Die Gemächer der roten Dame

Beinahe schlicht und dennoch prachtvoll ist der Palast Jorsans. Er wirkt fast wie eine kleine Stadt inmitten der Stadt mit all seinen Anbauten und häuserartigen Türmen.
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Chasin Halona de Mondragil
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Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Montag 2. März 2015, 22:08

Einstiegspost

(Zwischensequenz – grandessarischer Geheimdienst – irgendwo im Untergrund)

„UND WAS SOLL ICH JETZT UNSEREM HERRSCHER BERICHTEN?“
Die Scherben des gläsernen Kruges waren noch nicht ganz zu Ruhe gekommen, als der offensichtlich hohe Offizier den Bericht seines Spions angehört hatte. Der wütende Schwung seines Armes hatte das Gefäß von seinem Platz gefegt und war in tausend Teile zerschellt, die jetzt zusammen, mit der roten, edlen Flüssigkeit, sich über den spiegelnden Boden verteilten. Die vermummte Gestalt stand still da und hatte die Flut an Beschimpfungen reglos über sich ergehen lassen, die auf seine Nachricht, bzw. das Fehlen von Nachrichten folgten. Viele Fäden der grandessarischen Geheiminformationen liefen hier in diesem Raum zusammen, wurden von Nichtigkeiten befreit und dem Herrscher weiter gegeben. Doch was berichtete man einem ohnehin schon schlecht gelauntem König, wenn man keine Informationen mehr bekam. Nachdem der Sohn und Thronerbe Grandessas heimlich die Stadt verlassen hatte um gegen den Willen seines Vaters das Gespräch mit Jorsa zu suchen, stand es nicht gut um die Laune des Königs. Auch der neue Heerführer hatte diesen Umstand wenig mildern können. Nach einer Ewigkeit des Schweigens, erhob sich wieder die Stimme des vermummten Mannes.
„Es wirkt, als würden der Reihe nach alle unsere Quellen in Jorsa versiegen. Unsere Spione werden enttarnt und still gelegt, aber ich glaube nicht, dass der Grund dafür … in unseren Reihen liegt. Ich habe Untersuchungen angestellt, aber unsere Seite ergab keinen Hinweis auf Verrat.“
„DANN MÜSST IHR HALT JEMANDEN HIN SCHICKEN, DER HERAUSFINDEN KANN, WAS DORT VOR GEHT! ICH WILL RESULTATE! EURE MÄNNER WERDEN WOHL DOCH NICHT ALLESAMT VERSAGER SEIN?!“
„Jawohl Sire!“

Die befehlshabende Stimme beruhigte sich langsam.
„Schickt jemanden, der sowohl mit der höfischen Etikette vertraut, aber auch skrupellos genug ist für Geld alles notwendige zu tun. So jemand wird sich wohl finden lassen. Und jetzt raus hier! Tretet mir nicht wieder ohne Nachrichten unter die Augen!“
Der Spion zog sich zurück und machte sich auf den Weg. Ihm schwebte schon eine ganz bestimmte Person vor, die die geforderten Eigenschaften und Fähigkeiten haben sollte, diesen heiklen Auftrag zu erfüllen. Die Worte seines Auftraggebers, der grandessarischen Armee, hatten ihn auf einen Gedanken gebracht. Es waren tatsächlich fast ausschließlich Männer die sie als Spione an den jorsanischen Hof geschleust hatten. Nun dachte er an eine Frau und zwar an eine ganz bestimmte. Und wenn sie es nicht schaffen sollte, würde sicher ihr Kopf rollen und er würde seine Genugtuung bekommen, dass dieses Frauenzimmer ihn zurück gewiesen hatte. Ein schmales, finsteres Grinsen breitete sich unter seiner Kapuze aus, als er den inneren Ring verließ und die einschlägigen Kneipen nach der gesuchten Person abzusuchen gedachte. Sein größtes Problem war nun, sie auch zu finden!



Jorsanischer Hof - Die Gemächer der roten Dame

„Guten Morgen!“
Chasin wandte den Kopf zur Tür ihres Gemachs, dass sie nun schon seit geraumer Zeit zusammen mit ihrem stillen Freund bewohnte. Seit dem sie an den Hof gekommen war um ihre Fähigkeiten einem guten Zweck zu widmen, stellte man ihr diese Räume bereit. Es war keine all zu große Suite, aber sie reichte aus um „Gäste“, die meist vom König geschickt wurden, mit ihren Anliegen angemessen zu empfangen. Es gab neben zwei Schlafzimmern und einem Badebereich, einen größeren, gemeinschaftlichen Salon mit einer Arbeitsecke, einer gemütlich Sitzecke und einem Bereich der für das Servieren der Mahlzeiten bereit stand. Das hauptsächlich der Mann mit der Maske dort auch wirklich etwas aß, irritierte inzwischen kaum noch jemanden. Die Lady aß wenn dann nur klare Gemüsebrühe, die ihr ebenfalls meist ihr „Diener“ zubereitete, sonst trank sie nur Wasser und erfreute sich an ihrem Rauchwerk oder eben den anwesenden Personen. Die „Geisterlady“, wie einige Bedienstete sie hinter vorgehaltener Hand nannten und ihr Diener lebten innerhalb der Palastmauern beschützt und doch zurückgezogen. Niemals sah man sie ohne einander, denn seit dem Tag, als sie einander begegneten, verband sie das Band der Freundschaft auf eine Art, die sie nur allein sich erklären konnten. Man könnte diese besondere Zusammenkunft, auch fast wie ein Geschäft betrachten, denn sie gaben einander ihre Fähigkeiten um beiderseits daraus Gewinn zu erzielen. Chasins bedingungsloses Vertrauen in ihren schweigsamen Freund, dessen Gedanken stets für sie offen lagen, hatten ihr den Mut gegeben, sich unter Menschen zu begeben. Menschen, die sie doch so leicht verletzen konnten. Allein dieses Wagnis war ihr stets bewusst und um so vorsichtiger war sie geworden. Zanfars Aufgabe war es, sie vor unnötigen Berührungen zu schützen, da selbst ein zu grobes Händeschütteln Verletzungen hervorrufen konnte. In den ersten Wochen bei Hof, hatte Chasin diese schmerzhafte Erfahrung machen müssen. Zum Glück hatte der König gute Beziehungen zu der ansässigen Lichtakademie, so dass der Knochenbruch schnell geheilt werden konnte. Den Verband trug sie allerdings immernoch gerne, da die Menschen eine offensichtlich bereits verletzte Person vorsichtiger behandelten. Trotzdem war es an dem Vermummten, sie immer zu begleiten und zu beschützen. Zanfars Vergangenheit war für sie dabei nie wichtig gewesen und sie hatte ihn niemals bedrängt seine Erinnerungen für sie zu öffnen. Sehr selten hatte sie ab und an einen Fetzen aus dieses Richtung empfangen, aber niemals nachgebohrt. Sie respektierte sein Wünsche und seine Privatsphäre. Wenn er sich ihr eines Tages ganz öffnen würde, wäre sie dankbar und glücklich, da sie ihn inzwischen wirklich mochte. Er war für sie der erste Mann, der nicht an die Optimierung seiner Gene dachte, oder wie er sein Blut stärker und einflussreicher machen konnte, wenn er sie ansah. Insgesamt konnte man wohl sagen, dass dies nicht mehr geschehen war, seit dem sie Nebulis verlassen hatte, aber Zanfar war der erste Mann dem sie so nahe stand, dass sie sich erlaubte, ebenfalls Gefühle zu entwickeln;
Gefühle der Freundschaft, die genaustens dokumentiert, analysiert und katalogisiert wurden.
Im Gegenzug hatte sie ihm ein das Versprechen gegeben, ihm immer die Wahrheit zu sagen und ihre Gedanken nicht vor ihm zu verstecken, was nur fair war.

Zanfars leise Schritte hatten sie von ihren mentalen Aufzeichnungen aufschauen lassen und sie öffnete ihre Augen. Ihr vermummter Diener stand neben der Tür zu seinem Schlafzimmer und sie nickten einander zu.
Da Chasin nun ohnehin schon ihre gedankliche Arbeit unterbrochen hatte, stand sie auf, ging sie betont langsam zu dem kleinen Tisch an der Seite des Raumes und befüllte eine kleine Kanne mit einer bräunlich goldgelben Flüssigkeit , aus einer Größeren, die über einem Stövchen zum warm halten stand. Ihr langer Hausmantel raschelte leise, als sie die langen Ärmel zurück schob und die lose gewickelten Verbände entblößte. Darüber glänzte ihre fliederfarbene Haut im flackernden Schein der Feuerschalen. Ihr Haar fiel ihr offen über die Schultern und wellte sich um ihren für den menschlichen Geschmack arg flachen und dürren Oberkörper. Sie bewegte sich stets langsam und bedacht, fast wie ein Kamelion in sanften Wellen, sich anpassend an ihre Umwelt und an die Gedankengänge ihrer Zuhörer. Bei jedem Schritt öffneten sich die Falten des langen Gewandes und entblößten die langen Glieder der Tha'Roon, damit sie sie nicht einengten. Seitliche Öffnungen bis zu den Hüften gaben genug Bewegungsspielraum für die proportional überaus langen Beine.
Ihr Blick wanderte zu ihren nackten Füßen. An der Stelle, an der eigentlich ihre Sandalen hätten heute morgen stehen müssen, war nichts mehr gewesen. Stattdessen hatte sie auf ihrem Frisiertisch einen hübschen Federhaarschmuck gefunden. Sicher hatte eines der Dienstmädchen, die ab und an das Zimmer säuberten diesen Tausch irgendwann am Vortag unbemerkt vorgenommen und Chasin haderte noch mit sich, ob sie es dem König melden sollte. Diebstahl war kein kleines Delikt, zumal recht wertvolle Juwelen die Schuhe geziert hatten. Allerdings hatte der Haarschmuck ihr so sehr gefallen, dass sie ihn gleich angelegt hatte und nun an ihrer linken Schläfe zwischen den roten Haaren baumelte. War es so nicht ein gerechter Tausch, wenn sie eines weg gab und etwas anderes dafür bekam, das ihr persönlich genauso teuer war? Einzig ihre nackten Füße machten ihr ein wenig Sorge. Jetzt musste sie sich schnellstmöglich Ersatz beschaffen, da die Gefahr sich so zu verletzen doch sehr hoch war. Außerdem benötigte sie ohnehin etwas neue Garderobe, da es zu einem plötzlichen Wintereinbruch gekommen war. Hier in den Palastmauern, war es immer und überall angenehm warm, doch wollte sie einmal nach draußen in die Stadt, musste sie Vorsorge tragen, auch wenn sie einiges an Kleidung schon vor ihrer Zeit am Hof ihr eigen genannt hatte, so war es hier durchaus üblich nicht zu jedem Anlass das gleiche Kleid zu tragen. Ihre Dienste waren gut entlohnt worden, auch wenn Chasin über eigene Geldmittel in Form von Juwelen verfügte, doch der König war ein vorausschauender Gastgeber. Eine Diplomatin aus Nebulis, mit ihren Fähigkeiten, ließ man auch eben nicht im Kartoffelsack an der Tafel neben dem Hochadel sitzen. Die „rote Dame“ war schon so auffällig genug, da sollte sie wohl nicht auch noch aus dem Rahmen fallen. Also nahm Chasin sich vor, gleich nach dem Frühstück, was für sie aus einer Tasse Tee und einer schönen Pfeife bestand, ein Mädchen nach dem Hausschneider schicken zu lassen, um sich den Sitten und der hiesigen Mode nach entsprechend für die Stadt neu einzukleiden lassen. Für offizielle Anlässe bei Hof besaß sie schon ein paar Garderoben.
Langsam stellte sie die Tasse auf ein Beistelltisch. Der Tee duftete zart nach Jasmin. Sie sah zu ihrem Freund an der Tür und fragte:
„Möchtest du auch?“
Leise plätschernd füllte sie zwei Tassen und hielt sie ihm entgegen. Solange sie alleine waren übte sich Chasin Halona de Mondragil gerne in der Sprache des dunklen Volkes und ließ sich dann von ihrem stillen Begleiter mental verbessern, wenn sie einen Fehler machte. Sie setzte sich wieder langsam auf ihren Diwan, schlug die Beine übereinander und entzündete ihre Pfeife. Kleine duftende Rauchschwaden lösten sich von ihren lächelnden Lippen und ihre roten Iriden beobachten den Mann vor ihr.
„Sollen wir da aufhören wo wir gestern Abend geendet haben?“
Die „rote Dame“ hob fragend ihre Augenbrauen und bezog sich damit auf den gemeinschaftlichen Sprachunterricht, den sie seit einigen Wochen regelmäßig abhielten, sofern es die Zeit zuließ. Zanfar brachte ihr sein Lerium bei und im Gegenzug lehrte die sprachbegabte Tha'Roon ihn Garmisch.
„Ich möchte eine Tasse Tee. Ich möchte eine Tasse Tee.“
Dann lauschte sie auf seine Gedanken und sah ihm dabei tief in seine Augen.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Dienstag 3. März 2015, 17:58

Der Nichtgenannte spritze sich Wasser in sein verschwitztes Gesicht. Er hatte die üblichen anderthalb Stunden Training in seinem Zimmer um eine Stunde verlängert. Er brauchte Zeit um sich über einiges klar zu werden. Mit einem Lappen wusch er sich den Schweiß vom Körper und ließ seine Gedanken 'unbeobachtet' schweifen. Seit der schicksalhaften Nacht, in der er seinen Namen und seine Identität aufgegeben hatte, waren ihm Wege eröffnet worden, die ihm zum ersten Mal das Leben lebenswert erscheinen ließen. Er hatte wahrhaft zu lieben gelernt (auf freundschaftlicher Ebene), Mitgefühl empfunden, wahrhaft mit Anderen gelacht und seinen Frieden gefunden. Und dank Chasin hatte er erstmals Begriffen, was wahre Stärke bedeutete. Zu Anfang war es ihm schwierig erschienen, eine Person zu respektieren, die schon bei einer zu groben Berührung Knochenbrüche davon trug, doch sie hatte ihm tausendfach bewiesen, dass ihre wahre Stärke und Größe in ihrem Geist und ihrem Charakter lag - dass eine Person beides in sich vereinen konnte. Ihre ersten gemeinsamen Wochen und Monate waren schwierig gewesen, denn vor einer Gedankenleserin konnte kein Schweigegelübde der Welt verbergen, wie grausam und egoistisch seine Gedanken manchmal sein konnten. Wäre sie ein emotionalerer Charakter gewesen, hätten sie es vielleicht nicht miteinander ausgehalten, doch ihre ruhige analytische Art hatte ihnen Beiden einige erleuchtende Momente bereitet. Der Nichtgenannte wusste, dass er dank Chasin ein besserer Mann war. Im Gegenzug hatte er ihr einige Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen ermöglicht und einen anderen Blickwinkel geboten. Außerdem hatte er, so sagte sie zumindest, ihr bewiesen dass es Männer gab, die sie nicht nur als Objekt betrachteten.
Doch das war nicht alles, wie ihm Gestern bewusst geworden war. So angenehm diese Erfahrungen waren, es hatte auch einen bitteren Nebeneffekt.
Gestern Abend hatte er sich die Haare gestutzt und dafür seine Maske abgenommen. Für gewöhnlich wählte er einen späten Zeitpunkt für diese Dinge, um zu vermeiden, dass er im Bad von jemandem überrascht wurde, doch gestern hatte ihn sein zu langes Haar auf dem Scheitel und die Stoppeln an den Seiten seines Schädels so geärgert, dass er ungeduldig wurde. Der Schweigsame war fast fertig gewesen, als Chasin gedankenversunken das Bad betrat. Er hätte sich gerne eingeredet, dass sie ihn nicht gesehen hatte, aber er hatte ihr durch den Spiegel direkt in die Augen gesehen – und sie und sich selbst mit einem Anfall von Panik erschreckt. Er konnte damit umgehen, dass sie ein Stück weit in seine Seele blicken konnte, doch sie sein Gesicht sehen zu lassen war....als würde er ihr in diesem Moment enthüllen, wer er wirklich war...vor allem was für ein Mann...ein Dunkelelf er einmal war. Der Nichtgenannte kannte sie gut genug, um zu Wissen, dass sie sein früheres ich nicht gemocht hätte...wobei 'nicht gemocht' stark untertrieben war. Er vermutete, dass sie von seinem inneren Kampf wenig bemerkt hatte, aber viel von seinem überdeutlichen 'Raus' hinter dem so viel Gefühl gesteckt hatte, dass es hoffentlich nur ein Mentales brüllen geworden war. Sie hatte, für ihre Verhältnisse, die Tür schnell geschlossen und ihn nicht weiter bedrängt, wofür er Dankbar war.
Das wichtigste war jedoch, dass er sich jetzt bewusst war, dass nicht nur Chasin einen Beschützer hatte und brauchte. Sie war sein Schutzschild vor der Welt geworden, eine Möglichkeit etwas mehr Abstand zwischen sich und die Welt zu bringen. Vermutlich weil es so viel komfortabler war, als 'nur' eine Maske zu tragen und sich in Schweigen zu hüllen.
Der Nichtgenannte erschreckte sich selbst mit einem bitteren dunklen Lachen. Mit geübten Bewegungen säuberte er sich und kleidete sich an. Er verzichtete diesmal auf das beige Übergewand und seine Stiefel und blieb bei dem dunklen Gi und der weiten Hose. Seitdem der Namenlose sich so verhüllen musste, schätzte er jeden Moment in dem wenigstens ein kleiner Teil seines Körpers nicht mit Stoff bedeckt war.

„Guten Morgen!“ begrüße Chasin ihn freundlich, als er den ‚Gemeintschaftsraum‘ betrat. Nur sie schaffte es irgendwie, Lerium sanft und unschuldig klingen zu lassen
Guten Morgen Chasin. Entgegnete er in Gedanken. Ganz automatisch passte er das Tempo seiner Bewegungen den ihren an. „Möchtest du auch?“, bot die Tha'Roon an. Der angenehme Geruch des Tees entspannte den Mann etwas und er nahm dankend an, als sie ihm die Schale reichte. Er hatte sich gerade an den kleinen Tisch gesetzt, als ihm das Getränk fast aus den Händen glitt als sie unschuldig fragte:
„Sollen wir da aufhören wo wir gestern Abend geendet haben?“
Er war gerade dabei eine Erklärung für den gestrigen Abend und die Begegnung im Bad zu ersinnen, als sie fortfuhr.
„Ich möchte eine Tasse Tee. Ich möchte eine Tasse Tee.
Ihr intensiver Blick, der ihre Konzentration verriet, machte ihn heute Morgen Nervös und er brauchte länger, um den Satz zu wiederholen als sonst. Ich möchten Tasse Tee.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 4. März 2015, 15:00

Geheimraum Irgendwo im Palast

„Wir müssen sie und ihren Begleiter mitschicken!“
„Warum sie? Sie fällt doch schon tot um wenn sie von einem Kieselstein getroffen wird, dafür ist sie zu wertvoll für uns!“
„Was bringt sie uns hier? Spione hatten wir schon immer am Hofe und mittlerweile gibt es schon seit längerer Zeit keine Aktivitäten mehr!“
„Das haben wir auch nur ihr zu verdanken!“
„Natürlich haben wir das! Selbst der beste Spion hat keine Chance gegen eine Frau, die deine Gedanken lesen kannst!“
„Und warum willst du sie dann loswerden?“
„Ich will sie nicht loswerden nur besser einsetzen, mittlerweile haben wir unseren Ruf weg und wenn wir ihre Abreise geheim halten, wird auch kein weiterer Spion vorerst auftauchen. Wir müssen wissen, was der Feind plant. Die entlarvten Spione wussten meist nicht mehr als wir über geplante Feldzüge und mittlerweile machen mir die Truppenbewegungen des Feindes sorgen!“
„Nicht nur dir! Also soll sie wirklich mit ihm auf die Reise gehen?“
„Ja es ist das Beste! Bei ihm ist sie genauso sicher wie bei uns. Wenn eine Truppe erfolgreich ist, dann diese! Vor allen mit diesem Verbündeten!“
„Der aber einen mehr als schlechten Ruf hat!“
„Er erledigt seine Aufgaben anders als wir. Da gebe ich dir recht aber manch mal muss man etwas schlimmes tun, um etwas Gutes damit zu erreichen!“
„Der Zweck heiligt also die Mittel“
„In diesem Fall schon!“
„Dann sollten wir einen Boten schicken!“
„Er ist schon auf dem Weg!“


Bein Zanfar und Chasin

Die Beiden machten gerade ihre Sprachübungen, als es auf einmal hinter ihn schepperte. Dort keine drei Meter hinter ihn lag auf einmal ein schwarzer, seitlich schnürbarer Frauen-Brustharnisch dunkelelfischer Machart. Der Zanfar sofort an seine damalige Heimat und natürlich an seine Schwester erinnerte.
Da die Alarmglocken des Maskierten gerade lauthals läuteten bemerkte er sofort das ihn sein Stoffbeutel mit den getrockneten Kirschblüten fehlte.
Wann war er bestohlen worden?

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Zanfar wurde gewichtelt: Tausch Stoffbeutel gegen Brustharnisch
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 4. März 2015, 18:50

Guten Morgen Chasin.
Entgegnete er in Gedanken und die rote Dame löste nur widerwillig den Blick von ihm. Wie schon tausend Male zuvor fragte sie sich im Stillen, wie wohl seine Stimme klingen würde. Nie, nicht ein einziges Mal hatte sie ihn sprechen hören und ihre innere Neugierde zehrte an ihr. Doch würde sie ihn genauso niemals bedrängen sein Gelübde für sie zu brechen, wenn er es nicht wollte. Es gab so vieles an diesem Mann was sie noch nicht verstand, aber zu gern wüsste. Er passte das Tempo seiner Bewegungen den ihren an, er beschützte sie und er war ihr ein treuer Begleiter.
„Möchtest du auch?“
, bot die Tha'Roon an und sie reichte ihm die Schale. Ihre Aufmerksamkeit wanderte über seine schlanken Finger, voller Kraft und Präzision und die dunkle, braune Haut. Er war in fast jeder Hinsicht so ganz das Gegenteil von ihr und doch hatten sie vieles gemeinsam. Vielleicht war es gerade dieses Spiel der Gegensätze, die die beiden so gut miteinander auskommen ließen. Er hatte sich gerade an den kleinen Tisch gesetzt, als ihm das Getränk fast aus den Händen glitt als sie unschuldig fragte:
„Sollen wir da aufhören wo wir gestern Abend geendet haben?“
Worüber hatte er sich so erschreckt? Ah. Er denkt immernoch an gestern Abend und das Missgeschick mit seiner Maske im Bad. Ob ich ihn drauf ansprechen sollte? Nein. Er wird sich mir öffnen, wenn er dazu bereit ist. Seine Emotionen sind noch zu aufgewühlt. So würde ich seine Privatsphäre nur noch mehr verletzen.
„Ich möchte eine Tasse Tee. Ich möchte eine Tasse Tee.“
Ich möchten Tasse Tee.

"Gut aber nicht ganz korrekt. Ich möchte eine Tasse Tee. Das Wort "Eine" beschreibt dabei nicht nur die Anzahl, es ist auch der Artikel. Der zweite Fehler bei "möchten" betrifft die einzelne Person die in diesem Zusammenhang du bist. Ich möchte, er möchte, sie möchte, aber in der Mehrzahl heist es dann, sie möchten. Deine … gedankliche Aussprache hat sich aber sehr verbessert!"
Sie zögerte schmunzelnd, blinzelte kurz, da sie sich abermals ermahnen musste nicht ihrer Neugierde nachzuhängen.
„Möchtest du noch einmal das Zählen wiederholen oder sollen wir mit alltäglichen Redewendungen fortfahren? Es gäbe auch noch etwas anderes, was ich gerne mit dir besprechen möchte.“
Plötzlich schepperte es hinter ihnen und Chasin riss vor Schreck eine der Teeschalen mit ihrem langen Ärmel vom Tisch. Die kleine Tasse segelte zur Seite und landete auf ihrem weichen Diwan ohne einen Schaden davon zu tragen. Leider war der schöne Tee nun vergossen worden und ließ langsam einen dunklen Fleck auf ihren Kissen wachsen. Der Blick der Tha'Roon Blick ruhte auf dem merkwürdigen Kleidungsstück, dass ganz offensichtlich zu einer Frau gehörte. Sie war für ihre sonst so langsamen Bewegungen erstaunlich schnell auf den Beinen gewesen und mit einer fließenden Bewegung und ein paar Schritten hinter Zanfar getreten. Ihre kühle Hand lag auf seiner Schulter. Irritiert sah sie sich um und spähte nach einem Auslöser des Krachs. Sie überlegte kurz, ob sie es wagen sollte ihr vernarbtes Lid zu öffnen um nach weiteren emotionalen Quellen als Auslöser zu suchen. Jemand unsichtbares wie einen Geist hätte sie vielleicht so wenigstens an einer Restaura erkennen können. Doch wie auch Zanfar, so hatte auch sie noch ihre Geheimnisse die es zu schützen galt. Jemand der Gedanken lesen konnte war schon unheimlich und die, die darum wussten, mieden oft ihre Gesellschaft. Aber was würden sie mit jemanden tun, der nicht nur Gedankengänge lesen, sondern die Emotionen, aus denen diese geboren wurden, auch noch beeinflussen konnte? Chasin hatte in den letzten Tagen oft über die Möglichkeiten nachgedacht, wie sie sie nutzen könnte, doch was sie wirklich interessierte, war wie würde ihr treuer Freund reagieren? Manchmal befürchtete sie, er würde sie verlassen, würde Angst und Misstrauen ihr Verhältnis zerstören? Ihr Blick ruhte auf den weißen Haarsträhnen in seinem Nacken und dem Band die sie zusammen hielten. So geduckt wie sie da stand, war sie fast so groß wie er. Würde sie ihn nicht um einiges überragen, so könnte sie sich zweimal hinter seinen Schultern verstecken. Da kein weiterer Laut ihre Zweisamkeit störte und Zanfar sicher das Ding am Boden untersuchen wollte, löste sie ihre Hand und richtete sich auf.
„Wie … ?“
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 4. März 2015, 20:10

Chasins analytische, sachliche Antwort beruhigte den Maskierten und wischte seine Sorge über die gestrigen Ereignisse zur Seite. Bei jeder anderen Frau hätte er ein Nachhaken und Bohren erwartet, aber die Tha'Roon hatte ein unvergleichbares Gespür dafür, wann sie etwas thematisieren oder auf sich beruhen lassen sollte. Nur eine kleine Unsicherheit und etwas Neugier verblieben in dem Mann. Was mochte sie wohl Denken, sie hatte sein Gesicht das erste mal gesehen, ob ihr wohl gefiel was sie gesehen...nein! Meine Gedanken gehen mal wieder in die völlig falsche Richtung. Ich werde meiner Eitelkeit nicht erlauben, zu Tage zu treten. Chasin muss sich auf mich verlassen können, es ist völlig unerheblich, wie sie mein Äußeres findet. Er wollte gerade Antworten, als ihn ein Geräusch alarmierte.
In einer flüssigen Bewegung stand er auf und hielt den Stuhl, der vom Schwung seiner Bewegung zu Boden zu stürzen drohte, auf um ihn als Waffe bereit in den Händen zu halten. Er manövrierte sich zwischen das Geräusch und seine Schutzbefohlene, die ihm in geübter Routine schon entgegen strebte, so dass sein Körper den ihren abschirmte. Die federleichte Berührung ihrer Hand ließ seine angespannten Nerven ruhiger schwingen. Irritiert betrachtete er den Brustharnisch, der wie aus dem Nichts erschienen war und bemerkte das fehlende Gewicht seines 'Talismans'. Als nach einigen Sekunden nichts weiter passierte und Stille den Raum erfüllte, lockerte er seinen Griff um den Stuhl und stellte ihn wieder zu Boden. Als auch Chasin, ihre Hand von seiner Schulter nahm und verdattert: „Wie ... ?“, aussprach, blickte der Nichtgenannte sich noch einmal im Gesamten Raum um. Der Brustharnisch konnte als Ablenkung gedient haben, doch er erspähte nichts bedrohliches oder verdächtiges. Nach einem prüfenden Blick zur schlanken Gestalt der Tha'Roon wandt er sich dem Objekt am Boden zu. Sein Instinkt flüsterte ihm zu, dass die Situation zu seltsam für einen Anschlag oder Hinterhalt war … wenn ein Attentäter schon in der Lage ist, einen Gegenstand in einen Raum zu … was? Teleportieren? Sollte er diese Fähigkeit doch besser einzusetzen wissen, als ein beliebiges Objekt in einen Raum zu werfen. Und warum fehlt mein Talisman? Vielleicht ist es eine Botschaft? Das wäre beängstigend … denn das hieße, das jemand weis...was und vielleicht sogar wer ich bin. Er besah sich den Brustharnisch genauer. Ulyne hatte tatsächlich ähnlich Rüstungen getragen, allerdings war ihre etwas größer gewesen (gerade um die Körbchen) und um einiges hochwertiger und schöner gefertigt. Bis jetzt kann ich mir keinen Reim darauf machen. Aber wenn man uns hätte angreifen wollen, wäre das schon passiert. Sein Blick wand sich wieder der rothaarigen jungen Frau zu. Die Aufregung hatte ihre sonst blassen Wangen gerötet und verlieh ihr ein ganz eigenes Leuchten. Wenn er es sich jemals erlaubt hätte, hätte er sie wohl auf ihre exotische Art attraktiv gefunden. An der Stelle, an der ihrer Hand gelegen hatte, kribbelte es leicht.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Donnerstag 5. März 2015, 19:28

Nachdem ihr schweigsamer Begleiter die Situation wohl nicht mehr als bedrohlich einstufte, wandte sich die Tha'Roon ihrem Mobiliar zu. Leise seufzend kniete sie sich vor den Diwan und setzte die Schale zurück auf den Beistelltisch. Wie immer wenn sie in die Knie ging, wirkte es ein wenig so, als faltete sich ihr Körper zusammen. Die seitlichen Schlitze ihres Hausmantels öffneten sich dabei etwas weiter als vielleicht beabsichtigt und ermöglichten einen kurzen Blick auf ihre scheinbar endlos langen Glieder. Auch wenn keine intimen Stellen sichtbar wurden, so wurde deutlich, dass sie nichts außer ihre Haut unter diesem Kleidungsstück am Leibe trug. Ihre langen filigranen Finger berührten den dunklen Fleck des Stoffs. Von der Feuchtigkeit benetzt, zerrieb sie ein paar Tropfen in Gedanken versunken zwischen den Kuppen und nahm dann das Kissen um es beiseite auf den Boden zu legen. Ein Dienstmädchen würde sich sicher bald dem Malheur annehmen. Die Tha'Roon verabscheute jede Art von Schmutz. Chasin sah Zanfar gerade nicht an, aber das musste sie auch nicht um ihm ihre Gedanken mitzuteilen. Er konnte ja gut hören, sehr viel besser sogar als sie selbst und manchmal musst sie noch nicht einmal mehr das. Ihr Blick war nicht die einzige Art wie sie kommunizierten. Manchmal war es sogar leichter für ihn, wenn sie ihn nicht ansah, denn dann las sie auch nicht in ihm wie in einem offenen Buch. Vor einigen Monaten hatte sie ihm genaustens erklärt wie ihre Gabe funktionierte. Sie brauchte Blickkontakt zu demjenigen den sie las und wenn auch nur jemand ihren Weg kreuzte war der Kontakt gestört. Nach ein paar anfänglichen Missverständnissen hatten sie und er dann aber schnell gelernt miteinander umzugehen. Sie hatte ihm sogar angeboten auf sein Zeichen hin ihre Augen geschlossen zu halten, wenn er mit sich alleine sein wollte und sie trotzdem in seiner Nähe weilte. Sie würde sogar eine Augenbinde für ihn tragen, wenn er es wünschte. Auch hatten sie ein Zeichen ausgemacht, dass sie aus ihrer Blindheit erlösen sollte. Durch eine kurze Berührung ihres linken Ringfingers wusste sie, dass sie dann gegebenen Falls wieder die Augen öffnen konnte. Waren sie gemeinsam unter Menschen war ihre Kommunikation inzwischen so gut, dass sie über größere Distanz nur durch ein winziges Kopfnicken ihm zuhörte. Oft hatte sie ihn um Rat gebeten und um seine Meinung über die Menschen, die sie trotz ihres gewaltigen Wissensschatzes oft nicht verstand. Er hatte ihr wachsendes Interesse an den Emotionalen Vorgängen in den Herzen der intelligenten Wesen bemerkt und ihr stets zur Seite gestanden. Auch ihre Abneigung fast allen niederen Lebensformen gegenüber, war ihm nicht ganz verborgen geblieben. Tiere mied sie, was auch gut so war, weil es das Verletzungsrisiko enorm herab setze. Er hatte sie in der kurzen Zeit in der sie nun zusammen waren, schätzen und kennen gelernt. Oft brauchte es nicht einmal mehr ihre Worte, um zu wissen wann sie etwas wollte oder brauchte und trotzdem blieb immernoch dieser Reiz zwischen ihnen, der Reiz des Mysteriösen, des Fremdartigen. Sie hatten noch so viel voneinander zu lernen und einander zu geben. Chasin erhob sich aus ihrer knienden Position und setzte sich zurück auf den Diwan. Ihr Blick wanderte langsam zu ihm und dem Harnisch zurück. Selbst in dieser kleinen Bewegung ließ sie ihm genug Zeit seine Gedanken zu ordnen.
"Ich möchte etwas mit dir besprechen. Bitte setzt dich zu mir."
Sie wartete bis er seinen Platz eingenommen hatte und sah ihn erst dann wieder richtig in die Augen.
"Das Leben hier bei Hof ist komplizierter als ich zuerst angenommen hatte. Ich bemerke immer wieder wie die Leute sich verstört Fragen stellen, wenn ich von dir als „Nichtgenannter“ oder nur mein „Begleiter“ spreche. Ich habe sie beobachtet. Die Menschen erwarten einen Namen wenn sie miteinander umgehen. Sie sind es so gewöhnt. Es reicht ihnen nicht, dich als meinen Leibwächter, Diener, Begleiter, Geliebten, Freund oder Partner zu sehen. Sie rätseln darüber was du bist und solange du ihre Aufmerksamkeit so auf dich ziehst hat das Vor-, aber vor allem mehr Nachteile für meine Studien hier.“
Das Wort Partner und Freund kannte er schon aus ihren Erzählungen, was die Leute so über sie dachten, doch als „Liebhaber“ war so direkt noch nie von ihm gesprochen worden. Das war überraschend neu. In der sachlich, schlichten Stimmlage der Diplomatin war zu erkennen, dass sie dieser Formulierung anscheinend auch nicht mehr oder weniger Gewicht wie den Anderen bei maß. Ohne Pause fuhr sie fort:
„Sie fragen sich, wer diese Person hinter der Maske ist. Wenn wir dir einen …“
Sie zögerte und beobachtete sehr genau seine Reaktionen.
„ … Decknamen geben würden, wäre dein Leben hier um ein vielfaches erleichtert und das Geheimnis um deine Person würde viel von seiner mystischen Anziehungskraft verlieren.“
Selbst die letzten Worte waren aus ihrem Munde eine Feststellung. Er hatte also eine mystische Anziehungskraft auf sie?
"Die Neugierde der Menschen, ich gestehe auch ich bin dieser Neigung nicht vollkommen fern, sie hinterfrag immer das Unbekannte und möchte es entdecken. Um so verhüllter ein Leib um so mehr wollen sie ihn sehen. Um so mehr man vor ihnen offensichtlich verbirgt, um so mehr setzen sie daran es zu enttarnen. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und befürchte, dass wir früher oder später darurch Probleme bekommen könnten und würde dem gerne mit etwas ..."
Sie schürzte schmunzelnd die Lippen.
"... mit etwas "Offensichtlichem" entgegen wirken, bevor es zum Problem wird."
Sie blinzelte kurz und lauschte seinen Gedanken.
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Zanfar Aval'athil
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Donnerstag 5. März 2015, 20:39

Der Nichtgenannte rieb sich nachdenklich über die kribbelnde Schulter und musterte Chasin weiter, die ihm ungewollt einen äußerst reizvollen Anblick bot, als sie die Teeschale aufhob. Er erlaubte sich einen Moment das Spiel von Licht und Schatten auf ihrer glatten Haut zu betrachten, dann wand er den Blick ab und säuftzte tief. Konzentriere dich, Mann! Schalt er sich selbst. Sein Blick fiel auf seine Teeschale, die erstaunlicherweise unbeschadet auf dem Tisch stand. Es schien fast so als wäre er langsam geübt darin, auf Zerbrechliches acht zu geben. Ein Schmunzeln regte sich unter seiner Maske und er besah sich wieder seine Schutzbefohlene. Sie kniete noch immer und musterte Gedankenverloren ihre Hand. Zwei ihrer schlanken Finger verrieben etwas, vermutlich Feuchtigkeit von ihrem Ärmel oder dem Boden. Ihr Mund verzog sich für einige Sekunden Missbilligend und eine kleine Falte bildete sich kurz zwischen ihren Brauen. Vermutlich störte sie die Verunreinigung. Zuneigung stieg in ihm hoch. Er mochte es, sie so gut zu kennen, so vertraut mit ihr zu sein und manchmal sogar in ihrem Gesicht lesen zu können. Deswegen darf ich mir auch nicht erlauben, jemals anders über sie zu denken. Egal wie gerne ich ihr durch das Haar streichen würde oder ertasten möchte, ob ihre seidige Haut sich so anfühlt, wie sie aussieht. Sie stand auf und erinnerte ihn daran, dass er gute 20 Zentimeter kleiner war als sie. Auf ihr Bitten hin nahm er neben ihr Platz.

"Das Leben hier bei Hof ist komplizierter als ich zuerst angenommen hatte. Ich bemerke immer wieder wie die Leute sich verstört Fragen stellen, wenn ich von dir als „Nichtgenannter“ oder nur mein „Begleiter“ spreche. Ich habe sie beobachtet. Die Menschen erwarten einen Namen wenn sie miteinander umgehen. Sie sind es so gewöhnt. Es reicht ihnen nicht, dich als meinen Leibwächter, Diener, Begleiter, Geliebten, Freund oder Partner zu sehen. Sie rätseln darüber was du bist und solange du ihre Aufmerksamkeit so auf dich ziehst hat das Vor-, aber vor allem mehr Nachteile für meine Studien hier.“

Liebhaber? Der Gedanke wäre mir vermutlich auch gekommen, aber nicht wegen mir ...

„Sie fragen sich, wer diese Person hinter der Maske ist. Wenn wir dir einen …“

Sie zögerte und beobachtete sehr genau seine Reaktionen.

„ … Decknamen geben würden, wäre dein Leben hier um ein vielfaches erleichtert und das Geheimnis um deine Person würde viel von seiner mystischen Anziehungskraft verlieren.“

Mystische Anziehungskraft? Einen Moment lang war der Nichtgenannte von dem Gedanken amüsiert, jemand würde über ihn in dieser weise Nachdenken. Erst dann wurde ihm klar, dass Chasin möglicherweise so von ihm dachte und er war froh, eine Maske zu tragen, als ihm hitze ins Gesicht stieg.

"Die Neugierde der Menschen, ich gestehe auch ich bin dieser Neigung nicht vollkommen fern, sie hinterfrag immer das Unbekannte und möchte es entdecken. Um so verhüllter ein Leib um so mehr wollen sie ihn sehen. Um so mehr man vor ihnen offensichtlich verbirgt, um so mehr setzen sie daran es zu enttarnen. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und befürchte, dass wir früher oder später darurch Probleme bekommen könnten und würde dem gerne mit etwas ..."

Sie schürzte schmunzelnd die Lippen.

"... mit etwas "Offensichtlichem" entgegen wirken, bevor es zum Problem wird."

Der Vorschlag, ihm einen Namen zu geben, fokussierte seine Gedanken wieder. Es ist gut Möglich, dass ein Name allein das Problem nicht lösen kann ... und ... ich bin ein Nichtgenannter...das muss dir Albern vorkommen, aber es ist mir sehr wichtig, keinen Namen zu haben. Bitte versteh, wenn einer von uns vom Orden ausgeschlossen wird, nimmt man ihm die Maske und gibt ihm einen neuen Namen. Es ist eine Strafe! Nicht Grundlos tragen wir alle Masken und werden mit 'Nichtgenannter' angesprochen, es ist ein Schutz, und ein Bekenntnis zu unserer Lebensart...bist du sicher, dass ein Titel nicht Reicht? Unbewusst hatte er etwas Raum zwischen sich und Chasin gebracht und saß jetzt nah an der Kante des Diwans. Davon ab weiss ich nicht, ob es nicht besser wäre, jemandem hier zu enthüllen, das ich ein Dunkelelf bin. Sie werden ohnehin nur Misstrauischer werden und es ist nicht so, dass nicht ALLES, nicht nur mein fehlender Name, danach schreien, dass ich etwas verberge. Ein Feind könnte es gegen uns Verwenden, du weist, das ist politischer Zunder und ich will dich nicht in Gefahr bringen. Der Hof Jorsas mag uns jetzt wohl gesonnen sein, aber das wird nicht immer so bleiben. Poltik ist ein Schmutziges Geschäft. Er atmete einmal tief durch um sich zu fassen. Wann genau bin ich zu hysterischen Angsthasen geworden, der schon bei dem Gedanken daran, etwas gegen den Kodex zu tun, panisch wird wunderte er sich über sich selbst. Aber mit einem Titel könnte ich vielleicht Leben, wenn das Reicht...immerhin ist es kein richtiger Name, nicht wahr?

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Chasin Halona de Mondragil
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 6. März 2015, 14:07

Chasin hatte aufmerksam zugehört und nicht eine Sekunde geblinzelt. Erst als er geendet hatte erlaubte sie sich zwei mal langsam die Lieder über die leicht brennenden Augäpfel zu schließen. Sie nickte langsam und sann einen Moment lang schweigend über das nach was Zanfar gedacht hatte. Es gab immer mehrere Faktoren abzuwägen und mit seiner Erfahrung war ihr immer ein guter Ratgeber gewesen.
"Noch ist es zu unserem Vorteil, zu keinem Problem geworden. Ich beobachte die Menschen hier bei Hof und bemerke wie lenkbar ihre Wahrnehmung ist. Erinnerst zu dich an Fürst Reichenfeld mit seiner Geliebten? Der kleine Mann mit dem großen Bauch in dem roten Wappenrock?"
Sie wartete ein Zeichen seines Erkennens ab und fuhr dann fort.
"Genau der. So wie dieser Mann, so sehen viele des Adels nur diejenigen, die für sie wichtig erscheinen. Bedienstete verschwinden so sehr aus ihrer Wahrnehmung, dass sie sie selbst dann kaum bemerken, wenn sie direkt vor ihnen stehen. Hast du gesehen, wie sein Diener ihm selbst die einfachsten Tätigkeiten abgenommen hat? Er tupfte ihm den Mund nach jedem Schluck und jedem Happen, er führte sogar seine Hand, wenn er drohte im Eifer des Gesprächs daneben zu greifen. Und der Fürst? Er nannte ihn James, aber er nannte alle Diener im Saal so. Später am Abend hörte ich eine Zofe denken: Der arme Rupert., als der Fürst sich angetrunken auf ihn stützte."
Chasin verzog etwas angewidert das Gesicht, was die Haut neben ihrem Nasenrücken leicht kräuselte.
"Mich ekelt dieses Verhalten, vor allem, da Rupert deutlich intelligenter als sein Herr ist. Er ist sehr aufmerksam und weiß viel über die Abläufe bei Hof. Sein Herr hingegen frönt dem Fleisch in jedweder Form, anstatt um sich die Bedürfnisse seiner Schutzbefohlenen zu sorgen. Was ich aber an diesem Beispiel erkannt habe ist, dass, bis auf einige wenige Ausnahmen, Bedienstete für den Adel fast unsichtbar sind. Dieser Umstand schützt dich in meiner Gegenwart, da sie dich dann nicht hinterfragen. So schütze ich auch in gewisser Weise auch dich."
Sie machte eine kleine Pause in der sie einen Schluck Tee in ihre Schale nachschenkte und daran nippte.
"Ich möchte von dir wissen, ob es dich in deinen Regeln stören würde, wenn ich dich zum Beispiel James nennen würde, wenn die Situation es erfordert. Sei gewiss, nicht läge mir ferner als deine Bräuche zu missachten. Es widerstrebt mir jetzt schon zutiefst, wenn ich dich niederer als mein Empfinden für dich behandele."
Ihr Empfinden für ihn? Die "Rote Dame" stellte ihre Tasse beiseite und nahm seine Hand leicht zwischen ihre beiden. Wann immer sie sich auch nur flüchtig berührten, war es wie ein Windhauch und kaum mehr. Trotz ihrer enormen Größe von 2,11m wog die Tha'Roon kaum mehr als ein Kleinkind. Ihre Hand fühlte sich immer seltsam hohl an, wie der zerbrechliche Flügel eines Vogels. Dachte man darüber nach, musste man sich unwillkürlich fragen, woraus wohl ihre Knochen bestanden? Die Tha'Roon waren eine noch sehr unbekannte Rasse in Celcias Landen und viele Fragen waren noch unbeantwortet. So nah wie diese Frau gerade bei ihm saß, so vertraut sie miteinander umgingen, konnte Zanfar vielleicht auch die Frage stellen, wie sich dieses Volk überhaupt fortpflanzte? Ob sie wohl ihren Samen in die Erde steckten, sie düngten und pflegten, wie zarte Orchideen? In vielen Dingen ähnelte diese Frau mehr einer Pflanze als einem menschlichen Wesen. Einige Dinge waren ihm aufgefallen. Wann immer sie alleine war und nicht mindestens eine Person in ihrer Nähe rauchte sie ihre kleine Pfeife. Sie gehörte zu ihr, wie seine Maske zu ihm, wenn nicht vielleicht noch mehr. Sie aß nicht. Sie trank nur. Sie badete gern und achtete sehr auf ihre Haut. Einmal am Tag zog sie sich so sehr in sich selbst zurück, dass es anmutete, als sei sie fast tot. Sie nannte es ihre "inneren Studien". Und manchmal schien nicht nur Gedanken lesen zu können, sondern auch Dinge zu sehen, die anderen Wesen unsichtbar verborgen blieben, wie Geister. Ein derart verkopftes Wesen war ihm fremd und doch war er es, der einzige, dem sie ihr Leben anvertraut hatte.
"Ich möchte, dass du weist, dass ich dich nicht verletzten möchte."
Was? Das war unmöglich, aber sicher meinte wohl eher seine emotionale Unversehrtheit. Sie schmunzelte, als hätte sie einen kleinen Fetzen seiner Gedanken vernommen.
"Ich schätze dich und ... genieße deine Gesellschaft."
Vor dem Wort "genieße" hatte sie tief den Atem eingesogen und lächelte dann still in sich hinein. Dann hob sie wieder ihre langen glutroten Wimpern und las in seinen Augen.
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Zanfar Aval'athil
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 6. März 2015, 17:17

Der Nichtgenannte schalt sich selbst, dass er seinen Gedanken so viel lauf gelassen hatte, er musste darauf achten zu pausieren um Chasin das 'Lauschen' zu erleichtern. In Momenten wie diesen war der Impuls, doch irgendwann das Wort zu erheben, groß. Doch immer hielt ihn ein innerer Widerstand davon ab, sein selbst gegebenes Versprechen zu schweigen, zu brechen. Er erinnerte sich an den fetten Adligen. Es war ein Wunder und eine Schande, dass dieser Mann noch immer über Macht verfügte. In Morgeria wäre er schon längst von einem nahen Verwandten oder einem Konkurrenten beseitigt worden, oder nichts weiter als ein lenkbares Werkzeug in der Hand eines Mächtigeren und Klügeren. Er war ein extremes Beispiel aber beleuchtete gut, worauf Chasin hinaus wollte. Er lauschte ihr Aufmerksam und nickte um ihr zu zeigen, dass er verstand. Ihre sanfte Berührung ließ den rastlosen Teil in sich zur Ruhe kommen. Für ein so intellektuelles Wesen war ihre Intuition und Empathie erstaunlich gut ausgebildet, oder vielleicht imitierte sie nur das Gesehene und Gehörte. Die kleinen Momente in denen sie einander näher kamen waren dem Nichtgenannten teuer, denn im Gegensatz zu ihr war er ein äußert Körperliches Wesen das auf Körperliche Berührung angewiesen war. Und hier am Hof Jersas war seine einzige Quelle dafür die fein knochige zerbrechliche Tha'Roon. Alles andere brachte sie Beide zu sehr in Gefahr. Der Mann legte seine Hand über Chasins und strich unterbewusst mit den Fingerspitzen über ihre Schlanken Hände. Ihre lavendelfarbene Haut bildete einen starken Kontrast zu seiner dunklen. Was sie wohl damit meinte, dass sie ihn schätzte? Manchmal war sie ihm ein Rätsel.
Ich stimme dir zu, auch ich habe dieses Verhalten bei Adligen beobachtet ... und habe mich auch selbst ein mal gegenüber Untergebenen ähnlich verhalten. Ich denke, mir einen Namen zu geben wird wenig an der Wahrnehmung der 'wichtigen' Männer und Frauen ändern...möglicherweise werden sie es nicht einmal bemerken. Er machte einen Pause um Chasin die Möglichkeit zu geben, ihre Augen zu schließen und sich einen Moment zu entspannen. Ihr schlanken Federleichten Hände hatte sich in seiner Berührung etwas erwärmt. Wie muss sich meine Berührung für sie anfühlen...irgendwann muss ich sie das alles Fragen... Er bewegte sich leicht und nickte ihr zu, um anzudeuten, dass er weiter 'sprach'. Wenn ich mich nicht irre, werden viele von den Adligen die Dienerschaft nicht als Menschen wahrnehmen, sondern als...hrmm...Inventar, eine Rolle. Es sind nicht Peter und Alina, es sind Küchenjunge und Dienstmagd. Ich weiß, dass ich das nicht für dich bin, das du mich als den siehst, der ich bin. Es berührt mich nicht, wie du mich vor Anderen nennst. Er hob seine Hand und legte sie auf ihre Schulter, er pausierte wieder kurz, bis er sah, dass hatte blinzeln können und fuhr dann mit einem kleinen Zeichen fort. Ich schätze dich auch, Chasin und ich vertraue dir. Ich habe meinen Namen von mir aus abgelegt, weil ich nicht mehr der sein wollte, der ich war. Jetzt bin ich Nichtgenannter und wenn das bedeutet, dass die einzige Art mich zu nennen ist, mich als Diener, Leibwächter oder … Geliebten zu bezeichnen, stört es mich nicht ... ich bestehe sogar darauf. Bei dem Wort Geliebten stockte er kurz und atmete tief durch. Er hätte sie gern in den Arm genommen um ihr zu zeigen, wie sehr er ihre Rücksichtnahme und Sorge schätzte, aber er zögerte und entzog ihr stattdessen die andere Hand und legt sie auf ihre andere Schulter. Um Chasin nicht zu sehr mit dem zusätzlichen Gewicht zu belassen strich er über ihre Schlanken Arme herab zu ihren schlanken Händen, die er in seine legt, so dass deren federleichtes Gewicht auf seinen Händen ruhte.Was relevanter sein könnte, die Dienerschaft wird mich nicht so wahr nehmen, und sicher auch einige der Wachen nicht. Es ist nicht nur der fehlende Name oder die vermummte Kleidung. Ich versuche mich zurück zu halten, aber jeder geübte Blick wird sehen, dass ich ein trainierter Kämpfer bin und vermutlich auch, dass die Diener-Rolle für mich noch verhältnismäßig neu ist. Es ist nicht der übliche Adlige, der zu beschäftigt mit seinen eigenen Problem ist, der mir Sorge bereitet. Ich befürchte, dass wenn jemand dich als Hindernis oder Bedrohung wahrnimmt, ich der erste und beste Ansatzpunkt sein werde. er senkte den blick und löste seine Hände von den ihren. Sie fühlten sich seltsam leer ohne ihre Berührung an. Er hob den Blick wieder und nickte ihr zu, um anzudeuten, dass er fort fuhr. Sie schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe....wenn dir meine Volkszugehörigkeit nicht den Nacken bricht, so haben sie ohne mich als dein Schutz schnell einen 'Unfall' arrangiert, der die zerbrechliche rote Dame ihren letzten Atemzug tun lässt. Er säuftzte tief und erkannte, dass ihm dies schon eine Weile sorgen bereitete. Vielleicht hatte Morgeria ihn zu paranoid werden lassen, vielleicht war der Adel Jorsas um einiges harmloser...aber was wenn nicht?

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 6. März 2015, 18:58

Ich schätze dich auch, Chasin und ich vertraue dir. Ich habe meinen Namen von mir aus abgelegt, weil ich nicht mehr der sein wollte, der ich war. Jetzt bin ich Nichtgenannter und wenn das bedeutet, dass die einzige Art mich zu nennen ist, mich als Diener, Leibwächter oder … Geliebten zu bezeichnen, stört es mich nicht ... ich bestehe sogar darauf.
Bei dem Wort Geliebten stockte er kurz und atmete tief durch. Für einen Bruchteil eines Herzschlags glitzerte etwas in ihren Haaren. Vielleicht hatte sich ein Lichtstrahl in dem roten Feuer ihrer Strähnen verfangen, die über ihrem vernarbten Auge hingen.
Nein, tu es nicht Chasin! Er vertraut dir.
, beschwor sie sich selbst zur Ruhe und presste die Lider kurz und heftig aufeinander.
So interessant diese Regungen in ihm sind, es sind die seinen! Du hast kein Recht sie aus reiner Neugierde bloß zu legen. Er wird sie dir zeigen, wann und wie er es will.
Sein Zögern verbarg seine Emotionen mehr noch als jeder Gedanke es tun konnte. Seine andere Hand, legt sie auf ihre Schulter und etwas überrascht öffnete sie wieder die Augen. Um sie nicht zu sehr mit dem zusätzlichen Gewicht zu belassen strich er über ihre Schlanken Arme herab zu ihren schlanken Händen. Noch nie hatte ein Mann sie so berührt. Noch nie hatte sie überhaupt jemand so berührt. Ein seltsamer Schauer folgte der Wärme seiner Hand, den es zu identifizieren und katalogisieren galt. Etwa in ihr wollte eine gelöschte Erinnerung anzapfen, doch das was dort hätte sein sollen um eine Verbindung zu knüpfen, war nicht mehr da. Chasin sah nur das leere Bild einer weißen Leinwand vor sich, die ein Motiv hätte haben sollen. Etwas verwirrt klimperte sie mit den Wimpern und beobachtete sein weiteres Handeln. Er legte ihre Hände in seine, so dass deren federleichtes Gewicht auf seinen Händen ruhte. Er achtete voller Sorgfalt sie nicht zu beschweren, dass sie stets oben war und sich nicht erdrückt fühlte. Sie bewunderte still seine Fürsorge.
Sie schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe....wenn dir meine Volkszugehörigkeit nicht den Nacken bricht, so haben sie ohne mich als dein Schutz schnell einen 'Unfall' arrangiert, der die zerbrechliche rote Dame ihren letzten Atemzug tun lässt.
Er seufzte tief und Chasin erkannte auch ohne ihr zweites Auge öffnen zu müssen, dass ihm dies Sorgen bereitete. Seine Hände lagen offen vor ihr und ihre in seinen. Sie streckte die langen Finger und strich ihm damit sanft über die Handgelenke. Den Blick hielt sie auf die Muskeln seiner Arme geheftet, die sich leicht unter ihrer Berührung wölbten.
"Wenn jemand mich als Hindernis oder Bedrohung wahrnimmt, dann habe ich in meiner Funktion als Diplomatin versagt und wenn du der erste und beste Ansatzpunkt du bist um mich zu Fall zu bringen, dann bin ich glücklich dich in meiner Nähe zu haben."
Mit dieser einfachen Logik glättete sie jeden Sturm in sich und löschte jeden Funken Angst. Solange er bei ihr war, war sie sicher. So wie er war, war er gut für sie und nichts anderes hätte sie sich gewünscht. Dass seine Rasse die meist gefürchtete in ganz Celcia war, dass Furcht oft Hass und Misstrauen gebären konnte, dass er Fluch und Segen für sie sein konnte, war ihr so klar wie der Schnee der auf Jorsas Dächer fiel. Zu gern hätte sie ihm einfach diese simple und wahrhaftige Ruhe geschenkt die sie in sich trug, doch dies war ein Weg, den er alleine finden musste. Doch auch ohne ihre Gaben konnte sie ihm vielleicht mit Worten ein wenig Frieden finden lassen.
"Ich werde bei dir bleiben und wir gehen diesen Weg gemeinsam, bis ..."
Sie schmunzelte.
"... bis du mich leid bist. Ich habe niemals verlangt, dass du mich begleitest, aber der Gedanke deiner Lebensschuld ehrt dich mehr, als ich dir jemals zurück geben könnte. Du bist mein Leib und ich dein Mund solange du es wünscht."
Dann hob sie ihre Hände, faltete sie in ihrem Schoß und streckte den Rücken. Im Sitzen war sie kaum größer als er, vor allem da sie sich auch stets etwas kleiner machte.
"Wir beschützen einander, so wie wir es am besten können. Ich ... kenne keinen Kampf und keine Krieger, ich kenne nur Geschichten darüber. Ich ahne, dass deine Hand, die du eigentlich zur Friedfertigkeit geöffnet hältst, sich auch im Kampf zur Faust ballen kann. Ich hoffe, dass sie es nicht tun muss, aber wenn es doch so kommen sollte, dann bin ich froh dich in meiner Nähe zu wissen."
Sie stand langsam auf und wandte sich in Richtung ihres Schreibtischs, dann legte sie noch einmal ihre Hand auf seine Schulter, damit er sie ansah. Große Wahrheit, aber auch tiefe Zuneigung lag in diesem einen roten Auge, einer Farbe die sie gemeinsam hatten, so sehr sie sich auch sonst voneinander unterschieden.
"Ich kenne deinen Namen. Ich kenne dich und ich vertraue dem Mann hinter der Maske, egal welche Vergangenheit er mit sich trägt."
So sanft wie ihre Stimme klang, nahm es der Wahrheit jede Schärfe. Vielleicht war der Vorfall am gestrigen Abend doch nicht so schlecht gewesen. Vielleicht war sie die einzige Person, die hinter seine Maske blicken konnte, ohne ihn zu verurteilen. Als sie sich weg drehte, strich ihr seidener Ärmel über seine Wange, fast als wäre es sie selbst gewesen. Im Gehen sprach sie:
„Doch jetzt könnte mein „Diener“ etwas für mich tun...“
Sie setzte sich auf den Hocker vor ihrem Schreibtisch und tauchte eine Feder in das Tintenfass. Die kratzenden Geräusche lockten ihn näher und er betrachtete die Notiz auf dem königlichen Hof-Papier.

Bitte lasst den Hofschneider zu mir kommen.

Lady de Mondragil
Schriftrolle Fuss
Sie faltete sehr ordentlich das Pergament zusammen und übergab es Zanfar.
"Bitte gib es einem Bediensteten, der dies weiter leitet."
Am Ende eines jeden Ganges im Palast stand immer ein Page, der anscheinend nur zu dem Zweck Nachrichten durch das Haus zu tragen da war, oder man zog an einem langen Band in der Ecke des Raumes um eines der Zimmermädchen zu rufen.
"Ich werde mich in der Zwischenzeit ankleiden."
Sie sah zu ihm hoch, wartete auf sein Nicken oder seine Gedanken.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 6. März 2015, 21:28

Ein Schauer durchlief den Nichtgenannten als Chasins Finger über seine Handgelenke strichen und er spannte sich instinktiv an, hielt ganz still, senkte den Kopf leicht und Schloss kurz die Augen. Himmel, Frau, hab erbarmen! Mit äußerster Anstrengung hinderte sich Zanfar daran, weiter auf ihre unschuldige Geste zu reagieren. Zumindest vermutete er, dass sich nichts weiter hinter der Geste verbarg.

"Wenn jemand mich als Hindernis oder Bedrohung wahrnimmt, dann habe ich in meiner Funktion als Diplomatin versagt und wenn du der erste und beste Ansatzpunkt du bist um mich zu Fall zu bringen, dann bin ich glücklich dich in meiner Nähe zu haben." 

Bei den Worten der roten Dame zog sich sein Herz zusammen. Sie vertraute ihm Bedingungslos und er würde alles tun, um sich dieses Vertrauens als würdig zu erweisen.

"Ich werde bei dir bleiben und wir gehen diesen Weg gemeinsam, bis ..."
Sie schmunzelte.
"... bis du mich leid bist. Ich habe niemals verlangt, dass du mich begleitest, aber der Gedanke deiner Lebensschuld ehrt dich mehr, als ich dir jemals zurück geben könnte. Du bist mein Leib und ich dein Mund solange du es wünscht."
Das könnte lange dauern, bis jetzt kann ich mir nicht vorstellen dich jemals Leid zu sein. durchfuhr ihn ein glasklarer Gedanke. Dann hob sie ihre Hände, faltete sie in ihrem Schoß und streckte den Rücken. Im Sitzen war sie kaum größer als er, vor allem da sie sich auch stets etwas kleiner machte. 
"Wir beschützen einander, so wie wir es am besten können. Ich ... kenne keinen Kampf und keine Krieger, ich kenne nur Geschichten darüber. Ich ahne, dass deine Hand, die du eigentlich zur Friedfertigkeit geöffnet hältst, sich auch im Kampf zur Faust ballen kann. Ich hoffe, dass sie es nicht tun muss, aber wenn es doch so kommen sollte, dann bin ich froh dich in meiner Nähe zu wissen."
Sie stand langsam auf und wandte sich in Richtung ihres Schreibtischs, dann legte sie noch einmal ihre Hand auf seine Schulter, damit er sie ansah. Große Wahrheit, aber auch tiefe Zuneigung lag in diesem einen roten Auge, einer Farbe die sie gemeinsam hatten, so sehr sie sich auch sonst voneinander unterschieden.
"Ich kenne deinen Namen. Ich kenne dich und ich vertraue dem Mann hinter der Maske, egal welche Vergangenheit er mit sich trägt."
So sanft wie ihre Stimme klang, nahm es der Wahrheit jede Schärfe. Vielleicht war der Vorfall am gestrigen Abend doch nicht so schlecht gewesen. Vielleicht war sie die einzige Person, die hinter seine Maske blicken konnte, ohne ihn zu verurteilen. Als sie sich weg drehte, strich ihr seidener Ärmel über seine Wange, fast als wäre es sie selbst gewesen. In diesem Moment verfluchte Zanfar die Maske, die ihm die Möglichkeit nahm, das streicheln des Ärmels auf dem eigenen Gesicht zu spüren. Sein Herz pochte kräftiger gegen seine Rippen, als es sollte, raste förmlich. Sie hatten bisher nie so offen miteinander gesprochen und Chasins entwaffnende Ehrlichkeit macht ihm das Schweigen leichter als nie. Er war Sprachlos. Wie hatte dieses ätherische Geschöpf nur geschafft, was er seit mehr als 15 Jahren versuchte. Vergebung. In diesem Moment waren tatsächlich alle Zweifel in ihm Verstummt und etwas wurde ihm klar. Der Schwur, den er dem Orden gegenüber gemacht hatte, würde nur solange halten wie er Chasins Sicherheit garantierte. Um sie zu schützen würde er sprechen, die Maske abnehmen und Töten.
Er sorgte sich noch immer um sie, hatte Angst darum, sie könnte die Welt in ihrer Grausamkeit noch nicht begriffen haben, aber er würde sie Schützen, mit allem was er hatte. Bis dahin würde ihr Geschick in der Diplomatie und dem Umgang mit Menschen für ihrer Beider Unversehrtheit sorgen.
„Doch jetzt könnte mein „Diener“ etwas für mich tun...“
Chasin setzte sich auf den Hocker vor ihrem Schreibtisch und tauchte eine Feder in das Tintenfass. Die kratzenden Geräusche lockten ihn näher und er betrachtete die Notiz auf dem königlichen Hof-Papier. 
Sie faltete sehr ordentlich das Pergament zusammen und übergab es Zanfar.
"Bitte gib es einem Bediensteten, der dies weiter leitet. Ich werde mich in der Zwischenzeit ankleiden."
Ihrer Aufforderung hin folgend riss der Nichtgenannte sich zusammen und stand etwas weniger geschmeidig als sonst auf, um den Zettel entgegen zu nehmen. Der allzu trivial wirkende Inhalt der Botschaft ließ ihn beinahe lauf auflachen. Mit einer übertrieben tiefen Verbeugung und dem Gedanken Mit dem größten Vergnügen my Lady. war er drauf und dran, das Zimmer zu verlassen, stoppte aber mit der Hand am Türknauf. Holla, wir wollen doch nicht allzu bald mit damit heraus platzen, was ich bin...bekomm dich wieder in den Griff, alter Junge. Er ging schnell zu seinem Zimmer, warf die weiße Robe über, schlang dann den Schal um seinen Hals und zog seine Handschuhe über. Erst dann verließ er den Raum, um die Nachricht zu überbringen.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Samstag 7. März 2015, 10:49

Chasin sah Zanfar noch einen Moment hinterher. Sie lächelte nur still, als er etwas Kopflos und etwas zu eilig seinem simplen Auftrag nachzukommen suchte. Während er noch einmal kurz sein Schlafgemach ansteuerte, erhob sie sich und schritt gewohnt langsam dem ihren näher. Ihr Hände öffneten schon die Schrürung ihres Mantels und kurz nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, war er auch schon auf den Boden gesunken. Einen tiefen Atemzug langs stand sie einfach nur nackt da, lauschte der Stille und genoss die Kühle auf ihrer Haut.
Das war ein guter Morgen ...
Sie entzündete ihre Pfeife erneut und begann sie mit ihrer ausgiebigen Morgentoilette. Jeder Fleck ihrer Haut wurde ausgiebig gewaschen, gebürstet, von Hautschüppchen befreit, erneut gewaschen, luftgetrocknet, mit einer schützenden Lotion gepflegt, dann wurde das Haar gebürstet, so aufgesteckt, das es asymetrisch die Narbe über ihrem linken Auge verdeckte, Schmuck passend in den Farben der neuen Federn angelegt und ein seidenes, naturweißes Unterkleid angelegt durch das der zarte Fliederton ihrer Haut hindurch schimmerte. Sie stand vor dem hohen Spiegel in ihrem Zimmer und betrachtete ihre Gestalt. In ihrer Heimat war sie unauffälliger Durchschitt gewesen. Es gab durchaus schönere, anmutigere Tha'roon und etwas wollte sich abermals in ihr erinnern, doch wieder tauchte nur die weiße Leinwand vor ihrem innern Auge auf. Ihre Leidenschaft für die Schönheit der Welt, hatte ihr nicht nur einmal die Umerziehungsmaßnahmen eingehandelt. Doch hier weit ab ihrer Heimat, getrennte vom Kollektiv konnten neue Gedanken keimen. Langsam ließ sie ihre Hände über ihre Schultern seitlich den Leib entlang gleiten und betrachtete ihr Spiegelbild.
Wie seltsam ... Trotz meiner Andersartigkeit ...
Sie schüttelte den Kopf. Ob jemand sie antraktiv oder abstoßen fand sollte sie nicht interessieren.
Konzentriere dich! Wofür bist du hier? Studiere die Rassen, sammele Informationen und wenn nötig schließe Bündnisse, sollte Nebulis in Gefahr sein. Du bist die Gesandte des Nebels!
Sie sichtete sich zu ihrer vollen Größe von 2,11 Metern auf und trat einen Schritt zurück, da sie sich sonst nicht mehr im Spiegel betrachten konnte. Langsam strich sie sich die Haarpracht aus dem Gesicht und öffnete das linke Auge. Sie blinzelte ein paar Mal um die verkrampften Muskeln zu entspannen und strich sich über das Lid. Kleine Regenbögen tanzten über ihre Wange und ließen Funkenregen aus ihren Wimpern tropfen. Das Spiel von Licht und Schatten fesselte sie schon immer. Tief in Gedanken versunken erinnerte sie sich an die Jahre ihres Studiums, der langen Zeit des Spalten von Auren, dem Brechen von Licht bis ihn die kleinsten Teile. Jede Lebensformen hatte ihre eigene Signatur, ihr eigenes Licht und nur die Farben unterschieden sie in Stimmung, Gesinnung und Emotion. Der Wille war wie die Fassette eines Edelsteins und je aus welchem Winkel man ihn betrachtete, konnte er sich ändern. Emotionen konnten sich ändern. Geschichten konnten sich ändern und vielleicht war es so auch mit Zanfar gewesen? Irgendwann in seinem Leben musste es etwas gegeben haben, dass ihn verändert hatte. Chasin kannte die fürchterlichen Geschichten über die Dunkelelfen. Sie waren ein Volk das aus Gier und Hass geboren war. Diese Emotionen hatte sie jedoch bei Zanfar noch nicht entdeckt. Er hatte gelernt seine Wurzeln auf mehr als eine Art zu verbergen und irgenwie bewunderte sie ihn dafür. Konnte sie vielleicht auch lernen so viel zu empfinden wie die Menschen? Sie waren oft so konfuz in ihrem Wesen, so voll von Instinkten, die sie steuerten, dass sie eigentlich unmöglich klar denken können dürften. Trotzdem schafften sie es mal mehr, mal weniger gut ihren Weg zu finden.
Sie legte ihre Hand an die spiegelnde Oberfläche und seufte tief.
Sie hatte sich entschieden nach Jorsa zu gehen, da der hiesige König im Ruf stand ein gerechter und wohlwollender Herrscher zu sein. Sie wollte erforschen, wie es ein normaler Mensch schaffte, seine Entscheidungen über seine Instinkte, über diese übermächtigen Emotionen zu stellen. König Richard der III. war dazu auch noch jung und unerfahren. Trotzdem war er einer der sozialsten Könige die diese Welt hatte. Chasin hatte bei ihrem ersten Aufeinandertreffen zwar eine leichte Neugung zum Geiz in ihm erkannt, aber das war nichts schlechtes für einen Herrscher. Er behandelt sein Volk gut, hört sich ihre Probleme und Vorschläge an, sowie er immer darauf achtete dass sein es im Wohlstand und Frieden lebte. Ihm lag viel an seinem Volk und er sorgte sich um seine Untergebenen, weshalb die Diplomatin beschlossen hatte, ihre Fähigkeiten in seine Dienste zu stellen. Wenn es mehr Männer seiner Art geben würde, dann könnte das Land vielleicht in Frieden erblühen. Doch dazu musste sie vestehen, was ihn von dem gemeinen Menschen abhob und ihn antrieb. Vielleicht konnte sie die Ecence des Friedens eines Tages finden, sie extrahieren, um ihn der Welt zugänglich zu machen, oder wenigstens dem herrschenden Teil. Große Ziele, doch sollte Nebulis den Nutzen ihrer Forschungen erkennen und der Rat sie ünterstützen, waren es nobel Ziele. Die Tha'Ronn strebten stehts nach Frieden und waren die Hüter des Wissensschatzes dieser Welt. Sollten sie sich mit einem Volk verbünden, müsste dieses den Frieden gewähleisten können und im Falle eines Angriffs auf Nebulis gewillt sein jede Klinge, jede Faust und ihren Leib für sie in die Schlacht zu werfen.
So wie Zanfar es für mich tun würde ... und er ist ein Dunkelelf. Ein Dunkelelf, der seinen Namen und seine Geschichte abgelegt hat.
Schwere Zeiten waren angebrochen und es gab viel zu erforschen, viel zu erfahren, zu studieren und aufzuzeichnen. Selbst wenn die Tha'Ronn nur stille Beobachter blieben, so war es Chasins Aufgabe ihr Wissen zu mehren.
Langsam löste sie ihre Hand und sah auf den Abdruck, den sie hinterlassen hatte. Vielleicht würde auch sie eines Tages ihren Abdruck in der Geschichte hinterlassen. Jetzt galt es erst einmal einfachste Frobleme zu lösen. Der plötzliche Wintereinbruch hatte sie gezwungen hinter den Palastmauern zu verweilen und sie wollte gern auch die einfachen Menschen der Stadt kennen lernen. Doch dafür brauchte sie angemessene Garderobe.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. April 2015, 16:43

Irgendwie waren die Tage zuvor weniger interessant gewesen.
Chasin Halona de Mondragil und Zanfar, ihr stiller, namenloser Begleiter hatten den frühen Vormittag mit tief schürfenden Gedanken und Gesprächen verbracht. Für die Tha'Roon mochte das ein normales Verhalten sein, doch für einen Dunkelelfen, waren teils philosophische Gedankengänge, teils emotionale Verwicklungen und Forschungen etwas ungewohntes und neues.

Zanfar war hinaus auf den langem Gang zu ihren Gemächern getreten. Er sah sich nach einem Bediensteten um, doch konnte niemanden sehen. Es war noch früher Vormittag und zu dieser Zeit waren die meisten Bediensteten schwer beschäftigt. Entweder man räumte noch das Frühstück der hohen Herren weg, oder bereitete schon die Garderobe für den Mittag vor. Viele der Diener waren im Augenblick auch außerhalb des Palastes um für ihre Herrschaften Dienstbotengänge zu erledigen. Es war also nicht verwunderlich, dass der Flur leer war. Zanfar blieb nichts anderes übrig, als wieder umzudrehen und zurück zu gehen. Einen Laufburschen für seine Aufgabe zu finden, war zwar der einfachere und schnellste Weg gewesen, aber es gab noch andere.
Gleich der nächste hing griffbereit neben der Tür in Form einer Klingel, die die Dienstmädchen rief. Ein mal kräftig dran ziehen und der Auftrag war so gut wie erledigt.

Aus Chasins Zimmer drang nach dem plätschernden Geräuschen, nur noch Stille und der lederne Brustharnisch lag noch dort, wo Zanfar ihn zuletzt untersucht hatte. Doch was sollte er als Mann mit diesem Brustschützer, der ganz offensichtlich für eine Frau gefertigt worden war. Die Formen waren schmal, zierlich und gerade mal so eine Hand ausfüllend, betrachtete man die Rundungen und Zanfar kannte nur eine Frau, die unbedingt körperlichen Schutz bedurfte.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Donnerstag 2. April 2015, 23:29

Der Nichtgenannte nahm den Brustharnisch hoch und betrachtete ihn eingehend. Er war offensichtlich schon einmal getragen worden und an einigen wenigen Stellen fanden sich kurze schwarze Haare, die sich an nähten und nieten festgehakt hatten. An den Lederschnüren waren leichte Kratzspuren zu sehen, nicht genug um das Material ernsthaft zu beschädigen, eher wie oberflächliche Verletzungen des Materials. Nachdenklich brummte er. Eine Rüstung für Chasin wäre keine schlechte Idee, doch war er nicht sicher, ob ihre empfindliche Konstitution die Belastung überstand, die eine Rüstung so bot. Das Leder war vermutlich leicht genug, dass sie es tragen konnte, aber nicht maßgeschneiderte Rüstungen hatten die Angewohnheit zu scheuern. Für einen Menschen war das unangenehm und ein Ärgernis, aber für sie? Aber vielleicht konnte er sie anpassen lassen. So oder so war es gar keine so schlechte Idee. Vielleicht könnte ein kluger Schneider sogar ein 'Modeaccessoir' daraus machen, das Chasin am Hof tragen konnte. Den Nichtgenannten würde das jedenfalls ruhiger schlafen lassen. Aber das war eigentlich nicht, worüber er reden wollte, das, was da eben zwischen ihnen passiert war … er hatte so viele Fragen, aber vielleicht wäre es besser, lieber über Rüstungen zu reden. Noch einmal schoss ihm die Erinnerung des Gefühls ihrer Haut und die Nähe zu ihr durch den Kopf und er schauderte und verdrängte das Bild aus seinem Kopf. Dann legte er betont Laut den Brustharnisch auf eine freie Stelle auf dem Schreibtisch, so dass einige der Schnallen klapperten. Mit einem Schmunzeln dachte er sich, dass sie ganz sicher nicht glücklich darüber sein würde, dass er den Tisch in Unordnung brachte.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Samstag 4. April 2015, 10:13

Der Schreibtisch der Tha'Roon war immer aufgeräumt und gut sortiert. Wirklich viele Unterlagen besaß sie nicht, da sie das wichtigste, wie sie einmal erklärt hatte, in ihrer „gedanklichen Bibliothek“ archivierte. Dafür saß sie manchmal Stundenlang nur still da und versank in tiefer Kontemplation. Eine freie Ecke für den Harnisch zu finden, war also ein Leichtes und Zanfar machte bewusst laute Geräusche, wohl um Chasin anzulocken. Wenn diese Rassen von vergeistigten Wesen neben der Verletzbarkeit einen Makel hatten, dann war es ihre Neugierde! Der Drang nach Wissen lockte sie und war verwurzelt in jeder Faser ihres Seins. Doch auch er war neugierig und der Brustharnisch hatte beim Ablegen eine geschlossene Mappe angestoßen, aus der nun ein paar Ecken feinstem Pergament heraus schauten. Auf einer der heraus gerutschten losen Seiten war deutlich eine Zeichnung zu erkennen. Gut zwei drittel waren noch verdeckt, aber auch der kleine sichtbare Teil ließ erkennen worum es sich handelte. Es war die unglaublich genaue Abbildung eines Juwels. Die Linien waren in höchstem Maß präzise und geometrisch perfekt aufeinander abgestimmt, jedoch von einer Form die er bei einem Juwel noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Die Anzahl der Fassetten überstieg die eines gewöhnlichen Edelsteins um ein vielfaches. Im Ansatz waren jedoch noch andere Gebilde auf dem Papierbogen zu erkennen, jedoch müsste Zanfar die Mappe dafür öffnen, oder der Bogen heraus ziehen.

Chasin Hatte gerade ihre Morgentoilette beendet, als vor ihrem Zimmer ein undefinierbarer Laut erklang. Ihr Gehör war nicht besser oder schlechter als das eines normalen Menschen, weswegen sie das Geräusch durch die geschlossene Tür nicht einordnen konnte. Sie sah im Spiegel, wie die Brauen sich hoben. So ähnlich war sie also schon diesen Emotionalen Völkern geworden, dass man ihr ihre Neugierde im Gesicht ablesen konnte. Sie blinzelte zweimal und wandte sich zur Tür, zögerte jedoch.
Ich hatte Zanfar doch fort geschickt? Er müsste doch länger ...
Ihr Hand schwebte über der Entscheidung die Klinke herunter zu drücken um nachzusehen, oder über dem Schlüssel, der die Tür für einen Eindringling verschließen würde.
Wer könnte das sonst noch sein? Eine Magd? Der Schneider … Nein, zu wenig Zeit.
Die Neugierde siegte und so leise sie konnte drückte sie die Klinke hinunter, während die andere Hand am Schlüssel ruhte. Wenn dort jemand anderes war als ihr stiller Begleiter, könnte sie wenigstens noch schnell handeln.
Der schmale Spalt der sich öffnete, zeigte eine Gestalt vor ihrem Schreibtisch, mit dem Rücken zu ihr, die aber definitiv durch Kleidung und Haltung als Zanfar zu erkennen war. Erleichtert stieß sie leise den angehaltenen Atem aus. Er stand leicht nach vorne gebeugt über ihren Unterlagen und schien etwas zu betrachten. Barfuß und nur von ihrem Unterkleid verhüllt, ging sie über den weichen Teppich. Sie näherte sich seiner Seite. Es war kein bewusstes Schleichen, aber doch leise. Überraschen hatte sie den Dunkelelfen noch nie können und es war auch nicht ihre Absicht.
„Du bist schon zurück?“
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Montag 6. April 2015, 14:31

Es juckte ihm in den Fingern, den Bogen heraus zu ziehen und näher zu betrachten, doch er zügelte seine Neugierde. Der Nichtgenannte würde die Privatsphäre seiner Begleiterin nicht verletzen. Wenn sie es ihm enthüllen wollte, würde sie es ihm auf nachfrage zeigen, wenn nicht, ging es ihn nichts an.
Die leichten Schritte auf dem Teppich hatte er nicht gehört, aber wohl den intensiver gewordenen angenehmen Geruch von Parfümierter Seife und pflegenden Ölen, der die Tha'Roon meist umfing. Und ganz besonders dann, wenn sie sich gerade um ihre Körperpflege gekümmert hatte. Natürlich würde er ihr nicht verraten, dass auch sein Gehör grenzen kannte, wo blieb denn da der Spaß. Als sie also erstaunt feststellte: „Du bist schon zurück?“ Drehte er sich nur gelassen zu ihr und nickte. Die meisten Diener kümmern sich noch um ihre Damen und Herren. Ich habe es am üblichen Ort abgelegt und die Glocke geläutet, ein Bediensteter wird sich sicher bald darum kümmern. Der Nichtgenannte warf nochmals einen Blick auf den Schreibtisch und die Mappe, die darauf lag, entschied dann aber, erst den Harnisch anzusprechen. Dieser Brustharnisch hat mich auf eine Idee gebracht … vielleicht könnten wir zu deinem Schutz etwas ähnlich leichtes anfertigen, oder diesen Ändern lassen, mit etwas Geschick schafft es ein Schneider ja vielleicht, ihn wie ein modisches, etwas extravagantes Accessoire aussehen zu lassen. Er deutete nochmals zur Bestärkung auf den Harnisch. Zögerte dann und trat noch einen Schritt zurück, um Chasin nicht die Sicht auf die Mappe zu versperren. Ich bin über diese Mappe gestolpert … und habe mich gefragt, ob ich vielleicht sehen dürfte, was darin ist?

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 8. April 2015, 07:49

Als der Dunkelelf sich umdrehte, trat die rote Dame an seine Seite und las in seinen Augen.
Dieser Brustharnisch hat mich auf eine Idee gebracht … vielleicht könnten wir zu deinem Schutz etwas ähnlich leichtes anfertigen, oder diesen Ändern lassen, mit etwas Geschick schafft es ein Schneider ja vielleicht, ihn wie ein modisches, etwas extravagantes Accessoire aussehen zu lassen. Er deutete nochmals zur Bestärkung auf den Harnisch.
„Ich kenne keine Rüstungen für unser Volk. Bisher haben wir so etwas nicht gebraucht. Wir führen keine Kriege. Wenn du meinst, dass es hilfreich wäre, dann versuchen wir es. Lassen wir dem Vogel einen Panzer bauen... Ich hoffe, nur, dass er dann noch „fliegen“ kann.“
Der Vergleich zu einem Vogel war vielleicht nicht ganz unbegründet, da Zanfar schon vor längerer Zeit einmal festgestellt hatte, dass Chasin im krassen Gegensatz zu ihrer Körpergröße fast nichts wog. Eine Rüstung für die rote Dame musste in erster Linie sehr leicht sein, da war ihre Sorge berechtigt, denn für eine normale Rüstung reichte ihre Muskelkraft bei weitem nicht, um sie zu tragen. Dies sollte man berücksichtigen, wenn der Schneider kam. Er trat noch einen Schritt zurück, um Chasin nicht die Sicht auf die Mappe zu versperren. Ich bin über diese Mappe gestolpert … und habe mich gefragt, ob ich vielleicht sehen dürfte, was darin ist?
Chasins schlanke Finger glitten über den Einband der Mappe und ihre Gedanken wanderten in eine ferne Vergangenheit. Nachdenklich hob sie die Mappe an und löste das Band, dass die Deckel zusammen hielt. Mit der Linken hielt sie ihre seltsamen Kunstwerke, während die rechte Hand Seite um Seite verschob. Sie hatte sich leicht gedreht, stand an seiner linken Seite, berührte ihn an der Schulter und lehnte sich sanft gegen ihn, damit er besser sehen konnte. Der Stoff ihres Unterkleides war wirklich ausgesprochen durchsichtig. Trotzdem war dieser kurze Moment erfüllt von Vertrauen und Nähe. Ihr Duft, eine Mischung aus leichtem Jasmin, einer streichelnden Note Amber und in der Tiefe von warmen Sandelholz getragen, war allgegenwärtig. Die Zeichnungen waren unglaublich genau und genaugenommen vollkommen frei von künstlerischen Schnörkeln. Sie wirkten bei eingehender Betrachtungen eher wie die Pläne eines Baumeisters, nur dass es sich eben um keine Bauwerke, sondern um Juwelen handelte. Je ein Stein war aus unterschiedlichen Blickwinkeln gezeichnet worden, mit Randmarkierungen, Grad-Angaben und zeigte so die volle Vielfältigkeit seiner Fassetten.
„Das Zeichnen konzentriert meine Gedanken, wenn sie einen Focus brauchen. Manchmal ist es hilfreich für mich diese Formen weiter zu entwickeln, wenn die Erinnerungen und Emotionen des Tages zu viel Chaos in sich tragen.“
Sie sah kurz auf und sah in Zanfars fragendes Gesicht.
„Oh … natürlich. Ich sollte genauer darauf eingehen. Ich war wohl so etwas wie eine … „Edelsteinschleiferin“ in meinem Volk. So wie die Menschen Berufe wählen für ihre Fähigkeiten, so habe ich es als meine Berufung erkannt, das Licht zu brechen. Siehst du hier ...“
Sie zeigte ihm ein weiteres Blatt.
„Es gibt viele Varianten einen Stein zu formen. Es kommt auch auf den Stein an und seine Beschaffenheit. Nicht jede Art ist für jeden Schliff geeignet. Die klaren Steine wie Diamanten, Turmalin, Saphire oder Rubine, die sind geeignet für die Lichtbrechung. Mondsteine und Quarze hingegen schleift man glatt, damit ihre Adulareszenz, … ihr Schimmern unterstrichen wird. Der Fassettenschliff entfacht das sogenannte Feuer. Wenn Licht in einen Brillanten fällt wird es durch die unterschiedlich angeordneten Flächen in seine Bestandteile aufgefächert. Warte...“
Chasin schien plötzlich voll und ganz in ihrem Element zu sein und eilte in ihr Zimmer. Es raschelte kurz und sie kam mit einem Klunker in der offenen Hand zurück, der fast die Größe einer Kastanie hatte. Sie legte ihn auf ein weißes Blatt und entzündete eine Kerze.
„Schau hier... betrachte den Regenbogen, wenn ich die Kerze bewege.“
Wie angekündigt wanderte auf dem Blatt ein Regenbogen umher.
„... und das sind nur die sichtbaren Effekte.“
Sie stockte. Ihr Eifer hatte sie unversehens in eine Richtung getrieben, die sie eigentlich nicht ausweiten wollte. Es musste schnell ein nächstes interessantes Detail her um ihr Zögern zu erklären.
„Mit unterschiedlichen Steinen und anderen Lichtquellen, zum Beispiel Magnesium-Feuer, kann man noch viel intensivere Effekte hervorrufen. Edelsteine haben so unterschiedliche Eigenschaften wie ein Mensch. Man muss nur herausfinden wozu sie sich eignen. Ich kann dir ein Beispiel zeigen ...“
Sie ließ den Diamanten wo er war und huschte erneut in ihr Zimmer. Dieses Mal kam sie mit einem in der Mitte flach geschliffenen Stein wieder der auf beiden Seiten zu einer Linse gewölbt war und nur an den Rändern Fassetten hatte. Sie nahm Zanfar bei der Hand und zog ihn zum Fenster.
„Sie können sogar Wärme spenden. Warte … aber tu dir nicht weh.“
Chasin hob seine Hand und hielt den Stein so, dass das auftreffende Sonnenlicht von draußen sich auf seinem Daumenballen in einem hellen, kleinen Punkt bündelte. Es wurde schnell sehr warm. Wenige kannten die Grundprinzipien von der Brechung des Lichts, aber die Linse an sich hatte er vielleicht schon einmal bei alten Männern in Bibliotheken seiner Heimat gesehen, wenn das Augenlicht nachließ. Nur waren deren Gläser halt aus Glas oder Bernstein, waren so schon sehr selten und erst recht nicht aus Diamanten. Chasin schien der Wert dieser Steine jedoch gerade vollkommen abgängig zu sein und war anscheinend voll und ganz von ihren funkelnden Eigenschaften gefangen. Sie lächelte ihn breit an, als er die Hand weg zog und ihr rotes Auge funkelte fast so sehr, wie die Steine. Zanfar hatte in seinem Leben vielleicht schon mitbekommen, dass manche Frauen eine Leidenschaft für Juwelen entwickelten, aber bei Chasin war es viel mehr. Es war als strahlte sie von innen heraus, als würden die Regenbögen jeden Augenblick aus ihren Augen fließen. Dabei war sie aber nicht von dieser weiblichen, oft zappeligen Verzückung erfüllt, die er kannte, sondern von stiller, tiefer Demut und Hingabe zum Detail.
(Mit Baltos abgesprochen:)
Noch während er sie betrachtete, hörte er vor der Tür ein leises Rascheln. Die Nachricht für das Dienstmädchen wurde anscheinend von dort abgeholt, wo Zanfar sie hinterlegt hatte. Dann würde auch bald der Hofschneider kommen.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 8. April 2015, 21:20

Dass Chasin in Betracht zog, eine Rüstung zu tragen, freute den Nichtgenannten. Er lauschte ihren Vorwänden und stimmte ihr im Stillen zu. Wenn die Rüstung mehr schaden anrichtete, als nutzten, so mussten sie davon absehen. Aber vielleicht gab es ja eine Lösung, und wenn es nur eine weitere Stoffschicht war, um sie vor Prellungen zu schützen.
Der Nichtgenannte genoss den Moment der Vertrautheit und hörte für einen Moment nur mit halbem Ohr zu. Er erinnerte sich an den Kater, der in den Hallen der Nichtgenannten residiert hatte. Dieser hatte sich nur allzu gern streicheln lassen und jede Geste der Zuneigung mit einem satten dunklen Schnurren beantwortet. Diesen Ton hätte der Dunkelelf sicher jetzt auch von sich gegeben, wenn er dazu in der Lage gewesen wäre. Chasins Begeisterung zog jedoch seine Aufmerksamkeit auf ihre Ausführungen und ließ ihn ihr voller Interesse folgen. Er hatte nie in Betracht gezogen, dass sie in einem Handwerk ausgebildet worden war, geschweige denn, dass sie so viel Expertise darin besaß. Vielleicht lag es daran, dass sie auch als Politikerin so geschickt war und er angenommen hatte, dass dies schon immer ihr Gebiet gewesen war. Einen Edelstein als etwas anderes zu sehen, als ein Stück zum Angeben oder Verkaufen, war ihm vormals noch nie in den Sinn gekommen. Tatsächlich war sein erster Gedanke, als er den kastanien großen Stein sah, der, dass sie nun einen 'Notgroschen' hatten. Allerdings hätte er es wohl nie übers Herz gebracht, etwas einfach so zu verkaufen, dass Chasin so sehr am Herzen lag. Ihre Präzision in den Bildern war beeindruckend und ihr Wissen um die Steine noch umso mehr. Das Prisma ließ ihn überrascht die Augen aufreißen. Ein solches Lichtspiel hatte er bisher nur aus der Ferne am Himmel als Regenbogen beobachten können, es durch den Stein gebündelt zu sehen, hatte etwas magisches. So fiel ihm auch Chasins stocken nicht auf.
Die Linse kannte er tatsächlich. Er hatte eine beschädigte einmal bei einem Reisenden gefunden. Sie war mit einigen anderen, als Wertlos erachteten, Gütern im Graben gelandet, genauso wie der leblose Körper des Besitzers der Linse. Er sog einmal fest die Luft ein, in der Erinnerung daran, wie viel Blut an seinen Händen klebte. Der Anblick der strahlenden Chasin wischte diese Gedanken jedoch schnell weg. Man konnte selten so viel aus ihren Zügen lesen, ein Moment wie dieser war so kostbar wie der Diamant, den sie in Händen hielt. Er hatte Menschen nie verstanden, die behaupteten ein Lächeln mache angeblich eine Person schöner. Ulyne war immer schön gewesen, egal ob sie verächtlich, grausam oder amüsiert drein blickte, er hatte Schönheit für etwas objektives gehalten. Jetzt verstand er allerdings, was gemeint war. Mit dem leuchten in ihren Augen, dem leichten rot ihrer Wangen und ihrem Lächeln war Chasin tatsächlich schöner als er sie je gesehen hatte. Er erwiderte das strahlende Lächeln unter seiner Maske, etwas traurig darum, dass sie selbst seine unartikulierte Antwort nicht sehen konnte.
Du musst es vermissen, deinem Beruf zu folgen. Allein wie du davon sprichst erzählt viel darüber, wie sehr es dir am Herzen liegt. Danke, dass du das mit mir geteilt hast.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 10. April 2015, 15:15

Chasins Reaktion war sicher nicht ganz so, wie man es erwartet hätte. Sie sah von ihrem Diamanten auf, legte ihn in Zanfars Hand, als würde sie ihn plötzlich nicht mehr haben wollen, als hätte der Stein sie fast in eine Art Leidenschaft ausbrechen lassen, der sie sich nun schämte. Ihr Blick traf kurz Zanfars. Fast war es so, als ob sie dort in seinen Augen jemand anders vor sich sähe, als ihn. Dann schaute sie wie ein geschlagenes Kind auf den Boden. Ihre Stimme war leise, fast entschuldigend, ein wenig peinlich berührt, als sie leise wiederholte:
„ … am Herzen liegen ...“
Sie atmete tief durch und hob den Blick. Ihre Züge waren wieder konzentriert, sachlich, höflich und freundlich.
„Nein, das stimmt so nicht ganz! Eine Aufgabe liegt einem Tha'Roon nicht „am Herzen“! Ein Tha'Roon übt seine Funktion nach bestem Wissen und Gewissen aus, übt sich in Perfektion und konzentriert sich nur auf das Wesentliche. Die Formulierung „etwas am Herzen liegen zu haben“ trifft es bei weitem nicht. Es ist eine Lebensaufgabe, die wir erwählen und bis zur Meisterung nicht aus den Augen verlieren. Perfektion in allen Dingen, Genauigkeit im Geiste, Präzision unserer Hände und Werke und Kalkulation der Effektivität treibt uns an … nicht das Herz. Wenn wir uns etwas widmen, dann nicht mit einem vergänglichem Gefühl, so wie die Menschenkinder es zu pflegen tun, dann widmen wir unser Sein der Aufgabe.“
Sie zögerte, denn es war schwer die ganze Mentalität eines Volkes in kurze Worte und Sätze zu fassen.
„Wir streben nach Einigkeit, Einheit und Frieden. Diese überschwänglichen Emotionen wie zum Beispiel Wut, führen zu Streit, Streit zu Krieg, Krieg zu Chaos und Chaos zum Ende aller Dinge. Die Tha'Roon haben nur wenig Gefühle … so wie andere Völker … Wir werden anders erzogen, geprägt … und wir leben in einem Kollektiv, dass gelernt hat Emotionen zu kontrollieren. Wir sind alle eine Einheit und immer und überall miteinander verbunden.“
Ihr Gesicht zuckte und plötzlich sah sie fort von ihrem Freund hinaus aus dem Fenster. Es war als würde eine dünne Schicht aus Glas sie umgeben, die jeden Moment brechen und sie tödlich verletzen könnte.
„Alle … bis auf eine.“
Stille erfüllte jeden Winkel des Raumes und die „Rote Dame“ stand so still am Fenster, dass man meinen könnte sie wäre zu Stein geworden. Hatte sie aufgehört zu atmen? Lange Herzschläge lang rührte sie sich nicht und starrte nur in die Ferne. Ohne es zu beabsichtigen, hatte Chasin eine Tür zu ihrer Geschichte geöffnet, dass den schlimmsten Teil ihres Lebens betraf. Sie selbst ergab sich nicht den schmerzvollen Emotionen, die ein solcher Moment, eine Seele in Stücke reißen konnte, doch jedes andere emotionale Wesen konnte die Zerbrechlichkeit fühlen. Sie war wie eine gläserner Halm an einem aufgewühlten Meer, auf dem ein Sturm tobte.
„Zanfar ...“
Sie sah immernoch hinaus in die Ferne.
„Es … es fällt mir tatsächlich schwer über Dinge zu sprechen, die zwar schon vergangen sind und somit keinerlei Relevanz mehr haben sollten, aber … aber ich glaube, wenn ich dir, meinem Beschützer, meinem Freund, meinem Partner diese Dinge offenbare, dann könntest du dich vielleicht sogar noch effektiver um meinen Schutz kümmern. Ich möchte jedoch dich entscheiden lassen, ob du mehr über mich, mein Volk … mein Leben wissen möchtest oder nicht.“
Langsam drehte sich ihr Kopf und ihr eines rotes Auge sah sie ihn irgendwie leer und aus weiter Ferne an.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 10. April 2015, 20:51

„ … am Herzen liegen ...“
Sie atmete tief durch und hob den Blick. Ihre Züge waren wieder konzentriert, sachlich, höflich und freundlich.
„Nein, das stimmt so nicht ganz! Eine Aufgabe liegt einem Tha'Roon nicht „am Herzen“! Ein Tha'Roon übt seine Funktion nach bestem Wissen und Gewissen aus, übt sich in Perfektion und konzentriert sich nur auf das Wesentliche. Die Formulierung „etwas am Herzen liegen zu haben“ trifft es bei weitem nicht. Es ist eine Lebensaufgabe, die wir erwählen und bis zur Meisterung nicht aus den Augen verlieren. Perfektion in allen Dingen, Genauigkeit im Geiste, Präzision unserer Hände und Werke und Kalkulation der Effektivität treibt uns an … nicht das Herz. Wenn wir uns etwas widmen, dann nicht mit einem vergänglichem Gefühl, so wie die Menschenkinder es zu pflegen tun, dann widmen wir unser Sein der Aufgabe.“

Wut erfasste den Nichtgenannten und versuchte die Trauer und Betroffenheit zu betäuben, die darunter wühlten. Seine starke Chasin, die sonst nichts aus der Ruhe brachte, stand zerbrechlich und angeschlagen vor ihm.

„Wir streben nach Einigkeit, Einheit und Frieden. Diese überschwänglichen Emotionen wie zum Beispiel Wut, führen zu Streit, Streit zu Krieg, Krieg zu Chaos und Chaos zum Ende aller Dinge. Die Tha'Roon haben nur wenig Gefühle … so wie andere Völker … Wir werden anders erzogen, geprägt … und wir leben in einem Kollektiv, dass gelernt hat Emotionen zu kontrollieren. Wir sind alle eine Einheit und immer und überall miteinander verbunden.“

Es war weniger, was sie ihm sagte, es war wie sie es sagte. Wie ihr Körper mit jedem Wort ein Stück weiter zusammen sackte, wie Erinnerungen ihr Gesicht überschatteten und ihm den Glanz raubten, der es zuvor erhellt hatte.

„Wir streben nach Einigkeit, Einheit und Frieden. Diese überschwänglichen Emotionen wie zum Beispiel Wut, führen zu Streit, Streit zu Krieg, Krieg zu Chaos und Chaos zum Ende aller Dinge. Die Tha'Roon haben nur wenig Gefühle … so wie andere Völker … Wir werden anders erzogen, geprägt … und wir leben in einem Kollektiv, dass gelernt hat Emotionen zu kontrollieren. Wir sind alle eine Einheit und immer und überall miteinander verbunden.“
Ihr Gesicht zuckte und plötzlich sah sie fort von ihrem Freund hinaus aus dem Fenster. Es war als würde eine dünne Schicht aus Glas sie umgeben, die jeden Moment brechen und sie tödlich verletzen könnte.
„Alle … bis auf eine.“

Ich werde denjenigen finden, der dir das angetan hat. Ich werde ihn jagen und dann werde ich ihn quälen wie er dich gequält hat, bis er mich anfleht ihn zu töten. Jagte ein Gedanke durch seinen Kopf, so klar wie Kristall und so schnell, dass er ihn nicht aufhalten konnte. Sie hatte zum Glück den Blick abgewandt und sah nicht, wie sich seine Körper vor Wut versteifte und seine Hände sich verkrampft zu Fäusten ballten, bis seine kurzen Fingernägel in sein Fleisch schnitten. Sie so hilflos da stehen zu lassen weckten in ihm das Bedürfnis etwas zu zerschlagen, bis er erkannte, dass seine heftige Reaktion daher rührte, dass er sich in ihr wieder erkannte. Auch er fühlte sich von seinem Volk im innersten Verraten, war ein Ausgestoßener der den Grundsätzen seiner Kultur nicht folgen konnte und wollte. Nur dass diese Tatsache in ihm nur noch Wut und Enttäuschung weckte. So hatte er zumindest angenommen, aber jetzt, wo sie wie ein Spiegel vor ihm stand fragte er sich, ob er nicht auch etwas verloren, verunsichert und traurig war. Er zwang sich, seinen Körper wieder zu entspannen und seine Aufmerksamkeit ganz Chasin zu schenken. Sie so zu sehen ließ etwas in ihm brechen und er musste mit aller kraft verhindern, dass er sie fest in die Arme schloss um ihr dann zu versichern, dass alles gut würde und sie perfekt war, genau so wie sie jetzt war.
„Zanfar ...“
Seinen Namen aus ihrem Mund zu hören war wie die Bestätigung dessen, was ihm gerade durch den Kopf gegangen war. Sie Beide waren noch immer fest im Griff ihrer Vergangenheit.
„Es … es fällt mir tatsächlich schwer über Dinge zu sprechen, die zwar schon vergangen sind und somit keinerlei Relevanz mehr haben sollten, aber … aber ich glaube, wenn ich dir, meinem Beschützer, meinem Freund, meinem Partner diese Dinge offenbare, dann könntest du dich vielleicht sogar noch effektiver um meinen Schutz kümmern. Ich möchte jedoch dich entscheiden lassen, ob du mehr über mich, mein Volk … mein Leben wissen möchtest oder nicht.“
Langsam drehte sich ihr Kopf und ihr eines rotes Auge sah sie ihn irgendwie leer und aus weiter Ferne an. Seine Hände hatten ihre gefunden, bevor es ihm richtig klar wurde, dass er überhaupt danach gegriffen hatte. Seine schwieligen Finger hielten ihre nicht allzu allzu fest, aber bestimmt.
Erzähl es mir, Chasin. Du musst diese Last nicht alleine tragen, ich bin für dich da. Sein Blick versuchte ihren zu fangen, versuchte etwas Gefühl in ihr zu wecken. Und dann durchfuhr ihn ein Gedanke, wurde ihm etwas plötzlich ungemein wichtig. Was auch immer in Chasins Vergangenheit vorgefallen war, hatte sie tief verletzt, ohne dass sie sich selbst wirklich darüber im Klaren war. Selten war man so verletzlich, wie in so intimen Momenten, in denen man sich mit schlechten Erinnerungen auseinander setze. Und er wollte nicht, dass sie, während sie das erzählte, in eine Emotionslose kalte Maske blickte. Vermutlich hatte sie das in ihrem Leben oft genug getan. Die Nichtgenannten waren berufen Schmerzen zu lindern und auch wenn er seine Maske niemals abnehmen sollte, so schien sie ihm in diesem Moment hinderlich für seine Mission. Also schloss er den Vorhang und legte seine Maske ab. Die Luft auf seiner Haut erschreckte ihn wie immer und er musste sich einen Moment beherrschen, nicht verschreckt seine Maske wieder an Ort und Stelle zu bringen. Er überwand den Impuls, seine markanten Züge zeigten Mitgefühl und Sorge und sein Blick fixierte die Tha'Roon vor sich. Was auch immer dein Volk glaubt oder dir sagt, sie haben unrecht. Du bist genau richtig, so wie du bist, Chasin.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 12. April 2015, 10:56

Ich habe mich in der Vergangenheit verrannt.
Chasins Bewusstsein reagierte unterbewusst mit Ärger, aber auch mit Erleichterung, dass sich hier nach so langer zeit eine Möglichkeit bot, ihre eigene Geschichte zu verarbeiten. Doch willentlich zulassen konnte sie diese Gefühle nicht wirklich. Die Mentalität ihres Volkes beinhaltete und verbot sogar übertriebene Gefühlsregungen. Die Aura seiner Wut streifte ihre Wahrnehmung am Rande, aber sie wagte nicht ihn anzusehen. Erst musste sie sich selbst wieder unter Kontrolle bringen. Als sie halb bewusst, halb unbewusst Zanfars Namen laut ausgesprochen hatte, hatte sie eine Tür geöffnet, die nun weit offen alles herein strömen ließ, was sie sich sonst nie gewagt hätte zuzulassen. Mit einem einzigen Wort hatte sie ihre eigene und seine Vergangenheit miteinander verbunden und ihn so zu ihrem Verbündeten gemacht. Es war schon fast perfekt, wenn es denn geplant gewesen wäre, aber Chasin fehlte jegliche Kalkül, wenn es um ihren stillen Freund ging. Es hatte begonnen. Wenn sie länger darüber nachdachte, eigentlich gestern schon, als sie ihn aus Versehen, ohne Maske erwischt hatte. Spätestens jetzt gab es aber keinen Weg zurück mehr. Seine Reaktion war nur zu deutlich und tief in ihrer Seele erfüllte sie sie mit stiller Freude. Der Bund war besiegelt.
Erzähl es mir, Chasin. Du musst diese Last nicht alleine tragen, ich bin für dich da.
Sein Blick fing den ihren und dann durchfuhr ihn ein Gedanke, den sie kurz darauf plastisch ausgeführt sehen konnte. Er wollte anscheinend nicht, dass sie, während sie das erzählte, in eine emotionslose, kalte Maske blickte. Vermutlich hatte sie das in ihrem Leben oft genug getan. Die Nichtgenannten waren berufen Schmerzen zu lindern und auch wenn er seine Maske niemals abnehmen sollte, so schien sie ihm in diesem Moment hinderlich für seine Mission. Also schloss er den Vorhang des Fensters und legte seine Maske ab. Seine markanten Züge zeigten Mitgefühl und Sorge und sein Blick fixierte die Tha'Roon vor sich.
Was auch immer dein Volk glaubt oder dir sagt, sie haben unrecht. Du bist genau richtig, so wie du bist, Chasin.
Sein Einfühlungsvermögen überraschte sie. Sich so offen zu zeigen, auf seine ihm ganz eigene Art so seine Seele zu entblöden, war mehr als nur entwaffnend. Es forderte sie heraus es ihm gleich zu tun und alle Dämme nieder zu reißen. Still im Innern erzitterte sie vor den möglichen Folgen, aber ein kleiner Teil von ihr genoss auch seine Zuwendung. Ihr sanftes Lächeln näherte sich seinem Gesicht und ihre Hände nahmen seine Wangen gefangen. Wie es einst ihre Eltern in seltenen vertrauten Momenten getan hatten, nahm sie seinen Kopf in seine Hände und lehnte ihre Stirn an die seine. Ihre Stimme war leise und doch klar:
„Verbunden im Geiste.“
Es klang fast wie das „Ich hab dich lieb“ einer Mutter zu ihrem Kind, oder zwischen sehr guten Freunden, nur war es eben die Zugneigungsbeteuerung einer Tha'Roon. Sie löste sich ein Stück und fügte flüsternd ein lächelndes:
„Ich danke dir.“
, hinzu. Ihr Auge blinzelte. Ihre angenehm kühlen Hände lösten sich von der Glut seiner Wangen und sie setzte sich ihm gegenüber auf den Diwan. Ihre Hände zogen ihn mit sich, wollten ihn vielleicht auf das was jetzt kommen sollte, vorbereiten, doch wie konnten sie das? Wie sollten man jemanden auf etwas vorbereiten, das man ihn Worten nicht erklären konnte?
„Ich sehe dich. Ich sehe deine Wut, deinen Zorn, aber auch die gleiche Einsamkeit eines Ausgestoßenen, die mir inne wohnt … nur ...“
Sie rang mit sich.
Wie soll ich über 100 Jahre meiner Geschichte in wenige Worte fassen? Wie soll ich ihm zeigen, was das Herz eines Tha'Roon bewegt? … Ich habe noch immer Angst, dass er mich verlassen wird, wenn er erst alles weiß …
Ihr Blick lag fest in seinem, doch ihre Lippen brachten keinen Ton hervor.
Ich ahne, dass auch seine Taten Abgründe und Schatten auf seiner Seele hinterlassen haben, aber sie haben nicht ein ganzes Volk in die Knie gezwungen. Doch wenn sie sich ihm jetzt wieder verschloss, würde das noch viel tiefere Narben schlagen.
„Ich habe nur dich, meinen Freund und du bist der einzige Stern an meinem Firmament. Es gibt nicht genug Worte um dir zu erklären, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Für eine Zusammenfassung meines Lebens bräuchten wir viele Monate, vielleicht Jahre, denn wie du vielleicht schon ahntest, sind wir ähnlich wie die Elfen, ein sehr langlebiges Volk. Ich habe 169 Jahreswechsel gesehen. Ich habe schon viel erlebt, aber nur eins davon schnitt mich ab, von allem was ich war und nie mehr sein werde. … Ich … Wir Tha'Roon leben in einer viel engeren Verbundenheit als jedes andere Volk. Wir sind ein Kollektiv, ein einziger Geist. Wir teilen uns den Wissensschatz der Welt und Gefühle - Auseinandersetzungen würden ein solches Konstrukt auseinander reißen, deswegen merzen wir sie aus. Ich war schon immer etwas anders als die Anderen, etwas empfindsamer. Ich war neugieriger und empfindlicher für … die schönen Dinge der Welt. Mein Geist ging Wege, die dem Kollektiv schaden konnten und ich wurde ein paar mal umerzogen, ich wurde angepasst, was auch gut so war. Doch … in meinem Wesen war wohl tiefer als gedacht, die Veranlagung zum Forschen verankert. Ich habe viel ausprobiert und irgendwann meinen Weg im Spalten von Licht und Auren gefunden und dort sehr viel experimentiert.“
Sie wurde etwas blasser, als sie die folgenden Erinnerungen herauf beschwor. Sie überwand sich und brach alle Schranken auf.
„Es gab einen Unfall. Es war eigentlich kein Unfall in eurem Sinne. Ich hatte etwas gefunden, dass ich erforschte und dabei erkannte ich zu spät die Folgen. Ich habe … viel Schmerz über unser Volk gebracht und musste deshalb vom Kollektiv getrennt werden. Es gab keinen anderen Weg. Heute versteh ich das. Diese Gefühle durften nicht ungehindert zurück fließen. Das Band wurde einseitig gekappt, könnte man sagen. Ich kann keinen Kontakt mehr aufnehmen. Ich bin allein und nur sehr selten nehmen die Alten meines Volkes zu mir Kontakt auf. Ich bin eine Ausgestoßene, ein … Stern der den Himmel verlassen hat, gefallen und nun alleine auf der dunklen Erde liegt.“
Das alles musste sehr verwirrend und schlecht nachvollziehbar für ein Individuum klingen, der den kollektiven Gedanken nicht kannte.
„...doch es gibt etwas was es dir zeigen könnte. Ich kann dich nicht darauf vorbereiten, was jetzt kommt, aber es wird dich besser verstehen machen, was ich bin … „
Ihre linke Hand hob sich an ihren Kopf und strich die roten Flammen von ihren blassen Wangen, sodass man das vernarbte Auge gut sehen konnte. Mit den Fingerspitzen strich sie zweimal über das Lid um die Verkrampfung zu lösen und dann öffnete sich der rot umrandete Stern. Zanfar hatte vielleicht etwas anderes erwartet, ein hässliches Loch, Narbengewebe oder einen blinden Augapfel, doch das „Feuer“ das ihm nun entgegen strahlte, war das eines Edelsteins.

(Bild im entsprechendem Tread verlinkt)

Die vielen kleinen Fassetten ließen Regenbögen auf ihre Wange tanzen und fingen jedes Licht, jede Aura in seiner Umgebung, brachen es in seine Bestandteile auf und … bündelten sie. Etwas an diesem Anblick hielt Zanfar gefangen, dann strahlte etwas in ihn zurück.
Sein Körper reagierte als erstes. Sein Magen zog sich zusammen, als die Welle ihn erfasste. Chasin hatte ihm das das Gefühl gesandt, was ihr im Moment am nächsten war: EINSAMKEIT! Die alles umfassende Einsamkeit einer Tha'Roon die aus ihrem Volk ausgestoßen worden war. Es war wie der Fall in die Endlosigkeit zwischen den Sternen, von allem vergessen, umgeben von verzehrendem Nichts. Eine Einsamkeit, die die eigene Seele auf einen einzigen Stern am Firmament zusammen schrumpfen ließ und das Selbst in den Abgrund der Hoffnungslosigkeit stürzen konnte. Mochte man zwischen tausend Menschenkindern stehen, fühlte man doch nur sich allein. Kein Licht das einem den Weg zeigen konnte, kein Grund mehr zu leben. Einsamkeit bis zur Selbstaufgabe, bis zur Todessehnsucht. Kein Lebewesen war für diese Einsamkeit geschaffen, jeder brauchte jemanden und wenn es niemanden mehr gab, warum sollte man dann weiter leben? Plötzlich stoppte der Fall ins bodenlose und Chasin unterbrach die Verbindung, bevor Zanfar reagieren konnte. Das Gefühl war weg. Er war wieder er, allein in seinem Geist und hatte sich unter Kontrolle. Es waren nur kurz gewesen, vielleicht eine Minute, die ihm gezeigt hatte, wie stark Emotionen einen bestimmen konnten. Auch wenn es nur eine emotionale Reaktion war, so konnte er vielleicht noch das Echo an selbstmörderische Gedankengänge in sich wahrnehmen. Hatte Chasin daran gedacht sich das Leben zu nehmen, als sie ausgestoßen worden war? Wenn ihre Existenz keinen Sinn mehr gehabt hätte, vielleicht? Doch sie hatten ihr eine neue Aufgabe gegeben, eine die ihren Fähigkeiten gerecht wurde und das Kollektiv vor diesen Gedanken schützte.
Ihre Stimme antwortete auf seine Gedanken:
„Ja, ich habe einmal darüber nachgedacht, aber das war nur einen Bruchteil so lang wie ich es dich eben habe erleben lassen. Es war nur der Moment des Ausschlusses, doch das verging schnell. Ich hatte ja eine Aufgabe. Das was du eben gefühlte hast, ist das Resultat meiner Forschungen. Ich sehe Emotionen, lese sie in mich ein, katalogisiere und studiere sie und über diesen Stein, kann ich sie um ein mehrfaches verstärkt in mein Gegenüber zurück senden. Du meintest, dass einige mich fürchten … Wenn sie das wüsten, würden sie mich vielleicht noch mehr fürchten … Deshalb setzte ich das nur im äußersten Notfall ein. Ihre Angst würde in Hass umschlagen und die Folgen kannst du dir sicher ausmalen.“
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 12. April 2015, 16:26

Chasins kühle Hände auf seinen Wangen und ihren Atem auf seinem Gesicht zu spüren, nach Jahrzehnten wieder Luft und die Berührung eines anderen Wesens auf seiner Haut zu spüren, waren ihm fast zu intensiv. Das Bedürfnis zurück zu schrecken stritt mit der Sehnsucht eines Menschlichen Wesens nach Berührung.
„Verbunden im Geiste.“
Erreichte ihn ihre Stimme und beruhigte die Widerstreit in ihm. Er schloss die Augen für einem Moment.
„Ich danke dir.“,fügte sie hinzu. Ihre angenehm kühlen Hände lösten sich von der Glut seiner Wangen, er öffnete die Augen wieder und hätte am liebsten protestiert. Sie setzte sich ihm gegenüber auf den Diwan, ihre Hände zogen ihn mit sich. „Ich sehe dich. Ich sehe deine Wut, deinen Zorn, aber auch die gleiche Einsamkeit eines Ausgestoßenen, die mir inne wohnt … nur … “ Sie rang sichtlich mit sich, ihr Stirn krauste sich unmerklich, Linien bildeten sich an ihren Mundwinkeln, ihr Lippen wurden Schmaler. Zeichen, die einem unaufmerksamen Beobachter entgangen wären, aber für den Nichtgenannten sprachen sie Bände über den inneren Kampf seiner Freundin. Doch etwas ließ ihn Stocken … 'Ich sehe dich. Ich sehe deine Wut, deinen Zorn … ' zu diesem Moment hatte sie doch aus dem Fenster gesehen … oder hatten sich die Nachwehen seines Zorns noch in seinem Gesicht wieder gespiegelt … .
„Ich habe nur dich, meinen Freund und du bist der einzige Stern an meinem Firmament. Es gibt nicht genug Worte um dir zu erklären, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Für eine Zusammenfassung meines Lebens bräuchten wir viele Monate, vielleicht Jahre, denn wie du vielleicht schon ahntest, sind wir ähnlich wie die Elfen, ein sehr langlebiges Volk. Ich habe 169 Jahreswechsel gesehen. Ich habe schon viel erlebt, aber nur eins davon schnitt mich ab, von allem was ich war und nie mehr sein werde. … Ich … Wir Tha'Roon leben in einer viel engeren Verbundenheit als jedes andere Volk. Wir sind ein Kollektiv, ein einziger Geist. Wir teilen uns den Wissensschatz der Welt und Gefühle - Auseinandersetzungen würden ein solches Konstrukt auseinander reißen, deswegen merzen wir sie aus. Ich war schon immer etwas anders als die Anderen, etwas empfindsamer. Ich war neugieriger und empfindlicher für … die schönen Dinge der Welt. Mein Geist ging Wege, die dem Kollektiv schaden konnten und ich wurde ein paar mal umerzogen, ich wurde angepasst, was auch gut so war. Doch … in meinem Wesen war wohl tiefer als gedacht, die Veranlagung zum Forschen verankert. Ich habe viel ausprobiert und irgendwann meinen Weg im Spalten von Licht und Auren gefunden und dort sehr viel experimentiert.“
Sie wurde etwas blasser, als sie die folgenden Erinnerungen herauf beschwor. Sie überwand sich und brach alle Schranken auf.
„Es gab einen Unfall. Es war eigentlich kein Unfall in eurem Sinne. Ich hatte etwas gefunden, dass ich erforschte und dabei erkannte ich zu spät die Folgen. Ich habe … viel Schmerz über unser Volk gebracht und musste deshalb vom Kollektiv getrennt werden. Es gab keinen anderen Weg. Heute versteh ich das. Diese Gefühle durften nicht ungehindert zurück fließen. Das Band wurde einseitig gekappt, könnte man sagen. Ich kann keinen Kontakt mehr aufnehmen. Ich bin allein und nur sehr selten nehmen die Alten meines Volkes zu mir Kontakt auf. Ich bin eine Ausgestoßene, ein … Stern der den Himmel verlassen hat, gefallen und nun alleine auf der dunklen Erde liegt.“
Das alles musste sehr verwirrend und schlecht nachvollziehbar für ein Individuum klingen, der den kollektiven Gedanken nicht kannte. Der Nichtgenannte versuchte die große Menge an Informationen zu verarbeiten, aber gerade als Dunkelelf war ihm der Gedanken von 'Gefühlloser' und doch tiefer Verbundenheit ein Rätsel. In der Gesellschaft, in der er aufgewachsen war, entstand niemals dieses tiefe Vertrauen und die Reibungslose Verbundenheit, die durch ein gemeinsames Ziel und die 'Einigung' einander zu helfen, statt sich zu schaden, entstand.
„...doch es gibt etwas was es dir zeigen könnte. Ich kann dich nicht darauf vorbereiten, was jetzt kommt, aber es wird dich besser verstehen machen, was ich bin … „
Ihre linke Hand hob sich an ihren Kopf und strich die roten Flammen von ihren blassen Wangen, sodass man das vernarbte Auge gut sehen konnte. Mit den Fingerspitzen strich sie zweimal über das Lid um die Verkrampfung zu lösen und dann öffnete sich der rot umrandete Stern. Der Nichtgenannte hatte vielleicht etwas anderes erwartet, ein hässliches Loch, Narbengewebe oder einen blinden Augapfel, doch das „Feuer“ das ihm nun entgegen strahlte, war das eines Edelsteins.
Die vielen kleinen Facetten ließen Regenbögen auf ihre Wange tanzen und fingen jedes Licht, jede Aura in seiner Umgebung, brachen es in seine Bestandteile auf und … bündelten sie. Etwas an diesem Anblick hielt den Dunkelelfen gefangen, dann strahlte etwas in ihn zurück.
Die Intensität der Gefühle, die ihn danach erreichte, ließ ihn erschüttert zurück. Sein Herzschlag, der gegen seine Brust gehämmert hatte, beruhigt sich schnell wieder, und auch die Trockenheit in seiner Kehle und das brennen seiner Augen verflüchtigten sich. Doch er war sich bewusst darüber, dass hätte das Ganze länger angedauert, ihn der eiserne Griff der Verzweiflung nicht so einfach los gelassen hätte. Seine Überlebensinstinkte erwachten wie von selbst und wollten ihn dazu drängen, die Quelle der Gefahr auszuradieren, bevor sie ihm noch schlimmer schaden konnte. Einzig seine Ausbildung bei den Nichtgenannten hinderte ihn daran, dem Impuls zu folgen. Erst dann registrierte er besorgt, dass Chasin womöglich kurz davor gestanden hatte, sich das Leben zu nehmen.
„Ja, ich habe einmal darüber nachgedacht, aber das war nur einen Bruchteil so lang wie ich es dich eben habe erleben lassen. Es war nur der Moment des Ausschlusses, doch das verging schnell. Ich hatte ja eine Aufgabe. Das was du eben gefühlte hast, ist das Resultat meiner Forschungen. Ich sehe Emotionen, lese sie in mich ein, katalogisiere und studiere sie und über diesen Stein, kann ich sie um ein mehrfaches verstärkt in mein Gegenüber zurück senden. Du meintest, dass einige mich fürchten … Wenn sie das wüsten, würden sie mich vielleicht noch mehr fürchten … Deshalb setzte ich das nur im äußersten Notfall ein. Ihre Angst würde in Hass umschlagen und die Folgen kannst du dir sicher ausmalen.“
Der Dunkelelf nickte, hielt jedoch den Blick gesenkt. Noch immer verriet ihm der leichte Schweißfilm auf seiner Haut, dass er einige Augenblicke lang unendliche Einsamkeit und Verzweiflung verspürt hatte. Als er Ulyne leblos in seinen Armen liegen sah, hatte er ähnlich empfunden. Ähnlich aber doch ganz anders. Wäre es ihm damals so gegangen, wäre er vermutlich nicht mehr auf Celcia. Der Nichtgenannte wusste, er würde Chasin verletzen, aber jede Sekunde, die sich der zerreißende Moment, in dem sie ihre Gefühle mit ihm geteilt hatte, entfernte, wuchs seine Empörung und Wut darüber, was sie getan hatte. Einen Moment wurde das Gefühl, sie dafür zu Schlagen übermächtig. Mit einem Ruck stand er auf und brachte einige Meter zwischen sich und die feingliedrige Tha'Roon. Seine Maske fiel arglos zu Boden während er ihr den Rücken zu wand und die Arme vor der Brust verschränkte. Er war sich nicht sicher, ob er sie oder sich schützen wollte, aber bevor er wieder mit ihr ... bevor er ihr nochmals erlauben konnte seine Gedanken zu lesen, brauchte er Zeit, sich zu fassen, zu begreifen. Wie konnte sie das nur tun?! Musste sie mir wirklich ihren Schmerzvollsten Moment zeigen?! Ist für sie alles nur Katalogisieren!!! Hat sie bis jetzt nur so wenig über andere Wesen begriffen, dass sie glaubt ich könnte das hier einfach so weg stecken wie sie?! Als eine katalogisierte Emotion, die in einem Aktensystem abgelegt wird um ab und zu heraus geholt und analysiert zu werden?! Ich könnte sie … Er holte einige male tief Luft, konzentrierte sich darauf, sich zu Erden und die vielen Ebenen seiner Gefühle zu durchschauen. Er war verletzt, weil für ihn Chasins 'Offenheit' einen Übergriff, ein Vertrauensbruch bedeutet hatte. Das intensive Gefühl der Einsamkeit erinnerte ihn an seine Schwester, seine tief verwurzelten Schuldgefühle und ihren Verlust. Und sie rührten an die vielen Momente seiner Zeit als Dunkelelf an, in denen es wichtig war, mit Wut und Aggressivität auf eine Verletzung oder einen Verbalen Angriff zu reagieren. Aber das hier war kein Kampf, Chasin wollte ihm nichts böses, sie hatte lediglich versucht, ihm einen Einblick in ihrer Vergangenheit und ihre Gefühle zu bieten. Sie hätte sicher eine bessere Methode finden können, aber ihr war ebenso wenig klar gewesen, wie er reagieren würde, wie ihm. Vermutlich wusste Niemand, wie man mit dieser … wie auch immer man es nennen wollte, umgehen sollte. Er atmete noch einige Momente einfach nur tief durch und versuchte die Anspannung aus seinem Körper zu vertreiben. Ursprünglich hatte vor gehabt, sich wieder entspannt zu ihr zu setzen, aber er merkte, dass er nicht einmal seine Arme aus ihrer Verschränkung lösen konnte. Beinahe hätte er gesprochen, statt ihr in Gedanken etwas mit zu teilen. Nur um zu wissen, dass seine Gedanken ihm gehörte und sie ihn … er schauderte. Wenn er das nicht jetzt überwinden konnte, würde die Beziehung zwischen ihnen vielleicht nie wieder heilen. Mit größter Anspannung zwang er sich, seine Arme auseinander zu falten und sich wieder zu ihr um zu drehen. Da saß sie, Chasin, die ihn um einige Zentimeter überragte, der etwas zu viel Druck auf der Haut blaue Flecken verursachte, die Knochenbrüche bei zu festen Händedrücken fürchten musste. Die Frau, die ihm das Leben gerettet hatte, seine Gedanken lesen konnte ... und auch seine Gefühle. Eine Tha'Roon die Anderen ihre Gefühle aufzwingen konnte. Und die Person, die aus ihm einen besseren Mann gemacht hatte und ihm half zu heilen … sie war nicht sein Feind und ihre Offenbarung HATTE ihn erschreckt, aber sie blieb seine Freundin. Seine harten Züge verloren einen Teil ihrer Entspannung und ein müdes Lächeln huschte einen Augenblick über seine Züge.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 12. April 2015, 17:27

Genau vor diesen Auren hatte sie sich gefürchtet. Die schillernden Farben von Wut, Enttäuschung und das kurze Aufglühen von Hass erfüllten fast den ganzen Raum. Dafür musste sie ihn nicht einmal in die Augen sehen. Das intensive Leuchten umgab ihn wie ein eine Korona. Es war erstaunlich, dass er sie nicht einfach umbrachte. Für einen kurzen Augenblick hatte sie fast schon geglaubt, seine Hände würden die Kontrolle verlieren und sich um ihren Hals schließen. Ein kurzer Ruck und alles wäre vorbei gewesen. Sie stellte sich vor, wie ihre Knochen unter seinen Händen splittern würden, wie die Flügel eines Vogels, wie gefallenes Glas. Chasin betrachtete seinen abgewandten Rücken. Es brauchte keine aktiven Gedankengänge um zu sehen, was sie angerichtet hatte. Ihr Hände zitterten. Ihr ganzer Körper zitterte. Nicht aus Angst vor dem Tod, den er ihr bringen konnte, sondern aus Leid. Es tat ihr leid. Beide Augen weit aufgerissen konnte sie das erste mal in ihrem Leben die gleiche intensive Farbe ihres eigenes Gefühls um sich sehen und das war noch nie geschehen. Tha'Roon bewahrten ihre Gefühle tief in sich verborgen. Sie hatte schon geglaubt, dass sie keine eigene Aura besäße. Ihr eigener Ausbruch vermischte sich mit Zanfars um ein vielfacher größerer Wut und tauchte den Raum in ein intensives Leuchten, das nur sie sehen konnte. Ein durchaus menschlicher Gedanke kam ihr:
Wie hätte ich es anders erklären können? Hätte ich ein anderes Gefühl wählen sollen? Aber ist es nicht gleich, ob ich Einsamkeit oder Freude schicke? Hätte ihn überschwängliche Freude nicht genauso verletzt? Hätte sie ihn nicht wahnsinnig werden lassen? Hätte ich ihn nicht genauso missbraucht? Was wenn … wenn … Ich hätte … Hätte … Es ist vorbei. Es ist geschehen! Ich kann es nicht mehr ändern.
Ihr Zittern wollte nicht nachlassen und ein weiter ungewöhnlicher Effekt mischte sich in ihre Wahrnehmung. Geistesabwesend griff sich sich bebend an ihr Gesicht. Eine warme Flüssigkeit benetzte ihre Wangen. Verwundert starrte sie auf die feuchte Spur auf ihrem Finger. Zanfar drehte sich um und sah sie an. Sie sah zu ihm auf und musste gegen sein Leuchten anblinzeln. Das erste Mal in ihrem Leben fand sie keine Worte. Sie wollte ihm sagen, dass es ihr leid tat, dass es ein Fehler gewesen war, dass sie diesen Tag am liebsten ungeschehen machen wollte, doch tief in ihrem Innern war sie auch unendlich erleichtert, dass er es nun wusste. Was wenn er von ihren Fähigkeiten in einem ungünstigeren Moment erfahren hätte, wenn sie ihn in einer Notsituation sogar willentlich hätte manipulieren müssen, damit sie überleben? Eigentlich hatte sie das das erste Mal schon vor langer Zeit getan, aber daran erinnerte er sich nicht. Damals war er dem Tode näher gewesen als dem Leben. Doch in diesem Moment war alles anders! Er hätte sie hassen, verlassen oder töten können und vielleicht tat er das ja immernoch. Bebend saß sie nur still da und wartete auf seine Reaktion.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 12. April 2015, 18:33

Den letzten Ausschlag, der ihn versöhnlicher stimmte, gaben die Tränen, die der Tha'Roon über die Wangen liefen. So Menschlich und emotional hatte er sie noch nie erlebt. Es half ihm, sich wieder zu fangen und ins hier und jetzt zurück zu finden. Die Spannung im Raum legte sich langsam etwas, genauso wie die Anspannung, die noch immer durch seinen Körper vibrierte. Er nahm ein ordentlich zusammen gefaltetes Taschentuch von Chasins Schreibtisch und ging damit zu ihr. Bewegte sich vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken und registrierte das leichte Zittern in ihren Schultern. Was sie wohl jetzt sah? Der Edelstein, der an der Stelle saß, an der ihr Auge sein müsste, glitzerte noch immer, hatte aber Glücklicherweise seine hypnotisierende Wirkung verloren. Tu mir das nie wieder an. Er drückte ihr das Taschentuch in die Hand und begegnete dann wieder ihrem Blick. Er hatte Schwierigkeiten damit, die richtigen Worte zu finden um ihr zu erklären, warum ihn ihr Übergriff so sehr getroffen hatte, also rang er einen Moment mit seinen Gedanken. Sein Blick war ernst aber die aggressive Energie, die ihn zuvor umgeben hatte, war einer tiefen Erschöpfung gewichen. Das, was du da tun kannst ... ich weiß, du wolltest mir nur zeigen, was du kannst und was es für dich bedeutet hat, dein Volk zu verlassen. Aber dieser … ich kann es nicht anders benennen, dieser Übergriff … er stieß ein frustriertes Stöhnen aus. Du kannst damit verletzten. Tiefer als es jedes Schwert es könnte, geh Vorsichtig damit um … und du hast recht, lass es nie jemanden erfahren, dem du nicht vollkommen vertraust. Er blickt zur Seite und er entdeckte seine Maske, die achtlos auf dem Boden lag. Er hob sie auf und starrte sie für ein paar Sekunden mit leerem Blick an. Und zeig es ihm nicht, indem du ihm deine schlimmste Erinnerung schickst...versuch es mit etwas harmlosen weniger intensiven, der Sonne auf deiner Haut, oder dem Geschmack von Tee. Und frag ihn oder sie vorher, mach ihnen klar, was du tun wirst und sei sicher, dass sie es wollen. Sie hatte ihm so viel mehr erzählt, auf das er gerne eingegangen wäre, aber er konnte sich jetzt nicht auf irgendetwas anderes als das letzte Erlebnis konzentrieren. Was du da getan hast … das hat mich verletzt. Für mich sind Gefühle nichts, das ich Katalogisieren kann. Sie sind ... einfach da! Die wenigsten von uns analysieren, was und wie sie fühlen. Einen so intensiven Moment mit jemandem … mit mir zu teilen, etwas intimeres persönlicheres hättest du nicht tun können. Und es war nichts schönes, es war schrecklich! Einer Person, die einem am Herzen liegt, zuzuhören wie sie von Selbstmord und von Verzweiflung spricht ist schon schwierig, diesen Moment mit ihr zu Teilen und mit zu erleben ... Er schüttelte den Kopf und spürte Erleichterung als er bemerkte, wie die Erinnerung an die Erlebnisse Chasins schon in seinen Gedanken verblasste. Furchen zogen sich über seine sonst glatte Haut, ließen ihn älter wirken. Er wollte und konnte nicht weiter 'sprechen' und wartete einfach ab.

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Tierische Begleiter: keiner

Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Montag 13. April 2015, 08:33

Auch Chasin wartete. Sie wartete still darauf, dass seine und auch ihre innere Erschöpfung nachließen. Wie damals, als sie ihm immer und immer wieder versucht hatte seinen Lebenswillen anzufachen, hatte diese Fähigkeit auch ihren Preis. Das was sie fort gab, fehlte ihr auch hinterher. Auch sie wirkte erschöpft und ausgelaugt. Es war nur knapp eine Minute lang gewesen, aber es war wie Luft anhalten und hinterher war man atemlos. Sie fühlte wie ihr Körper nach Ruhe und nach ihrer Pfeife verlangte, doch sie verbot ihm sich zu regen. Sie durfte Zanfar auf keinen Fall jetzt alleine lassen. Nach seinen gedanklich gesprochenen Worten war sie unruhig und betroffen. Sie musste ihm mitteilen, was sie dachte, das hatte sie versprochen, aber wollte ihm auch die Zeit geben, die er brauchte. Sie schloss ihr Diamanten-Auge und strich sich die Haare wieder ins Gesicht. Seine Aura zog sich nur langsam in ihn zurück und sie wartete, bis sie auch die leuchtende Farbe des Zorns verloren hatte. Eine gewisse Erschütterung blieb zurück und Chasin fürchtete, dass es vielleicht niemals wieder solch wunderbare Momente geben könnte, wie noch vor wenigen Stunden. Warum hatte sie ihm nicht dieses Gefühl gezeigt? Weil sie es selbst noch nicht kannte, noch nicht bis in jedes Detail erforscht hatte. Wäre Zuneigung denn um ein vielfaches verstärkt besser gewesen? Chasin grübelte, ob nicht jedes Gefühl auf seine Art in der übersteigerter Form Gefahren mit sich brachte. Sie hatte sogar hier in Jorsa selbst die abwegigsten Gedankengänge sprießen sehen und wuchsen sie zu heran wurden sie zu Fanatismus, anders konnte sie sich diesen teilweise selbstvergessenen Götterglauben nicht erklären. Manche Menschen brauchten jedoch diese intensiven Gefühle um sich selbst darin wieder zu finden. Zanfar jedoch war anders. Seine Emotionale Seite hatte er immer dezent im Hintergrund gehalten, eine seiner Eigenschaften die sie sehr an ihm schätze und jetzt hatte sie ihn ein einer Farbe gesehen, die sie selbst zutiefst verstört hatte. Die Intensität seiner Aura … ja, sie hatte auch ihr ihre Verletzbarkeit gezeigt. Hatte sie Angst empfunden? Ja. Angst von ihm verlassen zu werden. Nicht weil sie die Einsamkeit fürchtete, sondern weil sie das Sein ohne ihn fürchtete, wie sie sich selbst analysierte. Er war in dieser kurzen Zeit ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens geworden. Jetzt da sie fern des Kollektivs war, da war er ihr einziger Stern am Nachthimmel. Irgendwann würde sie vielleicht noch andere Freunde gewinnen können, aber das was sie im Moment für ihn empfand, war einzigartig. Sie hatte ihn lange beobachtet und flüsterte dann atemlos in Stille hinein:
„Ich … ich empfinde Leid. Es tut mir leid.“
Sie sah ihn nicht an, damit er sich seinen Gedanken allein wusste, aber ihren Körper zog es in seine Nähe. Sie legte ihre Hand zwischen sie. Eine kleine, stille bitte um Vergebung und ein Zeichen, dass sie ihn brauchte.
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