Schlechte Nachrichten

Nicht zu verwechseln mit der Heil und Irrenanstalt, ist das große Reichshospital von Pelgar, welches hauptsächlich für die Streitkräfte bestimmt ist, jedoch in einem eigens angebauten Siechenhaus auch Zivilisten aufnimmt.
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Schlechte Nachrichten

Beitrag von Erzähler » Freitag 29. Mai 2009, 10:38

Luziver, Roxas, Shankar und NPC Angelika kommen von Der Sitz des Hohen Rates -> Zeugenaussage

Und wieder erhob sie sich vor ihnen, gewaltig und geschäftig: die Reichsklinik. Mehr einem Kasernenstützpunkt als einem Hospital gleichend ragte der Gebäudekomplex über die Zinnen der ihn umgebenden Mauern. Laternen wurden angezündet, um Passanten und Besuchern im Regen eine Orientierung zu bieten.
Ein Teil des Klinikumsgeländes blieb allerdings dunkel. Dort befand sich der Park und die Baumkronen wippten als schwarze Wolken im Wind. Um diese Zeit war es nicht gestattet, durch den Park spazieren zu gehen. Man schloss das große Eisentor, welches dorthin führte und so blieb das gärtnerisch idyllisch angelegte Stückchen Erde in Dunkelheit und Stille gehüllt. Lediglich einige Tauben, von wo immer sie herkamen, riefen ihre "Truhh Truhh" durch die hereinbrechende Nacht.

Die Klinik selbst zeigte sich sehr belebt. Es waren sogar noch Besucher unterwegs und soeben passierte eine eilig gefahrene Kutsche das Tor. Aus dem Kutscheninneren, der wie ein Kasten auf den Achsen angebracht war, drangen weibliche Schreie und schmerzvolles Stöhnen an die Außenwelt.
Kaum dass das Gefährt vor einem der Zugänge hielt, strömten Heiler und Helfer aus der Klinik. Sie brachten eine Trage mit und anschließend hob man eine hochschwangere Frau aus der Kutsche und legte sie auf die Bahre. Unter einer weiteren Wehe, die eine bevorstehende Geburt ankündigte, wurde die Patientin ins Gebäude getragen.

Für unsere Gruppe schien es kein Problem darzustellen, die Reichsklinik betreten zu können. Luziver würde das Abzeichen nicht vorzeigen müssen. Die Türen standen offen und man konnte auch andere Pelgarer sehen, die eindeutig nicht zum Klinikumspersonal zählten. Sie wanderten durch die hell erleuchteten Gänge der Klinik und verschwanden in Patientenzimmern. Sicherlich würden Luziver und die anderen direkt zu Kazel und Shantih gehen können. Trotzdem wäre es besser, sich vorher anzumelden.

Am Empfang saß eine Dame in der klassischen Gewandung einer pelgarischen Krankenschwester. Sie trug eine schwarze Robe, darüber einen weißen Kragen und eine weiße Haube. Um den Hals hing eine goldene Kette, an der das Symbol der Heiler befestigt war: ein Stab, um den sich eine Schlange wand.
Die Empfangsdame las gerade in einigen Papieren, wobei sie sich die Brille zurecht rückte und einige Strähnen ihres dunkelbraunen Haares, das zu einem Knoten im Nacken zusammengebunden war, hinter ein Ohr schob. Sie war sehr vertieft in ihre Arbeit und bemerkte die Neuankömmlinge bislang nicht.
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Dienstag 9. Juni 2009, 18:21

Mehr oder weniger interessiert lauschte Roxas den anderen, die immer noch miteinander diskutierten. Er war viel mehr damit beschäftigt sich schweigend über seine nun mehr nasse Kleidung und die Haare zu ärgern. Nur weil Luziver ihn so überfallen musste (obwohl es das wirklich wert war). Roxas musste gegen das instinktive Verlangen, den Kopf recht kräftig zu schütteln um die nervigen Wassertröpfchen los zu werden, ankämpfen. Bei seinen Haaren brachte es ja vielleicht noch was, aber sein schwarzes Hemd klebte bereits wie eine zweite Haut an ihm und es widerstrebte ihm dennoch, den Stoff von der Haut hoch zu zupfen - Das Gefühl mochte er noch weniger.
Dann setzte sich die Gruppe endlich in Bewegung. Shankar, der ihm zuvor noch eine Frage gestellt hatte, erwiderte nichts, als Roxas ihm seine Antwort gab. Etwas seltsam, denn eigentlich hatte der Hybrid mit einer kleinen Aufklärung über diesen Senturo gerechnet. Zwar interessierte ihn diese Person nicht sonderlich, aber selbst er hätte an der Stelle des Stieres noch aus reiner Höflichkeit etwas gesagt. Roxas schoss der Gedanke durch den Kopf, dass der andere Hybrid womöglich ein genauso schweigsamer war wie er und nur redete, wenn man es von ihm verlangte.

„Duhuu… Roxas, wo warst du eigentlich in den letzten Tagen und so? Wie war eigentlich dein Turnier?“
Luziver ging vor ihm, während sie sich nach ihm umsah und dieser Fragen stellte. Seine blauen Augen hefteten sich an die zierliche Gestalt vor ihm, doch antwortete er vorerst nicht, sondern wägte bedacht in Gedanken ab, was er ihr erzählen sollte und was nicht. Es war auch nicht unbedingt interessant, was er erlebt hatte, geschweige denn, dass es sie etwas anginge. Nichts desto trotz entschloss er sich zu einer halbherzigen Antwort. Allerdings schnitt Shankar ihm das Wort ab, noch bevor er eine Silbe aussprechen konnte.
"Wie wollen wir in die Klinik hineinkommen? Willst du dieses Abzeichen zeigen, dass du vom Kommandanten hast?"

Ein wenig von der Zwischenfrage überrumpelt wanderte sein Augenmerk zum Stier. Obwohl Roxas nicht besonders angetan von dieser Unterbrechung war, beschloss er stillschweigend darüber hinweg zu sehen. Vielleicht vergaß Luziver ihre Frage einfach und so musste der Halblöwe sich auch keinerlei Unannehmlichkeiten aussetzen.
Was für ein Abzeichen...?
Neugierig blitzen seine Augen unter dem plitschnnassen Haar hervor und wandten sich wieder dem schwarzhaarigen Mädchen zu, dem die Frage galt. Roxas musste sich eingestehen, dass er ein wenig verwirrt war, aber so wie er es bereits gewohnt war, würde sich früher oder später alles von selbst erklären. Sonst würde Luziver das sicher wieder als Anlass nehmen, um dem Hybriden ein weiteren Teil ihrer jüngsten Erfahrungen mitzuteilen.

Schon aus der Ferne konnte Roxas das alte Krankenhaus erblicken. Trotz der Mauer war das Gebäude einfach nicht zu übersehen und als ob das noch nicht genug wäre, lief es ihm schon bei dem Gedanken an das Gemäuer kalt den Rücken herrunter. Seine Erinnerungen an diesen Ort waren alles andere als herzlich. Unweigerlich legten sich seine Ohren wieder eng an den Kopf, wobei man in Kombination mit seinem zerknirschten Gesichtsausdruck nicht wirklich sagen konnte, ob es nun Abneigung oder "Respekt" war. Schön war es nicht, daran erinnert zu werden, wie er sich vor anderen Menschen einige Blößen zugestehen musste. Diese Gedanken vertreibend schüttelte er leicht den Kopf, klatschte sich dabei selbst ein paar seiner triefend nassen Haare ins Gesicht, was ihn selbst etwas verwirrte, als einige Strähnchen auf dem feuchten Gesicht hängen blieben. Entnervt wischte er sich diese von seiner Haut und verschränkte die Arme zu seiner üblichen Pose.

Die ganze Zeit über hielt sich Roxas recht weit hinten in der kleinen Gruppe, erst als sie das Gelände des Krankenhauses betraten holte er ein wenig auf und ging leicht versetzt hinter Luziver. Je näher er dem verhassten Gebäude kam, desto stärker wurde sein Wunsch, irgendwo anders zu sein.
Du alter Hasenfuß! Was sollen sie schon mit dir anstellen? Du bist kerngesund, tadelte Roxas sich in Gedanken selbst und hob dabei entschlossen sein Haupt. Er stellte sich echt ein wenig kindisch an. Als ob die Ärzte hinter ihm her wären, nur weil sie ihm vor einiger Zeit einen widerwärtigen Tee gaben. Dennoch ließ er den anderen deutlich den Vortritt, als sie kurz vor dem Haupteingang waren.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Freitag 19. Juni 2009, 22:09

Endlich gingen sie dann los. Auf Shankars Frage hin, zuckte das Mädchen nur die Schultern. Sie dachte selbst darüber nach, was man machen konnte, wenn diese komische Schwester sie nicht in das Zimmer lassen würden. Shankars Idee war nicht schlecht, das mit dem Abzeichen. Aber erstmal abwarten.
Als Luziver Roxas fragte, was er in den letzten tagen so getrieben hatte, konnte dieser erst nicht antworten, weil er unterbrochen wurde.
Aber das Mädchen hatte es eh für diesen Moment vergessen gehabt, zumal das riesige Gebäude sie von ihren vorherigen Gedanken ablenkte.
Das sieht unheimlich aus! Dachte sie sich und bestaunte die Reichsklinik. Es hatte schon etwas Unheimliches: Es war dunkel, es regnete wie aus Strömen und dann dieses Gebäude…

Eigentlich war es das passende Wetter, für das, was der kleinen Gruppe bevorstand, oder: Was Shankar, Roxas und vor allem Luziver bevorstanden.
Für das Mädchen würde womöglich eine Welt zusammenbrechen. Ihr Zorn gegenüber der Anstalt und dieser Landria, die ja die beste in ihrem gebiet war, wie alle so schön sagten (dass Landria die wahre Täterin war, wusste Luzi natürlich nicht. Aber sie konnte keinen aus der Anstalt leiden und für sie war es nur logisch, dass der beste in solch einem Gebiet auf jeden Fall der größte Verbrecher von denen sein konnte). Auch würde Lucy außer sich sein… Doch stand ihnen das alles noch bevor.

Gut gelaunt betrat Luziver gemeinsam mit ihren Freunden die Klinik. Das grelle Licht dort, blendete sie zunächst ein wenig, doch konnte sie sich schnell daran gewöhnen. Kurz sprachen sich die beiden Persönlichkeiten ab und schon hatte Lucy wieder die Kontrolle über den Körper. Ohne auf die anderen zu achten ging sie zum Empfang, denn sie dachte sich, um unnötigen ärger aus dem Weg zu gehen, wäre es doch besser sich irgendwo anzumelden. Also, als das Mädchen den Empfang erblickte dachte sie sich, dass es dort doch richtig sein musste. Und sie hatte richtig geraten.
Die Frau die dort saß, bekam nicht mit, dass sich die kleine Gruppe ihr genähert hatte. „Guten Abend!“ Sprach dann Lucy, mit einem höflichen, aber gequälten Lächeln und versuchte auch so höflich wie es ging zu sein. Doch hörte man etwas ihre Kälte heraus. Ganz abstellen, konnte sie es nun einmal nicht und immerhin bemühte sie sich, höflich und freundlich zu sein. Denn hier war sie etwas vorsichtiger, am ende konnten sie alle gleich wieder raus gehen und dann war der Weg hier her umsonst gewesen.
„Ähm. Wir sind Angehörige von Shantih. Und wollten sie noch besuchen. Sie ist hier, weil sie einen zertrümmerten Fuß hat und momentan auch einen riesen Klotz an diesen. Und sie ist an so einen rollenden Stuhl gebunden.“ Versuchte Lucy es so gut es ging zu beschreiben. Sie wusste nicht, was man hier sagen sollte. Also nannte sie den Namen der Patientin und weshalb sie hier ist. „Unsere Namen sind Roxas, Shankar, Angelika und ich bin Lucy.“ Stellte sie sich und die anderen Vorsichtshalber noch vor. Denn man konnte ja nie wissen.
„Können wir bitte zu ihr?“


[occ: Tut mir leid, dass es so lange gedauert hatte. ich wusste nciht was ich schreiben sollte. Und hoffentlich, ist auch der Post ok so.]

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Shankar » Sonntag 21. Juni 2009, 23:15

Während die Gruppe zur Klinik ging, blieb Shankar nah an Angelika. Denn immerhin hatte er ihr ja gesagt, dass er ihr Leibwächter sein wollte und er schätzte es, dass die junge Frau es zuließ. Diese Aufgabe nun richtig zu erfüllen war nun nicht mehr nun eine Sache in der es darum geht, dass ein junger Mann einer jungen Frau imponieren wollte. Es ging nun auch um Shankars Ehre als Krieger und erwachsener Minotaur. Man konnte schon davon ausgehen, dass der Stier die Sache ernst nahm. Auch wenn dieses Angebot in erster Linie dazu diente, sie zu beeindrucken. Ob es nun jugendlicher Übermut bei den ersten Gefühlen war, wahre Liebe oder einfach irgend ein niederer Instinkt von der tierischen Seite von Shankar war nun einmal dahin gestellt.

Der Regen prasselte ohne erbarmen weiter auf die Gruppe ein und der Stier war froh, dass der Geruch seines Felles nicht noch schlimmer werden konnte. Man musste sich eben an sowas gewöhnen. Genauso wie man sich an das steinernde Gebäude gewöhnen musste, welches kalt und grau nun vor den Besuchern stand. Die Klinik war kein wunderschöner Anblick, erstrecht nicht wenn ein stürmischer Regen und dunkle Wolken das gesamt Bild auch noch untermalten. Vielleicht würde das Gebäude im richtigen Licht mehr vertrauen in einem Erwecken, vor allem als Patient. Eines wusste der Minotaur, er wollte nicht dort untergebracht werden. Nur bei sehr schlimmen Gebrechen, aber ansonsten wollte er dort nicht als Patient hinein. Es war nicht die Angst vor Ärzten oder was sie dort auch immer mit einem machten, er wusste nicht im geringsten was sie dort mit einem machten. Er war einfach nur der Meinung, man könne sich am besten in einer vertrauten Umgebung erholen. Deswegen war er auch froh, dass er bei Luziver und Lucy war, so hatte er wenigstens jemand vertrautes in seiner Umgebung. Das Rind war eben ein Herdentier und damit auch recht gesellig. Als Hybrid konnte man sich soviel wehren wie man wollte, doch man behielt immer einige Züge beider Seiten. Wenn man sich das ganze so genau betrachtete, dann würde einem Auffallen wie gering der Spalt zwischen Mensch sein und Tier sein war. Doch so weit dachte Shankar nicht, vielleicht würde er es eines Tages....jetzt jedoch nicht.

Als alle in der Klinik drinne waren, ging Lucy schon einmal vor. Shankar nahm kurz Abstand und klopfte sich wenigstens die ganzen Tropfen ab und streifte sich über die Hörner, so wie man es mit Haaren machte wenn man diese von Wassertropfen befreien wollte. Danach gesellte er sich wieder zu den anderen. Während Lucy schon einmal alles an der Rezeption regelte, sah Shankar gelangweilt zu den Leuten in der Klinik. Es war anscheinend viel zu tun, denn sie huschten umher wie Ameisen oder Bienen. Auf den ersten Blick wie Bienen die eilig umherschwirrten wenn man genauer hinsah merkte man, dass es hier so Organisiert wie bei Ameisen war. Das beste Beispiel war die Schwangere Frau, die eben eingeliefert wurde. Nebenbei konnte Shankar sich das Grinsen nicht verkneifen, als er mithörte wie Lucy versuchte höflich und freundlich zu sein. Es war nicht das lustige, dass sie es versuchte. Es war viel mehr die verkrampfte Art die sie dabei hatte. Allerdings waren die Hybriden auch ein recht lustiger Anblick. Wenn man schon alleine an einen Stiermenschen dachte, der nach einem Bad noch schlimmer stank als vor einem, oder an einem Klitschnassen Löwenhybriden, der aussieht als wäre er eingelaufen. Einzig Angelika war nass ein ansehnlicher Anblick. Auch wenn nichts durch ihre Kleidung hindurchschimmerte, so was sie sehr ansehnlich. Immerhin betonte die nasse Kleidung ihre Figur.

Shankar wandte sich wieder an die mysteriöse Frau aus Hymlia und fragte:
"Habt ihr in eurer Heimat auch so eine Einrichtung? Ich meine wo die Kranken versorgt werden? Wir haben bei uns sowas nicht. Bei uns versorgt man die Angehörigen bei sich zu Hause, vielleicht holt man unseren Schamanen oder einen seiner Lehrlinge damit man mit Kräutern ein wenig nachhilft. Doch so wirlich brauchen wir sowas nicht....aber Minotauren leben eh ein wenig als die anderen...."

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 25. Juni 2009, 16:22

Luziver, Shankar, Angelika und Roxas wurden von grellen Lampen empfangen, die wenig Wärme, aber genug Licht spendeten, um die langen Korridore der Reichsklinik zu erleuchten. Das Glas war gewölbt hergestellt und stülpte sich über mit Öl betriebene Lichtquellen. Fliegen und einige kleine Falter, die den Weg ins Innere der Klinik gefunden hatten, flatterten um die halbdurchsichtigen Kugeln, hinter denen sich die Ölfunzel verbarg und ihren hellen Schein nach außen spendete.

Luziver tauschte wieder mit ihrer zweiten Persönlichkeit, von der Angelika behauptet hatte, es handele sich eigentlich um eine eigene Frau; eine Kriegerin, die mit Luziver unterwegs gewesen war. Warum beide nun in einem Körper steckten und warum sich Lucy nicht daran erinnern konnte, wusste keiner zu beantworten.
Lucy wandte sich an die Dame des Empfangs, die zunächst zu beschäftigt war, um die Neuankömmlinge zu bemerken. Als Lucy sie aber grüßte, hob die Dame den Kopf. Sie trug eine Brille und braune Strähnen lugten unter ihrer Haube hervor. Ihre Augen waren grün, das erkannte Lucy jetzt deutlich, als sie von ihr gemustert wurde. "Auch Euch einen guten Abend, Fräulein", grüßte die Empfangsdame zurück. "Wie kann ich behilflich sein?"

Lucy erklärte den Grund ihres Kommens und stellte auch einen nach dem anderen vor, wobei sie sich selbst nicht als Luziver bezeichnete. Im ersten Moment starrte die Frau hinter dem Rezeptionstresen. Roxas und Shankar boten bisweilen keinen vertrauenserweckenden Eindruck, auch wenn Ersterer eigentlich als einfacher junger Mann wahrgenommen werden konnte. Trotzdem roch er wie eine nasse Katze. Dieser Gestank konnte nur noch vom Minotauren überdeckt werden, der wirklich an eine ganze feuchte Kuhherde erinnerte. Seine Hörner aber sorgten dafür, dass man ihm genug Respekt entgegenbrachte, um seine Ausdünstungen in keinster Weise vorzuhalten. Angelika schimmerte zwischen den beiden Männern hervor wie eine Heilige. Der Blick der Krankenschwester hing an der Hymlianerin. Sie konnte sich kaum von der Frau lösen. Als die Empfangsdame jedoch den Namen der Patientin hörte, die die Gruppe besuchen wollte, zog sich ihr Gesicht zu einer mitleidigen Miene zusammen. Ihr Mund formte ein bekümmertes 'O', doch kein Ton trat zunächst über ihre Lippen. Sie schaute Lucy einen Moment lang an, fing sich dann wieder und nickte.
"Ja, wir haben erwartet, dass ihr wiederkehren würdet." Die Empfangsdame stellte ein "Komme gleich zurück"-Schild auf den Tresen und trat zu Lucy. "Wenn ihr mir bitte folgen würdet? Und ... bereitet euch bitte auf eine unangenehme Überraschung vor." Das klang nicht gut. Ganz und gar nicht. So schaute die Empfangsdame auch aus, als sie Lucy, Angelika, Roxas und Shankar erst einen langen Gang entlang und dann eine Treppe in Kellerräumlichkeiten führte. Hier war es kühl, aber es roch keineswegs stickig. Kleine, vergitterte Fenster sorgten für eine gute Belüftung, sodass sogar Shankars nasses Fell nur noch als unangenehmes Nebenaroma im Raum hing. Über dem Bogen, der in die Kellerräume führte hing ein Schild mit der garmischen Aufschrift: Kühl- und Sezierräume.

Während die Gruppe also in die Keller hinunter ging, fand Angelika Zeit, Shankars Frage mit einem irritierten Kopfschütteln zu beantworten. "Das hier ist sowas wie eine Sammelstelle für Kranke, verstehe ich das richtig? Nein, solcherlei Gebäude sind uns fremd. Die Bodenmenschen sind wahrlich faszinierend", hauchte sie. Gut, drückte sich die Frau sehr leise aus, denn die Empfangsdame hätte Angelika womöglich noch für geisteskrank gehalten. Schließlich kannten selbst Dörfler den Begriff einer Klinik, wenn sie auch noch keine gesehen haben mochten.
"Mir scheint Celcia ein sehr interessanter Ort. Bei uns kümmern sich jene um Kranke, die auch die Kräutergärten anlegen." Sie lächelte kurz. "Kaum zu glauben, dass im Himmel auch Pflanzen wachsen, nicht wahr? Die Setzlinge haben wir vom Boden beschafft."

Die Empfangsdame hielt vor einer grauen Tür mit blauem Schriftzug. "Kühlraum 2A" stand daran und die Dame klopfte zweimal. Ein Medicus in weißer Robe und mit einem Tuch vor den Mund gebunden öffnete. Er zog das Tuch ab und blickte die Empfangsdame kurz an. Der Mann war mittleren Alters, aber an seinen Schläfen ergraute das sonst schwarze Haar bereits in dünnen Streifen. Sein Gesicht wies erste Falten auf, wirkte aber wie das eines gebildeten Mannes, der viel Weisheit und Wissen genossen hatte.
"Sind das die Angehörigen?", fragte er mit kehliger Stimme. Die Empfangsdame nickte und winkte die Gruppe herein. "Ich muss zurück zur Rezeption", meinte sie verabschiedend und wandte sich zum Gehen. Der Medicus nahm sich der Gruppe an. "Nur immer herein und nicht wundern, dass es hier so kalt ist. Eismagier haben uns einen wunderbaren Kühlzauber eingerichtet, der unsere ... Patienten erhält. Ihr wisst, wo ihr euch befindet?" Mit sichtlichem Interesse musterte er einen nach dem anderen. Dann reichte er jedem die Hand zum Gruß, angefangen bei Lucy. Er trug Handschuhe. "Mein Name ist Dr. Ulrich Lodenstein. Ich bin für die Konservierung Verstorbener und deren Erforschung zuständig." Er stieß laut die Luft aus. "Wer ist direkter Anverwandter der Patienten Shantih? Ich ... muss mit größtem Bedauern ihr Ableben mitteilen." Dann wies er mit einem ausgestreckten Arm auf eine abgedeckte Gestalt, die auf einem Metalltisch lag. Nur die Füße schauten hervor. Sie waren totenbleich und einer wirkte irgendwie nicht richtig, als hätte er sich eine grobe Verletzung zugezogen.
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Donnerstag 25. Juni 2009, 17:37

Schweigend wanderte Roxas hinter den anderen her und betrachtete mit gemischten Gefühlen seine Umgebung. Das Lucy den Körper übernommen hatte, merkte er erst, als er ihre kalte Stimme vernahm, die sie an die Empfangsdame richtete. Zwar war sie nicht sonderlich interessant, aber überraschte Roxas trotzdem sehr, als dieser bemerkte, wie sie die kleine Truppe anstarrte. Nicht verwunderlich, wer trifft schon oft gleich zwei Hybriden und eine Frau mit engelsgleichen Zügen? Das es womöglich an seinem Geruch lag, den er selbst schon seit langer Zeit nicht mehr derartig wahrnahm, kam ihm gar nicht in den Sinn. Wenn es Roxas nicht egal wäre, was andere von ihm halten, wäre sein Problem als Hybrid mit einer Mütze schon fast gelöst.
Das Gespräch zwischen Lucy und der Dame hinter dem Thresen war nicht sonderlich umfangreich. Letztendlich lief es darauf hinaus, dass die Frau mit der Haube ein tonloses "o" hervorbrachte, was in den Löwenohren des Hybriden alles andere als gut klang. Die Frau sagte etwas, während sie ein Schild auf den Tisch stellte und an die Gruppe herantrat.
"Wenn ihr mir bitte folgen würdet? Und ... bereitet euch bitte auf eine unangenehme Überraschung vor."
Roxas bemühte sich um einen für ihn normalen Gesichtsausdruck, allerdings war das bei solchen Worten gar nicht so einfach. Unangenehme Überraschung? Ein Pessimist würde sofort das Schlimmste befürchten. In diesem Moment wünschte sich der Halblöwe, er hätte Shantih nicht so sehr gemocht.

Sie wurden durch einen langen Gang geführt, welcher sie schließlich an eine Tür mit einer Aufschrift brachte. Skeptisch musterte Roxas das Schild, doch wurde er nicht wirklich schlau daraus. Immerhin war er alles andere als ein geübter Leser. Das einzige was er wusste war, dass es Garmisch war. Das erste Wort kam ihm sehr bekannt vor, er vermutete, es schon Mal auf dem Markt gesehen zu haben. Sie traten ein und ein äußerst unangenehmer Geruch fegte ihm entgegen. Auch wenn es noch so gut belüftet gewesen sein mochte, sein feiner Geruchssinn konnte es vernehmen. Unweigerlich rümpfte er seine Nase und musterte die anderen. Konnten sie das denn nicht riechen? War das für eine normale Nase etwa nicht wahrnehmbar? Es roch eindeutig nach Tod. Ein flaues Gefühl machte sich in ihm breit und bereitete ihm ungewöhnlich großes Unbehagen. Es war nicht erwartungsgemäß erleichternd, dass er Shantih nicht riechen konnte.
Dennoch schwieg Roxas auch weiterhin. Sie kamen an eine weitere Tür, mit einem zweiten für ihn nicht ganz eindeutigen Schriftzug. Roxas gab sich stets größte Mühe, aber diese Sache mit dem Lesen fiel ihm wirklich nicht sehr leicht. Vor allen Dingen brauchte er es so selten, dass es sich nicht lohnte, diese Fähigkeit zu trainieren. Wer sein Leben mit Halblöwen verbrachte musste nicht lesen können.
Ein Mann trat heraus und mit dem Öffnen der Tür kam nochmals ein intensiverer Schwall des Todesgeruchs in seine Richtung. Er musste zugeben, die Menschen hier gaben sich große Mühe, den scheinbar auch für sie unangenehmen Geruch zu vertreiben, aber tierische Nasen nahmen sowas wahr. Ob Shankar ihn auch vernahm? Denn trotz dessen strengen Eigengeruchs war der Tod erkennbar.
"Nur immer herein und nicht wundern, dass es hier so kalt ist. Eismagier haben uns einen wunderbaren Kühlzauber eingerichtet, der unsere ... Patienten erhält. Ihr wisst, wo ihr euch befindet?"
Obwohl der Mann auf eine gewisse Art und Weise freundlich wirkte, hatte Roxas definitiv nicht das Bedürfnis, seiner Einladung Folge zu leisten. Voller Skepsis sah er an dem Herrn vorbei in den Raum, während sich die Empfangsdame davon machte. Der Mann gab jedem die Hand zum Gruß und nur widerwillig erwiderte Roxas einen kurzen Händedruck. Es war seltsam, einem behandschuhten Leichenzerpflücker die Hand zu reichen. Roxas konnte sich mit seiner Ausdrucksweise nicht anfreunden, obwohl dieser harmlose Begriffe wie "Erforschung" und "Konservierung" benutzte. Selbst ein "Bauerntrottel" wie Roxas kapierte, wobei es sich tatsächlich handelte.
Die sammeln hier unten Leichen..., stellte der Löwen-Hybrid in Gedanken immer wieder fest. trotz dieser Tatsache konnte er nicht wirklich nachvollziehen, wieso man so viele Leichen in einem Kellergewölbe bunkerte, nur damit man an ihnen herumschneiden konnte.

Lodenstein kam dann auf den eigentlichen Grund von Lucys Herkommen. Er teilte der Gruppe mit, dass Shantih tot sei. Roxas hatte sich vorgenommen, sich das zu verkneifen, aber seine Ohren sanken unwillkürlich und wirkten traurig, obwohl das Gesicht des jungen Mannes nur einen leichten Hauch von Bedauern andeutete. Es war seltsam für ihn. Obwohl er Shantih nun schon einige Zeit nicht gesehen hatte, war diese Bestürzung, welche er empfand, ähnlich wie beim Todesfall eines Rudelmitglieds. Nur wurden die Toten in seinem Rudel in einer ehrenvollen Zeremonie verbrannt und landeten nicht als "tote Objekte" auf einem Seziertisch. So wie er Luziver und Lucy kannte, würden die das sicher auch nicht gutheißen...

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Donnerstag 25. Juni 2009, 21:27

Lucy versuchte so freundlich wie möglich zu wirken. Ihre kalte Aura schränkte sie sogar ein wenig ein. Doch als die Empfangsdame ein "o" von sich gab... Das sich nicht mal wirklich gut anhörte, bekam Lucy ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Dann stellte die Frau ei8n Schild auf und wandte sich an Lucy und die anderen. Ihre Worte waren mehr als nur beruhigend. Das Mädchen versuche ihre schlimmste Vermutung zu verdrängen und nicht einmal annähernd daran zu denken.
Schweigend folgte Lucy der Frau. Sie lief direkt hinter dieser und vor den anderen, sie wollte nicht, dass die anderen ihre Sorgen ansahen.

Die zweite Persönlichkeit bekam den Weg an sich nicht wirklich mit. Sie sah zu Boden, sah die Beine der Frau und folgte ihr einfach schweigend. Doch breitete sich das unangenehme Gefühl immer mehr aus und wurde immer stärker. Nein! Shantih ging es gut! Sie hatte das Medallion und wenn sie darauf hören würde, dann würde ihr auch nichts geschehen!
Redete sich das Mädchen immer wieder ein. Ihrer Gefährtin und Freundin ging es gut!
Doch immer mehr spürte Lucy, dass sie sich etwas vorlog. Nein... Sie verdrängte es und redete sich dennoch immer wieder ein, dass es ihr gut ginge.
Die Schilder an den Türen ignorierte Lucy, sie hatte Angst davor, es lesen zu können... Sie hatte Angst davor, was dort drauf stehen könnte.
Es war inzwischen kühl geworden... Aber es herrschte eine unangenehme Kühle. Das was Roxas roch, ahnte das Mädchen nur. Aber sie konnte es weder riechen noch irgendwie anders über ihre Sinne wahrnehmen. Es war nur ihr Gefühl, das ihr sagen wollte, was hier war... Doch verdrängte das Mädchen es noch immer.

Immer mehr wurde es klar, was mit Shantih geschehen war. Lucy war so in Gedanken, dass sie nicht wirklich realisierte, dass sie nun an ihrem Ziel angekommen waren und ein Mann sie empfing. Die Frau ging dann auch wieder. Nun war das Gefühl so stark, dass Lucy es kaum noch aushielt.
Der Mann gab ihr die Hand, völlig abwesend erwiderte sie den Handdruck. Seine darauf folgenden Worte, wollte Lucy überhören, doch konnte sie nicht. Sie Schüttelte nur leicht den Kopf. Ging ihre ersten Schritte schnell hinein, rempelte Lodenstein sogar leicht an. Doch als sie ca. einen Meter von der Liege entfernt war, blieb sie erst stehen. Dann ging sie ganz langsam Schritt für Schritt weiter. Sie streckte ihre Hand über den bedeckten Körper aus, bis sie am Kopf angekommen war. Die hand des Mädchens zitterte fürchterlich. Nicht weil ihr kalt war, sondern viel mehr, weil sie Angst davor hatte, was sie erwartete. Was die anderen zum Glück nicht sahen war, dass Lucys Augen jetzt schon weit aufgerissen waren und ihr Gesichtsausdruck so vieles sagte, was untypisch für sie war: Trauer, Schmerz, Panik, Angst, Schock, Entsetzen... Zorn. Viel weniger gegenüber kazel, viel mehr gegenüber denjenigen, der oder die Kazel zu seiner tat gebracht hatte!
Vorsichtig packte Lucy dann diese Decke und zog sie von Shantihs Oberkörper hinunter. Nein! Nein! Das konnte nicht wahr sein!
Kazel dieser Vollidiot! War die Manipulation etwa wirklich stärker gewesen als die Liebe die, die zwei aneinander band?

Doch dann... Legte das Mädchen die hand auf die Schulter der Toten. Zuckte erst zusammen, da sich der Körper so kalt anfühlte. "Shantih?" Es war Luziver. Ihre Stimme hörte sich merkwürdig an, so... Als ob sie wie in Trance wäre.
Als sie sich dann zu den anderen umdrehte, bestätigte ihr leerer Gesichtsausdruck und vor allem die leeren Augen dies. "Warum ist Shantih hier unten? Sie ist ganz kalt. Sie friert doch." Sagte Luziver abwesend und sah in die Richtung des Mannes. Aber sie wandte sich auch schon wieder ihrer Freundin zu. "Shantih... Wach auf. Luziver muss dir was wichtiges sagen! Shantih!" Das Mädchen begann langsam an dem leblosen Körper der jungen Frau leicht zu rütteln, was nicht gerade leicht war...
"Shantih... Shantih... Shantih... Shantih... Shantih... Shantih... Shantih... ...~" Sagte Luzi in regelmäßigen Abständen den Namen ihrer Freundin. Es ging einige Minuten so. Bis sie etwas lauter wurde und ein wenig kräftiger die Schulter packte. "Shantih! Shantih! Shantih! Shantih! SHANTIH!" Erst ein Tropfen... Dann der Zweite, gefolgt von mehreren, fielen nun die Tränen auf den Körper der toten Shantih. Luziver hatte aufgehört an ihr zu rütteln, flüsterte aber noch immer leise ihren Namen. Dann Stille.
Das Mädchen legte ihren Kopf sanft auf den Brustkorb der Frau, die Tränen liefen über ihr Gesicht, auf den unbeschreiblich kalten Körper. "Weißt du was Shantih. Luziver hat eben Angelika kennen gelernt. Sie ist sehr hübsch. Angelika sagte zu Luziver, dass Luziver Eltern hat, aber dass Luzivers Mama krank ist. Außerdem sagte Angelika, dass Luziver und Lucy mal getrennt waren. Kannst du dir das vorstellen? Lucy war mal von Luziver getrennt!" Luzi sah hoch. Sanft strich sie mit ihren Fingerspitzen über das Gesicht der Toten und strich ihr dann leicht durchs braune Haar. Es fühlte sich komisch an. Merkwürdig. Wie bei Großmutter, als sie eingeschlafen war. “Luziver hat auch Roxas wieder getroffen. Er ist auch hier.” Erzählte das Mädchen. “Du, Shantih. Luziver muss weg. Leider weiß Luziver nicht, wie lange es dauern wird. Aber Luziver verspricht wieder zu kommen! Und wenn Luziver wieder bei dir ist, dann ist Kazel wieder normal, versprochen!” Sie lächelte ihre Freundin an.

Shantih trug noch immer das Medallion um ihren Hals. Vorsichtig hob sie den Kopf der jungen Frau, um ihr das Medallion über den Kopf streifen zu können. Als Luziver es dann hatte, legte sie den Kopf wieder vorsichtig hin und hing sich das Medallion wieder selbst um den Hals. “Warum hast du nicht auf das Medallion gehört?” Fragte das Mädchen sehr leise und strich Shantih wieder übers kalte Gesicht.
Noch immer liefen die Tränen des Mädchens, doch bemerkte Luziver nicht wirklich, dass sie weinte. “Shantih, bist du stolz auf Luziver? Luziver war ganz tapfer gewesen. Luziver hat die ganze Zeit nicht geweint! Luziver war stark gewesen.” Redete das Mädchen noch immer in einem unheimlich ruhigen und langsamen Ton. Diese Art, war so untypisch für das Mädchen.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Shankar » Donnerstag 25. Juni 2009, 22:58

Das Gespräch schien zunächst ohne große Probleme abzulaufen. Die Frau fragte was die Gruppe wollte, Lucy sagte es ihnen, dann kamen die Namen. Allerdings bemerkte auch Shankar schnell, dass etwas nicht stimmte. Wie sollte er denn auch nicht? Die Schwester verbarg es nicht einmal im Ansatzweise, doch das wollte sie allen anschein auch nicht.
Die haben uns erwartet? Dann hätten wir nicht so lange im Regen stehen müssen.....aber warum haben sie uns erwartet?
Die Frau legte ein Schild auf den Tresen und wollte, dass die vier Besucher ihr folgten. Die Sache mit der unangenehmen Überraschung ging auch nicht am Stier vorbei und er dachte sich schon einiges dabei. Auch an das was kommen sollte, wenn auch nicht in erster Linie. Die Empfangsdame führte die Gruppe in den Keller hinunter zu einem Gang. Es war dort kühler als oben, aber es war recht angenehm.
"Das hier ist sowas wie eine Sammelstelle für Kranke, verstehe ich das richtig? Nein, solcherlei Gebäude sind uns fremd. Die Bodenmenschen sind wahrlich faszinierend"
Shankar nickte Angelika und wie in Hymlia kranke Versorgt werden, so ähnlich kannte er es auch aus der Minotaurensippe.
"Kaum zu glauben, dass im Himmel auch Pflanzen wachsen, nicht wahr? Die Setzlinge haben wir vom Boden beschafft."
Nach dieser Bemerkung hin musste Shankar grinsen, man konnte es glauben oder nicht doch er hatte sich sowas schon gedacht.
"Das Wundert mich nicht. Wieso sollten denn nicht auch dort Pflanzen wachsen wo auch Menschen leben können."
beründete er sein grinsen und er hatte wirklich mit sowas gerechnet.
Phaun und Florencia haben eben mehr Einfluss, als die meisten denken. Tja man muss schon wissen, welche Götter man anbetet.
dachte er sich im Nachhinein. Ein Klopfen erregte seine Aufmerksamkeit und er sah ein Schild mit der Aufschrift:
"Kühlraum 2A".
Was die wohl hier kühl lagern wollen. Das erklärt wenigstens warum es so kühl hier ist.
Aus der Türe kam ein Mann in weiß, der sich seinem Mund verdeckte. Mit dem öffnen der Türe kam ein ekelhafter Gestank mit hinaus und Shankar wünschte sich, dass er noch seinen nassen Pelz riechen würde. Ihm war zwar nicht zumute als müsste
er sich übergeben, jedoch hielt er sich kurz die Nase zu.
"Ekelhaft!"
stieß der Stier ohne Scharm aus, es war einfach seine Meinung. Nach den Falten und den ersten grauen Haaren zu Urteilen war der Mann wohl zwischen dem mittleren und dem hohen Alter. Hohes Alter hieß nichts schlimmes, daran dachte Shankar immer wenn er an seinen Großvater dachte. Der Mann in weiß, der sich als Ulrich Lodenstein, vorstellte gab jedem die Hand und Shankar gab ihm ohne Scheu einen kräftigen Händedruck. Anders wie wahrscheinlich erwartet, war der Druck nicht übertrieben Kräftig da der Stier ja um seine Kraft wusste. Falls der Mann nicht besonders weinerlich war, würde er den Druck nicht als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfinden.
"Also die Kälte ist eigentlich sogar recht erfrischend.....aber der Gestank...."
Magie war schon praktisch, man konnte sie zu verschiedenen Zwecken benutzten. Vor allem wenn es Patienten gab die Kühlung brauchten. Doch den Leuten die hier waren, interessierte es wohl herzlich wenig wie die Temperatur war. Eine unangenehme Überraschung, der ekel erregende Geruch und dieser seltsame Mann. Es ließ einen schon wissen, was los war. Wie sollte es Luziver verkraften? Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass der Bettler tot war. Nun wurde es ausgesprochen, Shantih war nicht mehr.
Das Mädchen ging zu ihrer Verblichenden Freundin und was sich abspielte, war unausprechlich.
Arme Luziver.....
dachte sich Shankar und sie hatte sein ganzes Mitleid:
Dabei wollte sie ihren Freunden um jeden Preis helfen.....aber nun....
Der Stier tat ein zwei Schritte in den Kühlraum und sah sich um.
"Barbarisch...."
flüsterte er entsetzt und konnte nicht glauben was hier gelagert wurde. Den toten sollte man die letzte Würde erweisen und sie nicht für irgendwas benutzen. Es war für Shankar kaum zu fassen. In einer solchen Welt wandelte er? Es war nicht überall so und Shankar war froh darüber, trotzdem hätte er auf so eine Erfahrung verzichten können. Luziver redete in einem für ihre Verhältnisse unheimlichen Ton.
Was sollte der Stiermensch nun tun?
"Hey Luziver...."
flüsterte er ihr zu und wollte ihr irgendwie Hilfe anbieten. Doch wie sollte er das tun? Shantih war tot und dagegen konnte er nichts machen.
Arme Luziver.....
dachte er sich immer wieder und wusste nicht was zu tun war. Ein kurzer Blick warf er zu Roxas, seufzte und wandte sich wieder ab. Den Löwenhybriden konnte er auch nicht fragen, was nun zu tun war. Wusste irgendwer überhaupt darauf eine Antwort? Wieder seufzte der Stier und konnte nun nichts machen.
"Na...Na komm Luziver.....wir haben....wir müssen noch was tun......bitte versuch noch weiter stark zu bleiben....."
sagte er zu Luziver mit einer gequälten Stimme und könnte sich selber für diese Worte Ohrfeigen.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Gestalt » Sonntag 28. Juni 2009, 18:07

Die Kälte, die Lucy ausströmte, bemerkte Dr. Lodenstein überhaupt nicht. Erstens trug er Handschuhe und zweitens war er das eher raue Klima der durch Eismagie gekühlten Gewölbe in den Kellern der Reichsklinik so gewohnt, dass es ihm vermutlich nie aufgefallen wäre, dass von dem Mädchen selbst eine kühle Aura ausging. Fast ebensowenig nahm er noch den Leichengeruch wahr, der hier im Grunde wirklich nur mit Atemmaske zu ertragen war, gerade wenn frische Leichname auf einem der Seziertische lagen. Shantih war aber nunmehr schon einige Stunden lang tot und die konservierenden Mittel, welche Lodenstein bei ihr anwandte, sorgten auch für eine leichte Geruchsminderung. Das bedeutete jedoch nicht, dass sowohl Shankar als auch Roxas mit ihren feinen Nasen nicht die natürlichen Verwesungsausdünstungen vernahmen. Der Geruch lud ein, ihn zu meiden.
Angelika roch es offenbar auch. Sie drehte den Kopf gar Shankar zu, um lieber das unangenehme Aroma von nassem Minotaurenfell aufzunehmen als das Aroma des Todes.

Dr. Lodenstein empfing jene durchaus als interessant zu bezeichnenden Besucher mit einem Händeschütteln. Dass diese Figuren mit der ums Leben Gekommenen verwandt sein sollten, konnte er sich nicht wirklich vorstellen, aber jahrelange Erfahrung hatte ihn gelehrt, selbst das Unmöglichste für möglich zu halten.
Bei Shankars festem Händedruck ächzte der doch eher schmal gebaute Doktor der Anatomie und Totenforschung auf, versuchte aber, sich nichts anmerken zu lassen. Trotzdem sah man ihm an, wie froh er darum war, seine Hand wieder lösen zu können. Er schüttelte sie beiläufig in der Luft, als er plötzlich halb angerempelt wurde. Luziver, ja es handelte sich wieder um das Mädchen, was Lodenstein aber nicht wissen konnte, ging auf den Seziertisch zu und hob das Laken zurück. Der Doktor rieb sich die schmerzende Hand. "Oh ... die Toten ... du musst sie dir nicht ansehen, Kind." Doch zu spät. Luziver blickte in das bleiche Gesicht ihrer Freundin. Shantihs Blick war leer und ins Nichts gerichtet. Die Lippen hatten sich bereits blau gefärbt, in den Wimpern hingen noch Spuren ihrer Tränen. Kleine Splitter und Fasern des zersprungenen Klotzes um ihren Fuß hatten sich teilweise mit dem Staub der Straße auf ihrer Haut abgelagert. Shantih war noch nicht gereinigt worden, man hatte erst dafür sorgen wollen, ihren Körper möglichst lang zu erhalten. Schließlich hatte sie Schwester Waldtraut ja bekannt gegeben, dass sie Familie hatte. Ein Familienmitglied, wenn auch nicht im biologischen Sinn, stand nun neben ihr. Es bat sie aus einem Gefühlschaos aufsteigener Trauer und Schmerz des Verlusts heraus, aufzuwachen. Luzivers Körper wurde von einem Schütteln gepackt, der sie wie all diese schrecklichen Gefühle im Moment gar nicht loslassen wollte. Shankar und Roxas, aber auch der Doktor und Angelika konnten sehen, wie das Unglück über Luziver herein brach.

Zugleich ging eine Tirade der Verzweiflung und des Bittens über die Tote nieder. Immer wieder sagte das Mädchen ihren Namen und dann erzählte sie von ihren Erlebnissen. Das musste Shantih doch wecken, sie musste doch aufwachen und die Klinik endlich mit ihnen verlassen können!
Schließlich aber, nachdem Luziver ihr Amulett wieder an sich genommen hatte - es wirkte harmlos, leuchtete nicht, schien aber genauso wenig kaputt zu sein - schien das Mädchen zu verstehen und eine Entscheidung für alle zu treffen - vorerst. "Du, Shantih. Luziver muss weg. Leider weiß Luziver nicht, wie lange es dauern wird. Aber Luziver verspricht wieder zu kommen! Und wenn Luziver wieder bei dir ist, dann ist Kazel wieder normal, versprochen!"

Da meldete sich plötzlich Dr. Lodenstein zu Wort. Er trat wie auch Shankar aus der Reihe, ließ dem Minotauren aber den Vortritt, so dass dieser sich an die Seite der kleinen Freundin stellen und sie mit Worten trösten konnte. Angelika hatte eine Hand vor den Mund geschlagen und wischte sich einige Tränen weg. Sie kannte Shantih nicht und ihr Tod berührte die Hymlianerin vermutlich nicht annähernd wie die anderen der Gruppe, aber sie sah wie Luziver darunter litt - und das tat ihr sehr leid. Sie unterdrückte kaum ihr Schluchzen.

Die betretene Stille wurde endlich von Dr. Lodenstein unterbrochen, aber vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte geschwiegen. "Sagtet Ihr gerade Kazel, junge Frau? Dann ...", er räusperte sich, "muss ich Euch und Euren Freunden wohl eine weitere Nachricht zukommen lassen, die Euch noch nicht erreicht hat. Genauer gesagt, den Grund für das Ableben der Dame Shantih." Er trat an den Seziertisch heran und deckte die Leiche wieder mit dem perlweißen Tuch ab. Lodenstein machte es im Grunde nichts aus, er sah Tote viel häufiger als Lebende hier unten. Er war die Anwesenheit des Schnitters in Form hinterbliebener Hüllen gewöhnt, aber er wollte auch nicht mit gewissen Traditionen brechen. Zudem besaß er eine persönliche Einstellung, was das offene Herumliegen seiner toten Patienten betraf. Er wollte deren Würde sogar noch über das Ende hinaus wahren. Sie sollten nicht so bleich und offen zu Schau gestellt werden. Unter dem Leichentuch konnten sie ruhen, solange Lodenstein sie nicht untersuchte oder für eine Beisetzung herrichtete. Letzteres hatte er übrigens auch mit Shantih vor. Nun aber musste der Mann erst einmal weitere schlimme Nachrichten überbringen.

"Kazel ist der Grund für Shantihs Tod", sprach er es direkt an. "Es hat einen Mord gegeben. Shantih muss in Abwesenheit unserer Stationsschwester besagten Patienten von seinen Fixierungen befreit haben. Dieser hat daraufhin das Fenster geöffnet und die Frau mehrere Stockwerke tief in den Tod stürzen lassen. Ich fürchte, um Kazels Motiv zu erfahren oder auf eine Heilung seines fehlgeleiteten Geistes zu hoffen, ist es zu spät, junge Frau. Die Stadtwache hat ihn unmittelbar nach der Tat abgeholt, verurteilt und zum Richtberg gefahren. Er dürfte bereits mit dem Leben bezahlt haben. Vorhin war ein Gefreiter der Wache hier, um dies zu bestätigen."
Nun waren beide also tot. Beide Freunde, mit denen Luziver so lange gereist und die sie so lieb gewonnen hatte. Dr. Lodenstein zückte bereits ein Fläschchen mit einem flüssigen Beruhigungsmittel, sollte Luziver einen Nervenzusammenbruch erleiden. Wie bereits erwähnt, hatte jahrelange Erfahrung ihn schon einiges gelehrt und so konnte Dr. Lodenstein inzwischen vorsorgen.
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Montag 29. Juni 2009, 20:58

Roxas wollte es gar nicht so recht glauben. Shantih war tot und bereitete Luziver nun so viel Kummer. Ihr lagen ihre Freunde so sehr am Herzen und vor allen Dingen Shantih schien für sie immer besonders wichtig gewesen zu sein. Es war ein anmaßendes Schauspiel, als Luziver an den Leichnam heran trat und begann mit der Toten zu sprechen. Betreten beobachtete Roxas sie, wie sie Shantih wieder ihre neusten Erkenntnisse berichtete und ihr weiteres Vorhaben, als könnte sie das Mädchen noch hören.

Der Minotaur Shankar versuchte das zierliche Mädchen zu trösten, was Roxas nur Recht war, denn er selbst hätte sich niemals dazu aufringen können, Luziver irgendwie zu helfen. Vor allem weil er nicht wusste wie. Der kurze Blick, den Shankar dem Halblöwen schenkte, verriet aber, dass er davon genau so wenig Ahnung hatte. Auch wenn dessen Worte nicht unbedingt geschickt waren, wenigstens versuchte er etwas für sie zu tun.
Überwältigt von dem Schwall an beschwerlichen Gefühlen und unangenehmen Gerüchen wich Roxas weiter in den Hintergrund und lehnte sich so lässig wie möglich gegen die Wand hinter seinem Rücken. Jedoch merkte er selbst, dass es eher die Suche nach Halt war. Roxas schien die Idee immer mehr zu gefallen, hier raus zu kommen und irgendwelche Reisen ins Unbekannte zu starten. Doch so schnell kämen sie wohl nicht hier weg, einer Heopsbotschaft folgte der nächsten. Der seltsame Herr, welchen Roxas in Gedanken lediglich Leichenfledderer nannte, teilte der Gruppe nun auch noch mit, dass Shantih ermordet wurde. Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, wurde sie auch noch von diesem Elfenmischling ermordet.

Ich dachte die beiden lieben sich...
Der Hybrid dachte angestrengt nach. Entweder hatte er das in den falschen Hals bekommen oder während seiner Abwesenheit ist irgendetwas seltsames passiert. Oder es hängt schlichtweg mit dieser "Manipulation" des Mischlings zusammen? Vermutlich würde sich das auch noch klären, aber wie würde Luziver auf diese Nachricht reagieren? Roxas Gesicht verzog sich wieder zu seinen "normalen" Zügen, einer ziemlich ausdruckslosen Miene. Seine Gedanken kreisten um die verschiedenen Eindrücke die er hier nun schon gewonnen hatte, doch vor allen Dingen um Luziver. Tatsächlich machte er sich aufrichtige Sorgen um die Verfassung seiner zurückgewonnen Freundin. Sicherlich, Lucy war ein sehr starkes Wesen, körperlich wie geistig. Es Luziver war nur ein Kind. Den Tod Shantihs hatte sie in den Augen des Hybriden gut gemeistert, aber Nachricht über die Ermordung durch Kazel warf ein anderes Licht auf die ganze Geschichte.
Seine Augen wanderten aufmerksam durch den Raum und blieben an jeder Person für einige Sekunden hängen. Letztendlich ruhte sein Blick wieder auf Luziver, welche er unentwegt beobachtete. Insgeheim war er sehr gespannt, wie sie wohl reagierte und ob Shankar sich immer noch traute, sie irgendwie trösten zu wollen. Roxas hatte nicht das Gefühl, ihr viel helfen zu können.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Montag 29. Juni 2009, 21:52

Während Lucys Temperament sie vollkommen einnahm und sie völlig außer sich tobte, blieb Luziver hingegen ganz ruhig. Das Mädchen wusste nicht was der Tod war und was Shantih ihr damals erklären wollte, als diese sagte, die Menschen in dem Dorf im Wald Neldoreth seien ganz weit weg. Doch jetzt begriff sie... Auf ihre Art. Sie schien irgendwie zu wissen, was mit ihrer Freundin los war. So war es auch damals bei Großmutter gewesen. Diese war auch plötzlich so kalt gewesen und wollte aus ihrem Schlaf nicht aufwachen. Shantih war für immer eingeschlafen. Der ewige Schlaf hatte sie geholt.
Trotz dass es Luzi nun wusste, redete sie weiterhin mit ihrer Freundin, so als würde sie ihr noch immer zuhören können. Sie berichtete über die neuesten Ereignisse. Aber... Luziver sprach ganz langsam und ruhig, war überhaupt nicht aufgedreht wie sonst auch.

Ohne dass das Mädchen es mitbekam, weinte sie. Die Tränen wollten nicht aufhören über ihre zarten und blassen Wangen zu laufen. Shankar versuchte sie zu trösten, sie nahm auch seine Worte wahr... Dennoch antwortete sie nicht, da sie völlig abwesend war. Es war einfach schwer zu beschreiben, wie sich das Mädchen nun fühlte und was ihre Handlungen sein könnten.

Nun hörte sie die Worte des merkwürdigen Leichen-Mannes. Luziver nickte leicht. "Ja. Luziver weiß es. Luziver weiß, dass Kazel Shantih wehgetan hat." Sie sah zum nun wieder bedeckten toten Körper ihrer Freundin. "Scheinbar waren die Verbrecher der Anstalt stärker, als Kazels Gefühle zu Shantih." Luzi sah kurz zu Boden, bis sie plötzlich fest entschlossen in die Runde blickte. "Ja! Luziver bleibt weiterhin stark! Luziver bleibt für euch stark, Shankar, Roxas und Angelika! Luziver bleibt für Shantih stark, die immer an Kazel geglaubt hatte! Luziver bleibt für Kazel stark, denn scheinbar kann er es nicht mehr sein! Luziver bleibt für Luziver stark! Und Luziver bleibt auch für Lucy stark, die immer auf Luziver aufgepasst hatte und für Luziver stark war! Jetzt ist es Luziver, die für alle stark ist!" Dann sah sie zu Lodenstein.
"Weißt du, komischer Mann, Luziver hat in den letzten Tagen sehr viel gelernt und besonders eine Sache hat Luziver gelernt: Hier in dieser Stadt kann man mittlerweile keinem mehr vertrauen, außer sich selbst und seinen engsten Freunden! Es sei denn, sie werden von den Verbrechern der Anstalt entführt und manipuliert, denn besonders dann muss man stark für seine Freunde sein! Und Luziver glaubt nicht, dass man Kazel auch wehgetan hat. Nein." Sie schüttelte den Kopf und entfernte sich ein paar Schritte von dem Seziertisch. Sie glaubte fest daran, dass ihr Freund noch lebte.
Denn für sie war es unlogisch, dass diese Verbrecher der Anstalt ihn erst manipulierten und ihn dann wehtaten.

Aber Lucy war noch immer völlig aufgebraust und konnte sich überhaupt nicht mehr beruhigen. Am liebsten hätte sie jetzt die Kontrolle über den Körper und hätte am liebsten alles kurz und klein geschlagen. Zu gerne würde sie dem Mischling jetzt gegenüber stehen und ihm mal ordentlich zurecht weisen! Aber nicht nur das... Auch wenn sie wusste, dass er nicht Herr seiner Sinne war. Aber trotzdem hatte er Shantih mit seinen eigenen Händen ermordet! Dieser Vollidiot!
Doch ihr ganzer Hass, der ganze pure Hass richtete sich gegen die Person, die ihn manipuliert hatte. Diese unbekannte Person konnte sich auf etwas gefasst machen! Denn niemand, NIEMAND machte so etwas mit ihren Freunden! Endlich hatte Lucy welche gefunden, die sie mochten, obwohl sie oft so mies zu ihnen war. Shantih war stets nett zu ihr gewesen, kümmerte sich rührend um Luziver und Kazel war mit der Zeit der zweiten Persönlichkeit sehr ans Herz gewachsen. Sie waren eine Familie. Und das tat Lucy sehr weh. Vor allem, weil Luziver nun die ganze Verantwortung tragen und noch immer um ihren Freund kämpfen wollte.
Auch Lucy glaubte nicht, dass Kazel tot sei. Nein. Sie würde noch dahinter kommen, was gerade vor sich ging! Sie würde denjenigen zur Rechenschaft ziehen, der die Familie zerstört hatte! Und Lucy war nicht allein. Luzi stärkte sie nun und es waren auch andere, ihrer... Freunde auf ihrer Seite. Doch würde sie sich niemals eingestehen, Roxas und Shankar als ihre Freunde zu bezeichnen. Denn sie waren ja Luzivers Freunde und daher war es nun mal Lucys Pflicht, ihnen zu helfen ~ blah. Sie konnte nun mal nicht anders...

Als Lodenstein ein Fläschchen zückte, sah Luziver ihn sehr misstrauisch an - für Roxas scheinbar eine ganz neue Erfahrung, denn er kannte ja noch die Luziver, die immer gleich jeden vertraute. Das Mädchen musterte nun den Mann, sah ihn wie ein kleines fremdelnde Kind an. "Was ist das?" Fragte sie knapp und funkelte das Fläschchen böse an.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Shankar » Dienstag 30. Juni 2009, 23:55

"Sagtet Ihr gerade Kazel, junge Frau? Dann ..."
Nun war auch Shankar gespannt und sah neugierig zu dem Mann in Weiß, anscheinend wusste er etwas darüber.
"muss ich Euch und Euren Freunden wohl eine weitere Nachricht zukommen lassen, die Euch noch nicht erreicht hat. Genauer gesagt, den Grund für das Ableben der Dame Shantih."
Die Augen des Minotauren weiteten sich und ein recht wütendes Schnauben entfuhr ihm.
VERRAT
war sein sofortiger Gedanke. In der Sippe war sogar unverzeihlich, da mussten schon besondere Umstände her um so etwas zu entschuldigen. Wenn man überhaupt sowas entschuldigen konnte.
Der Kerl hat sie Verraten und Mord an jemanden von seiner eigenen Gemeinschaft begannen.
Jetzt kam das Denken zum Vorschein, welches er durch das Leben in der Minotaurensippe mitbekam. Dieses denken veranlasste ihn dazu, Luziver zu schützen und nun würde es ihn dazu veranlassen ihr zu helfen Kazel zu finden. Allerdings dachte Shankar nicht daran, dass Kazel noch möglicherweise noch lebte. Er kannte den Elfen zu wenig, als dass er seine Fähigkeiten einschätzen konnte.
Moment mal so wie es sich anhört, weiß der Mann selber nicht ob Kazel tot ist oder nicht....
Dachte Shankar, als er sich die Wortedes Mannes im Weiß noch einmal durch den Kopf gehen ließ.

Luziver schien sich beruhigt zu sagen und traf mit ihrer Rede den Nagel auf den Kopf. In Pelgar konnte man wirklich niemanden trauen oder zumindestens fast niemanden. Stark wollte sie sein, das lobte sich Shankar. Auch war das Mädchen von der Unschuld von diesen Kazel überzeugt, doch warum? Vielleicht wussten die Leute nicht einmal, dass es nicht Kazel war sondern haben ihn einfach verdächtigt weil er nach ihren Tot weg war oder versuchte zu fliehen?

Dies kümmerte Shankar nicht. Er wusste nur eines, er würde Kazel nicht so schnell an Luziver heranlassen unter solchen Umständen wie jetzt konnte man ihm nicht trauen. Luziver würde auf jedenfall dagegen Protestieren, doch Shankar kannte da keine Gnade. Kazel würde erst wieder Hand an ihr legen, wenn es der Minotaur zuließ.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Gestalt » Freitag 3. Juli 2009, 12:11

Die Reaktionen auf die Tatsache, dass Kazel Shantihs Tod herbeigeführt hatte, waren unterschiedlich. Der Löwenhybrid, wie Dr. Lodenstein nun auch feststellen musste - denn er hatte endlich den Pelz an den Ohren gesehen und dann zweimal hingeguckt - lehnte sich scheinbar lässig an die nächstbeste Wand. Trotzdem wirkte es irgendwie verkrampft. Vermutlich bekam ihm der Leichengeruch nicht. Dr. Lodenstein bekam ja auch nicht häufig Besuch von einer so großen Gruppe. Meist waren es einzelne Personen, Frauen, die nun Witwen geworden waren. Viel zu oft lagen Handwerker oder von Steinen erschlagendene Bergarbeiter auf seinem Tisch. Seltener auch Stadtwächter, die bei einer Schlägerei einen Dolch in den Hals gerammt bekamen. Shantih war schon gewissermaßen ein Glücksgriff. Die vielen gebrochenen Gliedmaßen und auch das zertrümmerte Genick boten dem Anatomisten die Möglichkeit, viel über den menschlichen Körper zu lernen. In erster Linie hatte Lodenstein allerdings den Auftrag, Shantih würdevoll herzurichten. Menschen erhielten in Pelgar immer ein ehrenhaftes Begräbnis, sofern sie nicht als Vebrecher auf dem Richtberg landeten - wie Kazel Tenebrée.

Was Luziver dazu veranlasste, zu glauben, dieser Mörder lebte noch, ließ Dr. Lodenstein nur verwirrt dreinschauen. Überreste würden sie auf der Anhöhe der Verurteilten kaum finden. Jedenfalls keine, anhand derer sie einen Einzelnen erkennen würden. Nachdem man über sie gerichtet hatte, wurden die Körper bekanntermaßen in eine tiefe Grube geworfen und verschüttet oder man verbrannte sie. Deshalb stieg auch stets Rauch vom Richtberg aus auf. Für Dr. Lodenstein war diese dünne Rauchsäule ein beruhigendes Zeichen - wenn er sich denn einmal aus den Kühlkellern wagte. Sie zeigten ihm, dass das Gesetz nicht schlief und mit Verbrechern kurzen Prozess machte.

Luziver entschied sich unterdessen, nach gutem Zureden durch den stierähnlichen Gigant, stark zu sein. Das war das Beste, was sie aus der Situation heraus tun konnte. Stark bleiben und weitermachen. Lodenstein nickte.
"Weißt du, komischer Mann, Luziver hat in den letzten Tagen sehr viel gelernt und besonders eine Sache hat Luziver gelernt: Hier in dieser Stadt kann man mittlerweile keinem mehr vertrauen, außer sich selbst und seinen engsten Freunden." "Dann hoffe ich, ich gehöre zu deinem Freundeskreis." Der Doktor lächelte. Er legte es nicht zwingend darauf an, dass man ihm vertraute. Aber er stand allem relativ neutral gegenüber. Er machte seine Arbeit und lebte ein Leben, das er für richtig hielt. Intrigant oder verräterisch ging Lodenstein dabei nicht vor. Er selbst erinnerte sich ein bisschen an den Schnitter, den Tod. Auch dieser machte keinen Unterschied, ob er nun einen König oder einen Bettelmann in sein Reich führte. Für die gerechte Strafe nach dem Tode war Lysanthor verantwortlich, aber der Sensenmann selbst war nur ein Wegbereiter. Er zeigte und führte, ohne sich ein Urteil zu bilden. So war auch Dr. Lodenstein. Er bildete sich keine Urteile über Menschen und vertraute ihnen nicht mehr oder weniger, nur aus Erfahrungen heraus. Aber das mussten weder Luziver noch ihre Freunde erfahren. Dass das Mädchen ihn nun sehr skeptisch musterte, ließ ihn die Stirn runzeln. Dann erinnerte er sich an das Fläschchen in seiner Hand. "Oh, das ist nur etwas Baldrian, für die Nerven. Aber ich sehe, dir geht es besser." Er packte das Medikament wieder fort.

"Möchtet ihr an der Beerdigung teilnehmen? Oder hab ihr zu wenig Zeit dafür. Soweit ich weiß, hinterlässt Shantih nichts großes von Wert." Dann jedoch zog der Doktor etwas aus seiner Kitteltasche. Er reichte es dem Mädchen. Es war eine Kette mit einem silbernen, blattförmigen Anhänger. "Das ist zu schön, um es zu begraben. Ich bin sicher, sie hätte gewollt, dass du es an dich nimmst. Der Verschluss ist sogar von mir repariert worden. So kannst du die Kette tragen, wenn du möchtest."
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Donnerstag 16. Juli 2009, 20:22

Roxas beobachtete von der haltbietenden Wand aus weiter, wie Luziver mit dem Doktor sprach. Er selbst würde sich wie immer fein da raus halten. Das Kazel nun hingerichtet wurde oder noch werden sollte, war ihm ziemlich egal. Irgendwie überraschte ihn die Nachricht nicht sehr. Dieser Elf war ihm schon immer als eine sehr zwielichtige Gespalt vorgekommen, obwohl sein jetziges Verhalten durch Luzivers Erklärung eindeutig zu deuten war. Irgendwas hatte ihm ja scheinbar eine Gehirnwäsche verpasst, doch das glaubte ihnen ja niemand. Der Hybrid kam langsam zu dem Schluss, dass Kazel wohl doch schon das zeitliche gesegnet hatte, würde er das aber zu Luziver sagen, wäre er vermutlich einen Kopf kürzer, wenn Lucy anschließend mit ihm fertig war.

Sein Blick heftete sich an den Doktor, als er mit Luziver sprach. Obwohl Roxas rein garnicht auf das schwarzhaarige Mädchen achtete, fiel ihm dennoch auf, dass sie distanzierter als sonst wirkte. Es war nicht ihre Art so misstrauisch zu sein, besonders wegen des Fläschchens, aber wen wunderte das schon. Das Mädchen hat in so kurzer Zeit echt ne Menge durchgemacht. Der Tod von Shantih und Kazels Hinrichtung waren wohl nicht gerade sehr förderlich für ihren sonst so offenherzigen Charakter. Jedoch lag es Roxas nicht sonderlich, sowas menschenkenntlich zu beurteilen. Er konnte lediglich das deuten, was er sah. Wie es tatsächlich in ihr aussah würde er sie niemals fragen. Vor allen Dingen würde es Lucy sicher tierisch aufregen, wenn der soetwas persönliches fragen würde.
Die Kette, welche der Doktor freundlichweise repariert hatte, überreichte er abschließend Luziver. Zuvor fragte er, ob man denn bei der Beerdigung dabei wäre. Wenn es nach Roxas ginge, würde er erstmal so schnell wie möglich aus dieser Geruchshölle fliehen und mit dieser komischen Angelika ganz weit weg. So eine Beerdigung wollte er Luziver nicht zumuten. Wobei er sich insgeheim nicht mal wirklich sicher war, ob Luziver das ganze überhaupt verstand. Irgendwie wirkte sie immer noch zu... kindisch und unerfahren, einfach zu jung dafür.
Quatsch, natürlich kapiert sie das... tadelte sich Roxas selbst und warf einen verstohlenen Blick zu Luziver. Auch jetzt verstand sie die ganze Situation.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Montag 27. Juli 2009, 18:04

Es war für Luziver mehr als nur eindeutig, dass Kazel Shantih "wehgetan" hatte. Doch wie sie selbst sagte, würde sie stark für ihre Freunde bleiben und erst wann anders wieder wirklich weinen können. Für Trauer war jetzt erst mal keine Zeit, zu viel geschah im Moment und da musste man einen klaren Kopf bewahren, auch wenn es Luziver recht schwer fiel, zumal sie jeden in der Anstalt für Verbrecher hielt und alle anderen auch, die mit denen zu tun hatten. Sie war vorsichtiger geworden und konnte sich auch so gut zusammenreißen, weil Lucy zur Zeit einfach mit den Nerven am Ende war. Die zweite Persönlichkeit konnte es nicht glauben. Shantih war tot. Wie konnte dieser Trottel von Mischlingself nur so blöd sein? Wie konnte eine solche Manipulation stärker sein, als die Gefühle die, die beiden verbunden hatten? Hatte dieser Kerl denn keinen Verstand mehr? Haben sie ihn nicht nur manipuliert, sondern auch gleich das Hirn mit rausgeholt? Oder war es mittlerweile einfach nur noch Matsch?
Solch ein Gefühlschaos war Lucy gar nicht gewohnt. Warum berührte das alles sie nur? Shantih und Kazel haben ihr doch sehr viel bedeutet. Sie mochte die beiden schon sehr, auch wenn es gedauert hatte, bis sie ihnen vertraute und sie als Freunde sah. Normalerweise hätte Lucy das hier alles geregelt, doch war sie einfach zu fertig. Sie konnte das alles nicht glauben... Das musste doch alles ein schlechter Traum sein! Aber es war die Realität.

Luziver hingegen war relativ gefasst, auch wenn sie Kazel am liebsten eine ordentliche Ohrfeige verpassen würde und ihm gerne mal die Meinung sagen würde. Der Kerl durfte sich auf so einiges gefasst machen, wenn er den beiden Persönlichkeiten unter die Augen kam...
Als Lodenstein verwirrt dreinschaute, nachdem Luzi gesagt hatte, dass sie glaubte Kazel würde noch leben, legte sie ihren Kopf schief. "Kazel mag zwar leicht zu manipulieren sein, wie wir mittlerweile wissen... Und er mag zwar auch ein ziemlicher und mürrischer Trottel sein, aber dennoch ist er nicht so leicht kleinzukriegen. Außerdem ohne dass Luziver und Lucy mit ihm fertig sind, darf er nicht gehen!" Das Mädchen stemmte ihre zierlichen Hände in die Hüften und sah ziemlich ernst den Mann an, wobei ihr ernster Gesichtsausdruck trotzdem irgendwie niedlich war. "Luziver muss mit ihm noch ein gewaltig großes Hühnchen rupfen! Und nachdem Lucy mit ihm fertig ist, wird er bestimmt eh einen Kopf kürzer sein. Der kann sich auf so einiges gefasst machen!" Wäre es möglich, so würde Luziver nun in Flammen stehen, die ihre Entschlossenheit nur unterstreichen würden. Auch wenn es sehr untypisch für das Mädchen war, doch hoffte sie sehr, dass Kazel schon ein schlechtes Gewissen haben würde und hoffentlich schon dabei war zu bereuen. Jawohl, Luzi hoffte dass Kazel zur Zeit leiden würde. Dass ihm sein Gewissen plagen sollte. Denn dies würde zeigen, dass er vielleicht doch nicht ganz verloren war, dass sein Hirn vielleicht doch noch nicht Matsch war.

"Dann hoffe ich, ich gehöre zu deinem Freundeskreis." Sagte der merkwürdige Doktor und Luziver lächelte ihn an. "Auch wenn du ziemlich komisch bist... Du bist wirklich nett. Dir kann man vielleicht vertrauen." Nun strahlte wieder das Mädchen. Doch für einen Moment bezweifelte es das Mädchen, als sie das Fläschen sah. Doch Dr. Lodenstein erklärte, was es genau war und steckte es wieder weg. Sobald dieses Fläschen weg war, strahlte das Mädchen wieder.
Dann fragte er, ob die Gruppe an der Beerdigung teilnehmen wollte, Luziver legte nur wieder den Kopf schief. Beerdigung? Doch bevor sie antwortete, gab der Mann ihr eine Kette, diese gehörte zuvor Shantih. Er hatte die Kette sogar repariert. "Danke sehr!" Sie nahm die Kette vorsichtig, betrachtete sie kurz und legte sie sich dann um den Hals. "Shantihs Körper soll aber frei sein" Sagte sie dann plötzlich, während sie auf die Kette schaute. "Feuer." Sagte sie und sah zu Lodenstein hoch. "Luziver würde Shantih dann gerne zur Stillen Ebene tragen. Der Wind soll Shantih davon tragen. Sie soll frei sein." Auch wenn Luzi nicht direkt sprach, doch war klar, was sie meinte.
Plötzlich verzog sie das Gesicht und hielt sich die Nase zu. "Was riecht denn hier so komisch?!" Sagte sie und sah die anderen an. Scheinabr hatte sie erst jetzt den unangenehmen Geruch der Verwesnung wahrgenommen. "Na ja.. Auch egal. Jetzt müssen wir überlegen, wie es weiter geht." Wandte sich das Mädchen an die anderen und sah jeden einzelnen an.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Shankar » Mittwoch 5. August 2009, 21:42

Seine Nackenhaare sträubten sich, es was so wie bei einer Gänsehaut. Er konnte fast schon deutlich spüren wie sich jedes Haar einzeln aufstellte. Es war nicht die Kälte, er konnte sie gut vertragen. Die Anspannung die in diesen Moment herrschte, verursachte es. Plötzlich überkam es ihm und er musste sich schütteln, ohne dass er es überhaupt wirklich wollte. Es ging ganz von alleine. Sein Blick wandte sich zum Mädchen mit dem langen schwarzen Haaren und dabei packte er sich mit einer Hand in den Nacken, fuhr damit über dei aufgestellten Haare die dort waren. Es war kein unangenehmes Gefühl, es hatte schon etwas auch wenn er es nicht die ganze Zeit haben musste.
Was in Luziver vorging konnte sich keiner, zumindest Shankar nicht, denken. Ein paar Gedanken was vielleicht in ihr Vorging konnte er sich machen, doch in wie weit er recht haben würde konnte er nicht ganz bestimmen. Ihm selbst würde die blanke Wut packen, wenn er in Luzivers Situation wäre, ob es ihr genauso erging oder wenigstens zum Teil? Auf keinen Fall würde sie es mit Fassung nehmen, schließlich hatte sie den Elfen und Shantih ja lange und gut gekannt. Vielleicht hatte sie ja sogar Rache- gedanken? Auch wenn er die beiden Persönlichkeiten, die sich einen Körper teilten, kaum kannte, so traute er solche Gedanken eher Lucy als Luziver zu. Doch wer konnte schon sagen, wer von beiden was ausheckte und plante?
Man musste es Luziver allerdings hoch anrechnen, dass sie nun beschloß nicht mehr jedem zu vertrauen und etwas vorsichtiger zu sein. Diese Einstellung würde sie wohl auch beibehalten, obwohl der Mann im weiß fragte ob er zu ihren Freundeskreis gehörte:
Vergiss es. Sie wird ab jetzt an vorsichtiger sein. Auch wenn du es vielleicht ernst meinst, sie wird es sich wenigstens erst einmal überlegen.
"Auch wenn du ziemlich komisch bist... Du bist wirklich nett. Dir kann man vielleicht vertrauen."
Der Stier hatte wohl unrecht, allerdings hätte er sich das denken können. Schließlich lief seine erste begegnung mit Luziver nicht anders ab.
Einen kurzen Blick ging zu Roxas der ganz still und gelassen war. Es war für Shankar unbegreiflich, wie er nur so ruhig bleiben konnte. Wahrscheinlich war Shankar der größte Hitzkopf der Gruppe.
Der scheint ja auch still sitzen zu können, selbst wenn das ganze Gebäude brennen würde.
Da Shankar brennen erwähnte, Luziver erklärte gerade dem Mann in Weiß was sie nun mit Shantihs Leiche vorhatte.
Allerdings überraschte es ihn, dass sie fragte was sie nun machen sollten. Shankar wusste direkt darauf eine Antwort:
"Wie meinst du das? Ich hätte nun gedacht, dass du jetzt Kazel hinterher gehst oder zumidest nach ihn suchst. Wenn wir dan wieder kommen, dann können wir doch Shantihs Asche mit nehmen. Die können wir dann frei lassen wenn wir nach....."
Shankar wurde still, denn er hatte sich um ein Haar verplappert. Danach hätte man ihn wahrscheinlich in Burgstein eingesperrt. Wer hätte denn geglaubt, dass die Stadt im Himmel Hymlia wirklich existiert?
"...wir wollten doch noch deine Eltern besuchen."
sagte der Stier dann und fügte danach hinzu:
"Ich denke es wird seine Zeit brauchen bis wir ihre Asche mit nehmen können."

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Dienstag 18. August 2009, 21:42

Weiterhin spielte Roxas den Schweigsamen und betrachtete mehr oder weniger gelassen, wie das Gespräch langsam zum Ende kam. Zwischendurch blieb seinem ohnehin schon sehr fixierten Blick auf Luziver und den Leichenfledderer, dass Shankar ihm kurz sein Augenmerk widmete. Ihm war nicht bewusst, wie sein Verhalten auf anderen wirken mochte, eigentlich interessierte es ihn auch nicht sonderlich. Es ging ihm auch weniger darum, sich vor den anderen keine Blöße zu geben.
Luziver verkündete indessen, wie sie sich Shantihs "letzten Weg" vorstellte. Insgeheim war Roxas etwas überrascht, als sie meinte, sie wolle den Leichnam verbrennen und dann verstreuen, irgendwie hätte er ihr das nicht zugetraut. Dennoch war der Hybrid für sich mehr als einverstanden damit. Seiner Meinung nach war Verbrennen (auch durch seine von Leoniden beeinflusste Erziehung) das Ehrenwerteste, was man mit seiner sterblichen Hülle machen konnte. Aber warum Luziver ihre Asche ausgerechnet zur Stillen Ebene bringen wollte, verstand er nicht. Zu einem gegebenem Zeitpunkt, würde er nochmal darauf zurück kommen und sie fragen.

Luziver wandte sich an ihre beiden mehr oder weniger tierischen Gefährten und fragte, wie es nun weiter ginge. Dass sie das nicht direkt entschied verwunderte ihn ein wenig.
"Wie meinst du das? Ich hätte nun gedacht, dass du jetzt Kazel hinterher gehst oder zumidest nach ihn suchst. Wenn wir dan wieder kommen, dann können wir doch Shantihs Asche mit nehmen. Die können wir dann frei lassen wenn wir nach....."
Mit verständnisloser Miene sah er zu Shankar, als dieser plötzlich abbrach. Roxas hatte keine Ahnung, was der Minotaur sagen wollte, dass er womöglich Hymlia meinte kam dem Hybriden vorerst gar nicht in den Sinn. Vielleicht, weil er sich mit dieser bevorstehenden Reise noch nicht wirklich auseinander gesetzt hatte. Erst als Shankar sagte, sie wollten doch Luzivers Eltern besuchen, kapierte Roxas, was jener nun eigentlich meinte.
Von der Idee Kazel zu suchen war der Löwenmensch nicht unbedingt begeistert, da er selbst im Glauben war, dass der Elfenmischling, wenn er es nicht schon ist, so gut wie tot war.
"Ich denke es wird seine Zeit brauchen bis wir ihre Asche mit nehmen können."
"Denke ich auch.", tönte erstmals Roxas' Stimme durch den Raum und sprach dessen Zustimmung Shankar aus, "Nun hat sich Angelika extra hierher begeben und wenn ich mich recht erinnere eilt es auch etwas, oder?"
Roxas wandte den Kopf leicht in die Richtung der unmenschlichen Schönheit, die bisher auch recht schweigsam war. Durch ihre Zustimmung müssten sie sich wahrscheinlich auch nicht mit der Suche nach einem Toten aufhalten. Außerdem wäre es Angelika sicher mehr als Recht endlich von hier weg zu kommen. Zumindest der Hybrid hatte den Eindruck gewonnen, dass es der himmlischen Frau hier "unten" ganz und gar nicht gefiel.

[Sorry, dass das so lange gedauert hat, gab ein kleines Missverständnis^^]

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Donnerstag 20. August 2009, 02:45

Wer konnte denn schon ahnen oder gar wissen, was in Luzi nun vor sich ging. Von außen her ziemlich gefasst und ruhig. Aber wie sah es denn in dem Mädchen aus? Auch Lucy würde es nicht definieren können. Denn selbst in ihr herrschte einfach nur Chaos. Es herrschte Chaos in den beiden, aber auch Leere.
Kurz zuvor hatte Luzi ja verkündet, für ihre Freunde weiterhin stark zu bleiben und nicht zu weinen. Um ehrlich zu sein, gerade in diesen Momenten fiel es ihr mehr als nur schwer, nicht loszuweinen. Doch konnte sie sich zusammenreißen und stark bleiben.
Das Mädchen war gegenüber Pelgar und dessen Bewohner sehr misstrauisch, insbesondere gegenüber denen, die etwas mit der Anstalt Burgstein zu tun hatten. In den Augen der Schwarzhaarigen waren dies alles Verbrecher. Auch bei Dr. Lodenstein machte sie keine Ausnahme. Vielleicht konnte sie ihm ja ein wenig vertrauen, aber nur vielleicht. Doch solange es nicht sicher war, würde sie darauf achten nichts falsches zu sagen. Am Ende würden sie alle hier in der Anstalt landen und dort ebenfalls einer Gehirnwäsche unterzogen werden, sodass auch sie sich gegenseitig wehtun würden...

Dann sagte Luziver, was sie mit Shantihs Körper vorhatte und wie sie sich den letzten Weg ihrer Freundin vorstellte. Auch wenn das Mädchen verkündete, dass sie in der Stillen Ebene die Asche verteilen wollte, so meinte sie es eigentlich so, dass sie die Asche erst freilassen würde, wenn sie in Hymlia waren. So konnte Shantih vom Wind über ganz Celcia getragen werden und alles sehen. Aber die Kleine dies unmöglich vor dem Doc sagen können. Also sagte sie Stille Ebene.
Nachdem sie dann aber fragte, was nun zu tun war, meldete sich Shankar sofort zu Wort und erstaunlicherweise auch kurz darauf Roxas. Doch was beide - besonders der Löwenhybrid sagten - passte dem Mädchen so überhaupt nicht.
Während die beiden sprachen, senkte sich das Haupt des Mädchens. Schwarze Haarsträhnen schienen ein wenig ihr helles Gesicht zu verstecken. Das Pony verdeckte komplett ihre roten Augen, die so leuchteten wie das Medallion des Mädchens wenn Gefahr drohte.
"Nein!" Donnerte Luziver fast schon den anderen entgegen. Es war aber nicht laut, sondern eher leise, dennoch sehr gut hörbar und verhältnismäßig in einem untypischen Tonfall. Vielleicht war es doch Lucy, die plötzlich wieder die Kontrolle über den Körper hatte? Aber die typischen Anzeichen der zweiten Seele fehlten. Außerdem hörte man es auch ein wenig an der Stimme, dass es Luzi war.
"Luziver geht nicht ohne Shantih! Da müssen Luzivers Eltern halt warten. Luziver geht erst mit Shantih. Dann geht Luziver mit Shantih Kazel suchen. Er soll sehen was er getan hat! Er soll sehen was er zugelassen hat! Luziver wird ihn dazu bringen, dass er sagt, wer ihn manipuliert hat. Luziver wird ihn dazu bringen, dass er sagt, wer dafür verantwortlich ist, dass er es zugelassen hat, dass er unsere Familie zerstört hat! Und solange er es nicht sagt, ist er kein Teil mehr unserer Familie! Erst wenn er es gesagt hat, erst wenn er bereut und ihm wirklich klar wird, was er getan und zugelassen hat, dann... Aber auch nur vielleicht, darf er wieder ein Teil unserer Familie sein." Sie ballte ihre zierlichen Hände zu Fäusten, so feste, dass diese leicht zitterten. Dann sah sie ruckartig hoch, zu den andren. Ihr Blick war wie der von Lucy wenn sie wütend war. Nur nicht so kalt, viel mehr entschlossener. Und in ihnen schien jeweils Flammen zu lodern. Oh ja.. Kazel konnte sich auf etwas gefasst machen. Und derjenige, der Kazel manipuliert hatte... Der konnte schon mal sein Gebet sprechen und sein Grab schaufeln. Denn besonders Lucy würde vollkommen ausrasten und dieses Mal würde Luziver keine Anstalten machen, ihre Beschützerin auch nur annähernd aufzuhalten. Sollte sie ruhig ihren ganzen Zorn heraus lassen und sich austoben. Und dies alles konnte man in diesen einen Blick des sonst so fröhlichen und pazifistischen Mädchens sehen. Dieses Verhalten, diese Worte und Haltung waren so gar nicht typisch für die süße Luzi. Viel eher für Lucy. Doch es war die erste Seele.
"Wir warten auf Shantih!" Sagte sie noch einmal fest entschlossen, eigentlich schon bestimmend zu den anderen. Sah aber besonders zu Roxas, da dieser es wirklich gewagt hatte zu sagen - wenn auch nicht direkt - dass es besser sei zu gehen. Auch wenn er nur gesagt hatte, dass Angelika etwas in Eile war. Doch selbst jemand mit nur sehr wenig Menschenkenntnis müsste nun merken, dass hier nichts mehr ging. Wenn sich Luziver einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, so beharrte sie stur darauf. Von ihr aus könnten dann die anderen gehen... Aber ohne Shantih, würde das Mädchen nicht gehen. Und dies bekamen die anderen auch zu spüren.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Erzähler » Freitag 21. August 2009, 16:13

Dr. Lodenstein versenkte seine Hände in den Taschen des weißen Medicus-Kittels. Diese drei Gestalten waren schon ein seltsamer Trupp. Vielleicht hatte sich die Tote - Shantih - ebenfalls so ... bizarr aufgeführt. Wobei, korrigierte sich Lodenstein stillschweigend, eigentlich benahmen sich der riesige Stier und der wortkarge Blondschopf doch recht normal. Der Doktor selbst hatte wenig mit lebenden Wesen zu tun. Er zog es vor, in den kühlen Leichenkellern zu arbeiten - mit den Toten. Sie waren sehr gute Zuhörer, quängelten nicht über eine zu ruppige Umgangsweise und sie widersprachen niemals. Nun gut, sie mochten stinken, aber mit den Jahren hatte sich der Leichendoktor an den Geruch gewöhnt. Inzwischen teilte er sogar die Meinung vieler Trolle, dass Blumen einen sehr seltsamen Duft besaßen.

Der Doktor holte sich selbst wieder aus seinen Gedankengängen in die Realität zurück. Luzivers Freunde drängten zur Abreise, aber das Mädchen war dagegen. Es hatte den Wunsch geäußerst, Shantih verbrennen zu lassen und ihre Asche mitnehmen zu dürfen, damit sie diese in der Stillen Ebene dem Wind überlassen konnte. Das Mädchen war eine kleine Romantikerin. Aber warum nicht?
"Eine Einäscherung lässt sich einrichten", meinte Dr. Lodenstein. "Es wird allerdings tatsächlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Keine Tage, oh nein, wir haben einen Feuermagier als Spezialisten da. Mit seinen Flammen wird es schneller gehen. Vielleicht in zehn bis zwölf Stunden ... sagen wir zwölf Stunden, ja. Bis dahin dürften auch die Knochen vollens verbrannt sein." Es störte den Doktor nur, dass das Mädchen so lange hier unten warten wollte. Aber sie weigerte sich, zu gehen. Sie machte ihren Standpunkt klar. Zudem wollte sie nach Abholung der Asche Kazel suchen gehen, um ihm die Meinung zu sagen. Hatte sie denn schon vergessen, was Lodenstein ihr diesbezüglich mitgeteilt hatte? Kazel war tot. Auf dem Richtberg verurteilt.

Der Doktor verließ mit einer Entschuldigung auf den Lippen rasch die Räumlichkeiten. Er wollte einige Sterbe-Akten einsehen. Ja, es wurden auch Todesdokumente von verurteilten Verbrechern angelegt. Hier in Pelgar hatte alles seine Ordnung. Der Doktor wollte dem Mädchen in seinem Keller entgegen kommen. Vor allem aber wollte er es ihr ersparen, zwölf Stunden bei ihm und den Toten da unten auszuharren.

Während Dr. Lodensteins Abwesenheit erhob Angelika ihre Stimme. Sie klang besorgt und bestürzt. "Meine Herrin, aber ... junge Lady, Ihr könnt Eure Mutter nicht warten lassen. Jeder Tag, der verstreicht, könnte sie das Leben kosten. Ich mag gar nicht daran denken. Ich bin ohnehin schon viel zu lange fort und so froh, Euch endlich gefunden zu haben." Sie wirkte nervös und flatterhaft. Vielleicht lag es am noch immer mehr als deutlich wahrzunehmenden Leichengeruch, der Kühle und der Tatsache, dass eine Freundin Luzivers hier kalt aufgebahrt herumlag und nicht wieder aufstehen würde. Möglicherweise fürchtete Angelika aber auch Lucys Zorn. Sie kannte die Geschichten über die hymlianische Kriegerin, die Lucy einst gewesen war.
Die Hymlianerin trat unbewusst näher an Shankar heran. Der Geruch seines nassen Fells konnte beim Totengestank kaum mehr abschrecken, auch wenn er sich mit diesem zu einem unsagbar widerlichen Aroma zu vermischen schien. Angelika fühlte sich allerdings so unwohl, dass sie darüber hinweg sah. Sie suchte nach Schutz und Shankar bot wirklich ein Gefühl der Geborgenheit, wenn man wusste, dass er auf derselben Seite stand.
"Wollt Ihr wirklich hier warten und dann auch noch diesen Kazel suchen gehen? Hat das nicht Zeit?", fragte sie ein wenig kleinlaut gar. Sie würde sich nicht über die Entscheidung des Mädchens stellen, das Tochter ihrer Hausherrin war. Und Angelika diente Luzivers Eltern aus vollem Herzen und mit Leidenschaft. Sie war gern in deren Haushalt beschäftigt. Deshalb hatte sie sich ja für die Suche nach Luziver angeboten. Und nun hatte sie sie wieder gefunden, trotzdem wollte das Kind ihr nicht folgen. Angelika stand unter Druck.

Dr. Lodenstein betrat die Räumlichkeiten wieder. "Ich habe Informationen eingholt", verkündete er und betrachtete jeden einzelnen nacheinander. "Wenn ihr hier unten oder auf der Klinikumsstation nicht warten wollt, könnt Ihr Kazel direkt aufsuchen. Hier, ich habe seinen Standort schriftlich." Dr. Lodenstein traute Luziver nicht wirklich zu, dass sie lesen konnte. Die wenigstens beherrschten es. Und da er sich an Shankar nicht wirklich heran traute, reichte er Roxas die Notiz, welche er sich gemacht hatte. Darauf stand in sauberer, kantiger Schrift auf garmisch:
Gräberverzeichnis hingerichteter, pelgarischer Verbrecher
Jüngste Hinrichtungen:
  • Triebtäter Hans Wurst, Urteil: Kreuzigung, Leichnam in Grab 64b hinter dem Richtberg
  • Unbekannte aggressive Dunkelelfe, Urteil: Hungerkäfig, Leichnam in Massengrab 2 hinter dem Richtberg
  • Mörder Kazel Tenebrée, Urteil: Enthauptung, Leichnam in Grab 64c hinter dem Richtberg
  • Mörderin Morticia, Urteil: Enthauptung, Leichnam in Grab 52a hinter dem Richtberg

Darunter war das heutige Datum eingetragen, um die Aktualität der Nachricht anzuzeigen. Dr. Lodenstein zuckte mit den Schultern. "Ihr könnt zum Richtberg gehen und dort Kazels Überresten die Meinung sagen. Das Grab dürfte noch offen sein. Die Totengräber lassen sich bei Veurteilten gern Zeit. Es ist nur ein Vorschlag", fügte der Arzt an. "Alle anderen darf ich bitten, entweder hier vor den Leichenkammern oder im Empfangsraum oder dem Speisebereich der Klinik zu warten. An der Einäscherung dürfen nur der Feuermagier und ich teilnehmen ... und die Leiche, versteht sich."
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Shankar » Sonntag 23. August 2009, 22:51

Shankar nickte eifrig als Roxas ihm zustimmte. Beide hatten zwar verschiedene Gründe wieso sie weg wollten, aber es war nur wichtig dass sie sich einig waren. Doch so einfach sollte es für beide doch nicht sein, denn immer noch hatte Luziver das sagen. Ihre Meinung hatte im Moment am meisten Gewicht, da es auch ihre Angelegenheit war. Obwohl sie es nicht laut aussprach, so schien ihre verneinung vom Wind überall hingetragen zu werden. Sie wollte nicht ohne die Asche von Shantih gehen und sie wollte Kazel bestrafen, in dem sie ihm zeigte was er getan hatte. Man musste zugegeben, dies war wirklich eine sehr harte Art der Bestrafung. Doch anscheinend war sie, zumindestens in Luzivers Augen, mehr als berechtigt. Der Minotaur konnte das nicht beurteilen, er zumindest würde wahrscheinlich so wenig mit der Person zu tun haben zu wollen wie möglich, wenn ihm jemand sowas angetan hätte. Doch der Stier war jemand der sofort losgestürmt wäre und die Person ohne wenn und aber die Knochen gebrochen hätte. Solche kleinen Spielchen mit dem Gedanken und solche Sachen mit Reue und alldem, sowas würde er nicht machen. Bei sowas musste man immer den direkten Weg gehen. Unbedingt wollte das Mädchen auf die Asche warten und Shankar seufzte nur darauf.
Seht mich mal an. Der knallharte Minotaur hört auf ein kleines Mädchen, dessen Kopf er mit einem leichten griff zerquetschen könnte
Shankar dachte nicht wirklich daran Luziver irgend etwas zu tun. Jedoch war das Gesamtbild sehr ungewöhnlich. Zwei Hybriden die einem zwar merkwürdigen, aber jungen Mädchen folgten. Wenn man Angelika ansah, dann würde man es eher verstehen, man würde aber dann stark davon ausgehen, dass beide was von ihr wollten. Doch bei Luziver sah es anders aus.

Der Mann in weiß, Shankar meinte sein Name sei Lodenstein gewesen, erklärte, dass es lange dauern würde bis Shantihs Asche so weit sei. Zwar keinen Tag doch zwölf Stunden waren auch eine lange Zeit. Die Zeit herumzustehen und auf asche zu warten, würde für den Stier langweilig werden und er war wirklich nicht sonderlich begeistert darauf einen halben Tag bei den toten zu verbringen. Der Doktor entschuldigte sich und ging kurz weg.
Kurz darauf erhob Angelika, mehr oder weniger, das Wort und versuchte Luziver wohl zu drängen und sollte so etwas wie eine Klage sein, doch diese kam nicht wirklich als solche an. Shankar empfand es als niedilch als sie versuchte ihre Meinung zu sagen und Luziver aufzufordern zu ihren eltern zu gehen. Allerdings wird sie damti nichts erreichen, da sie viel zu verunsichert war. Natürlich könnte Shankar ihr helfen und seine Stimme für sie erheben, doch wieso sollte er? Ihm war es im Moment egal wo sie waren, er hatte ihre nicht beabsichtliche Annährung bemerkt und dies gefiel ihm. Die Hymlierin fragte, ob sich Luziver bei ihren Entschluss sicher war, doch diese Frage kam genauso erbbärmlich heraus wie ihre Aufforderung.
Shankar grinste unabsichtlich, aber er konnte sich wenigstens das lachen verkneifen.
"Wenn ihr sie WIRKLICH überzeugen wollt, dann solltet ihr etwas lauter werden Angelika. So hört man euch kaum."
sagte er ihr belustigt über die SChulter, eigentlich wollte er sie mit diesen Worten trösten. Ob es ihm gelang war eine andere Frage. Eine kurze Minute überlegte er dann, von so einer Situation hatte er doch schon mal gehört:
"Das kommt mir bekannt vor....."
sagte er dann halblaut und rieb sich nachdenklich am Kinn, da er wirklich mal von so etwas ähnlichen gehört hatte. Irgendwann fiel bei ihm der Groschen:
"Ach ja da fällt mir ne Geschichte von meinen Großvater ein als er noch als junger Bursche durch Celcia reiste. Er war hinter irgendeinem Dieb her. Es war niemand dessen Name bekannt war, mein Großvater war deswegen hinter ihm her, weil der Dieb ihm seine Geldbörse geklaut hatte. Irgendwann nach zwei Wochen oder so, hatte er die verfolgung aufgegeben. Er hatte gehört, dass dieser verdammte Dieb nach Anduine gegangen war, aber meinem Großvater war es zu dämlich so einem Mistkerl die ganze Zeit hinterher zu laufen. Mein Großvater wollte aber zu der Zeit nach Dessaria reisen...merkwürdiger Weise traf er dann dort auf den Dieb und nahm ihm alles was er dabei hatte......und verschlechterte dabei seine Gesundheit."
bald schon merkte Shankar, dass es keine Verbindung zwischen der Geschichte seines Großvaters und der jetzigen Situation bestand. Doch er selber sah da eine kleine Verbindung, auch wenn sie nicht direkt passen könnte:
"Ich dachte mir, vielleicht werden wir irgendwann Kazel treffen. Irgendwo wo wir damit gar nicht rechnen. Es sind auch noch andere Sachen wichtig....."
er wollte dabei nun nicht zu Angelika rübersehen, doch ein wenig behilflich wollte er ihr am Ende doch sein. Sie hatte sehr viel Charm und dagegen war Shankar nicht gewappnet und eigentlich wollte er es auch nicht sein. Außerdem war er sich ziemlich sicher, dass er im Fall der Fälle ihr doch widerstehen könnte. Doch jetzt wollte er es nicht.

"Ich habe Informationen eingholt"
rief Dr. Lodenstein als er wiederkam und hielt ein Dokument in seiner Hand. Er klärte jeden auf was drin stand und gab es anschließend Roxas. Shankar konnte sowieso kein garmisch sprechen und erst recht nicht lesen. Das Gekrakel konnte er nicht entziffern.
Lodenstein forderte alle auf zu gehen, damit die Einäscherung stattfinden konnte. Nebenbei erwähnte er, dass die Gruppe im Speisebereich warten durfte. Shankar wurde hellhörig:
"Wir bekommen das Essen doch umsonst oder? Immerhin sind wir eine Trauergemeinde oder?"

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Mittwoch 26. August 2009, 10:21

Eigentlich rechnete Roxas damit, dass seine Argumente ausreichen würden, um Luziver von einem Aufbruch zu überzeugen. Auch fühlte er sich durch das Nicken von Shankar bestätigt und gewann immer mehr Zuversicht. Doch noch bevor Angelika ihre Meinung zu der ganzen Sache vertreten konnte, ergriff Luziver das Wort. Sie war stur dagegen ohne Shantih zu gehen und war ganz offensichtlich alles andere als begeistert von der Idee der beiden Hybriden. Insgeheim musste Roxas dabei verstellen, wie unheimlich ähnlich Luziver ihrer schlechteren Hälfte Lucy war. Und auf ihre eigene Art und Weise grausam. Aber würde es etwas bringen, einem manipulierten Kazel die Asche der Frau zu zeigen, welche er tötete? Sofern er denn noch lebte.

Der Leichenfledderer teilte der Gruppe mit, wie lange vorraussichtlich die Einäscherung dauern würde.
12 Stunden...? Das geht doch noch..., dachte der Hybrid, der sich selbst nicht eingestehen konnte, dass er keinerlei Zeitgefühl hatte. Er wusste weder ein Datum des heutigen Tages, noch wie spät es wohl ungefähr sein mochte. Ein Glück das er wenigstens die Jahrszeit wusste. Seine Ohren vollführten eine seltsame Bewegung, als der Doktor von Feuermagiern sprach. Das war eine "innovative" Möglichkeit, doch wunderte sich Roxas aufrichtig, wie man das bewerkstelligen wollte. Ein ganz traditionelles Feuer war ihm da immer noch sympathischer. Aber gut, es war nicht seine Angelegenheit, wie es mit Shantihs Körper weiter ging.

Angelika setzte dann endlich zu einem Versuch an, das Mädchen zu überzeugen. Allerdings erschien es dem Löwen-Hybrid mehr als unzureichend, denn so wie die hübsche Frau das anstellte, hatte sie sicher kein Erfolg bei Luziver, die sogar ihren Freunden widersprach. Hinzu kam, dass Angelika sehr unsicher klang, wie Shankar mit einiger Belustigung in der Stimme zu Recht bemerkte. Kurz darauf begann dieser jedoch von seinem Großvater zu erzählen, dessen Geschichte laut Shankar der Situation wohl gleichen sollte. Seine blauen Augen betrachteten ihn von seiner Wand aus, während er von einem Dieb erzählte, der seinen Großvater beklaute und dieser den Halunken suchte. Irgendwann traf er ihn dann zufällig wieder, obwohl man ihm sagte, er sei ganz woanders.
Der Hybrid legte den Kopf schief und sah den Stier nachdenklich an. Wie immer kam Roxas nicht direkt darauf und grübelte vor sich hin, welchen Bezug das nun hatte. Verstand er den Dieb und Kazel als eine Person, Luziver als seinen Großvater...? Sein Gesicht verzog sich zu einer säuerlichen Miene.
"Ich dachte mir, vielleicht werden wir irgendwann Kazel treffen. Irgendwo wo wir damit gar nicht rechnen. Es sind auch noch andere Sachen wichtig....."
Achso, das meinte er also... Ich hab mal wieder in die falsche Richtung gedacht...
Es ärgerte Roxas, dass er wieder so umständlich dachte, aber Shankars Geschichte war auf den ersten Blick vielleicht nicht wirklich passend, doch nun wusste er ja, worauf er anspielte. Eigentlich hätte er dem Stier auch hier gerne wieder zugestimmt, aber aus Respekt vor Luziver verkniff er sich weitere Kommentare dazu, sondern würde einfach hinnehmen was Luziver sagte.

Als Lodenstein zurückkehrte, teilte er allen mit, dass er Informationen eingeholt hätte. Interessiert spitzte Roxas im wahrsten Sinne des Wortes die Ohren und überraschender Weise drückte der Doktor ausgerechnet ihm ein Stück Pergament in die Hand. Perplex betrachtete er das Papier, dass mit einer sauberen Schrift beschrieben worden war. Sofort erkannte er die Sprache und erstaunlicher Weise fiel es dem "ungebildeten" Roxas in keinster Weise schwer zu entziffern, was dort geschrieben stand. Das lag daran, dass es bekannte Worte waren. Welche die er aus seinem "Söldner-Alltag" bereits kennen gelernt hatte. Zugegeben, die Zahlen waren nicht gerade einfach, vor allem weil er gerne mal die Stellen vertauschte und statt einer 58 eine 85 raus kam. Wie auch immer, aus dem Schreiben ging klar die Hinrichtung von 4 Verbrechern hervor (Er verstand die Worte "Hinrichtung", "Enthauptung", "Leichnam" und "Richtberg" sofort, die Namen eh.). Unter anderem auch von Kazel Tenebreé und - Morticia! Roxas legte unweigerlich die Ohren an und ein für menschliche Ohren nicht hörbares Geräusch der Missgunst und Abneigung entfuhr ihm. Das war diese verfluchte Mörderin, die er vor nicht all zu langer Zeit in der Kanalisation gesucht hatte. Nun hatte sie irgendwer gefasst. Nicht das es ihn wurmen würde, sie nicht selbst erwischt zu haben, doch irgendwie wirkte die Nachricht ihres Todes ein wenig... verstörend auf ihn.
"Ihr könnt zum Richtberg gehen und dort Kazels Überresten die Meinung sagen. Das Grab dürfte noch offen sein. Die Totengräber lassen sich bei Veurteilten gern Zeit. Es ist nur ein Vorschlag"
Von dem Pergament aufsehend schaute Roxas nun zum Doktor, welcher mehr als deutlich bestätigte, dass das, was auf dem Zettel stand, vom Hybriden richtig erkannt wurde. Kazel war wirklich tot.
Da der Doktor nun schon drängte, dass die Truppe endlich den Raum verließ, machte der junge Hybrid den Anfang und verschwand ohne ein hinweisendes Wort auf den Gang, Richtung frische Luft. Spätestens wenn die anderen feststellten, dass der Zettel mit den Informationen weg war, würden sie Roxas wohl folgen. Obwohl er an diesem Abend schon oft falsch lag, was Luzivers Verhalten und Handlungen anging, stellte er jedoch erneut eine Vermutung an. Dabei dachte er sich, dass Luziver sich sicher selbst vom Tod des Elfenmischlings überzeugen wollte, da sie ja gewisse noch glaubte, er sei am Leben. Doch nun konnte sich Roxas das bei beim besten Willen nicht mehr vorstellen.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Mittwoch 2. September 2009, 18:08

Warum wollten die anderen es nicht verstehen? Warum? Luziver wollte ihre Freundin nicht mehr alleine lassen, denn als sie es zuvor tat, geschah ihr etwas schlimmes. Es hatte ihr Ende bedeutet. Luzi wollte bei ihr sein, sie nicht mehr alleine lassen. Und das Mädchen verstand nicht, warum sie alle sofort aufbrechen wollten. Wie konnten sie dies nur von ihr verlangen oder gar erwarten, dass sie nun sagen würde 'Lasst uns gehen! Wir müssen noch zu Luzivers Eltern!'. Nein, das konnten die andern nun wirklich nicht von ihr verlangen. Erst wollte Luzi warten, bis sie Shantih mitnehmen konnte und dann wollte sie schauen, was noch passieren würde. Stur und hartnäckig sagte sie den anderen, dass sie ohne Shantih nicht gehen wollte.
Aber dann meldete sich Lodenstein zu Wort und sagte, dass die Verbrennung zwölf Stunden dauern würde. Dann aber ging er weg und während der Abwesenheit Lodensteins erhob Angelika ihre Stimme. Die Worte der Schönen machten das Mädchen nur noch wütender. Shankar schien darüber belustigt, dass die Hymlianerin so unsicher war. Doch kaum hatte er geendet zu sprechen, donnerte auch schon Luziver los. „UND WAS IST MIT SHANTIH?! Wie kannst du nur so egoistisch sein?! Luziver will Shantih nicht mehr alleine lassen! Siehst du was passiert ist, als Luziver nicht bei ihr war? Luzivers Mama kann noch warten. Shantih ist jetzt wichtiger. Shantih hat sich um Luziver gekümmert. Und Kazel hat sich auch um Luziver gekümmert... Und Luziver kann es nun mal nicht ignorieren, was passiert ist! Man hat einen Freund von Luziver so verändert, dass er seinen Freunden wehtun wollte! Du hast doch keine Ahnung was hier los ist! Und Luziver wird herausfinden, was das alles zu bedeuten hat! Mit oder ohne eure Hilfe. Das ist Luziver jetzt egal. Hauptsache Luziver findet endlich die Wahrheit heraus! Und Kazel wird dafür büßen, was er getan hat. Und Derjenige der Kazel dazu gebracht hat...“ Hier brach das Mädchen ihren Satz ab. Aber kurz danach erzählte der Minotaurus eine Geschichte von seinem Großvater. Normalerweise würde Luzi begeistert zuhören, doch in diesem Moment war es ihr egal und sie hörte ihm nicht wirklich zu.
Aber dann kam Lodenstein wieder zurück. Er hatte etwas bei sich, das er Roxas gab. Luziver sah zwar zu dem Löwenhybriden und wartete, bis er vorlas oder zumindest erklärte was es war. Der Mediziner redete irgendetwas vom Richtberg oder so. Lucy wunderte sich was der Mensch dem Löwenhybriden in die Hände gedrückt hatte. Beide Persönlichkeiten hörten nicht mehr zu, was dann noch gesprochen wurde. Roxas verschwand dann einfach, doch das Mädchen folgte ihm dann, ebenfalls ohne etwas zu sagen. Doch als sie ging, übernahm Lucy wieder die Kontrolle über den Körper und kaum war sie aus dem Sichtfeld Lodensteins, legte sie mit Hilfe ihrer Magie einen Zahn zu und hatte den Löwenhybriden schon eingeholt und sich vor ihn gestellt. Ohne etwas zu sagen nahm sie ihm das Pergament weg und versuchte zu entziffern was da stand. Lucy konnte nicht wirklich sonderlich gut Garmisch lesen, doch nach einigen Minuten konnte sie irgendwie entziffern, was da stand. „Morticia?! Verdammt! Ich frage mich, was in der Anstalt alles passiert ist...“ Murmelte sie leicht gereizt. Aber sie glaubte nicht, dass Kazel tot war, auch nicht wirklich, dass es auch die Dunkelelfe war. Was ist nur vorgefallen? Was geht hier gerade vor sich? Pelgar wurde dem Mädchen immer unsympathischer... „Luziver und ich wollen zum Richtberg. Was ihr anderen macht, ist uns egal.“ Sie gab das Pergament wieder zurück. „Was ist hier bloß los...?“ Lucy seufzte. Dies alles zerrte einfach nur an den Nerven und an ihrer Geduld. Es war alles nun mal sehr anstrengend.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Erzähler » Dienstag 8. September 2009, 11:52

D. Lodenstein musterte den Minotauren. Er war ein Berg von einem Mann ... Stier ... was auch immer. Diese Spezies aß sicherlich Unmengen, wenn man bedachte, dass er schon nach den Kosten für eine Bewirtschaftung fragte. Da hatte sich der Leichenspezialist aber in etwas hinein geredet. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Sicherlich würde man ihn für die bald schon leeren Vorratskammern der reichsklinischen Küche verantwortlich machen - zu Recht, im Übrigen.
"Äh, wir nehmen gern Spenden für Nahrung und Getränke entgegen", meinte er und wagte nicht, dem Stierwesen mitzuteilen, dass sogar die Patienten für ihre Nahrung zahlen mussten. Selten übernahm die Reichskasse die Kosten. Aber schließlich ging es hier ums Überleben - das von Lodenstein nämlich. Shankar könnte ihn zerquetschen. Es hieß nicht, dass er so primitiv war und es auch tat, aber er könnte! Der Doktor betrachtete sich die riesigen Hände des Minotauren. Ihm lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, den er angesichts vom Aufschneiden und Untersuchen von Leichen niemals gespürt hatte.

Unterdessen stand die schöne Angelika mit gesenktem Kopf neben Shankar. Sie wirkte mit einem Mal klein und verschüchtert, sogar Lodenstein überlegte kurz, ob er die Fremde nicht einfach in den Arm nehmen und trösten sollte. In ihm regten sich Beschützerinstinkte, die vorher nicht da gewesen waren.
Lag es daran, dass Angelika Hymlianerin war? Beherrschte diese Menschengattung die Fähigkeit, bestimmte Gefühle in anderen Wesen zu wecken, allein weil sie sich selbst in bestimmten Posen und Gesten zeigten? Wenn Luzivers Eltern Hymlianer waren, konnte auch die ihre Umwelt derart beeinflussen? Diese Frage war mit Ja zu beantworten. Manchmal tätschelte man ihr schließlich vollkommen unbewusst den Kopf, einfach weil sie ein liebreizendes Ding war. Und einen Wunsch konnte man ihr kaum abschlagen, weshalb Angelika sich auch auf kein hitziges Wortgefecht einließ. Sie nickte nur und murmelte etwas von "aber Shantih ist tot. Ihr kann nichts mehr geschehen. Eure Mutter jedoch ... wenn sie auch stirbt ..." Ihre Stimme ging in einem Keuchen unter. Angelika legte die Arme um den eigenen Körper. Sie schauderte.

Ob Luziver etwas davon mitbekam? Sie folgte Roxas aus dem Untersuchungsraum und in den Gang. Außer Sichtweite gelang es ihrer zweiten Persönlichkeit, Lucy, den Hybriden einzuholen und das Schreiben einzufordern. Nach einiger Zeit, in der sich auch Angelika und eventuell schließlich auch Shankar hinzugesellt hatten, gelang es Lucy, die Worte so weit zu entziffern, dass sie Sinn ergaben.
Es war kaum zu glauben, aber laut diesem Schreiben sollten sowohl Kazel als auch die Mörderlegende Morticia in Gräbern auf dem Richtberg lilegen. Konnte man dies glauben? Man musste es wohl oder man leugnete es und sagte sich, dass beide so hartnäckig waren, einfach nicht mal eben so ins Jenseits zu verschwinden und nicht wieder zu kehren. Möglicherweise glaubte Luziver auch deshalb nicht, dass beide tot sein sollten, weil sie mit dem Tod bisher ja noch nicht allzu große Erfahrung hatte machen dürfen - zum Glück vielleicht, wenn man ihr Alter berücksichtigte.

Plötzlich ertönten Schreie und Rufe aus dem Erdgeschosse. "Was geht da vor?" Angelika warf einen Blick zur Treppe, bei der gerade ein leidlich flüchtender Krankenpfleger die letzten Stufen stürzend hinab nahm. "Drache!", keuchte er entsetzt. Sein Gesicht war bleich, die Augen weit aufgerissen. "DRACHE!", brüllte er nun und rannte den Korridor entlang, um sich in den Tiefen der Reichsklinik zu verstecken.
Oben wurden die Geräusche nicht leiser. Frauen kreischten, Männer brüllten und mehrere Dutzend Füße trampelten panisch durch Gänge, aus Zimmern oder ins Gebäude hinein. Nun hörte man auch das krächzende Brüllen der Schuppenbestie. Niemand der kleinen Gruppe konnte schließlich ahnen, dass es sich um einen Knochendrachen handelte. Genauso wenig vermuteten Shankar, Roxas, Angelika oder Luziver, dass zur selben Zeit Zombies und Skelette die Innenstadt unsicher machen und von der Arena aus zum Marktplatz strömten. Doch das dicke Ende sollte erst noch kommen. Auch vor den Toren standen die Untoten, wälzten in einem Heerwurm den geschlungenen Pfad nach Pelgar herauf, zusammen mit Dunkelelfen und Orks. Die Hauptstadt wurde angegriffen. Ihnen blieb aber auch nichts erspart.
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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Roxas » Mittwoch 23. September 2009, 16:59

Roxas "Plan" ging auf und in kürzester Zeit war Luziver wir ihm gefolgt. Das dachte der Hybrid zumindest. Erst als das zierliche Mädchen vor ihm stand erkannte er, dass es sich um ihre schlechtere Hälfte handelte. Er mochte Lucy nicht sonderlich und war nicht erpicht darauf, mit ihr auch nur irgendein Wort oder Blick zu wechseln, wenn er sie entdeckte. Aber dem war nicht ganz aus dem Weg zugehen, wenn man sich direkt vor dem jungen Kerl stellte. Vorerst noch etwas überrascht von ihrem plötzlichen Erscheinen, legte er ruckartig die Ohren eng an das blonde Haupt, als sie ihm ungeniert den Zettel aus der Hand riss. Eigentlich wollte er irgendetwas sagen, doch erinnerte sich Roxas wieder an seinen Vorsatz und verschränkte stillschweigend die Arme, während er sich resigniert von ihr abwandte. Insgeheim hoffte der Löwenhalbling ja, dass sie nicht lesen konnte und ihn felehentlich um Hilfe bitten musste, doch ihr Ausruf wegen Morticia rührte ihn zu einer bitterlichen Enttäuschung und weiterer Ärgernis übere ihre Dresitigkeit.

„Luziver und ich wollen zum Richtberg. Was ihr anderen macht, ist uns egal.“
Roxas wandte sich der Gesalt wieder zu, welche ihm frech das Pergament wieder in die Hand drückte. Leise mit den Zähnen knirschend zerknüllte er das Papier und stopfte es sich in die nächstbeste Tasche. Von ihrer Aussage war er unterdessen auch nicht viel mehr begeistert. Es war irgendwie untypisch, dass es ihr egal war, ob die anderen sie begleiten oder nicht. Zugegeben, für Lucy war wohl nichts anderes Erdenklich, dass aber auch Luzi der selben Meinung war, verstimmte Roxas ein wenig.
"Ich fürchte, so leicht wirst du uns wohl nicht los... Gerade Angelika scheint es sehr wichtig zu sein, euch beide noch irgendwie da nach oben zu kriegen.", meinte Roxas und traute sich aus Gewohnheit heraus sogar Lucy beim Sprechen in die Augen zu schauen, auch wenn er das Gefühl hatte, von Kälte durchbohrt zu werden. "Aufhalten kann man euch nicht, dass hat man mehr als deutlich bemwekt. Deshalb schlage ich vor, dass wir uns ranhalten."
Man könnte es falsch auffassen, aber es war ein aufrichtiges Angebot der Unterstützung. Roxas wollte Luziver helfen. Vielleicht war es die Reue, die ihn Trieb, weil er nicht gerade verständnisvoll gewesen war, als sie über Shantih und ihr Zurücklassen sprachen. Oder aber einfach nur die Tatsache, dass er es Leid war, alleine zu sein. Inzwischen ist er ja selbst den alten Gaul losgeworden, den er auf der Stillen Ebene einst erhalten hatte. Pferde waren halt nicht unbedingt die Art von Gesellschaft, die er zu Bevorzugen pflegte.

Doch bevor Lucy auch nur einen finsteren Blick erwideren konnte, hörte Roxas schon von Weitem, dank seiner herausragenden Gehörs, wie sich panische Schritte näherten.
"DRACHE!" schrie jemand und rannte dann davon, in die Untiefen der Reichsklinik. Reflexartig wandte sich der Hybrid um zur Treppe und sah erwartungsvoll hinauf, bis ein grausiges Gebrüll durch die gesamte Stadt zu erschallen schien. Erst jetzt wurde Roxas klar, dass oben viel mehr Chaos herrschte, als es einem normalen Klinikbetrieb zu erwarten war. Nervös tänzelten seine Ohren herum, schwenkten immer zwischen den Richtungen hin und her, bis er zu dem Schluss kam, dass hier unten zu wenig zu hören war.
"Ich habe keine Ahnung was da vor sich geht, aber ich ertrage den Gedanken nicht, es weiterhin nicht zu wissen.", sagte Roxas, sah kurz zu Lucy undden anderen, welche hinzu gekommen waren, ehe er flink die Treppe hinauf jagte, drei Stufen auf einmal überspringend. Wenn es sich tatsächlich um einen Angriff handelte, was der Lärm stark vermuten ließ, wollte er zudem nicht untätig hier unten herum stehen und sich feige in einem Keller verstecken. Seine vorherigen Pläne bei Luziver zu bleiben waren gegen seine neu geweckte Neugier zu schwach.

Wieder im Eingansbereich des Klinikums angelangt, herrschte mehr Unruhe, als er zuvor den Anschein hatte. Kreischende, verängstigte Menschen, unter ihnen offenbar auch viele Kranke und Verletzte, wuselten sich durch einen Auflauf verschiedene Gestalten. Auch sahen einige von ihnen aus, als wären sie gerade erst von einem wilden Tier angefallen worden und suchten nun in der Reichsklinik nach Schutz und medizinischer Behandlung. Roxas war sich nicht sicher, was einer wie er nun tun könnte. Vor allem wusste er nun immer noch nicht, ob lediglich ein Drache sein Unwesen trieb. Irgendwie schien es ihm doch ein wenig zu aufgeregt und auch einige Verletzte ließen ihn zweifeln. So laut wie das Ding brüllen konnte, würde er seine Opfer sicherlich im Ganzen verschlucken und nicht nur ein bisschen ankratzen.

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Re: Schlechte Nachrichten

Beitrag von Luziver » Mittwoch 23. September 2009, 21:32

Luziver bekam nichts von Angelikas Worten mit. Aber natürlich konnte Shantih noch etwas geschehen! Und zwar ihrem Körper… Und das Mädchen wollte sie nicht einfach hier lassen. Shantih hatte es nicht verdient, hier in dieser blöden Stadt festgehalten zu werden! Sie sollte frei sein. Und wer konnte ihr noch die Freiheit schenken, wenn nicht der Wind? Luziver würde nur dazu beitragen, dass der Wind ihr die Freiheit schenken konnte. Außerdem glaubten beide Persönlichkeiten auch nicht, dass die junge Heilerin es gewollt hätte, hier zu enden. In dieser schrecklichen Stadt wo man regelrecht gefangen ist. Shantih war ein Kind der Natur und Freiheit. Sie wollte und durfte nicht festgehalten werden. Nur weil ihre Seele schon frei war, hieß es noch lange nicht, dass ihr Körper es nicht durfte.
Dass das Mädchen so stur und entschlossen war, war nicht böse gemeint. Auch wollte sie Angelika nicht verletzen, auch Lucy nicht. Gerne würde sie mitkommen und ihre Eltern kennen lernen! Aber es war nun mal etwas unvorhergesehenes dazwischen gekommen, was jetzt erst mal Vorrang hatte. So leid es den beiden Persönlichkeiten auch tat. Doch war es auch so, dass keiner von beiden die Eltern von Luzi kannten, Shantih hingegen kannten sie schon. Und es wäre einfach nicht akzeptabel wenn sie nun einfach gingen. Nein. Angelika musste doch verstehen, dass Shantih nun mal sehr wichtig für die Mädchen war und beiden viel bedeutete. Immerhin war diese nicht einfach nur eine gute Freundin. Sie waren eine Familie gewesen. Die Heilern hatte sich stets um Luzi gekümmert und selbst wenn es nicht leicht mit dem Mädchen war, behielt sie die Ruhe. Man könnte sagen, dass sie wusste wie man mit Luziver umzugehen hatte. Sie hatte es sehr schnell gelernt gehabt. Und es war wirklich nicht immer leicht mit dem Mädchen. Angelika und die anderen erlebten es gerade sogar selbst, dass es mit Luziver manchmal nicht gerade leicht war. Nicht mal wenn man entschlossen und selbstbewusst wäre, würde man bei Luzi etwas erreichen. Selbst dann wer es sehr schwer. Und wenn man so zurückhalten und schon recht schüchtern wie die Hymlianerin war, dann hatte man sowieso keine Chancen, bei der penetranten Sturheit des Mädchen durchzukommen.
Doch wieder zurück zum Geschehen.
Kaum verließ Roxas den Leichenraum, schon war ihm das Mädchen gefolgt. Doch war es Lucy, die ihm folgte und selbigen auch sofort den Weg versperrte. Dass er sie kein bisschen leiden konnte, dachte sie sich schon. Es gab wenige die sie leiden konnten. Und Shantih gehörte zu den wenigen. Irgendwie schien die Heilerin gewusst zu haben, wie es irgendwie in Lucy aussah. Schon unheimlich… Man könnte meinen, dass Shantih sie „durchschauen“ konnte. Lucy vermisste Shantih jetzt schon arg. Auch wenn sie kaum Zeit hatte über den Tod der Freundin nachzudenken. Ja… Freundin. Selbst für die sonst so unnahbare Lucy war sie eine Freundin geworden.
Aber die zweite Persönlichkeit war gerade damit beschäftigt, zu entziffern was auf dem Pergament stand. Dass Roxas innig hoffte, dass Lucy ihm um Hilfe bitten würde, ahnte sie nicht. Doch zu gerne hätte sie ihm bewusst diese Hoffnung zerstört und ihn frech entgegengegrinst. Hier und da ein Kommentar ihrerseits. Ein paar Sprüche, dadurch seinen Zorn den er scheinbar so oder so gegen sie hegte noch weiter wie Feuer entfacht und gut wär‘s. Doch dadurch, dass sie es eben weder wusste noch ahnte, blieb dem Löwenhybrid wenigstens dies alles erspart.
"Ich fürchte, so leicht wirst du uns wohl nicht los... Gerade Angelika scheint es sehr wichtig zu sein, euch beide noch irgendwie da nach oben zu kriegen." "Aufhalten kann man euch nicht, dass hat man mehr als deutlich bemerkt. Deshalb schlage ich vor, dass wir uns ranhalten."
„Glaub es oder nicht. Luziver und mir ist es auch sehr wichtig, nach Hymlia zu reisen. Doch vielleicht erstehst du, dass Shantih Vorrang hat. Hätte sich dieser verdammte, manipulierte und verfluchte Mischlingself anständig verhalten, so wäre diese verfluchte Lage erst gar nicht entstanden. Oder besser.. Hätte der sich erst gar nicht manipulieren lassen. Sonst ist er ja auch immer so unnahbar und misstrauisch gewesen! Und hoffentlich geht es endlich in eure Köpfe rein, dass es nun mal nicht rückgängig gemacht werden kann! Und wäre uns das alles jetzt nicht dazwischen gekommen, dann wären wir bestimmt schon auf dem weg ‚nach oben‘.“ Sage Lucy kühl zu Roxas und drückte ihm das Pergament wieder in die Hände. Dann lächelte sie ihn an, wenn auch auf ihre typische Art recht kühl. „Danke dass du zu Luziver hältst. Wir können jetzt wirklich fast jede Hilfe gebrauchen. Denn scheinbar wird es uns immer schwerer gemacht, herauszufinden was hier nun wirklich vor sich geht. Und was es mit Kazel auf sich hat. Es tut gut zu wissen, dass man Freunde hat, die hinter einen stehen.“ Sagte sie völlig ruhig. Seit das alles so aus dem Ruder gelaufen war, war es nicht mehr so oft, Lucy in ihrer sonst so typisch Ruhigen aber dennoch kühlen Art zu sehen. Man sah ihr an, dass es sie wirklich erleichterte, dass es in dieser verdammten und verfluchten Stadt echte Freunde gab, die den beiden Mädchen wirklich helfen wollten. Wobei es nicht viele waren. Gerade mal zwei. Shankar und Roxas. Angelika wollte einfach hier weg, dies konnten die Persönlichkeiten gut nachvollziehen. Doch ohne Shantih, ging es nun einmal nicht.
Lucy hörte es zwar etwas später als Roxas, aber auch sie hörte plötzliche und panische Schritte, die ihnen näher kamen. Angelika und Shankar waren mittlerweile schon gefolgt und die Hymlianerin fragte, was dort oben vor sich ging. Keiner von der kleinen Gruppe konnte dies wohl beantworten, als jemand plötzlich die Treppen hinunter gerannt kam. "DRACHE!" Schrie derjenige und rannte an ihnen vorbei in den Korridor hinein… Aber auch die beiden Persönlichkeiten fragten sich, was vor sich ging…
Das Medallion, es leuchtete rot auf. Lucy da darauf hinab und kaum sah sie hoch, schon ging der Löwenhybrid die Treppen hinauf. "Ich habe keine Ahnung was da vor sich geht, aber ich ertrage den Gedanken nicht, es weiterhin nicht zu wissen.“ Und schon war er weg. Lucy knurrte leise, wandte sich an den Minotaur und die Schöne. „Shankar, Angelika. Ihr beide bleibt erst mal hier! Ich werde Roxas zurück holen. Shankar, ich zähle auf dich, dass du Angelika beschützt! Ich bin gleich wieder da. Bei Gelegenheit seh ich auch mal nach, was da genau vor sich geht.“ Und das Gebrüll des Drachen war nicht zu überhören.
„Dieser verdammte Idiot! Was haut der einfach ab?!“ Zischte Lucy wütend aber leise die Treppen hinauf und setzte sich schnell in Bewegung. Wie konnte dieser Löwenhybrid auch einfach weggehen?
Trotz dass sie ihn schnell gefunden hatte, war es nicht gerade leicht ihm zu folgen. Die Menschenmasse die ihr entgegenkam, wurde immer mehr und es wurde ihr immer schwerer gemacht. Nicht mal mit ihrer Magie hätte sie weit kommen können, dafür war es einfach zu chaotisch und voll. Aber dann endlich, nach Minuten des regelrechten Durchschlagens erreichte sie den jungen Mann endlich. Einige Leute wollten sie sogar mitziehen, doch konnte sie sich zum Glück aus deren Griffen befreien. Aber auch dem Mädchen waren die Wunden einiger dieser panischen Leuten aufgefallen. Und je näher sie dem Eingang kam, desto heller leuchtete das Medallion und desto unwohler wurde ihr auch. Irgendwie wollte sie einfach wieder zurück. Zurück in die Leichenkammer zu Lodenstein. Die Tür verriegeln und einfach da drin bleiben und sich einen Plan überlegen. Aber daran dachte sie jetzt nicht. Wieder stellte sie sich vor ihm, legte ihre zierlichen Hände auf die Schultern des Hybriden und holte erst einmal tief Luft. Immerhin war es anstrengend gewesen, ihm hinter her zu rennen. „Was fällt dir eigentlich ein einfach abzuhauen?! IDIOT!“ Fauchte sie ihn an und atmete wieder tief durch. „Ich werde nicht zulassen, dass Luziver noch einen Freund verliert, kapiert?! Du neugieriger, sturer Trottel!“ Oh ja, sie war wütend. Und sie wurde noch wütender als jemand plötzlich gegen sie lief, sodass sie wiederum gegen den Löwenhybriden prallte. Es war zwar nicht heftig, aber sanft war es auch nicht gerade. Als sie sich von ihm löste, konnte er deutlich sehen, dass sie mehr als nur zornig war. Sie drehte sich um. „SAGT MAL, KÖNNT IHR NICHT MA-“ Unterbracht sie plötzlich ihren Satz und starrte hinaus. Eine Hand lag noch immer auf seine Schulter und diese begann zu zittern. Langsam ging sie weiter hinaus. Hielt sich aber an der Kleidung des Hybriden fest. „Roxas… Siehst du das Gleiche… Was ich sehe?“ Fragte die Persönlichkeit, für sie ziemlich untypisch, mit zitternder und unsicherer Stimme und zeigte nach draußen. Er würde es besser als sie erkennen können. Doch konnte auch sie erkennen, dass da gerade ein Skelett, nicht weit weg vom Eingang in der Menschenmenge war. Doch… Das war nicht das einzige… Eine wandelnde, halb verweste Leiche war gerade dabei, jemanden regelrecht in der Luft zu zerreißen. Wieder dieses markerschütternde Gebrüll. Dieses Mal hörte es sich so nahe an. Das Mädchen wagte sie ein wenig mehr hinaus und sah langsam nach oben. Der Drache. Doch war sie beinahe wie erstarrt, als sie dieses Viech dort oben rum fliegen sah. Schnell hatte sie sich umgedreht, Roxas an der Hand gepackt und wollte direkt wieder zurück zu Shankar und Angelika. Die hoffentlich noch an der Treppe warteten. „Wir müssen wieder zurück!“ Keuchte sie und brachte auch nicht mehr aus ihrer Kehle heraus. Zu schockiert war sie. „KEINE WIEDERREDE! DU KOMMST JETZT MIT!“ Befahl sie dem Hybriden regelrecht und rannte einfach los. Sie hielt seine Hand wirklich sehr feste fest. So, bis diese womöglich schon anfing zu schmerzen. Aber ihre Gedanken waren zur Zeit ganz andere als die, ob sie Roxas gerade wehtat oder nicht. Sie wollte einfach erst mal weg da! Das Medallion leuchtete genauso hell, wie vor einiger Zeit auf der Stillen Ebene. Lucy musste ihre Gedanken sammeln. Was war das? Was ging hier vor sich?! WAS WAR HIER VERDAMMT NOCHMAL LOS?! Diese verfluchte Stadt! Wenn Lucy Pelgar vorher nicht schon gehasst hatte, dann tat sie dies spätestens jetzt! Diese Stadt brachte auch echt nur Unglück! Selbst jetzt, auch wenn Lucy ‚mit dem Strom‘ rannte, war es ihr kaum möglich mit Hilfe ihrer Magie schneller zu rennen. Es wurde immer voller hier. Für den Rückweg brauchte sie deutlich länger als für den Hinweg. Aber endlich, nach Minuten war sie wieder an der Treppe angekommen, rannte schnell hinunter. Völlig aufgeregt, atemlos und ziemlich sprachlos - was alles mehr als nur untypisch für Lucy war - sah sie Shankar und Angelika an. „Wir müssen zurück! Drache… Aus Knochen… Skelette… Lebende Leichen… Zurück! SCHNELL!“ Mehr brachte selbst sie nicht zustande. Sie mussten zu Lodenstein zurück! Auch ihn davor warnen! Und womöglich fanden sie bei ihm Schutz? Oder vielleicht gab es ja noch einen anderen Ausgang?! Jedenfalls war Lucy im Moment zu aufgeregt, um jetzt einen klaren Gedanken fassen zu können. Sie brauchte Ruhe. Und diese fand sie weder oben noch hier unten bei den Treppen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese merkwürdigen Wesen im Gebäude angekommen waren und ihren Weg hinunter fanden. „LAUFT!“ Noch immer hielt sie die Hand des Hybriden und ihre zitterte fürchterlich.

[ot: Ich hoffe, dass es so in Ordnung ist was ich geschrieben habe. Wenn nicht, dann sagt mir bitte beshceid und ich werde es dementsprechend ändern ;D]

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