Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Sämtliche Straßen Andunies sind gepflastert und von schönen kleinen Häusern gesäumt. Meist Fachwerkhäuser, aber auch mal eine prächtige kleine Villa. Nur die ärmeren Bezirke der Bettler und Halunken sollte man meiden.

Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 3. April 2017, 18:24

Sie war seine Braut
Mit dieser Erkenntnis…nein, mit dieser Forderung wachte er auf. Er war noch immer ganz benommen von seiner Vision und er wurde den Eindruck nicht los, dass sich Amandin am gleichen Ort befand, wie er es getan hatte. Sie war diesen Weg mit ihm gegangen, diesen oder einen anderen davor. Er konnte es spüren, ihre Energie verriet es ihm. Sie war ihm nah, leitete ihn, rief ihn zu sich.
«Herrin…Göttin…»
, hauchte er und sie wimmerte leise an seiner Brust. Es war ein Laut voller Sehnsucht. Sie brauchte ihn um vollkommen zu sein, konnte nicht mehr ohne ihn sein und war wütend darüber. Sie hatte so lange auf ihn gewartet, auf ihr Gegengewicht in dieser Welt.

Inspirationsmusik

Er konnte ihren Ruf nicht ignorieren. In diesem Moment wäre es ihm möglicherweise sogar egal gewesen, wenn Amethyst noch zugegeben gewesen wäre, aber es gab nichts, was das auflodernde Verlangen hätte mildern können. Da war niemand, der seine Moral in ihre Schranken rief, kein Mensch, kein Gott, nicht einmal seine Erinnerungen taten es. Thomas hatte nur Augen für Amandin und blendete entsprechend die Umgebung aus. Die Steine würden über ihn wachen, wie er über sie wachte. Sie waren allgegenwärtig. Er bewegte sich etwas von ihr weg und da Amandin noch immer an seinen Körper gelehnt war, rollte er sie damit automatisch auf den Rücken. Sofort war Amant bei ihr – über ihr. Ihre Beine öffneten sich bereitwillig für ihn. Er blickte auf ihren wunderbaren Körper hinab. Wollte jede einzelne Faser davon berühren. Wie ein ausgehungertes Raubtier lechzte er nach ihrer Energie, ihrer Seele, ihrer Essenz. Doch Steine folgten klare Hierarchien. Dies musste der wilde Emporkömmling noch begreifen. Er hatte sich schon einmal darüber hinweggesetzt, als er sich vergessen hatte und sich einfach genommen hatte was er so sehnlichst begehrte.
Steine waren stolze Konstrukte und das Ringen um Macht und Raum war tief in ihrem Wesen eingeschrieben. Steine wollen dominieren und ließen sich nur ungern durch fremde Hände wie jene eines Baumeisters Formen. Aber man musste ihnen manchmal Einhalt gebieten, denn sie beanspruchen ungemein viel Energie für ihren Wandel. Wo eine Landschaft nur noch durch Steine beherrscht wurde, blieb kaum noch Energie für weiteres Leben übrig. Steine waren einnehmend. Präsent. Prägend. Fordernd. Sie waren Formgebend für ganze Landsriche, aber auch zerstörerisch, wenn sie übermütig wurden wie Lava oder eine Lawine einmal in Bewegung geraten. Amant konnte das in jeder Faser seines Seins, in jeder Zelle seines Körpers spüren. Seine rechte Hand, die seine Herrin berührte, prickelte vor Energie, brannte auf ihrer Haut und sie wölbte sich geleitet von ihrem Traum seiner Berührung entgegen. Er beugte sich über sie. Atmete heiß gegen ihren Hals. Küsste ihr Schlüsselbein, dann fordernder hinauf bis zu ihrem Unterkiefer. Er stütze sich auf seinen linken Unterarm, ihr zarte Nacken ruhte in in seiner linken Hand. Seine Finger wurden von ihrem seidigen Haar geküsst. Er lies sie das Gewicht seines Beckens und somit auch sein Verlangen spüren. Ihre Hüfte antwortete mit einem sanften Schaukeln und ein weiterer süßer Laut entrang sich ihrer Kehle. Ihre Leib vibrierte an seiner Hand und ihre Arme streckten sich weit über ihr, ihre Finger in die Kissen knallend. Amant war ganz trunken von der Macht und Energie, die er in seiner Vision gespürt hatte, die er jetzt in seinen Händen hielt, bereit sie zu entfesseln. Seine Hand zitterte leicht, als sie über ihre Flanke strich und sich seine Finger schließlich in das zarte Fleisch ihrer Brust gruben. Amandin stöhnte und ihre glühenden Augen öffneten sich zu einem schmalen Spalt, der ihn in Flammen setzte. Obwohl sie unter ihm lag, schaffte sie es irgendwie auf ihn hinunter zu sehen und ihn in ihren Bann zu befehlen. Ihre Irriden waren wie geschmolzener Stein und das Rot floss in wilden Strömen ineinander. Helle, goldene, feine Flüsse rannen schnell durch dunkelrote Linien, verbanden sich eng um ihre Pupille zu einem alles verzehrenden Leuchten. Sie konnte ihn mit diesem Blick vernichten, einem Blick in den er vielleicht hinein schmelzen wollte. Ihre Magie hatte ihn mit voller Macht gerufen und da sie noch nicht ganz wach war, traf sie ihm mit so einer überwältigen Intensität, dass es ihn tief in seinem Herzen erschaudern ließ. Sie wollte ihn! IHN! Amant! Thomas! Alles und sie würde ihn verschlingen. Dieser Blick ließ ihn wissen, dass sie ihn auf jede nur erdenkliche Weise besitzen wollte. Aber da war noch mehr. Sie wollte, dass er sie besitzen wollte. Sie wollte die Macht seines Wesens in sich spüren, seinen Willen, sein Herz, seine Seele und seinen Leib. Ein Stein wie sie, ein Stein wie er es war, der wusste das sie sich verbinden mussten. Sie mochte anders sein als er, war zu einem Fluss aus Magma geworden, hatte sich die Energien der Erde lange vor ihm angeeignet, aber als Diamant konnte er in ihr bestehen! Ein anderes Material würde in dieser Leidenschaft sofort vergehen, aber er konnte es. Er könnte in sie eindringen, sie ausfüllen, in ihr leben. Die Bewegungen seines Beckens deuteten an, dass er noch viel mehr wollte. Er ignorierte seinen pochenden Herzschlag, kümmerte sich nicht um das leichte Flimmern vor seinen Augen. Er wollte sie. Jetzt! Amandins Blick wurde weiter und sie atmete schwer unter dem Druck seiner Hand. Ihr Körper wand sich unter seinem, wollte mehr. Der Stoff seiner Hose rieb über seine ohnehin sich schon sich wund anfühlende empfindliche Männlichkeit. Die ganze Nacht hatte er an ihrem Rücken gelegen, seine Leidenschaft zwischen ihren kleinen festen Pobacken eingeklemmt. Jetzt rieb sie sich an seiner harten Länge im Zenit ihrer Schenkel und flüsterte atemlos:
„Befreie dich!“
Ihre Stimme ließ ihn erbeben. Das brauchte sie ihm nicht zweimal sagen. Da war so viel Leidenschaft in ihr und er war derjenige, der sie entfesseln durfte. Er drückte sich seitlich auf einen Ellenbogen gestützt hoch, griff von seiner eigenen Hitzewelle getragen nach unten uns löste schnell die Schnürung um seine Taille. Amandin knurrte leise als er sich dafür von ihr lösen musste, als würde der Verlust seines Gewichtes sie ärgern. Seine ebenso begierige und besitzergreifende Seite ließ ihn fast ein bisschen darüber schmunzeln. Sie war genauso ungeduldig wie er. Er könnte das nutzen, um mit ihr zu spielen, sie zu reizen, ihr unendliche Lust bereiten, ihr beweisen, dass er das einige Wesen war, dass dazu in der Lage war. ER könnte ihr seinen Stempel aufdrücken, für die Welt verderben und sie genauso auf sich prägen, wie sie es mit ihm getan hatte. Amant wollte das alles und noch mehr. Er wollte sie seinen Namen schreien hören, wenn sie unter ihm in tausend Sterne zerbrach, aber dafür musste er sich selbst unter Kontrolle haben, was im Moment wahrlich wirklich unendlich schwer war. Amandin knurrte noch einmal und der kehlige Laut ließ einen heißen Schauer durch seine Adern jagen. Seine Herrin wurde ungemütlich. Geduld war jetzt gerade nicht ihre Stärke. Ihr Becken hob sich seinem entgegen und sie ließ ihren linken freien Arm an seinem Gesicht hinunter wandern, Feuer mit ihrem Daumen über seine Lippen legend. Ihre Hand umklammerte seinen Nacken und zog ihn zu ihrer Brust hinunter. Ihre Nägel kratzten leicht über seine Kopfhaut, als sein Mund gierig ihren Preis umschlossen. Sie zog scharf die Luft ein und ihre Beine schlangen sich um seine Hüften, wollten ihn mit aller Kraft in sich hinein zwingen, aber er war ihr körperlich überlegen. Amant genoss diesen Moment der Kontrolle über sie. Auch wenn sie es nicht sofort schaffte, berührten sie sich kurz in ihrer Mitte und ein Stromschlag ging durch seinen Körper. Ihre Säfte waren wie Heilsalbe für seine empfindlichste Stelle und nun war er es der unwillkürlich knurrte. Er konnte so ihrem Drängen unmöglich länger widerstehen, wenn sie sich so gut anfühlte. Etwas änderte sich und sie wurde weich unter ihm, zärtlich. Was hatte es bewirkt? Sein Knurren? Sie schmiegte sich an ihn und ihre Hände begannen seinen Nacken und seinen Rücken zu streicheln. Ihr Atem ging immernoch wild, aber ihre Stimme war sanft, fast zögerlich:
„Bitte... - ...Liebe mich.“
Da lag sie. Verletzlich. Um seine Liebe flehend. Unsicher. Ihre Lider flatterten nervös, wie die Flügel eines Schmetterlings. Da war er! Ihr weicher Kern den er beschützen musste!
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Sonntag 9. April 2017, 17:00

Es war als würde er direkt in den gleissenden Erdkern blicken. Kein anderes Wesen hätte diesem Blick standgehalten. Jeder Andere hätte sich angesichts der ungezügelten und geballten Energie abwenden müssen um sein Augenlicht zu bewahren! Nur er konnte es, ihn hatte sie auserkoren um an ihrer Seite zu bestehen. Er war ihr Meisterwerk. Er war ihre Schöpfung und doch war er noch mehr als das! Er war ihre Nahrung, sie brauchte ihn um nicht selbst irgendwann zugrunde zu gehen. Sie züchtete ihn, liess ihn in ihrer Obhut wachsen und gedeihen und irgendwann würde sie ihn ernten, sich an seiner Energie laben und ihn verzehren.

Dies war seine Bestimmung, sein Schicksal. Während jedem Anderen bei dieser Erkenntnis wohl das Blut in den Adern gefroren wäre, fühlte sie sich für Thomas so unendlich wahr und richtig an. Sie war inzwischen derart stark in seinen Körper, seinen Geist und seine Seele eingedrungen, dass er nicht mehr anders konnte, als sie zum Mittelpunkt seines Daseins zu machen. Er kannte keine eigene Wahrheit mehr, sondern nur noch ihre Wahrheit.

So war es für sie ein leichtes, ihn mit ihrem glühenden Blick zu Bannen und an Ort und Stelle erstarren zu lassen. Sie liess keinen Zweifel darüber aufkommen, wer letztlich über wen herrschte. Diamanten waren Geschöpfe des Erdkerns. Gepresst durch das Gewicht und der Energie der Welt. Sie waren zwar unendlich schön, aber im Vergleich zum Erdkern eben auch winzig. Thomas vergass beinahe zu atmen, so einnehmend war ihr Präsenz, so allumfassend ihre Macht. Ein Atemzug von ihr, allein schon die reine Willensabsicht hätte ausgereicht um ihn auf der Stelle zu zermalmen. Sie brauchte ihm ihre Macht nicht zu demonstrieren, er konnte sie tief in seiner Seele spüren.

Amandins Wesen war wie ein aktiver Vulkan. Ihre Magie konnte lange Zeit ruhen, so lange, dass man sie beinahe für erloschen hielt. Thomas aber wusste es besser, denn sie hatte ihn auf sich geprägt. Er konnte ihre Energie, ihre Macht und ihre Präsenz ständig wahrnehmen, egal wie tief sie diese in ihrem Wesen versteckte. Noch nie hatte sie ihn so viel von ihrer eigentlichen Magie und Macht spüren lassen. Nun verstand er was es bedeutete zu dienen. Er diente nicht ihrer politischen Identität, die sie in dieser Welt der Dunkelelfen angenommen hatte. Sondern er diente ihr, der Magierin, der Herrin der Steine und sie rief nach ihm. Sie wollte ihn in sich aufnehmen, sich mit ihm verschmelzen.

Sie kommunizierten über ihre Magie, die Sprache der Steine, die zeitlos war. Sie brauchten keine Moral, keine Gesetze, keine Götter. Faldor erschien ihm in diesem Augenblick genau so irrelevant wie Lysanthor. Der dunkle Gott war nichts weiteres als eine Schicht, die sie sich wie ein Kleidungsstück übergezogen hatte und ihre weltliche Identität stützte. Was wog der Titel einer Hohenpriesterin denn schon, wenn man die Steine beherrschte? Es passte zu einem Diamanten, der sich in seiner Reinheit und Schönheit derart von anderen Gesteinen unterschied, dass er sich selbst für etwas Höheres hielt. Ja....Amant fühlte sich selbst wie ein junger Gott und damit einem Lysanthor und Faldor ebenbürtig. So war es nunmal, wenn man die eigene Magie in sich erwachen spürte. Manche Menschen reagierten mit Angst, andere mit Abscheu auf ihre eigene Gabe. Amandin aber hatte ihn vorsichtig auf diesen Moment vorbereitet und dafür gesorgt, dass das Erwachen seiner Magie ein Gefühl der Erhabenheit und Macht in ihm auslöste. Ja sie hatte gar dafür gesorgt, dass er gänzlich betrunken davon wurde und sie schaffte es, dieses ganze Hochgefühl an ihre Person zu binden.

Er begehrte sie.

Er wollte sie auf jede nur erdenkliche Art und Weise. Wollte von ihr beherrscht werden, von ihr umfangen werden. Sie sollte die Luft sein, die er atmete. Nur sie allein rechtfertigte seine Existenz. Alles andere erschien unbedeutend neben ihr. Familie, Freunde, sogar Thomas Mercer selbst...alles nur kleine Stationen in seinem Leben, die bald verblassen würden, jetzt wo er zu seiner wahren Bestimmung gefunden hatte. Keine Sekunde zweifelte er daran, dass dies nicht sein vordefiniertes Schicksal war. Es war immer da gewesen. Ihre beiden Lebenswege waren schon vor Urzeiten miteinander verwoben worden. Hätte es die Invasion nicht gegeben, so hätten sie sich auf andere Weise gefunden.

Er wollte sie!

Sein Körper presste sich eng an den ihrigen. Er wollte seine Hülle aufgeben, sich mit ihr Verbinden mit ihr Verschmelzen zu einer neuen Art! „Befreie dich!“ Thomas knurrte nur. Liess unwillig von ihrer Brust ab und versuchte sich ungeduldig von dem lächerlichen Stoff zu befreien. Ihre Ungeduld übertrug sich auf ihn selbst. Ihr Verlangen, war sein Verlangen und am liebsten hätte er nicht nur seine Hose abgestreift, sondern mit ihr auch seine Haut, seinen Körper. Er wollte nichts Anderes sein als pure Energie, die ihren Körper flutete. Nur für einen Moment, als sie kurz erkennen liess, welche Macht auch er über ihr Verlangen und ihre Lust besass, forderte er sie heraus, indem sich seine Mundwinkel kurz zu einem wissenden Lächeln verzogen. Er wusste, dass ihr diese kleine, beinahe unscheinbare Geste nicht entgehen würde und sie irgendwann darauf reagieren würde. Vielleicht nicht jetzt – ganz sicher nicht jetzt - aber irgendwann bestimmt. Es war ein Keim von Selbstüberschätzung, eine Ahnung eines Machtanspruchs, der ihm nicht gehörte. Es war ein Charakterzug an ihm, der sich erst auszubilden begann. Schliesslich war er sich bisher nicht bewusst gewesen, dass er eine so enge Verwandtschaft zu Diamanten pflegte. Diese galten in der Hierarchie der Steine aufgrund ihrer Reinheit und Härte als Stolz, teilweise gar als überheblich und unnahbar. Schliesslich liess er sich kaum in eine vorgegebene Form pressen, während sie selbst in der Lage waren einfaches Gestein zu zerschneiden. Kein Wunder also, dass ein Diamant durchaus Machtansprüche stellte. Doch in diesem Fall übernahm sich der unerfahrene und in allen Belangen übermütige Amant. Er durfte Amandin besitzen, weil SIE es wollte. Das war die einzige zulässige Wahrheit. Jeder andere Gedanke, war letztlich nur eine Illusion. Er mochte ein junger Gott sein, doch sie war seine Göttin.

Sie packte ihn, strich ihm über das Gesicht und liess ihren Daumen über seine Lippen gleiten. Er schnappte danach, biss leicht in ihre Fingerkuppe, ehe er ihren Daumen spielerisch neckte und sich schliesslich mit ihrem Oberkörper beschäftigte. Er genoss den leichten Schmerz, den ihre Finger auf seiner Kopfhaut hinterliess. Endlich hatte er sich seiner Kleider entledigt und auch schon einen kurzen Augenblick später kam es zur ersten Berührung ihrer Leiber. Thomas knurrte und brachte sich fordernd in Position. Es war für ihn ein leichtes ihren geschmeidigen Körper zu bewegen und sie sich zurecht zu rücken. Mühelos konnte er ihre Knie auseinanderdrücken und sich an ihrem schutzlos präsentierten Anblick laben. Er liess ihn Ambrosia kosten. Liess ihn für einen Moment das Gefühl haben unsterblich, eben göttlich zu sein. Doch plötzlich veränderte sich die Energie im Raum. Die ungestüme Hitze wich einer tiefen Sehnsucht nach Intimität und Liebe, die Thomas in seinem Innersten berührte. Für einen Moment erstarrte er irritiert, nur um sich schliesslich gänzlich in ihrem Blick zu verlieren. Sie besänftigte und zügelte seine Wollust. Sie rief ihn aus dem Olymp zurück auf die Erde. Hier in ihren Raum, an ihre Seite... und selbst wenn er den Thron der Götter gerade noch vor sich gesehen hatte...so wollte er an keinem anderen Ort sein, als bei ihr.

„Bitte... - ...Liebe mich.“

Liebe war es, die sie forderte und Liebe war es, die sie von ihm empfing. Seine Gesichtszüge wurden weich und widerspiegelten die gesamte Sanftmut, die einen Grossteil von Thomas Mercers Persönlichkeit ausmachte. "Oh Amandin." Hauchte er nur und zeichnete vorsichtig mit seinem Daumen ihre Wangenknochen nach. Was war schon Macht, was war schon der Thron der Götter gegen die Liebe? Hatte sie ihm diese Vision deshalb geschenkt? Hatte sie prüfen wollen, ob er sie auch gegenüber den Göttern und der Macht der Steine bevorzugen würde? Er küsste sie zärtlich, während er sein Becken in die richtige Positionbrachte. Es war kein stürmisches in Besitz nehmen sondern eine behutsame Verschmelzung. Langsam senkte sich sein Becken über ihre Mitte und er übernahm die schaukelnde Bewegung, mit der sie ihn zuvor zu sich gerufen hatte.

Thomas hatte schon einmal den Wunsch geäussert sie so zu lieben, wie es die Pelgarer taten... nicht nur wie Pelgarer...sondern wie verheiratete Pärchen. Seine Bewegungen passten sich kontinuierlich an ihren Körper, ihren Herzschlag an, während er stetigen Blickkontakt hielt. Er küsste sie erst auf die Stirn und dann auf die Lippen. Horchte ihrem Atem und liess sie den seinigen hören. Es war kaum zu glauben, dass jenes stürmische und leidenschaftliche Erwachen nun in diese sanfte Art des Liebesspiels übergeleitet worden war, aber genau das war passiert. Die ganze Energie, die ganze Hitze hatte sich in seinem Herzen gesammelt. Er hatte sie in Liebe umgewandelt und er gab sie ihr in ihrer reinen Essenz zurück.

Er erhörte ihr Flehen. Er liebte sie.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 10. April 2017, 20:10

Sie packte ihn, strich ihm über das Gesicht und ließ ihren Daumen über seine Lippen gleiten. Er schnappte danach, biss leicht in ihre Fingerkuppe. Amandin lachte leise und es war als würde flüssiges Gold durch ihre Magie wogen, ein wertvoller und seltener Fluss reinster Glückseligkeit.
Schon einen kurzen Augenblick später kam es zur ersten Berührung ihrer Leiber. Thomas knurrte und brachte sich fordernd in Position. Es war für ihn ein leichtes ihren geschmeidigen Körper zu bewegen und sie sich zurecht zu rücken. Er war hart wie der Diamant, der ihm seinen Namen gegeben hatte und Amandin war so unendlich weich unter ihm, kochend heiß und feucht. Ihre Haut schimmerte unter Milliarden kleiner Funken. Mühelos konnte er ihre Knie auseinander drücken und sich an ihrem schutzlos präsentierten Anblick laben. Er ließ ihn Ambrosia kosten. Sie ließ ihn für einen Moment das Gefühl haben unsterblich, eben göttlich zu sein. Dann veränderte sich die Energie im Raum. Die ungestüme Hitze wich einer tiefen Sehnsucht nach Intimität und Liebe, die Thomas in seinem Innersten berührte. Für einen Moment erstarrte er irritiert, nur um sich schließlich gänzlich in ihrem Blick zu verlieren. Sie besänftigte und zügelte seine Wollust. Sie rief ihn aus dem Olymp zurück auf die Erde. Hier in ihren Raum, an ihre Seite... und selbst wenn er den Thron der Götter gerade noch vor sich gesehen hatte...so wollte er an keinem anderen Ort sein, als bei ihr.
„Bitte... - ...Liebe mich.“
Liebe war es, die sie forderte und Liebe war es, die sie von ihm empfing. Seine Gesichtszüge wurden weich und widerspiegelten die gesamte Sanftmut, die einen Großteil von Thomas Mercers Persönlichkeit ausmachte.
"Oh Amandin."
, hauchte er nur und zeichnete vorsichtig mit seinem Daumen ihre Wangenknochen nach. Er küsste sie zärtlich, während er sein Becken in die richtige Position brachte. Es war kein stürmisches in Besitz nehmen sondern eine behutsame Verschmelzung. Langsam senkte sich sein Becken über ihre Mitte und er übernahm die schaukelnde Bewegung, mit der sie ihn zuvor zu sich gerufen hatte. Er ließ sich Zeit und Amandin zerschmolz unter seiner Geduld. Ihr Körper zitterte, sie wölbte sich ihm entgegen, aber er ließ sie nur Stück für Stück dieses für sie ungewöhnliche Gefühl kosten. Sie bebte und wo ihr Körper nach mehr verlangte, sah er doch in ihren Augen, dass sie jede Sekunde genoss. Atemlos krallte sie sich an seine breiten Schultern, ganz fixiert auf den Punkt ihrer Vereinigung und er konnte spüren wie sie sich in kleinen Wellen verkrampfte, ihn in sich zog. Er begriff, dass er diesen Strom der Leidenschaft in ihr kontrollieren konnte, sie leiten konnte und sie hier und jetzt sich ganz seiner Macht ergab. Er führte sie sanft in ungeahnte Höhen, ließ ihr Magma heiß emporsteigen und unter ihrer fast durchsichtigen Haut brodeln. Gerade diese Langsamkeit brachte sie fast um den Verstand. Thomas hatte schon einmal den Wunsch geäußert sie so zu lieben, wie es die Pelgarer taten... nicht nur wie Pelgarer...sondern wie verheiratete Pärchen, doch das hier war sogar noch mehr. Der Akt mochte der gleiche sein, die Stellung vielleicht auch aber seine Partnerin war so etwas vollkommen anderes! Amandins Barrieren fielen und er liebte sie trotzdem. Da war keinerlei Scham oder irgend eine Vorstellung von jenen Dingen, die hätte sein oder müssen sollen. Da war nur episch reinste Energie, die um ihn floss und die Härte seines Stein berührte, ihn schliff und erstrahlen ließ. Seine Bewegungen passten sich kontinuierlich an ihren Körper, ihren Herzschlag an, während er stetigen Blickkontakt hielt. Es war berauschend jede kleinste Regung in ihr lesen zu dürfen, denn sie hielt seinen Blick fest und er fiel in ihre glühende Dunkelheit hinein. Auf ihren sanften Wellen reitend, brachte er sie näher und näher an den Abgrund und er würde mit ihr fallen. Sein ganzer Körper wogte über ihrem, riss sie mit in diesen Strudel. Seine Arme hielten sie gefangen. Er küsste sie erst auf die Stirn und dann auf die Lippen. Horchte ihrem Atem und ließ sie den seinigen hören. Es war kaum zu glauben, dass jenes stürmische und leidenschaftliche Erwachen nun in diese sanfte Art des Liebesspiels übergeleitet worden war, aber genau das war passiert. Die ganze Energie, die ganze Hitze hatte sich in seinem Herzen gesammelt. Er hatte sie in Liebe umgewandelt und er gab sie ihr in ihrer reinen Essenz zurück. Amandins Erstaunen lag ihr offen ins Gesicht geschrieben. Mit großen glühenden Augen überließ sie ihm die Führung, ließ ihn ihre Magie lenken. Wippend lag sie unter ihm und trank seinen heißen Atem. Immer wieder streiften ihre Lippen die seinen, atemlos, unerhört köstlich. Er erhörte ihr Flehen. Er liebte sie.
Amandin nahm alles!
Ja, er würde in ihr gedeihen und irgendwann würde sie ihn ernten, sich an seiner Energie laben und ihn verzehren, aber es störte ihn nicht mehr. Er wollte es und er wollte das sein, was sie brauchte. Und wenn sie nichts von ihm zurück ließ, dann würde er in ihrer Magie aufgehen. Konnte es etwas schöneres geben? Aber sie ließ ihn das sein, was er für sie sein konnte. Hart, rein, unendlich schön und Fassettenreich durch ihren Schliff. Er trieb sich selbst immer tiefer in den breiten Fluss ihrer Leidenschaft, in ihre Glut, bis seine Knochen fest an ihrem Becken schaukelte und sie bei jeder kleinsten Bewegung leise stöhnte. Es gab kein Halten mehr. Noch eine Welle traf ihn, rann prickelnd über seine Haut und er fühlte, wie sie unglaublich eng um ihn wurde. Sie keuchte seinen Namen:
„Thomas...“
Nicht Amant. Er hatte ihr Thomas gegeben und sie nahm auch ihn in sich auf, in den Schoß der Erde, in den Zenit ihrer Schenkel. Er liebte sie und sie war vollkommen gebannt. Ihr Blick war voller Faszination und fast ein wenig ungläubig, als das langsame Tempo ihren Körper schmelzen ließ. Sie erzitterte noch einmal, brach dann unter ihm in tausend Teile und riss einen kleinen Teil von ihm mit sich in den Strudel aus Feuer, Magie, Stein und reinster Energie. Die Erde bebte.

Fast hatte Thomas erwartet wieder ohnmächtig zu werden, aber diesmal war es anders. Er hatte die Kontrolle! Er konnte entscheiden, ob das hier und jetzt für ihn auch ein Ende haben würde. Seine Erlösung rann wie flüssiges Metall seinen Rücken hinab um sich zwischen seinen Beinen zu entladen, aber er konnte es hinaus zögern, wenn er wollte. Sie hatte die Kontrolle abgegeben und er hatte ihr damit das wohl möglich größte Geschenk gemacht, was ein Mann seiner Frau geben konnte.
Seine Liebe.
Er hatte sie in seinem Herzen fest gehalten, als sie zerflossen war. Sie hatte sich unter ihm gewunden, war hart und wieder weich geworden und glühte jetzt vor Macht. Während ihres Höhepunktes hatte sie dann doch ihre Lider über ihre Augäpfel gepresst und als sie sie nun satt und vollkommen befriedigt wieder öffnete, funkelten goldene feine Flüsse in dem Rot der Meteorströme, die ihre Irriden erfüllten. Ihr Höhepunkt war langsam gekommen und zog noch kleine Wellen nach sich, kam dann zum erliegen. Sie atmete schwer unter ihm und langsam zauberte sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie war sehr zufrieden mit ihrem Meisterstück! Sie genoss seine Schwere auf ihrer Brust, leckte Schweiß von seinem Schlüsselbein, spielte mit seinem Haar und dann drückten sich ihre Fersen fest in sein Hinterteil.
„Du kannst bleiben.“
, neckte sie ihn. Es war eine Feststellung. Ob sie damit die Position, ihn an sich in ihrem Haushalt, oder etwas anderes meinte, war vielleicht nicht ganz klar, aber vielleicht war das auch ihre Absicht. Seiner Herrin war also nach Spielen zumute und fühlte sich sichtlich wohl.

Hätte er jemals geglaubt eine solche Liebe zu finden? Hier? Unter diesen Umständen? In dieser Stadt? Aber wie war das mit der Liebe? Sie konnte unter jedem Stern geboren werden, an dem letzten Ort, an dem man es erwarten würde und auf eine Art die man sich nie erträumt hätte. Sie konnte auf „Nichts“ wachsen und in einer Sekunde erblühen. Liebe konnte einen zum schreien bringen und atemlos zurück lassen. Sie konnte sich verzweigen wie die Äste eines Baumes und in nur einer einzigen Blüte vollkommen sein. Liebe konnte in Einsamkeit wachsen, fein sein wie Nebelschwaden, konnte in Finsternis wachsen und doch ihr eigenes Licht werfen. Sie konnte einen Fluch in einen Kuss verwandeln und die Bedeutung jedes Wortes ändern. Liebe machte keinen Sinn, hatte keinen Namen, konnte dich in Tränen auflösen und deine Welt in Flammen setzen. Liebe hatte keine Angst und keinen Grund um existieren zu können.
Liebe existierte.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Montag 17. April 2017, 13:00

Zu spüren wie sehr sie ihn begehrte, wie sehr ihr Körper ihn zu sich rief, lösten bei Thomas erneut Hochgefühle aus. Gleichzeitig war da aber auch eine andere, viel tiefer sitzende Empfindung. Sie öffnete sich ihm und gab sich gänzlich in seine Obhut. Thomas wie auch Amant verfügten über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und so war es vor allem dieser, der sich in jener Situation besonders bemerkbar machte. Er versuchte sie mit seinem ganzen Körper abzuschirmen und nahm sie dadurch nur noch mehr in seinen Besitz. Amandin mochte spüren, dass ihre Schöpfung sofort dafür bereit sein würde, sich ihretwillen zu Opfern. Jeder, der ihr etwas Böses wollte würde zuerst an Thomas vorbeikommen müssen. Gewissermassen stahl sie damit etwas aus Thomas alten Leben, denn dieses Bedürfnis Schutz und Geborgenheit zu bieten, war bisher seiner Familie vorenthalten gewesen. Nicht einmal gegenüber seiner Schicksalsgenossen beim Steinbau, hatte er solche Gefühle entwickelt.

Er lege seine Stirn auf ihre Schuler und hauchte ihr seinen heissen Atem auf die Brust, während sein Becken den angeschlagenen Rhythmus weiter fortführte. Er hatte in den letzten Wochen möglicherweise mehr mit Amandin geschlafen, als mit Beth in seiner gesamten Ehe. Irgendwie war dieser Umstand unheimlich und vermutlich würde es sein Umfeld niemals verstehen. Weder Beth, noch seine Tochter und schon gar nicht seine Freunde auf dem Bau. Er hatte sich mit dem Feind eingelassen und hatte die Seiten gewechselt und von Aussen betrchtet war Thomas nur einem einzigen Köder derart umfassend ausgesetzt: Sex. Ausgerechnet er! Der Rechtschaffene Thomas Mercer! Die Aussenwelt wusste schliesslich wenig über Amandins wahres Wesen, über ihre Güte, Grosszügigkeit und Liebe! Nein...niemand da Draussen würde ihn verstehen und vielleicht war auch dies insgeheim der Grund, warum Amandin ihn bei sich in ihrer Rezidenz hielt.

Doch aktuell hatte Thomas keine Zeit derartige Gedanken zu fassen. In Wirklichkeit dachte er im Moment an gar nichts. Er war nur ein Körper, ein Geist, der seine Angebetete befriedigen wollte. Es war schwierig für den Steinmetzmeister, ihrem unendlichen Verlangen nicht mit härteren und schnelleren Stössen nachzugeben.
„Thomas...“ Thomas lächelte. Seine tiefblauen Augen verloren sich in der Glut ihrer Iriden. Er küsste sie, kostete ihre Lippen, neckte sie und stempelte ihr die Hitze seiner Leidenschaft auf ihre empfindliche Haut. Stolz und Freude durchflutete ihn, als ihr Körper unter ihr mehrmals zu beben begann. Es war das grösste Kompliment, welches sie ihm in diesem Moment geben konnte. Er schmunzelte für einen kurzen Augenblick spitzbübisch. Da war durchaus etwas rebellisches und freches in ihm, es waren unter anderem diese Anlagen in ihm, auf denen sie Amant aufgebaut hatte. Irgendwann vermutlich, würden die beiden Teile – Thomas und Amant – ineinanderfliessen und eins werden. Doch noch war ihre Schöpfung nicht soweit.

Sein Körper forderte langsam seinen Tribut. Er wollte die Erlösung, wollte sich endlich auch in die heissersehnten Wogen fallen lassen, doch Thomas weigerte sich noch eine ganze Weile. Er wollte diesen Moment festhalten, ihm die Unendlichkeit aufzwingen. Ein Unterfangen welches von vorherein zum Scheitern verdammt war – aber was für ein Mann wäre er, wenn er es nicht wenigstens versucht hätte? Sein Körper spannte sich an und er presste abermals seine Stirn gegen ihre Schultern als er sich endlich seinem Höhepunkt hingab. Sein massiger Körper senkte sich auf sie herab und für einen kurzen Augenblick liess er sie sein Gewicht spüren.
„Ich liebe dich...“ Raunte er keuchend, küsste ihre Stirn und entspannte sich endlich, bis er einen Stoss an seinem Hintern spürte. Er runzelte die Stirn und sah sie an. „Du kannst bleiben.“ Thomas blickte kurz irritiert. Sie brachte ihn gerade etwas aus dem Konzept, doch dann schenkte er ihr sein aufrichtiges Lachen und küsste sie abermals. „Damit machst du mich zu einem sehr glücklichen Mann, Herrin.“ Manchmal rutschte ihm dieses Wort einfach noch heraus, vielleicht, weil er es insgeheim mochte. „Ausserdem...habe ich auch gar nicht vor zu gehen.“ Meinte er herausfordernd. Tatsächlich dachte er gerade so gar nicht daran, sie aus ihrem Gefängnis zu entlassen. Noch immer schirmte er sie gänzlich mit seinem Körper ab und grinste ihr neckisch entgegen. Er stahl sich einen Kuss von ihr. Wenn immer er sie anschaute, entdeckte er stets etwas Neues an ihr. Noch immer konnte er ihre dunkle Schönheit nicht als Ganzes begreifen, es war, als würde man direkt in die Sonne blicken. Sie strahlte zu hell und doch liess sie sich berühren, ohne ihn zu verbrennen. Für einen Moment sagte er nichts, sondern genoss einfach das Beieinandersein. "Ich...hatte einen Traum..." Begann er schliesslich. "Er...war magisch...glaube ich zumindest...und du kennst ihn...nehme ich an... ich... was war er?" Sie war seine Mentorin, wenn es um magische Belange ging und es war für Amandin sicherlich ein gutes Zeichen, dass er jegliche Begegnung mit seiner eigenen Magie ihr sofort rapportiere.

Erst allmählich wurde ihm wieder bewusst, WO sie ihren Liebesakt vollzogen hatten. Er runzelte die Stirn und wurde für einen Moment wieder ganz Thomas – jener Liebenswürdige grosse Steinmetz, der sich um alle möglichen Dinge Sorgen machte. „Meinst du...wir haben Amethyst verärgert...indem wir...hier...du weisst schon...“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 17. April 2017, 19:14

„Ich liebe dich...“
Raunte er keuchend, küsste ihre Stirn und entspannte sich endlich, bis er einen Stoß an seinem Hintern spürte. Er runzelte die Stirn und sah sie an.
„Du kannst bleiben.“
Thomas blickte kurz irritiert. Sie brachte ihn gerade etwas aus dem Konzept, doch dann schenkte er ihr sein aufrichtiges Lachen und küsste sie abermals.
„Damit machst du mich zu einem sehr glücklichen Mann, Herrin.“
Manchmal rutschte ihm dieses Wort einfach noch heraus, vielleicht, weil er es insgeheim mochte. „Außerdem...habe ich auch gar nicht vor zu gehen.“
, meinte er herausfordernd und sie lächelte. Tatsächlich dachte er gerade so gar nicht daran, sie aus ihrem Gefängnis zu entlassen. Noch immer schirmte er sie gänzlich mit seinem Körper ab und grinste ihr neckisch entgegen. Sie mochte die neckende Seite an ihm und förderte sie mit leichtem, eher nicht ernst gemeinter Gegenwehr. Ihre Brust drückte sich gegen seine und er konnte die Härte ihrer Knospen kaum auf seiner Haut ertragen. Sie rieb sich an ihm und er stahl sich einen Kuss von ihr. Wann immer er das tat, loderte das Feuer in ihr wieder auf und ließ die Raumtemperatur um ein paar Grad hoch schnellen. Sie war noch immer ein Mysterium für ihn. Wann immer er sie anschaute, entdeckte er stets etwas Neues an ihr. Gerade jetzt, wo er ihr so nahe war, konnte er eine kleine Narbe sehen, die fast versteckt von ihrem Haar sich ihre Schläfe entlang, fast bis zur äußersten Spitze ihrer linken Augenbraue. Die Haut war dort minimal heller, aber sie schien alt zu sein, ein Zeuge lang vergangener Zeiten. Andere Narben, so wusste er, die hatte sie sich selbst und mit voller Absicht zugefügt und gerade diese Andersartigkeit, diese Dunkelheit, die sie so stark von ihm unterscheiden ließ machte das Mysterium dieser Frau aus. Noch immer konnte er ihre dunkle Schönheit nicht als Ganzes begreifen, es war, als würde man direkt in die Sonne blicken und danach geblendet die violetten Schatten betrachten, die sich auf der Innenseite der Lider wieder fanden. Amandin strahlte zu hell und doch ließ sie sich berühren, ohne ihn zu verbrennen. Für einen Moment sagte er nichts, sondern genoss einfach das süße Beieinandersein. Sie schien es auch zu genießen, denn sie hielt ihn fest. Ihre Beine hielten ihn eng umschlungen und ließen ihn nicht fort, genauso wie ihre Hände. Eine hatte sich tief in seinem zerzausten Haar vergraben und massierte seinen Nacken, während die andere unter seinen Armen hindurch seinen unteren Rücken streichelte.
"Ich...hatte einen Traum..."
, begann er schließlich:
"Er...war magisch...glaube ich zumindest...und du kennst ihn...nehme ich an... ich... was war er?"
Sie war seine Mentorin, wenn es um magische Belange ging und es war für Amandin sicherlich ein gutes Zeichen, dass er jegliche Begegnung mit seiner eigenen Magie ihr sofort rapportierte. Auf sein zögerliches Sprechen hin sah sie ihn tief in die Augen. Eine gewisse Neugierde lag darin. Jedoch wurde ihm wieder bewusst, WO sie ihren Liebesakt vollzogen hatten. Er runzelte die Stirn und wurde für einen Moment wieder ganz Thomas – jener Liebenswürdige große Steinmetz, der sich um alle möglichen Dinge Sorgen machte.
„Meinst du...wir haben Amethyst verärgert...indem wir...hier...du weißt schon...“
Ihre Brauen wanderten belustigt in die Höhe und jedes leise glucksen in ihrem Bauch übertrug sich auf köstliche Weise auf seine Lenden.
„Oh, hihihi...nein. Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Ich denke eher, Amethyst wird die nächste Woche die Laken nicht wechseln wollen.“
Sie biss sich schmunzelnd auf die Unterlippe und versuchte ein Lachen zu unterdrücken, was sich jedoch als schnell ansteigende Spannung in ihrem Schoß sammelte und ihn allmählich wieder verrückt werden lassen würde. ER spürte, wie ihre inneren Muskeln sich zuckend zusammen zogen. Dann atmete sie aber tief durch und drückte die Hand an seinem Hintern in sein festes Fleisch, die ihn immernoch voller Verzückung seinen unteren Rücken gestreichelt hatte, dort wo seine Muskeln die kleinen Grübchen bildeten. Sie würde ihn jetzt um keinen Preis frei geben! Er füllte sie aus und es fühlte sich – gut an! So war es richtig und – Vollkommenheit!
Sie seufzte schwer und zwang sich zu Ruhe. Ihr Lachen war wie Öl, dass man in das Feuer der Leidenschaft goss. Es war gefährlich schön und leicht entzündlich. Ihre Stimme bebte ein wenig, da sie so nah zwischen ihrer Magie, und den Auswirkungen ihrer beider Körper schwebte.
„Was … deinen … Traum … angeht …“
Sie küsste ihn noch einmal, beruhigte sich damit, bevor sich weiter sprach und den Druck auf seine Lenden ein wenig lockerte, damit er besser denken konnte... und sie vielleicht auch.
„Er … verbindet uns. … schhhh....liege bitte still!... ganz still!... Unsere Magie bildet langsam Verbindungen ...so ist es gut... wie die Zweige eines Baumes. Unsere Mächte sind miteinander verwoben, wie unserer Körper..., genauso wie die Energieströme der Erde. Du bist dabei zu lernen deine Magie durch mich fokussiert anzunehmen. Der Zauber der Erde, der Steine, er ist eine sehr urtümliche Magie, mächtig, gewaltig – sie kann einen überrollen, zerstören, sogar töten, wenn man sie nicht kontrollieren lernt.“
Ihre Finger wanderten langsam seinen Rücken hinauf, unter seinen Armen hindurch, hin zu seiner Brust, wo sie ihre Finger die Täler seiner Muskeln entlang gleiten ließ.
„Es gibt in unserer Magie unendlich viele Wege die du gehen kannst. Ich habe dir nur gezeigt wo du beginnen kannst. Ich kann dich eine Weile begleiten, dir Zweige deines Weges zeigen, die ich ebenfalls kenne, aber es können dir auch andere erscheinen. Jeder der die Magie dieser Urgewalt in Kontakt kommt, prägt sich auf seine eigene Weise darauf und trotzdem ...sind wir durch sie alle miteinander verbunden...“
Seine Herrin schmunzelte:
„Hast du vielleicht bei noch jemanden hier ein Echo der Steine gehört? Obwohl... nein, so viel Kontakt hattest du noch nicht...“
Amandin grübelte und ihre Stirn zeigte eine zarte Falte.
„Vielleicht wird es dir später auffallen, wenn du gelernt hast besser zuzuhören. Es gibt noch jemanden in diesem Haus, der unsere Magie teilt... wenn auch in einem viel geringerem Maße als du. Dein Talent, dein Potenzial hatte mich förmlich angezogen. Ich bin sehr stolz auf dich!“
Sie küsste ihn kurz und sanft. Amandin so unter sich gefangen und fest in ihr verankert zu sein hatte wirklich seine Vor- und Nachteile. Vorteil war, dass sie ganz und gar auf ihn konzentriert war, dass sie gut gelaunt war und fast im Plauderton ihre Geheimnisse mit ihm teilte. Nachteil war, dass ihre anhaltende körperliche Vereinigung einen nicht unerheblichen Teil ihrer beider Konzentration forderte und das auf unbeschreiblich verlockende Weise. Keine noch so kleine Regung blieb verborgen. So, hier und jetzt wie sie waren, konnte sie ihn unmöglich belügen und das wollte sie auch nicht. Sie hatte sich ihm in mehr als nur einer Ebene anvertraut und er hielt ihre wachsenden, zerbrechlichen Gefühle in seinen großen und starken Händen.
„Ich habe dich im Traum mit den Steinen sprechen gehört, du hast das Gleichgewicht der Erde in dich gezogen und ich habe die Kraft des Staubes in deiner Hand gesehen. Dies sind drei Wurzeln eines weit verzweigten Baumes. Welchen Strang du wählen wirst ist dir überlassen. Welches Bild im Traum hat dir am meisten entsprochen? Was meinst du? Womit könntest du am ehesten umgehen, damit du ein erstes Gefühl für das Wirken deiner Magie erlernen könntest?“
Ihre Neugierde schien durch sie hindurch und es bereitete ihr Freude ihn auf diesem Weg zu begleiten. Sehr große, pulsierende, heiße Freude!
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Montag 24. April 2017, 17:20

Ihre gespielte Gegenwehr weckte bei ihm seine eher dominante Seite. Er genoss seine körperliche Überlegenheit sichtlich und ergötzte sich für einen Moment an seiner eigenen Stärke, was letztlich wieder seinem Ego zugutekommen würde. Ja, für sein Alter und die allgemeinen Lebensumstände, die im Moment für Menschen herrschte, hatte er sich bisher doch ganz wacker geschlagen!

Da sie sich widersetzte, spannte sie auch automatisch ihre Muskulatur an, die ihn selbst an pikanter Stelle förmlich in einen Würgegriff nahm. Er seufzte auf, gehörte er doch zu jenen Männern, die kurz nach dem Akt besonders empfindlich waren. Wieder funkelte männlicher Stolz in seinen Augen, als er bemerkte, dass er denselben Effekt auf ihren Körper hatte, wenn er sich zu sehr bewegte.

Für einen Moment wurde er gänzlich von ihrer verblassten Narbe für sich eingenommen, die er soeben entdeckt hatte. Sanft zeichnete er deren Weg über ihr Gesicht nach und küsste sie schliesslich. Diese schien sie sich zumindest nicht selbst hinzugefügt zu haben, oder etwa doch? Er seufzte und küsste ihre Stirn. So wenig wusste er doch über seine Angebetete! Doch sein eigenes Leben würde zu kurz sein, um an ihrem wirklich gänzlich teilhaben zu können. Dieser Gedanke hinterliess einen ziemlich bitteren Beigeschmack und abermals fühlte er tiefe Eifersucht auf alle Elfen, denen ein solch langes Leben vergönnt war. Gedankenverloren streichelte er wieder ihre Narbe und kommentierte sie nur mit einem nachdenklichen „mhmm?“. Tatsächlich konnte er auch im Kontakt mit ihr seine Berufung nicht wirklich ablegen. Er inspizierte ihren Körper, wie er es auch mit Steinen tat. Erforschte jede Ader, jede Sollbruchstelle und jede Eigenheit. Manch eine Frau würde es wohl als unromantisch empfinden, dass Thomas sie wie einen seiner Steine behandelte, aber Amandin würde es vermutlich verstehen. Wer sonst, wenn nicht sie?
Er lächelte, als ihre Hand ihren Weg zu seinem Rücken fand. Er mochte es ganz besonders, wenn sie ihn dort berührte. Im Vergleich zu seiner Rückenmuskulatur war ihre Hand so unendlich zart und fein, aber er wusste, welche Macht und Kraft in ihrem zierlichen Körper schlummerte. Es war vermutlich diese Mischung aus Energie und Eleganz, die einen grossen Teil ihrer Attraktivität ausmachte.

Thomas war nicht sonderlich strukturiert wenn es darum ging, seine Gedanken mit Amandin zu teilen. So baute er erst eine sehr vertrauliche und gewichtige Stimmung auf, als er von seinem Traum zu erzählen begann, nur um diese dann völlig unvermittelt durch seinen Kommentar bezüglich Amethysts Bettdecke in Luft aufzulösen. Er überrumpelte Amandin offensichtlich damit und entlockte ihr damit ein gelöstes und ehrliches Lachen. Dieses Lachen legte sich wie Balsam um sein Herz. Selten genug konnte sich Amandin sich den Luxus leisten, derart sorgenfrei und entspannt zu sein. Es erfüllte ihn mit tiefster Freude, dass er in der Lage war, ihr genügend Schutz und Vertrauen entgegen zu bringen, dass sie sich in seiner Gegenwart etwas fallen lassen konnte. Allerdings konnte er in jenem Moment, wo ihr Körper durch ihr Lachen in wellenartige Vibrationen versetzt wurde keinen klaren Gedanken mehr fassen, da sich ihre Bewegungen sofort auf seinen Leib übertrugen und ihn für einen Augenblick beinahe schmerzhaft stimulierten. Die Reaktion seines Körpers folgte prompt, indem sich seine Bauchmuskulatur zusammenzog und er sich leicht krümmte, was wiederrum Amandin wieder in helle Aufregung versetzte.

Thomas konnte nicht ganz verbergen, dass er die Vorstellung, dass Amethyst dieses Laken nun für Wochen in diesem Zustand bewahren wollen könnte, mehr als nur verstörend fand. Hier war Thomas wieder ganz der Pelgarer, dem solche Dinge sofort die Schamesröte ins Gesicht trieben. Zum Glück lenkte Amandins Schoss ihn heftig genug ab, als dass Thomas die Zeit gehabt hätte, sich konkretere Bilder von Amethyst und seiner erotisch aufgeladenen Bettdecke zu machen...
Leider half es auch nicht wirklich, als Amandin versuchte ihr Lachen zu verkneifen. Thomas Stirnvene staute sich verdächtig, als die Lust neu aufzulodern drohte. Es gelang ihr seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, indem sie ihn fest am Hintern anpackte. Diese Berührung war er sich nicht gewohnt, Beth hatte nie derart...nun beherzt zugegriffen.
„Was … deinen … Traum … angeht …“ „Jahhr...?“ Meinte Thomas etwas unwillig und leichte Bewegungen seines Beckens verrieten, dass sein Körper ganz andere Bedürfnisse hatte, als nun über Magie zu reden. Wenn es um die Sexualität ging, so war Thomas noch immer auf der Stufe eines unerfahrenen Hengstes, der auf jede sich bietende Gelegenheit mit höchster Aufregung reagierte. Es lag darum an Amandin, ihn ruhig zu halten und dafür zu sorgen, dass er Konversationsfähig blieb.
„Er … verbindet uns. … schhhh....liege bitte still!... Für einen Moment schien Thomas mit dem Gedanken zu spielen, ihre Bitte zu ignorieren, so dass Amandin nochmals nachfassen musste. Ganz still! Schliesslich liess er mit einem leisen Grummeln nach und entspannte sich etwas, um seinen Körper zu beruhigen.
“Du bist dabei zu lernen deine Magie durch mich fokussiert anzunehmen. Der Zauber der Erde, der Steine, er ist eine sehr urtümliche Magie, mächtig, gewaltig – sie kann einen überrollen, zerstören, sogar töten, wenn man sie nicht kontrollieren lernt.“ Er runzelte die Stirn. Amandin fungierte also für ihn wie ein Katalisator? Sie vereinfachte ihm den Zugang zu seiner Magie? Aber... „Aber...die Magie...war sie schon immer in mir vorhanden? Wusstest du davon? Oder bin ich durch reinen Zufall zu dir gekommen?“ Thomas schien an sowas wie Vorhersehung und Schicksal glauben zu wollen.

„Hast du vielleicht bei noch jemanden hier ein Echo der Steine gehört? Obwohl... nein, so viel Kontakt hattest du noch nicht...“[/i] Die Überraschung in seinem Gesichtsausdruck verriet ihn sofort. Es gab hier noch jemand mit einer ähnlichen Begabung? Thomas runzelte die Stirn und dachte für einen Moment nach. Viele Kandidaten gab es seiner Meinung nach nicht. Nelsani vielleicht? Weil auch sie eine spezielle Behandlung erfuhr? Oder aber ihre Schwester? Sie entlockte ihm ein herzliches Lächeln, als sie ihren Stolz kundgab. Thomas fühlte sich sichtlich geschmeichelt und nahm ihr Lob auf wie eine Pflanze das Sonnenlicht. Durch ihre Zuwendungen und ihren Zuspruch würde er wachsen und gedeihen.

„Ich habe dich im Traum mit den Steinen sprechen gehört, du hast das Gleichgewicht der Erde in dich gezogen und ich habe die Kraft des Staubes in deiner Hand gesehen.“ Thomas nickte. Was gab es Intimeres zum Teilen, als die eigenen Träume? Möglicherweise... nein höchstwahrscheinlich wusste Amandin aufgrund ihrer Erfahrung mehr über ihn und seine Persönlichkeit, als er selbst.

“Dies sind drei Wurzeln eines weit verzweigten Baumes. Welchen Strang du wählen wirst ist dir überlassen. Welches Bild im Traum hat dir am meisten entsprochen? Was meinst du? Womit könntest du am ehesten umgehen, damit du ein erstes Gefühl für das Wirken deiner Magie erlernen könntest?“
Thomas dachte nach. Er neigte seinen Kopf etwas zur Seite und begann wieder ihre Narbe zu streicheln. „Jeder Stein birgt eine Geschichte in sich. Ich habe über meine Sinne Zugang zu einem grossen Teil ihrer Biographie. Ich kann aufgrund ihres Aussehens erraten, woher sie kommen und wie sie entstanden sind, ich kann ihre Stärken und Schwächen erraten und ihre Individuellen Eigenheiten ertasten...und doch... ihre Erinnerung, ihr Erleben blieb für mich bisher immer verborgen. Wie oft bin ich schon vor einer Skulptur oder einem Gebäude gestanden und habe mich gefragt, was die Steine wohl über die Ereignisse in ihrer Unmittelbaren Nähe zu berichten haben. Er verstummte kurz und dachte an die Trümmer des Vesthatempels, die sie weggeräumt hatten. Dort war die pure Gewalt, welche jene Steine erlebt hatten offen sichtbar gewesen. „Ich glaube... ein stiller Zuhörer zu sein, entspricht am ehesten meinem Wesen.“ Da war durchaus etwas drann, schliesslich fragte sich Thomas jetzt schon durch das gesamte Haus hindurch und war prinzipiell eine ziemlich neugierige Natur... und ganz diesem Charakterzug entsprechend schloss er auch noch eine Frage an. „Welchen Weg hast du zuerst gewählt? Damals... als du die Magie in dir zu spüren begonnen hast?“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Freitag 28. April 2017, 10:23

Thomas hatte ein wenig Schwierigkeiten damit still zu liegen, aber hier half ihm Amandin mit ihrem beherzten Zugriff. Schließlich ließ er mit einem leisen Grummeln nach und entspannte sich etwas, um seinen Körper zu beruhigen. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Sie mochte es einfach, wenn er gehorchte, ihr aber dabei deutlich seine Gefühle zeigte. Dass er seine Anstrengung, seinen Widerstreit mit sich, sie sehen ließ, bereitete ihr ein Glücksgefühl, dass er sich kaum vorstellen konnte. Seine Ehrlichkeit haute sie regelmäßig wieder um und sie sah ihn mit Erstaunen an, als er tatsächlich sich nach Kräften bemühte, still zu liegen, tief verwurzelt in ihrem Leib und ihr damit auch erlaubte freier zu sprechen.
“Du bist dabei zu lernen deine Magie durch mich fokussiert anzunehmen. Der Zauber der Erde, der Steine, er ist eine sehr urtümliche Magie, mächtig, gewaltig – sie kann einen überrollen, zerstören, sogar töten, wenn man sie nicht kontrollieren lernt.“
Er runzelte nachdenklich die Stirn und sah dabei so süß aus. Sie konnte seine Gedanken fast erraten.
„Aber...die Magie...war sie schon immer in mir vorhanden? Wusstest du davon? Oder bin ich durch reinen Zufall zu dir gekommen?“
Thomas schien an so was wie Vorhersehung und Schicksal glauben zu wollen und Amandin konnte und wollte ihm diesen Gedanken auch nicht nehmen. Sie lächelte nur sanft und schaute ihm tief in seine wundervollen Augen. Da war etwas sehr ursprüngliches, etwas urgewaltiges, dass sie verband und vielleicht hatte sie es wirklich vom ersten Moment an in ihm gesehen. Vielleicht hatte sie danach gesucht, wie sie es gesagt hatte. Vielleicht hatten ihr auch die Steine verraten, dass er kommen würde. Hatte sie auf ihn gewartet, auf ihn oder auf jemanden wie ihn?
„Hast du vielleicht bei noch jemanden hier ein Echo der Steine gehört? Obwohl... nein, so viel Kontakt hattest du noch nicht...“
Die Überraschung in seinem Gesichtsausdruck verriet ihn sofort. Da war also noch jemand? Sofort zeigte sich wieder dieser neugierige Blick. Er war ein Mann der gerne Rätseln nachging und um diese Neugier zu schüren, verbot sich Amandin ihm sofort zu verraten, wer es war und leckte sich verzückt die Lippen. Sie wechselte das Thema und entlockte ihm ein herzliches Lächeln, als sie ihren Stolz kundgab. Thomas fühlte sich sichtlich geschmeichelt und nahm ihr Lob auf wie eine Pflanze das Sonnenlicht.
Ich werde ich noch viel gießen müssen...
Durch ihre Zuwendungen und ihren Zuspruch würde er wachsen und gedeihen.
„Ich habe dich im Traum mit den Steinen sprechen gehört, du hast das Gleichgewicht der Erde in dich gezogen und ich habe die Kraft des Staubes in deiner Hand gesehen... Dies sind drei Wurzeln eines weit verzweigten Baumes. Welchen Strang du wählen wirst ist dir überlassen. Welches Bild im Traum hat dir am meisten entsprochen? Was meinst du? Womit könntest du am ehesten umgehen, damit du ein erstes Gefühl für das Wirken deiner Magie erlernen könntest?“
Thomas dachte nach. Er neigte seinen Kopf etwas zur Seite und begann wieder ihre Narbe zu streicheln. Sie lehnte sich in diese sanfte Berührung. Seine Stimme streichele ihre Wangenknochen.
„Jeder Stein birgt eine Geschichte in sich. Ich habe über meine Sinne Zugang zu einem großen Teil ihrer Biographie. Ich kann aufgrund ihres Aussehens erraten, woher sie kommen und wie sie entstanden sind, ich kann ihre Stärken und Schwächen erraten und ihre Individuellen Eigenheiten ertasten...und doch... ihre Erinnerung, ihr Erleben blieb für mich bisher immer verborgen. Wie oft bin ich schon vor einer Skulptur oder einem Gebäude gestanden und habe mich gefragt, was die Steine wohl über die Ereignisse in ihrer unmittelbaren Nähe zu berichten haben.“
Er verstummte kurz und dachte an die Trümmer des Vesthatempels, die sie weggeräumt hatten. Dort war die pure Gewalt, welche jene Steine erlebt hatten offen sichtbar gewesen.
„Ich glaube... ein stiller Zuhörer zu sein, entspricht am ehesten meinem Wesen.“
Da war durchaus etwas dran, schließlich fragte sich Thomas jetzt schon durch das gesamte Haus hindurch und war prinzipiell eine ziemlich neugierige Natur. Amandin nickte und beschloss demnächst dann genau dort anzusetzen. Ganz diesem Charakterzug entsprechend schloss ihr Meistersteinmetz auch noch eine Frage an:
„Welchen Weg hast du zuerst gewählt? Damals... als du die Magie in dir zu spüren begonnen hast?“
Eben hatte sie noch gelächelt und plötzlich entglitt es ihr. Ihre Mundwinkel zuckten und erschlafften. Sie entrückte und verließ ihn und es zerrte an seinem Herzen diesen Blick in ihren Augen zu sehen, das ihr Leuchten verschlang und zu festem Stein erstarren ließ. Es zerrte auch an seiner Magie und er fühlte, dass sie ihn mit hinab reißen könnte in diese Dunkelheit. Er sah es! Sie erinnerte sich...
„Ich ...weiß es nicht mehr...!“
Sie wollte ihn schützen, verhindern, dass er zu früh in den Strudel ihres Leidensweges mit hinein gerissen wurde, aber er wusste, dass sie log. Vielleicht hatte sie die Worte nur unbewusst gewählt, aus einem Reflex heraus gelogen, sich geschützt. Ihre Lieder schlossen sich halb über ihre Seelenspiegel und ihr Blick huschte beiseite, als wenn sie sie schämte ihn so offensichtlich zu beschwindeln, gerade wenn er so ehrlich mit ihr war. Ein Moment entstand, in dem er nicht genau wusste, ob sie es gerade mochte so unter ihm gefangen zu sein, oder sie jetzt lieber etwas Abstand hätte. Aber noch bevor er reagieren konnte, krallten sich wieder ihre Finger in sein Muskelfleisch am Hintern und sie sah wieder zu ihm auf.
„..nicht... ich... Ich brauche dich.“
Es war ein winziges Geständnis, süß und schwer, bedeutungsvoll. Amandin wusste, dass sie sich ihm erklären musste, weil sie ihn sonst vielleicht verlieren könnte und sie fügte flüsternd hinzu:
„Ich kann nicht darüber reden... noch nicht... aber... Aber ich kann DIR helfen!“
Mit dieser einfachen Betonung auf ihn, hatte sie ihm aber auch noch etwas anderes verraten. Etwas viel schlimmeres und dass ihre Furcht erklärte, dass ihre kleine Lüge zuvor unwichtig erscheinen ließ.
IHR hatte niemand geholfen!
SIE hatte niemals wählen können und alles was daraus entstanden, was geschehen war, war lastete schwer auf ihrer Seele, schwer wie Stein. Sie zitterte leicht und instinktiv hielt sie Thomas fester. Sie brauchte jetzt seine Stärke, seinen Schutz, seine Wärme.
„Bitte...“
Sie zog ihn fest in sich hinein und Amant hörte ihren machtvollen Ruf. Ihre Arme schlangen sich um seinen Körper, als versuchte sie verzweifelt ihn ganz in sich aufzunehmen. Nur die Grenzen ihrer Körper verhinderten noch, dass dies wirklich geschah. Es war so klar. Sie wollte sich nicht erinnern und sie flüsterte atemlos:
„ ...Frage mich nicht danach... lass die … Vergangenheit... wo sie ist... „
… Damals könntest du mich nicht lieben.
„...Nimm mich... im Jetzt! So wie ich jetzt bin...so wie ich... jetzt für dich sein kann!“
Dieses nur halb verborgene Flehen seiner Herrin ließ besonders bei Amant den ursprünglichsten aller Beschützerinstinkte heiß auflodern. Seine Herrin brauchte ihn gerade mehr den je. Sie teilte ihre sanfte verletzliche Seite, ihre Magie mit ihm und dafür forderte sie nichts weiter als seine Liebe. Er wusste, dass er sie vielleicht nie ganz kennen würde, nie vollständig verstehen, aber diesen Teil von ihr, den sie vor der ganzen Welt verbarg, den konnte er beschützen! Hier und jetzt bot sich für Thomas und für Amant die Gelegenheit zusammen ihre Fähigkeiten zu vereinen, ihre Gefühle zu harmonisieren um ihrer Herrin und der Frau die sie liebten zu zeigen, dass sie ihr Vertrauen verdiente, dass er der Mann war, der an ihrer Seite bestehen konnte.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Donnerstag 4. Mai 2017, 17:09

Für Thomas war der magische Traum eine gar überwältigende Erfahrung gewesen, die ihn einerseits beflügelte, gleichzeitig aber auch viele Fragen aufwarf. Fragen, die er mit seiner Herrin teilte, denn sie war in diesem Punkt seine Mentorin, seine Schicksalsgenossin. Thomas hegte keine bösen Absichten, als er Amandin nach ihrem magischen Werdegang fragte. Tatsächlich war ihm diese Frage völlig beiläufig von den Lippen gegangen. Er hatte er selbst gar nicht darüber nachgedacht, dass dieses Thema für Amandin schwierig und belastend sein könnte. Er hatte einen Fehler begangen, den so viele Menschen begingen – er hatte kurzerhand von sich selbst auf andere geschlossen. Er hatte irgendwie einfach angenommen, dass auch Amandin eine Wahl und vermutlich auch einen Mentor gehabt hatte, als sie ihre Fähigkeiten entdeckt hatte. Nun...damit lag er deutlich daneben, wie ihm sofort schmerzlich bewusst wurde. Er hatte zwar nicht mit dieser Reaktion gerechnet, passte sich aber den neuen Umständen überraschend schnell an. Seine Freude und Neugierde verschwand und wich einer sorgenvollen Mimik, als sich Amandins Blick verdunkelte. Ihr Körper fühlte sich plötzlich kälter an und er spürte wie sich ihre Muskulatur verkrampfte. Für einen Moment schien ihr Körper ihn abstossen zu wollen, als sei Amandin plötzlich Gift für ihn geworden. Ihre Anspannung übertrug sich auf seinen Körper.

„Ich ...weiß es nicht mehr...!“ Thomas wusste, dass dies eine Lüge war, doch er dachte keine Sekunde daran nachzuhaken, nicht in diesem Augenblick, wo sie ihre Grenze derart heftig zum Ausdruck brachte. Es gab Bereiche von Amandins Biographie, die sie ihm bewusst verwehrte. Dies war ihr gutes Recht und dennoch schmerzte Thomas allein das Wissen um die Existenz dieser abgrundtiefen Dunkelheit. Was immer Amandin in ihrem Leben durchgemacht hatte, sie hatte die Kraft aufgebracht ihre Liebe und Gnade zu bewahren. Dies verdiente Hochachtung, zumal Amandin zweifelsohne stets denkbar schwierigen Umständen ausgesetzt gewesen war. In der dunkelelfischen Aristokratie wurden jegliche Formen von Gnade, Liebe, Vertrauen und Barmherzigkeit als Schwäche ausgelegt und ausgemerzt. Dennoch war es seiner Herrin gelungen zu überdauern. Thomas konnte nur mutmassen, dass sie dieser Weg einiges gekostet haben musste.... und genau hier hatte er mit seiner Frage offenbar direkt einen Nagel in den Nerv geschlagen.

Für einen kurzen Moment hungerte sie ihn aus, als sie ihre Augen schloss und die magische wie auch seelische Verbindung zu ihm kappte. In diesem Moment fühlte sich der Steinmetz schmerzhaft alleine, nackt, unvollständig. Er brauchte sie inzwischen genauso sehr wie sie ihn. Ihre plötzliche Kälte brachte ihn zum Erschaudern! Was hatte er nur getan!

„..nicht... ich... Ich brauche dich.“ Er strich sanft über ihre Wangenknochen, küsste ihre Stirn. „Ich bin da... ich bin immer für dich da.“ Beteuerte er aufrichtig und sah sie besorgt an, aber Amandin erkannte auch die Verwirrung und Angst in seinem Blick. Thomas wusste, dass er sie überrumpelt und an einem wunden Punkt getroffen hatte und Amandin war sich sehr wohl bewusst, dass sich der Steinmetz nun sicherlich unendlich viele Vorwürfe machen würde und möglicherweise daraus eher wieder in seine ängstliche Haltung zurückfallen könnte, die sie ihm doch gerade in den letzten Tagen mühevoll abtrainiert hatte. Thomas war immer darum bedacht keine Fehler zu begehen und nun hatte er offensichtlich etwas falsch gemacht und verstand gerade die Welt nicht mehr. Es ängstigte ihn, dass ihre Verbindung zwar einerseits so unendlich intensiv war, aber gleichzeitig auch furchtbar fragil. Ihm wurde auch bewusst, dass sich Amandin sehr verletzlich gemacht hatte, indem sie ihn in ihr Herz gelassen hatte. Er war ein Risiko für sie, das stand ausser Frage.

„Ich kann nicht darüber reden... noch nicht... aber... Aber ich kann DIR helfen!“ Er hörte zu, doch seine Augen suchten immer noch nach einer Antwort in den ihrigen. Sie huschten stets hin und her und versuchten erfolglos das Schwarz ihrer Iriden zu fokussieren.

Eine tiefe Schwermut legte sich über seinen Blick, als sie diese wenigen Worte sprach. Er bedauerte zu tiefst, dass er nicht schon früher in ihr Leben getreten war. Dabei vergass er den Umstand, dass jene Ereignisse, die Amandin so schwer auf der Seele lasteten möglicherweise in einer Zeit geschehen waren, wo Thomas noch nicht einmal geboren gewesen war. Dennoch...sie hätte ihn dort gebraucht! Seine Liebe, seine Seele, seine Energie! Thomas überlegte nicht einmal, dass Amandin ihn möglicherweise in früheren Zeiten ohne mit der Wimper zu zucken ausgenommen und zerstört hätte. Eine solche Amandin existierte nicht in seinem Geist... obwohl dies war nicht ganz richtig. Sie existierte, doch er hatte diese Angst verschlossen und in den tiefsten Winkel seines Seins weggesperrt.

Sie klammerte sich an ihm fest, zog ihn noch näher zu sich, als wollte sie ihn gänzlich in sich aufnehmen. Thomas keuchte kurz, da sich ihre Anspannung auch auf ihre Verbindung auswirkte und ihn auf eine Weise stimulierte, die er in diesem Augenblick als völlig deplatziert wahrnahm. Nun zumindest Thomas, Amant hingegen reagierte völlig anders. Er spürte instinktiv, was Thomas sich noch aus pelgarischen Moralvorstellungen heraus verbat. Es war Amant, der dafür sorgte, dass sich sein Becken abermals bewegte und so gegen die Spannung ihrer Angst ankämpfte. Er markierte Präsenz und liess sie diese deutlich spüren.
„...Nimm mich... im Jetzt! So wie ich jetzt bin...so wie ich... jetzt für dich sein kann!“ Amant nahm sie beim Wort und bewies ihr damit seine Loyalität und Treue. In seinen Bewegungen lag eine gewisse Aggressivität, weil er sich immer noch über sich selbst ärgerte, dass er sie überhaupt derart in die Enge getrieben hatte. Doch sein Verlangen nach ihr und sein Bedürfnis sie zu beschützen war aufrichtig. Er küsste ihr erst auf die Stirn, dann auf die Lippen und versiegelte so ihr Flehen. Er war da. Er legte sich gänzlich über sie, umschlang ihren Körper mit seinen Armen und liebte sie energisch.

Amandin hatte nach ihrem Beschützer gerufen und Amant reagierte instinktiv darauf. Doch nach wie vor war er unerfahren, ungestüm und hatte Mühe seine Kräfte und Energie zu dosieren. „Vergib mir Herrin.“ Keuchte er, noch immer geplagt von dem Gedanken, dass er sie überhaupt mit seinen Worten verletzt hatte. Schliesslich setzte sich aber allmählich die Erkenntnis in seinem Geist durch, dass nicht er für ihre Verletzung verantwortlich war, sondern irgendwelche andere Personen aus ihrer Verangenheit. Personen wie ihr Onkel! Irgendjemand hatte ihr ihre eigene magische Begabung vergiftet, sie manipuliert, sie entartet! Ein unsägliches Verbrechen! Amandin konnte die Wut und Aggression spüren, die in Amant geweckt wurde und mit jedem Gedanken peitschte er diese weiter auf, was sich unweigerlich auf die Bewegungen seines Körpers übertrug.

"Ich bin bei dir. Ich werde immer bei dir sein und ich werde jeden vernichten, der es wagt dich zu verletzen!" Knurrte der schnaubende Beschützer ernst und liess sie seine entschlossenheit mit aller Kraft spüren.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Freitag 5. Mai 2017, 09:40

„...Nimm mich... im Jetzt! So wie ich jetzt bin...so wie ich... jetzt für dich sein kann!“
Amant nahm sie beim Wort und bewies ihr damit seine Loyalität und Treue. In seinen Bewegungen lag eine gewisse Aggressivität, weil er sich immer noch über sich selbst ärgerte, dass er sie überhaupt derart in die Enge getrieben hatte. Doch sein Verlangen nach ihr und sein Bedürfnis sie zu beschützen war aufrichtig. Er küsste ihr erst auf die Stirn, dann auf die Lippen und versiegelte so ihr Flehen. Er war da und sie nahm alles dankbar an, was er ihr auch gab. Er legte sich gänzlich über sie, umschlang ihren Körper mit seinen Armen und liebte sie energisch. Unerfahren und ungestüm und hatte Mühe seine Kräfte und Energie zu dosieren. Seine Arme hatten sich instinktiv unter ihren Oberkörper geschoben und seine großen Hände hatten von hinten ihre schmalen Schultern ergriffen und drückten sie nun bei jedem Stoß fest nach unten. Amandins Atem ging gepresst.
„Vergib mir Herrin.“
, keuchte er, noch immer geplagt von dem Gedanken, dass er sie überhaupt mit seinen Worten verletzt hatte. Schließlich setzte sich aber allmählich die Erkenntnis in seinem Geist durch, dass nicht er für ihre Verletzung verantwortlich war, sondern irgendwelche andere Personen aus ihrer Vergangenheit. Personen wie ihr Onkel! Irgendjemand hatte ihr ihre eigene magische Begabung vergiftet, sie manipuliert, sie entartet! Ein unsägliches Verbrechen! Amandin konnte die Wut und Aggression spüren, die in Amant geweckt wurde und mit jedem Gedanken peitschte er diese weiter auf, was sich unweigerlich auf die Bewegungen seines Körpers übertrug. Er vergrub sich tief in ihr und sie nahm alles an.
"Ich bin bei dir. Ich werde immer bei dir sein und ich werde jeden vernichten, der es wagt dich zu verletzen!"
, knurrte der schnaubende Beschützer ernst und ließ sie seine Entschlossenheit mit aller Kraft spüren. Sein Keuchen mischte sich mit ihrem und bald war da nur noch ihrer beider schwerer Atem, das tiefe Seufzen ihrer Kehlen, das rhythmische Rascheln der Seide, das Knirschen des Bettgestells und nur noch die Verbindung von Lust, Wut und Liebe die da aufeinander prallten, wie ihre Körper. Das leise Klatschen, wenn sein Becken machtvoll gegen ihre Hüften stieß erfüllte seine Sinne genauso wie der übermächtige Wille sie zu beschützen. Sein Instinkt, sie zu markieren, sie für sich zu beanspruchen mischte sich mit ihrem Keuchen. Seine Sorge, seine Liebe ertrank in ihrem leisen Stöhnen. Es war eine Symphonie der Lust und doch auch so viel mehr. Es war übermächtig und eigentlich hätte er Angst um ihren zarten Körper spüren müssen, aber noch bevor er es auch nur unbewusst sorgen konnte, fühlte er es. Sie war so viel stärker. So viel härter. Seine trägen Augen erfassten für einen Atemzug lang ihren nach hinten gebogenen Hals, in den er gerne beißen würde, zärtlich seine Zähne versenken wollte, von seinem Instinkt getragen und er sah feinste helle Linien, grob, gewunden und wie Adern über ihre Haut schimmern. Sie waren rein und schön, wie die Adern des Marmors und machten sie so vollkommen. Sie waren wie das Abbild dieses Hauses, in dem er lebte, in dem ihre Magie weiße Stellen an die Wände malte, wenn sie glücklich war. Das Weiß schimmerte wie das Innere einer Muschel in tausend sanften Farben, mischte sich zu einem sanften Cremefarbenen Ton und floss dann in das tiefe dunkle Indigobraun ihrer Haut. Und ob wohl es eingeschlossen war von so viel Dunkelheit, war es doch da und unzerstörbar. Amandins Haut war fest, beweglich, weich und heiß - und doch hart wie Stein. Es war ihre Magie, die sie instinktiv schützte. Er konnte sich nach Herzenslust austoben ohne Angst. Er würde sie nicht verletzen können, nicht ihren Körper. Ihre Seele war da anders. Ihr Herz lag offen und er rieb sich daran. Man könnte meinen es sei auch aus Stein, aber es war heiß, leidenschaftlich und glühend wie Magma. Vielleicht war das Liebe. Vielleicht war das ihre Art zu lieben.
Amandin hielt ihn fest, genauso fest wie er sich in sie trieb. Die Kraft seines Körpers wurde mit jedem Stoß stärker und sie schenkte ihm noch mehr. Er fühlte sich wie auf einer Welle getragen, als sie ihre Magie in ihn fließen ließ, damit er noch härter vor gehen konnte. Sie schenkte ihm einen Tropfen ihrer Kraft, ein Sandkorn ihrer eigenen Magie und er fühlte sich unbesiegbar. Die Barrieren fielen und ihre Vereinigung wurde noch ein wenig wilder, fast wie ein Ringen, ein Kampf darum wer tiefer in den anderen vordringen konnte. Das hier war nicht mehr zärtlich, das war eine Urgewalt. Sie bäumte sich unter ihm auf und stieß sein Becken in die Höhe, rollte ihn zur Seite und sich selbst auf ihn hinauf. Sie drückte sich in die Senkrechte und seine Hände fanden ihre Hüften, pressten sie auf sich nieder. Sie ritt ihn und der Anblick ihres wogenden Körpers wäre fast zu viel gewesen. Das Zucken ihrer Muskeln, der feste angespannte Bauch, die bebenden Hügel ihrer Weiblichkeit, das alles gehörte jetzt ihm! Sie hatte den Kopf weit zurück gelegt und pfählte sich auf ihm. Der Anblick war einfach zu köstlich für seine Sinne. Er fühlte wie seine Konzentration schwand und sich Gefühle wie ein Funkenregen in seiner unteren Wirbelsäule sammelten. Sie schien es zu bemerken und verlangsamte das Tempo wieder, ließ ihr Becken ein paar mal weicher kreisen, bevor sie ihn mit einer Hand beschwor still zu liegen und sich vorsichtig auf ihm drehte, bis sie mit dem Rücken zu ihm saß. Der Anblick ihrer runden kleinen Backen, die Linie ihres Rückens, die Spitzen ihrer Schulterblätter die sich wie kleine Flügel hoben, als sie sich auf seinen Schenkeln abstützte, es war herrlich. Sie hob sich ein paar mal langsam und summte genüsslich. Dann lehnte sich sich nach hinten und legte sich nieder, als sei er ihr Bett. Sie streckte die Beine wieder aus und schloss sie. Eine herrliche Enge umfing ihn und sie schnurrte auf ihm. Sie griff nach oben und liebkoste sein Gesicht. Sie drehte den Kopf und ein sanfter Kuss belohnte seine Bemühungen. Dann fuhren ihre Finger seine Schultern entlang, die Arme hinunter und führten seine Hände zu ihren Bergspitzen. Sie zeigte ihm neue Dinge, ließ die Knospen ihrer Lust zwischen seinen Fingern erblühen. Als er sicher genug war, dass er ihr dort Lust bereitete führte sie seine linke Hand tiefer ihren Bauch hinab zu einer anderen Perle. Auch hier zeigte sie ihm, was er tun musste, damit sie gemeinsam Höhen fanden, die er niemals sich auch nur erträumen hätte können. Sie zeigte ihm was sie von ihm brauchte, was sie wollte und er lernte begierig. Allein das er ihre Verbindung unter seiner Hand fühlte, die Stelle, wo sein Körper in ihrem verschwand, brachte ihn fast um den Verstand. Sie wiegte sich auf ihm und er kontrollierte ihren Körper. Bald folgte die nächste Lektion und sie flüsterte atemlos:
„Dreh uns um, dass du wieder auf mir liegst.“
Er gehorchte und begrub sie unter sich. Sie genoss seine Last. Bäuchlings lag sie unter ihm und er mit gespreizten Beinen auf ihr. Er stützte sich instinktiv ein wenig hoch und sah auf sie hinab. All diese neuen Erfahrungen, die Bilder ihrer Vereinigung nährten sein Selbstvertrauen. Es war als ob sie zwei Steine wären, zwei Erze die in größter Hitze sich auflösten und verbanden. Sie gaben ihr Herzblut, ihr Metall ab und flossen ineinander um etwas neues zu erschaffen, eine Legierung die härter und stabiler war als jeder für sich allein. Das hier war Schmiedekunst auf höchstem Niveau, ein Akt der Schöpfung. Plötzlich hob sie ihr Becken und schob ihn sanft aber stetig nach hinten, bis sie auf alle viere gestützt vor ihm kniete.
„... schneller... halt dich nicht zurück!“
, befahl sie keuchend. Er gehorchte und es ihre Laute näherten sich einem lustvollen Schreien. Es dauerte nicht mehr lange und die Welt um sie herum zerbröckelte in tausend kleine Diamanten. Magie wogte zwischen ihnen hin und her, trug sie Welle um Welle an einen fernen Strand der Glückseligkeit. Die Zeit rann dahin wie feiner Sand zwischen ihren Fingern und Thomas tauchte nur langsam aus der Flut seiner Sinneseindrücke wieder auf. Seine Haut prickelte dort wo er sie berührte. Ein sich langsam drehender Sturm wütete in seinem Innern, hervorgerufen von Magie und Sinnlichkeit. Er erinnerte sich, dass er mit ihr zusammen gebrochen war, dass die Verbindung unterbrochen worden war und er wusste, dass er sie in seine Arme gezogen hatte, sich mit ihr zusammen gerollt hatte und nun hinter ihr lag. Er war bei vollem Bewusstsein geblieben und es war doch einen Moment lang so gewesen, als hätte er sich von außen betrachtet. Unwillkürlich fragte er sich vielleicht, ob es jetzt immer so sein würde? Doch Amandins zärtliche Berührung ließ ihn wieder zu sich kommen. Sie legte ihre Hand auf seinen Oberarm. Er war gerade so empfindlich! Die leichte Berührung schickte den ersten Schauer, dann fühlte er den Druck auf seine Muskeln und nur einen Wimpernschlag später floss ihre Hitze in ihn. Diese hielt am längsten und breitete sich in seinem Fleisch aus. Sie bewegte sich nicht mehr und ihre Hand schien in seinen Körper einzusinken, auch wenn er deutlich sah, dass es nicht so war. Eine ganze Weile lagen sie nur still nebeneinander und genossen die Gegenwart des andern und das wohlige Gefühl in sich selbst. Das hier war gut, um nicht zu sagen – perfekt!

„Amant?“
Ihre Stimme war etwas rau und noch belegt von dem Echo der vergangenen geteilten Stunden.
Er nickte still an ihrem Nacken als Zeichen seiner Aufmerksamkeit.
„Ich danke dir!...“
Er wusste, dass sie lächelte. Er hörte es an ihrer Stimme.
„Nicht nur für das, was wir eben geteilt hatten... auch für den Dienst an meinem Diener... an Amethyste. Das... das war sehr lieb von dir.“
Und dies waren sicher sehr selten gesprochene Worte von ihr. Sie drehte sich in seinen Armen, so dass sie ihm zugewandt war und drückte ihre Stirn an seine. Ihre Hände legten sich über sein Herz an seine Brust.
„Ich möchte dir etwas schenken... etwas das dich glücklich machen soll.“
Sie überlegte kurz und rückte ein winziges Stück on ihm ab, damit sie ihm besser in die Augen sehen konnte.
„Wie wäre es mit einer „Entscheidung“... einer freien Entscheidung für meinen Diamanten!“
Sie lächelte und er sah die vage Frage darin, dass sie sich hoffentlich etwas gutes ausgedacht hatte.
„Ich möchte dir eine Entscheidung überlassen.“
Sie schluckte kurz und fuhr dann fort. Anscheinend war sie es nicht gewöhnt Entscheidungen abzugeben. Es machte sie nervös.
„Wenn … wenn dein Kind wieder gesund ist...“
Sofort zog sich etwas in seinem Innern zusammen und in Amandins Gesichtsausdruck zeichnete sich sofort die Sorge ab, dass sie etwas falsch gemacht hatte.
„... wenn es ihr wieder gut geht, dann sollst du entscheiden, wo sie in Zukunft leben soll.“
Er verstand nicht gleich, also führte sie seine Wahlmöglichkeit weiter aus:
„Die Wahl die du treffen kannst, soll sein: - Soll sie unter der Herrschaft meiner Schwester bei ihrer Mutter leben, oder soll sie unter meiner Herrschaft bei ihrem Vater leben?“
Etwas verunsichert betrachtete sie ihn.
„Das ist es, was ich dir zum Geschenk machen möchte, weil du Amethyst das Leben gerettet hast und damit auch mir einen großen Dienst erwiesen hast.“
Dann ließ sie ihm Zeit und Raum um darüber nachzudenken. Wenn er Platz brauchte, dann ließ sie ihn.
-
Sollte seine Tochter unter der Herrschaft ihrer Schwester bei ihrer Mutter leben, oder soll sie unter Amandins Herrschaft bei ihm leben???
-
Beides hatte sicher seine Licht- und Schattenseiten und einige Unbekannte gab es sicher auch in dieser Entscheidung abzuwägen, aber was wollte Thomas für sein Kind? Es gab sicher einiges zu berücksichtigen. Allein dieses Haus und seine wollüstigen Bewohner waren vielleicht ein nicht gerade passendes Umfeld für ein junges Mädchen, aber andererseits waren hier auch alle wirklich liebe Wesen versammelt, die Thomas in letzter Zeit getroffen hatte. Amandin war eine mächtige Person im besetzten Andunie und könnte so für ihre Sicherheit sorgen. Auf der anderen Seite stand die Liebe einer Mutter, aber auch eine ungewisse Zukunft unter der Herrschaft einer Schwester, die ihm gegenüber von Hass erfüllt war. Und Thomas fand sicher noch jede Menge andere Argumente und Fakten die es mit abzuwägen galt. Außerdem schwirrte sein Kopf und Hunger hatte er auch.
Als hätte Amandin seine Gedanken erraten stand sie vom Bett auf und ging nackt wie sie war zu einem kleinen Tisch. Das leise Plätschern von Wasser ließ ihn trocken schlucken und dann kam sie auch schon zu ihm mit zwei Kelchen zurück. Sie setzte sich seitlich auf die Bettkante, reichte ihm das Wasser und sah ihn nachdenklich an.
„Du musst das nicht sofort entscheiden. Wenn du willst dann tu ich es für dich. ...ich dachte nur, es wäre vielleicht schön für dich.“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Freitag 12. Mai 2017, 20:40

Thomas geriet in einen seltsamen Zustand zwischen Wut, Lust und einer beinahe schon animalischen Trance. Er kapselte sich gänzlich von der Aussenwelt ab und registrierte nur noch jene Reize, die seine urtümlichsten Instinkte befeuerten und dafür sorgten, dass immer mehr Adrenalin durch seine Adern gepumpt wurde: Der Geruch ihrer Körper und deren Vereinigung. Das Geräusch aufeinanderprallender Haut. Aufeinanderprallender Grenzen. Das tiefe Grollen und Stöhnen, welches tief aus ihren Kehlen kam. Das rasende Pochen seines Herzens, die Anspannung seiner Muskulatur und dieses beinahe zerreissende und wahnsinnigmachende Verlangen nach Erlösung. Immer wieder bäumte sich der Steinmetz über ihr auf, legte kurz den Kopf in den Nacken nur um darauf wieder einen runden Rücken zu machen und sich wieder über sie zu beugen. Seine Finger gruben sich fest in ihre Schultern, hielten sie fest. Sie gehörte ihm!

Wieder zelebrierte Thomas aus pelgarischem Standpunkt aus betrachtet die reinste Sünde! Auch Menschen, die sich den pelgarischen Tugenden nicht so sehr verpflichtet fühlten, mochten Thomas dennoch kritisieren, da er nach wie vor mit dem natürlichen Feind kollaborierte! Mit der Besatzerin! Einer mächtigen Magierin! Ihr Akt, ihre Verbindung, ihre Liebe durfte in einer Welt wie dieser eigentlich gar nicht Existieren. Einer Welt, die nur weisse und schwarze Figuren kannte, deren einzige Bestimmung es war, den Feind zu schlagen und den gegnerischen König matt zu setzen. Aus diesem Grund wog seine Sünde genau so schwer wie die ihrige, denn auch sie brach die Normen und Gesetze ihres Volkes und Standes. Nicht weil sie sich der fleischlichen Lust hingab und sich an diesem lächerlich kurzlebigen Wesen austobten, sondern weil sie sich die Ungeheuerlichkeit erlaubte, ihn zu lieben.

Amandin liebte ihn und gab ihm noch mehr. Es war ein Partikel ihrer Macht, ein Hauch ihres magischen Potenzials. Es löste s einen wahren Sturm in Thomas aus. Seine blauen Augen funkelten angeregt. Er fühlte sich stark, mächtig, ungezähmt, begehrt, unaufhaltsam! Umso unerträglicher erschien ihm die Schmach, die Amandins Onkel über ihr Haus gebracht hatte! Er wollte ihn stellen, dessen Kehle zerfetzen, sein Blut schmecken und es über ihrer beider Körper verteilen, während sie sich weiter liebten! Thomas würde an diesen ungewohnt aggressiven und zutiefst verstörenden Gedanken bald noch genug zu knapsen haben, aber im Moment fühlte er sich nur bereit zum Kampf. Mächtig zu sein, bedeutete eine bestimmte Form der Gewalt zu besitzen. Die Macht auszuüben war dabei genauso effizient und bedeutsam, wie auf ihre Anwendung zu verzichten. Alleine das Potenzial, die Möglichkeit war die Essenz der Macht. Das Wissen darum, einen Menschen sofort vernichten und zerstampfen zu können.
Anhand seiner eigenen Reaktion erkannte er, wie mächtig Amandin sein musste und er erhielt eine leise Ahnung davon, wie schwierig es für sie wohl jeweils sein musste, sich zu beherrschen. Es brauchte nämlich nur ganz wenig – eine Laune – eine Provokation - und sie könnte ihr Umfeld durch ihre Stärke und Macht zerstören, pulverisieren, vernichten. Sie musste ihre Magie stets sehr wohl dosieren und sich ihrer Gefühle stets sehr bewusst sein. Kein Wunder also erlebte er sie so oft derart kontrolliert und bedacht. Sie trug eine grosse Verantwortung und sie tat alles dafür, ihre Macht nicht willkürlich zu missbrauchen. Indem sie ihm ein Quäntchen dieser Macht schenkte und ihn diese ganzen Emfpindungen spüren liess, schenkte sie ihm gleichzeitig auch einen weiteren Einblick in ihr Leben... Sie musste sich bewusst gewesen sein, dass dieser Einblick einen Preis haben würde, denn Thomas konnte allein schon mit dem Machtpartikel, dass sie ihrem menschlichen Diener zugestanden hatte, nicht umgehen. Die Gefühle überwältigten ihn.

Aus seinem Liebesakt wurde ein triebhaftes, ja gar an Gewalttätigkeit grenzendes Verlangen. Jegliche moralischen Barrieren fielen in sich zusammen und er liess Amandin ungehemmt seine geballte Körperkraft spüren. Er hätte sie zerstört, wenn sie nicht um ein Vielfaches stärker gewesen wäre. Dennoch liess sie ihren ungestümen Liebhaber nicht gänzlich von der Leine, sondern drehte ihn kurzerhand auf den Rücken. Thomas wusste gar nicht wie ihm geschah, Amant war darüber sogar ein bisschen verärgert, doch dann verging jegliche Regung der Wut, als sie ihr Becken fest gegen seinen Leib presste und sich auf ihm zu bewegen begann.

Der Steinmetz stöhnte auf und legte seinen Kopf zurück. Sie konnte ihn nämlich sehr wohl zerstören oder überfordern und auch bei ihr wankte kurz die Selbstbeherrschung. Schliesslich hatte er sie abermals offen herausgefordert, sie gelockt, angeregt... Thomas krallte sich wildschnaubend an ihren Oberschenkel fest, während gleichzeitig schwarze und rote Punkte im Raum herumzutanzen begannen. Schemenhaft, wie in Zeitlupe sah er wie sich ihr Körper über ihm bewegte. Wie sie mit ihren glühenden Augen auf ihn herniederblickte und ihn zu verschlingen drohte! Er wollte verschlungen werden! Diesbezüglich war er wie ein Insekt, das von seinen eigenen Instinkten dazu gezwungen wurde, völlig verzückt in das todbringende Licht einer Fackel zu fliegen. Seine Atmung überschlug sich und doch konnte Thomas dem ganzen kein Einhalt gebieten, zu sehr stand er unter ihrem Bann.

Doch sie bemerkte seine Reaktionen rechtzeitig und entzog ihm wieder ihr Feuer und ihre Energie. Er starrte ihr entgegen, hob seine Pranken doch sie bot ihm mit ihren kreisenden Bewegungen Einhalt. Thomas petzte die Augen zusammen, ächzte auf und legte seinen Kopf weit in den Nacken. Sein Körper lechzte nur noch nach Erlösung, doch sie hielt ihn hin, was er mit einem weiteren unwilligen Knurren quittierte.

Langsam drehte sie sich auf ihm um. Thomas krümmte sich etwas zusammen, als sie sich so eng machte. Automatisch umfingen seine Arme ihren Körper und sie brauchte nicht viel nachzuhelfen, bis seine Finger auch schon die gewünschten Stellen erreichten und streichelten. Sie führte seine Hand und unterwies ihn in der Kunst der Liebe. Thomas war ein aufmerksamer Schüler und setzte sofort alles um, was sie ihm zeigte. Dieser Moment der Zärtlichkeit brachte ihn für einen Augenblick wieder etwas näher zu sich und liess den Rausch ein wenig verebben, doch dann spornte sie ihn von neuem an, indem sie sich erst auf den Bauch drehte und dann auf alle Viere begab und ihm so eine völlig neue Form der Liebeskunst offenbarte. Noch nie hatte er eine Frau auf diese Weise geliebt und schon gar nicht mit dieser Wucht. Es dauerte derweil auch nicht mehr lange, bis sich die erhoffte Erlösung endlich einstellte und er sie einfach unter sich begrub.

Er liess von ihr ab, ohne aber den Kontakt zu ihrem Körper gänzlich aufzugeben. Er legte sich neben sie und schloss sie in seine Arme, während er die Nachwehen seines Höhepunkts heiss gegen ihren Nacken atmete. Er genoss ihre Berührungen, ihr Eindringen unter seine Haut mit ihrem Finger – nein ihrer Magie – und schnurrte zufrieden an ihrer Seite. „Amant?“ „mrhrhrrh?“ Brummte er nur, wenn es nach ihm ginge, so hätte die Welt sich in diesem Augenblick aufhören dürfen zu drehen. Er war glücklich. Sie machte ihn glücklich!

„Ich danke dir!...“ E rlächelte und küsste ihren Nacken. Oh ich danke Dir, Herrin – Göttin! Dachte er berauscht.
„Nicht nur für das, was wir eben geteilt hatten... auch für den Dienst an meinem Diener... an Amethyste. Das... das war sehr lieb von dir.“ „Mrr.“ Brummte er nur. So ausserordentlich fand er seine Hilfe gar nicht, aber ihr Dank legte sich wie ein warmes Kissen um sein Herz und flauschte ihn.
„Ich möchte dir etwas schenken... etwas das dich glücklich machen soll.“ Er lächelte und strich über ihre Haare. Er war doch schon glücklich! Doch noch ehe er ihr dies sagen konnte sprach sie weiter.

„Wie wäre es mit einer „Entscheidung“... einer freien Entscheidung für meinen Diamanten!“ Thomas runzelte die Stirn und er merkte, dass er sich nun besser konzentrieren sollte. Er spürte die Veränderung in ihrer Stimme. Sie betrat Neuland mit diesem Geschenk. Sie tat etwas, was für sie selbst äusserst ungewohnt war!
„Wenn … wenn dein Kind wieder gesund ist...“ wieder gesund ist. Wieder gesund ist. Wieder gesund ist Ihre Worte halten in seinem Geist. Während Thomas vor ein paar Sekunden noch glücklich in...Amethysts Bett gelegen war – so traf ihn diese beiläufige Bemerkung wie ein Nadelstich direkt ins Zentrum seines Herzens und Gewissens. Louisa war krank?! Was ist mit ihr geschehen! Bei Lysanthor er hatte in letzter Zeit gar nicht mehr so oft an sie gedacht! Was war er nur für ein Vater!“
„... wenn es ihr wieder gut geht, dann sollst du entscheiden, wo sie in Zukunft leben soll.“ Er starrte sie an, weil er ihre Worte noch immer nicht verdaut hat. wenn sie wieder gesund ist! Wenn! WENN!

„Die Wahl die du treffen kannst, soll sein: - Soll sie unter der Herrschaft meiner Schwester bei ihrer Mutter leben, oder soll sie unter meiner Herrschaft bei ihrem Vater leben?“
Mit diesen Worten riss Amandin ihn aus seinem kleinen Paradies der Lust inmitten in das tiefste Verlies seines Gewissens...und dieses hatte einiges zu sagen und zu klagen!
„Ich...“
Er schluckte leer, wusste nicht was er sagen sollte. „Sie...ist krank?“ Tiefe sorge um seine Tochter machte sich breit. Er schämte sich. Wie hatte er sich hier nur mit Amandin vergnügen können, während seine Tochter nur ein Haus entfernt krank war! Was war nur los mit ihm?!

Tausende Gedanken rasten ihm durch den Kopf. Was hatte Amandins Schwester mit Louisa gemacht, dass sie krank war? Warum hielt sich diese Frau überhaupt Sklaven?! Stimmten die Gerüchte über die Zucht von Menschen... wusste sie überhaupt, dass Louisa seine Tochter war, wenn ja – würde sie tatsächlich ihre Abneigung gegen ihn an seiner Tochter ausleben?! Hatte Beth nicht Glücklich ausgesehen bei ihrem Elfenmann?! Könnte er wirklich für Louisa sorgen? Taugte er überhaupt noch als Vater? Hatte er sich nicht in jeglicher Form diesbezüglich durch sein Verhalten disqualifiziert?!

Schliesslich hatte er nicht nur seine Familie verlassen, sondern auch seine Freunde auf dem Bau. Schon seit einigen Wochen lebte er hier in diesem wunderbaren Palast, sein auf sich selbst bezogenes Leben und sonnte sich im Licht seiner Herrin. Nichts davon erschien ihm in diesem Augenblick gerechtfertigt. Im Grunde war er weder gegenüber seiner Familie, noch seinen Freunden, noch Amandin würdig! Er hatte Louisa einfach Amandins Schwester überlassen! Einfach so! Er hatte nicht mehr weiter nachgefragt, als Amandin es ihm untersagt hatte. Er hatte einfach gehorcht! Obwohl er sich in Gefangenschaft doch immer wieder geschworen hatte alles für seine Familie zu tun! Hatte er letztlich gänzlich bewusst die Augen vor der Existenz und dem Überleben seiner Familie verschlossen? Weil er – ein selbstsüchtiges Arschloch wie er war – gar nichts mehr mit seiner Vergangenheit zu tun haben wollte.

Ihre Worte und seine abwertenden und vernichtenden Gedanken schlugen ihm sofort auf den Magen und Thomas verlor etwas Farbe aus dem Gesicht. Ernahm ihren Wasserkelch dankbar entgegen und stürzte sich auch gleich den gesamten Inhalt den Rachen hinunter.
„Du musst das nicht sofort entscheiden. Wenn du willst dann tu ich es für dich. ...ich dachte nur, es wäre vielleicht schön für dich.“

„Louisa ist...krank?“ Dies war das einzige, was er aus sich herausbrachte. „Hat...hat deine Schwester ihr weh getan?! Was ist mit ihr passiert? Bitte! Sag es mir! Ist Rubin bei ihr?! Kann sie ihr helfen! Sie muss doch zu ihr!“

Da! Wieder! Er hatte es wieder getan! Er hatte nicht: ICH muss zu ihr gesagt! Währe nicht dies die adäquate Reaktion eines Vaters gewesen?!
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 15. Mai 2017, 09:03

Amandin tat etwas, was für sie selbst äußerst ungewohnt war und somit barg es auch die Möglichkeit des Fehlers.
„Wenn … wenn dein Kind wieder gesund ist...“

(Hintergrundmusik)

Thomas Gedanken überschlugen sich und mit einem Schlag, als hätte eine kalte Welle ihn getroffen, war er wach.
...wieder gesund ist. Wieder gesund ist. Wieder gesund ist …
Ihre Worte halten in seinem Geist wieder.
Louisa war krank?! Was ist mit ihr geschehen! Bei Lysanthor er hatte in letzter Zeit gar nicht mehr so oft an sie gedacht! Was war er nur für ein Vater!
„... wenn es ihr wieder gut geht, dann sollst du entscheiden, wo sie in Zukunft leben soll.“
Er starrte sie an, weil er ihre Worte noch immer nicht verdaut hat.
...wenn sie wieder gesund ist! Wenn! WENN!
Unwillkürlich hatte sich ein dicker Klos in seinem Hals gebildet, der ihn nicht sprechen ließ. Was vielleicht auch gut war, denn Amandin war noch nicht fertig.
„Die Wahl die du treffen kannst, soll sein: - Soll sie unter der Herrschaft meiner Schwester bei ihrer Mutter leben, oder soll sie unter meiner Herrschaft bei ihrem Vater leben?“
Mit diesen Worten riss Amandin ihn aus seinem kleinen Paradies der Lust inmitten in das tiefste Verlies seines Gewissens... und dieses hatte einiges zu sagen und zu klagen!
„Ich...“
Seine Stimme klang krächzend.
„Sie...ist krank?“
Tiefe Sorge um seine Tochter machte sich breit. Er schämte sich. Seine Gedanken wirbelten umher aber die Kernfrage blieb. Wollte er mit seiner Vergangenheit noch etwas zu tun haben? Ihre Worte und seine abwertenden und vernichtenden Gedanken schlugen ihm sofort auf den Magen und Thomas verlor etwas Farbe aus dem Gesicht. Jetzt merkte auch Amandin, dass etwas nicht stimmte, dreht sich ihm ganz zu und erstarrte innerlich. Er nahm ihren Wasserkelch dankbar entgegen und stürzte sich auch gleich den gesamten Inhalt den Rachen hinunter.
„Du musst das nicht sofort entscheiden. Wenn du willst dann tu ich es für dich. ...ich dachte nur, es wäre vielleicht schön für dich.“
Unsicher betrachtet sie ihn. Unsicher und ängstlich, dass sie gerade einen gewaltigen Fehler begangen hatte.
„Louisa ist...krank?“
Dies war das einzige, was er aus sich herausbrachte.
„Hat...hat deine Schwester ihr weh getan?!“
Amandin zuckte zusammen und ihre Bauen näherten sich einander an.
„Was ist mit ihr passiert? Bitte! Sag es mir! Ist Rubin bei ihr?! Kann sie ihr helfen! Sie muss doch zu ihr!“
Da! Wieder! Er hatte es wieder getan! Er hatte nicht: ICH muss zu ihr gesagt! Währen nicht dies die adäquate Reaktion eines Vaters gewesen?! Amandin hielt den Kopf gesenkt und ein leichtes Wippen ihrer Haare verriet, dass sie minimal den Kopf schüttelte.
„Meine Schwester hat deine Tochter kein einziges Mal zu Gesicht bekommen, genauso wie deine Frau. Dein Kind ist sehr geschwächt gewesen und noch bei meinen Heilern. Rubin ist ausschließlich für meine Leibdiener zuständig! Wenn du dein Kind bei dir haben willst, dann kann sie sich auch um sie kümmern...“
Irgendwie klang Amandin verärgert. Sie war es nicht gewohnt sich erklären zu müssen. Diese ganzen neuen Gefühle, auf die sie sich einließ, sie brachten durcheinander und das mochte sie nicht. Vielleicht war es auch der Umstand, dass Thomas mit Schlussfolgerungen um sich warf, die er nicht durchdacht hatte. Sie schloss die Augen und presste die Handballen darauf. Konnte sie ihm deswegen böse sein? Sie hätte jedes Recht dazu, aber wollte sie es? Sein ganzes Leben war geprägt worden von Vorurteilen und Moralvorstellungen seiner Umwelt. Er war kein Kind mehr. Er hatte sehr fest gefressene Meinungen. Sie hatte alle Informationen von ihm fern gehalten um ihn zu schützen, hatte ihn in ihren seidenen Kokon eingewebt, aber es brachte nichts. Er würde immer zweifeln. Sie drehte Amant den Rücken zu, ließ die Schultern fallen und sprach weiter:
„Ich habe sie einem Mann abgekauft, der unter anderem für die Tunnelschließung unter Andunie zuständig ist. Die Zwerge die bei der Erstürmung der Mauern dabei waren, sind nicht mehr ... Hm, das führt zu weit und ist irrelevant. Er hat viele Kinder in seinen Diensten. Also dort, wo ich sie her geholt habe, hat man sie... Es hatte seine Folgen. Folgen, von denen sie sich noch erholt.“
Sie nahm sich noch ein Glas von dem etwas weiter entfernten Tischchen und drehte es zwischen ihren Fingern.
„Es geht ihr jeden Tag besser und ich sorge dafür, dass es auch so weiter geht.“
Sie drehte sich langsam wieder zu ihm um und sah ihn an. Sie versuchte ihre Emotionen wieder hinter der Maske der Faldorpriesterin zu verbergen, aber ihre Magie, ihre Verbindung flüsterte ihm zu, dass sie unsicher war.
„Willst du sie... vielleicht sehen? … bevor du dich entscheidest?“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Montag 15. Mai 2017, 16:13

Thomas bemerkte nicht, dass er Amandin mit seiner Bemerkung hinsichtlich ihrer Schwester ernsthaft verärgert hatte. Wusste sie überhaupt, von seinen Ängsten diesbezüglich? Wusste sie von den Gerüchten, die über ihre Schwester kursierten und der Tatsache, dass sie ihm gegenüber wirklich nicht wohlgesonnen war? Schliesslich hatten sich die Beiden am gemeinsamen Dinner mit ihrem Onkel ziemlich gut miteinander verstanden. Bei Amandins Lebenswandel gab es vermutlich nur wenige Möglichkeiten, wie man innerhalb ihrer Familie mit ihr umging. Entweder man lehnte sie ab und bekämpfte sie, wie es ihr Onkel tat, oder man akzeptierte diese Seite an ihr. Aber wenn man dies tat, dann musste man doch prinzipiell empathisch und mitfühlend sein... war das Amandins Schwester? Thomas Urteil hatte sich schliesslich aus einigen wenigen Begegnungen manifestiert. Vielleicht tat er ihr damit unrecht?

Thomas spürte, wie Amandin ihm gegenüber erkaltete und sich gegen Aussen hin verhärtete. Er befand sich auf dünnem Eis. Auch er musste aufpassen, dass er sie mit seinen ungehemmten Gefühlsausbrüchen nicht überforderte. Schliesslich war es für sie immer noch relativ neu, sich so intensiv auf einen Menschen einzulassen. Sie hatten beide Neuland betreten und sobald sie sich zu weit vortasteten, riskierten sie, ihrem gegenüber vor den Kopf zu stossen. Somit waren sie beide auf ihre eigene Art sehr vulnerabel.

„Meine Schwester hat deine Tochter kein einziges Mal zu Gesicht bekommen, genauso wie deine Frau.“ Thomas schluckte leer und presste die Lippen aufeinander. Jetzt erst realisierte er, was ihren Ärger verursacht hatte. Immerhin hatte er gerade ein Mitglied ihrer Familie beleidigt und offensichtlich definitiv das Falsche! Gleichzeitig schmerzte ihn die abgeklärte und wenige empathische Art und Weise, wie sie ihn über das Schicksal seiner einzigen Tochter aufklärte. Die Tatsache, dass sie Rubin nicht zu seiner Tochter schicken würde, wenn sie bei ihrer Mutter blieb, verärgerte ihn. „Sie ist meine Tochter!“ Empörte er sich und sah Amandin mit wachsendem Unverständnis an. So nahe sich ihre Seelen vor einigen Momenten auch gekommen waren, so sehr sie sich über ihre gemeinsame Magie verbunden fühlten, in diesem Punkt taten sich gerade riesige Gräben, wenn nicht gar Schluchten auf. Auch Thomas konnte ihre Reaktion nicht einordnen, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass sich Amandin bisher kaum irgendjemandem gegenüber hatte rechtfertigen müssen und nun tat sie es... vor einem Sklaven! Letztlich war er es ja immer noch, auch wenn sie ihn einen Diener nannte.

Die Art und Weise wie sie sich rechtfertigte, passte dem Steinmetz nicht. Amandin behandelte Louisa wie einen unliebsamen Fremdkörper! Aber tat er das nicht auch? Sie war eine Variable, die nicht mehr wirklich in sein Leben hineinpasste. Nein, so durfte ein Vater nicht denken! Für einen Moment sahen sie sich gegenseitig an, ehe sich Amandin abdrehte. Thomas schloss die Augen, atmete tief durch und versuchte seine Gedanken zu sortieren. Warum hatte sie ihm diese Information vorenthalten?! Wovor hatte sie Angst, dass er an der Wahrheit zerbrechen könnte? Hielt sie ihn für derart schwach? Seine Pranke schloss sich fest um das Wasserglas. Er presste die Zähne aufeinander.

Seit er von seiner Familie getrennt worden war, hatte er für sie mit dem Schlimmsten gerechnet und er tat es immer noch. Im Krieg gab es nur wenig Gnade und die Wahrscheinlichkeit, dass alle seine Familienmitglieder diese erfuhren war sehr gering. Er hatte schon Glück gehabt. Beth offensichtlich auch...
„Ich habe sie einem Mann abgekauft, der unter anderem für die Tunnelschließung unter Andunie zuständig ist. Die Zwerge die bei der Erstürmung der Mauern dabei waren, sind nicht mehr ... Hm, das führt zu weit und ist irrelevant.“ Er presste seine Augen zusammen und ohne dass er es wollte, sah er vor seinem inneren Auge eine der besagten Tunnelminen und schmächtige, verdreckte Körper, die hineinschlurften um ihr körperlich vernichtendes Martyrium zu verrichten. Er sah die Jungen und die Mädchen, wie sie von den Aufsehern geschlagen wurden, wenn sie nicht sofort spurten... und er sah anderes... schweissige, fette Kerle, die sich nach den schmächtigen Kinderkörpern verzehrten. Seine Nackenhaare stellten sich auf und er erschauderte. Welcher Vater war zeitweise nicht von dieser Angst ergriffen?!

Er hat viele Kinder in seinen Diensten. Also dort, wo ich sie her geholt habe, hat man sie... Es hatte seine Folgen. Folgen, von denen sie sich noch erholt.“ Thomas erhob sich. Ging angespannt den Raum auf und ab und ballte seine Hände zu Fäusten. Dieser verdammte Bastard! Die ganze Wut, die er gegenüber Amandins Onkel empfunden hatte wurde nun in Richtung des Tunnelbauers umgeleitet. Er sah seine Herrin direkt an. Sie musste definitiv schon oft mit dem Einzelschicksal der einzelnen Sklaven konfrontiert worden sein. Schliesslich hatte jeder hier im Haus seine Geschcihte zu erzählen, aber dies hiess noch lange nicht, dass es jeweils einfach war. Keine der Personen unter ihrem Dach, waren schliesslich einfach so vom Himmel gefallen und sie alle hatten geliebte Menschen hinter sich gelassen.
Thomas sprach leise, angespannt aber gefasst. „Hat man sie... hat jemand sie...“ Er presste die Lippen zusammen und sein Blick verdunkelte sich. Er spürte wie sich seine Haut und Muskulatur verhärtete, sein Herzschlag schwerer wurde und sich die magische Energie in ihm ansammelte. Wut, war ähnlich wie Lust eine sehr intensive Emotion und seine Magie reagierte darauf.

Zum ersten Mal ging von Thomas tatsächlich eine Aura ernsthafter Gefährlichkeit aus. Möglicherweise hatte Amandin ihn auch deshalb derart abgeschirmt. Seine Lust konnte sie bis zu einem gewissen Grad kontrollieren, indem sie ihren Leuten jeglichen erotischen Kontakt mit ihm verbot... aber seine Wut nicht. Das Glas in seiner Hand knirschte. Feine, schwarze Fäden aus Stein breiteten sich auf der Oberfläche aus. Thomas Magie war nicht fortgeschritten und mächtig genug, als dass er das Glas in seiner Zusammensetzung verändern konnte, aber er konnte es annektieren und mit seinem eigenen Gestein überwuchern. Dies war aber eher eine Nebenwirkung seiner Anspannung, als ein bewusster Akt. Doch seine Magie wirkte nicht nur auf seine Umgebung ein, sondern auch auf ihn selbst. Es war, als hätte sich auch in seinem Handinnern ein dunkles Netz aus Gestein gebildet, welches nun dafür sorgte, dass jede Bewegung seiner Hand schmerzte, als wäre jeder einzelne Nerv entzündet. Thomas rieb sich die Hand und ballte sie langsam zur Faust. Seine Gesichtsmuskulatur verzog sich augenblicklich, als ihn der Schmerz flutete. Er war zwar gut auszuhalten, aber penetrant und stechend. Hoffentlich war dies nur ein vorübergehender Effekt! Er würde mit Rubin darüber sprechen müssen...und über Louisa!

„Willst du sie... vielleicht sehen? … bevor du dich entscheidest?“ Er rieb sich die Stirn. Natürlich wollte er seine Tochter sehen! Aber wieder haderte er. Wäre es nicht schlauer, Amandin darum zu bitten, dass sie Beth zu Louisa lässt? Sie war immerhin Krankenschwester und konnte helfen! Oder war dies nur wieder ein gar schändlicher Gedanke, der letztlich nur dazu dienen sollte sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen? Wollte er sie wirklich sehen? Geschunden von der Sklavenarbeit... und bei Lysanthor vielleicht auch von manch einem Kerl! Wollte er sich diesem Schmerz wirklich aussetzen? Wollte er in gebrochene Kinderaugen blicken und indessen Seelenspiegeln nach den Überresten der einst so heiteren und unbeschwerten Wesens seiner Tochter suchen?

Auch Thomas war verunsichert, doch er war empathisch und aufmerksam genug um zu registrieren, dass die Situation Amandin gerade einiges abverlange. Langsam ging er auf sie zu. „Amandin...Herrin...“ Dieses Mal wich er ihr zuliebe auf diese förmliche Anrede zurück. Er gehörte noch immer ihr. Nichts hatte sich daran geändert. Sie konnte ihm vertrauen! Vorsichtig nahm er sie in die Arme in der Hoffnung er könnte ihre Härte vertreiben und ihr Herz erwärmen. „Es tut mir leid... ich wollte dich nicht verärgern, ich...hab mich nur derart erschrocken...ich habe nicht gerechnet dass Louisa...“ Er seufzte und zuckte traurig die Schultern. „Ach...wem mach ich was vor...ich wollte mit sowas nicht rechnen.“ Gab er schliesslich zu. „Ich...bin dir so unendlich dankbar, dass du sie in Sicherheit gebracht hast...“ Er sah sie an. „Hast...hast du sie schon gesehen?“ Er biss sich auf die Lippen. Er wollte nicht undankbar wirken...aber... „Darf Beth auch zu ihr? Sie ist ihre Mutter...und sie ist Krankenschwester...sie kann ihr sicherlich helfen und ihr beistehen...besser als ich es kann! Louisa weiss doch vermutlich gar nicht, dass wir beide Leben, nach allem was sie durchgemacht hat... können wir sie doch nicht im Glauben lassen, wir wären beide tot!
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 15. Mai 2017, 20:14

Das Glas in seiner Hand knirschte und zog Amandins Blick auf sich. Eine Braue wanderte kurz in die Höhe, aber sonst zeigte sie keine Reaktion auf Amants „Wut“-Ausbruch. Feine, schwarze Fäden aus Stein breiteten sich auf der Oberfläche aus, wie die Adern im Marmor. Thomas Magie war nicht fortgeschritten und mächtig genug, als dass er das Glas in seiner Zusammensetzung verändern konnte, aber er konnte es annektieren und mit seinem eigenen Gestein überwuchern. Sie beobachtete es und war sich sicher, dass er sich dessen noch nicht einmal bewusst war. Für eine aktive Steuerung eines solchen Prozesses hätte er einen deutlich offensiveren Weg einschlagen müssen. Amandin dachte nach. Thomas wollte Informationen, aber Amant war der instinktive Teil in ihm, der unterdrückte, der auch in seiner Wut Kraft fand. Seine Magie wirkte nicht wirklich auf seine Umgebung ein, sondern auch auf ihn selbst. Es war, als hätte sich auch in seinem Handinnern ein dunkles Netz aus Gestein gebildet, welches nun dafür sorgte, dass jede Bewegung seiner Hand schmerzte, als wäre jeder einzelne Nerv entzündet. Wut und Hass waren nur mit Schmerzen zu ertragen und gingen fast immer mit ihnen Hand in Hand. Amant ballte die Faust und seine Gesichtsmuskulatur verzog sich augenblicklich, als ihn der Schmerz flutete. Er war zwar gut auszuhalten, aber penetrant und stechend. Hoffentlich war dies nur ein vorübergehender Effekt! Er würde mit Rubin darüber sprechen müssen...und über Louisa! Rubin? Sie hatte keine Ahnung von Magie. Da war Amandin seine Lehrmeisterin. Aber er könnte mit ihr über Louisa sprechen, zumindest, wenn er sich für seine Vaterrolle gewappnet fühlte... in diesen Mauern.
„Willst du sie... vielleicht sehen? … bevor du dich entscheidest?“
Er rieb sich die Stirn. Natürlich wollte er seine Tochter sehen! Aber wieder haderte er und seine Zweifel standen ihm gemischt mit Angst und Sorge ins Gesicht geschrieben. Es dauerte ein bisschen, bis er sich wieder einigermaßen gefangen hatte. Er war verunsichert, doch er war empathisch und aufmerksam genug um zu registrieren, dass die Situation Amandin gerade einiges abverlange. Langsam ging er auf sie zu.
„Amandin...Herrin...“
Dieses Mal wich er ihr zuliebe auf diese förmliche Anrede zurück. Er gehörte noch immer ihr. Nichts hatte sich daran geändert. Sie konnte ihm vertrauen! Vorsichtig nahm er sie in die Arme in der Hoffnung er könnte ihre Härte vertreiben und ihr Herz erwärmen. Etwas verwundert sah sie erst auf seine Hände und dann in seine Augen. Natürlich, sie hatte ihm ja erlaubt, dass er sie anfassen könnte wann immer sie alleine waren, wo auch immer er wollte.
„Es tut mir leid... ich wollte dich nicht verärgern, ich...hab mich nur derart erschrocken...ich habe nicht gerechnet dass Louisa...“
Er seufzte und zuckte traurig die Schultern.
„Ach...wem mach ich was vor...ich wollte mit sowas nicht rechnen.“
Gab er schließlich zu.
„Ich...bin dir so unendlich dankbar, dass du sie in Sicherheit gebracht hast...“
Er sah sie an.
„Hast...hast du sie schon gesehen?“
Sie legte kurz den Kopf etwas seitlich, nickte dann aber. Natürlich, sie hatte sie schließlich für ihn erworben. Er biss sich auf die Lippen. Er wollte nicht undankbar wirken...aber...
„Darf Beth auch zu ihr? Sie ist ihre Mutter...und sie ist Krankenschwester...sie kann ihr sicherlich helfen und ihr beistehen...besser als ich es kann! Louisa weiß doch vermutlich gar nicht, dass wir beide Leben, nach allem was sie durchgemacht hat... können wir sie doch nicht im Glauben lassen, wir wären beide tot!“
„Nein!“
Amandins kalte Stimme schnitt in seine Sinne wie ein Messer in Fleisch. Sie machte sich aus seinen Armen frei. Sie ertrug seine sanfte Nähe nicht, wenn er gleichzeitig von seiner Frau schwärmte. Was war das für ein unangenehmes Stechen in ihrer Brust?
„Du entscheidest wo deine Tochter leben wird. Du kannst sie sehen, wenn du es willst, aber du entscheidest, nicht deine ...Frau.“
War Amandin eifersüchtig? Und wenn sie es war, was könnte das für Folgen haben?
„Louisa wird hier oder dort leben, mit einem Elternteil. Entweder mit ihrem Vater und einer totgeglaubten Mutter oder mit einer Mutter und ihrem totgeglaubten Vater.“
Etwas kaltes lag in ihrer Stimme, aber Thomas fühlte auch den kleinen Schmerz, den sie nicht mochte. Ihre Worte waren hart wie Peitschenhiebe und sie teilte aus, wild um sich schlagend. Die Worte hallten in seiner Seele nach, wo sie noch härter klangen, als in Wirklichkeit:
**...entweder mit ihrem Vater und einer toten Mutter oder mit einer Mutter und ihrem toten Vater.**
War das seine Angst, die ihm diese Worte zuflüsterte? Wurde er gerade paranoid, weil wieder einmal das Leben seiner Familie auf dem Spiel stand? Würde Amandin so etwas tun? Traute er ihr diese Grausamkeit zu? Wie weit war es um seine Liebe zu ihr bestellt, wenn das Wohl seiner Familie bedroht wurde? Geriet er gerade in Panik? Vielleicht suggerierte sein Unterbewusstsein ihm all diese furchtbaren Dinge, die Vorwürfe, die Moralvorstellungen, die Vorurteile um ihn zu schützen? Aber was, wenn es da nichts zu schützen gab? Was wenn er durchs sein Verhalten gerade seine einzige Chance auf eine Zukunft verspielte?
Seine Ängste, die seine Tochter betrafen waren sicher gerechtfertigt! Kinder für Tunnelarbeiten zu verwenden... Wahrscheinlich passten sie sogar treffsicher, aber berechtigte ihn das auch Vorwürfe oder Ansprüche an Amandin zu stellen? Versuchte er nicht gerade sie dahingehen zu beeinflussen, dass sie Beth ebenfalls das Kind sehen ließ? Versuchte er nicht gerade wieder seine Familie zu schützen? Natürlich versuchte Thomas an ihre sanfte und mitfühlende Seite zu appellieren, aber vielleicht verstand Amant, warum sie nun wütend war, warum sie neidisch auf seine Ehefrau war, die immernoch seinen Geist regierte. Amandin hatte ihm wieder den Rücken zugewandt und ihren Morgenrock eng um ihre Schultern gezogen.
„Das hier wird keine Familienzusammenführung! Ich wollte dir eine Freude machen, aber ich erkenne, dass das Mittel … falsch gewählt war. Aber ich halte mein einmal gegebenes Wort. Entweder du entscheidest oder ich. Du hast bis morgen Zeit. Wenn du das Kind vorher sehen willst, gib mir Bescheid. ...“
Sie stockte und etwas von der kalten Fassade bröckelte.
„...Das alles … Es verwirrt mich. ...Ich will jetzt allein sein.“
Damit ging sie aber zielstrebig auf die geschlossene Tür von Amethysts Zimmer zu. Vielleicht brauchte Thomas auch etwas Zeit für sich?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Dienstag 16. Mai 2017, 00:14

Thomas wich einige Schritte zurück, als sie ihn mit einem scharfen Nein von sich stiess und sich auch körperlich von ihm befreite. Der Schall ihrer Stimme und die Schärfe in ihrem Tonfall erfassten ihn wie eine heftige Druckwelle. Nun waren es seine Iriden, die für einen Moment zu Eis erstarrten und sich gar zu verdunkeln schienen. Er schnaubte. Wütend lief er durchs Zimmer und bedeckte – endlich – seine Blösse mit einem Handtuch. Es war eine ziemlich pelgarische Reaktion, dass er in diesem Moment ein solch starkes Bedürfnis nach einem Kleidungsstück hatte! Er schirmte seinen Körper vor ihren Blicken ab. So!

Er stützte sich an einer nahegelegenen Kommode ab, und versuchte Amandins „Nein“ zu verdauen. Verstand sie den nicht? Es ging hier nicht um ihn, oder um Beth! Es ging um seine Tochter! Sie konnte doch nicht eifersüchtig auf seine Tochter sein! Sie war eine verfluchte Faldorpriesterin und die mächtigste Frau Andunies...da würde sie doch jetzt keine Angst vor einem Kind haben?!

Amandin mutete ihrem Schützling ziemlich viel zu. Noch vor ein paar Stunden hatte er um das Leben seines „Bruders“ gefürchtet, dann war die Magie in seinem Innern erwacht, er hatte sie auf eine Art und Weise geliebt, wie er es nicht für möglich gehalten hatte...und die ihm insgeheim doch auch aufs Gewissen schlug, weil es sündig und roh gewesen war, sie hatte ihn ihre Macht spüren lassen, hatte ihn gar für einen Moment zum Gott gemacht! Sie hatte mit aller Macht nach Amant gerufen und er hatte sich ihr offenbart. Aggressiv, ehrgeizig, unberechenbar, stark und unheimlich stolz. Nun aber stiess sie ihn wieder mit aller Härte zurück und wies ihn in seine Schranken. Es waren zutiefst widersprüchliche Signale, die Thomas und auch Amant hier empfingen. Sie hatte ihn doppelt getroffen. Thomas fühlte sich als Vater angegriffen und Amant als junger Gott. Es war, als hätte sie ihn bewusst in die Sonne fliegen lassen, nur um ihn Abstürzen zu sehen! Sie hatte ihm die Zukunft gezeigt, sein Potenzial, seine Möglichkeiten und ihn gleichzeitig kurz darauf wieder direkt mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Sie hatte diesen Weg für Thomas gewählt, sie hatte damals sein Angebot abgelehnt, Thomas sterben zu lassen und nun verurteilte sie ihn dafür, dass ihn seine Biographie nicht Gleichgültig war!
„Louisa wird hier oder dort leben, mit einem Elternteil. Entweder mit ihrem Vater und einer totgeglaubten Mutter oder mit einer Mutter und ihrem totgeglaubten Vater.“

Feine schwarze Adern krochen seinen Nacken hoch und fanden ihren Weg über seine linke Halsschlagader, seinem Unterkiefer entlang bis hin zum Kinn. Es fühlte sich an als würde seine gesamte linke Gesichtshälfte brennen. War es aber wirklich nur Wut, die diese Reaktion in ihm hervorrief? Oder war es speziell die Wut auf sie. Er spürte instinktiv, dass seine Magie gänzlich nach ihr ausgerichtet war und ihre auf ihn. Sie waren wie Magnete. Machte er sie Glücklich, erzeugte er weisse Adern an ihrem Körper und weisse Stellen im Haus. Vermutlich hatte er in diesem Moment auch schwarze erzeugt, doch waren diese bei ihr nicht so leicht zu erkennen – weil sie bereits tief von schwarzen Adern durchzogen wurde, ja eigentlich hauptsächlich aus ihnen bestand! Das war das Unheil, welches sie damals erfahren hatte. Irgendjemand hatte ihr dies angetan, hatte sie durch ihre Magie gänzlich verderben lassen. Damals... vor langer Zeit, in einem Leben, dass sie streng vor Thomas verborgen hielt. Diese Gedanken und Erkenntnisse manifestierten sich nur langsam in seinem Kopf. Es waren Theorien, Hypothesen, die sich aber noch nicht zu einem Ganzen zusammenfügten. Warum... warum tat sie ihm dies nun an?! Das war es, was er nicht verstand. War dies wirklich unbeabsichtigt gewesen? Oder wollte sie ihn verderben? Was immer gerade seine magische Reaktion verursachte, sie schien auch sein Gedankengut zu befallen. Aus diesem Grund fand er ihm Moment kein Verständnis für ihre Angst. Vermutlich besass Amandin nur ganz wenige weisse Stellen in ihrem Herzen, die sie mit aller Kraft beschützen wollte und daher besonders energisch auf jegliche vermeintliche Bedrohung reagierte. Thomas Familie erachtete sie als Bedrohung! Dies machte sie ihm überdeutlich.

**...entweder mit ihrem Vater und einer toten Mutter oder mit einer Mutter und ihrem toten Vater.**Das war Amandins Geschenk? Er sollte einen fiktiven Mord an seiner Familie begehen? Entweder sich selbst, oder seine Frau für immer aus Louisas Leben tilgen? Er hatte die Wahl zwischen Suizid oder Mord? ERNSTHAFT?! Das war der Dank für Amethysts Rettung? Ein Leben gegen einen Mord? Er drehte sich abermals zu ihr um.

Hass war in seinem Gesichtsausdruck nicht vorhanden, aber Wut und Schmerz sehr wohl. Es war offensichtlich nicht gut für ihn, wenn sich diese Emotionen nicht auf einen bestimmten Punkt ausrichten liess. Es war nicht gut, dass er in diesem Moment nicht hasste. Er konnte es nicht, selbst wenn sie ihm direkt ins Herz gestochen hatte. Er liebte sie, selbst wenn sie es ihm im Augenblick gerade ziemlich schwer machte.

Im Gegensatz zu Amandin kannte er sich mit den Gefühlen, die sie gerade durchlebte sehr wohl aus. Eifersucht war eine ziemlich menschliche Eigenschaft und Thomas tendierte selbst dazu. Auch er hatte lernen müssen seine Herrin mit dem ganzen Haushalt zu teilen, warum also konnte sie dies nicht auch?! Ausserdem war ihre Eifersucht gegenüber Beth unbegründet! Es ging nicht um seine Frau, sondern um seine Tochter!

„Amandin!“ Brachte er knurrend und etwas ungeduldig hervor. Er machte erst ein paar schnelle Schritte auf sie zu und für einen Moment wollte er sie gar packen und festhalten, doch er beherrschte sich und hob nur seine Hand in die Höhe. Er sammelte sich und versuchte ruhig zu bleiben, auch wenn es ihm im Moment gerade alles abverlangte. Amant alleine hätte diese Selbstbeherrschung nicht aufwenden können. Er hätte Amandin gepackt, möglicherweise in seinem ungedrosselten Zorn gar geschlagen. Aber Thomas hielt sich zurück und gab sich mühe, sie zu verstehen, doch dafür musste er sich zuerst Sammeln und seine Emotionen in den Griff kriegen. Amandin wollte diesen Moment nutzen und die Flucht antreten, doch Thomas liess dies nicht zu.
„...Das alles … Es verwirrt mich. ...Ich will jetzt allein sein.“

Sofort folgte er ihr. Er wusste, dass er nur noch diese eine Chance hatte. Also setzte er ihr nach. „Amandin! Warte!“ Er missachtete ihren Wunsch. Ihr Bedürfnis nach Ruhe. Sie hatte ihm erlaubt ihren Körper zu berühren, wann immer er es wollte. Doch nun griff er auch nach ihrer Seele, ihrem Herzen. Schon von Anfang an hatte Thomas immer nach mehr gegriffen, als sie ihm eigentlich hatte zugestehen wollen. Auch bat er sie nicht darum zu warten, er forderte es von ihr ein! Unfassbar!
„Es geht nicht um Beth, oder mich. Diese Verbindung wurde gelöst, das hast du selbst gesagt. Beth hat einen anderen Partner in diesem Elfen gefunden...und ich habe dich. Beth ist keine Bedrohung für dich!“ Zumindest nicht als direkte Konkurrentin. Sie war eher eine Bedrohung für Amandin, wenn sie versuchte Beth aus Thomas Leben fernzuhalten. Seine Familie war ihm wichtig, dort war er verwundbar. Sie hatte seine Dankbarkeit erfahren, als sie seine Frau und nun auch sein Kind gerettet hatte. Jetzt aber, wo sie ihm diese Entscheidung abverlangte, stellte sie seine Loyalität unbeabsichtigt auf eine harte Probe. Es ging hier nicht um seine Interessen, um sein persönliches kleines Paradies. Vermutlich wäre Thomas tatsächlich am glücklichsten, wenn er in einem polygamen Verhältnis leben könnte, so dass er sowohl Beth, wie auch Amandin haben konnte. Ja am liebsten wäre es ihm vermutlich, wenn beide Frauen nur ihm ganz alleine gehörten. Aber eben.... es ging nicht um seine Interessen oder sein Leben...sondern um jene seiner Tochter!

„Louisa ist alt genug um zu verstehen...dass wir Sklaven sind und jetzt Andere über unser Schicksal bestimmen. Sie wird auch verstehen, dass wir nicht mehr als Familie zusammenleben können... und sie wird verstehen, dass du uns eine grosse Gnade erwiesen hast und sie dir ihr Leben verdankt...“
Er rieb sich über seine linke Schläfe und hielt für einen Moment inne. Die fiesen, schmerzhaften Verästelungen hatten inzwischen bereits seinen Schädel erreicht. „Ich...wäre nicht hier ohne sie... Amandin.“ Sagte er schliesslich. „Arbeitersklaven ohne jegliche Hoffnung überleben nicht lange. Sie verlieren die Nerven, provozieren Strafmassnahmen oder werden krank. Wir Menschen können ohne Hoffnung nicht sein.“ Er seufzte. „Amandin...du warst nicht da, als ich versklavt wurde. Jetzt erfüllst du mich mit Hoffnung und gibst mir einen Sinn im Leben... aber vor all dem hier...waren es Beth und Louisa. Sie haben mein Leben gerettet... ich...kann ihr doch nicht...sowas antun. Ich kann ihr doch kein Elternteil nehmen.“ Seufzte er schliesslich.

„Ich...möchte doch nur, dass sie weiss, dass wir beide leben und es uns gut geht. Ich möchte an ihrem Leben teilhaben, aber nicht zu diesem Preis. Ich kann ihr doch nicht ihre Mutter wegnehmen! Ich kann das nicht!“ Er sah sie an. „Ich weiss, du hast es gut gemeint...Amandin. Du möchtest mir ein Geschenk machen...du möchtest mich glücklich machen.“ E konnte nicht lächeln, die schwarzen Adern verhinderten es und er wusste, diese Stellen konnte nur eine Frau in diesem Haus heilen und es war definitiv nicht Rubin. „Schenk meiner Tochter Hoffnung. Mach sie nicht zu einer Halbwaisen...Amandin. Lass mich sie nicht zu einer Halbwaisen machen!“
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Dienstag 16. Mai 2017, 20:07

(Hintergrundmusik)

Thomas setzte ihr nach.
„Amandin! Warte!“
Er missachtete ihren Wunsch. Ihr Bedürfnis nach Ruhe. Sie hatte ihm erlaubt ihren Körper zu berühren, wann immer er es wollte. Doch nun griff er auch nach ihrer Seele, ihrem Herzen. Schon von Anfang an hatte Thomas immer nach mehr gegriffen, als sie ihm eigentlich hatte zugestehen wollen. Die ganze Zeit hatte er ihre Grenzen, ihre Mauern eingerissen. Er war schon ein recht ungezogener Diener! Auch bat er sie nicht darum zu warten, er forderte es von ihr ein!
Unfassbar!
Seine Herrin schüttelte wieder leicht den Kopf, blieb aber stehen.
„Es geht nicht um Beth, oder mich. Diese Verbindung wurde gelöst, das hast du selbst gesagt...“
Das entscheidende ist aber, ob DU es glaubst!?!
„... Beth hat einen anderen Partner in diesem Elfen gefunden...und ich habe dich. ...“
Amandin kniff die Augen zusammen. Konnte sie ihm das glauben? Sie presste eine Hand an die Schläfe, als hätte sie Kopfschmerzen, aber sie hörte ihm weiter zu.
„Beth ist keine Bedrohung für dich! ...“
Wie konnte dieser Mann sie nur so tief berühren?! Amandin zitterte leicht. Ob vor Anspannung, oder wegen etwas anderem, war nicht ersichtlich. Seine Worte rührten etwas tief in ihr verborgenes an.
„...Louisa ist alt genug um zu verstehen...dass wir Sklaven sind und jetzt Andere über unser Schicksal bestimmen. Sie wird auch verstehen, dass wir nicht mehr als Familie zusammenleben können... und sie wird verstehen, dass du uns eine große Gnade erwiesen hast und sie dir ihr Leben verdankt...“
Thomas rieb sich ebenso wie seine Herrin über seine linke Schläfe und hielt für einen Moment inne. Die fiesen, schmerzhaften Verästlungen hatten inzwischen bereits seinen Schädel erreicht. Bereitete er ihr Schmerzen? Metaphorisch gesprochen bestimmt, aber wie sah es um ihre Magie aus? Schließlich teilten sie nun ein kleines Sandkorn... Trotzdem musste er weiter machen!
„Ich...wäre nicht hier ohne sie... Amandin... Arbeitersklaven ohne jegliche Hoffnung überleben nicht lange. Sie verlieren die Nerven, provozieren Strafmaßnahmen oder werden krank...“
Das stimmt...all zu oft streben sie dem Tod viel zu schnell entgegen. Ich habe mich immer gefragt, wie man ihren Lebenswillen stärken kann... Serunda meint, in ihrer Saat die Lösung gefunden zu haben... Könnte Hoffnung...?
„... Wir Menschen können ohne Hoffnung nicht sein... Amandin...du warst nicht da, als ich versklavt wurde. Jetzt erfüllst du mich mit Hoffnung und gibst mir einen Sinn im Leben... aber vor all dem hier...waren es Beth und Louisa. Sie haben mein Leben gerettet... ich...kann ihr doch nicht...sowas antun. Ich kann ihr doch kein Elternteil nehmen... Ich...möchte doch nur, dass sie weiß, dass wir beide leben und es uns gut geht...“
Aber dann wird sie hoffen, dass ihr wieder zusammen kommt.
„... Ich möchte an ihrem Leben teilhaben, ...“
Amandin schluckte schwer und verkrampfte sich. Das lief hier in eine Richtung die ihr überhaupt nicht gefiel und was ihr nicht gefiel... Sie brachte den Gedanken lieber nicht zu einem Ende.
Er wollte am Leben seines Kindes teilhaben. Er würde sie, seine Vergangenheit nie vergessen, aber was viel wichtiger war, würde er sich wirklich mit seinem neuen Leben, seiner Zukunft an ihrer Seite abfinden können? Würde er es leben und genießen können? Glücklich damit sein?
„... aber nicht zu diesem Preis.“
Sofort entspannte sie sich wieder ein bisschen. Vielleicht war doch noch nicht alles verloren.
„...Ich kann ihr doch nicht ihre Mutter wegnehmen! Ich kann das nicht!“
Er sah sie an.
„Ich weiß, du hast es gut gemeint...Amandin. Du möchtest mir ein Geschenk machen...du möchtest mich glücklich machen.“
Er konnte nicht lächeln, die schwarzen Adern verhinderten es und er wusste, diese Stellen konnte nur eine Frau in diesem Haus heilen und es war definitiv nicht Rubin.
„Schenk meiner Tochter Hoffnung. Mach sie nicht zu einer Halbwaisen...Amandin. Lass mich sie nicht zu einer Halbwaisen machen!“
Amandin sah ihn starr an und sagte eine ganze Weile gar nichts. Ja, sie hatte diese Wut in sich gespürt und das Echo in ihm, dass sich gegen sie wandte. Sie war eifersüchtig und rachsüchtig, sie war schlecht und böse, neidisch und noch vieles mehr. Sie war alles was diese Beth nicht war. Warum hasste er sie also nicht? Sie könnte ihm befehlen, dass er seine Frau töten sollte, durch seine eigene Hand. Sie könnte ihn dazu zwingen! Sie hatte schon schlimmeres getan. Sie war der fleischgewordene Abraum! Warum hasste er sie nicht?! Sie wusste, dass dies eine durchaus berechtigte Reaktion gewesen wäre. Sie bedrohte seine Familie! Sie bedrohte seine Hoffnung, dass was ihn am Leben hielt! Konnte es wirklich sein, dass sie, Amandin Hohepriesterin Faldors in Andunie, dass sie seine neue Hoffnung geworden war? Liebte er sie tatsächlich? War es soweit gekommen? Es war ein gewaltiger Unterschied zwischen Dankbarkeit und Liebe. Ja, sie hatte seine Familie gerettet. Beth war schon früher in ihre Dienste getreten, noch bevor Thomas dazu kam, aber er zählte sie zu den Dingen, für die er dankbar sein sollte. Sie hatte auch seine Tochter befreit und das hatte sie noch nicht mal viel gekostet. Er empfand Dankbarkeit... aber Liebe? Konnte sie ihm wirklich glauben? Sie schüttelte wieder leicht den Kopf um ihre Gedanken zu sortieren.
„Hoffnung...“
, wiederholte sie leise den Kern des ganzen was Thomas gesagt hatte.
„Das ist es was du dir wünscht? Das ist es was ihr alle zum überleben braucht? Hoffnung? Irgendein fernes Konstrukt aus Wünschen und Plänen die alle verwehen können wie Sand im Wind?“
Sie hob den Finger und gebot ihm damit zu schweigen.
„Hoffnung ist sehr trügerisch! Sie ist wie ein Versprechen, dass ohne Blut gegeben wurde, eine geflüsterte Lüge die nicht zur Wahrheit werden muss.“
, warnte sie ihn.
„Sie trägt Enttäuschung und Verrat in sich. ...“
Sie schwieg wieder eine Weile und schien sich aber zu beruhigen. Auch Thomas Herzschlag wurde wieder langsamer. Deutlich leiser und mit leicht zitternder Stimme fragte sie ihn dann:
„Hoffst du eines Tages … wieder … mit den beiden zusammen zu sein? … Hoffst du mir zu entkommen und wieder frei zu sein? Ist es das, was dein Herz sich erträumt, das was dich am Leben hält? Nein, sag nichts!! Ich weiß, dass es so ist... oder mindestens war! Die Gefangenschaft tötet bei vielen den Willen, aber nicht die Hoffnung, wie du selbst sagst. Das habe ich schon öfter gehört, nur nie ganz verstanden. Aber ich will dir auch etwas anderes zum denken geben... „
Sie ging etwas unruhig auf und ab.
„Ich werde dir ein Bild malen... Stell dir vor, ich würde dich, deine Beth und Louisa in einen Wagen setzen, ich würde euch Gold geben, auch aus der Stadt bringen und ihr könntet euch auf in ein anderes Leben machen... - ...und ich würde allein … und ohne deine Liebe… deine Hoffnung zurück bleiben, die du mich lehrtest … Ich würde hassen, ich würde schreien, ich würde töten und Rache an jenen nehmen, die mir sinnlos Hoffnung gaben. Vielleicht würde ich im Blut deiner Freunde baden, vielleicht auch nicht... Aber wozu sollte ich einen Tempel bauen, eine Stadt erhalten, die ohne Hoffnung ist? Denke einmal darüber nach, dass deine Hoffnung auch zwei Seiten haben könnte, so wie es immer in der Welt ist. Dort wo die Erde uns Gleichgewicht schenkt, dort wo sie gibt, muss sie an anderer Stelle auch verderben bringen.“
Noch sehr nah war Thomas Erinnerung an die Pfade die er mit seiner Magie einschlagen hätte können und das Bild der toten Erde, die er als Pfad hinterließ, wenn er anders wo Leben schenkte stand ihm jetzt deutlich vor Augen. Dort wo es Glück gab, gab es auch Leid. Das Gleichgewicht würde seinen Tribut verlangen. In dem Beispiel, was Amandin ihm gemalt hatte, war dieses nur zu deutlich geworden, aber würde sie dies auch wirklich tun... Wenn sie ihn gehen lassen würde?
Wenn sie ihn gehen lassen würde?
Würde er sie für Kind und Frau verlassen? War das ihre Angst? So jung und frisch, so zart ihre Bande waren, war es doch nur verständlich, dass Amandin sich fürchtete... eine Frau die sonst keine Furcht kennen sollte! Hatte sie ihm das durch das Bild sagen wollen?
Amandin stand vor einem Bücherregal und ließ ihre Fingerspitzen über die Buchrücken gleiten, ohne sie wahrzunehmen.
„Vielleicht... vielleicht bin ich nicht gut für dich... zu hart. Zu kalt für... „
Sie stockte immer wieder. Sie fühlte sich nicht wohl, dass konnte Thomas sehen.
„Ich...“
Sie drehte sich zu ihm um und sah langsam zu ihm auf.
„Ich – hoffe – dass unsere Verbindung weitere Wurzeln schlägt. Aber dafür musst du mich so nehmen wie ich bin. Auch das was in der Welt darstelle und das wird sehr schwer für dich werden! Ich muss das Gleichgewicht wahren. Ich werde auch weiterhin in deinen Augen grausames vollbringen und auf der anderen Seite Wunder bewirken. Ob ich es muss oder es will, ist dabei irrelevant. Aber … auch ich brauche eine... wie sagt ihr? Eine Schulter, an die ich mich anlehnen kann um Kräfte zu sammeln. Wenn du das sein willst, bin ich für dich da. Ich werde alles tun um dein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich werde dich schützen, dich ...umwerben...“
Das zucken ihrer Mundwinkel war so kurz, dass es kaum als ein Lächeln zu werten war, aber er fühlte es mehr, als dass er es sah. Amandin wollte ihn! Sie wollte eine Versöhnung.
„... dich lehren und nähren, bis du stark und mächtig an meiner Seite stehen kannst. Ich brauche einen Partner, ich brauche dich... dich!“
Sie presste die Lippen aufeinander. Er fühlte die Wahrheit in ihren folgenden Worten:
„Ich kann unberechenbar sein wie ein Vulkan, leidenschaftlich wie Feuer, verzehrend wie Magma, aber auch kalt wie Stein und zerstörerisch, wie eine Lawine. Vielleicht liegt noch viel mehr in mir verborgen, dass du an die Oberfläche bringen kannst. Vielleicht auch … Hoffnung.“
Sie schlug die Augen nieder.
„Wenn es dein Wunsch ist, dann lasse ich dich deine Tochter sehen... und mit ihr reden... und schicke sie danach zu deiner … zu Beth. Zu Sand. Zu meiner Schwester.“
Wieso hatte Amandin Beth eigentlich Sand getauft? Gab es vielleicht auch dazu eine Geschichte? Vorhin hatte sie Sand in einem anderen Zusammenhang erwähnt: Hoffnung? Irgendein fernes Konstrukt aus Wünschen und Plänen die alle verwehen können wie Sand im Wind?...Sie trägt Enttäuschung und Verrat in sich.
War „Sand“ für Amandin etwas, was Wünsche und Plänen nicht stand hielt? Hatte Beth Amandin vielleicht enttäuscht? War da vielleicht sogar noch mehr als ihr nackte Eifersucht? Auf jeden Fall hatte Amandins Wut sich wieder gelegt, was sich deutlich besser anfühlte. Für Amants Ego war es gut, dass er sich ihr gegenüber behauptet hatte, aber Thomas … nun der müsste eigentlich wimmernd irgendwo in einer Ecke kauern. Er hatte erreicht, was er wollte... aber zu welchem Preis?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Samstag 20. Mai 2017, 15:33

Amandin verunsichtere ihn mit ihrer angspannten und steifen Haltung. Sie liess sich nicht in ihre Karten blicken. Dies tat sie nie, wenn sie auf dem falschen Fuss erwischt wurde. Daher konnte Thomas nicht einschätzen, ob er sich gerade ins Verderben redete oder sie tatsächlich mit seinen Worten erreichte. Er verlangte ihr gerade unendlich viel Verständnis und Mitgefühl ab und sie musste definitiv über seinen Status als Sklave, Diener, Mensch hinwegsehen. Niemand wagte es, so mit ihr zu reden. Es gehörte sich nicht für einen Diener, oder einen politischen Verbündeten. Nur ein Vertrauter konnte dies tun, ein Geliebter... ein Partner. Aber auf dieser Ebene belastete der Inhalt das Gespräch. Es war nicht leicht mit der Partnerin über die Ex zu sprechen...zumal im Falle von Beth und Thomas keine eigentliche Scheidung vorlag... zumindest keine, die sie selbst wissentlich vollzogen hatten.
Amandin hatte also jedes Recht eifersüchtig und verunsichert zu sein, dies erkannte auch Thomas. Dennoch versicherte er ihr, dass Beth für sie keinerlei Bedrohung darstellte! Machte er sich da etwas vor?

„Hoffnung...“ Thomas sah sie eindringlich an. Er hob seine Augenbrauen und runzelte die Stirn. „Jaa...“ Hauchte er und seine Gesichtszüge hellten sich etwas auf. Allein ihre Reaktion gab ihm bereits Hoffnung. Sie verstand ihn, versuchte es zumindest! Sie wollte, dass dies hier gut ausging, selbst wenn sie in ihrer Impulsivität vermutlich im Moment lieber anders reagiert hätte. Sie hatte ihn schon einmal geschont, als es um Beth gegangen war. Damals, als sie aus dem Garten zurück ins Haus gegangen waren und Thomas in den Gängen einen.... nun emotionalen Ausbruch hatte. Sie hatte darüber hinweggesehen und ihn nur wegen einer Lappalie bestraft.
„Das ist es was du dir wünscht? Das ist es was ihr alle zum Überleben braucht? Hoffnung? Irgendein fernes Konstrukt aus Wünschen und Plänen die alle verwehen können wie Sand im Wind?“ Thomas legte den Kopf schief und er wollte sofort etwas erwidern, doch Amandin forderte ihn auf zu Schweigen. Er biss die Zähne zusammen und hörte ihr aufmerksam zu.
„Hoffnung ist sehr trügerisch! Sie ist wie ein Versprechen, dass ohne Blut gegeben wurde, eine geflüsterte Lüge die nicht zur Wahrheit werden muss.“ Nun hob sich seine linke Augenbraue vor Verwunderung. Er sah sie fragend an. Sie sprach von einer eigenen Erfahrung, er spürte es.

„Sie trägt Enttäuschung und Verrat in sich. ...“ Der Steinmetz schluckte schwer. Sand...der im Winde verweht.... Er sah sie an. Suchte Antworten in ihrem Blick. Erst jetzt dämmerte ihm, dass Amandin seine Frau zuerst in ihre eigenen Dienste genommen hatte und sie nun doch bei ihrer Schwester war. Was war nur geschehen?! Er konnte sich nicht vorstellen, dass Beth sie wissentlich verärgert hatte. Andererseits...was wusste er wirklich noch von seiner Frau? Der Krieg hatte alles Verändert. Ihn selbst...und sie vermutlich auch.

„Hoffst du eines Tages … wieder … mit den beiden zusammen zu sein?“ Thomas schluckte leer und schloss für einen Moment die Augen. Ja. Ja, natürlich hoffte er dies. Das konnte er nicht leugnen. Sie waren seine Familie! Er gäbe viel dafür, seine Louisa in die Arme zu schliessen und auch Beth. Er liebte die beiden abgöttisch, wie er auch Amandin liebte! Sein Herz war gross genug für alle drei...warum war dies so schwer zu verstehen?

“Hoffst du mir zu entkommen und wieder frei zu sein? Ist es das, was dein Herz sich erträumt, das was dich am Leben hält?“ Thomas schüttelte den Kopf, trat auf Amandin zu und wollte insistieren, doch wieder kam sie ihm zuvor. „Nein, sag nichts!! Ich weiß, dass es so ist... oder mindestens war! Er schloss die Augen und rieb sich wieder über die Stirn. Dieses Gespräch entwickelte sich in die völlig falsche Richtung! Er spürte wie sich seine Unruhe langsam in seinem Körper ausbreitete und abermals seine Magie reizte. In seinen Adern kribbelte es.

“Die Gefangenschaft tötet bei vielen den Willen, aber nicht die Hoffnung, wie du selbst sagst.“ Er legte seinen Kopf schief und nickte schliesslich. „Ja.“ Brummte er nur. “Das habe ich schon öfter gehört, nur nie ganz verstanden.“ Warum fragte sie ihn nicht einfach? Er könnte ihr so vieles Erklären!
“Aber ich will dir auch etwas Anderes zum denken geben... „ Thomas spürte instinktiv, dass nun etwas schwerwiegendes Folgen würde. Amandin tat sich nicht leicht mit der Formulierung der folgenden Worte. Die Gedanken dahinter, schienen ihr weh zu tun.

„Ich werde dir ein Bild malen... Stell dir vor, ich würde dich, deine Beth und Louisa in einen Wagen setzen, ich würde euch Gold geben, auch aus der Stadt bringen und ihr könntet euch auf in ein anderes Leben machen...“ Abermals runzelte er die Stirn. Vorsichtig hob er seine Hände und begann mit dem Kopf zu schütteln. Nein...darum ging es doch gar nicht! Er wollte sie nicht verlassen! Und überhaupt, wo sollten sie schon hingehen? Sie kämen wohl kaum 10 Meter weit... Er stutzte kurz. War es das? Klammerte er sich deshalb so fest an sie? Weil sie ihm Sicherheit gab? Nein...nein das war es nicht!

“...und ich würde allein … und ohne deine Liebe… deine Hoffnung zurückbleiben, die du mich lehrtest … Ich würde hassen, ich würde schreien, ich würde töten und Rache an jenen nehmen, die mir sinnlos Hoffnung gaben.“ Er schluckte leer. Bedeutete er ihr so viel? So viel, dass sie ohne ihn untergehen würde? Dies hatte sie ihm noch nie in dieser Deutlichkeit offenbart. Sagte sie ihm gerade, dass er sie zu einem besseren „Menschen“ machte?

“Vielleicht würde ich im Blut deiner Freunde baden, vielleicht auch nicht...“ Dies war eine ziemlich deutliche Drohung. Aber er wusste auch, dass dieses Szenario durchaus im Rahmen ihrer Möglichkeiten stand. Sie wollte ihn nicht zwingen bei ihr zu bleiben, dies war nicht ihre Art, schon gar nicht mithilfe solcher Druckmittel. Sie sehnte sich nach seiner Liebe und sie wusste bereits, dass diese nicht erzwungen werden konnte. Aber sie übersah offensichtlich, dass sie ihn doch schon längstens für sich gewonnen hatte!

“Aber wozu sollte ich einen Tempel bauen, eine Stadt erhalten, die ohne Hoffnung ist? Denke einmal darüber nach, dass deine Hoffnung auch zwei Seiten haben könnte, so wie es immer in der Welt ist. Dort wo die Erde uns Gleichgewicht schenkt, dort wo sie gibt, muss sie an anderer Stelle auch verderben bringen.“ Er nickte und senkte nachdenklich sein Haupt. Er beobachtete sie dabei, wie sie langsam zum Regal schritt und sich die vielen Bücher betrachtete und unsicher deren Buchrücken berührte. Er kam langsam auf sie zu.

„Vielleicht... vielleicht bin ich nicht gut für dich... zu hart. Zu kalt für... „ Er lächelte. Seine Pranken schlangen sich vorsichtig um ihre Hüfte herum und kamen auf ihrem Bauch zu liegen. Er küsste ihre Schulter, gewährte ihr aber den nötigen Raum, als sie sich zu ihm umdrehte.
„Ich – hoffe – dass unsere Verbindung weitere Wurzeln schlägt.“ Er lächelte und nickte. Dies hoffte er auch!

“Aber dafür musst du mich so nehmen wie ich bin. Auch das was in der Welt darstelle und das wird sehr schwer für dich werden! Ich muss das Gleichgewicht wahren. Ich werde auch weiterhin in deinen Augen grausames vollbringen und auf der anderen Seite Wunder bewirken. Ob ich es muss oder es will, ist dabei irrelevant.“ Seine Gesichtszüge verdunkelten sich für einen Moment. Tatsächlich sprach Thomas nicht gerne über diesen Bestandteil ihrer gemeinsamen Beziehung. Ja, er wusste, dass Amandin nicht aus ihrer Position und Haut ausbrechen konnte und sie ihrem Amt gerecht werden musste. Sonst konnte es auch für sie sehr schnell gefährlich werden. Er wusste auch, dass es Dinge in ihrem Leben gab, die er absolut verurteilen würde, die aber für Amandin selbstverständlich war und von denen sie sich wohl auch kaum distanzieren würde. Das Gleiche traf übrigens auch auf ihn zu. Für seine Mitstreiter, vielleicht auch für seine Familie gehörte Amandin zu den feindlichen Besatzern. Er hatte demnach einen Pakt mit einer Dämonin geschlossen! Diesbezüglich stand ihre Verbindung wahrlich unter keinem guten Stern. Hier in ihrem Haus, ohne die neugierigen Blicke von Aussenstehenden konnten sie sich ihr kleines Paradies schaffen... aber sie würden sich nicht ewig von der Aussenwelt abschirmen können. Amandin würde ihn nicht ewig zurückhalten können. Irgendwann würde sie ihn jenen Facetten ihres Lebens aussetzen müssen, die für ihn schwierig waren. Das wussten sie beide und Amandin hatte Thomas mit seiner Anwesenheit am Empfang ihres Onkels schon einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

Auch hatte sich Amandin hinsichtlich Harker höchstens etwas Zeit verschafft. Aber ihre Hochzeit war noch nicht aus der Welt geräumt...
“Aber … auch ich brauche eine... wie sagt ihr? Eine Schulter, an die ich mich anlehnen kann um Kräfte zu sammeln. Wenn du das sein willst, bin ich für dich da. Ich werde alles tun um dein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich werde dich schützen, dich ...umwerben...“ Diese Worte wirkten wie Balsam auf Amants Ego. Beide Persönlichkeitsanteile wollten sie beschützen, aber bei Amant war dieses Bedürfnis weit ausgeprägter und impulsiver. Amant würde für den Schutz seiner Herrin weiter gehen als Thomas. Das dürfte selbst ihr bewusst sein. Sie könnte ihn über seinen erwachten stolzen Anteil zu Handlungen verleiten, die seinem ursprünglichen Wesen ziemlich zusetzen würden. Thomas lächelte dennoch. Zu süss waren ihre Worte.

„... dich lehren und nähren, bis du stark und mächtig an meiner Seite stehen kannst. Ich brauche einen Partner, ich brauche dich... dich!“ Sie brauchte ihn nur anzuschauen um zu wissen, dass er bei ihr sein wollte.

„Ich kann unberechenbar sein wie ein Vulkan, leidenschaftlich wie Feuer, verzehrend wie Magma, aber auch kalt wie Stein und zerstörerisch, wie eine Lawine. Vielleicht liegt noch viel mehr in mir verborgen, dass du an die Oberfläche bringen kannst. Vielleicht auch … Hoffnung.“ Er musste der Versuchung widerstehen sie zu küssen. Es tat ihm leid, dass er sie derart in die Ecke gedrängt hatte und sie ihm so öffnen musste. Er wusste schliesslich, dass ihr dies äusserst schwer fiel.

„Wenn es dein Wunsch ist, dann lasse ich dich deine Tochter sehen... und mit ihr reden... und schicke sie danach zu deiner … zu Beth. Zu Sand. Zu meiner Schwester.“ Jedes einzelne Wort ging ihr nur qualvoll über die Lippen. Er konnte es hören, fühlen. Die Sorge um seine Familie war für Amandin wie eine offene Wunde, in die er immer wieder hineinstach. Aber Thomas wäre nicht Thomas, wenn er nicht alles daran setzen würde diese Wunde zu heilen. Er ergriff ihre Hände, strich über ihren Handrücken und schaute sie abermals an. „Ich danke Dir, Amandin.“ Begann er vorsichtig. „Unsere Verbindung ist nicht leicht, sie verletzt so manch ein Gesetz und eine Tradition... und ja... vielleicht ist es wahr, vielleicht bist du zu kalt, zu hart...und ich zu warm, zu weich. Wer kann es wirklich wissen? Doch so ist es nunmal wenn man Hoffnung auf eine Gemeinsame Zukunft hat... man...versucht einfach damit klarzukommen, die Gräben zu überwinden... du hast recht... Hoffnung ist flüchtig, genauso wie es die Liebe auch ist... das einzige was wir tun können ist unser Bestes zu geben... und bisher...gelingt es uns doch ganz gut...mhm?“ Er lächelte Sanftmütig, wurde dann aber wieder ernster.
„Vielleicht...vielleicht sollten wir einander einfach auch vorsichtig Zugang zu jenen Bereichen unseres Lebens geben, die wir vor dem anderen am liebsten verschliessen würden. Weil wir Angst haben, wir könnten uns gegenseitig damit weh tun.“ Er machte eine kurze Pause ehe er fortfuhr. „Ich würde mich freuen, wenn du mit mir kommst...und Louisa näher kennenlernst. Lass sie und Beth wissen, dass du ein Teil meines Lebens bist...Teil der Familie... und...ich würde mich...sicherer fühle mit Dir an meiner Seite...ich...ich weiss nämlich gar nicht wirklich, wie ich meiner Tochter begegnen soll.“ Gab er ehrlich zu.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 22. Mai 2017, 19:11

Amant hatte die Näher seiner Herrin wiedererlangt und hielt sich nah an ihrem Leib, die Hände auf ihren Hüften. Sie hatte leise gesprochen, unsicher, eine Welt betretend, die sie nicht kannte und er musste sie hier führen. Gleichzeitig war es immernoch sie, die das Ruder seines Schicksals in den zarten Händen hielt.
„Wenn es dein Wunsch ist, dann lasse ich dich deine Tochter sehen... und mit ihr reden... und schicke sie danach zu deiner … zu Beth. Zu Sand. Zu meiner Schwester.“
Jedes einzelne Wort ging ihr nur qualvoll über die Lippen. Er konnte es hören, fühlen. Die Sorge um seine Familie war für Amandin wie eine offene Wunde, in die er immer wieder hineinstach. Das Stocken ihrer Stimme, ihr schwerer Atem waren Beweis genug. Er ergriff ihre Hände, strich über ihren Handrücken und schaute sie abermals an.
„Ich danke Dir, Amandin.“
Begann er vorsichtig und nach zwei Herzschlägen sah sie ihn auch wieder an.
„Unsere Verbindung ist nicht leicht, sie verletzt so manch ein Gesetz und eine Tradition... „
Seine Untertreibung vollbrachte tatsächlich das Wunder, dass sich ihr Mundwinkel leicht hob.
„... und ja... vielleicht ist es wahr, vielleicht bist du zu kalt, zu hart...und ich zu warm, zu weich. Wer kann es wirklich wissen? Doch so ist es nun mal wenn man Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft hat... man...versucht einfach damit klarzukommen, die Gräben zu überwinden... du hast recht... Hoffnung ist flüchtig, genauso wie es die Liebe auch ist... das einzige was wir tun können ist unser Bestes zu geben... und bisher...gelingt es uns doch ganz gut...mhm?“
Er lächelte sanftmütig, wurde dann aber wieder ernster.
„Vielleicht...vielleicht sollten wir einander einfach auch vorsichtig Zugang zu jenen Bereichen unseres Lebens geben, die wir vor dem anderen am liebsten verschließen würden. Weil wir Angst haben, wir könnten uns gegenseitig damit weh tun.“
Er machte eine kurze Pause ehe er fortfuhr und so entging ihm auch nicht die Dunkelheit, die durch ihre Augen zuckte. Nein, dieser Gedanke gefiel ihr überhaupt nicht, aber wenigstens schmetterte sie ihn nicht sofort nieder.
„Ich würde mich freuen, wenn du mit mir kommst...und Louisa näher kennenlernst. Lass sie...“
Bis hier in war sie ihm gefolgt. Ihre Hände lagen warm auf seiner Brust und malten gedankenverloren Kreise auf seine Haut.
„... und Beth wissen, ...“
Hier wanderten ihre Brauen merklich zusammen. Ihr Blick senkte sich, wurde kritisch und Thomas wurde das Gefühl nicht los, dass sie sich jedes Mal ein kleines Stück weiter von ihm entfernte, wenn er Beths Namen aussprach.
„...dass du ein Teil meines Lebens bist...Teil der Familie...“
Ob das wirklich ging? Beth, Louisa UND Amandin? Wie sollte das gehen? Amant flüsterte ihm gleich Phantasien von beiden Frauen in einem Bett ein, doch Thomas ging es hier um etwas ganz anders. Der Steinmetz war kaum weniger mit der Situation überfordert, wie seine Herrin und das brachte er auch zum Ausdruck:
„... und...ich würde mich...sicherer fühle mit Dir an meiner Seite...ich...ich weiß nämlich gar nicht wirklich, wie ich meiner Tochter begegnen soll.“
, gab er ehrlich zu, doch in Amandins Augen stand deutlich Zweifel. Sie blinzelte ein paar mal verwirrt, griff dann zu seiner Wange hinauf und streichelte ihm eine Haarsträhne hinters Ohr. Es war eine sanfte Geste, die kaum zu ihr passte und doch so zärtlich. Dann zog sie unsicher die Hand zurück. Sie war immernoch nervös und entwand sich seiner Umarmung um in seiner Nähe auf und ab zu gehen. B und an streifte sie ihn mit ihrem Körper, wie um sich zu vergewissern, dass er noch da war, oder um ihn zu beruhigen, dass sie nicht fort ging. Dann - vollkommen unvermittelt blieb sie stehen und drehte sich zu ihm um.
„Kiesel!“
Ihre Mundwinkel zuckte leicht und sie sah ihn merkwürdig ängstlich an; eine Mischung aus Furcht wieder etwas falsch zu machen und Hoffnung.
„Was hältst du von dem Namen *Kiesel* für dein Mädchen?“
Ihre Finger rangen vor ihrem Bauch miteinander.
„Ich würde gerne dein Kind besser kennen lernen. Ich... Ich habe sie bisher nur kurz wach gesehen und sie hat noch sehr viel Angst. Ich hatte noch nicht viel Gelegenheit... Aber eine andere Frage wäre noch wichtig zu klären! Du willst sie sicher nicht hier...“
Damit machte sie eine grobe Geste, die das Anwesen einschloss.
„... ich meine hier unter meinen Leibdienern aufwachsen lassen? Ich meine zu wissen, dass ihr in eurer Kultur in einem Haus wie diesem keine Kinder haben wollt. Wir gehen hier mit unseren Körpern ja doch deutlich offener um als es bei euch üblich ist.“
Damit öffnete sie kurz den Morgenmantel und zeigte in einer schauspielerischen Meisterleistung „schüchtern“ ihr Bein, von Knöchel hinauf bis zur Mitte ihrer festen Schenkel langsam ihre Haut entblößend. Dann schloss sie wieder den Mantel und Amant knurrte in Thomas Innern leise auf. Das da war sein! Und sie versteckte es vor seinen Blicken!
Thomas wurde hoffentlich zur gleichen Zeit bewusst, in was für einem Umfeld er Louisa hier einlud. Sollte seine Tochter wirklich wissen, wie er jetzt lebte? Und könnte er sie vielleicht doch hier aufwachsen lassen? War es besser hier, als bei Serunda? Amandin vertraute er wenigstens. So viele Fragen waren noch offen und Amandin nestelte wieder an ihren schwarzen Nägeln.
„Du hast gesagt, dass es gut wäre wenn wir einander einfach auch vorsichtig Zugang zu jenen Bereichen unseres Lebens geben, die wir vor dem anderen am liebsten verschließen würden.“
Sie rang mit sich, dass konnte er deutlich spüren.
„Es gibt da etwas... ein Ritual, dass ich bald für ein paar der höheren Herrschaften hier vorbereiten muss... Dafür brauche ich ...einen willigen *Sklaven*. Im Grunde genommen ist es sehr viel Täuschung, ein bisschen Spiel und ein kleiner Kitzel für die Augen einiger ausgewählter Gläubige. Faldor selbst würde vermutlich seinen Spaß daran haben und darüber lachen, wie leicht seine Anhänger zufrieden zustellen sind.“
Sie zog kurz hämisch schmunzelnd eine Braue hoch und wurde dann wieder ernst.
„Und ja, es ist auch Blut im Spiel, aber hauptsächlich geht es um zur Schaustellung von Lust.“
Amandin sah ihn vorsichtig wartend an und versuchte aus seiner Miene schlau zu werden.
„Es wäre für mich nur eine Kleinigkeit aber für dich ein gewaltiger Schritt in meine Welt. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, … dann gäbe es da etwas anders. Etwas das wir davor tun könnten um dich an gewisse Dinge gewöhnen zu können. Hast du schon mal etwas von einer Orgie gehört?“
Woher kam nur plötzlich dieses Rauschen? Unwillkürlich begannen Thomas Hände zu schwitzen, aber das schlimmste war, dass seine Lenden voller Neugierde erwachten... ganz ohne sein Zutun! Wieder einmal verriet ihn sein Körper sträflich.
Aber die Frage blieb. War er wirklich bereit in Amandins Welt zu leben? Sich ernsthaft mit ihr zu beschäftigen? Ein Teil von ihr zu werden? Oder hatte er doch zu viel Angst, dass ihn das alles dann für immer verändern würde?
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Samstag 27. Mai 2017, 14:07

Was in Lysanthors Namen hatte Beth nur getan, um Amandins Groll zu verdienen? Es musste etwas Schwerwiegendes gewesen sein, wenn sie nicht mehr in ihren persönlichen Diensten stand, sondern ihrer Schwester übergeben wurde. Die Frage nach seiner Frau hing ihm auf den Lippen, doch er wartete ab. Jetzt war nicht der richtige Augenblick. Wie er es selbst gesagt hatte – es ging hier um Louisa, nicht um seine Ehefrau. Er musste sich selbst an diesen Vorsatz halten.
Er tat alles dafür, dass sich Amandin nicht ausgeschlossen fühlte. Thomas wollte vor niemandem verbergen, dass sie zu einem zentralen Punkt in seinem Leben geworden war. Niemand musste dies verstehen und es war ihm mittlerweile egal, was andere darüber denken mochten. Vermutlich würden gar seine Freunde ihn für diese Bande verurteilen. Sollten sie doch!

Amandin war nicht der Krieg! Sie war nicht die Besatzung! Sie konnte auch nichts für die Familie in die sie hineingeboren worden war! Sie tat das Beste aus ihrer Situation und versuchte den Menschen zu helfen! Liebe war stärker als Ethnie, stärker als Nationen, stärker als der Krieg und Hass. Zumindest wollte Thomas daran glauben.
Er neigte seinen Kopf leicht, ihrer Hand entgegen, als sie ihn an der Wange berührte. „Ich liebe dich.“ Hauchte er. Er liebte es, dieses Bekenntnis auszusprechen und er fühlte weder ein Hauch von Scham noch moralische Verwerflichkeit dabei. Sie löste sich von ihm und ging auf und ab. Amant war sehr empfänglich für ihre sanften Berührungen. Er war es, der die magnetische Verbindung aufrecht erhielt. Er war es, der Thomas nicht schlafen liess, wenn Amandin zu weit weg war. Er war es, der ständig in ihrer Nähe sein wollte, in ihr sein wollte, ein Teil von ihr sein wollte.

„Kiesel!“ Thomas hob beide Augenbrauen, erkannte dann aber den Sinn hinter diesem Wort. Er lächelte und nickte.
„Was hältst du von dem Namen *Kiesel* für dein Mädchen?“ Sie machte ihm mit diesem Namen ein unglaublich grosszügiges Geschenk. Die Tatsache, dass Louisa einen Namen von Amandin erhielt bedeutete in Thomas Augen nichts anders, als dass sein Kind in Amandins Haus, respektive „erweiterte“ Familie aufgenommen werden würde. Er trat an sie heran. Griff nach ihren unsicheren Händen, strich über ihre Finger und küsste ihre Stirn. „Er ist wundervoll.“ Hauchte er ihr dankbar entgegen und sah ihr tief in die Augen.

Ich würde gerne dein Kind besser kennen lernen. „Oh du wirst sie mögen, sie liebt die Steine ebenso wie ich es tue.“ Meinte Thomas vergnügt. Thomas konnte nicht wirklich einschätzen, ob die ganze Sachen auf Gegenseitigkeit beruhen würde. Seine Louisa war ein sehr aufgewecktes und neugieriges Kind gewesen, dass sich so schnell nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. Seine Louisa hätte beispielsweise Amandins Auftritt mit ihrem Warg höchst aufregend gefunden. Nun gut... Amandins Nacktheit hätte sie vermutlich irritiert, denn auch seine Tochter war selbstverständlich in gutbürgerlicher, pelgarischer Manier erzogen worden. Thomas Blick verdunkelten sich etwas und seine Gesichtszüge wurden ernst, als Amandin weitersprach. Seine Louisa, ja. Zwischen dieser Einschätzung und der heutigen Situation lag Krieg, Tod, Folter, Missbrauch, Trennung und Angst. Thomas verspürte ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend, wenn er daran dachte wie stark all diese schlimmen Eindrücke auf seine Tochter eingewirkt haben könnten. Was wenn jegliche Fähigkeit zur Freude, jegliche Leichtigkeit, legliche Sorglosigkeit und jegliche Lebenslust für immer vernichtet war? Würde er sie trotzdem noch so lieben können wie zuvor? Würde Louisa ihn noch gerne haben?

Amandin holte ihn mit ganz praktischen Fragestellungen aus seinen düsteren Gedanken zurück. „Wie...was?“
Ich meine... Wir gehen hier mit unseren Körpern ja doch deutlich offener um als es bei euch üblich ist.“ Er starrte sie an, als sie ihren Morgenmantel öffnete und ihm süsse Einblicke gewährte. Ihr Körper hatte nach wie vor keinen Deut von seiner Wirkung verloren. Der Steinmetz war ganz süchtig nach ihrer Haut und Amant machte gar Besitzansprüche geltend. Ihm gefiel es nicht, dass sie sich vor ihm zuschnürte. Wenn es nach ihm ging, so sollte sie den ganzen Tag nackt, oder zumindest aufreizend herumspazieren – nun diesbezüglich rannte er bei ihr zumindest offene Türen ein.

Thomas rieb sich die Stirn. Er wollte Louisa bei sich haben und in Amandins Obhut wissen. Serunda vertraute er nicht, aber vielleicht könnte er es lernen, wenn er sah, dass Amandin es tat. In einem Punkt hatte Amandin nämlich Recht, sie in diesem Haus aufwachsen zu lassen wäre...seltsam. Nein undenkbar! Was wenn er dereinst seine Tür nur angelehnt hätte, gerade mit Amandin zugange wäre und dann käme Louisa rein und... Nein! Nein nein nein. Ausserdem würde er ihr wohl kaum die Aufmerksamkeit schenken können, die Louisa von einem Elternteil verdient hätte.

Beth war immer schon der ruhigere Part gewesen. Sogar während ihrer Schwangerschaft hatte sie ihn beruhigen müssen. Auch bei Krankheit und Unfällen hatte sie jeweils besonnener reagiert. Beth hatte diese Tatsache immer auf ihren Beruf als Krankenschwester geschoben, doch daran hatte es nicht gelegen. Thomas war immer der besorgtere, der ängstlichere von ihnen beiden gewesen. Ausgerechnet er, der kräftige Riese! Manchmal hatte ihn Beth sogar damit aufgezogen. Er seufzte. Er vermisste sie.
„Du hast gesagt, dass es gut wäre wenn wir einander einfach auch vorsichtig Zugang zu jenen Bereichen unseres Lebens geben, die wir vor dem anderen am liebsten verschließen würden.“ Wieder holte ihn Amandin ins Hier und Jetzt. Er nickte. Das waren seine Worte gewesen, ja. Würde sie...dem tatsächlich nachkommen? Er spürte, dass ihr die nächsten Worte nicht leichtfielen. Schämte sie sich für diese Seite? Hatte sie Angst, sie könnte ihn verlieren?

„Es gibt da etwas... ein Ritual, dass ich bald für ein paar der höheren Herrschaften hier vorbereiten muss... Dafür brauche ich ...einen willigen *Sklaven*.“ Amant hatte sie damit schon für sich gewonnen. Er wäre jederzeit sehr gerne dazu bereit ihr williger Sklave zu sein. Amant scherte sich zudem auch nicht bezüglich Zuschauer oder anderer moralischer Hemmschuhe. Er wollte sich nur mit ihr Vereinen, so oft wie möglich. Ausserdem wollte Amant ihr einziger willige Sklave sein. Die Vorstellung, dass sonst jemand anders seinen Platz im Ritual einnehmen würde, passte ihm nicht. Thomas hingegen war da schon etwas skeptischer. Er kannte schliesslich nur Gerüchte über dunkelelfische Rituale und die hatten vor allem viel mit Gewalt, Blut und Tod zu tun. Amandin schien sich dessen offensichtlich auch bewusst zu sein, denn sie fügte an:

„Und ja, es ist auch Blut im Spiel, aber hauptsächlich geht es um zur Schaustellung von Lust.“ Zurschaustellung von Lust? Thomas schluckte leer, denn er spürte bereits wieder ein verdächtiges Ziehen in den Lenden. Das durfte doch nicht wahr sein! Wie konnte er bei der Aussicht auf Blut, Gewalt, Sklaverei, Voyerismus und Zurschaustellung von Lust nur...Erregung empfinden? Vielleicht weil er Amandin zutiefst vertraute und er wusste, dass sie ihm nichts aussetzen würde, was ihn dauerhaft traumatisieren könnte. Tatsächlich schien es gar ihr sehnlicher Wunsch zu sein, dieses Erlebnis mit ihm zu teilen.
„Es wäre für mich nur eine Kleinigkeit aber für dich ein gewaltiger Schritt in meine Welt.“ Er nickte schüchtern, aber sein Körper hatte ihn schon längstens verraten. “Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, … dann gäbe es da etwas anders. Etwas das wir davor tun könnten um dich an gewisse Dinge gewöhnen zu können. Hast du schon mal etwas von einer Orgie gehört?“ Nun wurden seine Ohrenspitzen rot. Orgie? Er kannte Orgeln... ach was! Selbst Thomas war nicht SO naiv. Natürlic wusste er, was Orgien war. Die Quelle dieses Wissens war allerdings durchaus erwähnenswert:

Thomas hatte vor dem Krieg oft an Lysanthortempeln zu tun, weil deren Masswerke und steinernen Verzierungen damals immer wieder gewartet und restauriert werden mussten. Neben den Steinmetzen waren allerdings auch pelgarische Witwen und alten Jungfern, die treusten Besucher jener Templer und die hatten es faustdick hinter den Ohren. Die schmutzigsten Gespräche der Stadt, hatte zumindest immer in diesen Kreisen stattgefunden. Vor der Beichte hatten sich die Frauen jeweils auf dem Vorplatz versammelt und den neusten Klatsch ausgetauscht. Sie erzählten sich von dem Bunten Treiber der Seilermeister und Gerber und den Orgien, die sie jeweils in ihren Kellern veranstalteten wenn Vollmond war. Lauter solche Geschichten! Thomas ging davon aus, dass der grösste Teil davon wohl höchstens der Fantasie der Weiber entsprungen waren und möglicherweise gewisse ungelebte Bedürfnisse befriedigte. Schliesslich war der Austausch von Schauergeschichten und die Beichte für sie die einzige legitime Möglichkeit in Pelgar gewesen, um auch nur annähernd über Sex zu reden.

Dies war aber ein markanter Unterschied: Die Weiber hatten darüber gesprochen, Thomas hingegen wurde gerade eingeladen es zu tun und er hatte seine Herrin ja insgeheim sogar darum gebeten, ihn in diesen Bereich ihres Lebens einzuführen. Also konnte er jetzt unmöglich kneifen. Andererseits hätte Amandin ihm das Angebot nicht gemacht, wenn sie ihn nicht für bereit hielt. „Wann soll das Ritual stattfinden?“ Tatsächlich hatte er tausend Fragen zum Ritual: Was genau dort passieren würde, um wessen Blut es gehen würde, was genau sie mit „Zurschaustellung von Lust“ meinte, wer daran Beteiligt sein würde, welche Rolle sie beiden spielen würden... aber keine dieser Fragen kam tatsächlich über seine Lippen. Er wollte ein guter Sklave, ein würdiger Sklave sein und er vertraute daher darauf, dass sie ihn mit allen nötigen Informationen ausstatten würde, die er vorher wissen sollte. Jegliche sonstige Überraschung war vermutlich Teil des Rituals und der Inszenierung.
Aber eins war mittlerweile für ihn klar: Er konnte Louisa unmöglich in diesem Millieu aufwachsen lassen.

Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Ja... du willst gar nicht wissen von wem.“ Schmunzelte er und flüsterte ihr die Geschichte dennoch ins Ohr. Ein wunder eigentlich, dass nicht einmal wöchentlich der Blitz in den Tempel eingeschlagen hatte, angesichts solcher geballter Verdorbenheit!
Er strich sich kurz in einer unbewussten Bewegung über den Unterbauch. „Aber...lass uns erst Duschen und Frühstücken...ja?“ Er lächelte und guckte ein skeptisch an sich herunter. Sein Körper wurde schliesslich in letzter Zeit ziemlich...einseitig beansprucht und langsam machte er sich sorgen, ob er dieses....mhm..Tempo weiterhin durchhalten würde. Es konnte doch nicht wirklich gesund sein...so oft... und mit verschiedenen Leuten...
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Samstag 27. Mai 2017, 14:08

Was in Lysanthors Namen hatte Beth nur getan, um Amandins Groll zu verdienen? Es musste etwas Schwerwiegendes gewesen sein, wenn sie nicht mehr in ihren persönlichen Diensten stand, sondern ihrer Schwester übergeben wurde. Die Frage nach seiner Frau hing ihm auf den Lippen, doch er wartete ab. Jetzt war nicht der richtige Augenblick. Wie er es selbst gesagt hatte – es ging hier um Louisa, nicht um seine Ehefrau. Er musste sich selbst an diesen Vorsatz halten.
Er tat alles dafür, dass sich Amandin nicht ausgeschlossen fühlte. Thomas wollte vor niemandem verbergen, dass sie zu einem zentralen Punkt in seinem Leben geworden war. Niemand musste dies verstehen und es war ihm mittlerweile egal, was andere darüber denken mochten. Vermutlich würden gar seine Freunde ihn für diese Bande verurteilen. Sollten sie doch!

Amandin war nicht der Krieg! Sie war nicht die Besatzung! Sie konnte auch nichts für die Familie in die sie hineingeboren worden war! Sie tat das Beste aus ihrer Situation und versuchte den Menschen zu helfen! Liebe war stärker als Ethnie, stärker als Nationen, stärker als der Krieg und Hass. Zumindest wollte Thomas daran glauben.
Er neigte seinen Kopf leicht, ihrer Hand entgegen, als sie ihn an der Wange berührte. „Ich liebe dich.“ Hauchte er. Er liebte es, dieses Bekenntnis auszusprechen und er fühlte weder ein Hauch von Scham noch moralische Verwerflichkeit dabei. Sie löste sich von ihm und ging auf und ab. Amant war sehr empfänglich für ihre sanften Berührungen. Er war es, der die magnetische Verbindung aufrecht erhielt. Er war es, der Thomas nicht schlafen liess, wenn Amandin zu weit weg war. Er war es, der ständig in ihrer Nähe sein wollte, in ihr sein wollte, ein Teil von ihr sein wollte.

„Kiesel!“ Thomas hob beide Augenbrauen, erkannte dann aber den Sinn hinter diesem Wort. Er lächelte und nickte.
„Was hältst du von dem Namen *Kiesel* für dein Mädchen?“ Sie machte ihm mit diesem Namen ein unglaublich grosszügiges Geschenk. Die Tatsache, dass Louisa einen Namen von Amandin erhielt bedeutete in Thomas Augen nichts anders, als dass sein Kind in Amandins Haus, respektive „erweiterte“ Familie aufgenommen werden würde. Er trat an sie heran. Griff nach ihren unsicheren Händen, strich über ihre Finger und küsste ihre Stirn. „Er ist wundervoll.“ Hauchte er ihr dankbar entgegen und sah ihr tief in die Augen.

Ich würde gerne dein Kind besser kennen lernen. „Oh du wirst sie mögen, sie liebt die Steine ebenso wie ich es tue.“ Meinte Thomas vergnügt. Thomas konnte nicht wirklich einschätzen, ob die ganze Sachen auf Gegenseitigkeit beruhen würde. Seine Louisa war ein sehr aufgewecktes und neugieriges Kind gewesen, dass sich so schnell nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. Seine Louisa hätte beispielsweise Amandins Auftritt mit ihrem Warg höchst aufregend gefunden. Nun gut... Amandins Nacktheit hätte sie vermutlich irritiert, denn auch seine Tochter war selbstverständlich in gutbürgerlicher, pelgarischer Manier erzogen worden. Thomas Blick verdunkelten sich etwas und seine Gesichtszüge wurden ernst, als Amandin weitersprach. Seine Louisa, ja. Zwischen dieser Einschätzung und der heutigen Situation lag Krieg, Tod, Folter, Missbrauch, Trennung und Angst. Thomas verspürte ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend, wenn er daran dachte wie stark all diese schlimmen Eindrücke auf seine Tochter eingewirkt haben könnten. Was wenn jegliche Fähigkeit zur Freude, jegliche Leichtigkeit, legliche Sorglosigkeit und jegliche Lebenslust für immer vernichtet war? Würde er sie trotzdem noch so lieben können wie zuvor? Würde Louisa ihn noch gerne haben?

Amandin holte ihn mit ganz praktischen Fragestellungen aus seinen düsteren Gedanken zurück. „Wie...was?“
Ich meine... Wir gehen hier mit unseren Körpern ja doch deutlich offener um als es bei euch üblich ist.“ Er starrte sie an, als sie ihren Morgenmantel öffnete und ihm süsse Einblicke gewährte. Ihr Körper hatte nach wie vor keinen Deut von seiner Wirkung verloren. Der Steinmetz war ganz süchtig nach ihrer Haut und Amant machte gar Besitzansprüche geltend. Ihm gefiel es nicht, dass sie sich vor ihm zuschnürte. Wenn es nach ihm ging, so sollte sie den ganzen Tag nackt, oder zumindest aufreizend herumspazieren – nun diesbezüglich rannte er bei ihr zumindest offene Türen ein.

Thomas rieb sich die Stirn. Er wollte Louisa bei sich haben und in Amandins Obhut wissen. Serunda vertraute er nicht, aber vielleicht könnte er es lernen, wenn er sah, dass Amandin es tat. In einem Punkt hatte Amandin nämlich Recht, sie in diesem Haus aufwachsen zu lassen wäre...seltsam. Nein undenkbar! Was wenn er dereinst seine Tür nur angelehnt hätte, gerade mit Amandin zugange wäre und dann käme Louisa rein und... Nein! Nein nein nein. Ausserdem würde er ihr wohl kaum die Aufmerksamkeit schenken können, die Louisa von einem Elternteil verdient hätte.

Beth war immer schon der ruhigere Part gewesen. Sogar während ihrer Schwangerschaft hatte sie ihn beruhigen müssen. Auch bei Krankheit und Unfällen hatte sie jeweils besonnener reagiert. Beth hatte diese Tatsache immer auf ihren Beruf als Krankenschwester geschoben, doch daran hatte es nicht gelegen. Thomas war immer der besorgtere, der ängstlichere von ihnen beiden gewesen. Ausgerechnet er, der kräftige Riese! Manchmal hatte ihn Beth sogar damit aufgezogen. Er seufzte. Er vermisste sie.
„Du hast gesagt, dass es gut wäre wenn wir einander einfach auch vorsichtig Zugang zu jenen Bereichen unseres Lebens geben, die wir vor dem anderen am liebsten verschließen würden.“ Wieder holte ihn Amandin ins Hier und Jetzt. Er nickte. Das waren seine Worte gewesen, ja. Würde sie...dem tatsächlich nachkommen? Er spürte, dass ihr die nächsten Worte nicht leichtfielen. Schämte sie sich für diese Seite? Hatte sie Angst, sie könnte ihn verlieren?

„Es gibt da etwas... ein Ritual, dass ich bald für ein paar der höheren Herrschaften hier vorbereiten muss... Dafür brauche ich ...einen willigen *Sklaven*.“ Amant hatte sie damit schon für sich gewonnen. Er wäre jederzeit sehr gerne dazu bereit ihr williger Sklave zu sein. Amant scherte sich zudem auch nicht bezüglich Zuschauer oder anderer moralischer Hemmschuhe. Er wollte sich nur mit ihr Vereinen, so oft wie möglich. Ausserdem wollte Amant ihr einziger willige Sklave sein. Die Vorstellung, dass sonst jemand anders seinen Platz im Ritual einnehmen würde, passte ihm nicht. Thomas hingegen war da schon etwas skeptischer. Er kannte schliesslich nur Gerüchte über dunkelelfische Rituale und die hatten vor allem viel mit Gewalt, Blut und Tod zu tun. Amandin schien sich dessen offensichtlich auch bewusst zu sein, denn sie fügte an:

„Und ja, es ist auch Blut im Spiel, aber hauptsächlich geht es um zur Schaustellung von Lust.“ Zurschaustellung von Lust? Thomas schluckte leer, denn er spürte bereits wieder ein verdächtiges Ziehen in den Lenden. Das durfte doch nicht wahr sein! Wie konnte er bei der Aussicht auf Blut, Gewalt, Sklaverei, Voyerismus und Zurschaustellung von Lust nur...Erregung empfinden? Vielleicht weil er Amandin zutiefst vertraute und er wusste, dass sie ihm nichts aussetzen würde, was ihn dauerhaft traumatisieren könnte. Tatsächlich schien es gar ihr sehnlicher Wunsch zu sein, dieses Erlebnis mit ihm zu teilen.
„Es wäre für mich nur eine Kleinigkeit aber für dich ein gewaltiger Schritt in meine Welt.“ Er nickte schüchtern, aber sein Körper hatte ihn schon längstens verraten. “Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, … dann gäbe es da etwas anders. Etwas das wir davor tun könnten um dich an gewisse Dinge gewöhnen zu können. Hast du schon mal etwas von einer Orgie gehört?“ Nun wurden seine Ohrenspitzen rot. Orgie? Er kannte Orgeln... ach was! Selbst Thomas war nicht SO naiv. Natürlic wusste er, was Orgien war. Die Quelle dieses Wissens war allerdings durchaus erwähnenswert:

Thomas hatte vor dem Krieg oft an Lysanthortempeln zu tun, weil deren Masswerke und steinernen Verzierungen damals immer wieder gewartet und restauriert werden mussten. Neben den Steinmetzen waren allerdings auch pelgarische Witwen und alten Jungfern, die treusten Besucher jener Templer und die hatten es faustdick hinter den Ohren. Die schmutzigsten Gespräche der Stadt, hatte zumindest immer in diesen Kreisen stattgefunden. Vor der Beichte hatten sich die Frauen jeweils auf dem Vorplatz versammelt und den neusten Klatsch ausgetauscht. Sie erzählten sich von dem Bunten Treiber der Seilermeister und Gerber und den Orgien, die sie jeweils in ihren Kellern veranstalteten wenn Vollmond war. Lauter solche Geschichten! Thomas ging davon aus, dass der grösste Teil davon wohl höchstens der Fantasie der Weiber entsprungen waren und möglicherweise gewisse ungelebte Bedürfnisse befriedigte. Schliesslich war der Austausch von Schauergeschichten und die Beichte für sie die einzige legitime Möglichkeit in Pelgar gewesen, um auch nur annähernd über Sex zu reden.

Dies war aber ein markanter Unterschied: Die Weiber hatten darüber gesprochen, Thomas hingegen wurde gerade eingeladen es zu tun und er hatte seine Herrin ja insgeheim sogar darum gebeten, ihn in diesen Bereich ihres Lebens einzuführen. Also konnte er jetzt unmöglich kneifen. Andererseits hätte Amandin ihm das Angebot nicht gemacht, wenn sie ihn nicht für bereit hielt. „Wann soll das Ritual stattfinden?“ Tatsächlich hatte er tausend Fragen zum Ritual: Was genau dort passieren würde, um wessen Blut es gehen würde, was genau sie mit „Zurschaustellung von Lust“ meinte, wer daran Beteiligt sein würde, welche Rolle sie beiden spielen würden... aber keine dieser Fragen kam tatsächlich über seine Lippen. Er wollte ein guter Sklave, ein würdiger Sklave sein und er vertraute daher darauf, dass sie ihn mit allen nötigen Informationen ausstatten würde, die er vorher wissen sollte. Jegliche sonstige Überraschung war vermutlich Teil des Rituals und der Inszenierung.
Aber eins war mittlerweile für ihn klar: Er konnte Louisa unmöglich in diesem Millieu aufwachsen lassen.

Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Ja... du willst gar nicht wissen von wem.“ Schmunzelte er und flüsterte ihr die Geschichte dennoch ins Ohr. Ein wunder eigentlich, dass nicht einmal wöchentlich der Blitz in den Tempel eingeschlagen hatte, angesichts solcher geballter Verdorbenheit!
Er strich sich kurz in einer unbewussten Bewegung über den Unterbauch. „Aber...lass uns erst Duschen und Frühstücken...ja?“ Er lächelte und guckte ein skeptisch an sich herunter. Sein Körper wurde schliesslich in letzter Zeit ziemlich...einseitig beansprucht und langsam machte er sich sorgen, ob er dieses....mhm..Tempo weiterhin durchhalten würde. Es konnte doch nicht wirklich gesund sein...so oft... und mit verschiedenen Leuten... und überhaupt...was war mit Schwangerschaften?!
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 7. Juni 2017, 15:06

Amandin beobachtete ihren Steinmetz genau, als sie ihm die wildesten Phantasien in den Kopf setzte. Orgien - - - und Rituale - - - und wie reagierte er? Mit Neugierde.
„Wann soll das Ritual stattfinden?“
Tatsächlich aber hatte er tausend Fragen zum Ritual, aber keine dieser Fragen kam tatsächlich über seine Lippen. Er wollte ein guter Sklave, ein würdiger Sklave sein und er vertraute daher darauf, dass sie ihn mit allen nötigen Informationen ausstatten würde, die er vorher wissen sollte. Jegliche sonstige Überraschung war vermutlich Teil des Rituals und der Inszenierung. Und vorbereiten wollte sie ihn darauf mit einer – Orgie! Fast hätte er bei seiner bildhaften Phantasie ihr Antwort überhört:
„In einer Woche, zum Beginn der Zeit des Erwachens. Wir Dunkelelfen versuchen dann die Dunkelheit noch ein wenig länger in unseren Herzen zu halten, wenn die Natur wieder zu blühen beginnt und die Welt ihr Antlitz dem Licht wieder zuwendet.“
Thomas war in der Zeit der dunklen Tage nach Andunie gekommen und nun begann die Natur wieder mit angenehmeren Temperaturen und frischen Winden das Leben einzuläuten. Thomas fühlte es auch. Das Leben um ihn herum erwachte – wenn gleich es seinen Steinen gleich war, ob sie von Schnee und Eis oder von Sonne und Licht umgeben waren. Sie existierten in Stille vor sich hin und nur wenig nahm wirklich auf sie Einfluss. Wenig – aber manches schon, wie zum Beispiel ein Steinmetz. Aber nicht nur Amants immerwährende Neugierde auf Amandin begann an seinen inneren Mauern zu kratzen, nein auch das Geschenk, dass sie ihm gemacht hatte wollte irgendwann erforscht werden. Die Sprache der Steine, seine Magie, der Weg den er gewählt hatte – er verlangte unterschwellig danach beschritten zu werden. Sicher wollte Thomas seine Magie baldmöglichst ausprobieren und lauschen, was der ein oder andere Stein ihm erzählen würde. Allein die Mauern die ihn hier umgaben! Was sie ihm wohl zu berichten hätten? Die älteren Tage würden gewiss interessant sein, aber auch die jüngere Vergangenheit, die sie gesehen hatten, die Wollust die hier eingezogen war, weckte seinen Wissensdurst. Orgien – das brachte ihn wieder zurück zum Thema und eins war mittlerweile für ihn klar: Er konnte Louisa unmöglich in diesem Milieu aufwachsen lassen. Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf als Amandin ihn fragen ansah. Anscheinend hatte sie in seinem Gesicht seine Gedankengänge erraten. Das Wissen schien sie zu überraschen, dass er mit diesem Wort etwas anfangen konnte. - Orgie.
„Ja... du willst gar nicht wissen von wem.“
Schmunzelte er und flüsterte ihr die Geschichte dennoch ins Ohr. Sie lachte leise. Ein wundervolles Geräusch für seine Ohren, dass ihn in einen Schleier aus Hoffnung hüllte, dass sein Leben hier doch gut sein könnte. Er strich sich kurz in einer unbewussten Bewegung über den Unterbauch und Amandin legte ihre Hand dazu. Wenn er sich schon selbst berührte, dann gab sie ihm so die Erlaubnis es zu tun. Sofort sandten ihre Finger ein leichtes Kribbeln wieder über seine Haut und sie verschränkte ihre Finger in seinen.
„Aber...lass uns erst Duschen und Frühstücken...ja?“
Er lächelte und guckte ein skeptisch an sich herunter. Sein Körper wurde schließlich in letzter Zeit ziemlich...einseitig beansprucht und langsam machte er sich sorgen, ob er dieses....mhm..Tempo weiterhin durchhalten würde. Witziger Weise strafte ihn Amants Seite und somit sein bestes Stück sofort Lügen, als auch der Blick seiner Herrin auf ihn fiel. Das Glühen in ihren Augen, der Hunger auf ihn, ließ ihn schon wieder zucken, aber sie leckte sich nur kurz über die Lippen und flüsterte leicht rau:
„Du hast Recht. Ich habe... Hunger!“
Irgendwie klang es zweideutig und Thomas schluckte unwillkürlich. Amant wollte nur diese vollen Lippen für sich beanspruchen.
„Ein Bad und etwas zu Essen wäre jetzt gewiss gut für uns beide.“
Amandin nahm ihn fester bei der Hand und zog ihn mit sich. Thomas Gedanken schweiften umher. All die Reize und Erfahrungen die er in letzter Zeit hatte sammeln dürften rasten durch seinen Kopf. Es konnte doch nicht wirklich gesund sein...so oft... und mit verschiedenen Leuten... und überhaupt...was war mit Schwangerschaften?! Was war mit Amandin? Würde sie... so oft wie er mit ihr... würde sie bald sein Kind austragen? Das waren berechtigte Gedankengänge! Wie dachte er über ein Wesen, dass seine Verbindung zu ihr krönen würde? Ein Spross irrerer beider Blutlinien? Ein Kind der Liebe ...ihrer Magie?
Was für ein seltsamer Gedanke.
Ihre Hand zog ihn durch die Gänge ins Bad, wo sie sogar allein waren und sie ihn gründlich abseifte ...und sich auch von ihm verwöhnen ließ. Sie wirkte heute gelöst und „spielte“ mit seinen Begierden. Die Feuchtigkeit der unterirdischen Grotte und die duftenden Seifen und Öle taten ihr übriges, aber sie hielt ihn verspielt auf Abstand. Hier mal eine kleine Berührung, da mal ein sanftes Streicheln, dann wieder ein wohliger, beherzter Griff an seine Männlichkeit, oder ein vergnügtes Klatschen auf seinen Hintern im Wasser, wenn er sich gerade genug abgekühlt hatte. Manchmal rieb sie sich an ihm wie zufällig, dann wieder ganz bewusst ihn provozierend, reizend. Einmal tauchte sie seine Hand führend ganz bewusst in ihre Mitte und küsste dann seine Finger, die sie so liebte. Sie neckte seinen Hunger, zeigte ihm wie er auf einem schmalen Grad der Lust balancieren konnte, der ihn immer leicht erregt hielt, aber ihm nicht seinen Geist raubte. Sie ließ ihm alle Freiheit sie zu berühren wie er wollte. Es war ein Spiel für sie und doch steckte so viel mehr dahinter. Sie wirkte fast ausgelassen und irgendwie ...vorfreudig. Vielleicht war es eine seiner Reaktionen gewesen? Die verhaltene Zustimmung, sein Interesse an ihrer Welt, an ihrem Leben? Was es auch war, sie schien es glücklich zu stimmen.
Nach dem erotischen Bad, dass ihn stimuliert, aber auch entspannt und erfrischt hatte gingen sie in die Küche wo Marmora gerade das Mittagessen vorbereitete. Sie schwang mit einer beachtlichen Geschwindigkeit die Messer und lächelte breit, als die beiden eintraten.
„Herrin, Amant, ich freu mich euch so … wohlauf zu sehen. Ich soll euch von Amethyst ausrichten, er ist bei Rubin, aber er kommt gern zu euch, wenn ihr ihn braucht.“
Amandin schüttelte nur leicht den Kopf und meinte:
„Nein, er soll ruhig noch ein wenig ruhen. Es wird nicht mehr lange dauern, dann verflüchtigt sich der Zauber.“
Marmora nickte und ihr Blick wanderte kurz über Thomas Körper. Da war Anerkennung und ein leichtes Schmunzeln in ihnen mandelförmigen Augen, die sie als Halbelfe deklarierten. Sie trug eine Kochschürze über ihrer grau-perlmuttfarbene Haut, doch nichts darunter, was offensichtlich wurde als sie sich umdrehte. Ein kleiner fester Hintern wippte nackt vor Amants Augen. Ihre Figur war üppiger, als die einer reinen Elfe, aber grazil und zeigte auch Stärke. Sie strich ihr weiß-silber marmoriertes langes Haar, dass ihr bis über die Hüften reichte nach hinten hinter ein nur ganz leicht angespitztes Ohr, dass fast menschlich wirkte. Amandin trat zu ihr und küsste sie kurz. Einen kurzen Moment saugte sie an ihrer Unterlippe und Marmora stöhnte leise. Dann schwang sich Amandin auf die Arbeitsfläche und zog Amant zu sich zwischen ihre Beine. Ihre Schenkel umklammerten ihn, bevor er auch nur reagieren konnte. Ihre Hände streichelten seinen Nacken und seine Brust.
„Marmora, machst du uns ein kleines Frühstück. Wir haben etwas lange … geschlafen.“
Die Halbelfe lachte leise und nickte. Sofort begann sie Obst zu schälen und in kleine Stücke zu hacken, setzte eine Art Haferbrei auf, den sie aber in einer Pfanne ausbackte und mit frischer Sahne servierte. In der Zwischenzeit rieb sich Amandin immer wieder an Amants Männlichkeit und seine Nacktheit holte ihn schnell wieder ein. Sein Kompass zeigte sehr willig auf das was er wollte. Marmora schien sich an dem süßen Treiben neben ihr nicht zu stören und setzte ihr Tun unbeirrt fort. Nur ab und an warf sie einen kleinen neugierigen Blick auf seine Lenden und was sich da zwischen den Beinen ihrer Herrin abspielte, nur halb verborgen durch ihren dünnen Mantel, aber auch das war schon etwas das ihn fast seine Selbstbeherrschung verlieren ließ. Das war ein reizvolles Spiel.
„Fertig. Guten Appetit.“
Sie stellte einen großen Teller mit mehreren kleinen runden, duftenden Kunstwerken auf den großen Tisch, wozu sie sich weit nach vorne beugen musste um die Beeren zu dekorieren. Ihre Kehrseite streckte sich einladend in seine Richtung und Amandin schien auf eine Idee zu kommen, denn sie schob Thomas ein wenig von sich und ging zu Marmora, ihn sanft mit sich lockend. Sie streichelte der Halbelfe den Rücken und bedankte sich, lehnte sich neben ihr über den Tisch und streckte ihren Hintern genauso in die Höhe wie es ihre Freundin tat. Dabei zog sie den Stoff ihres eigenen Mantels noch ein wenig höher. Was für ein Anblick!
Leise kichernd schienen die Frauen sich gegenseitig zu füttern und überließen Amant ganz seinen Betrachtungen. Er hörte sie leise durch das Rauschen seines Blutes miteinander sprechen:
„Ich würde gerne heute Abend eine Gruppenzusammenkunft im kleinen Saal abhalten.“
Marmora zog überrascht die Luft ein und rieb ihre Schenkel aneinander.
„Wirklich? Das wäre wunderbar. Ich hatte gehofft, dass wir das noch einmal machen könnten bevor ich gehe.“
Amandin streichelte ihre Wange und rieb ihre Schulter an ihrer. Ein Stück Obst fand den Weg zwischen ihr Lippen.
„Ich möchte Amant zeigen wie schön Betrachtungen sein können, ihn bei uns einführen und ich dachte, es wäre auch ein schönes Abschiedsgeschenk für dich. ...Hast du vielleicht noch einen Wunsch?“
Marmora überlegte nicht lange.
„Ich hätte gerne Schiefer, Dolomit und Lehm dabei, geht das?“
„Wenn sie es zu heute Abend her schaffen, dann kannst du sie gerne holen lassen und sag auch den anderen Bescheid.“
Marmora strahlte und küsste ihre Herrin inniglich. Schnell verwandelte sich die Ausstrahlung von Freude in etwas MEHR und Amandins Hand wanderte über ihren Rücken tiefer zu Marmoras Mitte um sie für Amants Blick zu öffnen. Thomas kam sich wie ein Voyeur vor und ein großer Teil von ihm empfand das Schauspiel tatsächlich als sehr anregend. Nicht nur seine Künstlerseele reagierte mit einigem Interesse, denn auch wenn die Schenkel der beiden zauberhaften Wesen in ihrer Färbung kaum unterschiedlicher sein konnten, so waren anscheinend alle Frauen tief in ihren Blütenkelchen gleich. Ein dunkles Rosarot.
„Amant, komm doch her. Hast du gar keinen Hunger?“
War das ein Witz? Marmoras Stimme schnurrte leise unter den Berührungen ihrer Herrin und kicherte auch. Amandin sah zu ihm, musterte ihn einen Moment lang, schien sich zu fragen, ob sie ihm freie Hand lassen sollte und schien dann ein Einsehen mit ihm zu haben. Sie griff sich noch ein Stück der Köstlichkeit und erhob sich dann um Thomas zu füttern. Süß und fruchtig legte sich der Geschmack auf seine Lippen die sie kurz darauf mit einem Kuss versiegelte. Sie sprach leise gegen seinen Mund und ließ ihn ihren süßen Atem kosten:
„Heute Abend...! Jetzt solltest du auf dein Zimmer gehen. Vielleicht möchtest du noch ein wenig arbeiten? Oder schlafen? Amethyst wird dir Bescheid geben, wenn es Zeit wird zu baden. Danach bringt er dich zu mir. Heute Abend wirst du einen Teil meiner Welt kennen lernen und morgen ich einen Teil der deinen.“
Sie fütterte ihn weiter und streichelte dabei immer wieder seine harte Brust. Das Essen war gut und nahrhaft und schenkte ihm Kraft. Heute Abend also die - Orgie. - Morgen würde sie ihn also zu seiner Tochter bringen. Ein Schritt nach dem anderen. In einer Woche sollte er an diesem Ritual teilnehmen, wenn er sich nicht anders entschied und jemand anders seinen Platz ein nahm. Soweit der Plan. Dazwischen sollte er weiter an der Statur arbeiten. Thomas merkte, dass Amandin sich ein wenig um ihre Dienerin kümmern wollte, die sie bald verlassen würde. Nachdem er gegessen hatte, stand es ihm also frei zu gehen oder noch ein wenig zu bleiben.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Samstag 10. Juni 2017, 12:14

„In einer Woche, zum Beginn der Zeit des Erwachens. Thomas schluckte, spürte aber gleichzeitig auch ein verräterisches Ziehen in den Lenden. So bald schon! Bei Lysanthor tiefer konnte er mit seiner Ketzerei und Blasphemie kaum noch sinken. Er freute sich bald Teil eines Rituals zu Ehren Faldors zu sein! Er trat sein Seelenheil mit den Füssen und verkaufte seine Seele an Faldor! Ewige Verdammnis und Qual waren aus Sicht des lysanthorischen Glaubens die Konsequenz für ein solches Verhalten. Nur Mord und Totschlag könnte sein derzeitiges Sündenregister wohl noch toppen. Ein Schauer jagte über seinen Nacken, als er an all die Geschichte über die Verdammten und gefallenen Glaubensbrüder dachte. Aber diese Strafe gab es nur für Mönche und Priester....oder?

“Wir Dunkelelfen versuchen dann die Dunkelheit noch ein wenig länger in unseren Herzen zu halten, wenn die Natur wieder zu blühen beginnt und die Welt ihr Antlitz dem Licht wieder zuwendet.“ Thomas nickte. „Verstehe.“ Die Pelgarer feierten stattdessen den Frühlingsanfang, das Licht, der Sieg Lysanthors über die dunklen Monate. Wenn man die Religion betrachtete, so waren es die Götter selbst, die den Krieg letztlich unvermeidbar gemacht haben. Die erbitterte Feindschaft zwischen den beiden Brüdern boten wenig Raum für Frieden... und doch war er möglich! Amandin und er waren doch der Beweis dafür! Konnte der Versuch den anderen in seinem Glauben und seinen Ritualen zu verstehen also wirklich eine Sünde sein? Er war es bestimmt, wenn er diese Argumentation nur dafür benutzte, um sein eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Schliesslich reizte ihn nicht die religiöse Dimension des Ritals, sondern die erotische... und das letztlich war die Einsicht eines gewöhnlichen Sünders.

Für einen Moment fühlte sich Thomas schrecklich ertappt, als Amandin ihre Hand auf die seinige legte und er bemerkte wo sie war. Er errötete leicht, hatte er seine eigene Bewegung doch gar nicht bewusst mitbekommen. Amandin konnte es nicht lassen ihn weiterhin zu reizen. Es schien so als wäre dies seine Droge, die ihn ständig davor bewahrte gänzlich in seinen tief verwurzelten Zweifeln und Ängsten zu versinken. Noch immer hatte Thomas Mühe sich gänzlich zu entspannen und sein Gewissen endlich freizusprechen. Bisher hatte er hier in diesen Mauern nichts erlebt, was eine Verdammung von Amandins Glauben tatsächlich legitimiert hätte.... aber er wusste ja ohnehin nur wenig von ihrer Welt. Das Ritual war ein erster Schritt, sie besser kennen zu lernen. Amandin schien sich über seine Bereitschaft dazu, diesen Schritt zu gehen aufrichtig zu freuen. Möglicherweise hatte sie insgeheim daran gezweifelt, dass er sich tatsächlich darauf einlassen würde. Es war ein weiteres Zeichen seines Vertrauens ihr gegenüber.
„Du hast Recht. Ich habe... Hunger!“ Irgendetwas in ihrer Stimmlage sorgte dafür, dass sich seine Nerven elektrisierten und ein leichtes Kribbeln durch seinen Körper jagten. Sie übernahm abermals die Führung und streifte mit ihm durch das Haus und Thomas nutzte die Zeit um sich über diverse Dinge Sorgen zu machen. Diese schwanden aber in jenem Moment, als sie sich im Bad niederliessen und sich gegenseitig reinigten. Noch nie hatte er mit einem anderen Wesen so viel sinnliche Zeit verbracht. Es war wirklich unglaublich, wie viel Aufmerksamkeit die vielbeschäftigte Priesterin ihrem Amant schenkte. Innerlich regte sich eine von Amants Ängsten. Er fürchtete nichts mehr als den Verlust ihrer Liebe, ihrer Aufmerksamkeit, ihrer Präsenz und darum war er es, der sie immer wieder berührte. Seine Arme um sie schlang, sie näher an sich zog, ihren Nacken liebkoste oder gar das zarte Fleisch ihrer Brüste walkte. Je näher sein Körper dem ihrigen war, desto ruhiger wurde Amant. Nur in ihrer Nähe, war seine Welt in Ordnung.

Nach dem Bad ging es – nackt, wie die Götter sie geschaffen hatten – in die Küche. Es war das erste Mal wo sich Thomas gänzlich nackig im Haus bewegte und er hatte es gar nicht gemerkt. Erst als Marmoras Blick auf ihn fiel, wurde er sich diesem Detail bewusst und er errötete. Marmora zumindest gefiel offenbar was sie sah. Thomas kratzte sich verlegen an der Schläfe. Es war wirklich erstaunlich zu sehen, wie schlecht dieser Mann mit seiner eigenen Nacktheit umgehen konnte. Dabei brauchte er sich tatsächlich nicht zu verstecken! Niemand in diesem Haus musste dies! Amandin hatte einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik und alle Bewohner waren auf ihre Weise wunderschön.
Thomas Blick folgte Marmoras Haaren, die bis über ihre Hüften reichten und so frech ihre eigenen Hinterbacken neckten. Er beobachtete Amandin dabei, wie sie auf ihre Dienerin zuging und sie kurz liebkoste. Amant reagierte unschlüssig auf diese Szene. Einerseits reizte ihn der Anblick seiner Herrin, wie sie eine andere Liebkoste...gleichzeitig spürte er aber auch den spitzigen Stachel der Eifersucht. Amant war ziemlich besitzergreifend und teilte nicht gerne. Als hätte es Amandin gemerkt, schwang sie sich auf den Tisch und zog ihren Amant zu sich, was ihn sofort besänftigte.

Er atmete angeregt, als sie ihn abermals reizte und gab gar ein leises Knurren von sich. Diese Seite von ihm kannten die Bewohner des Hauses bisher noch nicht. Auch er berührte sie und machte soseinen Anspruch auf sie geltend. Amandin konnte vermutlich an seinem Blick ablesen, dass er sich ernsthaft überlegte sie nun gänzlich auf den Tisch zu drücken und sich abermals mit ihr zu vereinigen. Sie musste spüren, wie sehr er nach ihrem Körper, nach Vereinigung strebte.
Wieder erntete Amandin ein unwilliges Knurren, als sie ihn von sich stiess und ihm ihre Kehrseite zuwandte. Nicht, dass diese nicht auch bezaubernd war...aber...
Er betrachtete sich die beiden Frauen, wie sie über den Tisch gebeugt waren und ihn offenbar gänzlich vergessen hatten! Dies stimmte natürlich überhaupt nicht, die beiden wussten sehr genau was sie da taten. Dies wurde offensichtlich, als Amandin den Körper von Marmora gar für seine Blicke allein Präsentierte. Er schluckte leer und er tat sich schwer damit, sich nicht zu berühren.

„Ich möchte Amant zeigen wie schön Betrachtungen sein können, ihn bei uns einführen und ich dachte, es wäre auch ein schönes Abschiedsgeschenk für dich. ...Hast du vielleicht noch einen Wunsch?“ Es reizte ihn, wie sie über ihn sprachen als stünde er gerade nicht hinter ihnen. Er liebte es ohnehin, wenn Amandin über ihn sprach, seinen Namen erwähnte.

„Ich hätte gerne Schiefer, Dolomit und Lehm dabei, geht das?“ Jetzt lief es ihm doch kalt den Rücken runter. So viele Personen? Das waren mit ihm ja bereits Sechs und Amandin gab ja noch die Anweisung den Anderen besheid zu sagen! Ausserdem kannte er diese Namen nicht. Wer sollte das sein? Waren dies alles...Männer? Er schluckte leer. Er wurde schon eifersüchtig, wenn Amandin sich von Frauen liebkosen liess...aber Männer...Er hatte die hiesigen Männer bisher akzeptiert. Amethyst, die beiden Orks, Obsidian. Aber wer waren diese anderen drei? Dem Namen nach konnten sie nicht zu Amandins inneren Zirkel gehören, denn sie trugen die Namen von eher niederer Erde und Gesteinen... wie Sand schoss es ihm durch den Kopf.

„Amant, komm doch her. Hast du gar keinen Hunger?“ Amant war gerade mit seinen Eifersüchteleien beschäftigt und so blickte Amandin eher einem etwas verlorenen Thomas entgegen. Sie schien Erbarmen mit ihm zu haben und übernahm die Führung für ihn. Sie musste spüren, dass dies für Thomas trotz aller Neugierde ein grosser Schritt in eine für ihn völlig unbekannte Welt sein würde. Lust konnte nicht alles übertönen. Aber Thomas zeigte keine Anzeichen dafür, dass er einen Rückzieher einleiten könnte. Er stand zu seinem Wort und es wärmte sein Herz, dass sie sich derart darüber zu freuen schien. Er liess sich von ihr Füttern und erwiderte ihren Kuss voller Leidenschaft und Liebe. Er lehnte seine Stirn gegen die ihrige – was eine Eigenheit von ihm war – und lauschte ihren Worten.

„Heute Abend...! Jetzt solltest du auf dein Zimmer gehen. Vielleicht möchtest du noch ein wenig arbeiten? Oder schlafen?“ Er nickte.
“Amethyst wird dir Bescheid geben, wenn es Zeit wird zu baden. Danach bringt er dich zu mir. Heute Abend wirst du einen Teil meiner Welt kennen lernen und morgen ich einen Teil der deinen.“ Er lächelte und küsste ihre Stirn. „Ich liebe dich.“ Hauchte er in ihr Ohr und löste sich langsam von ihr. Sogar Marmora schenkte er ein lächeln und er überliess seine Amandin ihrer Obhut. Selbst Amant stellte die Bedürfnisse seiner Herrin noch immer über seine eigene Eifersucht.

Er ging auf sein Zimmer und war insgeheim ganz froh, dass er in den Gängen niemanden begegnete. Schliesslich hatte Amandin ihn sprichwörtlich stehen gelassen. Ohne sie in seiner Nähe fühlte er sich zudem erst richtig nackt. Während er so durch das Haus streifte versuchte er sich vorzustellen, was ihn heute Abend wohl erwarten könnte. Viele nackte Körper. Vielleicht würden sie alle durcheinander...Vielleicht würden Männer miteinander...Vielleicht würden alle mit Amandin... Er spürte wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Er kriegte Lampenfieber! Er konnte nicht verhindern dass sein pelgarisch geprägtes Hirn ihm in diesem Moment Bilder von einem sich windenden Wurmknäuel ins Bewusstsein transportierte. Glitschig. Feuchte Haut. Alles ineinander Verschlungen, ohne zu wissen was nun vorne oder hinten war. Er erschauderte. Der Vorteil war, dass diese Vorstellungen seiner Erregung zumindst schnell Abhilfe verschafften. Er beschloss, dass es keinen Sinn machte sich irgendwelche Szenarien zum heutigen Abend auszudenken... denn die Realität würde sowieso anders sein.

Er schloss die Türe hinter sich und band sich seinen Lendenschurz um. So war ihm doch etwas wohler. Er schenkte sich etwas Wein von seiner Karaffe ein und betrachtete die Steinwände in seinem Zimmer, um auch die Bilder von vorhin zu vertreiben. Schliesslich ging er in seine Werkstatt und musterte seine Statue. Es herrschte Stille im Raum...und doch erschien es ihm, als würde er ein leises wispern Wahrnehmen. Es waren definitiv keine Worte, eher handelte es sich um eine Art Frequenz...ein Signal, dass er Mühenlos anzapfen konnte, wenn er wollte. Zumindest hatte er das Gefühl, dass er dies könnte. Seine Handfläche kribbelte allein schon beim Gedanken daran.
Er würde von nun an ganz anders mit dem Stein arbeiten können. Er könnte ihn nach seinen Schwächen und Stärken befragen. Er könnte ihn nach seiner perfekten Form befragen. So viele neue Möglichkeiten! Doch bevor er sich an sein Meisterwerk heranwagte, musste er seine neue Magie ausprobieren. Dies konnte er nicht bei der Statue tun, daher kehrte er in sein Zimmer zurück.

Er trat an jene Wand, an die sein Bett angrenzte. Er zögerte. Was sollte er dieses Gemäuer fragen? Amant hatte sofort eine Antwort, geboren abermals aus Eifersucht. Wer war vor ihm in diesem Zimmer gewesen? Hatte sie einen anderen Amant besessen? Aber Thomas hielt sich zurück. Dies ging ihn nichts an und dies untergrub das Vertrauensverhältnis zu seiner Herrin. Mit dem Zugang zu geheimen Wissen, war eine grosse Verantwortung verbunden. Gewisse Dinge waren nicht für seine Ohren bestimmt und daran sollte er nicht ändern. Ausserdem war das hier Amaninds Haus. Die Steine waren in erster Linie ihr Rechenschaft schuldig. Sie würden ihr von Thomas Fragen berichten, wenn sie diese dazu aufforderte, da war er sich sicher. Er wusste nun auch, wie sie jedes Mal wissen konnte, ob er sich berührt hatte oder nicht. „Ihr kleinen Spione ihr!“ Brummte er nur.

Er schloss die Augen, versuchte sich gänzlich auf das leichte Vibrieren des Steines einzulassen. Er hatte im Traum gesehen, wie er mit den Steinen gesprochen hatte. Durch einfaches Handauflegen und eine deutliche Aufforderung um eine bestimmte Antwort. Ob Amandin neugierig war, was wohl die erste Frage des Steinmetzes an die Steine sein würde? „Was ist in diesem Raum geschehen, als ich damals das Bewusstsein verloren habe?“

Er konnte sich nur vage daran erinnern, dass er Amandins flehendes Nein ignoriert hatte. Er wusste nicht was mit ihr geschehen war, als er in Ohmacht gefallen war. Ausserdem wusste er, dass anschliessend jemand zweites im Raum gewesen war. Er hatte gedacht es sei Rubin gewesen, doch sicher war er sich nicht. Ausserdem hatte Amandin ihm etwas eingeflösst. Es war jene Nacht gewesen, als seine Magie erwacht war, als irgendetwas mit ihm geschehen war. Er wollte wissen was damals in jenen Stunden genau geschehen war, als Amant geschaffen worden war. Was mit Amandin und ihm geschehen war.
Die erste Frage an die Steine war somit eine ganz urtümliche. Er fragte nach seiner eigenen Schöpfung.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Montag 19. Juni 2017, 20:53

Thomas wollte seine Magie erkunden und konzentrierte sich auf den Moment ihres Erwachens. Die Bilder wieder herauf zu beschwören, wie er mit seiner Herrin zusammen gewesen war, ließ seine Lenden schon wieder leise kribbeln. Er konnte sich nur vage daran erinnern, dass er Amandins flehendes „Halt“ ignoriert hatte. Irgendetwas war mit ihm „durchgegangen“ wie man sagte. Er wusste nicht was mit ihr geschehen war, als er in Ohnmacht gefallen war. Außerdem wusste er, dass anschließend jemand zweites im Raum gewesen war. Er hatte gedacht es sei Rubin gewesen, doch sicher war er sich nicht. Außerdem hatte Amandin ihm etwas eingeflößt. Es war jene Nacht gewesen, als seine Magie erwacht war, als irgendetwas mit ihm geschehen war. Er wollte wissen was damals in jenen Stunden genau geschehen war, als Amant geschaffen worden war. Was mit Amandin und ihm geschehen war. Die erste Frage an die Steine war somit eine ganz urtümliche. Er fragte nach seiner eigenen Schöpfung.
Thomas schloss die Augen, versuchte sich gänzlich auf das leichte Vibrieren des Steines einzulassen. Er hatte im Traum gesehen, wie er mit den Steinen gesprochen hatte. Durch einfaches Handauflegen und eine deutliche Aufforderung um eine bestimmte Antwort. Er legte seine Handfläche an die schwarze Wand über seinem Kopfende und sprach:
„Was ist in diesem Raum geschehen, als ich damals das Bewusstsein verloren habe?“

Sofort wusste Thomas, dass diese schwarzen Steine die er gerade berührte Amandin gehörten. Ihre Magie pulsierte in ihnen wie ein Herzschlag und kribbelte unter seinen Fingern. Wie immer, wenn er mit ihrer Magie in Kontakt kam, begleitete dies auch ein Gefühl von Erregung. Er fühlte wie sie ihre Aufmerksamkeit auf ihn richteten, ihn ansahen und ihrer Herrin sein Tun übermittelten. Kurz darauf übersandten sie ihm ein Gefühl von leichter Sorge und ein Flüstern formte tatsächlich Worte in seinem Kopf:
„Unsere Herrin richtet aus, ihr sollt vorsichtig sein und langsam vorgehen.“
Kein Verbot und keine Rüge, also konnte er weiter machen. Amandin verstand, dass er sich ausprobieren musste. Die Botschaft war klar, die Stimmen hingegen klangen seltsam. Weder männlich tief, noch weiblich melodisch. Sie klangen rau, wie wenn Stein auf Stein rieb und einfarbig, fast monoton. Oh ja, sie waren kleine Spione! Und sie gehorchten nur Amandin. Aber es gab andere Steine in diesem Raum, die seine eigene Magie angenommen hatten und leise nach ihm riefen. Er sah die Äste des weißen Baumes, die Adern die sich von der Decke hinab zogen, bis zu einer Stelle, die er erreichen konnte. Er bewegte sich etwas und berührte eine der hellen Spitzen. Sofort empfing er so etwas wie ein Gefühl: Freundschaft.
Hier war seine Magie hinein geflossen und die Oberfläche erwärmte sich leicht, als er sie vorsichtig berührte. Als wenn sich die Oberfläche in seine Hand schmiegen würde. Dieser Stein war fiel williger und auch wenn die flüsternden Stimmen ebenso kratzig und rau waren, so war das Gefühl, das sie begleitete ein vertrauteres. Sofort erkannte Thomas, dass er hier seine Energie gewirkt hatte und die Steine dafür „sein“ geworden waren. Er hatte sie verändert. Nicht bewusst, da er den Zauber noch nicht kannte, aber durch Amandin und seine Liebe zu ihr. Langsam fing er an zu verstehen, warum er in Ohnmacht gefallen war. Er hatte ihr und damit ihnen seine Energie geschenkt. Tröpfchen für Tröpfchen sickerte Erkenntnis in seinen Verstand, während er seinen Erinnerungen freien Lauf ließ. Er ging noch einmal das Geschehene durch:
Es hatte sich langsam aufgebaut. Begonnen hatte es als er mit seiner Herrin und Perlita zusammen gelegen hatte und dann seine Hand auf Wanderschaft gegangen war. Perlita hatte sich zurück gezogen und dann war alles so leicht … so selbstverständlich geworden. Er hatte Amandins Körper gehuldigt, sie angebetet und sie war zu seiner Göttin geworden. Ja, er hatte sie angebetet und sie hatte ihn dafür mit ihrem Wunder der Magie beschenkt. Er hatte Amandin genommen! Sie für sich beansprucht und ihr gleichzeitig alles gegeben was er hatte. Sie nahm sein Opfer an und hatte es in den Stein über ihnen kanalisiert. Langsam verstand er und er erinnerte sich wage, was dann geschehen war:

Als die Wellen langsam abnahmen, ließen sie ihn völlig erschlagen zurück. Seine Ellenbogen zitterten vor Anstrengung. Das letzte was er sah, war Amandins leuchtendes Gesicht vor seinem. Ihre Lippen waren blutig rot und von seinem wilden Kuss geschwollen. Ihre Stirn lehnte an seiner und sie zog ihn auf sich, was er nicht mehr verhindern konnte. Seine Arme gaben einfach nach und er hörte ihr fernes Flüstern:
„Bleib bei mir!“
Er versuchte sich noch auf sie zu konzentrieren, aber die Ohnmacht holte ihn unweigerlich ein.
Amant war ein verflucht guter Liebhaber und wenn das der Harax war, dann war es verdammt schön hier!
„Thomas!“
Er hörte ihre Stimme, erkannte ihre sanfte Farbe und wollte ihrem Ruf folgen, doch es war so schwer. Es war so schwer die Lieder zu heben, wach zu werden, zu Bewusstsein zu kommen.
Eine andere Stimme sagte etwas:
„Hier, flößt ihm das ein Herrin.“
Kurz darauf benetzte etwas feuchtes seine Lippen und er erkannte ihren Kuss, der dieses Mal etwas herbes mit sich brachte. Amandin schmeckte nach Kräutern und nach Amandin und er trank. Dann verlor er wieder das Bewusstsein.
Er träumte nicht. Er glitt nur von einer Ohnmacht in die nächste und dazwischen nahm er kurze Momente wahr, in denen Amandin sich um ihn kümmerte. Er hatte keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, als er das nächste Mal soweit wach wurde, dass er sie neben sich spüren konnte. Sie sang ein Lied für ihn in ihrer dunklen Sprache und es legte sich warm um seine Sinne. Es führte in fort von der Bewusstlosigkeit, hinüber in seinen erholsamen Schlaf in dem er auch träumen konnte. Irgendwann in seinen Träumen besuchte sie ihn, liebkoste seinen Körper und sprach leise zu ihm. Sie salbte ihn mit duftenden Ölen und heilte die große Leere in seiner Brust.
Dann öffneten sich seine Augen und er fühlte mehr als deutlich, ihre Lippen um seinem „Hammer“. Sie bemerkte dass er wach wurde und setzte sich unschuldig lächelnd auf. Thomas musste ein paar Mal blinzeln, bis die Welt sich wieder scharf stellte. Es war Tag und die Sonne schien durch ein Oberlicht der Decke. Die weiße Ader über seinem Bett war zu einem beeindruckenden, weit verzweigten Baum heran gewachsen. Ein amüsierter kurzer Laut zog seine Aufmerksamkeit zu seiner Herrin.
„Endlich wach?“
Ihre Hand berührte einen sehr wachen Teil seines Körpers und sie schmunzelte.
„Zumindest dieser Teil scheint es zu sein.“


Behutsam nahm er Kontakt zu eben jener weißen Ader im Stein auf und stellte seine Frage erneut:
„Was ist in diesem Raum geschehen, ...“
Eine Flutwelle an Informationen drohte sich vor ihm aufzutürmen, doch dann spezifizierte er auch schon die Frage:
„...als ich damals das Bewusstsein verloren habe?“...
Kurz hatte Thomas das Gefühl, dass er auch hier unterschiedliche Antwortmöglichkeiten hätte, doch er konzentrierte sich auf seine Magie, seine Erschaffung. Er öffnete sich und seine Gedanken und ebenso vorsichtig wie er vor ging, so tasteten auch die Steine nach ihm. Es war ein zögerlicher Erstkontakt, aber sie wollten ihm antworten, denn er hatte ihnen etwas gegeben, auch wenn ihm dies bis zu diesem Moment noch nicht bewusst gewesen war und das Gleichgewicht musste wieder hergestellt werden. Es war ein bisschen wie wenn zwei Freunde sich nach langer Zeit trafen und beide nicht recht wussten, was sie sagen sollten. Er spürte, dass sie sich Mühe geben wollten, doch nicht recht wussten, wie sie antworten sollten. Sie flüsterten leise miteinander und einer entschied wohl, dass Thomas Frage vielleicht minimal umformuliert werden könnte, damit sie sie beantworten konnten.
„... vielleicht meinte er: ... Zeigt mir, was in diesem Raum geschehen ist, als ich das Bewusstsein verloren habe.“
„Ja, bestimmt! Dem könnten wir nachkommen.“
„Sicher mag er es gern sehen.“

Es war wie eine richtige kleine Unterhaltung an der er zwar nicht teil nahm, der er aber lauschen konnte. Sie war in einer Sprache, die klang wie leises Bröckeln und Bröseln von Erde. Der Stein, der direkt unter Thomas Handballen lag, schien der Hauptsprecher zu sein und wandte sich dann an ihn um seine Gedanken mit verständlichen Worten zu füllen:
„Herr, wir zeigen euch was wir sahen...“
Dann schoben sich Bilder in Thomas Geist. Es war ein merkwürdiges Gefühl und er musste sich willentlich darauf einlassen etwas fremdes in seinen Kopf zu lassen... eine andere Perspektive, eine andere Sicht auf die Welt. Plötzlich sah er vor seinen offenen Augen nicht mehr nur die weiße Ader und seine Hand die sie berührte, sondern seinen eigenen nackten, zuckenden Hintern. Die Überlagerung der Bilder tat seinem Verstand nicht gut, aber es wurde sofort besser, als er seine Augen schloss. Die Bilder des hier und jetzt verschwanden und wurden ersetzt von Bildern der Vergangenheit. Jeder einzelne Stein der weißen Ader hatte eine eigene Perspektive doch auch die verblassten schnell und zurück blieb nur die des Steines unter seinem Handballen. Das ganze war zwar sehr schnell gegangen, aber es blieb für Thomas ein leicht schwindeliges Gefühl zurück, zumal das Farbspektrum sich verändert hatte. Alles was Erdmagie in sich trug, was in seinem Fall nun mal gerade Amandin und er waren, das hatte ein leuchtendes Spektrum an Farbe an genommen, dass weit über dem normal menschlichen lag. Alles andere jedoch war irgendwie farblos dagegen.
Er sah sein zuckendes Hinterteil, wie sein gewölbter Rücken sich entspannte und er auf Amandin zusammen sackte. Er verlor etwas an Farbe und seine Haut wirkte plötzlich fahl und fast so grau wie seine Umgebung. Einen kleinen Moment geschah nichts, dann rollte sein Körper zur Seite und gab den Blick frei auf eine leuchtende Amandin. Die Sicht der Steine war etwas anders als die eines Menschen und sie erkannten ihre Erdmagie als ein stetiges Leuchten, dass sie wie eine Aura umgab, aber aus ihrem Innern genährt wurde. Anscheinend hatte sie ein bisschen Magie in ihre Muskeln gewirkt um stärker zu sein, denn sie schaffte es mühelos ihn von sich herunter zu rollen. Ihr Gesicht war voller Sorge und sie streichelte sanft seine Schläfe. Sie flüsterte ihm Worte zu, an die er sich entfernt erinnerte: Bleib bei mir. Sie rüttelte kurz an seiner Schulter und kniete sich dann neben seinen schlaffen Körper. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe und flüsterte:
„Du hast zu viel gegeben... zu viel geliebt... mein unvernünftiger, übermütiger kleiner, wunderbarer Diamant...“
Es lag Sorge in ihren Augen aber sie lächelte auch liebevoll. Sie strich über seine Wange und sie leuchtete, aber das Leuchten drang nicht tief in ihn ein und sie runzelte die Stirn.
„Dummer kleiner Edelstein! Gibst alles und behältst nichts für dich... Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen... keine Reserven...so unkontrolliert...“
Sie lächelte.
„...es wird mir eine Freude sein dich zu nähren.“
Sie küsste ihn. Ihre Zunge schob sich leicht zwischen seine Lippen, strich an der sich öffnenden Linie entlang und verschaffte sich Einlass. Ein leichtes Glühen glitt über ihre Lippen, dann verschloss sie sie. Als sie sich von Thomas löste, bekam sein Mund wieder langsam Farbe. Erst ein fahles Grau, dann färbten sie sich matt lila mit dunkelblauem Glanz. Die Farbwahrnehmung der Steine war anscheinend eine ganz spezielle hier, aber ob sie einen tieferen Sinn hatte, erschloss sich Thomas als Beobachter nicht.
„So nimmst du sie also...“
Amandin löste sich von ihm und legte seinen Kopf sanft auf dem Kissen ab. Dann stand sie eilig auf und verschwand aus dem Zimmer. Thomas sah sich selbst still und allein da liegen, was schon merkwürdig genug war. Einige Zeit verging ohne das irgendetwas geschah. Doch seine Dunkelelfe kam schnell wieder und hatte Rubin im Schlepptau. Amandin legte sich sofort wieder an seine Seite und streichelte ihn, flüsterte seinen Namen, versuchte ihn zu wecken.
„Thomas!“
Sein stiller Körper reagierte nicht.
„Ich fürchte, er hat sich verausgabt. Meinst du, dein Trank wird helfen?“
„Natürlich! Er wird ihn stärken, aber sein Geist braucht auch Ruhe um zu erholen. Herrin, ich übe nur selten Kritik, dass wisst ihr, aber hier ist es angebracht, denke ich.“
„Sprecht offen.“
„Amant ist noch ungeschliffen, Thomas weilt erst sehr kurz unter und und ihr gebt ihm eure Magie. Ich kann nicht nachvollziehen, was das aus ihm machen wird, aber er ist nur ein Mensch. Und er ist auch nur ein Mann. Er wird Zeit brauchen um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.“
„Aber er ist begabt und neugierig. Er will mich und das ist es was ich will!“
„Sein Wissensdurst kann ihn sich aber auch... „verschlucken“ lassen, wie ihr seht.“
Amandin sah ihn zweifelnd an und Rubin sprach gleich weiter. Ihr Ton war verteidigend, wie als wenn sie sich für Thomas stark machte:
„Er ist stark und hat ein großes Herz. Er wird euch viel geben können, Herrin. Nur bitte lasst ihm mehr Zeit.“
„Du meinst, ich sollte ihn sich von selbst regenerieren lassen?“
„Ja.“
„Das dauert aber lange.“
„Ja, aber er wird es besser verkraften. Es ist gesünder für ihn.“
„Nun gut. Gebt mir den Trank und geht.“
„Hier. Flößt ihm das ein.“
Rubin reichte ihr einen kleinen Gegenstand, nickte ehrerbietig und entfernte sich. Amandin sprach leise:
„... Danke.“
Thomas sah aus einer anderen Perspektive, aus der Sicht einer anderen Steinader kurz Rubins Gesicht, wie sie lächelte und dann die Tür zu zog. Es schien Rubin zu freuen, was er für einen Einfluss auf ihre Herrin hatte. Das Bild verblasste zum Glück schnell, denn gleichzeitig sah er Amandin, wie sie eine Viole öffnete, sie sich an die Lippen setzte und ihn dann küsste. Er erinnerte sich an den herb süßen Geschmack und dass er danach wieder tiefer geschlafen hatte. Amandin kümmerte sich weiter rührend um ihn und blieb lange bei ihm. Manchmal schlief sie an seiner Seite, manchmal sang sie für ihn. Manchmal kam auch Amethyst und brachte ihr etwas zu essen, aber dann redeten sie nicht. Auch Amethyst betrachtete schon da Thomas mit einem ehrlich besorgten Gesichtsausdruck. Der Haushofmeister tat wirklich alles, damit sich alle hier wohl fühlten, besonders wenn es seine Herrin glücklich machte. Er brachte ihr kleine Köstlichkeiten, massierte ihr einmal kurz die Schultern als sie etwas mürrisch drein blickte und versuchte sie mit seinem charmanten Lächeln aufzumuntern. Sie nahm das duftende Öl und massierte damit Thomas, doch er schlief zu fest um zu reagieren. Warten, Geduld und Langeweile waren wohl nichts für Amandins hitziges Temperament. Manchmal schien es, als wäre sie kurz davor den Rat von Rubin zu ignorieren und ließ ihr leuchtende Hand über Thomas Körper wandern. Dann nahm sie sie aber doch weg, schüttelte sie kurz aus und streichelte ihn weiter ohne Magie. Irgendwann wurde ihr das aber nicht genug und sie begann ihn selbst im Schlaf zu reizen, biss seine Männlichkeit wieder zu reagierte. Er sah von oben seine zitternden Augenlider als sich Amandin unter der Decke rhythmisch auf und ab bewegte. Dann öffneten sich seine Augen und er fühlte mehr als deutlich, ihre Lippen um seinem „Hammer“. Sie bemerkte dass er wach wurde und setzte sich unschuldig lächelnd auf. Die Vision der Steine brach ab.

Thomas sah nur noch den dunkelroten Hintergrund seiner Lider. Langsam öffnete er seine Augen und starrte die weiße Ader unter seiner Hand an. Es hatte funktioniert und das mehr als überraschend gut. Doch dies war auch kein normaler Stein mehr. Dieser Stein hatte seine Magie gekostet. Amandin hatte etwas von seiner Magie in ihn gelenkt und dafür war er "erwacht" und irgendwie zu einer Art "Diener" geworden, auch wenn er selbst diesen Zauber noch nicht beherrschte. Die "Erweckung des Dieners" lag noch außerhalb seiner Möglichkeiten, aber Amandin hatte ihm eine Kostprobe hinterlassen, was er vielleicht einmal alles mit seiner Magie anstellen könnte. Von den schwarzen Steinen wusste er, dass sie ihr dienten. Aber diese weißen Adern im Haus, die waren sein.

Ein leises Klopfen erklang und erst jetzt fiel ihm auf, dass seine Beine leicht zitterten, er schon wieder Hunger hatte und sein Kopf leicht schwirrte. Irgendetwas war ihm schon wieder entgangen. Das Klopfen wiederholte sich und Amethysts Stimme erklang von draußen.
"Amant, ich weiß dass du da bist. Ich stell dein Mittagessen vor die Tür. Ich hol dich zum Abend zum Baden ab. Hast noch ein paar Stunden, bis später."
Dann entferten sich auch schon seine Schritte und wenn Thomas die Tür öffnete, konnte er ihn noch weiter hinten im Gang winkend davon gehen sehen. Er trug sein Kopftuch mit den darunter verborgenen langen Ohren mit Stolz und ließ sich anscheinend dadurch nicht mehr verunsichern. Das Tagewerk musste weiter gehen.
Apropo Tagewerk. Thomas hatte lange nicht mehr an der Statur gearbeitet.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Donnerstag 13. Juli 2017, 16:26

Erstaunliches geschah, als Thomas mit den Steinen in Kontakt trat und seinen Geist für deren Stimme öffnete. Der Schritt war für seine Psyche und seinen Körper etwa so bedeutend, wie die erste Drehung des Körpers, das erste gesprochene Wort, die ersten selbständig gelaufenen Meter. Er erlebte gerade eine Art Evolution. Sein Körper und Geist veränderte sich und richtete sich nach neuen Richtlinien aus. Was früher einmal totesund nicht zu erreichende Materie war, wurde nun in ihrer Lebendigkeit erkannt.
Obwohl die Menschen über mehrere Sinne verfügten, überschätzten sie ihre Stellung im Kosmos und auf der Erde. Viele Informationen blieben ihnen nämlich in Ermangelung der entsprechenden Organe verborgen. So reichte die menschliche Wahrnehmung nicht an jene von Fledermäusen heran, die ihre Welt mit Ultraschall abzutasten vermochten. Auch das menschliche Farbspektrum ist begrenzt und erkennt beispielsweise kein Ultraviolett, wie es die Bienen taten. Auch Sonarimpulse oder ein grosser Anteil von Geruchspartikel bewegen sich ausserhalb der humanen Reichweite. Gleiches galt für die Sprache der Steine. Thomas hatte sich erst verändern müssen, um den Zugang zu ihnen zu erlangen. Er hatte Amandin und mit ihr auch Amant in sein Leben aufnehmen müssen.
In diesem Augenblick probierte Thomas seine neugewonnenen Fähigkeiten zum ersten Mal bewusst aus. Seine Augenlider flackerten kurz, als sich die fremden Erinnerungen vor sein inneres Auge schoben. Sofort kam es zu einem Informationskonflikt. Die Reize seines Sehnerves vermischte sich mit der Perspektive der Steine. Thomas musste seinen Sehsinn also zugunsten der Steine ausschalten und so schloss er instinktiv die Augen.
Thomas machte die ungewohnte Perspektive zu schaffen. Er musste sich an den fremden Blick auf die Welt gewöhnen und auch an seinen eigenen Anblick. Spiegel waren ein rares Gut in Celcia und Thomas hatte selten die Zeit gehabt sich länger zu betrachten – und schon gar nicht nackt... und noch „garnichter“ beim Akt!
Sein Blick fiel auf die leuchtende Amandin. Pure Magie pulsierte in ihrem Körper. Mächtige Magie, er konnte es förmlich spüren. Jetzt kannte er also ihr Geheimnis. Sie benutzte Magie um seiner körperlichen Überlegenheit Herr zu werden. Bisher hatte er für sich immer geglaubt, dass sie ihn selbst derart in ihren Bann gezogen hatte, dass er ihren Impulsen wie von Selbst nachgegeben hatte. Vermutlich stimmte beides ein bisschen...

„Du hast zu viel gegeben... zu viel geliebt... mein unvernünftiger, übermütiger kleiner, wunderbarer Diamant...“ Thomas Augenbrauen zogen sich für einen Moment zusammen, als Amandin ihn als ein übermütiger kleiner Edelstein tadelte. Gleichzeitig wurde er aber tief berührt von der Wärme und Liebe, die seine Herrin ihm in jenen Stunden seiner Ohnmacht hatte zukommen lassen. Wie nahe war er am Tod gewesen? Er betrachtete seinen nackten Körper, wie er reglos in Amandins Armen lag. Seine Haut hatte wahrlich eine ungesunde Farbe angenommen und auch seine Atmung ging ganz flach, bis Amandin ihn küsste und ihn mit ihrer Energie speiste.

„So nimmst du sie also...“ Der Steinmetz runzelte für einen Augenblick verwirrt die Stirn. Sie dachte an Beth? In jenem Augenblick dachte sie an ihre einzige ihr bekannte Nebenbuhlerin? Ja, er hatte mit Amandin etwas geteilt, was er bisher nur mit Beth erlebt hatte – und noch so viel mehr, was er sich selbst nie zu träumen gewagt hatte. Seie Herrin liess ihn allein. Thomas betrachtete sich selbst und damit auch sein unfassbares Glück, dass er im Moment gerade erlebte. Nur hier, in diesem Haus konnte sein regloser Körper mitten im Herrschaftsgebiet der Dunkelelfen wohl überdauern. Würde er in einer Seitenstrasse, oder auf dem Bauplatz liegen, so hätte man ihn vermutlich einfach entsorgt. Viele Männer und Frauen von Pelgar und Andunie und allen anderen Dörfern und Städten, die der Besatzungsmacht zum Opfer gefallen waren, teilten schliesslich genau dieses Schicksal.

Noch immer konnte er sich nicht gänzlich von seinem unguten Gefühl lösen, dass an seinem Schicksal etwas verdorbenes, unmoralisches und verwerfliches anhaftete. Von Aussen betrachtet hatte er sich mit dem Feind eingelassen. Unter seinesgleichen würde er vermutlich wenig Verständnis diesbezüglich erfahren – oder irrte er da? Was dachten seine Kollegen auf dem Bauplatz? Was war dort überhaupt vorgefallen? Wie ging es ihnen?

Dieses Haus hatte ihn abermals für einige Stunden von diesen Gedanken an die Aussenwelt abgelenkt und er spürte selbst, wie sie mittlerweile immer seltener wurden. Auch jetzt wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf das Innere des Hauses gelenkt, nämlich in jenem Augenblick, als seine Herrin vor seinem geistigen Auge wieder auftauchte – mit Rubin im Schlepptau. Letztere wusste offenbar einiges über den Wandlungsprozess, den Thomas gerade durchmachte. Das finale Ziel hingegen, war ihm selbst noch immer verborgen.

So ganz konnte er die potenziellen Auswirkungen von Amandin auf seinen Körper noch immer nicht einordnen. Rubin deutete gerade an, dass ein natürlicher Regenerierungsprozess gesünder für ihn sein würde. Sie hatte ihm gegenüber erwähnt, dass sich seine Muskulatur und sein Körper versteifen könnte – im übertragenen Sinne zu Stein werden könnte, wenn er sich nicht genug bewegte.

Apropos Bewegung...Amandin fand vor seinem inneren Auge gerade ganz eigene Wege um zumindest bestimmte Zeile seines Körpers aus dem Tiefschlaf zu wecken. Sein Herzschlag beschleunigte. Ihre Handlungen an seinem bewusstlosen Selbst beflügelten die verborgendsten Winkel seiner sexuellen Fantasien. Die Vorstellung des totalen Ausgeliefert seines, der totalen Abhängigkeit machte ihm einerseits Angst, weckte aber auch ungeahnte Begierden.
Die Vision riss ab und Thomas rieb sich die Augen. Sie brannten einwenig und er brauchte einen Moment, bis er sich wieder ganz an die Realität gewöhnt hatte. Er blickte auf seinen Handrücken, der den Blick auf den auskunftfreudigen Stein verdeckte. „Danke.“ Hauchte er nur und löste seine Verbindung langsam und bedächtig. Die weissen Steine wirkten ganz schüchtern Angesichts der Übermacht an schwarzem Gestein. Würden sie überdauern können? Würde die Dunkelheit dieses reine Licht auf Dauer dulden können?
Dies würde die Zeit zeigen...

Es klofpte an seine Tür, doch noch ehe Thomas reagieren konnte, ertönte auch schon die Stimme des Haushofmeisters. Der klang so wie eh und je, was Thomas innerlich sehr beruhigte. Er war froh, dass es Amethyst den Umständen entsprechend gut ging. Ob der Zauber inzwischen verflogen war? Er wollte dies den Haushofmeister persönlich fragen, doch er kam zu spät. Er konnte nur noch von weiterm zusehen, wie dieser den Gang hinunterlief. Die Eselsohren waren noch da, doch Amethyst trug sie mit einer Würde, die wohl nur er selbst an den Tag legen konnte.
Thomas nahm seine Mahlzeit entgegen und ergänzte sie mit einem vollen Glas Wein aus seiner Karaffe. Ein bisschen Mut anzutrinken mochte wohl kaum schaden, aber er hielt sich im Rahmen. Er hatte gar nicht bemerkt, wie hungrig er eigentlich war und merkte auch erst beim Trinken, dass sich sein Magen über die Flüssigkeit freute. Es war ein bisschen unheimlich, wie sehr er mittlerweile dazu neigte, seine eigenen Bedürfnisse schlicht zu vergessen. Mit entsprechend grossem Appetit liess er sich seine jetzige Mahlzeit deshalb auch schmecken.

Er überlegte sich, wie er nun die Zeit bis zum Abend überbrücken sollte. Die Vorstellung an das, was da auf ihn zukommen würde, machte ihn unruhig. Er wusste, dass er nicht in der Lage sein würde sich ein Szenario auszumalen dass auch nur in die Nähe von dem kommen würde, was tatsächlich heute Abend geschehen wird. Also war es besser, das alles einfach auch sich zukommen zu lassen. Was konnte schon gross passieren? Seine Herrin war ja da und würde auf ihn Achtgeben. Thomas war sich bewusst, dass sie ein sehr gutes Gespür für ihn hatte und schnell merkte, wenn sie ihn überforderte. Sicherlich manchmal nutzte sie ihr Wissen entsprechen und lockte ihn auch ganz gezielt etwas aus der Reserve, aber sie würde ihm nie etwas Zumuten, dass er emotional oder körperlich nicht würde stemmen können. Diese Gewissheit beruhigte ihn.

Er entschloss sich dazu, die Zeit produktiv zu nutzen und so begab er sich runter in seine Werkstatt. Die Tür zu seinem Zimmer liess er dabei einen Spalt offen, weil er klopfende Gäste ohnehin nicht hören würde.

Er trat an die angefangene Statue heran. Studierte den Stein. Berührte ihn. Versuchte gar in Kontakt mit ihm zu treten, aber noch war keine Magie an jenem Ort. Er streichelte den Stein. Wir werden dich irgendwann gemeinsam mit unserer Energie speisen. Du wirst die Erinnerung an das gemeinsame Wirken von Amandin und mir auf ewig konservieren. Vorsichtig meisselte er sich durch den Rohling. Suchte nach der perfekten Form. Jeder Hieb war ein Kuss, eine Huldigung eine Ode an seine Herrin.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Erzähler » Dienstag 25. Juli 2017, 17:13

Ein paar Stunden arbeitete Thomas an dem Rohling für die Hauptstatur seiner Herrin die den Tempel und ihr gemeinsames Werk krönen sollte. Jeder Hieb war ein Kuss, eine Huldigung eine Ode an seine Herrin und langsam gab der Stein auch eine erste Grundform ab, entblößte Amants Phantasien von seiner Herrin. Die Arbeit seiner Hände beruhigte seinen Geist und lenkte ihn von den Bildern des Bevorstehenden ab. Sein Tagwerk, seine Kunst vereinnahmte seine Gedanken. Vollkommen vertieft arbeitete er und vergaß die Zeit. So bemerkte er auch erst nicht, dass nicht mehr allein war und bewundernd betrachtete wurde. Erst ein leises Räuspern zwischen zwei Schlägen ließ ihn aufsehen und seinen Blick wenden. Amethyst stand in der Tür zu seinen Gemächern und beobachtete ihn lächelnd.
„Schon jetzt ein Meisterwerk! Ich kann verstehen, warum unsere Herrin dir so gern bei der Arbeit zu sieht. Du bist eine Augenweide, so vertieft in deine Schöpfung. Einfach wunderschön.“
Solch ein Kompliment von einem Mann zu bekommen, war sicher mehr als ungewohnt für den Steinmetz, aber jedes Wort schien ehrlich gesprochen zu sein. Der Haushofmeister lächelte etwas breiter, als er Thomas Reaktion sah und lehnte sich dann gelassen in den Rahmen. Auch er war ein Bild von einem Mann, wenn man Männer bevorzugte und er setzte seine Reize spielerisch ein. Das es nur ein Spiel war und keine ernste Annäherung, dass hatten die beiden ja schon untereinander geklärt und so nahm sein leicht überzogenes Verhalten der Situation die Schärfe.
„Du musst jetzt aufhören, sonst bekomme ich dich nicht rechtzeitig sauber.“
, witzelte Amethyst und Thomas fiel auf, dass die Eselsohren inzwischen verschwunden waren. Sein Freund war wieder perfekt wie vorher und anscheinend auch wieder deutlich besserer Laune. Er freute sich wohl sehr auf die bevorstehende „Zusammenkunft“ der getreuen Dienerschaft ihrer Herrin.
„Komm, wir müssen los.“
Damit war es dann wohl soweit. Thomas musste alles stehen und liegen lassen. Staubig und schmutzig wurde er zu der Badegrotte geleitet, wo es jetzt schon hoch her ging. Er hörte schon das Kichern von der Treppe aus und erblickte dann bekannte und unbekannte Gesichter im sanften Nebel von Lazulis Heim. Dies mussten dann wohl die zusätzlich eingeladenen Leibdiener sein. Was hatte Marmora gesagt? „Ich hätte gerne Schiefer, Dolomit und Lehm dabei, geht das?“ Das mussten dann wohl die Neuen sein, oder besser gesagt, die „Alten“ denn, Amant war ja der „Neue“.
Schiefer war drahtiger, Mann von dunkelgrauer Hautfarbe, dessen Gesicht Thomas irgendwie entfernt bekannt vor kam. Da hier alle nackt waren und sich teils gegenseitig wuschen, war es nicht ganz so einfach klar zu denken und sofort einen Zusammenhang zu finden. Vielleicht würde es ihm noch einfallen. So der so hatte der Kerl vor allem anderen eine Eigenschaft: Er fiel unter die Art Dunkelelf, die man als Mensch sah und lieber schnell weg sah um nicht seine Aufmerksamkeit zu erregen. Seinem scharfen Blick entging nichts und doch hatte er etwas an sich, dass Thomas verwirrte. Er wirkte... entspannt? Hier in dieser Umgebung, in dem friedlichen Umfeld wirkte er fast deplatziert. Er war ein Krieger durch und durch, das zeigten auch seine Kampfnarben und dann fiel Thomas auch wieder ein, wo er ihn gesehen hatte! Er war einer der Wächter vor Almandins Zelt gewesen, als er das erste Mal zu ihr gebracht worden war. Natürlich umgab sie sich auch auf der Baustelle mit ihr vertrauenswürdigen Personen. Als dann Dolomit durch den Dampf an Thomas vorbei ging und beiläufig grüßte, erkannte er auch ihn als den zweiten Wächter vor dem Zelt. Er hatte ungefähr die gleiche Statur, war aber deutlich heller. Seine Haut war fast hellbraun und sein Haar hatte sogar einen leichten Goldton in den sonst weißen Strähnen, trotzdem war er eindeutig ein Dunkelelf. Amandin hatte also ihre Augen auch auf der Baustelle, selbst wenn sie nicht anwesend war. Irgendwo klatschte eine Hand auf einen nackten Hintern und Amant reagierte prompt auf Perlitas hohe Stimme, die lachend aus dem Gewirr empor stieg. Die dritte Person, Lehm genannt, schien jedoch eine Frau zu sein, soweit er erkennen konnte und sie hielt sich gerade in einer Ecke mit Lazuli, Nephilin und Marmora auf. Die vier umarmten gerade einander und streichelten sich zärtlich. Hier und da sorgte schon der einfach Anblick so vieler nackter Haut für eine steigende Durchblutung in gewissen Regionen, auch wenn das hier alles harmlos und sehr spielerisch verlief. Im Vordergrund stand tatsächlich die gründliche Reinigung der Körper. Nur Lazuli würde wohl nicht anwesend sein können, da sie die Grotte nicht verließ, aber sie war ohnehin ein wenig außen vor. Dafür versorgte gerade die Unbekannte ihre Bedürfnisse, was für einige heftige, sicher auch magisch hervorgerufene Wellen im Wasser sorgte und einige lüsterne Blicke. Lehms Gesicht war zwischen den Beinen der Aquadin versteckt, aber ihr lehmbrauner Körper war eine Augenweide! Weiche weibliche Rundungen lockten den Betrachter zum Verweilen... seltsam... Thomas fühlte sich plötzlich an seine ersten Jahre als Lehrling erinnert.
Mit 16 hatte man ihn auf die Walz geschickt. Diese Jahre sollten ihm neue Erfahrungen einbringen und ihn zum Mann machen. Beides passiere bereits in Andunie, während seines ersten längeren Aufenthaltes in fremden Landen. Er erinnerte sich kaum an mehr, aber irgendetwas an dieser Frau...
Es gab Dinge, an die ein Mann sich wohl immer erinnern würde. Dinge, bilder, winzige Kleinigkeiten oder Personen, wie zum Beispiel die erste Frau mit der er das Bett geteilt hatte. Er erinnerte sich vielleicht nicht mal mehr an ihren Namen, aber wohl an ihren wohl gerundeten Hintern, mit dem Fleck über dem Steißbein in Form eines kleinen Vogels, der die Schwingen ausgebreitet hatte. Er wusste noch, wie er sie das erste Mal fassungslos angestarrt hatte, wohl wegen ihrer Schönheit. Halbelfen hatten einfach diese Ausstrahlung, auch wenn diese hier mehr menschlich war, als elfisch. Sie hatte volle, schwere Brüste, ein Becken in dem Träume wahr wurden und einen Hintern, der zum festen zugreifen animierte. Die vergangene Zeit hatte sie kaum verändert und als sie lächelnd den Kopf hob fielen Thomas noch viele andere Kleinigkeiten ihrer ersten Begegnung ein, die ihn zum Mann gemacht hatte. Andunie war ihm mehr als nur in beruflicher Hinsicht im Gedächtnis geblieben.
(Details und weitere Beschreibungen kannst du gern selbst hinzufügen ;-))

Lehm lächelte in seine Richtung und nickte aber wohl eher Amethyst zu, als ihm. Ihn betrachtete sie nur neugierig und widmete sich dann wieder der Körperpflege. Lazili verschwand in den Wellen und alle fuhren mit ihren Tätigkeiten fort.
"Hier Amant, setz dich."
Der Haushofmeister reichte ihm einen Eimer mit Wasser, Seife und eine Bürste.
"Schrub dich ordentlich und sag bescheid, wenn du Hilfe brauchen solltest... irgendwem."
Das letzte Wort kam deutlich verzögert und neckte schon wieder Thomas Sinne.
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Re: Das Anwesen der Familie Belyal Sinth

Beitragvon Thomas Mercer » Samstag 29. Juli 2017, 16:49

Schweissperlen bildeten sich auf seiner Stirn und seinen Unterarmen, während er Schlag um Schlag den Stein vor sich in seine neue Form zwang. Jedes Kunstwerk, dass von einem Steinmetz erschaffen wurde, war für die Ewigkeit gedacht. So wie der Vesta-Tempel, dessen Überreste zerschlagen und zertrümert vom Bauplatz weggeschafft worden war. Nur äusserste Gewalt konnte zerstören, was Steinmetze einst geschaffen haben, oder die Zeit. Tatsächlich nagte die Zeit selbst an den Steinen. Bei den Figuren fiel dies stärker auf als den unbehauenen Steinen. Details flachen sich mit der Zeit ab, Moose, Wasser und Pilze durchdringen die feinsten Risse im Gestein und reissen sie mit der Zeit auf. Dies war das Geheime Wissen der Steinmetze: Selbst die Ewigkeit kannte Zerfall, Verwitterung, Wandlung. Nichts konnte für immer und ewig so sein wie es immer war. Alles war einem steten Wandel unterworfen. Eine Einsicht, die in Thomas ein starkes Gefühl der Demut auslöste. Thomas war derart in seine Arbeit vertieft gewesen, dass er seinen stillen Beobachter gar nicht bemerkt hatte. Er zuckte leicht zusammen, als Amethyst seine Stimme erhob.
„Schon jetzt ein Meisterwerk! Ich kann verstehen, warum unsere Herrin dir so gern bei der Arbeit zu sieht. Du bist eine Augenweide, so vertieft in deine Schöpfung. Einfach wunderschön.“

Thomas hob seine Augenbrauen und schenkte Amethyst ein aufrichtiges Lächeln. Sie hatten ja schliesslich die Beziehung zueinander gekälrt und Thomas war tatsächlich Reif genug um ein Kompliment als das zu akzeptieren was es eben war: ein Kompliment.
Thomas blickte zu seiner Schöpfung und strich sanft mit seinem Handrücken über eine der bearbeiteten Stellen um den Steinstaub zu entfernen. „Es...ist wie eine Art Trance... der Stein und ich, wir arbeiten gemeinsam an der Form.“ Thomas liess sich Zeit und begann seine Werkzeuge zu Reinigen. Das war ein wichtiger Part seiner Arbeit und durfte nicht vernachlässigt werden.

„Du musst jetzt aufhören, sonst bekomme ich dich nicht rechtzeitig sauber.“ „Oh.“ Jetzt wurde Thomas doch noch rot. Während der Arbeit hatte er beinahe vergessen, was ihn heute Abend noch erwartete. Er hüstelte Verlegen. „J...Ja.“ Und da war sie weg, die ganze Selbstsicherheit, die er während der Arbeit noch an den Tag gelegt hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass es schon so spät ist...“
Er sah Amethyst direkt in die Augen, doch kurz schweifte sein Blick auf dessen Ohren und er nickte erleichtert, als er erkannte, dass der Zauber seine Wirkung inzwischen verloren hatte. Die beiden tauschten schweigend die Blicke und Amethyst mochte wohl erkennen, dass Thomas sehr froh darüber war, dass es ihm wieder gut ging. Nachdem die Werkzeuge gereinigt waren, folgte Thomas dem Haushofmeister in die Badegrotte.

Diese hatte noch immer seinen besonderen Reiz. Lazuli war immer noch ein Mysterium für ihn. Ein tragisches noch dazu. Doch die Grotte hatte heute seinen ganz eigenen Reiz. Heisser Dampf schlug ihm entgegen und darin bewegten sich die Schemen nackter Männer und Frauen. Es waren vor allem erstere, an die er sich immer noch nicht so richtig gewöhnen konnte. Ein Dunkelelf kam ihn entgegen und dieser erwischte Thomas sofort dabei, dass er ihm zuerst wohl in die Augen gesehen hatte, aber dann kurz verlegen woanders hin. Es war eine natürliche Reaktion auf die Zurschaustellung von primären Geschlechtsorganen. Sie waren einfach ein Blickfang, da konnte man schwer etwas dagegen tun.
Er musterte die Narben des Mannes, die ihn sofort als Krieger zu erkennen gaben. Jetzt dämmerte es ihm, woher er ihn kannte. Für einen Moment fühlte er sich schreklich ertappt. Wusste der Wächter auch, wen er vor sich hatte? Vermutlich schon. Thomas war schliesslich aufgrund seine Grösse, seinen blonden Haaren und seinen besonderen Draht zu Amandin ein ziemlich aufälliger Sklave hier in Andunie.

Seine Sinne reagierten, als die schrille Stimme von Perlita ertönte. Er versuchte sie in der hinteren Ecke der Grotte auszumachen und tatsächlich befand sich dort ein Grüppchen von Frauen, die sich gegenseitig wuschen.... und Lazuli. Es war das erste Mal, wo er die Aquanin länger als nur ein paar Sekunden zu Gesicht bekam. Sie war wunderschön und befand sich offenbar gerade in sehr anregender Gesellschaft. Der Anblick zweier Frauen, die sich gegenseitig verwöhnten weckten auch in Thomas die niederen Instinkte. Auch Thomas musste insgeheim zugeben, dass es einen Reiz hatte die neuen Personen im Raum auszumachen und zu betrachten.
Bisher sah er nur den Rücken von Lehm und ihren wohlgeformten Hintern, aber das reichte auf um ihn ihm lebhafte Erinnerungen zu wecken. Er erstarrte. Konnte das wirklich sein?!

Nach so vielen Jahren hatte sie sich kaum verändert – ein wirklicher Vorteil der Elfen. Thomas fühlte sich schlagartig in eine andere Zeit und eine andere Welt zurückversetzt. Damals, als Andunie noch eine freie und friedliche Stadt gewesen war. Azzurblau hatte das Meer in der Bucht gefunkelt und in sanften Wogen hatte das Wasser die einzelnen Handelsschiffe im Hafen hin und her geschaukelt. Andunie war schon immer eine belebte Handelsstadt gewesen. Kein Wunder. Ihr berühmter Apfelwein verkaufte sich schliesslich in ganz Celcia! Ausserdem war Andunie das Eingangstor ins Hinterland. Der junge Thomas hatte sich in Andunie puddelwohl gefühlt. Die Leute damals waren freundlich, fröhnten dem lockeren maritimen Lebensstil und waren viel entspannter und offener als die Pelgarer. Thomas hatte in der Steinmetzgilde schnell Anschluss gefunden und schon bald hatte er mit einer Gruppe junger Gesellen die Stadt und ihre Spelunken erkundet. Dort hatte er sie zum ersten Mal gesehen, die Frau die nun vor ihm im Wasser sass. Wenn er sich recht entsinnte, war sie die Tochter eines Kaufmannes, der hier in Andunie regelmässig seine Geschäfte abwickelte. Sie war dieses Mal mitgereist, weil sie mehr von der Welt hat sehen wollen. Sie liebte es zu tanzen und genau so hatte er sie auch kennen gelernt. Sie hatte sich spontan in einer Taverne einer Gruppe von Musikanten angeschlossen und mit ihnen Gefeiert und getanzt. Sie war auf ihn und seine Freunde zugekommen und hatte sie kurzerhand mit sich gerissen. Es war Thomas erster Tanz mit einer Frau gewesen. Thomas war ziemlich frühreif gewesen und so hatte die Frau vermutlich gar nicht gemerkt, dass er noch ein ziemlich junger Schnösel gewesen war.

Sie hatten eine wunderbare Zeit zusammen verbracht und Thomas war jeden Abend in die selbe Taverne zurückgekehrt um sie zu sehen und mit ihr zu tanzen...und irgendwann hatte sie ihn einfach geküsst. Namen konnte man vergessen, nicht aber den ersten Kuss und das erste Mal. Sie hatte ihn mitgenommen, war mit ihm auf eine kleine Anhöhe gelaufen, der ihr lieblingsplatz gewesen war, weil man von dort aus die ganze Stadt und das Meer hatte bewundern können. Sie waren eine ganze Weile beisammen gesessen und irgendwann hatte sie ihre Hand auf seine gelegt und sie langsam unter ihres Mieder geführt. Noch nie zuvor hatte er eine Frau auf diese Weise berührt und aufgrund seiner Aufgeregtheit hatte ihre erste Annäherung auch geendet, bevor sie richtig begonnen hatte. Eigentlich, wenn er so darüber nachdachte hatte sie einige Ähnlichkeiten mit Amandin. Beide Frauen waren viel erfahrener als er und hatten sich viel Zeit genommen um ihn langsam zu Verführen. Bei Beth war es anders gewesen, dort hatte er immerhin schon gewusst was er zu tun hatte.

Aber war sie es wirklich? Amethyst musste schon längstens aufgefallen sein, dass Thomas sich ganz besonders für Lehm interessierte. Er trat etwas näher und suchte nach einem eindeutigen Indiz und da fand er es. Das kleine Muttermal an ihrem Hintern, über das er vor über 19 Jahren selbst mit seinen Lippen liebkost und geküsst hatte. Sie war es wirklich!

Konnte das alles tatsächlich Zufall sein? Oder wusste Amandin weit mehr über sein Leben, als ihm bisher bewusst war?! Kurz streiften sich ihre Blicke aber in ihren Augen gab es kein Anzeichen für ein Wiedererkennen. Wie auch? Thomas hatte sich körperlich stark verändert. Nicht nur, dass er inzwischen einen Bart trug, er war auch grösser und stärker geworden und seine Haut hatte sich durch die ständige Arbeit im Freien etwas gegerbt. Nichts erinnerte mehr an den Jüngling der er einst war, nichts ausser vielleicht sein schüchterner Blick.

„Lehm.“ Hauchte er nur. Er spürte viele Blicke auf sich, weil er noch angezogen war. Angezogen zu sein hatte in einem Raum voller nackte offenbar einen besonderen Reiz. Jeder wollte sehen, was unter der Kleidung verborgen war. Es kostete Thomas einiges an Überwindung sich selbst zu entblössen. Nicht wegen den Frauen, er wusste um die Qualitäten seines Körpers und war durchaus stolz darauf. Sondern wegen der Männer. Amethyst war da wirklich auch keine Hilfe, denn der genoss das Schauspiel sichtlich.
Thomas setzte sich hin und versuchte sich tatsächlich erst auf die Körperpflege zu konzentrieren. Allein das war schon ein Spektakel, denn bei jeder seiner Bewegungen vollzog seine Muskulatur ein wahres Schauspiel. Der Dampf stand ihm gut zu Gesicht. Aufgrund seiner Statur wirkte er wie ein junger Gott. Wie ein junger Lysanthor vielleicht. Nur hatte es diese Version von Lysanthor inzwischen auch schon faustdick hinter den Ohren.

Thomas beobachtete Lehm die ganze Zeit über. Er wollte sie nicht unterbrechen... also linste er nur aus der Ferne zu ihr herüber. Für die Alteingesessenen war dies ja kein neues Verhalten. Sie wussten, dass Thomas schüchtern war.

Er fragte sich noch immer, ob das alles wirklich ein Zufall sein konnte. Er blickte zu Amethyst in und nickte in Lehms Richtung. „Ich habe sie hier noch nie gesehen, Lehm, richtig? Wer...ist sie?“ Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass er Lehm hier getroffen hatte und nun gänzlich durch sie vereinnahmt wurde. Ansonsten hätte er nun wohl damit angefangen sich Gedanken darüber zu machen, dass er diesen ganzen Leuten hier sehr bald SEHR nahe kommen würde.
Seine Nackenhaare stellten sich auf.
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