Der Kerker

Wer den Adelsring betreten will, muss erst einmal durch das Tor kommen. Jeder wird genauestens beäugt und die meisten müssen iihre Waffen in Gewahrsam geben. Wer arm und schmutzig aussieht, wird verwiesen.
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Richard Azrael Darkholme
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Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Samstag 5. Januar 2008, 17:08

1. Post

Dunkelheit. BLING!
Ein Stern!
Dunkelheit. BLING!
Wieder ein Stern.
Dunkelheit! BLING!
Ein Stern.
Dunkelheit. BLING!
Wieder ein Stern.
Dunkelheit! BLING!
Ein Stern.


<b> Ist das ätzend. Na, mal wieder typisch für mich. Verdammt, das ist nicht mein Jahr. Aber wann ist es das überhaupt…verfluchte Magie!</b>

Der Stern landete. Jetzt sah man, dass es sich dabei um eine Münze handelte. Die Hand schloss sich darum und steckte sie weg.

Der Mann verschränkte wieder die Hände hinter seinem Kopf und blickte sich um. Nicht viel konnte er sehen. Wie lange war er schon hier?
Er hatte inzwischen diesen Raum abgetastet. Es war ca. 3 Schritt groß und war aus Stein. Eine große hölzerne Tür, wo durch einen Spalt etwas Licht eindrang, trennte ihn von der Freiheit. Aber keine Möglichkeit zu fliehen. Zwar war ein kleines Fenster etwas höher angebracht, doch nur wenn er keine Arme hätte, würde er durch es passen.
Es roch noch Dreck und Unrat und Richard sehnte sich inzwischen nach einem Bad.
Wenigsten bekam er keinen Vollbart. Er konnte von Glück sprechen, dass er nicht über so einen starken Haarwuchs erfügte. So war es nur ein Drei-Tage-Bart, obwohl er schon länger hier verweilte.
Zwischendurch wurde ihm mal etwas zu essen oder zu trinken gebracht, doch zu genießen war es wahrlich nicht.

<b>„Das ist zum kotzen! Verdammt! Ich hätt’ doch damit rechnen müssen. Es war einfach zu leicht. Mal sehen welche Strafe mich hier erwartet … falls sie mich nicht vergessen. Wahrscheinlich lassen die mich hier eher verrotten … ich habe mich auf wie ein Idiot angestellt. Ich hätt’ doch damit rechnen müssen. Wie lange bin ich im Geschäft? Hundert Jahre?“ </b>

Während Richard leise vor sich hin fluchte, ließ er das letzte Geschehen Revue passieren.
Es war ein prächtiges Anwesen, was auf jeden Fall reiche Beute versprach. Richard konnte der Versuchung nicht widerstehen. Und so brach er eines Nachts in das Haus ein. Da er wusste wie diese Häuser meist aufgebaut waren, war ihm klar wo er die Reichtümer fand. Nachdem er eine Weile durch das Haus schlich, entdeckte er in einem kleinen Raum eine große verschlossene Kiste. Kein Problem, dachte er sich. Er holte ein paar Dietriche hervor, hockte sich vor die Kiste und ließ sein Talent spielen. Er hörte das erste KLICK, dann gab es eine Explosion. Richard konnte für einen kurzen Moment nichts sehen, doch hörte er umso besser. Mehrere Leute stürmten in den Raum und versuchten ihn zu ergreifen. Seiner Sicht beraubt, schlug er trotzdem mit seinem Schwert zu und flüchtete so blind wie er war dorthin, wo er das Fenster vermutete. Während seiner Flucht, spürte er einen stechenden Schmerz im Bein und noch ehe er zum Fenster raus springen konnte, wusste er, dass ihn ein Gift gelähmt hatte. Er wurde von mehreren Leuten gepackt und erst mal verprügelt, dann zum Hausherrn geschleift. In dieser Zeit kam seine Sicht wenigstens wieder zurück und auch die Lähmung nahm ab und als er vor den Hausherrn gebracht wurde, war Richards erste Reaktion ein Tritt in dessen Weichteile. Richard konnte dessen arrogante Art schon vor dem Einbruch nicht ab. Der Herr brach zusammen. Richard grinste blöd „ Noch immer so arrogant?“ Dann folgten die Prügel. Bevor er bewusstlos wurde, hatte er noch das Gefühl, er höre eine weibliche Stimme, die ihn auslachte.

„Weißt du was, Süße? Ich befürchte, das Miststück hat uns gefunden.“

Richard legte die Hand auf seinen rechten Oberarm, dort wo sein Tattoo war. Er spürte ihre Wärme. Nur schwer konnte er sich eines Schauderns erwehren. Er wünschte sie könne erscheinen, doch der Raum war zu klein.

„Scheíße, wir müssen hier weg!“
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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 10. Januar 2008, 21:54

Da saß er mal wieder an dem Ort, den er wohl schon des Öfteren besucht hatte.
Was wohl diesmal seine Strafe sein würde?
Jedes Land besaß mitunter andere Kriterien zum Verhängen möglicher Strafen.
Lange würde er jedenfalls nicht hier bleiben, beschloss er.
Er wusste nur noch nicht wie er das anstellen sollte.

Der Raum war rechteckig und maß zirka 9m². Es gab eine große, eisenverstärkte Holztür, die nicht so aussah als könnte man sich ihrer leicht entledigen. Durch einen kleinen Spalt, durch den das Essen geschoben wurde, stahl sich ein wenig Licht herein.
Ein kaum nennenswertes Fenster auf der gegenüberliegenden Seite, direkt unter Decke, sodass man nicht einmal herausschauen konnte, machte das Bild komplett.
Von dort blies wenigstens etwas frische Luft hinein – kühle Luft, was bei dem Gestank hier, recht angenehm war. Definieren wollte man die Gerüche jedenfalls nicht.

Richard war bereits seit einigen Tagen hier. Er war froh, dass er nicht unter starken Haarwuchs litt, wie es normalerweise der Fall wäre. Sonst würden sich seine Barthaare bestimmt schon kräuseln. Trotzdem sehnte er sich in der Zwischenzeit nach einem Bad.

Leise fluchte der Mann vor sich hin, während er sich die Geschehnisse, die dazu geführt hatten, dass er nun hier war, durch den Kopf gehen ließ.

Eigentlich war es eine ganze leichte Sache gewesen. Ein prächtiges Anwesen im Adelsviertel Grandeas. So einige Reichtümer vermutete er hinter den verschlossenen Türen.
Ein Leichtes war es für ihn gewesen. Er wusste wie Häuser dieser Arte aufgebaut waren, also dauert es nur einen kurzem Moment bis er im Inneren war. Zielstrebig schlich er durch die Behausung, ahnte er doch wo er die wertvolleren Besitztümer finden konnte.
In einem kleineren Raum entdeckte er eine Truhe. Sofort machte er sich daran diese zu öffnen…. Ein wenig hier und ein wenig da, …ein Klicken … und dann würde er den Schatz in den Händen… stattdessen gab es eine Explosion und für einen Moment blendete ihn ein gleißendes Licht und er konnte erstmal nicht sehen.
Deutlich vernahm er die Schritte mehrerer Menschen die in den Raum stürmten, fast so als hätten sie ihn erwartet.
Er schlug um sich, versuchte zu flüchten, rannte in eine Richtung wo er einen Ausgang vermutete, denn seine Sicht war immer noch arg in Mitleidenschaft gezogen.
Plötzlich spürte er einen stechenden Schmerz in seinem Bein… Dan viel er um, bevor er aus einem Fenster springen konnte… es war Lähmungsgift. Die Leute schlugen und traten auf ihn ein und schleiften ihn dann zum Hausherrn.
Langsam kehrte auch seine Sehvermögen wieder und auch die Giftwirkung ließ nach. Das erste was er tat, war das was er am besten konnte. Er trat dem Adeligen in die Weichteil, sodass der unter Schmerzen zusammenbrach. Richard war wieder ganz er selbst… Kurz darauf gingen ihm die Lichter aus, das letzte was er vernahm war das schallende Gelächter einer Frau, die ihn aus zu lachen schien, aber das konnte auch eine Halluzination gewesen sein… hoffte er inständig.
Als er wieder zu sich kam war er bereits hier gewesen.

<i>„Weißt du was, Süße? Ich befürchte, das Miststück hat uns gefunden.“</i> Er legte seine Hand auf den Oberarm, dort wo sich eine Tätowierung befand. Er konnte die Wärme an seiner Handfläche spüren. Sie hatte ihn gehört und verstand.
Er wünschte sich sie könnte erscheinen, doch wenn er sich hier so umsah… der Raum war einfach zu klein

<i>„Scheiße, wir müssen hier weg!“</i>

Was sollte er tun?
Durch den schmalen Schlitz an der Tür kam er nicht. Das Fenster war soweit oben, dass er springen musste um sich festhalten zu könne und sich hoch zu ziehen. Und die einzige Pritsche in dem kleinen Raum, war ein Brett das an der Wand befestigt war und zwar nicht dort wo das Fenster war.
Außerdem war es nur 2 Fuß breit und hoch. Zwei Eisenstangen waren eingefasst und wenn er sich das anschauen würde, würde er feststellen, dass das Gemäuer noch zu stabil war, als das er die Stäbe einfach rausbrechen konnte.

Er hörte Geräusche von draußen. Jemand lief an den Zellen vorbei. Er könnte verschiedene Stimmen hören. Sie jammerten, bereuten oder warfen mit vulgären Ausdrücken um sich.
Richard vernahm ein blechernes Klappern vor seiner Türe, dann ein <i>PLONG</i> als ein Teller und mit dem Inhalt voraus, durch den kleinen Spalt in seine Zelle purzelte.
Kurz darauf ertönte das Rasseln von einem Bund Schlüsseln und die Tür wurde geöffnet.
Ein großer, muskulöser Mann stand dort. Sein Körper reichte beinahe der linken bis zu rechten Seite des Türrahmens und er sah nicht so aus, als würde er widerspenstiges Verhalten dulden durchgehen lassen. Wahrscheinlich war er einer der ‚Folterknechte’. Mit geübtem Blick schaute er sich um, so kannte er doch die Tricks der Gefangenen.
„Eurer Trinken!“ Sagte er mit einer tiefen und nicht gerade freundlichen Stimme und ließ den Becher mehr fallen, als das er ihn vorsichtig hinstellte.
„Was seit ihr auch für eine dumme Ratte.“ Teilte er ihm in einem verächtlich Ton mit, beinahe spöttisch klingend sprach er weiter.
„Wisst ihr eigentlich, bei wem ihr eingebrochen seid und wem ihr körperlich taktiert habt? Wahrscheinlich nicht.“ Er lachte grollend auf.
„Euer ‚Opfer’ Ist ein Wohlgesinnter des Magierzirkels. Gerade letztens hat er erst wieder einen großen Betrag für magische Forschungen gespendet, das müsste sogar so ein Abschaum wie ihr es seid mitbekommen haben. Es sei denn ihr seid so arrogant, das ihr euch nicht richtig informiert.“ Er schüttelte den Kopf, „Habt nicht einmal über magische Fallen nachgedacht? Das wäre schließlich nicht ungewöhnlich.“

Sein Blick wanderte auf den Boden, dann trat er gegen den Keller stieß ihn Richtung der Pritsche: „Los, esst! Nicht das ihr vorher verhungert, wenn in zwei Tagen euer Urteil gefällt wird.“
Noch einmal sah er sich um, verließ dann den Raum, schlug die Tür zu und man hörte wie er mit den Schlüsseln rumhantierte und die Tür absperrte…

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Donnerstag 10. Januar 2008, 23:47

Richard horchte auf, als er die Schritte vor der Tür vernahm. Er blickte zur Tür hinüber, doch stand er nicht auf. Warum auch! Wahrscheinlich gab es essen oder so. Für die Urteilsverkündung war nicht die richtige Zeit, jedenfalls glaubte er das.
Mit einem PLONG wurde ein Teller durch die Lücke geschoben. Etwas annährendes Essbares lag auf diesem. Dann hörte er das vertraute Rascheln eines Schlüsselbundes. Die Tür wurde unter einem Quietschen geöffnet und ein breiter Mann stand im Tür rahmen.
Richard zog die Augenbraue hoch und folgte fast schon gelangweilt dem Becher, als dieser zu Boden fast umfiel.
„ was denn, soll ich nicht verdursten?“ murrte er ironisch dem Wächter zu.

„ Ratten sind nicht dumm. Sie sind intelligenter als manch dummer Mensch, der Essen den Ratten bringen darf“ Ein fieses Grinsen zeigte sich in seinem Gesicht, was aber sogleich wieder verschwand. Was sagte der Kerl da?

<i>„Euer ‚Opfer’ Ist ein Wohlgesinnter des Magierzirkels. Gerade letztens hat er erst wieder einen großen Betrag für magische Forschungen gespendet, das müsste sogar so ein Abschaum wie ihr es seid mitbekommen haben. Es sei denn ihr seid so arrogant, das ihr euch nicht richtig informiert. Habt nicht einmal über magische Fallen nachgedacht? Das wäre schließlich nicht ungewöhnlich.“ </i>

<b>Scheiß Magie! Magierzirkel? Ich hatte mich doch über alles informiert. Den Informant kenne ich schon lange, obwohl…Ich Idiot, Shenyrra war das…ich hasse dieses Biest. Die Wachen waren viel zu schnell da. Als hätte man auf mich gewartet. Magier!! Oh, verdammt!</b>

Der Mann ging wieder hinaus, forderte aber noch Richard zum Essen auf.

<i> „Los, esst! Nicht das ihr vorher verhungert, wenn in zwei Tagen euer Urteil gefällt wird.“</i>

Bei Richard zuckte ein Mundwinkel als er dem Wächter einen vernichtenden Blick entgegen schmiss.

„ Keine Sorge, ich bleibe erhalten“ gab er zynisch zurück.

Er erhob sich nachdem sich die Schritte entfernt hatten. Draußen konnte Richard den Lärm von den anderen Gefangenen hören. Was bringt ihnen das Geschrei? Nichts! Das wusste Richard schon lange.
Mit langsamen Schritten ging er zu seinem Fraß. Verhungern würde er nicht, eher verdursten. Aber was auch immer, er hatte darauf keinen Bock. Angewidert nahm er die Sachen hoch.

<b> Bin ich froh, dass ich das nicht richtig sehe. ..Na los runter damit. Du brauchst Kraft……Wahnsinn, das wird wieder Magenkrämpfe geben …na, Shenyrra, wie sieht es aus jetzt Lust auf eine Runde. Du, MAGST doch Dreck so gerne….Ich muß ich raus. …Du amüsiert dich doch….elendes Miststück. </b>

Richard kaute kaum, sondern schlang das Essen herunter und spülte mit dem Wasser nach. Viel war es wirklich nicht. Den Rest Brot tauchte er in die kleine Pfütze, die durch das verschütten des Wassers entstanden war und schlang auch das runter. Er schüttelte sich angewidert. Den Brechreiz hatte er durch Training unter Kontrolle.
Richard schmiss den Teller zu Boden und schaute sich zum wiederholten Male um. Die Worte des Wärters hallten immer wieder durch seinen Kopf.
Immerhin würde bei der Urteilsverkündung mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Magier anwesen sein. Immerhin war es ein Wohltäter gewesen, den er angegriffen hatte. Er schauderte an den Gedanken als Strafe für magische Versuche benutzt zu werden. Die Nackenhaare von Richard begannen sich zu sträuben bei diesen Gedanken.
Wieder sah er zum Fenster hoch.

<b> okay. Versuchen wir es. Mit einem guten Sprung kann ich die Stangen ergreifen….also ,packen wir es an.</b>

Gedacht, getan. Er rieb sich die Hände und sprang hoch. Er konnte die Stangen ergreifen. Doch rutschte er sofort wieder ab.
Nächster Sprung. Wieder Fehlschlag. Die Füße fanden keinen halt.
Erst beim dritten Mal konnte er sich oben halten und die Füße gegen die Wand stemmen. Langsam zog er sich hoch. Er konnte aus dem Fenster schauen. Nicht viel sah er. Jetzt kam der schwierige Part. Er verlagerte seine ganze Kraft auf die eine hand, schob den anderen schnell durch das Fenster. Bis zu den Schultern und fasste mit der freien Hand seine andere am Handgelenk. Nur war sein Unterarm draußen und drückte sich von draußen gegen die Stangen. Lange wurde er sich nicht halten können. Seine Muskeln fingen nach einer Weile zu zittern an.
Durch kam er nicht. Die Stangen waren einfach im Weg.
Er musste loslassen.

Wütend schlug er gegen die Wand.

„ Verdammt, Shenyrra…was soll das? ..Hol mich hier raus!“
Brüllte er ins Nichts. Er wusste das sie ihn hören würde. Aber wirklich wollte er ihre Hilfe gar nicht.
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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. Januar 2008, 01:26

Was sagte der Kerl da? Richard fiel es wie Schuppen von den Augen, als der Wächter ihm erzählte das, in dem Haus in dem er eingebrochen war, jemand lebte, der den Magierzirkel finanziell unterstützte und wohl auch selber was davon hatte.
Wieder einmal stellte Richard fest, dass er die Magie und Magier hasste. Hatte er sich nicht informiert? Den Informanten kannte er schon ewig.
Dann fiel ihm wieder das Lachen einer Frau ein, das er gehört hatte, ehe ihm die Lichter ausgingen.
Shenyrra war dort gewesen, das war sicher und erklärte so Einiges. Er hasste sie!

Wie als hätte sie nur darauf gewartet, nahm er den lieblich, betörenden Geruch von Parfum wahr, der einem die Sinne vernebeln konnte. So störte es sie doch herzlich wenig, ob Richard sie hasste oder nicht. Im Endeffekt bekam sie sowieso das von ihm was sie wollte, ob er das nun wollte oder nicht. Dieser Gedanke ließ ein Grinsen auf ihrem Gesicht entstehen. Menschen waren sooo schwach und der Fleischeslust verfielen sie nur zu leicht, aber das konnte Shenyrra nur recht sein, so war es doch das was sie am Meisten begehrte.
Manchmal gab sie ihnen das Gefühl, als könnten sie widerstehen. Sie mochte dieses Katz- und Mausspiel. Wenn sie es recht überlegte brachte das ihr Blut in Wallungen und eine kleine Abwechselungen war immer nett. Nichts war für den Succubus schlimmer, der die Ewigkeit hatte, als sich zu langweilen.
Genau wie dieses Mal. Richard glaubte doch nicht ernsthaft, dass sie von seinen Fluchtplänen nichts mitbekommen hatte? …Oh doch, er glaubte es, aber langsam schien er zu begreifen.

Der Wächter verließ die Zelle, nachdem er dem Gefangenen mitgeteilt hatte, er solle was essen, nicht das er bei der Urteilsverkündung dahinsiechte.
Richards Mundwinkel zuckte ein wenig, <i>„ Keine Sorge, ich bleibe erhalten“</i> Der Zynismus war deutlich herauszuhören, auch wenn der Wächter natürlich nicht verstand was er meinte. Wie sollte er auch.

Nachdem das Rasseln des Schlüsselbundes ihm verriet, dass er nun wieder eingeschlossen war und die Schritte des Wächters langsam auf dem Gang verklungen waren, erhob sich Richard.
Er ging langsam zu dem, was Essen sein sollte und nahm es angewidert hoch und überwand sich das zu essen.
Er gab Shenyrra für alles die Schuld. Das war natürlich auch das Einfachste. Sicherlich hatte sie was damit zu tun, aber mit seiner Berufserfahrung und die überschritt das normale Maß, hätte er auch ein wenig vorsichtiger sein müssen.

<i>Na, Shenyrra, wie sieht es aus jetzt Lust auf eine Runde. Du, MAGST doch Dreck so gerne….Ich muss hier raus. …Du amüsiert dich doch….elendes Miststück.</i> Rief er gedanklich den Succubus entgegen.
Natürlich amüsierte sie sich.
Was dachte er denn?
Genauso, wie sie auch stetig bei ihm war und jeden seiner Schritte beobachtete, ob er das nun bemerkte und wusste oder nicht. Schließlich war er ja ihr Eigentum und man musste immer Acht geben, dass es nicht zu Schaden kommt oder verloren geht und dieses Exemplar war besonders schnuckelig.
Sie überlegte, sollte sie ihm antworten oder nicht? Hm…
„Schnäuzellllllcheeeeeennnn.“ Säuselte süß die Stimme Shenyrras in Richards Kopf.
„Es kommt ganz darauf an von welcher Art der Dreck ist. Wenn es nur der Boden ist, macht es mir nichts aus und deinen Lendenbereich bekomme ich schon noch sauber und du weißt doch, ein Seidentuch gehört zu meiner Standartausrüstung.“ Und Richard wusste, dass sie gerade schadenfreudig vor sich hin grinste.

Richard nahm das vergitterte Fenster in Augenschein. Nachdem er einige Versuche brauchte, sich and die Gitterstangen zu hängen, versuchte er sich dagegen zu stemmen, aber sie rührten sich nicht einen Millimeter, ließen sich nicht einmal drehen.
Das Gestein war einfach nur hart wie Granit.
Sollte das nun wirklich das erste Mal sein, dass Richard nicht entfleuchen konnte.
Diese konnte böse ins Auge gehen.
Er schlug wütend gegen die Wand, was auch nicht ganz schmerzfrei von Statten ging und wieder schon er dem Succubus die Schuld zu.

<i>„Verdammt, Shenyrra…was soll das? …Hol mich hier raus!“</i> Brüllte er und schien damit die Mitgefangenen noch dazu aufgefordert zu haben, noch lauter zu rufen und zu schreien, als würde das irgendetwas bringen.
Er wusste, dass sie ihn hörte, aber eigentlich wollte er ihre Hilfe gar nicht. Endlos verstrichen die Minuten, bis Richard ein - wahrscheinlich gespielt - genervtes Seufzen hörte.
„Also eines verstehe ich nicht, warum schreist du die ganze Zeit nach meiner Hilfe, wenn du sie gar nicht willst? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht schwerhörig bin… Ach, das ist ja auch eher eine Schwäche von euch Sterblichen. Oh, ich vergaß, das hast du ja längst überwunden… So wird mein Schoßhündchen immer bei mir bleiben. Hm, wie viel Spaß wir noch zusammen haben werden…hm… Kommen wir nun zum Eigentlichen zurück… Nein!</i>
Trotz das sie nicht selber in der kleinen Kerkerzelle anwesend war - Richard konnte glücklich sein, dass er oberhalb der Erde untergebracht war. Wahrscheinlich konnte sie ihn noch nicht genau einstufen – und er ihre Stimme nur in seinem Geiste wahrnahm, konnte man fühlen, dass sie anscheinen sehr viel Freude daran hatte ihn so in der Zwickmühle zu sehen.

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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Sonntag 20. Januar 2008, 03:11

Gerade noch war sein Brüllen endgültig verklungen und auch das Geschrei der Mitgefangenen hatte sich wieder beruhigt, da hörte er die verhasste Stimme wieder.

<i> Also eines verstehe ich nicht, warum schreist du die ganze Zeit nach meiner Hilfe, wenn du sie gar nicht willst? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht schwerhörig bin… Ach, das ist ja auch eher eine Schwäche von euch Sterblichen. Oh, ich vergaß, das hast du ja längst überwunden… So wird mein Schoßhündchen immer bei mir bleiben. Hm, wie viel Spaß wir noch zusammen haben werden…hm… Kommen wir nun zum Eigentlichen zurück… Nein! </i>

Natürlich konnte sie es nicht lassen ihm noch Salz in die Wunde zu streuen. Das war eben typisch für Shenyrra. Ja, er war übers Sterben hinaus aber trotzdem. Als sie das Wort „Schoßhündchen“ sagte, sträubten sich Richards Nackenhaare wieder.

„ Schoßhund! Du spinnst wohl. Das hättest du wohl gerne…vergiß es. Ich gehöre dir nicht und werde dir niemals gehören, verstanden!...Und auf deine Hilfe kann ich gut verzichten, du Miststück.“ Eine noch drauffolgende Driade an Beschimpfungen fluchte Richard ins Dunkle.

<b> Nein, ich werde dir niemals gehören. Ich werde dich noch los…Irgendwann, Warts nur ab…Oh Mann, wie konnte ich damals nur so dumm sein. Eine schöne Frau und mein Verstand setzte aus…sie hatte meine Zeit im Knast praktisch ausgenutzt, muß ich ja sagen…ich hätte doch mit einem Harken rechnen müssen.</b>

Immer noch grimmig drein guckend strich er sich durch das lange schwarze Haar. Kurz berührte er die Narbe und mit einem Ausdruck des Ekels zog er seine Finger zurück. Dann begann er in seiner Zelle umherzustreifen. Wie ein Tier im Käfig. Eine Bewegung an der Wand etwas oberhalb seiner Pritsche zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Ein großer Käfer. oder eher eine Kakerlake kroch dort entlang. Mit einer raschen Bewegung schnappte sich Richard das Tier. Es zappelte in seiner Hand.

„Hab ich dich, du nerviges Vieh! Jetzt kannst du mich nicht mehr nerven!“ Grummelte er dem Tier zu. Die letzten Nächte schon hatte er dieses Vieh bemerkt, als es ihn weckte, während es über ihn rüber krabbelte.
Mit einem todbringenden Gesichtsausdruck machte er zwei Schritte zu einer Nische. Dort konnte man viele Spinnweben erkennen und bei genauem hinsehen lange schwarze Beine. Ins Netz lies er den Käfer fallen, welches sich durch Gezappel mehr und mehr verhedderte.
Richard hockte sich hin und beobachtete wie sich lange Beine aus der Nische hervortasteten und eine fast handflächengroße schwarze Spinne - auch Kellerspinnen genannt- hervorkam und zu ihrer Beute zischte. Rasch hatte sie ihr Opfer ergriffen und zerrte es zwischen ihren Mandibeln zu der Nische.
Spinnen waren für Richard etwas Besonderes. Sie mochten ihn und er hatte dank seiner Süßen eine recht gute Bindung zu ihnen.
Kurz darauf kam das Tier wieder heraus und stellte sich vor Richards Füße. Sie machte leichte Wippbewegung und kurz strich sein Finger über ihren Rücken, was ihr scheinbar gefiel.

<b>Eigentlich zu komisch, ich habe bei Spinnen mehr Glück als bei Menschen.</b>

Etwas wehmutig blickte Richard auf das Tier und er konnte ein leichtes warmes Kribbeln auf seinem Arm spüren. Seine Süße meldete sich.

„ Nicht eifersüchtig werden, Süße. Ich habe dich nicht vergessen. An dich kommt keine andere ran. Ich wünschte du könntest hier erscheinen…ich werde noch wahnsinnig. Sie wird mich nicht hier rausholen. Sie erfreut sich daran...denkst du, sie erwartet, dass ich mich entschuldige?...Nein, sie kennt mich….leider...Nicht das ich das bei ihr mache…Niemals…Weist du eigentlich wie gut du es hast? Du brauchst dir über solche Sachen keine Sorgen machen…ich vermisse dich…ich weiß nicht, wie wir hier rauskommen sollen…verdammt, nochmals.“ Flüsterte er sanft seiner Süßen zu.
Sie hörte ihn und wusste wie es um ihn stand. Dies war einer der Zeitpunkte, wo Richard nicht mehr weiterwusste. Er erhob sich wieder und machte es sich wieder auf seiner Liege bequem. Fast wie aus dem Nichts hatte er wieder seine Münze in der Hand und wartete auf die dummen Sprüche seiner „Herrin“, die bestimmt noch folgen werden. Die Münze ließ er dabei über eine Finger balancieren.
„Also, warum hilfst du mir nicht?“ fragte er sie launisch.
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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Dienstag 12. Februar 2008, 21:04

[Mod kommt mit Marius Dalamar aus ‚Das Zirkelgebäude’]



<i> „ Schoßhund! Du spinnst wohl. Das hättest du wohl gerne…vergiß es. Ich gehöre dir nicht und werde dir niemals gehören, verstanden!...Und auf deine Hilfe kann ich gut verzichten, du Miststück.“</i>
Rief Richard in seine kleine Zelle hinein und konnte sich wohl glücklich schätzen, dass ihn keiner hören konnte, sonst hätte man ihn sicherlich schon längst für verrückt erklärt. Das waren ja nicht seine ersten Kommentare die er in dem kleinen Raum von sich gab.

„Nicht?“ säuselte die süße Stimme Shenyrras in Richards Gedanken, „Hm, lass mal sehen…“
Leise konnte er das Rascheln von Pergamentpapier in seinem Kopf vernehmen.

Er begann in seiner Zelle umherzulaufen. Viel Anderes blieb ihm auch gar nicht übrig, außer sich vielleicht auf die Pritsche zu setzten oder zu legen, vielleicht einen weiteren Versuch zu starten aus dem Fenster zu schauen oder Zwiegespräche mit seinen inneren ‚Dämonen’ führen… Was für eine Ironie.

Richard nahm eine Bewegung an der Wand, aus seinem Augenwinkel wahr. Eine Kakerlake, wie er festestellte. Schnell schnappte er sich das Tier. Es hatte ihn die letzten Nächte bereits gestört, als es über ihn hinweg kabbelte, nun wollte er das beenden.
Mit der zappelnden Kakerlake zwischen den Fingern – er hätte sie sicherlich auch so zerquetschen können – ging er zu einer Ecke, wo viele Spinnweben waren und man auch die Beine des Bewohners sehen konnte.
Lang, schwarz und im Gegensatz, zu anderen Vertretern ihrer Art, kaum behaart.
Er machte einen relativ gleichgültigen Eindruck als das zappelnde Insekt in das Netz fallen ließ.
Eine beinahe handtellergroße Spinne kam hervor und begann sogleich ihr Opfer zurück in ihre Ecke zu zerren.
Kurz darauf kam sie wieder hervor, stellte sich vor Richard auf und dieser strich ihr sanft über dem Rücken. Es schien ihr zu gefallen.

Ein warmes Kribbeln durchzog seinen Arm und er wusste das es Korax war die sich meldete, eine Phasenspinne, beheimatet auf der Astralebene.

<i>„ Nicht eifersüchtig werden, Süße. Ich habe dich nicht vergessen. An dich kommt keine andere ran. Ich wünschte du könntest hier erscheinen…ich werde noch wahnsinnig. Sie wird mich nicht hier rausholen. Sie erfreut sich daran...denkst du, sie erwartet, dass ich mich entschuldige?...Nein, sie kennt mich….leider...Nicht das ich das bei ihr mache…Niemals…Weist du eigentlich wie gut du es hast? Du brauchst dir über solche Sachen keine Sorgen machen…ich vermisse dich…ich weiß nicht, wie wir hier rauskommen sollen…verdammt, nochmals.“</i> sanft flüsterte er ihr zu und konnte währenddessen wieder Shenyrras Stimme in seinen Kopf vernehmen.

„Richard der Spinnenflüsterer.“

Dumme Sprüche erwartete er eh von seiner ‚Herrin’, schließlich musste sie ja das letzte Wort behalten, also ging er wieder zu der Pritsche, machte es sich darauf bequem und hatte prompt auch seine Münze wieder zwischen den Fingern und ließ sie spielerisch über die Hand tanzen.
<i>„Also, warum hilfst du mir nicht?“</i> fragte er sie.

Kaum hatte er seine Frage ausgesprochen, da konnte er wieder schwere Schritte vor seiner Zellentür hören: ein Schlüssel wurde in das Schoß gesteckt und man musste sich nun fragen, was man nun von ihm wollte. Essen oder so was ähnliches, hatte es bereits gegeben.
Wurde vielleicht die Urteilsverkündung vorgezogen?
Wenn dem so sei, dann saß Richard jetzt wirklich in der Klemme und benötigte dringend die Hilfe des Succubus.

Die Tür wurde ruckartig geöffnet und herein stolperte ein, man möchte sagen, schmächtiger, junger – wenn er auch älter aussah als er tatsächlich war - Mann.
Er trug eine dunkelgrüne Robe und darüber einen ledernen Reiseumhang, der über und über mit Schmutz überzogen war. Die Robe war am Saum ein wenig zerfetzt und auch der Umhang wirkte nicht mehr so ganz im Takt.
„Los, rein mit dir!“ befahl der Wärter und wartet keine weitere Reaktion ab, sondern gab dem Mann einen groben Schubs, so dass dieser bäuchlings mitten in dem kleinen Raum landete.

So hatte sich das Marius Dalamar, Lehrling des großen Thaddäus Dalamar nicht vorgestellt.
Er wollte doch nur mit seinem Meister auf Reisen gehen. Nein, von ‚Wollen’ konnte ja eigentlich keine Rede sein. Genau genommen wurde er eigentlich mehr oder weniger von seinem Meister dazu ‚gezwungen’.
Da sah man es mal wieder, was draußen, außerhalb seiner kleinen Kammer, alles passieren konnte. Wäre er doch zuhause geblieben, aber da hätte ihn vielleicht seine Gardinenstange erschlagen können.
Ob das nun eine bessere Alternative war?

Da lag er nun.
Was war geschehen?
Nachdem Demodar sich aus dem Beutel befreit hatte, hatte der Wächter ihn wütend in den großen Gefängniskomplex gezogen.
Zuerst ging es in einen kleineren Raum, wo man ihm all seine Habseeligkeiten abgenommen hatte, so gar den Beutel mit den Nüssen!
Danach hatte man ihn weitergereicht und es wurde schriftlich festgehalten, dass man ihm nichts tun dürfe, da man ihn noch brauche, um den Dämon einzufangen.
Den Göttern sei Dank, wurde auch nach Thaddäus Dalamar geschickt und Marius konnte nur hoffen, dass dieser ihn wieder hier herausholte.
Dann hatte man ihn an wieder weiter gereicht und schubsend wurde er hierher befördert.

Hinter ihm knallte die Tür ins Schloss und laut wurde der Schlüssel umgedreht.
Vor ihm auf dem Boden lagen seine Augengläser, die eben von seiner Nase gefallen war. Verschwommen konnte er sie dort liegen sehen oder zumindest erahnen und das auch nur weil sich das Licht in den Gläsern reflektierte. Ansonsten sah er nicht viel.
Er lag auf einem Steinboden, das konnte er fühlen.
Der Raum war nicht sehr groß, das hatte er sogar noch gesehen und war da nicht noch eine Person?

„Hm, ein weiterer Lustsklave? …Wenn er nicht so schmutzig wäre… Hm...“ hörte Richard wieder Shenyrras Stimme in seinen Kopf.
Natürlich war sie noch anwesend, auch wenn sie seine Frage nicht beantwortete. Warum-Fragen waren ihr eh zuwider.
Zuletzt geändert von Erzähler am Mittwoch 13. Februar 2008, 07:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Freitag 15. Februar 2008, 14:12

[komme von Der Zirkel der Ritualmagier]

Etwas gröber, als dass es Marius noch als neutrale Behandlung bezeichnen konnte, wurde er in die Kaserne geführt. Ohne Umschweife musste er all sein Hab und Gut abgeben, sogar den Beutel Nüsse, den er für Demodar bereit hielt. Und auch sein Notizbuch, von dem er sich nur schmerzlich trennte. Da gab er ja lieber seinen Magierstab her. Auf den konnte Marius nämlich gut verzichten, er würde vorerst nicht zaubern. Die Magie hatte ihn doch erst in diese Schwierigkeiten gebracht. Sie hatte ihm Demodar beschert, der für all das Chaos ... <b>Nein!</b>, rügte sich der Adept. <b>Es war allein mein Fehler, ich war damals zu hochmütig. Wie gut, habe ich diese schlechte Eigenschaft abgelegt.</b>
Wohl eher getauscht und zwar mit einer nicht minder schlechten Eigenschaft. Noch jetzt zitterten die Knie des jungen Ritualmagiers, dass man diesen regelmäßigen Takt hätte gut wahrnehmen können. Er wurde lediglich von den schweren Schritten der bestiefelten Gesellschaft aus Wächtern übertönt, die Marius Dalamar nun in die Kerkergewölbe begleiteten.

"M-muss das d-d-denn sein?", fragte dieser nach, erhielt aber keine Antwort. "D-d-da unten gibt es be-be-bestimmt Sp... Spinnen." Marius mochte keine Spinnen, er fürchtete sie. Nun, genau genommen fürchtete er so ziemlich alles. Sogar die Steine hier unten waren ihm unheimlich. Rußgeschwärzt von den Pechfackeln, deren Rauch trotz Abzug seine Spuren hinterließ. Zwischen einigen Steinen moderten alte Wurzeln, auf anderen waren Flecken zu sehen. <b>Blut?!</b>
"Ohhhh, nicht doch!" Marius umklammerte seinen Körper, wollte in so wenig Kontakt wie möglich mit dem Gestein kommen. An den Wänden tanzten ihre Schatten und er schluckte trocken. Wie unheimlich es doch hier unten sein konnte. Vermutlich musste es das auch sein. In die Kerker führte man Verbrecher und die sollten sich schließlich auch ordentlich fürchten. Aber Marius war doch kein Verbrecher ... jedenfalls kein solch schlimmer. Er gab ja insgeheim zu, dass er Demodar unerlaubt auch außerhalb des Zirkels mitgenommen hatte und das schon häufiger. Aber dies war immer sicherer gewesen als dieses Todeseichhörnchen bei seinem Meister zu lassen.

Die Wachen blieben vor einer robust anmaßenden Tür stehen. Einer von ihnen zückte einen Schlüssel und sperrte auf. Grob und ziemlich schnell wurde Marius hinein befördert. Er stolperte hinein und der Schubs des Wächters sorgte dafür, dass Marius sich in seinem Gewand verhedderte. Mit dumpfen Aufprall landete er am Boden, so dass ihm die Augengläser von der Nase hopsten.
"Oh nein", keuchte er, tastete im ersten Moment vollkommen blind umher. Er konnte hören, dass die Tür wieder ge- und auch verschlossen wurde. Dann erkannte er ein mattes Schimmern in der verschwommenen Welt, die sich für ihn ohne seine Sehhilfe auftat. Das konnten nur seine Gläser sein, in denen sich das Licht reflektierte. Marius kannte diese Art des Schimmerns bereits nur zu gut. Wie oft war ihm die Brille schon heruntergefallen!

Mit spitzen Fingern zupfte er die Augengläser auf und wischte sie an seinem grünen Gewand ab. Dieses war glücklicherweise nicht mit Schlamm und Unrat verdreckt, allerding teilweise den Zähnen des Baron Reginald, seines Esels, zum Opfer gefallen. <b>Wo man das arme Tier wohl hingebracht hat? Und wo steckt Demodar nur? Der kommt mich sicher nicht mehr besuchen. Er wird sich jemanden suchen, der ihn befreit und dann ...</b> Marius schüttelte sich. <b>... dann streift er frei und ungezwungen durch Celcia, wird Schaden anrichten, wo er kann.</b>
Doch darüber nachzudenken, wie der Demodar würde aufhalten können, war in seiner jetzigen Situation sinnlos. Marius konnte nur abwarten ... und endlich dafür sorgen, dass er wenigstens genau sah, wo er sich befand. Hoffentlich hatten die Gläser keinen Schaden genommen. Der Adept setzte sich die Brille zurück auf die Nase ... und zuckte unter einem quiekenden Schrei zusammen.

"Oh, h-h-habt Ihr m-m-m-ich erschreckt!", brachte er keuchend hervor, kaum dass er diesen fremden Mitgefangenen entdeckt hatte. Unheimlich und einschüchternd sah er aus, jedenfalls aus Marius' Sichtweise. Dieses pechschwarze, lange Haar, das einen Teil seines Gesichtes verdeckte ließ ihn nicht sehr vertrauensselig wirken und auch das eine Auge, welches Marius anblickte, machte den jungen Mann nur mulmig zumute. So rutschte er ein Stück zurück, als aber schon die nächste Wand seinen Rücken berührt, fuhr er wieder etwas vor. Die Wände, die Steine ... das Krabbelzeug, das sich in den Ritzen verbarg! Nein nein nein, damit wollte er ganz sicher nicht in Berührung kommen. "Ähm ... guten T-tag", stammelte der Ritualmagier. "Ich b-bin Marius Dalamar. Und I-ihr?"
Auch wenn er Angst hatte, höflich sein konnte man dennoch.

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Donnerstag 21. Februar 2008, 15:58

Eine Antwort erhielt er nicht durch sie, sondern durch die schweren Schritte vor seiner Kerkertür. Ein Schlüssel wurde eingesteckt und knarrend wurde die Tür aufgesperrt. Richard hatte währenddessen seine Beine über die Pritsche geschwungen. Immer auf alles gefasst.

<b> Was ist denn jetzt los?</b>

Was wollte man jetzt von ihm. Essen gab es schon. Urteilsverkündung? Das bezweifelte er. Also entweder wollten die Wachen etwas Spaß haben, durch Gefangene zusammenschlagen oder anderes. Richard schauderte bei dem Gedanken. Doch er wusste sich zu verteidigen und ein gezielter Tritt, ließ die Leute vieles vergessen. Oder ein neuer Gefangener.
Die Antwort erhielt Richard prompt. Eine Gestalt wurde in die Zelle geschuppst, die stolpernd zu Boden fiel. Etwas Glänzendes fiel fast zeitgleich ebenfalls zu Boden. Richard Aufmerksamkeit wurde kurz davon angezogen. Ein Gestell mit zwei befestigten Glasstücken lag etwas von dieser Person entfernt.
Schnell wendete Richard wieder seinen Blick ab und besah sich den jungen Mann. Mann konnte man eigentlich noch nicht sagen, eher ein Bursche. Ziemlich schmächtig und in dreckige und zerschlissene Roben gehüllt.
Richard Beobachte den Burschen wie er fast schon panisch am Boden etwas suchte. Als er die Sehgläser fand und aufgesetzt hatte, quiekte er erschrocken auf und rutschte an die Wand.. Einen ängstlichen Ausdruck hatte er im Gesicht.

<b> Ein Milchbubi? War der Aufschrei echt? Das sieht nicht gespielt aus, oder er ist besser als man denkt. Sieht eher nach einem Bücherwurm aus. Testen wir es mal. </b>

Ein kaltes Grinsen zeigte sich in Richards Gesicht, als er sich langsam aber wachsam von der Liege erhob. Noch mit der Münze spielerisch in der Hand, schlenderte er auf den Burschen zu.

<i> Oh, h-h-habt Ihr m-m-m-ich erschreckt! "</i>

Richards Grinsen wurde noch breiter. In seinem sichtbaren Auge war ein Funkeln zu sehen. Kurz schien das kalte grün einen violetten Schimmer zu haben, als er nur ein Wort sagte.

„Frischfleisch“

Seine Stimme war rau und recht tief. Sie passte so gar nicht zu dem Gesicht eines ca 25 jährigen. Das Auge musterte den jungen Adepten.
Richard genoss das Gefühl jemanden einschüchtern zu können, nicht das er wirklich Interesse an den Kerl hatte.

Er konnte fast eine amüsierte Stimme in seinem Kopf hören, die nur sagte: Stinki, sollst du so sein?
Richard wollte Marius provozieren. Denn dann wurden leicht Fehler gemacht, wodurch man gut etwas über den anderen erfahren konnte.
„Dann nimm ihn dir“ antwortete Richard auf Shenyras Kommentar.

<b> Lieber er als ich.</b>

Richard war der Meinung er hatte alles in Gedanken gesagt, dass er seine Antworten an sie laut aussprach war ihm gar nicht gewusst. Zu oft hatte sie leise mit ihm gesprochen und stand dabei unsichtbar hinter ihm. Oft konnte Richard, dass nicht mehr auseinander halten. Immerhin hörte oder sendete seine Süße ihn auch Bilder. Das er noch nicht wahnsinnig war, obwohl es schon Zeiten gegeben hatte, glich schon einen Wunder.
Kurz von Marius blieb Richard stehen. Seine Miene war finster.

<i> Ähm ... guten T-tag .Ich b-bin Marius Dalamar. Und I-ihr?</i>

„ Hat irgendjemand gesagt, du sollst dich melden, Milchbubi? Außerdem lern sprechen!</i> grummelte Richard ihm seine Drohung entgegen. Dann schlug er ihm, fast schon kameradschaftlich, auf die Schulter.

„Angst? Nicht doch!Na, was hast du verbockt? Ich bin Egalis Wasdumirsagtst und das ist die Realität.“
Richard machte eine weit reichende Geste auf die kleine Zelle.

„Hier, wo du stehst ist dein Schlafplatz. Mir ist es hier zu feucht. Und Essen, liegt am Boden. Guten Appetit.“

Damit schob Richard Marius bei Seite, verstaute seine Münze in der Hosentasche und öffnete seine Hose. Ohne auf den jungen Adepten zu achten, erleichterte Richard seinen Druck auf der Blase. Natürlich blieb Richard wachsam, immerhin wollte er keine unangenehmen Überraschungen erleben. Als er sich erleichtert hatte, zog er sich wieder an.
Oh, wie Richard sich nach einem Bad sehnte.
Er grinste Marius an und ging zu seiner Pritsche zurück.

„Irgendwelche Einwände?“
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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Freitag 22. Februar 2008, 13:26

Das Grinsen des fremden Mannes gefiel Marius nicht, ganz und gar nicht. Er sah so ... böse aus. Einschüchternd. Am meisten fürchtete sich der junge Adept vor diesem stechend grünen Auge, welches nicht durch die langen schwarzen Haare verborgen wurde. Es funkelte und blitzte geradezu dämonisch. Marius schlotterte. Hatte er da nicht eben einen leicht violetten Schimmer am Rand der Pupille wahrgenommen?
Er könnte sich auch getäuscht haben, immerhin sah er ohne seine Augengläser so gut wie nichts und mit ihnen ... nun ja, er brauchte sie eben.
Wieder glitt sein ängstlicher Blick zu dem Fremden, der geschickt mit einer Münze zwischen den Fingern spielte, sie immer wieder in die Luft hopsen ließ und mit der Raffinesse eines Messerwerfers wieder auffing.

Und dann sagte er ein einziges Wort, welches Marius das Blut in den Adern gefrieren ließ. <i>"Frischfleisch."</i> <b>Fri-Fri-Friiiiii!!!!!!</b> Nicht mal seine Gedanken blieben vor einem Stotteranfall verschont, er brachte es ja nicht einmal fertig, das Wort gedanklich zu Wiederholen. Seine Augen waren hinter den Gläsern weit aufgerissen und seine Knie hämmerten gegeneinander, dass man zu diesem interessanten Rhythmus wohl gerne getanzt hätte. Marius Dalamar aber nicht, der wollte nur noch fort.

<i>"Dann nimm ihn dir."</i> Marius schaute sich gehetzt um. Wer sollte ihn nehmen? Er würde sich nicht nehmen lassen, nicht von jemandem, der ihn als Frischfleisch bezei... seine Augen traten wie die eines Fisches hervor und er öffnete und schloss seinen Mund eben wie jener, wenn man ein solches Schuppentier in einen Glasbehälter packte und der arme Fisch immer wieder gegen die Scheibe schwamm.
<b>Dieser Mann ... hat es auf andere Männer ... abgesehen! Wo bin ich gelandet!</b> Marius kannte Geschichten, äußerst unangenehme Geschichten von Kerkerzellen und ... Kerkerduschen und ... heruntergefallener Seife. Sämtliche Farbe wich ihm aus dem Gesicht. Er konnte nicht einmal mehr zittern, so starr war er vor Angst. Dieser Fremde Kerl überlegte offenbar, ob er Marius seiner Unschuld berauben wollte.
Wer wusste schon, wie lange sein Gegenüber bereits hier im Kerkertrakt saß? Da verinsamte man so schnell und dann sprach man mit sich selbst, weil sonst niemand da war, der einem widersprechen konnte. Er redete mit sich selbst, führte Diskussionen, wer Marius nun zuerst haben dürfte. Dieser Schwarzhaarige behandelte ihn in seiner eigenen Gegenwart wie ein Ding – und Marius Dalamar rührte sich nicht, eben wie ein solches Ding, ein Gegenstand, es tat. Er hockte stocksteif und still auf dem kalten Zellenboden und starrte noch immer.
Das ganze Bild mochte an eine Maus erinnern, die gerade durch den Anblick ihres Mörders, einer Schlange, hypnotisiert worden und nicht fähig war, zu fliehen.

Schließlich kam der Fremde – die Schlange! – näher. Marius brachte eine höfliche Begrüßung heraus und stellte sich stammelnd vor. Irgendwie hing diese Höflichkeitsform in ihm fest, sein einziger Versuch, sich zu retten. Mit Diplomatie, dem Austausch von Informationen wie Namen. Zeit schinden, bis ihm etwas einfiel, wie er sich wirklich retten konnte. Marius dachte ja nicht im Traum daran, dass er vielleicht ein schnelles Ritual hätte vorbereiten und sich so womöglich schützen können. Nun, bis auf den Schild besaß er auch nicht wirklich praktische Kenntnisse über Rituale und der dauerte immerhin 45 Minuten, bis er stand. So lange ließe sich kein Mann wie dieser von einem Männchen wie Marius aufhalten.

Auf die Begrüßung ging der Fremde auch nur mit einer weiteren Drohung ein. Marius solle endlich sprechen lernen. Der zuckte aber nur zusammen, dass ihm die Augengläser beinahe erneut von der Nase hopsten und petzte die Augen fest zusammen. <b>Und ich dachte, ich sterbe irgendwie durch Darchen.</b> Etwas Schweres legte sich auf seine Schulter. Marius riss die Augen wieder auf. Er hatte gerade einen Schulterklopfer verpasst bekommen. Nun verstand der Adept die Welt nicht mehr? Wollte dieser Kerl ihm doch nichts antun?
<i>Angst? Nicht doch! Na, was hast du verbockt?"</i> Und dann stellte er sich vor. "A-angenehm, Herr ... Egalis Wa-Wasdumirsagst ... I-ich h-hab ..." Während Marius noch so vor sich herstotterte und versuchte, einen möglichst vollständigen Satz zu formulieren, zeigte Egalis ihm sein "Heim" und erklärte, wo er schlafen und essen konnte. Anschließend demonstrierte er, wo Marius ... sich erleichtern konnte. Dieser wandte den Blick höflich und zugleich eingeschüchtert ab.

Marius wartete, bis sich Egalis Wasdumirsagst erleichtert hatte und zu seiner Pritsche zurückgekehrt war. Mit einem Mal roch es in der Zelle gewaltig nach ... frischem Urin. Vorher hatte es ja schon gestunken, aber jetzt wurde dem Adepten beinahe speiübel. Er keuchte, schob sich in eine der Ecken und machte sich klein. Ja, er kannte die Realität und er hasste sie. Sie war so gefährlich und unheimlich. Marius zog die Beine an, schüttelte den Kopf. Warum sollte er auch Einwände haben? Einwände ... bedeuteten Konfrontationen und die bedeuteten Ärger. Marius war nicht auf Ärger aus, der war gefährlich. Er nestelte an seinen Augengläsern herum.
"Ich habe gegen das Gesetz verstoßen", brachte er – überraschenderweise – in einem ganzen Satz heraus. "Weil ich meinen ... Dämon ... außerhalb des Ritualmagier-Zirkels mitgeführt habe. Das ist ge-gesetzeswidrig." Er schluckte. Welche Strafe würde ihn ereilen? Marius hatte Angst.

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Dienstag 26. Februar 2008, 14:11

Richard hätte am liebsten laut losgelacht. So ein Angsthase.
Okay, Richard musste ja eingestehen er wäre in so einer Lage auch ziemlich eingeschüchtert. Immerhin war er nicht gerade der breiteste und stärkste. Seine Qualitäten waren eher anderer Natur und damit meinte er bestimmt nicht das horizontale Geschäft. Auch wenn Shenyrra anderer Meinung war.

<i>Schnucki, ich weiß es</i> konnte er sie mal wieder bestätigen hören.

Er ignorierte sie gekonnt. Er wusste sie war außer reichweite von ihm. Nur würde er nicht stottern, sondern eher eine große Klappe haben. Meinst verschlimmerte er sogar die Lage damit. Doch heute war er nicht der Leittragende.
So hatte Richard ein ziemlich breites Grinsen auf dem Gesicht, als er zurück zu seiner Pritsche ging und seine Münze herausholte um sie wieder und wieder hoch zu schnippen.
Dann wandte er seinen Blick wieder zu diesem Marius, der sich nun in eine andere Ecke verkrochen hatte.
Nervös nesselte er an seinem Glasgestell herum und brachte dann doch tatsächlich eine paar vernünftige Sätze zustande.

<i> "Ich habe gegen das Gesetz verstoßen. Weil ich meinen ... Dämon ... außerhalb des Ritualmagier-Zirkels mitgeführt habe. Das ist ge-gesetzeswidrig.</i>

„Was?! Dämon! Du…Ritualmagier-Zirkel…Na klasse.“

Richard hatte erstaunt die Augen aufgerissen und starrte nun seinerseits Marius an. Seine Münze flog ihn dabei aus der Hand und fiel klimpernd zu Boden, rollte etwas durch die Zelle und blieb vor Marius Füße liegen.
Jetzt erst besah sich Richard die Gestalt nochmals genauer von oben bis Unten.
Eine Robe wie ein Magier. Die Statur passte auch dazu. Schmächtig, eher für Räume mit Bücher geeignet.

<b> Er ist ein Magier?..Wahnsinn, dass musste mir ja passieren. Es passt ja wieder alles zusammen. Aber ein Dämon, der ist doch mehr als auffällig. War der Junge wirklich so dämlich und ist mit einem Dämon spazieren gegangen. War das Zufall? Oder hängt alles zusammen? Oder versucht sich der Junge wichtig zu tun?</b>

Geistesabwesend strich sich Richard über seine Narbe im Gesicht. Wenn er tatsächlich ein Magier war, war er mächtig genug sie zu sehen? Jeder Magier würde erkennen, dass er etwas Unverzeihliches getan hatte, hämmerte ihm der Satz des Gnomen-Magiers durch den Kopf. Richard spürte wie er nervös wurde, doch versuchte er es so gut es ging zu verbergen. Doch zitterte seine Hand, als er sie von der Narbe zurückzog.

Richard räusperte sich um den Kloß im Hals loszuwerden. Vielleicht konnte dieser Marius ihm auch nützlich sein.

„ Ein Dämon? Du!...Das ich nicht lache, du kannst noch nicht mal richtig sprechen und hast einen Dämon. Oder hast du deine Seele an ihm verpfändet? Wäre nicht gut. Ja, es ist wirklich gegen das Gesetz ….Du kannst einem leid tun, Junge. Die werden dich höchstpersönlich an den Dämon ausliefern, wenn du nicht schon deine Seele verpfändet hast. Und die Strafe wird viel schlimmer sein, als du dir in deinen Träumen ausmalen kannst. Da ist dieser Kerker das reinste Paradies. Aber sag mal, wo ist dein Dämon? Wie bist du an ihn geraten? Vielleicht kann ich dir ja helfen. “

„Na jetzt bin ich mal gespannt, wie du ihm helfen willst“ Säuselte ihm sein eigener Dämon vor.

Richard hatte sich inzwischen von seiner Pritsche erhoben und suchte am Boden nach seiner Münze. Dabei versuchte er so gut wie möglich Marius im Blick zu behalten. Aber auch seinen Süßen gab er die Anweisung, während er nach seiner Münze Ausschau hielt.

„Halte mir den Rücken frei, Süße.“ Flüsterte er leise zu seiner ewigen achtbeinigen Begleiterin.
Zuletzt geändert von Richard Azrael Darkholme am Dienstag 26. Februar 2008, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Dienstag 26. Februar 2008, 15:35

Marius war immer weiter in die Ecke gerutscht und das bei fast jedem Satz den Richard… ähm… Egalis zu ihm gesagt hatte.
Der Mann war unheimlich und Marius fürchtete zudem, dass er sich womöglich auch an ihm vergehen würde.

Sich selber weiter ängstigend, rief er sich alle möglichen Horrormärchen ins Gedächtnis die er irgendwann mal gelesen oder gehört hatte und suchte Erklärungen für Verhaltensmuster die der Mann an den Tag legte. Eindeutig ging daraus hervor, dass Marius sich selber wohl ewig in der Opferrolle sieht.

Der frische Geruch von Urin verbreitete sich im ganzen Raum, nachdem Richard sich erleichtert hatte. Langsam floss die Flüssigkeit unter dem wenigen Stroh, das dort in der Ecke lag hervor und vermischte dann mit dem verschütteten Wasser und einigen Brotkrummen die er Marius zum Essen angeboten hatte.
Dampf stieg empor. Draußen war es nicht sonderlich warm und das Fenster besaß nun mal keine Glasscheibe.

Richard wollte wissen was Marius angestellt hatte. Stotternd wie eh und je begann der junge Magieradept zu erzählen.

<i>„Was?! Dämon! Du…Ritualmagier-Zirkel…Na klasse.“</i>

Davon war er nun gar nicht begeistert. Vor Schreck war ihm sogar die Münze aus der Hand gesprungen und kullerte nun zu Marius, der immer noch in der Ecke hockte, vor dessen Füße.

Nun, betrachte er ihn genauer. Ja, wenn man sich die Aufmachung ansah, passte die schon sehr gut zu einem Magier. Das hatte ihm gerade noch gefehlt.
In seinem Kopf ratterte es: Das konnte doch kein Zufall sein? Seine Hand zitterte als ihm die Worte des Magiers einfielen.

<i>Jeder Magier der mächtig genug war, würde die Narbe in seinem Gesicht erkennen und wissen, dass er etwas getan hatte, was unverzeihlich war.</i>

Richard versuchte die Nervosität, die sich in ihm breit machen wollte, abzuschütteln. Vielleicht konnte ihm der Magier auch nützlich sein.

<i>„ Ein Dämon? Du!...Das ich nicht lache, du kannst noch nicht mal richtig sprechen und hast einen Dämon. Oder hast du deine Seele an ihm verpfändet? Wäre nicht gut. Ja, es ist wirklich gegen das Gesetz ….Du kannst einem leid tun, Junge. Die werden dich höchstpersönlich an den Dämon ausliefern, wenn du nicht schon deine Seele verpfändet hast. Und die Strafe wird viel schlimmer sein, als du dir in deinen Träumen ausmalen kannst. Da ist dieser Kerker das reinste Paradies. Aber sag mal, wo ist dein Dämon? Wie bist du an ihn geraten? Vielleicht kann ich dir ja helfen.“</i>

Ja, da war auch Shenyrra gespannt, wie er das bewerkstelligen wollte. Gekonnt ignorierte er den Succubus.

Richard beschloss seine Münze suchen zu gehen. Immer ein Auge auf den jungen Magier. Gleichzeitig gab er auch Korax den Befehl auf ihn zu achten.
Ein warmes Kribbeln breitete sich über seinen Arm aus. Korax hatte verstanden. Natürlich würde sie auf ihn achten.
Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, wenn er nicht in seinen eigenen Körperflüssigkeiten umherrutschen wollte. Schließlich hatte er nicht unbedingt darauf geachtet die Wand zu treffen.

Noch jemand hatte bemerkt, dass der Mann anscheinend etwas suchte.
Vorsicht kam die Kellerspinne aus ihrer Nische hervor. Es war ein wenig dunkel geworden, denn nur ein paar Handbreit neben ihr, hockte Marius und hatte beinahe ihr Netz zerstört, aber Dunkelheit störte sie nicht. Nein, eigentlich bevorzugte sie und wurde dann erst richtig aktiv.

Nachdem sie einige Momente ausgeharrt hatte - sie musste doch wissen ob Gefahr von der neuen Person ausgeht, beschloss sie auf Wanderschaft zu gehen…

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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Donnerstag 28. Februar 2008, 16:35

Marius hob den Kopf und ließ für einen Moment von seinen Augengläsern ab, die nun wieder brav auf der Nase hockten, damit auch er die blinkende Münze sehen konnte. Egalis schnippte sie gekonnt und mit viel Geschick immer wieder in die Luft. Der Anblick des steigenden und wieder fallenden Metalls wirkte beinahe hypnotisch. Marius starrte auf die Münze, irgendwie beruhigte dieses Bild sein bis eben noch vor Furcht rasendes Herz. Jetzt aber ging es schon besser. Dieser Kerl machte keine Anstalten, sich ihm zu nähern. Solange er schön ruhig auf seiner Pritsche und Marius in der Ecke hocken blieb, wäre es sicher. Dann könnte es in der Zelle vielleicht sogar ... gemütlich sein. Man musste hierbei anmerken, dass Marius durchaus kein Mensch war, der nicht auch am liebsten in einem bequemen Sessel saß, die Füße hochlegte und sich entspannte. Ja, selbst ein Feigling wie er konnte dies. Aber es störte ihn auch nicht, auf gewissen Luxus zu verzichten. Magier-Adepten besaßen ohnehin nicht viel Hab und Gut, das meiste gehörte ihren Lehrmeistern und auf einem Haufen Bücher ließ es sich nicht besonders gut ausruhen. Im Grunde konnte Marius Dalamar auch lediglich das sein Eigentum nennen, was die Wachen ihm abgenommen hatten. Das Zimmer, in dem er lebte und studierte; die Dinge, mit deren Hilfe er sich Wissen aneignete; selbst die bereits mehrfach erwähnte Vorhangstange gehörte Meister Thaddäus Dalamar.
Marius war also daran gewohnt, nicht sonderlich viel zu besitzen. Die kargen Wände der Kerkerzelle störten ihn also nicht. Ebensowenig, dass er auf dem Boden hockte. Schon oft hatte Marius in seiner Kammer auf dem Boden geschlafen, weil Demodar im ganzen Bett Nüsse geknackt und die Schalen liegengelassen hatte. Da war selbst ein harter Boden einem knackenden und stechenden Bett vorzuziehen. Der Adept fühlte sich auch recht sicher derzeit – mal abgesehen von seinem Zellengenossen und der Strafe, die noch ausstand. Aber in den Kerker würden wenigstens keine Bestien hineinstürmen. Hier gab es schließlich nichts zu plündern. Vor einem Feuer blieb er auch verschont. Das bisschen Stroh war jetzt zu ... nass, um noch groß zu brennen. Und an die aufsteigenden Ausdünstungen gewöhnte er sich bestimmt auch noch.
Marius Dalamar, Ritualmagier und Feigling, versuchte tatsächlich, an der ganzen Sache etwas Positives zu sehen. So sehr er sich auch fürchtete, er wusste, Jammern half hier nicht weiter. Also würde er abwarten ... und noch ein wenig weiter schlottern.

Doch schon zerplatzte sein Traum von einer sicheren Kerkerzelle, als Egalis plötzlich mit weit aufgerissenen Augen losbrüllte und dann Marius anstarrte.
"Wuaaahhh!", gab dieser nur als Antwort zurück, schreckte hoch und fing seine Augengläser gerade noch mit dem kleinen Finger. Rasch setzte er sie sich zurück auf die Nase. Sein Zellengenosse hatte ihn doch reichlich erschreckt. Da kullerte dessen Münze zu Marius hinüber. Er starrte darauf, dann wieder zu Egalis. Der Magus machte sich klein, denn er spürte den ungläubigen und dennoch prüfenden Blick des anderen. Beobachtet und gemustert zu werden war unangenehm.

Doch auch Marius wagte eine kurze Musterung, als sich Egalis Wasdumirsagst über das Gesicht fuhr. Die Narbe des Mannes war dem Adepten vorher garnicht aufgefallen. Brauchte er vielleicht inzwischen dickere Augengläser? Nein, das purpurne Funkeln in dem sonst so grünen Auge hatte ihn vom Rest der Erscheinung einfach nur abgelenkt.

"Ich ... ha-hab meine Seele nicht verpfän...det", brachte Marius keuchend hervor. Er zitterte bereits wieder, nicht aber, weil er plötzlich von der Idee erfasst war, Demodar könne seine Seele rauben, sondern weil er über die gewichtige Strafe nachdachte, die ihm noch bevorstand. "Sch-sch-schlimmer a-a-als ..." Er schaute sich in der Zelle um. Sooo schlimm fand er sie garnicht. Lediglich die Spinne, die gerade auf Wanderung ging, machte ihn etwas nervös. Marius kannte Spinnen. Wenn man in einem Magierzirkel die Bibliothek nutzte, musste man zwangsläufig Spinnen kennen. Marius mochte die kleinen Krabbeltierchen nicht, hatte jedoch gelernt, dass zumindest sie nicht versuchten, ihn zu fressen. So hatte er im Stillschweigen ein diplomatisches Abkommen mit ihnen getroffen, ohne dass die Achtbeiner davon wussten: er ging ihnen aus dem Weg und sie ließen ihn dann hoffentlich zufrieden. Bisher hatte niemand dieses Abkommen gebrochen und so sollte es auch heute nicht sein. Marius zog seine Hand zurück, um der Spinne nicht in die Quere zu kommen. Dann konzentrierte er sich wieder auf Egalis.

"Darchen", Marius räusperte sich, "ich meine, Demodar, ist die Flucht gelungen. Er hat sich durch den Sack gefressen, in dem die Wachen ihn gefangen hielten. Wahrscheinlich ist er schon über alle Berge." <b>Oder er bemerkt, dass er dann für immer ein Eichhörnchen bleiben wird und sucht einen Weg, mich zu retten. Ein ... Dämon ... rettet mich? Oh nein, lieber nicht, das endet im Chaos!</b> Marius' Sorgen waren vermutlich berechtigt, er kannte sein Dämonenhörnchen eben besser als jeder andere.

"Ihr wollt m-mir helfen? W-wie?", fragte Marius und bemerkte, dass Egalis sich suchend in der Zelle umschaute. Der Adept zog den Fuß zurück und griff nach der Münze. Dann hielt er seine Hand zitternd ausgestreckt in Egalis' Richtung. "Hier, die Mü-münze."
Zuletzt geändert von Marius Dalamar am Donnerstag 28. Februar 2008, 18:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Mittwoch 5. März 2008, 18:27

Richard suchte noch immer den Boden ab. Zentimeter für Zentimeter, immer dabei bedacht nicht in seinen eigenen Unrat zu treten oder zu fassen. Obwohl es ihn nicht wundern würde, wenn die Münze unter das Stroh gekullert wäre.
Immer wachsam, wobei es ihm schwer fiel diesen Marius im Auge zu behalten. Immerhin konnte er auf dem rechten Auge nicht wirklich sehen. Es war seit der Verletzung durch den Magier erblindet. Doch Richard hatte sich damit schon lange arrangiert. Nicht umsonst hielt er sich Leute meist auf Abstand. Doch sein Gehör war recht gut und solange der Knabe herumstotterte, war er scheinbar beschäftig.

„ Verdammt, wo is sie nur?...na, auf Wanderschaft?“ Richards suchender Blick schweifte über die Kellerspinne, die sich aus ihrer Ecke gekrochen war. Scheinbar suchte sie noch nach etwas Fressbaren. Er streichelte kurz über den Rücken des Tieres.

„ Tut mir leid, ich habe nichts mehr.“

Richard mochte Spinnen inzwischen, immerhin war seine Süße ein Exemplar von 4 Meter Größe. Ihr Körper war nicht wie bei der Kellerspinne nur ein Chitinpanzer, sondern besaß eine Art Fell. Sie glich eher einer gigantischen Vogelspinne.
Okay, damals am Anfang war es ihm auch ziemlich ekelig, doch heute möchte er seine Gefährtin nicht missen wollen. Auch wenn es für die meisten mehr als widerwärtig war. Ihm war seine Süße ziemlich wichtig. Er war es gewohnt von ihren Beinen behütend umfasst zu werden, ihre Emotionen gedanklich zu sehen oder ihre Nähe durch seinen Arm zu fühlen.
Nebenbei hörte er Marius herumstottern, der wohl neugierig war, wie Richard, oder Egalis, ihm helfen wollte.

<b> Wie ein Dämon im Sack? Wie groß war der denn nur?...Na ja, wenn ich mir den Knaben anschaue, scheint ihn wohl auch ein winziger Dämon Angst ein zu jagen. Oh, er scheint Spinnen nicht zu mögen. …Schade, dass ich nichts mehr zu fressen für sie habe. Dann würde ich sie zu ihn jagen</b>

<i> "Ihr wollt m-mir helfen? W-wie? Hier, die Mü-münze." </i>
Dann sah Richard etwas Glitzerndes, seine Münze, Marius hielt sie ihn zitternd entgegen.

<b> Als würde ich ihm die Hand abbeißen…So, ein Angsthase</b>

Richard ergriff die Münze ohne ein Wort des Dankes und ließ sie schnell wieder in der Hose verschwinden. Diese Münze war sein Glücksbringer. Was Richard als Glück bezeichnete, darüber konnte man sich wirklich streiten. Wenn es darum ging, irgendwie eine Aktion nach der anderen zu überleben, war es wirklich Glück. Doch tatsächlich machte es keinen Unterschied, ob er sie hatte oder nicht. Sie war eher seine Art Eigentherapie gegen den Wahnsinn. Menschen waren nun mal nicht dafür geschaffen, ein unsterbliches Leben zu führen und auch noch davon zu wissen.

Nachdem er seine Münze gut verstaut hatte, wandte er sich wieder Marius zu.
„Sicherlich kann ich dir helfen. Doch erzähl mal, wie konnte sich ein Dämon aus einen Sack fressen? Wie groß ist er denn? Demodar ist also sein Name….wer ist Darchen? Meinst du er kann hier rein? Dämonen neigen nicht dazu, sich aus dem Staub zu machen. Schon gar nicht wenn sie ein Opfer oder etwas Nützliches erhoffen können. Glaub mir, das weiß ich“

<b> Mache wird man auch nicht wieder los. Nicht war, du Miststück?</b>

“Hoffe du hast eine Ahnung, wie du dich von ihm befreien kannst. Oder hast du ihn verärgert? Dann suche dir gleich eine Stelle, wo du begraben werden willst. Falls noch etwas von dir übrig bleibt…. Hast du jemand der dir helfen kann? Ich kenne da jemanden“

Er grinst Marius an, es wirkte kalt. Kennen tat er nicht wirklich jemanden, doch vielleicht würde er Shenyrra mit Marius Hilfe los, als Tauschmittel.
Viel zu oft, versuchte er sich aus den Fängen seiner Dämonen zu befreien. Selbst Flucht in andere Länder und Städte half nicht wirklich. Vielleicht hatte man als Magier eine Möglichkeit von ihnen los zu kommen, doch wer würde ihm helfen. Geschweige freiwillig würde er nicht zu einem gehen, da kam ihn der Angsthase mehr als recht.
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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Sonntag 9. März 2008, 18:13

Nicht einmal Danke hatte dieser Egalis gesagt! Marius regte sich nicht allzu sehr darüber auf, er war froh, dass ihm dieser Kerl nicht gleich die Hand mit abriss. Noch immer hatte der Magus das Gefühl, von diesem Mann ginge eine seltsame, aber besonders gefährliche Aura aus. Irgendetwas, das Marius' Knie nicht stillhalten ließen, sie schlotterten unbeirrt weiter.

"W-wie sich ein Dämon aus dem Sack ... also erst einmal, Demodar ist sein Name, aber ich nenne ich manchmal auch Darchen. So ... äh ... und ... also er hat sich natürlich mit den Zähnen ... vielleicht hat er auch seine kleinen Krallen eingesetzt, ich weiß es nicht. Aber er ist fort. Hat sich bestimmt einen Baum gesucht oder diese Nussverkäuferin. Ohhhh, ich hoffe nicht!" Kurz musste Marius dran denken, dass die Szene mit der Frau und ihrem Nuss-Stand mitunter Auslöser für dieses gewaltige Schlamassel war – naja und seine Schreckhaftigkeit gepaart mit Demodars Überlust nach Nüssen.

"Er mag Nüsse, wisst Ihr. Ich vermute, es liegt ..." Marius konnte seinen Satz nicht beenden. Egalis plauderte einfach weiter drauf los und – er machte dem Adepten Angst. "E-e-e-e-e-ein O-o-opfer? I-i-ich?! V-v-v-v-verärgert ... ich hoffe nicht. Ich st-st-st-streite mich oft mit ihm. A-aber er hat nie ... er braucht mich doch, wenn er wieder normal werden will." Ja, das war das einzige, was Marius nicht vor Panik fast sterben ließ. Denn er wusste ja, wie gefährlich Demodar sein konnte. Er brauchte sich bloß an dessen Beschwörung zu erinnern. Aber das kleine Dämonenhörnchen hatte ihm bisher nie etwas angetan – mal abgesehen von kleinen Kratzern oder Bissen. Im Gegenteil, Darchen schützte seinen Feigling. Natürlich nur aus dem Grund, den Marius bereits genannt hatte: Der Dämon brauchte ihn. Denn so wie es aussah konnte nur Marius ihn wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurückverwandeln – wenn er denn eines Tages mächtig und mutig genüg wäre, es zu versuchen. Bis dahin musste Demodar zusehen, dass dem übertrieben ängstlichen Adepten nichts geschah. Warum war das Eichhörnchen dann nicht hier? Würde es jemals wiederkehren?

"I-ich glaube, Demodar ist n-nicht böse auf mich", stammelte Marius wieder. Er mied den blick zu Egalis, sein Auge schüchterte ihn ein und das Grinsen machte ihm Angst.
Doch Neugier siegte bekanntlich über Furcht und dies kam auch ab und zu bei einem Feigling wie dem Ritualmagier vor. "Wen kennt Ihr denn?" Er stand auf, blieb auch stehen, obwohl seine Knie immer noch aneinander klackerten. Marius wollte der Spinne nicht in die Quere kommen, die ihren Weg um seinen Fuß herum fortführte.

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Mittwoch 19. März 2008, 19:06

<b> Der Dämon scheint nicht besonders groß zu sein. Aber wieso Bäume oder Nussverkäuferin? Er mag Nüsse!? Seltsames Vieh. Oder hält er vielleicht etwas für einen Dämon, weil es ihm Angst gemacht hat?...Ich soll dir sagen, wer ihm helfen kann. Na, Shenyrra, Interesse? Ich bringe dir etwas unverbrauchtes und du gibt’s mir dafür meine Freiheit.</b>

Richards Arm wurde bei diesen Gedanken plötzlich warm. Seiner Süße passte das überhaupt nicht. Sie war immerhin neutral und verstand das Prinzip von Richards Idee nicht. Für sie war es nicht rechtens.

„ Verzeih, Süße..“ murmelte Richard zu ihr.
Seine Hand legte er auf die Tätowierung auf seinem Oberarm, um ihre Wärme zu spüren. Manchmal war es eben nicht leicht, mit einem anderen Wesen verbunden zu sein. Er spürte, dass sie erscheinen wollte, um ihn auch zu ermahnen. Soweit sie das konnte. Tatsächlich war sie zum Teil seine moralische Instanz geworden. Obwohl sich ihre Ansicht auf ihr Weltbild beschränkte.
So konnte man leichten grauen Nebel von seinem Arm aufsteigen sehen.

„ Nicht jetzt, der Raum ist zu klein. Bitte versteh mich.“ Zischte er. Er hatte sich inzwischen von Marius abgewandt, der tatsächlich mal aufgestanden ist.
Man konnte leichten Dunst sehen der sich im Raum verteilte und irgendwie Form einer zusammen gekauerten Spinne annahm. Natürlich, so würde sie reinpassen, doch was dann?

<b> Wenn du hier jetzt erscheinst, machst du uns beide platt. Süße, der Raum ist zu klein…Komm schon, versuch es in dein Spinnenhirn zu kriegen</b>
„NICHT HIER!!“ knurrte er etwas zu laut. Wieder sprach er seinen Gedanken laut aus. Richard hatte eben wortwörtlich Stimmen im Kopf.

Der Nebel löste sich wieder auf, sie zog sich zurück. Richard seufzte, sie war enttäuscht. Behutsam tätschelte er seinen Arm.

<b> Frauen</b>

Gerade wollte er einen Schritt machen, da hielt er inne. Sein Blick wand sich gen Boden. Die Kellerspinne wäre fast von ihm zerquetscht worden. Er zog den Fuß zurück und legte seine Hand vor die Spinne. Langsam hob er sie mit der anderen Hand hoch und setzte sie auf seine Hand. Nun hob er sie vor sein Gesicht. Sie war wirklich groß. Mit gestreckten Beinen passte sie gerade auf einen Handfläche.

„ Glück gehabt. Da hätte ich dich fast getötet….Zu deinem Demodar. Es ist also ein kleiner Dämon, oder? Und er frisst Nüsse. Ich denke, die Gefahr, wenn er dir Streit übel nimmt und das machen Dämonen meist so, dann kann er sich wohl höchstens durch deine Bauchdecke fressen. Alternativ, locke ihn zu Nüsse und schlag kräftig mit einem Knüppel rauf…Ein Dämon der Nüsse frisst, versuchst du mich zu veräppeln?..“ Richard fixierte Marius, die Spinne noch in der Hand haltend. Sein Auge verengte sich zu einem schmalen Schlitz, als er ungeduldig auf eine Antwort

Er genoss das Gefühl, dass der Adept solche Panik vor ihm hatte. Meist stand Richard eher Wesen oder Leuten gegenüber die ihn mit einem Schlag fertigmachen konnten. Besonders Magier. Doch, dieser Adept hatte scheinbar gar keine Ahnung. So verflog, selbst für Richard recht schnell der Ärger. Auch wenn es für Marius nicht so klang. Richard hatte eine recht knurrende tiefe Stimme. Die führte nun auch nicht zum Sympathie -Träger.

„ Hör zu, die Person, die ich kenne, kann dir wahrhaft helfen. Doch die Information kostet dich etwas. So läuft es meist. Eine Hand wäscht die andere. Eine sehr fähige Magierin, die sich auf das Vertreiben von Dämonen spezialisiert hat. Doch du kannst es bestimmt nicht zahlen…Sag mal, was sagen denn deine Eltern, dass du im Kerker sitzt? Junge, du bist jetzt gebranntmarkt.“

Richard schüttelte mit gespieltem Bedauern seinen Kopf.
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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Donnerstag 20. März 2008, 20:56

Egalis benahm sich auf einmal ziemlich eigenartig. Marius horchte auf. Hatte er ihn gerade "Süße" genannt. Langsam wurde ihm doch noch banger, wie lange war dieser Kerl schon hier drin? Wie lange war er schon ... ganz <i>allein</i> hier drin?! Marius schluckte trocken. Wenn Egalis aber tatsächlich solche Gedanken hegte, warum drehte er sich dann ab? Dies fragte sich zumindest der junge Ritualmagier und legte die Stirn in Falten.

Nebel stieg auf. Der Adept riss die Augen auf, keuchte entsetzt und drückte sich etwas gegen die Wand. "S-seid Ihr auch Magier?", fragte er, doch wagte nicht, sich den Nebel genauer anzuschauen. So erkannte er die Spinnenform nicht, die sich langsam zu manifestieren schien.

<i>"NICHT HIER!"</i>

Marius drückte sich eng an die Wand hinter ihm. "Wuaaahhh!", stieß er erschrocken aus. "I-i-ich mach doch gar n-nichts!" Egalis schaffte es auch immer wieder, ihn zu erschrecken. <b>Hoffentlich holen mich die Wachen bald hier heraus, ehe dieser Mann sich nicht mehr beherrschen kann.</b> Marius' Verdacht, Egalis könne sich doch noch an ihm vergehen – in welcher Weise auch immer – schien nun endgültig gefestigt. Er wollte nicht länger mit diesem Mann in einer Zelle sitzen oder stehen und erst recht nicht liegen! Wie knöcherne Trommeln schlackerten seine Knie aneinander und erzeugten einen interessanten Rhythmus. Dabei wippten die Augengläser auf Marius' Nase im Takt.

Endlich verschwand wenigstens der Nebel, aber Egalis' Verhalten änderte sich dadurch nicht. Er ... tätschelte seinen ... Arm! War er denn überhaupt zurechnungsfähig? Hatten die Wachen ihn zu einem geistig Gestörten in eine Zelle gesteckt? "Oh, bitte nicht", murmelte Marius. Er war tolerant gegenüber anderen und verurteilte geistig Schwächere nicht – nein, er behandelte alle mit der gleichen Angst, mal abgesehen von Meister Thaddäus vielleicht. Achja, wo sein Meister jetzt wohl stecken mochte? Würde man ihn wirklich benachrichtigen und würde er vorbeikommen oder schickte er diesen angedrohten Dämon?
Marius wog gedanklich gerade ab, was ihm lieber wäre – Dämon oder Egalis –, da hob dieser Kerl die Spinne auf und betrachtete sie. Schon sprach er Marius erneut auf dessen Dämon an.

"Demodar ist nicht klein, jedenfalls im Normalfall nicht. Er ... ich ... hab ihn geb-b-bannt. Versehentlich! Jetzt steckt er in einem Eichhörnchenkörper. Was ein Unfall war! Naja und ich kann ihn nicht von dem Bann erlösen, weil ich nicht mächtig ge-ge-nug bin. Mein Meister meint, ich sei der einzige, der es jemals fertig brächte, deshalb kann Demodar mich nicht tö...tö....ten. Zumindest nicht, wenn er wieder der Alte werden will." Marius schauderte. Mit Angst erinnerte er sich an Demodars ursprüngliches Erscheinungsbild. Noch immer jagte ihm diese Erinnerung einen Schauer über den Rücken. Ihm war plötzlich eiskalt. Sollte er Darchen jemals entbannen können ... würde dieser sich dann vielleicht rächen? Marius wollte garnicht daran denken.

Eine Magierin sollte ihm helfen können? Demodar zu vertreiben. Marius wusste nicht, ob er dies wirklich wollte. Er fühlte sich ... ja ... sicherer, wenn er wusste, <i>wo</i> dieses kleine Nussvieh war.
<i>"Sag mal, was sagen denn deine Eltern, dass du im Kerker sitzt? Junge, du bist jetzt gebranntmarkt."</i>

"M-meine E-e-e-eltern? Die wissen nichts. Die leben doch ... garnicht in Grandea. Ich wo-wohne bei Meister Thaddäus. Er wollte mit mir verreisen." Erneut flogen seine Gedanken zu dem alten Magier. Was hatte der ihm erzählt? <b>Es gibt keine Dämonenesel, ja. Und was noch? Oh, mein Almanach ist nicht hier.</b>
"Gebranntmarkt? Oh ..." Es klang ziemlich unglücklich. Aber der Adept sah es ein, er hatte nun einmal gegen das Gesetz verstoßen. "Glaubt Ihr, ich kann ... wenigstens in einen T-tempel und für meine Sünde um Vergebung bitten?" Und wen sollte er anbeten. Wenn dann wohl den kleinen Gott Feylin. Diesen Jungen mochte er und er erschien Marius als der Gott, dem man Ungefährliches zutraute. Einen Gott für Feiglinge kannte er nicht.

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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 27. März 2008, 14:05

Nun unterhielten sie sich schon etliche Zeit. Marius wusste immer noch nicht was er eigentlich von Egalis halten sollte. Irgendwie vermutete er aber, das ihm heute sicherlich noch was Schlimmes widerfahren würde. Was auch immer dieser Mann mit ihm anstellen wollte.

Richard schien es einfach nur zu genießen, dass er einmal die Oberhand hatte, was nicht sonderlich verwunderlich ist, wenn man bedachte was für ein Feigling Marius Dalamar eigentlich war.
Aber sein eigener Dämon war ja auch immer präsent und die konnte es nun mal nicht lassen hier und da mal ein Kommentar abzugeben, auch ansonsten war sie ja eine gute Zuhörerin, besonders dann, wenn es nicht angebracht war.

Richard erzählte Marius, er würde eine Magierin kenne, die sich auf das Vertreiben von Dämonen spezialisiert hätte.
Wenn meinte er nur damit?
Etwa Shenyrra? Die konnte man nun nicht unbedingt als Magierin bezeichnen, auch wenn sie das sicherlich glaubwürdig darstellen konnte und durchaus der Magie mächtig war, aber in erster Linie hatte sie sicherlich andere Interessen.

„Du willst mir ihn doch nicht als Austausch anbieten?“ Scheinheilig hörte Richard Shenyrras Stimme in seinem Kopf, als hätte sie sonst nichts Besseres zu tun. „Schnucki, wenn dann nehme ich euch Beide.“

Plötzlich konnte man von außerhalb ein leises Quieken vernehmen, ähnlich einem Rufen, … dann eine hohe, ebenfalls quiekende Stimme die rief: „Herr, wo bist du? Du kannst dich nicht verstecken, ich kann deine Angst riechen.“ Das war ohne Zweifel Demodar.

„Interessant.“ Hörte Richard wieder einmal Shenyrra in seinem Kopf. Die schien die Stimme anscheinend zuordnen zu können oder wusste, beziehungsweise sah von wem die Stimme kam. Menschlich oder humanoid hörte sich diese aber nicht unbedingt an.

Flink flitze Demodar an dem großen, steinernen Gebäude entlang, blieb stehen und schnüffelte. Er wusste, dass sein Herr hier war. Den Geruch von Angstschweiß, den Marius ständig verströmte, würde er auch noch Kilometer entfernt wahrnehmen können. Da war er sich sicher…

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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Montag 31. März 2008, 18:28

Egalis antwortete ihm nicht, jedenfalls stand dem Mann derzeit wohl nicht der Sinn danach. Ob er bei seiner unheimlichen Erscheinung überhaupt jemals einen Tempel aufgesucht hatte? Marius bezweifelte dies irgendwie, er glaubte vielmehr, dass dunkle Gassen und zwielichtige Gestalten eher zu Egalis passten. Ob dies an seinem Blick lag? Vielleicht ... Marius mied ihn noch immer, wenn es ihm möglich war.

Er schaute sich ein wenig um. Die Spinne befand sich inzwischen in der Obhut seines Zellengenossen und das konnte dem Adepten nur recht sein. Er wollte nicht versehentlich auf sie treten und dann neben Gewissensbissen auch noch Gefahr laufen, dass sich Verwandte – deutlich größere Verwandte! – an ihm möglicherweise rächen könnten. Marius hatte im Laufe seines Studiums in einem der Lehrbücher ein Bild über eine Urwaldgegend gesehen. Wie diese genau hieß, war ihm nicht bekannt. Er studierte weder Landkarten, noch war er in seinem Leben groß auf Reisen. Aber dieses Bild einer Spinne, halb so hoch wie ein Haus, würde er nicht vergessen. Manchmal träumte er davon und fuhr dann unter einem erschreckten Schrei auf, wenn Demodar im Schlaf seinen Zeh für eine reife Nuss gehalten und hinein gebissen hatte.
Irgendwie vermisste er ja diesen kleinen Chaoten mit dem Größenwahn. Sie kannten sich jetzt schon einige Monate. Normalerweise noch lange nicht genug gemeinsam verbrachte Zeit, um auch noch die kleinsten Macken und Eigenheiten des anderen erforscht zu haben, aber außer Meister Thaddäus zählte das dämonische Eichhörnchen zu Marius' größten Bezugspersonen. Er besaß keine Freunde und seine Verwandten hatte er nicht mehr gesehen, seit er die Heimat der Ausbildung Willen verlassen hatte. <b>Ich könnte Mutter mal wieder einen Brief schreiben. Es wird sie interessieren, dass ihr Sohn nun ...</b> Marius schluckte. <b>... gebranntmarkt ist.</b>

Plötzlich riss es den Adepten aus seinen Gedankengängen. Er hörte ein Quieken, welches ihm vertrauter nicht sein könnte. Das waren weder Mäuse noch Ratten. Und spätestens als die kleine Stimme rief, dass sie seine Angst wahrlich riechen könnte, fiel auch der letzte Zweifel von Marius ab.
Er sprang auf die Zellenwand zu, hinter der irgendwo die Stimme seines kleinen Hörnchens zu vernehmen war. "Darchen? Demodar, ich bin hier drin!" Im ersten Moment wollte der Adept um die Hilfe seines Dämons bitten, doch noch ehe sich die Gedanken zu Worten auf seiner Zunge formten, verharrte er.

<b>Keine gute Idee, Demodar stellt sonst nur etwas Schreckliches an. Etwas Gefährliches, das uns beide nur noch weiter in Probleme und Gefahren stürzen würde.</b>
Marius räusperte sich, dann tastete er mit feingliedrigen Fingern an der rauen Wand entlang, als könne er plötzlich einen puscheligen Eichhörnchenschwanz in den Griff bekommen. "Demodar, bitte, stell nichts an. Warte einfach und ... oh, bei allem, was dir heilig ist, lass dich nicht erwischen. Wir müssen uns dem Gesetz dieser Stadt fügen. Ich warte hier einfach, bis ich die Möglichkeit auf eine Anhörung bekomme. Wende dich an Meister Thaddäus. Er weiß sicher Rat, aber <i>bitte</i> handle nicht unüberlegt."

Marius konnte nur hoffen, dass Darchen wenigstens einmal in seinem Leben als Eichhörnchen auf ihn hören mochte. Dämonen waren unberechenbar, vor allem dieses flinke Kerlchen. Wer wusste schon, was er anstellen mochte und dann noch behauptete, es sei keineswegs eine unüberlegte Handlung!
Marius behielt die Hände flach auf dem kalten Stein, lehnte seine Stirn daran. Für einen Moment lang dachte er weder an bakterielle Infektionen, gefräßige Kellerasseln oder loses Gestein, welches ihm auf den Schädel schlagen und sein Leben aushauchen könnte. Nein, er machte sich Sorgen ... um dämonische Logik.

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Freitag 11. April 2008, 21:17

<b> Wieso nicht? Er ist jung und unverbraucht. Den kannst du dir bestimmt klasse erziehen. Der springt dann wenn du es sagst. Außerdem hatte er schon Kontakt mit einem Dämon, oder so…Vergiss es. Mich bekommst du nicht mehr. Wenn du wirklich erscheinen könntest, dann würdest du es tun. Warum auch immer du dich zurückhältst?... Also, lass dein Gequatsche und nerv mich nicht….</b>

Wie oft hatte er schon diese Debatte mit ihr geführt. Obwohl es eigentlich keine richtige war. Er nörgelte, meckerte und schimpfte und am Ende verführte sie ihn doch. Wenn sie ihn nicht einfach nahm. Und gegen sie kam er stärkemäßig nicht an. Selbst jeder noch so hinterlistige Trick brachte nichts.
Richard erinnerte sich noch gut daran, wie er einmal versucht hatte aus ihren Fängen zu fliehen. Erst hatte er mitgespielt, sie mit einem Fesselspielchen etwas abgelenkt, dann als sie anscheinend abwesend war, stach er mit einem Dolch zu. Sie grinste ihn nur an. Zog sich den Dolch raus, während Richard fluchtartig den Raum verlies. „Oh, Richard, jetzt hast du meine schöne Haut verletzt..“ wimmerte sie gespielt hinter ihm her.
Was er damals noch nicht wusste, heute aber umso besser, dass Schmerzen sie antörnten. Innerhalb weniger Augenblicke war sie bei ihm, stach ihm den Dolch durch die Schulter und pinnte ihn wie eine Fliege an die Wand. Was danach geschah lies ihn anschließend vor Erschöpfung und Schmerz bewusstlos werden. Eine Woche konnte Richard anschließend nicht mehr richtig gehen. Und zu urinieren war mehr als schmerzhaft.
Es grauste ihm jetzt schon vor diesen extremen Lustexzessen.

<b>Sag mal, kann man dich auch in eine Maus verwandeln?</b> Er konnte es einfach nicht lassen spitze Kommentare von sich zu geben.

Natürlich hatte Richard dabei andere Gedanken. Dann würde er nämlich ziemlich schnell die Maus platt treten. Innerlich verfluchte er mal wieder den Tag an dem er ihr begegnet war. Wieso lief bei ihm auch alles ins Nichts?
Richard hasste es wie die Pest, wenn sein Dämon einfach dazwischenfunkte. Er fand seine Idee den Jungen für seine eigene Freiheit zu opfern, gar nicht mal so schlecht.

Plötzlich wurde Richard aus seinen Gedanken gerissen. Eine quiekende Stimme- oder eher eine piepsige- war deutlich von draußen zu hören. Er kniete sich kurz hin um die Spinne wieder frei zu lassen, die auch ohne Umschweife ihre Jagd nach Futter wieder aufnahm.

<i> „Herr, wo bist du? Du kannst dich nicht verstecken, ich kann deine Angst riechen.“</i>

War das dieser Demodar? Der nun Mini-Dämon im Eichhörnchenkostüm? Aufmerksam beobachtete nun Richard Marius, der sich auf einmal richtig bewegen konnte. Obwohl mit dem Knien zu schlottern ja irgendwie auch Bewegung war. Jedenfalls fasste dieser Marius neuen Mut.

<i> "Darchen? Demodar, ich bin hier drin!" </i>

<b> Interessant. Mal sehen, ob sich nicht doch noch eine Möglichkeit zur Flucht ergibt</b>
Richard ließ Marius nun überhaupt nicht mehr aus dem Auge. Jede Bewegung wurde analysiert und als dieser suchend seine Hand zum Fenster ausstreckte, ging Richard auf ihn zu.
<i> "Demodar, bitte, stell nichts an. Warte einfach und ... oh, bei allem, was dir heilig ist, lass dich nicht erwischen. Wir müssen uns dem Gesetz dieser Stadt fügen. Ich warte hier einfach, bis ich die Möglichkeit auf eine Anhörung bekomme. Wende dich an Meister Thaddäus. Er weiß sicher Rat, aber bitte handle nicht unüberlegt." </i>

<b> Puah, wird mir schlecht… wir müssen das Gesetz achten…uih, ..kotz, würg....na, warten wir mal ab</b> Marius bemerkte ihn gerade nicht, da er wohl aus Frust den Kopf mit der Stirn an die Wand gelehnt hatte. Richard musterte ihn von seiner Statur nochmals.

<b> Wieso tragen die nur soviel e Gewänder? ..Der wirkt nicht sonderlich schwer. Okay, Richard, streng mal deine Muskeln an</b>

Damit packte Richard Marius an Beinen. Schlang seine Arme um etwas oberhalb von Marius Knien und stemmte ihn hoch. Jetzt dürfte er ohne Probleme aus dem kleinen Fenster schauen können, dass Richard Marius nicht vorgewarnt hatte, war Richard recht egal. Sollte der Vogel doch rumschreien, obwohl er ihn nicht so einschätzte. Doch hatte Richard keine besonders gute Menschenkenntnis.

„ Jetzt schau raus, ob du dein “Darchen“ findest?“ Knurrte er Marius noch zu.

„ Locke ihn hierher, vielleicht kann er dir helfen? Und schrei nicht so rum!“
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Marius Dalamar
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Sonntag 13. April 2008, 15:26

Die Welt entfernte sich und Marius stieß einen erschreckten Schrei aus. Taumelnd hob er ab, sah den Boden, der immer weiter weg schien – und zwei kräftige Hände, die sich um seine Beine klammerten, als er den Saum seiner Gewänder hob.
Marius starrte ... und erstarrte. Nicht einmal die Knie zitterten noch, er hatte sich ein eine mariusförmige Salzsäule verwandelt.

Das ganze dauerte etwa drei Sekunden, dann machte es im Kopf des Magiers Klick und er registrierte, dass ein vollkommen Fremder – nagut, den Namen kannte er – ihn auf die Schultern gehoben hatte und noch immer seine Beine umklammerte. Der Griff war grob und Marius spürte, wie die Daumen von Egalis ihm in die Haut piekten. Dennoch wagte er keinen weiteren Laut, starrte nur.
Seine Knie übernahmen das Reden, sie schlotterten, was der ganzen Situation nur noch mehr Gefahr gab. Denn Egalis musste die mitschlotternden Beine des Feiglings halten. Doch dieser Gedanke kam sogar unserem Marius, woraufhin er versuchte, etwas weniger zappelig zu sein. Um sich abzulenken, nahm er die Augengläser von der Nase und nestelte nervös daran herum. Wimmernd stand er nun auf Egalis' Schultern. "Es hätte auch weniger gef-f-f-fährliche Möglich....kahaheiten gegeben, mir unter die Gewänder z-zu schauen." Mit hochrotem Kopf starrte Marius zu seinem Träger hinunter. "I-ich fühle mich geschmeichelt, aber b-b-bin ich nicht an ...äh ... derlei Beziehungen ..."

<i>"Jetzt schau raus, ob du dein "Darchen" findest! Locke ihn hierher, vielleicht kann er dir helfen? Und schrei nicht so rum!"</i>

Marius verschluckte sich an seinen eigenen Worten, riss die Augen auf und starrte. Jetzt wurde er noch röter, denn ganz offensichtlich hatte er diesen Egalis vollkommen falsch eingeschätzt. <b>Er ist wohl doch ein ganz netter. Was hat ihn nur hierher verschlagen, vielleicht auch nur ein Missverständnis.</b>
"D-danke", hauchte der Magier von oben hinab und klammerte sich dann an die Gitterstäbe, welche auch eine Flucht durch dieses kleine Zellenfenster verhinderten – wobei wohl nicht einmal Marius mit seiner schmächtigen Statur hindurch gepasst hätte. Er spähte nach draußen. Demodar war nicht zu sehen. Vielleicht lag es am Blickwinkel oder das Eichhörnchen hatte sich bereits wieder aus dem Staub gemacht. Nein, es wäre nicht zurückgekommen, nur um zu spotten und sogleich wieder zu verschwinden. Oder doch? Vielleicht suchte es aber auch schon nach seinem Meister.

"Darchen? Demodar?!" Marius rief und versuchte zugleich, relativ leise zu bleiben. Die Wachen sollten nichts von dieser Aktion hier mitbekommen. Der Magus wusste, warum. <b>Das wird sicher bereits als Fluchtversuch angesehen. Oh, ich reite mich hier gerade in die tiefste Sch...ande der Welt hinein. Ich sollte mich einfach auf die Pritsche legen und auf das Ende warten!</b>
Marius schaute kurz herunter. Ein Blick auf Egalis' schwarzes Haar genügte, um ihn schweigen zu lassen. Darunter verbarg sich dieses seltsam funkelnde Auge, welches Marius schon allein beim Gedanken daran einen Schauer über den Rücken jagte. Er wollte es nicht wagen, diesem Kerl zu widersprechen. Der würde ihn doch nicht einfach wieder herunterlassen, wenn er fragte?
Leicht bibbernd klammerte er sich fester ans Gitter. "Ich glaube, ich bekomme Höhenangst", winselte Marius und verspürte den Drang, seine morgendliche Mahlzeit durch die Fensteröffnung zu spucken.

"Demodar!", rief er noch einmal, dieses Mal energischer. Er wusste nicht, ob es gut war, würde sein Dämon hier wieder auftauchen. Andererseits vermisste er ihn auch irgendwie. Dieses kleine Vieh bereitete ihm derzeit am wenigstens Angst.

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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 23. April 2008, 12:29

„Ich mag es, wenn es sich wehrt und ziert. Nicht wahr, Stinki?“
Hörte Richard Shenyrras Stimme immer noch in seinem Kopf ohne, dass sie darauf weiter einging, dass sie ihn eigentlich nervte.
Interessierte sie das? Nein, wohl eher weniger.
Hatte sie das jemals interessiert? Nein. Warum auch?

<i>Sag mal, kann man dich auch in eine Maus verwandeln?</i> Fragte er sie gedanklich, obwohl er ja eigentlich nichts mehr von ihr hören wollte.

„Schnucki, entscheide dich doch mal was du eigentlich willst.“ War ihr einziger Kommentar dazu, „Sonst verwirrst du mich noch.“ Die Ironie war nicht zu überhören.

Ein quiekende, piepsige Stimme ertöne von draußen. Auf einmal schien Bewegung in den Magieradepten zu kommen. Er eilte zu der Wand, an der sich das Fenster befand.

<i>“Darchen? Demodar, ich bin hier!“</i> Rief er. Laut genug, dass, wenn besagter Demodar dort draußen war, ihn hören konnte, aber immerhin so leise, dass die Wachen ihn nicht vernehmen würden.

Interessiert beobachtet Richard Marius. Ergab sich nun eine Chance zur Flucht?
Richard ergriff nun anscheinend jeden kleinen Strohhalm, der ihn die Freiheit bringen konnte.
Aber wie sollte ihm ein Dämon in der Gestalt eines Eichhörnchens helfen können?
Und eine Frage könnte sein: Warum sollte dieser Dämon das überhaupt tun? Sein <i>Eigener</i> half ihm ja auch nicht. Wo auch eher er das Eigentum war.

<i>"Demodar, bitte, stell nichts an. Warte einfach und ... oh, bei allem, was dir heilig ist, lass dich nicht erwischen. Wir müssen uns dem Gesetz dieser Stadt fügen. Ich warte hier einfach, bis ich die Möglichkeit auf eine Anhörung bekomme. Wende dich an Meister Thaddäus. Er weiß sicher Rat, aber bitte handle nicht unüberlegt."</i> Rief Marius zu dem Fenster hoch.

Richard musterte ihn. Schwer schien er nicht zu sein, wenn er sich ein wenig anstrengte…

Marius hatte die Stirn nun gegen die Wand gelehnt. Das war es! Richard ging schnell auf ihn zu, umschlang seine Beine mit seinen Armen und stemmte ihn hoch, sodass er nun aus dem Fenster schauen konnte.
Ein greller Aufschrei, kam aus Marius Mund, als er in die Höhe gehoben wurde. Dann erstarrte er, als wäre das gerade zuviel Körperkontakt auf einmal… Das war es für ihn wahrscheinlich auf.

Nachdem er nach endlosen drei Sekunden wieder klar wurde. Seine Beine begannen zu zittern wie Espenlaub, was eigentlich nichts Neues war, aber was er tat er da? Veruchte er doch tatsächlich auf Egalis Schultern zu klettern. So hatte es sich dieser zwar nicht gedacht, aber nun denn...
Als er oben angelangt war, versuchte er sein Zittern zu unterdrücken. Um das Gleichgewicht halten zu können, war es besser wenn er ruhig hielt.

<i>"Es hätte auch weniger gef-f-f-fährliche Möglich....kahaheiten gegeben, mir unter die Gewänder z-zu schauen. …I-ich fühle mich geschmeichelt, aber b-b-bin ich nicht an ...äh ... derlei Beziehungen ..."</i> Stotterte er von Oben. Das ließ sich nicht unterdrücken.

Ähm, was wollte er denn Egalis damit sagen?
War er nicht selber auf die Schultern gestiegen?
Vielleicht wollte er…? Hmmmm…

In der Tat befand sich Richards Kopf unter der Robe des Magiers. Aber konnte man jetzt nicht unbedingt behaupten, das er irgendetwas <i>Interessantes</i> erblicken konnte… außer Dunkelheit.
Auch roch es nicht sonderlich gut… irgendwie… ‚erdig’... Das mochte an dem verkrusteten Matsch an Marius Robe liegen. Schließlich hatte er sich am Marktplatz in einem Dreckloch gewälzt, wenn auch nicht freiwillig.

<i>„ Jetzt schau raus, ob du dein “Darchen“ findest? Locke ihn hierher, vielleicht kann er dir helfen? Und schrei nicht so rum!“</i>

Richard konnte ein schadenfreudiges Lachen hören.

Marius tat wie ihm geheißen. Das Fenster reichte draußen ungefähr ein Fuß über den Erdboden. Das war eigentlich recht günstig. So, sollte es für Marius kein großes Problem darstellen Demodar zu erspähen.
Mehrmals rief er nach ihm. Hoffentlich hörten ihn die Wachen nicht. Das würde sicherlich schon als Fluchtversuch geahndet werden.
Es dauerte einen Moment, aber dann konnte man einige Schritt entfernt, Demodar über den Platz flitzen sehen. Ganz in der Nähe, der hohen Mauer, die das Gefängnis umgab und auf dessen Wehrgang die Wachen patrouillierten.
Es lief auf das Zellenfenster zu aus dem Marius hinaussah.

„Hab ich dich gefunden.“ Rief er und hopste auf und ab.
„Diese Nase ist wirklich…“ Er hielt inne.
Wollte er gerade sagen, dass man mit dieser Nase jeden aufspüren konnte?

„Mich einfach in einen Beutel stecken zu wollen… Ist etwa eine Dame anwesend?“ Fragte er und hopste auf das ‚Fensterbrett’ um in die Zelle zu schauen, spürte er doch was Dämonisches. Aber er konnte nur Richard erblicken auf dessen Schultern Marius stand.
„Wer bist du?“ Fragte er, hielt inne, als ihm einfiel, dass ihm das Sprechen außerhalb von Meister Thaddäus Behausung ja nicht erlaubt war. Beschloss dann aber schnell, dass er sich daran ja eh nie wirklich gehalten hatte.
<span style="color:663B6C;">“Noch jemand zum versklaven.“</span> Murmelte er in haraxisch und dann: „Schon vergeben.“
Er hopste wieder zurück.
„Los Herr, lass uns gehen!“ Befahl er und zwickte Marius ordentlich in die Hand, dass es blutete. „Schließlich wollen wir ja nach Zyranus, damit du mich endlich zurück verwandeln kannst.“


<i>[Marius verliert 1% LE. Demodar hat nunmal scharfe, spitze Zähnchen.^^]</i>
Zuletzt geändert von Erzähler am Mittwoch 23. April 2008, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Samstag 26. April 2008, 21:53

Eigentlich hatte Richard Marius nur hochgehoben, doch diesem war es wohl nicht hoch genug, so dass er Richard gleich auf die Schultern kletterte. Und anstatt dass auch anzukündigen, kam nur ein dummes Kommentar.

<i> "Es hätte auch weniger gef-f-f-fährliche Möglich....kahaheiten gegeben, mir unter die Gewänder z-zu schauen. I-ich fühle mich geschmeichelt, aber b-b-bin ich nicht an ...äh ... derlei Beziehungen ..."</i>

Richard hatte es einfach ignoriert und ihn angewiesen nach seinem Demodar Ausschau zu halten. Richard stützte sich an der Wand an und lauschte genervt den Sprüchen von Shenyrra. Ja, eigentlich wollte er von ihr nichts hören. Doch meist sprach er sie doch an. Immerhin konnte sie wenigsten mit einer ihm vertrauten Sprache reden.

<b> Sehr witzig, Shenyrra. Wirklich, zum schießen</b>

Und die Sprache der Spinnen verstand er nicht- Obwohl sich Richard ehrlich fragte, ob die überhaupt sprechen und nicht nur Emotionen senden.
Der Magier zappelte also auf Richards Schultern herum und schien tatsächlich Richard Gedanken zu erkennen. Er bedankte sich wenigstens.

<b> Dämlicher Vogel. Frage mich ehrlich wie der noch aus dem Fenster schauen kann. Immerhin ist er jetzt höher als das. Hoffentlich kommt sein Vieh auch….Verdammte Robe, ich sehe nichts.</b>

Mit einer Hand hob Richard Die Robe an um seinen Kopf unter ihr wieder hervorzubringen. Es roch ziemlich stark nach Dreck und Schlamm. Seine Hand fühlte den Sand und den verkrusteten Lehm. Kurz schüttelte er seinem Kopf um auch sein Haar wieder frei zu kriegen.

<b> Verdammt, wo war der Kerl gewesen?...Verdammte Roben. Ich brauche demnächst ein Bad. Und was gibt es da zu lachen? Muss ja witzig sein….Miststück…*grummel*</b>

Richard wäre aber fast vom Glauben abgefallen, als dieser nichtsnutzige Versuchs-Magier auch noch – ja, er machte es die ganze Zeit schon- jammerte, er habe Höhenangst.

„ Dann hast du Pech! HOL DEINEN DEMODAR“ knurrte Richard durch zusammengebissene Zähne zu ihm hoch. Ihm wurde es langsam zu bunt. Nicht das Marius zu schwer war. Das Schwerste waren vermutlich seine Gewänder, doch da er kaum still war, wurde es für Richard schwerer ihn zu halten. Ihm war es zwar egal wenn er runter fiel, doch würde Richard dann auch stürzten. Er bemühte sich jetzt schon das Schwanken auszubalancieren. Und die spitzen Knochen des Magiers gruben sich inzwischen in sein Fleisch. Er begann zu schmerzen.
Gerade wollte Richard ihn anschnauzen, er solle nun endlich runter da konnte er eine piepsige Stimme hören.

<i> „Hab ich dich gefunden. Diese Nase ist wirklich…“ </i>

„ Wer oder was ist das?...“ Richard machte vorsichtig einen kleinen Schritt zurück, hielt dabei die Beine von Marius fest und schielte nach oben. Besonders viel sah er nicht. Sein Haar lag ihm leider auch auf der anderen Seite und versperrte ihm die Sicht. Richard pustete ein paar mal sein Haar zur Seite und sah ein ..Eichhörnchen!

„Nicht schleckt, ein Plüsch-Dämon!“ grinste er hoch.
Zwar hatte Marius ihm zwar die Sache mit Demodar erklärt, doch jetzt erst würde Richard bewusst wie witzig das Ganze auf ihn wirkte. Irgendwie war er etwas Schadenfroh. Es plapperte oder beschwerte sich. Nichts was Richard wirklich interessierte. Doch als Demodar ihn ansprach, musste Richard unweigerlich schlucken. Egal wie klein das Vieh war.

<i>Wer bist du?...Schon vergeben.</i> was das Wesen dazwischen sagte verstand Richard nicht. Doch hatte er diese Sprache schon öfters gehört. Öfters sprach Shenyrra damit. Meist hatte das nichts Gutes zu bedeuten. Richard zuckte leicht zusammen.

<i> „Los Herr, lass uns gehen! Schließlich wollen wir ja nach Zyranus, damit du mich endlich zurück verwandeln kannst.“</i>

„ Hey, Plüschi!... Dein Herr kommt hier nicht raus. Schon gesehen Gitterstäbe. Und wenn er sich nicht hindurchzwängen kann, bleibt er wohl oder übel hier. Tja, Pech gehabt. Musst wohl eine Nagetier bleiben….kannst ja versuchen, das Gitter durch zu beißen.“

Und wieder brach es aus Richard heraus. Er beleidigte ohne über Konsequenzen zu bedenken. Eine Eigenart von Richard war, wenn ihm Angst oder ähnliches befiel, dass sein Mundwerk besonders lose daherredete.
Zuletzt geändert von Richard Azrael Darkholme am Samstag 26. April 2008, 21:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Kerker

Beitrag von Marius Dalamar » Samstag 26. April 2008, 22:37

Marius wimmerte. Im Grunde gefiel es ihm überhaupt nicht, hier oben auf Egalis' Schultern zu stehen – war aber immerhin noch besser als die ganze Zeit an den Beinen gepackt zu sein. Wie hätte er so sein Gleichgewicht halten sollten. An zitternde Knie war er ja gewöhnt und die schafften es sogar, aus Marius' Schwanken einen gleichmäßigen Balance-Akt werden zu lassen. Lediglich das knöcherne und regelmäßige Klackern, wenn die Knie aufeinander trafen, könnte nach einer Weile tunlichst auf den Geist gehen – wenn man nicht Marius Dalamar hieß, denn der Magus kannte es ja.

Marius klammerte sich zudem noch an den Gitterstäben des Fensters fest, um sich besser halten zu können. Er musste sich etwas beugen, denn die Decke war schon recht nahe und das Kerkerfenster tiefer als geplant, aber es ging.
Vorsichtig spähte er nach draußen, rief immer wieder leise Demodars Namen und schließlich entdeckte er das Eichhörnchen ganz in der Nähe. Wie ein kleiner rotbrauner Reigen hopste es über das Pflaster bis an das Wachhaus heran. Dann sprang er hoch und auf den Sims des Kerkerfensters, den es im Grunde nur gab, weil die Gitterstangen im Stein stecken mussten. Andernfalls wäre ihr Dasein wahl- und zwecklos, fielen sie doch einfach heraus. So aber blieben sie schrecklich stabil, ganz zum Frust der jungen Ritualmagiers.

<i>"Hab ich dich gefunden. Diese Nase ist wirklich ... Mich einfach in einen Beutel stecken zu wollen ... Ist etwa eine Dame anwesend?"</i>, plapperte Demodar leise piepsend drauflos und warf dann einen Blick in die enge Zelle seines Herren. Er entdeckte nichts weiter, außer Richard, auf dessen Schultern Marius noch immer stand. <i>Wer bist du? <span style="color:663B6C;">Noch jemand zum Versklaven.</span> Schon vergeben."</i>
Marius stöhnte entnervt. "Das ist Egalis und nein, er ist keine Dame. Sei nicht so unhöflich ... <i>Darchen</i>"
<span style="color:663B6C;">"Nenn mich nicht so! Das reduziert meine dämonische Autorität in Gegenwart jener, die mir noch gefügig sein sollen!"</i></span> Gut, dass der Dämon am liebsten auf haraxisch fluchte, denn Marius hatte sich bislang noch nicht getraut, diese Sprache zu erlernen. Einige Kleinigkeiten kamen ihm zwar schon langsam bekannt vor, vor allem der Satz "Nenn mich nicht so", denn dieser folgte immer nach seiner Verniedlichung des Dämonennamens, aber was er bedeutete, konnte der Magus nur mutmaßen.

<i>"Los, Herr, lass uns gehen! Schließlich wollen wir ja nach Zyranus, damit du mich endlich zurück verwandeln kannst."</i>
Marius wollte gerade antworten, dass dies jetzt nicht so einfach wäre. Schließlich steckte er noch immer – seiner Meinung nach irgendwie teilweise zurecht – hinter Gittern. Ja, er hätte Demodar nicht durch die Stadt schleppen dürfen, aber das tat er nun schon seit Monaten und niemandem war es bisher negativ aufgefallen noch hatte der Dämon die Weltherrschaft an sich gerissen. Gut, von der anderen Seite her argumentiert ging Marius auch wirklich nicht oft nach draußen, so dass er ohnehin selten auffällig werden konnte.
Doch zurück zum Hier und Jetzt. Soeben wollte Marius also antworten, da ... <i>"Wer oder was ist das? ... Nicht schlecht, ein Plüsch-Dämon!"</i> "Sag sowas lieber ni...haaahuuuwaahhh!" Marius krallte sich an die Stäbe, als Richard sich nach hinten lehnte, um das Eichhörnchen besser zu erkennen. Darauf war der Magier nicht vorbereitet gewesen und somit beinahe von den Schultern gefallen. Seine Reflexe bewahrten ihn vor diesem Schaden. Aber Demodar biss ihm in den Finger, denn er war nicht nur wütend über Richards Aussage, sondern auch noch ein Dämon der ungeduldigen Sorte.

Kein Wunder, dass das Eichhörnchen, kaum dass Richard seinen nächsten Spott hinauf geschickt hatte, wütend mit den Zähnen knirschte, sich zwischen den Stäben und Marius Fingern hindurch zwängte und einen waghalsigen Sprung auf seinen Meister los machte. Wie an einem Baumstamm krabbelte er an Marius' Roben entlang nach unten, bis er seinen neuesten Widersacher erreichte.
Und dann brach das Chaos los. "Man nennt mich Demodar Quiki’naqu Khi’gilan und ich bin ein mächtiger Dämon aus dem Reich des Harax! Wage es, mich noch einmal Plüschi zu nennen!!! Dann wirst du erleben, wozu ich fähig bin!" Um seinen Worten Ausdruck zu verleihen, huschte Demodar unter Marius Gewänder ins Dunkel und attackierte Richards Nacken mit seinen kleinen Beißerchen. Insgesamt vier Mal biss er zu – niemand wusste es, aber Demodar mied Zahlen wie die 3 oder die 7, da ihnen oft gewisse magische Kräfte zugesagt wurden, von denen Darchen befürchtete, sie könnten seine eigenen schmälern.

"Demodar, nicht, hör auf!" Marius begann zu lachen, denn Demodars pelziger Puschelschwanz kitzelte seine nackten Beine. Schließlich ließ der Magus die Gitterstangen los und taumelte auf Richards Schultern herum.
Es kribbelte, dass er eine Gänsehaut bekam. Dann verlor er das Gleichgewicht und drohte, nach hinten zu kippen – geradewegs auf die Wand zu, die Richard vor kurzem noch als Toilette genutzt hatte. Zugleich jedoch versuchte Marius, sich zu drehen, um auf der Pritsche zu landen. Denn dass dieses Tohuwabohu mit einem schmerzhaften Aufprall endete, war ihm jetzt schon klar. "Waaaahhhhhh!!!!"

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Richard Azrael Darkholme
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Re: Der Kerker

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Sonntag 27. April 2008, 17:26

Kaum hatte Richard seinen Spott dem Eichhörnchen entgegen geschleudert, do konnte er ein leises Knirschen hören und Marius schrie kurz auf. Das Marius gebissen wurde bekam Richard nur halbwegs mit.
Blitzschnell war Demodar an Marius herunter geklettert und fauchte nun Richard an.

<i> "Man nennt mich Demodar Quiki’naqu Khi’gilan und ich bin ein mächtiger Dämon aus dem Reich des Harax! Wage es, mich noch einmal Plüschi zu nennen!!! Dann wirst du erleben, wozu ich fähig bin!"</i>

„ Tatsächlich, Plüschi. Was kommt dann? Willst du mich mit einer Knopfaugen-Attacke oder Nüssen attackieren? Ich bin keine Elf, der darauf…ahhh!“ antwortete Richard nur spöttisch dagegen. Das Eichhörnchen verschwand noch während Richards bratziger Antwort aus seinem Blickwinkel und plötzlich spürte Richard mehrere schmerzhafte Bisse im Nacken. Instinktiv zog Richard den Kopf zwischen die Schultern und versuchte das Vieh mit den Händen zu kriegen.
„Verfluchtes Vieh…Lass das! ... Autsch…Verschwinde da, DU Missgeburt…wenn ich dich kriege…autsch….Verdammt, du Drecksvieh…“ Fluchte Richard und noch mehr.
Richard schwankte mit Marius auf den Schultern hin und her. Das oben der Magier lachte, weil er durch den puscheligen Schwanz gekitzelt wurde, brachte Richard noch mehr zu Raserei.
Was hatte er auch zu lachen.
Es lag immerhin an Marius, ob er sein Gleichgewicht halten könne. Richard hatte festen Boden unter den Füßen.
Ihm war es ziemlich egal, wenn der Kerl da oben stürzte, solange er das Vieh wegbekam.
Fast hatte er Demodar erwischt, der ihn mehrmals in die Hände biss und ihn wieder entwischte.

„ JETZT, reichts!“ Knurrte Richard und drückte sich plötzlich gegen die Wand. Ihm war eine Idee gekommen. Notfalls würde er das Eichhörnchen zerdrücken. Er spürte den Schmerz im Nacken und wie es festsaß. Rasch griff er danach. Das Marius jetzt vollkommen den Halt verlieren müsste, ging ihm ziemlich am Allerwertesten vorbei.

„ Ich dreh dir deinen dürren Hals um.... Dämon!, wahrscheinlich bei den Nagetieren“ zischte Richard noch.
Zeitgleich konnte man den Aufschrei von Marius hören, der nun endgültig das Gleichgewicht verlor. <i> "Waaaahhhhhh!!!!"</i>
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Re: Der Kerker

Beitrag von Erzähler » Dienstag 6. Mai 2008, 14:45

Was hatte der Fremde zu ihm gesagt? War das ein <i>‚Plüschi’</i>? Das war ja noch schlimmer als das ewige <i>’Darchen’</i> von Marius… Na ja, vielleicht nicht unbedingt schlimmer. Es war beides gleich schlimm und wurde dem Dämon nicht mal ansatzweise gerecht, aber an das <i>‚Darchen’</i> hatte er sich ja mittlerweile, wenigstens etwas, gewöhnt, an das <i>’Plüschi’</i> noch nicht und das wollte er auch gar nicht. Es wurde Zeit, dass er dem Fremden zeigte wer er eigentlich war.

Nachdem er Marius einmal kräftig in die Hand gebissen hatte - dieser war mal wieder am jammern - hopste Demodar auf den Sims, dann auf Marius, worauf der noch mehr jammerte und damit drohte das Gleichgewicht verlieren, aber bei dem Zittern in den Knien war das ja nicht sonderlich verwundernd.
Er kletterte flink an ihn hinab.

<i>"Man nennt mich Demodar Quiki’naqu Khi’gilan und ich bin ein mächtiger Dämon aus dem Reich des Harax! Wage es, mich noch einmal Plüschi zu nennen!!! Dann wirst du erleben, wozu ich fähig bin!"</i>

Egalis wirkte nicht unbedingt so, als würde das kleine Eichhörnchen Eindruck auf ihn schinden, denn mehr schien es in seinen Augen ja nicht zu sein. Gut, es steckte wohl die Seele eines Dämons darin, aber was sollte der ihm schon groß antun können… in dieser Gestalt? Also fiel seine Antwort auch dementsprechend frech aus.
Schnell wurde er eines Besseren belehrt, denn Demodar war doch ein sehr angriffsfreudiges Eichhörnchen. Es huschte unter Marius Roben und begann damit Egalis mit seinen spitzen Zähnen zu attackieren, so dass dieser den Kopf zwischen die Schultern zog, um zu versuchen dem zu entgehen.

Von oben drangen ein Gelächter und ein Kichern an Richards Ohren.
<i>"Demodar, nicht, hör auf!"</i>
Der Schwanz des Eichhörnchens kitzelte Marius an den Waden.

Richard versuchte nach Demodar zu schnappen. Doch der war flink und so bekam er häufiger die haarigen Beine des Magieradepten zu fassen, anstatt Irgendetwas von Demodar.
Oben schwankte Marius und schrie auf, als er drohte zu fallen, aber das war Richard ja so ziemlich egal. Er hatte festen Halt unter den Füßen und sollte Marius fallen und sich irgendetwas brechen, scherte ihn das sicherlich auch wenig.

Nachdem Richard feststellte, dass er Demodar wohl so nicht bekommen würde, hatte er eine Idee: Er könnte sich gegen die Wand drücken und vielleicht dabei das Eichhörnchen zerquetschen.
In seinem Kopf konnte er wieder ein Lachen vernehmen, welches ja nur von Shenyrra kommen konnte.
„Du amüsierst mich immer wieder.“ Stellte die Dämonin fest. „Hm, ...ich erwarte dich schon in absehbarer Zeit…“

Schnell setzte Richard seine Idee in die Tat. Er spürte einen starken Schmerz in seinem Nacken, aber Demodar saß nun fest. Nun bekam er ihn endlich zu fassen. Gleichzeitig ertönte von oben ein Schrei.
Als Egalis sich gegen die Wand gelehnt hatte, konnte Marius nur noch zur Seite und nach Vorne balancieren und hatte wohl zuviel balanciert… denn sein Fuß fand die Schulter von Egalis nicht wieder und prompt rutschte er ab.

Wie würde fallen? Nach Vorne? Zur Seite? Vielleicht auch einfach stumpf nach unten? Was sehr schmerzhaft für Egalis werden konnte. Womöglich zerquetschte er dabei Demodar, falls er sich auf die Schultern von Egalis setzte und nicht auf dessen Kopf.
Vielleicht schaffte er es auch noch Halt an Egalis seinen Haaren zubekommen? Genug davon wäre da.
Vielleicht purzelte er auch kopfüber runter, weil sich seine Robe verhedderte…

Von draußen, aus den anderen Zellen, konnte man Gegröle vernehmen. Sie waren wohl nicht gerade leise. Wie lange würde es wohl dauern bis der Wärter hier vorbei kam und nach dem Rechten sah.
Eine laute, tiefe Stimme grollte: „Ruhe!!!“ Während man Gepolter hörte, als würde jemand gleichzeitig gegen die Zellentüren schlagen und Schritte näherten sich auf dem Gang.

Ein Schmerz durchzuckte Richards Hand, als Demodar sich herzhaft in dieser verbiss.
Nun hatte er das Eichhörnchen oder hatte es vielleicht ihn?

Antworten

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