich die Nässe von den Wangen und lauschte seiner Erklärung. Die Sache mit der Forschung klang zwar interessant, allerdings galt auch ihre Aufmerksamkeit derzeit anderem. Später würde sie vielleicht einmal darauf zurück kommen, ebenso wie ihr wieder einfallen könnte, dass sie gewisse Phiolen mitgebracht und vor ihrem Ausflug zur Plantage abgelegt hatte. Wo war das noch gewesen? Im Wintergarten oder doch erst in der Laube? Sie wusste es nicht mehr zu sagen und wollte jetzt auch nicht darüber nachdenken.
Also lauschte sie weiter und spürte, wie ihr das Herz immer tiefer sank, ebenso, wie sie ihren Kopf hängen ließ. "Er kann kämpfen... und er kann Illusionen erschaffen, die täuschend echt wirken. Er kann..." Ihr Gesicht verlor erheblich an Farbe und es schnürte ihr die Kehle zu, während es in ihrem Magen revoltierte bei dieser Erkenntnis, wenngleich sie es längst wusste. Und dennoch verdrängte sie es gerne. "... töten.", wisperte sie leise wie ein Hauch und schniefte unterdrückt.
In dieser Mischung aus Emotionen und aufsteigenden Erinnerungen hätte sie beinahe den Anschluss verpasst, als Emmyth fortfuhr und nun sie erwähnte. "Eine Frau, na und? Es wird dort doch auch Frauen...", warf sie ein, als er bereits eine Andeutung machte... um dann mitten drin abzubrechen und ihre Aufmerksamkeit auf anderes zu lenken.
Blinzelnd sah sie zuerst ihn an und folgte daraufhin seiner Blickrichtung. "Was?", fragte sie und kniff ihre Augen zusammen, um besser erkennen zu können in dem schlechten Licht. Indes griff er an ihr vorbei, streckte sich und kam trotzdem nicht ganz ran.
"Warte, lass mich!", meinte sie daraufhin und reckte sich nun ihrerseits, hielt sich am Fensterrahmen an und musste ihre Kehrseite weit nach hinten drücken, um das Gleichgewicht halten zu können. Dabei achtete sie nicht darauf, ob Emmyth die Decke lockerer ließ, damit sie sich bewegen könnte und es somit kühler wegen des ein oder anderen Spalts werden könnte, oder ob er ihrer Bewegung folgte, bis sie mit spitzen Fingern den kleinen Gegenstand erhascht hätte.
Während sie noch danach hangelte, konnte sie ebenfalls erkennen, dass es kein Vogelei war. Zwar war es recht klein und oval, aber die Farbe erinnerte vielmehr an... an einen Regenbogen. Und als das Begreifen allmählich in ihr Bewusstsein vordringen wollte, dass dies zwar von jemandem stammte, den sie mit einem Federvieh assoziierte, da konnte sie es endlich berühren und war mit mehreren Eindrücken zugleich konfrontiert.
Einerseits war da das Wissen darüber, dass dies tatsächlich von Corax hinterlassen worden war und offenbar auch noch für sie, verbunden mit der Erinnerung an ihre eigenen, tränenförmigen Botschaften, um ihm wieder Mut zu machen. Andererseits sah und hörte sie auch die Botschaft, die offenkundig für sie bestimmt war.
Die Welt um sie herum verblasste und sie sah nur noch ihn, ihren dunklen Prinzen, so nah und doch viel zu fern und unerreichbar. Sofort entrang sich ihr ein Schluchzer und sie wollte zu ihm, wollte in seine Arme flüchten und daran glauben, dass die letzten Minuten nichts weiter als ein schlechter Traum gewesen waren. Allerdings konnte sie sich nicht rühren und konnte nichts weiter tun, als seiner Stimme zu lauschen. Es tat gut, wenigstens ein bisschen eine Erklärung für sein Verhalten zu bekommen, ebenso wie seine Versicherung, dass er zu ihr zurück kehren würde. Jedoch nährte es auch ihre Sorge darüber, ob er wusste, was er tat.
Plötzlich war die Botschaft zu Ende und sie fand sich blinzelnd in Emmyths Armen, unter der Decke wieder, die Perle fest mit ihren Fingern umschlossen und die Faust an ihre Brust gedrückt. Eine eigene, flüssige Träne lief ihr die Wange hinunter und sie brauchte ein paar Atemzüge, um sich wieder zurecht finden zu können. Wortlos nickte sie bei seinem Vorschlag und ließ sich zurück zum Sofa bringen, um sich darauf niederzulassen, weiterhin mit ihm gemeinsam unter der Decke und sich klein machend an ihn gekuschelt.
"Das... das ist kein Vogelei. Es ist... eine Perle, ein Geschenk. Corax hat es dagelassen... als Nachricht für mich.", murmelte sie, atmete tief durch und winkte in der Decke ab, weil sie sich nicht daraus schälen wollte. "Erkläre ich dir ein andermal. Jetzt gilt es, diesem widerlichen Schuft zu helfen, der so blöd ist und ganz allein, mitten in der Nacht wegläuft.", brummte sie, deutete ein Kopfschütteln an und drängte sich noch etwas enger an Emmyth, der ihr gerade Schutz und Geborgenheit mit seinem Körper versprach.
"Wie sind deine Verbindungen oder die deines Vaters, die du anzapfen kannst? Hast du Kontakte in Andunie zu... zu Leuten aus dem Militär, die dafür sorgen können, dass ihm nichts passiert?", sprudelte es schon aus ihr heraus. Plötzlich jedoch weiteten sich ihre Augen und erschrocken erschien nun ihre Hand, die sich vor ihren Mund legte. "Oder... oder würden wir ihn damit nur auffliegen lassen? Was, wenn er sich reinschleichen kann und nur deswegen entdeckt wird?", hauchte sie ihre nächste Befürchtung.
Was, wenn es das Sicherste wäre, wirklich nichts zu tun und zu warten? Wie sollte sie das aushalten und nicht wahnsinnig dabei werden vor Sorge? Sie musste doch irgendetwas tun können, anstatt nur tagein tagaus auf die Perle zu starren und Furcht zu verspüren, dass sie sich verfärben würde!
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Sonntag 4. August 2024, 20:09

In Azura wurde ein Schlachtfeld ausgerollt, auf dem sich zwei Parteien tummelten. Die eine Seite bestand aus Sorge um ihren Raben, der sich trotz seiner eigenen Warnungen um Kosral als gefährlicher Ort nun allein dorthin begab, um ihren Ziehvater zu retten. Die andere Seite war glücklich, weil er sie offensichtlich nach wie vor so sehr liebte, dass er ihr die Furcht um den verlorenen Vater nehmen und ihn sicher zurückbringen wollte. Das Schlachtfeld selbst aber badete auch in gekränktem Stolz, weil er sie nicht mitgenommen hatte. Corax musste noch immer bewusst sein, worauf er sich nun einließ. Auch er hatte Azura dieser Gefahr nicht aussetzen wollen ... und nun entband er wohl ebenfalls ihren leiblichen Vater Kjetell'o wie seine Freundin Madiha aus deren Vereinbarung. Er würde es tun - er allein und für die Frau seines Herzens. Er war sich seiner Kräfte und Fähigkeiten bewusst, fühlte sich selbstsicher ob der letzten Nacht wohl und vielleicht auch ein wenig verpflichtet, berücksichtigte man sein Gespräch mit dem jüngeren Bruder. Er hatte seinen Vater und Emmyth wiedergefunden. Er war von ihnen herzlich zurück in die Familie aufgenommen worden. Er konnte beide sehen, mit ihnen sprechen, sie in die Arme schließen. Mit seinem Brüderchen teilte er nun sogar seine eigene Liebste, um ihr und ihm die wachsende Anziehung und Lust nicht zu verwehren. Er war nich immer ein widerlicher Schuft und gerade jetzt auf keinen Fall. Er tat all das aus dem selbst Erlebten heraus wie es sich anfühlte, die Familie bei sich zu haben. Es musste ihn überwältigt haben. Er sah es als Privileg an und wollte Azura dieses Glück nicht nehmen lassen, weil sein eigenes Volk ihren Vater entfürht hatte - so wie er es mit ihr einst getan hatte. Es war wohl ebenfalls eine Sache von Wiedergutmachung. Er hatte die Familie van Ikari zerrissen und jetzt würde er sie erneut zusammenführen. Corax musste sehr lange darüber nachgedacht haben. Vielleicht war er deshalb in Azuras Anwesen etwas ruhiger, nachdenklicher, gar in sich gekehrt gewesen. Sie konnte darüber nur spekulieren, aber möglicherweise hat er sich dort bereits Gedanken gemacht, wie er es anstellte. Nachdem er nun herausgefunden hatte, dass seine Liebste auch unter dem Dach Faelyn und mit Emmyth in sicheren Händen war - wohlbehütet in seiner eigenen Abwesenheit - schien die Entscheidung gefallen zu sein. Und nun war er fort.
Tränen standen Azura in den Augen. Sie fühlte sich allein und zurückgelassen. Doch dann berührte sie dieser andere Körper, der zu ihr unter die Decke schlüpfte. Er war nackt wie der ihre, aber reichlich dunkler und fühlte sich ein wenig kühl an. Doch kaum, dass er sich neben sie gesellte, damit sie sich an dessen Besitzer lehnen konnte, bildete sich zwischen ihnen ein Kissen aus angenehmer Wärme. Emmyth legte seinen Arm um ihren Leib, um sie zu trösten. Aber ihr Herz blieb schwer.
"Er kann kämpfen ... und er kann Illusionen erschaffen, die täuschend echt wirken", versuchte sie, sich selbst Zuversicht zuzusprechen. Corax schien von seinen Fähigkeiten überzeugt. Andernfalls wäre er kaum allein losgezogen. Er würde auch keine Skrupel haben, alles zu tun, um Alycide van Ikari zu befreien. Denn er würde nicht zurückschrecken, anderes Leben auszulöschen. Azura wusste das, aber allein die wiederkehrende Erkenntnis an seine Mordbereitschaft schnürte ihr fast die Kehle zu. "Er kann ... töten."
Emmyth drückte sie etwas dichter an sich. "Er stammt aus Morgeria. Jeder dort kann das", offenbarte er ihr die dunkle Seite einer Heimat, in der es wahrlich kein Licht zu geben schien. Kein Wunder, dass Elfen wie die Faelyns sich eine neue Zukunft in Andunie aufbauen wollten. Kathar und Emmyth schienen sogar weltoffen genug, sich auf ein gemeinsames Leben mit Menschen einzulassen. Ha, davon durfte Azura sich doch selbst überzeugen! Corax' Vater hatte nicht ein wahrlich schlechtes Wort über sie verloren und Emmyth hatte die letzte Nacht in Passion mit ihr verbracht. Natürlich verurteilten sie sie nicht für ihre Herkunft. Somit passten sie nicht in das Weltbild klassischer Bewohner Morgerias. Sie hatten hier bessere Chancen. Dieses Bild zeigte sich auch in Bezug auf den Kern ihres Hauses.
Emmyth lenkte sie mit Antworten ab, gab darunter auch einige Informationen über sein eigenes Adelshaus preis. Eine dunkelelfische Familie, die sich mit der Feenwelt beschäftigte. Das klang interessant, dennoch konnte Azura sich nun nicht darauf konzentrieren. Sie würde es wohl zu einem späteren Zeitpunkt beherzigen, nämlich wenn ihr Herz nicht mehr blutete ob des plötzlichen Verschwindens ihres Liebsten. Aber jener hatte ihr mehr zurückgelassen als nur die einzeilige Nachricht. Nachdem sich herausstellte, dass das kleine weiße Etwas auf dem Fenstersims gar kein Vogelei war, sondern eine Perle und kaum, dass Azura sie berührte, erhielt sie Corax' Nachricht. Er hatte sich ihren Trick mit den Tränenperlen offenbar abgeschaut und seine eigene Version kreiert. Darin richtete er die Worte direkt an sie, erklärte sie und beteuerte, schnell zurück zu sein. Er vertraute auf seine Fähigkeiten, versuchte, ihre Unruhe zu nehmen.
All ihre Sorgen konnte er damit natürlich nicht vertreiben, aber es tat gut, ihn als Illusion in der Perle zu sehen. Plötzlich kehrte Azura wieder in die Realtität zurück. Die Nachricht war so schnell vorübergezogen. Sie blinzelte und stellte fest, dass Emmyth sie eng an sich hielt. "Ist alles in Ordnung?", fragte er, denn er hatte die Illusion nicht mitbekommen. Azura klärte ihn auf und nun wollte auch der Bruder das Kleinod berühren. Er streckte den Finger danach aus, tippte nur knapp gegen die Oberfläche und erstarrte für zwei Herzschläge. Dann blinzelte auch er, um seine Orientierung zurückzugewinnen. "Das ... das war er ... aber ... wie ist das möglich? Interessant..."
"Erkläre ich dir ein andermal. Jetzt gilt es, diesem widerlichen Schuft zu helfen, der so blöd ist und ganz allein, mitten in der Nacht, wegläuft."
Emmyth nickte. "Ich werde mir nie wieder Unvernunft vorwerfen lassen, ohne ihn nun als Ausrede vorzuschieben", holte er das Beste aus der Situation heraus. Dann führte er Azura zurück zum Sofa, denn sie fühlte sich doch arg wacklig auf den Beinen. Kaum, dass sie beide saßen, schob er sich wieder dicht an sie heran, streichelte ihre nackte Haut unter der Decke. Dass es ihn erregte, ließ sich angesichts seiner eigenen Nacktheit nicht verbergen. Sie drängte sich dann zu allem Überfluss auch noch an ihn heran. Er konnte es sich nicht nehmen lassen, ihren Rundungen immer näher zu kommen und schließlich seine Hand wie eine schützende Schale um eine davon zu legen, so dass nur noch die Knospe frech zwischen seinen Fingern hervor blitzte. Er kniff sie leicht.
Azura versuchte, sich davon nicht ablenken zu lassen. "Wie sind deine Verbindungen oder die deines Vaters, die du anzapfen kannst?"
"Ich möchte jetzt lieber etwas Anderes anzapfen", murmelte er in ihre Worte, neigte sich vor und schloss seine Lippen um die Spitze ihrer anderen Brust. Er saugte allerdings nur leicht daran, damit Azura ihre Gedanken weiter äußern konnte. "Hast du Kontakt in Andunie zu ... zu Leuten aus dem Militär, die dafür sorgen können, dass ihm nichts passiert?" Plötzlich schlug sie mit geweitetem Blick die Hand vor den Mund. Emmyth beendete sein Zungenspiel, schaute zu ihr empor, um zu prüfen, ob er eben ein wenig zu fest geknabbert hatte. Aber Azura plagte eine ganze andere Sache. "Oder ... oder würden wir ihn damit nur auffliegen lassen? Was, wenn er sich reinschleichen kann und nur deswegen entdeckt wird?"
Emmyth richtete sich wieder auf. Seine Hand legte er auf Azuras Oberschenkel. "Es braucht folglich keinen Offizier des Militärs als Verbündeten, sondern vielleicht eher einen Spion? Jemanden, der ebenfalls nach Kosral zieht, um sich offen, aber mit geheimen Auftrag in die Stadt zu schleichen, tief in ihre Reihen und nach Corax zu schauen ... unserer kleinen weißen Bruderperle. Ouhhh!" Er seufzte erregt auf, denn während seiner Wortwahl waren seine Finger wie eben jener angesprochene Spion zu anderen Gefilden gewandert, um sich dort einzuschleichen. Auch sie hatten eine Perle gefunden, die zwar keine Illusionsnachrichten erzeugte, aber dringend poliert werden musste. Emmyths Spionagefinger taten ihr Bestes. Er schnurrte und lehnte sich zu Azuras Hals, um sie dort zu küssen.
"Hab keine Angst", raunte er seinen Atem gegen ihre Haut. "Das Haus Faelyn hat Kontakte, auch zu Spionen. Wichtiger hierbei wird sein, sie davon zu überzeugen, uns zu helfen. Du könntest mir dabei helfen, denn in Sachen gesellschaftlicher Treffen bin ich eher ein schwarzes Schaf. Ich lade ein paar Gäste hierher ein. Wir empfangen sie und wickeln sie um unsere Finger, damit sie uns helfen mögen. Ich kann nicht versprechen, dass es schnell gehen wird. Das hängt von uns ab, aber wir werden etwas unternehmen können. Wenn du es möchtest, lasse ich sie noch heute hierher einladen, vielleicht zum Früh... nein ... nein, zum Mittagessen. Vorher will ich frühstücken ... hier." Er küsste an ihrem Hals entlang, knetete Brust und rieb sich mit wachsender Lust durch ihren Schoß. Eine Nacht ruhte reichte bei einem Faelyn wohl aus, den Körper erneut zum Einsatz zu bringen.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Sonntag 4. August 2024, 22:12

Sie war sich nicht sicher, was sie mit Corax am liebsten getan hätte, wenn sie ihn sogleich in die Finger bekommen hätte. Auf der einen Seite hätte sie sich gern schluchzend um seinen Hals geworfen, froh darüber, dass er unversehrt zu ihr zurück gekehrt war, oder auch dankbar, dass er ihren Stiefvater zurück holen wollte. Auf der anderen Seite hingegen hätte sie ihm gern gehörig den Hintern versohlt und die Ohren langgezogen dafür, dass er so unvernünftig war und einfach abhaute, um sich allein in Gefahr zu begeben, anstatt sie mitzunehmen. Dafür, dass er sie kurzerhand zurück ließ und zum Warten und Bangen verdammte. Vermutlich war es somit ganz gut, dass sie seiner derzeit nicht habhaft werden konnte. Trotzdem machte er es ihr damit überhaupt nicht leichter.
Aber eines wusste sie: Er sollte es auf keinen Fall wagen, nicht wieder zurück zu kehren, denn sonst würde sie ihn bis in den Harax verfolgen und ihm dort ordentlich Feuer unter seiner knackigen, dunklen Kehrseite machen, um ihn daran zu erinnern, sie nicht allein zu lassen!
Nun ja, gänzlich allein war sie ja nicht und so kam es Emmyth zu, sie zu halten und ihr die Nähe zu geben, die ihr Rabe ihr aufgrund seiner Abwesenheit verwehrte. War sein Körper anfangs recht kühl, sodass er sie ein bisschen in der Wirklichkeit zu verankern vermochte damit, wurde er rasch wieder warm und ließ sie spüren, dass sie aufgefangen wurde. Zwar war sie sich dessen bewusst, dass es nicht der Mann war, den sie liebte, aber dennoch tat ihr seine Reaktion gut, während sie noch mit sich und ihren widersprüchlichen Gefühlen haderte.
Die dazu führten, dass sie vor sich hin murmelte und sich an die Stärken des Verschwundenen erinnerte, an dessen Möglichkeiten. Sie spürte, wie der Griff um ihren Leib etwas fester wurde und wollte sich schon damit auffangen lassen, als sie die schlichte Feststellung des jüngeren Bruders hörte. Es ließ sie schaudern und die Schultern hochziehen. "Du sagst das, als... als wäre das... als wäre das völlig harmlos. So, als meintest du, jeder kann eine Blume gießen oder einen Brei essen oder ähnliches.", wisperte sie erstickt. Einen Moment lang schlich sich ehrliche Angst in ihren Blick, mit dem sie zu ihm hochsah.
Dann jedoch obsiegte die Erinnerung an das gemeinsam Erlebte und daran, dass sie von Corax weit schlimmeres wusste und ihn trotzdem noch immer liebte. Und trotzdem war es das eine, es zu wissen und zu verdrängen oder mit der Nase dagegen gestoßen zu werden. Dieses Gefährliche war eine Welt, an die sie sich weder gewöhnen konnte, noch wollte. Es war eine, aus der Alpträume gemacht wurden, die sie nicht haben wollte.
Vor der sie bewahrt wurde, wenn sie hier blieb... und in die sie dennoch eingetaucht wäre, um an der Seite ihres Raben zu bleiben und nicht ständig ängstlich auf die Perle zu starren, die dessen Bruder entdeckt hatte. Die Botschaft holte sie einen Moment aus der Realität und verstärkte das Chaos in ihrem Innenleben noch einmal erheblich. Während sie noch damit rang und eher unbewusst antwortete, wollte Emmyth mehr wissen und berührte das kostbare Kleinod ebenfalls.
Sie spürte, wie er sich versteifte und offenbar dasselbe zu sehen und hören bekam wie sie. Wenngleich sie viel zu verwirrt war, um eifersüchtig auf diese Möglichkeit zu sein, schließlich war diese Botschaft sehr... intim gewesen.
Als er wieder in der Wirklichkeit angelangt war, wurde auch sie allmählich klarer und konnte gar nicht anders, als ihre liebste Bezeichnung, die inzwischen regelrecht zu einem Kosenamen geworden war, zu bemühen. Azura konnte spüren, wie er nickte, und seine Erwiderung ließ ihre Mundwinkel tatsächlich leicht zucken. Zu einem kleinen Grinsen reichte es zwar nicht, allerdings war es ein Anfang. Ebenso, wie ihre Replik darauf:"Wie lange kennt ihr euch jetzt? Nicht einmal einen Tag? Und schon ist er dir ein absolut schlechtes Vorbild."
Dennoch fühlten sich ihre Beine viel zu schwach an und sie bat ihn, ihr zum Sofa zurück zu helfen. Dort setzten sie sich gemeinsam hin, schließlich waren beide noch immer nackt und die Luft kühl, da keiner von ihnen bislang daran gedacht hatte, das Fenster wieder zu schließen. Außerdem brauchte sie seinen Halt gerade, weswegen sie sich eng an ihn kuschelte. Im Gegensatz zu ihm jedoch hatte sie keine verdorbenen Gedanken dabei, zumindest noch nicht. Sie musste einfach nur seine Geborgenheit spüren, um nicht vollends zu verzweifeln ob dieser Wende.
Da nahm sie es auch in Kauf, dass er sie streichelte und ihr immer häufiger wohlige Schauer damit bereitete, während er sich frecherweise empfindlichen Zonen näherte. Noch konnte sie es ignorierte, selbst das anfangs nur leichte Zwicken in ihre sich allmählich aufrichtende Knospe. Ihr Leib war viel zu befriedigt, um sofort auf solch dezente Berührungen anzuspringen. Stattdessen arbeitete es hinter ihrer Stirn eifrig, denn sie würde jetzt nicht tatenlos bleiben wollen. Irgendwie musste sie ihrem Raben doch helfen können, auch wenn er ihr das nicht zu zutrauen schien!
Ihre lebendige Wärmedecke hingegen hatte offensichtlich anderes vor, denn er beugte sich zu ihr runter und öffnete die Decke soweit, dass er ihre Brust mit dem Mund erreichen konnte. Scharf sog sie die Luft ein und wand sich, um ihm zu entkommen. "Hör auf, Emmyth, die Sache ist ernst!", tadelte sie ihn und zog ein wenig an seinem Spitzohr, um ihm zu zeigen, dass es ihr ernst war. Nun ja... fast ganz ernst, denn ihre Knospe reckte sich ihm bereitwilliger entgegen, wie eine stumme Aufforderung.
Doch sie versuchte, sich zu konzentrieren und so sprach sie lieber schnell weiter in dem Versuch, ihn abzulenken. Wieso dachte er überhaupt schon wieder an so etwas, nach all dem, was sie miteinander getrieben hatten?! Mitten im Sprechen allerdings wurde ihr mit Schrecken bewusst, dass sie damit alles nur noch schlimmer machen könnte. Wie gut, dass der jüngere Faelyn nicht weiter machte und über ihre Gefühlsregung hinweg ging, sondern ihr mit der Unterbrechung zeigte, dass er sie durchaus ernst nahm.
Mit einem Mal sah er sie wieder an, die Hand vorerst recht harmlos auf ihrem Oberschenkel liegend. Azura hingegen seufzte tief und fuhr sich durchs Haar, eine Bewegungsfreiheit, die durch die nun lockerer liegenden Decke erst möglich wurde. Er schien es als Einladung zu verstehen, denn während er ihren Gedanken weiter verfolgte, krabbelten auch seine Finger ihren Schenkel weiter entlang bis zur goldenen Mitte.
Langsam nickte sie bei seinen Worten, versuchte, darauf aufbauend Überlegungen anzustellen, solange ihr das noch gelingen konnte. Denn als er mit seinen Fingern zwischen ihre unteren Lippen drängte, konnte sie ein Aufstöhnen nicht unterdrücken und merkte, wie auch ihr Körper allmählich wieder in Wallung geriet. Ihre Hand schoss nach unten und umklammerte sein Handgelenk, doch nach den gemeinsam verbrachten Stunden am Illusionsstrand des Raben fand er zu leicht ihre besondere Schwachstelle, sodass ihr die Widerstandskraft fehlte, um ihn von seinem Ziel wegzuziehen. So jedenfalls würde sie ihn auf Dauer nicht von seinem Vorhaben abhalten können. Was er ihr auch prompt zeigte, als er anfing, auch ihren Hals zu küssen.
Schon raunte er ihr entgehen und ließ sie aus mehreren Gründen wimmern und die Augen genüsslich verdrehen. "Aber...", keuchte sie und schmolz immer mehr dahin, wie er sicherlich auch an der Feuchtigkeit an seinen Fingern merken würde. Indes fuhr er fort und ließ sie nicken, um im Anschluss daran den Kopf zu schütteln. "Ein Spion... oder... oder jemand... Ah!... jemand, der ihm ein... ein Schreiben bringt... Eine Botschaft, dass... dass er... Oh!... meinen Vater offiziell... mitnehmen darf. Jemand mit... mit Einfluss... Sanfter!" Sie brach ab und brauchte ein paar stöhnende Atemzüge, um sich wieder soweit sammeln zu können, dass sie verständlich sprechen konnte.
"Mittagessen ist... ist zu früh... jetzt erst eine Einladung dafür zu senden, unhöflich. Nachmittagstee... weniger förmlich... oder Abendessen... Aber dazu müssen... müssten wir... jetzt..." Sie brach ab, griff nach Emmyths Schulter und drückte mit plötzlicher Entschlossenheit dagegen, damit er mit allem innehielt, was er gerade tat.
Dann hob sie die Perle, küsste sie und schälte sich aus der Decke heraus. Nackt, wie sie war, trat sie zu dem kleinen Tisch und legte ihren neuen Schatz behutsam darauf. "Entschuldige, du musst kurz warten. Ich muss deinem kleinen Bruder ein paar Manieren beibringen!", flüsterte sie laut genug, dass eben jener kleine Bruder es problemlos würde hören können.
Daraufhin kehrte sie zu ihm zurück und setzte sich geschmeidig auf seinen Schoß, obwohl sie darauf achtete, seinen bereiten Speer noch nicht in sich auf zu nehmen. Die Arme schlang sie dabei um seinen Nacken und vergrub ihre Finger in sein Haar. Tief und intensiv sah sie in seine roten Augen, in ihrem eigenen Blick die ersten Spuren des neu erwachten Hungers. "Emmyth Faelyn, ich gewähre dir einen schnellen Ritt. Danach erwarte ich Frühstück und etwas zum Anziehen!", raunte sie ihm mit dunkler Stimme zu und bewegte sich so, dass sie mit ihrem Heiligtum an seinem Speer entlang reiben konnte, ohne ihm den Zutritt schon zu gewähren.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 8. August 2024, 15:02

Mord. Herr über Leben und Tod zu sein und das eines anderen zu nehmen. Corax hatte es getan - mehr als einmal. Er hatte Azura sogar angedeutet, dass er mit Lebenden ähnlich Schlimmes begangen hatte. Die Erinnerung blitzte in ihr auf wie eine Silbernadel und stach fast gleichermaßen durch ihren Geist. Seine Herrin von Schneiderin hatte ihr Rabe am Leben gelassen, doch er hatte dafür gesorgt, dass sie ihn nicht vergessen würde. Andere aber hatte er eiskalt beseitigt, ohne mit der Wimper zu zucken und auch Emmyth schien ein ähnlich skrupelloses Gemüt an den Tag zu legen. Lag es etwa daran, dass beide Brüder waren?
"Du sagst das als ... als wäre das ... als wäre das völlig harmlos", erwiderte Azura mit unterdrücktem Entsetzen. "So als meintest du, jeder kann eine Blume gießen oder einen Brei essen oder Ähnliches."
"Ja. Genau so sage ich es", entgegnete Emmyth mit einer Schlichtheit, die ihre Befürchtung bestätigte. Doch der Dunkelelf schien empathisch genug, ihr Unbehagen zu bemerken. Er zog Azura etwas dichter an sich und strich über ihren Arm. "Andunie ist friedlicher. Hier wird man nicht zum Meuchelmesser in die Wiege gelegt." Er blickte nach vorn und hinaus in die Nacht. "Ganz Celcia sieht in den dunklen Völkern nur eiskale Mörder. Vielleicht haben sie damit sogar Recht, aber ausgesucht haben wir es uns nicht." Für einen Moment klang er verbittert darüber, in diese Ecke gedrängt zu werden. Vielleicht wäre er auch lieber auf schöne Tanzbälle gegangen als sie in ein Blutbad zu verwandeln. Ob Emmyth schon einmal getötet hatte? So wie er die morgerianische Lebensweise darstellte, schien kein Dunkelelf zu existieren, der nicht mindestens ein Leben auf dem Gewissen hatte. Es klang grauenhaft und etwas, über das Azura wohl lieber nicht nachdenken wollte. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die entdeckte Perle, ihre Nachricht und die Erkenntnis, dass auch Emmyth die Botschaft nun kannte, weil er die glatte Oberfläche ihres Kleinods ebenfalls berührt hatte.
Um sich von alldem ein wenig zu erholen, kehrten beide dem Fenster den Rücken. Emmyth ließ es dennoch offen. Der neue Morgen begrüßte Andunie mit einer sanften Brise von Meeresseite. Sie duftete leicht salzig, erfrischte und vertrieb die Aromen, die sich gerade im Salon über Nacht sehr geballt hatten. Das bewies, dass Corax' Strand wirklich nur eine Illusion gewesen war. Geliebt hatten sie einander am Ende doch in diesen vier Wänden. Es war schön gewesen, so dass Azura die Nähe zu ihrem Raben bereits schmerzlich vermisste, auch wenn sein Bruder ihr Wärme und Geborgenheit spendete. Mehr noch, denn ihre Nähe bewirkte etwas bei dem erst kürzlich offiziell zum Mann gewordenem. Seine Zärtlichkeiten schlugen einen immer unzüchtigeren Pfad ein, bis seine Finger jenen zwischen ihre Schenkel fanden und sich dort liebkosend versenkten.
"Hör auf, Emmyth, die Sache ist ernst!"
"Aber du bist so verführerisch und schön", erwiderte er, während er sanfte Küsse um ihre Brust setzte. Verstohlen schaute er dabei zu ihr auf. Auch seine Augen konnten wie Rubine in der Nacht funkeln, vor allem, wenn Lust das Glimmen darin zum Glühen brachte. "Du machst mich wahnsinnig vor Sehnsucht." Das hatte Corax ihr nie so gesagt. Ihn machte sie maximal wahnsinnig, allerdings war er auf körperlicher Basis auch deutlich erfahrener als sie selbst oder Emmyth. Der jüngere Bruder hatte nun einmal Blut geleckt und wollte mehr davon. Er konnte sich kaum mehr zurückhalten. Schon stimulierte er jede noch so empfindliche Stelle in Azuras Schoß mit seinen Fingern. Sie erweichte, so sehr sie sich auch zu konzentrieren versuchte. Aber auch hier wusste Emmyth, jeglichen Ernst ein wenig zu mildern. Er sprach ihr nicht nur seine Utnerstützung zu, sondern nahm ihr auch die Furcht vor einem möglichen Fehler durch ihren Aktivismus. Corax durfte bei seiner eigenen Mission nicht entdeckt werden. Untätig wollte die Zurückgelassene aber auch nicht bleiben. Emmyth schlug vor, statt eines Offiziers einen Spion auf seine Fährte zu senden. Azura hingegen hielt einen Boten für besser. Jemand, der ihm einfach eine Nachricht übermitteln könnte. Besser noch ein offizlell aussehendes Schreiben, das Alycide van Ikari aus der Gefangenschaft holte.
"Klingt plausibel. Das lässt sich bestimmt einrichten." Dass dies nur über Kontakte funktionieren würde, wussten sie beide. Emmyth wollte sogar so schnell wie möglich ein Essen veranstalten, bei dem man etwaige Unterstützer mit Einfluss um den Finger wickeln könnte so wie er es gerade mit Azura tat. Ihr Blut geriet schon wieder dermaßen in Wallung, dass ihr Schoß unter der Zuwendung des Elfen geschmeidig und gut durchblutet wurde. Sie spürte das Pochen, welches sich danach sehnte, erneut von seiner stattlichen Größe ausgefüllt zu werden. Sie konnte sich dem nur noch nicht hingeben, solange die Details nicht geklärt wären. Außerdem musste sie Emmyth mehr als einmal zügeln. Er war noch zu ungestüm. Es wäre falsch, ihn in seiner Übung jetzt zu unterbrechen. Er musste üben - viel und hoffentlich viel an ihr. Seine Finger fühlten sich so gut an!
Azura packte ihn an den Schultern und schob ihn zurück. Überrascht folgte Emmyth der Bewegung. Seine feuchten Fingerpsitzen entglitten ihrer warmen Mitte. Sie glänzten ähnlich hell wie die Lust in seinen Augen. Er schaute sie wie ein Gefolterter an, der gleich um Gnade winselte. Azura konnte nicht bestreiten, dass sie der Anblick erregte.
Sie erhob sich und bei jedem Schritt hinüber zu einem der kleinen Tische spürte sie ihr eigenes Verlangen als feuchtes Rinnsal ihre Innenschenkel hinablaufen. Am Tisch angekommen, küsste sie die Perle wie zum vorübergehenden Abschied. "Entschuldige, du musst kurz warten. Ich muss deinem kleinen Bruder ein paar Manieren beibringen!" Die Oberfläche behielt ihre mattweiße Farbe mit dem sanften Regenbogenschillern. Solange die Perle nicht schwarz würde, ging es Corax gut. Darauf musste und konnte Azura nun vertrauen. Sicherlich würde er ohnehin etwas Zeit brauchen, den Kosral zu erreichen, auch wenn er möglicherweise schon Stunden zuvor aufgebrochen war. Vor dem Abend mit dem geplanten Abendessen könnte sie ohnehin nichts unternehmen, also ließ sich die Zeit auch mit dem Bruder vertreiben. Sie kehrte zum Sofa und zu Emmyth zurück. Er hatte die Decke bereits von seinen Schultern rutschten lassen, lehnte gegen die Rückseite des Möbelstücks, die Beine ein wenig gespreizt. Dazwischen ragte stramm wie ein schwarzer Turm mit purpurnem Kuppeldach seine Männlichkeit hervor. Sie zuckte eifrig, als Azura sich näherte. Er hingegen stöhnte begierig, als sie ihn erklomm und seufzte enttäuscht, als sie sich nicht gleich mit ihm vereinte.
Stattdessen umschlang sie seinen Hals, griff in seinen Schopf und schaute ihn mit einem wachsenden Feuer in ihren eigenen Augen an, dass ihm sichtlich der Atem stockte. "Emmyth Faelyn, ich gewähre dir einen schnellen Ritt. Danach er ich Frühstück und etwas zum Anziehen!"[/i]
Er stöhnte wieder, da ihn nicht nur mit Worten antrieb, sondern auch ihren Schoß an dem seinen entlang gleiten ließ, um für anregende Reibung zu sorgen. "Was immer du willst", lechzte er nach ihr und umklammerte schon ihre Hüften. "Das schönste Kleid sollst du haben. Du sollst von silbernen Tellern die kostbarsten Speisen gereicht kriegen und ... du sollst nur den edelsten Tropfen in deinen Körper aufnehmen." Dass er damit nicht nur andunischen Apfelwein meinte, verdeutlichte er, als er Azura in Position schob und sich - frech wie sein Bruder - in ihren Leib stieß. Er gurrte vor Lust, als er ihre warme Enge spürte und ruckte noch einmal nach, bis er ganz von ihr umschlossen wurde. Sie fühlte seine Bereitschaft als stetiges Zucken in ihrem Körper. Es würde wohl wirklich nur ein kurzer Ritt werden. Emmyth wagte es, das Spiel mitzuspielen. "Dein Hengst ist bereit", gluckste er. "Aber er ist ungezähmt und wild." Schon bockte das ... Tier auf und ließ sie gehörig in ihrem Sattel straucheln. Ihn hingegen stimulierte jede noch so kleine Bewegung dermaßen, dass er jetzt schon den Kopf in den Nacken legte und brünftige Laute von sich gab. Aber nur kurz. Schon kehrte sein Blick zu Azura zurück. Er musste sie einfach ansehen. Er konnte offenbar nicht anders. "Schöner als jede Feenkönigin Celcias", säuselte er, lächelte. Man sagte ja, Liebe ging durch den Magen. Bei Emmyth musste man diese Redewendung wohl abändern. Seine Augen funkelten, außerdem blickte er erneut ein wenig dümmlich drein, gleichermaßen aber auch so erregt, dass es dem Gesamtbild etwas verspielt Verruchtes gab. Fest stand, dass er sich mehr als nur zu Azura hingezogen fühlte. Er wollte sie und das wohl immer wieder. Die Abwesenheit seines Bruders konnte sein Begehren nicht schmälern. Er sah glücklich aus, als hätte er ohnehin alles um sich herum gerade vergessen. Es gab nur ihn und Azura, die er jetzt in eine innige Umarmung zog. Es kam nicht einmal mehr auf den Ritt an sich an, den sie ihm versprochen hatte. Er hielt sie eng an sich gedrückt, sog ihren Duft auf, setzte seinen eigenen auf sie ab und genoss ihre Wärme. "Bis zum Abend ist noch so viel Zeit", raunte er ihr ins Ohr. "Lass uns das Frühstück ausfallen lassen und lieber experimentieren, in wie vielen Positionen wir den Gipfel erklimmen können."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Sonntag 11. August 2024, 19:11

Die junge Frau bevorzugte es zu verdrängen, was ihr unangenehm war. Dazu gehörte auch die Fähigkeit ihres Raben, anderen ernsthaften, mitunter tödlichen Schaden zu zufügen. Einmal hatte er es in ihrem Beisein getan, um Schaden von ihr abzuwenden, auf dem Schiff, bei dem widerlichen Kapitän, der ihr Gewalt hatte antun wollen. Dafür war sie ihm dankbar und dennoch war dies ein Moment gewesen, den sie umso massiver verdrängen, tief in sich vergraben wollte.
Andere Situationen hatte er ihr erzählt oder hatte sie bei der erzwungenen Rückblende in seine Vergangenheit zu sehen bekommen. Und bei einer... war sie selbst beteiligt gewesen, hatte dazu beigetragen, ein Leben zu nehmen. Zur Selbstverteidigung und zum Schutz anderer. Zwar war sie dabei nicht allein gewesen und hatte nicht den endgültigen Stich geführt, allerdings hatte sie mitgewirkt. Somit war auch Azura dazu fähig.
Trotzdem war diese Fähigkeit mit einem erheblichen Schaudern voller Unwohlsein verbunden. Erst recht, wenn jemand so selbstverständlich darüber sprach, wie Emmyth es gerade getan hatte. Mehr noch, er bestätigte diese Ansicht und das bedrückte sie, sorgte dafür, dass sich in ihrem Magen ein Knoten zu bilden begann.
Doch der jüngere Faelyn war nicht gänzlich emotional verdorben, denn anstatt von ihr zu verlangen, dass sie sich darüber nicht so echauffieren sollte, hielt er sie fest und schützend im Arm und sprach beruhigend auf sie ein. Nun gut, vollkommen harmlos war es nicht, was er ihr da sagte, aber es half ihr, dieses Thema wieder zu verdrängen, bis zum nächsten Ausbruch eben. Obendrein gab es etwas ganz anderes, das sie abzulenken verstand, die Perle, die Corax ihr hinterlassen hatte mitsamt einer darin versteckten Botschaft.
Und als wäre das nicht schon hilfreich genug, zeigte Emmyth, dass das Bisschen an Schlaf ausgereicht hatte, um seine Säfte wieder zum Fließen zu bringen. Oder zum Schießen? Nein, soweit war es noch nicht, jedoch waren seine Sinne eindeutig schon auf dieses Ziel fokussiert, während sie noch ganz anderes bedenken und besprechen wollte.
Schon tadelte sie ihn wieder einmal und bekam im Gegenzug ein Kompliment, dem sich ihr Ego kaum entziehen konnte, inklusive anregender Küsse und einem Blick, der sie wohlig seufzen ließ. Um dem Ganzen noch einen Satz hinterher zu schieben, der sie einen flüchtigen Atemzug lang stutzen und blinzeln ließ. Schon fand er wieder eine empfindlichere Stelle und entlockte ihr den nächsten wohligen Seufzer.
Ihre Gedanken allerdings waren noch bei seinen Worten, die sie so noch nicht zu hören bekommen hatte und die ihrem Selbstbewusstsein einen gewaltigen Schub verpassten. Natürlich kannte sie derartige Formulierungen, hatte diese mit Vorliebe ihren Galanen auf die ein oder andere Weise entlockt. Dennoch hatten sie niemals derart... ehrlich gewirkt und sie dermaßen erreichen können wie jetzt von Emmyth. Und ihr gleichermaßen auch einen Hauch von Neid bescheren können.
Von ihrem Raben hatte sie das noch nie so direkt zu hören bekommen, dazu war er teilweise viel zu... beherrscht und abgebrüht. Ja, er zeigte ihr sein Begehren und seine Gefühle auf mannigfache Arten und auch das tat ihr gut und konnte sie allmählich vollumfänglich erwidern. Aber nie hatte... hatte er ihr so wie sein jüngerer Bruder das Gefühl gegeben, nicht diejenige zu sein, die ihm unterlegen war. Hier mit Emmyth war sie es, die schon mehr erlebt hatte, von der er lernen konnte und wollte, während ihr Rabe ihr so... so viel voraus hatte und sie öfters die Befürchtung hegte, dass sie niemals seine Stufe würde erreichen können.
Ein Glück, dass ihr derzeitiger Gespiele nichts von ihren Grübeleien mitzubekommen schien, denn er machte unerbittlich weiter und brachte somit auch ihre Säfte erneut in Wallung, was jegliches Denken erschwerte. Auch, was die Unterstützung und Rettung des Älteren betraf, obwohl sie sich alle Mühe gab, zumindest dabei den Faden nicht zu verlieren.
Als ihr klar wurde, dass er nicht aufhören würde... nicht aufhören sollte, gab sie nach. Wenngleich noch eine Kleinigkeit zu tun war, weswegen sie sich kurzzeitig noch einmal von ihm lösen musste. Das empfand sie einfach als notwendig und nur fair gegenüber Corax' Geschenk, um es in Sicherheit zu wissen während ihres Vorhabens. Nicht allzu lange ließ sie Emmyth warten und war sich dabei jeden Herzschlag über bewusst, dass er sie mit seinen Blicken verschlang. Wodurch sie sich instinkiv noch mehr um verlockende Bewegungen bemühte, sich bewusst mit gestreckten Beinen und nur halb abgewandt von ihm zum Tischchen hinunter beugte.
Nach ein paar geflüsterten Worten kehrte sie zu ihm zurück und setzte sich bestimmend auf seinen Schoß, mit Absicht, ohne ihn dabei in sich aufzunehmen. Stattdessen kam sie ihm auf andere Weise nahe und stellte ihre Forderungen mit einem feinen, unheilvollen und zugleich vielversprechenden Schmunzeln auf den Lippen. Denn sein Blick und seine Reaktion waren so erregend, dass sie selbst kaum noch an sich halten wollte.
Jedoch wollte sie ihm auch nicht sofort alles schenken, was er begehrte, um ihn ein wenig darben zu lassen und seine Grenzen austesten zu können, wie lange er sich beherrschen konnte. Nur, weil er sie schon einmal... eine ganze Nacht lang erobert hatte, hieß das noch lange nicht, dass er sie sofort und jederzeit wieder haben konnte! Nun ja... nicht immer zumindest!
Obwohl sie an ihrer eigenen Beherrschung massiv kratzte, als sie ihn mit ihrer eigenen Perle streichelte und seinen Griff an ihrer Hüfte spüren konnte. Oh, sie mochte es, von diesen dunklen Fingern gepackt und dirigiert zu werden! Schon fiel auch ihr es schwerer, seinen Worten einen Sinn zu geben, sodass sie anfangs lediglich zustimmend nicken konnte.
Erst bei den edelsten Tropfen musste sie kichern, ehe dieser Laut in ein langgezogenes Stöhnen überging, als er sie überrumpelte und kurzerhand eroberte, was sie ihn vorerst noch hatte vorenthalten wollen. Ihr Kopf legte sich wie von allein in den Nacken und nun war es gut, dass ihre Arme um seinen Nacken lagen, weil sie sich auf diese Weise festhalten konnte, bis sie ihre Balance wieder gefunden hatte. Sie spreizte ihre Beine ein wenig weiter, um ihn bis zum Anschlag in sich aufnehmen zu können, während er von sich aus, die selbe Richtung anstrebte. "Oh ja!", keuchte sie und ließ ihr Becken ein wenig kreisen, als müsse sie noch den richtigen Winkel für ihren Ritt ausloten.
Als sie ihren eigenen Kopf wieder anheben und ihn ansehen konnte, weil sie gerne seine Mimik dabei beobachtete, ließ nun er seinen zurück sinken. Erneut erschien ein Schmunzeln auf ihren Lippen. Sie löste einen Arm und strich mit ihren Fingerspitzen seine Wange entlang über seinen Hals, als verfolge sie seine Hauptschlagader, bis hinunter zu seinem Brustkorb, dicht über seinem Herzen, das sie heftig pochen spüren konnte. Wäre er Corax gewesen, hätte sie jetzt nach einem Kuss geangelt, aber bei dessen Bruder hatte sie diese Grenze bislang noch nicht zu überschreiten gewagt. Warum, wusste sie nicht zu sagen.
Und auch jetzt würde sie es nicht tun, sondern wollte ihn weiter beobachten und seine Mimik bei jeder einzelnen Stufe seiner Ekstase studieren. Das war jedenfalls ihr Vorhaben, als er ihr seine Gedanken mitteilte und auch sie damit zum Kichern brachte. "Hengst, so, so...", schnurrte sie und wollte sich gerade bereit machen, ihn ein wenig zu zureiten, als er etwas sagte, das es in ihrem Kopf Klick machen ließ.
Azura konnte die Idee, die durch einige ineinander greifende Rädchen entstanden war, nicht sofort greifen, denn ihr wilder Hengst bockte und sie musste sich festklammern, um den Halt nicht zu verlieren. Ihre Schenkel drückten instinktiv fest gegen ihn und ihre Finger gruben sich in seine Haut. Als diese... Unruhe abebbte, lockerte sie ihren Griff und kicherte, gab ihm einen Klaps auf die malträtierte Stelle und küsste sie daraufhin. "Du bist so ungezogen!", raunte sie und knabberte sanft an seiner Haut.
Als sie sich wieder aufrichtete und den zweiten Arm zurück um seinen Nacken schlang, gab sie ihm mit ihrem Becken eine kleine Kostprobe ihrer Reitkünste. "So ein unartiger Hengst!", schnurrte sie und drohte, in seinem roten Blick zu versinken. Aber da lauerte noch diese Idee in ihrem Hinterkopf, die das nicht zulassen zu wollen schien.
Gurrend musste sie lachen bei seinem Kompliment und lehnte ihre Stirn dabei an seine, das Äquivalent für ihn zu einem Kuss. "Ihr Faelyns! Der eine vergleicht mich mit einer Göttin, der andere wie eine Fee!", säuselte sie und räkelte sich wohlig bei all diesen Komplimenten. Schon legte er seine Arme um sie und sie schmiegte sich bereitwillig an ihn, ohne darauf zu vergessen, auch ihre Hüfte zu nutzen. Wobei er sie gerade gehörig in der Bewegung einschränkte, sodass sie auf eine andere Methode umstieg und sich innerlich anspannte, um seinen Speer noch enger zu umschließen.
Das hätte sie wohl noch ein paar Mal so gemacht, wenn er ihr nicht einiges ins Ohr geraunt hätte, das sie leise kichern ließ. "Du bist niedlich!", hauchte sie zurück und beugte sich neben ihn, um an seinem Ohrläppchen zu knabbern. "Wie viele Feste hast du schon organisiert, hm? Weißt du, wie viel es da zu organisieren und bedenken gibt?", säuselte sie neckend und fuhr mit der Zungenspitze seinen Kiefer entlang den Hals hinab bis zu seinem Schlüsselbein. Dabei machte sie einen runden Rücken und verschaffte sich auf diese Weise etwas Platz für ihren Ritt.
Wie im vollen Galopp bewegte sie ein paar Mal ihre Hüfte schräg von oben nach vorn runter und blies ihm dabei ihren Atem heiß gegen die dunkle Haut. "Ja, ja, wild und ungestüm, bist du, und...", keuchte sie und hätte noch mehr gebrabbelt übers Zureiten und ähnliches, wenn dies nicht das Stichwort für ihre zuvor geborene Idee gewesen wäre, endlich greifbar zu werden.
Plötzlich stockte sie, riss die Augen auf und keuchte. Dann richtete sie sich auf, sah ihn direkt an und legte ihre Hände auf seine Wangen. "Das ist es! Oh, Emmyth, das ist es! Du bist ein Genie! Das ist die Rettung!", jubelte sie strahlend... und küsste ihn voller Euphorie auf die Lippen.
"Dafür hast du dir einen wilden Ritt verdient!", gurrte sie voller Leidenschaft. Sie griff entschlossen in sein Haar und zeigte ihm, zu was ihre Hüfte imstande war. Dabei konnte sie jedoch jetzt, da dieser Gedanke zur Rettung ihres Raben und ihres Stiefvaters Fuß in ihrem Bewusstsein gefasst hatte, nicht mehr vollkommen darauf einlassen.
Es gefiel ihr und fühlte sich herrlich an, und trotzdem konnte sie sich nicht mehr so fallen lassen. Für einen eigenen Höhepunkt würde sowieso alles viel zu schnell gehen, dabei fehlte dem jüngeren Faelyn noch das Durchhaltevermögen. Ihre Gedanken rasten, es arbeitete fieberhaft hinter ihrer Stirn.
Solange, bis sie innerlich über sich selbst erschrak, weil sie noch einen anderen Faden zu fassen bekam. Vorhin schon war es ihr in den Sinn gekommen, dass sie bei Emmyth die Stellung hatte, die ihr gegenüber sonst Corax einnahm. Und wie dessen Bruder war sonst sie es oft, die um mehr Wiederholungen bettelte und alles daran setzte, um noch weitere Aufmerksamkeit zu erhalten, egal, wie häufig sie es zuvor schon getan hatten. Ohne darüber nachzudenken, ob er anderes im Kopf hatte oder es etwas zu tun gab. Nun war es umgekehrt und sie... war nicht völlig bei der Sache. Ob es ihrem Raben mit ihr auch manchmal so erging?
Das schlechte Gewissen wollte in ihr hochsteigen und sie bemühte sich, auf der Zielgeraden sich auf den Dunklen zu konzentrieren. Schon spürte sie, dass er der Klippe entgegen sprang, und sie beugte sich dicht zu seinem Ohr, um ihn auffordernde Worte hinein zu stöhnen, so, wie sie es letzte Nacht getan hatte. Es ließ sie sich noch verruchter fühlen und sie glaubte, dass es ihm auch gefiel. So oder so, es war unmissverständlich zu spüren, als er ihr seinen edelsten Tropfen schenkte.
Zwar entzog sie sich ihm daraufhin nicht sofort, aber nach ein paar abschließenden Bewegungen entwischte sie seinen Fingern schnell, ehe er auf die Idee kommen konnte, sie in die nächste Stellung zu bugsieren. Unruhig begann sie, vor seinen Augen auf und ab zu laufen, während ihre Überlegungen sich zu überschlagen drohten. "Ich hoffe, das kühlt dich ein wenig ab, mein wilder Hengst, aber wir haben nicht viel Zeit! Einladungen müssen geschrieben und zugestellt werden, noch vor Ende der Frühstückszeit, sonst ist es unhöflich! Schreibst du sie selbst? Oder hast du einen Sekretär, einen Diener dafür? Oder gar Vordrucke? Die Finger müssen glühen, unbedingt!", sprudelte es aus ihr heraus.
Unaufhörlich drehte sie ihre Runden vor ihm, schüttelte manchmal das Haar aus, weil es ihr ins Gesicht fiel, achtete nicht auf das Wippen ihrer nackten Brüste oder auf die Tatsache, dass sein kostbarer Saft ihre Schenkelinnenseiten entlang lief und dort verräterisch glitzerte. "Und ich... ich brauche Unterstützung.", fuhr sie gedankenverloren fort und war sich sicher, dass ihre Mutter dafür bereit erklären würde. "Aber ja, so kann es klappen, das muss es einfach!" Sie nickte sich entschlossen zu.
Nun blieb sie abrupt stehen, entweder allein wegen ihrer Gedanken oder weil Emmyth sie aufhielt. Wie auch immer, daraufhin wandte sie sich ihm direkt zu und suchte seinen Blick, schlang die Arme um seinen Nacken und kraulte ihn dort ein wenig, als wäre er ein Kätzchen, das seine Streicheleinheiten bekam. "Welche Kontakte hast du hier in Andunie? Können wir auch die von deinem Vater anzapfen? Ihr seid Forscher, hast du gesagt... Da habt ihr sicher auch Verbindungen zu Händlern, nicht wahr?"
Rasch winkte sie ab, um jeglichen möglichen Einwand sofort abzuwehren. "Ja, ja, ich weiß, bei euch Dunkelelfen zählt nur das Militär und so, aber glaube mir, Handelsbeziehungen sind wichtig... sind mächtig! Sie haben Einfluss, glaube mir, viel mehr, als du ahnst! Damit locken wir sie und damit können wir helfen!" Ihre Augen funkelten voller Zuversicht und dem sicheren Glauben daran, endlich etwas Sinnvolles tun zu können.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. August 2024, 14:39

Azura stutzte, als Emmyth ihr geradezu offen darlegte, wie verrückt sie ihn doch machte - nicht auf eine negative Art und Weise, obwohl er sichtlich darunter litt, dass sie sich nicht schon wieder und sofort mit ihm vereinte. Sein Körper lechzte nach ihrer Nähe und dem nächtlich zuvor Erlebten. Sein Blick verriet ihr, wie gern er die Welt nun einfach ausblenden und sich seiner Lust hingegen wollte, mit ihr zusammen. Sie brachte den jüngeren Faelyn wahrlich um den Verstand. Beim Bruder war das gewiss auch der Fall, doch Corax hielt sich mit romantisch erregten Komplimenten sehr zurück. Das bedeutete nicht, dass er seine Gefühle nicht preisgab. Wie oft hatte er Azura inzwischen schließlich schon seine Liebe gestanden, nachdem auch die letzten Bande der widerlichen Stockmännchen gebrochen und er überhaupt erst dazu in der Lage gewesen war. Bei seinem ersten Liebesschwur war er noch blutüberströmt an Bord des Schiffes zusammengebrochen und sie hatte sein Ende befürchtet. Seitdem aber lebte er es aus und zögerte nicht, ihr zu sagen, dass er sie liebte. Aber Komplimente der Art wie Emmyth sie ihr offenbarte, kamen dem älteren Bruder nicht über die Lippen. Vielleicht lag es mitunter daran, dass Emmyth vollkommen überwältigt von den Emotionen war, die sein erstes Mal in ihm auslösten. Kein Wunder also, dass er mental erneut darin eintauchen wollte, so wie sein Leib es bei Azuras Schoß begehrte.
Endlich setzte sie sich auf ihn, hielt ihr Becken aber in der Schwebe über seinem besten Stück. Das zuckte fast beleidigt, musste jedoch nicht lange darben. Beide spielten ein wenig miteinander, bis Emmyth es nicht länger aushielt und sich von unten in die enge Wärme von Azuras Leib stieß. Ihr Kopf legte sich in den Nacken und kehrte erst in die Ausgangsposition zurück, als er ihre Bewegung nachahmte. Leise und im Rhythmus seiner Stöße gurrend genoss er ihre erneute Verbundenheit. Azura konnte seine Mimik nicht vollständig sehen, wohl aber, dass es ihm gefiel, erneut in ihr zu sein. Er wirkte auf diese widersprüchliche Weise entspannt und so weich, während sein härtester Part ihr Innerstes mit reichlich Reibung versah.
Als sie seine Brust berührte und darunter sein Herz kräftig und wild hämmern fühlte, hob Emmyth erneut den Kopf an. Sein Blick suchte den ihren, konnte aber nicht lange dort verweilen. Er genoss nun nicht nur den Ritt, sondern auch ihre wippenden Brüste direkt im Sichtfeld.
"Hengst, so so...", schnurrte Azura und er konterte es sofort mit einem Grinsen, sowie: "Ein hungriger Hengst." Schon schnappte er nach vorn, um sich an den reifen Früchten zu laben, die sie ihm so willentlich entgegen streckte. Er speiste vorzüglich, knabberte und leckte, aber Azuras Verstand konnte nicht aussetzen. Seine vorherigen Worte - welche auch immer es waren - lösten etwas in ihr aus. Sie hatte sprichwörtlich einen Geistesblitz und die Erkenntnis darüber hob sie noch höher als der erneute Akt es konnte. Im Gegensatz zum brünftigen Hengst erreichte sie nämlich dieses Mal nicht wieder die Klippe, um sich in selige Tiefe zu stürzen. Dafür war Emmyth noch viel zu unkonditioniert. Er kam weit vor ihr und sie spürte, dass sich innerhalb der kurzen Zeit auch nicht allzu viel Druck hatte aufbauen könnten. Die seit seiner Pubertät wohl angestaute Ladung hatte der Elf letzte Nacht bis auf die letzten Reserven verschossen. Trotzdem sank er befriedigt und unter einem erleichterten Seufzen zurück, als es vorbei war.
Azura hingegen konnte sein Gesicht gar nicht schnell genug ergreifen. "Das ist es! Oh, Emmyth, das ist es! Du bist ein Genie! Das ist die Rettung?"
"Hehe, war ich so gut?", frotzelte er, aber Azura unterbrach ihn schnell ... und ließ ihn wahrlich stocken. Er hatte nicht damit gerechnet, von ihr geküsst zu werden und schon gar nicht auf diese euphorische Weise. Er wusste überhaupt nicht, die Geste zu erwidern, so sehr überrumpelte sie ihn. Und er starrte ihr noch nach, mit leerem Leib und leerem Verstand, als sie sich bereits löste, um wild im Raum umher zu marschieren. Sie hatte ihm gegeben, was sie versprochen hatte: einen wilden und schnellen Ritt. Es lief sogar so schnell, dass ihr Geist sich bereits wieder mit anderen Themen befasste. Während sie umher stolzierte, grübelte sie schon, wie schnell sich eine Festivität organisieren ließ und was man alles brauchen würde. Außerdem besann sie sich auf die höfische Etikette, die spontane Einladungen zwar zuließ, aber mindestens einen halben Tag Zeit spendierte, damit jeder sich auch halbwegs fein herausputzen konnte. Es wäre wohl noch besser, einen oder zwei Tage Aufschub zu geben ... aber könnte Corax so lange warten? Wie weit war es von Andunie bis nach Kosral?
Azura hatte den Ort niemals aufgesucht, kannte wohl aber seinen Namen. Jedoch war Jahre lang immer von den Ruinen Kosrals die Rede gewesen und erst jüngst schienen sie sich wieder zu einer Stadt erhoben zu haben. Das war kurz vor der Belagerung Andunie durch die dunklen Völker. Vermutlich hatten sie die Ruinen hergerichtet und zu einem militärischen Stützpunkt gemacht. Kosral befand sich inmitten des Waldes Neldoreth, nahe der natürlichen Grenze zum Wald Arus. Corax würde die gesamte Stille Ebene durchreisen müssen. Ein paar Tage hätten sie wohl Zeit. Dennoch müsste ein Verfolger - ganz gleich, ob Offizier, Bote oder gar sie selbst - diese Zeitspanne ebenfalls überwinden.
In Azuras Kopf kreisten die Gedanken. Emmyths Kopf war leer. Er hörte ihre Worte, auf die er schon während ihres schnellen Liebesspiel nicht hatte antworten können. Er beobachtete sie und verlor sich nur allzu schnell erneut in ihrer Nacktheit. "Wie schön du bist", säuselte er noch vollkommen im berauschten Nachhall seiner Lust gefangen. "Am liebsten würde ich dich nie wieder Kleidung tragen lassen ... ich könnte dir stundenlang zusehen, wie dein hübscher Körper an mir vorüberzieht ... diese straffen Schenkel, der kleine Hintern ... deine leckeren Brüste ... der heiße Schoß..." Erneut sefuzte er auf, berührte sich selbst und stellte fest, dass nun wohl endgültig alle Munition verfeuert worden war. Vielleicht kämen sie am Abend oder in der Nacht erneut zusammen. Dass er Azura aber auch ohne mithilfe seiner Triebe begehrte, bewies er auf diese Weise sehr gut.
Sie fand jedoch nicht aus der Planung heraus und Emmyth war aufmerksam genug, es zu bemerken. Er brauchte dafür im Moment einfach nur etwas länger. Plötzlich stutzte er, nickte und drückte sich in eine weniger lässige Sitzposition. "Jeglichen schriftlichen Verkehr und jede Art von Korrespondenzen lasse ich natürlich durch den Haus eigenen Schreiber erledigen." Emmyth machte sich nicht selbst die Hände schmutzig, nicht einmal durch Tinte. "Aber du hast Recht, meine Teure. Für ein Frühstück ist es reichlich zu spät. Vielleicht sollten wir ein abendliches, kleines Bankett mit Wein und Tanz aufstellen. Unser Anwesen besitzt einen großen Weinkeller mit erlesenen, andunischen Tropfen ... nun, mir schmecken sie zumindest." Er gluckste. "Unser Vater wollte tatsächlich in die Weinherstellung, vor allem den Handel, einsteigen, aber sein Zustand ... nun, ich bin dafür nicht gemacht. Auch in diese Richtung plante ich ursprünglich eine Festivtät mit Kontakten bald. Wenn wir die Ressourcen für dieses Bankett nutzen, braucht es wahrlich nur neue Einladungen ... und einen passenden Aufzug für dich. Du musst ausstaffiert und schön sein, damit du alle verzauberst." Er lächelte. "So wie mich." Dann verfiel er erneut in Schweigen, vergaß jede Idee für irgendein prachtvolles Abendkleid. Vermutlich würde er Azura wirklich am liebsten nur noch splitterfasernackt sehen. Seine Augen verfolgten jede ihrer Bewegungen. Plötzlich aber schnurrte er: "Meine Feenkönigin sollte ein Kleid aus Blütentau und Zauberstaub tragen..."
Auf einmal erhob er sich, kam zu ihr und blieb hinter ihr sehen. Seine bloße Präsenz genügte, damit Azura innehielt. Er stand hinter ihr, strahlte Körper eigene Wärme aus und seufzte seinen Atem gegen ihr Haar, das alles andere als wohl frisiert war. Und dennoch nannte er sie schön, seine feenhafte Regentin ... die ihn um den Verstand brachte. Azura drehte sich ihm zu und Emmyth schob ihr sofort eine Strähne hinter das Ohr, bevor er sacht einen Arm um sie legte. Azura erwiderte es, indem sie ihrerseits beide Arme um seinen Nacken schlang. Erneut waren sie einander so nahe. Er seufzte angeregt.
"Welche Kontakte hast du hier in Andunie? Können wir auch die von deinem Vater anzapfen?"
"Ich möchte dich küssen, dieses Mal bewusst", murmelte er, wanderte mit seinem rubinroten, verträumten Blick über ihr Gesicht und blieb an ihren Lippen hängen.
"Ihr seid Forscher, hast du gesagt ... Da habt ihr sicher auch Verbindungen zu Händlern, nicht wahr?"
Emmyth stutzte. "Was? Oh ... ja ... noch nicht so viele hier, aber ich wollte aufgeschlossen sein wie mein Vater und ... menschliche Kontakte knüpfen. Enge ... Kontakte..." Er neigte sich vor, wagte aber nicht, sich einfach einen Kuss zu stehlen. Doch Corax' Abwesenheit ließ ihn zumindest wagemutiger werden. Es fehlte nur ein letzter Schubs, damit er Azura Lippen versiegeln könnte. Diese Lippen, die so viel sprachen, was ihm gerade überhaupt nicht in den Kram passte! Entsprechend schaute er sie an, aber Azura interpretierte seinen Ausdruck anders. "Jaja, ich weiß, bei euch Dunkelelfen zählt nur das Militär und so, aber glaube mir, Handelsbeziehungen sind wichtig ... sind mächtig! Sie haben Einfluss, glaube mir, viel mehr als du ahnst! Damit locken wir sie und damit können wir helfen!"
"Ich glaube dir", entgegnete er ohne jeden Zweifel. Er würdigte sie nicht herab oder sah sie als naiv, zu jung oder nicht in der Lage an, etwas zu unternehmen. Jedenfalls nicht auf diesem Gebiet. Er ... glaubte ihr einfach. Und dann küsste er sie. Es kam über ihn, er überschritt die Grenze, die er sich selbst gesetzt hatte, weil Azura eigentlich ganz seinem Bruder gehörte und er nur das Privileg besaß, körperliche Reize mit beiden erleben zu dürfen. Doch er konnte gerade nicht an sich halten. Zu verführerisch nahe waren ihre Lippen, die er nun - etwas unbeholfen - mit seinen liebkoste. Wenigstens kam die Zunge nicht zum Einsatz. Emmyth war wirklich noch nicht erfahren, um jemals so weit gekommen zu sein wie es schien. Aber es steckte eine Sehnsucht dahinter, die langsam gestillt wurde, je länger er den Kuss aufrecht erhielt. Trotzdem war er es auch, der ihn alsbald abbrach. "Ich weiß nicht, wie mein Bruder darüber denk. Deshalb ... behalte das einfach für dich. Ich werde auch nichts sagen. Ich konnte nur nicht anders ... es bleibt bei diesem einen Mal, wenn du das anstrebst", beteuerte er, leckte sich aber über die eigenen Lippen, um das Echo der ihren noch ein wenig zu schmecken.
"Nun verrate mir, was du genau vor hast. Offenbar willst du, dass ich dunkelelfische Händler einlade?"
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Samstag 17. August 2024, 17:20

Der jüngere Faelyn verhielt sich in etwa so, wie sie es gerne hörte und wie es ihrem Selbstbewusstsein unbestritten schmeichelte. So, wie es in einem der kitschigen, schmuddeligen Geschichten der Fall wäre, über die sie früher mit ihren Freundinnen gekichert hatte. Aber auch so, wie... wie sie es gegenüber Corax hin und wieder im Rausch der Liebe tun würde, während dieser viel zu erfahren und beherrscht war, um sich auf diese Weise zu benehmen.
Ja, er hatte ihr seine Gefühle, die sie endlich erwidern konnte, gestanden und das war schön gewesen. Doch es fehlte ihr diese allerletzte Aufgabe von Selbstbeherrschung, die bei Emmyth gar nicht zur Debatte zu stehen schien. Irgendwie... hatte sie den Eindruck, die Rollen wären vertauscht, und sie war sich nicht völlig sicher, was sie davon halten sollte, abgesehen davon, dass es ihrem Ego gut tat.
Ob es daran lag, was ihr Rabe alles hatte durchmachen müssen und wovor dessen kleiner Bruder bewahrt worden war in seinem goldenen Käfig? Daran, dass sie beide sich schlichtweg ähnlicher waren und dadurch auch eher vergleichbar reagierten? Oder... oder sollte sie endlich zum Grübeln aufhören und lieber diesen Speer zum Glühen bringen? Ja, das war eindeutig die angenehmere, unkompliziertere Wahl, um sich danach der Rettung ihres Liebsten und ihres Stiefvaters zu widmen.
Sie hatte ihm einen feurigen Ritt versprochen und ihr Hengst stand stramm dafür, also sollte sich das für ihn auch lohnen. Kichernd ließ sie sich auf seine Wortspiele ein und genoss trotz allem, wie er es ihr vergolt. Ihr Verstand allerdings arbeitete fieberhaft, soweit die Lust in ihren Adern mit ihrem Rauschen es nicht übertönte, denn er hatte ihr eine Faden in die Hand gegeben, der zu des Rätsels Lösung führen könnte. Langsamer als geplant rollte sie ihn allmählich auf, um ihm zu folgen.
Und dann, plötzlich, erkannte sie das Ziel und reagierte absolut euphorisch darauf, weil es ihr eine gefühlt tonnenschwere Last vom Herzen nahm. Jubelnd, während er seine letzten Tropfen in ihrem Schoß verteilte, griff sie nach ihm und küsste ihn auf die Lippen, wenig romantisch und dennoch voller ehrlicher Gefühle der Freude. Dass er davon überrumpelt war und es nicht erwiderte, entging ihr zwar nicht völlig, machte ihr jedoch auch nichts aus, weil es an ihren Empfindungen gerade nichts änderte.
Ohnehin ratterte es hinter ihrer Stirn bereits weiter und ließ ihren Körper unruhig werden. Sie brauchte einen Ausgleich, um ihre Gedanken in geordnete Bahnen lenken zu können, sodass sie sich von seinem Schoß erhob und seinen erschlaffenden Speer in der kühlen Morgenbrise verwaist zurück ließ. Voller Energie fing sie an vor seinen Augen hin und her zu laufen, während das schwächer werdende Licht im Raum durch das von der aufsteigenden Sonne ersetzt wurde.
Sie musste auf jeden Fall schnell sein, um die Einladungen verschickt zu haben, und danach, um das Fest zu organisieren. Es benötigte eine Speisefolge, die in der Kürze der Zeit zubereitet werden müsste, eine Sitzordnung, Musiker, ein geeignetes Kleid für sich selbst und ihre Mutter, die sie unbedingt dabei haben wollte und auch brauchte. Und dann musste sie sich auch noch so einige Spitzfindigkeiten ausdenken, um überhaupt Gehör für ihr Anliegen zu finden. Und, und, und! Es gab ja so viel zu tun! Wie viele Gäste diese Räumlichkeiten wohl fassen konnten? Oder würde das Wetter es erlauben, das Geschehen nach draußen in den Garten zu verlagern?
Natürlich wäre es einfacher, wenn sie noch ein paar Tage Zeit für die Planung hätte, aber das durfte sie nicht wagen. Corax war vielleicht schon vor ein paar Stunden aufgebrochen und selbst bis zum Abend hin konnte er allein eine gute Strecke zurück legen, die erst einmal aufgeholt werden musste. Ob er zu Fuß unterwegs war oder als Rabe? Hatte er sich womöglich ein Pferd genommen? Und was plante er, in Kosral zu tun, wie aufzutreten? Wenn sie wenigstens eine Möglichkeit hätte, um mit ihm zu kommunizieren, ihm zu sagen, dass sie Hilfe schicken würde und er nichts überstürzen sollte!
Bei ihrem Herumtigern fiel ihr gar nicht auf, wie er sie beobachtete und auch sein Kompliment entlockte ihr höchstens ein flüchtiges, gedankenverlorenes Lächeln in seine Richtung, ehe sie schon wieder in ihre eigenen Überlegungen versank und weiter marschierte. Wie gut, dass ihre Füße bloß waren, so waren ihre Bewegungen in dem verunreinigten Teppich leise und konnten nicht ablenken. Und vermutlich war es auch von Vorteil, dass das Fenster des Salons zum Garten hin wies, sodass sie niemand von draußen beobachten könnte. Es reichten die begehrlichen Blicke im Inneren, wenngleich lediglich von einem Augenpaar und nicht wie ersehnt von zweien.
Endlich stieg auch Emmyth in ihre ausreifenden Pläne mit ein und schaffte es damit, dass sie ihm mit zumindest einem Ohr zuhörte und nickte. "Gut, dann musst du ihn aufwecken und instruieren.", murmelte sie und war schon wieder weiter. Natürlich störte sie sich nicht daran, dass er nicht selbst keine Einladungen schreiben würde. Das war Frauen- und Dienersache, je nach Größe des Haushalts. Somit war das für sie geklärt und sie konnte sich anderen Punkten widmen.
Denen der junge Faelyn etwas Interessantes hinzu fügen konnte. "Wein, hm? Ja, der Handel ist wichtig, aber auch sehr ausgelastet, soweit ich weiß." Azura lächelte schief. "Unser Apfelwein ist berühmt, da wollen und können viele etwas von dem Kuchen haben. Auch Vater hat seine Beziehungen. Doch der Weinhandel reicht nicht, der ist bei uns nichts Besonderes.", fuhr sie fort und überlegte, was sie sonst noch über die Handelsgeschäfte von Alycide wusste. Nicht viel, abgesehen von den angestrebten Kontakte zu den Amazonen, für die sie hätte sorgen sollen nach ihrer Hochzeit... oder auch ohne. Sie musste unbedingt und dringend mit ihrer Mutter darüber sprechen!
Erneut erhielt sie ein Kompliment und schenkte ihm ein flüchtiges Lächeln dafür, ohne dadurch zur Ruhe zu kommen. Wieder nickte sie. "Ja, über das Kleid mache ich mir später Gedanken. Vielleicht muss ich wieder auf die Auswahl des Hauses Faelyn zurück greifen. Meine Garderobe ist..." Kurz stockte sie und seufzte leise, deutete ein Kopfschütteln an und unterließ es, sich bei ihm über den Überfall von seinesgleichen zu beklagen. "... etwas spärlich geworden.", umschrieb sie es stattdessen.
Schon sprang sie zu ihren eigentlichen Gedanken zurück. "Wir sollten Informationen über das Wetter einholen. Nach all dem Regen streben wir Andunier immer sofort hinaus, wenn es keinen gibt. Ich nehme an, bei euch Dunklen wird es nicht viel anders sein. Und der Garten hier ist schön, groß, herzeigbar.", sprudelte es bereits wieder aus ihr heraus.
Mit seinen geschnurrten Worten brachte er sie indes kurzfristig aus dem Konzept. "Hm?", machte sie und sah an sich herab, entdeckte das verräterische Glitzern bestimmter Säfte auf ihrer Haut, die allmählich trockneten und sich immer klebriger anfühlten. "Ich sollte eher ein Bad nehmen...", murmelte sie in sich hinein und wollte auch das auf später verschieben, um das Dringlichste endlich besprochen und in die Wege geleitet zu haben.
Da spürte sie hinter sich eine Präsenz, einen warmen, starken Körper, der ihr seinen Atem entgegen blies. Es ließ sie inne halten und sich zu ihm umdrehen. Ihr Blick wurde ein wenig fragend, als er ihr schon das Haar zurück strich, das längst jegliche Form und Glanz eingebüßt hatte, bei all der Verwirrung, die darin gestiftet worden war. Ihre Wangen röteten sich leicht bei dieser intimen Geste und sie senkte ihre Lider ein wenig.
Solange, bis er den Arm um sie legte und sie, instinktiv, die ihren um seinen Nacken schlang, ähnlich wie zuvor bei ihrem Ritt. Sie sah ihn erneut an und lächelte leicht, aber noch konnte sie ihre Überlegungen nicht ruhen lassen, um den Moment, die Nähe und den Halt, den er ihr bot, zu genießen.
Ein weiteres Mal sprudelte es nur so aus ihr heraus, ließ kaum Raum für das, was er ihr fernab dieses Themas gestand und dass er ihr näher kam oder ihr gar nicht mehr in die Augen schaute. Bei seiner anderen Ausführung hingegen nickte sie. "Ja, das ist der Grund für das Fest am Abend, aber jetzt geht es deine dunkelelfischen Kontakte. Die, die uns helfen wegen deinem Bruder und meinem Vater. Und... Moment, was hast du gesagt?" Nun stockte auch sie und meinte damit nicht, dass er ihr sein Vertrauen gestanden hatte. Da war was mit einem Kuss gewesen...
Blinzelnd suchte sie nach seinem Blick, den sie kaum einfangen konnte, weil er weiterhin ihre Lippen fokussierte und ihr auch näher kam. "Emmyth...", wagte sie noch einen Hauch von Aufbegehren dagegen, als sie sich auch schon trafen. Alles in ihr schrie dagegen an, wollte sie auffordern, das sofort zu unterbrechen, denn das stand ihm nicht zu! Sie hatten so viel miteinander geteilt und auch mit dem Einverständnis ihres Raben, doch ein Kuss war viel zu intim im Vergleich dazu!
Ihr Körper allerdings machte ihr einen Strich durch die Rechnung, denn auch wenn er unerfahren war und bei weitem nicht so verführerisch mit seiner Zunge zu locken wusste wie sein älterer Bruder, war es einfach nur... schön. Wie von selbst senkten sich ihre Lider und wurden ihre eigenen Lippen weich, bereit dazu, sich für ihn zu öffnen, sobald er dorthin vordringen wollte. Seine Zunge jedoch... zeigte sich nicht, wagte sich nicht vor und war dadurch umso verlockender.
So sehr, dass die junge Frau selbst die Initiative ergreifen wollte. Aber als sie soweit war und ihre eigene Zungenspitze gerade zwischen ihren Lippen hervor kam, um gegen die seinen zu stippen, da zog er sich abrupt zurück. Und obwohl es ein relativ harmloser Kuss war im Vergleich zu dem, was sie alles von Corax kannte, war sie ein wenig atemlos und hatte rote Wangen davon bekommen. Mehrmals musste sie schlucken und spürte Unsicherheit in sich, die sich auch in ihrem Augen zeigte, als sie wieder zu ihm hochsah.
Doch im Gegensatz zu ihr fand er schneller die Sprache wieder und brachte sie damit zurück auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Röte in ihren Wangen wurde noch stärker und sie wandte ihren Blick verlegen ab, während sie ein Nicken andeutete. Ja, es wäre vermutlich besser, dem älteren Faelyn nichts davon zu sagen. Und es auch nicht zu wiederholen...
Dabei war es angenehm gewesen und ihr Herz pochte wie wild in ihrer Brust. Sie fühlte sich durcheinander und war froh über den Halt, den er ihr gerade mit seinem Körper bot, nachdem er ihre Knie hatte weich werden lassen. Dazu passte seine Frage auch überhaupt nicht und dieses Mal war sie es, die ein paar Momente brauchte, um erst einmal begreifen zu können, was er zu ihr gesagt hatte.
Dann seufzte sie und lockerte ihren Griff etwas, deutete ein Kopfschütteln an und grinste schief. "Wie kommt es, dass ihr Faelyn mich so fertig machen könnt und mich dauernd verwirren wollt?", nuschelte sie und schüttelte erneut den Kopf. "Später." Denn es gab jetzt eindeutig Wichtigeres!
"Also, wir wollen Corax helfen, aber er will nicht, dass ich... dass wir uns an diesen Ort wagen. Das heißt, wir müssen das über Kontakte regeln, am besten so, dass ein offizielles Schreiben in seine Hände gelangt, mit dem er vollkommen zu Recht dort auftaucht und meinen Vater mit nach Hause nimmt. Das bekommen wir nicht umsonst, das gäbe es auch hier in Andunie nicht einfach so. Somit müssen wir... handeln. Und handeln können wir nur mit dem, was wir haben. Das sind Vaters Kontakte und ich weiß, dass er viele davon hat. Am besten also locken wir deine dunkelelfischen Kontakte hierher zu einem Fest und machen ihnen schmackhaft, welche Vorteile sie von der Freilassung meines Vaters und anderer andunischer Händler hätten. Natürlich würde mein Vater das Haus Faelyn bevorzugen, allein schon durch unsere Verbindung, darum müssen wir auch ein paar andere erwähnen, die Hilfe bei ihrer Freilassung bräuchten. Verstehst du? Wenn wir die Andunier als Mittelsmänner gewinnen, hätten deine Dunkelelfen die Möglichkeit zu neuen Verbindungen, die ihnen sonst verschlossen geblieben wären, und die Andunier ihre Freiheit wieder. Schließlich seid auch ihr Dunklen auf den Handel angewiesen, allein Andunie muss mit allem möglichen versorgt werden, das nicht hier wächst oder gewonnen werden kann. Diese Beziehungen sind also wichtig, wenn ihr hier bestehen und länger überleben wollt. Das selbe gilt bestimmt auch für andere Städte, die ihr erobern wollt oder es schon getan habt. Ja, selbst Kosral wird eine sichere Versorgung benötigen. Das Militär ist somit zwar für die Stärke wichtig, aber der Handel hat am Ende viel mehr Macht, weil er dauerhafter ausgelegt ist. Das ist das, was wir verdeutlichen müssen."
Sie hielt inne und blinzelte, ehe ihre Wangen sich ein weiteres Mal röteten und sie den Blick verlegen abwandte. Nun löste sie auch ihre Arme von ihm, um sich selbst zu umarmen und die Schultern ein wenig unbehaglich hochzuziehen. "Ich... ich habe mich damit bis jetzt zu wenig beschäftigt, meine Mutter könnte dir das bestimmt viel besser erklären und weiß auch viel mehr darüber. Darum... darum ist es auch wichtig, dass sie bei dem Fest dabei ist und ich hoffe, sie lehnt nicht ab, wenn ich mit ihr rede.", murmelte sie und seufzte tief.
Auf der einen Seite würde sie es verstehen, wenn Aquila sich weigern würde dem Feind lächelnd und Konversation betreibend gegenüber stehen zu müssen einen Abend lang. Auf der anderen jedoch könnte es zur Freilassung ihres Gatten führen und dafür würde sie gewiss viele Hürden freiwillig überwinden.
"Und falls die Frage kommt, warum ihr euch dafür einsetzen könntet... dann könnten wir Corax erwähnen und... und die geplante Verlobung und... na ja..." Ihr gingen die Worte aus und ein stechender Schmerz machte sich hinter ihrer Stirn bemerkbar, nachdem sie trotz allem zu wenig Schlaf gehabt und zu viele Gedanken sowie Gefühle gewälzt hatte... vor dem Frühstück und dem reinigenden Bad!
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Montag 19. August 2024, 15:22

Wenn Azura über Emmyths Verhalten nachdachte und ihn so sah, wie er erneut befriedigt auf den Sofa saß um sie zu beobachten, konnte man sich die Frage stellen, ob sie all das mit Corax hätte haben können, wäre er im Säuglingsalter nicht seiner Familie entrissen worden. Er hätte zwar in einem ebenso goldenen Käfig wie der Bruder aufwachsen müssen, aber das wäre vergleichsweise harmlos zu den Dingen, die sie inzwischen über sein Leben wusste. Eines, bei dem das Körperliche über einen langen Zeitraum sogar nichts mehr mit der Nähe zu tun hatte, die sie mit ihm und nun auch senem Bruder teilte. Eine Zeit, in der er hatte glauben müssen, sein einziges ungeborenes Kind samt Mutter umgebracht zu haben und nie wieder eine Chance auf Familie haben zu können. Wer stumpfte dann nicht ab und hielt Gefühle zurück, die mitsamt jeglicher Hoffnung gestorben zu sein schienen. Azura erst hatte ihm einen Weg heraus aus diesem Zustand bescheren können, so dass er sich - rein sexuell - überhaupt wieder lebendig fühlen durfte. Aber seine Vergangenheit hinterließ nun einmal Spuren und die Narben wären für immer auf seiner Seele. Er würde immer beherrscht sein, niemals diese letzte Grenze der Selbstaufgabe überschreiten. Emmyth hingegen hatte jetzt nur diesen Zustand kennen gelernt, war berauscht von seinem ersten Mal und vollkommen gebannt von Azuras Schönheit, die sie ihm nach wie vor in all ihrer Nacktheit präsentierte.
Es schmeichelte ihr und stärkte ihr Selbstbewusstsein auf eine Wiese, wie sie es nicht für möglich gehalten hätte. Denn in dieser Konstellation war sie die Erfahrene ... und Emmyth gab sich vertrauensvoll in ihre Hände. Auch das konnte berauschend wirken.
Azura ließ sich allerdings nur flüchtig von dem Gefühl einlullen und selbst die Worte des Dunkelelfen mitsamt all der Schwärmerei darin erreichten sie nur am Rande ihrer Wahrnehmung. Wenigstens genügte es, ihm ein sachtes Lächeln zu schenken. Ansonsten würde er sich künftig vielleicht nicht mehr die Mühe machen. Gäbe es eine Zukunft zwischen ihr und ihm? Eine, in der sie nochmals auf diese Weise zueinander fänden, auch wenn Corax noch auf seiner eigens auferlegten Mission war, ihren Vater zu retten? Vermutlich, denn Emmyth könnte genau hierbei Azura eine Stütze sein. Nicht immer würde sie mit diesem Eifer nun durch den Raum laufen und an einem Plan tüfteln. Es gäbe gewiss emotionale Rückschläge und dann könnte der jüngere Faelyn sie auffangen. So wie es momentan aussah, konnte sie sich darauf sogar verlassen. Er war zwar durch den kleinen Ritt erneut etwas geplättet, zeigte sich trotz allem aber bemüht, Corax nun ebenfalls nicht im Stich zu lassen. Er war ein Bruder, den man sich für den Raben wünschen konnte. Dieser hatte Glück mit und bei seiner Famiie gefunden. Nur deshalb war er losgezogen. Damit Azura nun auch wieder dieses Glück fände.
Sie tigerte umher, denn ein Gedanke schwebte in ihrem Geist, den sie nur packen musste. Er formte sich jedoch erst, ließ sich nicht erhaschen und so setzte sie alles daran, einen Kercher zu bauen, um ihn zu erwischen. Sie wusste, wenn dieser Anflug einer Idee nur hervorblitzte, hätte sie eine Lösung. Emmyth hatte sie auf diesen Weg gebracht und dafür hatte sie ihm einen Kuss geschenkt. Einen, der mehr bei ihm auslöste als beide hätten ahnen können. Plötzlich stand er Azura nämlich wieder nahe, dass sie seine Präsenz nicht länger ausblenden konnte. Gefährlich nahe, denn er wollte ihr noch näher sein. Beim ersten Mal hatte sie ihn überrumpelt und es nicht einmal mit dieser Innigkeit gemeint, die er nun in seinen Kuss hineinlegte. Azura ... gab nach. Sie war diejenige, die sich danach sehnte, er mochte auch seine Zunge zum Einsatz bringen. Sie war es, die versuchte, ihn zu locken. Aber da zog er sich zurück, hinterließ ihre Lippen zwar mit einem Prickeln, aber auch mit wachsender Sehnsucht, das Gefühl zu behalten. Ihm musste es ähnlich gehen, denn beide sahen sich zunächst mit einer leichten Unsicherheit an, ehe ihre Blicke sich trennten. Emmyth fand die Sprache zurück und gestand seinen Fehler ein. Azura gehörte nicht zu ihm und er würde seinem Bruder diesen Platz nicht streitig machen. Um Schlimmeres zu verhindern, das nur zu unnötigen Problemen und Vertrauensbrüchen führen konnte, wollte er gar gänzlich darüber schweigen. Azura stimmte dem mit einem Nicken zu. Sie beide hatten einen Moment der Schwäche gehabt, ihn geteilt und erkannt, dass es nicht sein durfte. Sie beide wollten es nicht wiederholen.
Azura lenkte sich mit ihrer Planung ab und Emmyth wirkte dankbar, dass sie es tat. So konnten sie den Kuss schnell übergehen und zum Wesentlichen zurückkehren. Dass der Dunkelelf dabei jedoch immer wieder Körperkontakt zu ihr aufbaute, wurde zur Zerreißprobe, sofern Azura sich überhaupt darauf einließ. Aber Emmyth merkte es offensichtlich nicht einmal. Er spielte mit ihrem Haar, strich an ihrem Arm entlang oder legte die Finger sacht an ihre Wange, während sie sprach. Er betrachtete sie dabei, damit sie wusste, dass seine Aufmerksamkeit allein ihr galt. Er hörte ihr zu und er nickte auf mehrere Vorhaben ihrerseits. Nur bei ihrer Andeutung, vom Hause Faelyn erneut ein Kleid erbitten zu müssen, da ihr eigenes Sortiment spärlich wäre, musste er etwas erwidern.
"Du wirst wundervoll aussehen, mach dir keine Gedanken. Das Haus Faelyn hat die finanziellen Mittel, dass ich dich nicht in alte Putzlumpen kleiden lasse. Nein, im Laufe des Tages wird ein Schneider zu dir kommen und wenn er bis zum Abend niht fertig ist, lasse ich ihm die Hände abhacken." Es war nicht ersichtlich, ob er es im Scherz meinte oder ob hier die dunkelefische Erziehung an die Oberfläche trat. Am besten wäre es jedoch, von letzterem auszugehen und dem Schneider deutlich zu machen, dass Azuras Garderobe dann hächste Priorität hätte. "Du wirst sie verzaubern, Schöne", meldete Emmyth sich erneut zu Wort. "So wie du mich verzaubert hast ... gerissene, aber wunderschöne Königin."
Für einen Herzschlag schien es, als wollte er ihr wiederholt verfallen und den kleinen Fehler von vorhin noch einmal begehen. Doch Emmyth besann sich. Er räusperte sich gar und zog seine Finger von ihr ab. In seinen Rubinen schimmerte ... Bedauern? Er ging nicht näher darauf ein, sondern lenkte sich nun ebenfalls mit der Umsetzung ihrer Pläne ab.
"Das Wetter an der Küste ist mir auch in den Wochen, die wir nun schon hier wohnen, noch immer nicht ganz vertraut. Ich werde Informationen einholen. Wir lassen am besten das gesamte Anwesen herrichten. Wir bereiten einige Stuben und Salons als Rückzugsorte vor, konzentrieren uns auf den Garten und halten den Speisesaal in der Hinterhand. Die wichtigere Frage ist, wen ich einladen soll." Er musterte Azura, lauschte ihren Ausführungen. Sie wollte die Günstlinge nicht mit Apfelwein locken, denn wo er in ganz Celcia sich großer Beliebtheit erfreute, war er in seiner Heimat doch zu vertraut, als dass er noch als besonders gelten konnte. Sie hatte ganz andere Ideen.
"Am besten locken wir deine dunkelelfischen Kontakte hierher zu einem Fest und machen ihnen schmackhaft, welche Vorteile sie von der Freilassung meines Vaters und anderer andunischer Händler hätten. Natürlich würde mein Vater das Haus Faelyn bevorzugen, allein schon durch unsere Verbindung, darum müssen wir auch ein paar andere erwähnen, die Hilfe bei ihrer Freilassung bräuchten. Verstehst du?" Emmyth nickte. "Wenn wir die Andunier als Mittelsmänner gewinnen, hätten deine Dunkelelfen die Möglichkeit zu neuen Verbindungen, die ihnen sonst verschlossen geblieben wären und die Andunier ihre Freiheit wieder."
"Wir haben die Stadt an der Küste erobert, haben ihren Hafen, die Akademie und die Heime der Menschen eingenommen, aber du hast vollkommen Recht: Uns fehlen nach wie vor die Kontakte. Nicht jeder, der zuvor mit einem Andunier gehandelt hat, ist bereit, seine Beziehungen an Dunkelelfen abzugeben, nur weil wir jetzt da sind." Er nickte noch einmal. Azuras Argument war schlüssig und könnte vieles in Gang bringen. "Wir müssten den Dunklen jedoch garantieren, dass die befreiten Händler zu Mittelsmännern werden ... und das wird schwierig. Warum sollten sie plötzlich etwas teilen, das zuvor ihnen allein gehörte? Die adligen Elfen werden maximal in eine neutrale, nicht versklavte Stellung erheben, aber nicht gleichsetzen. Glaubst du, dein Vater und andere lassen sich darauf ein?" Das könnte ihrer ganzen Planung noch das Genick brechen, aber es läge dann an Azura und im Verborgenen wohl auch an den Faelyn-Brüdern, das zu garantieren und zu verwirklichen. Emmyth winkte ab. "Sie schulden es uns, allein für ihre Rettung!"
Sie beide erkannten die Macht, die sich damit auch ohne jegliches Militär gewinnen ließe. Leider waren sie beide nur zwei Kinder von Adligen und hatten offensichtlich beide ihre Nasen noch nicht weit genug in die Angelegenheiten der Eltern gesteckt. Azura löste sich, um die Arme um ihren eigenen Leib zu schlingen. Sie wandte den Blick gen Boden. "Ich ... habe mich damit bis jetzt zu wenig beschäftigt, meine Mutter könnte dir das bestimmt viel besser erklären und weiß auch viel mehr darüber. Darum ... darum ist es auch wichtig, dass sie bei dem Fest dabei ist und ich hoffe, sie lehnt nicht ab, wenn ich mit ihr rede."
"Stellt das denn ein Problem dar?" Emmyth musterte Azura. Offenbar sah er ihr Unbehagen recht deutlich. Aquila van Ikari war pragmatisch. Sie würde die Zähne zusammenbeißen, um ihren Gatten zurückzubekommen, aber ihre Tochter kannte sie. Azura wusste, wie sehr ihre Mutter an sich halten müsste. Selbst bei Corax hatte sie sich bemüht und konnte doch nicht gänzlich über ihren Schatten springen. Sie nahm hin, dass ihr Kind einen von denen liebte, die ihr Heim überfallen und ihren Mann geraubt hatten. Sie nahm es hin, weil sie vollkommen allein war und nun kämpfen musste. Das konnte sie nicht an einer weiteren Front. Wäre Alycide allerdings wieder bei ihr, müsste sie das auch nicht länger. Vielleicht wäre sie beiden Faelyns sogar dankabr und es könnten sich Verbindungen entwickeln, die nicht aus Zwang und Pragmatismus geschaffen wurden, sondern Dankbarkeit und Vertrauen als Fundmanet besaßen. Für Azura stand fest, dass sie ihre Mutter überreden musste, den Fesltichkeiten beizuwohnen.
"Und falls sie Frage kommt, warum ihr euch dafür einsetzen könntet ... dann könnten wir Corax erwähnen und ... und die geplante Verlobung und ... naja..."
"Er hat bereits um deine Hand angehalten?", erkundigte Emmyth sich, hielt aber jegliche Emotion zurück. Es war wirklich schwer, ihn zu lesen, wenn er gar nichts von sich preisgab. Freute er sich für Corax? Neidete er ihm? Bedauerte er, nicht schneller gewesen zu sein? Oder war er einfach nur überrascht, dass sein Bruder den Mut aufbrachte, dieses Angebot Azura zu unterbreiten? Nicht ob ihrer Persönlichkeit natürlich! Längst hatte der Jüngere die Zuneigung erkannt, die zwischen beiden herrschte. Aber es blieb ein riskantes Pflaster, wenn in einer von Dunkelelfen eroberten Menschenstadt plötzlich beide Seiten in Liebe zueinander fanden. Sie würden es nicht leicht haben, die moderne Sicht einer Koexistenz voranzutreiben.
Was auch immer in Emmyth vorging, er ließ sich absolut nicht lesen. Vor allem ließ er Azura kaum Gelegenheit dazu, weiter nachzuforschen. "Wir haben folglich eine Menge vor", leitete er einen vollgestopften Alltag ein. Denn wenig später durfte sie erleben, wie er Pagen aussandte, um die Dienerschaft zu wecken, die um diese Zeit eigentlich noch nicht ihren Pflichten nachgehen musste. Noch etwas später fand Azura sich in einem der großen Badezimmer des Hauses ein, durfte zur Ruhe finden und sich das Ergebnis einer wilden Nacht vom Leib waschen. Danach kleidete man sie ein, allerdings nur in Unterröcke und einen vorzeigbaren, aber schlichten Überwurf. Der Schneider wurde noch vor dem Frühstück herangeschafft, aber er nahm lediglich Maß und eilte sich dann, irgendwelche Anweisungen von einer Gaderobe umzusetzen, die einer Feenkönigin geziemte. Außerdem fragte er Azura nach den Maßen ihrer Mutter, die er leider dennoch nur abschätzen konnte.
Kaum eine Stunde später wartete ein reichhaltiges Frühstück auf sie. Dieses Mal saß sie mit Emmyth allein am Tisch. Er hatte es noch nicht gewagt, Kathar Faelynvom Aufbruch seines wiedergefundenen Sohnes zu berichten. Der Vater fühlte sich heute Morgen kränklich, so dass er seine Mahlzeit im Bett einnehmen und später den Leibarzt empfangen müsste. Emmyth versuchte auch hier, seine Sorge nicht zu zeigen. Seine Miene blieb fest und ausdruckslos. Da er sich aber in die Umsetzung von Azuras Plänen stürzte, verriet, dass er ähnlich gut verdrängte wie sie.
Viel Zeit verbrachten beide nun nicht mehr zusammen. Emmyth bemühte sich, alles zu organisieren, indem er Sklaven und Dienerschaft beorderte, genau diese Aufgabe zu übernehmen. Noch vor dem Mittag waren Einladungen geschrieben. Es würden wohl mehr Gäste erscheinen als Azura sich überlegt hatte. Der Stapel an Umschlägen, den der Bote mit sich nahm, war hoch. Inzwischen wurde das Haus auf Vordermann gebracht und weil im Laufe des Tages die Sonne erste Strahlen auf Andunie herabschickte, bereitete man tatsächlich den Garten vor. Emmyth ließ sogar andunische Gärtner und Handwerker erscheinen, damit metallene Pergolen und Pavillons aus weißem Holz aufgebaut und mit Blumenranken, sowie Seidenborhängen drapiert werden konnten. Gartenkästen wurden mit Blumen gefüllt, Hecken geschnitten und Gras getrimmt. Das ganze Haus war in Aufruhr, so erschien es fast überraschend, als Emmyth plötzlich vor Azuras Zimmertür stand. Sie hatte sich umziehen dürfen, allerdings noch nicht für das Fest. Es sollte am Abend stattfinden. So viel Zeit besaß der Schneider, um seine Hände zu retten.
Emmyth präsentierte sich ihr dennoch überaus nobel, als er in der Tür stand. Er trug einen feinen violetten Brokatfrack mit dem Emblem seines Hauses auf der Brust über einem weißen Hemd und dunkelblauen Hosen. Schwarze Lackschuhe glänzten im Licht, zusammen mit der Schnalle an seinem Gürtel, der ordentlich unter dem Frack verborgen war. Ein schwarzer Gehstock hing über seinem Arm. In der Hand trug er ein schwarzes Kästchen.
"Ich dachte, es wäre ein Zeichen von Anstand, mit dir zusammen deine Mutter aufzusuchen. Wir holen sie ab. Sie wird für den Zeitraum des Fests Gast im Haus Faelyn sein und darf sich hier auch entsprechend auf den Abend vorbereiten." Er zwinkerte, denn beide wussten ja, dass der Schneider nach ihren Maßen gefragt hatte. "Und das hier ... wäre noch für dich, Schöne."
Er überreichte Azura das Kästchen und sein Blick funkelte in rubinroter Erwartung. Darin fand sich Schmuck, der allein schon vom Material her Unsummen kosten musste. Goldene Fassungen hielten Saphirsplitter in Form winziger Apfelblüten an ihrem Platz, die als Ohrringe dienen konnten. An einer Halskette aus weißen Perlen wartete ein Anhänger in Form eines Apfelzweigs. Seine Früchte waren ebenfalls winzige Saphire. Dazu gab es noch eine Brosche. Sie jedoch zeigte das Wappen des Hauses Faelyn - die tanzende Fee aus Saphiren auf violettem Grund.
"Ich weiß leider nicht wie das Wappen deines Hauses aussieht und habe nicht gefragt. Deshalb musste du mit diesem hier Vorlieb nehmen. Das heißt, falls du es tragen und Andunie somit zeigen möchtest, dass eine Verbindung zwischen dem Haus van Ikari und dem der Faelyns besteht."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Dienstag 20. August 2024, 15:42

Das unterschiedliche Verhalten der Brüder, geboren aus deren differenzierten Lebensweise, war durchaus dazu angetan, ihr zu denken zu geben, wenn sie sich die Zeit dafür genommen hätte. Oder wenn sie es gewagt hätte, schließlich war ihr genauso wenig klar, wohin solch eine Grübelei führen könnte. Da wollte sie sich lieber dringlicherem widmen, vor allem, weil es ihr das Gefühl bescherte, endlich zu etwas nütze sein zu können. Außerdem wollte ihr diese Idee rasch wieder entwischen und sie spürte instinktiv, dass sie das nicht zulassen durfte.
So kam es, dass sie unaufhörlich vor Emmyths Augen herum tigerte und auf seine Komplimente mit kaum mehr als einem kleinen Lächeln in seine Richtung reagierte. Aber sie würde sich diese Worte merken und sich derer bewusst werden irgendwann... wahrscheinlich in einem noch viel unpassenderen Moment als diesem, doch darum konnte sie sich ebenfalls erst später kümmern. Jetzt war es wichtig, Corax davor zu bewahren, seine knackige Kehrseite von einem anderen als ihr versohlt zu bekommen, und ihrem Vater obendrein endlich zu helfen.
Schon sprudelten die Worte aus ihr heraus, ergaben wahrscheinlich nicht immer einen Sinn, allerdings, je mehr sie darüber sprach, desto klarer wurde das Ziel, zu dem sie der rote Faden hinzu führen schien. Nicht das goldene Kettchen, das sie so lange gebunden hatte, und dennoch mindestens von ähnlicher Bedeutung für sie und ihre nähere Zukunft. Denn, sollte es ihr nicht gelingen, diese beiden Männer unversehrt zurück in Andunie zu wissen... nicht auszudenken, wie unheilbar ihr Herz darüber brechen würde!
Auch wenn sie jemanden derzeit an ihrer Seite hatte, der ihr Aufmerksamkeit schenkte und der sie... ernst nahm, fernab der Tatsache, dass sie eine hübsche, gebärfreudige Zierde sein sollte. Es tat ihr gut und beflügelte sie darin, ihrem Einfall weiter auf diesem Pfad zu folgen und jegliches Detail davon gleich zu äußern, ohne darüber besorgt zu sein, ob er das für sinnvoll hielt oder nicht. Sie vertraute dem jüngeren Faelyn, glaubte daran, dass er sie und ihre Gedankengänge ohne große Erklärungen nachvollziehen konnte, eben weil sie sich so ähnlich waren und eine ähnliche Erziehung genossen hatten. Und vielleicht auch, weil sie beide sich bislang wenig damit befasst hatten, tatsächlich erwachsen zu werden...
Herrschte deswegen dieses Einvernehmen zwischen ihnen, nun, nachdem auch ihr Rabe seinen Segen soweit erteilt hatte? Oder war da... noch etwas anderes? Etwas, worüber sie nicht einmal im Ansatz würde nachzudenken wagen?
Plötzlich jedenfalls hatte der Dunkle die Kraft gefunden, sich zu erheben und hinter sie zu stellen, wodurch sie instinktiv inne hielt und sich ihm zuwandte, als wäre er ihr Ruhepol. Mehr noch, als wäre er ein Magnet, der sie unaufhörlich anzog, denn sie wich ihm bei seiner Bitte nach einem bewussten Kuss nicht aus, obwohl sie es vermutlich hätte tun sollen. Stattdessen... verfiel sie ihm und die Knie wurden ihr weich, dass sie ihn als ihren Halt benötigte. Es war... nicht so zärtlich wie bei Corax oder so leidenschaftlich, dass ihr gänzlich die Sinne zu schwinden drohten. Jedoch war es trotzdem... intensiv und sehr intim.
Viel zu sehr, wodurch sich ihre Wangen röteten und sie einige Momente benötigte, um die Sprache wieder zu finden, auch dann noch, als Emmyth selbst festgestellt hatte, dass dieses einmalige Erlebnis genau das bleiben sollte: einmalig. Ganz gleich, was sie beide dabei empfunden hatten, es war nicht richtig gewesen.
Azura hatte dadurch mehrere Möglichkeiten, wie sie damit umgehen könnte. Sie könnte sich dem stellen und es klären, sie könnte es einfach wiederholen oder sie könnte... das tun, was sie tat, nämlich, es verdrängen und zum eigentlichen Thema zurück kehren. Und auch wenn sie genoss, dass der jüngere Faelyn sie ständig berührte, streichelte, ihr wohlige Schauer bescherte, da er sie nicht unterbrach oder anderweitig zum Schweigen brachte, widmete sie sich gedanklich erneut ausschließlich dem geplanten Fest.
Solange, bis er mehr reagierte, als lediglich zu nicken. Anfangs konnte sie bei seinen Worten noch lächeln, aber als er die Konsequenz für den Schneider erwähnte, verblasste dieser Ausdruck ziemlich schnell. Einen quälend langen Atemzug über sah sie ihm direkt in die roten Augen, suchte nach Anzeichen für einen, wenngleich geschmacklosen, Scherz und als sie diese nicht finden konnte... schloss sie seufzend die eigenen Augen. Das war etwas, das sie schon einmal besprochen hatten und sie wollte sich lieber nicht erneut damit befassen müssen.
Also verdrängte sie erneut und bemühte sich stattdessen um einen heiteren, leichten Tonfall, als sie ihn wieder ansah. "Sei nicht zu großzügig, sonst gewöhne ich mich daran und deine finanziellen Mittel gehen schneller zur Neige, als du möchtest.", neckte sie ihn. Um bei seiner nächsten Bemerkung schmunzelnd die Augenbrauen anzuheben.
"Verzaubern? Gerissen? Also bitte! Als ob ich so etwas tun würde!", beschwerte sie sich gespielt entrüstet. "Ich bin schließlich gänzlich..." In diesem Moment spürte sie ein weiteres Mal diese Anziehung und ihr war, als würde er ihr stumm befehlen, sich seinen Lippen zu nähern, ihn erneut zu küssen. Oder als würde er an einem unsichtbaren Faden ziehen, den nur er in die Finger bekommen konnte. Ihr Blick heftete sich auf seine Lippen und sie musste schlucken. "... harmlos.", vollendete sie hauchend den Satz und reckte sich bereits ein paar Millimeter in seine Richtung.
Mit dem nächsten Atemzug indes war diese Anziehung abrupt vorbei und mit einem kaum hörbaren Wimmern sank sie zurück, blinzelte und fühlte sich irgendwie benommen, fast schon bedauernd darüber, dass sie beide nicht weiter gegangen waren. Was war nur los mit ihr? Sein Räuspern übertönte ihr Seufzen und als er seine Finger von ihr nahm, ein wenig auf Distanz ging, fröstelte es sie, was sie wiederum damit überspielen wollte, indem sie sich selbst nun das Haar zurück strich.
Schon ergriff er das Wort und bot ihr damit einen Fluchtweg an, den sie dankbar und ohne zu zögern beschritt. Trotzdem wirkte ihr flüchtiges Lächeln noch etwas zerstreut, als sie erwiderte:"Oh, glaube mir, auch Anduniern können das Wetter nie vollständig deuten. Das Einzige, das wir sicher wissen, ist, dass es launisch ist, ganz, wie Ventha es beliebt." Daraufhin nickte dieses Mal sie zu seinem Vorschlag, so viele Räume wie möglich vorzubereiten für den Fall der Fälle.
Um im Anschluss daran mit den Schultern zu zucken. "Es müssen Personen mit Einfluss sein, die aber auch aufgeschlossen für Neues und bereit sind, etwas zu wagen. Gleichzeitig dürfen es nicht zu viele Neureiche sein, um den alten Adel nicht zu düpieren, und es müssen Personen sein, die deine Einladung auch annehmen. Zu viele Absagen brüskieren dich und das Haus Faelyn, selbst, wenn es erst in ein paar Tagen ein offenes Geheimnis ist. Wir brauchen die Alten mit ihrer Erfahrung und ihrem Geld, genauso wie Junge mit ihrem Tatendrang und ihrer Leichtigkeit, ein Abenteuer nicht aus Sorge vor den Konsequenzen abzulehnen. Achte allerdings auch auf den weiblichen Anteil, diesen Einfluss darfst du nie unterschätzen.", führte sie aus und zeigte ihm damit auch schon den Weg, der am Abend auf sie warten würde.
Denn abseits von Speis, Trank und Tanz würde er mit den männlichen Gästen reden müssen, da auf sie nicht gehört werden würde, ganz gleich, ob Dunkelelf oder Mensch. Sie könnte mit der ein oder anderen Bemerkung den Weg bereiten, beschreiten jedoch müsste Emmyth ihn dann. Während sie... und hoffentlich auch ihre Mutter, im weiblichen Kreis ihr Glück versuchen mussten.
Dann fuhr sie fort und er erwähnte einen Umstand, den sie tunlichst zu vergessen suchte. Kurz wandte sie den Kopf ab und presste die Lippen zusammen bei der Erinnerung an damals, an die Stunden der Eroberung, ehe Corax sie gefunden und vor weit schlimmerem bewahrt hatte, während er sich so gegeben hatte, als wäre er die schlimmste ihrer Optionen.
Indes fuhr ihr Gegenüber fort und brachte den einzigen Haken an ihrer Idee zur Sprache, was sie aufhorchen ließ. "Garantie? Hm...", murmelte sie, als er schon abwinkte und den wohl triftigsten Grund erwähnte. "Ja, die Freiheit... Trotzdem wäre es nicht schlecht, das Ganze als Geschäft zu betrachten. Es geht hier schließlich um Händler...", meinte sie und überlegte, kam aber nicht zu einer befriedigenden Antwort, warum sich die Andunier tatsächlich darauf einlassen sollten. "Familiäre Bande wären ebenfalls nicht schlecht... oder die dabei benötigte Mitgift in Form von Kontakten oder so... Doch ob die Dunklen damit einverstanden wären und sich damit zufrieden geben würden?", fuhr sie nachdenklich fort und dachte dabei nicht nur an die Richtung, die sie selbst einschlagen würde... könnte... wollte...? Immerhin gab es auch ledige andunische Söhne auf Brautschau!
Schließlich war sie es, die dieses Mal abwinkte. "Darüber denken wir noch nach, sobald alles läuft!", wollte sie dieses Thema beenden und sich gleichzeitig merken, um mit ihrer Mutter darüber zu sprechen. Ohnehin hatte Aquila in dieser Hinsicht viel mehr Wissen und Weitblick und brächte sie hoffentlich der Lösung um ein Vielfaches näher! Außerdem bräuchten sie am Ende wohl lediglich einen Dunkelelfen mit Macht und Einfluss, der ihnen half, um ihre Pläne erfolgreich in Gang setzen zu können.
Nur ohne ihrer Mutter... Nein, das traute sie sich letzten Endes dann doch noch nicht zu. Dazu hatte sie zu wenig Erfahrung und die Angelegenheit war ihr viel zu wichtig, um sich allein auf sich selbst und ihr Gegenüber verlassen zu können. Also erwähnte sie Aquila und den Umstand, dass diese auf jeden Fall dabei sein sollte. Bei der Frage dazu seufzte sie und nickte, ehe sie den Kopf schüttelte. "Sie wird es machen, davon gehe ich aus, sie kämpft mit allen Mitteln darum, meinen Vater befreien zu können. Nur... sie wird dabei leiden und das will ich nicht.", gestand sie kleinlaut und ehrlich besorgt.
Ihr Blick wanderte zum Fenster und sie sah hinaus in den allmählich heller werdenden Morgenhimmel. "Weißt du... meine Mutter ist sehr stark und sie kann sich mit vielem arrangieren, sich neu finden und sich etwas aufbauen. Aber was sie nicht kann, ist, ihr Herz zu Stein werden zu lassen.", fuhr sie langsam fort und kehrte mit ihren Augen zu Emmyth zurück. "Sie hatte in den letzten Wochen große Angst. Ich war verschwunden und sie musste vom Schlimmsten ausgehen, auch wenn sie jetzt weiß, dass es so nicht war. Und mein Vater ist in Gefangenschaft und wieder ist da die Ungewissheit. Sie liebt ihn und deswegen quält es sie so."
Die junge Frau seufzte. "Verstehst du? Sie leidet wegen euch Dunkelelfen und trotzdem werde ich sie bitten, auf diesen Ball zu kommen und euch Dunkelelfen anzulächeln und mit euch zu plaudern, als wäre nichts geschehen. Das wird sehr... sehr schwierig für sie, weil sie eine so ehrliche Person ist." Damit hoffte sie, dem Dunklen ausreichend den Zwiespalt erklärt zu haben, ohne sich und ihre Mutter zu sehr bloßgestellt zu haben.
Was ohnehin verblasste, als sie einen möglichen Grund für den Einsatz der Faelyns erwähnte und seine Gegenfrage sie traf wie eine wuchtige Welle. Unwillkürlich wich sie leicht zurück und blinzelte, während sie blass um die Nase geworden war. "Na ja, ich dachte, gestern beim Essen... also... ich meine... das war doch...", stammelte sie und spürte, wie ihr die Hitze in die Wangen und die Tränen in die Augen stiegen.
Zwar war sie der Antwort am vergangenen Abend ausgewichen, hatte ihren Vater ins Gespräch gebracht und war sich selbst nicht darüber im Klaren, ob sie solch eine Verbindung tatsächlich wollte. Aber es hatte für sie schon so geklungen, als stünde eine Verlobung im Raum. Emmyths Zweifel dagegen, so simpel die Frage auch war, war wie der Schwall eiskalten Wassers. Er war ja schließlich dabei gewesen und auch danach ständig bei ihnen, um zu wissen, was bei Tisch gesagt und später aufgrund anderweitiger Interessen nicht wiederholt worden war! Warum also jetzt...?
Ehe ihre durcheinander gewirbelten Gefühle die Oberhand gewinnen konnte, blies der junge Faelyn zum Aufbruch, damit sie ihr Vorhaben tatsächlich rechtzeitig Wirklichkeit werden lassen konnten. Azura nickte und ließ sich in ihr Unterkleid vom Abend helfen, zugleich jedoch fühlte sie sich absolut benommen. In ihrem Kopf kreiste ständig seine Frage: Er hat bereits um deine Hand angehalten?
Hatte sie Corax denn so missverstanden? Oder trügte sie ihre Erinnerung nach all den intensiven, leidenschaftlichen Stunden danach? Würde er sie jetzt, nachdem er sie geteilt hatte, überhaupt noch wollen als mögliche Ehefrau und Mutter seiner zukünftigen Kinder? Oder würde er sie Emmyth überlassen, um sich eine geeignetere Partnerin zu suchen? Würde der jüngere Bruder sie denn wollen? Noch war er fasziniert von ihr, sammelte seine ersten Erfahrungen mit ihr. Wie lange allerdings würde das anhalten?
Obwohl sie sich mit dem Fest und den Vorbereitungen dazu beschäftigen sollte, konnte sie all diese Fragen nicht ausblenden, selbst nicht, als das warme Wasser in der Badewanne ihren Körper duftend umhüllte und sie sich sämtliche Spuren der Nacht abwaschen konnte. Nun ja, zumindest diejenigen, die nicht bis unter die Haut gingen und unschöne Flecken an ihrem Hals hinterlassen hatten. Diese würde sie mit Puder und einem passenden Schnitt ihres Kleides kaschieren müssen, wie sie bei einem Blick in den Spiegel feststellen musste.
Endlich konnte sie sich allmählich wieder auf anderes besinnen, auch wenn ein ungutes, nagendes Gefühl in ihrer Magengegend blieb und sie immer wieder abzulenken drohte. Vor allem, als sie nach dem Bad sich von einer Zofe frisieren und ihre Mähne in mehrere Zöpfe flechten ließ. So konnte die Flut gebändigt und zugleich effektiv in Form für das Fest gebracht werden, während sie trocknete. Einige dieser Zöpfe wurden hochgesteckt, sodass sie eine vorzeigbare Tagesfrisur hatte und am Abend nicht lange erneut kämmen müsste.
Dann kam auch der Schneider, nahm Maß und fragte sie nach jenen ihrer Mutter. Azura gab ihm Antwort, soweit sie es vermochte, und stellte ihrerseits ein paar Fragen, denn sie hatte Emmyths Drohung nicht vergessen. Bis vor ihre Entführung hätte sie an so etwas kaum einen Gedanken verschwendet, jetzt jedoch achtete sie darauf, keinen zu komplizierten Schnitt mit widerspenstigen, teuren Materialien zu verlangen, sondern sich etwas zu wünschen, das effektiv aussähe und dennoch bis zum Abend hin machbar wäre. Sofern der Schneider sein Handwerk ausreichend verstand, würde sie zu dem Fest somit zwar nichts Außergewöhnliches, aber durchaus Schmückendes tragen. Ebenso wie ihre Mutter, wenn diese kommen würde.
Der sie während des Frisierens zuvor ebenfalls eine kurze Botschaft geschrieben hatte. Nichts Aufregendes, hauptsächlich eine Entschuldigung für ihr nächtliches Fernbleiben und die Bitte, im Laufe des Vormittags zu Hause zu sein, wenn sie dorthin zurück käme.
Im Anschluss daran konnte sie endlich frühstücken, in der Gesellschaft des jungen Faelyn. Zwar gab es da noch immer diese Unsicherheit wegen ihres Status', aber da sie ausgehungert war nach all den intensiven Stunden, konnte sie diese mittels Essen erst einmal verdecken. Nur kurz hielt sie inne und beugte sich zu Emmyth, als diese über den Zustand des Hausherrn sprach.
Sanft legte sie ihre warme Hand auf seine und schenkte ihm ein kleines Lächeln. "Wenn du möchtest, versuche ich am Nachmittag ein wenig Zeit freizuhalten. Dann könnte ich deinem Vater etwas vorlesen.", bot sie an. Das war etwas typisch Adeliges, am Krankenbett zu lesen, um dem Patienten die Zeit zu vertreiben. Eine der wenigen, hauptsächlich weiblichen Aufgaben, derer sie durchaus etwas abgewinnen konnte.
Wenig später widmete sich Emmyth wieder der Vorbereitung und auch Azura stürzte sich hinein. Während er sich um die Einladungen und Informationsbeschaffung kümmerte, widmete sie sich der Speise- und Getränkefolge für den kommenden Abend. Die Gänge mussten harmonisch zueinander passen, geschmackvoll und erlesen sein, schnell zubereitet werden können und zugleich auch stets etwas Überraschendes beinhalten. Und weil sie die Handelsbeziehungen in ihrer Bedeutung unterstreichen wollte, mussten auch dazu gehörige Komponenten besorgt werden. Deren gekonnte Verarbeitung setzte sie voraus, da das Personal schließlich aus Andunie selbst stammte und somit damit Erfahrung haben sollte.
Zur Vorspeise würde es somit kalten Rinderbraten aus Santros geben, begleitet von kostbarem Obst aus dem Kapayu und weichem, duftendem Weißbrot aus pelgarischem Mehl. Später dann edlen Zander mit gebratenen Kartoffen aus Serna, gefolgt von zartem Robbenfleisch aus dem Eisreich mit Mondlichtwein-Sauce aus dem Reich der Nachtelfen. Zum Abschluss passten süße, getrocknete Datteln aus Sarma ebenso wie würziger Käse vom Handel mit den Minotauren. Das war erst einmal ihre Grundidee, die sie mit Emmyth und ihrer Mutter noch verfeinern wollte. Vor allem die Getränke mussten noch besprochen werden, damit diese bei den Gerichten nicht zurück stehen würden.
Sobald die Mägde dafür zum Markt ausgesandt und die Knechte zum Holz holen geschickt waren, suchte sie den für die Dekoration verantwortlichen Diener, um mit ihm auch diese Details zu besprechen. Vor allem der Dekor für den Garten wollte sie so perfekt und erlesen wie möglich wissen, sodass sie gemeinsam mit dem armen, schwitzenden Mann das Gelände ablief und ihm ihre Vorstellungen zu Papier bringen ließ. Wichtig waren vor allem frische Blüten und zueinander passende Farben, das sowohl im Sonnenlicht als auch bei Laternenschein vorteilhaft zur Geltung käme.
Als sie mit diesem Teil ebenfalls zufrieden war, zog sie sich zurück in das ihr zur Verfügung gestellte Gästezimmer und setzte sich an die Liste der zu spielenden Musik. Dabei fühlte sie sich zumindest sicher, denn wenn sie etwas besaß, dann einen geschulten Geschmack für passende musikalische Untermalung eines Festes. Gerade überlegte sie, ob nach der Ronde besser ein Menuett oder eine Gavotte angebracht wäre, als es an ihre Tür klopfte. "Herein!", rief sie in Ermangelung einer Dienerin, die ihr diese Aufgabe abnahm, und notierte rasch eine neue Reihenfolge. Gavotte, Pavane, Ronde, Menuett, ja, das gefiel ihr, das wäre gut zum Tanzen!
Sie nickte sich selbst zufrieden zu, legte die Feder neben das Tintenfässchen und sah auf, um im Spiegel Emmyth zu entdecken, der sich ausgehfertig gemacht hatte. Ihre Augenbrauen hoben sich leicht an, doch ihre Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln und sie stand auf, um sich ihm zuwenden zu können. Mehr noch, sie trat näher, strich ihr eigenes, pastellfarbenes Kleid in der Bewegung wieder glatt, und sah zu ihm auf.
"Fein siehst du aus.", lobte sie ihn und erwartete, dass er ihr gleich erzählen würde, welch wichtige Einladung er persönlich zu überbringen gedachte, um die Annahme zu garantieren. Dafür nahm sie sich auch die Freiheit ihm einen kaum wahrnehmbaren Fussel vom Revers zu zupfen.
Umso überraschter war sie bei seiner Antwort. Abrupt sah sie zu ihm hoch. "Zusammen? Oh... oh, daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!", gestand sie mit einem verlegenen Lächeln und wies auf die Liste mit der Liedabfolge. "Ich bin fast fertig, dann können wir los."
Schon wollte sie sich abwenden, als Emmyth sie auf das Kästchen aufmerksam machte. "Hm?", machte sie fragend und hielt inne, zögerte flüchtig, das Geschenk anzunehmen. "Für mich...?", wisperte sie und ihre Wangen röteten sich leicht. Doch dann obsiegte ihre Neugier und sie öffnete den Deckel. Was sie zu sehen bekam, war... unglaublich! "Das... das ist... wunderschön...", hauchte sie sprachlos und strich mit ihren Fingerspitzen sacht über den hübschen Schmuck.
Bis sie zu der Brosche mit dem Wappen gelangte und dort erstarrte, ohne diese zu berühren zu wagen. Die nagenden Fragen von in der Früh kehrten in ihr Bewusstsein zurück, als sie die Worte des Dunklen vernahm. Verbindung zwischen den Faelyns und den van Ikaris... Gab es die denn? In Form einer Verlobung? Hatte Corax ihr denn nun einen Antrag gemacht? Oder würde es Emmyth bei der nächsten Gelegenheit tun? Und sie? Wollte sie das? Könnte sie das? Wäre es ihr möglich an der Seite eines Mannes zu leben, der einer gänzlich anderen Rasse angehörte, der viel langsamer alterte als sie, dem das Rüstzeug zum Töten in die Wiege gelegt wurde?
Auf der anderen Seite... Sie liebte ihren Raben und wollte an seiner Seite sein. Und auch dessen jüngerer Bruder war ihr nicht vollkommen gleichgültig. Außerdem hatte sie es noch in der Hand, dem freiwillig zu zustimmen und dadurch auch ihren Eltern zu helfen und ihnen einen Teil dessen zu vergelten, das sie ihr zugute hatten kommen lassen. Alles in allem also gab es nicht wirklich einen Grund, diese Verbindung abzulehnen. Bis... bis auf ihre eigene Unsicherheit und das Gefühl, dessen nicht würdig zu sein.
Denn im Endeffekt war sie nicht nur ein Mensch und somit in den Augen der Dunklen derzeit die Unterlegene, sondern in Wahrheit nicht einmal von adeligem Geblüt. Und trotzdem...
Schwer schluckte sie und hob ihren Blick zu Emmyth hoch, knickste leicht und nickte. "Ich bemühe mich, das Wappen mit Würde zu tragen und dem Hause Faelyn heute Abend keine Schande zu bereiten.", versprach sie flüsternd und wagte es erst jetzt, sanft über die Brosche zu streichen.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 30. August 2024, 17:13

Sie hatten einen Plan und das war gut, denn immer wieder schaffte Emmyth es doch, Azura abzulenken. Er beobachtete sie unentwegt, überhäufte sie mit Komplimenten, tauchte hinter ihr auf ... und er hatte nach einem bewussten Kuss verlangt, dessen Echo sie noch immer auf ihren Lippen schmeckte. Sie spürte ebenfalls die Röte in ihren Wangen, als hätte sie sich in ihrer Haut auf ewig eingenistet. Was immer der jüngere Faelyn für sie empfand, er wusste, wie falsch und unangemessen es gegenüber seinem Bruder war. So ruderte er zurück, wollte den Fauxpas eines plötzlich entstandenen, aber doch sehr intimen Kusses nicht wiederholen. Trotzdem schien es ihm ähnlich zu gehen wie Azura selbst. Da war etwas, das zwar offen im Raum stand, von allen aber mit jeglicher Selbstbeherrschung zu ignorieren versucht wurde. Daher bot sich jede Ablenkung sofort an. Davon hatten sie im Grunde auch genug. Zurück zu ihrer Planung!
Azura kannte als gebürtige Andunierin natürlich, welche Macht die richtigen Kontakte und Handelsbeziehungen zu ihnen haben konnten. Kriege wurden vehrindert, weil man Verträge weiterhin aufrecht erhalten wollte. Männer wie ihr Ziehvater waren wertvoll, denn sie führten die Verhandlungen, zu denen die Hersteller von Produkten nicht in der Lage wären. Ungebildete Bauern brächten niemals die Finesse mit, die es benötigte, um einem fernländischen Kunden nicht auf den Schlips zu treten. Es erforderte viel Geschick, das ... einfacher gestrickte Menschen nicht besaßen. Wie es um die dunklen Völker damit bestellt war, wusste die Tochter der van Ikaris nicht. Allerdings erkannte sie sehr wohl, dass die andunischen Händler schon Kontakte und auch der Vertrauen jener besaßen, das Dunkelelfen sich erst würden erarbeiten müssen. Oder aber sie führten ihren Handel unter Einschüchterungen, Drohungen und mit Furcht. Daraus konnte nichts entstehen, das ihnen letztendlich einen Vorteil verschaffte. Nein, hier musste eine Basis aufgebaut werden!
Ob den dunklen Völker das klar war? Hatten sie Alycide und die anderen Kaufleute deshalb nur nach Kosral verschleppt, anstatt sie brutal hinzurichten? Sie planten offenbar etwas, aber daran konnte Azura in ihrer aktuellen Position wenig ändern. Corax war auf dem Weg in die militärisch aufgebaute Knotenstadt. Er würde ihren Vater retten. Die Antwort nach dem Wie blieb ihr verborgen, aber so wie sie ihren widerlichen Schuft kannte, würde er es nicht mit diplomatischen Gesprächen versuchen. Für Azura war klar, dass sie ihm deshalb anderweitig unter die Arme greifen musste. Wenn er sie schon nicht mitnahm, um sie unversehrt zu lassen und damit ihr Vater später noch eine Tochter besäße, die er wiedersehen könnte, dann musste sie es eben von Andunie aus versuchen.
Noch einmal fasste sie für sich und Emmyth ihre Planung zusammen. Fest stand, dass es sinnlos erschien, sich nun Pferde zu schnappen und Corax nachzureiten. Er besaß einen Vorsprung, möglicherweise von Stunden und vielleicht hatte er sich sogar in einen Raben verwandelt. Dann wäre er ohnehin schneller. Vögel konnten den barrierefreien Himmel nutzen. Sie würden durch die Wiesen der Stillen Ebene und die dichten Wälder ds Neldoreth reisen müssen.
Nein, eine Verfolgung ihres Liebsten kam für Azura zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Sie entschied, in Andunie zu bleiben. Emmyth würde sie unterstützen und das konnte er! Seine Idee, ein Fest zu veranstalten kam ihr gelegen. Er würde einflussreiche Gäste laden, eben so wie es die Beziehungen des Hauses Faelyn zuließen. Azura würde alles organisieren. Als Adlige der andunischen Gesellschaft wüsste sie mit Sicherheit, einige der Dunklen zu verzaubern. Für sie wäre eine andunische Festivität doch garantiert etwas Neues, etwas Exotisches. Azura könnte hier mit Dingen punkten, die für sie vollkommen alltäglich gewesen waren ... jedenfalls in einer früheren Zeit. Es schien so lange her!
Die Verhandlungsgespräche müsste sie letztendlich aber Emmyth überlassen. Sie kannte die morgerianischen Strukturen nicht, mutmaßte aber, dass auch dort Frauen reichlich wenig Mitspracherecht besaßen. Sie würden nur als Zierde gelten, bestenfalls als Mitgift für gewisse Verträge. Ob Emmyth sie verschacherte, um einen Vorteil zu ziehen? Nein, dazu hatte er kein Recht! Sie war im Grunde überhaupt nicht mit ihm oder dem Haus Faelyn verbandelt, nur weil sie mit Corax ... und inzwischen nun eben auch ihm das Bett teilte. Eigentlich gab es kaum offizielle Aussagen über ihre Beziehung, obgleich eine Verlobung im Raum stand. Doch auch hier hatte Azura sich verhalten gezeigt, die Verantwortung ihrem Ziehvater überschrieben, sobald er wieder sicher zu Hause wäre. Sie hatte Kathar Faelyn gegenüber nicht offen zu ihrer LIebe zu Corax gestanden. Sie hatte den Weg der Adelstochter gewählt, die zugeneigt war, aber keine Entscheidung traf. Was Corax selsbt davon hielt, hatte sie mit ihm nicht besprochen. Es waren so viele Worte ungesagt geblieben und nun war er fort ... damit sie glücklich werden konnte.

Azura wollte unbedingt etwas unternehmen. Sie ließ keine weitere Zeit verstreichen, ebenso wenig Emmyth. Sobald beide sich mehr oder weniger getrennt und Azura ein Bad genommen hatte, erschien ein etwas zerzauster Schneider bei ihr, um Maße zu nehmen. Sie nannte zwar Wünsche zu ihrer Garderobe, doch er schrieb sich nichts davon auf. Er nickte es nur ab und murmelte: "Beim nächsten Auftrag." Offenbar hatte Emmyth bereits eigene Bedingungen gestellt, denen sie sich als sein Zierde auf dem Fest wohl würde unterwerfen müssen. Das oder sie sprach ihn noch einmal darauf an, um ihm zu zeigen, dass sie eben doch nicht so das stille Adelstöchterchen ohne Mitspracherecht wäre, als dass sie sich immer wieder ausgab. Interessant war, dass der Schneider auch nach den Maßen ihrer Mutter fragte. Azura kannte diese, beide besaßen etwa die gleiche Statur. Ihre Mutter mochte einen etwas fülligeren Busen besitzen, allein schon, weil sie bereits ein Kind zur Welt gebracht und es nicht durch eine Amme hatte säugen lassen. Dafür besaß Azura eine schlankere Taille. Die knackige Kehrseite konnte man bei beiden Frauen gleichsetzen und das machte ihre Mutter fast schon zur reiferen Konkurrentin, wäre ihr Herz nicht Alycide verfallen. Oh, sie musste ihren Vater unbedingt zurückbekommen, allein schon um ihrer Mutter Willen!
Dass selbst Emmyth an Aquila van Ikari dachte, zeigte sich später. Azura verbrachte die nächsten Stunden damit, die Festivitäten zu organisieren. Sie suchte die Farben aus und schickte Faelyns Dienerschaft herum, um die Salons des Hauses herrichten zu lassen. Sie entschied über die Musikstücke, deren gespielte Reihenfolge und welche andunische Musikgruppierung man anheuern sollte. Ohja, andunisch mussten sie sein! Das würde den dunklen Völkern imponieren!
Außerdem ließ sie der Küche eine Liste mit Speisen zukommen, die unbedingt in den Essensplan eingearbeitet werden mussten. Gerade dort stieß sie auf positive Rückmeldung. Zwar musste sie sich mit Teva, einer goblinischen Küchenhilfe unterhalten, doch jene zeigte sich als überaus umgänglich. Sie lobte sogar die andunischen Mahlzeiten, die sie selbst schon hatte einnehmen dürfen und hoffte darauf, bald auch einiges davon selbst kochen zu können. Bisher habe sie sich noch nicht weit genug bewiesen, um "den großen Kochlöffel selbst schwingen zu dürfen".
Bei all den Vorbereitungen durfte die Andunierin feststellen, dass selbst Sklaven im Haushalt der Faelyns nicht zu leiden hatten. Im Grunde waren sie immer noch Angestellte, so wie Diener und Mägde. Sie besaßen etwas weniger Rechte, denn man drückte ihnen keinerlei Geld in die Hände. So blieben sie in einer Abhängigkeit ihren Herren gegenüber. Letztendlich aber wurden sie ebenso gut versorgt wie Angestellte, die nach getaner Arbeit das Haus wieder verlassen durften. Sklaven blieben unter dem faelyn'schen Dach, erhielt Nahrung und einen Platz zum Schlafen. Dafür verwendete man die Gesinderäume, die vorher schon den fest Angestellten Dienern einst gehörten. Sie durften sich frei bewegen und in ihrem Bereich auch eigenständig Entscheidungen treffen. Die Familie Faelyn hielt eine lockere Hand über sie. Leiglich wenn es um Kathars Gesundheit ging, zeigte Emmyth sich ungemein streng. Es war wohl der Sorge um seinen Vater zuzuschreiben, weshalb er keinen explizit ausgesuchten Sklaven in dessen Nähe zu sehen wünschte. Die Pflege übernahmen gerade einmal eine Skalvin mit dunklem Haar und Haube, deren Name Azura bislang nicht untergekommen war, sowie ein dunkelelfischer Heilkundiger. Er kehrte immer wieder ins Haus ein, um nach dem alten Elfen zu sehen. Ansonsten ließ Kathar nur seinen Sohn oder die Offiziere seiner Leibwache zu sich kommen. Man bekam von ihm wenig mit. Azura wusste nur, dass er sich in seinen Schlafgemächern aufhielt und wenn sie im Laufe ihrer Organisation für das Fest an den Räumen vorbei kam, konnte sie ihn hin und wieder husten hören.

"Ich ... bin noch nicht bereit, die Verantwortung zu übernehmen", hatte Emmyth ihr bei einem knappen Treffen in den Korridoren gestanden. "Auch deshalb muss mein Bruder wohlbehalten zurückkehren. Ich schiebe ihm diese Bürde zu und werde das Vergnügen genießen, seine Liebste zu verwöhnen, wenn er sich mit unliebsamen Bittstellern herumschlägt." Dabei zwinkerte er Azura zu und ließ sie wieder allein. Doch nicht für lange.
Gerade, als sie in einem Gästezimmer saß, um dort noch einen Blick über die ausgesuchten Musikstücke zu werfen, klopfte er bei ihr an. Azura bat ihn herein, überrascht, dass es wirklich Emmyth und kein weiterer Diener war. Er übertraf es ein zweites Mal, als sie seine stattliche Aufmachung erkannte. Er sah ... gut aus. Adrett, elegant. Offenbar wollte er Eindruck schinden, aber gewiss nicht bei ihr. Wie sehr sie irrte! Denn schon kam er zu ihr und überreichte ihr ein Kästchen mit wunderschönem Saphirschmuck nach andunischer Symbolik. Weshalb er sich all die Mühe machte, damit hielt er auch nicht lange hinter dem Berg. Er wollte gemeinsam mit Azura ihre Mutter aufsuchen, um diese für die Feierlichkeiten abzuholen.
"Zusammen? Oh ... oh, daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!"
"Nicht?" Emmyth zeigte sich amüsiert. Seine Augen konnte ebenso belustigt funkeln wie die seines Bruders. "Alles andere wäre unhöflich. Natürlich warte ich bei der Mutter meiner ... Schwägerin auf, um sie nicht nur einzuladen, sondern auch den Gastaufenthalt unter unserem Dach zu gewährleisten." Als er Azura als Schwägerin bezeichnete, huschte ein Schatten über die Rubine des Elfen. Eine Sehnsucht, die ihn sie länger anblicken ließ, bevor er die Fassung wiederfand und lächelte. Dann überreichte er ihr die Geschenke und beobachtete ihre Reaktion. Sie fiel ... gemischt aus. Natürlich freute Azura sich, sowohl über die Ohrringe als auch die schöne Halskette. Lediglich bei der Brosche mit dem Faelyn'schen Wappen hielt sie inne. Kurz darauf schaute sie mit schwerem Schlucken zu Emmyth auf. Er blickte verwirrt zurück. Er verstand nicht, wie auch? Er wusste nicht, welche Zweifel hinter ihrer Stirn vorgingen und dass sie sich sowohl als Menschenfrau wie auch als nicht gebürtig Adlige unwürdig sah, um mit irgendeinem Faelyn eine Beziehung dieser Form einzugehen. Außerdem hatte Corax noch nicht offiziell um ihre Hand angehalten, auch wenn man im Scherze schon von einer Verlobung sprach. Emmyth ahnte offenbar nichts. Er blickte ein wenig konfus, aber erwartungsvoll drein.
"Ich bemühe mich, das Wappen mit Würde zu tragen und dem Hause Faelyn heute Abend keine Schande zu bereiten."
Emmyth blinzelte kurz. Dann nickte er, nahm die Brosche und steckte sie Azura so an, dass sie gut zu sehen war, ohne zum Blickfang zu werfen. Denn diese sollten Halskette und Ohrringe übernehmen, aber auch nur so weit, als dass sie Azuras eigene zauberhafte Augen betonten. Emmyth trat einen Schritt zurück, um sie zu betrachten. Erneut nickte er. Schließlich bot er ihr den Arm an. "Lass uns gehen, meine Teure."

Weiter bei Das Anwesen der Familie van Ikari
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 18. Oktober 2024, 07:44

Azura kommt von Das Anwesen der Familie van Ikari

Kaumaum, dass die Kutsche beim faelyn'schen Anwesen eintraf, sprang der jüngere Sohn von Kathar Faelyn vom Bock und eilte schon ins Innere. Der Kutscher und herbei gerufene Diener wie Sklaven halfen den Gästen hinaus und führten Azura und Aquila zunächst in einen Salon, wo sie Häppchen und Getränke zu sich nehmen konnten, während sie darauf warteten, bald für das Fest eingekleidet zu werden. Azura erhielt erneut Gelegenheit, den Wälzer zu studieren, sofern sie wollte. Sie konnte aber auch noch einmal mit ihrer Mutter sprechen. Nur an Emmyth kam sie so schnell nicht heran. Stattdessen stand es ihr frei, erneut ein Bad zu nehmen, sowie festzustellen, dass das Haus bereits auf die Feier vorbereitet worden war. Zahlreicher Prunk war aufgestellt, poliert und mit Girlanden oder Lichtern ins rechte Bild gerückt worden. Das ganze Haus durftete nach dem Speiseplan, den sie zusammengestellt hatte. Die Musiker probten bereits die Stücke, welche sie am Abend zum Besten geben sollten.
Gut zwei Stunden später erschien dann auch endlich wieder Emmyth auf der Bildfläche. Er hatte Aquila und Azura in einen Ankleideraum zitieren lassen, in dem zwei Schneiderpuppen darauf warteten, dass er die Abdeckung entfernte, damit man die Kleider darunter in Augenschein nehmen könnte. Geradezu feierlich und wirklick gut ausstaffiert stand Emmyth zwischen beiden mannshohen Puppen. Er sah unbestritten gut aus. Er trug elegantes schwarz, sowohl als Seidenhemd wie auch Hose. Am Gürtel blitzte eine Silberschnalle mit dem Wappen seines Hauses. Das Muster seiner Weste wies ebenfalls winzige, versteckte Feen auf, die zwischen einem Geflecht aus Spinnweben und Reben kaum zu erkennen waren. Ein Seidentuch lugte aus der Weste hervor, umspielte seinen Hals in der Farbe von Azuras Augen. Sein Haar war zu einem galanten Zopf zurückgebunden, der mit einem Band gehalten wurde, das die Andunierin sicher sofort wiedererkannte. Es war jenes, das sie ihm bei der Kutsche noch überlassen hatte. Emmyth trug darüber hinaus winzige Schmucksteine im Gesicht, die auf seiner Haut klebten und seine Augen mit einem Funkeln umrahmten, das sein eigenes Rot nur noch intensiver hervor hob. Sein Umhang aber erinnerte an Corax. Vermutlich unbeabsichtigt, denn die auf den schwarzen Stoff angebrachten Federn waren nicht die eines Raben, sondern jene von Jagdvögeln, vermutlich Falken. Braun in unterschiedlichen Nuancen fächerten sich so übereinander, als trüge Emmyth einen Umhang aus Gefieder, mit dem er sich in die Lüfte schwingen wollte. Dazwischen funkelten jedoch auch immer wieder Rubine auf wie die Augen eben jener Jagdvögel, wenn sie Beute erspähten. Er war durch und durch stattlich.
"Darf ich den Damen die heutige Garderobe präsentieren? Und bitte, teilt mir sofort mit, wenn sie auch nur ansatzweise kneift oder piekt." Denn dann würde er den Schneider strafen, vielleicht sogar töten lassen. Azura ahnte das, ihre Mutter nicht. Aber jene war ohnehin beeindruckt vor Staunen, als Emmyth endlich den Schleier hüllte. Er zog die Tücher von den Puppen und was sich den Frauen da präsentierte, war reinste Dekadenz. Emmyth nannte Azura stets seine Feenkönigin. Nun erfuhr sie den Grund. Würde sie diesen Traum von einem Kleid am Körper tragen, verwandelte sie sich in eine fleischgewordene Fee.

(Azuras Kleid) || (Flügel am Kleid)

Von einem reich verzierten, aber schlank gehaltenen Schulterpart hingen schwarze Fäden wie Spinnweben herab, an deren Enden winzige Diamanten und Saphire in wildem Funkeln konkurrierten. Der Ausschnitt war transparent bis zum Nabel, umrahmt von einem Mieder mit eingewobenen Silber- und Goldfäden. Diese Zier setzte sich über das gesamte Kleid nach unten fort, verzweigte sich dort zu eingearbeitetem Geäst, mündete in goldenen Mondstickereien, zwischen Pailetten aus Diamant- und Saphirsplittern, die einem Sternenhimmel glichen. Doch unterhalb des Schoßes war das Kleid offen, zeigte den weit ausladenden, seidenen Unterrock, der ebenfalls eine Goldzier und Sternenhimmel aus Edelsteinen besaß. Doch im Gegensatz zum übrigen Schwarz des Kleides wies er einen angenehmen Verlauf aus hauchzartem Flieder auf, der in Meerblau endete, ganz nach Venthas Geschmack. Die Nuancen dazwischen ähnelten erneut Azuras Augen, so dass die Garderobe nicht nur zu ihr selbst, sondern auch zu Emmyth passte. Vervollständigt wurde das Ensemble purer Dekadenz durch einen Kragen aus schwarzer Seide, der Azuras Kehle betonen würde. Ein schwarzer Fächer in Form einer Fee, die ihre Flügel ausbreitet und welche mit halbtransparenter Seide einen bläulichen Schatten auf das dahinter werfen würden, wartete zusammen mit einem Paar koketter Schuhe darauf, getragen zu werden. Doch dann zeigte Emmyth den Höhepunkt dieses Schneiderhandwerks. Er zog an einem Band im Rücken, so dass sich ein Paar Feenschwingen aufklappte, die leicht wippten. Auch sie waren transparent, wurden von einem zweigartigen Drahtgestellt gehalten, das ihnen etwas Mystisches wie Unheimliches gab. Weitere winzige Edelsteinsplitter ließen diese Flügel bei jeder noch so kleinen Bewegung glitzern.
Um das Outfit perfekt zu machen, wartete eine Dienerin neben den Puppen mit einem Samtkissen darauf, dass nach dem Ankleiden ein Diadem aus verzweigter schwarzgoldener Filigranarbeit Azuras Stirn zieren würde. In dem Astgeflecht hockte eine kleine, goldene Fee, die Kristallstaub über die Zweige verteilt hatte, dass auch sie im Licht glitzern durften. Würde man Azura dann noch matt pudern und ihr - ähnlich wie Emmyth - winzige Steinchen um die Augen anbringen, sähe sie aus, wie in Feenstaub getaucht.
Das Kleid für ihre Mutter fiel ähnlich aus, aber deutlich weniger hervorstechend. Bei ihr waren die Flügel als Umhang im Rücken angelegt. Ihr Kleid wies bei weitem nicht so viel Zierde auf, sondern hielt sich im Vergleich eher zurück. Sie war keine Feenkönigin, sondern deren Schatten. Wo Azura wie in zauberhaftem Sternenglanz erstrahlen würde, wäre ihre Mutter das Wispern im Wald, ein Traum aus mystischen Lichtern und Schatten, auf den sie sich in der Not würde verlassen können. Ihr Kleid wies neben schwarz vor allem ein dunkles Violett auf, so dass man sie automatisch in den Hintergrund rücken würde. Es war klar, was Emmyth mit beiden Garderoben darstellen wollte. Hier stünde Azura im Vordergrund - die geheimnisvolle, umwerfend schöne Feenkönigin mit der Mutter als leise Beraterin an ihrer Seite.
"Gefällt es den Damen?", fragte Emmyth mit einem freundlichen Lächeln. Dann verneigte er sich in einem geschwungenen Bogen. "Ich lasse euch nun allein, damit ihr euch anziehen lassen könnt. Dienerschaft zum Frisieren und Schminken wartet bereits. Ich freue mich, die Feenkönigin van Ikari und ihre Mutter anschließend zum Fest geleiten zu dürfen. Ich werde bis dahin im anliegenden Salon warten."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Freitag 18. Oktober 2024, 14:16

Unter anderen Umständen oder wenn ihr die Sache weniger am Herzen gelegen hätte, hätte dieser Anflug von Humor das Gespräch durchaus in eine leichtere Richtung lenken können. Doch es beschäftigte Azura nicht nur, ob sie genügte, sondern es bescherte ihr ein derart ungutes Gefühl in der Magengegend, dass es sie einfach nicht loslassen wollte.
Zu groß war die Sorge vor dem, was sein könnte und wen sie dabei verlieren würde. Allein dieser Gedanke war bereits schlimm genug, um sie verzweifeln zu lassen. War das ein Zeichen für die Wahrhaftigkeit ihrer Gefühle? Oder lediglich dafür, wie wenig Erfahrung und somit ehrliche Zuversicht sie bislang in ihrem Leben hatte gewinnen können?
Versunken in ihre eigenen Sorgen und Ängste hörte sie nicht, wie sich ihre Mutter näherte. Dafür zuckte sie leicht zusammen bei der unerwarteten Berührung auf ihrer Schulter, ehe sie seufzte und ihre eigene Hand darauf legte, als Signal dafür, dass sie ihr nicht unwillkommen war.
Sanft klang die Stimme hinter ihr und dennoch fest. Die junge Frau hörte zu und unterdrückte ein weiteres Seufzen. Auf die Idee, dass die anfängliche Aufregung verblassen könnte, war sie noch nicht in dem Maße gekommen, wie es ihr jetzt durch den Sinn huschte.
Durch den erzwungenen Verzicht auf Nähe und Berührung aufgrund ihres desolaten Zustandes hatte sie schon in dieser kurzen Zeit von einigen Tagen gelitten und das Gefühl gehabt, nie mehr aufhören zu wollen, Corax bei sich zu fühlen und in der vergangenen Nacht ebenso Emmyth. Dass dies jedoch aufgrund der gemeinsamen Jahre generell weniger werden könnte… davor graute ihr im Moment. Viel zu viel Freude und Aufregung hatten ihr die gemeinsamen Spiele bereitet! Ganz zu schweigen von dieser Angst davor, auch in diesem Bereich nach der anfänglichen Euphorie zu langweilen. Das allerdings konnte sie ihrer Mutter natürlich nicht anvertrauen, obwohl ihre leicht geröteten Wangen womöglich erahnen ließen, in welche Richtung ihre Gedanken gewandert waren.
Indes fuhr Aquila fort und entlockte ihr ein weiteres, noch tieferes Seufzen. „Du meinst, wenn er keine Bekanntschaft mit verschiedenen Getränken auf sich machen will, sollte er lieber nicht auf mich verzichten wollen?“, versuchte sie ihrerseits zu spötteln, auch wenn es einen leicht bitteren Beigeschmack hatte.
Denn so recht wusste sie nicht, worin sonst ihre Tugenden oder Talente liegen könnten, die für einen Mann von Wert wären. Zu erfolgreich hatte sie sich in ihrer Erziehung gegen das Erlernen von Sinnvollem gesträubt. Und einen Sinn für die richtige Kleidung oder das Wissen um die Planung von Festen würden jemanden wie die Faelyn-Brüder auf Dauer gewiss nicht genügen. Was das Thema Kinder hingegen betraf…
Azura kaute kurz auf ihrer Unterlippe herum und zögerte, aber dann platzte es aus ihr heraus:„Woher weiß ich denn, dass ich überhaupt Kinder gebären kann?“ Schließlich war sie darüber noch nie aufgeklärt worden, ganz zu schweigen davon, dass sie es als gegeben angesehen und sich nicht weiter dafür interessiert hatte. Ihre Mutter hingegen hatte lediglich sie, eine Tochter. Wer sagte ihr, dass ihr nicht das gleiche Schicksal blühte?
Ihr Stiefvater hatte sie dennoch angenommen und aufgezogen, sie nie spüren lassen, dass er einen Sohn bevorzugt hätte. Wie jedoch würde das bei einem Faelyn sein? Oder gar… einem König?
Sie kaute weiter an ihrer Unterlippe und zuckte leicht zusammen, als ein scharfer Schmerz verkündete, dass sie ein Stück zu viel an dem Hautfetzchen gezogen hatte. Es brannte und der Blutstropfen bahnte sich bereits seinen Weg an die Oberfläche. Rasch leckte sie darüber und hoffte, dass es bald wieder versiegen würde.
Da wurde sie herum gedreht. Vor Überraschung blinzelnd erwiderte sie den Blick der Hausherrin. Ihre Wangen wurden rot und sie zuckte etwas hilflos mit den Schultern. „Ich weiß nicht…“, murmelte sie und musste daran denken, wie Corax sie behandelt und angesehen hatte, als sie eine wandelnde Leiche gewesen war.
Er hatte keine Scheu gezeigt, hatte sie berührt und sich verhalten, als wäre nichts anders. War das ein Zeichen für seine… Liebe? Wäre das nach einigen gemeinsamen Jahren weiterhin so? Oder wäre er, als Vertreter einer viel länger lebenden Rasse, da empfindlicher? Hatte sie eigentlich irgendwelche Vorteile davon, dass ihr Erzeuger kein Mensch gewesen war?
Bislang wäre es ihr nicht aufgefallen, dass sie langsamer gealtert wäre als ihre Freundinnen. Vielleicht würde das erst jetzt als Erwachsene kommen? Oder hoffte sie auf das Unmögliche?
Wie auch immer, es galt, sich wieder zu konzentrieren, sodass sich die Wege von Mutter und Tochter für kurze Zeit trennten. Die junge Frau fand zu ihrer Erleichterung rasch ihren kleinen Schatz und fügte diesem noch einen weiteren hinzu, ehe sie wieder auf Aquila stieß, um mit ihr gemeinsam das Anwesen zu verlassen.
Draußen saß, irgendwie verloren wirkend in die kratzig aussehende Decke gehüllt, Emmyth allein auf dem Kutschbock und löste in ihr das Bedürfnis aus, mit ihm zu reden, ihn zu… trösten. Mit einem festen Griff um das Band nutzte Azura die Gelegenheit, die sich ihr zwangsläufig beim Einsteigen bot, und schummelte sich in seine Nähe.
Verstohlen sah sie zu ihm und hatte sich innerlich darauf eingestellt, von ihm ignoriert zu werden. Stattdessen schien er es zu spüren und schenkte ihr seinerseits einen Blick, der ihren Wangen wieder mehr Farbe verlieh. Unwillkürlich hielt sie den Atem an und verspürte das Bedürfnis, zu ihm hoch zu klettern und ihn zu umarmen, einfach nur, um ihn bei sich fühlen zu können. Natürlich war das nicht möglich und die Zeit, die ihnen gerade blieb, viel zu kurz.
Aber das Sehnen in ihrem Inneren war deutlich. So sehr, dass sie ihr Vorhaben, mit dem sie eigentlich eine Versöhnung hatte herbei führen wollen, umso entschlossener umsetzte. Sie wollte ihm ein Zeichen ihrer Verbundenheit geben, etwas, mit dem er zeigen könnte, ob er noch zu ihr stand oder sie aufgrund des Gesprächs im Musikzimmer der Van Ikaris ziehen lassen würde.
Also wollte sie ihm das Band heimlich zukommen lassen, in Erwartung dessen, dass er es offen nicht annehmen würde und es obendrein mehr Aufmerksamkeit darauf ziehen würde, als ihr lieb wäre. Doch sie unterschätzte ihr eigenes Begehren danach, ihm nahe sein zu können, sodass sie zu vorwitzig war und ihre Finger ihn kurz berührten.
Erschrocken darüber und mit zugleich bebendem Herzen wollte sie hastig ihre Hand zurück ziehen, sich seines Blickes auf sie bewusst. Aber Emmyth ließ es nicht zu, er war schneller und hielt sie, ehe sie aus seiner Reichweite war.
Einen Moment lang erschrak sie und hatte schon Angst, er würde ihre Gabe sofort zurück geben. Eine Zurückweisung, die vermutlich angemessen wäre und die dennoch unendlich schmerzen würde. Stattdessen jedoch hielt er sie sanft und streichelte sie leicht, was sie wohlig erschauern ließ. Hoffnung war deutlich in seinem Blick zu lesen und zauberte ihr ein kleines, warmes Lächeln auf die Lippen.
Dann allerdings war es auch schon wieder vorbei, er entzog sich ihr und machte mit seinem Murmeln deutlich, dass der Augenblick für sie beide beendet war. Die junge Frau wollte nicht und musste es dennoch geschehen lassen, da sie nicht auffallen wollte und der Kutscher bereits soweit war, um auch ihr hinein helfen zu können. Mit einem leisen Seufzen, leicht geröteten Wangen und stark klopfendem Herzen setzte sie sich ihrer Mutter gegenüber. Dabei spürte sie, wie sie viel lieber am Kutschbock Platz genommen und das Gewicht seiner Hand auf ihrer gefühlt hätte, anstatt den Wälzer auf ihren Oberschenkeln.
Als ihr klar wurde, welche Handelsbeziehung sie vertreten sollte, versuchte sie schwach aufzubegehren. Sie hatte sich eigentlich für Santros entschieden wegen dem Schmuck, den Stoffen… und um Emmyth zu zeigen, dass sie sich nicht für den König entscheiden würde. Zumindest im Moment nicht und solange sie eine Wahl hatte.
Aquila indes kam mit einem Tadel und einem mahnenden Blick, den die junge Frau nur zu gut kannte. Sie seufzte als erste Reaktion, ehe sie ihre Haltung straffte und zeigte, wie aufrecht und selbstbewusst sie sich selbst im Sitzen zu geben gelernt hatte. „Und wir haben wichtige, lukrative Verbindungen zu bieten, zu denen nicht jeder leichtfertig Zugang erhält.“, ergänzte sie und wollte damit zeigen, dass sie es verstanden hatte.
Das war noch keine Garantie dafür, dass sie es auch erfolgreich umsetzen könnte. In der Theorie allerdings war es ihr bei klarem Verstand durchaus bewusst.
Daraufhin war sie endlich soweit, einen Blick in das Buch zu werfen, dessen Umfang sie unter anderen Umständen abgeschreckt hätte. Jetzt aber musste es sein und es stand zu viel auf dem Spiel, als dass sie sich davor drücken würde. Doch allzu bald fand sie einen Haken daran, den sie mit ihrer Mutter besprechen musste. Auf die Stelle verweisend sah sie fragend zu der anderen auf und hörte ihr zu, nickte hin und wieder nachdenklich.
Ihr eigenes Bild von den Dunkelelfen war… vielschichtiger, sodass sie nicht vollkommen vom Schlechten bei ihnen ausging. Nicht sofort und nicht bei jedem zumindest. Allerdings erkannte auch sie den Vorteil, den gerade solch eine Verbindung darstellen könnte. „Und es wäre unauffälliger, würde weniger Misstrauen erregen, wenn wir weiterhin den Kontakt halten würden, als wenn auf einmal Dunkle in Erscheinung treten, solange es kein Bündnis gibt.“, meinte sie und nickte.
Ehe sie leicht zusammen zuckte und große Augen machte. „Ich dachte, ihr wollt mich zu den Amazonen schicken und nicht nach… Jorsan?“ Allein erneut die Aussicht zu erhalten, einem König zu begegnen, weckte die Unsicherheit wieder in ihr.
Dass sie den ein oder anderen dort würde aushorchen und Informationen beschaffen können, was im Endeffekt um einige gefährlichere Konsequenzen haben könnte, war für sie zu abstrakt, als dass es sie beunruhigen würde. Immerhin kannte sie das andunische Intrigenspiel und glaubte nicht, dass es weiter im Süden anders verlaufen würde. Der andere Aspekt hingegen… Würde sie diese Reise überhaupt antreten wollen? Wobei… wenn sie mit solch einer Ankündigung ihren Vater befreien und Corax heil zurück bringen könnte, dann würde sie das selbstverständlich tun.
Aber eigentlich hatte sie gedacht, sie würde einen anderen Weg einschlagen, zu den Amazonen… oder vielleicht sogar in die Heimat ihres Erzeugers. Vor allem hatte sie jedoch damit gerechnet, ihren Raben und mittlerweile auch dessen Bruder dabei an ihrer Seite haben zu können. Wenn sie allerdings nach Jorsan gehen würde, wäre das keine Option. Ein Umstand, der ihr sehr unwohl zumute werden ließ.
Und ihr zugleich auch zeigte, dass sie sich tatsächlich nicht so leicht zwischen den Brüdern würde entscheiden können. Auch wenn sie Corax liebte, sich das endlich hatte eingestehen und ihm sagen können, bedeutete ihr Emmyth ebenfalls etwas. Er hatte genauso damit begonnen, sich in ihr Herz einzuschleichen und dort seinen Platz zu erstreiten. Die Frage war nur… wie sollte das weiter gehen? Wie sollte sie damit umgehen? Sie wusste es nicht und selbst wenn es ihr klar gewesen wäre, hätte sie es Aquila vermutlich nicht gesagt. Nicht, bevor sie es mit den beiden Faelyns persönlich geklärt hätte.
Stattdessen kam von ihr lediglich eine Feststellung, die für sie unbestritten war und die zugleich davon zeugte, dass sie tatsächlich an mehr als nur einem der Dunklen Interesse hatte. Wie könnte sie da einen König umgarnen, mit dem Wissen, dass ihr Herz längst nicht mehr frei war? Oder war es das und sie glaubte nur, es wäre besetzt? Lag es daran, dass sie sich nicht entscheiden und nicht treu sein konnte? Wie sollte ihre Zukunft aussehen und wie viel konnte sie davon selbst bestimmen?
Emmyth hatte erzählt, dass Frauen bei den Dunklen durchaus ihre Freiheiten hatten und eigenständig sein konnten. Bei einem König wäre ihr das kaum möglich! Da wäre bereits vorgeschrieben, welche Aufgaben auf sie warten würden und erst, wenn sie diese zur Zufriedenheit ausgefüllt hätte, könnte sie versuchen, sich eigenes zu erarbeiten. Sofern ihr so viel Freiraum überhaupt gewährt werden würde… Zumindest stellte sie sich das so vor, schließlich wusste sie von Richard III. nicht sonderlich viel und von seinem Umfeld noch weniger.
Viel zu viel Unbekanntes, das sie erwarten würde. Besser, sie blieb bei den Männern, die ihr jetzt schon wichtig waren, und konzentrierte sich auf den kommenden Abend. Wenn das nur so leicht umzusetzen wäre…

Obwohl ihre Gedanken immer wieder zu dem Dunklen auf dem Kutschbock wanderten, bemühte sie sich ernsthaft darum, die Fahrt mit dem Studium des Wälzers zu nutzen. Immerhin schaffte sie es halbwegs, die wichtigsten, verwandtschaftlichen Beziehungen sich einzuprägen, bis sie anhielten.
Mit einem unterdrückten Seufzer klappte sie das Buch zu, als die Tür geöffnet wurde und ihr ein unbekanntes Gesicht entgegen sah. Kurz kämpfte sie um Fassung, weil sie unwillkürlich gehofft hatte, Emmyth würde diese Aufgabe nach ihrer flüchtigen Begegnung vorhin übernehmen.
Rasch aber hatte sie sich wieder im Griff, ließ sich helfen und folgte, gemeinsam mit ihrer Mutter, dem Diener in das Anwesen. Drinnen ging es in den Salon, in dem eine kleine Stärkung für sie hergerichtet worden war. Azura verspürte keinerlei Appetit, nahm sich lediglich etwas verdünnten Wein für den Durst, um sich daraufhin auf dem Sofa niederzulassen und weiterhin das Buch zu lesen, die wichtigsten Informationen in sich aufzusaugen.
Es war alles andere als leicht und viel musste sie doppelt und dreifach lesen, weil ihre Gedanken immer wieder zu dem jüngeren Faelyn abdrifteten. Warum hatte er ihr nicht aus der Kutsche geholfen? War er ihr trotz allem noch gram? Oder lag es an seinem desolaten Zustand, sodass er mehr Zeit benötigte, als sie eigentlich noch zur Verfügung hatten? Oder… oder war er vor ihr geflohen, aus welchem Grunde auch immer?
Ein ums andere Mal, wenn sie merkte, dass sie darüber grübelte und den Satz erneut zu lesen begann, ermahnte sie sich im Stillen. Und von Mal zu Mal wurde es besser, konnte sie sich tatsächlich mehr beherrschen. Hin und wieder stellte sie auch ihrer Mutter die ein oder andere Frage, wenn ihr ein Detail nicht klar oder sie unsicher war, ob sie es richtig verstanden hatte.
Auf diese Weise verging die Zeit und als ihr der Kopf rauchte, wurde ihr bewusst, dass sie eine Pause brauchte. Da kam ihr die Einladung zu einem Bad gerade recht! Diesmal allerdings nahm sie selbst dieses Angebot nicht an, sondern überredete Aquila dazu, sich diesen Luxus zu gönnen, vor allem im Hinblick darauf, dass sie zu Hause im Moment alles dazu selbst hätte tun müssen. Hier hingegen sollte und durfte sie genießen.
Dadurch mit einem Mal alleine hatte sie die Muße, ans Fenster zu treten und still hinaus zu sehen. Im Garten war der Putz bereits zum größten Teil hergerichtet und nun wurde am Feinschliff gearbeitet. Und auch die Gerüche, die sanft bis zu ihr in den Salon geweht waren, deuteten darauf hin, dass sie in der Küche nicht gebraucht wurde.
Alles in allem also eine gute Situation, um einer anderen Idee nachzugehen. Aber… ob das wirklich so gut wäre, wie sie es sich vorstellte? Wiederholt kaute sie an ihrer Unterlippe, bis ein kleiner Schmerz sie daran erinnerte, dass sie das für diesen Tag schon zu sehr getan hatte.
Doch immerhin holte es sie zurück und gab ihr einen Ruck, sodass sie den Salon kurzerhand verließ, um sich in jenen Bereich des Anwesens zu begeben, in dem der alte Faelyn seine Räumlichkeiten hatte. Sie hatte ihn aufsuchen und ihm etwas Gesellschaft leisten, ihn womöglich ein bisschen kennen lernen wollen.
Mit einem leisen Anklopfen an jene Tür, die er vermutlich als privaten Salon benutzte, warf sie einen Blick hinein und fand niemanden darin vor. Ein wenig enttäuscht darüber, zog sie sich zurück und ging weiter, wollte sich an der Schlafzimmertür bemerkbar machen. Ja, sie hatte sogar schon die Hand erhoben, ließ ihre Fingerknöchel knapp vor dem teuren Holz in der Luft schweben… und machte einen Rückzieher.
Nein, dieser Mann war alt, gebrechlich und krank. Er benötigte so viel Schlaf wie möglich! Außerdem, was, wenn er nach Corax fragen würde? Wie könnte sie ihm unter die Augen treten und ihn anlügen, um ihm unnötige Sorgen zu ersparen? Nein, besser, sie besprach sich zuerst mit Emmyth und entschied nicht eigenständig. Schließlich war sie derzeit nichts weiter als ein Gast, ein hoffentlich gern gesehener, aber ansonsten nicht mehr.
Unverrichteter Dinge kehrte sie also in den anderen Salon zurück und versuchte, die verbliebene Zeit mit dem erneuten Studium des Wälzers zu nutzen. Darüber war sie scheinbar eingenickt, denn sie schrak auf, als sie von einer Dienerin angesprochen wurde.
Blinzelnd und mit noch schweren Lidern folgte sie der Frau, die sie in einen Ankleideraum brachte. Dort befand sich auch ihre Mutter, denn sie beide erhielten bereits die passende Unterkleidung, seidige Stoffe, die sich fast schon sündig und somit mehr als angenehm herrlich an ihre Körper schmiegten. Darüber ein regelrecht schlicht zu nennendes Mieder, um ihren Leibern jene Sanduhrform zu verleihen und ihre Attribute hervor zu heben, wie es der Mode und dem Geschmack der Männer entsprach. Es besaß, wie ihr bisheriges Korsett, eine gut verborgene Innentasche, in der sie die Perle, unbesehen, hinein gleiten lassen konnte.
Azura wurde derart eng geschnürt, dass sie einige Minuten benötigte, um sich an den Druck zu gewöhnen. Als sie nicht mehr das Gefühl hatte, bei jeder noch so kleinen Bewegung gleich in Ohnmacht fallen zu müssen vor lauter Luftmangel, legte sie rasch das feine, silberne Armkettchen an, von dem sie hoffte, dass es auch zu ihrem Kleid passen würde. Danach schlüpfte sie noch in den kostbaren, reichlich bestickten Morgenmantel, damit sie sich trotz allem anständig gekleidet zu dem eigentlichen Ankleideraum begeben konnten.
Dort wurden sie schon erwartet. Im ersten Moment wollte die junge Frau ihm dafür grollen, weil er sie so lange nun alleine gelassen hatte. Als sie ihn in seiner perfekten Aufmachen allerdings zu Gesicht bekam, wurde ihr klar, dass es auch bei ihm scheinbar lange gedauert hatte, um bereit für diesen Anlass zu sein.
Und dann entdeckte sie das Grün an seinem Körper. Zuerst das Seidentuch, das zwar zu ihren Augen hervorragend passte, jedoch viel zu groß für ihre eigene Gabe war, als dass sie es sein konnte. Noch während sie sich fragte, ob sie ihn mit dem Band lediglich eine Idee dafür geliefert hatte, drehte er ein wenig den Kopf und sie konnte es in seinem Haar entdecken. Vor Freude funkelten ihre Augen und ihre Wangen röteten sich etwas, wenngleich sie sich sehr darum bemühte, ansonsten beherrscht zu wirken und ihre Mutter nichts merken zu lassen.
Ohnehin galt die Aufmerksamkeit vordergründig den beiden Schneiderpuppen, die noch verhüllt waren, vermutlich, um ihre Ungeduld auf die Probe zu stellen. Wenigstens musste sie nicht mehr lange ausharren, ehe der Dunkle seine bestellten Kreationen preisgab. Seine Worte waren die Einleitung und für einen flüchtigen, gepressten Atemzug lang erzeugten sie ein gewisses Unwohlsein in ihrer Magengegend. Sie würde ihrer Mutter unbedingt davon erzählen müssen, dass dem Schneider auch nur eine winzig kleine Kritik viel würde kosten können!
Doch sobald der Stoff nicht mehr die Kleider verhüllte, waren alle Gedanken wie weggeblasen. Sprachlos und fasziniert betrachtete sie das, was sie in kurzer Zeit würde tragen sollen. „Bei Ventha!“, keuchte sie auf und hielt sich die Hand auf das üppige Dekolleté, von dem sie bei der festen Schnürung Angst haben müsste, dass es herauspurzeln könnte. Wobei sie bezweifelte, dass Emmyth etwas dagegen hätte…
Aber beim Anblick dieses… Kunstwerks, denn anders konnte man das definitiv nicht bezeichnen, wurde ihr bewusst, warum sie derzeit ein schlichtes Mieder und lediglich ein Unterkleid trug. Das sollte sie lediglich daran gewöhnen, wie eng es ihr werden würde in dem Kleid! Denn sie bezweifelte, dass sie dieses Korsett darunter anbehalten können würde.
Die junge Frau trat heran und wagte es kaum, mit ganz spitzen Fingern den Stoff zu berühren. „Wunderschön!“, wisperte sie und wusste nicht recht, wohin zuerst sie sehen und welches Detail sie bewundern sollte.
Sie hatte schon viele und herrliche Kleider getragen, kostbare und edle Stoffe, allerdings noch nie solch eine verzauberte Schöpfung. Was Corax wohl dazu sagen würde, wenn er sie so zu Gesicht bekäme? Oder entsprach das hier ausschließlich dem Geschmack seines Bruders?
Plötzlich zog letzterer an einem Band und ihr Kleid bekam mit einem Mal Flügel! Azura erschrak leise und musste dann lachend den Kopf schütteln. „Was ist das denn? Soll ich etwa fliegen, wenn ich beim Tanz herumgewirbelt werde?“, scherzte sie kichernd. Was hatte er sich da nur eingebildet? Doch zumindest wusste sie jetzt, warum der Schneider für ihre eigenen Ideen nicht empfänglich gewesen war. Gewiss hatte Emmyth davor bereits sehr deutlich verstehen gegeben, wie das Ergebnis aussehen sollte.
Erst allmählich fiel ihr die Dienerin auf, die neben der Puppe stand und etwas hielt, das offensichtlich für sie gedacht war. Ein Diadem! Ihre Augenbrauen hoben sich leicht an und ein weiteres, kleines Kopfschütteln folgte. Somit wäre auch ihr Einfall bezüglich ihrer Frisur dahin. Wie gut, dass ihre Mutter hier war, denn diese wüsste am besten, wie mit ihrer Mähne zu verfahren wäre, damit dieses Geschmeide perfekt zur Geltung käme.
Wie lange war es her, dass Azura solch ein Schmuckstück getragen hatte? Oh, hoffentlich wusste sie es anständig zu präsentieren!
Aber immerhin, das wurde ihr klar, müsste sie das Silberkettchen nicht ablegen, denn es passte mit seiner filigranen Machart und seiner Farbe perfekt zu Kleid und Diadem, ohne aufzufallen und dennoch herzeigbar, sollte das Thema trotz allem auf Santros kommen.
Als sie sich allmählich an den Anblick gewöhnt hatte, zumindest soweit, um nicht mehr voller Fassungslosigkeit den Blick nicht abwenden zu können, sah sie sich auch das Kleid für ihre Mutter an. Lächelnd nickte sie und wandte sich an Aquila. „Es wird dir hervorragend stehen.“, bemerkte sie ehrlich und hätte am liebsten sofort danach gefragt, ob es ihr denn auch gefallen würde. Aber eingedenk an die Haltung des Dunklen gegenüber dem Schneider verbiss sie sich die Worte lieber solange, bis sie unter sich wären.
Er kam ihr jedoch zuvor und dennoch war sie überzeugt davon, dass ihre Mutter nichts anderes als höflich antworten würde. Sie selbst nickte lächelnd. „Ein Kunstwerk!“, lobte sie ehrlich.
Daraufhin wollte er sich verabschieden. Beinahe hätte sie den Moment verpasst, denn der Anblick des Kleides war noch immer sehr faszinierend. Aber dann, ehe er gänzlich hätte verschwinden können, fiel ihr auf, dass dies wahrscheinlich der letzte, passende Augenblick wäre für längere Zeit, den sie für sich haben könnten. Einen, den sie benötigte, wollte sie sich auf dem Ball nicht ständig mit ihren eigenen Fragen beschäftigen müssen.
So legte sie ihre Hand leicht auf den Arm ihrer Mutter. „Fang du schon einmal an. Ich komme gleich dazu!“, erklärte sie ihr und eilte Emmyth schon hinterher.
Er hatte die Tür noch nicht gänzlich geschlossen, als sie hindurch schlüpfte und sich auf diese Weise zu ihm gesellte. Wobei sie nach seiner Hand griff und dafür sorgte, dass er die Tür nun auch wirklich ins Schloss zog, damit ihre Mutter nicht würde sehen und hören können, was sie vorhatte.
Mit klopfendem Herzen und kurzatmig wegen der engen Schnürung stand sie vor ihm und streckte sich, um ihm einen Kuss auf die Wange zu hauchen, darauf achtend, seinen Gesichtsschmuck nicht zu zerstören. „Danke!“, wisperte sie und lächelte ihn an, als sie wieder zurück sank.
„Ich weiß gar nicht, wie wir dir diese Leihgaben vergelten können.“ Denn natürlich nahm sie an, dass er diese Kleider im Besitz der Faelyns belassen würde. Sie mussten sehr viel gekostet haben, bei den edlen Stoffen und der schönen Zier.
Nun hob Azura ihre Hand und streckte sich, bis ihre Fingerspitzen das Band in seinem Haar berühren konnten. Verlegenheit schlich sich in ihre Miene, ihre Wangen röteten sich und sie senkten den Blick, um im nächsten Moment unter ihren dichten Wimpern wieder zu ihm aufzusehen. „Du trägst es…“, hauchte sie und konnte nicht anders.
Eigentlich sollte sie mit ihm kurz über Jorsan reden und das schnell tun, um sich endlich ankleiden zu lassen. Aber irgendwie… brachte sie es nicht über ihre Lippen. Stattdessen fiel ihr noch etwas ein, das ihr auf der Seele lag. „Wie geht es deinem Vater? Hast du mit ihm gesprochen? Weiß er, was wir hier tun?“, sprudelte es aus ihr heraus, während sie ihre Hand zurück zog.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. Oktober 2024, 09:45

Auf Azuras Frage hin, ob sie überhaupt in der Lage wäre, ein Kind zu gebären, hatte Aquila van Ikari zunächst nicht geantwortet. Für sie stand Wichtigeres im Raum wie beispielsweise die Entscheidung, die sie nun für ihre Tochter getroffen hatte. Nicht Santros sollte das Ziel sein, sondern Jorsan. Denn die Kontakte, die sich dort weiter festigen ließen, könnten zu einem König führen. Azura war überrascht. Immerhin hatte Aquila doch enthüllt, dass ihr Vater sie bei den Amazonen sehen wollte. Daraufhin gluckste die Mutter knapp. "Schließt das eine denn das andere aus? Glaubst du, Alycide hat nur Kontakt zu einem Handelspartner." Milde betrachtete sie ihr Kind. "Wir wollten dir so viele Wege wie möglich offenlegen, vor allem in Hinsicht auf die Tatsache, dass wir nach wie vor nicht wissen, ob auch nur einer davon für dich interessant genug wäre." Sie tippte mit spitzem Finger wieder auf die Buchseite des Wälzers. "Außerdem wäre vielleicht auch ein König neugieriger auf eine Frau, die eine ganze Insel kampferprobter Amazonen erreichen kann." Sie zwinkerte. Dennoch bemerkte sie auf dem Weg zum Anwesen der Faelyns, dass ihre Tochter nach wie vor die Frage beschäftigte, ob sie überhaupt würde ein Kind gebären können. Eine Mutter erkannte so etwas und sie sah in der Art und Weise, wie Azura ihrem Blick auswich, ihren Rücken durchdrückte und mit dem Stoff ihres Kleides zwischen den Fingern spielte, dass sie nun eine Antwort benötigte.
So geschah es, dass Aquila im Haus der Dunkelelfen und nachdem man die beiden in einem der Salons zunächst allein gelassen hatte, hörbar durchatmete. Sie klopfte auf das Sitzpolster neben sich und schaute Azura auffordernd an. "Dass es mehr Gottheiten gibt als Ventha allein ist dir bekannt", begann sie, erwartete allerdings keine Rückmeldung. "Florencia und Phaun, das heilige Götterpaar von Natur und dem Leben darin sind für einen fruchtbaren Boden verantwortlich. Jeder Bauer stößt ein Gebet an die Göttliche, bevor er auch nur ein Saatkorn in sein Feld streut. Die Allgemeinheit spricht dem Götterpaar auch die Fruchtbarkeit in Bezug auf den Menschen zu. Wo Phauns Macht den Samen eines Mannes mit Vielzahl und ...", Aquila zögerte, "flutartiger Bewegung sergnet, ist es an Florencia, den nährhaften Boden dafür zu legen. Zu ihr sollst du beten, wenn du dir einen hohen Kindersegen erhoffst, heißt es. Aber!" Sie hob einen Finger an, deutete zum Fenster. Von hier aus konnte man weder die Küste noch das Meer sehen, aber das Rauschen von letzterem war in Andunie immer unterschwellig wahrnehmbar, ebenso wie die salzige Note in der Luft. "Aber wir sind Andunier", setzte Aquila erneut an. "Wir glauben an Ventha. Ihre Launen sind es, die einer Frau Signale für ihre Fruchtbarkeit auf ... unangenehme Weise schenken." Über den monatlichen Zustand einer Frau hatte die Mutter das Kind bereits aufgeklärt, als auch bei ihr die erste Blutung eingesetzt hatte. Einfach um sie nicht zu verschrecken, doch Aquila war dabei bisweilen zurückhaltend gewesen. Azura wusste folglich lediglich, was ihr in regelmäßigem Intervall nun blühte, dass Rücken- und Unterleibsschmerzen keine Seltenheit wären und sie sich aufgrund der Umstände manchmal ... Ventha sehr nahe fühlen würde. Ja, so nannte man es in Andunie. Die Göttin der Winde und Wasser war launisch, manchmal sogar irrational. Männer mochten es nicht, wenn eine Frau wieder einmal genau jene Eigenschaften der Heiligen übernahm, denn es bedeutete nicht nur, vorsichtig in der Wortwahl zu sein, sondern auch eine Pause im Umwerben eben jener Frau. Kaum ein Mann wollte in eine blutige See stechen!
Nun wurde es wohl Zeit, dass Aquila ihre Aufklärungsarbeit ergänzte. "Was ich dir damals über die Nähe zu Ventha erzählte, war nicht vollständig. Du bist in der Lage, Kinder zu gebären, denn die Fluten deines eigenen Leibes sind der Beweis. Wann immer du blutest, weißt du, dass dein Körper die ... Grotte in deinem Schoß für den Empfang des Mannes vorbereitet. Der Nährboden wird gelegt, damit du ein Kind austragen kannst." Erneut zögerte Aquila. Sie blickte zur Seite. "Umstände des Lebens, bittere Erfahrungen oder ein schlechter Umgang mit dem eigenen Körper können dieses Geschenk Venthas beeinträchtigen. Bei mancher Frau bringt sie den Fluss zum versiegen, bei anderen ist er so stark, dass kein Samen eines Mannes dagegen anschwimmen kann. Der übermäßige Gebrauch durch zu viele Männer kann auch ein Faktor sein, dass die Grotte irgendwann einfach zu sehr beschädigt ist. Deshalb ist es wichtig, dass man sich möglichst nur auf wenige einlässt. Dass man jemanden sucht, den man liebt und der allein Herrscher deines persönlichen Meeres wird!" Sie atmete durch. Das Gespräch war notwendig, das wusste sie. Es machte alles aber nicht unbedingt angenehmer. "Corax ist es bei dir ... oder ... hattest du inzwischen wechselnden Kontakt zu weiteren seiner ... Art", hakte sie nach, als hätte sie der letzten Nacht selbst beigewohnt. Wo eine Mutter spürte, wenn ihr Kind etwas beschäftige, da schien sie ebenfalls einen sechsten Sinn für die Umstriebe des Nachwuchses zu haben. Sie wartete schweigend ab, gab Azura die Möglichkeit, zu antworten. Ganz gleich, ob eine Reaktion fiel und ob sie ehrlich oder Flunkerei war, gab Aquila sich mit einem knappen Nicken zufrieden und bildete sich offenkundig ihre eigenen Gedanken.
Dann aber wurde das Gespräch ohnehin unterbrochen, denn die Dienerschaft erschien, um die Mutter zu ihrem wohlverdienten Bad zu geleiten.
Daraufhin konnte Azura ein wenig Zeit mit sich selbst verbringen. Für weitere Studien in den Notizen über das Königreich Jorsan konnte sie sich jedoch nicht durchringen. Ihr rauchte der Kopf und ein knapper Blick aus dem Fenster weckte in ihr schon das Bedürfnis, frische Luft zu schnappen. Sie verließ den Salon, schlich durch das Haus, ohne dabei wie eine Diebin auf Beutezug auszusehen. Natürlich kreuzten Diener, Sklaven und dunkelelfische oder orkische Wachen ihren Weg. Niemand hielt sie auf. Man nickte ihr zu. Jene, die eine niedrigere Stellung besaßen, neigten den Kopf vor ihr. So konnte sie sich bereits jetzt nahezu so frei bewegen als sei sie eine faelyn'sche Hausherrin. Möglicherweise hatte auch hier Emmyth seine Finger im Spiel und Anweisungen erteilt. Mit den Gedanken erneut bei ihm leiteten ihre Füße sie bis zum Schlafzimmer, in dem dessen Vater ruhte. Der Anblick der dort abgestellten Wache ließ sie in ihrem Vorhaben allerdings ein wenig stocken. Wer postierte eine Wache am Schlafgemach, wenn nicht, um unliebsame Bittsteller abzuhalten? Azuras Idee, Kathar Faelyn etwas näher kennen zu lernen, löste sich in Luft auf. Sie wagte es nicht. Er war ein alter Mann, für einen Dunkelelfen hatte er sogar erschreckend gebrechlich gewirkt. Sicherlich benötigte er seinen Schlaf und falls sie noch einmal mit Emmyth sprechen konnte, wollte sie das Thema auch auch Kathar lenken. Allzu lang musste sie darauf nicht warten, stellte man die Zeit in Relation, die eine adlige Frau zum Ankleiden bräuchte. Das würde Stunden dauern! Vor allem, nachdem sie wieder auf ihre Mutter getroffen war und beide die mystischen Träume von Kleidern entdeckt hatten, die Emmyth persönlich ihnen präsentierte. Jedes einzelne musste ein Vermögen kosten! Er hatte sich nicht gescheut, Azura für einen Abend den Reichtum einer ganzen Bauernfamlie tragen zu lassen. Mehr noch, er musste auch für ihre Mutter mindestens noch einmal so viel ausgegeben haben. Oder aber er hatte dem andunischen Schneider lange genug gedroht, dass dieser nach Erfüllung des Auftrags seinen Schneiderladen nun schließen könnte. Jedes noch so dünne Garn, das in Azuras Kleid verarbeitet worden war, kostete garantiert Unsummen.
Nun wusste sie, warum Emmyth sie immer wieder seine Feenkönigin nannte. Er sah sie so. Er sah sie in diesem Kleid, zauberhaft dunkel wie Manthala, aber unter der Eleganz eines Gezeitenmondes der Ventha. Sogar die Farbkombination berücksichtige den Bezug zu ihrer Göttin und die Flügel ließen Emmyths Herz vermutlich etwas höher schlagen.
"Was ist das denn? Soll ich etwa fliegen, wenn ich beim Tanz herumgewirbelt werde?"
"Würdest du mit mir denn über die Tanzfläche schweben wollen?", raunte Emmyth ihr zu und neigte sich fast schon gefährlich zu ihr herüber. Auch Aquila bemerkte das, räusperte sich und verhalf dem Dunkelelfen so, sich zu beherrschen. Der wache Blick der Mutter lag allerdings auf dem eigenen Kind. Er war fragend mit dieser Nuance an Wissen. Sie ahnte doch nicht etwa, was die beiden zu vertuschen versuchten? Azura gelang es, auszuweichen, indem sie ihre Mutter drängte, sich als erstes beim Ankleiden helfen zu lassen. Schon umringte die Dienerschaft die Ältere der van Ikaris und Azura konnte sich knapp hinter Emmyth davonschleichen. Jener hatte sich bereits zurückziehen wollen, aber das durfte sie nun nicht zulassen. Sie mussten miteinander sprechen! Irgendwie mutmaßte Azura dabei, dass sie während der Festlichkeiten nicht dazu käme. Also huschte sie kurz nach ihm durch die Tür hinaus, ließ ihre Mutter in der Traube an willigen Helferinnen zurück.
Beinahe wäre sie in Emmyth hineingelaufen. Er hatte den Raum zwar zielstrebig verlassen, musste im Korridor jedoch einfach stehengeblieben sein. Nun ragte er vor ihr auf, so dass sie nicht nur einen weiträumigen Blick auf seinen Rücken erhielt, sondern auch erneut auf ihr eigenes Band, das sein schwarzes, seidiges Haar zusammenhielt. Schon wandte er sich um, da Azura auch nach seiner Hand gegriffen hatte. Im ersten Moment konnte sie die Schatten auf seinen Zügen erkennen. Dann wichen sie Überraschung. "Stimmt etwas mit dem Kleid nicht?", fragte er, bracht aber mitten in der Frage ab, als er einen Kuss auf die Wange erhielt. Jene nahm etwas Farbe an, was man bei Dunkelelfen zwar nur schwer sah, aber Azura war der Anblick von Corax bereits vertraut. Sie wusste, worauf sie zu achten hatte.
"Danke! Ich weiß gar nicht, wie wir dir diese Leihgaben vergelten können."
"Leihgaben?" Emmyth glotzte sie einen Moment lang an. Dann breitete sich ein Lächeln auf seinen Lippen aus. Schließlich legte er den Kopf ein wenig zurück und lachte auf, nur um den Wangenkuss durch einen auf Azuras Handrücken zu erwidern. "Das wäre Folter, dir dein Feengewand zur Verfügung zu stellen, nur um es dir wieder wegzunehmen. Nein. Keiner anderen passt dieser Aufzug. Es gehört dir und sofern deine Mutter Wert darauf legt, darf auch sie das ihre behalten."
Er verringerte die Distanz zwischen ihnen beiden und berührte Azura an der Schulter. "Außerdem finden wir schon eine Möglichkeit, wie du mir auf ewig danken könntest." Seine Augen blitzten auf. Im Rot glomm Begehren auf. Er schaute sie ähnlich vorfreudig an wie schon heute Morgen auf dem Sofa, als sie nackt vor ihm auf und ab gelaufen war und Emmyth nicht umhin konnte, erneut ihre Schönheit zu bewundern. Jetzt trug sie zwar nur das viel zu eng geschnürte Korsett und die Unterkleidung, aber der Elf blickte ihr ohnehin nur in die Augen. Erneut fiel ihr Blick dabei auf das Band in seinem Haar.
"Du trägst es..."
"Wie könnte ich nicht", erwiderte Emmyth und dann konnte er nichts anders, als sie an ihrer Schulter ein wenig mit sich zu ziehen. Schließlich griff er nach ihrer Hand und führte sie hinter sich her wie ein Lausbube, der seinem Schwarm ein romantisches Versteck für sie beide zeigen wollte. Sein Gang war plötzlich federnd, sein Blick wanderte den Gang ab. Azura, die nicht ahnen konnte, was er nun vor hatte, versuchte das Gespräch aufrecht zu erhalten.
"Wie geht es deinem Vater? Hast du mit ihm gesprochen? Weiß er, was wir hier tun?"
Emmyth verlor an Schwung. Wieder blieb er stehen. Dabei drückte er unbewusst Azuras Hand ein wenig. Erneut wandte er sich um, so dass sein Falkenfederumhang leise raschelte. Er betrachtete sie mit Kummer, schüttelte den Kopf. "Heute früh ging es ihm schlecht. Er verbringt die Tag im Bett, das ist das Beste für ihn. Ich habe ihm erklärt, dass eine Feier stattfindet und ich ihn gern anwesend gesehen hätte, aber an seine Gesundheit appelliert habe. Er ... hat nur nach Corax gefragt. Dem ... Erben." Emmyth seufzte. Plötzlich aber zerrte er an Azuras Hand. Er riss geradezu an ihr, zog sie auf diese Weise mit sich, dass sie sich in der Überraschung wohl vollkommen überrumpelt. Dann wirbelte schwerer Stoff neben ihr auf, umschlang sie und Emmyth. Es wurde dunkel, bisweilen auch ein wenig wärmer. Ein wildes Schlagen schickte Impulse in ihren Körper. Es war das Herz des Elfen, denn Azura fand sich mit einem Mal eng an seiner Brust wieder. Emmyth legt ihr den Arm um. Dann drehte er sie, dass Azura die Wand des Korridors im Rücken hatte, den Blick auf ihn und an ihm vorbei auf die Rückseite eines gewaltigen Wandteppichs, der sie beide verbarg.
Emmyth schaute sie bekümmert an. "Immer nur zweite Wahl", seufzte er aus. "Ich stehe hinter meinem Bruder, was die Aufmerksamkeit meines Vaters angeht. Deine Aufmerksamkeit. Zweite Wahl beim Liebesspiel ... und nicht einmal dort werde ich bald noch eine Chance haben, nicht wahr? Zweite Wahl ... wenn sich die Gelegenheit bietet, eine echte Königin zu werden." Sie sah, dass es ihn traf. Dass er unzufrieden war, würden die Umstände Azura aus seinem Leben reißen und in die Hände irgendeines fremden Königs legen, der sich ihrer annähme. Aber es glomm auch erneut etwas in seinem Rubinrot auf. Sie kannte es von seinem älteren Bruder, ein wenig auch von sich selbst. Es war Trotz.
"Aber ich werde meine Zeit noch zu nutzen wissen. Ich ... will nicht bereuen, handlungsunfähig zugesehen zu haben. Ich ... ich kann jetzt keine Rücksicht auf meinen Bruder nehmen. Nicht unter diesen Umständen. Dafür ... begehre ich dich zu sehr." Emmyth neigte sich vor. Er rieb seinen Unterleib an ihrem. Die dünne Wäsche konnte kaum die Härte verbergen, die Azura an ihrem Schoß spürte. Mit etwas Fantasie könnte sie sich wohl auch vorstellen, dass Emmyth sich nicht einmal von einer Hülle aus Stoff aufhalten ließe. Er würde sie durchstoßen, nur um sich mit ihr noch einmal vereinen zu können. Aber er wollte mehr. Seine Finger zupften an der Schnürung ihres Korsetts, um es zu lockern. Auch das war noch kein Problem. Schwieriger wurde es mit seinen Lippen, die den ihren nicht nur gefährlich nahe kamen. Würde sie ihn nicht aufhalten, wäre der Kuss garantiert. Würde sie ihn aber zulassen, dürfte sie eine innige Sehnsucht davon erfahren, die sich diese verbotene Tat herausnahm. Eine Sehnsucht nach ihrer Nähe. Ein Wunsch, dies nicht nur im Geheimen zu tun. Der Kummer, hier und jetzt die einzig letzte Gelegenheit eines Traums zu erhalten. Ein Traum, eine Feenkönigin küssen zu dürfen.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Freitag 25. Oktober 2024, 12:52

Sie war eindeutig mit den Gedanken nicht völlig bei der Sache und obendrein noch zu unbedarft, um einen Blick auf das große Ganze der Pläne ihrer Eltern haben zu können. Das zeigte sich am Amüsement ihrer Mutter bei ihrer offensichtlichen Verwirrung.
„Oh…“, machte sie bei der Erklärung und musste anerkennen, dass diese durchaus Sinn machte. Warum auch sollte ein König ausgerechnet an ihr Interesse zeigen, wenn sie lediglich schön wäre und zu kokettieren wüsste? Davon kannte er bestimmt genügend Damen in seinem Umfeld! Wenn sie allerdings mit dem Kontakt zu einem exotischen Handelspartner daher käme… Ja, das könnte tatsächlich Aufmerksamkeit erregen und sie zu einer begehrenswerteren Partie machen, unabhängig von ihrer nicht untadeligen Herkunft, wenngleich diese niemals publik werden sollte im besten Falle.
„Wie lange habt ihr schon diese Pläne mit mir? Warum habt ihr mir nie etwas davon gesagt?“, platzte es schließlich in der Kutsche aus ihr heraus, ehe sie seufzend den Kopf schüttelte und ihr Blick wieder aus dem Fenster fiel.
Hätte es überhaupt Sinn gemacht, ihr früher davon zu erzählen? Hätte es sie mehr angespornt bei ihrem Unterricht, der ihr nichts anderes als lästig gewesen war? Nein, vermutlich nicht. Wahrscheinlich hätte sie es als genauso unwichtig erachtet und sich nicht weiter darum gekümmert, weil es ihre Zeit für Vergnügungen geschmälert hätte.
Und nun? Interessierte es sie denn tatsächlich darüber hinaus, Corax und ihrem Vater damit vielleicht helfen zu können? Weit genug, um ihre eigenen Sehnsüchte und Ideen hintan zu stellen oder wenigstens damit zu verknüpfen? Azura wusste es nicht zu sagen. Die Möglichkeiten, die ihr schon jetzt in Aussicht gestellt wurden, hatten durchaus ihren Reiz, das konnte sie nicht verhehlen. Es könnte ihrem Dasein einen Sinn verleihen, der ihr bislang so gefehlt hatte. Die Frage war eher, ob sie schon soweit, bereits reif genug dafür wäre, diese Chance auch rechtzeitig ergreifen zu können.
Anderes hingegen, vor allem zwei gewisse dunkelelfische Brüder, beschäftigte sie derzeit viel mehr und half auch nicht gerade dabei, sich ausschließlich auf Jorsan und dessen König konzentrieren zu können. Das bemerkte auch ihre Mutter und nutzte deswegen die Gelegenheit, als sie im Salon unter sich waren und Zeit hatten.
Mit dem dicken Buch im Arm folgte sie der Aufforderung der Älteren und nahm an, sie würden sich nun weiter über diesen Handelskontakt unterhalten. Was stattdessen jedoch kam… ließ ihre Wangen tiefrot erglühen. „Mama…?“, wisperte sie und konnte kaum glauben, dass Aquila ihre Frage von vorhin nicht einfach hatte fallen lassen.
Oh, es war ihr so unangenehm, mit ihrer Mutter darüber zu sprechen! Oder viel eher, dieser zu zuhören, denn sie hatte das Gefühl, ihr wären die eigenen Worte ausgegangen. Das waren äußerst intime Dinge, solche, über die sie zwar Bescheid wissen sollte allmählich, aber… Besprach man so etwas überhaupt? Noch dazu mit der eigenen Mutter, anstatt mit Freundinnen? Wobei… diese waren größtenteils selbst bereits mit Kindern gesegnet oder tot, und ob sie nach allem noch Kontakt mit Azura hätten haben wollen…
Die junge Frau seufzte lautlos und versank weiterhin in Scham, während sie dennoch auch mit einer leisen Neugier lauschte. Auf ihre Blutungen angesprochen, versuchte sie in sich hinein zu horchen und sich zu erinnern. Bislang waren diese immer recht regelmäßig gewesen und nach einer anfänglichen Gewöhnungszeit gepaart mit unterschwelliger Angst eher nur noch lästig. Aber dass sie bedeuten könnten, was die andere gerade andeutete, das hatte sie nicht gewusst. Vielleicht sollte sie jetzt etwas besser darauf achten, sofern das Ungewisse nicht bereits geschehen war.
Nein, unmöglich, so schnell ging das bestimmt nicht! Sicherlich musste ein Paar viele Nächte lang üben und Gebete sprechen und die richtigen Opfer darbringen, ehe das heilige Götterpaar seinen Segen gewähren würde! Ob sie trotzdem mit Corax und Emmyth darüber reden sollte? Ihr Rabe hätte da wahrscheinlich ebenfalls mehr Wissen darüber, schließlich hatte er schon einmal…
Bei dem Gedanken daran, zu welcher Tat er von der Hexe damals gezwungen worden war, wurde ihr regelrecht schlecht. Nein, mit ihm konnte… durfte sie nicht darüber sprechen! Doch was, wenn etwas passierte und es wäre von ihm… oder eben nicht von ihm? Angst kroch eisig kalt in ihr hoch und umklammerte ihr Herz. Sie sollte lieber nicht darüber nachdenken! Obwohl es dafür nun zu spät war…
Den Blick fest auf den Wälzer geheftet, die Lippen aufeinander gepresst, nickte sie hie und da noch zu den Ausführungen der Älteren. Doch mit den Gedanken war sie längst nicht mehr dabei, auch wenn sie es eigentlich hatte wissen müssen. Zu tief hatte sie diese verstörende Erkenntnis getroffen. Unabhängig davon, wie sehr sie sich einzureden versuchte, dass Corax nun frei und vollkommen anders wäre als damals. Allein, sie konnte diese leise Stimmchen in ihrem Inneren nicht gänzlich zum endgültigen Verstummen bringen.
Als hätte ihre Aufmerksamkeit nur darauf gewartet oder sich mit Aquila abgesprochen, hörte sie wieder genauer hin, als ihre Mutter davon sprach, nicht zu viele Männer an sich heran zu lassen. Sofort überzog sich ihr gesamtes Gesicht mit einer heftigen Röte und sie sog scharf die Luft ein. Sah man es ihr denn dermaßen deutlich an, die Untreue, die sie nicht hatte unterdrücken können? Was hatte Emmyth Aquila erzählt?! Sie hätte die Beiden niemals allein lassen dürfen!
Als dann auch noch die Frage folgte… Azuras Kopf ruckte herum. „Mama! Was willst du damit sagen?!“, keuchte sie und wusste nicht, wovor sie am meisten Angst hatte.
Vor der Entdeckung, der Bloßstellung, weil sie sich zwei Brüdern hingegeben hatte? Oder der Verurteilung, weil sie es als Frau getan hatte, noch dazu vor ihrer Eheschließung? Oder davor, dass sie sich der anderen in dieser Hinsicht nicht anvertrauen zu können glaubte? Nein, sie bezweifelte erheblich, dass die Ältere sie auch nur ansatzweise verstehen könnte. Wie denn auch, wenn sie es nicht einmal selbst schaffte?
„Ich glaube, wir sollten uns jetzt wieder dem König wid…“, versuchte sie schließlich, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken, wurde allerdings durch die Dienerschaft unterbrochen. Es war ihr nicht ganz unrecht, denn dadurch blieb sie allein zurück und musste nicht länger damit hadern, wie viel Wahrheit sie ihrer Mutter offenbaren durfte. Oh, Götter, was war das eben peinlich gewesen!
Aber es beschäftigte sie auch und raubte ihr die Konzentration, sodass sie nicht weiter ihrer Lektüre widmen konnte. Es machte einfach keinen Sinn!
Also suchte sie anderweitig nach Ablenkung, streifte durch das Anwesen und wollte der Idee nachgehen, des Hausherrn etwas besser kennen zu lernen. Doch vor seinem Schlafgemach zögerte sie, schließlich wusste sie nicht, ob sie willkommen war. Ob es überhaupt der rechte Moment war und was sie zu Corax‘ Abwesenheit sagen sollte. Obendrein irritierte sie die Bewachung, sodass sie letzten Endes unverrichteter Dinge zurück in den Salon ging.
Dort hatte sie wenigstens noch etwas Zeit für sich, um sich wieder zu fassen, ehe ihre Mutter erschien und sie zu den Kreationen des Schneiders geführt wurden. Es waren wahrgewordene Träume aus den edelsten Stoffen. Nicht unbedingt modisch und nach dem Geschmack Andunies entworfen, aber dennoch traumhaft schön und dazu angetan, ihr Herz höher schlagen zu lassen.
Und noch einmal, als Emmyth ihre angebrachten Flügel präsentierte und sie dabei sogar überraschte damit, weil sie gut verborgen gewesen waren. Kichernd neckte sie ihn und sog scharf die Luft ein, als er sich als Reaktion zu ihr neigte und ihr beinahe schon unwiderstehlich zuraunte. Abrupt wandte sie ihm den Kopf zu und wäre ihm fast entgegen gekommen, als ein Räuspern ihrer Mutter dafür sorgte, dass sie deren Anwesenheit nicht vergaß.
Prompt röteten sich ihre Wangen und sie musste an sich halten, nicht ertappt wie eine Sünderin zu ihr zu sehen und sich noch mehr zu verraten. Stattdessen trat sie zu dem Kleid, als müsse sie aus nächster Nähe die einzelnen Fäden und Steinchen bewundern. „Das Fest findet im Anwesen deiner Familie statt, somit zählst du als Gastgeber. Entsprechend gehe ich davon aus, dass du mich zum Tanz aufforderst.“, bemühte sie sich um einen weiteren, lockeren Tonfall und konnte nun nicht widerstehen, ihm einen provozierenden Blick zu zuwerfen.
„Oder hattest du vor, mich allein den Gästen zu überlassen?“, setzte sie hinzu und spürte, dass sie dazu nicht bereit wäre. Nicht aus Angst oder Unsicherheit, schließlich war ein Ball im Großteil seiner Aspekte ihr Metier. Sie wäre nur schlichtweg nicht gewillt, sich von ihm in dieser Hinsicht vernachlässigen zu lassen. Nein, sie wollte mit ihm tanzen, wollte mit ihm zu den Klängen schweben und dafür sorgen, dass ihr ganz wohlig schwummerig dabei wurde!
Es sei denn, er wäre ein schlechter Tänzer, aber das bezweifelte sie. Gewiss hatte er ausreichend Unterricht bekommen, um zumindest unabhängig von vorhandener oder fehlender Musikalität dieser Art von Vergnügen Genüge zu tun. Müssten sie das noch klären, sollte sie eine Warnung verlangen? Vielleicht, jedoch gab es noch weit andere Themen, die sie zu bereden hätten… allein!
Die Gelegenheit nutzend, sorgte Azura dafür, dass erst einmal ihre Mutter vollständig im Fokus stand und sie dadurch nicht aufhalten konnte, während sie Emmyth hinterher huschte, der sie höflicherweise allein gelassen hatte. Gerade noch rechtzeitig schlüpfte sie durch die Tür und wollte ihm nach, als sie schon abrupt innehalten musste, um nicht gegen ihn zu stoßen.
Es juckte sie in den Fingern, ihn einfach von hinten zu umarmen, aber dann kam ihr eine noch bessere Idee. Sie fasste nach seiner Hand, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, und passte den rechten Moment ab, um ihm einen sanften Kuss auf die Wange zu hauchen. Seine finstere Miene und seine Frage konnten sie davon nicht abhalten, dazu hatte sein älterer Bruder sie schon zu oft böse angesehen und ihr dadurch etwas von der Angst genommen. Nein, diese Aufmerksamkeit sowie ihre Worte hatte er verdient und sie meinte es vollkommen ehrlich mit ihrem Dank.
Sein Blick war anfangs… irgendwie verständnislos, was ihn beinahe schon wieder niedlich wirken ließ und sie zum Kichern reizte. Doch dann fing er an zu lächeln und hätte es damit bewenden lassen sollen. Stattdessen schickte er noch ein Lachen hinterher, das nun wiederum Azura blinzeln und die Stirn runzeln ließ. Daraufhin schenkte er ihr einen Handkuss, der sie trotz allem unwillkürlich zum Erschauern brachte, denn entgegen der Gepflogenheiten war er nicht nur angedeutet. Stattdessen spürte sie ihn und das weckte wohlige Erinnerungen.
Die er mit seinen Worte unterbrach. Während ihre Wangen sich leicht röteten, vertiefte sich indes ihr Stirnrunzeln. „Hm… Aber diese Kleider müssen dich ein kleines Vermögen gekostet haben!“, wandte sie noch einmal ein.
Solche Geschenke waren zwar üblich und durchaus gern gesehen, in einem Ausmaß und einer Qualität, die dem jeweiligen Stand und Vermögen entsprechen sollten. Allerdings unter Verwandten, vielleicht auch engen Freunden, und zumindest ersteres waren sie beide nicht. Noch nicht zumindest… oder vielleicht auch nie.
Ehe sie jedoch zu viel darüber nachdenken konnte, machte er eine Bemerkung, die sie aufhorchen und in die Wirklichkeit zurück kehren ließ. Ihre Lippen kräuselten sich zu einem feinen, wissenden Lächeln, als er näher an sie heran trat. „Ach, finden wir die?“, schnurrte sie ihm entgegen und ließ nicht rein zufällig ihre Zungenspitze erkennen. Auch ihr Blick änderte sich, ihre Atmung wurde wie von allein schneller und sie merkte, wie sie ihm gerne entgegen gesunken wäre.
Aber das Wissen darum, dass sie eigentlich nicht sonderlich viel Zeit hatten und hier obendrein jederzeit zusammen gesehen werden könnten, hielt sie zurück. Hinzu kam noch etwas, das ihr auf der Seele lag, nämlich das Band, ihr Geschenk, das er trug, um sein seidiges Haar zu bändigen.
Seine Erwiderung ließ sie lächeln und mit leicht geröteten Wangen den Blick senken. „Ich war mir nicht sicher…“, wisperte sie und ließ ihn dadurch die Unsicherheit merken, die sie bei ihrer Gabe verspürt hatte. Er war so aufgebracht gewesen, hatte vorzeitig ihr Elternhaus verlassen und einsam auf dem Kutschbock gesessen, dass sie befürchtet hatte, er könnte ihre Aufmerksamkeit verweigern. Oder nicht annehmen wollen…
Plötzlich spürte sie seine Finger stärker an ihrer Schulter und als sie aufsah, schnappte er sich bereits ihre Hand, um sie mit sich zu ziehen. Erstaunt darüber, folgte sie ihm widerstandslos. „Was hast du vor?“, entkam es ihr zwar, aber da waren ihre eigenen Gedanken schon weiter.
Bemüht darum, rasch alles aufs Tapet zu bringen, das sie mit ihm bereden musste, ehe sie zu ihrem Einkleiden gerufen werden und ihr Fehlen dort auffallen würde, fuhr sie rasch fort. Dass sie damit die Stimmung ruinieren würde, damit rechnete sie nicht. Mit einem Mal verlor er den plötzlich aufgeflammten Schwung und blieb sogar stehen.
Azura schluckte, wollte sich schon entschuldigen und nachhaken, ob sie etwas Falsches gesagt hätte, als er ihre Hand drückte und sich zu ihr umwandte. Der Kummer in seinem Blick sorgte dafür, dass sich ihr Herz zusammen zog. Oh je, war etwas geschehen? Hätte sie Corax aufhalten sollen, weil sein Vater womöglich nicht mehr…?
Da sprach Emmyth und verstohlen atmete sie auf, dass zumindest das Schlimmste noch nicht eingetreten war. Trotzdem erwiderte sie ehrlich:„Ich wünsche ihm, dass er wieder zu Kräften kommt.“
Ehe sie schwer schluckte und einen Anflug von schlechtem Gewissen verspürte. Doch sie kam nicht mehr dazu, ihm zu versichern, dass ihr Rabe ihm seinen Platz gewiss nicht hatte streitig machen, sondern lediglich seine Familie hatte finden wollen. Plötzlich zog er so kräftig an ihrer Hand, dass sie mit einem leisen Aufschrei auf ihn zu stolperte und gegen seinen Körper regelrecht prallte.
Im selben Moment, als sie nach Luft schnappte, die ihr in diesem viel zu eng geschnürten Mieder schnell abhanden kam, wurde es um sie herum mit einem Mal dunkel. „Was…?!“, keuchte sie und klammerte sich instinktiv an dem Körper fest, der ihr zuvor Widerstand geboten hatte. Dabei lag ihre Gesichtshälfte an seinem Brustkorb und sie konnte überdeutlich ein zwar regelmäßiges, aber dennoch äußerst wild schlagendes Pochen hören wie spüren.
Noch während sie damit beschäftigt war zu begreifen, was gerade geschehen war und was das zu bedeuten hatte, was sie wahrnahm, wurde sie schon wieder bewegt. Mit einem Mal spürte sie nicht nur vorne einen scheinbar unüberwindlichen Widerstand, sondern auch in ihrem Rücken. Es dauerte einen langen Augenblick, bis sie zumindest letzteren als Wand wahrnehmen konnte.
Mit einem Mal wurde ihr ganz bange zumute und unsicher hob sie ihren Kopf, wenngleich mit der Erwartung, weiterhin nichts als Dunkelheit wahrnehmen zu können. Doch das stimmte nicht, denn sie konnte das Gesicht des jungen Faelyn erkennen. Die Angst wich und machte Betroffenheit sowie Sorge Platz, als sie seinen Kummer überdeutlich in seinen Augen erblickte. „Emmyth…“, hauchte sie seinen Namen bei seinem Seufzer.
Es tat ihr leid, dass er es so sah, obwohl ihr klar war, dass dies das Schicksal vieler nachgeborener Kinder in Adelskreisen war. Und auch ihr geblüht hätte, hätten ihre Eltern einen Sohn bekommen. Doch während sie noch die Hand hob, um sie sanft und warm auf seine Wange zu legen, fuhr er schon fort, ohne ihr die Gelegenheit zu geben, mehr dazu zu sagen.
Seine Worte trafen sie, ließen ihre Wangen rot und ihre sonstige Gesichtsfarbe blass werden. Sie musste seinem Blick ausweichen, weil sie sich schuldig fühlte, wenngleich es nicht gerechtfertigt war. Allein die Götter hatten entschieden, dass sie von Corax ent- und verführt werden sollte, ehe sie auf dessen Bruder traf. Und dennoch kam es ihr in diesem Moment beinahe so vor, als wäre es ihre Schuld gewesen und sie müsste sich rechtfertigen.
Also konzentrierte sie sich lieber auf einen anderen Teil und kratzte ihren Mut zusammen, um ihn wieder anzusehen. „Emmyth, ich bin mir sicher, dass Corax das so nicht gewollt hat. Er wollte… nein, er will dich bestimmt nicht verdrängen und dir deinen Platz streitig machen! So ist er nicht, bitte, glaube mir!“, verteidigte sie ihren Raben und legte nun auch ihre zweite Hand auf seinen Körper, diesmal auf Höhe seines Herzens, das sie noch immer wild herumhüpfen spüren konnte.
Traurigkeit stieg in ihr auf und sie vertraute ihm ausreichend, um es ihn auch sehen zu lassen. „Und was den König angeht… Glaubst du das wirklich, dass ich das will?“ Sie lachte kurz und freudlos auf. „Oh, allein der Gedanke daran versetzt mich schon in Panik! Was will ich denn von einem König? Was kann er mir schon bieten, außer einen Haufen Pflichten und einem neuen goldenen Käfig?“ Solange zumindest, wie er überhaupt Interesse an ihr hätte. Das wohl kaum über die Geburt eines Thronfolgers, maximal eines zweiten Sohnes als Ersatz, hinaus gehen würde.
Da ging eine Wandlung in dem Dunklen vor sich. Die junge Frau konnte es spüren, noch ehe ihr bewusst wurde, dass sich der Ausdruck in seinen Augen verändert hatte. Schon sprudelten weitere Worte aus ihm heraus.
Blinzelnd sah sie zu ihm hoch, die Augenbrauen leicht angehoben. „Was hast du vor…?“, hauchte sie mit klopfendem Herzen, denn sie befürchtete schon Schlimmes, ohne es tatsächlich greifen zu können. Was er in Wahrheit hingegen meinte, sollte sich rasch zeigen, noch bevor sie die Gelegenheit zum Ausweichen erhalten hätte. Oder sie jemand dabei hätte unterbrechen können.
Schon spürte sie die vertraute Härte durch den seidigen Stoff hindurch, die sie unwillkürlich aufkeuchen ließ. Gefolgt von neugierigen Fingern, die ungeduldig an ihrem Korsett herum tasteten, das nicht länger unter dem Morgenmantel verborgen lag. Azura hatte gar nicht mitbekommen, wann dieser sich geöffnet hatte, um den Blick und den Weg frei auf ihre Unterkleidung zu geben. Dabei hätte er sich um die Schnürung nicht wirklich bemühen müssen, abgesehen davon, dass sie dadurch mehr Luft bekommen würde. Denn dieses Kleidungsstück saß derart eng, dass er mit Leichtigkeit oben hätte heraus holen können, was er begehrte.
Ganz von allein wurde sie weich in seinem Griff dabei und sank etwas mehr gegen ihn, die Hand von seinem Herzen lösend, um den Arm um seinen Hals zu legen und dadurch Halt zu suchen. Ihre Lider senkten sich wie von allein und sie machte keinerlei Anstalten, ihm auch nur irgendwie zu entrinnen zu versuchen. Zwar gab es eine Stimme in ihrem Inneren, die gar nicht so leise war, aber am Ende war sie trotzdem zu schwach, um sie von dem abzuhalten, was er von ihr wollte.
Auch wenn sie Corax liebte und das Folgende eigentlich nur für ihn bestimmt war, konnte sie nicht verhindern, dass sie diesen viel zu verbotenen Kuss zuließ, den Emmyth begehrte. Im Gegenteil, sie schmolz noch viel mehr dahin, als sie seine Lippen auf den ihren spürte, warm und weich und absolut verlockend.
Nur kurz zog sie sich zurück, mit einem letzten Rest Vernunft und dem Aufbäumen ihres Gewissens. „Ich… ich sollte zurück… das Kleid…“, wisperte sie zittrig in dem schwachen Versuch, ihm trotz allem noch zu widerstehen.
Mehr konnte sie nicht mehr aufbieten und sollte er es nicht beachten, sondern ihr ein weiteres Mal einen Kuss stehlen wollen, wäre es ihre Zunge, welche die seine zu einem Duell herausfordern würde.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Montag 28. Oktober 2024, 10:01

Offensichtlich plante Emmyth ähnlich langfristig wie Azuras Eltern, nur dass er sich weniger um ihre Zukunft kümmerte als vielmehr um ihr Äußeres. Er wollte aus ihr wirklich eine Feenkönigin machen. Entsprechend zauberhaft war ihr Kleid, ohne dadurch den Bezug zu Ventha oder einen morgerianisch dunklen Charme zu verlieren. Azuras Eltern jedoch hatte stets für ihren Lebensweg geplant. Sie hatte ihre Mutter nochmals danach gefragt und auch, warum sie für ihr eine Position an königlicher Seite etablieren wollten, wenn Alycide sie doch als Diplomatin und Handelspartnerin der Amazonen sah. "Halte dir stets so viele Wege offen wie möglich, damit du im Fall einer Krise immer noch eine Alternative in der Hinderhand hast", hatte Aquila van Ikari geantwortet. "Außerdem kennen wir dich. Nur weil wir Pläne für dich schmieden, heißt es nicht, dass du später auch das darauf geschaffene Schwert schwingen willst. Im Grunde machst du doch niemals, was nicht deinem Kopf entsprungen ist." Damit behielt sie Recht, denn anstatt dass Azura überlegte, ob ein König nicht die beste Partie für sie wäre - unabhängig von Werten wie Liebe oder dem oberflächlichen Wunsch, dass er wenigstens ansehnlich wäre - hing sie nicht nur an einem, sondern an zwei Dunkelelfen. Wie sonst könnte sie sich selbst erklären, Emmyth nach der Präsentation der feinen Abendkleider zu folgen, um nochmal das Gespräch mit ihm zu suchen? Er bedeutete ihr mittlerweile etwas. Sehr viel sogar und sie ihm offenbar auch. Das musste sie feststellen, als sie sich versteckt hinter einem Wandteppich wiederfand, die kalte Steinwand im Rücken und Emmyths warme Brust so dicht an ihr, dass sie seinen wilden Herzschlag fühlen konnte. Darüber hinaus spürte sie aber auch sein Begehren, hart und leicht zuckend gegen den dünnen Stoff ihres Untergewands. Fast schon glaubte sie, er würde damit gleich ein Loch in das Gewebe bohren, nur um sie endlich haben zu können. Emmyth friemelte derweil an der Schnürung des Korsetts herum. Der Grund lag jedoch nicht darin, die fast schon herausquillenden Früchte ihres Körpers freizulegen, sondern ihr einfach mehr Luft zum Atmen zu bescheren. Emmyth wollte sie nicht in Ohnmacht fallen sehen. Denn dann könnte er überhaupt nichts mit ihr anstellen. Er hielt sich tatsächlich vornehm zurück, auch wenn sein Unterleib bereits an ihr rieb, um auch ihr etwas Wonne zu bereiten. Doch die wahre Lust fand auf Augenhöhe statt.
Oh, seine Augen glühten! Tiefrot, als hätte jemand Drachenblut in Rubine gebannt. Sie leuchteten, so dass Azura ihr eigenes Bild darin spiegeln sehen konnte. Und sie glänzten, fast fiebrig, vor Begierde.
"Nichts ist mir zu teuer für dich", raunte er heiser. Damit wies er wohl auf ihren Hinweis hin, dass die Abendgarderobe ein halbes Vermögen gekostet haben musste. Es stellte wohl dennoch kein Problem für die faelyn'schen Finanzen dar. Corax und Emmyth mussten enorm reich sein, wenn sie sich solche Stoffe leisten konnten, ohne dass es irgendejmanden kümmerte. "Du bist es mir allemal wert", lenkte der Elf die Aufmerksamkeit wieder auf sich und um dem Nachdruck zu verleihen, presste er die harte Beule in seiner Hose so dicht gegen Azuras Schoß, dass der Stoff jetzt einfach nur reißen musste! Er tat es nicht. Dafür riss Emmyths Geduld. "Du machst mich wahnsinnig", wimmerte er, vollkommen in seinem Begehren gefangen. "Ich will nicht nur zweite Wahl sein. Ich will dich nicht nur meinem Bruder überlassen, der uns beide einfach zurücklässt. Ich will dich - jetzt!" Damit versiegelte er Azuras Lippen mit einem Kuss, damit sie überhaupt keinen Widerstand leisten konnte. Und sie ... ließ es zu, erwiderte es. Emmyths Lippen schmeckten süßlich. Er hatte Wein getrunken. Andunischer Apfelwein war es nicht. Er lag schwerer auf seiner Haut, schmeckte auch so, doch besaß eine seltsam süßliche Note. Oder war es sein Eigengeschmack, den Azura bislang einfach nicht hatte auskosten können? Jetzt erhielt sie die Möglichkeit. Emmyth umgarnte sie, bis sie ihm Zugang auch zu ihrer Zunge gewährte und die seine zu einem Duell einlud. Hier zeigte sich, wie unerfahren der Dunkelelf tatsächlich doch noch war. Wenn, dann besaß er lediglich theoretisches Wissen. Die Praxis aber wollte er nun lernen. So ließ er sich zunächst eher von Azura führen, tanzte mehr mit ihrer Zunge als gegen sie anzutreten. Erst als er sich sicherer fühlte, wagte er Neues, experimentierte. Es war wundervoll! Es existierte aber auch noch ein gewisser Nervenkitzel, denn selbst wenn der Wandteppich sie beide verbarg, blieb der Gang jenseits davon nicht leer. Manchmal hörte man die eiligen Schritte der Dienerschaft, manchmal das gemächliche Schlendern von Wachen, die sich nebenher noch über die Sicherheitsmaßnahmen für das Fest unterhielten. Jedes Mal, hielt Emmyth dabei im Küssen inne, drückte sich aber nur noch enger an Azura, um sie an jeglicher verräterischen Bewegung zu hindern. Das führte aber auch dazu, dass sein Schritt nur noch mehr stimuliert wurde. Die Hose war ihm viel zu früh zu eng.
"Ich will dich so sehr. Wir haben Zeit. Dafür ist immer Zeit!", verteidigte er sein Begehren und ließ in einem ruhigen Moment nur lang genug von ihr ab, um die kleinen Knöpfe in seinem Schritt zu öffnen. Schon sprang Azura sein praller Speer entgegen. Emmyth fackelte nicht lange. Er war bereit und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, ihnen beiden Freude zu bescheren. Mit wenigen, aber etwas unbeholfenen Handgriffen raffte er Azuras Unterkleid und zerrte an ihrem Höschchen. Jetzt gab der Stoff nach. Sie konnte das Reißen hören und spürte plötzlich den fehlenden Widerstand um ihre Mitte herum, der auch ihre eigene Bereitschaft bislang wie ein Schwamm aufgesogen hatte. Emmyth packte nach ihrem linken Bein, hob es unterhalb des Schenkels an und winkelte es so an, dass für ihn genug Platz war, um sich mit ihr zu vereinen. Schon spürte sie sein Eindringen. Er hielt sich nicht mit einem Vorspiel auf. Ihre Küsse mussten reichen, aber auch jener wollte er fortsetzen. Während er oben also erneut mit Azuras Zunge rang, eroberte er weiter unten jeden noch so engen Winkel. Er füllte sie komplett aus. Dann bewegte er sich, drückte sie mit jedem kraftvollen Stoß auf's Neue gegen die Wand. Haut traf auf Haut, dass es klatschte. Er nahm sie, hart und leidenschaftlich. Und endlich blieben auch ihre Brüste nicht länger unberücksichtigt. Emmyth umfasste das weiche Gewebe, walkte und knetete mit der freien Hand, zupfte frech an ihren harten Knospen und zwirbelte sie. Durch die Freigabe ihrer Früchte hatte Azura aber nicht bedacht, dass neben dem Korsett auch das Kleinod im Geheimfach des Dekolletées abhanden kam. Die sicher verwahrte Perle des Bruders entglitt dem wilden Treiben, fiel mit einem kaum merklichen Laut zu Boden und rollte unter dem Wandteppich hindurch bis in den Gang. Dort blieb sie im dicken Teppich des Korridors liegen. Wenn sie noch immer perlweiß schimmerte, würde man sie dort schnell entdecken. Nur wenn sie Corax' Hinweisnachricht nachkam und sich schwarz färbte, würden Unwissende sie wohl nicht beachten. Das bedeutete dann aber auch, dass es dem Raben schlecht erginge ... während sein Bruder die Liebe seines Lebens mit wachsender Ekstase um den Verstand vögeln wollte.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Donnerstag 7. November 2024, 20:54

So ganz hatte sie noch nicht durchschaut, woher genau seine große Faszination für Feen stammte und wieso er sie die gesamte Zeit über damit in Verbindung brachte. Nun gut, er hatte erzählt, dass seine Familie danach forschte und wahrscheinlich musste man eine gewisse Leidenschaft dafür aufbringen, um an dem Thema dran zu bleiben. Aber das erklärte eben nicht seine Assoziation mit ihr.
Trotzdem war das Kleid nichts anderes als ein beinahe schon verruchter Traum und auch der Schneider hatte sich eindeutig selbst übertroffen, vermutete sie, denn solch einen Schnitt hatte er gewiss nicht auf Vorrat. Ob er sich dafür auch ruiniert hatte? Nun, in diesem Fall hoffte sie darauf, dass Emmyth dafür sorgen würde, dass der Mann wieder auf die Beine kommen würde.
Jetzt jedenfalls wollte sie nicht darüber mit ihm reden. Nein, andere Dinge lagen ihr auf dem Herzen, die einfach nicht länger warten konnten. Womöglich berücksichtigte sie damit bereits jenen Rat, den Aquila ihr erst vor kurzem gegeben hatte, nämlich dafür zu sorgen, dass ihr der Weg mit dem jüngeren Faelyn offen blieb.
Oder war sie selbst gerade dabei, jenes von ihr selbst geschmiedete Schwert, das sie an der Seite von Corax sah, unvollendet liegen zu lassen, um sich an ein neues Werk zu wagen? Nein, das bestimmt nicht, denn sie liebte ihren Raben, der um ihretwillen schließlich sehenden Auges in die Gefahr lief. Doch das machte sie eben nicht immun gegen all jene Gefühle, die sein jüngerer Bruder in ihr auslöste.
So fand sie sich mit einem Mal, entgegen ihrer eigentlichen Absicht, nur kurz mit ihm zu sprechen, in einem verborgenen Winkel eines Ganges wieder, zwischen Wand und seinem Körper eingeklemmt. Die Knie wurden ihr rasch weich, ihr Herz pochte wie wild und in ihrem Schoß hallte dessen Echo wider. Wie hatte es nur so weit kommen können? Azura wusste nicht zu sagen, wann der Moment genau gewesen war, an dem ihr Vorhaben so plötzlich durchkreuzt worden war. Aber etwas daran ändern, konnte... nein, wollte sie eigentlich auch nicht. Viel zu intensiv sprach ihr Leib auf sein Werben an und schmolz regelrecht dahin.
Sein Blick, seine Nähe, sein Duft waren unwiderstehlich für sie, selbst, wenn sie seine Härte nicht durch den seidigen Stoff ihres Morgenmantels und des Unterkleids hätte spüren können. Oh, sie wusste nur zu gut, zu was dieser Speer fähig war, hatte sie es letzte Nacht ausgiebig auskundschaften können!
Was sie hingegen etwas verwunderte und auch ein kleines Bisschen amüsierte, war, dass er schon wieder derart stramm für sie stand, obwohl sie es gar nicht darauf angelegt hatte. Scheinbar hatte sie ihn nicht ausreichend genug ausgelaugt, um ihn für mehr als ein paar Stunden zu befriedigen. Obwohl ihr das durchaus auch schmeichelte.
So kam es, dass sie nicht einmal im Ansatz ernsthaft versuchte, ihm zu entkommen und sich pflichtbewusst endlich einkleiden zu lassen. Stattdessen wurde sie von ihm umfangen und von seinem Blick gefesselt. Während er an ihrem Korsett herum fummelte, erwiderte sie seine Bemühung, sich an ihr zu reiben, indem sie ihr Becken vordrückte.
Da erklang seine Stimme, heiser und rau, die sie wohlig schaudern ließ und ihr zugleich ein rauchiges Kichern entlockte. "Oh, ich werde dich nur zu gerne daran erinnern!", schnurrte sie und ließ ihre Linke seinen Körper entlang wandern bis zu seiner Kehrseite.
Dort angekommen, packte sie ungeniert zu und gab ihm auf diese Weise einen festen Ruck in ihre Richtung. Dabei musste sie selbst scharf die Luft einsaugen und biss sich auf die Unterlippe, als wäre sie sich noch darüber bewusst, wo sie waren, und wollte deswegen lieber leise sein.
Was ihn scheinbar störte, denn als wäre er noch schon dicht genug an sie gepresst, stieß er noch einmal mit mehr Vehemenz mit seiner Hüfte vor. Ihrer Kehle entkam ein leidender Laut voller Sehnsucht und sie musste sich an ihn klammern, um nicht zu Boden zu gehen.
Dicht bei ihr wimmerte er und zauberte damit ein Grinsen auf ihre Lippen. Obwohl sie ganz andere Dinge mit ihm vorhätte, wenn er nicht gleich aufhören würde, brachte sie einen betont unschuldigen Augenaufschlag zustande. "Ich mache dich wahnsinnig? Ich mache doch gar nichts!", säuselte sie und lehne sich etwas vor, um ihn auch ihre hervorquellende Brüste spüren zu lassen. Jedoch war Emmyth noch nicht fertig mit ihr.
Seine Worte rissen sie ein wenig aus der Wolke der Lust, in die er sie gehüllt hatte. Abrupt hob sich ihr Kopf noch etwas mehr an, ihr Körper versteifte sich und ihre Lippen öffneten sich, um zu widersprechen. Denn für sie war er keine zweite Wahl, sie wollte Corax nicht ersetzen und Emmyth nicht erniedrigen, indem sie ihn als Ersatz nähme.
Allerdings kam kein Ton mehr über ihre Lippen, als er sich schon zu ihr beugte... und jene Grenze überschritt, vor der sie noch am Morgen gemeinsam wussten, dass sie das nicht tun sollten. Nicht durften, um den Abwesenden nicht zu hintergehen! Doch in diesem Moment war sie viel zu schwach, um ihm auszuweichen oder sich dagegen zu wehren. Nein, kaum trafen sie aufeinander, schmolz sie noch viel stärker dahin und musste sich an ihm festhalten, um das Gleichgewicht nicht endgültig zu verlieren.
Sie schmeckte ihn und wurde zugleich an einen süßlichen Wein erinnert, ohne ihn wirklich benennen zu können. Aber es war gut und verlangte eindeutig nach mehr, viel, viel mehr! Hungrig forderte sie nach mehr, lockte und forderte sie ihn, bis er sich auf den Tanz mit ihrer Zunge einließ. Auch sie selbst hatte kaum Erfahrung im Küssen, jedoch kam es ihr vor, als verstünden sie sich blind und wüssten instinktiv, wie sie gemeinsam zu immer neuen Höhen gelangen könnten.
Jedes Mal allerdings, wenn ihr war, als bekäme sie keine Luft mehr und müsste sich zwangsläufig von ihm lösen, hielt er von selbst inne. Während sie schnappartig vor sich hin keuchte, presste er sich umso fester an sie, um sie an seine stramm stehende Pracht zu erinnern. Wimmernd klammerte sie sich dabei an ihn und hörte nur hin und wieder bei solch einer Unterbrechung Stimmen. Eigentlich hätte es sie zur Vernunft bringen sollen, ehe sie noch erwischt wurden. Nur war es zu erregend, sich an seinem Schritt zu reiben und an seiner Beherrschung zu knabbern wie an seinem Hals.
Nach der dritten oder vierten Unterbrechung raunte er ihr plötzlich etwas zu, das sie im ersten Moment gar nicht recht verstehen konnte. "Was...?", nuschelte sie an seinem Hals, als er sich eine Spur von ihr zurück zog.
Mit einem Mal war ihr beinahe unangenehm kühl und ein weiteres leises Wimmern kam ihr über die Lippen. Schon wollte sie ihn wieder zu sich ziehen, als seine Bewegung an seiner Hose ihren Blick wie magisch anzog. Er befreite seinen Speer und allein dieser Anblick, wie er ihr regelrecht entgegen schnellte, ließ sie voller Verlangen aufkeuchen.
Wie von selbst waren ihre Finger sofort zur Stelle und ihre Zungenspitze zeigte sich zwischen ihren leicht geöffneten Lippen. Für ein richtiges Stelldichein waren sie am falschen Ort und in der falschen Position, wähnte sie, aber sie könnte ihm mit ihrer Hand, eventuell sogar mit ihrem Mund Abhilfe schaffen, um ihn ihre Bemühungen nicht vergessen zu lassen.
Doch Emmyth war da anderer Meinung. Während sie noch überlegte, ob nach ein paar reibenen Bewegungen ihrer Finger schon das Ende nahte und sie rasch in die Hocke sinken sollte, um mit ihrem Mund unschöne Flecken zu verhindern, fühlte sie, wie er sich an ihrem Rock zu schaffen machte. Sie wollte nach seiner Hand greifen und ihn aufhalten, um ihr eigenes Vorhaben rechtzeitig in die Tat umsetzen zu können, als er sein Ziel erreichte und ein reißendes Geräusch an ihre Ohren drang.
Dieses ließ sie innehalten und irritiert blinzeln, weil sie es nicht richtig zuordnen konnte. Selbst dann noch nicht, als sie es untenrum kühler werden spürte. Erst, als er sie mit einem Mal packte und in eine ihm vorteilhafte Position brachte, dämmerte ihr allmählich etwas.
Trotzdem war er schneller als ihr Begreifen und als er sie schwungvoll eroberte, sog sie so scharf die Luft ein, dass sie das Gefühl hatte, es würde ihr die Innenwände der Nase verbrennen. "Was tust du da?", keuchte sie, ohne sich ernsthaft dagegen zu wehren. "Du kannst doch nicht... wir können nicht... hier, also... Oh, hör bloß nicht auf!", stammelte sie zwischen seinen Küssen, immer dann, wenn sie sich ihm flüchtig entzog, um nach Atem zu ringen.
Das Korsett war noch immer recht eng, aber ihr wurde bei einem tieferen Luftholen nicht sofort schwarz vor Augen. Und als er auch endlich ihre Brüste befreit hatte, um sich diesen zu widmen, wurde es noch etwas leichter. Trotz ihrer eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten suchte sie den gemeinsamen Rhythmus mit ihm und bemerkte dabei nicht, wie ihr wichtigstes Kleinod verloren ging. Nein, Azura klammerte sich an den Dunklen und ihr Schoß hieß ihn begeistert willkommen.
Immer wieder versuchte sie, sich auch an ihm zu reiben, damit nicht nur er auf seine Kosten kommen würde. So gut es sich auch anfühlte und obwohl sie erst in der Nacht unzählige Male über die Klippe gesprungen war, dieses Mal wollte sie ebenfalls in diesen Genuss kommen. Allerdings spürte sie bereits, wie er schneller und schneller, regelrecht gierig wurde. Was sicherlich nicht verkehrt war, ehe sie erwischt würden. Und dennoch...
Auch wenn es ihr schwer fiel, unterbrach sie den Kuss und legte eine Hand auf seinen Oberkörper, als wolle sie ihn wegdrücken. Keuchend suchte sie seinen Blick und wäre beinahe darin gleich wieder versunken, wenn er nicht derart intensiv in ihrem Schoß zugange gewesen wäre. "Warte... langsam... langsamer...", wies sie ihn wispernd mit zittriger Stimme an. "Ja... genau so... nein, langsam... ja... oh ja, das tut gut... gut...", stammelte sie und konnte fühlen, wie die herrliche Welle heranrollte.
Während sie die Augen vor Wonne verdrehte, senkten sich ihre Lider und ihre Finger gruben sich fester in seine Jacke. "Langsam...", mahnte sie ihn noch einmal.
Um im nächsten Moment zu erschauern und sich an ihn zu klammern. "Jetzt... schneller... komm, schneller... härter... bitte, so hart, wie du kannst! Es ist so weit!", keuchte sie und erwartete, dass er ihren Anweisungen nachkommen und sie erlösen würde. Das brauchte sie nun wirklich dringend!
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Montag 11. November 2024, 15:35

Der eine nannte sie seine Göttin, der andere betitelte sie als Feenkönigin. Die Gründe wussten nur die Brüder allein. Fest stand jedoch, dass beide Faelyns Azura nur zu gern eroberten, sie umschmeichelten, liebkosten und schließlich in wachsender Leidenschaft nahmen, bis sie alle am Ende erschöpft, aber befriedigt irgendwo herum lagen. Auch jetzt hielt Emmyth sich nicht zurück. Er wollte die Andunierin. Er wollte sie so sehr, dass er ihr nicht nur erneut mitteilte, wie wahnsinnig seine Begierde nach ihr ihn machte, sondern dass er auch erneut eine Grenze überschritt. Obwohl sie einander einig waren, dass ein Kuss sich nicht wiederholen dürfte, spielten ihre Zungen nun miteinander, tanzen gemeinsame Reigen oder forderten sich gegenseitig zum Duell auf. Die Spielereien regten auch den Rest ihrer Körper an, dass sie sich aneinander rieben, bis Emmyth es nicht länger ausshielt. Stoff riss und wenig später füllte er Azuras Innerstes auch schon bereits mit all seiner Größe aus. Er stöhnte gedämpft, zitterte leicht, weil er versuchte, sich zurückzuhalten. Doch es gelang ihm nicht. Sein Leib wollte sie. Er wollte sie nehmen und nicht mehr aufhören, bis ihre Kontraktionen auch noch den letzten Tropfen Lust aus ihm gepresst hätten.
Und auch Azura war entfacht worden. Ganz so als hätte Emmyth in den Untiefen ihres Seelenmeers aus magischer Begabung den winzigen Funken entdeckt, ihn befeuert, um ihn nun brennen zu lassen. Ihr war heiß und kalt zugleich. Sein Vordrängen, sein Stoßen, stimulierten sie und drohten, ihr schwindlig werden zu lassen. Es kam ihnen beiden zu Gute, dass Emmyth zuvor das Korsett aufgeschnürt hatte. Ihm ging es nicht nur darum, Azuras Weiblichkeit zu befreien, obgleich er seine Lippen nur zu gern über die harten Knospen stülpte oder am zarten Fleisch knabberte. Er hatte es auch getan, weil er ahnte, dass ihr die Luft knapp werden könnte. Jetzt spürte sie, dass es gut war, durchatmen zu können. Auch wenn beide ihr gemeinsames Stöhnen gelegentlich unterdrücken mussten. Immer dann, wenn Schritte am Wandteppich vorbei wanderten. Dann hielt Emmyth inne, so gut er konnte, rieb sich aber weiterhin an dem zarten Leib, den er zwischen sich und der Wand gefangen hielt. Und sobald erneut Stille eintrat, drängte er sich wieder tief in Azuras Schoß. Sie fühlte sein Verlangen als kräftiges Rucken des Speers, mit dem er sie aufzuspießen drohte. Emmyth verbarg es auch nicht.
"Du machst mich verrückt", gurrte er gegen ihr Ohr. "Ich will dich so sehr", lechzte er gegen ihren Hals. "Wann immer ich kann, will ich dich haben." Jede Offenbarung war honigsüß, so sehr sprach die Lust aus ihm. Azura raubte ihm die Sinne, aber er wollte nichts Anderes. Er wollte in ihr sein und dort vergehen, immer und immer wieder. Aber auch Azura ließ sich mitreißen. Es amüsierte sie zwar, dass Emmyth nicht nur erneut so standhaft hatte sein können, sondern dass auch seine Begierde nach ihr weiterhin auf Höchstniveau schien. Wenn sie jedoch auf den eigenen Teller schaute, würde sie sich eingestehen, dass auch sie nicht davor gefeit war. Ihr Schoß zerfloss bereits, noch bevor er den Quell mit hartem Fleisch versiegeln konnte. Schauer überrollten sie in benebelnder Vorfreude, ihre Knospen reckten sich Emmyths Lippen nur zu bereitwillig entgegen. Auch Azura erbebte, auch sie zitterte wonnig, als der Dunkelelf sie eroberte. Auch sie verfiel der Wolllust, als sich ihr Leib dem Rhythmus seiner Stöße anpasste. Sie bemerkte nicht einmal, dass das kostbare Kleinod von Corax aus dem Versteck zwischen ihren Brüsten gesprungen war und nun unter dem Wandteppich hindurch bis auf den Korridor rollte. Dort blieb die Perle, weiß und matt schimmernd, zwischen den hohen Fransen des dicken Teppichs liegen. Noch war sie nicht entdeckt worden. Gleiches galt für das von Lust getriebene Paar hinter dem Wandteppich. Inzwischen würde es zumindest Emmyth auch nicht mehr kümmern, sollte man sie bemerken. Er war schon zu weit. Er erreichte schon bald den eigenen Gipfel und folglich trief er sich nun selbst an, um zum Ziel zu kommen. Seine Bewegungen nahmen an Geschwindigkeit zu. Er stieß bereits wuchtiger alles in Azura hinein, was er ihr geben konnte. Der Rhythmus steigerte sich. Für Azura lief es zu schnell ab, denn sie wollte es genießen. Sie wollte keinen wilden Ausritt zu ihrer Klippe machen wie die Nacht davor. Da hatten sie zu dritt Spaß, die Männer konnten sich abwechseln, bis auch sie soweit gewesen war und vor allem hatte niemand unter Zeitdruck gestanden. Ihr aktuelles Stelldichein durfte nicht zu lange verweilen, auf ihre Kosten kommen wollte die Adlige dennoch. Und so bremste sie den willigen Hengst, riss metaphorisch an seinen Zügeln und gemahnte ihn zur Ruhe. Es benötigte nur eine knappe Berührung an seiner Brust, um ihm aufzuzeigen, dass sie die Reitgerte hielt. Denn Azura besaß mehr Erfahrung. Und Emmyth?
Er vertraute darauf. Er vertraute ihr voll und ganz, dass sie für beide das Beste aus ihrem Akt herausholen würde, wenn er sie nur gewähren ließ. Das bedeutete nicht, dass es den Elfen keine Anstrengung kostete, sich zu beherrschen. Er war dem Höhepunkt so nahe. Sein Fleisch zuckte und jede Unterbrechung fühlte sich an, als hätte man ihn von hinten erdolcht. Er atmete gepresst, nickte Azura aber als Signal zu, dass er sich zurückhalten und auf ihre Weisungen hören würde.
Sie gemahnte ihn, langsamer zu sein. Es brauchte ein paar Versuche, bis Emmyth sich weit genug unter Kontrolle hatte. Dann aber seufzte er ungezügelt auf, ließ sein Becken sogar ein wenig kreisen, als er erkannte, welchen Rhythmus seine "Feenkönigin" bevorzugte. Er wurde belohnt. Er erntete ihr Stöhnen wie eine reife Frucht und gab seinerseits nur häppchenweise mehr von sich selbst, um Azura langsam an ihren eigenen ekstatischen Punkt zu führen. Gemeinsam wandelten sie einen Pfad der Lust empor, mahnten sich, nicht zu rennen, sondern auch die Umgebung zu genießen. Emmyth stöhnte heiser. Unter seinen halb geschlossenen Lidern verdrehte er die Augen, den Kopf in den Nacken gelegt, dass sein inzwischen leicht zerzauster Kriegerzopf an der Innenseite des Wandteppichs entlang rieb. Inzwischen hatte er sich soweit wieder aus der eigenen Ekstase geholt, um einen gewissen Pegel der Lust zu halten, den er auch noch eine Weile genießen konnte, ohne das Gefühl von Enttäuschung zu verspüren. Doch irgendwann packte er erneut fester zu. Ewig ließ sich das Verlangen nun einmal nicht aufhalten. Glücklicherweise schien auch Azura endlich soweit zu sein. Sie klammerte sich an Emmyth, dass er den Kopf wieder anhob, um seinen verklärten Blick auf sie zu richten.
"Jetzt ... schneller ... komm, schneller ... härter ... bitte, so hart, wie du kannst! Es ist soweit!"
"Endlich...", brachte er kratzig und so voller Gier hervor, als sei er der Anführer einer Räuberbande, die soeben die Schatzkammer entdeckt hatte. Emmyth fackelte nun auch nicht mehr lange. Azura wurde Zeugin dessen, was man wohl dem dunkelelfischen Durchsetzungsvermögen zuschrieb. Denn ihr Gegenüber griff nach ihren Handgelenken und drückte jene überkreuzt über ihren Kopf gegen die Wand. Dort hielt er sie mit der rechten Hand kraftvoll fest, während er mit der linken noch einmal ihre Brüste walkte und die Knospen fast schmerzlich zupfte. Schließlich packte er unter einen ihrer Schenkel, um das Bein etwas anzuwinkeln, damit Azura sich auch damit an seinem Körper festklammern mochte. Er selbst hielt sich wie ein Schraubstock und legte letztendlich los. Kraftvoll hämmerte er sich gegen ihren Leib und den ihren an die kalte Wand, dass die Textur des Steines ihrem Morgenmantel kleine Risse zufügte. Emmyth interessierte es nicht. Er nahm sich, was er die ganze Zeit schon hatte haben wollen. Nun hielt er auch nicht mehr inne, bis er seinen Zenit erreicht hatte. Dabei biss er Azura leidenschaftlich in den Hals, als wollte er gleich ihr Blut trinken. Sein Höhepunkt erfüllte sie mit Hitze und er grunzte brünftig gegen ihre Haut. Noch ein paar Stöße mehr schickten sich in ihr Zentrum, bevor er endlich von ihr abließ und sich gar zurückzog. Er musterte ihren Körper, die Schönheit ihres eigenen Klippensprungs als Nachhall in ihrer Atmung, den geröteten Wangen und den winzigen Schweißperlen auf ihrer nackten Haut. "Oh ja", gurrte er, vollkommen berauscht. Seine Augen funkelten in den schönsten Farben, die Rubine hervorbringen könnten. Sie besaßen etwas Verführerisches, allein schon, weil irgendeine dunkle Note darin glomm, so dass man sich nie sicher sein konnte, ob er Azura nicht sofort wieder packte, um auch andere Gefilde ihres Körpers zu erobern. Außerdem legte er ein befriedigtes Grinsen auf, das dem seines Bruders erschreckend gleich kam.
Schließlich trat er wiederholt an sie heran. Seine Hand fuhr ungeniert zwischen ihre Beine, um dort die empfindliche Mitte noch einmal zu streicheln und mit zwei Fingern zu verwöhnen. Sanft, aber durchaus mit der Aussicht auf die Zukunft. Seine Worte unterstrichen das Vorhaben. "Ich werde dich wieder nehmen", versprach er. "Immer und immer wieder, wann immer mein Körper dazu bereit ist. Rechne damit, dass ich dich vom Fest entführen werde, um deine Knie zum Zittern zu bringen." Dann näherte er sich ihrem Ohr, berührte es sacht mit der Zungenspitze und strich an der Ohrmuschel entlang. Seine Stimme kam einem haraxischen Stöhnen gleich, so heiser und kratzig war sie. "Nächstes Mal will ich deinen Mund..."
Dass er ihn schon jetzt wollte, bewies Emmyth durch einen erneuten, verbotenen Kuss. Noch immer lag Leidenschaft darin. Der gemeinsame Akt hatte seinen Körper befriedigt, aber nicht sein Verlangen für Azura. Sein erschlafftes Fleisch machte ihm als einziges einen Strich durch die Rechnung, anonsten wäre das wilde Treiben hinter dem Wandteppich wohl sofort fortgesetzt worden. "Du bist mein Untergang", raunte er ihr zwischen zwei Küssen zu. Plötzlich aber hielt er inne und rührte sich nicht mehr. Seine feinen Elfensinne hatten die Schritte zuerst vernommen, selbst wenn ein Großteil davon vom dicken Teppich des Korridors verschluckt wurde.
"... an Ikari! Herrin Azura!" Jemand suchte sie. Das feine Klackern schneller Schritte, die sich näherten, zeugte von einer Dienerin. Azura war der Klang ihrer Schuhe bereits vertraut. "Ihr müsst Euch ankleiden, Herrin. Bitte, wo steckt Ihr denn? Die Zeit wird knapp. Herrin Azura! Azura van Ikari, wo steckt Ihr nur?"
Emmyth bohrte seine Finger ein letztes Mal tief in ihre Mitte. Dann entzog er sie und leckte den Glanz von den Nägeln. "Schnell, bevor ich dich nicht mehr loslasse", forderte er sie auf und machte ihr Platz, damit Azura sich der Dienerin zeigen konnte. Ob sie so wie sie aktuell aussah, überhaupt vorzeigbar wäre, blieb zweifelhaft. Doch zu spät, denn die Dienerin hatte den Wandteppich erreicht. "Oh, was ist denn das?", hörte man sie überrascht fragen. Der Stoff ihrer Gewandung raschelte. "Eine Perle?"
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Donnerstag 14. November 2024, 21:46

Es schmeichelte ihr durchaus, wie die beiden Faelyn-Brüder sie sahen. Auch wenn sie derzeit lediglich für den Älteren der zwei einige Titel hatte. Doch sie war zuversichtlich, dass sie in der Hinsicht bei Emmyth bald gleichziehen würde. Immerhin waren sie sich mehr als einig darüber, dass sie voneinander nicht die Finger lassen konnten.
So hatte er sie hinter einen großzügigen Wandteppich entführt und machte dort mit ihr Dinge, die ihr unheimlich gut gefielen... wahrscheinlich sogar mehr, als wenn es nicht in aller Heimlichkeit und mit der ständigen Gefahr, dabei erwischt zu werden, geschehen wäre. Eigentlich hatte sie nur mit ihm reden und ein paar Dinge klären wollen, aber das musste warten. Auf später... wohl eher bis auf morgen, schließlich nahte das Fest und sie würden wohl kaum noch davor Gelegenheit erhalten, miteinander unter vier Augen zu sprechen. Wirklich zu sprechen, nicht zu... zu diesen Schandtaten, zu denen er sie ebenso mühelos zu verlocken verstand wie sein Bruder.
Ohne ihm etwas entgegen setzen zu können, öffnete er ihr Korsett, hob ihren Unterrock hoch und eroberte sie im Sturm. Scharf sog sie dabei die Luft ein und war im Stillen froh darüber, dass sie dieses Hemmnis des Küssens überwunden hatten. Denn auf diese Weise konnte sie ihre eigenen Laute ersticken, indem sie hungrig nach seinen Lippen schnappte und seine Zunge so oft wie möglich zum Duell herausforderte. Gleichzeitig hielt sie sich an immer neuen Stellen an ihm fest, mal waren ihre Arme um seinen Nacken geschlungen, dann krallte sie sich in seinen Revers, um im nächsten Moment wiederum nach seiner strammen Kehrseite zu greifen.
Sie war willig und wie Wachs in seinen Armen, trotz des fehlenden Vorspiels absolut bereit für ihn und ohne dem geringsten körperlichen Widerstand. Beiden war bewusst, dass sie sich hier verbotener Weise etwas Zeit stahlen und diese nicht ewig lang ausreizen konnten, weswegen sie sich gemeinsam beeilen wollten.
Trotzdem war es dann etwas zu schnell für sie, sodass sie den Eifer des jüngeren Faelyns bremste. Sie merkte, dass es ihm große Mühen kostete, was sie ihrerseits leise amüsierte, jedoch bemühte er sich, sich selbst die von ihr gewünschten Zügel anzulegen. Auf diese Weise konnte sie ihn etwas lenken und ihm dabei helfen, ihr zu helfen. Denn auch ihr eigenes Vergnügen wollte sie nicht zu kurz kommen lassen und konnte sich dabei glücklich schätzen, dass es ihr nicht so wie viele andere Frauen ging, die dafür ganz andere Methoden benötigten. Ohne davon zu wissen, natürlich.
Als sie merkte, dass es immer näher zur Klippe ging, sie vom Trab in einen verhaltenen Kanter und schließlich in den gestreckten Galopp wechselten, suchte sie erneut nach seinen Lippen. Es fiel ihr wahnsinnig schwer, sich soweit zu zügeln, um durch ihre Laute sie beide nicht zu verraten. Obwohl sie befürchtete, dass es Emmyth eher als Triumph für sein wachsendes Talent ansehen könnte.
Indes packte er ihre Arme und fesselte sie in einer Position mit seiner Hand, in der sie sich ihm völlig ausgeliefert fühlte. Zugleich hob er ihr Bein so an, dass sie kaum noch den Boden berührte und sich stattdessen bereitwillig an seiner Hüfte festklammerte. So gefühlt hilflos und seinem Gutdünken unterworfen, wurde sie die letzten Zentimeter bis zum Klippenrand regelrecht geschleudert und hatte ihrem Höhepunkt nichts mehr entgegen zu setzen. Mit verzweifeltem Bemühen kämpfte sie gegen den Drang an, ihre Lust lauthals und aus voller Kehle heraus zu schreien, während ihr Körper wild zuckte und seinen Speer äußerst motiviert massierte.
Sobald er ihr nicht mehr dabei half, indem er ihren Kuss erwiderte, biss sie sich auf die eigene Unterlippe und riss dadurch die Wunde wieder auf, die sie sich vor einigen Stunden selbst zugefügt hatte. Wenngleich der Schmerz ihr mehr wie ein süßer Beigeschmack vorkam, während er ihr zeigte, zu was er fähig war.
Erst, als er bei seinem Orgasmus in ihren Hals biss, konnte sie das Stöhnen nicht unterdrücken und wurde gefühlt noch weicher in seinem Griff, für den sie dankbar sein musste. Andernfalls hätte sie sich kaum auf den Beinen halten können. Wobei... vermutlich würde ihr das auch so nur äußerst schwer gelingen nach diesem intensiven Ritt. Sie spürte, wie er sie noch stärker ausfüllte, und lächelte selig, weil auch durch ihre Adern die Befriedigung schoss, sich ausbreitete und ihr ein wohlig warmes Gefühl vermittelte.
Soweit sie konnte, räkelte sie sich in seinem Griff mit leisen maunzartigen Lauten, als er sie noch ein wenig als Abschluss verwöhnte. "Gib zu, das hast du geplant, um mich schamlos zu benutzen.", schnurrte sie und hauchte ihm einen Kuss aufs Haar, weil er gerade ihre Bruste mit den Lippen liebkoste.
Anstatt allerdings sie los und endlich zum Ankleiden ziehen zu lassen, lockerte er lediglich seinen Griff soweit, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen konnte. Oder eher, sich daran gewöhnen, um nicht sogleich zu Boden zu sinken, derart weich waren ihre Knie. So befand sie sich weiterhin an die kühlende Wand im Rücken gelehnt, mit seinem heißen Körper vor ihr, ohne der Chance zur Flucht. Als ob sie das hätte wollen können!
Viel lieber ließ sie ihre Hände an ihm entlang gleiten, bis hinab zu jenem guten Stück, dass ihr bis vor ein paar Sekunden noch so viel Vergnügen bereitet hatte und nun zu schrumpfen begann. Etwas, das sie nicht einfach so zulassen konnte, als sie mit einem feinen, frechen Grinsen mit den Fingerspitzen darüber strich und bei seiner nassen Spitze hängen blieb, um ihn dort zu... kitzeln.
Er revanchierte sich, indem er ihre Mitte mit seinen Fingern erneut eroberte und ihr ein wohliges Seufzen damit entlockte. Hinzu kamen seine Worte, die daür sorgten, dass sie amüsiert die Augenbrauen hochzog. "So unersättlich, hm?", raunte sie ihm verheißungsvoll zu und packte zeitgleich etwas fester nach seinem Speer, um ihn ein wenig zu massieren. Wobei sie absolut keine Berührungsängste zeigte, was die gemeinsam vermischten Flüssigkeiten anging, mit denen sie ihre eigene Hand dadurch besudelte. In der Hinsicht war sie erstaunlich unempfindlich, solange sie nicht fertig miteinander waren.
Emmyth fuhr fort mit seinen Versprechungen und entlockte ihr damit ein leises Kichern. "Wieso kommt es mir so vor, als wolltest du dich auf diese Weise vor dem Tanz mit mir drücken?", neckte sie ihn keuchen direkt ins Ohr und knabberte sanft an diesem spitzen Körperteil.
Daraufhin lehnte sie sich wieder etwas zurück, den Kopf ebenfalls an die Wand, und genoss es, wie er zwischen ihren Beinen weiter spielte und sie reizte, während sie sich um seinen Speer bemühte. Die Lider halb gesenkt, zeigte sie ihm auf diese Weise ihr Vertrauen, da sie auch nicht zurück zuckte, als er sich ihrem Gesicht näherte.
Doch dieses Mal gab es keinen Kuss, sondern er beugte sich zu ihrem Ohr, um ihr ein Versprechen hinein zu keuchen, das sie wohlig schaudern ließ. Ihren Spieltrieb aber auch weckte, sodass sie keck dagegen hielt:"Wenn du mich dazu bringst, ihn für dich zu öffnen..." Zu mehr kam sie nicht, denn nun erhielt sie ihren nächsten Kuss, den sie verboten hemmungslos erwiderte.
Nur kurz ließ er von ihr ab und erheiterte sie ein weiteres Mal. Grinsend meinte sie auf sein Raunen:"Ach, wirklich...?" Und haschte bereits wieder nach seinen Lippen, als er plötzlich inne hielt. Irgendetwas schien er gehört zu haben, etwas, das sie noch nicht wahrnahm und im Prinzip eigentlich auch nicht wollte. Viel zu viel Spaß machte dieses Tändeln mit ihm, als dass sie es hätte beenden wollen.
Nur leider... hatten sie ja eigentlich anderes zu tun, wie die Stimme, nun auch für ihre Ohren vernehmbar, ihr verdeutlichen sollte. Mit einem leisen, gequälten Seufzen packte sie noch ein letztes Mal seinen Speer fester, um ihre Finger daraufhin zu lösen. Der Dunkle zahlte es ihr mit einem besonders tiefen Stoß heim, der sie scharf die Luft durch die Nase einsaugen ließ.
Um danach seine Hand demonstrativ abzulecken und sie daran zu erinnern, dass er mit seiner Zunge sehr lernfähig war. Nun, das konnte sie auch! Schließlich waren auch ihre Finger befleckt und um ihn an sein Verlangen für das nächste Mal zu erinnern, steckte sie sich zwei davon so in den Mund, als wäre es seine Männlichkeit, nicht nur sein Saft, den sie damit ableckte. Bei dieser Gelegenheit schenkte sie ihm einen tiefen, verheißungsvollen Blick und hätte dieses Spiel noch mit Vergnügen weiter getrieben, wenn ein Ausruf sie nicht beinhart in die Realität zurück holte.
Plötzlich erstarrte sie und ihre Augen wurden groß. Mit einem Mal wurde sie schnell, zog die Finger mit einem leisen Plopp heraus, stieß einen kaum hörbaren, deftigen andunischen Fluch in Garmisch aus und stopfte ihre Brüste wenig damenhaft in das geöffnete Korsett zurück.
Alles in einem, schlang sie keinen Lidschlag später den Morgenmantel um ihre unschickliche Blöße und schlüpfte geschickt hinter dem Wandteppich hervor, ohne dabei Emmyths Anwesenheit zu verraten. Was ihm vermutlich verriet, dass sie solch ein Versteck nicht zum ersten Mal aufgesucht hatte.
"Nicht angreifen!", rief sie aus und hoffte, dass es nicht zu spät war. Schon eilte sie zu der Dienerin und schnappte hastig nach der Perle. Der Schreck in ihrer Miene war dabei nicht gespielt, als sie das kostbare Geschenk an ihre Brust presste, unter der ihr Herz wie wild pochte.
"Oh, wie gut, dass du sie gefunden hast, ich habe sie schon überall gesucht! Mir war die Schnürung zu eng und da ist sie mir rausgefallen. Ich dachte, sie wäre hinter dem Teppich und bin dahinter, aber nichts! Sieh nur, wie staubig es dahinter war und wie stickig, ich muss furchtbar aussehen! Oh, ich fürchte, ich brauche nasse Tücher, für ein Bad fehlt die Zeit. Komm, schnell, wir müssen uns beeilen!", plapperte sie eifrig und lotste die Dienerin weg von dem Wandteppich. Wobei sie sich sehr zusammen reißen musste, um keinen Blick zurück zu werfen und ihren Liebhaber dadurch zu verraten.
Aber ehe sie zu weit außer Reichweite war, fiel ihr noch etwas ein. "Ach ja, und schick nachher nach dem Sohn des Hauses. Er hat mir bislang noch nichts über unsere Gäste erzählt und während meine Haare gemacht werden, wäre dafür noch eine gute Gelegenheit. Schließlich bin ich dann bereits angekleidet und herzeigbar!", sprach sie ein wenig lauter, in dem Bemühen, dass er es hören konnte.
Tatsächlich wäre es in ihren Augen nicht unwichtig, wenn sie und ihre Mutter darüber Bescheid wüssten, wen sie an diesem Abend davon überzeugen sollten, Corax und ihrem Ziehvater zu helfen, um in den Genuss manch eines Vorteils der van Ikari'schen Beziehungen zu gelangen. Warum also nicht jene für sie oft langweilige Zeit nutzen, während sie frisiert wurde?
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