Krankenzimmer C14

Nicht zu verwechseln mit der Heil und Irrenanstalt, ist das große Reichshospital von Pelgar, welches hauptsächlich für die Streitkräfte bestimmt ist, jedoch in einem eigens angebauten Siechenhaus auch Zivilisten aufnimmt.
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Shankar
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Shankar » Sonntag 28. September 2008, 02:32

<i>„Was in Lysanthors Namen ist denn hier los!“ </i>
hörte Shankar und drehte sich zur Türe, wo ihm der Blick zu einer der wahrscheinlich strengsten Mitarbeiter in der ganzen Reichsklinik gestattet wurde. Nach den nächsten Momenten wird Shankar sich wohl wünschen, dass sie eben nicht mit dazu gekommen wäre. Die Situation wurde schon so oder so langsam etwas komplizierte. Denn nach der Meinung von Luziver, war Kazel gar nicht Kazel. Wer diese Person im Bett dann auch immer war, hatte wohl dann eine leichte Identitätskrise.....oder Shankar verstand dabei wieder etwas nicht. Die strenge Krankenschwester, welche nun in Shankars Augen die alte ´Vettel` war, wollte tatsächlich alle hinauswerfen und nannte dies ´Begleiten´.
<b>Diese Menschen sind wirklich merkwürdig! Tun so als hätten sie überall Ordnung und doch kann jeder jedem herumkommandieren.</b>
<i>"Alles Lügner! Ihr seid doch alles Lügner!"</i>
"hmm?"
Shankar drehte mit einem Ruck seinem Kopf zu Luziver und richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf sie. Obwohl sie immer leiser wurde konnte er sie Verstehen. Sie fing
wieder an zu weinen, obwohl doch alles in Ordnung schien. Immerhin sagte Kazel doch selber, dass ihm geholfen wurde....oder war dem etwa nicht so? Doch Shankar war sich sicher, dass da etwas noch war und er überhörte es eben nicht oder hatte es sich eingebildet!
<i>“Danke Shankar, dass du versucht hast Luziver zu glauben, als einziger. Und danke dass du für Luziver da warst.</i>
Sollte das nun alles gewesen sein?
Hieß es nun einfach ´Auf Wiedersehen´?
Für Luziver schien es wohl einfach, sich von Shankar zu trennen. Doch er hatte massive Probleme damit, da er sonst einfach in der Luft hängen bleiben würde.
Außerdem sollte er ihr helfen, das wollte sogar dieser Kommandant. Shankar würde sich daran halten, unabhängig davon wer es sagte und wieso. Es war ihm eigentlich sogar egal, ob es ihm jemand sagte. Kurz nachdem Luziver aus dem Zimmer hinausgegangen ist, wollte auch Shantih hinaus. Doch musste sich dazu ihre Arme statt Beine benutzen. Sie überholte sogar den Kommandanten, der ebenfalls hinausgegangen war.
Shankar schnaubte, als er an den Blick von vorhin denken musste. Ein wenig fand er es unverschämt vom Kommandanten, schließlich gehörte Shankar nicht zu seinen Leuten. Auch der Stiermensch ging aus dem Zimmer hinaus und überholte den Kommandanten ebenfalls. Als er dann Shantih in ihren Rollstuhl sah, fand Shankar sie zu langsam. Also packte er hinten am Rollstuhl an und schob sie.
"Ihr müsst mir sagen wohin! Ich kenn mich hier nicht aus!"
sagte er nu dazu.

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Kommandant Carmara
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kommandant Carmara » Montag 29. September 2008, 10:31

Der Kommandant sah plötzlich eine aufgeregte Shantih an ihm vorbeirauschen. Das Haar flatterte, obwohl in den Gängen der Reichsklinik nicht einmal ein Wind wehte. Kurzerhand folgte mit stampfenden Hufen Shankar, der sich Shantihs beräderten Stuhl schnappte und sie anschob. Nun war Kazel Tenebrée wirklich wieder unter engsten Vertrauten – nämlich den beiden Stationsschwestern, von denen diejenige mit dem volleren Organ sie ja allesamt rausgeworfen hatte. Dabei dachte Carmara bei sich, dass es dem Elfenpatienten sicher gefallen hätte, in ein wirklich vertrautes Gesicht zu schauen, wenn er das nächste Mal erwachte. Seltsam nur, dass beide Frauen – Luziver und Shantih – ihn nicht als ihn selbst anerkennen wollten. Er würde mit ihnen sprechen.
Zunächst einmal musste der Kommandant sie aber einholen. Er war lange nicht mehr so gerannt. All die langwierige und langweilige Arbeit in seinem Büro, die vielen Akten und Ordner, hatten ihn von einer Teilnahme am Kampftraining abgehalten und jetzt spürte er, dass er lange nicht mehr so gut in Form war wie vor ein paar Jahren. <b>Artalant, du musst mehr trainieren!</b>, rügte er sich selbst und mobilisierte nochmal seine Kräfte. Schließlich erreichte er die Gruppe.

Luziver war gestolpert, lag noch immer am Boden und sah irgendwie Mitleid erregend aus. Sie schaffte es immer wieder Beschützerinstinkte zu wecken, was wohl an ihrer liebenswürdigen Art lag.
Carmara schaute auf das Mädchen herab und dann Shantih direkt in die Augen. Irgendwie machte sie einen leicht verstörten Eindruck. Ihre Augen erinnerten an ein scheues Rehkitz, das sofort in Panik davonspringen würde, wenn man auch nur wagte, zu atmen. Carmara ertappte sich dabei, dass er die Luft angehalten hatte.

"Luziver, Shantih", sprach er beide Frauen an. "Ich weiß nicht, wen oder was ihr erwartet habt, als ihr euren Freund Kazel dort habt liegen sehen. Aber ich glaube kaum, dass Krampfanfälle oder ein Aufenthalt in einer Geistesklinik vollkommen spurlos an jemandem vorbeigehen. Vielleicht mag er nicht mehr ganz der sein, den ihr kanntet, aber ich schätze mal, Dank der Hilfe der Stationsschwestern ist er auf dem besten Weg dorthin.
Gebt ihm Zeit, sich zu erholen und unterstützt euren Freund." Er drehte sich Shantih zu und sah sie an. "Entweder kümmert Ihr Euch nun um Luziver, wenn sie hierbleiben will oder ich nehme sie mit auf den Turnierplatz. Vielleicht lenkt es sie etwas ab und hilft ihr, die Gedanken neu zu ordnen. Andererseits glaube ich ebenso daran, dass es Eurem Freund helfen würde, wenn er beim Aufwachen in ein vertrautes Gesicht schaut." Er lächelte aufmunternd.

"Shankar, Ihr passt weiterhin auf Luziver auf?" Der Stiermann gefiel ihm. Er zeigte isch loyal gegenüber jenen, die ihm ans Herz gewachsen schienen und setzte viel fadür ein. Der Kommandant war auf seine Antwort gespannt, die er bezüglich dem Angebot, sich in der pelgarischen Kaserne zu melden, abgeben würde.

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Luziver
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Luziver » Montag 29. September 2008, 16:55

<i>"Luziver, Shantih", "Ich weiß nicht, wen oder was ihr erwartet habt, als ihr euren Freund Kazel dort habt liegen sehen. Aber ich glaube kaum, dass Krampfanfälle oder ein Aufenthalt in einer Geistesklinik vollkommen spurlos an jemandem vorbeigehen. Vielleicht mag er nicht mehr ganz der sein, den ihr kanntet, aber ich schätze mal, Dank der Hilfe der Stationsschwestern ist er auf dem besten Weg dorthin.
Gebt ihm Zeit, sich zu erholen und unterstützt euren Freund." </i>

Ertönte die Stimme des Kommandanten und das Mädchen drehte sich zu den anderen drei um.
Shankar hatte Shantih im Rollstuhl geschoben und das Mädchen hatte gar nicht mitbekommen, wie sich die drei ihr genähert hatten.
"Das ist nicht Kazel! Denn die in der Anstalt haben uns Kazel genommen und einen anderen zurück gelassen! Nur weil er ein Mischling ist! Nur weil er ein Mischling ist, könnt ihr ihn nicht leiden!" Sie sah Camara nun misstrauisch an, wie ein kleines Kind, dass in dem Alter war das fremdelte. "Wenigstens sind hier die Angestellte vertrauenswürdig und manipulieren keinen bis er so endet! Wenigstens helfen die hier einen! Auch wenn die meisten etwas... Seltsam sind..." Ihre letzten Worte waren eine Andeutung auf diese Waldtraut.

Dann sprach der Kommandant zu Shantih. Langsam gefiel es dem Mädchen nicht, gemeinsam mit ihm irgendwo hinzugehen. Wer weiß was er vorhatte? Sie vermutete schon, dass er sie ebenfalls in die Anstalt stecken wollte. Sie lag da nicht mal ganz so falsch, doch wollte er erstmals 'nur' einen Heiler holen. Aber bestimmt hätte dieser behauptet, sie sei geistig krank und bräuchte starke Beruhigungsmittel oder hätte irgendeine andere Lüge erzählt. Was vermutlich sicher gewesen wäre, Luzi wäre in Panik geraten und dieser sogenannte Heiler hätte sie bestimmt mit Drogen vollgestopft. Wenn er sie überhaupt zu fassen bekommen hätte... Aber dies war etwas anderes.

Luzis Vertrauen zum Kommandant schwand immer mehr. Ihrer Meinung nach, verhielt er sich zu verdächtig. Das Mädchen hatte das Gefühl, dass er ihr nicht mehr wirklich helfen wollte, dass er nur so tat um sie in Sicherheit zu wiegen...

Luziver ging zu Shantih und Shankar. Sie waren ihr gefolgt. Um ihr zu helfen? Von den hier Anwesenden wusste nur Shantih wirklich, wie man mit Luziver umzugehen hatte.
Denn mit Heilern und Drogen bzw. 'Beruhigungsmitteln' würde man nur noch alles schlimmer machen.
Immerhin waren sie schon lange genug zusammen gereist und die junge Frau wusste einfach, was dem Mädchen fehlte und wie man sie am besten aufheiterte, wenn sie weinte und so verzweifelt war.
Das Mädchen umarmte ihre Freundin und fing wieder an zu weinen, aber diesmal aus Dankbarkeit. "Danke Shantih! Du bist die Beste! Luziver wird alles tun, um deinen Kazel wieder zurück zu holen! Dafür, dass du immer für Luziver da bist! Nur du kannst Luziver wirklich verstehen und weißt wie Luziver sich fühlt! Danke Shantih!" Ja, Shantih verstand das Mädchen. Dies gab ihr neue Kraft um durch zu halten! "Luziver wird auch das Turnier für dich gewinnen!" Sie löste sich von ihr und strahlte wieder.
Dann ging sie zu Shankar und umarmte ihn. "Danke dass du Luziver beschützt Shankar und dich bemühst für Luziver da zu sein und Luziver zu verstehen! Danke!" Dann sah sie nochmal zu ihrer Freundin. "Duuu.. Shantih.. kannst du wirklich nicht mitkommen? Ist es so schlimm?" Fragte die kleine nach. Sie wollte dass Shantih dabei war, wenn Luzi - oder besser gessagt Lucy, kämpfte.
"Aber wißt du eigentlich, wann dein Fuß wieder gesund ist? Denn... Wenn Kazel wieder bei uns ist udn dein Fuß gesund ist, können wir hier weg und weiter reisen! gemeinsam mit Ascar und Shankar! Wenn Shankar möchte! Aber Ascar müssen wir dann erstmal suchen..." Ja, wo war denn der Hengst hingegangen? Nach dem Vorfall mit der Schenke war er verschwunden... Aber alle Pferde wurden doch aus der Scheune gerettet, oder?

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Shankar
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Shankar » Mittwoch 1. Oktober 2008, 14:03

Beim vorbeigehen am Kommandanten kam wieder die Bitte auf Luziver aufzupassen.
<b>Ich habe im Moment nichts anderes zu tun....</b>
dachte sich Shankar nur dabei, doch sagte nichts sondern schob bloß Shantih weiter.
Luziver kam auch schon wieder zu den beiden angelaufen und Shankar fragte sich, ob sich die Laune des Mädchens gebessert hatte. Luziver umarmte Shantih und dankte ihr für eine Menge Sachen. Dann umarmte sie Shankar:
<i>"Danke dass du Luziver beschützt Shankar und dich bemühst für Luziver da zu sein und Luziver zu verstehen! Danke!"</i>
Shankar wusste nun nicht was er sagen wollte, aber jedenfalls hatte er eine gute Portion Anerkennung bekommen. Wenn er auch nun etwas peinlich berührt war und aus irgendeinem Grund nun leicht rot wurde, vor Scharm.
"Na ja....ich.....ach egal, bitte...."
war alles was er schweigsam herausbrachte. Jedenfalls hatte er es geschafft überhaupt etwas zu sagen, statt einfach nur zu schweigen.
Allerdings wurde Luziver Stimmung besser und wandelte sich mehr zum positiven als zum negativen.
<i>"Duuu.. Shantih.. kannst du wirklich nicht mitkommen? Ist es so schlimm?"</i>
fragte das Mädchen ihre Freundin, worauf Shankar sich nur wunderte. Schließlich wusste
er nicht, was meinte sie mit mitkommen? Man konnte Shantih später abholen, wenn es ihr besser ging.
<i>"Aber wißt du eigentlich, wann dein Fuß wieder gesund ist? Denn... Wenn Kazel wieder bei uns ist udn dein Fuß gesund ist, können wir hier weg und weiter reisen! gemeinsam mit Ascar und Shankar! Wenn Shankar möchte! Aber Ascar müssen wir dann erstmal suchen..."</i>
"Mal sehen ob ich mitkomme....der Kommandant hat mir schließlich arbeit angeboten.....öhm.....wer ist nun Ascar?"
der letzte Satz war eigentlich der wichtigste, wobei es eigentlich eine frage ist. Shankar dachte nun nach, Luziver nach ihren restlichen Bekanntenkreis zu fragen. Sie kannte anscheinend wirklich viele Leute.
Doch zu dem Problem mit Shantih hatte Shankar schon eine Lösung:
"Ich könnte sie doch eine Zeitlang weiterhin schieben! Das ist für mich kein Problem! Leicht genug ist sie ja!"

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Erzähler
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Samstag 4. Oktober 2008, 15:03

[öhm Shankar dein Ava ist nicht sichtbar]

Die junge Schwester machte sich schneller aus dem Staub als man es bemerkt hätte. Sie wusste genau dass es für dieses Malheur noch eine gewaltige Standpauke seitens Oberschwester Waltraut geben würde. Einen Grund mehr sich heute in die starken Arme ihres Geliebten zu flüchten.

Dafür war die Oberschwester nun umso präsenter. Missmutig musterte sie die wirren Ausschweifungen des Mädchens. <b>Ist sie etwa einmal zu viel gefallen lassen worden?</b> Fragte sie sich. Kinder die solch einen Unsinn von sich gaben mochte die Pflegerin nicht. Sie mochte es prinzipiell nicht wenn irgendjemand solche Flausen im Kopf hatte. Sie runzelte die Stirn. Was war dies bloss für eine seltsame Bande? Ein Ochse. Ein wirres Kind. Der Kommandant der Pelgarischen Armee, diese freche, sich nicht an Anweisungen haltende Shantih und dann noch der komplett verrückte im Bett. Kein wunder war der Kerl durchgedreht bei dieser Gesellschaft!

Doch solche Gedanken behielt Waltraut zwecks ihres professionellen Auftretens brav für sich. Sie war insgeheim nur froh dass sich die Truppe endlich verziehen wollte wie sie es angeordnet hatte. Doch dann als sie merkte dass der Ochse auch noch ihre Patientin entführen wollte räusperte sie sich – aber erst nachdem sie alle in den Gang getreten waren und sie leise die Tür zu Kazels Zimmer geschlossen hatte.

„Wo gedenkt IHR denn hinzufahren meine Teuerste?!“ Schnaubte sie Shantih entgegen. „Ich kann euch versichern dass es euerer Gesundheit sicherlich nicht dienlich ist in die verrauchten, stickigen Massen der Stadt gerollt zu werden. Mit einem Bein in welchem Schrauben herausragen! Wenn da Schlamm daran gerät…“ Sie hielt kurz inne und musterte Shankar. „Oder anderer Dreck… könnte dies dazu führen dass euch euer Bein noch abfault!“

Waltraut hatte definitiv ein Problem mit Zuchttieren die auf zwei Beinen gingen und Sprechen konnten.

„Nun ihr müsst es selbst wissen aber wenn ihr das Hospital verlässt dann gegen unseren Rat!“ Fügte sie hinzu. „Es ist eure Gesundheit! Gegen einen kleinen Spaziergang im Park des Areals habe ich nichts wenn es denn unbedingt sein muss! Frische Luft ist gesund und gut. Aber es ist bestimmt nicht der Sache dienlich wenn ihr in eurem Zustand in die Stadt gefahren werdet! Besonders bei eurer mangelnden Disziplin werdet ihr wohl noch das Gefühl kriegen aufstehen zu müssen!“

Waltraut hörte mir ihrer Schelte kaum noch auf. Doch dann klingelte es glücklicherweise für alle Anwesenden in einem anderen Zimmer. Waltraut kramte einen schön gefalteten Zettel hervor mit einem Entlassungsschreiben gegen den Rat der Ärzte. „Falls ihr geht habt ihr dies hier zu unterschreiben!“ Meinte sie schliesslich und wirkte gleichzeitig entrüstet dass ein so junges Wesen überhaupt schon daran dachte es möglicherweise zu tun!

„Ihr entschuldigt mich bitte.“ Meinte sie schliesslich und stelzte davon.


Im Zimmer von Kazel war wieder Ruhe eingekehrt… und die Pforte der Bewusstlosigkeit nutzend… suchten ihn seltsame Träume heim…

<i>Er hörte etwas metallenes welches durch ein Fenster geworfen wurde. Glas Splitterte und dann hackte sich der Enterhaken fest. „Hast dus?“ „Jaaaaa!!“ Flüsternde Stimmen. „Zieh mal dran!“ „Ich weiss dass es hält!! Meinst du ich hab noch nie ein Schiff geentert häh?! Meinst du ich kann dies nicht Süsse?!“ „Shht… seit Ruhig!“ Verschiedene seltsam bekannte und doch so ferne Stimmen erreichten Kazels Geist. „Na los dann klettere doch endlich hoch du Pirat!“ „Halt die Klappe Dicker und pass auf dass uns niemand sieht!“ Bellte eine Frau mit rauchiger Kehle. Ein Schnauben ganz weit Weg war zu hören. „Du meinst eher hört so laut wie ihr seid!“ „KLAPPE!“ „Arhghh ist das anstrengend! Bei den Busen Venthas! Ich bin Seemann kein Bergsteiger harr harrr harrr!“ Beschwerte sich jemand.

Dann hörte man nur ein keuchen und ächzen.

„Verdammt noch mal hör auf mir auf die Titten zu treten! Verflucht noch mal bist du denn komplett bescheuert!“ Knurrte eine grelle Stimme. „HAARRRR!!! Ich liebe deine Tittchen beim Klabautermann!“ „MACH GEFÄLLIGST VORWÄRTS!!!“ Fauchte die weibliche Stimme weiter. „Ehh?“ Hörte Kazel ganz weit entfernt. Etwas knarrte. Dann hörte man das zersplittern von Glas. „AUHHR! Beim Arsch der Pinta!“ Schnaubte der Kapitän als er den Rest des Glases vorsichtig eindrückte. Dann erstarrte er. „Baaaabsss“ „JA WAS IST DENN?!“ „Dieses Bullauge hat Gitter!“ „WAS?!“ „GITTER!“ „Na toll!!!“

Der Kapitän spähte hinein. „Kazel… psssst! Kazel!!! Wach auf Matrose!!! HEHH!! KAZEL!!!“ „Was ist denn?“ Fragte Babs. „Der Matrose pennt!“ Antwortete der Kapitän.</i>

Wie lange es wohl noch dauern würde bis der mehrere Meter lange Enterhaken und die beiden Personen die daran hingen entdeckt werden würde?

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Kazel Tenebrée
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 5. Oktober 2008, 00:42

Kazel lag noch immer im Krankenbett, konnte sich aufgrund der Fesseln nicht rühren. Wenigstens war der schlechte Geschmack größtenteils aus seinem Mund verschwunden und auch Übelkeit sowie Magenschmerzen hatten nachgelassen. Seit mehreren Stunden hatte sich auch glücklicherweise kein Krampf mehr eingestellt ... und seine letzten Gedanken vor der Ohnmacht galten Shantih und Luziver.

Die Züge des Mischlings waren entspannt, bis sich Geräusche in seinen Gehörgang schlichen, dass sein Elfenohr zuckte und er aus den Informationen seiner Sinne einen Traum entspann.
Es war ein seltsamer Traum und Bilder von Vergangenem umschwirrten Kazels Geist wie kleine Schmetterlinge. Er stand irgendwo, Wurzeln hielten ihn fest und er konnte nur seinen Kopf bewegen. War er an einen Mast gefesselt, der eigentlich ein Baum war?
Jedenfalls sah er eine Menge Wasser und einen kleinen Kapitän in einem Ruderboot. Nein, das Wasser war ein Boden. Er stand im Gemeinschaftsraum der Irrenanstalt Burgstein, wurde von zwei wahren Schränken von Pflegern festgehalten und Kapitän Jack stand ohne Hose auf dem Tisch. Seine Beinkleider dienten als Flagge und ließen vermuten, dass sein Schiff den Namen "Löchriger Fetzen" hatte.

Kazel starrte. Neben Jack klammerte der dicke Heinrich am Tisch fest. Er schien seekrank und schimpfte, weil Jack sein Fernrohr auf seinen Busen aurichtete. Oh ja, bei Heinrichs Körperumfang konnte man wirklich schon von einem Busen sprechen.

Neben Heinrich auf dem Boden, genauer gesagt unter dem Tisch, hockten Babs und der Eh-Eh-Mann. Kazel lächelte ihnen zu, aber sie reagierten nicht. Babs hielt eine kleine Kazel-Stoffpuppe in der Hand und redete mit ihr, wohingegen der Eh-Eh-Mann mit diesem seltsamen Blick auf sie schaute, der sagte: Tu mir nie wieder so weh.
Die Brust des Elfen krümmte sich für einen Moment schmerzlich zusammen. Er hatte ihm wirklich nicht wehtun wollen, ihm nicht.
<i>"Ich liebe deine Tittchen, beim Klabautermann!"</i> Die Stimme klang zwar nach Kapitän Jack, aber in Kazels Traum sagte Babs es zu ihrer Puppe und quetschte sie anschließend tief in ihr Dekolletée. Kazel schluckte.

Dann wurden die Stimmen klarer und vor allem lauter. Etwas klirrte. In seinen Traumbildern zersprang der Kopf der Kazel-Stoffpuppe. Er war von zu viel Weiblichkeit zerdrückt worden.
Kazel riss es aus dem Schlaf. Keuchend versuchte er, sich aufzubäumen, konnte aber nur den Kopf etwas vorrecken, bis das Leder ihn auch daran hinderte. Eins musste man der Reichsklinik lassen: ihre Behandlungsmethoden fesselten einen wirklich ans Bett. Der Mischling spürte einen Luftzug und fröstelte. Es war nicht gerade warm in Klinikskittel und nur bis zu den Schultern zugedeckt. Er schielte hinüber zum Fenster und entdeckte dort einen ... ja, wahrhaftig! Einen Enterhaken!

<i>"Was ist denn?" "Der Matrose pennt!"</i>
"Nein ... ich bin wach", krächzte er. Sein Mund war trocken und er hätte jetzt viel für einen Schluck Wasser gegeben. "Jack ... bist du das? Babs?" Er konnte nicht sagen warum, aber sein Herz machte einen Hüpfer. "Wie kommt ihr hierher?!"
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Shantih
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Shantih » Sonntag 5. Oktober 2008, 22:14

Als Shantih, geschoben von Shankar, beinahe schlitternd mit ihrem Rollstuhl vor Luziver zum Stehen gekommen war, und das am Boden liegende Mädchen sie fest umarmte, sammelte sich in dem Herzen der jungen Frau wieder etwas mehr Mut. Dass Luziver ihr so vertraute, half ihr die Einsamkeit langsam zu vergessen, die sie überfallen hatte während sie hilflos in ihrem Zimmer dieser Klinik gelegen hatte. Und es war verdammt einsam gewesen, besonders für jemanden wie Shantih, die einer Freundschaft viel Bedeutung beimaß.

Als die Kleiner schließlich auch dem Stiermann, der Shantihs Rollstuhl geschoben hatte, um den Hals fiel, musste sie fast lächeln. Niemand hatte ein größeres Herz als dieses Mädchen. Man konnte nur hoffen, dass ihre beiden neuen Freunde das ebenfalls zu schätzen wussten.

Seufzend sah Shantih Luziver an, als diese sie fragte ob sie nicht mitkommen könnte.
"Ich weiß nicht. Diese Schrauben in meinem Fuß finde ich schon ansatzweise beunruhigend..", murmelte sie mit einem verbitterten Unterton, dann allerdings entsann sie sich ihrer eigenen Heilfähigkeiten.
"Wenn man die rausnimmt...", überlegte sie laut, bis ihre Gedanken wieder bei Kazel landeten. Sie hatte so lange darauf gewartet ihn zu finden und jetzt sollte sie ihn hier allein lassen? In diesem Zustand? Wo sie doch nicht wussten, was mit ihm war?
Als de Name ihres Hengstes Ascar fiel, versetzte das Shantih einen abermaligen Stich ins Herz.
"Ascar..", murmelte sie leise.
"Ich bin sicher es geht ihm gut. Er hatte doch immer seinen eigenen Kopf.", sagte sie schließlich. Doch auch wenn sie davon überzeugt war - der Hengst war mir als ein Pferd für sie gewesen, ein treuer Begleiter, ein sehr guter Freund. Vermutlich hatte er sich an eine der Herden auf der Stillen Ebene angeschlossen und gallopierte frei über die weiten Flächen Celcias.. Irgendwann würde sie ihn finden.

"Das würdet ihr tun?", fragte Shantih auf das Angebot Shankars hin erstaunt - schließlich kannte sie den Stiermann kaum, dessen Erscheinung für sie kein Problem darstellte, im Gegensatz zu Oberschwester Waldtraut, die just kam um ihr unter anderem einen Selbstentlassungsdokument in die Hand zu drücken. Shantih nickte nur. Sie war sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war, Kazel hier allein zu lassen. Sie misstraute diesen engen, sterilen Räumen.

"Luziver, was meinst du was besser wäre?", fragte Shantih schließlich ratlos.
"Ich will Kazel ungern hier allein lassen, andererseits weiß ich nicht wie ich ihm hier helfen sollte und ich will nicht noch länger hier bleiben.", erklärte die Dunkelhaarige und faltete unwissentlich das Stück Papier in ihren Händen zusammen, um es dann wieder auseinander zu knüllen.

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Luziver
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Luziver » Mittwoch 15. Oktober 2008, 22:28

Nun hatten sich (fast) alle irgendo in irgendeinem Flur versammelt.
Luziver war glücklich darüber, dass sie Shantih kannte und auch Shankar. Beide waren ihr gefolgt, dies gab dem Mädchen das Gefühl, dass wenigstens zwei von den Anwesenden das Mädchen verstanden, wobei es nur einer von beiden wirklich tat.

Luzi hätte sich zu gerne darüber gefreut, wenn die Menschenfrau mitkommen könnte. doch erst beantwortete das Mädchen die Frage des Minotauren: "Ascar ist ein Pferd! Und eienr von Luzivers Freunden! Und besonders Shantihs Freund und Kazels Freund! Er kommt überall mit! Aber nach dem Brand der Schenke, hat Luziver ihn nicht mehr gesehen. Aber Luziver ist sich sicher, dass es ihm gut geht und er irgendwo auf uns wartet! Bestimmt ist er schon auf der Stillen Ebene und wartet dort auf uns. Denn wer weiß, was die Menschen ihm hier alles antun! Er ist ein schlaues Pferdchen!" Erklärte das Mädchen auf ihre Art, verschränkte die Arme vor der Brust und nickte auch noch zustimmend. "Jah! Ascar ist ein ganz schlaues Pferdchen!"

Dann kam auch noch diese Schreckschraube von Krankenschwester dazu und drückte Shantih irgendein Stück Papier in die hand und sagte irgendwas. Luziver hatte nicht genau zugehört und war erstmals irritiert, als die junge Menschenfrau sie dann ansprach.
Luzi musste an Senturo denken, der nicht auf die ärzte gehört hatte und nun tot war. Sooo schlimm würde es zwar nicht bei Shantih werden, aber wer weiß, was noch alles geschehen könnte.
Eine Weile starrte sie auf deren Fuß. "Bleib besser hier. Damit dir nichts passiert. Und..." Sie hielt kurz inne. "Pass auf diesen Mischling in dem Zimmer auf! Bis Luziver wieder da ist und Kazel wieder zurück holt! Vielleicht... Vielleicht kann Luziver ja nach Elfen suchen! Denn immerhin haben die ja auch Luziver wieder zurückgeholt und geheilt! Genau!" Plötzlich fing das Mädchen an zu strahlen. Ihre augen wurden imemr größer und funkelten und leuchteten. "Luziver sucht hier einen Elfen! Der kann kazel bestimmt wieder zurück holen! Wenn er es nicht alleine kann, können wir ja nach Neldoreth zu den Elfen! Dann können die dann auch dein Fuß weiter heilen! Aber solange lässt du die Schrauben drin! Und machst gar nichts dran! Hör besser hier auf die Ärzte. Aber pass auch auf dich auf!" Luzi lächelte dann.
Wieder hielt sie inne und sah zu ihrem Medallion. "Luziver... Luziver wird dir dann auch das Medallion ausleihen. Wenn du dich dann sicherer fühlst Shantih. Denn Luziver hat ja Lucy. Und diese kuttenträger scheinen Luziver ja jetzt in Ruhe zu lassen. Luziver kann dir ja das Medallion anvertrauen. Möchtest du es so lange haben?" Sie hielt es in den Händen, um es über ihren Kopf zu streifen um es dann ihrer Freundin geben zu können.
"Bleib dann aber bei Kazel und bleib wachsam. Sei bei jeden kleinen Aufleuchten dann vorsichtig! Trau keinem, wenn es auch nur annähernd rot aufleuchtet! Und meide besser jeden Kontakt mit Arbeitern aus der Anstalt"

Keiner der im Flur anwesenden bekamen auch nur annähernd mit, was gerade in kazels Zimmer geschah.
Wenn Shantih dann doch hierblieb und zu ihm zurück ins Zimmer gehen würde, wäre sie dann rechtzeitig dort um mitzubekommen, was gerade dort vor sich ging?

Luziver würde auf jeden Fall sofort zum Turnier gehen, da sie ja bald an der Reihe war. Shankar würde womöglich mitkommen und der Kommandant. Luzi war es dann doch lieber, dass ihre Freundin hier blieb und auf den Mischling aufpasste.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 15. Oktober 2008, 23:07

Ok - aufgrund der Sinnhaftigkeit: Weiter Shantih - dann Shankar - dann Erzähler

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Dienstag 28. Oktober 2008, 19:05

@Shantih&Shankar weiter in "im Korridor"

@Kazel

Noch immer hing ein Teil der ganzen Burgsteinmeute an dem Fenster. Müsste nicht schon die ganze Stadt auf den Beinen sein wenn so viele Patienten „ausflogen.“? Offenbar nicht. Denn die Nachtwächter zogen arglos und gelangweilt wie eh und je durch die Marktstrasse – zu erkennen an den Laternen die sie vor sich hintrugen. Sie waren das beschützende Licht Pelgars.

„Was macht der denn so lang?! Warum macht er nicht auuuf?!“ Drängte Babs. „AYE Süsse, er ist VERRÜCKT! Woher soll ich also wissen was beim Hinterteil des Wals er warum nicht tut?! Harrr Haarrr !“ Erwiderte der Kapitän muntern. Jack schien irgendwie immer fröhlich und aktiv zu sein, trotz seines doch nicht unbeträchtlichen Alters.

„KAAAAAAAAAAAAAZEL! SCHWING DEINEN SÜSSEN ARSCH ANS FENSTER UND LASS BABSI REIN KRIEGST AUCH EINEN DICKEN KUSS VON MIR!!!“ Krächzte die rauchige Stimme lauter. Ob dies wirklich eine Motivation war um zum Fenster zu gelangen sei einmal dahingestellt. „AURrh!! Hör auf Jack!“ Murrte sie weiter. Offenbar hatten die es nicht gerade bequem am Seil.

„Warum habe ich mich darauf nur eingelassen…“ Seufzte eine männliche ruhige Stimme die Kazel auch kannte… aber woher nur? Wer war da noch alles auf der Abteilung gewesen der er kannte? Ein weiterer Patient? Jemand vom Personal? „Weil du zu unserer Ausbruchstruppe gehörst!“ Belehrte ihn der Dicke.

Am Fenster – direkt über dem Enterhaken erschien ein weit aufgerissenes blaues Auge. Darüber war eine dicke buschige graue Augenbraue die weit nach oben gezogen war. Es folgten einige runzeln von Kapitän Jacks Stirn. Doch statt sein Schädel folgte ein Dreispitz. Ächzend zog sich der Greis noch höher so dass Kazel auch seine fauligen Zähne sehen konnten die ihm da entgegenlachten – von den Lücken natürlich abgesehen.

„Hallo mein Junge! Ich dachte wir segeln mal schnell vorbei! Harr harr harr!“ Grüsste er und machte den Seemannsgruss – so gut es eben hängend ging.

<i> "Jack ... bist du das? Babs?"</i> “Natürlich ist das Jack! Hast du das Gefühl ein RICHTIGER Seemann würde hier an der Klinikwand herumklettern häh?!“ Ereiferte sich Babs. „HEEEEHH! Was heisst da ein RICHTIGER Seemann!“ „AU! Hör auf mir auf die Titten zu treten oder ich schwör dir ich hack dir deinen kleinen Mast ab!“ Knurrte Babs. Jack lachte schallend auf. „Sag ihm er soll aufhören so dumme Fragen zu stellen und ENDLICH DAS FENSTER ÖFFNEN ES IST ANSTRENGEND HIER RUMZUHÄNGEN ICH BIN KEINE 20 MEHR! Ausser… wenn ich Liebe mache…“ Fügte sie leise hinzu. „Hast du gehört Matrose was die Olle gesagt hat?!“

„EEEEEEEEEH!!!“ Krächzte der Eh Eh – Mann nervös auf. „Dicker ist wirklich was?!“ Erkundigte sich Babs. Offenbar war gerade ein Warnsignal durch die Gruppe gegangen. „jaaa Wächter nähern sich! Verhaltet euch ruhig!“ „HE ICH BIN RUHIG! SAG DAS JACK!“ „SCHHHHHHHHHHHHHHT!!!!“

Sie schwiegen alle. Nur Jack grinste noch immer in Kazels Zimmer und winkte ihn immer wieder heran. „Komm fischi fischi fischi… komm fischi fischi fischi“ Flüsterte er.

„Ruhe!“ „JAA!“ „PSSSSSSSSST!“

Plötzlich herrschte nun doch stille. In der Ferne waren dumpf die Stimmen der patrouillierenden Wächter zu hören. Es blieb noch länger Still. Das einzige Geräusch entsprang vom Tau welches durch das Gewicht der Anhängsel immer wieder über die Glasscherbe ribbschelte und Faden für Faden langsam ausfranste. Der Wind pfiff durch das Fensterloch und lies die Kälte in Kazels Zimmer.

„Eh eh eh eh. „ Morste der Eh Eh Mann leise. Entwarnung.

„Willst du jetzt endlich herkommen Matrose! Raus aus deiner Koje! Beim Klabautermann! Sonst mach ich dir Beine! Kannst den ganzen Tag mein Deck rubbeln… obwohl.. nein… das soll Babs weiter machen HArrr harrr harrr.“

“Du bist ein elendiger Lüstling!“ „Und DU Alkoholikerin!“ „PHA!“ „Selber!“ „Steck deinen Mast von jetzt an ins Abflussrohr!“ „OOHHhhhh Baaaaaaaaaabs!“ Der Kapitän klang plötzilch so reumütig. „Du bist mein Flaggschiff… ich brauche deine Liebe…“ Hauchte er. „Müsst ihr das JETZT besprechen!“ Brummte der Dicke welcher unten das Seil sicherte.

„Ja wir hängen hier gerade so gemütlich rum weisst du?! WEIL DER IRRE „BIN SO FAUL“ NICHT ANS FENSTER KOMMT!“
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 30. Oktober 2008, 12:20

Sie waren da, sie waren tatsächlich alle da! Noch immer fragte Kazel sich, wie dieser unstrukturierte Haufen Irrer es fertig gebracht hatte! Er überlegte ... Babs schien das treibende Mittel gewesen zu sein. Und er schauderte, als er ihre Drohung hörte, einen Kuss zu bekommen, wenn er jetzt endlich das Fenster öffnete.
Irgendwie war Kazel einen kurzen Moment lang froh, an das eigene Bett fixiert zu sein, auch wenn sein Rücken langsam schmerzte. Lange auf seinen alten Narben zu liegen, tat auf Dauer nicht gut. Er drehte den Kopf, soweit es ihm möglich war. Alle waren verschwunden: die Schwestern, all die fremden Gesichter, Luziver ... Shantih. <b>Verdammt!</b>

Er musste hier loskommen. Er musste seine Freunde finden. Er musste seine Aufgabe erfüllen. Kazel sah ein, dass er allein nichts ausrichten konnte. Wie gut, hatten sich die Verrückten irgendwie aus dem Staub machen und ihn auffinden können. Er würde sie benutzen müssen, um an sein Ziel zu kommen und lediglich, als er das warnende Signal des Eh Eh -Mannes hörte, versetzte es ihm einen Stich in der Brust. Ihn ausnutzen? Der Blick des Mannes, als er unter seiner Liege in der Zelle gewesen war und sich versteckt hatte. Er brannte sich in Kazels Nacken. Sein Magen verkrampfte sich.

Das Tohuwabohu am Fenster ließ Kazel wieder in die Richtung blicken. Dort stritt man sich soeben, wer nun ruhig war und wer nicht. Der Mischlingself blieb es auf jeden Fall, lauschte und fürchtete schon, dass dies der einzige und letzte Ausflug seiner Verrücktentruppe gewesen sein sollte.
Doch dann herrschte tatsächlich Stille. Erst als ein regelmäßiges Eh Entwarnung gab, wandte sich Jack wieder an Kazel.

<i>"Willst du jetzt endlich herkommen, Matrose! Raus aus deiner Koje! Beim Klabautermann! Sonst mach ich dir Beine! Kannst ..."</i> Kazel hörte kaum mehr zu, Jack sponn Seemannsgarn und begann schon wieder mit Babs zu streiten. Er wartete erneut, bis etwas Ruhe eingekehrt war, dann endlich bekam auch er Gelegenheit zu antworten: "Jack, ich kann euch nicht helfen. Ich bin ans Bett gefesselt."

Er seufzte. Dahin waren all seine Pläne und Shantih vermutlich schon wieder über alle Berge. Typisch für diese Frau. Sie hatte ihn vermutlich nur noch ein letztes Mal sehen wollen, um ihm seelisch den Rest zu geben. Sicher war sie auf dem Weg zu ihrem geliebten Protos Wehrm, um sich seiner Härte hinzugeben.
Zorn und Eifersucht stiegen in Kazel auf. Sie paarten sich mit Rachegelüsten. Er musste hier weg.
"Ich könnte versuchen, nach einer Schwester zu rufen, aber sie wird euch entdecken und das hilft dann auch nicht." Die Situation schien wirklich aussichtslos.
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 5. November 2008, 19:35

Jack beendete gerade seine Begründung warum es nicht weiterging und hörte Kazel schliesslich zu, musterte dann die Fesselungen und gab ein nickendes "ahA Aha!" Von sich. "UHRG!" Der Enterhaken rutschte etwas ab und der Kapitän musste sich festhalten für einen Bruchteil einer Sekunde verschwand sein Kopf deshalb vom Fenster. "AUHR! PASS DOCH AUF DA UNTEN!" Knurrte Babs die ebenfalls von dem abrutscher betroffen war die auf Heinrichs Kappe ging der für einen Moment unachtsam gewesen war. "DEIN KÖRPER BIETET SO VIEL PLATZ UND DENNOCH HAST DU NIERGENDWO EIN BISSCHEN HIRN EINGELAGERT!" Schnaubte Babs wütend. "DEIN Hirn wird vermutlich schon löcherig sein - Alkoholikerin." Brummte er. Babs schäumte vor Wut, Kazel konnte sie beinahe schon schnauben hören. Doch die Dame versuchte den Kommentar des Dicken zu ignorieren. „WAS SAGT Kazel?!“

Wollte Babs von unten Wissen um wieder zur Sache zu kommen.

„ER SAGT ER IST ANS BETT GEFESSELT!“ Klärte der Kapitän Babs auf. „UHHHHhhh….“ Einen Moment herrschte Stille. "NACKT?!" Schnurrte Babs. „Ich muss wirklich in dieses Zimmer.“ Raunte sie leise hoch so dass es Kazel aber dennoch hören mochte – ob er nun wollte oder nicht. „WARUM BIST DU DENN GEFESSELT?! ACH JA UND BABS LÄSST FRAGEN OB DU NACKT BIST MATROSE!“ Brüllte der Kapitän erst ehe er merkte dass er mit dem Gefesselten ja eigentlich auch in normaler Lautstärke sprechen konnte und wiederholte darum seine erste Frage. „… wa..rum… lässt du Landratte dich ans Bett fesseln?! Du bist da nicht im Irrenhaus! HAarrr harr harr. Stehst wohl darauf häh? Magst wohl Krankenschwestern häh? HARR HARR HARRR!“

„JETZT HÖR MAL AUF MIT DEINEN PERVERSITÄTEN!“ Ereiferte sich die Alkoholikerin wieder. Als Frau hatte sie in dieser verrückten Meute sicherlich keinen einfachen Stand. "ICH habe nicht gefragt ob der Irre da drinn nackt ist oder nicht!!" "DAS IST WAS ANDERES!" Fauchte Babs - wieder entbrannte eine heftige Diskussion.

Es war nicht verwunderlich dass die Truppe sich eindeutig zu laut verhielt um nicht aufzufallen. „Was in Lysanthors Name ist das für ein Tumult?“ Hörte Kazel noch dumpf vor der Türe. Oberschwester Waltrauts unangenehme Stimme war dies welche sich da näherte. Unheil kam auf ihn zu.

Jack und Babs kriegten davon nichts mit. Sie waren wieder zu sehr mit ihren Streitereien beschäftigt und der Rest der Truppe war zu weit unten um etwas hören zu können. Ohnehin waren diese damit beschäftigt entweder das Seil zu sichern oder Ausschau nach den Wächtern zu halten.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 6. November 2008, 08:40

"Jack? Jack!", zischte Kazel, als sein Kopf plötzlich wieder vom Fenster verschwand. Der Mischling fürchtete schon, die Verrückten hätten sich kurzerhand entschlossen, ihn dort zu lassen, wo er war. Aber dem war zum Glück nicht so, Kazel hörte sie Sekunden später in einen heftigen Streit verwickelt ... und Babs' freudig erregte Frage, ob Kazel wohl nackt ans Bett gefesselt sein könnte.

<b>Verrückt ...</b> "Nein", gab er fast energishc zurück und wollte sich aufbäumen. Es blieb beim Versuch. Kazel kam nicht sehr weit, die Gurte hielten ihn zurück. Seufzend ließ er sich wieder in sein Kissen fallen. Der Rücken ziepte. Wenn man ihn wenigstens umdrehen könnte ...

<i>"Wa...rum... lässt du Landratte dich ans Bett fesseln?! Du bist da nicht im Irrenhaus! Haarrr harr harr. Stehst wohl darauf, häh? Magst wohl Krankenschwestern, häh? HARR HARR HARRR!"</i>
"Jack, nicht so laut, man wird euch hören", gab Kazel zunächst zurück. Eigentlich wollte er sich nicht die Blöße geben, dem Kapitän zu sagen, weshalb man ihn gefesselt hatte. Nein, er wollte es nicht einmal einem geistig Verwirrten mitteilen, der mit dieser Nachricht vermutlich sowieso nichts anfangen konnte. Zum Glück rettete Babs ihn davor, sich doch noch zu einer Antwort durchzuringen, als sie erneut eine laute Diskussion vom Zaun brach.

Aber Kazels spitze Elfenohren vernahmen eine ganz andere Stimme. Er erkannte sie nicht als die von Wadtraud, war er doch zu jenem Zeitpunkt im Reich der Träume gewesen, aber da sie vom Gang draußen kam, vermutete er eine Medica oder Stationsschwester.
"Seid leise oder ihr werdet ent..." Die Irren hörten nicht auf ihn, Kazel musste es mit einem anderen Trick versuchen und zwar ehe die Heilerin, Schwester oder wer auch immer den Raum betrat. "KÄPT'N, PIRATEN IN SICHT! VERSTECKT EURE CREW UND BEOBACHTET DIE LAGE!"

Die Reichsklinik hielt ihn für einen Verrückten aus der Anstalt? Nun, dann konnte er auch einen Wahnsinnigen mimen. Um das Spiel bereits aufrecht zu erhalten, ehe jemand den Raum betrat, begann er eine Diskussion mit sich selbst, wobei er immer wieder den Klang seiner Stimme veränderte, in der Hoffnung, man würde ihm den Käpt'n Jack und die Babs abnehmen.
"Haarrr, ich bin ein echtes Raubein! DU BIST EIN RÜPEL! Nein, ich bin dein Sklave, meine Süße, HARRR!" Es war seltsam, so zu sprechen und eigentlich nicht seine Art, aber was tat man nicht alles, um die eigene verrückte Rettungstruppe zu ... nun ... retten?
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 12. November 2008, 23:08

„Jetzt hör aber auf verflucht nochmals!“ Beschwerte sich Babs weiter. Der Streit drohte zum Krieg auszuarten denn an Kapitän Jacks unruhigen Bewegungen konnte man erkennen dass sich die beiden Streithähne bereits fetzten, indem sie sich kratzten und schlugen. „HÖRT AUF IHR BEIDEN!“ Brüllte der Dicke. „HAT DIE KLAPPE!“ Kam es ihm in doppelter Ausführung entgegen. So vertieft in seinen Zwist mit jener Frau die er doch so gerne an seinem Mast hatte gelang es dem alten Seehasen beinahe nicht mehr sich auf Kazel zu konzentrieren. Dieser schaffte es erst als er laut Piraten ankündigte. Daraufhin reagierte der Kapitän prompt! „ALLE MAN AN DECK! HOLT DIE WAFFEN!“ Befahl er und schwups… lies er das Seil los. In seinem Fall riss er die sichtlich überrumpelte Babs mit, ihr Gewicht und jenes des darauf folgenden Kapitäns reichte gar aus um den standhaften und massigen Anker Heinrich zu Fall zu bringen. So landete die ganze Meute fluchend – und noch immer genau so laut wie vorher nur etwas entfernter im Klinikpark. „EHHH!“ Ertönte erneut das Alarmsignal welches Kazel schon einmal vernommen hatte. „Mist!“ Man hörte hastige Schritte… dann war Ruhe… zumindest was die Rettungstruppe betraft. Denn in Kazels Zimmer ging stattdessen nun die Post ab.

Waltraut trat ein und starrte ihren Schützling irritiert an. Diese verfluchten Burgsteininsassen waren so schwierig einzuschätzen! Mal waren sie brav wie die Lämmchen und dann fochten sie plötzlich Seeschlachten! Dieser Mann musste schlechter dran sein als die Ärzte hier vermuteten. „HEEEH!“ Es wäre nicht Oberschwester Waltraut wenn sie behutsam auf ihren Patienten eingegangen wäre. Stattdessen handelte sie militärisch. Sie stapfte auf den Mann zu. Packte nach der Karaffe die mit frischem Quellwasser gefüllt war, tauchte einen Lappen hinein und patschte diesen Kazel ins Gesicht. Wehren konnte er sich dagegen ja schlecht – gefesselt wie er war. „HÖRT AUF RUM ZU SPINNEN WIR SIND HIER NICHT IM IRRGARTEN! EINWENIG MEHR DISZIPLIN WENN ICH BITTEN DARF!“ Fauchte sie ihn an. Erstaunlicherweise hatte die gute alte Schwester damit meistens Erfolg. Selbst der Verrückteste den sie schon betreut hatte war bei ihrer derartigen dominanten Reaktion wahrlich irritiert, perplex und auch still gewesen.

Waltraut verschränkte die Arme und weil sie dachte Kazel konnte noch eine Ladung Wasser gut tun nahm sie den Lappen wieder an sich und tunkte ihn erneut in der Karaffe. „Seid ihr wieder bei Sinnen?!“ Drohend hob sie schon das nasse Züchtigungsinstrument. Sie schnaufte. „UNGLAUBLICH!“ Wetterte sie auch gleich wieder los. Sie würde ein ernstes Wörtchen mit den Ärzten hier wechseln müssen. Es konnte doch einfach nicht sein dass sich ein Patient SO aufführte! Der gehörte nicht ans Bett gefesselt sondern ruhig gestellt!

Bisher hatte die sonst so penibelst ordentliche Schwester das riesige Loch und den Enterhacken im Fenster noch nicht bemerkt – auch nicht als dieser sich bewegte und dabei ein kratzendes Geräusch von sich gab. „Herr Tenebrée!“ Begann die Oberschwester und man konnte sich vorstellen was nun folgen würde. „Hier sind wir in der Reichsklinik Pelgars! Ich weiss nicht was sie sich von Burgstein gewohnt sind aber hier erwarten wir ein adäquates Benehmen! Ihr seid hier weder auf einem Piraten Schiff noch auf hoher See! Das einzige Gewässer welches hier existiert ist diese Karaffe da.“ Sie zeigte darauf.

„Nimm den Enterhaken endlich runter!“ Hörte man es von unten leise… gaaanz leise zischeln.“ Oberschwester Waltraut bemerkte es nicht.

„Oder vielleicht noch euren Nachttopf wenn ihr ihn denn schon gefüllt habt. Verstanden?! Ihr habt hier ruhig zu sein! Die Patienten in den Nebenzimmern wollen gerne Ruhen! Ausserdem machen sich eure Freunde nur unnötig Sorgen wenn ihr hier ein solches Theater veranstaltet!“

Ob diese Tadelung bei einem Menschen der wirklich Geistig verwirrt war – wie Kapitän Jack beispielsweise wirklich einen Effekt haben würde war mehr als nur fraglich.

„Das Funktioniert niemals Baabsi!“ Beschwerte sich der Kapitän leise. „Gut dann überlegen wir was anderes!“ „Ihr… müsst ihn holen… und eilt auch gefälligst!“ Erdilins Stimme und die klang etwa genau so zornig und giftig wie Waltraut. Was hatte der denn schon wieder ausgefressen?

Der Enterhaken schien ziemlich fest zu hängen denn offenbar reichten die Mühen der Rettungstruppe nur soweit aus dass er sich bewegte. Plötzlich jedoch erschien Babs knallrotes Gesicht am Fenster. Offenbar war die Kletterei ziemlich anstrengend für die doch schon in einem sehr… guten Alter seiende Frau. Sie fand etwas mehr halt als sie es schaffte ihren Busen auf den Fenstersims abzustützen. Für Kazel musste dies ein makaberes Bild abgeben doch da musste er nun durch. Besorgt sah die Frau auf Waltraut und warf Kazel ein paar Hilfesuchende blicke zu die nur eins sagten. <i>„LENK SIE VERDAMMT NOCHMALS AB!!!“ </i>

Waltraut hingegen war mit ganz anderen Dingen beschäftigt – nämlich mit der hiesigen Klinikordnung. Stramm stand sie da. Ihr Blick hätte den stämmigsten, tollwütigsten Bulldoggen zum Winseln und Schwanzeinziehen gebracht. Er war eiskalt. Repräsentierte die ganze Strenge der Armee… sie wäre doch die perfekte Frau für den Kommandant… anstatt Shantih konnte man sich denken, aber dies war sie nicht. Im Gegenteil. Oberschwester Waltraut würde sich niemals unter die Fittiche eines Mannes gesellen. Sie war stolz Ledig zu sein. Ihre Lippen vibrierten immer eigentümlich wenn sie einen neuen Satz begann. Ihre Worte klangen so scharf und abgeschnitten dass es einem schauderte.

„Es ist ja schon SEHR unüblich dass ihr so viel Besuch habt empfangen können! Besonders wenn ihr noch bedenkt dass die eine Freundin oder was immer sie sein mag selbst noch der Behandlung bedürftig ist… ! Mir ist aber zu Ohren gekommen dass ihr Patient von Fr. Dr. Sinal seid. Da sie sich auch gerade im Hause befindet möchte ich sie kontaktieren damit sie euren Zustand einschätzen kann!“ Ja… sollten diese Burgsteinheinis die doch eh glaubten ein besonders Wissen zu haben sich auch um ihren Dreck kümmern den sie da hinterliessen.

Oberschwester Waltraut war nicht gerade jemand den man sonderlich kollegial nennen könnte. Dass diese Botschaft einiges in Kazel auslösen könnte, dies konnte sie aber bei besten Willen nicht ahnen…

Derweil hakte sich Babs so leise wie möglich am Gitterfester ein und griff mit der leeren Hand nach dem Enterhaken.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 15. November 2008, 09:18

Wieder wurde es lauter unterhalb des Gitterfensters von Kazels Krankenzimmer. Erneut fauchten sich die Irren untereinander an. Sie wollten wohl einfach nicht verstehen, wie gefährlich ein solcher Streit für sie noch werden konnte. Kazel hatte man offiziell in die Reichsklinik von Pelgar verfrachtet, aber Babs und die anderen waren unerlaubt hier. Man würde sie nur noch tiefer, in dunklere Löcher als Burgstein schleppen, um sie nicht der Welt auszusetzen, die ihre Denkweisen für abnormal hielten.
Dabei, und hier dachte Kazel vor allem an Jack, Heinrich und den Eh-Eh-Mann, schienen sie nicht wirklich komplett übergeschnappt zu sein. Nun, in Kapitän Jacks Fall vielleicht ein wenig. Und Babs hatte ein eindeutiges Alkoholproblem, daher brauchte sie Hilfe. <b>Hilfe, so sehr wie du selbst.</b> Er versuchte, den Kopf zu schütteln, scheiterte aber. Dann überlegte er, während die anderen sich im Hintergrund weiter stritten. War Kazel Tenebrée auf Hilfe angewiesen? Brauchte er sie, um normal leben zu können?
Nein, entschied er. Man hatte ihm bereits geholfen und seitdem ging es ihm besser. Er musste nur noch eine winzige Kleinigkeit in seinem Leben begradigen, dann konnte er es ungestört und vollkommen normal und frei fortsetzen. <b>Ich muss Shantih und Luziver töten.</b> Dieser Entschluss wollte sich einfach nicht aus seinem Denken lösen. Landria hatte ganze Arbeit geleistet.

Ehe die Irren sich da draußen noch gegenseitig zerfleischten, musste er hier drinnen etwas unternehmen. Aber wie sollte Kazel dies anstellen? Ihm kam die letzte, rettende Idee. Er mimte einen befehlshabenden Offizier der Seefahrt und sorgte so dafür, dass Kapitän Jack das Seil folgsam losließ und ... scheinbar alle mit sich riss. Kazel konnte es nicht sehen, er hatte ja kaum einen guten Blick zum Fenster hin. Er hörte nur ein heilloses Durcheinander, Gepolter und Gefluche. Wenn das mal nicht jemanden aus seinem Schlaf weckte.
Prompt stand eine ziemlich unangenehme Person auf dem Plan. Ihr wollte man vermutlich nicht einmal bei Tage begegnen, weshalb Kazel seine Truppe verfluchte, so laut gewesen zu sein. Denn er war es jetzt, der sich gegen Schwester Waltraud zu behaupten hatte.

Da man ihn für verrückt hielt, sah der Mischling im Ausstoß diverser unzusammenhängender Sätze seine einzige Chance, von denjenigen abzulenken, die ihn eigentlich hatten retten wollen.
Seine Verwirrung hielt so lange an, bis ihn ein nasser Lappen direkt ins Gesicht traf. Er keuchte auf, verstummte und starrte die Oberschwester an, die mit lautem Organ eine Standpauke hielt.
"Diszi...plin?", wiederholte Kazel eines ihrer Wörter, nun wirklich verwirrt. Mit einem nassen Lappen hatte er nicht gerechnet.

<i>"Seid Ihr wieder bei Sinnen?!"</i> Kazel versuchte, zu nicken. Der Ledergurt hielt ihn davon ab. "Ja ... ich glaube schon", sagte er stattdessen. Auf die Standpauke folgte eine Predigt, bei der Kazel nicht nur nochmals erfuhr, wo genau er sich befand, sondern auch, dass man sich hier zu benehmen hatte. Und das sagten sie einem potenziell Verrückten!

<i>"... Eure Freunde nur unnötig Sorgen, wenn Ihr hier ein solches Theater veranstaltet!"</i> "W-was? Meine Freunde?" Kazels Augen schweiften durch den Raum, so weit es ihm der Ledergurt gestattete. "Sie sind nicht hier", meinte er. Wie sollten sie sich dann wegen lauthals gebrülltem Seemannsgarn Sorgen machen? Stand Shantih vielleicht immer noch draußen auf dem Gang – beziehungsweise saß? Er erinnerte sich daran, dass sie in einem fahrbaren Stuhl gesessen hatte. Von ihrem Klotz am Bein war sein Anblick verschont geblieben.
"Ist Shantih noch hier? Kann ich sie sehen?", fragte er nun kleinlaut und artig wie ein Kind, dem bei gutem Benehmen eine Süßigkeit versprochen wurde. Aber Schwester Waldtraut hatte etwas ganz Anderes für ihn parat.

Aus den Augenwinkeln entdeckte er Babs – oder den rundlichsten Teil von ihr – am Fenster. Kazel erstarrte, versuchte, nicht hinzusehen. Die Lippen formten ein "Lenk sie ab" und er verstand. So fragte er erneut: "Oder Luziver? Sie ist eine Freundin. Ist sie noch hier?" Schwester Waldtraut durfte auf keinen Fall zum Fenster schauen. Babs' Brüste waren unmöglich zu übersehen, sobald man sich in entsprechende Richtung drehte.

Doch für genug Ablenkung sorgte die Schwester selbst, als sie Landria erwähnte und zusetzte, sie zu kontaktieren, weil auch sie sich in der Reichsklinik aufhielt. Kazels Muskeln spannten sich an. Er starrte Waldtraut entsetzt an, begann, sich in seiner Fesselung zu winden.
"Dr. Sinal? Landria?! Nein. NEIN! NEEEEEIIIIIN! ICH VERLETZE SIE!!!" Nun hatte die Oberschwester den Salat. Kazel wand sich, zappelte und riss an den Ledergurten. Er schrie, brüllte, bäumte sich wild entschlossen auf. Er durfte nicht hier bleiben, wenn Landria sich ihm näherte. Noch nicht. Erst wenn Shantihs Körper tot zu Boden lag, konnte er ihr wieder unter die Augen treten. In Kazels Geist enstanden die Aussagen von Vana, die ihn wirklich fast wahnsinnig werden ließen. Er hatte ihr wehgetan. Wegen ihm lag Landria hier irgendwo auf einer der Stationen.
"SCHICKT SIE NICHT HER!", kreischte er, bis ihm die Luft wegblieb und er nur noch zittern konnte. Ein neuer Krampfanfall bahnte sich an.
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Shantih » Sonntag 23. November 2008, 11:05

[komme vom Korridor, wiederhole einen Teil des letzten Posts]

Als Luziver und ihre stattlichen Begleiter nicht mehr zu sehen waren, legte Shantih die Hand an die Klinker von Kazels Stationszimmer. Sollte sie? Das Bild eines fixierten Kazels trat ihr wieder vor die Augen, seine Schwäche, die gebrochenen Augen -
<b>Ach verdammt, es wird doch nicht besser, wenn du kneifst!</b>, ermahnte sie sich selbst.

Bevor sie allerdings die Klinke richtig hatte herunterdrücken können, war Schwester Waldtraut an ihr vorbeigerauscht (sie hatte das trampelnde Ungeheuer gar nicht bemerkt...), vor ihr ins ZImmer geplatzt und die Tür vor Shantihs Nase wieder zuknallen lassen. Erst jetzt fiel Shantih die Eigenartige Geräuschkulisse auf, die durch die Tür drang. Kazel brabbelte irgendetwas, dann wurde es still und letztendlich endete alles in einem Vortrag von dem Hausdrachen. SHantihs Alarmglocken bimmelten - die hässliche Mrs. "Mir gehört dein leibliches Wohl" würde ihren Kazel nicht zur Sau machen!

Überaus gereizt von der Tatsache, dass sie immer noch hier war und zudem voller Sorge um Kazel, weil eine brüllende Oberschwester seinem kritischen Zustand bestimmt nicht gut tat, stieß auch Shantih jetzt mit Nachdruck die Tür auf und sah nacheinander drei Dinge. Erstens: Oberschwester Waldtraut mit einem nassen Lappen in der Hand. Zweitens einen zuckenden, sich in den Fixierungen wälzenden Kazel, der in dem moment als Shantih durch die Tür kam, begonnen hatte zu schreien. Und drittend ein vollbusiges Irgendwas, was vor dem Klinikfenster hing, durch das ein Enterhaken geworfen worden war.

<b>Was zum..?</b>

Der Busen irritierte sie wirklich sehr, zumal der Hausdrache ihn gar nicht zu bemerken schien. Die ALte stand erst einmal einfach nur da und schien überrascht von Kazels Ausbruch, so dass sich in SHantih die so selten gezeigte Wut regte.
"Tun Sie doch was!", forderte sie zornig und schritt nun ihrerseits auf Kazels Bett zu, sie wäre ja gerannt, nur verbot ihr das der Klumpen an ihrem schmerzenden Bein. Behutsam legte sie ihre Hand auf eine von Kazels, der sich so heftig bewegte, dass er mit Sicherheit kurz vor einem Krampf schien.

"Kazel..", flüsterte sie durch sein irrsinniges Gezetere um ihn zu erreichen.
"Shht.. Ist schon gut.", murmelte Shantih leise.
"Du wirst ihr nichts tun.", flüsterte sie um auf seine Äußerungen einzugehen, deren Sinn sie zwar nicht verstand, aber die Kazel sehr aufzuregen schienen. Den Busen am Fenster hatte sie schon fast wieder vergessen, aber es schien ihr irgendwie einleuchtend, nicht die Aufmerksamkeit der Oberschwester darauf zu lenken...

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Montag 24. November 2008, 00:37

Selbst die unerschütterliche Oberschwester Waltraut war völlig von der plötzlichen, massiven Erregung ihres Patienten dermassen überwältigt und überrascht, dass sie erst für einen kleinen Moment lang gar nichts tat. Wenigstens den nassen Lappen nochmals nach dem Patienten zu schmeissen hätte man ihr bestimmt zugetraut, doch nichts dergleichen geschah. Die Krankenschwester starrte ihrem Patienten nur entgegen der sich ganz offensichtlich völlig unnötig aufregte. Es geschah so viel in der gleichen Sekunde. Der fixierte Irre begann sich zu wälzen, gleichzeitig flog auf zu Waltrauts Linken die Tür auf und eine besorgte Shanti humpelte trotz Beinklumpen ans Bett heran wo Kazel nun erst so richtig damit beschäftig war seine Muskulatur und Stimmbänder zu strapazieren. Einzig die beiden Busen am Fenstersims, rührten sich nicht. Denn die Alkoholikerin starrte zu ihrem Kazelchen hin. <b>Was reitet DEN denn?!</b>

Fragte sie sich sichtlich erstaunt und kam aber kurze Zeit später zum Entschluss dass sein verhalten vermutlich eher aus mangelnder Bereitung herrührte. Dies würde sie sicherlich ändern können und sie würde sich auch nicht die Möglichkeit entgehen lassen ihrem Herzblatt ihre Dienste auch anzubieten…

Weiter als bis zu diesem Punkt sollte die Erzählung betreffend Babs Gedanken hier aber nicht gehen, zumal die durchschnittliche aufgeklärte menschliche Vorstellungskraft – leider – wohl reichen dürfte womit Babs sich gedanklich weiter beschäftigte. Hätte Kazel, Shantih oder Waltraut gar hingesehen wäre nicht schwer zu erkennen gewesen, dass Babs diese Dienste sehr SEHR gerne geleistet hätte wenn schon allein die Gedanken daran ihren Körper dermassen… reizten was an den drallen Busen unschwer zu erkennen gewesen wäre. Aber zum Glück sahen sie ja nicht hin…

Die Alkoholikerin merkte schnell dass sie im Moment nicht wirklich helfen konnte. Sie starrte weiterhin Shantih an. War dies wohl Kazels kleiner Knusperkeks den er so gern vernaschte? Sie grinste. So besorgt wie die Frau um ihn zumindest war, stufte Babs sie als „Freundin“ ein und nicht als Feindin wie Waltraut. So begann sie damit Shantih mit wilden Gestiken auf sich aufmerksam zu machen. Sie deutete immer wieder nach draussen und formte auch mit den Lippen. „RAUS!“ Sie deutete dann auf sich und wieder nach draussen. „ICH – RAUS“ also. Dann zeigte sie mehrmals auf Shantih und dann wieder raus. Also konnte man: „ICH – RAUS – DU RAUS“ verstehen.

Babs konnte nur hoffen dass Shantih irgendwie verstanden hatte was sie hatte bezwecken wollen, dann nahm sie ihre Brüste vom Fenstersims, löste den Enterhaken, warf diesen Hinunter er prallte mit einem dumpfen „klonk“. Am Boden auf wo er sogleich von Heinrich dem Dicken eingesammelt wurde. Babs nickte dem Komplizen zu, anschliessend machte sie sich bereit für den eigenen abstieg… und… merkte was für einen riesigen Blödsinn sie da gerade gemacht hatte. Der Enterhaken hatte weg müssen weil sie nicht gewollt hatten dass die griesgrämige Oberschwester ihn bemerkte… aber… woran sollte sie sich nun abseilen? „SCHEISSE!“ Entfuhr es ihr so laut, dass es Waltraut doch einfach hätte hören müssen! Doch dies tat sie nicht, denn die Schreckschraube war gerade damit beschäftigt Kazel zu Ohrfeigen. Ob Shantih dies mit „tun sie was“ gemeint hatte?! „Kommt wieder zu euren Sinnen!!!“ Bellte Waltraut ihren Patienten entgegen.

Die Oberschwester schnaubte. Wandte sich von ihrem Patienten ab und schritt zu deinem kleinen Schränkchen welches in einer Ecke des Zimmer – zum Glück nicht in Fensternähe – befand. Dieser erwies sich als Notapothekerschrank den die Schwester mit einem eigenen Schlüssel aufschloss den sie bei sich trug. Sie begann eine starke Beruhigungsspritze aufzuziehen. „Gleich wird ihm geholfen.“ Versuchte sie SHantih zu beruhigen.

Babs nutzte die Gelegenheit um Shantih immer wieder „hilfe hilfe hilfe hilfe hilfe hilfe“ Entgegen zu hauchen, denn so wirklich lange hier rumhängen – auch wenn ihre Brüste gewaltige Gewichte aushielt – konnte sie nicht mehr. Reinsteigen konnte die Irre nämlich nicht da dass eigentliche Fenster noch geschlossen war, nur durch das Loch in der Scheibe welches der Enterhaken gerissen hatte pfiff der kalte Wind hinein. Babs erkannte dass die Schwester sich gleich wieder umdrehen würde und beschloss ihre Brüste vom Fensterbrett zu nehmen und sich zu ducken, so dass nur noch ihre Hände zu sehen waren, die erstens beinahe schon blau gefroren waren und zweitens nicht danach aussahen als ob sie lange durchhielten.

„GUT ICH WERDE SIE JA NICHT HOLEN!“ Murrte die Schwester und wandte sich wieder um. Schritt entschlossen an Kazels Bett heran. Packte nach dessem Arm, suchte kurz die Vene und rammte ihm anschliessend mit einer beinahe schon unheimlichen Zielsicherheit die Kanüle ins Blutgefäss. Schnell injizierte sie das Beruhigungsmittel und Kazel merkte binnen weniger Sekunden wie seine Muskulatur erschlaffte, ihm die Augen zufielen auch wenn er noch immer wach und bei vollem Bewusstsein war. Schwester Waltraut hatte ihrem Patienten kein Beruhigungsmittel im herkömmlichen Sinne verpasst sondern einfach ein stark muskelentspannendes Medikament was verhindern sollte dass er erneut krampfte.

Auch sie war ordentlich aus der Puste gekommen und durch ihre eile war gar – welch schrecken- ihre steifgebügelte Haube ein paar milimeter verruscht. Dieses richtete sie wieder ordentlich her, nahm erneut Haltung an… und atmete dann erst einmal tief durch.

„Ich muss den behandelnden Arzt informieren und seine Geistheilerin.“ Murrte sie und blickte Shantih entgegen. „Macht ihn auf keinen Fall los!“ Mahnte sie Shantih und ging zur Tür… doch dann blieb sie stehen. Sie spürte die Kälte in diesem Raum. Seltsam. Eigentlich wurden die Zimmer der Reichsklinik doch immer gut beheizt. Sie zuckte mit den Schultern und schritt aus dem Zimmer. Sie wollte nicht von Shantih gesehen werden wie sie selbst vor Angst und Aufregung gerade zitterte und erst mal auf den Abort gehen musste um sich vor lauter Anspannung zu übergeben.

"Ich bin zu schön um zu sterben!" Krächzte Babs langsam von Panik befallen. Was Shantih nicht erkennen konnte war dass einige Meter unter der Freihängenden Irren ihre Rettungstruppe stand und ihr immer wieder beruhigend versichterten sie aufzufangen wenn sie denn endlich mal loslassen würde.

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Kazel Tenebrée
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 26. November 2008, 08:26

Kazel bäumte sich immer wieder auf. Er wälzte sich und zappelte, so gut es eben ging, wenn man mit sämtlichen Gliedmaßen, Kopf und Bauch inklusive, ans Bett gefesselt war. Er starrte mit weit aufgerissenen Augen umher, sah jedoch nichts. Er blickte in eine eigene Welt, in der Vanas Stimme vorherrschte und ihm verkündete, er sei Schuld daran, dass seine Landria – sein Licht! – wegen ihm in der Reichsklinik lag. Sie würde sterben, redete er sich ein, wenn er auf sie traf, ohne vorher seine Bestimmung erfüllt zu haben.
Keuchend verdrehte der Mischling die Augen, schrie nochmal und begann bereits zu beben wie eine Zitterespe. Wenn man ihn unter diesen Umständen nicht verrückt nannte, dann bestimmt bei seinen gekrächzten Worten, hätten Schwester Waltraut oder die soeben eingetroffene Shantih Lerium verstanden.
<span style="color:1A365E;">"Landriaaaaargh! Noch nicht, komm noch nicht! Ich erfülle meine Bestimmung! ICH BRINGE SIE UM!!! Bitte, noch nicht kommen. Sieh mich nicht an. LANDRIA!"</span>

Er sah nichts und er hörte nichts, gefangen in seinen eigenen abgrundtiefen Mordgedanken und dem Flehen, das niemand verstand. Lediglich ein gefluchtes "SCHEISSE!" drang an seine spitzen Ohren, welche zusammenzuckten und Kazel einen Moment lang inne hielten ließen. "Babs?", fragte er wie benebelt und irgendwo in seinem Inneren arbeitete es. Da war doch noch etwas ... Ablenkung ... schon mischten sich seltsame Worte unter seinen beginnenden Krampfanfall. "Matrosen ... an Deck ... alle Brüste versamm... ARGH ...." Er riss den Kopf hin und her, wollte nicht auf Schwester Waltrauts Befehl reagieren – er bekam ihn ohnehin nicht mit. Irgendwo war bei Kazel mehr als eine Tasse aus dem Schrank gefallen.

Und dann ... beruhigte er sich, als er die vertraute Stimme hörte. <i>"Kazel ... Shht ... Ist schon gut. Du wirst ihr nichts tun."</i> <b>Nicht Landria. <i>Sie</i> ist es. Man hat <i>sie</i> geschickt!</b> Er entspannte sich, ehe Waltraut ihm die Kanüle in den Arm rammen konnte. Doch das Mittel würde ihm helfen, den Krampfanfall loszuwerden, bevor er sich verschlimmerte.
"Sh...ti", murmelte er, da fielen ihm auch schon die Augen zu. Eine Weile lag er still, schlafend anscheinend. Doch dem war nicht so. Er hörte, war wach, konnte sich nur nicht wirklich rühren.
Er hörte Stimmen. Waltraut versicherte, dass sie Landria Sinal nicht holen würde. Sie verschwand, Kazel nahm Worte von Arzt und informieren auf. Sein Hirn verarbeitete sie nicht. Er dachte nur daran, dass man Shantih anstatt Landria an sein Bett geführt hatte. Das Schicksal meinte es gut mit ihm.

"Sh..nt...ih...", nuschelte er ihren Namen. "Hol mich ... hr ... r...us." <b>Wiege sie in Vertrauen. Noch hast du keine Waffe, nicht einmal deine Hände. Halt dich noch zurück.</b> Sein Verstand war geschärft, allein durch die Manipulation und den Auftrag, doch sein Körper besaß nicht die Kraft für Taten – noch nicht. "Shantih... mach ... los ..." Erschöpft bewegte Kazel ein wenig die Arme, um zu signalisieren, wovon sie ihn befreien sollte. "Flucht", war das letzte Wort, das über seine Lippen drang, ehe er ruhig atmend einfach liegen blieb und wartete.
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Shantih » Donnerstag 8. Januar 2009, 19:03

Nicht, dass Shantih besonders groß gewesen wäre - im Gegenteil, und nicht, dass sie im Vollbesitz ihrer körperlichen Kräfte gewesen wäre, doch das tat ihrem Temperament keinen Abbruch als Schwester Waldtrauts Hand mit Wucht in Kazels Gesicht landete.
"Haben Sie sie noch alle? Können Sie nicht verdammt noch mal einfach Ihren Job machen?", erboste sie sich zischend und wurde somit von der Frau im Fenster abgelenkt. Zähne knirschend sah Shantih der Schwester dabei zu, wie sie Kazel eine Spritze ansetzte. Sie konnte diese Dinger nicht leiden. Aber wenn das Medikament Kazel helfen würde sich besser zu fühlen, war das eindeutig besser als eine Ohrfeige.

Unerwartet beschleunigte ihr Herz seinen Gang, als ihr Name über Kazels blasse Lippen glitt. Er hatte ihn früher so oft gesagt und es war so lange still zwischen ihnen gewesen. Das bedrohliche Gefühl, ihr Herz erlitt gerade einen Knacks überkam Shantih. Er wollte hier raus. Und sie wusste nicht, was in ihn gefahren war. Noch immer hatte keiner ihr erklären können, warum sie ihren Freund, ihren einstigen Liebhaber und was immer er noch war für sie, geschwächt und gefesselt vorfand. Angekettet wie einen agressiven Hund an einen Baum. Shantih zögerte.

"Ich..", flüsterte sie, doch was denn? Sollte sie Kazel versprechen hier raus zu kommen? Luzivers Worte lagen ihr nur zu gut im Gedächtnis. Kazel war nicht er selbst. Das Gefühl hatte sie auch, doch wenn sie ihn hier so liegen sah - woher zur Hölle sollte sie wissen, was richtig für ihn war? Inzwischen war sämtliche Regung aus Kazel gewichen. Shantih kannte die Wirkung von muskelbetäubenden Medikamenten, doch auch wenn es schien als würde Kazel schlafen, wirkte er nicht friedlich.

Urplötzlich fiel ihr die Frau am Fenster wieder ein. Die Busen waren verschwunden, stattdessen waren da nur noch ein paar Fingerspitzen, die sich krampfhaft an der steinernen Fensterbank festhielten. Rasch eilte Shantih zum besagten Fenster und entdeckte gleich darauf einen ganzen Haufen von sehr unterschiedlichen Menschen, die sich unterhalb der Mauer versammelt hatten. Sie schienen die Frau offenbar auffangen zu wollen. Shantih beeilte sich das Fenster zu öffnen und hielt der Frau mit den größten Busen, die sie wohl jemals gesehen hatte, eine Hand hin.

"Kommen Sie, ich helfe Ihnen. Es geht ganz schön tief runter da.", bot sie an, auch wenn sie nun wirklich gar keine Ahnung hatte, wie sie diese Begenung dritten Grades deuten sollte. Das würde sich klären, wenn die merkwürdige Gestalt nicht mehr zwischen Himmel und Erde baumelte. ..Ob das Freunde von Kazel waren?

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von fremde Frau » Samstag 10. Januar 2009, 18:59

Bei Babs und ihrem Gefolge brach langsam aber sicher mittlere Panik aus. „EH!“ Erklang eine Stimme eines Mannes alarmierend. „Verdammt Wächter!“ Hörte man einen weiteren von unten sagen. „Baaabbbss.s… streng dich etwas an wir kommen gleich wieder ja?!“ Rief Heinrich hoch und gemahnte seine Ausbruchskameraden dazu sich zu verdrücken. „Seid ihr denn Wahnsinnige?! Ihr könnt mich hier doch nicht hängen lassen!“ Zischte Babs nervös zurück doch dann bemerkte sie Shantih die ihr zur Hilfe kam. „AHR zieh mich hoch Herzchen ZIEH MICH HOCH“ Gierig packte sie nach Shantihs Arm. Diese musste das Gewicht wohl schmerzhaft in ihrem verletzten Bein spüren welches sie so deutlich überbelastete. „ZIEHHh!“ Krächzte Babs mit rauchiger Stimme und eine leichte Brise von dem süsslichen Geruch des Alkohols wehte Shantih entgegen. Shantih hatte das Glück dass sie Babs nur über den Fenstersims hatte ziehen müssen bis diese es schaffte endlich ihren Oberschenkel auf das Fensterbrett zu kriegen um dann hineinzurutschen. Dennoch strafte ihr Bein diese Aktion mit einem pulsierenden Schmerz. Babs hingegen kam erst einmal in den Raum gestolpert und atmete richtig durch ehe sie ihren BH richtete und darauf achtete dass ihre Brüste wieder etwa gleichsam wagrecht zueinander standen. Sie sah sich um, musterte danach Shantih. „Alles in Ordnung kleines?! Wie gut dass du mich ENDLICH hochgezogen hast!“ Sie klang beinahe schon vorwurfsvoll!

Babs war eine deutlich vorgealtert aussehende Frau von mittlerer grösser und hagerer Statur – wenn man mal von ihren Brüsten absah. Sie mochte früher einmal eine schöne Frau gewesen sein doch nun war ihr Gesicht vom übermässigen Alkoholgenuss aufgedunsen und in tiefe Falten gelegt. Ihre Zähne waren ein Trauerspiel für sich denn sie bestanden lediglich noch aus gelblich bis schwarzen Stummeln. Ihre Haut war fahl und leicht ledern anmutend und ihre Stimme war vom Rauchen rau geworden. Babs Augen hingegen strahlten eine deutliche Wachheit aus. Sie strich ihr fettiges braunes Haar zurück und musterte Shantih eingehend. „Dein Fuss sieht aber hässlich aus.“ Murmelte sie ehe sie ihr die Hand entgegen streckte. „Ich bin Babs und gekommen um Kazel zu holen.“ Stellte sie sich knapp vor und machte sich auch schon daran den Gefesselten von eben jenen zu befreien. „Hey Kazel! Was machst du für Dinge du alter Schafskopf! Wir wollten doch zusammen fliehen und dann haust du uns einfach ab!“ Sie musterte ihn eingehend. „Geht es dir nicht gut?“ Fragte sie schliesslich und schaute zu Shantih. „Was ist mit ihm?“ Fragte sie die junge Frau und drehte sich wieder zu Kazi und drückte ihm einen Schmatzer auf die Stirn. „Aufwachen Schlafmütze… Babsi ist hier… AUFWACHEN!“ Sie rüttelte ihn leicht. „Man dieses Problem hat der doch ständig! Sollte wirklich mal ein Arzt ansehen.“ Murmelte die Alkoholikerin vor sich her. „Willst du mir nicht helfen kleines?“ Fragte sie Shantih. Babs schien keinerlei Empfinden für die momentane Situation zu haben. Es erschien ihr nicht seltsam dass sie gerade durch ein Fenster in die Klinik eingebrochen war und nun einfach versuchte einen Patienten zu stehlen.

Ausserdem zeigte sie keinerlei Interesse daran zu erfahren wer Shantih eigentlich war – offenbar hatte sie ihr ja geholfen dann war doch alles gut. „Wir haben nicht so viel Zeit.“ Murmelte sie weiter und befreite bereits Kazels Hände. Sie blickte wieder zu Shantih. "Am besten siehst du ob die Alte trulle wieder kommt! Sie muss alt sein SO wie die sich anhörte¨!" Schlug Babs vor. Sie war förmlich mit der Tür ins Haus geflogen und übernahm nun jegliche Kontrolle über das Geschehen. Damit überrumpelte sie Shantih wohl ziemlich.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 11. Januar 2009, 19:03

Was immer Waltraud ihm da gespritzt hatte, das Zeug besaß eine gewaltige Wirkung. Selbst als Kazel plötzlich bemerkte, dass Shantih nicht mehr an seiner Seite war, konnte er sich immer noch nicht wirklich rühren. Mit Müh und Not gelang es ihm, die Lippen zu bewegen und die Augen halb offen zu halten. Er wollte gerade ihren Namen krächzen, als seine spitzen Elfenohren einen ganz anderen Namen hörten.

<i>"Baaabbbsss..."</i> <b>Oh nein, die Irren sind immer noch da! Shantih, hol sie ja nicht her, ich kann dich vor denen doch nicht umbringen!</b> Irgendwie behagte Kazel der Gedanke nicht, den anderen zu demonstrieren, dass seine Mission einen Mord als Ziel hatte. Sie hielten ihn für den Anführer ihrer kleinen Chaoten-Truppe und als solcher sollte man kein Mörder sein.
Er musste seine Pläne ändern. Shantih musste sterben, wenn niemand es mitbekam. Dann konnte er mit seinen Irren immer noch zu Landria gehen und sich ihre Gunst und ihren Dank als Belohnung abholen. Er dürstete danach, als sei er ein Drogensüchtiger auf Entzug.

Er versuchte, den Kopf zu drehen. Irgendetwas geschah da beim Fenster, das er nicht sah. Er hörte nur Shantihs Anstrengungen und ein rauchiges Ächzen, das nur von Babs stammen konnte.
Plötzlich tauchten die zwei gewaltigen Berge, die ihre Brüste bildeten, vor ihm auf. Darüber sah er den schrumpeligen Hals der Trinkerin und ihr faltiges Gesicht mit den dicken Lippen, den tränenunterlaufenen Augen und dem überhaupt stets übernächtigt aussehendem Gesichtsausdruck.

<i>"Hey Kazel! Was machst du für Dinge, du alter Schafskopf! Wir wollten doch zusammen fliehen und dann haust du uns einfach ab!"</i> Kazel wand sich halbherzig in den Fesseln und ächzte ins Kissen. <i>"Geht es dir nicht gut?"</i> "Bbbss", grunzte der Mischling halb aus seiner ungünstigen Position. "Bfrei mch."
Er konnte es fast nicht glauben, als sie tatsächlich seiner Bitte nachkam und ihm die Fesseln von den Händen löste. Mit zittrigen Gliedern friemelte Kazel schon an der Fixierung seines Kopfes herum, doch Watrauds Mittel sorgte weiterhin dafür, dass er im Moment vermutlich nicht einmal den Stamm eines Baums berühren konnte, wenn er direkt davor stand. Seufzend gab er auf und blieb im Bett liegen. "Zu ... schwach ...", keuchte er mit verbissener Miene. Ärger stand in seinen Augen, die nun wieder weniger trüb wirkten. Die Leere war einem Funkeln gewichen, dass von Entschlossenheit zeugte. Kazel war auch entschlossen, doch anders als es Babs und Shantih wahrscheinlich vermuteten. Innerlich lachte er freudig erregt.
<b>Ich töte dich ... hehehehe ... ich bring dich um, Süße! Hahahaha! ICH BRING DICH UM!!!</b> Seine Finger bewegten sich unruhig auf dem Laken.
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Dienstag 10. März 2009, 19:56

Babs fummelte konzentriert an Kazels Kopf und Fussfesseln herum. „Warum haben die dich den so ans Bett geklebt? Warst du etwa unartig? Warum bist DU überhaupt hier! Und WARUM hat man dich ans Bett geklebt?“ Offenbar war Babs Kurzzeitgedächtnis nicht so gut wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Sie patschte kurz auf Kazels Kopf bevor sie ihn weiter von den Fesseln befreite. „Du siehst aber schlapp aus!“ Beschwerte sie sich. „Jetzt mach ich mir die ganze Mühe hier hochzuklettern und jetzt kommst du nicht aus dem Bett raus!“ Sie verschränkte ihre Arme unter ihren Brüsten und drückte sie so unbewusst höher.

Shantih starrte die Frau irritiert an. Seltsame Freunde hatte sich da Kazel angeschafft. Aber immerhin schien die Frau das gleiche Ziel zu haben. Kazel endlich zu befreien. Sie humpelte zur Tür und versperrte diese umständlich mit einem Stuhl .So würde Waltraud wenigstens nicht gleich hereinkommen können. Sie schaute zum Fenster. Mit ihren Beinen würde sie kaum dadurch fliehen können aber ihr stand ja noch immer die Möglichkeit offen sich einfach gegen ärztlichen Rat entlassen zu lassen. Ob Kazel das auch konnte? Wohl kaum… ein Irrer hatte doch keine Rechte. Sie seufzte und humpelte zu ihm hin. Sie setzte sich auf die Bettkante und lächelte Kazi zu. Irgendwas war anders an ihm, dass merkte auch sie. Sie war sich nicht sicher ob es wirklich gut war ihn jetzt hier rauszuholen. Er sah wirklich ungesund aus. Anders eben. Oder war das nur das Ergebnis von der Behandlung in Burgstein? Hatten sie ihn da verändert? Sie musterte Babs die sich noch immer über Kazels desolaten Zustand beschwerte. „Wie.. habt ihr denn gedacht ihn zu befreien?“ „Na aufstehen und aus dem Fenster raus! Aber der Herr scheint ja zu faul dafür zu sein!“ Beschwerte sie sich schmollend „und die anderen unten haben Ärger mit den Wachen! Hier kommen ja auch nur verdammte Pfleger und Ärz..t….e.. rein…“ Endete sie den Satz nachdenklich. „Mrhrmm…“ Sie schielte zum Fenster. „Warte hier mit ihm! HAH! Ich habe eine Idee!“ Sie eilte wieder zum Fenster und pfiff nach ihrer Truppe, doch die wollte noch nicht erscheinen. Offenbar war der Wächter noch zu nahe. Man konnte nur noch Babs ausladender Hintern sehen während sie so aus dem Fenster guckte.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 11. März 2009, 15:41

Kazel fühlte sich schlapp, aber zum Glück nicht wie nach einem Saufgelage. Wenn sein Schädel gedröhnt hätte, wäre Babs jetzt mehr als unerträglich gewesen mit ihrer nicht enden wollenden Fragerei. Vor allem, weil sie dann auch noch begann, die Fragen wieder von vorne aufzurollen. "Bbs", brachte der Mischlingself nur müde heraus. Die Wirkung der Beruhigungsspritze hielt noch immer an. Dies bemerkte auch die Alkoholikerin, erkannte es aber nicht. Offensichtlich hielt sie Kazel lediglich für faul. Kazel hob leicht benommen den Kopf. Das Denken fiel ihm schwer, so klammerte er sich an das, was ihm in dieser Situation als am wichtigsten erschien. Sein Blick wanderte an Babs aufgedunsener Hügellandschaft vorbei zu Shantih. Seine "Geliebte". Sie hat sich dem Kommandanten hingegeben, der mich hat hinrichten wollen. Jene Gedanken versetzten ihm immer wieder aufs Neue einen Stich ins Herz, zugleich weckten sie seinen Zorn. Erst seit er Shantih kannte, war er sich mancher Gefühle wahrlich bewusst geworden und die wenigsten davon stellten sich als schön heraus. Die Erinnerungen an eine bessere Zeit, als er mit ihr, Luziver und weiteren Freunden durch die Wälder Celcias gezogen war, schienen verblasst und für den Elfen kaum mehr erreichbar.
Er hockte auf dem Bettrand und glotzte wie erstarrt zu Shantih herüber. Sein Blick lag ungeniert auf ihrem Hintern, wenngleich seine Gedanken keineswegs triebhaft waren. Sie rasten, suchten nach Dutzenden Möglichkeiten, dieser Frau des Garaus zu machen.
Da kam sie zu ihm. Ja, komm nur näher, ich ... Kazel hatte schon die Hände nach ihrem schlanken Hals ausstrecken wollen, als zwei pralle Argumente sich in sein Sichtfeld schoben und ihn an seiner Tat hinderten. Warum hatte er nur solche Hemmungen in Babs' Gegenwart seine Aufgabe auszuführen? Ein schneller Streich, ein rascher Schnitt oder eindach zudrücken, bis Shantih erschlaffte ... nein, solange Babs da war konnte er es nicht tun. Seine vorgreifenden Hände verwandelten die Aktion in eine sanfte Umarmung der Luft, denn Shantih setzte sich nur neben ihn und lächelte. Er erwiderte ihr Lächeln. Es gab eine Zeit, da hatte er nur für sie gelächelt. Mittlerweile tat er es viel häufiger und auch für andere. Hieran erkannte man wohl am ehesten, dass etwas vorgefallen sein musste, das ihn verändert hatte. Kazel war, wie Luziver es angeklagt hatte, nicht mehr ganz er selbst. Vielleicht war er aber auch einfach nur verwirrt.

Kazel achtete kaum auf das Gespräch zwischen beiden Frauen. Er schaute zwar Shantih unentwegt an, hielt sich dabei jedoch kurzzeitig den Kopf oder kratzte scheinbar geistesabwesend über den Stoff seines Patientenkittels. Er war nicht bei ihnen, er dachte nach. Vielleicht kann ich sie mit einem Stuhl erschlagen. Seine tintenblauen Augen hafteten sich wieder an die Frau, die er einst liebte. Oder ... ich erwürge sie doch ... oder ... Endlich hob er den Kopf, verfolgte Babs, die bis zum Fenster ging. Diese pfiff gerade hinaus, erhielt aber keine Antwort. Shantih hatte das Fenster für Babs geöffnet gehabt. Die Gitter, welche am Rahmen befestigt waren, den man als ans Bett gefesselter Gefangener dieser Klinik nicht gelöst bekommen hätte, stellten nun kein Hindernis mehr dar. Durch die Tür zu entkommen wäre ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Patient konnte nicht einfach ohne Aufsicht die Gänge auf und ab marschieren, geschweige denn die Klinik verlassen. Aber das Fenster ... Kazel stöhnte und rutschte vom Bett. Er stand noch etwas wackelig, aber es ging. Erneut ein Lächeln für Shantih. Babs ist nicht mehr da. Er musste wahrlich einen gewissen Verrücktheitsgrad erreicht haben, wenn er so dachte. Babs stand schließlich am Fenster, aber die Tatsache, dass sie ihre Aufmerksamkeit nach draußen richtete, genügte Kazel offenbar um sie als nicht vorhanden zu sehen.

Er schritt unbeholfen auf Shantih zu. "Bitte ... stütz mich ... zu schwach", brabbelte er und schwankte leicht. Shantih kam seiner Bitte nach, sie schlug ihm keinen Gefallen aus. Sie liebte ihn ja. Jaja, vonwegen, kleines Miststück! Kazel legte seine Arme um ihre Hüften, drückte sich an sie. "Hab dich so vermisst", gestand er ihr und schenkte ihr im Anflug scheinbar plötzlich aufkeimender Leidenschaft einen langen, innigen Kuss. Seine Lippen bebten. Es brannte und trieb ihm fast Tränen in die Augen. Wie hatte sie ihn so verraten und hintergehen können?
Er schob Shantih weg vom Bett, Ort seiner demütigenden Fesselung. Gemeinsam mit ihr humpelte und schwankte er durch den Raum. Beende es! "Du fehlst mir", gestand er und diese Worte entsprachen der Wahrheit. Er sehnte sich so sehr zu den Momenten zurück, an denen sie ihn noch geliebt hatte. Momente, in denen sie beide füreinander da waren und sie ihn nicht mit einem anderen betrog.
Sie erreichten das offene Fenster, wo Babs sich noch immer befand. Kazel nahm eine Hand von Shantihs Hüfte, küsste sie aber unbeirrt weiter. Sanft schob er Babs beiseite. Sie stand im Weg. Außerdem drehte er sie ein Stück. Sie sollte es nicht sehen, sie musste weggucken, damit sie nicht vom Anführer ihrer Irrentruppe enttäuscht würde.
Führ es zu Ende!
Nun stand er halb über Shantih gebeugt, deren Haar bereits über den Fenstersims hinaus ins Freie hing. Kazel löste seine Lippen von den ihren, schaute hinaus. Er sah graue Wolken und Regen. Die Welt weinte, die Frage war nur: mit oder um ihn? Ein letztes Mal schaute Kazel Shantih in die Augen. Seine waren ein Gemisch aus Tinte und Meeresrauschen. Traurig schaute er sie an, beinahe verzweifelt. Es gibt keinen anderen Weg. Dein Licht gab dir den Auftrag. Mach sie glücklich, um wieder frei zu sein.

Er nickte.
Er schluckte.
"Ich ... habe dich so geliebt. Shantih."
Mit trockener, zugeschnürter Kehle und aller Kraft, die er aufbringen konnte, versuchte Kazel, Shantih aus dem Fenster zu stürzen.
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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. März 2009, 00:27

„Du solltest vielleicht noch etwas liegen bleiben Kazel.“ Shantihs Stimme wie hatte Kazel sie doch gemocht! In jenem Augenblick klang sie aufrichtig besorgt um das Wohl ihres Freundes der doch schon so viel mehr für sie geworden war. Vielleicht würde mit der Flucht aus der Reichsklinik auch die Flucht aus diesen Turbulenzen gelingen und sie würden endlich das Leben führen können welches sie sich doch beide so sehr wünschten. In Frieden und glücklich vereint. Shantih ahnte ja nicht dass Kazels Gedanken inzwischen ganz eigene Kreise zogen die zerstörerischer und unglücksbringender gar nicht sein konnten. Doch die Anwesenheit von Babs jene treue Verrückte welche im Moment die Irrentruppen stellvertretend für Kazel anzuführen schien verhinderte Momentan schlimmeres. So spähten die beiden Frauen nach den Feinden die draussen lauerten und übersahen so die wahre Gefahr in ihren eigenen Reihen.
Natürlich stützte Shantih Kazel der sich mal wieder stur zeigte. Was wollte er denn nur am Fenster? Auf irgendeine Weise konnte sie es ja verstehen dass er nicht mehr da in diesem Fesselbett liegen bleiben wollte welches wahrlich sehr ausladend war. Kazel war lange genug in Gefangenschaft gewesen, länger als es gut hätte sein können – soviel stand fest. „Vorsichtig…“ Ganz die junge Heilerin half sie ihrem Freund zum Fenster ungeachtet der eigenen Schmerzen welche sich bei jedem mühseligen Schritt in ihr bemerkbar machten. Sie musste dieses Monstrum von Beinnageloderwasimmerdaswar- Gestell unbedingt loswerden. Aber wie nur ohne ärztliche Hilfe? Ganz so leicht würde sie sich wohl kaum entlassen können. Aber vielleicht schmiss man sie ja auch raus wenn man bemerkte dass sie einem irren Patienten zur Flucht verhalf. Wie zittrig und schwach Kazels Griff doch war. Er tat ihr leid. Warum zog dieser Kerl das Unglück nur an wie ein verfluchter Magnet? "Hab dich so vermisst" Sie lächelte. Ergriff seine Hand und streichelte sie. „Ich auch… ich habe mir grosse Sorgen um dich gemacht Kazel.“ Hauchte sie aufrichtig ehe sie seine Hand drückte. „Aber jetzt wird alles wieder gut… wir kommen schon irgendwie hier raus und dann stossen wir zu Luziver und Shankar.“ Das waren nicht die Gedanken einer Frau die sich ihres nahenden Todes bewusst war. Shantih stand mitten im Leben und die Tatsache dass sie der Feuerhölle in der Schenke nur knapp entkommen war zeugte ebenfalls von einem starken Lebensdrang.
Dennoch wurde sie völlig von Kazels plötzlicher Nähe überrascht. Das war untypisch für ihn dass er sich so, vor den Augen anderer traute so etwas intimes zu tun. Sie legte ihm ihre Hand in den Nacken, strich sein Haar hoch und erwiderte den Kuss sehnsüchtig. Sie waren schon lange nicht mehr allein gewesen….

Aber mit diesem Viech an ihrem Bein war an sowas wie Leidenschaft und Liebe nicht zu denken. Ausserdem hatten sie für solche Dinge nun wirklich keine Zeit.

Es rüttelte an der Türklinke. „Was…zum… HallO?“ Schwester Waltrauts Stimme. Das Schütteln an der Klinke wurde energischer und es begann ein kräftemessen zwischen der Stationsschwester und dem eingeklemmten Stuhl welches der Stuhl im Moment zu gewinnen schien. „Macht sofort die Tür auf!! Was soll den das!“ Babs starrte zum Ort des aufkeimenden Problems. „Oho… das ist nicht gut! Das ist NICHT gut!“ „Hallo? Wer seid ihr?!“ „Ich… äh… die Türe klemmt! Ich bin… die kleine… mit dem hässlichen Fuss!“ „MICH TRITT EIN PFERD WENN IHR DAS SEIN SOLLTET!“ Babs Stimme war so vom Rauchen gezeichnet dass sie sich niemals für eine junge Frau ausgeben konnte.

„Wer immer ihr seid öffnet SOFORT die Tür oder ich hole die Wachen!!“ „JAAA WAS KANN ICH DENN DAFÜR WENN DER RIEGEL KLEMMT! ICH WILL JA AUCH HIER RAUS!“

Diese Aktion kam Kazel gelegen denn Babs entfernte sich vom Fenster und eilte zu Tür wo sie dafür sorgte dass der Stuhl so schnell nicht nachgab. „Nachdenken… Nachdenken…“ Flüsterte sie sich selbst immer wieder zu und schien mehr als nur beschäftigt zu sein, so dass sie wohl kaum auf das achtete was hinter ihr geschah. Auch sie konnte ja nicht ahnen… was geschehen würde.
"Du fehlst mir" „Du hast mir auch gefehlt Kazel… aber jetzt sind wir ja wieder zusammen! Nichts soll uns so schnell wieder trennen.“ Sie lächelte Aufmunternd und strich sanft über seine Wange, die Fingerkuppe ihres rechten Zeigefingers zeichnete einen der Augenringe nach die Kazel durch die Belastungen der letzten Tage erlitten hatte gebildet hatte. Ihr schauderte es. Hier am offenen Fenster zog es kalt von draussen herein. Die Dämmerung war bereits weit Fortgeschritten.
An der Tür wurde es Plötzlich still. „SIE IST WEG!“ Bemerkte Babs freudig und drehte sich um. Dann geschah ganz vieles in wenigen Augenblicken.

Shantih sah Kazel tief in seine Augen. Sie erkannte Schmerz und es schmerzte auch in ihrem Herzen dass er so viel schreckliches durchmachen musste. „Es ist nicht Fair… was dir geschehen ist Kazel. Du bist nicht verrückt.“ Das wollte sie einfach nicht glauben. Sie hatten ihn vielleicht verrückt gemacht – das im höchsten Falle alles andere war irrsinnig auch nur in Erwägung zu ziehen.
"Ich ... habe dich so geliebt. Shantih." Shantihs Augen weiteten sich. Warum sagte er das? Warum sagte er es so als würde es jetzt nicht mehr so sein. Es war jene letzte Frage die in ihren Augen zu lesen sein würde ehe sie wuchtig über das Fenstersims gestossen wurde. Shantih war mit ihren 1.60 ein wahres Fliegengewicht. Selbst wenn Kazel geschwächt war wie jetzt reichte seine Kraft bei weitem aus. Zumal sie überhaupt nicht mit diesem Angriff hat rechnen können.
Für vier Menschen brach mit diesem Augenblick eine Welt zusammen.

Als erster war da Kazel der Shantih fallen sah. Sie fiel mit dem Rücken voraus, den Blick auf ihn gerichtet mit einem entsetzten Schrei. Sie fiel in Einheit mit den Regentropfen. Ihre Hände Streckten sich nach oben aus. Versuchten nach den seinigen zu fassen. Doch da waren keine die sie auffingen. „Kazeeeeeeeeeellll!“ Hörte er sie noch rufen. Sie stürzte tief. Der Aufprall erfolgte jäh. Sie knallte mit dem Nacken zuerst auf den harten Untergrund ehe der Rest ihres Körpers aufschlug. Der Aufprall war so hart dass es die Beinschraube sprengte und damit auch das Bein zerfetzte. Schrauben flogen durch die Luft. Für Kazel lief das ganze Schreckensszenario in Zeitlupe ab. Sie lag da. Das Bein zerstört. Ein Arm unnatürlich verrenkt. Die Haare bildeten einen schwarzen Kranz um sie welcher sich mit dem Blut welches aus ihrem Ohr rann vermischte. Der Blick gen Himmel gerichtet. Was Kazel nicht sehen konnte war die Tränenbahn welche sich noch im Fall gebildet hatte. Vielleicht weinte die Welt nicht für ihn, aber Shantih tat es. Auch noch nach ihrem Tod rann die letzte Träne über ihre Wange.
Bei Kazel war es die erste und bisher einzige wahre grosse Liebe…

„Ehhhhhhh!!!“ Kazel sah es verschwommen vor sich. Der Eh-Eh Mann stürzte an die Unglückstelle heran, frei von jeder Deckung. Er hatte gesehen was geschehen war. Denn er hatte das Fenster der Klinik als einziger der Gruppe die sich unten befand im Auge behalten.

Er hatte gesehen wie Shantih aus dem Fenster gestossen wurde. Ohne weiter Nachzudenken war er losgerannt. Ihr entgegen. Die Arme ausgestreckt – um sie aufzufangen. Irrenlogik. Doch der Eh-Eh- Mann kam genau drei Schritte zu spät. Als er bei Shantih angekommen war flog ihm gerade eine Schraube entgegen. Er musste den Aufprall aus nächster Nähe erleben und war der einzige, der jemals die letzte Träne der für ihn unbekannten gesehen haben würde. Er blieb vor der Leiche stehen. Hob seine Arme und wich schockiert zurück ehe er blassgeworden in die Knie ging und die Hände vor seinem Gesicht verschlug. Er starrte nach oben. Sah Kazel am Fenster stehen. Seine Augen wurden feucht in ihm zerbrach etwas beim Anblick von Kazel. Jenem Mann den sie so vertraut haben, der ihnen so viel Hoffnung gegeben hatte. „Eh..h.h..w.h..a.h….e..hr…u…ehrhm.m?“ Krächzte er. Dann kauerte er sich bei Shantih zusammen. Schloss ihr mit zittrigen Händen die Augen mehr konnte er nicht mehr für sie tun. „HALT stehen geblieben!“ Die Wachen wurden auf ihn aufmerksam. Man hörte Hundegebell. Man rannte auf ihn zu. Dem Eh-Eh-Mann kümmerte es wenig. Er blieb neben Shantih kauern und weinte.

Beim Eh-Eh-Mann war es der Glaube an den gesunden Menschenverstand…

Neun Monate brauchte der Mensch um so weit reifen zu können dass er für ein Leben auf der Welt genügend stark war. Eine Sekunde jedoch reichte aus um ihn gewaltsam davon wegzufegen. Genau dies Widerfuhr Shantih in jenem Augenblick. Ihr letzter Blick galt Kazel. Der oben auf dem Fenster stand. Nach dem Aufprall folgte kurzer Schmerz… und dann nur noch Schwärze. Für die Frage nach dem Warum, war ihr selbst keine Zeit geblieben.

Sie verlor alles…

Babs drehte sich in jenem Moment gerade zu Kazel um als dieser Shantih aus dem Fenster stiess. Sie erstarrte. Fassungslos blickte sie Kazel an. Für einen Moment gelähmt vor Schreck. Sie war direkte Zeugin geworden wie Kazel sich zum Mörder seiner eigenen Freundin machte. Doch noch bevor sie reagieren konnte zerbarst hinter ihr die Tür und ein gepanzerter Soldat stolperte ins Zimmer herein. Er schaffte es nur noch sich an Babs festzuhalten und riss sie gleich mit sich zu Boden. Die Alkoholikerin blieb liegen. Noch immer starr vor Angst und Entsetzen. Sie starrte den Söldner an. Kriegte kaum Luft. Ein weiterer Soldat folgte seinem Kameraden ins Zimmer – jedoch ohne zu fallen. Er zog sein Schwert als er sah dass der Patient offenbar ausgebuchst war und nicht wie angeordnet brav in seinem Bett lag. Schwester Waltraud drückte sich an dem stämmigen Mann vorbei und nahm sofort wieder militärische Aufstellung. Sie stemmte ihre Hände an ihre Hüfte und sah Kazel streng an. „WAS IN LYSANTHORS NAMEN GEHT HIER VOR… UND WER IST DIESE FRAU!“ Sie zeigte dabei auf die noch immer am Bodenliegende Babs. „Er… hat… sie gestossen! Ihr… müsst…ihr helfen!“ Brabbelte Babs vor sich her. „Wem?“ Fragte der Söldner ruhig der erkannte dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. „Dem… Mädchen mit dem hässlichen Bein…“

Für Babs brach eine ungewöhnliche Freundschaft zusammen.

„Ergib dich Junge!“ Knurrte der andere Soldat welcher das Schwert auf Kazel richtete.
Unten hörte man die anderen Wachen alarmschlagen. Die ersten Heilkundigen kamen angelaufen. Schwestern wie auch Ärzte. Sogar ein Lichtmagier. Der Regen durchnässte sie als sie sich beim Unglücksort versammelten. Die Fackel des ersten Wächters der Shantih und den Eh-Eh-Mann gefunden hatte zischte bei jedem Regentropfen der sie traf. Von Shantih waren nur noch unwirkliche Schemen zu erkennen. Man bückte sich nach ihr. Fühlte ihren Puls. Liess Lichtmagie durch ihren Körper strömen. Ohne Erfolg. Nach einigen Minuten nur gaben sie es auf.

Es dunkelte weiter.

Die Nacht versuchte zu verbergen was sich hier zugetragen hatte. Irgendwo weit her hörte man eine Eule rufen. Ansonsten herrschte betroffenes Schweigen. Auch die anderen der Chaostruppe stellten sich den Wächtern. Heinrich starrte Fassungslos auf den Leichnam. Kapitän Jack drückte sich gerade eine Träne weg. Selbst ihm war nicht mehr nach einem Spässchen. Das hier war kein Ausbruchsspiel mehr. Keine Befreiungsaktion der Verrückten. Das hier war Zerstörung und das Werk der Unterwelt.

Man reichte dem Eh-Eh-Mann eine Decke und führte den sichtlich unter Schock stehende Mann in die Klinik. Die anderen folgten ihm ausser einer jener der Truppe der schon immer der unscheinbarste aber gleichzeitig auch der unheimlichste war. Erdilin. Er kauerte dicht an einen Baumstamm gedrängt in der Nähe der Unglückstelle und hielt sich den Kopf. Ein ganzer Schwall von Emotionen hatte ihn durchdrungen. Er empfand sie mit. Eine Fähigkeit die Segen und Fluch zugleich war. Er empfand Wut, Fassungslosigkeit, Angst, Trauer… aber da war noch was anderes was ihn irritierte und ihn zum Fenster blicken liess. Er empfand Genugtuung ja sogar Freude.
Eine Krankenschwester richtete Shantih so her dass sie nicht mehr in dieser unnatürlichen Position lag. Vermutlich ertrug die Frau den Anblick nicht länger. Sie legte ihr die Hände auf den Bauch und legte dann ein weisses Tuch über sie. Sie und der Wächter wachten über sie während die anderen eine Trage beschafften. Nein… keine Trage, Tragen verwendete man für Verletzte… bei Toten kamen Bahren zum Einsatz.


Nur einige wenige Meter von Kazels Zimmer entfernt stand auch noch jemand anders am Fenster und blickte aufgescheucht durch den Tumult in die Nacht hinaus. Landrias Gesicht spiegelte genau ihre Gefühlswelt wieder. Die eine Seite lächelte… die andere trauerte. Was hatte sie da nur geschaffen? Sie blickte auf ihre schlaffe Hand die nur langsam wieder beweglich und empfindsam wurde. Sie war sich nicht mehr sicher ob sie das was sie Tat noch wirklich unter Kontrolle hatte. Sie bedauerte den Tod des Mädchens. Sie war nett gewesen. Sie seufzte… und betete zur Göttin der Nacht dass ihrer Familie sowas nicht zustossen würde. Dafür war sie da wo sie jetzt stand.

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Re: Krankenzimmer C14

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 15. März 2009, 12:36

Shantih ging wirklich liebevoll und fürsorglich mit ihrem Liebsten um. Kazel konnte sich gut auf ihr abstützen und näherte sich dem Fenster, jenem Ort, der für sie beide so verhängnisvolle Konsequenzen haben würde. Falsche Schlange! Tust du jetzt wieder so, als ob nichts zwischen uns stünde? Ha! Aber ich weiß, wem du dich des nächtens an den Hals wirfst und mit wem du verkehrst! Wie konntest du uns das antun? Ich hab dich geliebt, Shantih! Kazels Augen blitzten auf. Das Gefühl zwischen ihm und dieser wunderschönen Frau war vorbei. Er empfand nur noch Hass, wollte nur noch Rache verüben. Sein Rachefeldzug würde bei ihr beginnen und dann kümmerte er sich noch im die kleine Luziver, welche ihn ebenso ausgenutzt hatte. Vertraue niemanden. Nur dein Licht ist für dich da. "Jaaa", raunte er, als hätte er Shantih Antwort gegeben. Sein Kuss verschloss ihre Lippen. Sie sollte schweigen! Keine Lügen mehr, keine Versuche, ihn von seinen Plänen abzubringen.

Hinter ihnen wurde es lauter. Kazel ging nicht darauf ein. Sollte sich doch jemand um die brüllende Waltraud kümmern. Babs war ja noch da und die Alkoholikerin bewegte sich tatsächlich auf die Tür zu. Nun verschwand sie aus Kazels Sichtfeld. Sie würde seine Tat nicht sehen, sie war weg. Schlussfolgerungen eines Wahnsinnigen...
Mit aller Kraft, von der er nicht gerade viel übrig hatte, aber es reichte, schleuderte der Mischling jene Frau aus dem Fenster, der er sein Herz geschenkt und das sie dann auf brutale Weise zerbrochen hatte. Shantih fiel. Kazel beugte sich über den Sims, um ihren Aufschlag mitzuerleben. In seinen Augen wirbelten tintenblaue Schwaden das Meerblau auf. Er verzog keine Miene, doch anhand seiner gespannten Muskeln erkannte man seine Aufregung.
Shantih schrie seinen Namen. Sein Herz flatterte, er wollte ihr am liebsten nachspringen, doch im Gegensatz zu dieser falschen Frau davonfliegen. Er fühlte sich so leicht, jetzt wo sie fiel. Er genoss den Moment und hatte scheinbar auch genug Zeit dazu, sie kam dem Boden so langsam nahe. Er besaß genug Zeit, von ihren Augen abzulesen, die weit aufgerissen waren. Sie schimmerten oder glänzten, vermutlich vor Schrecken. Er missinterpretierte die glitzernden Tränen.
Dann krachte es, als ihr Nacken aufschlug und brach. Ebenso zerriss es die Konstruktion an Shantihs Bein. Wofür hatte sie den Schenkenbrand überlebt? Dass sie nun durch die Hand ihres Geliebten hatte sterben müssen? Er schaute auf ihren seltsam verwinkelten Körper ... und empfand nichts. Lediglich Genugtuung und das Wissen, die Aufgabe seines Lichtes Landria erfüllt zu haben strömten heiß wie Blut durch seine Adern. Es kümmerte Kazel nicht ... endlich war sie tot. Für Shantih gab es keine Gefühle mehr.
Aber es verpasste ihm einen seltsamen Stich ins Herz, als er einen anderen vertrauten Schrei hörte. "Ehhhhhhh!!!" Er starrte hinunter, auf den Eh-Eh-Mann, welcher sich neben die unnatürlich verkümmte Leiche kauerte und erstmals ein richtiges Wort formte, seit Kazel ihn kannte. Dies brach ihm fast erneut das Herz.
"Ich ... hab's nicht gewollt ...", murmelte er, ohne dass er sich dessen wirklich bewusst war. In seinem Kopf spielten sich andere Szenarien ab. Dort hatte er gesiegt, hatte seinen Auftrag erfüllt und würde nun endlich zu seinem Licht gehen können. Aufrecht und stolz. Warum also schmerzte seine Brust so? Er hielt sich die Stelle, unter der sein gequältes Herz schlug.
Wachen umringten unterdessen den Eh-Eh-Mann. Er blieb hocken, hielt Totenwache.
Hinter Kazel stand Babs wie erstarrt da. Der Mischlings-Elf konnte sie nicht einmal atmen hören. Sie tauchte erst wieder in seine Realität ein, als die Tür des Zimmers endlich aufgebrochen werden konnte. Kazel hörte viele Schritte, Leute stürmten den Raum. Auch Schwester Waltraud war dabei, denn ihre bombastische Stimme ertönte als erste. Sie und Babs wechselten kurze Worte. Die Alkoholkranke sprach so zittrig, man kannte sie so garnicht. Als wäre sie unsicher. Jemand ... hatte sie enttäuscht.

"Ergib dich, Junge!"
Kazel wandte sich langsam vom Fenster ab. Unten gab es ohnehin nichts Interessantes mehr zu sehen. Die eintreffenden Heiler und Ärzte würden Shantihs Leiche fortschaffen. Wo diese landete konnte Kazel egal sein. Lediglich um den Eh-Eh-Mann machte er sich irgendwie Sorgen, aber als er sah, dass man sich scheinbar auch um ihn kümmerte, drehte er sich zufrieden vom Fenster ab. Doch es war nicht das Schwert des Soldaten, auf das Kazels Blick zuerst fiel. Er schaute Babs ausdruckslos an. Er hätte jetzt so viel sagen können. Dass es ihm Leid tat oder dass Shantih ihn betrogen habe. Dass er sich von ihrer Falschheit befreit habe. Kazel schwieg.
Vorsichtig hob er die Hände, sein Blick wanderte nun zum Soldaten. Er ergab sich ohne jeglichen Widerstand und dann endlich sprach er: "Lasst Babs gehen. Jemand ... muss sich um den Eh-Eh-Mann kümmern. Bitte." Er tat einen Schritt auf das Schwert zu, bis die Spitze fast seine Brust berührte. Sein Blick zeigte Entschlossenheit, er würde sich in seiner Sturheit nun nicht von seinem weiteren Vorhaben abbringen lassen. Seine Stimme klang ruhig, Kazel wirkte gelassen. "Ich muss zu Dr. Landria Sinal. Ich muss sie sprechen, es ist wichtig. Dies oder mein sofortiger Tod." Jetzt berührte die Schwertspitze seinen Patientenkittel. "Ich lege die Entscheidung in eure Hände."
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