An fernen Ufern

Wie die Todesinsel aussieht, weiß man nicht. Wie man lebend zu ihr gelangt, ist ebenfalls unbekannt. Nur die Toten kennen sie, denn nur sie finden sich dort wieder. Aber was ist mit diesen blinden Wesen, die hier hausen?

An fernen Ufern

Beitragvon Gevatter Tod » Freitag 8. Februar 2013, 18:10

Kata Mayan – die Todesinsel / An fernen Ufern

(Juno kommt von: Südliche Stille Ebene )

Lukran tat aus das Licht, das einst die kleine Fuchshybridin erfüllt hatte.
Lebendige Dunkelheit umfing sie wie ein Leichentuch. Juno tauchte ein in die Dunkelheit des Todes. Sie fühlte die Kälte des Sterbens in sie eindringen, wie schneidende Schwerter, wie Angst, wie eine Krankheit die die Kräfte raubt. Ihre Glieder, die eben noch geschmerzt hatten, ihre Lunge die eben noch nach Luft geschrien hatte, alle Empfindungen begannen sich aufzulösen, entfernten sich von ihr und ließen sie allein zurück. Ihr Geist war nicht länger bereit Körper und Seele zusammen zu halten. Der Kampf um ihr Leben war verloren und wie ein immer weiter fort gleitendes Echo hörte sie ihren eigenen Herzschlag leiser werden. Ihr Blick wandte sich ab,
fort von dem was sie eins gewesen war …
lebendig -

Endlich war alles vorbei! All das Leid, dass sie seit ihrem Aufbruch aus ihrem heimatlichen Wald hatte sehen müssen, lag hinter ihr. Alle Schreie waren verstummt. Jeder vergossene Tropfen Blut, der sie so wütend gemacht, sie diese Dummheit begehen lassen hatte, das alles hatte an Bedeutung verloren. Jede Erinnerung die sie mit sich nahm, war nur noch vergangen und fern. Juno spürte nicht mehr den Untergrund auf dem sie gelegen hatte, sie schwebte. Dunkelheit glitt an ihr vorbei und allein dadurch bemerkte sie, dass sie sich bewegte. Schwarze Schlieren tanzten vor ihren geschlossenen Liedern, als läge ihr Leichentuch schon über ihr. Kein Atem blähte ihre Wangen, kein pochendes Herz schlug in ihrer Brust. Erleichterung, nach allem was geschehen war, breitete sich wie ein stiller See in ihrer Seele aus. Still und doch zuckten ihre Ohren. War da ein leises Plätschern? Warum war die Stille nicht perfekt? Doch, jetzt war es wieder ruhig. DA! Da war es wieder! Unkontrolliert zuckten ihren roten, spitzen Fuchsohren und nahmen genervt den Fehler in ihrer Umwelt war. Sie war doch tot! … oder?
Ein weiteres Plätschern, diesmal näher, da sie darauf zu zu schweben schien, störte die Stille ihrer Gedankengänge. Wie das hohe Summen einer Mücke, die man nicht los wurde und immer dann wenn die Konzentration am tiefsten war, so störte sie dieses plätschernde Geräusch immer wieder. Vollkommen entnervt hob sie ruckartig den Arm und zog das Leichentuch von ihrem Gesicht nur um gleich darauf in die leeren Augenhöhlen eines Schädels zu blicken. Die Finsternis in diesem Blick war so allumfassend, dass Juno erschrocken zusammen fuhr und durch die heftige Bewegung fast aus seinen Armen gefallen wäre. Das Leichentuch war sein Ärmel gewesen.
„GUT! DU BIST WACH.“
Grabeskälte lag in dieser tiefen aus allen Richtungen kommenden Stimme, die tief in ihrer Seele zu ihr sprach. Der Kiefer des Schädels bewegte sich nicht. Die makellos weißen Zähne grinsten sie lückenlos und unbewegt an. Langsam drehte sich ihr Horizont für sie und die Nähe zu ihm wich. Sie wurde auf ihre Füße gestellt, aber sie spürte den Boden unter sich nicht, was ein leichtes Gefühl von Schwindel auslöste. Jetzt konnte sie die Gestalt, die sie getragen hatte, in ihrer ganzen Endgültigkeit sehen und es gab nicht den geringsten Zweifel. Der Tod stand vor ihr und nichts war sicherer. So endgültig wie diese Erkenntnis in ihr war, so schwarz war sein langer Mantel, der die Welt unter sich begraben konnte. Er reichte bis zum Boden und glich an seinem Saum einer sich ständig in schwarze Nebel auflösenden Schleppe. Die lange Kutte hing über bleichen Knochen und wurde von einer Spange zwischen den nackten Schlüsselbeinen zusammen gehalten. Ein weiterer Totenschädel aus dunklem Metall grinste sie von dort aus an. Der Tod sah auf sie herab wie ein gnädiger Vater zu seinem Kinde.
„KOMM!“
Seine knochigen Finger streckten sich ihr entgegen.
„KOMM MIT MIR!“
Juno hatte seine Hand noch nicht ergriffen. Ihre Ohren zuckten schon wieder und meldeten immernoch dieses nervtötende Plätschern. Sie sah sich um. Sie standen gut 30 Schritt von einem schwarzen Ufer entfernt. Dahinter lag ein stiller See, aber eben nicht ganz still. Ein Steg mit einem kleinen Boot ohne Ruder lag an. Feiner Nebel schwebte über dem schwarzen Wasser und darüber war eine weit entfernte Höhlendecke zu erkennen. Felsen und Geröll zeichneten eine karge tote Landschaft, die trübsinniger nicht sein konnte. Dies war also der Übergang ins Totenreich und irgendwo dort hinten würde ihre Reise für immer enden.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Sonntag 10. Februar 2013, 01:15

Juno und ihre neue Elfische Freundin Eilmana, wurden unter den streng bewachenden blicken der Dunkelelfen ihrem beachtlich wirkenden Anführer Lukra vorgeführt. Dieser fixierte mit seinem kalten erbarmungslosen Blick die Gefangenen und trat nachdem er sich von seinem Roß herabgeschwungen hatte, auf die Gefangenen zu. Dabei spürte besonders die junge Fuchshybridin mit ihrem vor erfurcht gesenkten Haupt, den Blick des angsteinflößenden dunklen Kriegers auf sich ruhen.
Sie schluckte schwer und vermochte garnicht erst, ausgelöst durch ihren verwirrten und geschwächten körperlichen Zustand. Darüber nachzudenken auf welche Weise sie für ihr Taten bestraft werden würde. Doch in ihrem inneren spürte sie das etwas furchtbares auf sie zukommen würde. Und gemeinsam mit diesem innigen Bauchgefühl, trat auch stetig nähernd ihr Vollstrecker an sie heran. Dessen dunkler unheilvoller Schatten sie wie ein Vorbote in Dunkelheit hüllte. Alles was das junge Mädchen in ihrem Zustand, mit ihren smaragdgrünen, vernebelten Iriden erblickte. Waren die gepanzerten Stiefel des dunklen Fürsten, die nur wenige Zentimeter vor ihrer zierlichen Erscheinung halt machten. Plötzlich und unvorhergesehen spürte sie einen furchtbaren Druck an ihrem Hals, der sich stetig quetschend intensivierte. Juno wurde schlagartig aus ihrer Benommenheit gerissen und weitete erschrocken ihre Augen. Atemnot und Panik überkam sie in binnen von Sekunden. Reflexartig ergriffen ihre kleinen Hände den Arm Lukras, in der Hoffnung dessen Griff für das Ringen nach Luft etwas zu lösen. Doch ihr moralischer und körperlich geschwächter Zustand gepaar mit ihrer geringen Körperkraft machten ihr Vorhaben zu einem Akt der Unmöglichkeit. Ihre Blicke trafen sich und sie lauschte seinen bedrohlichen Stimme.
„Du kanntest die Regeln und hast sie trotzdem gebrochen. Stirb nun mit den Gewissen das wir deine pelzige Ratte ebenfalls häuten werden!“
Die ohnehin schon großen grünen Augen der Hybridin weiteten sich abermals und man konnte erkennen wie sich die feinen Blutgefäße ihrer Augäpfel weiteten und ihre Augen in ein tiefes rot hüllten. Juno spürte wie ihr Leben durch Lukras Hand aus ihrem Körper gepresst wurde. Ihr Herz schlug schnell, hart und schmerzvoll von innen gegen ihre Brust. Es fühlte sich wahrlich so an als wolle es sich aus den Körper des Mädchen herausboxen. Ein leises kaum noch hörbares wimmern entrang der zarten Kehle des Mädchens, welches sich durch körperliches unkontroliertes Zittern und panischen zappelns an der ausgestreckten Hand Lukras an der schwelle zum Tode befand. Mit einem Blick in die Augen des dunkelelfischen Anführers, konnte dieser nun genießen wie sich mit einer letzten Träne auf der Wange ihr Körper erschlaffte. Und die klaren glänzenden Seelenspiegel trüb und ausdruckslos wurden.
In diesen letzten Sekunden in denen das Leben aus Junos Körper entwich und ein unerklärbar befreiendes Gefühl ihren Geist berauschte, widmete sie in voller Sorge ihre letzten Gedanken ihrem kleinen Freund Wotan. Ihr Blick verschwamm und verdunkelte sich. Ihr Herzschlag in ihren Ohren wurde mit jedem Schlag schwächer und leiser....dann wart Stille.

Ein leises undefinierbares Plätschern und ein dunkler Schleier trübte und belebt zugleich die Sinne der scheinbar verstorbenen.
(....GEDANKEN...)
Was ist das für ein Plätschern?".....Es ist weg!.....
Wo bin ich?...Was ist mit mir passiert!?"
Es ist so dunkel hier!... Doch fühle ich mich so leicht und irgendwie unheimlich....unheimlich FREI!!.
.....Da ist es wieder!...wo es wohl herkommt! ...Ich scheine mich ihm zu nähern..aber wie kann das sein...es wird lauter...Arrgghh!! es stört meine Gedanken.. hör auf zu Plätschern.!?
Ich will hier weg!

Juno riss in einem Anflug von innerer Entnervtheit den Arm und hob das Leichentuch welches ihre Sicht trübte von ihrem Gesicht.
Doch was sie daraufhin erblickte durchfuhr ihren Körper mit schrecken. Dieser war in jenem Moment so intensiv das Juno beinahe gefallen wäre.
Jedoch nur beinahe.
Als sie von jener Gestalt in dessen erschreckendes Antlitz sie blickte, mit schauriger Stimme angesprochen wurde.
„GUT! DU BIST WACH.“
Juno fing sich nach ihrem schock schnell wieder und betrachtete die Gestalt genauer.
" Ich kenne dich!?... bist du Gevatter Tod?"
Langsam und behutsam lies der Tod Juno von seinen Armen und half ihr auf die Füsse.
Erst jetzt blickte sich Juno in ihrer unmittelbaren Umgebung um. Alles um sie herum wirkte trostlos, dunkel und unheimlich.
Sie erblickte ein Ufer an dem sich ein Steg mit einem Boot befand. Dieser schien sich am Rande eines Sees mit dunklem Wasser zu befinden.
„KOMM!“
Der Gevatter richte ihr seine knochige Hand entgegen.
„KOMM MIT MIR!“
Fragend und verwirrt schaute das Mädchen dem Tod ins Antlitz.
"Wohin soll ich mitkommen?!" Wo sind wir hier!?"
Juno legte die Arme trotzig um ihre Brust und schaute dem Tod Gevatter wissbegierig in die leeren dunklen Augenhöhlen.
"Sag mir erst wo du mich hinbringst.. und was mit mir geschehen wird?... vorher geh ich keinen Schritt mehr"
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Gevatter Tod » Montag 11. Februar 2013, 10:46

Die dargebotene Knochenhand senkte sich wieder und die weiten Ärmel der Kutte verhüllten die kahlen Glieder.
"Wohin soll ich mitkommen?!" Wo sind wir hier!?"
, hatte Juno trotzig geantwortet.
"Sag mir erst wo du mich hinbringst.. und was mit mir geschehen wird?... vorher geh ich keinen Schritt mehr"
Der Tod wandte ihr seinen Rücken zu und sah hinaus auf das schwarze Wasser. Juno konnte nur zu seinen knochigen breiten Schultern aufsehen und seine Stimme in ihrem Kopf hören:
„DU KENNST DIE ANTWORTEN AUF DEINE FRAGEN UND STELLST SIE TROTZDEM.“
Enttäuschung klang in dieser Grabesstimme mit und Juno wurde bewusst, wie dumm diese Fragen gewesen waren. Wohin würde der Tod sie wohl bringen?! Auch wusste sie ganz genau wo sie waren und ihr Trotz war auch nicht hilfreich. Aber es war anscheinend das Einzigste, was sie dieser Endgültigkeit entgegen setzen konnte. Er drehte sich langsam wieder zu ihr um, winkte sie zu sich heran und ihre Beine taten ohne ihr Einverständnis die erforderlichen Schritte. Sie standen am Ufer und er ließ sie in die Fluten blicken, wo unzählige Seelen unter der Oberfläche dahin flossen. Er ließ sie ihre Hand nach vorne ausstrecken und von unten wölbte sich die Oberfläche hungrig wie eine untote Masse, die nach ihrer Seele gierte. Sie spürte den Wahnsinn, der diese Seelen befallen hatte. Sie fühlte in ihnen die gleiche Gegenwehr, die auch sie in sich trug. Diese Seelen waren wie sie! Ruhelos! Sie waren noch nicht bereit gewesen, schon zu gehen. Dann drehte er Juno wieder zu sich. Als sie ganz nah vor ihm stand und in die schwarzen Höhlen seiner Augen aufblickte, hörte sie abermals seine Stimme.
„DU BIST NOCH NICHT BEREIT!“
Das fahle Gesicht verschwand in den Schatten seiner Kapuze und er ging langsam zu dem kleinen Boot was an diesem schwarzen Ufer lag. Das Holz knirschte unter der Last der Vergänglichkeit, als er die alten Bohlen betrat.
„ICH HABE ZEIT.“
Juno konnte sich nicht bewegen. Sie schaute immernoch in die schwarzen Fluten. Würde sie wie sie werden, wenn sie hier blieb? Wie angewurzelt stand sie am Ufer und sah dem Tod hinterher, wie er immer weiter auf dem Fluss der Seelen sich entfernte, der sie in sein Reich eingeladen hatte und sie nun an diesem trostlosen Ort irgendwo zwischen Leben und Tod alleine ließ. Juno war ein Geist, gefangen in ihren Gedanken, ihrem Trotz und unerledigten Dingen. Gevatter Tod war niemand mit dem man diskutieren konnte. Er war das Ende und hatte sie nun zwischen den Welten zurück gelassen. Sie war jung gestorben und hatte noch so viel vor gehabt. Vielleicht war es auch die Nähe zu ihren Göttern, die sie nicht los lassen ließ und diese Widerborstigkeit an den Tag legen ließ, doch jetzt war sie allein. So langsam wie das Boot sich bewegte, sah sie es nach Stunden noch irgendwo weit vor sich auf den Fluten schippern. Ab und an beugte sich die Knochengestalt über die Reling und hob eine Seele aus dem Wasser, die dann kurz ihre ursprüngliche Gestalt annahm und sich kurz darauf in ein kleines Leuchten auflöste und davon schwebte. Mit manchen schien er ein paar Worte zu wechseln, andere ließ er auch wieder zurück gleiten, doch dann war es einsam um sie geworden. Niemand war hier, der sich mit ihr unterhielt, der ihr ihre Fragen beantwortete, niemand der ihr Gesellschaft leistete, kein lebendes Wesen, kein Funke verirrte sich in ihre Richtung. Das Leben war erloschen. Stunde um Stunde, Tag um Tag, vielleicht sogar Monate der Einsamkeit lagen vor ihr, vergingen im Flug, einzig begleitet von dem leisen Plätschern des Wassers. Zeit spielte hier keine Rolle und Juno war allein mit ihren Gedanken.

Sie hatte jede Menge Zeit über ihr Leben nachzudenken, was sie verloren hatte, was sie sich noch gewünscht hatte und was sie beschäftigte. Sie war auf einem endlosen Weg, ohne Abzweigungen, gleich einem Rund in dem sie sich bewegte. Kein Anfang und kein Ziel war in Sicht, nur trostlose Einsamkeit und karges, kaltes Gestein. Nicht konnte ihre kreisenden Gedanken ablenken oder für Abwechslung sorgen. Auf eine grausame Art und Weise wurde ihre Seele dazu gezwungen in sich selbst Ruhe oder Wahnsinn zu finden. Ihr Geist konnte sich hier befreien und reinigen, oder wie die Seelen des Flusses dem Irrsinn anheim fallen. Vielleicht reifte ihre Seele auch durch diese Erfahrung und gewann an Klarheit? An diesem Ort, nur mit ihrer eigenen Gesellschaft, konnte sie ihre Erinnerungen Schicht um Schicht ablegen, bis sie sich selbst erkennen würde. Und vielleicht gab es das ein oder andere Bild in ihrer Seele, das sie auf ihrem Weg begleitete.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Montag 11. Februar 2013, 19:31

Verwundert schauend verfolgten die Blicke der frisch verstorbenen Füchsin die Reaktion des Gevatter Tod. Dieser wandte sich wortlos ab und schien seinen Blick auf das dunkle Gewässer zu richten.
Kurz darauf vernahm sie seine unheimliche Stimme in ihrem Geiste.
„DU KENNST DIE ANTWORTEN AUF DEINE FRAGEN UND STELLST SIE TROTZDEM.“
Junos Augen weiteten sich als ihr die beschämende Erkenntnis seiner Worte bewusst wurde. Sie filterte die Enttäuschung aus ihnen heraus, woraufhin sie scheinbar verlegen, ihren Blick abwandte und auf den zerklüfteten Boden zu ihren Füssen richtete. Sie grübelte ein paar Momente angestrengt ,als plötzlich etwas wie ein Götterfunken ihren Geist erleuchtete.
" Die Todesinsel!" wisperte sie erstaunt klingend einem feinen Windhauch gleich zu sich selbst. Wobei sich vor ihrem geistigen Auge Erinnerungen aus längst vergangener Zeit auftaten. Und sie an jenen erinnerte, der ihr einst Geschichten über diesen geheimnisvollen Ort, um den sich Mythen und Legenden ranken offenbarte.
"Menegephel!" wisperte sie erneut, Trance ähnlich vor sich hin blickend und sanft in sich hinein lächelte vor sich hin. Während sie sich in ihren eigenen Gedanken und Erinnerungen zu verlieren schien. Erst als sich Gevatter Tod ihr langsam wieder zuwandte, löste sie sich aus ihrer Trance und richtete ihren Blick auf seine unheimlich wirkende Gestalt. Diese winkte sie zu sich heran, woraufhin sich ihre Beine von einer unbekannten Macht erfasst in Bewegung setzten und sie zu seiner Seite trugen. Dann erhob er langsam den schwarzen Ärmel seines Mantels aus dessen Öffnung sich ein knochiger Finger erstreckte. Dieser zeigte in Richtung des dunklen Gewässers auf das er der jungen verstorbenen das Mysterium des Wassers eröffnete.Er lies sie in die Fluten des Gewässers Blicken in dem sich unzählige verstorbene Seelen befanden. Woraufhin erneut eine unsichtbare Macht von ihrem Arm Besitz ergriff und diese über die Oberfläche des schwarzen Wassers führte. Diese erhob sich sogleich zu einer Wölbung, als wolle sie die frische verstorbene junge Seele in sich aufnehmen. Juno verspürte in diesem Augenblick sowohl etwas vertrautes als auch beängstigend fesselndes von diesem Fluss ausgehen. Etwas darin zog sie in ihren Bann und ließ ihren Blick nicht abweichen. Erst als der Tod sie zu sich drehte löste sich ihr Geist aus dem Bann des Gewässers und schaute nun in die tiefen Augenhöhlen des Skeletschädels. Dann hörte sie ihn etwas sagen was sie innerlich gänzlichst aus der Fassung brachte.
„DU BIST NOCH NICHT BEREIT!“
Juno lies den Blick nicht von ihm als sich der Gevatter von ihr abwandte, sich bedacht und ruhig entfernte und in das alte Boot stieg.
Während sie scheinbar wie gebannt am Ufer stand und in den Fluss starrte.
„ICH HABE ZEIT.“
Erklang es ein letztes mal in ihr als sich das Boot mit dem Gevatter langsam entfernte und sie alleine mit ihren Gedanken zwischen Leben und Tod alleine lies. Juno war überrascht als der Tod jener Sache in ihr Ausdruck verlieh die ihr zu diesem Zeitpunkt noch unklar war. Sie fühlte sich wirklich noch nicht bereit aber warum? Sie war doch bereits hier...hier an diesem Ort? Warum durfte sie nun nicht einmal in ruhe ihren Seelenfrieden finden? Was für ein seltsames Spiel spielten ihre Götter da nur mit ihr? War es eine Strafe? Ein Fluch den man ihr auferlegt hatte? Sie wusste es nicht...NOCH NICHT! Doch schien sie nun die Ewigkeit auf ihrer Seite zu haben darüber nachzudenken.
Langsam löste sich der fesselnde Bann des Flusses von ihr der sie wie angewurzelt an dem Fleck stehen lies an dem sie das letzte mal mit dem Gevatter Tod gesprochen hatte. So schritt die Verstorbene langsam in Gedanken und Erinnerungen vertief am Ufer auf und ab. Sah hin und wieder auf den Fluss hinaus, wo sie die verstorbenen Seelen und den Gevatter immer kleiner werdend auf seinem Boot sah. Dabei erinnerte sie sich an seine Worte und betrachtete das Schauspiel mit den Seelen. Wie er vereinzelt welche aus dem Wasser befreite und von ihrem Schicksal erlöste, oder wieder hineinwarf.
Juno verlor schon nach kurzer Zeit an diesem Ort jegliches Zeitgefühl. So kamen ihr bald Minuten wie Stunden, Stunden wie Tage und Tage wie Jahre vor. Irgendwann setzte sie sich im Schneidersitz ans Ufer und versuchte ihren Geist angestrengt zur Ruhe zu zwingen.
"Was hab ich nur falsch gemacht?...was hab ich nur falsch gemacht?" murmelte sie zu sich selbst.
War ich zu naiv?...warscheinlich...Ich war wohl noch nicht Reif für die Reise, weder für die durch Celcias noch für die auf die Todesinsel."
REIFE...Erfahrung das ist es was mir fehlte, das ist mir nun bewusst *seufzt* doch was ist mein Schicksal? Wofür wurde ich geboren?...etwa um jung zu sterben?

Die Füchshybridin schaute hinauf zu der felsigen Decke trostlosen gesteins.
"Wofür habt ihr mich auserwählt mein Götterpaar? Was ist meine Bestimmung?"
"Bitte so gebt mir doch ein Zeichen?...ich will es doch nur verstehen lernen!"
Die Ungewissheit, Verwirrung aus vergangenen Ereignissen, sowie die Stille und Plätschern dieses Ortes ließen nicht zu das Junos Geist zur Ruhe kam. Doch zwang sie sich immer wieder angestrengt diese Blockade zu überwinden. Dann kam ihr eine Idee.
Um Ruhe für Ihre Gedanken zu haben, musste sie sich einfach nur selber einen Ort der Ruhe erschaffen, und durfte sich von nichts aus diesem selbsterschaffenen Paradies vertreiben lassen bis sie die Antworten fand die sie in sich selbst suchte.
So setzte sie sich am Ufer des Flusses in den Schneidersitz, schloss die Augen und begann eine Melodie zu summen die einst ihre Mutter ihr vor sang. Dabei atmete sie tief ein und aus und verfiel schon bald in eine Mediativen Zustand der Entspannung. Ihr liebliches Gesumme hallte sanft und beruhigend über den Fluss und durch die steinernde Umgebung. Hinter ihren geschlossenen Liedern erschuf sie sich den Neldoreth Wald neu. Mit all seinen Tieren und Pflanzen die ihr so viel Freude und Ruhe schenkten. Hier war ihr Geist frei und sie konnte beginnen sich selbst zu finden und ihre Gedanken abzulegen.Mit dem Ziel sich für Leben oder Tod zu entscheiden.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Dienstag 12. Februar 2013, 12:18

Das von den Göttern erbetene Zeichen blieb aus. Die trostlose Höhlendecke starrte Stunde um Stunde still zurück. Nur sehr langsam kam die junge Seele zu Ruhe. Juno setzte sich an den schwarzen Strand und lauschte ihrer Umgebung. Bis auf das stetige, leise Plätschern des Wassers, war es um sie vollkommen still. Es war eine ungewohnte Stille, eine in der die eigenen Gedanken fangen spielen konnten und es dauerte ein Ewigkeit bis das junge Mädchen so weit war, dass sie über sich selbst nachzudenken begann.
Was hatte sie falsch gemacht?
Gab es an so einem Ort ein „Falsch“ und ein „Richtig“? Und viel wichtiger war für sie auch die Frage, wohin würde das eine oder das andere sie führen? Die Erkenntnis ihrer mangelnden Reife, fand sie recht schnell, doch nur das Wissen darum, machte sie nicht reifer. Nur der Wunsch, erwachsen zu werden, ließ eine Seele nicht von einem Moment auf den anderen es dann auch sein. Was bedeutete Reife? Das wusste Juno immernoch nicht. Sie musste noch tiefer in ihrer Seele nach den Irrwegen suchen, die sie gegangen war, die sie hier her geführt hatten … und warum der Tod der Meinung war, dass sie noch nicht bereit war … für was auch immer.
War sie wirklich schon so weit ihre Fehler zu finden, sie zu erkennen, anzuerkennen und daraus zu lernen? Bedeutete das Reife? War Reifen nicht der Prozess des Lernens? Konnte sie vielleicht sogar an einem Ort wie diesem lernen?
Junos Gedankengänge waren vielleicht noch zu verwirrt, noch nicht lange genug in diesem stillen, besonnenen Zustand. Sie haderte immernoch mit ihrem Schicksal, hinterfragte es, stellte den Göttern Fragen, auf die sie keine Antwort erhielt. Kein sterbliches Wesen wusste jemals was sein Schicksal war und hieß es denn nicht auch, jeder formt es selbst, in dem er Schritt für Schritt sein Leben geht? Erst wenn man den Weg beschritten hatte, konnte man zurück schauen und sein Schicksal erkennen, doch Juno fragte sich, ob es ihr bestimmt war, jung zu sterben, in einem Moment, da es schon geschehen war. Sie war ein ruheloser Geist, der noch nicht mit seinem Leben abgeschlossen hatte. In ihrer Verzweiflung bat sie um Zeichen der Götter, doch da war nur das nicht enden wollende Plätschern. Sie fragte nach ihrer Bestimmung, als sie schon an den Ufern zur Totenwelt saß.

Es dauerte lange, bis ihre Gedanken genügend Stille in sich aufgenommen hatten, um endlich klarer zu werden. Sehr lange saß sie nur still da und dachte über ihr Schicksal nach. Nur sehr langsam begann sie ihre Vergangenheit nach den wichtigen Momenten ihres Lebens abzusuchen und als erstes fand sie eine Erinnerung, an ihr Glück. Die Gedanken an ihre Mutter hoben eine Melodie aus ihrer Seele empor und ließ sie leise die Klänge singen. Ihr lieblicher Gesang hallte sanft und beruhigend über den Fluss und durch die steinerne Umgebung. Hinter ihren geschlossenen Liedern erschuf sie sich den Neldoreth Wald neu. Mit all seinen Tieren und Pflanzen die ihr so viel Freude und Ruhe schenkten. Hier war ihr Geist frei und sie konnte beginnen sich selbst zu finden und ihre Gedanken zu fokussieren.

Endlich erreichte Junos Geist eine Art meditativen Zustand, in dem selbst das Plätschern sie nicht mehr störte und ein Teil ihrer Selbst geworden war. Die Bilder ihrer Vergangenheit begleiteten sie, gaben ihr Stärke und Mut, sich auf die Schatten ihrer Erkenntnis vorzubereiten. Sie liebte die Bilder ihrer Kindheit, die Sorglosigkeit mit der sie Aufgebrochen war in ein ungewisses Abenteuer, zu einer Zeit, in der sie noch beschützt hätte in den Armen des Waldes weilen hätte sollen. Sie war viel zu jung gewesen, als sie ohne Reife dem Sehnen ihrer Neugierde nachgegeben hatte, um hinaus zu ziehen, um die Welt zu erkunden. Genau in diesen glücklichen Momenten fand sie den ersten Anhaltspunkt. Sie war ein Kind gewesen, was blind in die Welt hinaus gestapft war. Doch die Gedanken des Glücks, die Erkenntnis, dass sie noch ein Kind war, vielleicht schon damals auch auf die Stimmen in ihrem Herzen hätte hören sollen, die sie zurück nach Hause gerufen hatten, diese waren es nicht, die sie getötet hatten. Sie musste noch tiefer graben. Um reifer zu werden, musste sie den Fehler finden, der sie das Leben gekostet hatte. Erkenntnis zu suchen und zu finden war ihr neues Ziel. Etwas anders konnte sie an diesem trostlosen Ort ohnehin nicht tun.

Doch eine Erkenntnis schob sich wie von selbst, gleich einem drohenden Schatten langsam über ihre junge Seele. Sie war nicht mehr am Leben und es gab auch keine Entscheidung die sie treffen konnte. Das Sterben hatte sie hinter sich. Es lag hinter ihr wie eine Stufe die man hinab geschritten war und niemals alleine wieder hinauf kam. Doch für die nächste Stufe war sie noch nicht bereit, da hatte Gevatter Tod wohl recht gehabt.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Dienstag 12. Februar 2013, 22:37

Die junge als Fuchshybridin verkörperte Seele die nun in einer düsteren felsigen Höhle, am Ufer eines verborgenen Seelenflusses saß und meditierend ihren unruhigen Geist nach Antworten und Selbsterkenntnissen erforschte. Um diese reinigend in neuen Einklang mit sich selbst zu bringen. Beschritt sie immer tiefer das Labyrinth ihrer selbst. Doch aus jeder Antwort die sie müheseelig sammelnd aus ihren Seelenarchiv zusammenfügte. Entstanden sogleich viele neue Fragen auf die es eine Antwort zu finden gab.
Hmm so komme ich nicht weiter! dachte sich die junge Füchshybridin.
Ich war nicht gut genug auf die Reise vorbereitet...war zu impulsiv und meiner Sache zu sicher...soweit so gut.
Was suche ich?...Erkenntnis und Klarheit.
Worauf hätte ich achten müssen...hm *grübel*...da war was.. ich weiss es war vor meinen Augen. *seufzt*
An dieser Stelle schien in Junos inneren eine Blockade in Form eines gigantischen mit Runen und schnörkeln verzierten Tores entstanden zu sein. Welches durch mehrfach gesicherter Eiserner geschmiedeter Ketten umschlungen und mit einem metallenem Schloss gesichert worden zu sein. Dieses scheinbar uneinehmbare, geschmiedete Gebilde, schien sie wie ein Schutzbefohlener daran zu hindern an die Erkenntnis zu gelangen die sie für ihr großes Rätsel benötigte. Doch gelang es ihr einfach nicht den Schlüssel zur diesen gigantischen Tor zu finden. Geschweige denn mit eigener Kraft einzudringen. Zu groß verhielt sich das Verhältnis zwischen der eindringenden Seele und dem Tor vor der sie stand.
Doch trotz dieser Erkenntnis trieb in ihrem inneren eine unbekannte Macht dazu es wenigstens einmal zu probieren. Und so trat die Seele ein paar Schritte näher an das riesige Tor heran und versuchte es durch rütteln, drücken und ziehen soweit zu öffnen um hindurchschlüpfen zu können.
Doch die geschmiedeten Glieder der eisernen Ketten hielten hielten die beiden Flügeltüren in ihrer schützenden Umarmung. Lediglich ein leises Rascheln der Ketten hatte Juno durch ihre Aktion hervorgerufen. Sichtlich enttäuscht und genervt von ihrem Versagen, brummte sie mürrisch vor sich hin.

Sie entriss sich ihrer Ruhe und gewonnenen meditativen Konzentration um ihre Seelenspiegel zu öffnen. Daraufhin erhob sie sich und trat erneut von Unruhe gepackt am Ufer auf und ab.
"Verdammt!...das kann doch alles nicht wahr sein?" fluchte sie ohne sich Gedanken zu machen ob dies nicht irgendwelche Auswirkungen hätte.
Denn schon seit sie denken konnte wurde ihr von ihren Eltern immer wieder geprädigt, " Juno du sollst nicht fluchen"
In diesem unkontrollierten Verhaltensausbruch, griff sie ohne darüber nachzudenken nach einem kleinen Stein am Ufer, und schmiss diesen auf die Wasseroberfläche des Flusses. Gerade als sie sich von dem Gewässer abwenden wollte. erblickte sie aus den Augenwinkeln wie das Steinchen mehrmals über die Wasseroberfläche sprang und dabei in kleine sich gleichmäßig ausbreitenden Wellen erzeugte. Diese Wellen schienen in jenem Moment nicht nur das Wasser in Schwingungen zu versetzen sondern hatten gleichermaßen Auswirkungen auf ihren Verstand. Einen kurzen Wimpernschlag lang war es so als hörte sie ein metallenes brechen von Gliedern und ein Kettenrasselndes aufschlagen auf den Boden. Diese Sinnestäuschung die in Junos Umgebung keinen Ursprung zu haben schien wurde von einem kurzen quietschen und Knarren begleitet. Welches das Öffnen eins großen Tores ausdruck verlieh. Juno stand wie gebannt mit weit aufgerissenen erstaunten Blick am Ufer und begann vor innerer Freute ein paarmal aufzuspringen.
"Bei Florencia und Phaun ich habe es!" teilte sie sich und den Seelen im Fluss mit.
" Ich bin selber für meinen Tod verantwortlich. Wenn ich mich nicht so neugierig verhalten und ablenken gelassen hätte.
Wenn ich auf die Zeichen die mir gegeben wurden besser geachtet hätte und meine Versprechen nicht im Anflug von Übermut ,Angst und dem Wunsch nach Freiheit nicht gebrochen hätte. Sondern mich kontrollierter Verhalten hätte, wäre es unter Umständen garnicht zu dem gekommen was geschah." Wenige Augenblicke nach Empfangen ihrer Lebensbegleitenden Erkenntnis, hüllte sich ein unsichtbarer Schleier aus etwas das man als Trauigkeit bezeichnen könnte ihre Seele ein.
Dann fiel sie auf die Knie und senkte ihr Haupt in Räue.
"Wenn ich nur früher.. ach was mach ich mir vor... was geschehen ist ist geschehen...und daran wird sich wohl nichts ändern lassen... oder vieleicht doch?"
Juno drehte ihren Kopf in die Richtung aus der sie und der Tod gekommen waren und begann von neuen Theorien und Gedanken angeregt zu Grübeln.
Sie richtete mehrmals ihren Blick auf die Richtung aus der sie kam und dann auf den Fluss auf dem man zur Todesinsel kam.
Sie rief sich die Worte des Gevatters ins Gewissen der ihr doch zu verstehen gab.
"Ich wäre noch nicht bereit"
" Und wenn es wahr sein sollte müsste dies ein Ort zwischen Leben und Tod sein.
"Wolltest du mir vieleicht damit eine Botschaft hinterlassen Tod?" lies sie ihn mit nachdenklicher Stimme leise sprechend Wissen.
Es half alles nichts... Juno rang grübelnd mit sich und ihren Vermutungen.
"Also ml angenommen auf der Todesinsel sei alles vorbei ...Dann müsste Ich mich hier auf der Schwelle befinden...dann müsste es doch auch einen Weg zurück ins Leben geben?...Nur wie komme ich dahin?"
"Ich könnte den Weg zurück gehen...doch was würde mich dort erwarten?"
" Vieleicht begegne ich jemand der mir behilflich sein könnte. Mit viel Glück finde ich vieleicht auch den Gevatter wieder...und bei der nächsten Begegnung bekomme ich dich schon zum sprechen mein Knochiger Freund. Feixte sie frech und mit neuem aufkeimenden Selbstbewusstsein Wandte sie sich vom Fluss ab und trat tiefer in die Höhle hinein.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 14. Februar 2013, 20:33

" Ich bin selber für meinen Tod verantwortlich. Wenn ich mich nicht so neugierig verhalten und ablenken gelassen hätte. Wenn ich auf die Zeichen die mir gegeben wurden besser geachtet hätte und meine Versprechen nicht im Anflug von Übermut ,Angst und dem Wunsch nach Freiheit nicht gebrochen hätte. Sondern mich kontrollierter Verhalten hätte, wäre es unter Umständen gar nicht zu dem gekommen was geschah."
Traurigkeit und Reue folgten der Erkenntnis auf den Fuß.
"Wenn ich nur früher... ach was mach ich mir vor... was geschehen ist ist geschehen...und daran wird sich wohl nichts ändern lassen... oder vielleicht doch?“
Was so viel versprechend begonnen hatte, begann wieder zu bröckeln. In der Ferne plätscherte irgendwo das Wasser, was sonst still und unbewegt vor ihr lag. Unbemerkt von ihr, entstieg etwas langsam den Fluten, während Juno noch immer umher ging, doch kaum einen Schritt voran kam. Egal in welche Richtung sie ging, blickte sie immer wieder auf das stille Wasser. Nur der Strand hatte sich etwas vergrößert.
„ Ich war noch nicht bereit. Und wenn es wahr sein sollte müsste dies ein Ort zwischen Leben und Tod sein. Wolltest du mir vielleicht damit eine Botschaft hinterlassen Tod?"
, lies sie ihn mit nachdenklicher Stimme leise sprechend wissen. Juno rang grübelnd mit sich und ihren wilden Vermutungen.
"Also mal angenommen auf der Todesinsel sei alles vorbei ...Dann müsste ich mich hier auf der Schwelle befinden...dann müsste es doch auch einen Weg zurück ins Leben geben?...Nur wie komme ich dahin? Ich könnte den Weg zurück gehen...doch was würde mich dort erwarten? Vielleicht begegne ich jemand der mir behilflich sein könnte. Mit viel Glück finde ich vielleicht auch den Gevatter wieder...und bei der nächsten Begegnung bekomme ich dich schon zum sprechen mein Knochiger Freund.“
Feixte sie frech und mit neuem aufkeimenden Selbstbewusstsein wandte sie sich vom Fluss ab, trat tiefer in die Höhle hinein und erschrak fürchterlich!

Direkt hinter ihr, als sie sich so schwungvoll umgedreht hatte, stand eine riesige Gestalt am Ufer des Sees, den sie eben hatte verlassen wollen. Es war so, als hätte sie sich einmal um die eigene Achse gedreht. Im ersten Moment wirkte der Schatten so gewaltig, das seine Konturen Juno um einiges überragten, fast doppelt so groß waren. Vor lauter Schreck war Juno einfach nach hinten umgefallen und damit ging eine Bewegung durch den dunklen Schatten. Gebannt konnte sie erst die Konturen eines Kopfes mit langen Haaren, breite Schultern und daran anschließende gewaltige Flügel erkennen, die sich nun langsam auf dem Rücken der Gestalt zusammen falteten und den Schatten schrumpfen ließen. Noch von der ersten Sekunde verschüchtert wich sie ein Stück vor der Hand zurück, die sich ihr entgegen streckte, als wollte er ihr aufhelfen. Mit diesem Ausweichen trat der … der Engel? … vollkommen aus der Dunkelheit heraus und ließ die Finsternis hinter sich. Seine Beine verließen die Fluten und er trat nah an ihren Strand, doch seine Füße blieben im Wasser. Unwillkürlich klappte Junos Kiefer nach unten. Ihre Augen sogen die Informationen begierig auf. Jeder Schritt den dieses Wesen auf sie zu tat, wurde genauestens analysiert, denn es war das erste Wesen, das sie nach ihrem Tod sah. Die schlanken, baren Füße setzten mit Bedacht und mit dem bekannten leisen Plätschern ihren Weg auf sie zu fort. Das Wasser des Seelenflusses folgte ihm wo auch immer er hin ging. Wie lebendige Flüssigkeit floss es mühelos seinen Schritten hinterher. Die Beine waren unter einer dünnen weiten Lederhaut verborgen, die sich um sein schmales Becken wand und seinem Körper die typische V-Form verließ die Männer so anziehend machte. Der Schnitt seines Beinkleids war nicht definierbar. Nicht Hose, nicht Kilt, noch Tuch, noch sonst irgendetwas was sie je gesehen hatte. Bewegte er die Beine, so bewegte sich auch der Stoff und zeigte an manchen Stellen muskulöse Hautpartien. Dann blieb er stehen. Die Gestalt eines jungen Mannes, von zeitloser Schönheit, schlank und jugendlich unverbraucht, stand reglos vor ihr. Seine nasse Haut, von der das schwarze Wasser rann, hatte die gesunde Farbe eines jungen Baumes, sein Haar war lang, nass, klebte auf seiner Brust und schimmerte in warmen rotbraunen Facetten. Die Augen waren groß und rund, zwei tiefe Seen, in denen man ertrinken konnte. Wie Ebenholz war ihre Farbe und strahlte Wärme und Stärke aus. Der Oberkörper war nackt und jeder geschmeidige Muskel fein definiert, als hätte ein Künstler, ihn eben erst gemalt. Die Brustmuskeln spannten sich als er den Arm langsam wieder sinken ließ um ihr die Zeit zu geben, ihn ganz zu erfassen. Juno musterte fasziniert jedes Detail. Seine Ohren waren rund, wie die der Menschen, seine Lippen sinnlich und schmunzelten leicht. Das Kinn war energisch und die Stirn besonnen. Die Nase war fast ein wenig zu klein für einen Mann, doch gab sie ihm so einen etwas spitzbübischen Ausdruck. Doch das beeindruckendste waren die riesigen Flügel, die sich langsam auf seinem Rücken anlegten. Sie hatten die gleiche Farbe wie seine Haut und wurden zu den Spitzen hin heller, bis hin zu den langen Schwungfedern die in zarten creme weiß wie das Innere von Muscheln schimmerten. Reglos stand er vor ihr, mit seiner Pfütze um die Füße, die ihn nicht verlassen wollte. Das schwarze Wasser glänzte und spiegelte Licht wo keines sein dürfte. Alles an und um diesem Mann war faszinierend und Juno musste unwillkürlich einen dicken Klos in ihrem Hals hinunter schlucken, wollte sie auch nur einen Ton hervorbringen. Diese wunderschönen großen Augen sahen sie unverwandt an und ein sanftes Lächeln lag darin, doch lag es an ihr das Wort an ihn zu richten. Sicher gingen ihr tausend Fragen durch den Kopf. Was war er? Was wollte er hier? Was wollte er von ihr, wenn er denn etwas von ihr wollte. Was sollte sie nur fragen? Was sollte sie nur sagen? Hoffentlich nichts Dummes, das ihn wieder vertreiben würde, so wie sie den Tod mit ihrer Naivität vertrieben hatte. Sein Kopf hob sich ein Stück und das Spiel seiner Halsmuskulatur lenke sie kurz ab. Wie ein wahr gewordener Traum stand er da und sah sich in ihrer Ödnis um. Dieses vollkommene Wesen wirkte in der kargen, toten Umgebung so deplatziert, wie ein Regentropfen in der Wüste. Seine Augen glitten über die nackten Felsen, als bedauerte er sie um ihre Kälte. Alles an ihm strahlte Wärme und Leben aus. Dann richtete sich sein Blick wieder auf die am Boden sitzende Juno. Das Bedauern in seinen Augen schwand und ein schmales Lächeln zauberte sich auf die Lippen. Ein leichtes Nicken, wie zur Aufforderung, dass sie sprechen sollte, dass sie Mut haben sollte, ging über seinen Nacken und hob erneut sanft seinen Arm. Die Handfläche nach oben, deutete an, dass er ihr immernoch gerne beim Aufstehen helfen würde. Doch irgendetwas ließ Juno Scheu, wie ein junge Reh, vor seiner Perfektion empfinden. War sie würdig ein Wesen wie ihn zu berühren? An so einem Ort? Das winzige, teils unbewusste Zögern, ließ ihn seine Hand wieder schließen, doch als er sie wieder auf machte, lag in ihr eine reine weiße Apfelblüte.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Freitag 15. Februar 2013, 22:20

Gerade als Juno im Begriff war, sich vom Seelenfluss abzuwenden und die unbekannte karge Höhle nach einem Weg zurück ins Leben zu erforschen.
Wurde sie sowohl von aufdringlichem geplätscher, als auch von einem unheimlich wirkenden gigantischen Schatten ergriffen. Der ihre zierliche Seelenhafte Gestalt mühelos zu verschlingen vermochte. Aprubt blieb die junge Seele stehen. Sie schluckte verunsichert und wandte sich dann langsam herum. Sie erblickte die schattenhafte Silhouette einer Gestalt wie es schien, die am Rande des Ufers mit den Füssen scheinbar mit jenem Gewässer verschmolz, die von unruhigen Seelen beherbergt wurde. Vor lauter Schreck stolperte sie und fing sich rückwärts fallend, mit den Händen am steinigen Boden ab. Ihre Blicke fixierten die Gestalt, die wie Juno annahm aus solch einem Gewässer entstanden, nichts gutes zu bedeuten hatte. Mit einem nasskalt verschwitzten, schauer durchlaufenden Gefühl in den Gliedern. Welches sich ihr Verstand zusammen fantasierte, da sie es aus Lebzeiten noch so gewohnt war. Verharrte Ihr Körper in einer teils liegenden, teils sitzenden Position. Ihren Blick auf die fremde Erscheinung gerichtet. Als Bewegung in die Erscheinung kam, die behutsam ihre Hand nach der Hybridin ausstreckte, als wollte er ihr aufhelfen. Dabei wich Juno vom anfänglichen Schreck mitgenommen ein Stück von der Hand zurück. Mit diesem Ausweichen trat der … der Engel? … vollkommen aus der Dunkelheit heraus und ließ die Finsternis hinter sich. Die Blicke der seelenhaften Fuchshybridin verfolgten jede Bewegungsnuance ihres Gegenübers mit großem Interesse und Faszination. Ihr Blick wanderte von den Beinen angefangen quadratmilimeterweise seinen perfekt proportionieren muskulösen Oberkörper empor. Bis sie bei seinem traumhaft schönen Antlitz, den langen nassen Haaren und den beeindruckenden Flügeln angelangt war. Dabei weiteten sich ihre Augen fasziniert, während ihre sinnlich geschwungenen Lippen angetan von dem was sie erblickte öffneten. Das was man in Junos seelenhafter Erscheinung vieleicht als Puls und Herzschlag bezeichnen würde. Nahm mit jedem Wimpernschlag an intensität hinzu. Und schien ihre gesamten Sinne zu berauschen. Nicht nur das ihr scheinbar der Anblick des Engelsgleichen äußerst attraktiven jungen Mannes zusagte und sie zum schweren Schlucken veranlasste. Nein auch seine Aura, sein aromatisch anregender natürlicher Duft. Sowie sein intensiver, entschlossen, starker, verführerischer Blick die aus den dunklen Iriden seiner selbst stammten ihre Wirkung verbreiteten. Juno wirkte sowohl äußerlich als auch innerlich mehr als überfordert mit den neuen Empfindungen die ihren Leib durchfluteten. War dies vieleicht ein Zauber der auf sie wirkte, um sie womöglich unterwürfig und Fluchtunfähig zu machen?
Sie wusste nicht wie sie damit umgehen sollte. Bisher war es ihr erst einmal und auch nur ansatzweise gewährt gewesen diese Gefühle zu erleben. Und das war als sie begann mehr für ihren alten elfenhaften Freund Menegephel zu empfinden. Doch war es im nachhinein betrachtet kein Vergleich zu dem was dieses Wesen auf sie ausstrahlte. Dieser Engel war einfach...sagenhaft. Seine Augen strahlten eine Wärme und Vertrauenswürdigkeit aus wie Juno sie bisher nur von ihrem Eltern kannte. Das Aroma das seine nasse Haut versprühte, so wie der gebräunte Taint erinnerten sie an die jungen starken Bäume des Neldorethischen Waldes und vermittelten ihr ein Gefühl von Heimat. Mit jeder Pore seines Körpers schien er nach frischen Blumen, Moos, und Holz zu duften. Veranlasst dadurch, nahm Juno mit jedem Atemzug ihrer feinen Nase seinen Duft in sich auf, und verfiel in innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Für wenige Wimpernschläge schloss sie sogar die Augen genießerisch beim ein und ausatmen. Bis ihre großen Seelenspiegel sich wieder öffneten.
Reglos stand er vor ihr, mit seiner Pfütze um die Füße, die ihn nicht verlassen wollte. Das schwarze Wasser glänzte und spiegelte Licht wo keines sein dürfte. Alles an und um diesem Mann war faszinierend und die junge heranwachsende Frau, musste unwillkürlich einen dicken Klos in ihrem Hals hinunter schlucken, wollte sie auch nur einen Ton hervorbringen. Diese wunderschönen großen Augen sahen sie unverwandt an und ein sanftes Lächeln lag darin doch lag es an ihr das Wort an ihn zu richten. Sicher gingen ihr tausend Fragen durch den Kopf. Was war er? Was wollte er hier? Was wollte er von ihr, wenn er denn etwas von ihr wollte. Was sollte sie nur fragen? Was sollte sie nur sagen? Hoffentlich nichts Dummes, das ihn wieder vertreiben würde, so wie sie den Tod mit ihrer Naivität vertrieben hatte.Wie ein wahr gewordener Traum stand er da und sah sich in ihrer Ödnis um. Dieses vollkommene Wesen wirkte in der kargen, toten Umgebung so deplatziert, wie ein Regentropfen in der Wüste. Seine Augen glitten über die nackten Felsen, als bedauerte er sie um ihre Kälte. Alles an ihm strahlte Wärme und Leben aus. Dann richtete sich sein Blick wieder auf die am Boden sitzende Juno. Das Bedauern in seinen Augen schwand und ein schmales Lächeln zauberte sich auf die Lippen. Ein leichtes Nicken, wie zur Aufforderung, dass sie sprechen sollte, dass sie Mut haben sollte, ging über seinen Nacken und hob erneut sanft seinen Arm. Die Handfläche nach oben, deutete an, dass er ihr immernoch gerne beim Aufstehen helfen würde. Doch irgendetwas ließ Juno Scheu, wie ein junge Reh, vor seiner Perfektion empfinden. War sie würdig ein Wesen wie ihn zu berühren? An so einem Ort? Das winzige, teils unbewusste Zögern, ließ ihn seine Hand wieder schließen, doch als er sie wieder auf machte, lag in ihr eine reine weiße Apfelblüte.
Fasziniert betrachtete sie das Geschenk das er ihr reichte. Langsam streckte nun auch Juno dem himmlischen Wesen ihre Hand entgegen. Ihr schlanker Zeigefinger strich behutsam und sanft über die Konturen der Blüte. Von dortaus strich sie für einen Moment über die Außenfläche seiner Hand, und wieder zurück wo ihre Handbewegung darin endete, die Blüte hinunter zu wischen und seine Hand mit ihrer zu umschließen. Auf das er ihr mit seinen starken Armen aufhelfen möge. Als er dies tat und ihre Hände sich berührten und er die junge Seele zu sich hinaufzog. Durchfuhr dem Mädchen ein Bedürfnis das sie selber nicht kannte. Anmutig wie eine elfengleiche Tänzerin die Juno durchaus wahr. Schlang sich ihr rechter Arm um seinen starken breiten Nacken und zog seinen Kopf sanft streichelnd zu sich hinab. Wo sich in einem sinnlich verlangenden Moment ihr Lippen trafen. Was war in diesem Moment in die Fuchshybridin gefahren? Das wusste wohl niemand so genau, geschweige das man dies erklären könne. Es war wohl um es am einfachsten auszudrücken ein Verlangen nach Nähe und Geborgenheit.
Lange zogen sich die sinnlichen Küsse der beiden außergewöhnlichen Geschöpfe hin. Dabei schien jegliche Zeit still zu stehen, was diesen Augenblick endlos machte. Die finger ihrer linken Hand wanderten erfoschend und zärtlich über die muskulöse Brust und dem flachen Bauch des unbekannten Engels. Juno gab sich sinnesverloren dem Geschmack seiner Lippen und dem halt seiner starken Arme hin. Bis dieser beschloss sich behutsam wieder von dem Lippen der weiblichen Seele zu lösen. " Wunderschön" hauchte Juno ihm betört entgegen.
Doch als der Rausch der Sinne langsam abklang, wurde ihr bewusst was sie da eigentlich tat.
" Bei Florencia und Phaun.. bitte verzeih mir!"
" Was ist nur in mich gefahren?" hauchte sie ihm erschrocken über ihre Tat entgegen und schlug die Hände vor die Lippen.
Sofort viel Juno dem Engel vergebens klammernd um die Hüften. Hoffend das dieser ihren Fehler nachsicht anerkennen würde.
" Es tut mir so leid... bitte denk nicht falsch von mir... und verlass mich noch nicht!?"
" Nur du bist so.. soo...wunderschön...und...alles an dir erinnert mich an Daheim."
"Ich benötige deine Hilfe mein Engel"
Junos Blick wandte sich verlegen ab, traute sich nicht mehr in seine warmen dunklen Seelenspiegel Augen zu schauen.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Samstag 16. Februar 2013, 21:11

Es war nur eine Berührung, nur ein Hauch seiner Wärme die in ihr alle Dämme brechen ließ, sofern da überhaupt welche vorhanden waren. Sanft wischte ihre Bewegung die Apfelblüte aus seiner Hand. Das Geschenk verblasste vor den Empfindungen und war vergessen. Es schwebte lautlos dem Boden entgegen. Während die beiden Wesen still zwischen den Welten im Kuss verweilten, zerbarst die winzige Blüte ohne einen Laut in tausend funkelnde Teile, die sich sofort auflösten. Juno schlug die Augen wieder auf, denn ihr Engel löste sich langsam von ihr.
"Wunderschön!"
, hauchte Juno ihm betört entgegen, nachdem sie sich an seinem Hals mehr hinauf gezogen hatte, als ihn hinunter und im Rausch ihrer aufwallenden Instinkte sich einen Kuss ergaunert hatte. Ein Gefühl, seliger als alles was sie sich je zu träumen gewagt hatte, flutete durch ihre Adern und ließ ihre Sinne tanzen. Ob es sein Duft gewesen war, der sie dies hatte tun lassen, sein Anblick oder einfach die Art wie er still da stand, sie wusste es nicht. Sie hatte einen Engel geküsst und selbst wenn sie jetzt dafür bis in alle Ewigkeit bestraft werden würde, so würde diese Erfahrung sie für immer begleiten.
Moment!
Sie hatte einen Engel geküsst!!!
Sie hatte ihn weder um Erlaubnis gebeten, noch hatte er sie darum gebeten. Die plötzliche Scham zwang sie in die Knie. Was hatte sie da nur wieder getan? War sie nicht wegen einer solch unbedachten Regung gestorben?
"Bei Florencia und Phaun.. bitte verzeih mir! Was ist nur in mich gefahren?"
Der entgeisterte Blick des Engels, der auf ihr ruhte, ließ sie nun vollkommen verzweifeln und sie klammerte sich an seine Hüfte. Blinzelnd sah er auf sie herab, noch ohne jede Reaktion..
"Es tut mir so leid... bitte denk nicht falsch von mir... und verlass mich noch nicht!? Nur du bist so.. soo...wunderschön...und...alles an dir erinnert mich an Daheim. Ich benötige deine Hilfe mein Engel."
Juno traute sich nicht aufzusehen, doch die wachsende Spannung seiner Muskeln verriet, dass er er sich von ihr lösen wollte. Sie hatte es schon wieder vermasselt! Ein leichtes Zucken und der sanfte, aber bestimmte Druck seiner Hände schob sie von ihm fort, bis sie wieder auf ihren Unterschenkeln hockend im kieselartigen Strand saß. Noch bevor die den Mut fand, ihn wieder anzusehen, erklang ein leises Glucksen, was schnell zu einem voll tönernen Lachen anschwoll. Der Engel lachte, während noch eine Hand auf ihrer Schulter ruhte.
Fassungslos sah sie ihn an und er ließ sich im Schneidersitz vor ihn nieder. Seine Hand glitt dabei von ihrer Schulter und ergriff wieder ihre Hand. Seine gewaltigen Schwingen spreizte er dabei seitlich weg, wie einen Mantel den man weit nach hinten warf. Die Wickelungen seines seltsamen Beinkleids schlugen auf und entblößten teilweise seine muskulösen Beine. Als er dann saß fand er genug Luft um das Wort an sie zu richten:
„ … Juno, du brauchst wirklich meine Hilfe! HAHAhhahaha. So was hab ich ja noch nicht erlebt! Hahahaaha ...“
Seine zweite Hand fand zu ihrer Kleinen in seinen Großen und er drückte sie sanft. Es war ein herzhaftes Lachen, doch nicht verletzend, sondern eher ansteckend. Er … es fühlte sich an wie wenn ein Freund einem einen Fehler mit Freundlichkeit fort lächelte. Die Milde in seinen Augen war warm und er amüsierte sich köstlich. Seine Stimme war wie warmer Sommerregen in einer tiefen Nacht in der die Sterne schienen. Man merkte deutlich, wie er mit seiner Fassungslosigkeit kämpfte und immer wieder sich kleine Gluckser in seine Stimme stahlen. Das sie ihn geküsst hatte, konnte er anscheinend auch nicht so schnell verwinden. Er brauchte eine Weile, bis er sie ein paar Sekunden lang still anlächelte und einfach nur ihre Hand in seinen hielt. Sie hatte einen Engel aus der Fassung gebracht!
„Es stimmt wohl. Du bist wirklich noch nicht bereit.“
Wie ein großer Bruder strich er ihr über den roten Haarschopf, wo sie ihn doch so viel lieber auf ganz andere Weise berührt hätte. Sein Duft war magisch und verwirrte ihre Sinne immernoch, aber langsam konnte sie dem Rausch einen Namen geben, der sie durchflutete. Sie war gesegnet, denn welche Seele hatte schon das Glück von solch einem Wesen besucht zu werden. Seine unendlich fesselnden Augen machte es zwar schwer dem Inhalt seiner Worte zu folgen, aber Juno wusste, sie musste sich Mühe geben, auch wenn er freundlich schien. Sicher war er nicht ohne Grund hier.
Was hatte er eben gesagt? Sie sei wirklich noch nicht bereit? Wie lange war er schon hier? Warum benutzte er die gleichen Worte wie der Tod? War er ein … Todesengel? Ein Diener des Gevatters? Alles an ihm ließ doch auf Leben schließen! War so etwas möglich?
„Hörst du mir noch zu?“
Seine Lippen hatten sich bewegt, doch sie hatte kein Wort verstanden. Die Innenseite ihrer großen Ohren verfärbte sich blitzartig scharlachrot! Jetzt war's passiert! Sie saß vor ihm und er sprach zu ihr und sie verlor sich in ihren eigenen Gedankengängen. Überaus peinlich berührt konnte sie ihn kaum noch ansehen und starrte verlegen auf die schillernden Flügelspitzen hab hinter ihm.
„Juno? … Du weist nicht wer ich bin, oder? Nun gut, es ist so wie es ist. Vielleicht kommst du irgendwann von selber drauf. Ich habe Zeit! … Und du bist noch nicht bereit! Weder für die eine, noch für die andere Seite. Wenn du noch irgendwo Hoffnung und genug Willen in deinem Herzen trägst müssen wir hart arbeiten! Wo hast du die … Wo ist die Blüte die ich dir …?“
Er sah sich suchend um und dann mit ernstem Blick in ihre Augen. Er öffnete ihre Hände, hob ihre Arme, ob sie sie irgendwo versteckte, stand auf und lief suchend herum.
„Du hast sie doch nicht fallen lassen, oder?!“
Er lief weiter herum, bis er an die Stelle kam wo sie sich geküsst hatten. Ein winziger heller Fleck hatte dort den Boden verfärbt und er hockte sich hin. Seine Hand schwebte über der Stelle und sein Gesicht sah hoch konzentriert aus.
„Nein! … sie hat sie fallen lassen. Wie soll ich jetzt …?“
Er murmelte irgendetwas Unverständliches, aber Juno konnte an der Stimmung in seiner perfekten Stimme hören, dass es ein Fluch war. Ein fluchender Engel? Sie hatte die Blüte nicht festgehalten. Sie hatte sich wieder einmal ganz ihren Gefühlen hingegeben und etwas Wichtiges war ihr dabei entgangen. Der Engel stand gerade mit dem Rücken zu ihr und sah auf das stille Wasser hinaus, als die Erkenntnis, das schon wieder etwas schief gelaufen war, sie traf. Der Klos in ihrem Hals war sofort wieder da und die Silhouette seiner Gestalt machte es nicht besser. Die Flügel waren leicht gespreizt, als könnte er sich jeden Moment erheben. Die breiten, starken Schultern zuckten leicht, als sei er sich unschlüssig. Die Hände waren zu Fäusten geballt und die Schatten um ihn wurden dunkler. Juno spürte wie die Angst seinem Anblick Dunkelheit verlieh, dann drehte er sich so abrupt um, dass sie fast von einer Feder gestreift worden wäre. Der Windhauch fühlte sich grausam real an. Flog er jetzt weg?
Nein, er stand da und seine perfekte Stirn zierte eine ernste, senkrechte Denkfalte zwischen den scharf geschnittenen Brauen.
„Juno, manchmal bereue ich, geschworen zu haben, auf dich aufzupassen!“
Ein paar Sekunden herrschte bedrückende Stille, dann machte er den ersten Schritt wieder auf sie zu. Schnell war er bei ihr und stand mit gerunzelter Stirn sie fest ansehen vor ihr. In einer ähnlichen Situation hätte Juno vielleicht sogar eine Ohrfeige erwartet, doch was kam überraschte sie dann so sehr, dass sie den Boden unter den Füßen verlor … da er sie hoch hob. Seine Arme schossen nach vorne, legten sich warm um sie und hoben sie an seine breite Brust. Eine Hand legte sich an ihren Hinterkopf und die Andere um ihre Taille. Die Überraschung raubte ihr den Atem!
„Aber hab keine Angst. Ich lass dich nicht alleine. Es wird alles sehr … sehr viel schwerer werden, aber ich lass mir etwas einfallen.“
Seine Worte sollten sie beruhigen, doch noch wusste sie nicht so richtig wovon er da überhaupt sprach. Trotzdem tat seine Umarmung gut und ihr Körper prickelte verfügt vor lauter Wärme. Juno wusste sehr wohl, das sie gestorben war, aber ihr Körper erinnerte sich noch sehr gut daran, wie er zu reagieren hatte. Sie kannte das Gefühl. Einmal war sie zu lange draußen in der Kälte umher gelaufen und hatte dann ihre Hände in warmes Wasser getaucht. Dieses Kribbeln fühlte sich ähnlich an, aber noch um ein vielfaches besser und um ein vielfaches lebendiger! Und sein holziger Duft, Amber und Erde, Ahorn und Sandelholz mit einer zarten Note Moschus und noch etwas was sie noch nie schnuppern durfte, tanzte auf ihren Nerven und malte glitzernde Lichter in ihren Geist. Sein Atem streifte heiß über ihren Nacken ihre Schulter hinunter, während er sie so ein paar Sekunden lang hielt. Der Druck seiner Arme war angenehm und sein harter Körper bot köstlichen Widerstand um sich daran zu reiben. Doch bevor sie noch etwas tun konnte, ließ er sie langsam wieder an sich hinab gleiten und stellte sie wieder auf die Füße. Ein bisschen schwindelig war ihr vielleicht auch.
Er beugte sich zu ihn auf Augenhöhe hinab und sah sie ernst an. Er musterte sie etwas zweifelnd und stupste ihre Nase mit dem Finger an.
„Ich werde dir beibringen, dich zu kontrollieren! Du darfst dich nicht immer von deinen Gefühlen leiten lassen, bevor du denkst. Du willst doch nicht, dass man dich für ein unreifes Kind hält. Das bist du nicht, ich weiß es. Deine Jugend kann dich nicht schützen, das kannst nur du. Du darfst dich nicht mehr auf deinen … Niedlichkeitsfaktor verlassen. Du musst erwachsen werden, reifen, noch vor deiner Zeit, sonst kann ich dir nicht mehr helfen. … Sonst kann dich nichts von hier weg bringen! Doch du musst es wollen! Verstanden?“
Die Dringlichkeit in seiner wundervollen Stimme war so beschwörend, dass ihr gar nichts anderes übrig blieb als erst einmal langsam zu nicken. Darauf hin richtete er sich wieder zu voller Größe auf, wischte sich eine noch feuchte Strähne aus dem Gesicht und überlegte laut:
„ … nur wie?“
während er langsam auf und ab schritt und sie ab und zu dabei ernst ansah. Jetzt war die Zeit gekommen ihm Fragen zu stellen. Juno setzte sich auf einen kleinen Felsen und sah ihrem Götterboten zu, wie er seine Bahnen am Strand entlang zog. Jede Bewegung war ein Kunstwerk für ihre Sinne und seine Nähe tat unendlich gut, doch sie hatte Fragen. Fragen die sie nicht stellen konnte, lag sie in seinen Armen, auch wenn sich jede Zelle ihres Astralleibs nach seinem instinktiv sehnte. Es verhielt sich wie unterschiedliche Magnete, oder die Oberflächenspannung von Wasser. Alles an ihm war anziehend für sie als Geist, selbst in seiner Wut, selbst wenn er einfach nur so dahin schritt und grübelte.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Sonntag 17. Februar 2013, 12:50

Einen hauchzarten Wimpernschlag lang, hielt die junge Seele noch umklammernd mit ihrem Körper an der Hüfte des Engels gepresst inne.
Als sie ohne ihn anzuschauen spürte, wie seine Hände begannen sie vorsichtig von seinem Körper zu lösen. Und Juno sank mit traurigem Blick auf die Knie. Jeden Augenblick würde er seine majestätischen Schwingen ausbreiten und sie für immer in dieser trostlosen Ebene zwischen Leben und Tod alleine zurück lassen. Doch dem war nicht so. Stattdessen spitzten sich ihre Fuchsohren, als diese erst ein anfängliches Glucksen und dann ein voll tönerndes Lachen registrierten. Ganz perplex verfiel sie in ihre eigenen Gedanken.
Er lacht.. aber warum?
Dann spürte die junge Seele seine warme Hand auf ihrer Schulter. Diese hatte sich nicht von ihr gelöst, sondern behielt sie weiter in ihrer Obhut.
Fassungslos sah sie ihn an und er ließ sich im Schneidersitz vor ihn nieder. Seine Hand glitt dabei von ihrer Schulter und ergriff wieder ihre Hand.
Seine gewaltigen Schwingen spreizte er dabei seitlich weg, wie einen Mantel den man weit nach hinten warf. Die Wickelungen seines seltsamen Beinkleids schlugen auf und entblößten teilweise seine muskulösen Beine. Als er dann saß fand er genug Luft um das Wort an sie zu richten:
„ … Juno, du brauchst wirklich meine Hilfe! HAHAhhahaha. So was hab ich ja noch nicht erlebt! Hahahaaha ...“
Seine andere Hand fand zu ihren und umschloss sie beschützend. Sein Lachen war herzhaft und so ansteckend das auch Juno sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen konnte. Erleichterung machte sich in ihr breit und sie war glücklich, das er ihren Fehler nicht so ernst nahm und bei ihr blieb. Woraufhin sich Juno endlich wieder traute, die milde Wärme seiner dunklen wundervollen Augen aufzusuchen. Er schien sich köstlich über ihren fopa zu amüsieren, Seine Stimme klang wie warmer Sommerregen in einer tiefen Nacht in der die Sterne schienen. Man merkte deutlich, wie er mit seiner Fassungslosigkeit kämpfte und immer wieder sich kleine Gluckser in seine Stimme stahlen. Das sie ihn geküsst hatte, konnte er anscheinend auch nicht so schnell verwinden. Er brauchte eine Weile, bis er sie ein paar Sekunden lang still anlächelte und einfach nur ihre Hand in seinen hielt. Sie hatte einen Engel aus der Fassung gebracht!
„Es stimmt wohl. Du bist wirklich noch nicht bereit.“
Wie ein großer Bruder strich er ihr über den roten Haarschopf. Sie blickten ihn verlegen in die unendlich fesselnden Augen. Und konnte es sich einfach nicht nehmen lassen seine breite kräftige Brust und den durchtrainierten flachen Bauch zu begutachten. Wie gefesselt von seinem Anblick schaute sie auf seine sinnlichen Lippen. Wobei sie sich unbewusst leicht mit ihrer Zunge die eigenen benetzte. Innerlich begierig darauf seine nochmals auf ihren zu spüren.
Hmm er duftet so gut
Juno schüttelte leicht ihr Haupt.
Konzentrier dich Mädchen. rief sie sich innerlich selber zur Ruhe.
Was hatte er eben gesagt? Sie sei wirklich noch nicht bereit? Wie lange war er schon hier? Warum benutzte er die gleichen Worte wie der Tod? War er ein … Todesengel? Ein Diener des Gevatters? Alles an ihm ließ doch auf Leben schließen! War so etwas möglich?
„Hörst du mir noch zu?“
Erneut schüttelte sich die Fuchyhybridin aus ihren ablenkenden Gedanken.
Dann lächelte sie verlegen.
" Ups.. entschuldige.. Ich war abgelenkt"
Bei den Göttern er hat die ganze Zeit mit mir gesprochen und ich habe ihm nicht zugehört...reiss dich doch endlich zusammen Juno.
Das hier ist wichtig.

Überaus peinlich berührt konnte sie ihn kaum noch ansehen und starrte verlegen auf die schillernden Flügelspitzen hab hinter ihm.
„Juno? … Du weist nicht wer ich bin, oder? Nun gut, es ist so wie es ist. Vielleicht kommst du irgendwann von selber drauf. Ich habe Zeit! …
Und du bist noch nicht bereit! Weder für die eine, noch für die andere Seite. Wenn du noch irgendwo Hoffnung und genug Willen in deinem Herzen trägst müssen wir hart arbeiten! Wo hast du die … Wo ist die Blüte die ich dir …?“
Juno traute sich nicht auf seine Frage zu antworten. Dies war auch nicht nötig denn die Antwort war für jede anwesenden offensichtlich.
Zwar verbarg sich wie so vieles ihr Wissen tief in ihrem inneren doch konnte sie spontan noch nicht darauf zugreifen und blieb vorerst unwissend.
Plötzlich wie von einem inneren Blitz getroffen bemerkte sie die Unruhe die sich im inneren ihres Gesandten ausbreitete.
Die Blüte!?
Juno schlug fassungslos ihre Hände schützend vor Lippen und Nase.
Bei Florencia die Blüte.. ich habe sie fallen lassen als ich... Sofort begann auch sie sich nach dem Hauch von Schönheit in dieser kargen Umgebung umzuschauen. Doch sie konnte die Blüte welches ihr als Geschenk gereicht wurde nirgends entdecken.
Scheinbar war die Blüte mehr, als sie augenscheinlich wiederspiegelte. Ihr unbekannter Engel suchte alles angefangen von ihren Händen und Kleidungsstücken ab und schaute ihr dann mit ernster Mine in die Augen.
„Du hast sie doch nicht fallen lassen, oder?!“
Noch bevor Juno den Mut fand ihm eine Antwort zu gestehen, erhob er sich und suchte die Umgebung nach der Blüte ab.
Als er an die Stelle kam wo sie sich beide zuvor geküsst hatten. Ging er in die Hocke und begutachtete etwas auf dem sandigen Boden.
Juno erhob sich und ging auf ihn zu. Seine Hand schwebte über der Stelle und sein Gesicht sah hoch konzentriert aus.
„Nein! … sie hat sie fallen lassen. Wie soll ich jetzt …?“
Er murmelte irgendetwas Unverständliches, aber Juno konnte an der Stimmung in seiner perfekten Stimme hören, dass es ein Fluch war. Ein fluchender Engel? Sie hatte die Blüte nicht festgehalten. Sie hatte sich wieder einmal ganz ihren Gefühlen hingegeben und etwas Wichtiges war ihr dabei entgangen. Der Engel stand gerade mit dem Rücken zu ihr und sah auf das stille Wasser hinaus, als die Erkenntnis, das schon wieder etwas schief gelaufen war, sie traf. Der Klos in ihrem Hals war sofort wieder da und die Silhouette seiner Gestalt machte es nicht besser. Die Flügel waren leicht gespreizt, als könnte er sich jeden Moment erheben. Die breiten, starken Schultern zuckten leicht, als sei er sich unschlüssig. Die Hände waren zu Fäusten geballt und die Schatten um ihn wurden dunkler. Juno spürte wie die Angst seinem Anblick Dunkelheit verlieh, dann drehte er sich so abrupt um, dass sie fast von einer Feder gestreift worden wäre. Der Windhauch fühlte sich grausam real an. Flog er jetzt weg?
Nein, er stand da und seine perfekte Stirn zierte eine ernste, senkrechte Denkfalte zwischen den scharf geschnittenen Brauen.
„Juno, manchmal bereue ich, geschworen zu haben, auf dich aufzupassen!“
Als sie seine Worte vernahm, wurde ihr blockierter Verstand schlagartig von einer inneren Macht wachgerüttelt.
Wie der kleine Stein, welcher über das Wasser Sprang und das bewegungslose Flüssigkeit in Schwingungen versetzte geriert auch ihr Verstand Ihre Seele in Schwingungen und enthüllte dinge die zuvor verborgen waren.
Mit geweiteten Augen sah sie ihren Engelhaften Boten an.
"Ich weiss jetzt wer du bist!?" lies sie ihn im Flüsterton wissen.
Doch bevor sie weiter ihrer Erkenntnis ausdruck veleihen konnte, wandte sich jener Engel zu ihr herum und ging auf sie zu.
Juno schaute unverwandt zu ihm hinauf und blickte ihm in die dunklen Iriden.
So wie er vor ihr stand, erwartete sie alles was auf sie zukommen mag. Sie würde alles erdulden und sich nicht zur wehr setzen.
Doch was kam überraschte sie dann doch sehr.dass sie den Boden unter den Füßen verlor … da er sie hoch hob. Seine Arme schossen nach vorne, legten sich warm um sie und hoben sie an seine breite Brust. Eine Hand legte sich an ihren Hinterkopf und die Andere um ihre Taille. Die Überraschung raubte ihr den Atem!
„Aber hab keine Angst. Ich lass dich nicht alleine. Es wird alles sehr … sehr viel schwerer werden, aber ich lass mir etwas einfallen.“
Seine Worte sollten sie beruhigen, doch noch wusste sie nicht so richtig wovon er da überhaupt sprach. Trotzdem tat seine Umarmung gut und ihr Körper prickelte verfügt vor lauter Wärme. Juno wusste sehr wohl, das sie gestorben war, aber ihr Körper erinnerte sich noch sehr gut daran, wie er zu reagieren hatte. Sie kannte das Gefühl. Einmal war sie zu lange draußen in der Kälte umher gelaufen und hatte dann ihre Hände in warmes Wasser getaucht. Dieses Kribbeln fühlte sich ähnlich an, aber noch um ein vielfaches besser und um ein vielfaches lebendiger! Und sein holziger Duft, Amber und Erde, Ahorn und Sandelholz mit einer zarten Note Moschus und noch etwas was sie noch nie schnuppern durfte, tanzte auf ihren Nerven und malte glitzernde Lichter in ihren Geist. Sein Atem streifte heiß über ihren Nacken ihre Schulter hinunter, während er sie so ein paar Sekunden lang hielt. Der Druck seiner Arme war angenehm und sein harter Körper bot köstlichen Widerstand um sich daran zu reiben. Doch bevor sie noch etwas tun konnte, ließ er sie langsam wieder an sich hinab gleiten und stellte sie wieder auf die Füße. Ein bisschen schwindelig war ihr vielleicht auch.
Er beugte sich zu ihn auf Augenhöhe hinab und sah sie ernst an. Er musterte sie etwas zweifelnd und stupste ihre Nase mit dem Finger an.
„Ich werde dir beibringen, dich zu kontrollieren! Du darfst dich nicht immer von deinen Gefühlen leiten lassen, bevor du denkst. Du willst doch nicht, dass man dich für ein unreifes Kind hält. Das bist du nicht, ich weiß es. Deine Jugend kann dich nicht schützen, das kannst nur du. Du darfst dich nicht mehr auf deinen … Niedlichkeitsfaktor verlassen. Du musst erwachsen werden, reifen, noch vor deiner Zeit, sonst kann ich dir nicht mehr helfen. … Sonst kann dich nichts von hier weg bringen! Doch du musst es wollen! Verstanden?“
Juno nickte bestätigend und schenkte ihm ein erleichtertes Lächeln. Als er sich wieder zu seiner vollen Größe aufrichtete und sich eine noch feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht wischte begann er laut nachzudenken
„ … nur wie?“
während er langsam auf und ab schritt und sie ab und zu dabei ernst ansah.
Junos Astrale Erscheinung lies Ihrem abgesandten etwas Freiraum zum nachdenken und setzte sich auf einen kleinen Felsen am Strand von dortaus beobachtete sie wie er am Strand nachdenklich seine Bahnen und nach einer Lösung suchte.
Auch Juno hatte nun Zeit ihre Gedanken zu ordnen und beschloss ihm einige Fragen zu stellen die ihr schon sehr lange Zeit auf der Seele brannten.
Doch bevor sie ausholte viel ihr etwas seltsames auf. Ihr linkes Ohr zuckte schon seit ein paar Minuten hektisch. Und die kleine Füchsin spürte ein kribbeln auf ihrer Kopfhaut. Irgendetwas war da! Sogleich hob sie den linken Arm und tastete mit der Hand ihren rotgelockten Schopf ab. Anfänglich spürte sie noch nichts doch dann steißen ihre Finger tief verborgen unter ihrem Haar auf eine Beule, oder war es garkeine Beule.
Juno tastete weiter. Es fühlte sich irgendwie samtig an und gab unter gewissen Druck nach.
Seltsam!"
Das Mädchen sah zu ihrem Engel der tief in Gedanken versunken weiter den Strand ablief.
Sie wollte ihn nicht stören drum beschloss sie vorerst selber nachzuforschen was sich da in ihrem Haar verfangen hatte.
Sie erhob sich vom Felsen und ging auf das dunkle spiegelnde Wasser zu. In sicherem Abstand vor den gierigen Händen der darin befindlichen Seelen, schaute sie hinein. Erblickte ihr Spiegelbild und durchforstete erneut ihr Haar. Als sie ein paar Strähnen beiseite schob offenbarte sich ihr eine helle leicht spitze Beule die sich bei näherem hinschauen als eine Blütenknospe entpuppte.
Wo kam diese nur her?.. und seit wann wuchsen auf Junos Kopf Blumen?
Seltsam ihr Spiegelbild betrachtend schaute sie sich die Blüte genauer an. Diese sah genauso aus wie jene die ihr ihr unbekannter Beschützer geschenkt hatte. Nur war diese noch nicht zu ihrer vollen Reife erblüht. Unkontrolliert zauberte sich ein freudiges Lächeln auf ihre Lippen. So war sie innerlich einfach nur dankbar für dieses Geschenk.
Sie beschloss ihr kleines Geheimnis noch etwas für sich zu behalten und ging wieder zum Felsen zurück. Setzte sich im Schneidersitz auf diesen und beobachtete ihren Engel. Nun war es wirklich Zeit für Fragen und nichts würde sie jetzt noch davon abbringen Antworten zu erhalten.
*räusper* "Darf ich dir ein paar Fragen stellen?"
Was veranlasst meinen SCHUTZENGEL.. mich in dieser Ebene aufzusuchen?"
" Und wie kommt es das du mich ausgerechnet aus dem dunklen Seelenfluss aufsuchtest bzw in Erscheinung tratest?"
" Das war schon ziemlich unheimlich muss ich dir gestehen"
Haben dich die Götter oder Gevatter Tod zu mir gerufen?"
"Und was hat es mit dieser Blüte auf sich die du mir schenktest?"
" Denn scheinbar war diese für dich von kostbarer Bedeutung als ich es anfangs annahm?"
" Ist sie der Schlüssel für ein neues Leben?"
"Und ist es normal das mir so eine auf dem Kopf wächst?"
Bei ihrer letzten Frage musste Juno schmunzeln. Ihr war bewusst das sie erwachsen werden musste, doch durfte hin und wieder ein wenig kindlicher Schabernack nicht verkehrt sein. Sie war gespannt wie ihre neue Bekanntschaft diese Informationen rechtfertigen würde.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Sonntag 17. Februar 2013, 15:36

"Ich weiß jetzt wer du bist!?"
hatte sie ihn im geflüstert wissen lassen, doch wusste sie es wirklich? Nachdem er sie beruhigt hatte, verbrachten beide eine Zeit allein mit ihren Gedanken und Juno entdeckte die erste Beule an ihrem Kopf. Von Neugierde gepackt ging sie zum Wasser um ihr Spiegelbild darin zu betrachten.
Sie schaute sich die Blüte genauer an. Diese sah genauso aus wie jene die ihr ihr unbekannter Beschützer geschenkt hatte. Nur war diese noch nicht zu ihrer vollen Reife erblüht. Unkontrolliert zauberte sich ein freudiges Lächeln auf ihre Lippen. So war sie innerlich einfach nur dankbar für dieses Geschenk, aber seltsam war es schon. Sie beschloss ihr kleines Geheimnis noch etwas für sich zu behalten und ging wieder zum Felsen zurück, setzte sich im Schneidersitz auf diesen und beobachtete ihren Engel. Nun war es wirklich Zeit für Fragen und nichts würde sie jetzt noch davon abbringen Antworten zu erhalten. Sie räusperte sich leise und begann:
"Darf ich dir ein paar Fragen stellen?"
Das geflügelte Wesen blieb stehen und sah zu ihr.
„Natürlich.“
„Was veranlasst meinen SCHUTZENGEL.. mich in dieser Ebene aufzusuchen? Und wie kommt es das du mich ausgerechnet aus dem dunklen Seelenfluss aufsuchtest bzw. in Erscheinung tratest? Das war schon ziemlich unheimlich muss ich dir gestehen. Haben dich die Götter oder Gevatter Tod zu mir gerufen? Und was hat es mit dieser Blüte auf sich die du mir schenktest? Denn scheinbar war diese für dich von kostbarer Bedeutung als ich es anfangs annahm?"
Seine Augenbrauen zuckten über die letzte Formulierung, aber er hörte erst einmal weiter zu.
"Ist sie der Schlüssel für ein neues Leben? Und ist es normal das mir so eine auf dem Kopf wächst?"
Bei ihrer letzten Frage musste Juno schmunzeln, doch die Miene des Engels verfinsterte sich und er kam mit sehr langsamen Schritten auf sie zu, als er ihre ersehnten Antworten gab:

(Hintergrundmusik)

„Dein SCHUTZENGEL tut nur das was sein Name schon sagt. Darum bin ich hier. Ich versuche dich zu schützen. Wenn es nötig werden sollte, auch vor dir selbst.“
Ein Schritt.
„Ich komme durch den Fluss der Seelen als Bote der Götter zu dir. Ich brachte ihr Geschenk, doch … es ist verloren.“
Noch ein Schritt.
„Die Bedeutung der Apfelblüte kennt den Namen des Gottes der mich sandte und war nicht für mich, sondern für dich von größter Wichtigkeit. Du sagtest, du nahmst an … doch das ist nicht richtig. Du hast nicht gedacht in diesem Moment in dem sie fiel. Du hast dich fallen lassen. Die Geschenke der Götter dürfen nicht fallen, genauso wenig wie ihre Engel.“
Zwei weitere Schritte und er war schon sehr nah.
„Die Apfelblüte war dein Leben, ja. Sie war ihr göttlicher Seegen.“
Dann stand er vor ihr und betrachtete ihren Kopf. Seine Hand fuhr langsam über ihre Stirn in ihre Haarpracht und fand schnell die Knospe, doch es war keine Freude in seinem Gesicht zu erkennen, was Juno irritierte. Leise mit gesenkter Stimme sprach er weiter:
„Die Blüte die verloren ging, war ein Geschenk der Götter, doch die Blüte auf deinem Kopf ist ein Wunsch der dort wächst. DEIN Wunsch, gewisse Dinge ungeschehen machen zu können. Es ist ein Auswuchs deiner Phantasie, die ersetzen möchte, die sich nicht mit dem Verlust befassen möchte, die deine Fehler verbergen möchte. Solange dein Körper diese Blüten trägt, können wir nicht miteinander arbeiten. Du musst deine Schwächen kennen lernen, bevor du sie besiegen kannst.“
Er ließ seine Hand sinken und sah tatsächlich etwas enttäuscht aus.
„Du musst diese Gedanken los lassen. Du musst sie zerstören. Du bist immernoch nicht bereit … „
Er machte einen Schritt rückwärts.
„Du musst lernen Verantwortung für deine Taten zu übernehmen und sie nicht durch Wünsche und Phantasien einfach zu ersetzen. Hier, an diesem Ort, tragen deine Wünsche Blüten. Du willst immernoch den leichten Weg gehen, aber auf diesem kann ich dich nicht begleiten.“
Kurz wirkte er sogar traurig.
„Juno, ich … ich möchte dich … ich … ich wünsche mir bei dir zu bleiben, aber ich kann nicht ewig hier bleiben.“
Er sah auf seine Füße.
„Wenn das Wasser versiegt ist, muss ich zurück kehren. Mit dir oder ohne dich.“
Das schwarze Wasser schien noch unverändert um seine Beine zu wabern, aber seine Haare waren inzwischen schon fast getrocknet. Nur noch ein paar glitzernde Perlen benetzten seine Schultern.
„Juno, die Götter verzeihen keine Fehler, sie vergeben nur wenn man aus ihnen lernt. Willst du lernen, oder willst du bleiben wie du warst? Beides hat ein Ziel und einen Weg, doch nur auf einem kann ich dich begleiten. Nur auf einem kannst du mich begleiten, mir folgen. Den anderen musst du alleine gehen.“
Er stand noch immer auf Armessreichweite vor ihr und betrachtete sie. Gleichzeitig hätte er nicht weiter von ihr weg sein können. Ein kühler Windhauch traf Junos schmale Schultern von vorne und ließ sie frösteln. Der Lufthauch brachte Kälte über den Ozean der Seelen zu ihr. Eine einzelne Schneeflocke tanzte an seinem Kopf vorbei, schwebte seiner Handfläche entgegen die sich unter sie hob und lag dann still dort, ohne in der Hitze seines Körpers zu schmelzen. Juno hatte nur noch ihn gesehen, deshalb bemerkte sie nur verzögert die Änderung in der Umgebung.
Plötzlich waren da Bäume aus schwarzem Gestein hinter ihm, als hätte sie die ganze Zeit schon dort gestanden. Als hätte sie sie nur noch nicht sehen können. Ein Wald, der ihrer Kindheit sehr ähnlich, nur fern von Licht und Farbe und Leben. Einsamkeit wehte zwischen den Ästen und Kristalle aus Eis tanzten umher. Ein schmaler steiniger Pfad führte zwischen den Bäumen hindurch. Scharfe Felskanten ragten aus dem Boden und jede versprach Schmerz. In ihrem Rücken spürte sie Wärme und die Erinnerungen an ihr Leben. Als sie über ihre Schulter zurück sah, lag der Ozean der Seelen still hinter ihr und Bilder der Vergangenheit spiegelten sich in seiner Oberfläche. Ihr Schwanz zuckte verräterisch. Etwas juckte auf ihrem Rücken und als sie an der Stelle rieb, spürte sie deutlich eine weiter Knospe kurz über ihrer Schwanzwurzel dort entstehen. Ein weiterer widerspenstiger Gedanke begann unter ihrer Oberfläche zu wachsen, doch noch war ihr nicht bewusst, welcher es war. Mit den sanften Wellen kamen die Erinnerungen an ihre Eltern, an ihren elfischen Freund den sie hätte lieben wollten. Konnte sie das alles hinter sich lassen und den steinigen Weg beschreiten?
Der Engel, dessen Namen sie nicht kannte, sah sie nicht an. Er war auf den eisigen Wald zu gegangen und wartete an seinem Rand auf sie. Sein ausgestreckter Arm sehnte sie herbei, doch es war ihr Weg. Es war ihre Entscheidung.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Sonntag 17. Februar 2013, 19:32

Als Junos Schutzengel mit seinen Ausführungen über Sinn und Zweck seines erscheinens und seiner Aufklärung über das Blütenhafte Geschenk ihrer Götter, Schritt für Schritt näher herantrat. Schien sein junger unerfahrener Schützling ihm das erste mal merklich gewissenhaft zuzuhören.
So enttäuschte sie zwar die Tatsache das die Knospen in ihrem Haar und an ihrem Steiß nichts mit jenem Geschenk gemein hatten die die Götter ihrem Boten mitgegeben hatten. Sondern es sich dabei nur um Auswüchse von Träumen und wünschen sowie der Sehnsucht nach bereits vergangenem wahren. Was Juno wieder sichtlich betrübte. Mit ernsten Worten erklärte ihr engelsgleicher Lehrmeister, das sie sich entscheiden müsse. Da seine Zeit an diesem Ort nur von begrenzter dauer war. Und er gerne gemeinsam mit ihr und nicht alleine zurückkehren wollte woher er auch immer kam. Juno hörte heraus wie wichtig sie ihm zu seins schien und musste sich allmählich entscheiden was sie wollte. So bemerkte sie erst nach und nach wie sich die Umgebung um sie herum verändert hatte. Denn Während sich im Fluss der Seelen verführerische Bilder aus ihrem Leben sowie Träume und Wünsche wiederspiegelten und sie zum dableiben überreden wollten. Tat sich hinter ihrem Freund inzwischen vertrauten Schutzengel ein steinernder trostloser Wald, mit schmerzhaften steinigen Pfad und schier unangenehmer frostiger Umgebung auf. So stand er nun dort vor ebend diesem unheimlichen Ort und streckte ihr seine Hand entgegen. Würde Juno sich für den richtigen Weg entscheiden..oder auf ewig an einem Ort von Bildern und Illusionen längst vergangener Zeiten bleiben. Juno wägte ab, schaute immer wieder zwischen den beiden Orten hin und her. Alles was sie tun musste war eine Lebensentscheidende Wahl zu treffen. Die Knospen ihrer Träume abzulegen oder sich ewig an ihrer vorgetäuschten Schönheit zu erfreuen. Die Wahl in ihrem inneren viel ihr nicht leicht, doch gab es eine Sache die ihr mindestens genauso wichtig war wie ihr Wunsch nach neuem Leben und das war ER. Ihr göttlicher Traumprinz von dem sie nie geahnt hätte ihn jemals in solch einer Erscheinung zu begegnen. Sie hatte ihn geküsst und seinen Körper an ihrem gespürt. Wenn dieser Mann das Paradies repräsentierte, würde sie nie wieder woanders sein wollen. So richtete sie erst ihren Blick in den farblosen steinernden Wald und dann in die beschützenden fürsorglichen Augen ihres Begleiters. Mit wenigen Handgriffen fuhr sich Juno durch ihr haar und danach an jene Stelle ihres Körpers an denen sich die beiden Blütenknospen befanden. Diese knipste sie förmlich mit einem kurzen schmerzhaften zusammen ziehen ihres Gesichtes ab und trat an ihren Himmlischen Freund heran. Diesen blickte sie mit entschlossenem Blick an und lies ihn Wissen.
" ich wähle den schweren Weg, denn ich weiss solange du bei mir bist muss ich keine Angst haben. Ich vertraue dir."
Sie empfing seine dargebotene Hand mit ihrer eigenen und legte ihm dabei die beiden Knospen in die Handflächen.
" Ich vertraue mich dir mit Leib und Seele an, Nimm das was aus meinen Träumen und wünschen wurde und tu was nötig ist."
Kaum hatte sie zuende gesprochen, richtete sich ihr Blick auf den steinernden frostigen Wald. Auf den sie sich tapfer und mutig zubewegte.
Die kalten Winde zerrten jetzt schon beißend und ziehend an ihrer Erscheinung. Doch in Junos Blick spiegelte sich einen starker neuer Willen.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Montag 18. Februar 2013, 19:50

Das kurze Ziepen, als Juno die erste Knospe an ihrem Kopf abtrennte war schnell vergessen. Bei der Zweiten spürte sie es kaum noch und doch blieb ein leichtes Jucken an der Stelle zurück, was sicher auch bald vergehen würde. Sie hatte sich entschieden und wollte mit ihrem Engel gehen.
"Ich wähle den schweren Weg, denn ich weiß, solange du bei mir bist muss ich keine Angst haben. Ich vertraue dir."
Sie empfing seine dargebotene Hand mit ihrer eigenen und legte ihm dabei die beiden Knospen in die Handflächen.
"Ich vertraue mich dir mit Leib und Seele an, Nimm das was aus meinen Träumen und wünschen wurde und tu was nötig ist."
Sein Blick senkte sich auf die zarten Blütenblätter und bevor sie ihre Finger fortnehmen konnte, führte er die Knospen zurück in ihre Handfläche, umschloss dann ihre Hand mit sanftem Druck, so dass sie sie selbst zerstörte. Es war ein stilles Zeichen dafür, dass sie es selbst tun musste und nicht ihm ihre Aufgaben übergeben konnte. Dann richtete sie ihren Blick auf den steinernen frostigen Wald auf den sie sich tapfer und mutig zubewegte. Die kalten Winde zerrten jetzt schon beißend und ziehend an ihrer Erscheinung. Doch in Junos Blick spiegelte sich ein starker neuer Wille. Die sonst nur sprichwörtlichen Felsen, die einem das Leben so in den Weg legte, waren hier mehr als nur real. Für ihren astralen Leib war diese feindliche Umgebung Neuland und jeder Schritt tat an den Füßen weh. Ihr neuer Freund war immer bei ihr, doch er reichte ihr nicht die Hand, wenn ein Hindernis zu hoch, oder zu gefährlich wirkte. Mit jedem Schritt veränderte sich die Umgebung abermals. Die schwarzen versteinerten Äste nahmen langsam ein tief dunkles Smaragd an.
„Dies sind die Emerald Wälder. Sie zeigen jenen die sie durchwandern ihre Schwächen. Komm ...“
Juno folgte dem dunkelhäutigen Mann mit den cremefarbenen Flügeln.

(Hintergrundmusik)

Magische Klänge sangen in ihren Wipfeln und sprachen von vergangen Träumen. Es war eine erschöpfenden Erfahrung in der mehr und mehr die Gedanken verblassten und jede Bewegung zur Anstrengung des reinen Willens wurde. Es fühlte sich immer mehr so an, als würde Juno etwas zurück lassen. Sie hatte bisher immer nur wenig vom Leben verstanden und noch mehr verloren. Jetzt befand sie sich auf einer Reise zwischen Hügeln und bewaldeten Bergen. Sie ging einen steinigen Weg der sie immer wieder stolpern ließ und sie mit jedem Mal näher zu sich selbst brachte. Ihr Freund war bei ihr und sie folgte ihm. Sie folgte ihm und der Schnee wurde dichter. Sein Blick fiel immer wieder auf sie. Ihre Hände und Knie bluteten schon und jeder Schritt hinterließ kleine blutige Fußabdrücke. Vielleicht würde sie irgendwann ihre Erinnerungen dieser Zeit aufschreiben, sie in Worte bannen können, doch noch waren sie so flüchtig wie Schatten und verflogen mit jedem Meter mehr. Sein warmer Blick war in manchen Momenten das Einzige, was sie voran trieb, das Einzige was sie die eisigen Schneewehen voller Trostlosigkeit durch wandern ließ und ihr Hoffnung gab. Nur selten drangen sanfte Lichtstrahlen durch die geschlossenen Baumkronen und malten verborgene Geheimnisse in den Schnee. In diesen Momenten sah er sie schweigend an und etwas lag in seinem Blick, das sie nicht aufgeben ließ. Sie folgte ihm. Jeder Schritt führte durch die Nacht ihrer Sinnestäuschungen, der Wald sang sein leises Flüstern wie das Rauschen des Ozeans, er wisperte verlockende Träume, flehte sie an zu bleiben und die Zeit verlor sich zwischen den Ästen wie der Wind.

Juno kletterte gerade einen scharfkantigen Abhang hinauf, als der Stein unter ihrem linken Fuß nachgab und sie ins Rutschen geriet. Ihr Blickfeld drehte sich und die dunklen Äste über ihr kreisten um ihre Sinne. Sie fiel! Alles in ihr schrie auf, klammerte sich an ihre Seele und wollte nicht vergehen. Sie fühlte wie sie der Dunkelheit entgegen stürzte. Der Aufprall kam hart und drückte ihr die Luft aus den Lungen. Als sie aufsah stand ihr Engel an der oberen Kante der Klippe, die zu erreichen versuchte und streckte ihr die Hand entgegen.
„Noch einmal.“
Juno rappelte sich auf und machte sich sofort wieder verbissen an den Aufstieg. Sie hatte ihn fast erreicht, da brach abermals der Untergrund unter ihr weg. Als sie wieder klar sehen konnte, sah sie ihren Freund unbewegt an der Kante stehen.
„Noch einmal.“
Junos blick schweifte umher als sie aufstand. Ihr Steiß begann erneut zu jucken, als wollte sich wieder eine Knospe bilden, als wollte etwas in ihr den leichten Weg hinauf gehen, der nur wenige Meter von ihr den Hang hinauf führte. Doch sie wusste inzwischen, dass es nicht richtig war und behielt ihr Ziel fest im Auge … und stürzte wieder!
„Immer – noch – ein – Mal.“
Seine Stimme war unerbittlich und doch so schön und warm. Juno war müde. Jeder Knochen tat weh, jeder Muskel brannte vor Erschöpfung, doch er verlangte immer noch ein Mal mehr, das sie sich anstrengte und nicht aufgab.
Und sie fiel.
Dann, unvermittelt und überraschend sank sie sanft in Wärme. Was sich verändert hatte, war ihr noch gar nicht bewusst geworden. Vielleicht hatte sie auch nur einfach Ausdauer bewiesen. Sie öffnete die Augen und sah in sein nahes Gesicht. Er hatte sie aufgefangen und sie standen auf einer Lichtung, weit und breit keine Klippen in Sicht. Der Schmerz war verschwunden und seine Wärme hüllte sie ein, wie eine weiche Decke. Ihr Arm lag um seinen Hals. Ihr Blick fiel auf ihre geschundenen Knie unter denen sein Arm sie hielt. Es war seltsam, dass die Kratzer, Schnitte und Risse nicht weh taten.
Irgendwo war immer dieses leise Plätschern zu hören und er setzte sie in der Nähe eines kleinen Bachs auf einem Stein ab. Dann löste er einen Teil seiner Wickelung der Beine und tauchte es in das Wasser. Vorsichtig schob er die zerrissenen Fetzen ihrer Hosen auseinander und säuberte die Wunden. Gebannt sah sie seinem Tun zu. Fahles blaugrünes Licht fiel auf seine makellose Haut und er wirkte so über alle Maßen konzentriert, als bemühte er sich sie so wenig wie möglich zu berühren und ihr doch zu helfen. Sein Gesicht war so nah, seine Lippen leicht geöffnet und er näherte sich mit ihnen ihrer geschundener Handfläche. Sein warmer Atem blies über ihre Haut und heilte ihre Wunden. Ein wohliges Kribbeln ging von diesem Punkt aus und wollte sich verbreiten. Er sah nicht auf als er sie fragte:
„Was würdest du jetzt am liebsten tun? Sag es mir, ohne nachzudenken. Fasse dein Handeln in Worte, bevor du es tust.“
Kannte er nicht die Antwort schon? Waren seine Lippen nicht schon ihren so verführerisch nah? Verstand das junge Fuchsmädchen, die Botschaft? Verstand sie die Lehre hinter den Worten? Sah es schon die Falle, die darin verborgen lag?
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Dienstag 19. Februar 2013, 16:58

Gerade als Juno sich aus der Bewegung heraus von ihrem Beschützer abwenden und sich ihrem Schicksalspfad zuwenden wollte. Spürte sie den Umschmeichelnden Griff seiner Hände um ihre. Sie fühlte das er ihr etwas hineinlegte und dann mit sanftem Druck ihre Hand schloss.
Ein leises knirschen war aus ihrer Hand zu hören. Und als sie diese wieder öffnete, schenkte sie den zerbröselten Knospen einem sehnsüchtigen Blick. Sie drehte die Hand zu Boden und lies die zerstörten Überreste zu Boden fallen. Dann schenkte sie ihrem unbekannten Begleiter einen kurzen Blick und richtete Ihre Augen dann auf den vor ihr liegenden Pfad. Sie machte ihre ersten Schritte in eine ungewisse Zukunft. Anfänglich noch vorsichtig bedacht sich nicht zu verletzen, setzte sie einen nackten Fuss vor den anderen. Der Pfad den sie beschritt war mit spitzen scharfkantigen kleinen und großen Steinen gepflastert. So das es nicht lange dauerte bis die Nerven ihrer Füsse die ersten peinigenden Auswirkungen durch ihren Körper sandten. Die mit jedem Meter den sie weiter vorranschritt an Intensität zunahmen. Doch Juno war Tapfer bis sich auf die Lippen und versuchte schmerz unterdrückend ihre Gedanken auf angenehmere Dinge zu richten. So richtetet sie ihren Blick immer wieder in die warmen leitenden Augen ihres Schutzengels, welche ihr stillschweigend mitteilten das jeglicher Schmerz den sie verspürte, nur eine Täuschung ihrer Vorstellungskraft war.
Und mit diesem Wissen Kämpfte sich die tapfere astrale Erscheinung weiter und weiter in der dunklen Toten Umgebung voran. Die scharfen spitzen Steinchen schnitten sich mit jedem Schritt mehr und mehr in das Fleisch ihrer Füsse. Zeichneten ihre zarten Beine mit blutigen Kerben und Mahlen. Erklomm ohne die Hilfe ihres Beschützers Hindernisse die bedeutend größer waren als sie selber. In ihrem Gesicht und ihrer gesamten Erscheinung, war sie bereits von Erschöpfung, Schweiss, Blut und Schmerzen gezeichnet. Immer schwerer atmend hob sich ihre Brust auf und ab. In einem kleinen Moment des innehaltend wischte sie sich die glitzernden Schweissperlen von ihrer Stirn. Und ging dann ohne ein Wort zu verlieren weiter. Der Wald um sie herum veränderte sich mit jedem Meter den sie weiter vorankam. Sie betrachtete die Veränderung der steinernden Bäume die nach und nach ein tief dunkles Smaradg wandelten. Als sie die sanfte Stimme ihre Begleiters vernahm.
„Dies sind die Emerald Wälder. Sie zeigen jenen die sie durchwandern ihre Schwächen. Komm ...“
Die erste Etappe schien geschafft dachte sich Juno und lächelte erleichtert.Sie verschaffte sich hörbar atmend Erleichterung. Sah kurz zurück und setzte ihren Weg fort. Wissend das es nur noch schlimmer kommen konnte.
Magische Klänge sangen in ihren Wipfeln und sprachen von vergangen Träumen.
Juno lauschte dieser Verheissungsvollen Klänge, die mit jedem zarten Windhauch an ihr Ohr drang. Sie an die Dinge erinnerten die sie zurück lies. Doch Juno blieb stark und schritt weiter. Je weiter sie voran kam umso mehr wurde ihr Bewusst was Wahrheit ist.
Im Anschluss an den verführerischen Emerald Wald, kam sie an einen Pfad zwischen Hügeln und bewaldeten Bergen dessen Pfad steinig und uneben war.
Als sie ein paarmal stolperte und fiel, stöhnte sie erschöpft schluchzend auf.
Arrgghh!!!
In diesen Momenten wirkte es so als hätte sie der Wille un endgültig verlassen. Doch sie stemmte sich mit schmerz verzehrter Mimik und geschwächt zitternden Gliedern wieder auf und schritt vor Erschöpfung schwankend weiter voran.
Juno folgte ihrem Freund und Schnee wurde dichter. Immer wieder registrierte sie seine Blicke auf sich ruhen. Die sorgend und ermutigend zugleich waren. Dabei bemerkte die erschöpfte Seele Junos garnicht wie ihre kalten maltretierten Glieder eine Spur aus Blut im reinen Schnee hinterließen. Und die Kälte an ihrer Substanz zerrte.
Sein warmer Blick war in manchen Momenten das Einzige, was sie voran trieb, das Einzige was sie die eisigen Schneewehen voller Trostlosigkeit durch wandern ließ und ihr Hoffnung gab. Nur selten drangen sanfte Lichtstrahlen durch die geschlossenen Baumkronen und malten verborgene Geheimnisse in den Schnee die nur Juno erkennen konnte. Verträumt hielt sie ein paarmal kurz inne und schaute auf die verborgenen Geheimnisse und Sehnsüchte ihrer selbst. Bevor sich diese mit der Hand wegwischte und ihren vorgeschriebenen Weg fortsetzte. In diesen Momenten sah er sie schweigend an und etwas lag in seinem Blick, das sie nicht aufgeben ließ. Sie folgte ihm. Jeder Schritt führte durch die Nacht ihrer Sinnestäuschungen, der Wald sang sein leises Flüstern wie das Rauschen des Ozeans, er wisperte verlockende Träume, flehte sie an zu bleiben und die Zeit verlor sich zwischen den Ästen wie der Wind.
Juno kletterte gerade einen scharfkantigen Abhang hinauf, als der Stein unter ihrem linken Fuß nachgab und sie ins Rutschen geriet. Ihr Blickfeld drehte sich und die dunklen Äste über ihr kreisten um ihre Sinne. Sie fiel! Alles in ihr schrie auf,
Arrggghhh!! Ihre Augen weit aufgerissen entfernte sich ihr Ziel mit jedem Atemzug.
Sie fühlte wie sie der Dunkelheit entgegen stürzte. Der Aufprall kam hart und drückte ihr die Luft aus den Lungen.
Sie blieb einen Moment zusammengekauert liegen und verdaute ihren Fall. Dann drehte sie sich auf den Rücken und sah hoch oben am Rand der Klippe ihren Beschützer stehen. Er streckte ihr hoffnungsvoll die Hand entgegen
„Noch einmal.“
Viele male kletterte sie am Felsen hinauf und wurde dann kurzer Hand unsanft wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Und mit jedem mal fiel es ihr schwerer den steinernden Riesen zu erklimmen
„Noch einmal.“
Juno kam seinen Worten nach und rappelte sich auf. Ergriff mit Armen und Beinen die scharfen spitzen Kanten des Gesteins und zog sich hoch.
Als sie die obere Kante nach müheseeligen Klettern fast erreichte, brach erneut Gestein unter ihren Füssen weg und abermals stürzte das Fuchshybridmädchen in die Tiefe. Diesmal kam es ihr vor als würde der Sturz im Zeitraffer vor ihren Augen voranschreiten. Sie sah wie ihr Engel sich entfernte und Sie ihm ergreifend die rechte Hand entgegen streckte. Doch es war zu spät und die arme Seele schlug ein weiteres mal hart auf den Boden auf. Arrgghh!!...schluchz..
Wieder rollte sich Juno in sich vor Schmerzen zusammen, sie spürte wie sich die Bäche ihrer smaragdgrünen Augen mit glänzenden Tränen füllten.
Als der Schmerz verging sah sie wieder auf. Rappelte sich langsam und kraftlos hoch und stand vor der Klippe die sie zu bezwingen versuchte.
Wenige Meter vor ihr erblickte sie einen Pfad der über Felsige Stufen wie eine Treppe an der Klippe hinauf führten. Dann sah sie zu jenem Beschützer der mit ausgestreckter Hand und Mut einflößendem Blick auf sie herab sah. Sie anlächelte und seinen Glauben an sie nicht verlor.
„Immer – noch – ein – Mal.“
Seine Stimme war unerbittlich und doch so schön und warm. Juno war müde. Jeder Knochen tat weh, jeder Muskel brannte vor Erschöpfung, doch er verlangte immer noch ein Mal mehr, das sie sich anstrengte und nicht aufgab.
Und sie fiel.
Juno schloss während ihres sturzes wie abermals zuvor ihre Augen, erwartete den Aufprall und den damit verbundenen Schmerz. Doch in jenem Moment war nichts.
Dann, unvermittelt und überraschend sank sie sanft in Wärme.
Sie öffnete ihre Augen und blickte in das Gesicht ihres geliebten unbekannten. Sie lächelte erleichtert und hatte einen Arm sanft um seinen Nacken geschlungen. Mit der anderen strich sie ihm liebevoll über die Wange und blickte im in die Augen.
Er hatte sie aufgefangen.. endlich.
Das Gefühl seiner starken Arme um ihr lies sie sich an ihn schmiegen und genoss seine Wärme und seinen Duft. Nur für wenige Momente die jedoch für sie die Ewigkeit bedeuteten.
Dann öffnete sie ihre Augen wieder und sah sich um.
Was sich verändert hatte, war ihr noch gar nicht bewusst geworden. Vielleicht hatte sie auch nur einfach Ausdauer bewiesen. Sie öffnete die Augen und sah in sein nahes Gesicht. Er hatte sie aufgefangen und sie standen auf einer Lichtung, weit und breit keine Klippen in Sicht. Der Schmerz war verschwunden und seine Wärme hüllte sie ein, wie eine weiche Decke. Ihr Arm lag um seinen Hals. Ihr Blick fiel auf ihre geschundenen Knie unter denen sein Arm sie hielt. Es war seltsam, dass die Kratzer, Schnitte und Risse nicht weh taten.
Irgendwo war immer dieses leise Plätschern zu hören und er setzte sie in der Nähe eines kleinen Bachs auf einem Stein ab. Dann löste er einen Teil seiner Wickelung der Beine und tauchte es in das Wasser. Vorsichtig schob er die zerrissenen Fetzen ihrer Hosen auseinander und säuberte die Wunden. Gebannt sah sie seinem Tun zu. Strich ihm sanft und verspielt mit den Fingern durchs Haar und lächelte ihn an. Fahles blaugrünes Licht fiel auf seine makellose Haut und er wirkte so über alle Maßen konzentriert, als bemühte er sich sie so wenig wie möglich zu berühren und ihr doch zu helfen. Sein Gesicht war so nah, seine Lippen leicht geöffnet und er näherte sich mit ihnen ihrer geschundener Handfläche. Sein warmer Atem blies über ihre Haut und heilte ihre Wunden. Ein wohliges Kribbeln ging von diesem Punkt aus und wollte sich verbreiten. Sie schloss die Augen biss sich verführerisch leicht auf die Unterlippe und genoss das angenehme Kribbeln. Er sah nicht auf als er sie fragte:
„Was würdest du jetzt am liebsten tun? Sag es mir, ohne nachzudenken. Fasse dein Handeln in Worte, bevor du es tust.“
" Ich will dich mit jeder Faser an mir spüren, dich Küssen und nie wieder gehen lassen."
Mit dem zierlichen schlanken Zeigefinger ihrer linken Hand hob sie seinen Kopf und führte diesen nahe an ihre Lippen schloss die Augen und war bereit zum Kuss.
Wenige Zentimeter trennten ihre Lippenpaare voneinander als die junge Hybridin wieder ihre Augen öffnete und in seine strahlend dunklen Augen sah. Dann Hauchte sie ihm mit trauriger wispernder Stimme entgegen.
"Doch ich kann nicht...!"
"Ich denke die Götter erlauben es uns nicht zusammen zu sein.
Denn du bist ein Engel und ich .. ich bin nur... es tut mir leid."
Sie legte ihm den Zeigefinger auf die Lippen , schaute ihn an und löste sich aus seiner Nähe.
Suchte Abstand von ihm um sich innerlich wieder zur Kontrolle zu zwingen.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 21. Februar 2013, 11:32

" Ich will dich mit jeder Faser an mir spüren, dich Küssen und nie wieder gehen lassen."
Mit dem zierlichen schlanken Zeigefinger ihrer linken Hand hob sie seinen Kopf und führte diesen nahe an ihre Lippen schloss die Augen und war bereit zum Kuss. Wenige Zentimeter trennten ihre Lippenpaare voneinander, als die junge Hybridin wieder ihre Augen öffnete und in seine strahlend dunklen Augen sah. Dann hauchte sie ihm mit trauriger, wispernder Stimme entgegen:
"Doch ich kann nicht...! Ich denke die Götter erlauben es uns nicht zusammen zu sein.
Denn du bist ein Engel und ich .. ich bin nur... es tut mir leid."

Sie legte ihm den Zeigefinger auf die Lippen , schaute ihn an und löste sich aus seiner Nähe.
In den dunkelbraunen Augen glitzerte etwas und seine Lippen öffneten sich, als wolle er etwas erwidern, doch dann kam jedoch kein Ton heraus und er lächelte nur milde. Er widmete sich wieder ihren Verletzungen, bis sie alle verschwunden waren und setzte sich dann aufrecht vor ihr hin. Der Engel hielt ihre Hand, hatte die Innenseite nach oben gedreht und massierte, mit kleinen kreisenden Bewegungen, sie sanft mit seinen beiden Daumen. Es machte es nicht unbedingt leichter sich zu konzentrieren, aber wollte sich Juno wirklich so ganz entziehen? Die warmen Druckpunkte wanderten unablässig jede kleinste Vertiefung ab.
„Ich bin stolz auf dich.“
Er lächelte, aber sah weiter auf ihre Hände.
„Du hast die erste Hürde gut gemeistert und die zweite gleich mit. Du bist dabei zu lernen deine Gedanken in Worte zu fassen, bevor du es tust. Und du hast gelernt deine Wünsche zu kontrollieren, bevor sie dein Handeln bestimmen.“
Er lächelte immernoch doch es wirkte langsam so, als würde er irgendwelche Hintergedanken haben. Seine Augen streiften umher, sahen sich um. Juno folgte seinen Blicken. Die Lichtung war wunderschön, ließ man sie erst einmal auf sich wirken. Die surrealen Bäume wuchsen grotesk in die Höhe und der Schnee glitzerte auf ihren verdrehten Ästen. Eine dicke weiche Decke hatte sich auf der Lichtung ausgebreitet und seltsamer Weise fror Juno auch keine Sekunde lang, solange der Engel sie berührte. Er sah auf die sich sanft hebenden Wellen des Schnees in denen sich die Schatten des Waldes brachen.
„Deine Zuneigung zu mir gibt mir ein gutes Mittel deinen Willen zu prüfen. Komm mit mir.“
Er stand auf und führte sie an der Hand auf die Lichtung. Dann nahm er sie unvermittelt auf den Arm, drehte ihren Körper und setzte sie auf den Teppich aus weichen warmen Schneeflocken. Er lies sie nur eine Sekunde los um umzugreifen und die Kälte wollte gerade in ihren Körper zurück kriechen, als er sich zwischen ihren angewinkelten Beinen nieder ließ. Seine Knie schoben sich unter ihre, so dass sie fast rittlings auf seinem Schoß saß und ihren Körper nach hinten mit den Armen abstützte. Seine Hände umfingen die Außenseite ihrer Oberschenkel und einzelne Finger glitten in die Löcher ihrer Hose. Die Kraft in Junos Ellenbogen wollte sie verlassen, sie zitterten überwältigt von der plötzlich so prickelnden Nähe. Er führte ihre Beine um seine Hüften. Schmunzelnd sah er auf sie nieder.
„Es gibt Regeln.“
Da war es wieder, dieses Funkeln in seinen Augen.
„Du darfst alles berühren was das Auge sehen kann, was nicht von Kleidung verborgen ist. Aber bedenke, jeder Schritt den du gehst, führt dich auf eine Straße, die nirgendwo hin führt. Die Richtung in die du gehen willst bestimmst du selbst, doch du musst sie auch wieder zurück gehen. Jeder Schritt von mir fort kann dir hinterher Schmerz bringen. Lerne die Folgen abzuwägen!“
Er hob eine Hand und führte sie an ihren bloßen Hals, wo zwei Finger ihre Haut streichelten und langsam zum Rand ihrer Lumpenkleidung wanderten. Dann hoben sie sich und ohne jeden Kontakt schwebten sie zwischen den kleinen Hügeln hinab, auf einem Weg zu einem kleinen Riss an ihrem Rippenbogen. Vier winzige Kratzer zierten dort noch ihren astralen Leib, doch anstatt sie zu heilen, streichelte er sie. Er legte den Kopf schräg und seine Stimme klang etwas belegt, tiefer und rann wie Perlen in ihre Seele.
„Diese Stelle kenne ich ...“
Was der namenlose Engel damit wohl meinte? Juno wusste, dass er sich ihr vorgestellt hatte, doch in jenem Moment war sie zu unaufmerksam gewesen. Auch jetzt kämpfte sie sicher mit ihrer Konzentration. Konnte sie ihn noch einmal nach seinem Namen fragen? Ihren Engel? Würde er vielleicht sonst irgendwann einfach aus ihrer Erinnerung verschwinden? Würde sie ihn sonst vergessen, wenn sie den nächsten Schritt ins Leben oder in den Tod weiter ging? Sie hatte schwer mit sich zu kämpfen um überhaupt einen klaren Gedanken fassen zu können, denn ihr Körper sandte jede Menge ungewohnte Signale aus. Trotzdem sollte sie über die Folgen ihres Handelns nachdenken und ihr Engel machte es ihr wahrlich nicht leicht!
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Samstag 23. Februar 2013, 18:43

Der Blick der zutiefst emotional verwirrten jungen Seele wandte sich von denen des Engels ab und schauten verlegen und traurig auf die schimmernde Oberfläche des plätschernden Baches. Auf ihren Wangen bildete sich ein warmer rot Ton, und innerlich uneins mit sich selbst, spielte sie mit den Gedanken sich von jenem der ihr dies alles bescherte zu entfernen. Kurzzeitig legte sich eine ungewohnte Stille über die Lichtung in der sich das ungleiche Paar befand. Lediglich entspanntes Plätschern gab diesen Ort eine gewisse Atmosphäre. Während der Engel dessen Name für Juno noch immer ein Geheimnis war ihre Verletzungen behandelte. Versuchte sie sich ihrer Gedanken und Gefühle bewusster zu werden. Doch dies viel ihr in jener Situation alles andere als leicht. So waren jede seiner Berührungen doch von so anregender und zugleich entspannter Natur das diese ihre Sinne immer wieder beeinträchtigten. Als ihr himmlischer Gesandter sich zu Rühren begann um sich aufrecht vor ihr hinzusetzen. Lockte dies einen scheuen neugierigen Blick auf seine Gestalt. Er nahm sanft ihre Hand wandte diese mit der Handfläche nach oben und begann mit seinen beiden kreisenden Daumen ihre Handinnenfläche unter leichtem Druck zu massieren.
Hmm das fühlt sich gut an!
Ein angenehm leises seufzen entwich ihren zarten sinnlichen Lippen.
Juno schloss genießerisch ihre Lider und konzentrierte sich auf jede Bewegung seiner Hände. Die sowohl in ihr, als auch von sich aus, eine so beruhigende und angenehme Wärme ausstrahlten. Diese Berührungen machten es Juno nicht unbedingt leichter sich ihm zu entziehen, geschweige denn einen gewissen Abstand aufzubauen. Dieser Mann schien immer genau zu Wissen wie er sie dazu brachte bei ihm zu bleiben und sich weiter betören zu lassen. Aber wollte sie sich ihm wirklich so ganz entziehen? Darauf fand die noch viel zu junge Seele bisher noch keine Antwort. Die warmen Druckpunkte wanderten unablässig jede kleinste Vertiefung ab. Welche sich sogleich auf ihren gesamten Körper ausbreiteten und für wohlige Entspannung sorgten.
„Ich bin stolz auf dich.“
"Hmmm!"
Seufzte Juno ihm angenehm als Antwort entgegen, so als hätte sie seine Worte nur unbewusst vernommen.
Er lächelte, aber sah weiter auf ihre Hände.
„Du hast die erste Hürde gut gemeistert und die zweite gleich mit. Du bist dabei zu lernen deine Gedanken in Worte zu fassen, bevor du es tust. Und du hast gelernt deine Wünsche zu kontrollieren, bevor sie dein Handeln bestimmen.“
Er lächelte immernoch doch es wirkte langsam so, als würde er irgendwelche Hintergedanken haben wovon Juno jedoch aufgrund ihrer geschlossenen Augen nichts mitbekam. Seine Augen streiften umher, sahen sich um. Erst in diesem Moment öffnete Juno langsam ihre Seelenspiegel und folgte seinen Blicken. Ihr war bisher garnicht aufgefallen wie schön dieser Ort eigentlich war an dem sie sich befanden. Bedachte man dabei wo sie sich eigentlich befanden. So hatte die Lichtung mit dem kleinen Bächlein und dem unberührten glitzerndem Schnee, welcher sogar den surrealen Bäumen, welche Grotesk in die Höhe wuchsen eine gewisse Schönheit vermittelten ausstrahlte.
Moment.. Schnee!? viel es ihr plötzlich ein. Wegen diesem hatte sie doch erst ihre Reise ins ungewisse begonnen. Und nun hatte sie ihr erstes Ziel, unwissentlich doch noch erreicht. Sie rief sich ins Gedächtnis wie ihr elfischer Freund Menegephel einst dieses Naturschauspiel beschrieb. Doch konnten Worte wie Juno nun fand, die wahre Schönheit dieser Materie nicht bis ins kleinste Detail erfassen, geschweige denn erklären. Schnee war so schön, das man sich nur mit eigenen Augen ein Bild davon machen konnte. Ein helles glückliches Lächeln zierte das Gesicht der verstorbenen und lies somit auch den letzten Funken Erinnerung, an vergangene Qualen und Schmerzen verschwinden.
" Wunderschön!" lies sie ihren Begleitet beim Anblick der Lichtung wissen. So war es doch auch sein Verdienst das Juno an diesem Ort verweilen und seine Atmosphäre genießen durfte. Dabei kam Juno ein Detail garnicht in den Sinn. Sie fror garnicht. Doch hieß es in Menegephels Erzählungen nicht das Schnee kalt wäre?
„Deine Zuneigung zu mir gibt mir ein gutes Mittel deinen Willen zu prüfen. Komm mit mir.“
Diese Worte welche bei der Fuchshybridin einen fragenden Blick erzeugten, richteten ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre geflügelte Bekanntschaft.
Was hat er diesmal mit mir vor?
Unwissend begab sie sich erneut in seine vertrauendwürdigen Hände und lies sich von ihm führen.
Er stand auf und führte sie an der Hand auf die Lichtung. Dann nahm er sie unvermittelt auf den Arm, drehte ihren Körper und setzte sie auf den Teppich aus weichen warmen Schneeflocken. Er lies sie nur eine Sekunde los um umzugreifen und die Kälte wollte gerade in ihren Körper zurück kriechen, welcher sich durch einen unvorhergesehenen kalten Schauer zeigte.
Juno schlang sofort sich selber wärmend die Arme um ihren Körper. Während ihr Atem einen kalten Nebel ausstieß. Als er sich zwischen ihren angewinkelten Beinen nieder ließ. Schaute sie ihn sichtlich berührt an.
Seine Knie schoben sich unter ihre, so dass sie fast rittlings auf seinem Schoß saß und ihren Körper nach hinten mit den Armen abstützte. Seine Hände umfingen die Außenseite ihrer Oberschenkel und einzelne Finger glitten in die Löcher ihrer Hose. Die Kraft in Junos Ellenbogen wollte sie verlassen, sie zitterten überwältigt von der plötzlich so prickelnden Nähe. Er führte ihre Beine um seine Hüften. Schmunzelnd sah er auf sie nieder.
Mit knallrotem Gesicht und einem überwältigendem Cocktail aus Kribbeln, anregenden Schauern und einer unbändig lodernder verlangenden Wärme gab sie sich seinen Berührungen hin. Ihre Geist berauscht von den sinnlichen Eindrücken, ging fast gänzlichst in ihr unter. Sie schloss abermals die Augen seufzte leise vor sich hin un biss sich bei Sinne haltend auf die Lippen.
„Es gibt Regeln.“
Juno öffnete ihre Augen in denen sich der betörende Glanz ihrer Sinne wiederspiegelte.
Da war es wieder, dieses Funkeln in seinen Augen.
„Du darfst alles berühren was das Auge sehen kann, was nicht von Kleidung verborgen ist. Aber bedenke, jeder Schritt den du gehst, führt dich auf eine Straße, die nirgendwo hin führt. Die Richtung in die du gehen willst bestimmst du selbst, doch du musst sie auch wieder zurück gehen. Jeder Schritt von mir fort kann dir hinterher Schmerz bringen. Lerne die Folgen abzuwägen!“
Juno nickte ihm bestätigend seiner Worte empfangend entgegen.
Er hob eine Hand und führte sie an ihren bloßen Hals, wo zwei Finger ihre Haut streichelten und langsam zum Rand ihrer Lumpenkleidung wanderten. Dann hoben sie sich und ohne jeden Kontakt schwebten sie zwischen den kleinen Hügeln hinab, auf einem Weg zu einem kleinen Riss an ihrem Rippenbogen. Vier winzige Kratzer zierten dort noch ihren astralen Leib, doch anstatt sie zu heilen, streichelte er sie. Er legte den Kopf schräg und seine Stimme klang etwas belegt, tiefer und rann wie Perlen in ihre Seele.
„Diese Stelle kenne ich ...“
Was der namenlose Engel damit wohl meinte? Juno wusste, dass er sich ihr vorgestellt hatte, doch in jenem Moment war sie zu unaufmerksam gewesen.
Die weibliche Seele schmiegte sich seiner Berührung am Hals genießerisch entgegen. Folgte konzentriert dem hauchzarten Windhauch den seine Bewegungen über ihren Körper hinterließen. Was abermals betörende anregende Schauer gepaart mit sinnlichen seufzern in ihr auslösten und sie bei der Vorstellung im Geiste erzittern ließ.
Auch jetzt kämpfte sie sicher mit ihrer Konzentration. Konnte sie ihn noch einmal nach seinem Namen fragen? Ihren Engel? Würde er vielleicht sonst irgendwann einfach aus ihrer Erinnerung verschwinden? Würde sie ihn sonst vergessen, wenn sie den nächsten Schritt ins Leben oder in den Tod weiter ging? Sie hatte schwer mit sich zu kämpfen um überhaupt einen klaren Gedanken fassen zu können, denn ihr Körper sandte jede Menge ungewohnte Signale aus.
Juno konnte sich kaum mehr beherschen. Nur zu gerne würde sie seine Hände auch an jenen Stellen spüren die von der Kleidung verborgen waren. So schlang sich ihr rechter Arm anmutig wie bei einer Tänzerin um seinen Nacken. Sie zog sich an ihn heran und nahm sachte auf seinem Schoß platz. Ihre Lippen ebneten sich ihren Weg an sein Ohr. Von dortaus hauchte sie ihm ihren zarten Atem auf die Haut welcher sich langsam hinab über seine Schultern, der ausgeprägten kraftvollen Brust und dem gemeißelt wirkenden Bauch hinabzogen.
Nur um vom Bauchnabel aus ihren Weg mit gleitenden Bewegungen ihrer linken Hand zurück fuhr. So umschmeichelte diese fürsorglich erkundend jede Kontur seines prachtvollen Körpers ohne diese auch nur zu berühren. Nur wenige Millimeter trennten ihre Hände und Lippen von seinem Körper als sie ihm am Ohr angekommen zärtlich seufzend entgegen hauchte.
" Du stellst meine Welt auf dem Kopf... und betörst meine Sinne"
" So vergass ich sogar wie dein Name lautete.. würdest du ihn mir nochmals nennen?"
" Wie gerne würde ich dich spüren wollen... doch es geht nicht"
" Allein schon von deinen Lippen zu kosten, wahrt als kostete ich von verbotenen Früchten die mich in ihren Zauber sogen und sich nun stetig nach mehr verzehren. Dies ist eine Sünde die von den Göttern gestraft werden müsste."
" Ich habe bereits einmal ein Geschenk der Götter unachtsam abgeschlagen... lass mich dich nicht auf die selbe weise verlieren."
Dann vergrößerte Juno den Abstand ihrer Körper, jedoch nur soweit, um sich mit gekreuzten Armen ihres Oberteils zu entledigen.
Dann nahm sie seine Hand, fixierte mit ihren glänzenden Augen die ihres gegenübers und führte diese an ihre Brust.
"Spürst du das?... hier fehlt etwas... weisst du was fehlt?...mein Herzschlag."
" Sollte es durch dich wieder zu schlagen beginnen , wird es dies solange tun bis ich meine vom Schicksal gestellten Aufgaben auf Celcia erfüllt und ins Himmelreich eingekehrt bin."
"Wirst du auf mich warten?"
" Ist es der Seele einer sterblichen überhaupt erlaubt am Ende ihrer Existenz mit ihrem Beschützer zu verschmelzen?"
"Denn ich liebe dich und wünsche mir nichts sehnlicher als in dir mein Paradies zu finden?"
Wie würde ihr göttlicher Behüter auf diese Geständnisse reagieren? Empfand er überhaupt das selbe wie sie? Oder war sie lediglich eine Seele unter vielen?
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Sonntag 24. Februar 2013, 00:50

Juno zog sich an ihn heran und hauchte an sein Ohr:
"Du stellst meine Welt auf dem Kopf... und betörst meine Sinne. So vergaß ich sogar wie dein Name lautete.. würdest du ihn mir nochmals nennen? Wie gerne würde ich dich spüren wollen... doch es geht nicht. Allein schon von deinen Lippen zu kosten, wahrt als kostete ich von verbotenen Früchten die mich in ihren Zauber sogen und sich nun stetig nach mehr verzehren. Dies ist eine Sünde die von den Göttern gestraft werden müsste."
Aus dem Augenwinkel nahm sie ein schmales Schmunzeln war.
"Ich habe bereits einmal ein Geschenk der Götter unachtsam abgeschlagen... lass mich dich nicht auf die selbe weise verlieren."
Dann entledigte sich die Fuchshybridin ihres Oberteils und der Engel blinzelte angetan von dem neuen Anblick, doch lag noch etwas anderes in seinem Blick. Auch wenn seine linke Braue sich ein Stück hob, so war doch keine Überraschung in seinen Augen zu erkennen. In ihnen spiegelte sich eine aufkeimende Glut, die in den Wäldern um sie herum die ersten Funken fliegen ließ. Sie nahm seine Hand und führte sie auf die Höhe ihres Herzens.
"Spürst du das?... hier fehlt etwas... weißt du was fehlt?...mein Herzschlag. Sollte es durch dich wieder zu schlagen beginnen, wird es dies solange tun bis ich meine vom Schicksal gestellten auf Erden Aufgaben erfüllt und ins Himmelreich eingekehrt bin. Wirst du auf mich warten? Ist es einer sterblichen Seele überhaupt erlaubt am Ende ihres Lebens eins mit ihrem Beschützer zu werden? Denn ich liebe dich und wünsche mir nichts sehnlicher als an meinem vorbestimmten Ende dich als mein Paradies auszuwählen?"
Sein Blick ruhte auf seiner Hand auf ihrem Herzen. Um sie herum stoben Funken durch den Wald und setzen die Bäume in Brand. Ein roter Schimmer lag auf seiner dunklen Haut und legte seine Augen in Schatten. Wandelte sich das Braun seiner Iris in ein dunkles blutrot? Schimmerte der Schein des Feuers auf seinen glänzenden Schwingen, oder war es anders herum? Spiegelte die Glut nur das Feuer seiner Flügelspitzen. Er sah nicht auf und seine Stimme war noch etwas tiefer geworden.
„Es ist nicht an mir, dir dein Leben zurück zu geben. Du hast es verwirkt und ich bin auch kein Preis, den man sich verdienen kann, wie ein Paradies. Wie schon zuvor werde ich dich begleiten auf deinem Weg. Wie schon im Leben werde ich da sein wo du bist. Du redest von Liebe in einem Atemzug mit Begierde. Du setzt deine Welt in Brand, wo du Besonnenheit lernen solltest. Wenn ich ein Mann wäre und wüsste welche Signale ich senden muss, damit ich bekomme was ich will, so wärst du jetzt schon verloren ...“
Das Weiß des Schnees hatte sich im Schein der Flammen in mattes Grau verwandelt und Juno wurde gewahr, dass sie auf einem Feld aus Asche lag. Sein Körper drückte sie mühelos in den warmen Untergrund und seine Hand brannte wie Feuer auf ihrer Brust.
„Wenn ich ein Mann wäre, der deine Seele wollte, so hättest du sie mir gerade eben geschenkt, ohne zu wissen wer ich bin.“
Seine Flügel brannten und der Engel über ihr raubte ihr den Atem. Nicht nur seine Presence änderte sich zusehends auch kroch ein ungutes Gefühl der Furcht langsam zurück in ihre Seele. Das Funkeln in seinen Augen hatte sie schon einmal gesehen und einzig das Wort eines Anführers hatte es damals im Zaum gehalten. Junos Erinnerungen an den Tanz am Feuer, in dem sie den gierigen Blicken der Dunkelelfen ausgesetzt war kroch in ihr herauf. Dort hatte sie Lukra ihr Wort gegeben und so wenig später es gebrochen. Ihr Engel brannte und sah nur noch wenig aus wie der Mann den sie aus den Fluten hatte steigen sehen. Jetzt glich er mehr und mehr dem Albtraum der ihr das Leben genommen hatte. Plötzlich fühlte sie sich nackt und bloßgestellt. War ihr Engel vielleicht gar kein Bote der Götter des Lebens? War er vielleicht doch ein Bote der Unterwelten? Zweifel begannen an ihrem Herzen zu nagen, genauso wie der Druck seiner Fingerspitzen, als würden sie jeden Moment ihr Herz heraus reißen.
„Wenn ich ein Mann wäre, würdest du mir kurze Freude bereiten, doch weil ich dein Beschützer bin … “
Die Flammen erloschen auf seinem Rücken und er zog seine Hand zurück. Langsam richtete er sich auf und ließ sie in der Asche ihrer kurz entflammten Leidenschaft liegen. Er wandte seinen Blick ab, schloss sogar kurz die Augen und schien selbst kurz mit sich zu kämpfen. Die Leidenschaft die sie ihn ihn projiziert hatte, hätte auch leicht einen Engel verbrennen können.
„ … Weil ich es bin werden sich unsere Wege niemals treffen. Ich habe dir gesagt, das dieser Weg nirgends hin führt und jeder Schritt Schmerzen bedeutet, doch zu wägst noch immer nicht die Folgen deines Handelns ab.“
Er streckte ihr die Hand entgegen, als wollte er ihr wieder einmal aufhelfen. Da war er wieder. IHR Engel, nicht der Dämon der eben ihre Ängste gespiegelt hatte, doch auch dieser war nicht vollkommen verschwunden. Die gefährlichen Gedanken der Dunkelelfen glitzerte noch in seinen Augen. Die Flammen des Waldes waren schon fast erloschen und die kalte Asche um sie herum wehte wie kleine Derwische um ihren Körper.
„Dein Wille ist das Einzige was dich am Leben halten kann und es werden noch viele „Dämonen“ deinen Weg kreuzten. Einige werden schön und verführerisch sein, andere scheußlich und kalt, aber du hast nur eine Waffe, die du deiner Schwäche entgegen setzen kannst und das ist dein Wille! - Du bist noch immer nicht bereit!“
Er stand langsam auf, aber seine Hand bot immernoch die gleiche Geste. Hatte Juno verstanden von welchen Dämonen er gesprochen hatte? Ober brannte noch die Scham seiner Bloßstellung wütend in ihr? Was er getan hatte war sicher nicht nett gewesen und noch weniger hatte es ihre Fragen beantwortet. Seine eigenen Gefühle waren unter ihren verborgen und somit unerreichbar. Selbst wenn er etwas für sie empfand, so war er doch nur Gestalt und Form ihrer Wünsche. Er war ein Spiegelbild ihrer inneren Dämonen und doch ein strenger Lehrer mit eigenem Willen. Die Lektion, die sie gerade hatte lernen müssen brannte noch auf ihrer Brust und seine Hand hatte ein schmerzendes Mahl auf ihrer Seele hinterlassen. Die kleine juckende Stelle über ihrem Steißbein machte sich wieder bemerkbar und eine neue Knospe wollte sich dort bilden, bereit um ausgerissen zu werden, oder zur Blüte zu reifen. Abwartend stand er vor ihr und seine cremefarben Flügel legten sich wieder eng an seinen Körper. Vielleicht war Juno wütend, vielleicht verletzt, doch er stand einfach nur da, als sei nichts geschehen und seine Miene verriet keine Regung. Ja sie war immer noch nicht bereit, aber musste er ihr das immer wieder wie einen Spiegel vorhalten?
„Diese Lektion musst du noch einmal wiederholen.“
Wie ein Krebs hatte sie erst zwei Schritte vor und nun einen zurück gemacht.
„Und meinen Namen wirst du erst dann wissen, wenn du erfolgreich bist. Noch lenken dich zu viele deiner Emotionen vom Wesentlichen ab. Noch bist du nicht bereit.“
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Sonntag 24. Februar 2013, 15:54

Als die junge weibliche Seele, auf dem Schoss ihres vermeintlich prüfenden gesandten saß und ihm ihre verlockenden Sehnsüchte und Begierden zuflüsternd gestand. verfolgten ihre Blicke insgeheim neugierig die Reaktionen die von ihm ausgingen. Ein neckisches lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab als sie seinen Blick auf ihrem nackten Oberkörper spürte. Für einen Moment gefiel ihr die Wirkung die sie auf ihren angebeteten hatte. Jedoch nur für wenige Wimpernschläge lang. Denn sie registrierte eine Veränderung in seinen Augen. Ein Loderndes Feuer das sich stetig wachsend in seinen Augen ausbreitete. Doch nicht nur das? Ihr Blick viel über seine Schulter und sie bemerkte die sich mit seiner Aura verändernden Umgebung. Überall entstanden in der Luft schwebende kleine rot orange glühende Funken. Und eine unheilvolle Hitze strahlte vom Körper ihres Lehrmeisters aus, welches ihr inneres Unbehagen bereitete. Ihr rechter Arm lies von seiner Schulter ab. Seine Hand ruhte immernoch bewegungslos auf ihrer Haut. Genau an der Stelle an der sich ihr Herz befand. Ihre smaragdgrünen Augen beobachteten die Veränderung in seinen Augen, als die ersten glühenden Funkenpartikel die ersten Bäume in Brand setzten.
Juno erschrak sichtlich.
" Was hast du geliebter...was geschieht hier?"
Ein roter Schimmer lag auf seiner dunklen Haut und legte seine Augen in Schatten. Wandelte sich das Braun seiner Iris in ein dunkles blutrot? Schimmerte der Schein des Feuers auf seinen glänzenden Schwingen, oder war es anders herum? Spiegelte die Glut nur das Feuer seiner Flügelspitzen. Er sah nicht auf und Juno vernahm mit ihrem feinen gehör den tiefer werden Klang seiner Stimme.
„Es ist nicht an mir, dir dein Leben zurück zu geben. Du hast es verwirkt und ich bin auch kein Preis, den man sich verdienen kann, wie ein Paradies. Wie schon zuvor werde ich dich begleiten auf deinem Weg. Wie schon im Leben werde ich da sein wo du bist. Du redest von Liebe in einem Atemzug mit Begierde. Du setzt deine Welt in Brand, wo du Besonnenheit lernen solltest. Wenn ich ein Mann wäre und wüsste welche Signale ich senden muss, damit ich bekomme was ich will, so wärst du jetzt schon verloren ...“
Juno schlug erschrocken und mit weit aufgerissenen Augen ihre Hände vor den Lippen zusammen.
Was hatte sie nur getan?... kam ihr nun die Einsicht?
Ihr Blick viel auf die sich verändernde Umgebung.
Das Weiß des Schnees hatte sich im Schein der Flammen in mattes Grau verwandelt und Juno wurde gewahr, dass sie auf einem Feld aus Asche lag.
Sie spürte einen Ruck durch ihren Körper gehen als, sein Körper sie mühelos in den warmen Untergrund drückte. Und seine Hand begann wie Feuer auf ihrer Brust zu brennen.
Juno stieß bei dem sich schnell intensivierenden brennenden Gefühl auf ihrer Haut ein vor Angst panisch werdendes Wimmern aus.
Dann schrie sie leise jauchzend auf als das brennen unerträglich zu werden schien.
"Arrrgghhh..lass mich los!!"
Sie versuchte seine brennende Hand mit ihren eigenen von ihrer Haut zu lösen. Doch wie zuvor bei Lukra versagten ihre Kräfte. Tränen rannen aus ihren Augen die Wangen hinab. Und die dunkle bedrohlichen Stimme ihres zuvor noch freundlich gesinnten Beschützers drangen an ihr Ohr und in ihren Verstand.
„Wenn ich ein Mann wäre, der deine Seele wollte, so hättest du sie mir gerade eben geschenkt, ohne zu wissen wer ich bin.“
Seine Flügel brannten und der Engel über ihr raubte ihr den Atem. Nicht nur seine Presence änderte sich zusehends auch nahm das ungute Gefühl der Furcht langsam in ihr zu. Das Funkeln in seinen Augen hatte sie schon einmal gesehen und einzig das Wort eines Anführers hatte es damals im Zaum gehalten. Junos Erinnerungen an den Tanz am Feuer, in dem sie den gierigen Blicken der Dunkelelfen ausgesetzt war flackerten wie Schatten der Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge auf. Dort hatte sie Lukra ihr Wort gegeben und so wenig später es gebrochen. Ihr Engel brannte und sah nur noch wenig aus wie der Mann den sie aus den Fluten hatte steigen sehen. Junos Augen weiteten sich furcht geplagt. Jetzt glich er mehr und mehr dem Albtraum der ihr das Leben genommen hatte.
"NEIN NEEIIN..!!" Plötzlich fühlte sie sich nackt und bloßgestellt. War ihr Engel vielleicht gar kein Bote der Götter des Lebens? War er vielleicht doch ein Bote der Unterwelten? Zweifel begannen an ihrem Herzen zu nagen, genauso wie der Druck seiner Fingerspitzen, als würden sie jeden Moment ihr Herz heraus reißen.
„Wenn ich ein Mann wäre, würdest du mir kurze Freude bereiten, doch weil ich dein Beschützer bin … “
Die Flammen erloschen auf seinem Rücken und er zog seine Hand zurück. Langsam richtete er sich auf und ließ sie in der Asche ihrer kurz entflammten Leidenschaft liegen. Er wandte seinen Blick ab, schloss sogar kurz die Augen und schien selbst kurz mit sich zu kämpfen. Die Leidenschaft die sie ihn ihn projiziert hatte, hätte auch leicht einen Engel verbrennen können.
„ … Weil ich es bin werden sich unsere Wege niemals treffen. Ich habe dir gesagt, das dieser Weg nirgends hin führt und jeder Schritt Schmerzen bedeutet, doch zu wägst noch immer nicht die Folgen deines Handelns ab.“
Juno lag in der Asche für die sie selbst verantwortlich war. Wandte sich weinend und in Fötusstellung liegend von dem Mann ab, der so ebend jede Zuneigung und Vertrauen die sie für ihn empfand in Flammen aufgehen lies..
Wieder einmal musste Juno eine Lektion auf schmerzhafte Weise erlernen.
Er streckte ihr die Hand entgegen, als wollte er ihr wieder einmal aufhelfen. Da war er wieder. IHR Engel, nicht der Dämon der eben ihre Ängste gespiegelt hatte, doch auch dieser war nicht vollkommen verschwunden. Die gefährlichen Gedanken der Dunkelelfen glitzerte noch in seinen Augen. Die Flammen des Waldes waren schon fast erloschen und die kalte Asche um sie herum wehte wie kleine Derwische um ihren Körper.
„Dein Wille ist das Einzige was dich am Leben halten kann und es werden noch viele „Dämonen“ deinen Weg kreuzten. Einige werden schön und verführerisch sein, andere scheußlich und kalt, aber du hast nur eine Waffe, die du deiner Schwäche entgegen setzen kannst und das ist dein Wille! - Du bist noch immer nicht bereit!“
Er stand langsam auf, aber seine Hand bot immernoch die gleiche Geste.
Juno richtete flüchtig ihren Blick auf seine Gestalt. Seinem Antlitz und seiner dargebotenen Hand.
Doch diese schlug sie nun misstrauisch und verunsichert in einer sanften Bewegung fort. Lies für ein paar weitere Augenblicke ihre Augen von ihm ab und lies ihn leise Wissen.
" Bitte lass mich... ich schaffe es alleine hoch... ich brauch etwas Zeit zum Nachdenken!?"
" ich bin dann sofort wieder bei dir..bitte"
In der Stimme der so ebend zutiefst verletzten jungen Hybridin war sowohl Zorn, als auch Angst und Zweifel klar herauszuhören.
Doch wem galten diese Gefühle... Ihrem beschützenden jedoch schwer einzuordnenden Lehrmeister...oder ihr selbst?
Noch war es ihr nicht bewusst. Was ihr bewusst wurde war ihr Fehler den sie begangen hatte. Doch schmerzte das firsche Mahl ihrer neunen Lektion noch immer auf ihrer Haut. Und erinnerte sie daran was sie verkehrt gemacht hatte.
So erhob sie sich müde und antriebslos aus der Asche, sammelte ihr Oberteil auf und zog es sich auf dem Weg zu dem kleinen Bächlein über. Wo sie sich mit dem kühlen klaren Wasser erfrischte, welches einzelne Aschepartikel beinhaltete und diese ins ungewisse spülte. Ihr Gesicht mit der klaren schimmernden Flüssigkeit vom Schmutz befreite und ihr Gemüt abkühlte. Sie strich sich eine dicke rote Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte dann nachdenklich ihren Blick auf den Mann in ihrer Nähe. Ein Zucken durchfuhr sie und lies sie aufblinzeln. Sogleich tasteten sich die Finger ihrer linken Hand an die Stelle über ihren Schwanzwurzelansatz. Dort erstasteten sie die neu entstandenen Blütenknospe. Abermals und ohne viel zu überlegen entfernte sie diese von ihrem Körper. Zerdrückte sie und spülte sie daraufhin mit dem Strom des Baches davon. nachdem sie sich wenig später etwas gesammelt hatte trat sie an ihren unbekannten Lehrmeister heran. Mit entschlossenem Blick und scheinbar unberührt von den vergangenen Geschehnissen sah sie ihn an.
Abwartend stand er vor ihr und seine cremefarben Flügel legten sich wieder eng an seinen Körper. Vielleicht war Juno wütend, vielleicht verletzt, doch er stand einfach nur da, als sei nichts geschehen und seine Miene verriet keine Regung. Ja sie war immer noch nicht bereit, aber musste er ihr das immer wieder wie einen Spiegel vorhalten?
„Diese Lektion musst du noch einmal wiederholen.“
„Und meinen Namen wirst du erst dann wissen, wenn du erfolgreich bist. Noch lenken dich zu viele deiner Emotionen vom Wesentlichen ab. Noch bist du nicht bereit.“
"Dann lass uns Anfangen... ich bin soweit."
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Montag 25. Februar 2013, 22:26

"Dann lass uns Anfangen... ich bin soweit."
Juno stand am Ufer des Bachs und sah ihrem Beschützer hinterher, der sich umdrehte und langsam von ihr weg schritt. In seinen Händen waberte die Luft und drei längliche Fortsätze an jeder Seite bildeten sich, nahmen Form an und wandelten sich in lange, gerade, schlanke Klingen. Dann begannen die Flügel zu wabern und wurden unsichtbar. Nur dort wo das Gefieder an seinen Schulterblättern ansetzte sah man noch rotbraune Streifen. Mit jedem Schritt den er sich entfernte veränderte sich sein Aussehen. Die Haut verlor an Farbe, tauchte ein in das Grau der Umgebung, die Haare blichen und auch die Proportionen änderten sich. Dorthin wo er ging waberte schwarzer Nebel zwischen den Bäumen und ohne ein Wort zu sagen, verschwand er darin.

Hintergrundmusik

Juno stand plötzlich alleine auf der von Asche bedeckten Lichtung, umringt von verkohlten Bäumen. Die Schatten wurden länger und wuchsen aus allen Richtungen auf sie zu. Wie lebendiges Wasser näherte es sich langsam zwischen den Bäumen und rann wie schwarzes Blut auf die Lichtung. Dann riss ein Grollen an ihrer Konzentration und es lief ihr kalt über den Rücken. Sie war so schnell herum gewirbelt, dass sie noch die Bewegung gerade so hatte erkennen können, irgendwo dort hinten zwischen den Stämmen. Dann war es wieder still und sie war auf sich gestellt. Ihre feine Nase witterte etwas. Ein scharfer tierischer Geruch flog über die Asche und vermischte sich mit ihr. Juno zitterte unwillkürlich denn ihr natürlicher Feind war nah. Das Tier in ihr reagierte mit Fluchtinstinkten. Da war es wieder dieses dunkle Knurren des Wolfes, der zwischen den Bäumen wanderte und sich nicht zeigte. Doch dann nahm sie eine Bewegung aus dem Augenwinkel war und ruckte abermals herum.
Zwischen den Bäumen eilte ein Elf auf die Lichtung zu. Ein Elf den sie sofort erkannte und der ihr einst sehr viel bedeutet hatte. Von ihm hatte sie mehr über die Welt erfahren, als sie alleine je gelernt hätte. Sein Gesicht war sonst voller Ruhe und Zuneigung gewesen war, sah sich ängstlich um und er rannte auf sie zu. Er hatte die Baumgrenze noch nicht erreicht da raste der Schatten auf ihn zu. Juno schlug wieder ein mal die Hände vor den Mund um nicht zu schreien.
Das große, schwarze Wesen mit den langen Klauen schlitze ihren Freund von der Hüfte aufwärts bis unter die Achsel auf und riss ihm noch einen Arm in der gleitenden Bewegung ab. Der Leichnam fiel mit dem Kopf voran auf die Lichtung und blieb reglos liegen. Aus seiner Seite seines zerfetzten Körpers trat das Blut und floss auf Juno zu. Der Schattenwolf war wieder verschwunden und Juno hörte hinter sich eine bekannte Stimme.
„Juno! Da bist du ja. Endlich hab ich dich gefun...!“
Weiter kam sie nicht und Juno ahnte schon, dass das schreckliche Gurgeln das folgte, nichts Gutes bedeutete. Zögerlich warf sie einen langsamen Blick über die Schulter und sah noch ihr Mutter entkräftet in die Knie gehen und sich die Kehle halten. Zwischen ihren Fingern quoll dunkles Blut auf die Lichtung und vermischte sich mit dem Strom zu Junos Füßen. Doch das Grauen war noch nicht beendet. Nacheinander traten geliebte und bekannte Wesen aus dem Wald und fanden alle ein grausames Ende, so dass sie schon knietief in Blut watete, als langsam die Wesen der jüngeren Vergangenheit zu ihr wollten. Juno wollte sie warnen, ihnen etwas entgegen rufen, doch ihre Kehle war wie ausgetrocknet. Sie sah den Jäger dem sie im Wald begegnet war durch Genickbruch sterben, die Frau die ihn begleitet hatte stand mit eröffnetem Unterleib vor ihr, dann folgte Eilmana wie ihr das Herz heraus gerissen wurde und Marga die von hinten im Rücken erdolcht wurde. Selbst Orok ihr Begleiter, den sie nur kurz gesehen hatte, wurde durchlöchert von den Klingen und am Ende stand nur noch der kleine Gnom Gregor nah am Rand und rief blind wie er war ihren Namen wieder und wieder, als würde er sie suchen. Doch der Schattenwolf war schon ganz nah bei ihm und wenn sie ihm nun antworten würde, so würde er genau in seine Arme laufen.
Das Blut der Verstorben, das Blut derjenigen denen sie nicht helfen hatte können, rann immer weiter auf sie zu und umschloss nun schon ihrer Taille. Lauwarm klebte es an ihren Beinen. Unnütz und vollkommen hilflos, voller Angst vor dem Wolf und voller Selbstzweifel stand sie im Blut der Menschen, der Wesen für die sie nur noch eine Erinnerung war. Sie waren alle gestorben, hatte ihr Leben gegeben, um zu ihr zu gelangen, sie auf ihrem Weg zu begleiten und sie hatte ihr Leben weg geworfen, gerade in dem Moment, als sie sie gebraucht hätten. Marga, Eilmana, Orok, die Eiselfe, deren Namen sie nicht kannte und ihr Mann, die Bärenfrau, der andere Elf mit dem komischen Schwanz und noch so viele andere tote Gesichter sahen sie anklagend an.
Dann trat endlich der Wolf in den See aus Blut, der Juno mittlerweile bis zur Brust ging. Langsam und aufrecht stehend wie ein Mensch machte er den ersten Schritt auf sie zu. Seine Augen waren schwarz, große Klauen spickten seine weit gespreizten Hände. Hinter ihm brannte immernoch irgendwo das Feuer. Er war so riesig gegen sie! Blut tropfte von den langen Zähnen in seiner Schnauze und sie spürte wie ihr die Knie weich wurden. Sie fühlte, dass diese Prüfung die schwerste war, aber auch dieser Wolf einen inneren Dämonen ihrer Selbst repräsentierte. Der Engel war wunderschön gewesen und hatte sie mit Leidenschaft erfüllt, doch dieses wolfsähnliche Wesen löste in ihr nur nackte Angst aus. Angst die sie nicht haben wollte und die sie in der Vergangenheit schon einmal gespürt hatte. Angst und das viele Blut um sie herum hatte sie schon einmal überwältigt. Würde sie es ein zweites Mal zulassen?
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Dienstag 26. Februar 2013, 16:38

Scheinbar auf alles gefasst, stand Juno am Ufer des still plätschernden Bächleins und richtete ihren Blick konzentriert auf ihren Prüfer. Doch dieser wandte sich nicht zu ihr um. Stillschweigend entfernte er sich langsam von seiner Schülerin und begab sich zu den Grenzen des düsteren vom Feuer geschändeten Waldes. Dabei nahmen ihre Augen jedes Detail seiner Wandlung wahr. Was hatte er vor? Würde sie der kommenden Herausforderung her werden? Oder unter ihrer eigenen Schwäche zusammenbrechen?
Ihr Blick zu ihm verlor sich, als er im dunklen Nebel der Waldesgrenzen entschwand. Dann wardt beunruhigende Stille.
Juno stand alleine auf der von Asche bedeckten Lichtung, umringt von verkohlten Bäumen. Die Schatten wurden länger und wuchsen aus allen Richtungen auf sie zu. Wie lebendiges Wasser näherte es sich langsam zwischen den Bäumen und rann wie schwarzes Blut auf die Lichtung. Ihre Blicke folgten den sich nähernden Schatten. Sie wich voller Unbehagen und von ihren animalischen Instinkten getrieben zurück. Hoffend den lebendigen Schatten entfliehen zu können. Doch kamen sie gleichermaßen aus allen Himmelsrichtungen und vereinten sich in einem dunklen nichts vor ihren Füssen. Ohne einen Ausweg auf Flucht, fixierten ihre Smaragdspiegel das Dunkel. Dann riss sie ein tiefes Grollen aus ihrer Konzentration. Ihre Ohren zuckten und suchten nach dem Ursprung des Graunens.
Ein Rascheln hinter ihr!
Juno wirbelte herum und nahm für einen Wimpernschlag eine Silhouette im Nebel des Waldes wahr.
Sie war nicht allein!!
Etwas war dort zwischen den Bäumen!
Etwas unheilvolles.
Dann ward erneut Stille
Da war etwas in der Luft?
Sie schnüffelte und witterte etwas.
Ein scharfer tierischer Geruch flog über die Asche und vermischte sich mit ihr. Juno zitterte unwillkürlich.
Sie schaute auf ihre zittrige Hand und besann sich mit der anderen auflegend auf ihre innere Ruhe.
Sie ahnte was sich dort im dunkeln befand.
Sie wisch einen Schritt zurück, besann sich aber um nicht in die Dunkelheit zu ihren Füssen zu stürzen.
Ihr Atem wurde schneller... Schweißperlen schimmerten auf ihrer Stirn. Es ward kalter Schweiß der Angst.
Da war es wieder....Erst dunkles Knurren...dann eine Bewegung in den Augenwinkeln.
Sie wirbelte herum, vermochte jedoch keinen Laut von sich zu geben.
Zwischen den Bäumen eilte ein Elf auf die Lichtung zu. Ein Elf den sie sofort erkannte. Ein Freund aus vergangenen Tagen.
Menegephel!..wollte sie ihn Rufen. Streckte ihm die Hand zum Greifen nahe entgegen. Doch drang kein Ton über ihre zarten Lippen.
Sie wollte ihn warnen. Warnen vor der Gefahr im dunkeln. Doch es war zu spät. Ihr Blick fiel auf jenen blitzschnellen Schatten zwischen den Bäumen.
Juno schlug wieder ein mal die Hände vor den Mund um nicht zu schreien. Als sie Zeugin des grausamen Gemetzels vor ihren Augen wurde.
Nein!!...Menegephel... oh mein Gott!!
tränen sammelten sich schimmernd in ihren Augen.
NEEIIINNN!!! schrie sie sich im Geiste den Schmerz aus der Seele.
Sein Blut bahnte sich wie ein Bächlein seinen Weg zu ihr.
Das Monster...entschwand in Finsterniss
Abermals wagte sie einen Schritt in seine Richtung als ihre Ohren eine Stimme vernahmen...so liebreizend und Warm wie nur eine Mutter sie haben konnte.
„Juno! Da bist du ja. Endlich hab ich dich gefun...!“
Ein Gurgeln beendete die Worte
" Mutter!?" sprach sie leise und drehte sich Zögerlich einen langsamen Blick über die Schulter werfend zu ihr Mutter herum. Die entkräftet in die Knie ging und sich die Kehle hielt. Zwischen ihren Fingern quoll dunkles Blut auf die Lichtung und vermischte sich mit dem Strom zu Junos Füßen.
Der Schock und die Panik standen der jungen Seele ins Gesicht geschrieben. Wie gebannt stand sie da, Hilflos ihrer Mutter in die Augen blickend.
Doch das Grauen nahm kein Ende. Nacheinander traten geliebte und bekannte Wesen aus dem Wald und fanden alle ein grausames Ende, so dass sie schon knietief in Blut watete, als langsam die Wesen der jüngeren Vergangenheit zu ihr wollten. Juno wollte sie warnen, ihnen etwas entgegen rufen, doch ihre Kehle war wie ausgetrocknet.
Ihre Iriden hüllten sich in weißen Nebel. Nebel der die Sinne trübte. Ein Schutzmechanismus ihres Geistes um ihr die Qualen die sich vor ihren Augen abspielten erträglicher zu machen.Das Blut der Verstorben, das Blut derjenigen denen sie nicht helfen hatte können, rann immer weiter auf sie zu und umschloss nun schon ihrer Taille. Lauwarm klebte es an ihren Beinen. Unnütz und vollkommen hilflos, voller Angst vor dem Wolf und voller Selbstzweifel stand sie im Blut der Menschen, der Wesen für die sie nur noch eine Erinnerung war. Sie waren alle gestorben, hatte ihr Leben gegeben, um zu ihr zu gelangen, sie auf ihrem Weg zu begleiten und sie hatte ihr Leben weg geworfen, gerade in dem Moment, als sie sie gebraucht hätten. Marga, Eilmana, Orok, die Eiselfe, deren Namen sie nicht kannte und ihr Mann, die Bärenfrau, der andere Elf mit dem komischen Schwanz und noch so viele andere tote Gesichter trieben in einem See aus Blut und sahen sie dabei anklagend an. Dann trat jene Gestalt aus den Schatten des Waldes und in den See aus Blut. Jene dunkle grausame Bestie näherte sich schritt für Schritt wartend durch die Lebensessenz ihrer liebsten. das Blut stand Juno der Hybridin mittlerweile bis zur Brust. gelähmt durch Angst blickte sie dem Wolf in die schwarzen Augen. Große Klauen spickten seine weit gespreizten Hände. Hinter ihm brannte immernoch irgendwo das Feuer. Seine Gestalt war gewaltig im Vergleich zu ihrer. Blut tropfte von den langen Zähnen in seiner Schnauze und sie spürte wie ihr die Knie weich wurden. Sie fühlte, dass diese Prüfung die schwerste war, aber auch dieser Wolf einen inneren Dämonen ihrer Selbst repräsentierte. Juno wich zurück und fiel. Tauchte rückwärts mit seitlich ausgestreckten Armen und geschlossenen Augen ein in das Gewässer aus Blut. Sie trieb auf den Rücken und sank langsam hinab in die Tiefe. Öffnete ihre Augen und erblickte die schwimmenden toten Körper ihrer liebsten. Dann meditativ verlor sie ihre Sinne. Schloss die Augen und vernahm nach kurzer Ruhe eine Stimme in ihrem Kopf. Diese klang ihr vertrauter wie kaum eine andere. Es war ihre eigene.
Erinnere dich!!..Erinnere dich an das was du bist...schaue tief in dich hinein und habe keine Angst vor den Schatten....Ich bin bei dir!!
Juno lauschte der Stimme und nachdem diese verklungen war öffnete sie ihre Augen. Wenige Momente rührte sich nichts im See aus Blut. Als die Junge Hybridin wie aus dem Schoße des Gewässers geboren langsam auftauchte. Ihre Haare lagen glatt an. Das Blut rann an ihrem Antlitz herunter. Ohne Kleider stand sie der Bestie gegenüber. Rein und unschuldig wie sie die Götter einst schufen.
Ihr Haupt hob sich.
Ihre Augen öffneten sich... und da war es!..ein animalisches Funkeln!
Ein Blick wild und entschlossen jedoch rein wie das Licht selbst.
Juno öffnete langsam ihre Lippen...Ihr Atem klang wie ein sich zusammenbrauender Sturm.
Sie trat auf die Bestie zu. Ihre Augen fixierten die seinigen. Eine Hand erhob sie und sie tippte dem Biest bei jedem Satz auf die Brust.
" Ich weiss was du bist!"
" Ich habe keine ANGST vor DIR!"
" Denn du bist nicht mein Gott!"
" Ich bin nicht deine Sklavin!"
" Ich bin nicht dein Opfer!"
" Und DU!!"
Juno stieß mit ganzer Kraft gegen den Körper der Bestie
"BIST...NICHT...ECHT!!!"
Hallte ihre Stimme besonnen und kraftvoll, jedoch mit der Macht einer Beschwörung gleich, über die dunkle Umgebung. Das selbst die dunklen Legionen einen elektrisierenden Schauer auf ihrer Haut spüren würden.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 28. Februar 2013, 20:56

Getauft in Blut hörte Juno ihre eigenen Gedanken zu ihr sprechen.
Erinnere dich!!..Erinnere dich an das was du bist...schaue tief in dich hinein und habe keine Angst vor den Schatten....Ich bin bei dir!!
Dann tauchte sie auf und sah das Monster vor sich. Sie fühlte sich rein und nackt, wo das Tier vor ihr nur das Blut und die Gedärme der Dahingeschiedenen wahr nahm. Der zähe Lebenstrunk lief an ihrem Körper hinab, hatte das ganze Mädchen in seinen roten Mantel gehüllt. Gleich einer langen Kutte, die nass vom Regen am Körper klebte, umhüllte sie der Totensaft. Ihr Haar lag auf ihren Schultern wie ein blutrotes Käppchen, eine weite Kapuze und um sie herum breitete sich der flüssige Mantel zu ihren Füßen aus. Als ihre Augen sich öffneten, stachen sie heraus wie Smaragde auf blutigem Samt. Ihr Funkeln verriet das Kind, verwandelte es in das Tier was sie ebenso war. Das Tier strahlte aus ihrem Blick und sie spie ihre Worte der Bestie entgegen:
" Ich weiß was du bist!"
" Ich habe keine ANGST vor DIR!"
" Denn du bist nicht mein Gott!"
" Ich bin nicht deine Sklavin!"
" Ich bin nicht dein Opfer!"
" Und DU!!"

Juno stieß mit ganzer Kraft gegen den Körper der Bestie
"BIST...NICHT...ECHT!!!"
Juno spürte den Schauer, der ihre eigene Stimme Kraft gegeben hatte. Ihr Wille war dabei zu wachsen und doch blinzelte dieses Monster nur einmal und legte den Kopf schief. Seine Antwort war verstörend und gleichermaßen erschreckend:
"Wenn du weißt, was ich bin, dann nenne mich bei meinem Namen und ich werde verschwinden, doch so lange du dies nicht tust, so lange gehörst du mir!"
Ein finsteres Lächeln legte seine Reizzähne frei, die so lang wie Junos ganze Hand waren.
"In deiner Welt bin ich so real wie der Wind, aber hier ... in meiner Welt wirst du jetzt von mir verschlungen."
Und sogleich gab er seiner Drohung Gestalt und zerfloss im Teich zu ihren Füßen. Sofort verlor die Fuchshybridin den Boden unter den Füßen und sackte ein ganzes Stück tief in die blutige Flut. Die Bestie verlor sich in der Tiefe. In der zähen Flüssigkeit war das Schwimmen schwer und etwas griff nach ihren Beinen und zog sie immer wieder nach unten. Schnell mischte sich ihr Speichel mit geschlucktem Blut ihrer Freunde und Bekannten und rann ihr schwer in Lunge und Magen, drohte sie zu ersticken. Konnte sie an so einem Ort wirklich noch einmal sterben? Es fühlte sich fast so an!?! Die Lunge brannte, Übelkeit kroch durch ihre Gedärme und Angst und Panik wollten sie überrollen, als abermals die Klauen ein Bein von ihr packten, kurz bevor sie die rettende Oberfläche fast erreicht hatte. Immer wieder schwamm sie wild entschlossen der so dringend benötigten Luft entgegen, doch immer wieder riss etwas sie in die Tiefe ihres Unterbewusstseins. Kein Strampeln, kein Treten half und um sich Schlagen war nutzlos. Die Klauen der Angst hatten keine Gestalt, die sie hätte greifen können. Sie waren nur der Auslöser und etwas noch viel dunkleres lauerte unter der Oberfläche. Etwas was die Angst nur hervor locken hatte wollen. Der weiße Schleier vor Junos Augen, der sie vor dem Leid hatte beschützen sollen, hatte sich in einen Roten Vorhang aus Angst gewandelt. Aber was lag hinter diesem Vorhang verborgen? Juno sah nur für einen Moment in den Abgrund ihrer Seele hinab. Das Blut ihrer Emotionen, jener Erinnerungen die sie im Leben gesammelt hatte verklärte ihr die Sicht, aber dort unten war ES! Verborgen unter Schuld, Leid, Angst, Fluchtinstinkten, Naivität, Leidenschaft, Lust und Liebe lag etwas, das sie nur selbst ergründen konnte.

(Entschuldige, etwas kürzer geraten, da aus dem Urlaub geschrieben.)
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Montag 4. März 2013, 20:25

Lange Zeit hallten die vor wenigen Wimpernschlägen beschworenen Worte im eigenen Geste der Fuchshybridin nach und ließen sie innerlich selber erschauern. Hoffend das dies nun zum Ende ihrer Prüfungen im Totenreich führen würde. Doch dem war nicht so!? Denn der Schrecken ( die Bestie ) die sie mit ihren unerschrockenen Worten hatte bezwingen wollte. Stand noch immer vor ihr und wirte unbeeindruckt.
Sogleich nahm sie seine folternde Stimme in ihren ausgeprägten Gehörgängen wahr.
"In deiner Welt bin ich so real wie der Wind, aber hier ... in meiner Welt wirst du jetzt von mir verschlungen."
Verwundert über die Worte der Bestie legte Juno verwirrt blickend den Kopf schief. Und noch bevor sie beginnen konnte sich der rätselhaften Worten
anzunehmen. Vereinte ich die Bestie mit der blutroten Flüssigkeit die sie umgab. Und riss die junge Hybridenseele unerwartet in die Tiefe. Juno kam nicht einmal dazu ihre Lungen mit genug Luft zu füllen. Unter ihren Füssen tat sich eine schier unendliche Tiefe des schreckens auf. Panisch und Adrenalien gepeitscht, kämpfte sie sich schwimmend an die Oberfläche des blutroten Gewässers. Und jedesmal wenn sie kurz davor war aufzutauchen und ihre gepeinigten Lungen mit Sauerstoff anzureichern, wurde sie erneut in die Tiefe gezogen. Es wirkte beinahe so als wolle sie eine unsichtbare Macht an ihrem Vorhaben hindern und sie stattdessen stetig mehr in die Dunkle Tiefe reissen. Die Panik in ihrem inneren nahm von Sekunde zu Sekunde zu. Ihre Augen waren weit aufgerissen und ihre Hände klammerten sich hoffnungsvoll an die eigene Kehle. Sie musste Handeln und zwar schnell sonst würde sie vermutlich einen zweiten Tod sterben. So kamen ihr unter kräftezehrender Beanspruchung ihres Verstandes die Worte der Bestie in den Sinn. Dieser sprach vom verschlingen in seiner eigenen Welt. Juno schaute in den Abgrund zu ihren Füssen Wandte sich mit kraftvoll schwimmenden Bewegungen herum und begab sich tiefer und tiefer in das innere der Bestie. Dabei nahm der Druck auf ihren Ohren und das schmerzende Brennen in ihren Lungen stetig zu. Ihr Blick verschleierte ...dann wurde es schwarz.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Dienstag 5. März 2013, 21:49

Juno hatte den Weg hinab gewählt.
Tiefer und tiefer sank sie in die Dunkelheit, gepeinigt von unerträglichen Schmerzen wand sich ihr Körper willenlos zuckend und Rinnsale aus Feuer brannten auf ihren Nerven. Ihre letzten kraftvollen Schwimmstöße galten der Finsternis unter ihr und dann sank sie nur noch der Stille entgegen. Jeder Atemzug hatte sie verlassen, jeder Herzschlag war erloschen und eine seltsame Ruhe begann sich in ihr auszubreiten. Sie hatte alles verloren und war nun nur noch sie selbst. Endlich war sie so weit.
Wie ein besiegtes Schiff auf dem Meer schwebte ihr Körper dem Grund ihrer Seele entgegen. Erinnerungen umgaben sie wie Wrackteile und sanken mit ihr in die Tiefe. Etwas um sie herum knirschte und der Druck der Tiefe ließ ihren Astrealkörper bersten. Bruchstücke ihrer Emotionen, jener Fassade die sie sich seit frühster Kindheit zugelegt hatte, waren unter dem stetig wachsenden Druck ihrer Einsicht zermalmt worden und sanken nun mit ihr in dieses bodenlose Loch. Nichts konnte hier unten mehr existieren als die reine, nackte Wahrheit.
Junos Sein wurde auf den kleinsten Teil reduziert. Auf EINS-Sein mit sich und ihren Gedanken, doch diese wurden hier unten befreit von Emotionen, Ängsten, Erinnerungen, Erwartungen und jedem anderen störenden Einfluss. Endlose Tiefe umarmte sie. Nichts war mehr da, was sie schützte, nichts was sie störte. Sie trieb einfach nur noch dahin.

Zeit ist etwas sehr relatives, ist man tot.

Deshalb kam der Widerstand des Bodens auch nicht unerwartet, sondern wurde von ihren sich automatisch streckenden Füßen ohne jede Regung empfangen. Es war als schwebte sie noch immer, denn Leichtigkeit erfüllte die leuchtenden Konturen ihres Seins. Kaum mehr als ein zartes Glühen drehte sich ein paar mal um sich selbst, nur um zu spüren, das es war. Dann formte sich ihre Seelengestalt, ein Bildnis aus funkelnder Energie und dem lebensbejahenden Funken ihres Seins. Eine junge Geisterfrau, denn mehr war sie nicht mehr, ohne Namen, denn der galt hier nichts mehr, schwebte über den Grund ihrer Seele, losgelöst und frei. Ihr sanftes Glühen, das mit in der Strömung wallende, lange Haar, die filigranen Glieder waren jedem Auge verborgen und so um ein vielfaches schöner als jede Phantasie es sich nur erträumen konnte. Junos Seele tanzte, drehte sich, sprang und schwebte, bog sich in einem Rhythmus, den nur sie kannte harmonisch mit den Schwingungen ihres Seelenstroms. Dann stand da plötzlich jemand vor ihr. So abrupt wie sie stoppte, so weit schlugen die Wellen. Vor ihr, von einer dünnen wässrigen Membran von ihr getrennt, sah sie deutlich die Frau die sie einmal hätte sein sollen. Sie war schön, stark, von einer gewissen grazilen Wildheit und Eleganz. Vorwurfsvolle große Augen sahen sie an. Sie funkelten in smaragdgrün und Enttäuschung lag in diesem schönen Blick. Die schlanke Hand drückte sich gegen die Membran und beulte sie aus. Jeder Finger war deutlich zu sehen und spreizte sich von den Anderen weg. Juno brauchte nur noch zuzugreifen und das tat sie auch.
Ob aus einem Instinkt, oder der vergessenen Sehnsucht an ihr verlorenes Leben gebunden, ob in der wagen Hoffnung, dass ihre Reise noch nicht vorbei war, berührte sie die zarte Oberfläche der schimmernden Schicht, die sofort riss. Doch nicht die schlanken filigranen Fingerspitzen der schönen Frau schoben sich zwischen ihre Eigenen! In Blut getaufte Klauen fassten ihre Hand ganz fest und zogen sie mit einem Ruck in den Abgrund ihre Seele, an jenen Ort wo alle Ängste geboren wurden und ihren Ursprung hatten. Kaum hatte sie die Barriere überwunden, so war die Frau verschwunden und sie befand sich allein an einem Ort, in dem sie niemals hatte sein wollen.
Ihre Umgebung malte ihre tiefsten Befürchtungen in den dunkelsten Farben und hielt sie fest im Würgegriff ihrer Angst. Es war ein Ort den nur sie sehen konnte, schrecklicher, als jemals ein Wort es beschreiben, ein Auge sehen oder ein Gedanke es erfassen könnte.
(ooc: Kannst du selbst beschreiben wenn du möchtest)
Doch eine matte Bewegung zog ihre Aufmerksamkeit auf sich und Juno schritt langsam in ihre Richtung. Ihre Urangst, der Grund für all das Leid was sie hervorgebracht hatte, was sie so viele Fehler hatte machen lassen, starrte sie aus einem geschwärzten Spiegel an, der schräg im Boden steckte, als sei er dort versunken. Langsam hob sich ihre Hand, eine knorrige Klaue, so hässlich wie vorher die feine Hand zuvor. Langsam wischte sie den Spiegel frei und … erstarrte!

Sie war die Bestie!

Ihre Hände wurden klamm, das Herz raste vor Angst, bei ihrem eigenen hässlichen Anblick. Sie selbst hatte zugelassen, das ihr al dieses Unglück widerfahren war, hatte es förmlich herauf beschworen, hatte nicht nachgedacht, vorschnell gehandelt und die schlimmste von all ihren Sünden starrte sie aus dem Spiegelbild an. Sie trug die Bestie in sich und hatte ihr einmal in der Welt der Lebenden und einmal sogar hier in der Welt der Toten die Führung überlassen. Immer wieder hatte sie der Angst, dem Leid, dem Blut den Weg den Vortritt gelassen und damit der Bestie die Tür geöffnet. Sie hatte sie frei handeln lassen. Ihr Bewusstsein war nicht stark genug gewesen, selbst eine Entscheidung zu treffen und dafür gerade zu stehen, also hatte die Bestie SIE ausgeblendet und den Dunkelelfen angegriffen. Ein Fehler der sie das Leben gekostet hatte. Dann hatte sie hier sich versucht ihren Dämonen zu stellen und hatte den weißen Schleier über ihre Augen ziehen lassen und wieder ein Hintertürchen für die Bestie geöffnet, die nicht immer die gleiche Form hatte, nein! Mal hatte sie die Farbe von Blut, mal die Stimme ihrer Mutter, mal war sie eine süße Reaktion auf einen verlockenden Engel. Das Spiegelbild zeigte ihr alle Fassetten ihrer Ängste und hatte doch so nur einen Zweck.
Es war ein schwerer Weg, den sie zu gehen hatte und es war nicht gewiss, dass sie nicht wieder Fehler machen würde, doch konnte sie jetzt und dieses eine Mal wirklich anerkennen WAS sie war? Mit all ihren schrecklichen Gesichtern, Gelüsten, Fehlern, stand sie vor dem Spiegel. Sie war die Bestie! Konnte sie aus ihren Fehlern lernen und sie hinter sich lassen? Konnte sie sich selbst vollkommen ehrlich versprechen, dieser Kreatur nie wieder so viel Macht einzuräumen, dass sie und andere verletzt werden könnten? Konnte sie … besser werden? … reifer?
War sie soweit?
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Juno » Sonntag 10. März 2013, 20:14

Junos astraler Leib, sank regungslos und ohne Bewusstsein tiefer und tiefer dem Grund ihrer Seele entgegen.
Erinnerungen umgaben sie wie Wrackteile und sanken mit ihr in die Tiefe. Etwas um sie herum knirschte und der Druck der Tiefe ließ ihren Astrealkörper bersten. Bruchstücke ihrer Emotionen, jener Fassade die sie sich seit frühster Kindheit zugelegt hatte, waren unter dem stetig wachsenden Druck ihrer Einsicht zermalmt worden und sanken nun mit ihr in dieses bodenlose Tiefe. Nichts war ihr geblieben außer ihrer rein strahlenden nackten Seele.
Endlose Tiefe umarmte sie.
Wie aus einem inneren Bedürfnis heraus, streckten sich ihre Beine und empfingen nach einem schier endlosen Fall weichen sandigen Grund unter ihren Füssen. Der sich mit jeder kleinsten Bewegung aufwirbelte und sich fein zerstäubt verteilte, bevor er wieder zu seinem Ursprung zurückkehrte. Es war als schwebte sie noch immer, denn Leichtigkeit erfüllte die leuchtenden Konturen ihres Seins.Kaum mehr als ein zartes Glühen drehte sich ein paar mal um sich selbst, nur um zu spüren, das es war. Dann formte sich ihre Seelengestalt, ein Bildnis aus funkelnder Energie und dem lebensbejahenden Funken ihres Seins. Eine junge Geisterfrau, denn mehr war sie nicht mehr, ohne Namen, denn der galt hier nichts mehr, schwebte über den Grund ihrer Seele, losgelöst und frei. Ihr sanftes Glühen, das mit in der Strömung wallende, lange Haar, die filigranen Glieder waren jedem Auge verborgen und so um ein vielfaches schöner als jede Phantasie es sich nur erträumen konnte. Junos Seele tanzte, drehte sich, sprang und schwebte, bog sich in einem Rhythmus, den nur sie kannte harmonisch mit den Schwingungen ihres Seelenstroms. Plötzlich wie aus dem nichts erblickte sie eine Gestalt vor sich.
So abrupt wie sie stoppte, so weit schlugen die Wellen. Vor ihr, von einer dünnen wässrigen Membran von ihr getrennt, sah sie ...sie sah sich selbst!?
So wie sie einst hätte sein sollen.Doch was sie in den Augen ihres älteren Ich´s erblickte hätte jede Seele melancholisch gestimmt. Vorwurfsvolle große Augen sahen sie an. Sie funkelten in smaragdgrün und Enttäuschung lag in diesem schönen Blick. Die schlanke Hand drückte sich gegen die Membran und beulte sie aus. Jeder Finger war deutlich zu sehen und spreizte sich von den Anderen weg. Die reine strahlende Erscheinung der einstigen junge Hybridin sah auf die sich entgegenstreckenden ertastenden Finger ihres älteren Antlitzes, und tat es ihr gleich. Die unterschiedlichen und dich gleichen Fingerpaare berührten sich unter einer hauchdünnen Membran aus Wasser und Luft.
Ob aus einem Instinkt, oder der vergessenen Sehnsucht an ihr verlorenes Leben gebunden, ob in der wagen Hoffnung, dass ihre Reise noch nicht vorbei war, berührte sie die zarte Oberfläche der schimmernden Schicht, die sofort riss. Doch nicht die schlanken filigranen Fingerspitzen der schönen Frau schoben sich zwischen ihre Eigenen! In Blut getaufte Klauen fassten ihre Hand ganz fest und zogen sie mit einem Ruck in den Abgrund ihre Seele, an jenen Ort wo alle Ängste geboren wurden und ihren Ursprung hatten. Ihr eigenes Spiegelbild hatte sie in eine neue Ebene gezogen. Die reine Seele der Hybridin landete hart auf felsigen Vulkangestein. Und gerade als sie sich aus eigenen Kräften erheben wollte spürte sie mehrere raue kalte dunkle Hände an ihrem nackten Leib. Eine riesige Gruppe von Dunkelelfen beengten sie in kreisförmiger Formation und begrapschtensie lüstern. Küssten und leckten sie mit ihren wiederwärtigen Mündern. angeekelt drückend und sich befreiend windend bahnte sich die weibliche Seele eine Weg durch die Massen dunkler Abscheulichkeiten. Ebnete sich einen Weg an dessen Ende sie eine Matte Bewegung wahrnahm. Sie drängte sich weiter Schritt für Schritt durch den Mob und blieb dann vor einem seltsam wirkenden Spiegel stehen. Als sie sich sogleich nochmals nach den Dunkelelfen umsah waren die wie vom Erdboden verschwunden. In dieser kargen heissen Vulkanähnlichen Umgebung existierten nurnoch sie und der Spiegel. Sie blickte vorsichtig hinein. Was sie dort erblickte war der Ursprung jener Qualen und Schrecken die in ihr wohnten. Es war Ihre Urangst, der Grund für all das Leid was sie hervorgebracht hatte, was sie so viele Fehler hatte machen lassen, starrte sie aus einem geschwärzten Spiegel an, der schräg im Boden steckte, als sei er dort versunken. Langsam hob sich ihre Hand, eine knorrige Klaue, so hässlich wie vorher die feine Hand zuvor. Langsam wischte sie den Spiegel frei und … erstarrte!
Die Bestie die sie vor noch nicht allzulanger Zeit versucht hatte zu bekämpfen ...war sie selbst. Ihre Hände wurden klamm, das Herz raste vor Angst, bei ihrem eigenen hässlichen Anblick. Sie schüttelte ungläubig ihr Haupt. schlug die kalten Hände vors Gesicht und trat einige Schritte zurück. Das Spiegelbild imitierte sie blieb jedoch in seiner grausigen Gestalt bestehen. neue Einsichten trafen sie wie Peitschenschläge und drängten sich abermals in Form schrecklicher Bilder in ihren Geist.Sie selbst hatte zugelassen, das ihr al dieses Unglück widerfahren war, hatte es förmlich herauf beschworen, hatte nicht nachgedacht, vorschnell gehandelt und die schlimmste von all ihren Sünden starrte sie aus dem Spiegelbild an. Sie trug die Bestie in sich und hatte ihr einmal in der Welt der Lebenden und einmal sogar hier in der Welt der Toten die Führung überlassen. Immer wieder hatte sie der Angst, dem Leid, dem Blut den Weg den Vortritt gelassen und damit der Bestie die Tür geöffnet. Sie hatte sie frei handeln lassen. Ihr Bewusstsein war nicht stark genug gewesen, selbst eine Entscheidung zu treffen und dafür gerade zu stehen, also hatte die Bestie SIE ausgeblendet und den Dunkelelfen angegriffen. Ein Fehler der sie das Leben gekostet hatte.
Dann hatte sie hier sich versucht ihren Dämonen zu stellen und hatte den weißen Schleier über ihre Augen ziehen lassen und wieder ein Hintertürchen für die Bestie geöffnet, die nicht immer die gleiche Form hatte, nein! Mal hatte sie die Farbe von Blut, mal die Stimme ihrer Mutter, mal war sie eine süße Reaktion auf einen verlockenden Engel. Das Spiegelbild zeigte ihr alle Fassetten ihrer Ängste und hatte doch so nur einen Zweck.
Es war ein schwerer Weg, den sie zu gehen hatte und es war nicht gewiss, dass sie nicht wieder Fehler machen würde, doch konnte sie jetzt und dieses eine Mal wirklich anerkennen WAS sie war? Mit all ihren schrecklichen Gesichtern, Gelüsten, Fehlern, stand sie vor dem Spiegel. Sie war die Bestie!
Schwer schluckend trat Juno langsam an den Spiegel heran. Sie wusste es half alles nichts. Drum sprach sie um ein für alle mal die Fronten zwischen und ihrem inneren Schrecken zu klären.
"Hör zu...ich weiss es wird dir nicht gefallen was ich dir zu sagen habe, doch mir gefällt es auch nicht."
" Wir müssen beide akzeptieren das wir zwei Seiten einer Münze sind.!"
" Keiner von uns beiden kann ohne den anderen existieren und doch wollen wir beide Leben"
" Also akzeptiere das ich nicht länger deine Sklavin bin... und ich werde versuchen deinen Bedürfnissen nachzukommen."
" Es bringt uns beiden nicht´s wenn wir uns gegenseitig behindern und uns gemeinsam in Gefahren stürzen."
"Denn Du hast erlebt wohin es sowohl dich als auch mich geführt hat."
"Lassen wir die Vergangenheit ruhen und beginnen einen Neuanfang"
"Denn ich bin du und du bist ich...Lebe mit mir.. oder bleib auf ewig gefangen."
Mit diesen Worten streckte sie ihre Hand nach dem dunklen Spiegel und der Bestie darin aus. bei der Berührung der Oberfläche begann diese wie Wasser kleine Wellen zu schlagen. Die Seele zog den Arm leicht zurück, jedoch nur für einen Wimpernschlag, bevor sie mutig wie sie war in den Spiegel trat und mit diesem verschmolz.
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Re: An fernen Ufern

Beitragvon Erzähler » Montag 11. März 2013, 20:42

Juno fand sich im Ring der gierig glotzenden Fratzen wieder. Sie hörte die Musik ihrer eigenen Erinnerungen, jenes Tanzes am Lagerfeuer des Feindes. Der Anblick dieser Augen, die sie unentwegt anstarrten war einfach unerträglich! Ihre Angst steigerte sich ins Unermessliche, bis sie immer näher rückten und ihre Zungen hechelnd heraus hingen. Näher und näher kamen sie, bis sie sie berührten und es ihr kalt, gleich ihrem Geifer, über den Rücken lief. Nein, das war nicht richtig, nicht gut! Sie musste hier weg und befreite sich ruckartig aus der Umklammerung der vielen Hände. Die Funken ihres Materie losen Körpers stoben in alle Richtungen und die gierigen Mäuler leckten nach ihnen. Juno fing sich und rannte so schnell sie nur konnte! Immer weiter! Als sie sich endlich umdrehte, war das Trugbild verschwunden und nur die Leere ihrer Einsamkeit lag hinter ihr. Ganz leise im hintersten Winkel ihres Denkens, begann sie sich zu fragen, ob diese schrecklichen Bilder immer wieder auftauchten, weil sie sich ins Geheimen vielleicht wünschte nicht mehr alleine zu sein? War Zuwendung, egal in welcher Form denn besser als Einsamkeit? Konnte sie denn die Stille nicht ertragen lernen?
Endlich erreichte sie ihr grausiges Selbstbild und erkannte sich in ihm. Schwer schluckend trat Juno langsam an den Spiegel heran und fasste ihre Gedanken zusammen.
"Hör zu...ich weiß es wird dir nicht gefallen was ich dir zu sagen habe, doch mir gefällt es auch nicht. Keiner von uns beiden kann ohne den anderen existieren und doch wollen wir beide Leben. Also akzeptiere das ich nicht länger deine Sklavin bin... und ich werde versuchen deinen Bedürfnissen nachzukommen."
Etwas funkelte hintergründig in den Augen der Bestie, aber sie senkte nur zustimmend den Blick.
"Es bringt uns beiden nicht´s wenn wir uns gegenseitig behindern und uns gemeinsam in Gefahren stürzen, denn du hast erlebt wohin es sowohl dich als auch mich geführt hat. Lassen wir die Vergangenheit ruhen und beginnen einen Neuanfang, denn ich bin du und du bist ich...Lebe mit mir.. oder WIR bleiben auf ewig gefangen."
Sie streckte ihre Hand nach dem dunklen Spiegel und der Bestie darin aus. Bei der Berührung der Oberfläche begann diese wie Wasser kleine Wellen zu schlagen. Die Seele, die ihren Namen vergessen hatte, zog den Arm leicht zurück, jedoch nur für einen Wimpernschlag, bevor sie mutig in den Spiegel trat und mit diesem zu verschmelzen.
Dunkelheit.
Wieder und wieder fiel sie in Dunkelheit, doch dieses mal war etwas anders. Dieses Mal war SIE anders. Endlich hatte sie gefunden was sie zerrissen hatte und wieder zusammengefügt. Sie war in sich selbst nicht mehr allein.
Sie war ein Ganzes.

Kleinste schillernde Blasen stiegen aus dem schwarzen Wasser auf und sobald sie die Oberfläche durchbrachen, zerplatzen sie und ein winziger roter Funke wurde frei gesetzt. Wartend stand der Engel am Ufer des Seelenflusses und sah dem Schauspiel zu. Er hatte Juno in die Tiefe ihrer Abgründe gestoßen und wieder hinauf geleitet. Jetzt war es an ihr sich das letzte Stück zurück zu ihm zu befreien. Die nachtschwarze Umgebung begann immer mehr im Schein der aufsteigenden Funken zu glimmen. Ein stilles Lächeln lag auf seinen Lippen als er in die flache Brandung trat und seine Hand in den kalten toten Strom der Seelen tauchte.

Sie trieb langsam aufwärts und genauso langsam fügten sich die Funken ihrer Seele wieder zusammen um ein Körperbild zu formen. Sie sah nichts, fühlte nichts, genoss einfach nur das Sein, doch dann näherte sich etwas von oben. Ein silbernes Licht spiegelte sich über ihr und erneut wurde ihr eine Hand entgegen gestreckt. Sie merkte es kaum. Jemand griff nach ihrer Seele und hob sie aus den Fluten. Sie sah in sein Gesicht auf dem sich Feuerschein spiegelt. Seine Flügel waren schon getrocknet und nur noch die Hosenbeine um seine Füße waren nass vom Seelenwasser. Ihre Arme legten sich wie selbstverständlich um seine Schultern, als er sie auf den Strand trug. Mit jedem Schritt den kleinen Abhang hinauf kamen die Erinnerungen zurück. Alles kam wieder und ergab endlich einen Sinn. Einen Moment lang hielt er sie noch und sah ihr in die glänzenden Smaragde, umrahmt von glühendem Funkeln. Alles kam ihr unglaublich bekannt, warm und wahr vor, nur an ihren Namen konnte sie sich noch nicht so recht erinnern. Langsam stellte er sie auf die Füße und hob dann ihr Kinn ein Stück, damit sie ihn ansah.
„Juno. Das ist der Name dem du suchst.“
Dann trat er ein Stück von ihr zurück und musterte sie unverhohlen. Etwas war seltsam in seinem Blick. Es war … Juno kam nicht gleich drauf. Es war …
„Bewunderung.“
, vollendete er erneut ihre Gedankengänge. Woher kam nur das Licht, das sein Antlitz erhellte? Juno sah sich um, doch überall war nur Dunkelheit und Schwärze. Dann begann es ihr zu dämmern und langsam sah sie an sich herunter. Zögerlich hob sie eine Hand und die funkelnden Fingerspitzen schlugen kleine Flammen auf ihrem Weg durch den Äther. Eine Farbenpracht aus Silber, Gold, Gelb, glühendem Orange und feurigem Rot malte unentwegt das Bildnis ihres Körpers neu. Juno befand sich in einem Zustand der stetigen Veränderung und was war veränderlicher als das Feuer?! Ihr Engel sah sie und ihre Glut glänzte in seinen Augen, wie der Stolz auf sie, dass sie es geschafft hatte. Wohin würde ihr Weg sie nun führen? War es jetzt vorbei?
„Noch nicht ganz.“
Ihre ungestellte Frage wurde beantwortet und ihr Engel umrundete sie mit langsamen Schritten, während seine Blicke sie streichelten. Als er an ihrer linken Seite war, nahm er einmal eine glühende Strähne ihres Haars zwischen seine Finger um sie hindurch gleiten zu lassen. Ihre Flammen schienen ihm nichts anzuhaben. Bewegte sie sich hinterließ Juno brennenden Sand, der langsam hinter ihr erlosch. Als er wieder vor ihr stand und zu ihr nieder sah, lächelte er wieder.
„Ein Feuerfuchs. Das ist also die Form deiner Seele, wenn du ganz bist … Wunderschön!“
Seine Stimme war angenehm weich, schmeichelnd und verführerisch wie auch schon das erste Mal, doch dieses Mal war Juno gewarnt. So leicht würde sie Instinkte nicht mehr für sich handeln lassen, so verlockend seine Nähe auch war. Als ahnte er, was seine Presence bei ihr bewirkte, schmunzelte er leicht und trat wieder ein paar Schritte von ihr weg.
„Eine letzte Frage hätte ich noch an dich.“
Er setzte sich in den schwarzen brennenden Sand und legte den Kopf leicht in den Nacken und sah der schwarzen Decke entgegen. Er sah zwar wirklich nicht aus wie ein typischer Lehrer und verhielt sich auch nicht so, aber er war es durch und durch, dass wusste Juno. Lässig kreuzte er die langen ausgestreckten Beine vor Körper und stützte seinen Körper mit den Armen nach hinten ab, während die Flügel sich weit abspreizten.
„Was würdest du von diesem Ort mitnehmen, wenn du ins Reich der Lebenden zurück könntest?“
Juno hatte viel gelernt, seit dem sie hier war und ahnte sofort, dass es bei dieser Frage um kein Ding, oder um die Umgebung selbst ging. Es waren ihre Erfahrungen die er abfragen wollte. Was würde sie in Zukunft anders machen wollen? Was hatte sie gelernt? Was war die Moral von der Geschichte?
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