Zu später Stunde im Tempel

Im Tempel treffen sich die Menschen zum Gebet. Jorsan achtet ein Gleichgewicht zwischen den Göttern, weshalb jeden Tag ein anderer Gott in stetigem Wechsel von einem der Priester angepriesen wird.
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Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 18. Oktober 2016, 15:39

(Darna und Delilah kommen von: Menschen, Waren und täglich neue Eindrücke)

Kurz bevor sie den Tempel erreichten begann sich Leon von Darna zu lösen und übergab sie in Delilahs kundige Hände. Die junge Lichtmagi stellte schon bei der ersten Berührung fest, dass Darna an Unterkühlung litt. Ihre Haut war klamm und ihr Zittern rührte nicht nur von der Anstrengung her, die sie auf sich genommen hatte um sich bemerkbar zu machen. Wenigstens kämpfte ihr Körper gegen die Unterkühlung an. Was war ihr nur passiert?

Leon sprang aus dem Wagen, hielt sich kurz schwankend an der Ladeklappe fest und sagte:
„Ich geh kurz rein und suche einen Diener Florencias. Darna ...du wirst dir nicht helfen lassen, bevor die Seelenrose nicht in Sicherheit ist, oder?“
Darnas Gesichtsausdruck reichte. Er nickte, nahm den Blumentopf an sich und verschwand. Basil kletterte vom Kutschbock des Wagens und stieg zu den jungen Frauen auf die Ladefläche. Er musterte Darna und fragte leise:
„Soll ich dich rein tragen?“
Manchmal konnte er vielleicht Gedanken lesen, oder? Natürlich würde Darna schon aus lauter Neugierde wissen wollen was dort drinnen vor sich ging, aber noch stärker war ihr innerer Drang, bei der Rose zu sein. Basil lächelte. Er hatte auch so verstanden. Er kannte sie einfach am längsten von allen Anwesenden.
„Fräulein Tesséras, würdet ihr mir bitte hinten die Klappe öffnen?“
Während Delilah sicher gern der Aufforderung nachkam, hob Basil Darna leicht in seine kräftigen Arme. Dabei verrutschte die Decke ein wenig an den Füßen, aber blieb sonst geschlossen. Nur am unteren Ende konnte man nun sehen, dass Darna unter er Decke nur ein einfaches Laken trug. Basil ließ sich mit ihr von der Wagenkante rutschen und hielt sie dabei fest. Sein Gesicht war nah und sein Ohren leicht gerötet, aber er lächelte ein bisschen. Anscheinend gefiel es ihm auch einmal gebraucht zu werden und sich nützlich machen zu können. Gemeinsam gingen sie Leon hinterher, während der Wagen mit den drei Pferden draußen auf sie wartete.

Jorsas Tempel war auf Grund seiner ständig wechselnden Gottesdienste eher neutral gehalten und einzig sein Altar wurde jeden Tag neu geschmückt. Im hinterm Bereich räumten gerade Messdiener die Utensilien eines Tages ab, der vermutlich Phaun gegolten hatte. Einer der Jungen trug schaukelnd ein Geweih durch die Gegend, während ein anderer gerade das Abbild eines vollen Mondes zur Nachtwache aufstellte. Delilah, Darna und Basilius betraten gerade den großen Saal, als Leon mit einer in grün gewandeten Frau aus einer Seitentür kam. Ihre Robe war mit feinen Girlanden aus seidenen Apfelblüten verziert, die auch ihr blondes, langes Haar schmückten. Sah man ihr jedoch ins Gesicht, so war trat das alles in den Hintergrund. Diese Frau hatte die leuchtendsten grünen Augen, die sie alle je gesehen hatten... bis auf Darna vielleicht, da sie diesen Glanz bei der kleinen Elli schon einmal gesehen hatte, nur nicht so konzentriert. Zwischen ihren Brauen auf der Stirn hatte sie ein moosgrünes Mahl und sie wirkte so zeitlos und natürlich schön, dass man schwer ihr Alter schätzen konnte. Einzig die kleinen Fältchen um die langen goldenen Wimpern verrieten, dass sie nicht mehr blutjung war.
„Ah, da ist die Trägerin, richtig?“
Auch ihre Stimme war besonders. Etwas rau, als hätte sie zu viel gesungen, aber dabei warm und lebendig. Sie kam zielstrebig auf Darna zu und hatte die Seelenrose im Arm. Sie wedelte den Messdienern, dass sie verschwinden sollten und ihr Blick wanderte zu Basils Augen hinauf.
„Setzt sie doch bitte dort ab und dann wäre es lieb von euch, wenn ihr uns einen Moment allein lassen könntet.“
Basil tat wie ihm geheißen und bettete Darna auf eine der Bänke, nahe des Altars. Leon hob zuckend die Schultern und sah Darna an, ob das für sie in Ordnung war. So geschwächt wie sie war, widerstrebte es ihm ganz offensichtlich sie so allein zu lassen, selbst wenn eine Florencia-Priesterin bei ihr war.
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 18. Oktober 2016, 22:18

„Leon… Es ist einiges geschehen, was ich dir noch erzählen möchte.“
Ihre Aufmerksamkeit klinkte sich höflich aus - obwohl sie sicher noch einiges hätte spekulieren können, war sie zu müde und dem Thema 'Beziehungskram' von Natur aus zu abgeneigt, um wirklich weiter zuhören zu wollen. Sollten die beiden in Ruhe miteinander bereden, was immer zu klären war. Vielleicht stand ihr sogar noch ähnliches bevor.

Außerdem gab es da ein ganz anderes Problem...
Kerne, sie hatte an die Kerne doch schon gedacht gehabt, wieso hatte sie den Gedanken wieder aus den Augen verloren?! Zu allem Überfluss ging auch gerade die Sonne unter!
Flüchtig huschte ihr die Idee durch den Sinn, dass ja Delilah aber Licht machen konnte, doch sie sah zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit, aus ihrer Position heraus gleich zwei verschiedene Sachverhalte zu vermitteln. Halte durch, kleine Rose, bitte!
Es reichte nur für die im wahrsten Sinne des Wortes 'Kern-Botschaft'. Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer, als ihr Manöver Erfolg zu zeigen schien: Leon hob die Hand und gebot damit den Anderen einen Moment zu schweigen. Dann beugte er sich mit seinem Ohr nahe zu ihren Lippen und schloss konzentriert die Augen. Seine in Unordnung geratenen Haare kitzelten an ihrer Stirn und an den Nasenflügeln.
Für einen winzigen Moment, während das geschah, sog sie unmerklich seinen Geruch auf, erlaubte sich unwillkürlich nur einen längeren Atemzug. Es war ihr plötzlich egal, wie verrußt sein Gesicht sein mochte, das Kitzeln und diese Nähe brachten sämtliche feinen Härchen in ihrem Gesicht dazu, sich aufzurichten. Ihre spröden, aufgeplatzten Lippen öffneten sich so dicht an seiner Haut, dass es verführerisch war, sich nur einen Tick weiter vor zu recken...
Nur einen winzigen Moment stand die Zeit still. Dann ging es auch schon um Wichtigeres:
"K e r - n e.
T e m - p e l.
SO - F O R T!"


Und er hörte auf sie! „Zum Tempel!“ Mit einem hörbaren erleichterten Ächzen ließ Darna den Kopf nach hinten sacken. Kurz bevor sie den Tempel erreichten begann sich Leon von Darna zu lösen und übergab sie in Delilahs kundige Hände. Der nächste Hoffnungsschimmer keimte in der Knappin auf, vor allem, da sie die verbliebene Entfernung zum Tempel schlecht einschätzen konnte. Kann sie der Rose Licht machen?
Die junge Lichtmagi stellte schon bei der ersten Berührung fest, dass Darna an Unterkühlung litt. Ihre Haut war klamm und ihr Zittern rührte nicht nur von der Anstrengung her, die sie auf sich genommen hatte um sich bemerkbar zu machen. Wenigstens kämpfte ihr Körper gegen die Unterkühlung an. Was war ihr nur passiert?
Darna gewann aber auch von Minute zu Minute mehr an Konzentration zurück. Leider wollte ihre Stimme nicht im gleichen Tempo mitmachen, weshalb die Laute die sie von sich gab, immernoch sehr leise waren. Langsam wurden sie aber auch etwas verständlicher.
Und wieder schien die junge Adelige sich nicht ausruhen zu wollen, sondern signalisierte auf ähnliche Weise, dass sie noch etwas sagen mochte - immerhin blieb es Delilah allerdings erspart, gebissen zu werden.
"Licht?
Für die.. Pflanze?
Bitte."

Es schien ihr wirklich unheimlich wichtig zu sein, die Frage war nur, ob das Fräulein tatsächlich Energie darauf verschwenden wollte, dieses häßliche verrottende Kraut auch noch zu beleuchten...

Als sie ankamen, sprang Leon aus dem Wagen, hielt sich kurz schwankend an der Ladeklappe fest und sagte:
„Ich geh kurz rein und suche einen Diener Florencias. Darna ...du wirst dir nicht helfen lassen, bevor die Seelenrose nicht in Sicherheit ist, oder?“

Ihr Gesichtsausdruck reichte. Eher verrecke ich.
Sie konnte sich eh kaum ausmalen, was passieren mochte, wenn sie wirklich versagte und die Kerne nicht mehr zu retten waren. Es konnte nicht gesund sein, gegen die Anweisung einer Gottheit zu verstoßen! 'Du sollst sie nach Jorsa bringen'... und das welke Ergebnis kam da gerade in den Tempel... tolle Leistung. Ich hab sie mir stehlen lassen.
Dieses Faktum war niederschmetternd. Wie viele Kerne hätte sie ansonsten herbringen können, zwölf? Vierzehn? Kaum merklich schüttelte Darna für sich den Kopf. Was, wenn Florencia sie für diese Verfehlung strafen würde?
Dann kann ich mir einen Strick nehmen, dachte sie nüchtern. Die Gedanken stockten einen winzigen Moment. Und lande im Harax. Genau. Die Vorstellungen wurden immer furchtbarer, aber sie gelangte an einen Punkt, da schlugen diese Hiebe nur noch auf einen betäubten Geist ein.
Geht das überhaupt? Von einem Schwarzmagier verflucht. Von einer Gottheit verflucht. Und einen Dämon intus. Uff.
'Darna, die dreifach Verfluchte'...
Ein kalter Schauder des Grauens jagte einmal durch ihren Leib.
Und DAS als angehende Ritterin und Kämpferin für das Gute!
Etwas in ihr kicherte. Ganz leise nur. Es hatte nichts Lustiges an sich und war schon gar keine Freude. Nicht einmal Galgenhumor war schwarz genug dafür, es war ein winziges Kichern jenseits der Grenze zum Wahnsinn. Zum Glück registrierte Darna es kaum - ihr Bewusstsein verbat sich sozusagen diesen Gedanken.

Basil kletterte vom Kutschbock des Wagens und stieg zu den jungen Frauen auf die Ladefläche. Er musterte Darna und fragte leise:
„Soll ich dich rein tragen?“
Manchmal konnte er vielleicht Gedanken lesen, oder?
In ihr drängte alles danach, der Rose zu folgen. Aber sie konnte es nicht leiden, getragen zu werden. So oft es ihr in letzter Zeit passierte, sie gewöhnte sich bisher nicht daran und war ja zum Glück jedes Mal dabei bewusstlos gewesen, musste es nur als gegeben hinnehmen, dass es wohl eben passiert war. Aber sie hasste es, keine Kontrolle zu haben. Ein paar anfängliche Scherze der Jungs am Grafenhof, bei denen sie hochgehoben worden war, eben weil sie es nicht mochte, hatten die Abneigung noch verstärkt. Und in eine Decke gewickelt in den Tempel getragen zu werden?!
Aber wenn... sie mich da brauchen...
Sie atmete tief durch, sah sichtlich von diesem inneren Widerwillen geplagt zu Basil und nickte dennoch zaghaft. Basil lächelte. Er hatte auch so verstanden. Er kannte sie einfach am längsten von allen Anwesenden.

„Fräulein Tesséras, würdet ihr mir bitte hinten die Klappe öffnen?“
Während Delilah sicher gern der Aufforderung nachkam, hob Basil Darna leicht in seine kräftigen Arme.

Hab ich so viel abgenommen oder ist er so kräftig geworden?, dachte sie kurz erschrocken. Ihre Angespanntheit war sofort zu spüren. Am liebsten wäre sie selber gegangen. Oder gekrochen, wenns sein musste. Aber auf den Armen getragen, und ausgerechnet von Basil...
Aber sie merkte, wie er sogar darauf achtete, dass die Decke kaum verrutschte. Basil ließ sich mit ihr von der Wagenkante rutschen und hielt sie dabei fest. Sein Gesicht war nah und sein Ohren leicht gerötet, aber er lächelte ein bisschen.
Darna versuchte, seinen Gesichtsausdruck zu deuten und hatte dabei die üblichen Schwierigkeiten. War das ein Grinsen, weil er gerade in der überlegenen Position war?
Nein... Sie runzelte nachdenklich die Stirn. Anscheinend gefiel es ihm auch einmal gebraucht zu werden und sich nützlich machen zu können. Gemeinsam gingen sie Leon hinterher, während der Wagen mit den drei Pferden draußen auf sie wartete.
Auf den Stufen atmete sie aus. Er trug sie einfach. Weil er damit helfen konnte. Er machte sich nicht über sie lustig. Basil spürte während der Bewegungen, wie ein Gutteil ihrer Anspannung nachließ, was auch das Ausbalancieren etwas erleichterte. Sie lehnte sich gegen ihn, statt durch die verkrampfte Haltung künstlich Abstand zu wahren.
"Gernot war ein Idiot", wisperte sie leise und sah an seiner Brust vorbei in die hereinbrechende Nacht. Sie klang nachdenklich und sprach betont, zum einen, damit er sie überhaupt verstehen konnte, zum anderen aber auch, weil es ihr gerade wichtig war:
"Er hat den besten Freund verstoßen, den er je hätte haben können."
Sie schluckte und schwieg wieder.
Basilius hatte sich bereits entschuldigt gehabt, aber jetzt endlich schloß auch ihr Inneres wirklich Frieden mit ihm.

Jorsas Tempel war auf Grund seiner ständig wechselnden Gottesdienste eher neutral gehalten und einzig sein Altar wurde jeden Tag neu geschmückt. Im hinterm Bereich räumten gerade Messdiener die Utensilien eines Tages ab, der vermutlich Phaun gegolten hatte. Einer der Jungen trug schaukelnd ein Geweih durch die Gegend, während ein anderer gerade das Abbild eines vollen Mondes zur Nachtwache aufstellte.
Sie betraten gerade den großen Saal, als Leon neben einer Florencia-Priesterin durch eine Seitentür trat. Die zeitlos schön wirkende Priesterin zog sofort Darnas volle Aufmerksamkeit auf sich. Sie erkannte die leuchtenden grünen Augen gewissermaßen wieder und musste erneut an Elli denken. Sie MUSS hierher! Hier gehört sie hin!
Einzig die kleinen Fältchen um die langen goldenen Wimpern verrieten, dass die Frau nicht mehr blutjung war.
„Ah, da ist die Trägerin, richtig?“

Darna zog langsam die Schultern hoch und zusammen. Sie war gemeint, nicht? Aber Leon hat sie doch herein getragen..? Mh. Sie meint wohl... So kann man das natürlich auch nennen.
Es war nicht so, dass die Priesterin ihr direkt Angst machte. Aber sie fühlte sich gerade vermutlich wie einer ihrer früheren Kameraden, wenn jemand zu seiner Gnaden Talarion geschlichen kam in der Gewissheit, nun mindestens ein Donnerwetter über sich ergehen lassen zu müssen.
Sie kam zielstrebig auf Darna zu und hatte die Seelenrose im Arm. Sie wedelte den Messdienern, dass sie verschwinden sollten und ihr Blick wanderte zu Basils Augen hinauf.
„Setzt sie doch bitte dort ab und dann wäre es lieb von euch, wenn ihr uns einen Moment allein lassen könntet.“


Ihre Worte schienen bisher nicht empört oder aggressiv zu klingen, soweit Darna das einschätzen konnte. Aber vielleicht wusste die Priesterin dafür bloß noch nicht genug. Wieviel hatte Leon ihr schon erzählen können? Das vernarbte Antlitz der jungen Frau hätte man gerade jedenfalls neben eine Definition von "schlechtem Gewissen" malen können.
Basil tat wie ihm geheißen, wobei auch Darna darauf bestand, dass sie auf der Bank nahe des Altars lieber sitzen wollte, irgendwie angelehnt. Die Vorstellung, hier jetzt auch noch herumzuliegen, ertrug sie nicht; nach ihrem Verständnis wäre von ihr jetzt eher ein Kniefall angemessen gewesen, aber das war ein Ding der Unmöglichkeit, das musste selbst Darna einsehen.
Leon hob zuckend die Schultern und sah Darna an, ob das für sie in Ordnung war. So geschwächt wie sie war, widerstrebte es ihm ganz offensichtlich sie so allein zu lassen, selbst wenn eine Florencia-Priesterin bei ihr war.
Leon zögerte tatsächlich?! Bei Darna weiteten sich flüchtig die Augen und sie nickte rasch verhalten zum Zeichen, dass alles in Ordnung war - soweit man das sagen konnte. Darnas Kiefer hatten sich im Verlauf stark zusammengepresst und sie wollte selber nicht mehr auseinander differenzieren, welche Anteile ihres Zitterns nun Anspannung, Kälte, Schwäche oder Angst entstammten.
Welchen Rang mochte die Frau haben und wie sprach man die Geweihten der Florencia-Priesterschaft an? Mit Rängen außerhalb der Lysanthorkirche hatte sie sich nur eher flüchtig befasst, was sie gerade bedauerte.
Darna hob den Blick zur Priesterin, um ihr einmal möglichst offen und aufrichtig in die Augen zu sehen, bevor sie beschämt und in Respektsbezeugung den Kopf neigte.
"Es tut mir furchtbar leid, Eure Gnaden", krächzte sie so gut verstehbar wie es ging. Die Anrede musste fürs erste Mal reichen und konnte nicht so falsch sein, dass ihr dafür der Kopf abgerissen würde. Da drohte ihr in ihren Augen ganz anderes und sie sah fatalistisch der Katastrophe entgegen, die sie erwartete.

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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Delilah » Mittwoch 19. Oktober 2016, 12:57

„Zum Tempel!“
Und wieder schien die junge Adelige sich nicht ausruhen zu wollen, sondern signalisierte auf ähnliche Weise, dass sie noch etwas sagen mochte - immerhin blieb es Delilah allerdings erspart, gebissen zu werden.
"Licht?
Für die.. Pflanze?
Bitte."


Delilah besah sich das merkwürdige Gewächs, das sie wirklich nicht einordnen konnte. Ihr Wissen in Kräuterkunde war gut, doch diese Pflanze hatte sie noch nie gesehen. Zumindest nicht im Garten der Akademie und auch sonst nirgends. Hübsch war sie auch nicht sonderlich, mit ihrer dicken Samenstaude, die halb verschimmelt wirkte.
Trotzdem nickte sie. „Natürlich.“ Sie zog den Topf zu sich heran und hielt drehte dann die Handfläche ihrer rechten Hand nach oben, ließ kurz ihren Zeigefinger kreisen bis sich in der Mitte ein kleines Licht bildete. Das kleine Glühwürmchen, eine Spielerei der Schüler an der Akademie, ließ sie dann über dem merkwürdigen Stumpf kreisen. Delilah wiederholte die Bewegung und zwei weitere Lichtkügelchen kamen dazu und umkreisten nun den Topf.

Als sie ankamen, sprang Leon aus dem Wagen und hielt sich kurz schwankend an der Ladeklappe fest. Es schien ihm wirklich nicht gut zu gehen und zwischen Delilahs Brauen bildete sich eine kleine Sorgenfalte.
„Ich geh kurz rein und suche einen Diener Florencias. Darna ...du wirst dir nicht helfen lassen, bevor die Seelenrose nicht in Sicherheit ist, oder?“

Seelenrose?! Delilahs Blick huschte erstaunt zu dem kümmerlichen Topfgewächs. Das war eine Seelenrose? Tausend Fragen huschten durch ihren Kopf. Wie? Wo? Wann? Woher? Warum sah sie so zertrümmert aus?!
Leon verschwand mit dem Blumentopf im Tempel und Delilah sah immer noch etwas geschockt die beiden anderen an. Woher hatten sie eine heilige Rose? So besorgt wie sich Fräulein von Eibenau um die Pflanze gesorgt hatte… war sie Naturmagierin?

„Fräulein Tesséras, würdet ihr mir bitte hinten die Klappe öffnen?“
Das schreckte Delilah aus ihren Gedanken hoch. „Was?“ Sie überblickte kurz die Situation. “Natürlich!”, sagte sie schnell und kam der Bitte nach.

Jorsas Tempel war auf Grund seiner ständig wechselnden Gottesdienste eher neutral gehalten und einzig sein Altar wurde jeden Tag neu geschmückt. Im hinterm Bereich räumten gerade Messdiener die Utensilien eines Tages ab, der vermutlich Phaun gegolten hatte. Einer der Jungen trug schaukelnd ein Geweih durch die Gegend, während ein anderer gerade das Abbild eines vollen Mondes zur Nachtwache aufstellte. Delilah, Darna und Basilius betraten gerade den großen Saal, als Leon mit einer in grün gewandeten Frau aus einer Seitentür kam. Ihre Robe war mit feinen Girlanden aus seidenen Apfelblüten verziert, die auch ihr blondes, langes Haar schmückten. Sah man ihr jedoch ins Gesicht, so war trat das alles in den Hintergrund. Diese Frau hatte die leuchtendsten grünen Augen, die sie je gesehen hatte…
„Ah, da ist die Trägerin, richtig?“

Also war wirklich Darna diejenige mit der Verbindung. Delilah war beeindruckt.

„Setzt sie doch bitte dort ab und dann wäre es lieb von euch, wenn ihr uns einen Moment allein lassen könntet.“
Basil tat wie ihm geheißen und setzte Darna auf eine der Bänke, nahe des Altars. Leon hob zuckend die Schultern und sah Darna an, ob das für sie in Ordnung war. So geschwächt wie sie war, widerstrebte es ihm ganz offensichtlich sie so allein zu lassen, selbst wenn eine Florencia-Priesterin bei ihr war.


Als sie schließlich den Raum verlassen hatten, sah Delilah fragend von Basil zu Leon.
„Ihr habt eine Seelenrose gefunden?“
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 19. Oktober 2016, 21:01

Darna redete sich also ein, dem Thema 'Beziehungskram' von Natur aus zu abgeneigt zu sein, um nicht wirklich weiter zuhören zu müssen. Sollten die beiden in Ruhe miteinander bereden, was immer zu klären war. Sehr wahrscheinlich stand ihr sogar noch ähnliches bevor und wenn es um Leon ging hatte sie bisher sehr wohl Interesse empfunden, selbst wenn sie es sich nicht offen eingestand. Nur wenig später, als er sich zu ihr hinab beugte, blieb für sie die Zeit kurz stehen und das Schicksal wedelte mal wieder mit dem erhobenen Zeigefinger. Seine Nähe hatte also doch Wirkung auf sie und sein ganz eigener Duft hatte schon mehr als einmal ihre Sinne berührt. Beim Tanz war es ihr das erste Mal aufgefallen. Er roch immer ein wenig nach Sandelholz und Amber, ein warmer, waldiger Duft, der einen an frisch geschlagenes Holz erinnerte. Doch der Moment währte nicht lange und schon bald darauf war Leon verschwunden und Basil hatte sie auf seine Arme gehoben.

„Fräulein Tesséras, würdet ihr mir bitte hinten die Klappe öffnen?“
Das schreckte Delilah aus ihren Gedanken hoch.
„Was?“
Sie überblickte kurz die Situation.
“Natürlich!”
, sagte sie schnell und kam der Bitte nach.

Derweil entspannte sich Darna langsam auf Basils Armen.
"Gernot war ein Idiot"
, wisperte sie leise und sah an seiner Brust vorbei in die hereinbrechende Nacht. Sie klang nachdenklich und sprach betont, zum einen, damit er sie überhaupt verstehen konnte, zum anderen aber auch, weil es ihr gerade wichtig war:
"Er hat den besten Freund verstoßen, den er je hätte haben können."
Sie schluckte und schwieg wieder. Basilius hatte sich bereits entschuldigt gehabt, aber jetzt endlich schloss auch ihr Inneres wirklich Frieden mit ihm. Sie merkte, dass er sich bei der Erwähnung des „bösen“ Namens verspannt hatte. Ihr zweiter Satz hatte jedoch bewirkt, dass auch er einen großen Klos hinunter schlucken musste. Er hatte zu oft tatenlos daneben gestanden, wenn Gernot Darna schikaniert hatte, zu oft und er hatte sich nach ihrer Vergebung gesehnt. Er wusste, dass er es nicht wieder gut machen konnte, aber er konnte nun ihr ein Freund sein, wenn sie es zu ließ. Sie hatten beide unter seinen Launen zu leiden gehabt, kannten den Schmerz den der andere fühlte. Seine Kiefer waren angespannt und er presste leise etwas zwischen den Zähnen hervor, was ihr vielleicht zu denken gab:
„Ich wollte niemals sein Freund sein... „
Manchmal zwang das Leben einen Dinge zu tun, die man nicht wollte. Darna hatte in dieser Hinsicht eigentlich bisher immer Glück gehabt. Sie hatte eine verständnisvolle Familie. Ihr Vater unterstützte sie in ihrem Wunsch Ritter zu werden und auch ihre Mutter, die sie sicher lieber in Kleidern und verheiratet gesehen hätte, hatte sich ihr nie in den Weg gestellt. Darna wusste über Basilius Hintergrund nur gerade so viel, dass seine Familie ihren gesamten Besitz an den von Gernots verloren hatte. … Dabei könnte ihr einfallen, dass es noch immer so etwas wie höfische „Geiseln“ gab. Verarmte oder besiegte Familien übergaben ihre Kinder in die Obhut ihrer „Feinde“ damit sie eine Chance auf eine gute Ausbildung bekamen. Doch nicht immer war dies wirklich zum Vorteil der Kinder. War Basil vielleicht eines dieser Kinder gewesen? Der Anblick des Tempels, und das Auftauchen von Leon lenkte ihre Aufmerksamkeit gewiss wieder auf andere Dinge.
Sie betraten gerade den großen Saal, als Leon neben einer Florencia-Priesterin durch eine Seitentür trat. Die zeitlos schön wirkende Priesterin zog sofort Darnas volle Aufmerksamkeit auf sich. Sie erkannte die leuchtenden grünen Augen gewissermaßen wieder und musste erneut an Elli denken.
Sie MUSS hierher! Hier gehört sie hin!
„Ah, da ist die Trägerin, richtig?“

Darna zog langsam die Schultern hoch und zusammen. Sie war gemeint, nicht?
Aber Leon hat sie doch herein getragen..? Mh. Sie meint wohl... So kann man das natürlich auch nennen.
Die Knappin hatte anscheinend nie ganz verstanden, warum die Rose sie auserwählt hatte sie zu „tragen“.
„Setzt sie doch bitte dort ab und dann wäre es lieb von euch, wenn ihr uns einen Moment allein lassen könntet.“
Basil tat wie ihm geheißen und setzte Darna auf eine der Bänke, nahe des Altars. Das aufrechte Sitzen an sich hatte leider noch den Nachteil, dass es sie noch sehr anstrengte, dass ihr hin und wieder schwindelig wurde und ein paar kleine Punkte vor ihren Augen tanzten. Trotzdem hielt sie sich wacker und kämpfte gegen die drohende Ohnmacht, als sich die Priesterin zu ihr gesellte.
Leon zögerte tatsächlich! Bei Darna weiteten sich flüchtig die Augen und sie nickte rasch verhalten zum Zeichen, dass alles in Ordnung war - soweit man das sagen konnte und er verließ zusammen mit den beiden Anderen den Altarbereich. Darnas Kiefer hatten sich im Verlauf stark zusammengepresst und sie wollte selber nicht mehr auseinander differenzieren, welche Anteile ihres Zitterns nun Anspannung, Kälte, Schwäche oder Angst entstammten. Darna hob den Blick zur Priesterin, um ihr einmal möglichst offen und aufrichtig in die Augen zu sehen, bevor sie beschämt und in Respektsbezeugung den Kopf neigte.
"Es tut mir furchtbar leid, Eure Gnaden"
Die Priesterin sah die junge Frau vor sich aufmerksam an und stellte die Seelenrose neben ihr ab. Die kleinen Lichtpunkte, die Delilah hervorgebracht hatte, kreisten noch munter um die verkümmerte Pflanze und beleuchteten das Grauen, die Zerstörung und den drohenden Tod von allen Seiten.

Als sie schließlich den Altarraum verlassen hatten, sah Delilah fragend von Basil zu Leon.
„Ihr habt eine Seelenrose gefunden?“
Leon ließ sich schwer auf eine der hinteren Bänke fallen, von wo man noch gerade so einen Blick auf den hinteren Bereich des Tempels hatte. Er legte kurz den Kopf in den Nacken und die Augen fielen ihm zu. Mit halb offenem Mund atmete er schwer und seufzte einmal tief.
„Wir... *schnauf*... eigentlich hat Darna sie gefunden, obwohl das auch nicht vollkommen richtig ist. Das ist eine lange Geschichte und Darna sollte sie erzählen... Himmel, bin ich müde!“
Er riss die Augen auf und zwang seinen Kopf in die Senkrechte.
„Aber vielleicht sollte ich bei meinem Teil der Geschichte anfangen...“
Er sah kurz zu Basil hinüber und Delilah war sofort klar, dass er leider immernoch nicht ganz frei sprechen konnte, aber vielleicht würde das auch nicht nötig sein.
„Kurz nachdem du die Akademie verlassen hattest, bekam ich einen Brief von meiner Verwandtschaft, dass ich mich zur Abschlussprüfung im Knappendienst bereit halten sollte. Man verlangte von mir, dass ich diesen Teil meiner „Ausbildung“ erfolgreich zu absolvieren hätte, damit ich ...ihnen gerecht werden würde.“
Hier fehlte wohl ein kleiner Teil. Man hörte in Leons Stimme, dass er über diese Nachricht nicht sehr erbaut war und Basil, der zwar nur mit einem Ohr zugehört hatte, zog etwas grüblerisch die Brauen zusammen. Für viele Menschen war es eine große Ehre als Knappe berufen zu werden und eine noch viel Größere, wenn der König oder andere hohe Herren sie dann zur Prüfung heran zogen um in ihre Dienste zu treten oder gar zum Ritter geschlagen zu werden. Leon war aber Lichtmagus und ein sehr begabter, soweit sich Delilah erinnerte. Seine Interessen lagen wohl mehr in dieser Richtung, als in den Lehren der höfischen Etikette, Heraldik oder den Lehren der ritterlichen Ehren. War es da verwunderlich, dass er nicht in Begeisterungstürme ausbrach? Wohl eher nicht.
„Nach einigem „hin“ und noch mehr „her“ landete ich auf einem Schiff nach Serna, auf dem ich auch Basilius und Darna begegnete. Nach dem Anlegen wurde die Gruppe getrennt und ich ging in ein Gasthof um von dort nach Jorsa zurück zu kehren. Dort fand ich jedoch ein Kind, dass meiner Hilfe bedurfte...“
Sein müdes Lächeln ließ Delilah wissen, dass sie wohl genauso wenig an einem hilfsbedürftigen Wesen vorbei gehen konnte wie er.
„Darna und Basilius verirrten sich auch in die kleine Schenke und dann überschlugen sich die Ereignisse.“
Er sah sich kurz um, ob auch kein ängstlicher Zuhörer ihnen lauschte.
„Ein betrunkener Fischer brach im Hinterhof zusammen und ich erkannte an ihm den „Hauch“.“
Er verdrehte wieder die Augen, schloss sie erneut und legte den Kopf wieder zurück auf die Rückenlehne der Bank.
„Seit dem habe ich kaum geschlafen und wenn dann nur um meine Kräfte zu regenerieren. Ich bin leer... so leer...“
Basil räusperte sich leise.
„Vielleicht kann ich...“
Leon nickte nur dankbar und Basil fuhr fort.
„Also Leon hat uns dann die ganze Zeit angeleitet und gesagt, was wir machen müssen um die Krankheit an ihrer Ausbreitung zu hindern. Um den Fischer stand es nicht gut und Darna und ich waren auch infiziert worden. Die Familie in der Schenke, sie haben ein Kind, dass... Das sollte wirklich Darna erklären, aber sie hat wohl was mit Florencia, einem Stern und der Rose zu tun gehabt und sie irgendwie mit Darna verbunden, damit sie sie mitnehmen konnte, wenn ich das richtig verstanden habe. Darna konnte mich.. also uns... mit der Rose heilen. Es war unglaublich! Ein Wunder! Und wir erfuhren durch den Fischer vom Ursprung der Krankheit und diesem Jungen. Ich blieb in Serna zurück um dort die Räucherei zu untersuchen und die verseuchten Kisten zu vernichten. Hat geklappt und dann bin ich den beiden hinterher geritten. Hab sie gefunden und Darna hatte gegen den Träger des „Hauchs“ gekämpft und gesiegt. Da waren noch ein Erntehelfer und seine Frau, ...“
„Verlobte.“
„...und seine Verlobte, die auch vorher Kontakt hatten. Da war dieser Junge mit einer Maske gewesen. Er hatte den „Hauch“ verbreitet und war ein ...ein Untoter.

Leon knirschte mit den Zähnen, was zeigte, das Basil anscheinend wirklich die Wahrheit sagte.
„Sie hatten ihn verbrannt, ich kam erst danach und dann fing Darna plötzlich an zu schreien. Sie glühte, als ich sie anfasste und....“
„Und wurde dann ohnmächtig. Seit dem hab ich versucht sie wach zu kriegen aber sie kühlte immer weiter ab. Ich kann mir nicht erklären, was da passiert ist. Vielleicht eine Wechselwirkung mit der Rose, weil der Junge sie gebrochen hatte, oder … ich weiß es nicht. Ich möchte das alles zu gerne mit jemandem besprechen, der mehr Wissen über diese Dinge hat, aber ...“

Er sah zum Altarraum und zuckte mit den Schultern.
„Nicht immer wird dieses Wissen der Mehrheit zuteil.“

Die hellgrün funkelnden Augen waren auf Darna gerichtet und ihr Blick war sanft, aber auch von großer Ernsthaftigkeit erfüllt.
„Darna von Eibenau, richtig? Ich habe von dir geträumt.“
Sie lächelte kurz und sah dann traurig die Seelenrose an.
„Mein Name ist Ferra Seramisondra. Die meisten nennen mich hier aber einfach nur „Mutter Seramis“. Mach das am besten auch. Ich bin hier die leitende Florencia-Priesterin.“
Sie sah wieder zu Darna.
„Dein Begleiter hatte die Seelenrose bei sich, von der ich geträumt habe, aber sie ...sie sieht nicht so aus wie ich erwartet habe.“
Ein gewisses Maß an Enttäuschung war ihr anzuhören, aber sie schien dieses Thema nicht weiter vertiefen zu wollen.
„Was geschehen ist, ist geschehen. Du musstest ein hartes Los tragen und viel Verantwortung auf deinen Schultern, die ich dir gern erleichtern würde.“
Sie hob leicht die geschwungenen Bauen und streckte Darna beide offene Hände entgegen. Ihre rissigen Nägel und auch die tiefen der Falten waren mit Erde verschmutzt, aber das gehörte wohl bei einer Florencia-Priesterin dazu.
„Ich sehe, es sind zwei Kerne noch am Leben. Ich möchte ihnen ein neues Zuhause geben, sie umsorgen und dabei kannst du mir helfen. Es ist ganz einfach...“
Sie lächelte wieder aufmunternd und kleine grüne Funken begannen sich auf ihren Fingerkuppen zu bilden und tanzten zu ihren Handflächen, sehr ähnlich wie es bei Elli geschehen war, nur wirkte es bei ihr viel kontrollierter.
„Wenn du dazu bereit bist, dann musst du sie mir nur aus freien Stücken und aus vollstem Herzen gern schenken. Kannst du das?“
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Delilah » Donnerstag 20. Oktober 2016, 00:59

„Kurz nachdem du die Akademie verlassen hattest, bekam ich einen Brief von meiner Verwandtschaft, dass ich mich zur Abschlussprüfung im Knappendienst bereit halten sollte. Man verlangte von mir, dass ich diesen Teil meiner „Ausbildung“ erfolgreich zu absolvieren hätte, damit ich ...ihnen gerecht werden würde.“

"Hmpf.", Delilah gab einen unwilligen Laut von sich. Leon war ein herausragender Lichtmagus, irgendwann würde er in diesem Bereich brillieren, dessen war sich Delilah sicher. War das etwa nicht genug, worauf man stolz sein konnte?! Sie brummelte leise etwas vor sich hin, was Leon vielleicht als "Verano ist so ein ...." interpretieren konnte, wenn er genau hinhörte.

Delilah hörte den Ausführungen Leons und Basils interessiert zu, doch sie sah auch mit wachsender Besorgnis Leons Zustand.
Der Hauch. Er war erneut aufgetaucht. "War das der erste Fall dieser Art seit meinem Verschwinden?", fragte Delilah leise. Ihre Bemühung hatte nichts gebracht, der Hauch war wieder aufgetaucht. Die Enttäuschung saß tief.

"Da war dieser Junge mit einer Maske gewesen. Er hatte den „Hauch“ verbreitet und war ein ...ein Untoter.“

Delilah sog scharf die Luft ein. "Ein Junge? Mit einer Maske... O...Olias Bruder... Sie sah Leon an, der den Kopf wieder in den Nacken gelegt hatte. Ihr Herz raste zusammen mit ihren Gedanken. Der Junge... ein Untoter. Wie der, den der Vater gefunden hatte. Aber dieser Bauer war an Zombiefäule gestorben. Nicht am Hauch. Und der Junge war fort gewesen, als sie den Bauernhof erreicht hatte... mit der Maske... "Ist die Maske zerstört?!" Hätte sie den Jungen noch retten können, wenn sie anders gehandelt hätte?

Sie ließ sich neben Leon auf der Bank nieder und legte ihm eine ihrer Hände auf seinen Brustkorb. "Lass uns bald in die Akademie gehen, ja? Du brauchst eine Pause, Leon. Du hast wahrscheinlich eine Katastrophe verhindert. Ihr drei zusammen habt die Katastrophe verhindert., sagte sie, den letzten Satz etwas lauter und zu Basil gewandt, ehe sie sich wieder Leon zuwendete. Die Hand auf seinerm Körper wurde warm und zeigte ein leichtes Leuchten. Delilah öffnete einem kleinen Strom an Energie die Tür zu Leons Körper. Nur ein wenig, zur Erholung, Entspannung, um ihm ein kurzes Durchatmen zu ermöglichen. "Der Junge gehört zu dem Bauernhof, Leon. Seine Schwester ist das Mädchen... bei dem ich die Kontrolle verloren habe. Die Maske war auch dort... der Vater hatte sie auf einem Schlactfeld gefunden. An einem untoten Dunkelelfen, glaube ich... er starb bei uns im Heilertrakt an Zombiefäule..", sagte sie leise.

Es gab so viel zu tun. Der Hauch. Die Rose - ein totes Wunder. Untote. Die Maske. Der arme Junge, den sie nicht hatte retten können. Der Nebel. Die Gefahren dort. Rugta. Baltos. Verano... nicht jetzt. Mit einem prüfenden Blick löste sie ihre Hand von Leon, nun spürte sie seinen Herzschlag nicht mehr so angenehm unter ihren Fingern... ging es ihm besser. Sie drehte sich umund musterte Basil, ob er auch ihre Hilfe benötigen könnte.
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 20. Oktober 2016, 11:55

„Ich wollte niemals sein Freund sein... „
Sie furchte die Stirn. Prompt huschten ihr Erinnerungsbilder durch den Sinn, wie oft Basil neben - nein, schräg hinter Gernot gestanden und gelacht hatte. Er hatte nicht gewollt? Es kam ihr für einen Moment wie eine Lüge vor, was das Vergeben in ihr ins Wanken zu bringen drohte.
Aber sie erinnerte sich auch an... 'seltsame' Blicke von ihm, die sie nie recht zu deuten gewusst hatte, und endlich wurde ihr klar, was es gewesen war: Schuldbewusstsein. Hatte sie sich so getäuscht? Mal wieder?
Warum hast du dich dann so angebiedert an jemanden, der deine Familie ruiniert hat? Nun, nicht Gernot als Person hatte die Familie zugrunde gewirtschaftet, so war eine Vermutung von Darna gewesen, dass Basil sich mit dem Sohn der Kelterburgs gut stellen wollte, um vielleicht in Zukunft das Blatt zu wenden. Sie hatte das alles nie wirklich verstanden. Basils Vorgehen war in ihren Augen ein Zeichen von Unterwerfung, weiterer Erniedrigung... ja, sie wusste um seine Verhältnisse und hatte mit ihrer eigenen Familie so gesehen Glück gehabt. Und Gernot hatte, zumindest was die Unterwerfung anging, bei ihr wohl ähnliches versucht, und war jedes Mal gescheitert - sie war viel zu stolz und aufrichtig für so etwas und deswegen hielt auch ein Teil ihrer Verwirrung über Basils Aussage, bis der Tempel sie ablenkte.

Das aufrechte Sitzen an sich hatte leider noch den Nachteil, dass es sie noch sehr anstrengte, dass ihr hin und wieder schwindelig wurde und ein paar kleine Punkte vor ihren Augen tanzten. Trotzdem hielt sie sich wacker und kämpfte gegen die drohende Ohnmacht, als sich die Priesterin zu ihr gesellte.
"Es tut mir furchtbar leid, Eure Gnaden"
Die Priesterin sah die junge Frau vor sich aufmerksam an und stellte die Seelenrose neben ihr ab.
Noch immer fühlte Darna sich etwas wohler, wenn die Pflanze dicht bei ihr war, selbst in diesem Zustand. Die kleinen Lichtpunkte, die Delilah hervorgebracht hatte, kreisten noch munter um die verkümmerte Pflanze und beleuchteten das Grauen, die Zerstörung und den drohenden Tod von allen Seiten. Trotzdem konnte es nicht verkehrt gewesen sein, Fräulein Delilah darum zu bitten. Auf jeden Fall hätte sich Darna nicht gewundert, wenn es ohne Licht noch schlimmer geworden wäre. Dass die Pflanze überhaupt noch existierte, wunderte sie schon, aber diesen Gedanken wagte sie gar nicht, zuende zu denken.

Die hellgrün funkelnden Augen waren auf Darna gerichtet und ihr Blick war sanft, aber auch von großer Ernsthaftigkeit erfüllt.
„Darna von Eibenau, richtig? Ich habe von dir geträumt.“
Ein leichtes Nicken und flüchtiges Stirnrunzeln zeigten sich als Reaktionen auf das Gesagte. Von ihr geträumt? Florencia wird sie sozusagen... 'informiert' haben... Hm. Es überraschte sie nicht allzu sehr.
Die Priesterin lächelte kurz und sah dann traurig die Seelenrose an.
„Mein Name ist Ferra Seramisondra. Die meisten nennen mich hier aber einfach nur „Mutter Seramis“. Mach das am besten auch. Ich bin hier die leitende Florencia-Priesterin.“

Pederto Dopulus. Ferra Seramisondra. Kein Problem. Maria Santana Fe.. Alve..hatschu... Hrm. Es gab nur wenige Namen, die sie überforderten, und seit ihrer Abreise hatte nur die Navigatorin der 'Niemand' dazugehört. Das war aber wohl auch nicht weiter schlimm. Nur ein mehrfaches rasches Blinzeln hatte den Gedanken begleitet und sie hörte weiter zu:
„Dein Begleiter hatte die Seelenrose bei sich, von der ich geträumt habe, aber sie ...sie sieht nicht so aus wie ich erwartet habe.“
Ein gewisses Maß an Enttäuschung war ihr anzuhören, aber sie schien dieses Thema nicht weiter vertiefen zu wollen.

Die Knappin vor Mutter Seramis war prompt auch wieder noch kleiner geworden. Ich habe sie mir wegnehmen lassen. Doch die Priesterin ging rasch und mit deutlichen Worten über dieses Thema hinweg, dass Darna gar keine Gelegenheit hatte, sich wieder selber dafür nieder zu machen:

„Was geschehen ist, ist geschehen. Du musstest ein hartes Los tragen und viel Verantwortung auf deinen Schultern, die ich dir gern erleichtern würde.“
Sie hob leicht die geschwungenen Brauen und streckte Darna beide offene Hände entgegen.
Fragend hoben sich bei dieser die Augenbrauen, verbunden mit aufkeimender Hoffnung im Blick.
„Ich sehe, es sind zwei Kerne noch am Leben. Ich möchte ihnen ein neues Zuhause geben, sie umsorgen und dabei kannst du mir helfen. Es ist ganz einfach...“
Sie lächelte wieder aufmunternd und kleine grüne Funken begannen sich auf ihren Fingerkuppen zu bilden und tanzten zu ihren Handflächen, sehr ähnlich wie es bei Elli geschehen war, nur wirkte es bei ihr viel kontrollierter.
„Wenn du dazu bereit bist, dann musst du sie mir nur aus freien Stücken und aus vollstem Herzen gern schenken. Kannst du das?“


Schon das 'Ich sehe, es sind zwei Kerne noch am Leben', erleichterte Darna. Sie hatte es schon gar nicht mehr einzuschätzen gewagt, hatte einfach nur blind gehofft. 'Ein neues Zuhause', 'sie umsorgen'... ja. Ja! Tränen der Erleichterung begannen ihr über die Wangen zu laufen, während sie die grünen Funken betrachtete und wusste, dass die Rose es nach Hause geschafft hatte.
"Kannst du das?"
"Ja! Bitte. Rettet sie", krächzte ihr die aufgewühlte Stimme brechend entgegen. Was fragte die Priesterin noch?! Nach Darnas Verständnis konnte sie ihr die Rose gar nicht schenken, weil sie ihr nie gehört hatte. Sie verstand jetzt - glaubte zu verstehen - was bei Elli geschehen war, das Kind hatte wohl ihr sozusagen die Rose geschenkt, aber es war für Darna von Anfang an nur eine 'Leihgabe' Florencias gewesen, und Darna ein Kurier mit der Aufgabe, die Rose den Hauch heilen zu lassen und sie hierher zu bringen. Und wie knapp war es gewesen!
Sie wollte diese Last nicht mehr. So wunderschön die Erfahrungen der Heilung gewesen waren, sie würde sie nie vergessen, aber sie mochte es auch nicht weiter ertragen, die Schicksale der Menschen so intensiv zu erleben und immer wieder die Grenzen zu sehen, wann sie nichts mehr für sie tun konnte: Harris zerstörte Lunge. Die Katatstrophe, als sie bei Pet die Ader geheilt hatte, statt direkt den Hauch anzugehen... und Rosas Kind, das sie nicht hatte retten können. Die Erinnerung an Letzteres bestand aus dem Anblick des schwarzen gekrümmten Objektes in Rosa und dem Bild von einem blutenden Wurm, der sich in Asche wand, als würde es noch leben.
Und wie willst du ertragen, was auf einem Schlachtfeld passiert?
Ein innerliches Ächzen. Gleichzeitig ahnte und hoffte sie, dass all diese Erlebnisse als 'Feuertaufe' (und auch mit Feuer hatte sie ausreichend zu tun gehabt) für eine siebzehnjährige Knappin einfach genug waren. Es reichte.

"Bitte beschützt sie", krächzte sie noch eindringlich. Ihr war selber klar gewesen, dass die Rose von Natur aus in Gefahr war, durch verzweifelte Menschen Schaden zu nehmen. Was wäre gewesen, wenn das Gerede des Jungen, dass er sie doch nur für sich selbst gewollt hätte, gestimmt hätte? Hier aber war wenigstens der Tempel, hier waren die Priester, Wachen, nebenan die Templer... Hier gibt es Wachwechsel.
Über die politische oder gar militär-strategische Bedeutung, die das alles eventuell haben könnte, hatte sie noch gar nicht nachgedacht. Was wusste sie auch schon, welches Schicksal den Kernen und den daraus wachsenden Pflanzen zugedacht war? Vielleicht hatten sie hier noch ihnen zugedachte Aufgaben und würden dann auch vergehen. Darna vertraute genug in Florencia, um davon auszugehen, dass alles seine Richtigkeit haben würde. Ein Gegengewicht darstellte zu allem, was einfach nicht richtig war. Nicht auszudenken, was passierte, wenn weitere solcher Attacken kämen...
Nochmal schien sie aus immer lauter und undifferenzierter summenden Gedanken aufzuschrecken:
"Sie braucht Licht. Auch nachts." Wieviel wussten sie hier über die Rose? Musste sie jetzt irgend etwas tun? Mutter Seramis' Haltung wirkte, als müsse Darna ihr die Kerne oder die Pflanze überreichen. Sie versuchte, ihren rechten Arm aus der Decke zu befreien, aber hatte damit schon arge Schwierigkeiten und Angst, die Seelenrose umzustoßen oder gar fallen zu lassen. Schon beim Gedanken daran zitterte ihre Hand. Oder wurde ihr gerade nur wieder bewusst, was schon die ganze Zeit stattfand? Die Priesterin konnte förmlich zusehen, wie sich die letzten Kräfte des Mädchens erschöpften und ihr noch tausend Dinge auf der Zunge zu brennen schienen, aber ihr Gekrächze wurde immer unverständlicher:
"Der Hauch war.. ein Dämon.
Er hat sie.. gestohlen. Ichwarzu
müde, es tutmirsoleid.

Aber sss..llss gut unddieMske s kpu.
n i mn Elli...
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Erzähler » Montag 24. Oktober 2016, 19:05

Delilah hörte den Ausführungen Leons und Basils interessiert zu, doch sie sah auch mit wachsender Besorgnis Leons Zustand.
"War das der erste Fall dieser Art seit meinem Verschwinden?"
, fragte Delilah leise.
Leon sah sie an und zuckte mit den Schultern.
„Ich war nicht hier. Ich weiß es nicht.“
Er hatte ja erzählt, dass er mit Darna und Basil zusammen auf diesem seltsamen „Prüfungsdings“ war. Delilahs Gedanken verstrickten sich wahrscheinlich immer mehr in ihren Erinnerungen, so dass sie es nicht bemerkt hatte. Ihre Bemühung hatte nichts gebracht, der Hauch war wieder aufgetaucht. Die Enttäuschung saß tief. Sie war zusammen gebrochen, bevor sie ihr Werk an Olia hatte beenden können...oder? Die Fehleinschätzung ihrer eigenen Kräfte hatte einen teuren Preis gefordert. Wäre sie früher auf dem Hof erschienen, vielleicht hätten sie eine Ausbreitung noch verhindern können? Sie hörte ihm weiter zu.
"Da war dieser Junge mit einer Maske gewesen. Er hatte den „Hauch“ verbreitet und war ein ...ein Untoter.“
Delilah sog scharf die Luft ein.
"Ein Junge? Mit einer Maske... O...Olias Bruder...“
Der Junge... ein Untoter. Wie der, den der Vater gefunden hatte. Aber dieser Bauer war an Zombiefäule gestorben. Nicht am Hauch. Und der Junge war fort gewesen, als sie den Bauernhof erreicht hatte... mit der Maske...
"Ist die Maske zerstört?!"
Leon nickte. Hätte sie den Jungen noch retten können, wenn sie anders gehandelt hätte? Er war lange vor ihrer Ankunft schon vom Hof verschwunden gewesen, also was hätte sie tun können?
„Ja ist sie.“
Sie ließ sich neben Leon auf der Bank nieder und legte ihm eine ihrer Hände auf seinen Brustkorb. Sie merkte, wie er sich kurz anspannte. Die Geste hatte etwas vertrauliches an sich, aber dann fiel etwas in ihm zusammen und er sackte förmlich zusammen.
"Lass uns bald in die Akademie gehen, ja? Du brauchst eine Pause, Leon. Du hast wahrscheinlich eine Katastrophe verhindert. Ihr drei zusammen habt die Katastrophe verhindert.“
, sagte sie, den letzten Satz etwas lauter und zu Basil gewandt, ehe sie sich wieder Leon zuwendete. Die Hand auf seinem Körper wurde warm und zeigte ein leichtes Leuchten. Delilah öffnete einem kleinen Strom an Energie zu Leons Körper, der sich anfühlte, als wenn sie ihn ein ein schwarzes Loch strömen lassen würde. Leon nahm dankbar jeden Funken Lichtmagie, den sie ihm gab, aber sie gab nur ein wenig, zur Erholung, Entspannung, um ihm ein kurzes Durchatmen zu ermöglichen. Sie wusste nicht, was ihr noch bevor stand und wenn sie eines gelernt hatte, dann mit ihren Kräften gut zu haushalten.
"Der Junge gehört zu dem Bauernhof, Leon. Seine Schwester ist das Mädchen... bei dem ich die Kontrolle verloren habe. Die Maske war auch dort... der Vater hatte sie auf einem Schlachtfeld gefunden. An einem untoten Dunkelelfen, glaube ich... er starb bei uns im Heilertrakt an Zombiefäule.."
, sagte sie leise.
„Himmel... so langsam fügen sich die einzelnen Teile zusammen. Wir müssen das berichten.“
Mit einem prüfenden Blick löste sie ihre Hand von Leons Brust, nun spürte sie seinen Herzschlag nicht mehr so angenehm unter ihren Fingern. Es ging ihm besser, auch wenn er sicher mehr als nur einen Tag brauchen würde um sich vollständig zu erholen. Die tiefen Augenringe waren verschwunden und als sie schräg zu ihm hoch sah, sah sie auch diesen metallisch wirkenden Glanz in seinen Augen. Ein leichter Schimmer von Gold, der über seine silbernen Irriden huschte und sofort wieder in der Tiefe seines Blicks verschwand.
Sie drehte sich um und musterte Basil, ob er auch ihre Hilfe benötigen könnte. Der winkte dankend ab.
„Mir geht’s gut. Danke.“
So ganz glaubte sie ihm nicht, denn dafür sah er ebenfalls zu müde aus. Die drei würden noch jede Menge Hilfe brauchen um wieder ganz gesund zu werden und was mit Darna los war, musste noch geklärt werden.


"Ja! Bitte. Rettet sie"
, krächzte ihr die aufgewühlte Stimme brechend entgegen. Sie wollte diese Last nicht mehr. So wunderschön die Erfahrungen der Heilung gewesen waren, sie würde sie nie vergessen, aber sie mochte es auch nicht weiter ertragen, die Schicksale der Menschen so intensiv zu erleben und immer wieder die Grenzen zu sehen, wann sie nichts mehr für sie tun konnte: Harris zerstörte Lunge. Die Katastrophe, als sie bei Pet die Ader geheilt hatte, statt direkt den Hauch anzugehen... und Rosas Kind, das sie nicht hatte retten können. Die Erinnerung an Letzteres bestand aus dem Anblick des schwarzen gekrümmten Objektes in Rosa und dem Bild von einem blutenden Wurm, der sich in Asche wand, als würde es noch leben.
Und wie willst du ertragen, was auf einem Schlachtfeld passiert?
Ein innerliches Ächzen. Gleichzeitig ahnte und hoffte sie, dass all diese Erlebnisse als 'Feuertaufe' (und auch mit Feuer hatte sie ausreichend zu tun gehabt) für eine siebzehnjährige Knappin einfach genug waren. Es reichte.
"Bitte beschützt sie"
, krächzte sie noch eindringlich. Darna vertraute genug in Florencia, um davon auszugehen, dass alles seine Richtigkeit haben würde. Ein Gegengewicht darstellte zu allem, was einfach nicht richtig war. Nicht auszudenken, was passierte, wenn weitere solcher Attacken kämen...
Nochmal schien sie aus immer lauter und undifferenzierter summenden Gedanken aufzuschrecken:
"Sie braucht Licht. Auch nachts."
Mutter Seramis nickte. Die Knappin versuchte, ihren rechten Arm aus der Decke zu befreien und die Priesterin half ihr. Sie nahm sanft ihre Hände in die ihren und drückte sie beruhigend. Die grünen Funken kitzelten bei Hautkontakt. Leider wurde Darnas Gekrächze immer unverständlicher:
"Der Hauch war.. ein Dämon.
Er hat sie.. gestohlen. Ichwarzu
müde, es tutmirsoleid.
Aber sss..llss gut unddieMske s kpu.
n i mn Elli...
"

„Schhhhhh....ganz ruhig...“

Die letzten leisen Worte hatte sie mit leichtem Stirnrunzeln vernommen, aber anscheinend nicht verstanden. Ihre grün schimmernden Daumen glitten zart über Darnas Handrücken.
„Eins nach dem anderen. Dein Herz hat sie frei gegeben, das ist alles was nötig war und dafür Danke ich dir. Ich werde jetzt die Kerne an mich nehmen und du kaust das hier... „
Sie griff in ihr Haar und zupfte dort ein Blatt von der Apfelblütengirlande, die ihr blondes Haar schmückte, rollte ein paar grüne Funken hinein und steckte es Darna in den Mund. Waren die nicht aus Seide? Tatsächlich waren sie echt und schmeckten leicht süßlich.
„... das wird helfen, aber schlafen musst du trotzdem bald. Es wirkt nur eine Stunde, dann geht es dir wie vorher.“
Sie nickte und stand dann auf.
„Ich bin jeden Abend hier, wenn du noch etwas auf dem Herzen hast. Ich muss mich jetzt vorrangig um die Kerne kümmern und du solltest zu deinen Freunden gehen.“
Gehen? Ja, warum eigentlich nicht! Mit jedem Kauen ging es Darna besser. Das Mittel, was sie ihr gegeben hatte wirkte schnell. Mit jedem Mal schlucken rann kribbelnde Energie in Darnas Muskeln und sie fühlte sich schlichtweg: SUPER!
Mutter Seramis lächelte, nahm die Seelenrose in den Arm, streichelte das verdorrte Köpfchen in einer tröstenden Geste und ging langsam davon. Sah Darna sich um, konnte sie ihre drei Begleiter im vorderen Teil des Tempels sitzen sehen.
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Delilah » Freitag 28. Oktober 2016, 12:01

„Ja ist sie.“
Delilah fiel ein großer Stein vom Herzen. Die Maske war zerstört. Das war gut, sehr gut. Vielleicht war so der Ursprung des Übels auch verschwunden. Sie hoffte, dass sich der Hauch nun nicht mehr weiter verbreiten würde. Die drei hatten große Anstrengungen unternommen, um der Lage Herr zu werden und hoffentlich nichts übersehen. Die Novizin war schrecklich erleichtert, doch sie sah auch die Erschöpfung in den Augen der beiden jungen Männer. Leon war dazu zusätzlich noch völlig ausgelaugt davon, dass er Darna mit seinem Licht unterstützt hatte.
Sie ließ sich neben Leon auf der Bank nieder und legte ihm eine ihrer Hände auf seinen Brustkorb. Sie merkte, wie er sich kurz anspannte. Delilah lächelte ihn beruhigend an. Sie hatte keine Hintergedanken, das Einzige, was sie gerade wollte war ihm helfen. Die Geste hatte etwas Vertrauliches an sich, doch so eine Nähe war nun mal notwendig, wenn man einem Patienten helfen wollte. Dann fiel etwas in ihm zusammen und er sackte förmlich zusammen.

"Lass uns bald in die Akademie gehen, ja? Du brauchst eine Pause, Leon. Du hast wahrscheinlich eine Katastrophe verhindert. Ihr drei zusammen habt die Katastrophe verhindert., sagte sie, den letzten Satz etwas lauter und zu Basil gewandt, ehe sie sich wieder Leon zuwendete.
Nun, da sie ein wenig ihrer Energie Leon schenkte, spürte sie erst wie leer er war. Er hatte sich völlig verausgabt! Ihr besorgter Blick traf ihn… er musste mehr auf sich achten! Es war als wenn ihr kleiner Strom in ein schwarzes Loch tropfen würde… Doch welches Recht hatte sie, ihm Vorwürfe zu machen?! Keines. Er hatte das richtige getan und zum richtigen Zeitpunkt geholfen. Sie hätte sicher nicht anders gehandelt als er. Er würde nun jedoch ein paar Tage brauchen, ehe er sich völlig erholt haben würde. Kurz huschte der Gedanke durch ihren Kopf, ob sie ihm etwas mehr Energie geben sollte, doch den scheuchte sie so hastig fort, dass er kaum richtige Form annehmen konnte. Nein! Wenn sie etwas gelernt hatte, dann das sie vorsichtig sein musste wie viel ihrer Kraft sie gab… Leon würde sich auch so erholen und sie wusste nicht, was ihnen die nächste Zeit noch bevorstand.

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„Himmel... so langsam fügen sich die einzelnen Teile zusammen. Wir müssen das berichten.“

Ja, das mussten sie. Genauso wie von den Gefahren im Nebel, Rugta… was auf dem Bauernhof geschehen war. „Vielleicht können wir das zusammen tun, dann können wir gegenseitig unser Wissen ergänzen. Die Magi wissen ja sicher über dein... Zuhause bescheid?"
Sie wollte Leon nicht bloßstellen oder seine Geheimnisse verraten, das war ihr wichtig, aber noch wichtiger war, dass sie ihren Bericht abgab. Und man ihr auch glaubte. Und wie sollte sie von Dunkelelfen im Nebel erzählen, wenn sie nicht erklären konnte, was sie im Nebel gemacht hatte? Die Akademie wusste doch auch, dass sie nicht auf Mission war, sondern gesund gepflegt wurde... oder?
Sie würde einiges erzählen müssen. Dass die Dunkelelfen bis in die Nebellande eingedrungen waren, dass sie Rugta erobert hatten und nun Tunnel graben wollten, um eine Stadt zu erobern... ihre Stadt? ... und dass ihre Orks auch überall lauerten. Ob die beiden Zwerge, die bei Verano waren, auch tot waren? Ob sie etwas hatten ausrichten können...? Wie stand es wohl um Rugta?

Sie löste ihre Hand von Leons Brust und ließ ihren prüfenden Blick über ihn gleiten. Die tiefen Augenringe waren verschwunden und als sie schräg zu ihm hoch sah, sah sie auch diesen metallisch wirkenden Glanz in seinen Augen. Ein leichter Schimmer von Gold, der über seine silbernen Irriden huschte und sofort wieder in der Tiefe seines Blicks verschwand. Sie hatte noch nie gesehen, dass sich Magie in den Augen spiegelte. Erstaunlich. Sie sah Leon einen Moment zu lang in die Augen. Sie würde ihm bald von Verano erzählen müssen… ihr Herz wurde schwer.
Sie drehte sich hastig um und musterte Basil, ob er auch ihre Hilfe benötigen könnte. Der winkte dankend ab. „Mir geht’s gut. Danke.“
So ganz glaubte sie ihm nicht, denn dafür sah er ebenfalls zu müde aus. „Sicher?“ Die drei würden noch jede Menge Hilfe brauchen um wieder ganz gesund zu werden und was mit Darna los war, musste noch geklärt werden.
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Lebensenergie:

Geld: 0D, 10L, 100F
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* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
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* handgeknüpftes Armband (von Mil Bromer)
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* Kinderholzschwert von Elli
* Diplomatenring Jorsans
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 31. Oktober 2016, 18:08

„Schhhhhh....ganz ruhig...“ Sie mochte diese Worte nicht. Wirklich nicht! Trotzdem gab sie endlich Ruhe. Es brachte ja nichts. Willst du ihr wirklich schon von Elli erzählen? Ohne Weiteres? Was wird die Kleine sagen, wenn sie Ritter werden will, aber ausgerechnet DU sorgst dafür, dass sie hier landet und vielleicht Priesterin werden soll? Ein Stolperstein in ihren Gedanken, während die Priesterin für etwas Ordnung sorgte:
„Eins nach dem anderen. Dein Herz hat sie frei gegeben, das ist alles was nötig war und dafür Danke ich dir. Ich werde jetzt die Kerne an mich nehmen und du kaust das hier... „
Sie griff in ihr Haar und zupfte dort ein Blatt von der Apfelblütengirlande, die ihr blondes Haar schmückte, rollte ein paar grüne Funken hinein und steckte es Darna in den Mund. Waren die nicht aus Seide? Tatsächlich waren sie echt und schmeckten leicht süßlich.
„... das wird helfen, aber schlafen musst du trotzdem bald. Es wirkt nur eine Stunde, dann geht es dir wie vorher.“

Überrascht rollte Darna das Blatt im Mund und spürte, wie etwas auf ihrer Zunge angenehm prickelte. Sie vertraute der Priesterin einfach schon aufgrund ihrer Position genug, dass sie aus ihrer Hand sogar Wachsobst gegessen hätte, aber der Verstand wollte eben auch überzeugt werden. Eine Stunde... ein Detail, das sie sich gründlich merkte.
Ich muss nach Hause. Nach Hause? Oder in die Akademie. Zur Inquisition? Mrrm. Darna bezweifelte leise, dass sie es überleben würde, wenn sie sich zuerst zur Inquisition begäbe. Nicht wegen drohenden Konsequenzen wie womöglich einem Reinigungsritual, sondern weil sie trotz ihres geschwächten Zustandes es durchaus für möglich hielt, dass die Inquisitoren da andere... Prioritäten setzten...

Die Knappin beobachtete, wie die Priesterin aufstand, während ihr Blick rasch immer wacher wurde. „Ich bin jeden Abend hier, wenn du noch etwas auf dem Herzen hast. Ich muss mich jetzt vorrangig um die Kerne kümmern und du solltest zu deinen Freunden gehen.“
Darna nickte, was sie mit einem bedächtigeren Kopfneigen verband. Ja, die Kerne waren jetzt wichtiger.
"Ich danke Euch, Mutter Seramis. Oh, und wir haben als Licht nachts Lichtmagie verwendet. Ich... weiß gar nicht, ob Kerzen oder so gereicht hätten." Flüchtig zögerte sie. Sie wirkt nicht, als wüsste sie nicht, was sie da vor sich hat... Sie wissen hier mehr über die Pflanze, als die Magier, oder? Das war einerseits nur naheliegend, andererseits konnte sie sich schwer vorstellen, dass die Magier, die damit experimentiert hatten, nicht die naheliegendste Informationsquelle in Anspruch genommen hatten, um danach die Pflanze auch bewahren zu können. Aber warum sollten die Priester ihnen das sagen? Die Gefahr des Missbrauchs ist doch offensichtlich. Darna entschied sich für einen Mittelweg:
"Sollten dringende Fragen auftauchen, dürften wir über die Akademie zu erreichen sein." Es war zu merken, dass die Knappin sich trotzdem noch immer um das Schicksal der Seelenrose und ihrer Kerne sorgte und schlicht Hilfe anbot.
"Ich werde Euch sicher noch aufsuchen." Sie neigte verabschiedend in tiefem Respekt den Kopf. "Und auch einen umfassenderen Bericht fertigen, sobald ich kann, es gibt noch mehreres, was angesprochen werden sollte." Elli...
Mit jedem Kauen ging es Darna besser. Das Mittel, was sie ihr gegeben hatte wirkte schnell. Mit jedem Mal schlucken rann kribbelnde Energie in Darnas Muskeln und sie fühlte sich schlichtweg: SUPER!
Die Priesterin nahm die Pflanze an sich und streichelte vorsichtig über das verdorrte Köpfchen.

"Aber eine Frage bitte noch", hob Darna wieder den Blick, "Am Tor erwähnte eine Schülerin der Lichtakademie, im Kottenhaus hätten sie 'einige schlimme Tage' gehabt. Könnt Ihr mir ungefähr sagen, was dort vor sich geht?"
Das ist sehr vage, Darna... Die Kerne...! Sie atmete kurz ein und präzisierte:
"Wir halten den Hauch für besiegt. Gibt es eine andere, neue Bedrohung?"
Vielleicht kann Magus Quaturus bald zurück...

Als Darna sich schließlich umsah, konnte sie ihre drei Begleiter im vorderen Teil des Tempels sitzen sehen. Welch schönes Gefühl, wieder auf eigenen Füßen zu stehen! Sie hielt die Decke wie einen Mantel vorne zu und tappste vorsichtig über den steinernen Boden des Andachtsraumes, hielt inne, sah zu dem Abbild des vollen Mondes, das der Tempeldiener zuvor noch abgestellt hatte.
'Ma hat gesagt, ich soll Ste suchen!'
"Wenn Elli 'Manthala' gemeint hat und du deinen Anteil an allem hattest, will ich auch dir danken, Göttin der Nacht...", flüsterte sie gedämpft dem Mond zu.
Sie neigte ehrfürchtig den Kopf. Manthala stellte wohl die letzte in der Liste von all dem dar, was Darna als verehrungswürdig betrachtete, aber sie akzeptierte sie als Göttin, der noch ehrfürchtiger Respekt gezollt zu werden hatte. Außerdem... wenn ihr leiser Verdacht nicht zutraf, hatte sie zumindest gerade nichts Falsches gesagt.

Eine Stunde... Sie hob den Kopf und wusste, dass ihr die Zeit durch die Finger rann, aber sie hätte auch gerne Lysanthor den gebührenden Respekt gezollt, erst recht wenn sie schon mal im Tempel war.
Andererseits, es ist nachts... Was soll das jetzt? Eine Stunde nur. Falscher Zeitpunkt. Verzeih mir. Sie hob den Blick zur Decke des Saales, als könne ihr dort irgend etwas helfen, ging dann zunächst zu den Dreien nach vorne und verschaffte sich einen Überblick über die Situation. Als sie die ersten verwunderten Blicke erntete, dass sie auf ihren eigenen Füßen stand, erklärte sie:
"Die Kerne sind in Sicherheit. Die Priester werden sich um sie kümmern.
Mutter Seramis hat mithilfe von Magie dafür gesorgt, dass ich mich wesentlich besser fühle. Aber es wird nur eine Stunde halten, danach wird mein Zustand wieder wie zuvor sein."

Ihre Worte klangen ernst, und sie schien selber über diesen Umstand besorgt. Ihr Blick wanderte über die drei. Jetzt geht es mir besser als den beiden, irgendwie ist das ungerecht. Fast makaber. Sie atmete einmal angespannt durch und suchte Leons Blick. Über Darnas Stirn zogen sich kritische leichte Falten und sie trat noch etwas näher. Dieser Ruß... Woher kommt der? Hab ich...?
"Leon, ich weiß in etwa, was mit mir passiert ist und wir alle brauchen die Möglichkeit, uns erstmal körperlich endlich zu erholen." Ihr Blick huschte zu Basil. "Basilius, vielleicht möchtest du dafür lieber zum Grafen - und dort dann auch berichten, was geschehen ist?"
Sie selber schien nicht dort hin zu wollen. Was sicher auch nachvollziehbar war, wenn sie in einer Stunde wieder aussähe wie vorher. Ungewöhnlich war aber auch, dass sie ihn 'Basilius' nannte; sie entschied sich gerade bewusst dazu, den Spitznamen, mit dem ihn auch die anderen stets herablassend gerufen hatten, fortan zu meiden, erwies ihm eine neue Form von Respekt.

Sie gab schon ein seltsames Bild ab: in diese Pferdedecke und ein Laken gehüllt, barfuß, und doch mit solchen geraden, steifen Elementen in der Haltung und einer so klaren Artikulation, dass sie unmöglich ein Mädchen aus der Gosse hätte sein können, selbst ohne den breiten silbernen Ring an ihrer linken Hand.
"Und dann werde ich Hilfe brauchen", erklärte sie etwas leiser. "Von den Magiern der Akademie", sie holte noch einmal Luft, "oder der Inqusition."
Sie wartete die Reaktionen ab und ihr Blick huschte auch einmal unsicher über Delilah. Was mochte sie jetzt denken?

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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 3. November 2016, 09:29

„Mir geht’s gut. Danke.“
So ganz glaubte die junge Lichtnovizin ihm nicht, denn dafür sah er ebenfalls zu müde aus. Aber man hatte sie auch gelehrt, dass nicht jeder sich sofort von einem Magier helfen lassen wollte. Viele Menschen hatten Angst vor Magie oder wollten schlicht demjenigen der ihnen half nichts schuldig bleiben, also heilte man jemanden nicht einfach ungefragt. - War Leon vielleicht deswegen bei ihrer spontanen Berührung zusammen gezuckt? Basil ging es auf jeden Fall auch nicht gut, aber er hielt höflichen Abstand. Der junge Mann beobachtete alles sehr genau und musterte sie auch immer hin und wieder. Wahrscheinlich machte er sich auch so seine Gedanken über das was hier vor ging. Delilah fragte aber trotzdem noch einmal nach:
„Sicher?“
und erntete ein erneutes Nicken. Sein Blick huschte auch kurz zu Leon hinüber, aber verweilte dort nicht.
„Danke, nein. Es geht schon.“
Er wirkte etwas nervös, als ob er befürchtete, dass seine Ablehnung bei ihr auf Abwehr stoßen könnte, aber Delilah wusste die drei würden noch jede Menge Hilfe brauchen um wieder ganz gesund zu werden und was mit Darna los war, musste noch geklärt werden. Sie musste einfach nur abwarten.

Darna beobachtete, wie die Priesterin aufstand, während ihr Blick rasch immer wacher wurde.
„Ich bin jeden Abend hier, wenn du noch etwas auf dem Herzen hast. Ich muss mich jetzt vorrangig um die Kerne kümmern und du solltest zu deinen Freunden gehen.“
Darna nickte, was sie mit einem bedächtigen Kopfneigen verband. Ja, die Kerne waren jetzt wichtiger.
"Ich danke Euch, Mutter Seramis. Oh, und wir haben als Licht nachts Lichtmagie verwendet. Ich... weiß gar nicht, ob Kerzen oder so gereicht hätten. ...Sollten dringende Fragen auftauchen, dürften wir über die Akademie zu erreichen sein. Ich werde Euch sicher noch aufsuchen."
Sie neigte verabschiedend in tiefem Respekt den Kopf.
"Und auch einen umfassenderen Bericht fertigen, sobald ich kann, es gibt noch mehreres, was angesprochen werden sollte."
Elli...

Die Priesterin nahm die Pflanze an sich und streichelte vorsichtig über das verdorrte Köpfchen.
"Aber eine Frage bitte noch“
, hob Darna wieder den Blick und erntete einen strengen Blick, da sie die Heilung der Pflanze verzögerte. Trotzdem sprach sie mutig weiter.
"Am Tor erwähnte eine Schülerin der Lichtakademie, im Kottenhaus hätten sie 'einige schlimme Tage' gehabt. Könnt Ihr mir ungefähr sagen, was dort vor sich geht? ...Wir halten den Hauch für besiegt. Gibt es eine andere, neue Bedrohung?"
„Dann solltet ihr vielleicht in der Lichtakademie nachfragen."
Sie neigte nachdenklich den Kopf und fuhr fort:
„In den letzten Tagen haben sich viele an die Priesterin Lysanthors gewandt. Sie könnte darüber vielleicht etwas sagen, aber ich hatte hier zu tun und kümmere mich um den Dienst an Florencia. Das ist meine Aufgabe... Ihr solltet vielleicht nach eurer suchen.“
Sie lächelte zum Abschied und verschwand.
Als Darna sich schließlich umsah, konnte sie ihre drei Begleiter im vorderen Teil des Tempels sitzen sehen. Sie hielt die Decke wie einen Mantel vorne zu und tappste vorsichtig über den steinernen Boden des Andachtsraumes, hielt inne, sah zu dem Abbild des vollen Mondes, das der Tempeldiener zuvor noch abgestellt hatte.
'Ma hat gesagt, ich soll Ste suchen!'
"Wenn Elli 'Manthala' gemeint hat und du deinen Anteil an allem hattest, will ich auch dir danken, Göttin der Nacht..."

, flüsterte sie gedämpft dem Mond zu, der silbern schillerte.
Sie neigte ehrfürchtig den Kopf. Sie hob den Blick zur Decke des Saales, als könne ihr dort irgend etwas helfen, ging dann zunächst zu den Dreien nach vorne und verschaffte sich einen Überblick über die Situation. Als sie die ersten verwunderten Blicke erntete, dass sie auf ihren eigenen Füßen stand, erklärte sie:
"Die Kerne sind in Sicherheit. Die Priester werden sich um sie kümmern.
Mutter Seramis hat mithilfe von Magie dafür gesorgt, dass ich mich wesentlich besser fühle. Aber es wird nur eine Stunde halten, danach wird mein Zustand wieder wie zuvor sein."

Ihre Worte klangen ernst, und sie schien selber über diesen Umstand besorgt. Ihr Blick wanderte über die drei. Sowohl Leon, als auch Basil sahen geschafft, müde und irgendwie angespannt aus, als sie zu ihnen kam, aber das war sie auch. Sie atmete einmal angespannt durch und suchte Leons Blick. Über Darnas Stirn zogen sich kritische leichte Falten und sie trat noch etwas näher.
Dieser Ruß... Woher kommt der? Hab ich...?
"Leon, ich weiß in etwa, was mit mir passiert ist und wir alle brauchen die Möglichkeit, uns erstmal körperlich endlich zu erholen."

Leon hob fragend die Brauen, als ob er sich nur zu gern über den Inhalt ihres Wissens mit ihr sofort abgesprochen hätte, aber er sah auch zu Delilah. Vertrauen musste man sich erarbeiten und die hübsche Lichtmagi in den feinen Kleidern war noch sehr neu in ihrer kleinen Gruppe. Er sah zu Basil und Darnas Blick folgte ihm.
"Basilius, vielleicht möchtest du dafür lieber zum Grafen - und dort dann auch berichten, was geschehen ist?"
Er hob den Kopf und ein kurzer Blickwechsel mit Leon folgte, dann sah er Darna fest in die Augen und antwortete mit einem schlichten:
„Nein. Ich bleibe.“
Darna fuhr vielleicht etwas irritiert fort.
"Und dann werde ich Hilfe brauchen... Von den Magiern der Akademie"
, sie holte noch einmal Luft,
"oder der Inquisition."
Sie wartete die Reaktionen ab und ihr Blick huschte auch einmal unsicher über Delilah. Was mochte sie jetzt denken? Leon hob den Blick und streckte sich angestrengt in eine etwas geradere Position, was ihr allerdings auch zeigte, wie fertig er war. Er hatte noch immer tiefe Augenringe, aber er sah auch ein wenig besser aus, als zu dem Zeitpunkt da sie ihn verlassen hatte. Basil hingegen hielt sich gerade so noch aufrecht und wirkte so, als wenn er jeden Moment einfach umfallen und einschlafen könnte. Er hatte rot geäderte Augen und seine Wangen wirkten etwas grau, was aber auch an der Asche liegen könnte, die auch seine Kleidung an manchen Stellen noch bedeckte.
„Die Rose ist also versorgt. Das ist gut!“
Leon schien aufrichtig erleichtert und die Nachricht nahm auch eine große Last von seinen Schultern. Er sackte wieder ein Stück in sich zusammen.
„Darna, bevor wir uns ausruhen muss ich mit dir reden. Es gibt etwas, dass du wissen musst.“
Er sah so müde aus, aber auch ernst und entschlossen.
„Es ist wichtig für unser weiteres Vorgehen.“
Seltsamer Weise nickte Basil bestätigend und schaute ebenso ernst, fast ein wenig finster, oder besorgt. Im Gegensatz zu Leon war sein Gesichtsausdruck immer leicht zu lesen gewesen, aber jetzt gab er sich Mühe, dass man es ihm nicht ganz so viel ansah. Was auch immer während Darnas Ohnmacht geschehen war, es beschäftigte die beiden sehr und hatte sie anscheinend einander näher gebracht. Sie hielten zusammen. Basil übernahm kurz:
„Wir sollten einen neutraleren Ort aufsuchen, wo alles in Ruhe besprochen werden kann. Und das bevor irgendetwas entschieden oder weiter getragen wird.“
Diesmal war es Leon der bestätigend nickte.
„Hat jemand eine Idee, wo wir ungestört wären?“
Vielleicht könnte Delilah hier eine Idee haben, die einen Herzenswunsch mit etwas nützlichem verbinden könnte.
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Delilah » Donnerstag 10. November 2016, 01:55

"Und dann werde ich Hilfe brauchen... Von den Magiern der Akademie oder der Inquisition."
Delilahs einzige Reaktion war ein leichtes Heben der Brauen und ein kurzer prüfender Blick, der Darna und ihre Umgebung abtastete. Keine schwarzen Schatten soweit, nichts was sie an Omniel erinnert hätte… aber der war ja auch von einem Dämon verfolgt worden. So ein schwerwiegendes Problem hatte die ältere Adelstochter ja sicher auch nicht.
Delilah holte kurz Luft. „Wenn ich helfen kann, sagt bitte Bescheid.“, sagte sie leise. Stimmen hallten in heiligen Hallen immer so weit, trugen sie weit fort… manchmal auch bis zu den Ohren der Götter. „Solltet Ihr wirklich zur Inquisition wollen… was Ihr euch gut überlegen solltet… so kenne ich dort einen vertrauenswürdigen Templer, an den wir uns… oder Ihr euch… sicherlich wendet könnt.“
Sie stellte keine Fragen mehr, sie vertraute Leon und die Gastfreundschaft von Darnas Eltern verschaffte ihr einen Vertrauensvorschuss. Wenn die drei sie einweihen wollten, würden sie das sicher noch tun. Bis dahin würde sie tun, was sie konnte, um zu helfen. Denn wenn es stimmte, was sie bisher gehört hatte, dann hatten diese drei jungen Blaublüter Jorsas Schicksal zum besseren beeinflusst und den Hauch abgewehrt. Während sie in weichen Federbetten gelegen hatte, unfähig sich zu rühren. Schuld und Ärger zogen wie dunkle Wolken in Delilah auf. Sie ärgerte sich so über ihren vergangenen Fehler und die Probleme, die daraus entstanden waren. All die Dinge, die sie nicht hatte tun können, all die Opfer, die andere für sie auf sich genommen hatten.
Nun war es an der Zeit diese Geschenke zu nutzen und wieder Licht in die Welt zu tragen. Ein entschlossener Ausdruck schmückte ihr Gesicht und Schuld und Ärger waren verschwunden.

„Die Rose ist also versorgt. Das ist gut!“
Leon schien aufrichtig erleichtert und die Nachricht nahm auch eine große Last von seinen Schultern. Er sackte wieder ein Stück in sich zusammen. Delilah warf ihm einen besorgten Blick zu. Am liebsten hätte sie die drei sofort zur Akademie gebracht und in Betten gesteckt, damit sie sich ausschlafen konnten.
„Darna, bevor wir uns ausruhen muss ich mit dir reden. Es gibt etwas, dass du wissen musst.“
Er sah so müde aus, aber auch ernst und entschlossen.
„Es ist wichtig für unser weiteres Vorgehen.“
Seltsamer Weise nickte Basil bestätigend und schaute ebenso ernst, fast ein wenig finster, oder besorgt.
„Wir sollten einen neutraleren Ort aufsuchen, wo alles in Ruhe besprochen werden kann. Und das bevor irgendetwas entschieden oder weiter getragen wird.“
Diesmal war es Leon der bestätigend nickte.
„Hat jemand eine Idee, wo wir ungestört wären?“

Vor Delilahs innerem Auge huschte das Bild einer lichtdurchfluteten Küche vorbei, gefolgt von einem sehnsüchtigen Ziehen in ihrem Herzen. Sie konnte den vertrauten Geruch ihres Zuhauses fast schon wahrnehmen, die heißgeliebten Alltagsklänge von Straße, Haus und Garten. Ihr Pflichtgefühl sagte ihr immer noch, dass sie schnellstmöglich zur Akademie sollte, aber vorher einmal Informationen auszutauschen und zu besprechen wäre doch sicher auch keine schlechte Idee?
Vielleicht hatte sie so auch die Möglichkeit in Ruhe alleine mit Leon zu reden… und… vielleicht… war es auch „ein wenig“ die Sehnsucht nach dem vertrauten Gesicht ihrer Moma, ihrem Lächeln, das ihre Augen zum Strahlen brachte, ihren sanften, aber kräftigen Händen und der tröstenden Umarmung. Ja, es war auch diese Sehnsucht, die aus Delilah sprach, als sie sich räusperte und leise sagte:
„Also… das Haus meiner Großmutter ist nicht weit von hier. Wir könnten… also wir könnten dorthin gehen…“ Ein fast schüchternes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Das war zumindest mein erster Gedanke…“ Was ihre Großmutter wohl sagte, wenn ihre verschollene Enkeltochter an ihre Tür klopfte und drei Adlige in ihr einfaches Haus brachte? Noch dazu völlig verrußte, verdreckte, zerfledderte und gewaltig erschöpfte junge Adlige, in fragwürdiger Bekleidung, wenn man einen Blick auf Darna warf. Bei dem Gedanken wurde Delilahs Lächeln noch breiter. Sie vermisste ihre Großmutter so sehr und nun, da sie die Idee eines Besuches zugelassen hatte, wurde das Ziehen in ihrer Brust noch stärker, als spürte ihr Herz die Anwesenheit des so heißgeliebten Menschen.
Sie sah die drei Rußvögel fragend an.
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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 10. November 2016, 11:13

„Dann solltet ihr vielleicht in der Lichtakademie nachfragen."
Mpfh. Ja. Ich dachte nur... die Florencia-Priesterschaft wüsste auch, was im Kottenhaus... so vor sich geht. Sie presste kaum merklich die Lippen zusammen, während sich ihr Kopf eine Spur tiefer zwischen die Schultern zog.
„In den letzten Tagen haben sich viele an die Priesterin Lysanthors gewandt. Sie könnte darüber vielleicht etwas sagen, aber ich hatte hier zu tun und kümmere mich um den Dienst an Florencia. Das ist meine Aufgabe... Ihr solltet vielleicht nach eurer suchen.“
'Kümmer dich um deinen eigenen Kram.' Verbal wirkten die Worte auf Darna wie eine klare, fast schon unhöfliche Abfuhr, hätten das Verhalten der Priesterin und die Umstände insgesamt nicht diesem Eindruck widersprochen. Die Knappin war es leider gewohnt, dass selbst übelste Beleidigungen von höflich formulierten Floskeln ummantelt daherkamen und ahnte selber, dass sie diese Worte gerade unnötig hart uminterpretierte.
Nach 'ihrer Aufgabe' suchen? Flüchtig musste sie an Eisenfausts Geste denken, wie er ihr den Weg hinaus in die Welt angedeutet hatte - irgend wo hin. Prompt war sie auch in das größte Abenteuer hinein gestolpert, was sicher auch eine fantastische Sache gewesen wäre... hätte sie sich jetzt nicht wie 'damals' auf dem Schiff so ziellos zwischen allen Seiten hängend gefühlt. Sie hätte gleich eine ganze handvoll Orte nennen können, wo sie insgesamt hin wollte, am besten zu jedem zuerst. Und ihr Status dabei? Knappin? So-gut-wie-Ritterin? Dämonisch Verfluchte, Ausgestoßene?
An die Priesterin Lysanthors? Ein Informationsbruchstück, mit dem sie zunächst nicht viel anfangen konnte, auch wenn ihr schwante, dass eine mögliche Erklärung die zurückgekehrten Knappen und angehenden Templer sein mochten? Eine Spekulation, die ihr einen neuerlichen Stich versetzte.
"...HAST DU JEMALS VON EINEM RITTER IM DIENSTE DES KÖNIGS GEHÖRT, DER DAS BÜSSERMAHL TRÄGT? NEIN! LASS MICH ALSO EIN BILD DEINER ZUKUNFT MALEN..."
Sie kniff die Augen zusammen, schob den Unterkiefer mahlend vor und dann zurück und schluckte einmal schwer, bevor sie den Vorraum mit Leon, Basil und Delilah betrat.

Auf ihren Hinweis zu ihrem Wissen über das Geschehene hin erkannte sie, dass Leon am liebsten sofort mit ihr darüber gesprochen hätte - und sie gerne mit ihm. Aber es war hier nicht der richtige Ort dafür, wobei Darna wenig dagegen gehabt hätte, im Tempel zu bleiben. Und Delilah... Vertrauen musste man sich erarbeiten und die hübsche Lichtmagi in den feinen Kleidern war noch sehr neu in ihrer kleinen Gruppe. Sie saß sehr dicht bei Leon. Etwas, was in Darnas Bild von der Verlobten hinein passte, die nun natürlich seine Nähe suchte. Sie versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihr das zusetzte und wandte sich stattdessen möglichst nüchtern an Basil, ob er beim Grafen Bericht erstatten wolle.
"Nein. Ich bleibe."
Huch? Die knappe Feststellung mit dem ungewohnt entschiedenen Klang irritierte sie. Habe ich ihn beleidigt?, fragte sie sich flüchtig besorgt. Dauernd schien sie ihn weg zu schicken... aber er wirkte nicht wütend oder eingeschnappt auf sie. Irgendwie gefiel ihr der entschlossene Ton sogar an ihm, sie hoffte, er entwickelte tatsächlich endlich die Eigenständigkeit, die man bisher immer an ihm hatte vermissen müssen? Nach der Besorgnis schien ihr Blick kurz wärmer zu werden, bevor sie mit dem Wesentlichen fortfuhr:
"Und dann werde ich Hilfe brauchen..."
Das Fräulein hob lediglich leicht die Brauen und schien sie kurz prüfend zu mustern. Naja, dass sie einen Dämon in sich trug, war ihr ja nicht auf die Stirn geschrieben. Die Knappin hielt dem Blick relativ ruhig stand.
„Wenn ich helfen kann, sagt bitte Bescheid.“, sagte sie leise. „Solltet Ihr wirklich zur Inquisition wollen… was Ihr euch gut überlegen solltet… so kenne ich dort einen vertrauenswürdigen Templer, an den wir uns… oder Ihr euch… sicherlich wendet könnt.“
Darna nickte dankend, mit etwas steifer, überkorrekt wirkender Haltung. Hätte die Decke es erlaubt, hätte sie die Hände auf den Rücken gelegt. 'Was sie sich gut überlegen sollte', na toll. Als täte sie das nicht bereits, und als wüsste sie Alternativen. Es war ja der Grund, warum sie eigentlich lieber zur Akademie wollte.
Das Fräulein wirkte flüchtig verstimmt, verärgert, was Darna nicht ganz zuordnen konnte. Unangenehme Erfahrungen mit der Inquisition? Aber der Eindruck verflog schnell.

„Die Rose ist also versorgt. Das ist gut!“
Leon schien aufrichtig erleichtert und die Nachricht nahm auch eine große Last von seinen Schultern. Er sackte wieder ein Stück in sich zusammen. Delilah warf ihm einen besorgten Blick zu.
Neben ihm wirkte sie so klein, was im Sitzen nicht einmal ganz so sehr auffiel, wie wohl im Stehen. Leon war ja schon ein deutliches Stück größer als Darna und Delilah... wirkte daneben mit ihrer Lockenmähne und dem feinen weißen Kleid wie ein hübsches Püppchen. Ob das Leons Geschmack traf? Was wusste sie schon darüber?
Aber es ging gerade auch um Wichtigeres. Leon bestand darauf, dass sie sich vorher noch einmal besprachen. "Es gibt etwas, dass du wissen musst.“
Ich hab einen Dämon in mir, kommentierte sie nüchtern. Wollte er das sagen?
Oder habe ich doch etwas Schlimmes angestellt?
Seltsamer Weise nickte Basil bestätigend und schaute ebenso ernst, fast ein wenig finster, oder besorgt.
„Wir sollten einen neutraleren Ort aufsuchen, wo alles in Ruhe besprochen werden kann. Und das bevor irgendetwas entschieden oder weiter getragen wird.“

Dass Basil so redete und sich so gab, machte ihr Angst, die sich auch in ihrer Mimik zeigte. Dieser Ruß... Habe ich doch jemanden verletzt?! Dass die beiden hier scheinbar nur verdreckt und völlig übermüdet saßen, schloss das ja nicht aus - außerdem, wer sagte ihr, ob sie nicht Verletzungen hatten, die bloß gerade nicht zu sehen waren?
So, wie sie gerade agierten und sich gaben, wirkten sie wie... Kampfgefährten...
Hab ich Rosa oder Pet etwa was angetan? Der Schrecken bohrte sich immer tiefer.
An ihrer Haltung hatte sich äußerlich kaum etwas geändert, und trotzdem schien sie sich nun stattdessen in ihrer Decke eher zu verkriechen, hielt sie wie einen Schutzmantel um sich gewickelt.

„Hat jemand eine Idee, wo wir ungestört wären?“
Darna wären am ehesten die kleinen Andachtsseparees im Tempel eingefallen, wohin Betende sich zurück ziehen konnten, Räume, in denen man der gewählten Gottheit besser huldigen konnte, wenn im großen Gebetssaal gerade die 'falsche' repräsentiert wurde. Aber das war sicher nicht das neutral, was die beiden meinten und man war auch dort vermutlich nicht davor sicher, belauscht zu werden.
Aber Rückzugsräume, in Jorsa? Die waren, soweit Darna sie kannte, rar und nur mit Glück tatsächlich frei von anderen Leuten.
„Also… das Haus meiner Großmutter ist nicht weit von hier. Wir könnten… also wir könnten dorthin gehen…“, meldete sich Fräulein Delilah zu Wort. Ein fast schüchternes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Das war zumindest mein erster Gedanke…“
Darna sah sie kurz nachdenklich an. Sie sollten jetzt zu irgend einer Adelsvilla? Die waren doch weiter weg? Plötzlich huschte ihr durch den Kopf, wie Basil sie vorhin beim Verlassen des Wagens genannt hatte:
„Fräulein Tesséras, würdet ihr mir bitte hinten die Klappe öffnen?“ - also doch nicht adelig? Verwirrt schüttelte Darna kaum merklich den Kopf und atmete tiefer durch, wartete kurz die Reaktionen der anderen ab.
"Was immer ihr für angemessen haltet", überließ sie die Entscheidung den anderen und bat nur: "Aber egal wo hin - bitte zügig."
Mitleidig sah sie die Jungs an. Sie sollten schlafen... Also schwamm Darna mit dem Strom, um alles Nötige möglichst bald hinter sich zu haben.

"Wo habt ihr den Wagen überhaupt aufgetrieben?", fragte sie beiläufig, nachdem sich die Gruppe allgemein in Bewegung gesetzt hatte, "Das alles hat... einen kompletten Tag gedauert?", versuchte sie zudem ihre bisherige Vermutung zu bestätigen.
Aber in ihr brannte eine andere Frage, für die sie nur einen besseren Moment abzupassen versuchte, einen, in dem sie Basil oder Leon leise genug fragen konnte, dass es niemand sonst mitbekam...
Habe ich jemanden ernsthaft verletzt?

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Re: Zu später Stunde im Tempel

Beitrag von Erzähler » Freitag 11. November 2016, 18:31

'Kümmer dich um deinen eigenen Kram.'
Verbal wirkten die Worte der Priesterin auf Darna wie eine klare, fast schon unhöfliche Abfuhr, hätten das Verhalten der Priesterin und die Umstände insgesamt nicht diesem Eindruck widersprochen. Die Knappin war es leider gewohnt, dass selbst übelste Beleidigungen von höflich formulierten Floskeln ummantelt daherkamen und ahnte selber, dass sie diese Worte gerade unnötig hart uminterpretierte und nicht jeder in dieser Welt war wie Gernot.
Ein paar dunklere Gedanken folgten und sie kniff die Augen zusammen, schob den Unterkiefer mahlend vor und dann zurück und schluckte einmal schwer, bevor sie den Vorraum mit Leon, Basil und Delilah betrat. Letztere saß deutlich zu dicht bei Leon. Etwas, was in Darnas Bild von der Verlobten hinein passte, die nun natürlich seine Nähe suchte. Sie versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihr das zusetzte und wandte sich stattdessen möglichst nüchtern an Basil, ob er beim Grafen Bericht erstatten wolle.
"Nein. Ich bleibe."
Habe ich ihn beleidigt?

, fragte sie sich flüchtig besorgt. Er sah nicht so aus als ob er das wäre. Aber dauernd schien sie ihn weg zu schicken... Warum eigentlich? War da vielleicht doch noch immer ein wenig Groll, dass er sie einst mit Gernot traktiert hatte? Hatte sie ihm wirklich verziehen? Konnte sie wahrhaftig vergeben, so wie Lysanthor es gebot? Basilius sah sie ernst an und wirkte irgendwie reifer. Irgendwie gefiel ihr auch der entschlossene Ton sogar an ihm. Nach der Besorgnis schien ihr Blick kurz wärmer zu werden, bevor sie mit dem Wesentlichen fortfuhr:
"Und dann werde ich Hilfe brauchen..."
Dass sie einen Dämon in sich trug, war ihr ja nicht auf die Stirn geschrieben.
„Wenn ich helfen kann, sagt bitte Bescheid.“
, sagte Delilah leise. Die Augen der jungen Lichtmagi blickten unschuldig auf die Knappin. Es waren auch keine Schatten oder andere Indizien zu entdecken die etwas anderes vermuten lassen würden, als reine Ritterlichkeit und Ehrgefühl.
„Solltet Ihr wirklich zur Inquisition wollen… was Ihr euch gut überlegen solltet… so kenne ich dort einen vertrauenswürdigen Templer, an den wir uns… oder Ihr euch… sicherlich wendet könnt.“
Darna nickte dankend, mit etwas steifer, über korrekt wirkender Haltung.
„Die Rose ist also versorgt. Das ist gut!“
Leon schien aufrichtig erleichtert und Delilah warf ihm einen besorgten Blick zu. Neben ihm wirkte sie so klein, ...wie ein hübsches Püppchen. Leon sprach an Darna gewandt weiter:
"Es gibt etwas, dass du wissen musst.“
Ich hab einen Dämon in mir ...oder habe ich doch etwas Schlimmes angestellt?

Basil schaltete sich dazwischen.
„Wir sollten einen neutraleren Ort aufsuchen, wo alles in Ruhe besprochen werden kann. Und das bevor irgendetwas entschieden oder weiter getragen wird.“
Habe ich doch jemanden verletzt?!

Die beiden Männer wirkten sie wie Kampfgefährten, so verrußt, abgekämpft und müde wie sie waren. Genau genommen, waren wirklich nur die beiden wirklich rußig. Basils Brustharnisch wirkte regelrecht angesengt und hatte er schon immer auf der linken Seite etwas kürzere Haare gehabt? Sie selbst hatte zwar auch ein paar schwarze Spuren an sich, aber genau beguckt hatte sie sich noch nicht. So wie die Pferdedecke von außen aussah, hatten die Männer sie mindestens einmal getragen. Ihre nackten Füße waren auch schmutzig, aber nicht sehr. Eigentlich waren sie sogar ziemlich sauber. Was war nur geschehen? Ihre zermarternden Gedanken drehte sich weiter:
Hab ich Rosa oder Pet etwa was angetan?
„Hat jemand eine Idee, wo wir ungestört wären?“
fragte Leon als letztes und unterbrach ihre Grübelein.
„Also… das Haus meiner Großmutter ist nicht weit von hier. Wir könnten… also wir könnten dorthin gehen…“
, meldete sich Fräulein Delilah zu Wort. Ein fast schüchternes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Das war zumindest mein erster Gedanke…“
Darna sah sie kurz nachdenklich an.
"Was immer ihr für angemessen haltet... Aber egal wo hin - bitte zügig... Wo habt ihr den Wagen überhaupt aufgetrieben?"
, fragte sie beiläufig, nachdem sich die Gruppe allgemein in Bewegung gesetzt hatte.
"Das alles hat... einen kompletten Tag gedauert?"
Sie verließen den Tempel.
„Eigentlich sogar fast zwei.“
, flüsterte Basil mit leicht zu ihr gebeugtem Oberkörper. Die Doppeltüren schwangen leise hinter ihnen zu und die kleine Gruppe bestieg wieder den Wagen. Darna ging eilig voran zum Gespann, die beiden Männer hinter ihr und Delilah folgte zurückhaltend. Basil griff einmal geistesgegenwärtig nach Darnas Pferdedecke, da sie sonst sicher über den langen Zipfel beim Aufsteigen auf den Wagen gestolpert wäre und dies zu einer hochnotpeinlichen Situation geführt hätte. Dann half er Delilah zu sich auf den Kutschbock, während Leon zu Darna auf die Ladefläche kletterte.
„Na dann... wo geht’s lang?“

(weiter bei: Wo alles beginnt...)
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