In den Katakomben

Handwerker, einfache Bürger und der Adel wohnen in kleinen Bezirken und doch teilweise Tür an Tür. Von der windschiefen Hütte bis hin zum schön verzierten Fachwerkhaus oder kleinem Anwesen mit Wasserspeiern aus Marmor ist hier alles zu finden.
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fremder Mann
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremder Mann » Freitag 26. Oktober 2007, 22:10

@Kazel, Vana, Niniane

Bronko runzelte vergnügt die Stirn als die fremde Hure von Kazels Vorlieben erzählte. „Ich bin auch ganz verrückt nach Krallen am Rücken.“ Raunte er Vana breit grinsend zu. Kam gar einen Schritt näher. Musterte ausgiebig ihren Ausschnitt. „Mhmm… Chantal hat wesentlich grössere, dafür nicht so straff.“ Er schmunzelte. „Aber ich glaube davon müsste ich mich näher überzeugen.“ Er trat noch einen Schritt näher. Seine Hand unter dessen Fingernägel der Dreck bereits schon einen eigenen Belag bildete streckte sich nach Vana aus. Huren waren schliesslich frei benutzbar für jedermann der Gold hatte. Besonders solche, die hier in den Kanälen herum… na ja… arbeiteten. Dabei war dieses Exemplar hier wirklich hübsch, eigentlich war es erstaunlich dass sie sich gar so einen Kerl wie… Kazel zur Brust nahm – da hatte er selbst ja geradezu gute Chancen, schliesslich hatte ER Gold.

Doch dass dieser Elfenmischling kurz nach seiner Flucht aus dem Käfig nichts besseres zu tun hatte als erstmals Druck abzulassen erstaunte selbst einen Latrinenputzer wie Bronko. Der doch für so viele Dinge ein eigenes Verständnis hatte. Aber das war doch nun wohl schon etwas… etwas übertrieben. Ausserdem hatte er ja nicht geahnt was für ein Lüsternes Völkchen doch die Dunkelelfen waren. Obwohl. Andererseits, bewies dies wohl warum es des öfteren zu solchen bastardenbildungen kam, wie Kazel einer war. Plötzlich kam Bronko eine verruchte Idee. Er schmunzelte. Sein Schmunzeln wurde zum Grinsen. Sein Grinsen zum Lachen. Er sah sich im Stollen um. „Na ja… ihr kennt euch hier unten offensichtlich nicht wirklich aus oder? Ihr müsst wissen dass die meisten Ausgänge in einem öffentlichen Gebäute enden – dort sind jetzt im Moment aber überall Wachen. Ich kenne ein Plätzchen – einen Ausgang, der schon lange in Vergessenheit geraten ist… ich kann euch dort hinbringen, dann werdet ihr den Wachen bestimmt entkommen und ich habe meine Schuld für die Unterhosen mehr als beglichen oder Freund?

„Na Süsse wie wäre es mit uns beiden?! ICH nehm dich nämlich auch dreckig.“ Er blickte zu Kazel. „Ich denke… deine Flucht mag noch… eine halbe Stunde warten. DU kannst ja auch mitmachen.“ Bronko grinste hämisch. Er war ein Feilscher. Immer versuchte er aus einer Situation einen Vorteil für sich herauszuschlagen.

Theoretisch brauchte Bronko nur zu rufen um die halbe Stadtwache in die Kanalisation zu jagen – bei diesen vielen Sackgassen die es hier unten gab, liess dies eine ziemlich miese Aussicht ahnen. Zumal die Söldner über Pläne der Schächte verfügten – nicht aber Vana, Niniane und Kazel.

Es war Bronkos blicken anzusehen, dass er bereits dabei war Vana auszuziehen.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Samstag 27. Oktober 2007, 00:32

Es war für Vana schwer einzuschätzen, ob Kazel sich schnell genug auf die neue Situation einstellen konnte und wie er reagieren würde. Sie hoffte aber, dass er schnell genug auf ihr Spiel eingehen würde. Leider reagierte Kazel im ersten Moment vollkommen entgegengesetzt, wich vor ihr zurück und keifte sie an. Erst dann wurde ihm klar, was Vana wohl bezweckte und er versuchte die Situation noch zu retten, indem er ihr vorwarf zu stinken und sie sollte sich gefälligst erst mal waschen.

Auch wenn Vana mal wieder eine Rolle spielte, so hatte sie Kazels Bemerkung, auch wenn sie nur gespielt war, ein wenig getroffen. Deswegen wandte sie sich von ihm ab und meinte schnippisch: „Ach ja, du duftest aber auch nicht gerade wie ein Strauß Rosen. Aber schön Liebchen, dann musst du eben warten, bis ich eine Gelegenheit zum Waschen gefunden habe.
Während des kleinen Wortwechsels hatte sie nicht auf Bronko geachtet, auf den ihre Worte und Kazels Erwiderung eine ganz eigene Wirkung hatten. Dieser schien Vana auf einmal als Freiwild zu betrachten, kam ihr für ihre Begriffe viel zu nahe und machte recht eindeutige und anzügliche Bemerkungen. Anscheinend hatte er mehr als nur ein Auge auf Vana geworfen und dachte nun, dass sie ihn gegen sein Gold als Bezahlung ebenso bedienen würde.

Doch genau das war das Letzte, was Vana jemals machen würde und wenn Bronko noch so viel Geld gehabt hätte. Schnell brachte sie sich mit einem Satz hinter Kazel in Sicherheit und außer Reichweite von Bronkos Mitbewohnern, brachte ihren Mund nah an Kazels Ohr und säuselte: „Liebchen, würdest du deinem Freund sagen, dass ich keine gewöhnliche Dirne bin und mir meine Kundschaft selbst aussuche. Und du weißt, dass ich nur mit dir meinen Spaß haben will.“ Langsam und deutlich hörbar kratzten dabei ihre Fingernägel über den Stoff des Hemdes über Kazels Rücken, während sie ihn sinnlich anblinzelte.
„Doch jetzt sollten wir erst in diesen Unterschlupf gehen. Du brauchst etwas Ruhe mein Liebchen und auch wir sind müde und möchten etwas schlafen.“ Bei dem Wort schlafen warf sie Bronko einen vernichtenden Blick zu, der mehr als Worte sagte.

Niniane hielt sich zum Glück im Hintergrund, wo sie nicht weiter auffiel. So kam Bronko bislang nicht auf die Idee, sich auch noch an sie heran zu machen. Es war jedoch nicht gesagt, dass dies nach Vanas Abfuhr weiter so blieb.

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fremde Frau
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Samstag 27. Oktober 2007, 15:15

<b>@ Roxas</b>

Innerlich lachte Lola lauthals, da ihr listiger Versuch aus dieser misslichen Lage herauszukommen, geglückt war. Nach außen hin zeigte die Schmugglerin es nur durch ein breites Grinsen, kurz nachdem Roxas sie mürrisch losgelassen hatte. <b>Ich wusste, es war gut, sich von den Bettlern die Wege des Untergrundes zeigen zu lassen. Das rettet mir jetzt wohl das Leben.</b>
"Na, vielen Dank, mein Süßer", hauchte Lola und warf Roxas eine Kusshand zu. Dabei zwinkerte sie lieblich. Im nächsten Moment aber wurde Lola wieder das gerissene Biest, für das sie bei ihren Rivalen bekannt war. Es hieß: zurück zum Geschäftlichen und jetzt musste sie erst einmal den Hybriden etwas freundlicher stimmen. Dessen mürrischer Gesichtsausdruck deutete ihr, dass er ihr Angebot nur gezwungenermaßen annahm.

"Sehr schön. Wir müssen bald zu der Stelle zurück, an der du und die Wachen mich entdeckt haben." Sie sprach ihn nun vertraulich an wie einen Handelspartner. Gewissermaßen waren sie das jetzt auch: Partner. Lola trat näher. "Aber das machen wir später. Da kassiere ich lieber eine Standpauke des Käufers aufgrund einer verspäteten Lieferung als dass wir gleich den Wachen in die Arme laufen. Der eine Kerl muss erstmal weggeschafft werden. Wir haben also Zeit. Nun, willst du mir nicht von deinem Versprechen erzählen? Es scheint dir wichtig zu sein, dass du hier in den Abwässern herum kriechst, ohne den Weg zu kennen ..." <b>Oder er ist dümmer als ich dachte.</b> "Soll ich dich führen? Suchst du einen bestimmten Ort? Derzeit sind wir unterhalb der Kleinwurzgasse. Ist nicht weit von der Kaserne Pelgars entfernt, für mich also gefährliches Gebiet."

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 27. Oktober 2007, 15:31

Kazel konnte nicht glauben, was er da hörte. Wie Bronko sich an Vana heran machte ... oh, wenn der wüsste, dass hinter dieser blonden gewiss nicht unattraktiven Frau eine eiskalte Mörderin steckte. <b>Vielleicht nicht sooo eiskalt, sonst könnte Bronko bereits tot sein.</b> Einen Moment lang beobachtete Kazel nur die Annäherungsversuche von Seiten des Latrinenputzers. Wenigstens glaubte der jetzt wirklich, dass Vana und Niniane ganz besonderen Geschäften nachgingen. So würde er sicher nicht auf die Idee kommen, dass eine der beiden die gesuchte Morticia sein könnte.

Wenigstens vergaß die lebende Läusetaverne nicht auch noch seine angebotene Hilfestellung. Problem waren die Wachen, die überall herum lungerten, aber Bronko kannte einen Ort, an dem sie sicher sein würden. "Dann bring uns da hin, Bronko und ich vergebe dir den Diebstahl", meinte Kazel, dem sein entrissenes Gold nicht wirklich wichtig war. Was sollte er mit Münzen anfangen, die er an der Oberfläche nicht ausgeben konnte? Man würde ihn nur sofort wieder einsperren, foltern und in einen dieser Käfige stecken. Er schauderte bei dem Gedanken. <b>Nie wieder Kerkerzellen!</b>

Von diesem Gedanken abgelenkt, bemerkte er erst ein wenig zu spät, dass Vana sich keineswegs auf Bronkos Liebesgeplänkel einließ. Das hätte ihn im Grunde nicht sonderlich gestört. Sie war eine ziemlich selbstbewusste Frau, sie würde sich sofort zur Wehr setzen – und vermutlich gewinnen.
Doch als Vana sich hinter dem Mischling versteckte, um aus Bronkos Reichweite zu kommen und als sie ihm wenn auch nur leicht über den Rücken kratzte, keuchte Kazel auf und krümmte sich. Wie aus einem Reflex heraus packte er in einer Halbdrehung Vanas Hand und stierte sie aus finster blickenden Augen an.
"Lass dass", zischte er ihr zu, ungeachtet der Tatsache, dass Bronko alles mit ansehen konnte. Dann aber ließ er Vanas Hand wieder los. <b>Vermassel es nicht, Idiot!</b> Er räusperte sich nur und nickte auf Vanas gesäuselte Worte. "Ja ... ja, ich brauche Ruhe. Bin ja garnicht ich selbst heute, ahahahee ... uhm ... tja ... gehen wir einfach zu deinem geheimen Unterschlupf, Bronko."

<b>Wenn das so weitergeht, liegt der bald tot am Boden, seine Läuse machen sich über uns her und Vana wird mehr als ihre Krallen zeigen.</b>

Kazel seufzte. Irgendwie hatte er das Gefühl, hier den Beschützer der mutmaßlichen Huren mimen zu müssen. "Übrigens, Finger weg von meinen ... Frauen. Die Kleine ist ... vergeben. Die muss ... äh ... unberührt bleiben. Und Vana hier ist Priesterin. Ihre Gelübde verbieten ihr, nun ... äh ... mehr als einen Mann gleichzeitig zu haben. Ich kenne mich da auch nicht so gut aus, aber solange sie an meiner Seite ist, musst du wohl mit Chantal Vorlieb nehmen."
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fremder Mann
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 28. Oktober 2007, 21:41

Bronko lachte laut und schallend auf als Kazel ihm weiss machen wollte, dass die Hure eine Priesterin mit einem Gelübte war! (Obwohl ihm letzteres Wort gar nicht bekannt war – aber es hörte sich zumindest lustig an.) „Ein Priesterliche Dirne?! Na in deinen Orden will ich kommen!“ Raunte er Vana zu. „Es nimmt mir ja wunder was ihr Priesterinnen unter dem Kuttchen trägt.“ Bronko war nicht nur anzüglich, sondern er war auch noch ziemlich dreist. Niniane musterte er nur kurz. „Das ist ja noch ein Kind! KAZEL!“ Brummte er vorwurfsvoll. „Also BITTE!“ Schliesslich zuckte er mit den Schultern. „Na ja wenns DIR Spass macht… ich stehe ja mehr auf vollbusige Frauen… wo man auch was zu packen hat verstehst?“ Er grinste wieder.

Er stapfte voran. „Seid jaaa leise da oben hockt halb Pelgar! Und zwar die unangenehme Hälfte!“

Er führte sie durch die Katakomben. Die Kanäle verzweigten sich immer weiter und trieben ein verwirrendes Spiel mit den hiesigen Abwässern, der Latrinenputzer schien aber eine eigene Karte im Kopf zu haben denn er brauchte bei keiner einzigen Abzweigung erst inne zu halten und zu überlegen ob es auch die Richtige war. Zielstrebig watete er voran.

Es war für die Gruppe nicht mehr auszumachen wo sie sich befanden, was gerade über ihnen war. Auch die Decke und der Kanal selbst verriet es nicht. „Na los schneller.“ Trieb er die Gruppe an. „Die meisten dieser Ausgänge münden in einem öffentlichen Gebäude.“ Bronko wiederholte sich gelegentlich. An den Verzweigungen waren im Gestein immer wieder Abkürzungen eingeritzt. Sie liefen an: MG IS, MG IIS. MG IISW und MG IIISW vorbei, schliesslich änderten sich die Zeichen auf. WV ISW. WV IISW und schliesslich folgten sie dem Pfa: BS ISW und der letzte Kanal führte schliesslich in BS IISW. Was die Zeichen schlussendlich bedeuteten wusste vermutlich nur Bronko… oder nicht mal er. Schliesslich schien er ausschliesslich seinem eigenen Plan zu folgen.

„Wir sind gleich da… aber ihr müsst wirklich leise sein!“ Hauchte er. Sie erreichten einen Nebenkanal.

Dieser Endete abrupt an einem alten, leicht gerosteten Eisentor welches sich quietschend öffnen liess. Er führte sie weiter und sie erreichten eine kleine Vorhalle wo alte vermoderte Regale standen. Es stank nach dem alten feuchten Holz. Einige kaputte Reagenzien lagen im Regal. Sowie einen Totenschädel. Dieser Ort war wirklich schon lange nicht mehr betreten worden – oder aber der Besitzer kümmerte sich nicht um diese kleine Halle. Doch so knarrig und klapprig das Eisentor war so massiv war die nächste Tür die ihnen den weiteren Weg versperrte. Sie war massiv gebaut und ähnelte entfernt jene des Kerkers. „Keine Angst… die ist immer offen.“ Hauchte Bronko leise und öffnete die riesige Tür mühelos. „Los rein da!“ Flüsterte er und winkte ihnen zu. Hinter der Tür befand sich ein – trockener – nicht nach Abwasser stinkender Gang. Man sah an der veränderten Architektur, dass sie nun ein Gebäude oder Kapelle oder etwas Ähnliches betreten würden.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Dienstag 30. Oktober 2007, 21:02

Bronko ließ noch ein paar anzügliche Bemerkungen fallen, die Vana mit einem ebenso anzüglichen Grinsen quittierte, doch schließlich setzte er sich in Bewegung und die kleine Gruppe folgte ihm. Überflüssig zu erwähnen, dass sie sich mit aller Vorsicht an seine Anweisung hielten und kein lautes Geräusch verursachten. Vana stützte wieder Kazel, dessen Schmerzen langsam wiederkehrten. Die Wirkung des Runenzaubers schien allmählich nachzulassen. Niniane bildete erneut den Abschluss und sicherte ab, dass ihnen niemand folgte oder ihnen von hinten auf die Schliche kam.

Erneut ging es kreuz und quer durch die Katakomben und Vanas Gang wurde mit jeder Minute, die sie länger unterwegs waren, immer schleppender. Endlich, nach wer weiß wie vielen Abzweigungen und etlichen Meilen, Vana kam es zumindest so vor, kamen sie an ein rostiges Eisentor, das Bronko quietschend öffnete.
<b>Manthala sei Dank, endlich raus aus diesen stinkenden Gängen!</b>, atmete Vana innerlich auf und auch Kazel und Niniane schienen ähnliche Gedanken zu haben.
Der Raum in den sie nun kamen, war zwar auch nicht gerade anheimelnd, aber immerhin trocken und nicht stinkend. Außer ein paar alten, staubigen Regalen, kaputten Reagenzgläsern und einem Totenschädel befand sich nichts indem Raum, der am anderen Ende in eine massive Holztür mündete. Er erinnerte entfernt an ein uraltes Alchimistenlabor.

„Und? Ist das alles? Hier sollen wir uns ausruhen?“, wollte Vana wissen. „Da war es aber in der anderen Halle gemütlicher, Schnuckelchen.“, meinte sie schmollend zu Kazel. „Wenn das alles ist, was dein Freund zu bieten hat, dann bin ich aber enttäuscht.“ Mit trotzigem Schmollmund stand sie neben Kazel und sah Bronko vorwurfsvoll an.
Den schien das nicht weiter zu stören, denn er öffnete mühelos die stabil aussehende Tür und meinte grinsend, dass die immer offen wäre. Gleichzeitig trieb er sie an, endlich weiter zu gehen.
Misstrauisch trat Vana durch die Tür und legte vorsichtshalber ihre Hand an den Griff ihres Katanas, doch erwies sich ihr Misstrauen vorerst als unbegründet.
Die Tür führte in einen wesentlich saubereren Gang, der von seiner Art her auf ein Gebäude oder eine Kapelle schließen ließ.
„Ah ... das sieht doch schon viel freundlicher aus.“, strahlte Vana nun Bronko an und hakte sich bei Kazel unter, um ihn gleichzeitig wieder zu stützen.
„Wo sind wir denn hier? Irgendwie kommt mir das Gebäude bekannt vor, ich kann mich aber auch täuschen.“

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 31. Oktober 2007, 21:59

Bronko war durch und durch ... nun, durchtrieben. Aber wenigstens wollte er helfen. Dass er dabei jedoch immer wieder zweideutige Anspielungen parat hatte, missfiel dem Mischling. Zum einen, weil er in diese Zweideutigkeiten involviert war – Bronko glaubte doch allen ernstes, dass sich Kazel an einer so jungen Frau wie Niniane verging – zum anderen würde es dem Latrinenputzer auf Dauer sicher nicht gut tun. Denn zumindest Vana würde sich wehren und Kazel befürchtete das Schlimmste. Er hatte die andere Seite dieser Frau bereits gesehen. Die Morticia-Seite. Sie konnte ein eiskaltes Biest sein, eine Furie ... <b>eine Mörderin ohne jeden Skrupel.</b>
Für Kazel war Mord keine Lösung, so entschied er es für sich. Wusste er ja nichts von seinen wilden Aussetzern, wenn er Dunkelelfen sah oder von der weitaus schlimmeren Manipulation Landrias. Im Moment jedoch dachte er über Vana nach. Dass sie diesen Wächter einfach kaltblütig umgebracht hatte, saß noch tief in Kazels Knochen. Er ahnte ja nichts davon, dass dessen Kumpane ihn kurz zuvor hatte umbringen wollen.
So ganz in Gedanken versunken, achtete er also erst dann wieder auf den Rest der Gruppe, als Bronko – wie schon erwähnt – gewisse mutmaßliche Vorlieben in Bezug auf Kazels Frauenwünsche ansprach. Dem Mischling stieg sofort die Röte in die Wangen, was stark im Kontrast zu seinem sonst so trotzigen Gesicht stand.

Doch er bekam keine Gelegenheit, sich zu verteidigen. Die Gruppe machte sich auf den Weg, Bronko voran. Sie wanderten sehr lange und langsam kehrte der Schmerz als anfängliches Kribbeln in Kazels Fußsohlen zurück.
Vana, die ihn noch immer stützte, murmelte er zu: "Diese Runen halten aber nicht lange." Kazel würde niemals direkt um Hilfe bitten. Elfischer Stolz, noch dazu aus zwei Elfenrassen entsprungen, konnte eine wirklich anstrengende Mischung sein.

Endlich, nach einigen Tunneln, Ratten und jeder Menge stinkender Abwässer erreichten sie eine rostige Gittertür. Bronko verkündete sofort, dass diese nie verschlossen sei und das Tor bestätigte es mit einem alten Quietschen. Sie traten in eine Halle, welche von Staub und Spinnweben beherrscht wurde ... und von schiefen, altersschwachen Regeln mit noch mehr Staub und Weben darin. Außerdem fanden sich dort zeils zerbrochene Reagenzien und ein Totenschädel.

"Wo sind wir?", brachte Kazel hervor. Da färbte sich sein Gesicht erneut knallrot und verärgert drehte er den Kopf weg. <b>Schnuckelchen?!</b>
Kazel wusste ja, dass dies alles nur Schau war, um Bronko von einigen unangenehmen Fragen abzulenken. Fragen, die sich wohl schon jeder andere vernünftige Mensch gestellt hätte. Allein die Tatsache, dass zwei durchaus attraktiv aussehende Frauen, eine davon Priesterin, mit jemandem wie Kazel durch die stinkenden Katakomben laufen ... das war doch seltsam genug. Aber anscheinend nicht für Bronko, der kaufte die Geschichte von kazel und den Dirnen gern ab. Langsam jedoch stank es dem Mischling ... und er wusste, es kam nicht vom Untergrund.

So zischte Kazel Vana schließlich zu: "Bronko kauft es uns bereits ab. Wir sind kein Paar, also lasst diese Albernheiten. Ich liebe nur ..." Kazel verstummte. Wen liebte er? Da kam ... nichts. Da war nichts. Er liebte niemanden. Jedenfalls fand er niemanden in seinem Herzen. Es war leer.
Er ahnte ja nicht, wer eigentlich darin wohnen sollte. Landrias Manipulation leistete hervorragende Arbeit. Kazel erinnerte sich nicht mehr an Luziver, an Shantih ... nicht in Verbindung mit einem Gefühl wie Liebe. Wenn er auf sie treffen würde, vor ihnen stünde – Kazel wüsste dann, was zu tun wäre.

Er würde sie töten – mit allen Mitteln.
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Erzähler
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 31. Oktober 2007, 23:54

<b>@ Roxas</b>

Zum ersten Mal, seit Roxas auf Lola getroffen war, zeigte sich in deren Zügen Überraschung. "Zwei Dunkelelfen?", wiederholte sie, "in Pelgar? Aber du weißt schon, dass die Pelgarer Dunkelelfen hassen, oder? Du kennst dich genug mit Geschichte aus, dass du vom Großen Krieg gehört hast." Dann jedoch kehrte ihr übliches, spitzbübisches Grinsen auf ihre Gesicht zurück. Es war interessant, wen Roxas suchte, auch wenn er noch keine Namen genannt hatte. Dunkelelfen in Pelgar, das reichte aus. Noch interessanter war, dass er auch noch glaubte, Lola kenne zumindest eine davon. Also handelte es sich bei mindestens einer Dunkelelfe um eine Frau.
"Die einzige Dunkelelfe, die ich kenne, mein ... <i>Partner</i> ... ist die, von der im Augenblick ganz Pelgar spricht. Morticia, die morgerianische Legende. Sie ist eine Tötungsmaschine, kein Wunder hängen Steckbriefe geradezu überall in der Stadt aus. Es heißt, sie treibt sich hier herum." Lola verstummte. Sie schaute ernst. "Oh, sag mir nicht, Roxas, dass du <i>sie</i> suchst. Halt dich fern von Morticia, dann wirst du länger im Schmugglergeschäft blei... oh, ich vergaß, du bist ohnehin neu im Gewerbe. Aber eins sag ich dir: wenn du überleben willst, dann lass es. Jage diese Frau nicht, die zerschneidet dich. Ich fürchtete ihre Anwesenheit ja schon in den Kanälen hier. Aber scheinbar treibt sich nur wiedermal das übliche Pack herum: Bettler, Streuner, Diebe und eben Schmuggler. Dunkelelfen mögen den Gestank der Unterwelt wohl nicht."

Lola lachte fies, aber auch ein wenig unsicher. Es könnte ja sein. Wenn die Stadtwache schon Söldner wie Roxas einstellte und sich in die unterirdischen Katakomben begab ... vielleicht war Morticia wirklich hier unten. Das beunruhigte Lola. Sie galt nur als einfache Schmugglerin, ihr Leben war kaum eine Münze wert.

Dann hatte sie einen Geistesblitz. "Ich selbst hab keine Dunkelelfen hier unten gesehen, aber ich weiß genau, wen wir deswegen fragen können. Ich bringe dich jetzt zu jemandem, der alles sieht und alles weiß. Aber verrate mich nicht, sonst musst du sterben."
Sie schnappte einfach nach Roxas' Hand und wollte losrennen. Ihre Idee war gut, mehr als gut. Sie würde ihn in eines der Schmugglerverstecke in den tieferen Katakomben führen. Dort wartete eine ganz besondere Persönlichkeit auf ihn. Diese Person würde Roxas helfen können ... ins Verderben zu laufen, wenn er wirklich nach Morticia suchte.

"Sag mir, dass es nicht Morticia ist", verlangte Lola zu wissen. "Du bist zu .... süß, als dass man dich auf ihrem Schwert aufgespießt sehen möchte."



@Vana, Kazel, Niniane

Eine prächtige Kathedrale – ein Tempel – eine Burg oder aber eine stattliche Villa, dies alles waren Bauten deren Architekten bestimmt viel Ruhm und Ehre entgegengebracht wurde – ja man bestaunte ihr Werk und sprach lobend über deren Geschick und deren Blick fürs Detail. Jener Namenlose Architekt von Pelgars Katakomben zählte wohl nicht zu diesen schillernden Figuren der Stadt – dennoch hatte er hervorragende Arbeit geleistet und ein System geschaffen, welches ausgefeilter und perfekter gar nicht sein konnte. Er hatte es geschafft Abwasserkanäle und Bunkerbauten zu vereinen und er hatte ein Netz erschaffen, welches Feinde ohne Lagekenntnisse vermutlich in den Wahnsinn treiben konnte.

Um jedoch die Mannen aus den eigenen Reihen nicht gänzlich zu verwirren hatte er Orientierungshilfen in die Wegsteine einmeisseln lassen – die ihnen der momentane Standpunkt verriet. Er ging davon aus, dass die Soldaten und Wächter Pelgars ihre Stadt zumindest an deren Oberfläche in und auswendig kannten und daher setzte er die Orientierungspunkte anhand typischer und prägnanten Orte. Nahm deren Namen und kürzte sie ab. Gab dabei noch die Richtung an in welche sie gerade Blickten und die Anzahl an Seitenkanälen die ebenfalls durch diesen Ort hindurchführten.

So war MG I S – der Hauptkanal der unter der Marktgasse in südlicher Richtung weiterführte.
MG II S demnach ein Nebenkanal – in Südwestliche Richtung dann dem dritten Nebenkanal folgend bis sie WV I SW erreicht hatten – das Wohnviertel südwestlich diesen Kanälen weiter folgend bis sie schliesslich BS I SW erreicht hatten. BS I SW. Sie würden diese Bezeichnung und dieses Kürzel wohl nicht so schnell wieder vergessen.



Um die nächste Handlung begreifen zu können musste man sich eingehender mit Bronkos Wesen beschäftigen. Wer war dieser Mann nur der täglich die stinkenden Aborte des grössten Abschaums Celcias reinigte und seine Arbeit noch schätzte? Einst war er ein gesitteter und höflicher Mann gewesen, der seine Frau geliebt hatte, stets darin bemüht ihr ein gutes Leben zu bieten – solange bis sie erkrankte und der Tod beschlossen hatte sie über viele Jahre hinweg langsam jedoch unaufhaltsam dahinzuraffen. Er selbst zerging daran, dass er zuschauen musste wie sich ihr Leben zum fortwährenden Sterben verwandelte. Seine persönlichkeit veränderte sich. Er pflegte sie bis zur völligen Erschöpfung – verlor seine Stelle musste aber um sich und die aufwändige Pflege zu finanzieren an jeden Grashalm klammern der sich bot – wie das Gefängnis von Pelgar.

Es war nunmehr eine Erlösung für beide Ehepartner als seine Frau schliesslich eines Nachts aufgehört hatte zu atmen. Doch mit ihrem Tod kam auch die Einsamkeit. Diese ertränkte er erst mit Alkohol was ihn nicht gerader Glücklicher machte. In seinem Rausch gab er gerne seinen ganzen Lohn für weitere hochprozentige Getränke und für Frauen aus. Doch allmählich wurde aus dem Bürger ein verlumpter und zerzauster Flohträger – in Wirklichkeit nur ein Mann der nie über den Tod seiner Frau hinweggekommen war und nun sein Leben damit verbrachte, alles zu tun was gerade diese wohl zu tiefst beschämt hätte.

Eins jedoch hatte in seinem Leben immer eine tragende Rolle gespielt: Geld. Geld hiess überleben. Existenzsicherung und so war es nicht verwunderlich, dass er nach jeder Münze griff die sich irgendwie anerbot. Geld machte gierig und rücksichtslos.


Er beobachtete die Gruppe wie sie in den Gang liefen – er kannte dieses Gebäude nur zu gut. Auch hier hatte er schon oft geputzt. Doch er selbst mochte diesen Ort nicht, er machte ihm Angst, denn was sich hinter den festungsähnlichen Mauern verbarg, war nicht für die Augen eines jeden bestimmt. Dieses besondere Leid, dass durch Unverständnis und quälender Gewalt nur noch verstärkt war und eine wahre Ohnmacht für die Gesellschaft bat – musste eingesperrt und vor der Öffentlichkeit abgekoppelt werden. Zum schutze der Allgemeinheit. Ein Kerker. Eine Klinik. BS I SW.

Burgstein.

Er wusste der Gang würde direkt im Hinterraum des Wachraums führen. Gesichert durch ein Eisengitter.

„Es tut… mir leid… aber du hast wirklich… sehr überzeugende Freunde Kazel.“ Brummte Bronko und versetzte ihm anschliessend einen wuchtigen Tritt ins Kreuz, so das er nach vorn taumelte – weg von der massiven Eisentür welche Bronko gerade eben geöffnet hatte. „WÄRTER, die Flüchtigen!!!!“ Brüllte Bronko und eilte ruckartig zurück. Die massive Türe zuknallend. Er verriegelte sie von aussen und klemmte den Schädel in die Drehklinke, so dass sie verklemmte und sich nicht mehr öffnen liess.

Die Flucht nach hinten war ausgeschlossen. Aufgeschreckt durch Bronkos Schrei hörte man wütendes gefluche und schliesslich das wegschmettern von Stühlen. Der Gang war viel zu Eng um eine Ausweichmöglichkeit darzustellen – Deckung gab es keine. Sie sassen in der Falle.

Am anderen Ende des Ganges tauchten sieben Wärter auf – sie trugen lange schwarze Roben mit Rollkragen darüber jedoch eine weisse Kapuze. Drei der Sieben knieten sich hin, sie waren allesamt mit Armbrüsten bewaffnet und zielten auf die Gruppe. Die stehenden richteten ebenfalls ihre gefährlichen Waffen auf die drei. Wachen hätten vielleicht noch mit sich reden lassen: „Stehen bleiben“ gerufen oder was ähnliches. Diese Kerle nicht. Diese drückten ohne mit der Wimper zu zucken ab. Die Bolzen zischten durch die Luft, zerschnitten sie und bohrten sich schliesslich unbarmherzig in ihre Ziele. Es waren speziell gefertigte Bolzen – angereichert mit einem starken lähmenden Betäubgungsgift ausserdem besassen sie nur eine etwa 3cm lange Spitze – der Rest war abgestumpft und ausgepolstert, so dass das Geschoss nicht weiter in das Fleisch eindringen konnte – um schwere Verletzungen zu vermeiden. Da sie sowohl hoch wie auch tief und dass noch alle gleichzeitig und völlig überraschend auf sie zugeflogen kamen, hatten die drei keine Chance ihnen zu entfliehen.

Selbst Magie schien zwecklos – es fehlte die Zeit – und Kraft.

Kazel wurde an der linken Schulter getroffen und am rechten Oberschenkel von einem Bolzen gestreift. Er fing den Bolzen ab der eigentlich für Niniane bestimmt gewesen war und leicht hinter ihm stand, doch auch sie wurde angeschossen nämlich von jenem Bolzen der den Oberschenkel von Kazel gestreift hatte. Bei ihr Bohrte er sich hingegen mitten hinein. Vana erwischte es unglücklich in der linken Flanke. Sowie am rechten Oberarm.

Erst spürten sie nichts ausser dem durchdringenden Stich. Doch innert weniger Sekunden verspürten sie allesamt ein heftiges kribbeln in den Zehen und Fingerkuppen welches sich allmählich über die ganzen Beine und Arme ausbreitete. Ihnen wurde Schwindelig und Übel, sie begannen Doppelbilder zu sehen. Ausserdem wurden sie Benommen, fühlten sich schläfrig. Ihr Schädel brummte und schliesslich versagten ihre Beinen den Dienst, sie brachen zusammen und mussten entsetzt feststellen, dass sie ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen konnten. Sie konnten gerade noch wahrnehmen wie sich die schweren Lederstiefel der Fremden näherten. „Holt die Tragen und dann bringt sie hoch.“ Murmelte eine ruhige Stimme. „Überwacht ihre Vialwerte alle 15 Minuten. Eine verschwommene Gestalt beugte sich über Vana. Er hielt ihr die Augen auf und guckte sich die Pupillen an. „Sie reagiert noch.“ Dann trat er zu Kazel und schliesslich zu Niniane. Diese fühlte sich mit abstand am schläfrigsten. „Sie ist jung und klein… die Dosis ist zu hoch. Schnell bringt sie in den Intensivraum.“

Aufregung entstand. Hilflos mussten sie es über sich ergehen lassen, dass sie nach einander auf eine Bahre gehoben und fort getragen wurden. Die Gänge verschwommen zu einem einzelnen schwarzen Strich und schliesslich kriegten sie gar nichts mehr mit

„Ich informiere die Oberärztin.“

Ihre Wege trennten sich. Unfreiwillig.

<i>[Kazel und Vana verlieren aufgrund der Armbrustbolzen 5% Lebensenergie – Niniane 15%]</i>

---> weiter in der Irrenanstalt - Thread wird gleich eröffnet
Zuletzt geändert von Erzähler am Donnerstag 1. November 2007, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Freitag 2. November 2007, 15:43

Lola schmunzelte, als Roxas' Gesicht seine Verwirrung geradezu herausschrie. "Niedlich", murmelte sie vor sich her, doch ließ dem Hybriden Gelegenheit, zu antworten. Und wie breit sie dann lächelte, als meinte, nur nach Morticias Begleiter zu suchen. Dennoch schaute Lola fragend. "Ich wusste nicht, dass sich eine Dunkelelfe und noch dazu eine wie Morticia auf Partner einlässt. Macht sie ja irgendwie sympathischer. Trotzdem will ich ihr nicht unbedingt begegnen." Sie seufzte. "Hm, ich sehe schon. Du lässt dich davon nicht abhalten. Na, dann komm mal mit."
Roxas folgte. Jedoch zog er seine Hand aus Lolas Griff, was diese kurz halten ließ. Allerdings wirklich nur für einen Augenblick, dann marschierte sie weiter.

<i>"Erzählt mir mehr über diese Person, die Ihr zuvor erwähnt hattet."</i>
"Brauch ich nicht. Ich stelle dich ihm vor. Sein Name ist Balthasar, aber das wird er dir noch früh genug sagen. Komm, hier entlang!" Sie lotste Roxas durch ein wahres Wirrwarr an Gängen und Tunneln. Wie sich Lola hier unten nur orientierte. Alle Wände sahen gleich aus und überall herrschte derselbe ekelerregende Gestank. Schließlich gelangten beide in eine Sackgasse.
"Da sind wir", gab Lola von sich und drehte den Kopf zu Roxas. Sie schaute ihn ernst an, sehr ernst. "Ich zeige dir jetzt etwas, über das du Stillschweigen bewahren solltest, wenn du nicht willst, dass dich sämtliche Untergrundbewohner Pelgars jagen, bis sie dich töten können."

Lola trat an die Wand heran. Kurz betrachtete sie die Mauersteine und drückte schließlich auf einem nahe ihres Fußknöchels. Er war kaum von den anderen zu unterscheiden, nur eine kleine Kerbe war maßgebend. Sofort tat sich ein geheimer Durchgang auf, der in einen neuen Tunnel führte. Dieser war mit Laternen beleuchtet. Lola trat hinein und wartete, bis Roxas ihr folgte. Hinter dem Löwenhybriden schloss sich die Mauer wieder.
Die Schmugglerin spazierte gemütlich tiefer in den Tunnel hinein. Heiteres Gelächter drang daraus hervor und schon bald erreichten Lola und Roxas ein unterirdisches Versteck. Hier hielten sich Diebe, Schmuggler, Bettler und all das lichtscheue Gesindel auf, das man nur nachts in Pelgars Straßen antreffen konnte. Tagsüber war es mit all den Wachen zu gefährlich auf dem Pflaster und irgendwo mussten sich diese Halunken schließlich verbergen. Wenn das die Wache wüsste ... ein verlockender Gedanke, so ein Verrat.

Lola winkte einigen verlausten Kerlen zu, die in einer Ecke auf Kisten hockten und an einem zum Tisch umfunktionierten Fass Karten spielten. Andere lungerten irgendwo auf klapprigen Stühlen oder Strohlagern herum. Hier und dort gab es kleine Vorratsecken, von denen sich die Untergrundbewohner Bier oder Nahrungsmittel holten. In einer Ecke aber war eine Plane aufgehängt. Sie trennte einen Teil des Verstecks vom Rest ab. Dahinter mussten mehrere Laternen für Licht sorgen, denn große Schatten wurden gegen die Plane geworfen.

Lola ging direkt darauf zu und räusperte sich. "Balthasar. Hast du einen Moment Zeit für mich? Ich habe Kundschaft mitgebracht."
Sofort bewegten sich die Schattengebilde und dann schob sich die Plane zurück. Ein geheimnisvoll dreinblickender Mann Ende dreißig stand leicht gebeugt vor ihnen. Sein Gesicht war fast vollends in Schatten verborgen, die seine große Kapuze darauf warf. Doch erkannte Roxas wohl den musternden Blick, den Bart und die große, gerade Nase.

<img src="http://i140.photobucket.com/albums/r21/ ... thasar.jpg">

"Wer wünscht eine Audienz bei Balthasar, dem großen Hellseher? Oh, nicht antworten. Ihr seid es ... hmm ... Euer Name ist ..." Der Mann hielt sich die Stirn, die Augen zusammengekniffen. "Willkommen in meinem Unterschlupf, Roxas. Tretet näher, ich spüre, Ihr habt Fragen."

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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 4. November 2007, 11:10

Balthasar zeigte mit einer einladenden Geste auf einige Kissen und Decken, die hinter der Plan am Boden verteilt waren. Auf einem Hocker stand eine Laterne. Ihr Licht flackerte, weil das Glasgehäuse ein Loch hatte. Der Wind folterte die Flamme.
"Setzt euch, das wird ein wenig länger dauern", prophezeite der Hellseher und ließ sich selbst auf einer Kiste nieder. Aus seinem weiten Ärmel zog er eine kleine Kristallkugel, die er polierte und anpustete, während Roxas erklärte, warum er hier war.
Lola zog den Hybriden dreist am Arm auf eine breite Decke zu und setzte sich darauf.

"Ja, nicht ganz, ja und nicht mehr", sagte Balthasar, als Roxas geendet hatte. Lola kratzte sich am Hinterkopf. "Was soll das, Balthi, was wollt ihr damit andeuten?"
"Nenn mich nicht Balthi, vorlautes Gör", knurrte der Hellseher zurück. Die beiden kannten sich offenbar schon eine ganze Weile. Andernfalls wäre einer von beiden wohl nun auf den anderen losgegangen. So blieb es bei diesem kurzen Wortgefecht.
Schließlich aber hob Balthasar seinen Kopf und schaute Roxas mit durchdringenden Augen an. "Ja, du suchst jemanden. Das ist korrekt. Ich sehe es mit meinem geistigen dritten Auge." Überdramatisiert hob der Hellseher seine Hand und bewegte die Finger in gerkümmter Haltung, dass sie unheimliche Schatten gegen die Plane warfen.

Auf das "nicht ganz" ging er nicht ein, übersprang es einfach. <b>Vielleicht halte ich es ihm später vor Augen, sollten wir allein sein. Ach, die eigene Zukunft vorauszusehen, ist mir irgendwie nicht gegeben.</b>
Doch weiter ging es mit dem "ja und nicht mehr". Balthasar räusperte sich. "Ja, du hast ein Versprechen abgegeben. An Luziver. Kleines Mädchen, große Klappe. Naja, sie redet gern. Und nein, Kazel Tenebrée befindet sich derzeit nicht mehr in Morticias Belgeitung. Sie sind zwar beide am selben Ort, aber ... man hat sie getrennt. Kazel scheint jedoch wohlauf. Es geht ihm besser als zuvor, woran die Beruhigungsmittel sicher auch nicht ganz unschuldig sind." Balthasar schaute in die Kristallkugel. Darin bewegte sich wabernder Nebel.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Sonntag 4. November 2007, 18:13

<i>"Wo hat man Tenebrée hingebracht? Und was ist mit ihm und Morticia geschehen?"</i>

Balthasars Augen funkelten. Er murmelte einen monotonen Singsang vor sich her, hob die Kugel an und ließ seine Finger mysteriös darüber kreisen. Der Nebel im inneren der Kugel nahm neue Formen und Farben an, blieb aber im Grunde nur ein einziges Gewaber, aus dem niemand wirklich schlau werden konnte. Niemand außer Balthasar. Er berührte wieder seine Stirn, legte diese in Falten. "Ahhhh, ahhh jaaa."
Dann sanken beide Hände zu Boden. Die Kristallkugel legte er in einem schmutzigen Lappen ab, damit sie nicht wegrollte.

"Ihr stellt viele Fragen, Roxas und erwartet einfach so Antworten." Balthasar streckte ihm seine Hand entgegen, die Handinnenfläche nach oben. "Ich bin ein vielbeschäftigter Mann und außerdem kostet Hellsehen enorme Kraft. Meist liege ich danach hier unten und friere in meinen Lumpen oder ich sitze da mit knurrendem Magen. Ihr braucht kein drittes Auge wie ich, um zu verstehen, was ich meine, nicht wahr?" Ein listiges Grinsen umspielte die Lippen des Mannes.

Lola rutschte nahe an Roxas heran. Kurz schmunzelte sie nochmals ob seiner Ohren, wisperte dann aber in eines hinein: "Zahl ihn aus, sonst ist er erstens unausstehlich und gibt dir zweitens keinen einzigen Hinweis mehr." Wieviel Roxas dem Hellseher jedoch würde geben müssen, damit dieser weiter voraussagte, verriet ihm Lola nicht.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Montag 5. November 2007, 19:54

Lola schaute fragend zu Roxas herüber, als dieser zunächst verdutzt auf die Handfläche des Hellsehers schaute. "Na? Ich dachte, Söldner haben mehr Gold in den Taschen als einfache Bürger. Aber ich sehe schon: du musst ins Schmugglergeschäft. Da verdienst du mehr." Dass ihre Taschen derzeit nur Löcher und Leere enthielten, erwähnte sie natürlich nicht. Als Schmugglerin <i>konnte</i> man gut verdienen, sogar sehr gut, wenn man den richtigen Kunden am anderen Ende hatte. Aber in letzter Zeit liefen die Geschäfte wahrlich nicht so rosig, das musste Lola im Stillen zugeben. Vielleicht würde es sich mit Roxas an ihrer Seite bessern. Lola warf Balthasar einen Blick zu und nickte fast unmerklich.

Beide, Hellseher und Schmugglerin beäugten anschließend den Löwenhybriden, der nun in einer Gürteltasche wühlte und schließlich 50 Goldmünzen heraus kramte. Lola keuchte auf. Balthasar verzog keine Miene, nur sein rechtes Auge zuckte.
Die Hand aber blieb vollkommen ruhig und die feingliedrigen Finger schlossen sich um das Geld, kaum dass es übergeben worden war. Rasch schwand die Hand in den Ärmel, verstaute das Gold an unbekannter Stelle und kehrte zurück. Balthasar sah mehr als zufrieden aus.

Der Hellseher hob erneut die Finger über die Kugel. Der Nebel darin färbte sich violett und türmte sich auf wie Wolken vor einem Unwetter. "Hmmmmm", summte Balthasar. Dann schaute er zur Decke, riss die Augen auf. "Drittes Auge, zeige mir den Weg! Zeige mir ... Morticia ... und ... Kazel Tenebrée!"

Stille. Nichts und niemand rührte sich. Nur das Licht der Kerze flackerte, warf die Schatten der drei Versammelten gegen Wände und Plane. Lola schluckte, warf nun ebenfalls einen Blick zur Decke. Von dieser tropfte es herunter, außerdem hatte sich oben ein kleiner Pilz gebildet, der fast spottend auf die Drei herab schaute.

Balthasar sog die Luft hörbar tief ein. Dann ließ er seinen ganzen Körper erschlaffen. Er sank in sich zusammen wie eine Handpuppe, die ihr Innerstes verloren hatte. Die Kugel legte er denoch bedacht wieder auf einen sicheren Platz des Lappens, wo sie nicht würde wegrollen können.
"Die beiden sind ganz in der Nähe. In einem Haus im Wohnviertel. Dort wohnt ein Mann namens Gatteb Nitram. Lola kennt diesen Kerl." Lola nickte.
"Sucht bei Gatteb nach einer Kiste, welche mit einer Flasche und einem großen G markiert ist. Bringt sie hierher. Das wird Euch weiterhelfen, Roxas. Weiteres besprechen wir, wenn Ihr und Lola zurück seid."

"Ich soll mitkommen?", fragte Lola verwirrt. Balthasar nickte und gab zur Erklärung ab, dass sie sich wohl besser in den Katakomben, dem Wohnviertel und Nitrams Haus auskannte. Daraufhin grinste die Schmugglerin verschmitzt. "Ich kenne mich in jedem Haus des Wohnviertels aus, wenn es sein muss. Na dann los, Roxilein!" Schon sprang sie auf und kniff ihm verspielt ins rechte Ohr.


<i>[Roxas übergibt 50 gm an den Hellseher. Wurde bereits aktualisiert <img src="http://images.rapidforum.com/images/i25.gif" border="0"> ]</i>

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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Sonntag 11. November 2007, 11:48

Lola wartete auf ihn und als Roxas zu ihr aufschloss, grinste sie. "Oh ja, Gatteb Nitram. Hihi, na da freu ich mich aber." Mehr gab sie dazu nicht bekannt. Oh, wenn Roxas nur gewusst hätte, in welches Spiel er soeben hineingeraten war.
<b>Bin ja mal gespannt, wann er etwas bemerkt.</b> "Komm schon!", rief sie und führte ihren "Partner" erneut in die katakombenartigen Tunnel und Gänge der Abwässer. Dieses Mal nahm Lola jedoch einen vollkommen anderen Weg. "Wir steigen in einer Seitengasse nahe der Taverne wieder raus. Ich bin sicher, die Stadtwache wuselt da immer noch herum. Ich will nicht, dass sie uns dort aufgreifen, sonst ahnen die ja sofort, dass ich was mit dem Verschwinden des Alkohols zu tun habe. Nein nein, da gehören wir beide nicht zu. Wir spazieren nämlich gerade ganz verliebt und unschuldig an der Taverne <i>vorbei</i> und wollen unseren Freund Gatteb besuchen. Das ist unsere Geschichte, halt dich dran."

Verschmitzt zwinkerte sie ihm zu, griff erneut aus, um seine Hand zu schnappen. Schneller als vorher lief Lola nun durch die Tunnel. Sie schlug Haken und an jeder Kreuzung kicherte sie. Roxas hielt dennoch gut Schritt mit ihr.
So dauerte es nicht lange und die beiden erreichten eine Stelle, an der Lola endlich zum Stillstand kam. Sie zeigte zur Wand, in die mit dicken Eisenstangen eine Leiter eingearbeitet war. An der Decke war ein eckiges Gitter zu erkennen. "Traraaa, der Ausgang. Wenn ich bitten, darf. Du bist stärker als ich und kannst das Gitter leichter anheben. Achte aber auf mögliche Wachen, die in der Gasse herumlungern könnten."

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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Montag 12. November 2007, 23:25

<i>"Und was soll mir diese Kiste bitte bringen…?"</i> <b>Verdammt, er schöpft bereits Verdacht. So ein Mist. Balthasar hätte ihm nicht so viel Geld nehmen sollen. Und wer darf es ausbaden? Ich!</b>

Lola antwortete nicht. Sie hoffte, Roxas würde icht weiter fragen, sondern einfach nicht länger darüber nachdenken. Natürlich wusste sie, dass es so nicht kommen würde. Früher oder später würde er sich erneut melden und eine Antwort verlangen. Entweder schlug sie ihn dann nieder und floh ... oder sie gab zu, dass man ihn ausgetrickst hatte. Heikel an der Sache war nur, dass er nun wusste, dass es im Untergrund Schmugglerverstecke gab und eines hatte er selbst besucht.
"Du bist ein ziemlich netter Partner, weißt du das! So jemand wie du würde seine Partner sicher nicht verraten!" Oh, es klang so offensichtlich! Doch Lola blieb keine Wahl.

Endlich erreichten sie ein Kanalgitter, welches Roxas auch rasch anhob. Sie gelangten in eine Seitengasse nahe der Schenke <i>Zum Pony</i>. Wachen waren keine zu sehen. Nicht einmal ein Bettler hatte sich in diese Gasse verirrt. Nur eine Katze sprang um einige Kisten herum und schnupperte an weggeworfenen Resten.
Der Schnee drang fast nicht in die Gasse hinein, weil die Dächer weit über die Ränder standen, aber der Wind verirrte sich trotzdem bis hierher.
Lola fröstelte. "Huhhh, im Untergrund ist es wärmer, auch wenn es stinkt."

Da ertönten Fanfaren und Trommeln. Eine Stimme verkündete etwas vom großen Turnier, das bald stattfinden sollte. Jeder, der teilnehmen wolle, sollte sich entweder in der Kaserne oder am Turnierplatz bei einem der speziell angestellten Herolde melden. Und das schon bald.
"Ach, das Turnier!", ächzte Lola und hielt sich die Stirn. "Das hab ich ja ganz vergessen. Da kommen so viele potenzielle Kunden. Vielleicht sollten wir die Sache bei Gatteb abblasen und uns auf ... wichtigere Dinge konzentrieren? Hmm, was meinst du, Roxilein?"

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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Samstag 17. November 2007, 12:02

Lola erwiderte Roxas' Schmunzeln. <b>So ein niedliches Kerlchen!</b> Sie konnte nicht anders, besaß zum Glück genug Selbstbeherrschung, dass sie ihre Gedanken nicht laut aussprach. Andernfalls hätte Roxas sie wohl mehr als nur angeknurrt, wie er es jedes Mal tat, wenn sie seinen Namen verniedlichte. Lola hörte dies jedoch nicht. Sie fand den Löwenhybriden einfach nur süß – eine seltsame Tatsache, immerhin war er Söldner und trug ein nicht gerade unauffälliges Schwert auf dem Rücken. In Lolas Gedanken blieben allerdings nur seine flauschig anmaßenden Löwenohren zurück. Dies ließ sie erneut schmunzeln.

So wurde sie etwas leichtsinnig. Zu leichtsinnig für eine Schmugglerin ihren Ranges. Das hätte ihr nicht passieren dürfen, denn jetzt beging sie einen möglich folgeschweren Fehler. "Aaaach, diese billige Kiste. Ist eh nur Schnaps drin. Balthasar ist ein alter Säufer, aber so auch ein guter Kunde." Als sie ihren Fehler bemerkte, blinzelte sie. Ansonsten ließ sich Lola nichts anmerken. Wenigstens das, aber hatte Roxas etwas bemerkt? Immerhin wusste er nun, dass Balthasar ihn ganz offiziell übers Ohr gehauen hatte. <b>Oh, wenn er mich an den Hellseher verrät, krieg ich wieder Ärger. Ach, keine gute Sache sowas. Das ist wieder schlecht fürs Geschäft.</b> Lola gab sich selbst eine Kopfnuss, dann versuchte sie, ihren Fehler auszumerzen und abzulenken.

"Die Kiste ist nicht soooo wichtig. Deine Leute, also diese Dunkelelfen, die finden wir vielleicht auch so. Wir könnten uns auf dem Turnierplatz umhören. Oder eben nochmal in der Schenke. Aber dann verkleide ich mich vorher! Die Wachen kennen mein Gesicht."
Es existierte zwar derzeit kein Steckbrief von Lola, Diebin, Einbrecherin und vor allem Schmugglerin, doch einige Mitglieder der Wache kannten sie ziemlich gut. Sehr gut und sehr intim, um genau zu sein. Lola kannte auch ihre Tricks, vorzeitig aus den Kerkern entlassen zu werden und nur mit einer Warnung davon zu kommen. Für ihre Freiheit war ihr fast nichts zu schade.

"Du hast ein Versprechen gegeben, ja, aber müssen wir es denn unbedingt jetzt schon einhalten? Also du? Ich helfe dir ja nur ein bisschen, doch du hast zugestimmt, mein Partner zu sein. Und dann willst du dir einen Ort wie das Turnier entgehen lassen?! Wo so viele reiche Schnösel rumrennen, die nur zu gern bereit sind, ihr Geld an mich weiter zu reichen?!"
Lola grinste und beäugte Roxas von den flauschigen Ohren bis zu den Schuhen. "Du könntest mit dem Körper sogar am Turnier teilnehmen. Die Gewinne sind hoch. Wenn ich mehr Talent hätte, aber einen Schmugglerwettbewerb gibt's ja nie!"

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