Schuldig?

Was wäre ein Königreich ohne die Männer und Frauen, welche es beschützen und für Recht und Ordnung sorgen? In Jorsans Kaserne werden nicht nur Soldaten, sondern auch die Stadtwachen ausgebildet.
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Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Montag 1. September 2008, 16:08

[Komme mit Janay von -> Marktplatz Jorsas -> <a target="_blank" href="http://69169.rapidforum.com/topic=13486 ... e/Herberge “Zur schwarzen Katze”</a>

Der Weg zur Kaserne dauerte einige Zeit und da die beiden Wachen die „Gefangene“ zu Fuß durch die Straßen führten, blickten ihnen überall neugierige Blicke hinterher, einige Kinder folgten ihnen sogar. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Janay irgendwann wiedererkannte, war ziemlich gewachsen. Ob das so gut für das Geschäft war? Allerdings wurde sie nicht behandelt wie eine Gefangene, sie wurde nur flankiert und nicht festgehalten, war nicht in Ketten oder wurde sonst wie daran gehindert zu fliehen.
Einige Leute blickten beim Vorbeigehen zwar auf, aber schauten dann relativ schnell auch wieder weg, als sei an dem Umstand nichts Besonderes.
Bald schon wechselte die Gegend in eine weniger Bewohnte, sodass ihnen auch keine Blicke mehr folgten. Die Kaserne trat in ihr Blickfeld und nur Sekunden später waren die ersten Soldaten und Stadtwachen zu erkennen. Die Farben rot und gold nahmen überhand und das Adlersymbol war auf den Flaggen und Bannern zu erkennen. Man ließ die drei Personen ein, nachdem ein Begleiter Janays die Lage geschildert hatte und sie einem Teil der Kaserne zugeteilt worden waren, wo sie sich nun auch hinbegaben.
Das Gebäude war groß und massiv, vor allem aber belebt. Ab und an hörte man laute Rufe, Befehle, die durch die Luft zischten und die immer von irgendwem befolgt wurden.
Man brachte Janay schließlich in ein Zimmer, welches spärlich eingerichtet war, ein großer Tisch nahm die Hälfte des Raumes schon ein, ein Stuhl dahinter und einer davor waren zu sehen.
„Nehmt Platz, gleich wird sich ein Offizier Eurer annehmen.“
Man ließ Janay im Raum stehen und schloss die Tür ab.
Sie war eingesperrt

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Montag 1. September 2008, 19:42

Dieses Mal waren ihr die Blicke anderer überhaupt nicht recht. Im Gegenteil, sie kam sich darunter gedemütigt vor und spürte, wie Scham in ihr hoch stieg.
Sie hatte nichts getan und trotzdem würden sie alle höchstwahrscheinlich denken, sie wäre ohnehin schuldig, ganz egal, was sie behauptete.
Es war einfach nur schrecklich!
Nach wenigen Minuten hielt Janay es nicht mehr aus und starrte nur noch gerade aus. Sie wollte die Umstehenden nicht länger sehen, weder die Männer, die vielleicht irgendwann ihre Kunden hätten sein können, noch die Frauen oder gar Kinder.
Am liebsten wäre sie jetzt weit, weit weg gewesen, notfalls sogar wieder unter dem Dach ihres Vaters. Alles, nur nicht das hier!
Als sie in die Kaserne geführt wurde, hatte sie das Gefühl, ihrem Henker zu begegnen.
Die Mauern schlossen sie ein und raubten ihr für einen Moment tatsächlich den Atem.
Hier käme sie nie wieder heraus, wenn nicht ein Wunder geschah. Diese Befürchtung beherrschte allein ihr Denken.
So bekam sie es kaum mit, wem sie noch begegneten und wohin genau sie geführt wurde.
Erst, als sich die Tür zu dem Raum schloss und sie auch noch einen Schlüssel hörte, zuckte sie heftig zusammen.
Die Knie wurden ihr ein weiteres Mal weich und sie musste sich setzen, wollte sie nicht riskieren, um zu fallen und sich eine Blöße dabei geben. Denn garantiert würde man das als Schuldeingeständnis werten.
Sie kannte diesen Schwachsinn, der nun auf sie zukam, doch aus genügend Gerüchten!
Die junge Frau war ein Freudenmädchen, noch dazu eine Dunkelelfe, wie die Wache bestimmt demnächst erfahren würde, und hatte die Mordwaffe in ihrem Zimmer liegen gehabt. Außerdem war ihr Kunde ein Adeliger gewesen. Was blieb ihr da noch irgendeine Hoffnung?! Ihr Tod war so gut wie besiegelt!
Fehlte nur noch, dass der angebliche Offizier, der gleich kommen sollte, ihr die Henkersmahlzeit gleich mitbrachte!
Allein der Gedanke sorgte dafür, dass aus ihrem Gesicht sämtliche Farbe wich.
Hätte sie die Kraft und vor allem den Mut dazu gehabt, sie wäre wieder aufgesprungen und hätte mit beiden Fäusten gegen die Tür gehämmert, bis man sie heraus ließ. Aber das konnte sie nicht...
Und wenn sie floh? Wenn sie es schaffte, den Offizier um den Finger zu wickeln, dass er sie gehen ließ und sie noch in derselben Stunde die Stadt verließ?
Was anderes würde ihr wohl kaum übrig bleiben!
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Dienstag 2. September 2008, 12:18

Man ließ Janay lange bangen und warten.
Draußen konnte man immer wieder Schritte oder Gesprächsfetzen hören, aus dem kleinen Fenster hallten Befehle zu ihr herüber. Licht fiel nur wenig ein, denn es war zu klein.
Irgendwann hörte man das Klicken des Schlosses und die Tür schwang auf. Zuerst trat einer der Wachmänner hinein –leider war es jener, der ganz eindeutig zeigte, von er von Janay hielt-, daraufhin folgte ein fremder Mann. Er hatte die Blüte seiner Jahre schon hinter sich und durch die dunkelbraunen Haare zogen sich silbergraue Strähnen. Das Gesicht war hart und die grauen Augen wachsam, wenn auch Schatten um ihnen von Müdigkeit sprachen.
„Offizier Lúr’on mein Name. Ich werde Euch einige Fragen stellen und wenn ich meine, dass Ihr die Wahrheit sagt, landet Ihr nicht im Kerker.“
Er setzte sich hinter dem Schreibtisch und wirkte so, als tue er dies alles nur äußerst ungern und hätte eigentlich besseres vor. Sein Ton klang zwar offiziell, aber nicht unbedingt unfreundlich.
Er lehnte sich zurück.
„Man sagte mir, man fand einen blutigen Dolch in Eurem Zimmer. Es ist wohl klar, dass es die gleiche Waffe ist, die den Herrn von Gotha in den Nacken geschlagen wurde?“
Er hob die dunklen Augenbrauen fragend an, fuhr dann aber fort. „Es stimmt auch, dass Ihr die Letzte ward, mit der er zusammen war?“ Der Wachmann, der Janay auch hier her geführt hatte, stand nun hinter dieser, sodass sie nicht erkennen konnte, was er tat. „Man sagte mir, dass Ihr sehr aufgelöst gewesen seid und keine klaren Worte herausgebracht habt… verständlich. Jetzt hoffe ich, dass Ihr euch etwas beruhigt habt und mir noch einmal genau schildern konntet, was vorgefallen ist.“
Er faltete die Hände zusammen und wirkte trotz seiner Strenge nicht angespannt, sondern eher so, als hätte er so eine Prozedur schon etliche Male durchgeführt.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Dienstag 2. September 2008, 15:47

Die Zeit dehnte sich unendlich dahin und zerrte an ihren Nerven. Dennoch half sie ihr gleichzeitig, sich langsam von dem ganzen Schrecken zumindest ein wenig erholen zu können. Soweit, dass sie wieder halbwegs klar denken konnte und das Zittern langsam völlig nachließ.
Sie hatte nichts getan und das hatte man ihr zu glauben, Punkt!
Das war ihre Überzeugung, als die Tür endlich geöffnet wurde und sie scheinbar gelassen aufsah.
Ihr Herz schlug erneut schneller, aber sie wollte es sich nicht anmerken lassen. Das wäre nur ihr Verderben gewesen, dessen war sie sich sicher.
Sogar ein feines Lächeln brachte sie zustande, als sie den fremden Offizier erblickte.
Unauffällig musterte sie ihn flüchtig und baute darauf, dass er nicht gar so stark von Vorurteilen durchdrungen war wie sein Begleiter offensichtlich.
Das Wort "Kerker" erschreckte sie innerlich, doch sie hielt sich aufrecht und gab sich keine Blöße.
Stattdessen erwiderte sie leise, wenngleich mit fester Stimme:"Ich habe keinen Grund Euch anzulügen, Herr." Bewusst blieb sie höflich und schob ihren Plan, ihn mit ihren Reizen sowie Können um den Finger zu wickeln, erst einmal auf.
Er würde sich wohl kaum darauf einlassen, solange sie nicht unter sich waren. Das musste sie erreichen, irgendwie, es sei denn, er erkannte, dass sie die Wahrheit sprach.
Geduldig ertrug sie seine Fragen und wandte den Blick keine Sekunde lang von seinen Augen ab, obwohl es ihr schwer fiel.
Unsicherheit stieg in ihr hoch und sie verspürte mehrmals den Impuls, sich zu dem Wachmann umzudrehen, dessen Augen in ihrem Rücken brannten. Aber sie unterdrückte ihn jedes Mal.
'Keine Schwäche! Zeig keine Schwäche!', hämmerte sie sich ständig ein.
Schließlich verstummte der Offizier ihr gegenüber und sie reagierte erst jetzt mit einem langsamen Nicken.
Dann griff sie seinen Faden auf und bemühte sich, alles der Reihe nach zu erzählen und nichts aus zu lassen. "Ja, ich denke, ich konnte mich in der Zeit wieder fassen."
Sie atmete einmal sichtbar durch, ehe sie langsam weiter sprach:"Ich habe den..." Es fiel ihr einen Moment lang schwer, den Namen auszusprechen, denn er war so ungewohnt und eigentlich zählte er in ihrem Beruf auch nicht. Trotzdem hoffte sie, dass es nicht auffiel. "... den Herren von Gotha im Schankraum angetroffen. Er wartete auf jemanden. Auf wen, weiß ich nicht. Er war fremd für mich und auch den Wirt, sah aber nach Geld aus. Darum habe ich mich an ihn rangemacht und ihn davon überzeugt, meine Dienste in Anspruch zu nehmen. Das tat er und wollte mir gerade den Rest meines Lohns geben, als er etwas bemerkt hat. Irgendwer muss mein Fenster geöffnet haben, keine Ahnung, wer. Als er aber dorthin gegangen ist, habe ich plötzlich einen Schatten gesehen!" Ihre Augen weiteten sich um eine Spur und ihre Stimme klang rauer, als sie sich wieder an diese schrecklichen Momente erinnern musste. "Ich... ich konnte nichts tun. Es ging viel zu schnell! Und ja..." Diesmal konnte sie den Impuls nicht mehr unterdrücken und drehte sich zu dem Wachmann hinter sich um. "... der Dolch war in meinem Zimmer." Hastig wandte sie sich erneut dem Offizier zu und fügte hinzu:"Aber ich habe ihn nicht angerührt! Ich habe das Blut daran gesehen und noch mehr Angst bekommen. Ich... ich bin zum Wirt gelaufen und wollte es ihm erzählen. Und dann kam die Stadtwache."
Janay schloss die Augen und schluckte schwer.
Ihre Hände hatten zu zittern begonnen und sie hatte die Finger ineinander geschlungen, um es vor den Augen der beiden Männer zu verbergen.
Der Magen krampfte sich ihr schmerzhaft zusammen und sie hatte Mühe, nicht wieder aufzuschluchzen.
"Mehr... mehr weiß ich nicht, Herr...", wisperte sie und es entsprach auch der Wahrheit.
Sie hob ihre Lider mit einiger Willensangstrengung wieder an und zwang sich dazu, seinen Blick zu erwidern, obwohl in ihren Augen Tränen standen, die sie nicht einfach unterdrücken konnte.
Jedoch wollte sie ihm auch zeigen, dass sie nicht log, indem sie zuließ, dass er den Ausdruck ihrem Gesicht lesen konnte.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Mittwoch 3. September 2008, 14:26

Schweigend lauschte der Offizier der aufgelösten Frau, die bei jedem weiteren Satz mehr um ihre Fassung kämpfen musste. Wo sie zuerst noch gefasst wirkte, erschienen bald Tränen in ihren Augen und die Stimme begann leicht zu beben. Jeder Hohlkopf würde doch wohl sehen, dass sie unschuldig war.
Dieser Meinung war auch der Offizier, denn seine jahrelange Erfahrung im Umgang mit Dieben, Mördern und wiederum Unschuldigen, hatten seine Menschenkenntnisse geschult. Was er dachte, sah man ihm aber nicht an.
Er schwieg noch eine ganze Weile, nachdem Janay geendet hatte, dann erhob der Wachmann hinter ihr das Wort. „Wer sagt, dass sie nicht darauf aus war, den gesamten Inhalt des Geldbeutels zu leeren?“
Dunkle Augen glitten über ihren Hinterkopf und den freien Schultern, woraufhin er einen mahnenden Blick des Offiziers erntete.
„Sagt, wäre es möglich, dass jemand über das Dach hätte kommen, sich an den Vorsprung des Fensters festgehalten und von dort aus jemanden herausreißen können?“
Die Frage war nicht an Janay gerichtet, sondern an den Wachmann, der sofort eifrig sagte: „Das ist doch Unsinn! Wieso sollte jem-“
„Ich fragte, ob es möglich wäre, nicht wieso jemand so etwas tun sollte.“
Die Stimme des Älteren war schärfer geworden und schnitt wie ein Messer durch die Luft. Angespannt sog der Wachmann die Luft ein, dass ließ er sie langsam wieder entfahren. „Ja, jemand mit akrobatischen Können und genügend Kraft hätte sich dort festhalten können.“
„Mhm“, machte der Offizier nur und schwieg wieder.
„Ich glaube es zwar nicht, aber hatte der Herr von Gotha etwas von… Problemen erzählt? Soweit ich informiert bin, hatte er eine Menge Schulden.“

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Mittwoch 3. September 2008, 16:22

Am liebsten hätte die junge Frau dem Wachmann hinter ihr so einiges an den Kopf geworfen, da er sie so offensichtlich vorverurteilte.
Doch sie riss sich zusammen, so schwer ihr das auch fiel. Wenn sie hier aus der Haut fuhr, schadete sie sich mehr, als sie jetzt einschätzen konnte. Das war ihr klar und trotzdem stand sie kurz davor, ihr eigene Erkenntnis außer Acht zu lassen.
Der Blick des Offiziers allerdings beruhigte sie ein wenig, denn er bedeutete, dass der Mann hinter ihr sich beherrschen sollte. Zumindest glaubte sie das.
Automatisch hätte sie versucht, auf seine Frage zu antworten, aber rechtzeitig begriff sie, dass sie eigentlich gar nicht gemeint gewesen war.
Als die Stimme ihres Gegenübers schärfer wurde, zuckte sie kaum merklich zusammen, denn sie hatte damit nicht gerechnet.
Innerlich grinste sie für einen kurzen Moment schadenfroh. Sie gönnte der Wache hinter ihr diese Zurechtweisung.
Mit aufkeimender Neugier, da es schließlich auch um ihre Glaubwürdigkeit ging, lauschte sie dem kurzen Wortwechsel.
Und dann wurde sie wieder direkt angesprochen.
Rasch dachte sie nach und versuchte, sich an alles noch einmal zu erinnern, was sie mit dem Toten geredet hatte.
Inzwischen konnte sie ihn so bezeichnen, denn sie hatte sich daran gewöhnt, dass ihr spendabler Kunde nicht mehr lebte. Eine innige Beziehung hatten sie ja nicht gehabt, als dass sie um ihn hätte trauen müssen.
Sie bedauerte vielmehr, dass sie nun wegen diesem Kerl im Schlamassel saß und auch, dass sie nicht mehr ihren gesamten Lohn erhalten hatte.
Nach einigen Sekunden schüttelte sie den Kopf. "Nein, hat er nicht. Er hat was erwähnt davon, dass er auf jemanden wartet, aber das war alles. Und die Person ist auch nicht gekommen." Janay deutete ein Schulterzucken an. "Darum ist er mit mir aufs Zimmer gegangen."
Fast hätte sie noch hinzugefügt: Und weil er mich um alles in der Welt und zu jedem Preis haben wollte.
Jedoch verbiss sie sich diese Bemerkung.
Sie hätte in dieser Situation ihre Lage nicht wirklich verbessert und außerdem traute sie noch immer dem Wachmann hinter ihr nicht. Da musste sie ihm nicht wieder direkt vor Augen führen, welchem Beruf sie nachging.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Freitag 5. September 2008, 21:58

Was Janay sagte ließ darauf Rückschluss führen, dass der von Gotha in Geschäfte verwickelt war, die anscheinend nicht besonders gesundheitsfördernd waren.
Vielleicht hatten sie auch etwas mit seinem Tod zu tun, dazu würde allerdings eine langwierige Nachforschung vonnöten sein. Je nachdem, wie interessiert die Angehörigen an seinem Verlust waren, würde man dem Mord nachgehen, ansonsten…
„Wir werden den Wirt noch einmal befragen, ob Eure Aussagen auch mit den seinen übereinstimmen. Es sind schon einige Männer auf den Weg und suchen ebenfalls nach weiteren Spuren.“
Jetzt musterte der Offizier Janay eindringlich und fügte hinzu: „Ich hoffe Ihr versteht, dass ihr solange noch hierbleiben müsst. Wir bringen Euch in einen Raum, wo ihr warten könnt.“
Was für eine Art Raum es war, konnte man vielleicht erahnen, aber vielleicht würde sich auch herausstellen, dass man mit Unschuldigen etwas milder umging als mit Gefangenen. Der Offizier erhob sich und deutete Janay, es ebenfalls zu tun.
„Man wird Euch informieren, wenn Ihr gehen könnt.“
Dann nickte er dem Wachmann zu, der sic jetzt von der Stelle bewegte und zur Tür Schritt um sie zu öffnen. Der Offizier trat hinaus, während der Wachmann auf die ‚Gefangene’ wartete. Anscheinend war es seine Aufgabe sie in ihr Quartier zuzuweisen.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Samstag 6. September 2008, 00:33

Die junge Frau musste sich auf die Zunge beißen, um nichts Scharfes darauf zu erwidern. Vor allem, weil das bestimmt nicht sonderlich positiv für ihr Urteil gewesen wäre.
Es ärgerte sie, dass man ihre Worte anzweifelte, wo sie tatsächlich die Wahrheit sprach! Aber nein, die Aussage eines Wirtes schien mehr zu bedeuten als ihres.
Doch dann fuhr der Offizier fort und das ließ sie nun trotz allen Vorsätzen zusammen zucken.
Ihre Augen wurden um eine Spur größer. "Warum? Ich habe Euch alles gesagt, was ich weiß und das war die Wahrheit! Wieso muss ich dann noch hier bleiben? Aus welchem Grund könnt Ihr mich nicht zurück zum Wirtshaus gehen lassen, wo Ihr mich jederzeit finden könntet?" Sie versuchte, ein Lächeln zustande zu bringen und deutete flüchtig nach unten. "Wie Ihr feststellen könnt, habe ich in meiner Panik nicht einmal Schuhe anziehen können. Ich gebe Euch mein Wort, nicht davon zu laufen und in der Schenke zu bleiben. Bitte, lasst mich gehen!"
Flehend blickte sie dem Offizier direkt in die Augen und hoffte auf sein Mitgefühl. Denn sie befürchtete, dass dieser Raum nicht zu ihrem Wohlbefinden beitragen würde.
Und dass sie keine Schuhe trug, stimmte schließlich auch, allerdings wurden ihre Füße allmählich kalt.
Nur langsam und als bereite es ihr Mühe, was teilweise sogar der Wahrheit entsprach, drückte sie sich in die Höhe.
Noch einmal versuchte sie, an sein Mitleid sowie an seine Vernunft zu appelieren:"Bitte, Herr, wie Ihr sehen konntet, hat mich das Ganze sehr mitgenommen. Ich würde jetzt nichts lieber tun, als in meinem Zimmer zu sein und das alles zu verdauen. Darum bitte ich Euch inständig, mir diesen Wunsch zu gewähren. Immerhin habt Ihr mein Wort und der Wirt würde mich bestimmt nicht davon laufen lassen!"
Den Wachmann würdigte sie keines Blickes, denn von ihm hatte sie nichts Mildes zu erwarten, dessen war sie sich sicher.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Dienstag 9. September 2008, 00:20

Der Offizier hatte bereits den Raum verlassen und es war mehr als fraglich, ob er ihr Flehen noch gehört hatte. Der Wachmann machte auch keine Anstalten, ihn noch einmal zurück zu rufen. Einerseits fürchtete er sich den Ärger seines Vorgesetzten zuzuziehen und sich somit seine Aufstiegschancen zu verbauen, zum Anderen hatte er auch so garkein Interesse daran, Janay wieder auf freien Fuß zu setzen. Für ihn war die Schuldige am Tod des Herrn von Gotha bereits gefunden und sie hieß Janay. Diese hatte die Hoffnung darauf, dass sie noch erhört wurde ebenfalls aufgegeben, als der Kopf des Offiziers nochmals in der Tür erschien. Nachdenklich blickte er auf die junge Dunkelelfe, strich sich sinnierend mit der Hand das Kinn entlang und meinte schließlich sehr ernst klingend: „Ich habe euer Wort, dass ihr die Stadt nicht verlasst, bis der Fall endgültig geklärt ist?“
Ein schwaches Nicken war alles, was Janay noch zustande brachte. „Gut, ich werde euch Glauben schenken. Ihr dürft wieder in das Wirtshaus zurück. Aber...“
„Aber Herr!“, fiel der Wachmann entsetzt seinem Vorgesetzten ins Wort. „Was, wenn sie doch zu fliehen versucht? Bedenkt, sie ist eine Verdächtige!“ Verärgert fuhr der Offizier herum und der Wachmann zog, eine scharfe Zurechtweisung fürchtend, den Kopf ein, stand aber weiter zu seiner Meinung. Doch dann erhellte sich das Gesicht des Offiziers und ein zufriedenes Grinsen, so als wäre ihm gerade ein guter Gedanke gekommen, huschte über sein Gesicht.
„Nun, damit dies nicht geschieht ...“, entgegnete er dem Wachmann mit einem sardonischen Grinsen: „... werdet ihr ein Auge auf sie haben und darauf achten, dass sie die Stadt nicht verlässt. Habt ihr verstanden?!“
Man konnte dem Wachmann ansehen, dass er ganz und garnicht damit einverstanden war, trotzdem schlucg er die Hacken zusammen und brüllte:“Wie ihr befehlt Herr! Verdächtige zum Wirtshaus eskortieren und beobachten!“
Zufrieden nickte der Offizier, drehte sich auf dem Absatz um und ließ Janay und den Wachmann allein zurück.Es dauerte einige Augenblicke, bis der Wachmann sich von dem Schreck erholt hatte, doch dann blickte er Janay finster an und brüllte überlaut: „Was steht ihr noch hier herum!? Ihr habt den Offizier gehört, also vorwärts und macht bloß keine Mätzchen! Und gnade euch Lysanthor, wenn ihr zu fliehen versucht!!“ Er war ärgerlich über sich selbst, dass er mal wieder seine Klappe nicht hatte halten können und nun diesen undankbaren Auftrag erledigen musste. In zwei Stunden wäre er abgelöst worden und nun dies! So ließ er, da niemand anderes da war, seinen Ärger an Janay aus, indem er sie anbrüllte und, als es ihm nicht schnell genug ging, in den Rücken stieß,so dass sie taumelnd durch die Tür stolperte.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Dienstag 9. September 2008, 01:13

Die junge Frau war unendlich erleichtert darüber, diese Gemäuer wieder verlassen zu dürfen. Da war es ihr relativ gleich, ob sie begleitet wurde oder nicht.
Weggehen würde sie so oder so demnächst aus Jorsa, dessen war sie sich sicher. Allerdings musste sie sich nun gedulden und womöglich würde sich das Ganze sowieso von alleine lösen. Das hoffte sie noch immer, auch wenn sie der Meinung war, dass dies höchstwahrscheinlich nicht der Fall sein würde.
Es kümmerte sie auch nicht sehr viel, dass der Kerl hinter ihr eindeutig wütend. Sein Brüllen ignorierte sie vollkommen und es ließ sie sogar fast kalt.
Der Stoß in ihren Rücken war grob und beinahe wäre sie hingefallen. Jedoch konnte sie sich noch rechtzeitig wieder fangen. Gleichzeitig aber weckte er damit ihren Stolz wie ihren Trotz.
Dieser Typ hielt sie von vornherein für schuldig und schien sie fast schon zu verachten.
Gut, dann würde sie ihm eben zeigen, dass er ihr noch zu Füßen liegen würde.
Er musste auf sie Acht geben, das wäre die perfekte Gelegenheit für sie. Sie wären hauptsächlich auf ihrem Zimmer und irgendwann würde er schon ihren Reizen unterliegen. Und dann könnte sie ihn vielleicht sogar so sehr beanspruchen oder verführen, eventuell auch beides, wenn sie Glück hatte und den richtigen Nerv bei ihm traf, dass sie heimlich würde fliehen können. Sofern sich die Situation zu ihren Ungunsten entwickelte.
Das war allerdings noch ein wenig fern von der Gegenwart. In dieser fühlte sie sich wieder wohler, denn sie verließen endlich die Kaserne.
Diesmal ging sie erhobenen Hauptes durch die Straßen und fühlte sich weitaus besser als noch vor einiger Zeit.
Inzwischen war die Sonne untergegangen und es waren kaum noch Leute um sie herum.
Manche Fenster zeugten davon, dass manche schon schlafen gegangen waren.
So stellte sich ihnen niemand in den Weg oder pöbelte Janay irgendwie an, was ihr sehr recht war.
Als das Wirtshaus in Sicht kam, beschleunigte sie wie von selbst ihre Schritte.
Es brannte dort ebenfalls nicht sehr viel Licht, jedoch genügend, um einen Teil des Marktplatzes davor zu erhellen.


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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Samstag 25. Oktober 2008, 22:35

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Die Wachen entspannten sich mit deutlichem Ausatmen, als die Tore der Kaserne sich hinter ihnen schlossen. Umgehend lockerte sich ihr Ring, wurden Kragen mit klammen Fingern geweitet, Waffen mit neuem Elan geschultert. Nur der Offizier lief unbeirrt im plötzlich deutlich strafferen Tempo weiter.

Gregorian schnaufte ebenfalls deutlich erleichtert auf. Kurz glitten seine Finger in einem kleinen beruhigenden Streicheln über Janays Arm, wobei sein Blick jedoch betont nach vorne gerichtet war. Nur ein schiefes Lächeln verriet ihn.

Schweigend hob der Offizier eine Hand, als sie vor dem selben Zimmer hielten, in dem Janay schon zuvor verhört worden war. Wie ein Mann stoppten die Wachen. Ohne ein Wort an sie zu richten, verschwand der Offizier in dem Zimmer. Kam jedoch schon nach einer kurzen Weile wieder heraus, den Blick wenn möglich noch grimmiger, ja beinahe tödlich auf Janay gerichtet. Stumm deutete er ihr mit einem zornigen Nicken des Kinnes an, in das Zimmer zu treten. Dann wandte er sich mit wütendem Blick an seine Männer. „Abtreten! Aber flott!“ In eisiger Wut heftete sich sein Blick auf Gregorian, der daraufhin mit einem nervösen Schlucken Janays Arm losließ und sich straffte. „Ihr kommt mit mir!“ Mit verzogenem Gesicht knallte er die Tür hinter Janay zu. Kurz darauf hörte man seine derben Schritte davon eilen. Gefolgt von deutlich nervösen Schritten.

Janay gegenüber saß Offizier Lúr’on, der sie schon zuvor verhört hatte. Entgegen seines Vorgängers wirkte er entspannt, beinahe freundlich. Knapp nickte er Janay zu. „Setzt euch.“ Er deutete auf einen Stuhl, welcher ihm gegenüber frei im Raum stand. Dann lehnte er sich zurück, legte einen Arm locker über die Stuhllehne, während der andere entspannt auf dem Tisch ruhte. Scharf musterte er Janays Gesicht.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Samstag 25. Oktober 2008, 23:05

Ihr Gesicht verschloss sich immer mehr.
Gedanklich malte sie sich schon aus, wie sie diesem Offizier, der nun auch noch fast für mehrmaligen Stillstand sorgte, den Hals genüsslich umdrehte. Oder nein, sie hatte eine bessere Idee: Sie machte ihn derart scharf und ließ ihn dann stehen, zeigte ihm, dass er ihr zuwider war und er sie niemals bekommen würde. Das würde an seinem Selbstbewusstsein derart stark kratzen, dass es die perfekte Rache sein würde.
Allerdings würde das eher Wunschdenken bleiben, denn sie glaubte kaum, dass sie jemals in einer derartige Situation mit diesem Widerling kommen würde.
Jedoch schien sie nicht die Einzige zu sein, die sich an seinem Verhalten störte. Die Männer um sie herum wurden unruhig, vor allem Gregorian.
Sie konnte seinen Schweiß riechen.
Die Worte der Umstehenden aber gingen an ihr ungehört vorüber.
So etwas war sie gewohnt und sie konnte sich ein stilles, wissendes, beinahe schon amüsiertes Grinsen nicht verkneifen.
Sie hatte noch einen Trumpf in der Hand, mit der sie die Menge noch weiter aufheizen konnte. Dafür müsste Janay lediglich ihre Haare zurück streichen, sodass ihre spitzen Ohren sichtbar werden würden.
Ihre innere Ruhe und die daraus resultierende Kälte waren wahrlich eine Wohltat für sie.
Durch diesen Rückhalt ihrer Nerven schenkte sie der Menge den ein oder anderen arroganten Blick und ein ebensolches, feines Grinsen.
Einige Männer senkten hastig ihre Augen, ehe sie sich treffen konnten, denn gerade solche, die am lautesten schrien, waren am Ende diejenigen, die zu ihren Kunden zählen wollten.
Die Frauen hingegen keiften, größtenteils eifersüchtig.
Der Ring um sie herum wurde enger, trotzdem konnte sie noch hindurch linsen.
Ein Weib, verpickelt und vernarbt im Gesicht, mit einem runden, schwabbeligen Körper, wollte sich besonders hervor tun mit ihren Schmähungen.
Das amüsierte die junge Frau regelrecht offensichtlich, sodass sie leise in sich hinein lachte.
Die Keiferin hingegen schien nicht genug davon zu kriegen und drängte sich durch die Menge, um länger dabei zu bleiben.
Da entschloss sich Janay ihr erst recht zu zeigen, was sie von dem Verhalten hielt. Sie drehte sich in die Richtung des Weibs und warf ihr breit grinsend eine Kusshand zu.
Das entsetzte die andere so stark, dass sie die Augen weit aufriss und einen wirklich lustigen Anblick bot.
Da konnte die junge Frau nicht mehr anders, sie musste hörbar lachen, dass es fast schon verwunderlich war, dass sie von dem Offizier nicht bemerkt wurde.
Und dann schluckte sie die Kaserne, was ihre Fröhlichkeit mit einem Mal aus ihrem Gesicht verbannte. Trotzdem blieb sie ruhig und innerlich gelassen.
Niemand konnte ihr etwas anhaben, sie hatte nichts Verbrecherisches getan, Punkt!
Die Männer um sie herum entspannten sich merklich und lockerten ihre Position um sie herum, sodass auch sie ein wenig befreiter durchatmen konnte.
Innerlich musste sie grinsen, als sie bemerkte, dass Gregorian weitaus stärker zu leiden schien als sie. Dennoch war sie ihm dankbar für seine Nähe, auch weiterhin.
Vor dem Zimmer, in dem sie schon einmal den Alptraum erlebt hatte und an das sie eindeutig keine guten Erinnerungen hatte, blieben sie stehen.
Das Herz schlug ihr nun doch wieder etwas schneller, aber noch ließ sie sich davon nicht einschüchtern. So war und blieb ihr Kopf stolz erhoben.
Mit erstaunlicher Gelassenheit erwiderte sie den Blick des Offiziers, als sich dieser nach einem kurzen Verschwinden in den Raum in den ihren zu bohren schien.
Es beeindruckte sie nicht.
Viel mehr traf sie die Tatsache, dass die Männer alle zu gehen hatten, auch Gregorian.
Für einen Moment war sie versucht, ihn automatisch fest zu halten, jedoch durfte sie ihm keinen Ärger einhandeln. Also ließ sie ihn gehen und versuchte, ihm einen letzten, zuversichtlichen Augenaufschlag zu schenken.
Danach drehte sie sich abrupt dem Offizier zu und störte sich auch nicht daran, dass er sie schroff in das Zimmer bugsierte.
Darin wartete ein anderer Offizier, derjenige, der sie am gestrigen Tag verhört hatte.
Als er ihr zunickte, erwiderte sie seinen Gruß auf die selbe Art und gehorchte ihm sofort, ohne eilig zu wirken. Stattdessen zeugte ihr Gesicht davon, dass sie den Ernst der Lage durchaus begriffen hatte, allerdings weiterhin bereit war, ihre Unschuld zu bezeugen.
Trotzdem bemühte sie sich um Höflichkeit und Respekt diesem Mann gegenüber, indem sie sich artig, nicht zu laut und nicht zu leise, für die <i>Einladung</i> zum Sitzen bedankte.
Durch nichts wollte sie sich aus der Ruhe bringen lassen, schon gar nicht, dass sie die Anwesenheit ihrer Begleitung nicht gerade erwünschte.
Damit er sie nicht ablenken oder gar verunsichern konnte, konzentrierte sie sich auf ihr direktes Gegenüber und sah ihm abwartend in die Augen.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Samstag 25. Oktober 2008, 23:28

Lange lag der Blick ihres Richters düster und nachdenklich auf ihr. Als versuche er hinter ihr ruhige Fassade zu schauen. Nur einen Wimpernschlag lang blitzten Mitgefühl und Wohlwollen in seinen Augen auf, als sie sich sofort mit einem leisen Dank setzte. Und doch zog sich sein Schweigen scheinbar endlos in die Länge. Ließ die immer wieder vorbeieilenden Schritte vor der Tür, die Schreie –sowohl wütende als auch panische- aus anderen Zimmern noch deutlicher hervortreten.

Als der Offizier endlich sprach, war seine Stimme ebenso knapp, präzise und emotionslos wie schon zuvor. „Wir haben eure Aussagen überprüft. Anscheinend stimmen sie. Außerdem stärken neue Hinweise den Verdacht auf einen Dritten.“ Nachdenklich glitt sein Blick über die Angeklagte.
Er verschwieg wohlweißlich, dass es wegen ihr eine lange, ausmerzende Diskussion gegeben hatte. Viele wollten die kleine Frau vor ihm offensichtlich unbedingt aufgrund ihres Berufsstandes am Galgen sehen. Nun er selber mochte diesen auch nicht gutheißen, war aber immer noch der Auffassung, dass Unschuldige frei sein sollten. Sein Blick verengte sich bei der Erinnerung an die düsteren Worte, die gefallen waren.
Schließlich räusperte er sich und sah Janay ernst an. „Ich spreche euch hiermit frei.“ Bevor sie auch nur ein Wort hätte sagen können, hob er die Hand, um sie an eben diesem einem eventuellen Wort zu hindern. „Ihr werdet jedoch des Landes verwiesen. Ihr habt 14 Tage, um die Grenze zu passieren. Andernfalls werdet ihr für vogelfrei erklärt.“

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Samstag 25. Oktober 2008, 23:57

Die Stille um sie herum zerrte an ihren Nerven, so sehr sie sich auch um Gelassenheit bemühte. Es war schwer, ruhig sitzen zu bleiben und nicht herum zu rutschen, oder gar etwas anderes zu tun, damit der Offizier endlich sprach.
Hinzu kam die Geräuschkulisse, an der sich der zweite Mann bestimmt weidete.
Aber sie würde ihm die Genugtuung nicht gönnen und ihm zeigen, wie es in ihr aussah. Niemand würde das zu sehen bekommen, schon gar nicht an diesem Ort.
Selbst Gregorian nicht, wobei sie leise hoffte, ihn noch einmal sehen zu können. Er verdiente ihre Dankbarkeit aus vollem Herzen.
Dann endlich machte ihr Gegenüber den Mund auf und begann mit seinem kurzen Vortrag. Schon sein zweiter Satz ließ sie innerlich aufatmen, während sie sich weiterhin um ihre Fassade bemühte.
Nur nicht anmerken lassen, dass sie erleichtert war! Das hämmerte sie sich ein, während sie zuhörte.
Diese Gefühl der Freude verschwand allerdings, als sich sein Blick plötzlich verengte.
Es fiel ihr schwer, lediglich die Zähne aufeinander zu pressen und nicht auch noch die Lippen, was man deutlicher gesehen hätte.
Warum konnte der Typ nicht einfach sagen, was jetzt das Urteil über sie war, sondern musste sie zuerst mit Worten einlullen und dann mit seiner Mimik erschrecken?!
Sein Räuspern klang endgültig, als würde er sie nicht länger zappeln lassen.
Und dann sagte er das, was sie sich so sehnlichst erhofft und es trotzdem nicht zu erwarten gewagt hatte. Sie war frei und somit für unschuldig befunden!
Da war es ihr egal, ob sie des Landes verwiesen wurde oder nicht, hier hielt sie ohnehin nichts mehr. Und Arbeit konnte sie überall sonst noch finden!
Darum lächelte sie nun auch, während sie nickte. "Damit kann ich gut leben, Herr. Werde ich zurück zum Wirtshaus begleitet? Ich fürchte, die Menge würde es nicht gutheißen, mich alleine und unbeschützt gehen zu sehen, dafür wurde gesorgt."
Sie gönnte dem anderen Offizier keinen Blick, um ihm nicht den Triumph zu zeigen, der sich in ihr ausbreitete.
<b>Er</b> hatte sie für schuldig gehalten und schon am Galgen hängen gesehen. Jetzt musste er erleben, wie sie genau das Gegenteil erhielt: die Freiheit!
Um sich nicht doch noch zu verraten, lächelte sie weiterhin höflich und gleichzeitig freundlich, als sie fort fuhr:"Der Soldat, der die zweite Hälfte der Nacht bei mir gewacht hat, wäre dafür bestimmt geeignet. Sofern Ihr mir diesen Wunsch gestattet, denn ich möchte vor meiner Abreise meine Sachen zusammen packen können."
Ihr Blick war unschuldig und sie erweckte den Eindruck größter Ehrlichkeit, ohne Hintergedanken, obwohl sie diesen durchaus hatte.
Die junge Frau glaubte nicht daran, dass sie ganze zwei Wochen bis zur Grenze benötigen würde, also konnte sie sich zumindest diesen Vormittag noch die Ruhe gönnen, um ihre Dankbarkeit zu zeigen.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Sonntag 26. Oktober 2008, 16:05

Ernst und mit regungsloser Miene hatte der Offizier ihre Reaktion beobachtet. Als sie wie lösgelöst lächelte, nickte er fast unmerklich. Erleichtert diesen leidigen Fall endlich abschließen zu können –jedenfalls, was diese junge Dame anging-, räumte er die Papiere vor sich zusammen. Schon mit den Gedanken beim weiteren Vorgehen in diesem doch recht mysteriösen Fall, nickte er leicht abwesend auf Janays erste Worte.

Als Janay jedoch weitersprach, hob es den Kopf und ein finsterer Blick traf die Dunkelelfe. „Mit dem Freispruch entfallt ihr unserer Zuständigkeit.“ Er richtete sich mit dem ordentlichen Stapel Papiere in der Hand auf. „Somit ist euer Rückweg nebst seiner Sicherheit nicht mein Problem.“ Mit einem knappen Nicken marschierte er zur Tür und hielt sie Janay auf. Offensichtlich konnte er es nicht erwarten, sie loszuwerden. „Die Wache wird im Dienst sein.“ Seine Augen verengten sich erneut, als er seine ehemalige Verdächtige scharf musterte. „Packen werdet ihr ja wohl alleine können.“ Ungeduldig wedelte er mit der Hand, deutete ihr an, den Raum und die Kaserne endlich zu verlassen.

Auf dem Gang war nun erstaunlich wenig los. Nur vereinzelt erklangen Schritte, welche schnell vorbeieilten. Auch die Schreie waren seltener zu vernehmen, dafür umso gequälter oder derber. Je nachdem, welche Seite der Anklage sie ausstieß.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Sonntag 26. Oktober 2008, 18:25

Dass der Offizier anfangs nickte, gab der jungen Frau die Hoffnung, tatsächlich ein Geleit zu bekommen.
Dann allerdings machte er dieses Gefühl derart zunichte, dass es ihr sogar schwer fiel, das Lächeln nicht vollkommen erstarren zu lassen.
Verflucht noch mal, begriff der denn nicht, dass einer von <b>seinen</b> Leuten überhaupt erst die Aufmerksamkeit des Mobs auf sie gelengt und sie öffentlich als schuldig hingestellt hatte, was eine Gefahr in sich barg?! So sehr sie vorhin auch noch eher spöttisch den Gaffern gegenüber getreten war, das konnte sie sich nun nicht mehr erlauben, wenn sie keinen Schutz hatte.
Man würde sie höchstwahrscheinlich lynchen! Selbst dann, wenn sie ihnen stolz und frei entgegen trat.
Trotzdem musste sie hinaus, das machte ihr der Kerl deutlich, indem er ihr die Tür öffnete und entsprechend auffordernd entgegen blickte, sogar schließlich mit der Hand winkte.
Es lag Janay auf der Zunge, ihn noch einmal auf das Verhalten des anderen Offiziers hinzuweisen. Doch es war wohl besser, es nicht zu tun, um nicht trotz allem wieder für verdächtig befunden zu werden.
Also musste sie sich nur noch Gedanken darum machen, wie sie Gregorian eine Nachricht zukommen lassen konnte, dass er sie rechtzeitig besuchen kommen sollte.
Sie unterdrückte ein Seufzen und stand gemächlich auf. So ganz konnte sie es nicht ungerächt lassen, dass der Mann sie auf diese Art behandelte.
Absichtlich bewegte sie sich nur langsam voran, als könnte sie ihr Glück noch gar nicht fassen und würde seine Ungeduld nicht bemerken.
Draußen erwartete sie niemand und auch schien es ihr, als hätte sich die Geräuschkulisse verringert, seitdem sie ihren Freispruch gehört hatte.
Gregorian war nicht in der Nähe, zu ihrem großen Bedauern, und so blieb in ihr weiterhin die Frage, wie sie ihn kontaktieren konnte.
Der Offizier, der sich nun hinter ihr befand und die Türe endlich schließen konnte, würde ihr in der Hinsicht nicht weiter helfen. Was war also zu tun?
Sie musste sich rasch was einfallen lassen, denn sie befürchtete, dass sie, sollte sie einmal die Kaserne verlassen haben, überhaupt keine Chance, so gering sie auch sein mochte, mehr haben würde, ihn zu benachrichtigen.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Sonntag 26. Oktober 2008, 20:30

Als Janay sich betont langsam zur Tür begab, verdrehte der Offizier mit einem unwilligen Grollen die Augen. Doch als sein Blick danach gen Boden glitt, umspielte seine Mundwinkel ein belustigtes Lächeln. Energisch zog er die Tür ins Schloss und verriegelte sie, wobei er leise über Frauen und ihre Logik schimpfte. Mit ruhigem Gesicht, aber entnervtem Blick drehte er sich Janay zu. Gleichzeitig hob er einen Arm und gab ein kurzes Handzeichen. Prompt tauchten zwei Wachen neben der jungen Frau auf. „Bringt sie umgehend zu den Toren.“ Scharf sah er Janay an. „Und schließt sie hinter ihr.“ Damit drehte er sich um und stapfte davon.

Die beiden Wachen glichen in Uniform und Bewaffnung Gregorians Ausrüstung. Doch waren beide von ausnehmend hohen Wuchs, welcher noch durch ihre breiten Schultern und die muskulösen Arme betont wurde. Während der eine dunklere Haut hatte, sowie schwarze Haare und Augen, war der andere hellhäutig mit blonden Haaren und blauen Augen. Beide jedoch zeigten einen grimmig, entschlossenen Gesichtsausdruck. Was eigentlich schade war, denn sonst wären beide bestimmt ziemlich gutaussehend zu nennen gewesen.

Mit einem tiefen Seufzen bedeutete der Blonde Janay, ihnen zu folgen. Beide blickten sie weder direkt an, noch schienen sie sonst wie geneigt, ihr Aufmerksamkeit zu schenken. Schweigend geleiteten sie die junge Frau durch die Gänge in Richtung Tor.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Montag 27. Oktober 2008, 15:03

Dass der Offizier die Augen verdrehte, war genau das, was sie hatte bewirken wollen.
Innerlich grinste sie in sich hinein. Wenigstens das hatte sie erfolgreich ausführen können.
Dafür jedoch erschrak sie leicht, wenngleich auch nicht sichtlich, als zwei Männer der Stadtwache geholt wurden und sie umrahmte. Damit hätte sie eigentlich rechnen können, obwohl sie es nicht ernsthaft geglaubt hatte.
Vor allem nicht, dass hinter ihr die Tore geschlossen werden sollten, so nach dem Motto: Du bist frei und jetzt hau ab!
Zu ihrer Erleichterung wandte sich der Offizier daraufhin von ihr ab und ließ sie mit den beiden Männern alleine, sodass er ihren Blick nicht mehr aufschnappen konnte.
Diese Zwei waren beinahe ein wenig Angst einflößend, denn sie überragten Janay um einiges, was bei ihrer Größe allerdings nichts Neues für sie war.
Auch wenn der Dunkelhaarige durch diese Farbe von vornherein noch weniger zugänglich wirkte als sein Kamerad, wollte sie sich gerade deswegen an ihn wenden. Da sie irgendwie glaubte, dass diese Auswahl mit Absicht getroffen wurde, vielleicht, um sie dazu zu verführen, den Falschen anzusprechen.
Doch noch konnte sie nichts tun, hatte keine Gelegenheit dazu, den Dunklen heimlich anzureden, ohne dass auch der Blonde es gehört hätte.
Dadurch folgte sie vorläufig gehorsam den Weg, den sie entlang geführt wurde. Kaum jemand begegnete ihnen und wenn einmal ein Mann auftauchte, beachtete er die kleine Gruppe nicht.
Sie versuchte zu erkennen, ob sich Gregorian ihr zufällig nähern würde, sobald sie um eine Ecke bogen, oder nicht. Letzteres traf leider auch weiterhin zu, sodass sie sich schon darum bemühte, die richtigen Worte für ihr Anliegen sich zurecht zu legen.
Inzwischen war ihr der Weg bekannter, als ihr lieb war, und so konnte sich die junge Frau ausrechnen, wie lange es noch dauern würde, bis sich die Tore hinter ihr schließen würden.
Da vorne war die letzte Biegung des Ganges, die sie fast schon zu rasch erreichten.
Sie trat um die Ecke und blickte auf, in der Hoffnung, trotz allem jetzt, kurz vor dem Ende, Gregorian zu sehen.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Montag 27. Oktober 2008, 18:00

In der Tat erblickte Janay ein bekanntes Gesicht, als sie um die Ecke bogen. Doch war es nicht jenes, welches sie sich erhofft hatte. Im Gegenteil, auf dieses hätte sie wahrscheinlich gerne verzichtet. Vor ihr stand Jeremias, ihre erste Wache. Der Soldat erblickte sie sofort und schlenderte zu ihnen heran, wobei sich sein Gesicht vor Wut leicht verzerrte. „Hast du dich aus der Schlinge ziehen können, kleine Hure.“ Er spuckte angewidert aus. Als würde allein das Wort einen schlechten Geschmack hinterlassen. „Aber das wird dich auch nicht retten. Die Stadt weiß, was für eine du bist.“ Schadenfreude blitzte in seinen Augen auf. „Viel Spaß auf dem Heimweg.“

Dann richtete er sich auf und blickte den Blonden an. „Die Meute wartet schon vor den Toren. Da wäre der Galgen vielleicht sogar gnädiger gewesen.“ Dröhnend lachte er auf. Die beiden neuen Wachen schienen seine Belustigung nicht zu teilen. Ihrer beider Mienen verdüsterte sich allenfalls. Doch zeigten sie auch keinerlei Mitgefühl für Janay und ihren schweren Weg. Es schien allein die Verzögerung zu sein, die sie verärgerte. Knapp nickte der Dunkle Jeremias zu und griff dann nach Janays Arm, energisch, aber erstaunlich sanft. Grummelnd sah der Blonde an Jeremias vorbei zum Tor. Beide schienen kurz davor zu sein, die junge Frau mit Gewalt weiterzuschleifen, um endlich das Tor hinter schließen zu können.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Mittwoch 29. Oktober 2008, 18:13

Innerlich verfluchte Janay diesen Tag. So positiv es auch war, dass sie endlich frei gesprochen wurde, desto lieber hätte sie sich diese Begegnung erspart.
Sein Gesicht sprach Bände, was er von dem Urteil hielt. Seine Worte hingegen zeugten davon, dass ihre Bemühungen, ihn ein wenig an Toleranz zu erinnern, vollkommen erfolglos gewesen war.
Allerdings wollte und konnte sie sich nicht zurück halten. Während er vor ihr ausspuckte, verdrehte sie genervt die Augen.
Dieser Typ war einfach unbelehrbar.
Trotzdem ließen seine Bemerkungen einen bitteren Nachgeschmack in ihr über. Ja, die Menge war angeheizt worden von einem idiotischen Offizier, der eindeutig die Grundsätze der Gerechtigkeit vergessen hatte, jedoch musste das noch nichts heißen. Sie würde es schon irgendwie schaffen, dem Schlimmsten zu entgehen.
Auch wenn sie jetzt noch keine Ahnung hatte, wie sie das bewerkstelligen sollte. Nur war sie bereits öfters in prekären Situationen gesteckt und hatte immer einen Ausweg gefunden. Genauso würde es auch dieses Mal sein.
Sein Lachen holte sie aus ihren Überlegungen zurück.
Eine Erwiderung sparte sie sich, sie hätte ohnehin nichts gebracht. Außerdem wurde sie vorwärts bugsiert, was sie innerlich aufatmen ließ.
Anscheinend waren nicht alle Männer hier vollkommene Idioten, obwohl sie dennoch nicht freundlich drein sahen.
Sie befand sich dem Dunkelhaarigen sehr nahe, was sie trotz der Begegnung mit dem Kotzbrocken als positive Fügung ansah. Das verschaffte ihr die Gelegenheit, die sie brauchte.
Zeit für lange Erklärungen war nicht. "Richtet Gregorian bitte aus, ich warte im Wirtshaus auf ihn. Es ist wichtig!", wisperte sie und bemühte sich, dabei nicht so zu wirken und die Lippen nicht mehr als nötig zu bewegen.
Es durfte auf keinen Fall auffallen und sie hoffte stark, dass der Dunkle sie nicht verriet.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Stadtwache » Donnerstag 30. Oktober 2008, 13:31

In der Tat hatten ihre beiden jetzigen Bewacher offensichtlich von ihrem Kumpan genug und zogen sie weiter. Den Blick fest auf das Tor gerichtet. Der Blonde stieß eine leise Verwünschung aus, als Jeremias den Ansatz macht, ihnen zu folgen und drehte sich dann mit einem wahrlich unheilverkündenden Blick um. „Sie wurde für unschuldig erklärt, also lass es gut sein, du Spatzenhirn!“ Grollend rauschte er an dem Dunklen und Janay vorbei und riss das Tor förmlich auf, wobei er noch ein tödlichen Blick gen Jeremias absandte. Worauf jener sich endlich knurrend verzog.

Der Dunkle hatte mit keinem Wimpernzucken verraten, ob er die Worte der kleinen Dunkelelfe gehört hatte, noch ob er ihr Folge leisten würde. Stumm und mit grimmigen Blick zog er sie weiter. Schirmte sie jedoch gleichzeitig mit seinem Körper vor weiteren giftigen Blicken der unwillkommenen dritten Wache ab. Erleichtert seufzte er leise auf, als er endlich mit ihr das Tor errecht hatte, vor dem sich wirklich eine schimpfende und aufgeheizte Menge versammelt hatte und lautstark eine grausamen Bestrafung für die Dunkelelfe forderte. In dem Moment, wo sein Kumpan die Tür aufgerissen hatte, verstummte die Meute allerdings. Aller Augen richteten sich auf Janay. Noch immer schweigend stieß der Dunkle sie hinaus und griff nach der Tür. Kurz sah er zweifelnd von der Menge zu Janay, dann nickte er jener mit einem beruhigenden Blick kurz zu und schloss energisch die Tür. Würde er die Nachricht weiterleiten?

Doch das dürfte wahrscheinlich vorerst Janay letzte Sorge sein. Denn nun befand sie sich praktisch umzingelt von Menschen, die ihr offensichtlich nicht wohl gesonnen waren. Noch schwiegen sie, einige bereits mit faulem Obst und Eiern in der Hand. Als warten sie auf eine unbedachte Geste oder Äußerung der jungen Frau.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Freitag 31. Oktober 2008, 16:05

Obwohl das Tor immer näher kam, konnte sich Janay ein kleines Kichern nicht verkneifen, bei dem <i>netten</i> Spitznamen, den der Störenfried erhielt. Das gönnte sie ihm und hoffte, dass er auch kapierte, dass es der Wahrheit entsprach.
Allerdings würde sie diese Einsicht wohl kaum noch erleben, was sie höchstwahrscheinlich um ein gewisses Vergnügen brachte. Nun ja, war aber bestimmt besser so, wenn sie diesen Kerl niemals wieder sehen musste.
Vor ihr wurde das Tor aufgezogen.
Noch immer hatte der Dunkle nicht auf sie reagiert, weder positiv, noch negativ. Einerseits ärgerte es sie, denn so wusste sie nicht, auf was sie hoffen konnte. Doch andererseits wiederum gab es ihr erst recht die Hoffnung, dass er ihr diesen Gefallen tun würde.
Vor sich konnte die junge Frau den aufgeheizten Mob sehen, der sich nur zu gerne mit Genuss und Schadenfreude ihre Hinrichtung angesehen hatte.
Tja, Pech gehabt, dieses Vergnügen mussten sie entbehren!
Dennoch fühlte sie sich unwohl in ihrer Haut, beschlich sie die gerechtfertigte Furcht, dass ihr gleich etwas geschehen, dass sie gelyncht werden könnte, sobald sich das Tor hinter ihr geschlossen hatte.
Nichts anmerken, bei allen Mächten und Göttern Celcias, sie durfte sich nichts davon anmerken lassen!
So straffte Janay erst recht ihre Schultern, drückte den Rücken durch und legte ein feines, zufriedenes, selbstsicheres Grinsen auf. Den Blick hielt sie fest nach vorne gerichtet und bemühte sich darum, sich von nichts ihre Unsicherheit in den Augen anmerken zu lassen.
Niemand durfte ihre Gedanken auch nur erahnen können!
Sie fühlte den Druck in ihrem Rücken und musste nach vorne treten, wollte sie nicht deutlich werden lassen, dass sie einen leichten Stoß erhalten hatte, raus komplimentiert wurde.
Den Kopf drehte sie nur leicht, um den Eindruck zu erwecken, als ob sie lediglich noch auf einen Abschiedsgruß wartete.
So konnte sie aus den Augenwinkeln das knappe Nicken des Dunklen erkennen.
Innerlich hielt sie die Luft an.
Was meinte er damit? War es lediglich ein Abschied, wie vorgetäuscht, oder würde er Gregorian die Nachricht überbringen?
Wie auch immer, jetzt musste sie sich erst einmal dem Mob stellen.
Langsam, mit bewusst aufrechter Haltung begann sie damit, sich vom geschlossenen Tor zu entfernen. Mit mehr gezeigten Mut, als sie in Wahrheit empfand, trat sie auf das Weib zu, das vorhin besonders gekeift und das sie mit einem Handkuss derart geschockt hatte. Sie wollte damit soweit beeindrucken, dass der Mob seine Vernunft zurück gewann.
Ein entwaffnendes Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie mit bewusster Deutlichkeit auf das faule Obst in den Händen ihres Gegenüber blickte und nach einigen Sekunden erneut in deren Gesicht.
"Tut mir leid, aber das habt ihr wohl umsonst geholt. Meine Unschuld gilt als erwiesen!", sprach sie so laut aus, dass der Großteil es hören konnte.
Nach einem langen, unverhohlenen Blick in die Augen des Weibs, welches ihn nicht erwidern konnte, wandte sie sich um und begann mit dem Weg zurück zum Gasthaus.
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Re: Schuldig?

Beitrag von Erzähler » Freitag 31. Oktober 2008, 17:43

Die Menge hielt deutlich den Atem an, als Janay in absolut selbstsicherer Haltung, beinahe schon arrogant, durch sie schritt und vor der Frau stehen blieb. Nur die Wenigsten schienen ihr entwaffnendes Lächeln zu bemerken. Denn nur Wenige senkten ihre Hände mit den mitgebrachten, miefenden Geschossen und lauschten nun ruhig und entspannt. Die meisten jedoch verengten die Augen misstrauisch, als die junge Frau ihre Stimme erhob. Laut und deutlich klangen ihre Worte über die Menschenmasse. Hinterließen einen Moment lang eine beinahe schon unheimliche Ruhe. Gerade genug Ruhe, um Janay sich einige Meter entfernen zu lassen.

Doch dann erhob sich der Sturm. Die Frau, vor welche Janay eben noch gestanden hatte, drehte sich um und schmiss mit einem erstaunlich gezielten Wurf ihren gammligen Kohlkopf nach Janay. „Mörderin!“ Als wäre nun die Hemmschwelle überwunden, flogen plötzlich unzählige stinkende und schmierige Geschosse in Richtung der jungen Dunkelelfe. „Bestimmt hat sie sich ihre Freiheit erschlafen!“ „Glaubt der Lügnerin kein Wort!“ „Wir sind nicht so blind, wie diese Soldaten!“ „Willst du mit uns allen schlafen, elende Hure?“ Waren die ersten Anschuldigungen noch lautes Getuschel, so wurden sie bald zu dröhnenden Rufen, die nur so durch die Strasse schalten. Da setzten sich auch schon die ersten Bürger in Bewegung, um Janay einer wesentlich gerechteren Strafe zuzuführen.

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Re: Schuldig?

Beitrag von Janay » Freitag 31. Oktober 2008, 19:09

Janay hatte schon die Hoffnung, dass ihr Auftritt tatsächlich Wirkung gezeigt hatte. So lange, bis sie etwas im Rücken traf, das der endgültige Anstoß zum Angriff für den Mob gewesen war.
Ihre Fäuste ballten sich wie von alleine, ihr Gesicht verdunkelte sich.
Knurrend und trotzdem lediglich für ihre eigenen Ohren bestimmt, fluchte sie in ihrer Muttersprache:<span style="color:1A365E;">"Verfluchtes Weibsbild! Elendiges, feiges Pack! Möge Manthala euch alle mit eurem verfaulten Zeugs vollstopfen!"</span> In dieser Situation war es ein typisches Merkmal von ihr, dass sie ausgerechnet jetzt daran dachte, welche Gottheit sie eigentlich anbeten sollte aufgrund ihrer Rasse.
Zu mehr reichte es jedoch nicht mehr. Sie musste hier weg, so rasch als möglich, ehe die Menge sie in ihre Finger bekommen würde.
Also beschleunigte sie ihre Schritte und bemühte sich, dem Schlimmsten auszuweichen.
Hände schlug sie teilweise sogar weg und überlegte sich schon, ob ihr der Dolch helfen könnte. Wohl kaum, da war Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefragt, nicht Blutvergießen.
Dieser verfluchte Offizier, alle beide! Der erste, der die Leute erst aufgehetzt, und der zweite, der ihr den nötigen Schutz verwehrt hatte!
Die junge Frau hörte nicht auf die ganzen Schmähungen und Beschimpfungen, es war nichts Neues für sie.
Wichtiger war, ein Schlupfloch zu finden. Diese Chance sah sie in einer dunklen Gasse, die nicht zwischen den Häusern verschwand und höchstens zwei oder drei Leuten nebeneinander Platz bot. Auch führte sie um eine Ecke.
Durch reines Glück gelang es ihr, sich durch die Menge, die sich an dieser Stelle noch nicht wirklich für eine Seite entschlossen hatte und sie somit nicht aufhielt, zu drängen.
Im Schatten der Gasse verschwand sie, bog hastig um die Ecke und konnte erkennen, dass Manthala ihr scheinbar wohlgesonnen war.
Zwar stand sie vor einer Mauer, doch diese war ziemlich rauh und bot ihr genügend Gelegenheiten, um die Vorsprünge zu greifen und hinauf zu klettern. Etwas schürfte die Mauer an ihrer Haut, vielleicht sogar so tief, dass sie bluten würde, aber das war jetzt unbedeutend.
Sie hatte den Rand erreicht und schwang sich drüber, in dem Moment, in dem das verfluchte Weib um die Ecke bog. Höchstwahrscheinlich war die junge Frau nicht mehr gesehen worden.
Trotzdem gönnte sie sich keine Ruhe und nahm weiterhin im Schatten der Gassen ihre Zuflucht.
Zu ihrem weiteren Glück führten viele davon in Richtung Marktplatz, sodass ihr die Flucht tatsächlich gelang.


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Re: Schuldig?

Beitrag von Erzähler » Dienstag 13. November 2012, 12:29

Areana kommt von: Ein neuer Wind…

Auf dem Marktplatz hatte ihnen kaum jemand Beachtung geschenkt, denn es war viel zu voll und lebendig dort, dass jeder sehen musste, wie er zurecht kam, ohne Probleme zu bekommen oder bestohlen zu werden. Sofern Mütter nicht zusätzlich die Belastung von kleinen, aufgeweckten Kindern hatten, die schnell verschwinden wollten.
Erst, als sie diesen Trubel verließen und ihnen Passanten lediglich entgegen kamen, warfen sie erstaunte Blicke auf jene junge Frau, die von einem Wachsoldaten begleitet wurde. Was mochte diese Eskorte bedeuten? Hatte sie etwas angestellt? War sie ein Opfer geworden? Ging es um ihre Sicherheit und wenn ja, warum? Alles Fragen, die einem bei diesem Anblick kamen und die getuschelt auch gestellt wurden, allerdings immer nur den Begleitern. Die Blicke verfolgten die Beiden, doch es wagte niemand, laut auszusprechen, was die Personen interessierte.
Schließlich nach einigen Minuten gelangten sie zu der Kaserne. Der Wachmann war bekannt und so musste er sich nur flüchtig mit seinem Namen bei dem Aufpasser am Tor melden, ehe er eingelassen wurde.
Über einen Innenhof, der lediglich einen kleinen Ausschnitt des Übungs- und Versammlungsplatzes darstellte, gelangten sie rechter Hand zu einer niedrigen Hütte aus Stein, in welcher es mehrere Räume gab. Dorthin führte er die junge Frau und brachte sie in das mittlere der drei Zimmer links des Ganges.
„Bitte, setzt Euch, werte Dame. Ich komme gleich wieder.“ Damit schloss er hinter sich die Tür und ließ sie allein, um nachzusehen und sich zu informieren, ob der Kerl erschienen war, wie er es ihm gesagt hatte.
Während Areana einen ausreichenden Blick auf die spartanische Einrichtung des Raumes werfen konnte. Ein Holztisch mit zwei Stühlen in der Mitte, ohne Schmuck oder sonstiges Accessoire.
In der linken, hinteren Ecke ein Beistelltischchen mit einem Tonkrug sowie einer Schüssel und einem Becher, beide aus Holz, davor, falls sich jemand waschen oder etwas trinken wollte. Zumindest, wenn Wasser in dem Krug gewesen wäre.
Lichtquelle gab es vorerst keine außer das hoch angelegte, schmale Fenster, das deutlich den Staub erkennen ließ, der sich in diesen vier Wänden befand. Na, hoffentlich würde die junge Frau hier nicht zu lange warten müssen!
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