In den Katakomben

Handwerker, einfache Bürger und der Adel wohnen in kleinen Bezirken und doch teilweise Tür an Tür. Von der windschiefen Hütte bis hin zum schön verzierten Fachwerkhaus oder kleinem Anwesen mit Wasserspeiern aus Marmor ist hier alles zu finden.
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Kazel Tenebrée
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In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 9. Oktober 2007, 04:27

[Kazel, Niniane und Vana kommen von <a href="http://69169.rapidforum.com/topic=10337 ... d=21#unten" target="_blank">Der Schankraum</a> ]

Die Wirtin reagierte schnell. Sie und Niniane schnappten sich Kazel und er bekam sogleich ein Stück Brot als Beißkeil verpasst. Dabei war dies kaum nötig, Vanas Runenmagie und die Kräuterwickel beruhigten seine Füße und senkten den Schmerz beim Auftreten auf ein Minimum. Es stach nur entsetzlich, denn die verbrannte und zugleich gefrorene Haut riss unter den Kräuterwickeln immer wieder auf. Sie zersprang wie Lippen, die zu sehr der Kälte ausgeliefert waren.
"Rrrgh!", keuchte Kazel, dem es nicht möglich war, das Brot aus dem Mund zu nehmen, denn Niniane und die Wirtin stützten ihn, indem sie ihn fest an den Armen hielten. Zu dritt marschierten sie dann durch den Schankraum.

Es musste wahrlich komisch aussehen: die Schankwirtin geleitete eine Gauklerin, die so lieb uns zierlich aussah. Dazwischen ein verlotterter Kerl, der wenigstens nicht mehr stank, aber nasses Haar besaß und einfache Leinensachen trug – außerdem mit einem großen Stück Brot geknebelt war und Tücher um die Füße gewickelt hatte.

Kazel schaute sich um. Es war ihm nicht recht, dass die Gäste ihn hier musterten. Er wollte sich ihre Gesichter einprägen, aus Furcht, einen von diesen Menschen eines Tages aus dem We räumen zu müssen. <b>Was denkst du da, du bist kein Mör .... Luziver?!</b> Sein Blick blieb an roten Augen haften, an dunklem Haar, das bis zum Boden reichte. Daneben stand Roxas, Kazel erkannte ihn genau wieder. Es war also Luziver und in dem Augenblick, da er sie erkannte, mussten Niniane und die Wirtin ihn fast weiter durch den Schankraum schieben. Kazel zeigte sich kein bisschen hilfsbereit. Was sich jedoch zeigte, war ein Feuer in seinen Augen, das schlagartig aufloderte.

<span style="color:1A365E;">"Luuuuuuuziveeeerrrr!!! Kleines Biest. Komm her, in meine Arme. Umarme mich, Luziver! Damit ich dein Blut aussaugen kann!"</span>

Niemand hier würde ihn wohl verstehen. Niemand, der nicht Lerium beherrschte. Aber viele würden ihn so wohl als Dunkelelfen erkennen. Keine gute Sache, wenn die Wächter Pelgars nach dunkelelfischen Stadtbewohnern oder Reisenden suchten. Schnell brachten die Wirtin und Niniane Kazel in den Weinkeller. Doch sein Feuer erlosch nicht. <b>Luziver ist oben. Ich muss zu ihr. Muss sie umarmen, damit ich sie töten kann. Hahaha!</b> Wahn mischte sich in seinen Blick und Kazel ... lächelte! Das kam sonst nicht vor. Kazel Tenebrée lächelte nicht. Jetzt aber zierte ein Grinsen sein Gesicht, doch es erschien mehr wie eine unheimliche Fratze, verstärkt noch durch seinen mordlüsternen Blick.

Da tauchte Vana auf und verabschiedete sich von der Wirtin mit den Worten, einem kleinen Mädchen oben in der Stube etwas auszurichten. <span style="color:1A365E;">"Jaaaa, Luziver! So heißt sie. Meine kleine <i>Freundin</i>! Süße, kleine, unschuldige Luziver. Mein Herzchen. Mein Allerliebstes."</span>
Sie machten sich in die Kanalisation auf. Es stank bestialisch, aber das war Kazel egal. Einen Moment ließ er sich noch führen, doch dann wurde ihm durch seinen Wahn hindurch bewusst, dass man ihn von der Schankstube wegbrachte. Schon begann er, sich zu wehren. Er versuchte, sich loszureißen und schlug wild um sich. Waffen besaß er ja nicht.

"NEIN! Ich musst zurück. Zu Luziver! Ich brauch sie! Sie braucht mich! LUZIVER!!!" <b>Muss dich töten, hahaha!</b> Er wirbelte herum und schlug einfach auf alles, was sich in sener Nähe aufhielt, ungeachtet der Folgen. Dabei schwankte Kazel, denn seine verletzten Füße konnten ihn kaum tragen. Mordlüstern blickte er in die Welt und sah doch kaum etwas. Er war in einem Wahn gefangen, der an seine berserkerartige Wildheit erinnerte, wenn er einem Dunkelelfen gegenüberstand, denn nichts verabscheute er im Normalfall mehr. Doch sein Hirn war manipuliert worden. Was er wollte, war ... "LUZIVER!"

Und dann sackte er einfach in die Knie, brabbelte Worte herunter, die er als Kind von seiner Mutter gelernt hatte – damals, bevor sie ihn in ihre Kerker gesperrt hatte.
<span style="color:1A365E;">"Seelen, schwarz wie die Nacht,
Tote als Opfer gebracht,
vergieß ich für dich all mein Blut,
Herr über dunkle Brut.
Werde morden, töten, vernichten,
dass die Reihen des Guten sich lichten.
Die Schreie meiner Opfer dein Totenchor,
werde ewig dir dienen, Herrscher Faldor!"</span>

Dann lachte Kazel, so eiskalt und zugleich von Mordlust zerfressen. Sein Körper bebte vor Aufregung und wie ein Dämon aus den chaotischen Reichen des Harax zischte er nach Luziver.
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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 10. Oktober 2007, 22:57

Sie drangen in die Katakomben der Unterwelt Pelgars ein und die Tür zum Weinkeller der Schenke schloss sich hinter ihnen.
Wenn Vana gedacht hatte, dass sie damit erst einmal in Sicherheit waren, so hatte sie die Rechnung ohne Kazel und seinen Rachewahnsinn gemacht, denn kaum hatten sie sich etwas von dem Zugang zur Schenke entfernt, fing Kazel wie ein Verrückter an zu toben. Er schrie wie Irre nach Luzifer, dass er zu ihr zurück müsse, dass er sie bräuchte und begann mit einem Mal damit, unkontrolliert und wild um sich zu schlagen. Den ersten Schlägen konnte Niniane noch ausweichen, doch dann wurde sie im Gesicht getroffen, stürzte zu Boden und kroch daraufhin ängstlich aus seiner Reichweite.

Vana kam aufgrund ihrer Kampferfahrung wesentlich besser weg, konnte fast alle Schläge in ihre Richtung blocken und so Verletzungen verhindern, kam dabei aber nicht dazu, Kazel aktiv zu beruhigen. Erst als dieser auf die Knie sank und ziemlich düstere Verse auf Lerium vor sich hinbrabbelte, ergab sich für sie die Möglichkeit etwas zu unternehmen.
Auf Ninianes Hilfe konnte sie diesmal nicht zählen, saß diese doch zusammengekauert und unter Schock stehen in einer dunklen Ecke und wagte sich nicht zu rühren.

Vana überzeugte sich, dass es ihr sonst soweit gut ging und sagte in ihre Richtung: „Bleibt dort und rührt euch nicht. Ich werde versuchen, ihn wieder zu beruhigen.
Niniane nickte schwach und Vana hockte sich vor Kazel hin, faste ihn bei den Schultern und versuchte ihn aus seinem Wahn zu rütteln.
Als dieser nicht reagierte, versetze sie ihm eine ordentliche Backpfeife und fuhr ihn an:
<span style="color:1A365E;">“Bei allen bösartigen Kreaturen Faldors, bist du jetzt vollkommen wahnsinnig geworden? Willst du uns die Wachen auf den Hals hetzen nur wegen deiner verdammten Rachsucht. Ich habe dich nicht befreit und mein Leben riskiert, nur damit du alles zunichte machst. Abgesehen davon, wie willst du Rache nehmen, wenn dich die Wachen sofort wieder in Ketten legen?
Komm endlich zu dir, das bist nicht du selbst. Erkenne endlich die Wahrheit! Man hat sich während deiner Gefangenschaft an deinem Verstand zu schaffen gemacht. Gut Möglich, dass man sogar eine falsche Erinnerung in deinen Kopf gepflanzt hat. Also halt endlich deine Klappe und komm mit, anderenfalls könnte ich sonst vergessen, dass wir vom gleichen Blute sind und zu der Erkenntnis kommen, dass es besser wäre, dich hier einfach verrecken zu lassen und meine eigene Haut zu retten. Meine Geduld hat irgendwo ihre Grenzen.“ </span>

Sie hoffte, dass ihre Worte zu Kazels Verstand vordringen würden, griff aber vorsichtshalber in ihren Reisebeutel und nahm einen der Betäubungspfeile in die Hand. Sollten ihre Worte keine Wirkung zeigen, musste sie ihn eben betäuben. Ein kurzer Blick zu Niniane, dann sah sie wieder Kazel an und versuchte seine Reaktion auf ihre Worte zu ergründen.
Schließlich meinte sie lächelnd: „So jetzt kommt endlich und lasst uns eine sichere Zuflucht suchen, bevor ich ernsthaft wütend werde. Und glaubt mir, ihr wollt mich nicht wirklich wütend erleben.“

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 11. Oktober 2007, 00:51

Seine Rache wandelte sich in Rage und das Bedürfnis, beides gleichermaßen zu stillen war groß. So bemerkte Kazel gar nicht, dass er Niniane mitten im Gesicht traf, sah er sie doch auch mit ganz anderen Augen an. Vom Wahn befallenen Augen. In ihnen wehte nicht sein sonst so tintenblauer Sturm, wenn er sich aufregte oder einen Dunkelelfen erspähte. Nein, dieses Mal brannte ein feuriges Licht darin. Das Licht einer Frau namens Landria, von der Kazel bewusst überhaupt keine Ahnung und Erinnerung besaß.

Schließlich sackte er zusammen, zitierte ein Gebet an Faldor, das man sonst nur dunkelelfischen Fanatikern eintrichterte, die im Namen des dunklen Herrschers ihr Leben und das vieler anderer bei einem Attentat auslöschen sollten.
Aber dieses Gebet hatte auch immer zu seiner Mutter gepasst. Immerhin war sie in Kazels Augen viel schlimmer gewesen als der Herr der Finsternis es jemals hätte sein können.
Ein flüchtiger Handgriff glitt zu seinem Ohrläppchen hinauf, wollte den silbernen Ring berühren. Aber der war nicht da ... und mit seiner Abwesenheit schwand auch sogleich die Erinnerung an dieses für Kazel einst so kostbare Symbol seines Standes.

Da packten ihn Hände an den Schultern. Er ließ seinen Kopf hängen, lauschte aber. Er wurde gerüttelt, schaute noch immer nicht hoch, lauschte. Kazel brabbelte <span style="color:1A365E;">"Ich such mein Licht. Ohne ihre Führung kann ich nicht ... Luziver. Wo ist sie?"</span> Und dann setzte es eine schallende Ohrfeige, dass Kazels Mandelhaut sich unter Vanas Handschlag rot färbte. Die Stelle glühte und er stieß einen erstickten Schrei aus. Da hob er den Kopf und starrte Vana an, voller Zorn und zugleich überrascht.

Er verstand nicht alles, was Vana ihm da an den Kopf warf. Zum einen war er viel zu verwirrt, zum anderen wusste er kaum, wo er sich befand. Unruhig schaute Kazel sich um, entdeckte Ninianes Konturen im Schatten hocken. "Was ... wo ... was hat sie denn? Niniane?" <b>Sie schaut so furchtsam. Warum?</b>
Kazel hielt sich den Kopf. Irgendetwas stimmte nicht, er fühlte sich benommen. "Wachen? Jagd man uns ... jaaaa, wir müssen weg", keuchte er, als sein Denken wieder klarer wurde. Hastig versuchte er, aufzustehen, klatschte jedoch gleich wieder hin und besprenkelte Vanas Priesterrobe mit dem Schmutzwasser der Kanäle.

"Rachsucht", wiederholte der Mischling das Wort langsam, leise und gedehnt. Er musste seine Gedanken ordnen. Was war in den letzten Minuten geschehen? Er erinnerte sich gar nicht richtig daran. Alles lag im Nebel und der wollte sich nicht lichten.

<i>"Erkenne endlich die Wahrheit! Man hat sich während deiner Gefangenschaft an deinem Verstand zu schaffen gemacht. Gut Möglich, dass man sogar eine falsche Erinnerung in deinen Kopf gepflanzt hat."</i>
<b>Eine falsche Erinnerung? Manipulation etwa? Aber meine Erinnerungen ... niemand weiß davon. Meine Vergangenheit ....</b> Kazel griff sich an den Kopf und keuchte. Sein gazer Kopf schmerzte. Etwas brannte darin und löschte seine Gedanken aus. Sie schmolzen zu einer wabernden Masse, dass es dem Mischling ganz übel wurde. Er drückte Vana zur Seite und beugte sich vornüber. Kazel würgte und der Brechreiz siegte. Die gute Suppe der netten Wirtin fand einen Weg nach draußen, allerdings am falschen Ende. Kazel hustete und wischte sich mit dem Hemdsärmel über den Mund. Ihm war speiübel, aber er raffte sich schließlich auf.
"Ihr habt Recht", brachte er mit erneutem Husten hervor. "Wir müssen weiter. Die Wachen ... wer auch immer ... gehen wir, solange Eure Runen und die Kräutertücher noch ihre Wirkung tun."

So stapfte der Mischling ein paar Schritte zu, blieb bei Niniane stehen. Er schaute sie an. Seine Augen ... kein Feuer loderte darin, kein tintenblauer Sturm fegte über sie hinweg. Sie waren ruhig und blau wie das Meer. Und sie drehten sich nachdenklich ab, musterten die Priesterin. "Vom gleichen Blut? Was redet Ihr da? Seht Euch doch nur mal meine Spitzohren an, Menschin?" Er wusste ja nicht, welcher Frau er da begegnet war.
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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Donnerstag 11. Oktober 2007, 22:20

Das Feuer in Kazels Augen erlosch und Vana entspannte sich. Ihre Hand um den Betäubungspfeil öffnete sich und ließ diesen wieder in den Beutel zurück gleiten. Langsam kam Kazel wieder zu sich und machte einen reichlich desorientierten Eindruck, was Vana in ihrer Vermutung, dass man wohlmöglich seine Erinnerungen verfälscht hatte, weiter bestärkte. Es passte zudem gut zu seine Verhaltensänderung gegenüber der Stillen ebene.

Während sie sich ebenfalls erhob fiel ihr auf, dass Kazel, als sie ihn in ihrer Rage geschüttelt hatte, irgendetwas vor sich hin gemurmelt hatte, nur hatte sie es einfach nicht mitbekommen. Etwas mit einem Licht, daran erinnerte sie sich noch. Was mochte es wohl damit auf sich haben? Sie nahm sich vor, ihn später danach zu befragen. Alles was mit seinem Zustand in Verbindung stand, und schien es noch so unwichtig, konnte für sie von Bedeutung sein.
Schließlich, als sie vollkommen sicher war, dass er wieder bei klarem Verstand war, ging sie zu Niniane, die gerade versuchte sich an der Wand abzustützen.
Behutsam nahm sie ihren Kopf und betrachtete die Schwellung, die sich bereits unter ihrem Auge abzeichnete. Mit vorsichtigen Bewegungen tastete sie die Verletzung ab und fragte: „Geht es euch gut? Der Schlag war heftig und ihr werdet mit Sicherheit einen Bluterguss davon tragen. Ich frage nur, weil ihr eben anscheinend einen leichten Schwindelanfall hattet.
Auf Kazels Bemerkung bezüglich ihrer Ohren ging sie nicht ein, streifte aber wie zufällig ihre blonden Haare auf der Kazels zugewandten Seite ihres Gesichts zurück, so dass er einen Blick auf ihre Ohren werfen konnte, ohne dass Niniane etwas davon mitbekam.
Kazel konnte nun Eins und Eins zusammenzählen und würde damit sicher auch ein weiteres Motiv für seine Befreiung finden.

Inzwischen hatte sich Niniane wieder einigermaßen gefangen, so dass sich Vana erneut Kazels Arm über die Schulter legte, während sie Niniane riet:
„Ich denke es ist besser, wenn ihr euch hinter uns haltet und nach hinten sichert..“ Sie zwinkerte Niniane ein wenig verschwörerisch zu. Sie wollte die junge Frau lediglich aus Kazels Reichweite halten, sollte er nochmals einen Tobsuchtsanfall bekommen. Sie hatten es so schon nicht leicht, mit einer schwerwiegender verletzten Niniane, würde es jedoch fast aussichtslos werden.
Vorsichtig setzte sie die Gruppe wieder in Bewegung, um eine wenigstens vorübergehend sichere Bleibe zu finden.

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 12. Oktober 2007, 19:55

Kazels Blick ruhte auf Niniane. Diese stützte sich in einem Schwindelanfall an der Wand ab, jedoch nur kurz. Offenbar besaß sie eine Abneigung gegen klitschiges Mauergestein, Dreck und Bewohner der Kanalisation. Zumindest gegen schleimig triefende Mauern, das sah man ihr an. <b>Niniane war wohl nie zuvor in einem Kerker. Macht auch nicht den Eindruck, dass sie sich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Aber was ist passiert? Ihr Auge schwillt bereits an und die Beule am Kopf!</b>

Schweigend stand Kazel da, beobachtete, wie Vana sich um Niniane kümmerte. Was sollte er auch beitragen, wusste er ja nicht einmal, was geschehen war. In seiner Rage und Rachsucht hatte er alles und jeden vergessen – am meisten sich selbst. Er erinnerte sich nicht an seine Taten, nur daran, dass Vana ihn zur Vernunft hatte bringen können. Warum war er überhaupt so unbeherrscht gewesen? Kazel hielt sich den Kopf. Je länger er darüber nachgrübelte, desto mehr schmerzte ihm der Schädel. <b>Als hätte ich Orkbier getrunken ... ja, das Übelkeitsgefühl kommt auch schon.</b> Kurz wandte sich der Mischling ab und spuckte in die Kanalwasser. Er hatte diesen bitteren Geschmack von Galle im Mund, Vorbote von Erbrechen und Geselle, der nach diesem Akt der Übelkeit gern noch blieb.

Anschließend drehte er sich erneut zu den beiden Frauen herum. Trotzig schaute er Vana an. Eben noch hatte diese groß herum erzählt, dass sie hier verschwinden mussten und jetzt hielt man hier wohl erst ein Nickerchen! Diese Priesterin war seltsam. Menschen waren selt– Kazel riss die Augen auf. <b>Keine Menschin?</b> Er starrte auf Vanas Ohr, das bislang durch ihr Haar verborgen geblieben war. Sie liefen spitz zu! Jetzt verstand er gar nichts mehr. <b>Eine Elfe ... hilft mir?!</b> Kazel schüttelte den Kopf. Nein, das konnte doch nicht möglich sein? Dieser Augenblick der Unaufmerksamkeit reichte Vana aus, sich Kazels Arm wieder um die Schultern zu legen, um ihn beim Gehen weiterhin zu stützen. Na wenigstens machten sie sich nun auf den Weg.
Vana schlug Niniane vor, ihnen Rückendeckung zu geben. Das Mädchen erwiderte nichts, sondern tat wie ihr geraten wurde. Gut. Jetzt konnte Kazel seine Fragen stellen. Niniane war nett, aber der Mischling traute auch ihr nicht weiter als er sie werfen konnte. Und im Augenblick fühlte er sich ganz danach, als könne er nicht einmal einen Stein werfen. Trotzdem brannte er innerlich geradezu, sehnte sich endlich nach Antworten.

<span style="color:1A365E;">"Wer seid Ihr wirklich? Mörderin, gesuchte Legende, Priesterin. Menschin oder Elfin oder ...?!"</span> Er wagte es nicht, die letzte Möglichkeit auszusprechen, denn er konnte nicht daran glauben. Nein, kein Mischling konnte jemals so ungeschoren und selbstsicher herumlaufen wie es diese Frau tat. Es konnte nicht sein! Dass sie ein Mischling war, schloss er aus, auch wenn dies ein guter Grund wäre, dass sie ihm geholfen hätte. Denn dann würde die beiden etwas verbinden – nämlich, dass sie zu anderen Rassen nichts verband. <span style="color:1A365E;">"Gebt mir endlich Antwort, Morticia. Vana. Wie auch immer!"</span>
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Freitag 12. Oktober 2007, 23:44

Schweigend liefen sie durch die Gänge der Kanalisation. Vana stützte Kazel so gut es eben ging, während Niniane in gebührendem Abstand hinter ihnen her marschierte und die „Rückendeckung“ übernahm. Ab und an schaute Vana nach hinten und überzeugte sich, dass sie noch folgte. Es tat ihr Leid, dass das Mädchen durch sie in diese verzwickte Situation gekommen war. In ganz seltenen Momenten wie diesem, gewann das Erbe ihrer Mutter die Oberhand und so etwas wie Mitgefühl machte sich in ihr breit. Sie mochte dieses Mädchen auf irgendeine Art, auch wenn sie einen vollkommen anderen Charakter als sie selbst hatte. Aber irgendwer hatte einmal zu ihr gesagt, dass es gerade die Gegensätze wären, die sich wie magisch anziehen würden.

Vana wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Kazel sie fragte, wer sie sei und endlich eine Antwort wollte. Ihre Offenbarung bezüglich ihrer Abstammung hatte ihn offensichtlich vollkommen irritiert, denn er hielt sie nun, wie eigentlich die Meisten, für eine Waldelfe.
Kurz überlegte sie, was sie ihm sagen sollte und entschied sich dann, ihm reinen Wein einzuschenken.
<span style="color:1A365E;">”Ihr wollt also wissen wer ich bin? Wenn ihr so wollt von allem was ihr sagtet etwas. Mörderin, gesuchte Legende, Priesterin, Mensch und Elfe. Man sieht es mir nicht an, doch war mein Vater ein Dunkelelf, während meine Mutter ein Mensch war. Ich weiß nicht wie alt ihr seid und ob euch der Name Curunier etwas sagt, doch wenn ihr in Morgeria aufgewachsen seid, sollte er euch zumindest bekannt sein. Mein Name ist tatsächlich Vana Erendis Morgaine, benannt nach meiner Mutter, Priesterin der Manthala und Runenmagierin, doch gleichzeitig bin ich auch Morticia, gesuchte Mörderin und Legende, da es bislang niemandem gelang, Morticia dingfest zu machen. Wie auch!“</span>, ginste sie ihn an. <span style="color:1A365E;">„Morticia gilt als gefährliche Dunkelelfe, doch sagt selbst, sehe ich wie eine Dunkelelfe aus?“</span>

Als Kazel nur den Kopf schüttelte meinte sie noch breiter grinsend: <span style="color:1A365E;">“Eben, deswegen konnte bislang niemand Morticia fangen, denn sie ist mehr oder weniger ein Phantom. Wer vermutet schon diese brutale Dunkelelfe hinter der lieblichen Priesterin.
Nun, zieht keine voreiligen Schlüsse, ja ich habe gemordet, aber nur wenn die Lage es verlangte, mein Leben bedroht war oder der Gegner selbst ein gesuchter Schurke war. Gut, manchmal auch, weil derjenige meinen Plänen im Weg stand und nicht wusste, wann er aus dem Weg gehen sollte.
Mit Morgeria und den Dunkelelfen verbindet mich nichts, da meine Familie zum Ende des ersten Krieges, kurz nach meiner Geburt, fliehen musste. Den Grund könnt ihr euch sicher denken. Und auch den Menschen fühle ich mich nicht wirklich nahe, sie haben mich wegen meiner Abstammung nie richtig als eine der ihren akzeptiert.
Deswegen sagte ich, wir wären vom gleichen Blute, versteht ihr? Wir sind uns ähnlicher als ihr glauben mögt
Da ihr nun mein Geheimnis kennt, müsste ich euch eigentlich töten, denn niemand weiß, wer Morticia in Wahrheit ist, aber in eurem Fall werde ich eine Ausnahme machen.“</span>

War sie vorher immer ernster geworden, so zeigte sich nun wieder ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht.
Die ganze Zeit über waren sie eher ziellos durch die Katakomben gewandert. Gerade kamen sie wieder an eine Abzweigung, wie sie schon an einigen anderen vorbei gegangen waren, doch blieb Vana diesmal stehen und musterte den Seitengang intensiver. Irgendetwas war diesmal anders und dann fiel es ihr auf, aus dem Gang kam kein Schmutzwasser gelaufen. Er war, im Gegensatz zu allen bisherigen Gängen, vollkommen trocken.
Sie machte sowohl Kazel, als auch Niniane, die inzwischen heran gekommen war, darauf aufmerksam und gemeinsam beschlossen sie diesem Gang ab sofort weiter zu folgen.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 13. Oktober 2007, 21:33

Der Weise und Gelehrte bezeichnet den Begriff der Überraschung sicher als ein unvorhergesehenes Ereignis. Kazel bezeichnete es wahrlich als Überraschung.
In Lehrbüchern steht, dass der Überraschung oft Veriwrrung folgt, zusammen mit starken Emotionen und gewissen Gesten. Beides konnte man nun an Kazel deutlich ablesen. Der sonst so unnahbar wirkende Mischling, der selten Gefühle offenlegte – auch wenn es in letzter Zeit häufiger vorgekommen war – hob noch im Gehen den Kopf und schaute mit weit aufgerissenen Augen zu Vana. Ein Muskel am unteren Auge zuckte und ihm hing der Mund weit offen. Zunächst brachte er kein einziges Wort hervor, stammelte nur unzusammenhängende Silben vor sich her. Dann keuchte er, schluckte und starrte Vana weiterhin an. Schließlich reagierte auch der Körper. Er schüttelte den Kopf, wild. Hätten die Läuse Bronkos das Bad überlebt, so wären sie jetzt auf die Priesterin umgezogen.
Kazel war schrecklich verwirrt, so sehr, dass er nichteinmal auf den Gedanken kam, einen Mordversuch an Vana zu starten. Immerhin war sie halb Dunkelelfe und Kazel hasste Dunkelelfen.

"C-curunier?! Natürlich kenn ich ihn! Er tauchte oft in den Büchern auf, die meine Mu– die ich lesen musste!", entfuhr es ihm, als Vana den Namen erwähnte. Kazel blickte sie ungläubig an. Nicht nur ein Mischling wie er, sondern auch noch mit Curunier verwandt!
Seine Tochter gar? Kazel keuchte nochmals. Es war so absurd! So verwirrend. Er hielt sich den Kopf, blieb kurz stehen. Es wollte ihm nicht in den Schädel. Eine Legende hatte ihn gerettet! Die Tochter Curuniers! Ein Mischling, so wie er!!!

Er stand völlig neben sich und konnte nichts Anderes tun, als Vana immer wieder ungläubig anzustarren. Lediglich zu ihrem Hang als Mörderin gab er einen kurzen Kommentar ab.
"Ist denn Blutvergießen jedes Mal nötig? I-ich hab ... zweimal gemordet und ... muss das sein?" Oh, es klang nach den Worten eines Romantikers, der glaubte, die Welt sei auf rosa Wolken gebettet! Manchmal kam man an einem Mord eben nicht vorbei, das wusste Kazel. Und er hatte weitaus mehr als nur zweimal Leben genommen, doch Dunkelelfen zählte er nicht mit – seine Mutter und sein Vater waren in seinen Augen die einzigen Morde, von denen er nur einen zutiefst bereute.

Was Kazels Herz jedoch heftiger schlagen ließ, war die Tatsache, dass auch Vana nichts mehr mit Morgeria verband. Sie zählte wie er zu Ausgestoßenen, von keiner Seite akzeptiert.
"Ich glaub's nicht", keuchte er und wieder flogen seine Augen zu dieser Frau. <b>Mischling ... verdammt! Das gibt es doch nicht!</b>
Er nickte nur, als sie meinte, dass sie sich beide ähnlicher wären als er glaubte. Doch inzwischen glaubte Kazel mehr. "Ja, ähnlich."

Dass sie ihn im Grunde nun töten müsse, tat er mit einem Lidschlag ab. Sie hätte ihn nicht gerettet, nur um ihn anschließend zu töten. Das ergab keinen Sinn. Insgeheim war Kazel jedoch sehr froh, genug wert zu sein, dass sie bei ihm eine Ausnahme machte. "Ich ... ich muss das erst verarbeiten." Ja, er musste jetzt viel nachdenken. Allein schon, weil Vana scheinbar nie ein Problem gehabt hatte, in Städten zu überleben. Sie hatte sich unter die Völker gemischt, war eine Legende geworden. <b>Das hätte auch dein Schicksal sein können. Nein, du hast dich lieber zurückgezogen!</b> Ja, er musste nachdenken. So bekam Kazel kaum mit, dass das Trio inzwischen in einen trockenen Tunnel einbog. Er ließ sich ohnehin führen. Noch wurde der Schmerz seiner Füße von den Runen und Ninianes Kräutertüchern unterdrückt.
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. Oktober 2007, 20:07

Pelgar war eine betriebsame Stadt mit einer hohen Bevölkerungsdichte, die alle speisten und tranken und so gewisse Abfälle produzierten, die niemand gerne neben seinem Haus wissen wollte. So verfügte die Stadt über mehrere „Sammelstellen – für Unrat der speziellen Art.“ Es war ein ausgeklügeltes System einer Abwasserentsorgung und die Technik war für eine so grosse Stadt wie es Pelgar war sehr ausgefeilt, ja beinahe schon fortschrittlich. Der Untergrund diente zu Friedenszeiten als reiner Abwasserkanal, wo die übel riechende Suppe schliesslich in einen Fluss mündete.

Doch die Stollen waren absichtlich riesig angelegt, so dass sie genauso gut als Bunker in Kriegszeiten dienen Konnten. Es gab mehrere Nischen in welchen Feldbetten und Waffenkammern eingerichtet werden konnten zudem verfügte das System über mehrere Ausgänge – die aber zum Verdruss der Fliehenden allesamt mit Eisenschlössern gesichert waren.

Ratten. Es gab massenhaft Ratten hier unten, die sich durch die kleinsten Löcher zwängten und herumquietschten. Neugierig beobachteten dutzende solcher kleiner Knopfaugen die Fremdlinge. Wer weiss, vielleicht war sogar eine aus den Kerkern darunter – verwunderlich wäre es nicht gewesen… in einem solchen Stollensystem war es schwierig sich zu orientieren, so hatte die Gruppe nicht gemerkt, dass sie sich direkt unter der Kaserne befanden. Mitten im Herzen Pelgars, wo die Dunkelelfenhatz pulsierte.

<img src="http://img220.imageshack.us/img220/3662 ... s69sh2.jpg">

Einzig, dass hier etwas grosses sein musste war kaum zu übersehen, denn der stinkende Abwasserkanal verjüngte sich in einer kleinen schmalen Leitspur und verschwand schliesslich unter dem massiven Steinboden. Sie betraten eine Art unterirdische Halle. Wie ein Kernpunkt des Systems – hier würden die Wachmannschaften ihre Positionen finden, sie waren im Kommandozentrum des Untergrunds. Es gab einen riesigen Lastenlift der an schweren Ketten hing und schon seit Jahren Stillstehen musste, denn dicke Spinnwabenlabyrinthe deren achtbeinige fette Besitzer lauernd darauf hockten, durchzog ihn. Es gab mehrere von Gittertorengeschützte Nebenräume. Fackeln erhellten die Stätte. Spendeten spärliches Licht. Eine grosse Treppe führte nach Oben – mündete in einer Ecke des Appellplatzes.
„Rekruten Antreten! Macht Platz für die Kavallerie!“ Bellte eine barsche Stimme von oben und sein Widerhall fand den Weg bis in die Tiefen.

Ein mächtiges rumpeln ertönte direkt über ihnen als die schweren Hufen der Reiterei über den Appellplatz jagten.

Dann ertönten Schritte. Eine Gittertür ging quietschend auf. Langsame Schritte, beinahe schlurfend. Ein Schatten erschien bei der Treppe. Es folgte ein verärgertes Grummeln.

„Ich hasse Pferde… die kacken auch ständig auf den Boden!“ Fluchte eine grimmige Stimme, die Kazel bekannt vorkam.

Der Mann kam näher, bald würde man ihn sehen können - und er sie.
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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Sonntag 14. Oktober 2007, 23:09

Vana hatte es vermutet, ihre Offenbarung, dass sie die Tochter des großen Strategen Curunir, rechte Hand des ehemaligen dunklen Herrschers Sark war und dass sie zudem noch ein halber Mensch war, musste Kazel verwirren. Sie wusste es zwar nicht, aber es stand zu vermuten, dass nur der engste Zirkel um den derzeitigen dunklen Herrscher wusste, dass Curunir ein Blutschänder war, ein Verräter am Blut der Dunkelelfen und zu aller Schande auch noch mit einem Menschen, einer Sklavenfrau. Ein Verfemter, Ausgestoßener, der nach der Niederlage und Sarks Tod aus Morgeria fliehen musste.
Das einfache Fußvolk wurde jedoch in dem Glauben gelassen, dass er während der Schlacht ebenfalls den Tod gefunden hatte. An dem großen Strategen durfte kein Makel haften und schon gar nicht der, der Blutschande.

Sie ließ ihm Zeit, ihre Worte zu verdauen, schließlich kam es nicht alle Tage vor, dass ein Dunkelelf oder auch dunkelelfischer Mischling mit einem Teil der Geschichte seines Volkes konfrontiert wurde. So gingen sie erneut schweigend weiter den Gang entlang, bis dieser in eine große, unterirdische Halle mündete.
Von oben hörten sie schallende Kommandos und kurz darauf das Schlagen von Pferdehufen.

Abrupt blieb Vana stehen und ließ ihren Blick schweifen. Wo mochten sie nur hingelangt sein? Den Kommandos nach konnten sie sich nur direkt ... <b>Die Kaserne! Verdammt, wir sind direkt unter der Kaserne!</b> Auf ihre Flucht durch den Untergrund waren sie genau da angelangt, wohin sie am allerwenigsten wollten, mitten in der Höhle des Löwen.
Auch Kazel schien erkannt zu haben wo sie sich befanden, denn sein Gesicht wurde um eine Spur heller. Niniane schloss gerade zu ihnen auf und Vana bedeutete ihr durch Handzeichen, dass sie still sein sollte.
Was sollten sie nun machen? Den ganzen Weg wieder zurück und riskieren, den Wachen in die Hände zu laufen oder weiter in der Kanalisation herumzuirren?
Vana spürte, dass sie dies nicht mehr lange durchhalten würde. Die Anstrengungen der letzten Nacht, der fehlende Schlaf und nun auch noch ihre Flucht hatten sie an ihre körperlichen Grenzen geführt. Sie brauchte dringend Ruhe und etwas Schlaf.
Ganz plötzlich kam ihr ein recht verwegener Gedanke und ein diabolisches Grinsen huschte über ihr Gesicht. Warum weiter gehen, warum sich nicht hier verstecken? Die Kaserne würde der letzte Ort sein, an dem man sie vermuten und suchen würde.
Als sich dann auch noch eine Tür öffnete und eine Gestalt mit brummiger Stimme auf sie zukam, stand es für sie fest, denn ein zurück würde es nun nicht mehr geben.

„Tretet dicht an mich heran.“, wies sie Niniane leise an und machte sich bereit, den magischen Schild mittels ihres Kampfstabs zu beschwören.

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 15. Oktober 2007, 18:24

Die Kanalisation war nicht weniger scheußlich als die Kerker. Unterschied war, dass sich Kazel hier zumindest halbwegs frei bewegen konnte und nicht hinter Gittern hockte. Halbwegs frei, weil ohne Vanas Hilfe kaum ein Gehen möglich war. Vana Erendis Morgaine ... noch immer schwirrte der Name durch seinen Kopf und als Echo hallten "Curunir" und "Mischling" hinterher. So wirklich fassen konnte Kazel es noch nicht.
Er hatte von Curunir gelesen und ja, wer in seinem damaligen Alter hatte das nicht? Die rechte Hand des dunklen Herrschers Sark ... und seine Tochter half nun einem Halb-Dunkelelfen beim Gehen. Jemanden, der aus Morgeria geflohen war, um sich nie wieder mit dunkelelfischem Blut einzulassen. <b>Aber tu ich das im Moment eigentlich? Nicht wirklich, oder? Vana besitzt gemischtes Blut.</b>

Kazel ließ sich einfach mitführen, er war mit seinen Gedanken beschäftigt. So achtete gerade er am allerwenigsten auf den Weg. Erst als Vana schließlich in einer unterirdischen Halle, die wie ein großer Kanal-Sammelpunkt schien, stehen blieb, hob auch Kazel endlich den Blick und schaute sich um.
Hier war sehr viel Platz und er entdeckte sogar einen Lastenaufzug – dem Anschein nach nicht mehr funktionsfähig, aber allein dessen Anwesenheit beunruhigte den Mischling. Solche Konstruktionen wurden nicht grundlos in eine Kanalisation gebaut. "Wo sind wir?", fragte er, versuchte den Standort anhand der Gegebenheiten auszumachen. Aber Kazel war niemals zuvor hier unten gewesen und würde deshalb von sich aus keine Antwort auf diese Frage finden.

Im Grunde unterschied sich der Raum nur vom Rest der Kanalisation durch seine Höhe und die vielen Erker, Nischen, die Treppe und dass es hier weniger feucht war. Geruchlich hatte sich nichts geändert. Es stank immer noch, als stünden sie alle in der tiefsten Sch...ande.

Da ertönten über ihren Köpfen brüllende Befehle, ganz im Jargon des Militärs. Hinzu kam lautes Trappeln, wie Pferdehufe, die über harten Stein trabten.
Kazel riss die Augen auf. "Verdammt!", fluchte er und begann zu zappeln. "Wir sind im Kreis gelaufen! Ich ... nein, nicht noch einmal die Kerker. Wir müssen hier weg." Kazel riss sich von Vana los, nur um sich dann wieder taumelnd an ihr festzuklammern. Die kräftezehrende Flucht, seine verletzten Füße ... sein ganzer Körper nagte bereits an fast aufgebrauchten Reserven, aber auch die Priesterin schien nicht mehr ganz so fit zu sein wie noch über dem Pflaster.

Niniane tauchte an ihrer Seite auf und Kazel schenkte ihr einen warnenden Blick. "Verstecken, dann fliehen. Und alles schnell!", zischte er ihr zu. Ja, schnell. Das war für ihn jetzt ein ungeheures Problem. Mit verbrannten und verfrorenen Fußsohlen ließ es sich nicht schnell laufen. Das traf Kazel tief, wusste er doch von sich, dass er kein begabter Kämpfer war. Immer hatte er sich auf sein Geschick und seine Flinkheit verlassen können und nun war beides nicht mehr zu gebrauchen. Vorerst nicht. Die Frage war, ob er noch herausfinden durfte, dass er sich je wieder auf diese Eigenschaften verlassen konnte.

Ein Quietschen unterbrach seine panikartigen Gedankenschübe. Jedoch kam es nicht von den Ratten, die hier unten mindestens zwei Dutzend Nester besitzen mussten. Es klang metallischer. <b>Gittertür...</b>
Hinzu gesellte sich Gemurmel und Gefluche. Jemand schritt in die Kanalisation herab. Jemand, dessen Stimme Kazel sehr bekannt vorkam, doch erkannte er ihn mehr an seiner brummigen Art.
"Das kann doch nicht ...", keuchte er, als Vana Niniane zu sich herüber wies.
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fremder Mann
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremder Mann » Donnerstag 18. Oktober 2007, 23:54

„Alles scheisst auf dieser Welt! Es ist unglaublich! Kühe, Pferde, Ziegen, Menschen, Elfen, Feen vermutlich auch, Zwerge, Affen, Katzen, Hunde, Mücken, Vögel, Würmer ALLES! ABER zum Glück gibt es ja MICH hah jaaa, der gute alte Bronko wird’s schon wegmachen PHA! Bronko hieeeer Bronko daaaaa nur beim Lohn fragt keiner wo ich stecke ist ja klar! Dort sind sie sich dann doch wieder zu fein um Gold für ihr dreckiges Geschäft zu bezahlen HAH! Bastarde von mir aus können die sich selbst in ihren gepanzerten Hintern! Wenn diese hochnäsigen Hunde noch einmal das Gefühl haben ich würde ihnen einfach so Hinterherputzen nur weil ihre verdammten Hühottepferdchen Kackinkontinent sind, haben die sich aber gewaltig geschnitten!! Diese verfluchten Pferde sind doch dressiert warum können die nicht einfach in eine Ecke machen?! Das kann sogar ein Sträfling verflucht!“

Der pelgarische Latrinenputzer hatte nur wenig Freunde (er kann sich selbst kaum vorstellen weshalb vermutet jedoch es könnte an seinem Alter liegen) – daher sprach er sehr oft und gerne mit sich selbst. Was niemand wusste, war es doch ein wohl gehütetes Geheimnis des Mannes, hatte er sich selbst auch eine Freundin erschaffen die er Chantal nannte. In seinen Gedanken war die etwas eigensinnige Dirne seine angebetete und er beharrte darauf, dass sie ihn genau so mochte wie er sie – dabei war er in den letzten drei Wochen nicht näher an sie heran gekommen als bis zu ihrer Tür. Der Grund dafür lag nicht daran, dass Bronko zahlungsunfähig geworden wäre – denn Geld hatte er ja durch eine… grosszügige Spende eines Sträflings der lieber Anonym bleiben möchte und auch deren Freunde… durchaus genug – nein es lag an Bronkos „Springende und Juckende Mitbewohner des Obergeschosses“ die in einem Freudenhaus sehr ungern gesehen und besonders gespürt waren.

Bronkos Version der Geschichte hörte sich nicht so ernüchternd an. Er prahlte ständig damit dass er wohl der lieblingsfreier der Hure war – ihn machte alleine die Vorstellung glücklich, warum sollte man ihm dies also nehmen?

Im Moment jedoch schien der Glazkopf jedoch ziemlich verärgert zu sein und zu dieser Stimmung passend stampfte er auch die Steintreppe hinunter und trat in die Halle. Sein Schatten erreichte die Nische in welcher sie sich versteckt hielten.
Der Latrinenputzer hielt eine Holzkiste in den Händen. Er näherte sich dem Versteck von den Flüchtigen und blieb direkt davor stehen ohne sie zu erkennen, man konnte sein kantiges jedoch kräftiges Profil sehen, der blanke Schädel glänzte im Fackellicht und die Schatten des Feuers zeichneten sich auf seiner Haut ab.

<img src="http://srv005.pixpack.net/2007090117011 ... haifei.jpg">

Sein Bart machte die Kontur noch etwas charakteristischer und nur Kazel mochte wohl wissen, was sich dort alles so tummelte.

Er duckte sich und legte die Kiste auf den Boden. Sie roch streng und es liess einem erahnen, dass es sch hierbei um Pferdeäpfel handelte. „Naa los Fresschen für euch meine Süssen!“ Brummte Bronko und meinte damit die Ratten welche ihn neugierig musterten und in die Richtung der Kiste schnupperten.

Ob sich solche Tiere tatsächlich von Mist anlocken liessen?
Obwohl Pelgars Ratten litten ebenfalls stark unter Hunger wie auch die ärmsten Bettler unter den Menschen… Bronko wartete bei der Kiste und versperrte so den einzigen Fluchtweg aus der Nische.
Zuletzt geändert von fremder Mann am Donnerstag 18. Oktober 2007, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Montag 22. Oktober 2007, 22:47

Die brummige Stimme kam direkt auf sie zu und Vana blickte sich nach einem Versteck um. Vorerst wollte sie dem Mann, denn die Stimme ließ auf einen Mann schließen, nicht begegnen. Sie wollte erst einmal nur beobachten und dann entscheiden, wie sie weiter vorgehen würde. Vorsichtig und leise zogen sie sich in eine dunkle Nische zurück, die sie endlich entdeckt hatte und warteten dort ab.
Kurz darauf kam auch schon der Mann in ihr Blickfeld und Vana stockte der Atem. Nicht genug, dass der Kerl eine stinkende Kiste mit sich herumschleppte und diese auch noch direkt vor ihrer Nische abstellte, sah er auch noch vollkommen verlottert aus und fluchte schlimmer als ein Zwerg, der sich mit einem Kobold in der Wolle hatte.

Angewidert rümpfte Vana ihre Nase und überlegte gerade, ob sich außer der Dreckschicht auf seiner Haut auch noch andere Mitbewohner auf ihm tummelten, zumindest als sie seiner ungepflegten Gestalt in Gänze ansichtig wurde, verstärkte sich ihr Verdacht und sie beschloss, wenn möglich nicht in direkten Kontakt mit ihm zu kommen.
Wie gesagt, sie rümpfte angewidert die Nase und schüttelte sich innerlich, als Kazel plötzlich leise aufkeuchte und etwas murmelte, das wie „Das kann doch nicht ...“ klang.
Fragend wandte sich Vana ihm zu: „Was? Sagt bloß, ihr kennt diese Jammergestalt?“, raunte sie leise, so dass sich Kazel und Niniane anstrengen mussten, um überhaupt etwas zu verstehen.

Inzwischen hatte sich der Kerl direkt vor ihrer Nische postiert, so dass er ihnen den Ausgang versperrte, und begann damit, die Ratten anzulocken und sie mit dem mist aus der Kiste zu füttern.
„Reizender Zeitgenosse.“, nuschelte Vana, aber so, dass es Kazel und Niniane noch hören konnten. „Ganz liebreizend. Wo seid ihr denn diesem Prachtexemplar eines Menschen begegnet? Kann er uns wenigstens von Nutzen sein?“
Wenn Kazel ihn kannte, was seiner Reaktion nach zu vermuten stand, so überlegte Vana, konnte er ihnen vielleicht nützlich sein und bei der Suche nach einem sicheren Unterschlupf helfen.
Wenn nicht, nun darüber wollte sie im Moment lieber nicht nachdenken. Wie hatte Kazel gesagt: „Muss denn immer gleich getötet werden? Es gibt doch auch andere Wege.“ Gut möglich, dass er Recht hatte. Zumindest wollte sie erst die anderen Wege versuchen, bevor am Ende ihr Katana sprach.
Zuletzt geändert von Vana Erendis Morgaine am Mittwoch 24. Oktober 2007, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 23. Oktober 2007, 17:07

Kazel glaubte nicht wirklich daran, doch es bestand kaum ein Zweifel. Er starrte auf den Schatten, der sich fluchend und ächzend zusammen mit einem bestialischen Gestank näherte. Ganz klar, das konnte nur einer sein.

Ja, da fiel schon ein fahler Lichtstrahl auf sein Gesicht und ließ auch seine Glatze schimmern. Läuse krabbelten und Flöhe sprangen auf ihm herum. Das war Bronko, der Latrinenputzer der pelgarischen Kerker. Irgendwie konnte Kazel ihn sicher auch Retter nennen, denn er hatte mit vielen .... Exkrementen dafür gesorgt, dass das Feuer unter seinem Käfig erlosch. Dafür hatte er Kazel aber auch sein ganzes Gold abgeknüpft und ihn dennoch in den Verliesen liegen lassen. Der Mischling konnte Bronko nicht einschätzen. Würde er sich als Freund oder Feind entpuppen.

Vana schien inzwischen bemerkt zu haben, dass Kazel den schmutzigen Kerl offenbar kannte. Immerhin hatte er ein leises Keuchen ausgestoßen, kaum, dass er ihn erkannt hatte.

"Jammergestalt? Das ist Bronko ... er kümmert sich darum, dass die Kerkerzellen sauber bleiben." Kazels Antwort war nur ein Flüstern. Er traute dem Kerl nicht über den Weg – wie er es bei bisher jedem tat. Doch Bronko versperrte ihnen den einzigen Fluchtweg, daher blieb ihnen wohl kaum eine Wahl. Auch wenn Vana sich immer noch leise und verborgen hielt, musste Kazel das Ganze jetzt in die Hand nehmen. "Wenn wir ihn bezahlen können, wird er auf unserer Seite sein." Dann rief er aus der Nische heraus: "Psssst, Bronko! Ich bin es. Der Gefangene aus dem Kerker. Du hast meine Taschen erleichtert und mir deine Läuse zurückgelassen."

Kazel löste sich von Vana und machte zwei leicht schwankende Schritte aus der Nische. Im Stillen schickte er ein Stoßgebet an Manthala und einen Dank an Vana für die schmerzzurückhaltenden Runen an seinen Fußsohlen.

"Ich muss aus der Stadt heraus, es ist wichtig. Hilfst du mir?" Kazel erwähnte bewusst weder Vana noch Niniane, sondern versuchte, die Aufmerksamkeit des Putzers auf sich zu lenken. Sollte es sich herausstellen, dass er Kazel verraten würde, so könnte dieser sich wenigstens mit gutem Gewissen fangen lassen, dass er die Frauen nicht noch mehr in die Sache hinein zog – wobei dies in Vanas Fall vielleicht sogar ihr eigener Wunsch gewesen war. Ein flüchtiger Blick nach hinten zu der Priesterin mit dem Mischblut folgte. Bronko mochte diesen aber vielleicht auch als einen Blick auf die Ratten deuten, denn von denen wuselten genug um ihn und seine Kiste stinkenden Unrats herum.
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fremder Mann
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremder Mann » Dienstag 23. Oktober 2007, 21:28

Bronko kauerte sich nieder. Legte die Kiste auf den Boden. „Naaa kommt schon ihr fetten Ratten. Bronko braucht ein Abendessen heute.“ Er grinste. Der Latrinenputzer hielt Rattenfleisch für eine wahre pelgarische Delikatesse, was Andunie der Apfelwein war, waren ihm die Ratten. Nur war er wohl so ziemlich der Einzige, der diese hauseigene pelgarische Mahlzeit wahrlich schätzte. Er musterte die Nische. Es war ein Wunder, dass er Kazel und die beiden Frauen nicht gesehen hatte. Er strich sich über den Bart und im Feuerschein konnte man kleine schwarze Pünktchen erkennen die aus den Haaren spickten. Wenn sie ins Feuer gerieten knisterte es verräterisch.

Er blickte auf die Kiste. Nichts rührte sich dort drin. Sie stank nur vor sich her. Er setzte sich im Schneidersitz hin und kratzte seinen Bart.

Wieder waren schwere Pferdehufen über ihnen zu hören. Eine weitere vorbei reitende Kavallerietruppe. Weitere Söldner auf der Suche nach den geächteten. Unangenehm – wenn man sich direkt darunter befand, es liess einem erahnen wie es war von diesen schnaubenden Tieren nieder gestampft zu werden.

Bronko war durchaus kein Verrückter. Obwohl er rege mit sich selbst sprach und Fäkalien nicht als abscheulich empfand – wie auch – sie waren schliesslich sein Kapital... doch selbst er zweifelte für einen kurzen Moment an seiner geistigen Gesundheit als er glaubte aus der dunklen Nische heraus eine Ratte: „psst“ Rufen zu hören. Er starrte in die Nische. Runzelte seine Stirn.

<i> ! Ich bin es.</i> Seine Augen weiteten sich. Ohja… nun war es vielleicht soweit… die Ratten… der Rattenkönig… ein Hybrid vielleicht… er würde sich im Namen seiner Genossen rächen. Schliesslich hatte er viele von ihnen Verspeist… er war hier doch in ihrem Reich. Hier musste es hunderte dieser Viecher geben…auch wenn er einige von ihnen Todtrampeln…

Sein Gedankengang wurde jäh unterbrochen als die Ratte: <i>„Der Gefangene aus dem Kerker. Du hast meine Taschen erleichtert und mir deine Läuse zurückgelassen."</i> Er glotzte in die Nische, packte verdutzt die Fackel und leuchtete hinaus. Tatsächlich hockte da keine Ratte… obwohl… doch weiter hinten schienen ein paar zu sein… aber nicht der Rattenkönig… sondern der Gefangene Dunkelelf aufgrund dessen Befreiung ein Mord geschehen war. Natürlich wusste Bronko davon – schliesslich hatte er diese Nacht im Wachhaus verbracht und war dabei gewesen als der junge Rekrut die Steckbriefe abholte um sie zu verteilen. Er legte den Kopf schief. Schaute dann über seine Schulter. „Bist du den wahnsinnig Kleiner?! Weisst du eigentlich WO du hier bist verdammt?!“ Ja. Das wusste Kazel. Direkt unter dem Kernzentrale des Feindes. Der Hetzer. „Das hier… ist das Rattenreich.“ Murmelte Bronko verschwörerisch – für ihn schien dies das grössere Problem als die Kaserne über ihnen zu sein.

„Diese Kanäle hier… sind so weitläufig… du hast glück hierhin gelangt zu sein. Da sind schon Leute verschollen Kerl! Da muss man sich schon auskennen. Wie ich… und dann die Ratten! Das sind übrigens MEINE Ratten!“ Fügte er harsch hinzu und es war ihm deutlich anzusehen, dass er wohl in dieser Hinsicht nicht mit sich verhandeln lassen würde – nicht dass Kazel dies vorgehabt hätte. Dann jedoch grinste Bronko. „Du lebst also noch. Mist als du da so halbverfroren warst… da hast du vielleicht mal bekackt ausgesehen sag ich dir! Nackt siehst du ohnehin nicht schön aus, tut mir leid aber das muss auch mal gesagt sein. Dein Rücken ist ja grässlich entstellt! Bei dem Busen von Chantal, du lässt deine Weiber zu hart an dich ran! Das tut doch weh Mensch! Oder gehörst du zu diesen perversen?“

Bronko war kein Arzt und kein Söldner. Sondern Latrinenputzer und Bordellbesucher. Er kannte sich mit alten Peitschennarben nicht wirklich aus. Wohl aber mit kratzigen Weibern. Daher war es wohl klar warum er so kombiniert hatte. Die Fackel erhellte jedoch auch das Gesicht von Niniane und Vana. Bronko starrte die beiden an. „Du treibst es also mit ZWEI Frauen HIER unten?!“ Er trat näher an Kazel heran. „Aber… du hast doch gar kein Geld… um sie zu bezahlen.“ Flüsterte er ihm fragend zu. „Wie machst du das?“ Er winkte Vana zu. „Hallo!“ Bronko grinste. Er schien sie nicht als Morticia zu erkennen, nach der so eifrig gesucht wurde. „Ach was DEIN Geld betrifft.“ Bronko schien zum Plaudern aufgelegt zu sein. „Ich hab es leider schon ausgegeben… sie mal. Er zog seine Hose etwas runter. „Extra gefütterte Pelzunterhosen… da frierst du dir den Arsch garantiert nicht ab! Hättest du wohl auch gut gebrauchen können nicht wahr? Übrigens… du solltest mehr auf deine Fusspflege achten.. .warum trägst du denn keine… oh…“ Dumm war Bronko ja auch nicht. „Der Käfig…“ Er verstummte. Wirkte bedrückt. „Nun ja… wenigstens werde ich dir das Geld bestimmt bald zurückgeben können.“ Seine Augen funkelten seltsam.

Kazel erzählte ihm von seinem Begehr aus der Stadt zu gelangen. Bronko lächelte. „Nun… die Tore von Pelgar sind zu… doch der Untergrund ist so löcherig wie die Rüstung eines Toten… und ICH kenne hier unten jeden Winkel. Ich bin dir ja wohl noch etwas schuldig… mhm… na gut. Ich helfe dir. Folge mir.. aber sei leise… da oben… stehen sie gerade in Reih und Glied und überlegen wohin sie gehen sollten um nach dieser Mörderin zu suchen.. na ja und dir.“ Er hielt inne. Starrte Vana an. „Oh.“ Er kratzte seinen Bart. „Ihr seid also das Tigerchen was?“ Er grinste und starrte auf ihre Hände.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 24. Oktober 2007, 14:12

Aha, der Schmutzfink hatte also einen Namen, Bronko, wie Kazel meinte und er war Latrinenputzer in den Kerkerzellen.
<b>Na, das passt zu ihm.</b>, dachte sich Vana amüsiert. <b>Wahrscheinlich ist er auch noch zu faul, sich jeden Tag den Latrinendreck abzuwaschen. Kein Wunder, wenn er selbst wie eine seiner Latrinen stinkt.</b>
Doch ganz egal wer oder was er war, sie mussten eine Entscheidung treffen und während Vana noch darüber nachdachte, ob sie wirklich ihr Geld für diesen Kerl opfern sollten, trat Kazel plötzlich etwas aus der Nische heraus und gab sich Bronko leise zu erkennen.
Im ersten Moment wollte Vana ihn zurück halten, ließ ihn dann jedoch gewähren, gab aber Niniane zu verstehen, dass sie sich weiter im Hintergrund versteckt halten sollten. Zuerst wollte sie sehen, wie Bronko reagierte.

Der wirkte anfangs recht ängstlich, so als würde er erwarten, jeden Moment einen Dämon zu sehen zu bekommen, doch dann, als er mit der Fackel in die Nische leuchtete, schien er Kazel zu erkennen, denn er rief lautstark aus, ob Kazel denn Wahnsinnig wäre und nicht wüsste wo er den sei.
<b>Bei allen Listen Manthalas, muss der Kerl so herum brüllen? Er wird uns noch die Wachen auf den Hals hetzen. Natürlich wissen wir wo wir sind, nur er scheint es vergessen zu haben.</b>, dachte Vana erschrocken. Als er dann aber sagte, dass sie sich im Rattenreich befänden und das seine Ratten wären, von denen sie keine abbekommen würden, begann sie am Verstand des Latrinenputzers zu zweifeln.
„Also, entweder ist der Kerl vollkommen irre oder nur von sehr naivem Gemüt.“, flüsterte sie Niniane zu. Sie hoffte, dass Letzteres zutreffen mochte.
Als Bronko dann noch meinte, dass Kazel nackt nicht gerade eine Schönheit wäre, musste sie sich arg zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. <b>Na, das ist dann wohl Ansichtssache und über Geschmack lässt sich streiten. Du hasst es gerade nötig über Schönheit zu reden, so wie du aussiehst.</b>, fuhr es ihr dabei durch den Kopf und ein höhnisches Grinsen erschien in ihrem Gesicht. Im Gegensatz zu Bronko fand sie, dass Kazel durchaus ein ganz schmucker Bursche war und wenn er nicht schon eine Freundin gehabt hätte…. <b>Hm, vielleicht sollte ich doch erst später versuchen, seine Manipulation rückgängig zu machen. Wenn er seine Freunde tötet, dann wäre er frei und …Hör mit diesem sentimentalen Quatsch auf und konzentrier dich du Närrin!</b>, wurde ihr Gedankengang von ihrer inneren Stimme unterbrochen. Was hatte sie in letzter Zeit nur für sonderbare, gefühlsduselige Gedanken. Sie war doch früher nicht so gewesen. Ungläubig über sich selbst schüttelte sie den Kopf, so als wollte sie diese lästigen Gedanken verscheuchen und konzentrierte sich wieder auf Kazel und Bronko.

Der hielt die Fackel auf einmal so, dass sie ihnen direkt in die Gesichter schien und Bronko zu einem überraschten Ausruf hinriss: „Du treibst es also mit ZWEI Frauen HIER unten?!“
<b>Was?! Wie bitte? Jetzt spinnt er wohl total! Wie kommt der denn auf diesen abwegigen Gedanken? Und dann auch noch in dieser Kloake, wenn überhaupt, würde ich es nur in einem schönen, kuscheligen Bett treiben.</b>, doch es wurde noch besser, denn nun wollte er wissen wie Kazel das machen würde, wo er doch kein Geld hätte sie zu bezahlen.
<b>Jetzt reichts aber langsam! Wofür hält der uns eigentlich? Für Huren, die sich Männern für Geld hingeben? Sehen wir etwa aus wie dreckige Straßendirnen?</b>
Obwohl, wenn sie so an sich herab sah und Niniane betrachtete, ihre Kleider hatten auf dem Weg durch die Katakomben doch erheblich gelitten und sie sahen tatsächlich reichlich heruntergekommen aus.
Aber dennoch, es verletzte sie in ihrem Stolz, dass sie so ein ungehobelter, verdreckter Klotz, den sie nicht für alles Gold Celcias an sich heran lassen würde, als Hure betrachtete.
Wenn sie nicht auf seine Hilfe angewiesen wären, dann würde sie ihm sofort die passende Antwort geben.
So aber trat sie nun mit Niniane weiter in das Licht seiner Fackel und erwiderte seinen Gruß gleichfalls mit einem genuschelten „Hallo“.

Etwas später, nachdem Bronko noch ein wenig erzählt hatte, er hatte anscheinend keinen, mit dem er für gewöhnlich reden konnte, entschloss er sich doch noch dazu, Kazel zu helfen. Er meinte, dass er ihm wohl noch etwas schuldig wäre.
<b>Na endlich!</b>, dachteVana aufatmend. <b>Ich dachte schon er würde nie zum Ende kommen. Als wenn wir Zeit für ein Plauderstündchen hätten. Wenn wir Pech haben, sind die Wachen schon längst hinter uns her.</b>
Und leise sollten sie sein, ha, als wenn sie das nicht selbst wüssten. Für wie dumm hielt er sie denn.
Als er sie jedoch unvermittelt anstarrte und meinte, dass sie wohl das Tigerchen sei, wich sie vorsichtshalber einen Schritt zurück und sah in verständnislos an. Erst eine ganze Weile später klingelte es bei ihr und sie begriff, dass Bronko auf die Narben auf Kazels Rücken anspielte und sie für die Verursacherin hielt.
Sofort erkannte sie den Vorteil, denn als Kazels Konkubine würde er sie nie mit Morticia in Verbindung bringen, und beschloss darauf einzugehen.
Mit einem verschmitzten Lächeln entgegnete sie Bronko, der nun wie gebannt auf ihre Hände starrte:
„Tigerchen? Oh, äh, nun ja, also ja, so könnte man es sagen.“, dabei war sie immer darauf bedacht, dass wenigstens vier Fuß Abstand zwischen ihr und ihm lagen.
„Wisst ihr, er mag es, wenn ich ihm mit meinen Krallen über den Rücken fahre. Er ist förmlich verrückt danach.“, fuhr sie nun schelmisch grinsend fort.
„Aber könnten wir das später weiter vertiefen und jetzt endlich gehen? Ich meine, ich würde ja gern noch etwas plaudern, aber nicht jetzt. Wir sollten nämlich zusehen, dass wir so schnell wie möglich aus der Stadt kommen. Immerhin wirst du von den Wachen gesucht mein Liebchen.“, dabei strich sie Kazel zärtlich durchs Haar und warf Bronko einen auffordernden Blick zu.

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Re: In den Katakomben

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Oktober 2007, 00:21

<b>@Roxas</b>

Da glaubte er, seinem Ziel schon fast ein Stück näher gekommen zu sein und dann wurde Roxas von dieser Frau aufgehalten. Dieser Lola! Doch warum hatte sie ihn nicht einfach aus dem Hinterhalt angegriffen? Seine Sinne waren durch die vorherrschenden Abwasserausdrünstungen getrübt. Er hatte sie nicht wittern können und bei den vielen kleinen Krabbeltieren wie Ratten, Spinnen und Käfern, war ihm das leise Trippeln graziler Füße wohl nicht aufgefallen. Vielleicht hatte sich Roxas aber auch nur zu sehr auf sein angestrebtes Ziel konzentriert und war dadurch unaufmerksam geworden. Eifer ... eine Medaille mit zwei Seiten.
Doch was wollte diese Frau nun von ihm?

Sie grinste gehässig. "Oh, Ihr sucht mich doch nicht wirklich, nicht wahr? Wir beide wissen es doch besser." Sie trat einen Schritt auf Roxas zu, schwang ihre Hüften und umrundete ihn dann. "Nur keine Angst, ich würde Euch nicht töten. Ihr seid fähig ... gehört aber nicht zur Stadtwache. Euch fehlt das Wappen Pelgars auf der Brust. Aber niedliche Ohren habt Ihr. Das muss ich zugeben."
Sie hatte ihn nun einmal umrundet, stand wieder vor ihm und musterte ihn aus grauen Augen, in denen der Scharfsinn lebte.

"Mein Name ist Lola. Sagen wir, ich bin im Im- und Export <i>besonderer</i> Waren tätig. Und Ihr seid fähig, also keine falsche Bescheidenheit. Ihr habt Svenson ganz schön in Schach gehalten. Vermutlich werde ich ihn eine Weile nicht sehen – oder gar nicht mehr. Ich weiß nicht, wie hart der neue Kommandant mit Verbrechern umspringt. Ich möchte es auch nie erfahren, ehrlich gesagt. Aber wie sieht es mit Euch aus? Ich kann einen fähigen Mann an meiner Seite immer gebrauchen. Wir helfen uns gegenseitig und ich beteilige Euch am Gewinn. Was meint Ihr? Ihr könntet reich werden ..."

Gespannt wartete Lola auf Roxas' Antwort. Ihre Augen funkelten. In der Ferne quiekten die Ratten.

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Kazel Tenebrée
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Re: In den Katakomben

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 25. Oktober 2007, 00:50

Bronko zeigte im ersten Moment nicht gerade typische Wiedersehensfreude, als Kazel aus den Schatten trat. Aber er hatte auch allen Grund dazu. <i>"Bist du denn wahnsinnig, Kleiner?! Weiß du eigentlich, WO du hier bist, verdammt?!"</i> Ehe Kazel antworten konnte, dass er dies zwar nicht hundertprozentig wusste, aber stark vermutete, nahm ihm Bronko diese Aufgabe ab. Doch anstatt zu erwähnen, dass man sich direkt unterhalb der Kaserne befand, hieß er Kazel im großen Rattenreich willkommen.
<b>Rattenreich ...</b> Der Mischling zeigte sich unbeeindruckt. Was kümmerten ihn jetzt die Ratten, die Wache suchte nach ihm und auch nach Vana!

Abwehrend hob Kazel die Hände, als Bronko noch anfügte, dass es sich um seine Ratten handele. Kazel ahnte, wozu er sie fangen wollte. Ihm schauderte. In der Stillen Ebene hatte er sich manchmal von Feldmäusen ernährt, aber die waren zuvor nicht tagelang in Unrat herumgelaufen.

<i>"Du lebst also noch. Mist als du da so halbverfroren warst… da hast du vielleicht mal bekackt ausgesehen sag ich dir! Nackt siehst du ohnehin nicht schön aus, tut mir leid aber das muss auch mal gesagt sein. Dein Rücken ist ja grässlich entstellt!"</i>

Kurz zog Kazel den Kopf ein. Bronko erinnerte sich also noch an seinen vernarbten Rücken. Das gefiel ihm gar nicht. Dieser Kerl ... er könnte ihn verraten, erpressen oder sonst etwas ... <b>Dir in den Rücken treten und auf dir herumtrampeln, bis du am Schmerz krepierst! Der würde für eine gute Mahlzeit töten! Sei du schneller!</b> Kazel knurrte. Niemals würde er einfach so ein Leben nehmen. Er traute Bronko zwar nicht sehr weit über den Weg, sah jedoch genauso wenig einen Grund, ihn umzubringen wie er plötzlich auf die Idee kommen sollte, Niniane etwas anzutun. Und die musste seinen Rücken auch gesehen haben, als er im Waschzuber der Taverne gehockt hatte.

<i>"Bei dem Busen von Chantal, du lässt deine Weiber zu hart an dich ran! Das tut doch weh Mensch! Oder gehörst du zu diesen perversen?"</i>
"Ich ... w-was?!"</i> Kazel riss die Augen auf und starrte Bronko ziemlich verdattert an. Weiber? Hart ranlassen? An seinen Rücken, an die Narben? Er war zu perplex, um diese Frage von seiten des Latrinenputzers nun richtig zu verarbeiten. Und noch während Kazel so vollkommen überrumpelt da stand, kam die nächste Aussage von Bronko. Diese sorgte sofort dafür, dass dem Mischling das Blut in die Wangen schoss.
<i>"Du treibst es also mit ZWEI Frauen HIER unten?!"</i>
"I-ich ..."

Vana trat ins Licht der Fackel. Niniane stand hinter ihr. Die Priesterin würde schon dafür sorgen, dass sie dem Lausesack nicht zu nahe kam. Es war seltsam, diese zwei Seiten Vanas. Die schon recht gütige Priesterin und dann diese eiskalte Mörderin, die so berechnend und hinterhältig war. Doch schnell merkte Kazel wohl, dass die Grenzen beider Charaktere verwischt waren. Denn kaum hatte Bronko nach einem Zeig auf seine neueste Errungenschaft – eine Unterhose – angeboten, Kazel zu helfen und gefragt, ob Vana das "Tigerchen" sei, ging diese auf das Spielchen ein.

Schon plauderte sie intime Geheimnisse aus, die in Wirklichkeit gar nicht existierten. Kazel wurde knallrot und starrte von Bronko zu Vana und wieder zu Bronko. Dass die Priesterin durch sein Haar fuhr, bemerkte er zunächst nicht. Es dauerte einen Moment, bis ihm das bewusst wurde, aber dummerweise reagierte er vollkommen unpassend. "Hee, was fällt dir ein?!", keifte er Vana an und wich einen halben Schritt zur Seite aus. Ein Blick in ihre eindringlichen Augen jedoch zeigte ihm, dass sie wieder nur jemanden hinters Licht führen wollte. <b>Und du hast es gerade vermasselt, Idiot!</b> "Ähm ... ich ..." Kazel versuchte, die Lage zu retten und so knurrte er weiter: "Du weiß genau, dass du nur an mich ran darfst, wenn du sauber bist. Du stinkst! Wasch dich, dann verwöhn ich dich wieder, Dirne!" Wie gut, dass er in Morgeria aufgewachsen war, wo ein so eiskalter Umgang Gang und Gebe auf den Straßen war. Wie es hier in Pelgar ablief, konnte er nur ahnen. So versuchte der Mischling, erneut das Thema zu wechseln. "Bronko, bring uns rasch aus der Stadt. Ich habe keine Lust, meine ... Frauen noch länger diesen Katakomben auszusetzen."
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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Donnerstag 25. Oktober 2007, 15:21

<b>@ Roxas</b>

Lola lächelte unter ihrer roten Mähne hervor. Ihre Augen funkelten, blitzten wie halbgeschliffene Diamanten. Sie trat näher an Roxas heran. "Ich handle mit jeglicher unbelebten Ware. Menschen oder Tiere kommen mir nicht über die 'Theke'. Zu viel Risiko. Aber andere Dinge sicherlich. In letzter Zeit hauptsächlich Schnaps und anderer Alkohol. Dieser geheime Zugang in den Weinkeller des <i>Ponys</i> entpuppte sich als eine vortreffliche Geldanlage. Viele Adelige in Pelgar lieben das Gesöff der Taverne, wagen aber keinen Fuß unter normale Bürger und der Wirt verkauft nicht außerhalb seiner Schankstube. Kein Wunder, dass die hohen Herren für eine Flasche Wein schonmal den doppelten Preis zahlen."

Sie hob ihre Hand und im ersten Moment sah es so aus, als wollte Lola Roxas über die Wange streicheln. Sie zeigte sich selten so plaudernd, doch der Hybrid war auf ihr Angebot angesprungen. Er war wie ein Fisch, der den Wurm an der Angel gesehen hatte. Nun schwamm er um den Haken, traute dem Wurm zwar noch nicht, wollte aber ebenso wenig weiter dümpeln.

"Ihr bekommt 40 Prozent des Gewinns. Dazu müsst Ihr lediglich meinen Anweisungen folgen, erhaltet einen Platz in meinem Versteck und ... vielleicht auch mehr. Ist das kein Angebot?" Wieder hob sie ihre Hand und wieder glitt diese nicht z Roxas' Wange. Nein, es waren tatsächlich die Ohren, die Lola ein wenig ablenkten. <b>Die sind wirklich niedlich.</b>

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Re: In den Katakomben

Beitrag von fremde Frau » Freitag 26. Oktober 2007, 18:41

Lola schmunzelte, als Roxas einen Schritt zurückwich, kaum dass sich ihre Hände seinen Ohren näherten. <b>Wie niedlich und dann knurrt er auch noch!</b> Ihre Augen funkelten, trotz des kaum vorherrschenden Lichts. Am Ende des Tunnels glomm es etwas heller, aber dort konnte sich auch nur irgendwo ein Kanaldeckel befinden, durch den das Morgenlicht hindurch schien.
"Ich sagte bereits, dass Ihr keine Angst vor mir haben müsst", wiederholte sie ihre Worte. Ja, Roxas konnte wohl niedlich aussehen, vor allem eben an den Orhen. Aber er war zugleich wohl eine Raubkatze, die auch ihre Krallen auszufahren wusste. Lola hatte es selbst gesehen, bevor sie geflüchtet war. Doch gerade dieses Risiko liebte sie. Deshalb war sie Schmugglerin geworden, sie hätte ja auch einem ehrlichen Beruf nachgehen können. Aber solche Arbeit empfand sie als langweilig. Lola war eine Frau, die es nach Nervenkitzel dürstete – und Roxas war ihr neuester Adrenalinkick.

<i>"Ich kann Euer Angebot nicht annehmen, ich habe noch ein Versprchen zu erfüllen."</i> Schon packte er zu. Lola versuchte, seinem Griff auszuweichen, wehrte sich, als es ihr misslang. Aber schnell wurde sie ruhig, auch wenn ihre Arme nun auf den Rücken gedreht waren. "Verstehe", sagte sie. "Ihr seid zu ehrbar für mich – glaubt ihr. Als hätte ich nicht auch Versprechen zu erfüllen. Ich gebe Euch ein Versprechen meinerseits. Hört es Euch an." Sie lehnte sich ein Stück weit nach hinten und seufzte kurz, aber wohlig auf, als sie Roxas so nahe kam. Diese Frau wusste ihre Reize einzusetzen und bei den Göttern, sie war wirklich keine unattraktive Gestalt. "Ihr arbeitet für mich – mit mir. Wir könnten Partner sein. Im Gegenzug helfe ich Euch, Euer Versprechen einzulösen, was immer es ist. Naja, fast. Wenn es mit einer Verhaftung meiner Person zusammenhängt, kann ich nichts tun. Aber ich gebe Euch sogar noch dieses <i>Mehr</i>. Ich muss zugeben, jetzt da meine Gefährten ausgeschaltet sind, bekomme ich den Handel nicht allein geregelt. Ich bin auf Hilfe angewiesen. Aber dafür kenne ich mich hier unten bestens aus. Die Kanalisation ist meine zweite Heimat – auf Euch trifft das nicht zu, sonst hättet Ihr meinen Hinterhalt schnell bemerkt. Was immer Ihr hier unten wolltet, ich kenne die Wege, Tunnel und Gewölbe. Ich könnte Euch führen. Wenn Ihr jetzt immer noch ablehnt, mein löwischer Kamerad, so wünsche ich Euch viel Spaß auf Euren Wegen." Lola kicherte. "Ich bin gespannt, wie lange Ihr braucht, um herauszufinden, dass Ihr Euch verirrt habt."

<b>Nicht einmal die Stadtwache kennt hier alle Strecken. Oftmals verlaufen sich einzelne Suchende und werden dann von mir mit dem Gesicht im Unrat entdeckt ... während die Ratten an ihren Fingern knabbern.</b>

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