Vanitas neues Zuhause

Hier wurden einst Soldaten und Wächter der Hauptstadt ausgebildet. Nun dient die Kaserne als Sklabenunterkunft und Richtplatz.
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Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 24. März 2011, 23:57

“werde wach Vanitas Aka Manah” drang eine leise Stimme mehr und mehr in den Verstand von Vanitas. Langsam wurde mehr und mehr Geräusche um ihn deutlicher. Erst nur ein dumpfes Dröhnen und Gemurmel wurde jetzt durch deutliches Kettenrasseln, Peitschenschläge auf nackter Haut und Geschrei und Gewimmer ausgetauscht. Der Geruch von Eisen, Schweiß, Unrat und Blut drängte sich in seine Nase.
Was war geschehen?
Das letzte, was Vanitas mitbekommen hatte, war das man ihn gefesselt hatte, dann war er ohnmächtig geworden.
Hier lag er nun auf einer schlichten Holzpritsche, unter sich lag altes Stroh. Es roch abartig. Wenn sie Vanitas schon von Geruch des dreckigen Elfenjungen abgeschreckt fühlte, so wurde er hier mit weit schlimmeren konfrontiert. Die Pritsche war hart und unbequem und für jemanden des Alters wie Vanitas reine Folter.
Sein Körper zeugte noch immer von der Anstrengung seines Zaubers.
Aber wie lange war er außer Gefecht? Eindeutig konnte er sehen, dass er sich in einer Zelle befand. Doch zu seiner Beruhigung in einer Einzelzelle. So er durch die Gitterstäbe, so würde er sehen, dass die anderen Gefangenen kein so großes Glück hatten.
Ein Geschrei hämmerte in seinen Ohren. Verzweifelt schrie eine Frau in den höchsten Tönen. Dann folgten harsche Worte in der Sprache der Dunkelelfen und ein grausiges Lachen.
Das Schreien wurde zu einem Flehen, dann zu einem Wimmern.
“ Klingt es nicht schön” hörte er eine Stimme neben sich. Vanitas spürte wieder den grausigen Schmerz um seinen Herzen. Jedes Wort brannte, als würde ihm glühende Eisen bei vollen Bewusstsein durch das Herz getrieben werden.
Der Dämon stand nicht weit von ihm entfernt. Fast schon verzückt blickte er zu dem Ort des Geschehens. Seine Haltung war stolz und erhaben. Ihn schien das alles wenig auszumachen.
Seine kniehohen Stiefel schritten durch das dreckige Stroh und es zischte leise. Kleine Funken sprühten und verbrannten das Stroh unter seinen Füßen. Er wirkte unwirklich in diesem seltsamen Ort.
Jedoch selbst in dieser Gegend machte er eine eindruckvolle Gestalt.
Seine langen Nägel kratzten liebevoll über die eisernen Stangen. Es quietschte so intensiv das einem die Haare zu Berge standen.
“ ich weiß, mein Schüler, du hattest es genau so vorgehabt… ach ja, deine Gedanken möchtest du mit mir ja nicht teilen” sprach er gelangweilt weiter. Sein Augenmerk war aber auf die Brutalität der Dunkelelfen mit den Gefangenen gerichtet. Genüsslich strich er sich dabei über den Hals.
Wieder wurde irgendwo geschrien.
“…ich wollte dich noch beglückwünschen, du hast eine eindrucksvolle Schlange herbei beschworen… Schade ist, dass du die Stadt nur deiner falschen Arroganz geopfert hast… aber so gefällt es mir noch besser. Ich danke dir” Er wand sich zu Vanitas um. Ein zufriedenes Lächeln umspielte die Lippen, doch der Klan glich wie meist einer Rasierklinge. Auch die Augen waren nicht zu deuten, doch wie konnte man etwas deuten was wie eine Schwärze des Todes aussah.?
Der Dämon hab eine Hand und bewegte die Finger in einem Muster. Eine eisige Kälte wurde mehr und mehr im Raum spürbar, sie breitete sich aus.
Und das Jammern und Stöhnen wurde mehr.
Es war keine Kälte wie sie Vanitas erzeugen konnte. Es war die Kälte der Angst.
Jedes Wesen wurde von diesem Gefühl kurz heimgesucht. Es lähmte die Atmung und den Körper. Selbst vor Vanitas machte es nicht halt. Jedes Wesen, egal wie grausam hatte eine natürliche Angst und diese wurde kurz verstärkt. Die Zellen wurden ruhig.
Sammael schloss seine Faust.
Der Lärm war wieder da.
Und Vanitas konnte sehen wie es in der Hand von Sammael zu leuchten begann.
“ Es gibt Wesen, die sterben aus Angst” erklärte er beiläufig und öffnete wieder die Hand. Eine kleine leuchtende Flamme war da zu sehen. Seine Stimme klang wie Eis.
“ Wunderschön, oder?…hmm,oh! es ist ein Lysanthor - Anhänger, sehr nett” er schnippte dagegen und sie verschwand.
Zwei Dunkelelfen kamen ins Sichtfeld. Sie grinsten Vanitas an.
“Sie da, er ist wach”
Er stieß seinen Kameraden in die Seite und machte ein paar Zeichen. Dieser nickte darauf nur.
“ Ihr alle, die ihr uns jetzt dient, sieht euer Verderben an. Einer von euren Volk hat die Tore gestürzt, DIESER MAGUS!” Sie grölten vor Lachen.
Und Vanitas konnte viele Augen auf seine Zelle gerichtet sehen. Dagegen wurde Sammael nicht bemerkt. Er grinste nur.
“ ich glaube, ich sehe dich bald persönlich wieder…hmm, mal sehen, was ich dann mir dir mache. Tja, wohl doch kein Dolch der Venthra” Er zuckte mit den Schultern…und löste sich auf.
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Samstag 26. März 2011, 15:50

Mit dumpfen Kopfschmerzen, so als hätte er zuviel Alkohol getrunken, erwachte Vanitas an einem fremden Ort. Seine Lieder flatterten leicht und noch kämpfte er gegen das wach werden an. Er hatte einen so angenehmen Traum. Er sah sich selbst auf der Spitze eines gewaltigen Turms und gab einem Heer aus wilden Bestien tief unter sich Befehle. Die Monströsen Krieger johlten und Klatschten, als sie auf seinen Befehl hin auszogen, in die Schlacht gegen einen unwürdigen Feind! Der Traum veränderte sich und plötzlich war der alte Magier alleine in einer finsteren Höhle. Er rief seinen eigenen Namen und ein Echo hallte von Wänden, die er kaum erkennen konnte wieder. Vanitas, Vanitas, Vanitas ...
”Werde wach Vanitas Aka Manah” Das war nun nicht mehr seine Stimme, die sich wie ein störender Parasit in seinen Schädel fraß. Er konnte nicht mehr länger gegen das Erwachen ankämpfen und schlug langsam die Augen auf. Zuerst dachte der Magier, dass er noch immer in der Höhle aus seinem Traum war, als er die schlichte, steinerne Decke sah. Aber als er immer mehr zu sich kam und sich seiner Umgebung mehr und mehr gewahr wurde, merkte er wie falsch er damit lag. Nach einer kurzen Zeit fragte er sich sogar, wie er es geschafft hatte hier zu Schlafen. Die gequälten Rufe von duzenden Menschen mischten sich mit schmerzhaften Aufrufen, den Knallen von Peitschen und dem boshaften Lachen der Peiniger.
Vorsichtig richtete sich Vanitas halb auf. Seine Hände ertasteten dabei die schlichte Lagerstädte, auf die man ihn verfrachtet hatte. Hartes Holz, zusammen mit gedroschenen Stroh. Der felsige Fußboden konnte nicht viel unangenehmer sein. Ein schmerzhafter Blitz schnellte durch seinen Rücken. Reflexartig schnellte seine rechte Hand auf die verdrießliche Stelle, während er sich zu Erinnern suchte. Das letzte Woran er sich erinnerte, war weißglühende Pein. Ein Schlangendrache Brüllte in seinen Gedanken auf, dann griffen die schmutzigen Hände von schwarzhäutigen Bastarden nach ihm.
Vanitas blinzelte ein paar mal schnell und betrachtete die holzplatte auf der er saß. Die Erinnerung kehrte zurück. Er hatte das Stadttor gesprengt und der dunklen Brut die Eroberung von Pelgar ermöglicht. Dann war er in ihr Lager geflogen und hatte sich gefangen nehmen lassen. Sie hatte ihm seine Habe abgenommen, gefesselt und dann ... ab dann war nur noch Schwärze. Im vergleich zu der Marter, die er nach der Erschaffung der Kaiserin gefühlt hatte, war sein stechender Rücken und die angespannten Glieder gar nichts. Der Schlaf hatte zumindest seinem Körper gut getan. Seine magischen Reserven hingegen, die hatten sich noch nicht wieder aufgefüllt. Ein winziger Bodensatz an magischer Energie ruhte noch in seinen Adern, aber das reichte höchstens für den einen oder anderen Taschenspielertrick, nicht jedoch um ein paar hundert Dunkelelfen zu töten. Es würde gewiss noch einige Zeit brauchen, bis er wieder auf der Höhe war. Verfluchtes Alter!
Durch die Gitterstäbe der Zelle, in die man Vanitas verfrachtet hatte, konnte er die gequälten Gestallten von Männern, Frauen und Kindern sehen, die wie Vieh zusammengesperrt worden waren. Sie lärmten schrecklich, schrieen und quengelten ihre Verzweiflung laut heraus. „Haltet die Klappe ihr elendes Gesindel!“ brüllte der Magier angewidert in die benachbarte Zelle hinüber. Diese Zurschaustellung von Gefühlen, von Verzweiflung und Trauer, dass war etwas, dass der Zyraner hasste, grade zu verabscheute. Warum hatten die schwarzen Bastarde nicht einfach jeden hier getötet? Dann hätte er wenigstens seine Ruhe!
Erst jetzt bemerkte Vanitas, dass er sich geirrt hatte, als er dachte er wäre alleine in seiner Zelle. Nein, eigentlich hatte er versucht sich selbst einzureden er wäre alleine. Er wusste genau, wem die Stimme gehört hatte, die ihn aus der Welt der Träume gerissen hatte. ”Manche mögen sich an so etwas ergötzen, ich finde es hingegen störend,” antwortete der Magier lakonisch. Er sprach ganz offen mit dem Elfen, der sich in seiner unmittelbarer Nähe befand. Auch wenn dieser Dämon seine Gedanken lesen konnte, so war es einfach angenehmer, richtig mit ihm zu sprechen. ”Darf ich mich geehrt fühlen, dass du soviel Zeit in mich investierst?” Dass der Elf sich hier bei ihm befand und mit ihm sprach, damit hatte er sich abgefunden, trotzdem vermiet er es, seinen Besucher direkt anzusehen. Als sein „Meister“ auf seine Beschwörung zu sprechen kam, verzog sich die Mimik des alten Menschen zu einem gequälten grinsen. ”Du hättest sehen sollen, was ich vor zwanzig Jahren zustande gebracht habe. Dagegen war das Exemplar, mit dem ich Pelgar gestürzt habe ein Zwerg. Nun, vielleicht hast du meine früheren Exemplare sogar schon gesehen, ich weiß ja nicht wie lange ich schon deine fragwürdige Aufmerksamkeit genieße.”
Da er genug vom liegen hatte, hievte der Hexenmeister seine Beine von der unbequemen Liege, erhob sich und drückte den Rücken mit beiden Armen durch. Dabei achtete er darauf, nicht in eine der ekelerregende Pfütze am Boden zu treten. Mit gleichgültigem Blick beobachtete er, wie der Elf eine reihe von Glyphen in die Luft zeichnete. Eindeutig irgendeine Art von Zauber, auch wenn es keiner von der Sorte war, die Vanitas zu nutzen pflegte. Für einen Moment fühlte er, wie sich eine unwirkliche Kälte um sein Herz ausbreitete. In seinem Kopf stieg das Bild seiner größten Angst auf, doch das konnte er relativ schnell abschütteln. Seine größte Angst? Alt und schwach zu werden und die eigene Magie einzubüßen, bevor er sein Ziel erreicht hatte. Und inwiefern unterschied sich das denn noch von seiner jetzigen Situation.
Während der Dämon etwas über das Licht sagte, dass er nun in der Hand hielt, beobachtete Vanitas, wie sich zwei Dunkelelfen in sein Gesichtsfeld schoben. Sie kamen ihm nicht bekannt vor, aber im Grunde sah für ihn jede Schwarzhaut aus wie die andere. Auch die beiden Foltermeister bemerkten Vanitas und wohl auch dass dieser wieder auf den Beinen war. Der eine sagte etwas in ihrer primitiven Sprache, während der Magier näher an die Gitterstäbe ging und sich entspannt an diese anlehnte, so als würde er die ganze Situation ziemlich genießen. Er schaffte es sogar, sich zu einem höhnischen grinsen hinzureißen. Von der Schwäche, die er das erste mal gezeigt hatte, war nichts mehr zu sehen, auch wenn er noch genauso machtlos war. Der andere Dunkelelf rief nun etwas in der Gemeinsprache. Vanitas verzog gespielt das Gesicht, so als wäre er beleidigt worden. „Bitte, erzählt doch keine Lügen über mich. Ich gehöre ganz sicher nicht zum selben Volk wie diese Primaten!“
Abwertend spie Vanitas zur Seite weg und seine Augen verengten sich zu Schlitzen, während Sammael sich verabschiedete. Dann schnalzte er mit der Zunge und brachte wieder einen Meter zwischen sich und die Eisenstäbe, die sein neues zuhause begrenzten. „Nur damit ich meine Pläne dementsprechend ordnen kann, werde ich ausgehungert oder lasst ihr den zurückgebliebenen Mob auf mich los? Also ich bin ja für letzteres, das geht wenigstens Schnell.“

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Samstag 2. April 2011, 16:36

Die beiden Dunkelelfen sahen den Magus an, als dieser seinen Unmut kundtat. Nicht dass sie es wirklich interessierten, was er sagte, aber interessant schien er auf jeden Fall zu sein.
sie dir den Alten Mensch an…so was gehört erschlagen, warum lassen Menschen so was leben?“
„keine Ahnung, aber es erklärt warum die Menschen so schwach sind…außerdem sein Zauber war gigantisch und sehr hilfreich“
Der zweite Dunkelelf grinste Vanitas anerkennend An. Sie standen dem Magus jetzt direkt gegenüber. Der Eine sah ihn mit Abscheu an, wie man ein ekliges Tier betrachtete, während der andere ihn musterte.
Die Menschen in den Zellen waren unruhig. Überall war noch immer das Jammern zu hören.
„ Wir werden dich nicht töten, Alter. …noch nicht…und wenn, dann auf eine dir würdige Art“ Sagte der zweite ruhig. Seine Stimme war ziemlich tief und sehr kehlig.
„ Warum unterhältst du dich mit dem…ich gehe wieder nach oben und such mir eine vernünftiger Beschäftigung.“ Damit wand sich einer von den Dunkelelfen um und trat Richtung Zellen. Dort öffnete sich plötzlich eine der Türen. Der Dunkelelf machte einen Satz nach hinten und zog dabei sein Schwert.
„ Lass die Klinge fallen, Soldat!“ kam eine barsche Stimme aus dem Dunklen. Ein weiteres leises Wimmern folgte. Aus der Zelle trat ein anderer Dunkelelf.
Vanitas kannte diesen.
Es war der ältere Dunkelelf, welcher im Lager der dunklen Armee, die Peitsche geführt hatte und die anderen rum kommandierte. Er trat vollkommen aus der Zelle und zerrte eine Frau mit. Die Frau war verängstigt, Tränen rannen an ihrem Gesicht herunter.. Ihr Hals zeigte deutlich Würgemale, welche relativ frisch waren. Ihr Kleid hing in Fetzen an ihr und ihre Blöße wurde nur noch von dem langen roten Haar verborgen. Sie war noch sehr jung und ihre Schönheit war nun ihr Verhängnis. Sie wimmerte leise. Seine Hand war wie ein eiserner Griff um ihr Handgelenk.
Der Andere Dunkelelf sah fragend den älteren an. Dieser drückte ihn die Frau entgegen und sagte er noch, während er zu Vanitas Zelle ging.
„ Bring sie zum Magier, der soll sie unfruchtbar machen, danach soll sie in meinen gemach warten. …ich bin mit ihr noch nicht fertig… Beeil dich, Los!“
Der Dunkelelf sah zu der Frau, die panisch den anderen Dunkelelf nachsah und verzweifelt fliehen wollte. Ihr Blick traf Vanitas. „Warum?“ sprach dieser, dann wurde sie vorgezerrt. Ihr Rufen und Schreien brachten ihr nichts.

Der Ältere blickte den anderen Dunkelelfen an, der sofort loseilte um einen Stuhl zu besorgen. Dort ließ sich der Ältere nieder.
„So Magier“ begann er während er seine Kleidung richtete und auch seine Hose wieder richtig zuband.
„…was soll mit dir geschehen?...nun, wenn du schon so hilfreich bist, wie kannst du uns weiter von nutzen sein?...du siehst auch nicht so aus, als wenn du in deinen jüngeren Jahren bist….wie alt magst du wohl sein?...Pelgar ist nicht deine Heimat oder?“ Er legte ein fieses Grinsen auf, eins wie es Vanitas von sich selber kannte.“
…Dein Zauber war gigantisch, ohne Frage…“ zeitgleich hörte Vanitas jetzt auch die Stimme des Elfendämons in seinen Kopf.
„Mein Schüler, ich vergaß dir vorhin zu antworten, ja früher war dein Zauber stärker, aber du wolltest ja keine Jugend von mir…keine Kraft…bist du dir da noch immer sicher?...lass es mich nur wissen“
„… ich frage mich nur, ob du tatsächlich den Zauber gewirkt hast. Du bist alt? Und unser Magier berichtete, dass in dir höchstens die Kraft einen Möchtegern drinsteckt“ Der Ausdruck in den Augen des alten Dunkelelf sagte jedoch, dass er Vanitas Kräfte richtig einschätzte.
„…also was kannst du uns bieten, damit wir ...damit ICH …“ Der andere Dunkelelf horchte plötzlich auf. Doch noch bevor er etwas sagen konnte, hätte der Ältere blitzschnell eine Klinge gezogen, sprang auf und stieß die Klinge dem Anderen ins Herz. Das folgende Röcheln ließ ihn unbeeindruckt, als er sich langsam wieder setzte.
„…wo war ich?...damit wir ins Geschäft kommen. Eine Hand wäscht bekanntlich die andere, oder?...Ich habe Zugang zu vielen dunklen Schriften… dafür will ich den Zutritt nach Zyranus wissen….oder wollt ihr was anderes…wir beide sind nicht mehr die Jüngsten, doch wenn ihr Tatsächlich Magier seit, so hättet ihr einen fähigen Kämpfer an eurer Seite und könnte mit meiner Hilfe überall hin und alles machen….mal nebenbei, ich will aus diesem jämmerlichen Drecksloch raus….es widert mich an.“ Seine Aufmerksamkeit war dabei komplett auf Vanitas gerichtet. Jetzt lag es an Vanitas, was er machen sollte.
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Sonntag 17. April 2011, 22:11

Vanitas musterte durch die schützenden Gitterstäbe hindurch die beiden Dunkelelfen, die das gliche mit ihm taten. Nachdenklich strich er sich immer wieder über den weißen Kinnbart. Die beiden Schwarzhäute diskutierten miteinander in ihrer eigenen Sprache. Der Magier verstand dadurch nicht das geringste. Es war nicht das erste mal und würde gewiss auch nicht das letzte mal sein, dass Vanitas sich wünschte, Lerium zu sprechen, doch in seinem alter war es schwer eine vollkommen neue, fremdartige Zunge zu erlernen. Aber Zeit die man mit wünschen verbrachte, war grundsätzlich verlorene Zeit, deshalb ging der Gefangene diesem Gedanken nicht weiter nach und untersuchte stattdessen seine Umgebung. Er hatte damit gerechnet, dass er in einer Zelle oder sogar in Eisen erwachen würde, allerdings war er der Meinung gewesen, die Dunkelelfen würden ihn ins Burgstein Sanatorium sperren. Soweit er wusste, war die Irrenanstalt wesentlich besser dazu geeignet, jemanden wegzusperren, der als ... gefährlich gilt.
Aber das was er hier sah, lies in dem alten Magier eher den Gedanken keimen, dass er sich im Kerker der Kaserne befand. Im Asylum gab es gewiss nicht solche Massenzellen, auch wenn die dunkle Brut diese hier im Augenblick etwas zweckentfremdeten. Die Mauern wirkten äußerst stabil, die Steine waren aber nicht weiter bearbeitet worden und wirre Gemüter fanden reichlich Gelegenheit, sich selbst zu verletzen. Zu seinem ärgsten Verdruss jedoch, war es in seinem Gefängnis unerwartet trocken. Meistens dachte man natürlich an dunkle, feuchte Löcher, wenn man sich einen Kerker vorstellte, doch hier fehlten sowohl die ungemütlichen, nassen Wände, als auch die tropfenden Decken. Keine gute Ausgangsposition, wenn man als Magier auf Wasser angewiesen war.
Leise schnalzte Vanitas mit der Zunge und wandte sich vom Anblick des Kerkergewölbes ab und stattdessen wieder den beiden Schwarzhäuten zu. Einer der beiden würdigte sich sogar dazu herab etwas zu ihm zu sagen, doch der Hexer kratze sich nur gelangweilt am Hals. Bevor die Spitzohren zu dem Ergebnis gekommen waren, dass man sich seiner entledigen musste, wäre er längst von hier verschwunden. Im Augenblick nutzte er ihre Gastfreundschaft aus um sich wieder zu erholen. Und das war in dieser Zelle wesentlich, wesentlich einfacher als auf der Flucht.
Der Magier streckte sich den Rücken durch und reckte sich zu seiner vollen Größe auf. Gut hörbar erklang mehrfaches Knacken von Knochen und gelenken, doch gleichzeitig trat auch eine gewisse Erleichterung ein. Dieser verdammte, klapprige Körper! Vanitas ging zurück zu seiner Pritsche, setzte sich darauf und lehnte sich an die kalte Steinmauer. Nachdenklich hob er seinen rechten Arm vors Gesicht. Manchmal fragte er sich, ob er nicht doch einige Modifikationen an seinem Körper hätte vornehmen sollen. Theoretisch kannte er Rituale dafür, er hatte sie auch schon praktisch angewendet, nur nicht an sich selbst. Vor seinem geistigen Auge entstand das Bild einer junge, blonden Magierin, die einige Zeit lang unter ihm gedient hatte. Aurora, so war ihr Name gewesen, war eine der ersten gewesen, noch eine seiner zyranischen Studentinnen. Ohne Widerspruch hatte sie es zugelassen, dass er ihr nach und nach alle Körperteile amputiert und „verbessert“ hatte. Aber die Ergebnisse waren ernüchternd gewesen. Ob Aurora zu schwach gewesen war oder seine Zauber fehlerhaft, ohne vergleich lies sich das schwer sagen. Auf jeden Fall hatte er die Versuche abgebrochen.
Ob das dumme Ding wohl noch lebt? fragte er sich in einem Anflug von Nostalgie selbst. Er hatte sie nicht getötet, doch als Schülerin war sie zu schwach gewesen. Wahrscheinlich lebte sie noch, irgendwo. Und vielleicht hatte sie sich auch an ihre neuen Arme und Beine gewöhnt.
Etwas zerrte den Magier mit einem Mal aus seinen Gedanken in die Wirklichkeit zurück. Es hatte den Anschein, dass einer der beiden Dunkelelfen hatte gehen wollen und dabei auf einen Vorgesetzten getroffen war. Da er der Zunge dieses Volkes nicht mächtig war, wusste er nicht, worum es in der Unterhaltung zwischen den beiden Kriegern ging. Es hatte wohl irgendetwas mit einer Frau zu tun, den nach einem kurzen Wortwechsel schnappte der jüngere der Beiden das Handgelenk einer fast nackten, jungen Menschentochter und zog diese aus dem Kerker heraus. Vanitas sah ihr teilnahmslos nach und winkte sogar zum abschied, als sie mit panischem Gesichtsausdruck aus seinem Sichtfeld verschwand.
Der ältere Dunkelelf hingegen blieb und machte es sich sogar vor Vanitas Zelle gemütlich. So wie es den Anschein hatte, besaß der neue Krieger ein gewisses Interesse an ihm. Im Gegenteil zu den anderen Schwarzhäuten hatte er es wohl auf ein Gespräch abgesehen. Fürs erste belies es Vanitas jedoch dabei, stumm zuzuhören. Wenn der Kerl am Ende nur die Geheimnisse seiner Magie aufdecken wollte, wäre jede Unterhaltung pure Zeitverschwendung. Zumindest taugte der höhergestellte Dunkle dazu, ihn von der Stimme des Elfendämons in seinem Kopf abzulenken.
Zuerst schien das, was die Schwarzhaut mit ihm zu bereden hatte, sehr langweilig. Wie er es sich gedacht hatte, drehte es sich hauptsächlich um seine Magie. Dann jedoch wurde es mit einem Schlag interessant. Oder besser gesagt, mit einem Hieb! Es hatte ganz den Anschein, dass der ältere Elf keine ungewollten Zuhörer haben wollte, denn als sie zu dem Punkt kamen, auf den er hinaus wollte, exekutierte er kurzerhand den verbliebenen, der beiden jungen Krieger.
Mit einem hungrigen Blick betrachtete Vanitas die Leiche des niedergestreckten und beugte sich ein wenig nach vorne. „Mir gefällt deine Denkweise, Soldat. Dieses ’jämmerliche Drecksloch’, wie du es nennst kann von mir aus zu Staub verarbeitet werden, zusammen mit den Menschen in ihrem inneren. Sie nutzen nicht einmal als gescheite Diener oder Sklaven, sind aber so lästig wie Fliegen an einem heißen Tag.“ Vanitas stockte kurz und befeuchtete mit der Zunge seine spröden Lippen. Tatsächlich wurde er aus dem Dunkelelfen nicht schlau und das gab ihm zudenken. Er war schon immer der Meinung gewesen, dass man nur jemanden vertrauen konnte, der in einer Partnerschaft seinen eigenen Vorteil sah. Je skrupelloser, desto besser. Doch hier lief ihm alles irgendwie zu ... einfach ab. Hatte die Begegnung mit dem Elfenwurm ihn etwa zu empfindsam, zu weich gemacht? Solange er keine Zauber wirken konnte, blieb ihm auch keine Möglichkeit, um die Schwarzhaut einer Lüge zu überführen.
„Du stellst mir da eine sehr spezifische und gleichzeitig ungenaue Frage. Dein Ziel ist also Zyranus, ja? Nicht einfach, vor allem nicht zu dieser Jahreszeit. Zu viele Hexenjäger, zu viele wachsame Augen und Ohren. Bist du nur am Losungswort interessiert, so stellt das kein Problem dar. Willst du, dass ich dich alleine in die Stadt bringe, würde das schwer werden, aber nicht unmöglich. Aber wenn du dir durch mich eine Chance erhoffst, eine Armee in Zyranus einfallen zu lassen, so ist dies fast ein Ding der Unmöglichkeit. Gegen die geballte Macht dieses Ortes würdet ihr ein Heer brauchen, hundert mal so groß wie jenes, dass vor Pelgars Mauern stand.“
Vanitas verstummte und lehnte sich an die Wand. Sein Gesicht nahm einen Ausdruck der Erschöpfung an und seine Atmung wurde schwer. Seine Lider schlossen sich halb, bevor er weiter sprach. „Ich bin müde und schwach. Elfenritter und die Unterhaltung mit dir fällt mir schwer. Bevor ich dir in irgendeiner Weise helfen kann, benötige ich neue Kraft. Und damit meine ich nicht Schlaf in einem weichen Bett, oder vernünftiges Essen. Meine verdorbene Magie ist sehr schädlich für einen alten Körper. Ich brauche neue Energie ... bevor du also versuchst mich mit Schriftrollen und verbotenen Wissen zu ködern, sag mir lieber, ob du dich in der Lage siehst, mir einen anderen Magier oder Energiekristalle zu besorgen ...“

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. April 2011, 12:37

Der alte Dunkelelf sah Vanitas an. Ein kalter Blick. Ihn nach weiteren Schwächen mustern.
“das es nicht leicht ist, war mir schon klar. du sollst mich nur dort reinbringen..genaugenommen zur Bibliothek. Es lebt ein Drache darunter. …du brauchst Energie?…hmm, könnte schwierig sein, aber ich will mich erst über deine Möglichkeiten informieren, was du anstellen könntest, wenn du wieder Energie hast. Ich will ja nicht, dass du mich tötest, wenn ich dich raushole.” Er lächelte ihn an.
Er war auf jedenfalls nicht so naiv zu glauben, dass der Magier, sobald er wieder zu Kräften gekommen war, ein leichter Gegner sein könnte. Doch wie sagte man, die größte Schwäche eines Magiers, ist seine mangelnde Erfahrung in der Kriegsführung. Es gab zwar auch sogenannte Kriegsmagier, die Profession hatte Vanitas jedoch nicht. Er war Lehrmeister, kein Krieger.
“Überleb es dir….ich komme morgen wieder zurück…wenn ich gnädig bin, dann bringe ich dir etwas für deine Energie”
Er nickte Vanitas wie zum Abschied zu und erhob sich dann. Seinen toten Kameraden trat er mit einen Fuß etwas zur Seite, wandte sich ab und spannte seine Armbrust neu. Er lächelte und ging auf einen der Käfige zu. Ihm schien gerade etwas eingefallen zu sein. Bei den Käfigen angekommen, blickte er über die Gefangenen. Die meisten wichen ängstlich zurück. Das Rasseln und Scheppern von Ketten war zu hören. Einige stellten sich trotzig dem Dunkelelf entgegen.
“ Du hast jedoch recht Magier, sie sind nicht besser als Vieh” Rief er zu Vanitas rüber, hielt sich jedoch aufmerksam den anderen gegenüber. Er zeigte auf einen, der ängstlich zurückgewichen war.
“ DU, komm her…und schaff den Toten weg. Nach oben” um seinen Worten Nachdruck zu geben, richtete er die Armbrust auf den Mann. Dieser schluckte und trat nervös vor.
Ohne ein weitres Wort deutete der Dunkelelf, dem Mann dem befehl nach zu gehen. Er ließ ihn aus der Zelle raus und verschloss sie anschließend wieder gut.
Der Mann trat zu dem Toten. War sich erst nicht sicher, was er tun sollte und bemühte sich dann, den Dunkelelfen weg zu zerren. Kaum war der Mann dabei, den Toten hatte er unter den Armen gepackt, rückwärts gehend zu ziehen. Die Kleidung des Mannes besudelte sich mit Blut, da konnte Vanitas noch das sadistische Grinsen des kommandierenden Dunkelelfen sehen und schoß den Mann eiskalt zwischen den Augen. Dieser fiel wie ein Sack Mehl nach hinten um.
Jetzt lagen zwei Leichen dort.
“Eigentlich müsstest du das Volk lieben, mein Schüler…ach und versuch nicht mich ständig zu ignorieren. Das könnte für dich auf Dauer anstrengend werden. Immerhin…hatte ich es dir erzählt? Ich verwalte deine Fähigkeiten. Weißt du, das kommt ganz automatisch, wenn ich jemanden zu mir hole. Habe ich ganz vergessen mitzuteilen. …lustig oder?” säuselte die Stimme des Elfendämons in seinem Kopf.
Der Dunkelelf blickte Vanitas nochmals an.
“bis später, Magier” und verlies dann ohne weiteres das Gewölbe.
Vanitas war wieder allein.
“Und?..schon dir Gedanken gemacht, wie du mir meine Seelen bringen darfst?…ich habe Zeit, immerhin beobachte ich dich schon lange…aber auch viel Langeweile” Er hörte sich amüsiert an.
Hinter sich konnte Vanitas ein Scharren vernehmen und unter seinem bett kroch eine Katze hervor.
Es konnte zwar Zufall sein, doch sah sie wie die Katze aus, die er kurz vor seinem großen Zauber gesehen hatte. Ein wirklich räudiges und verwahrlostes Tier, welches kahle Stelle im Fell hatte und viel zu dürr war. Auch sah sie seltsam verdreht aus, als hätte sie einen Bruch im Rücken gehabt. Die Fellfarbe sah der aus der Bibliothek ähnlich. Dieses hässliche Tier setzte sich vor dem Magier hin.
“MIAUUUU!!!”
Das Mauzen klang schrill.
“darf ich dir deinen neuen Begleiter vorstellen. Dies ist Ancilliar. Sie speichert deine magische Energie…auch kann sie dir bei einem Ausbruch helfen. …sei nett zu ihr…sonst bin ich ‘nett’ zu dir.”
Damit erlosch die Stimme für den Rest des Zeit, die Vanitas bis zum morgen warten musste. Sein Herz brannte kurz wieder, als hätte der Dämon wieder danach gegriffen.
Die Katze schlich in der Zelle rum, kroch hinaus und versuchte Mäuse zu fangen.
Sie kam Vanitas nie zu nahe. Zwar starrte sie ihn öfters aus sicherer Entfernung an, doch sie schien nur zu gut zu wissen, wozu er in der Lage war. Ihre Augen sagten, ich kenne dich.
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Donnerstag 28. April 2011, 22:06

Vanitas lauschte mit größter Aufmerksamkeit den Worten des Dunkelelfen. Sein Verstand ratterte, damit beschäftigt das Gehörte sofort in etwas umzuwandeln, dass auch ihm zugute kommen konnte. Jeder Vorteil und sei er auch noch so klein, musste sofort ergriffen werden. Auch wenn sich der Magier selber in diese Lage gebracht hatte, so befand er sich genau genommen an einem Tiefpunkt. Das dieser schwarzhäutige Bastard ihn nutzen wollte, um in die magische Stadt zu gelangen, war Augenblicklich der einzige Lichtblick. Aber irgendwie wollte der Grund, den der Elf nannte, ihm nicht wirklich einleuchten. Ein Drache unter der Bibliothek von Zyranus? Das war gelinde gesagt ... schwachsinnig. Vanitas selbst war bereits über 100 Jahre alt und hatte niemals vor einem Lindwurm gehört, der unter seinem Geburtsort leben sollte. Wie sollte selbst so eine Bestie in einer Höhle unter einer Stadt voller Magier überleben? Wenn die Magister nicht auf einen Drachen aufmerksam geworden waren, wie sollte es all die Jahre dort unten überlebt haben? Natürlich bestand die Möglichkeit, dass eine Hand voll der Herrschenden Oberschicht das Monstrum zu Forschungszwecken zu halten, aber wozu daraus ein Geheimnis zu machen? Und selbst wenn das, was dieser Dunkelelf da erzählt hatte, wirklich einen Funken Wahrheit enthielt, was wollte die dunkle Brut mit einem unkontrollierbaren Lindwurm? Fragen über Fragen und wieder einmal blieb Vanitas nichts weiter übrig, als ohne Anhaltspunkte um dunklen zu stochern. Das passierte viel zu oft in letzter Zeit, viel zu oft ...
Aber wenigstens sagte der Elfenkrieger zu, den Versuch zu starten für den Magier etwas zu finden, dass dessen Energie wieder auffüllte. Das war wenigstens etwas, auch wenn eine sichere Zusage weiß Gott angenehmer gewesen wäre. Aber dieser schwarzhäutige Mistkerl war klüger als er aussah. Ein Taktiker wie es schien und da er selbst nicht mehr sonderlich Jung wirkte, wohl mit Lebenserfahrung gesegnet. Der Hexenmeister hatte schon häufiger mit den Gedanken gespielt, anstatt eines magischen Lehrlings lieber einen gutausgebildeten Krieger an seine Seite zu nehmen. Aber letztlich zog er doch Magie als Waffe vor, zumal er ja laut den geheimnisvollen Aufzeichnungen, die er vor ach so vielen Jahren gefunden hatte, auf einen Schüler angewiesen war. Denn keinem Meister sei es vergönnt, den Dolch der Ventha an sich zu nehmen. Er sei nur jenen gegönnt, die noch Schüler genannt werden, denn nur so sei Sicher gestellt, dass ihre Macht nicht missbraucht wird.
„Also gut Elf. Einigen wir uns darauf, unser Gespräch Morgen weiter zu führen. Aber wenn ich noch so neugierig sein darf, wie gedenkt ihr, euren toten ...Kameraden hier zu erklären?“ Aber diese Frage beantwortete sich dann recht schnell von selbst. Zuerst dachte der Magier noch, dass der Anführer der Dunklen hier im Kerker, einen der gefangenen Menschen nutzen wollte, um den Kadaver zu entsorgen, ebenso wie der Sklave selbst es wohl dachte. Als der Dunkelelf dann mit einem Grinsen, dass Vanitas’ bösartigem Lächeln alle Ehre gemacht hätte, einen Bolzen genau zwischen die Augen des Mannes abschoss, erschloss sich eine ganz andere sicht der Dinge, in der nun einfach ein aufständischer Menschensohn zum Sündenbock gemacht wurde. Und der heldenhafte Kommandant war natürlich genau rechtzeitig gekommen, um schlimmeres zu verhindern. Mit faszinierter Miene belohnte Vanitas die Tat des Dunkelelfen mit halb ernst gemeintem Händeklatschen. „Der Vorteil an einem schlechtem Charakter, ist der, dass du davon ausgehen kannst, dass er dich betrügst. Das ist viel einfacher als bei einem guten, bei dem du nie voraussehen kannst, wann er etwas wirklich dummes tut.“
Vielleicht antwortete der Dunkelelf etwas auf seinen zynischen Kommentar, aber wenn dem der Fall war, bekam der alte Zyraner davon nicht das geringste mit. Ein weiteres Mal erklang die Stimme des Elfendämons in seinem Schädel, doch dieses mal sagte sie etwas, dass Vanitas nicht so leicht verdrängen konnte. Die Augen weit aufgerissen, aber so starr wie bei einer Salzsäule, bekam er am Rande mit, wie der Dunkelelf die Kerkergewölbe verließ.
Was sollte das heißen!? Diese Mistgeburt einer räudigen Haraxbewohnerin konnte doch nicht allen ernstes seine Magie verwalten! Wie sollte das möglich sein? WIE? Das war unmöglich. Andererseits ... das würde auch erklären warum seine magischen Reserven sich inzwischen noch nicht wieder aufgefüllt hatten. Auch wenn er sich bei der Erschaffung seines Drachens verkalkuliert hatte, so hätte bis jetzt wenigstens ein Teil seiner Kraft zurück kehren müssen. Wie lange befand er sich schon in dieser Zelle? Als er den Zauber, der den Lebensfunken in der Kaiserin gebannt hielt aufhob, hatte er auf ungefähr drei Tage geschätzt, bis er wieder in alter Form war. Aber wenn er es genau bedachte, dann war bestimmt schon eine ähnlich lange, wenn nicht noch längere Zeit vergangen. Immerhin waren die Dunkelelfen inzwischen wohl die unangefochtenen Herrscher der Stadt, wenn sie deren Kerker so freizügig benutzen konnten.
Eine hässliche, wirklich verdammt hässliche und nicht wirklich lebendig wirkende Katze drängte sich in Vanitas’ starres Sichtfeld. Er brauchte nicht die hämische Erklärung des Dämons, um zu wissen das dieses verlauste Mistvieh seine Energie enthielt. Er konnte die vertrauten Kräfte grade zu spüren. Ohne das sich irgendein Muskel bewegte, verfolgten die Augen des Menschen jede Bewegung der Katze. Irgendwie lies ihn das Gefühl nicht los, dass er dieses Tier kannte und nicht grade wenig zu ihrem Momentanen Zustand beigetragen hatte. Aber das spielte jetzt nur eine äußerst geringe Rolle.
Vor Zorn bebend erhob sich Vanitas von seinem kargen Lager und ging langsam auf die Katze zu, die sich jedoch behände außer reichweite brachte. Nach zwei vergeblichen versuchen, das verdammte Vieh zu fangen, blieb der Zyraner an der gemauerten Wand stehen. Er Atmete schwer und auf seiner Stirn pochte eine Zornesader. Noch nie in seinem gesamten Leben hatte er so viel Hass empfunden wie jetzt in diesem Augenblick. Nicht als ein mieser kleiner Dreckskerl dafür gesorgt hatte, dass die hälfte seines Gesichts auf ewig taub und gefühllos war und ihm nur ein einziges Auge verblieb. Auch nicht als man seinen Genialen Plan einer Herrschaft der Magier über die sterblichen zunichte gemacht und ihn verbannt hatte. Verräter, Lügner, Falsche Zungen, er war wirklich sehr oft zornig gewesen, doch jeder Gefühlte Zorn, jede Rage, jeder noch so tief sitzende Grimm verblasste in just dieser Sekunde.
Seine Hände begannen zu zittern und seine Wangenmuskeln begannen unkontrolliert zu zucken. Philosophen nannten diesen Gemütszustand Weltenhass, den gerechtfertigten Groll gegenüber die gesamte Existenz die nicht so sein sollte, wie sie ist. Aber selbst dieser Ausdruck schien für Vanitas jetzt nicht einmal im Ansatz auszureichen.
„AHHHHHHHH!“ Mit einem bestialischen Schrei ließ der Hexer seinem Zorn freien lauf ehe er die Fäuste erhob und ohne Sinn und Verstand, dafür aber mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft, damit begann auf die rohe Mauer einzuschlagen. Ihm war egal was die Sklaven, diese dreckigen Tiere in den anderen Käfigen über ihn dachte, ebenso wie belustigt der Elf wohl über seinen Anfall wäre. Immer wieder hämmerten die blanken Fäuste des Menschen gegen die Steine. Er verdrängte die Schmerzen, die in seinem Fingern entstanden. Ja nicht einmal als die Haut sich von seinen Fingerkuppen löste und blutige Schlieren sich über die Wand zog, stoppte er. „Das wirst du mir bezahlen du elender Bastard! Hörst du mich Samael? Ich werde nicht eher ruhen, bevor du, dich wie ein Wurm windend, vor mir im Dreck liegst!! NICHT EINE SEELE WERDE ICH DIR DARBRINGEN!!“
In einem Anfall von Agonie begann Vanitas seinen Schädel gegen die Wund zu schmettern. Erst nach dem dritten mal hielt er inne. Blut tropfte von seinen Händen und lief von seiner Stirn aus, an seinem Gesicht herunter. Aber es war ihm egal. So unendlich egal. Von allem was dieser hassenswerte Elfenbastard hätte tun können, war das mit abstand das schlimmste, dass ihm hatte einfallen können. Lieber wäre er tot, verloren im Mahlstrom der Vergessenheit, als so weiter zu leben. Was war er denn noch, wenn seine Magie nicht mehr in ihm sondern dieser grottigen Katze war? Dann war er ... war er ... Nur ein Mensch und nicht mehr wert als all diese bemitleidenswerten Ratten in ihren Gehegen.
Er drehte sich herum, den Rücken an der schlecht bearbeiteten Mauer und sank zu Boden. Langsam bewegte er seine blutigen Finger vor den glasigen Augen. Was war dass denn für ein Leben, wenn man sich von dem einfachen Pöbel nicht mehr unterschied? Er lies die Arme sinken. Dabei stießen die Finger seiner linken Hand gegen etwas Hartes. Seine Finger schlossen sich und führten den Gegenstand auf Augenhöhe. Da, in seiner höhlen Hand, lag ein scharfkantiges Stück weißer Kalkkreide. Es hatte sich wohl aus einer hohlen Fuge gelöst, als der Zyraner wie besessen auf die Mauer eingeschlagen hatte. Eine starke Gefühlsregung zuckte durch den Schädel des alten Mannes. Etwas das er bisher nicht gekannt hatte. Selbstzweifel und Verzweiflung. Vielleicht war es ja doch besser, wenn er einfach all dem ein Ende setzte. Sich selber die Kehle aufschlitzte. In einem Anflug von Galgenhumor musste er unwillkürlich lachen. Sich selbst entleiben ... im Grunde hatte er das schon immer vor gehabt. Aber eben auf eine andere Weise.
Vanitas blinzelte mit einem mal schnell hintereinander. Sein Blick wanderte ein paar mal zwischen dem Kreidestück und der Wand, an der sein armseliges Bett stand hin und her. Ein unbegreifbar starkes Dejavú überkam ihn. Das war etwas, dass er bereits ein paar mal zuvor erlebt hatte. Seine Augen waren regungslos auf die Mauer gerichtet, so als stimmte irgendetwas mit ihr nicht. Dann flackerten vor seinem Inneren Auge weiße Schriftzeichen auf, die fast die gesamte Wand bedeckten. Er hatte diesen Ort schon einmal gesehen, aber nicht wiedererkannt. Er war nie wirklich hier gewesen, doch trotzdem kam es ihm unheimlich bekannt vor. Als hätte er einmal eine Vision dieser Zelle gehabt ...
Aus der Stille wurde ein belustigtes Glucksen, dass sich schnell zu einem wahnsinnigen Lachen verstärkte. Es konnte nicht so enden, es sollte niemals so enden. Das alles hier war nichts weiter, als ein Test. Er hatte doch bereits gesehen, dass er zum Schluss Erfolg haben würde. Da war er kurz davor gewesen, ein für alle mal aufzugeben, dabei hatte die Fügung ihn an diesen Ort gebracht, an dem sich die vorletzte seiner Visionen erfüllen sollte!
Mit einem Ruck richtete sich Vanitas auf, in seinem Gesicht hatte wieder ein lebhaftes Feuer seinen Platz eingenommen. Rasch bewegte er sich auf die schlichte Holzpritsche zu und zog diese – nicht unter Protest seines alten, schmerzenden Körpers – von der Wand. Dann setzte er das Kreidestück in der Mitte der Mauer an und begann damit, so gut wie möglich die Skizze eines Dolches auf die Mauer zu bringen. Es folgten die Schriftzeichen, die er in all den Jahrzehnten auswendig gelehrt hatte, ohne sie zu verstehen. Akribisch arbeitete er sich von links nach rechts, von oben nach unten. Da er nur den einen Versuch hatte, arbeitete der Magier äußerst vorsichtig und sorgfältig. Vielleicht dauerte es Stunden, bevor er endlich seine Arbeit beendet hatte. Der Text der Seite, aus dem geheimnisvollen Notizbuch, hatte genau auf die Zellenwand gepasst. Zum Schluss hatte er noch die Worte hinzugefügt, die er damals in seiner Vision gesehen hatte.
Die schmerzenden Finger immer wieder spreizend und entspannend, lies sich Vanitas gegenüber seines „Kunstwerkes“ nieder und betrachtete das Gesamtbild. Natürlich kannte er es bereits. Er kannte es mehr als zur genüge. Es war bestimmt das tausendste Mal, dass er sich die seltsamen Schriftzeichen vor Augen führte, die selbst für Schriftexperten und Sprachgelehrte nichts weiter als Kauderwelsch gewesen waren. Hastig fuhr er sich mit der Zunge über die spröden Lippen. Er hatte schrecklichen Durst, doch dieses Gefühl setzte er hinten an. Was glaubte er denn, was sich verändern würde? Er kannte schließlich jedes Wort, jedes Silbe, jede Symbolanreihung auswendig. Er wusste sogar ohne hin zu sehen, aus wie vielen Symbolen jedes einzelne Wort der Reihe nach bestand. Drei Zeichen, fünf Zeichen, zwei Zeichen, acht Zeichen und so weiter.
Vom Betrachten der immer gleichen Schriftzeichen wurden Vanitas Augen langsam müde. Das hatte doch nicht den geringsten Sinn. Das ganze schien nicht einmal eine Sprache zu sein. Es wirkte viel mehr so, als hätte sich jemand einen Spaß daraus gemacht, einen gut verständlichen Text so zu verschlüsseln, dass er den Magier in den Wahnsinn trieb. Mit einem mal glitt Vanitas ein Stück nach vorne. Und was wenn es so war? Was war, wenn er mit seiner Annahme, der Text sei in einer Sprache, vielleicht vergessen, vielleicht Rätselhaft, aber durchaus mit einem Sinn, vollkommen falsch lag? Was wenn dieser Text nichts anderes war als eine Chiffre ..?
Mit einem Satz stand Vanitas wieder auf, sein Blick wanderte zielsicher über den gesamten Text. Jetzt wo er gezielt danach sucht, fielen ihm die vielen Symbolpaare auf, die sich alle samt nicht im geringsten ähnelten. „Ja ... ja, natürlich...“ Immer mehr stieg sein Verständnis für das, was er dort sah. Das ganze war eine Kreis-Chiffre. Zur Verständnis fehlte im Grunde nur das Losungswort, ein Wort mit fünf Buchstaben, um die Verschlüsselung aufzubrechen. Aber eben das fehlte! Man konnte eine solche Geheimschrift nicht ohne das Schlüsselwort knacken. Damit stand er also wieder ganz am Anfang, denn dieses verdammte Wort zum knacken des Codes kannte er nicht. Und wie viele Worte mit exakt fünf Buchstaben gab es? Wenn er sich alleine auf Worte in Melongiar beschränkte eine unendlich große Zahl ...
Aber vielleicht kannte er das Wort ja schon? „Narbe ...“ Die langen Finger des Magiers glitten über das in Kreide geschriebene Wort. In seiner Vision hatte er bereits einige Worte übersetzt gehabt, inklusive dem ersten. Dem Schlüssel!
Mit einem breiten grinsen überflog Vanitas den Text und bemühte sich damit, das ganze richtig zu übersetzen. Nach den ersten drei Worten brach er ab. Es passte. Es passte genau! Zum zweiten Mal, seit er in dieser Zelle saß, begann er wie Wahnsinnig zu lachen, laut und unheilvoll. Gut und gerne einhundert Jahre besaß er nun dieses Notizbuch, hatte darüber gebrütet. Und dabei hatte er Übersetzung die ganze Zeit über in der Hand gehalten! Sich schüttelnd vor Lachen begann Vanitas damit, den Text zu verschmieren. Das hier war weder der richtige Ort, noch war es die richtige Zeit um alles zu übersetzen. Nicht solange er kein Wasser hatte, um alles wieder zu löschen und er von vielen, undurchschaubaren Augen beobachtet wurde.
Komm, komm du braver Dunkelelf. Du Willst nach Zyranus? Ich werde dir die Stadt zu Füßen legen! Dafür dass du mich an diesen Ort gebracht hast, schulde ich dir weit mehr als das! Als er mit der Zerstörung der Textsymbole zufrieden war, schob er die Lage zurück an die Wand und warf sich darauf. Er konnte den nächsten Tag kaum erwarten. Niemand legt sich mit Vanitas an, Sammael. Aber diese Lektion werde ich dich noch lehren!

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. Mai 2011, 18:48

Sie beobachtete ihn, während sie mit einer Pfote die gefangene Ratte zu Boden drückte. Hunger hatte sie keinen, aber die Lust zum spielen war da. Dieser seltsame Mann sollte sie jetzt begleiten? Sie verstand es nicht, doch wenn dies ihr Herr wollte. Doch von diesem Mann sich anfassen zu lassen, wollte sie nicht. Er wollte ihr wieder schaden, so wie er es in der Bibliothek getan hatte. Doch nur so würde er seine Energie bekommen, hatte der Herr zu ihr gesagt. Widerwillig hatte sie zugestimmt. Sie spürte diese Energien, die ihr fremd waren. Sie pulsierten durch ihren Körper. Mal stärker , mal schwächer.
Der Mann hatte versucht sie zu fangen, doch sie war flinker gewesen. Er war schon alt, dass konnte sie riechen. Dem Tode recht nah.
Jetzt schrie er und schlug gegen die Wände. Er würde sich gegen den Herrn stellen und nicht erfüllen, was dieser wollte. So dumm konnte nur Menschen sein. Sie maßten sich an, sie könnten gegen den Aufgabe höherer Wesen ankommen. So oder so, egal wie sich dagegen gesträubt wurde, ihr Herr würde siegen. Er war schon sehr alt und selbst wenn nicht von reinem Blut, so doch kein Sterblicher.
Ihr Schwanz zuckte.
Der Mann würde es noch erkennen. Alle erkannten es. Einige früher, andere später. Der Geruch von Blut kam ihr entgegen. Es roch hier schon sowieso nicht gut. Böse, krank und sterbend.
Sie legte den Kopf schief. Ihre Beute floh, als sie die Pfote von ihr nahm. Die Augen weiterhin auf den Menschen gerichtet, leckte sie sich die Pfote.
Plötzlich ohne ersichtlichen Grund begann er zu glucksen und später wahnsinnig zu lachen. Er kratzte über die Wände mit etwas weißen und machte seltsame Muster. Schriftzeichen, wie sie wusste. Sie hatte so was schon öfters gesehen.
Tatsächlich wusste sie, was diese Ansammlung zu bedeuten hatte. Er zeichnete Hinweise auf, wo man eine Waffe fand, die nach einem Gott benannt war. Jedenfalls so ähnlich. Sie war eine Katze. Rätsel gehörten zu ihrem Gebiet ebenso wie Mystisches. Deswegen hatte der Herr sie auch gerufen.
Der Herr machte keine Fehler und alles war immer lange durchdacht. Immerhin benötigte es einen Schüler diese Waffe zu führen und solange dieser Mensch sich als Meister sah, würde er ihn nicht führen können. Nicht umsonst wählte ihr Herr Sammael diesen alten Mann - wie war noch der Name?,
diesen Vanitas, als seinen Schüler.
Sie erhob sich und machte ein paar schritte Richtung des Käfigs. Achtsam sahen ihre Augen den Mann an. Vielleicht konnte sie ihm ja mitteilen, dass er sie töricht anstellte. Ihr Herr war weit über diesen Menschen.
“Miauuu?!” schrill und krächzend teilte sie ihm alles mit.
Immerhin hielt sich der Mann für etwas besonderes, dann sollte er sie auch verstehen.
Da jedoch er nichts mit ihren Worten anfangen konnte, kroch sie, als er gerade wieder abgelenkt war, unter das bett und verzog sich in eine Nische. Dort war sie erstens nicht rauszukriegen und zweitens war sie sicher. Sich zusammenrollend wartete sie, bis der morgen graute. Hunger hatte sie tatsächlich nicht.
Vielleicht würde sie später noch eine Ratte jagen und dem Menschen hinterlegen.

Die folgenden Stunden waren ruhig. Jedenfalls so, wie sie in einem Gefängnis war. Irgendwo krähte ein Hahn und kündigte den Morgen an.
Noch bevor jemand anderes es hörte, war sie wieder wach geworden. Sie starrte zur Treppe, welche nach oben ins Licht führte. Schritte waren zu hören. Leise und doch so voller Kraft wie es nur ein dunkelelfischer Soldat gehen würde.
Sein Schritt war eine Spur leichter. Fast schon entspannt. Ein selbstgefälliges Grinsen lag ihm ihn Gesicht, wo über einer Wange leicht rote Striemen zu sehen waren. Als hätte er einen Kampf gehabt, den er wohl auch gewonnen hatte. Vielleicht von der Frau, die er sich aufs Zimmer bringen lassen hatte.
Mit einem Dolch schlug er an die Gitterstäbe.
“Wünsche gut geruht zu haben Magus,… ich habe etwas für dich.” er schloss das Gitter auf und trat ein. Schnell und ohne zu zögern überrumpelte er den Alten Mann. Was bei vanitas nicht schwer war. Der Dunkelelf war ein Kämpfer und wusste wie man vorging. Tatsächlich machte er dabei nicht mal viel. Er schnappte sich den Magus und legte ihn ein Halsband um.
“Nur für alle Fälle…dies ist ein Züchtigungshalsband. Ich sichere mich ab…aber hier, wie zugesagt” damit drückte er Vanitas einen Energiekristall in die Hand. Natürlich so, dass es keiner von draußen sehen konnte.
“Hast du es dir überlegt?…eine Hand wäscht die andere, verstanden?”
Scheppernd stellte der Dunkelelf etwas zu essen und zu trinken hin. Es war zwar nicht das Beste, aber besser als das übliche Wasser und Brot. Weiches Brot, etwas Fleisch, Kartoffeln und gewässerter Wein.
Der Dunkelelf wollte sichergehen, dass der alte Magus nicht noch verreckte. Mit dem Kristall konnte sich vanitas seine Magie wieder auffühlen, doch der Zugang blieb ihm verwehrt. Wie Sammael schon sagte, würde die Katze sie verwalten. Nur wie Vanitas sie nutzen konnte, wusste der alte Magus noch nicht.
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Freitag 20. Mai 2011, 15:31

Die ganze Nacht über hatte Vanitas kein Auge zu gemacht. Vollkommen in sich gekehrt hatte er, unbeweglich wie eine Statue, auf seiner Pritsche gesessen, den Rücken an die Wand gelehnt und den Blick ins nichts gerichtet. Es lief gewiss nicht alles so, wie es sein sollte, aber es hätte bestimmt auch schlimmer sein können. Es konnte immer schlimmer sein, dessen waren sich die Meisten überhaupt nicht bewusst. Narren, die dachten sie hätten die Tiefpunkt erreicht, von wo aus es nur noch aufwärts gehen konnte. Nein, Vanitas war sich bewusst, dass er noch ganz am Anfang seines Leidensweges stand, doch er würde ihn bis zum Ende gehen und nichts würde ihn daran hindern können. Immerhin, in einer ruhigen Stunde würde er sich hinsetzen können und die rätselhafte Seite in seinem Notizbuch übersetzen. Dann wusste er zumindest, wo er sein Leben beenden würde, wo der verschollene Tempel der Ventha sich befand. Das brachte ihm den Dolch selbst aber keinen Schritt näher und ohne ihn würde es keinen Erfolg geben. Und natürlich war der Dolch noch mit einem anderen Mechanismus geschützt. Aber das würde später kommen. Viel später...
Irgendwann ruckte Vanitas plötzlich nach vorne und blinzelte. Seine Augen fühlten sich seltsam trocken an und ihm wurde nur langsam gewahr, dass der Tag bereits angebrochen war und der Morgen graute. Trotzdem fühlte er sich nicht wirklich müde. Wahrscheinlich hatte wirklich eine längere Zeit in einem komatösen Zustand verbracht, ehe er wieder zu sich gekommen war. Nur sein Nacken fühlte sich recht steif an, als er den Kopf bewegte knackten seine Wirbel laut, es brachte aber auch eine gewisse Erleichterung. Nur damit seine Hände etwas zu tun hatten, zog er sich seine Handschuhe aus und steckte sie in die Manteltasche. Dann strich er sich über den Schädel, hielt aber mitten in er Bewegung inne.
Das klirren von Metall erlangte die Aufmerksamkeit des alten Magiers und als er nach der Ursache suchte, bemerkte er den Dunkelelfen von Gestern, der mit seinem Dolche an die Stäbe der Zellen schlug und damit die darin gefangenen aufweckte. Ein Lächeln huschte über Vanitas’ Gesicht, denn die Aussicht, endlich wieder aus dieser Zelle heraus zu kommen, war etwas sehr befriedigendes. Wie zu erwarten schloss der Elf die Tür auf und trat in das kleine Reich des Zyraners ein. Er hatte etwas dabei, dass aussah wie ein Sklavenhalsband. Es wäre töricht gewesen davon auszugehen, dass der Soldat sich nicht absichern würde, darum wehrte sich der Magier nicht, als der Dunkelelf ihm das Schmuckstück anlegte. „Ein Züchtigungshalsband, mhh? Ganz wie du meinst. Immerhin ist dieses Ding nicht so entwürdigend wie die Handschellen, die man sonst für Magier vorsieht.“
Zufrieden fühlte Vanitas, wie man ihm einen kleinen Edelstein in die Hand drückte. Er pulsierte leicht in seiner Hand. Diese Dinger waren selten und wertvoll und er würde ihn noch nicht verschwenden. Genau so unauffällig, wie der Elf ihm den Kristall gegeben hatte, lies der Hexer den Stein in seine Tasche gleiten. Dann betrachtete er das Essen, dass der Soldat ihm gebracht hatte. Mit einem mal wurde ihm bewusst, dass er schon seit Tagen nichts mehr gegessen hatte. Ja selbst vor seiner Ohnmacht waren es schon zwei Tage gewesen.
Darum nahm er das Tablett auf, betrachtete die dargebotenen Speisen und kam zu dem Schluss, dass er sich ruhig satt essen konnte. Trotz seiner Situation – und seines Hungers – begann er jedoch nicht, alles in sich rein zu stopfen, sondern manierlich zu essen. Währenddessen wandte er sich an den Dunkelelfen. „Ich habe mich entschieden, dir zu helfen, Elf. Ich werde dich in die Bibliothek von Zyranus führen. Du hast ja bereits gezeigt, dass du guten Willens bist. Allerdings muss ich noch zwei Bedingungen stellen, die dir aber sicher nicht schwer fallen werden. Zum einen will ich meinen Besitz zurück. Den Gürtel mit den Glasphiolen und meinen Stab. Und zum anderen hätte ich gerne deinen Dolch oder ein anderes Messer. Nur für einen Moment, das versichere ich dir. Nicht mehr, nicht weniger.“
Vanitas hatte sein Mahl inzwischen beendet. Soviel, dass er länger damit beschäftigt gewesen wäre, war es ja nicht. Trotzdem hatte er nicht alles verspeist. Einen kleinen Teil des Fleisches hatte er auf dem Teller gelassen, den er nun auf den Boden vor sein Lager fallen lies. Ganz in die nähe der Nische, in der ein verwahrlostes Fellknäuel die Nacht verbracht hatte.

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 25. Mai 2011, 16:53

Der Dunkelelf beobachtete den Magier. Es war für ihn natürlich klar gewesen, dass die magischen fesseln auffälliger waren, als nur ein Züchtigungsband. Doch einen gewöhnlichen alten Mann aus den Kerker zu schmuggeln, war einfacher als sich auf abertausende von Fragen zu stellen, weswegen man einen Magier mit sich führt. Besonders wenn man die Stadt alsbald verlassen wollte.
Bis jetzt hatte sich doch alles noch zu seinem besten gewendet, mal nebenbei das er wirklich eine nette Nacht hatte und er das Gefühl Macht über jemanden zu besitzen, ihn zu seiner alten Stärke und Stolz verhalf.
Das war aber auch eine Wildkatze…hmm, vielleicht sollte ich sie mitnehmen. Züchtigung ist bei ihr noch nötig….und sie kann die Speisen zubereiten
Er merkte es kaum, aber er fuhr sich mit einem Finger über die Kratzer im Gesicht. Er fühlte sich entspannt, wie schon lange nicht mehr.
Doch der Dunkelelf war beeindruckt, dass der Magier noch immer genügend anstand besaß, manierlich zu speisen. Das hätte ihn auch noch gefehlt, ein Mensch der wie ein Barbar über das Essen gefallen wäre. Überhaupt waren Menschen nicht besonders gescheit, nach der Meinung des Dunkelelfen. Es gab, wie bei einem Magier zum Beispiel, entscheidende Unterschiede, doch sonst waren Menschen nur als Sklaven zu gebrauchen. Ihre Kampfkunst war schlecht, sie hielten sich mit Emotionen auf, welche die Perfektion im Töten nur beeinträchtigte und viel zu sensibel.
Das schien bei diesem Mann, der vor Neph saß, nicht der Fall zu sein. Es war seltsam, doch er spürte, dass der Mann, ebenso war wie er.
“so…du bist also bereit mir zu helfen, bei Faldor, hättest du eine Wahl?” er grinste dabei Vanitas an. Ob er den alten Magus necken wollte oder nicht, war schwer zu sagen.
“ nenne mich nicht so” Er spuckte auf das Wort Elf fast aus. Natürlich war er einer, doch dieses Wort brachte man doch meist mit den singenden und tanzenden hellen Elfen in Verbindung. Und mit diesen wollte er nichts zu tun haben. Sein ergrautes schwarzes haar nach hinten streichen, sagte er im drohenden Flüsterton.
“ Spreche mich so nicht an…ich bin Nep Xa´ Vorron. …wenn ich dich hole, solltest du mich vernünftigerweise mit Herr außerhalb dieser Wände ansprechen. Ich habe notfalls kein Problem dich vor meinen Kameraden zu züchtigen….Deine Sachen hole ich dir. “ zischte er zu Vanitas. Risiken war der Dunkelelf nicht bereit unnötig zu riskieren.
Als Vanitas auf ein Dolch ansprach, war er verdutzt. Tatsächlich legte sich einen Moment Sprachlosigkeit über sein Gesicht, was er mit einer hochgezogenen Augenbraue noch verstärkte.
“ Du willst was???” er sah sich um, trat den drohend auf Vanitas zu. Seine eisigen Augen musterten den Magier eindringlich. Er konnte gut einschätzen ob jemand eine Gefahr darstellte und doch sah er in den Augen des Magus, keine überschüssige Magie, die auf einen Angriff hinwies. Körperlich war er dem Dunkelelfen unterlegen. Und raus würde vanitas ohne dessen Hilfe nicht kommen.
Ruckartig zog Neph den Dolch. Fast rechnete man schon damit, dass dieser sein Ziel in vanitas fand. Das Gesicht ausdruckslos.
“ keine dummen Ideen” warnte er Vanitas und reichte ihn den Dolch mit den Knauf voran.
So trat er dann wieder ein paar Schritte zurück. Lauernd wie ein grausames Tier.
Vanitas stellte den Teller zu Boden und als wenn die Katze nur darauf gewartet hätte, kam sie ein kleines stück aus ihrem Versteck. Aber so lange Vanitas zu nah dastand, trat sie nicht zum Teller ran. Erst als sie sicher war, dass er ihr nichts tun konnte, huschte sie zum Fressen.
Ungläubig sah der Dunkelelf das Tier an.
Das Vieh ist wohl so alt wie ihr herr…hässlich.
Schon hatte Neph eine Armbrust zur Hand. Es war eine kleine, die man gut verbergen konnte. Außerdem war die Katze sowieso hässlich, dachte er sich und zielt auf sie. Abdrücken tat er aber nicht. Die Katze sah einmal hoch und ein Frösteln überkam den Dunkelelfen. Seine Armbrust runternehmend, fixierte er nun Vanitas.
Die gleiche Magie, wie vom Magier ….ich muß aufpassen
“Wenn du fertig bist, gib mir den Dolch…ich bereite alles vor…heute Abend ziehen wir los…”
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Mittwoch 25. Mai 2011, 20:45

Wer selbst als Eremit, in einer Höhle, weitab jedweder Zivilisation noch größten Wert auf wohlgepflegte Manieren und Benehmen legte, dem tat auch der Aufenthalt in einem dreckigen, düsteren Kerker keinen Abbruch daran. Dabei benahm sich Vanitas nicht so gepflogen, um etwa den Dunkelelfen zu beeindrucken, sondern weil er es für sich selbst wollte. Wer sich für etwas besseres als die restliche Menschheit hielt, der musste sich auch dementsprechend benehmen. Wäre auf dem Tablett, das der Dunkelelf ihm gereicht hatte, auch eine Servierte gewesen, so hätte sich der Magier unter Garantie auch noch damit den Mund betupft.
Nachdem Vanitas die Reste seines kargen Mahls für die Katze geopfert hatte, die seine Kräfte in sich trug, erhob er sich von seiner Pritsche und legte beide Arme auf den Rücken. Ohne es zu merken, war er wieder in seine gewöhnliche, leicht vorgebeugte Haltung verfallen, obwohl sein Rücken nicht so schlimm war, dass er nicht auch grade stehen könnte. „Bei Faldor, ja das ist doch grade das Geniale: Man hat immer eine Wahl!“ gab er gut gelaunt zurück. Seine Miene war dabei genau so undurchschaubar wie die des Elfen; er hatte es ihm mit gleicher Weise nachgetan. Natürlich hatte er eine andere Wahl gehabt, aber in seinem augenblicklichen Zustand hatte die wohl nur darin bestanden, in diesem Kerker zu versauern und letztlich zu sterben. Aber das musste der Dunkle ja nicht wissen. Dem Magier war es lieber, sein Gegenüber ein wenig in Unsicherheit zu wiegen, ihn darüber im unklaren zu lassen, was er konnte und was nicht.
Als der Elf darauf bestand, eben nicht so genannt zu werden, rollte Vanitas nur mit den Augen, sparte sich aber die Worte. Sollte er dem Kerl doch seinen Willen lassen. Wenn dieser arrogante Soldat mit Herr und Meister angesprochen werden wollte, sei’s drum. Es wäre ohnehin nicht mehr als ein Lippenbekenntnis und bestimmt nicht mit Inbrunst vorgetragen. So wie es für den Zyraner stand, hatte er mit dem Dunkelelfen nichts weiter eingegangen, als ein Zweckbündnis.
Als man ihm dann endlich die gewünschte Waffe aushändigte, nickte Vanitas leicht und meinte mit einem süffisanten Lächeln, „Zu gnädig Herr.“ Für einen Moment musterte der Magier die Waffe zwischen seinen Fingern, wog sie in der Hand und fuhr mit dem Daumen über die Klinge. Er war nie ein großer Freund von Waffen gewesen, jedenfalls nicht von gewöhnlichen und kannte sich daher auch nicht sonderlich gut mit der Beschaffenheit und Qualität solcher Dinge aus. Zumindest für seine laienhafte Einschätzung war es eine recht gute Waffe und noch wichtiger, sie würde ihren Zweck erfüllen.
Endlich umklammerte der alte Mensch den Griff fest mit der rechten Hand und schnitt sich mit der Klinge einmal Quer über die linke Hand. Es war keine tiefe Wunde, die auch nicht sonderlich stark blutete, aber trotzdem glitzerte der Stahl nun feucht und rot. Dann schloss er die Augen und setzte die Schneide an seiner Stirn an. Mit einem ratschendem Geräusch begann er, die scharfe Waffe immer wieder über seinen Schädel zu ziehen. Bei jeder Bewegung rieselten weißsilbrige Stoppeln auf den Boden. Es war eine routinierte Arbeit, die der Mann in den letzten 70 Jahren fast jeden zweiten Tag nachgegangen war, darum brauchte er auch keinen Spiegel, um sich den Schädel wieder Kahl zu rasieren. Als er mit dieser Arbeit fertig war – ein erfahrener Barbier hätte es kaum schneller gekonnt - stutzte er auch noch den schmalen Bart an seinem Kinn und glättete die Kiefer und den Hals. Als er fertig war, säuberte er die blutige Klinge an dem schäbigen Sackleinenbezug seines Lagers.
„Keinen Grund, sich selbst nicht ein wenig raus zu putzen, wenn man mit neuen Freunden eine Reise antritt, nicht wahr?“ Nein, eigentlich war er nur eitel und hasste es, wenn er schmuddelig oder heruntergekommen aussah. Vanitas warf ansatzlos den Dolch in die Luft, die Waffe drehte sich einmal um sich selbst und wurde von dem Magier mit der Klinge aufgefangen. Den Griff reckte er dann dem eigentlichen Besitzer entgegen, der währenddessen misstrauisch und mit der Armbrust im Anschlag gewartet hatte. Als er sie wieder los war, griff der Zyraner in die Manteltasche und zog seine Handschuhe wieder über die geschundenen Hände. Zusätzlich zu allen anderen kleinen Zipperlein, die Vanitas empfand, war da nun das störende Brennen des Schnitts, aber mit Blut auf der Klinge konnte man sich einfach besser rasieren. „Wir sehen uns dann heute Abend, Xa’Vorron,“ verabschiedete sich der Hexer von seinem neuen Herren – den zweiten innerhalb von so kurzer Zeit – und wandte dem Dunkelelfen den Rücken zu.
Aus den Augenwinkeln beobachtete er die Katze, die noch immer in ihrem relativ sicheren versteck unter der Liege saß. Es war wohl besser sich mit dem Gerippe gut zu stellen. Wenn sie ihm schon keine Kraft geben wollte, so sollte sie wenigstens in seiner nähe bleiben, damit er wusste, dass niemand mit seiner Macht Schindluder betrieb. Wie hatte dieser dämonische Bastard das Vieh genannt? Anzilla, Ancellar, irgendetwas in diese Richtung. Sein gegen die nächste Mauer gerichteter Blick verfinsterte sich. Sammael hatte ihr einen wirklich hübschen Namen gegeben, wohl als Erinnerung, dass er jemandem untergestellt war. „Ancilliar ... wir werden eine nette, kleine Reise unternehmen.“

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Juni 2011, 14:06

Tatsächlich wäre es dem Dunkelelfen egal, wenn ihn der alte kauzige Magier auch nur beim Namen genannt hätte. Er war nur ein Mensch. Das was aber nicht zu ignorieren war, dass dieser Mensch auch ein mächtiger Magus war. Neph hätte sogar mit mehr Gegenwehr gerechnet, denn Magier waren stolz und ungern ließen sie sich versklaven. Dabei hatte der Dunkelelf dies mit dem Herrn nur gesagt, damit wenn sie die Stadt verlassen keine unangenehmen Fragen gestellt werden würden. Doch sollte der Magus doch denken was er wollte.
Er sah zu wie sich der alte Mann den Schädel glatt rasierte und sich auch um seinen Bart kümmerte. So hatte er äußerlich wenigsten wieder ein gepflegtes Aussehen. Neph zuckte mit den Schultern und ließ ihn dann erstmal wieder alleine. Sonst müsste er sich noch um Dumme Fragen kümmern. Außerdem mussten noch Vorbereitungen getroffen werden.

So konnte Vanitas nur die sich entfernenden Schritte des Dunkelelfen hinter sich hören. Sie würden ein seltsame Gemeinschaft sein, wenn sie unterwegs waren. Ein alter Magus, ein Dunkelelf und eine Katze?
Die Katze kam inzwischen aus ihrem Versteck hervor. Zögerlich trat zu den Resten des Essens. Mit einer Pfote zog sie sich das Fleisch an sich heran. Ihre Augen immer wachsam zu Vanitas. Eine schnelle Bewegung und sie würde wieder unter der Pritsche verschwinden.
Dann begann sie zu fressen. Ein leises Schnurren machte sich dabei breit.
Als vanitas ihren Namen sprach blickte sie zu ihm hoch. Dabei wischte sie sich mit einer Pfote über die Schnauze.
„ Miau?“ fragte sie krächzend. Sie verstand nicht so richtig was er von ihr wollte. Doch sie würde ihn folgen, so wie es ihr aufgetragen wurde. Den Herrn widersetzte man sich nicht. Und sie war nur eine einfache Katze. Sie erhob sich und sprang auf die Pritsche, wo sie sich putzte. Wieder sah sie zu ihm rüber. „miau“ forderte sie ihn auf.
Die folgende Stunden sahen dann nicht anders als die bisherigen aus. Zwischen durch kamen Dunkelelfen oder auch Orks zu den Zellen. Sie holten Menschen aus den Zellen, verprügelten sie oder brachten sie weg. Das Jammern hatte dabei nicht nachgelassen. Sie wehklagten, dass es in den Ohren zu schmerzen begann.
Vanitas neue kleine pelzige Begleitung huschte hier und dorthin, war aber stetes vor den Besatzern verborgen. Tatsächlich hatte man das Gefühl, als erschiene sie zwischenzeitlich aus dem Nichts. Sie saß dann einen guten Meter von Vanitas entfernt und plärrte ihn eindringlich an. Trat er jedoch auf sie zu, beugte sie sich wie unter Schlägen hinweg. Angefasst wollte sie nicht von ihm werden, dass hieß jedoch nicht dass sie ihn nicht zum Spielen auffordern wollte.

So verging die Zeit. Träge und zähflüssig schien sie dahin zu fließen. Dann hörte Vanitas wieder Schritte und konnte das Klackern eines Schlüssels im Schloss hören. Ancilliar hatte es schon lange vorher gehört und hockte aufrecht sitzend am Fußende der Pritsche.
Ein stummes Fauchen kam von ihr und sie war wieder unter der Pritsche verschwunden.
„ Guten Abend, Magus….wir gehen jetzt!“ seine Stimme war bedrohlich und kündigte bevorstehendes Unheil an. Doch ein Blick in die Augen des Dunkelelfen und Vanitas konnte lesen, dass dies nur zum Schein vor den anderen Gefangenen war. Der Dunkelelf hatte eine Armbrust vor Vanitas, doch war diese nicht gespannt. Ob das der Magus sah, war dem Dunkelelfen recht egal.
„ Draußen steht ein Wagen, steigt ohne ein Wort ein“ flüsterte der Dunkelelf und eskortierte den Magus dann nach draußen. Handschellen legte er ihn nicht an, weswegen auch, er fürchtete die Kampfkunst dieses Mannes nicht. Nur weil es mit einem Dolch etwas umgehen kann, außerdem wäre es dann halb so spaßig.
Er führte Vanitas die steilen Treppen herauf und gab den alten Mann hier und da mal einen kleinen Schups. Nicht wirklich kräftig, immerhin sollte Vanitas ja nicht stürzen. Damit würde sich Neph ja selber schaden. Ein großer Ork stand vor der Ausgangstür. Groß und genauso so dumm aussehend, wie er stark war. Neph trat auf ihn zu und drückte ihn einen Beutel in die große Hand.
Für deine Dienste…du hast uns nicht gesehen“ zischte er diesem noch zu. Ein tiefes Grummeln, was wohl eine Antwort sein sollte, kam zurück. Neph führte Vanitas zu einem Wagen. Ein kleiner Gefangenen Transport, so war doch eindeutig die vergitterten Fenster zu erkennen. Nur waren sie von Innen verhangen. Ein kleiner Gnom saß vorne auf den Kutschbock. Ein Wesen, welches aus den Augen schon abzulesen war, keinen eigenen Willen mehr besaß. Ein Sklave der Dunkelelfen, lange bevor Pelgar überrannt wurde. Nie würde er es wagen, seine Gebieter zu hintergehen.
Vanitas wurde die Tür geöffnet und er konnte einen kleinen nicht gerade gemütlichen Raum sehen. Doch konnte man allerlei wichtige Utensilien sehen. Ebenso, standen dort Vanitas Stab und seine Sachen.
Er hörte ein Wimmern und in einer Ecke saß, dass Mädchen welches sich der Dunkelelf die Nacht zuvor zu sich geholt hatte. Geschunden sah ihr Gesicht aus und ihr fehlte ein Auge. Ihr Gewand war jedoch sauber und ordentlich.
Sie zuckte zusammen, als sie den Magus und den Dunkelelfen sah. Das Klirren von ketten war zu hören.
„ Sie wird uns begleiten, wenn sie zu störend ist, dann kann sie noch immer entsorgt werden….aber sie beherrscht das Kochen und kennt sie in der Wildnis mit den Pflanzen aus….Jetzt rein da, bevor der Ork noch ungeduldig wird und mehr Geld verlangt…“ dabei hatte der Dunkelelf ein seltsames Grinsen im Gesicht.
Kurz nachdem Vanitas den Innenraum betreten hatte, wurde die Tür geschlossen. Neph selber war auch im Inneren. Er lehnte sich an eine Wand und schielte nach draußen.
„ Diese Viecher sind mehr als dämlich“
Aus dem kleinen Fenster konnte man den Ork sehen. Breit grinsend sah er den Wagen nach und griff in den Beutel. Seine Augen wurden größer und sein Gesicht verzog sich. Ohne sichtlichen Grund begann er zu zitternd und als sich seine Hand aus dem Beutel löste, hing dort eine kleine Schlange. Eine Giftschlange.
Ihr Gift wirkte schnell, meist blieb einem Opfer nicht mal die Möglichkeit zu schreien. Mit Schaum vor dem Mund brach der Ork zusammen. Der Dunkelelf machte seine Aufgabe, keine Zeugen zu hinterlassen, gut.
Vermutlich würde er mit dem Gnom und dem Mädchen ähnlich verfahren.
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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Vanitas » Donnerstag 16. Juni 2011, 00:45

Aus den Augenwinkeln beobachtete Vanitas, wie die Katze ihr sicheres Versteck verlies und sich an der Gabe gütlich tat, die der alte Magus von seinem kargen Mahl geopfert hatte. Es war das erste mal, dass er das hässliche Tier genauer betrachtete, ohne dass sie versuchte sich zu verstecken. Sie sah wirklich zum erbarmen hässlich aus. Wenn es stimmte, das Katzen sieben Leben hatten, dann hatte dieses Exemplar anscheinend schon sechs davon verloren. Oder vielleicht auch alle, das konnte man schwer sagen. Aber je länger er sie ansah, desto sicherer war sich der Zyraner, dass er eben diesem Tier das Rückgrat gebrochen hatte, damals, als er mit dem Streuner die Bibliothek betreten hatte. Dieser Elf hatte eindeutig einen eben so kranken Humor, wie er selbst. Anders war die Situation nicht zu erklären. Wie kam einem schon die Idee, eine tote Katze wieder ins Leben zu schicken – den getötet hatte er sie eindeutig! – und ihr die Magie seines wiederwilligen Dieners zu übertragen? Aber wer ist dieser Elf, dass er tote Tiere wiederbeleben konnte? Nicht als untote Kreatur, sondern wirklich Lebendig? „Der Sohn ...,“ murmelte Vanitas leise zu sich selbst und strich mit der linken Hand über die Blutstriemen an der Wand. Aber der Sohn von wem? Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger halte ich ihn für einen Dämon. Ist er gar der Sohn des Todes selbst? War es möglich, dass der Tod mit einem sterblichen Wesen ein Kind zeugte?
Als er die Hand wieder von der Wand löste, klebte an seinen weißen Handschuhen getrocknetes Blut. Unbewusst ballte er die Faust und schlug gegen die groben Steine. Dann verschränkte der alte Mann die Arme hinter dem Rücken und drehte sich zu seiner kleinen, vierbeinigen Begleiterin herum. „Wie intelligent bist du eigentlich, Ancilliar?“ Mit einem mal wurde die Mimik des Magiers viel interessierter. Mit dem selben Blick, mit dem er immer seine, teilweise bestialischen, Forschungen ansah. „Vielleicht sollte ich deinen Körper wiederherstellen? Wirbelsäule raus, Beine ab, häuten und dann künstlichen Ersatz mit den Resten verschmelzen.“ Ein tiefes, kaltes Lachen drang aus Vanitas’ Kehle. Vielleicht würde er das tatsächlich machen, sobald er herausgefunden hatte, wie er wieder seine Magie nutzen konnte. Das er damit erfolg hatte, stand für ihn außer Frage. Er hatte ähnliches schon mit Menschen und anderen Tieren versucht, auch wenn die Erfolge selten zufriedenstellend waren. Aber wie sagte man so schön? Aus Fehlern lernte man und solange das kleine Biest seine Kräfte speicherte, verfügte sie zumindest über genügen Energie, um alles aufrecht zu halten ...
Mit solchen und ähnlichen Gedankenspielen, vertrieb sich Vanitas den restlichen Tag. Die Zeit verging zwar, aber auf der anderen Seite war das ganze auch recht unbefriedigend. Immer wieder juckte es ihm in den Fingern. Wenn er seine magischen Kräfte voll verwenden könnte, hätte er sicherlich in der Wartezeit bis zum Abend, ein Duzend oder Mehr seiner mitgefangenen getötet. Wirklich gerne würde er auf der anderen Seite der Gitterstäbe stehen. Wie waren eigentlich die anderen Schwarzmagier in den Dienst des dunklen Herrschers getreten? Er hatte Gerüchteweise von zumindest einem Nekromanten gehört, der mit den Schwarzhäuten zusammenarbeitete, ohne selber ein Elf zu sein. Und der war bestimmt gütlich belohnt worden. Und er, der die Tore der Stadt zerschmettert hatte, wurde nur weiterhin ausgenutzt.
Vanitas wusste nicht genau, wie viel Zeit vergangen war, seit der Dunkelelf ihn verlassen hatte. Der Tag war ihm träge vorgekommen, zumal er nicht einmal einen Blick auf den stand der Sonne hatte werfen können. Auf jeden Fall hatte er sich in der gesamten Zeit kaum bewegt. Als Neph endlich zurück kam, stand der Magier noch immer mit beiden Händen auf dem Rücken, vor der schmucklosen Zellenwand. Im ersten Moment bemerkte er gar nicht, dass sein „Herr“ zurück gekehrt war. Es war eher die plötzliche Stille unter den restlichen Gefangenen, die ihn aufmerksam machte. Die furchtsamen Menschen hatten den düsteren Elfen, der bereits vor aller Augen gemordet hatte, sofort wieder erkannt. Es war aber garantiert keine schlimme Überraschung, als der Magus sich herumdrehte und auf die Armbrust des Kommandanten sah. Tatsächlich begann er sogar zu lächeln, schließlich würde er nun endlich aus dieser verdammten Kaserne kommen. Die Waffe beeindruckte ihn nicht sonderlich. Wenn der Dunkle ihn umbringen wollte, hätte er es längst getan. Wahrscheinlich diente das ganze zur Tarnung, auch wenn es sich Vanitas nicht ganz erschloss. Für den menschlichen Abschaum hier war das gewiss nicht nötig, schließlich hatten sie bereits alle gesehen, wie er einen seiner Landsmänner getötet hatte.
Als er aus seiner Zelle geführt wurde, Schritt Vanitas mit der ehrfurchtgewährenden Haltung eines Fürsten aus und geizte auch nicht mit herabwürdigenden Blicken für die restlichen Zellenbewohner. So wurde er aus der Kaserne geführt. Er merkte sich den Weg nicht, denn er hatte nicht das Bedürfnis, jemals wieder hier her zurück zu kehren. An dem Ork, der die Pforte bewachte, ging Vanitas einfach vorbei und auf die kleine Kutsche zu, die in der Nähe stand, ganz so, wie der Dunkelelf es ihm gesagt hatte. Vor dem Verschlag blieb der Mann jedoch stehen und sah zurück, um noch Zeuge davon zu werden, wie der hässliche Torhüter geschmiert wurde. Währenddessen öffnete der kleine Gnom, der wohl die Kutsche fahren würde, dem Neph und Vanitas die Tür mit dem vergitterten Fenster. Der düstere Innenraum war rustikal, aber sicherlich war die kutsche ein angenehmeres Reisemittel nach Zyranus, als Pferde oder gar ein beschwerlicher Fußmarsch.
Das erste, was der Hexer bemerkte, war das zusammengekauerte Mädchen, dass sich in eine Ecke presste. Sie war eindeutig misshandelt worden, doch trotzdem stellte sich bei Vanitas kein Mitgefühl ein. Dann entdeckte er seinen Stab, der auf der anderen Sitzseite angelehnt war, sowie einen kleinen Leinenbeutel. Innerlich jubelte er auf, doch nach außen hin lies sich der Zyraner nichts anmerken. Seine Miene blieb ausdruckslos, als er das Bündchen öffnete und seinen breiten Gürtel heraus zog. Nach kurzer Begutachtung stellte er zufrieden fest, dass seine Phiolen noch allesamt intakt waren. Es war nicht leicht, sich in der Enge der dunklen Kabine den Gürtel umzulegen, aber es gelang schließlich doch und er lies sich der Frau gegenüber auf der hölzernen Sitzbank nieder. Während Vanitas die restlichen Dinge in dem Beutel untersuchte, zog Neph den Vorhang zur Seite und schielte nach draußen. Dadurch selbst neugierig geworden, sah auch der Magier auf und bemerkte grade noch rechtzeitig, wie der große, starke Ork von einer kleinen, hellen Giftschlange dahin gerafft wurde. Welch Ironie.
„Ich bin selber ein großer Freund von Giftschlagen und jeder Art von Toxin, aber war das wirklich nötig? Wird es nicht zu Fragen kommen, wenn man den toten entdeckt? Die Todesursache ist schließlich nicht alltäglich. Du hättest ihn erschießen sollen, dann hätte man das ganze einen patriotischen Narren in die Schuhe schieben können. Aber was soll’s, bis man ihn entdeckt sind wir sicherlich schon aus der Stadt und dann spielt es ohnehin keine Rolle mehr.“ Vanitas streckte die Arme nach oben und seine Gelenke knackten leise. Seine Augen hatte er dabei auf den Kutschboden gesenkt. Er blinzelte. Für einen Augenblick hätte er schwören können, dass Ancilliar sich unter der Bank versteckte, aber er hatte nicht gesehen, dass das Tier die Kabine betreten hatte. Aber als er erneut hinsah, war da nichts.
Er schüttelte leicht den Kopf und zückte dann eine der schlanken Phiolen aus seinem Gürtel. Mit den Zähnen zog er den schwarzen Korken heraus und spuckte ihn in seine andere Hand. Dann trank er einen winzigen Schluck, der klaren Flüssigkeit. Es handelte sich dabei eigentlich um ein sehr starkes Nakotisiakum, aber nach all den Jahren, die er seinem Körper verschiedene Elixiere und Gifte verabreicht hatte, wirkte dieser winzige Schluck nur beruhigend. Aber darum ging es ja auch gar nicht. Mit einem freundlichen Lächeln streckte Vanitas dem jungen Mädchen das Fläschchen entgegen. ”Das hilft gegen die Schmerzen, sowohl die körperlichen, als auch die seelischen,” meinte er mit einer einnehmenden Stimme, wie man sie nur selten von ihm vernahm. Er wusste nicht, ob das Menschenmädchen der Gemeinsprache mächtig war, aber auf jeden Fall wollte er nicht, dass sie zuhörte, wenn er sich mit dem Elfen unterhielt. In ihrem Zustand würde sie bestimmt keine Hilfe ausschlagen, wenn sie von einem anderen Menschen kam. Und wenn man es genau nahm, waren zwei Stunden komatöser Schlummer schon fast ein Akt der Gnade.

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Re: Vanitas neues Zuhause

Beitrag von Erzähler » Montag 20. Juni 2011, 19:20

„ Es war nur ein Ork…das wird niemanden interessieren. Entbehrlich“ er machte eine wegwedelnde Handbewegung um die Nichtigkeit zu zeigen, die dieser Ork war.
Neph wusste, dass es tatsächlich keinen seines Volkes kümmerte, warum der Ork gestorben war. Die dunkle Armee war an der macht, da interessierte sie doch so was nicht. Und das ein Gefangener fehlte, würde auch keinen kümmern. Vanitas wusste es zwar nicht, doch Neph hatte gründlich dafür gesorgt, dass keiner etwas ausplauderte was den Magus betraf. Neph machte immer seine Arbeit gründlich. Die Jahre, die er schon hatte, hatten ihn dies gelehrt.

Mit einem Holpern setzte sich der Wagen in Bewegung. Das Mädchen zitterte, sah nun auch Ängstlich zu den fremden Mann hoch.
Neph war das reichlich egal. Er schätzte den Magus ebenso kalt ein, wie er selber war. Er lehnte weiterhin an der einen Wand und beobachtet, wie sich Vanitas um sein Hab und Gut kümmerte. Es war für ihn ein leichtes an die Sachen ranzukommen, immerhin hatte er sie selber verwahrt. Neph dachte gerne einen Schritt voraus und hielt es für nützlich sich der Utensilien zu bemächtigen. Doch als der alte Magus den Mädchen etwas reichte, zog er skeptisch eine Braue hoch. Er wollte das Mädchen noch haben. Und wenn die Sachen ein Gift waren, so hatte er nichts davon. Er funkelte Vanitas an. „Nimm mir ja nicht mein Vergnügen.“
Das Mädchen blickte auf. Überrascht und furchtsam. Sie blickte wie ein Hase, vor der giftigen Schlange. Das noch sehende Auge war weit aufgerissen.. Eine zittrige Hand streckte sich ihm entgegen. Kurz warf sie einen Blick zu dem Dunkelelfen, der seine Arme vor der Brust verschränkte.
„nimm es“ zischte er sie an. Sie zuckte zusammen. Wohl zu gut wusste sie, wozu dieser Mann in der Lage war. Sie vertraute der Stimme von Vanitas die ungewohnt sanft klang. Dann griff sie das Fläschchen. Ihr wäre es sogar egal, wenn es tatsächlich sie töten würde. Es würde sie immerhin aus den Händen dieses Monsters holen.
Mit einem Zug lehrte sie es.
" dan...danke" flüsterte sie.
Gerade wollte sie es Vanitas zurückgeben, da überkam sie die Müdigkeit. Ohne ein weiteres Wort oder die Chance sich abzufangen fiel sie Vanitas vor die Füße. Ein Fauchen war augenblicklich zu hören. Auch wenn Vanitas die Katze nicht gesehen hatte, war sie tatsächlich unter der Sitzbank. Neph blickte lieblos auf das Mädchen. Er kniete sich neben sie und drückte einen Finger gegen ihre Halsschlagader.
„ Sie schläft?...gut!“
Er schob sie zurück in ihre Ecke und setzte sich nun auch neben den Magus.
„keine Zeugen, hmm?...gefällt mir….also, was willst du wissen…übrigens, da sitzt eine Ratte unter der Bank. Lästige Vieher!“
Der Dunkelelf mochte keine Ratten. Es war für ihn ein Hinweis wie verunreinigt etwas war. Überall lebten diese Nagetiere. Furchtbar. In Morgeria hatte es sowas nicht gegeben.
Das es keine Ratte war, konnte der Dunkelelf nicht wissen. Im hintersten Winkel saß Ancilliar. Ihre Augen blickten intelligenter als es sein sollte. Verstand sie doch jedes Wort und ihr Herr freute sich.


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