Vor den Toren Pelgars

Eigentlich bräuchte Pelgar keine Wächter vor den Toren, denn kaum einer könnte das Fallgitter, die schweren Flügeltüren oder gar die hohen Mauern überwinden. Doch die Hauptstadt legt viel Wert auf Sicherheit, weshalb das Tor sogar nachts bewacht wird.
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Dragnolin van Trynitus
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Dragnolin van Trynitus » Mittwoch 9. April 2008, 20:10

[Von: Östliches Drachengebirge | Durchs Drachengebirge]

Völlig durchnässt erreichten Richard, Jorick und Dragno das Stadttor. Endlich! Endlich waren sie da! Nicht, dass die lange Reise Dragno ermüdet oder gar erschöpft hätte, aber je mehr Abeteuer der Drachentitan beging, desto mehr lernte er ein Dach über dem Kopf, ein trockenes Zimmer und ein warmes Bett zu schätzen. Doch die drei Weggefährten waren nicht die einzigen, die die Hauptstadt zu jener Stunde des späten Nachmittags aufsuchten. Also reihte sich Dragnolin brav in die Reihen der Reisenden ein, die alle Einlass durch das Tor begehrten. Nun schlug ihm auch der typische Gestank einer menschlichen Stadt entgegen: Die Körpergerüche vieler Menschen, der Ruß der Kaminfeuer, aber noch viel ekelhaftere Dinge, an die der Abenteurer nun so gar nicht denken wollte. Schließlich kam ihm in den Sinn, dass seine zwei Begleiter auch etwas in der Stadt wollten und dass sich ihre Wege hier möglicherweise trennten.
"Ich werde vermutlich die Nacht in der Schänke zum Pony verbringen. Da bin ich auch bei meinem letzten Aufenthalt in der Stadt gewesen! Morgen werd' ich mich dann um die Dinge kümmern, die mich eigentlich hierher führten. Wie sieht es mit euch aus? Was habt ihr vor?"
Trotz der großen Menge der Ankömmlinge vor dem Tor, kamen die drei ehemaligen Bergwanderer schneller voran, als man vermuten würde. Denn nicht wenige wichen vor der hünenhaften und nicht zu übersehend schwer bewaffneten Gestalt des Drachentitanen zurück, ohne dass dieser sie auch nur angesehen oder gar darum gebeten hätte. So pflügte er praktisch eine Schneise durch die Scharen an Leuten, und Jorick und Richard konnten in seinem 'Windschatten' ebenso schnell vorankommen. Nur ein paar wenige Male musste sie warten und das war immer bei Leuten, die entweder nicht hinter sich geblickt hatten oder sich nicht durch das bloße Auftreten Dragnolins einschüchtern ließen, was diesen aber reichlich wenig interessierte. Seine Augen waren hinter der Augenbinde, die ihn vor dem Sonnenlicht, welches nur spärlich durch die dicken Wolken fiel, schützten, waren auf die imposanten Stadttore gerichtet, von denen aber im Moment nur ein Flügel geöffnet war, aufgrund der größeren Sicherheitsmaßnahmen zu später Stunde.

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Relias
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Relias » Donnerstag 10. April 2008, 19:14

Gerade als relias den Wächtern sagte, warum er hergekommen war, fiel ein riesiger Schatten auf ihn. Der Torwächter, mit dem er sich unterhielt, sog scharf Luft ein und wich mit respektvollem Blick zurück, seine Augen auf die Gestalt hinter Relias gerichtet. Der drehte sich um, den Grund zu sehen warum der Wächter zurückgewichen war und erblickte den riesigen Krieger. Als er ihn ansah konnte Relias vollauf verstehen, warum alle von ihm Abstand hielten. Lia richtete sich auf und betrachtete den Menschen ruhig. <span style="color:FFFFFF;">"Stellt er eine Gefahr für uns dar?"</span>, fragte Relias sie leise, da er auf ihr Urteil vertraute. Die Katze guckte den Fremden taxierend an, soweit man das an einer Katze feststellen konnte, und zuckte mit der Nase.
<span style="color:FFFFFF;">"Der Blutgeruch zeugt davon, dass er schon viel getötet hat, aber dafür schnell! Seine Begleiter machen mir mehr Sorgen."</span>, sagte sie, ließ sich wieder auf Relias´ linke Schulter nieder und schloss die Augen. Relias fragte nicht mal was sie damit meinte. Wenn Lia nicht erklärte, dann würde sie auch nicht auf Bitten und Flehen tun.
Nun bemerkte Relias auch die zwei Gestalten hinter dem Hünen, doch erließ sich seinen Argwohn und sein Frösteln nicht anmerken. Stattdessen lächelte er den Hünen an. "Guten Tag. Mein Name ist Relias Avantura und ich möchte hier in Pelgar dem Turnier beiwohnen.", sagte er freundlich und wartete auf die Antwort des Kriegers.
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Erzähler
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Erzähler » Montag 14. April 2008, 21:57

@Dragnolin

Die drei Weggefährten kamen vor den mächtigen Toren einer mächtigen Stadt an.
Richard und Jorick waren doch recht froh endlich angekommen zu sein.
In dem Alter, in dem sich die beiden alten Herren befanden war sowas doch recht anstrengend.
Als Dragnolin den beiden erzählte wo er sich erst einmal niederlassen will, sahen ihn die beiden recht überrascht an.
Jorick schubste Richard mit einem Ellbogen an und murmelte ihm etwas zu, worauf Richard nur nicke und sich deshalb zu Wort meldete:
"Tja ihr müsst euch wohl oder übel eine andere Taverne suchen, denn die Schenke zum Pony ist abgebrannt worden!"
Die drei wurden von einem Fremden unterbrochen, der sich vorstellte und dabei das Turnier erwähnte.
"JA! Das Turnier! Ich hätte es bei nahe vergessen!"
rief Jorick und fügte dem eilig und mit freudiger Stimme hinzu:
"Das solltet ihr euch ansehen, so etwas sieht man vielleicht nur einmal in seinen Leben!"
Richard nickte nur, war aber mehr auf die Schlange vor ihm konzentriert.
"Und nach diesen kleinen Abenteuer, werde ich erst einmal bei meiner Margit bleiben."
sagte Richard recht leise. Jorick lachte dazu nur und fügte seinen Kommentar hinzu:
"Und nach einigen Monaten habt ihr die Nase voll und stürzt euch wieder in ein Bergabenteuer!"

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Dragnolin van Trynitus
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Dragnolin van Trynitus » Freitag 18. April 2008, 21:54

Während Dragno sich - zusammen mit Jorick und Richard - weiter durch die Menge pflügte, teilte Richard ihm mit, die Schenke zum Pony sei abgebrant worden. Dragnolin, dem sich die Gründe, warum jemand so etwas tun würde, völlig entzogen, zeigte nun erstmals ein Zeichen von Überraschung. Sein Gesicht nahm einen Ausdruck an, der irgendwo zwischen Traurigkeit und Resignation lag - Dragno war sehr gerne in der Schenke gewesen. Schon als Kind hatte ihn sein Vater Gaius einige Male mit zu den "Männerstammtischen", wie er es nannte, genommen. Diese waren eigentlich Treffen von alten Kämpen, die Bier und Wein tranken und sich gegenseitig Märchen erzählten und lachten. Es betrübte den Drachentitanen, zu erfahren, dass er so etwas nichtmehr tun könnte.
"Oh ... das ist bedauerlich.", war das einzige, was ihm dazu einfiel.
Doch schon bald wurde er auf andere Gedanken gebracht, denn ein Fremder aus der Menge vor ihm - einer der wenigen, die nicht vor ihm zurückgewichen waren - sprach ihn an. Er stellte sich als Relias Avantura vor und erwähnte ein Turnier, das er sich ansehen wollte. Jorick ging sofort drauf ein und meinte, so etwas erlebe man nur einmal im Leben - womit er nicht ganz und gar Recht hatte. Dragno hatte in der Tat schon einmal ein Turnier erlebt, doch damals war er noch zu klein gewesen, um mehr mitzubekommen, als dass sich dort im Wettstreit bekämpft wurde.
"Nun, wenn das so ist, werde ich mich dort auch einmal umsehen. Meint ihr, es gibt dort in der Nähe eine Unterkunft für mich? Ich könnte einen ganzen Drachen verspeisen vor Hunger!", behauptete der Krieger. Außerdem, so dachte er bei sich, könnte man dort sicher etwas über umherstreifende Bosheiten und gute Schwertkämpfer in Erfahrung bringen. Dann bekam er die Unterhaltung seiner beiden älteren Begleiter über Margit - vermutlich Richards Ehefrau - mit, und lachte lauthals über Joricks Kommentar, was die Bergabenteuer betraf. Einige aus den Massen der Neuankömmlinge reckten ihre Hälse, um den zu sehen, der so laut lachte, doch als sie Dragno erblickten, wandten sie sich wieder ihren Dingen zu.

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Relias
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Relias » Sonntag 20. April 2008, 14:47

"Nun, wenn das so ist, werde ich mich dort auch einmal umsehen. Meint ihr, es gibt dort in der Nähe eine Unterkunft für mich? Ich könnte einen ganzen Drachen verspeisen vor Hunger!" Bei diesen Worten des Hünen musste Relias schmunzeln. Er übersah freundlicherweise, dass der krieger vergessen hatte sich vorzustellen und lachte über das Kommentar mit den Bergabenteuer.
Auf die Frage, ob Relias und anderen wüssten, wo in der Nähe eine Unterkunft gäbe, antwortete der Elf: "Oh, ich habe in Pelgar ein paar wohlhabende Verwandten 4. Grades. Ich glaube sie werden nichts dagegen haben Gäste aufzunehmen."
Er lächelte zuvorkommend, wartete auf die Antwort des Hünen und ignorierte dabei die Blicke der Passanten, die den Elfen einerseits für seinen Mut, sich mit einem Kerl zu unterhalten, der sein genick wie ein Streichholz brechen könnte, andererseits bedauerten sie ihn für seinen Übermut, immerhin sah sein Gegenüber nicht so aus als ob man mit ihm in Ruhe einen Krug Bier trinken könnte.

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Stadtwache
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Dienstag 22. April 2008, 11:08

Düster ragte Pelgar vor ihnen auf, als das Trio nach langem Marsch endlich das große Stadttor erreichte. Feuer brannten auf dem Abwehrgang in aufgestellten Kohlebecken und erhellten die hereingebrochene Nacht ein wenig. Es war kühl und ein Schneeregen – sehr selten für diese Jahreszeit, aber im Gebirge durchaus nicht unüblich – fiel aus den Wolken. Die Tropfen, welche das Pech hatten, direkt in die brennenden Kohlebecken zu fallen, lösten sich unter einem Zischen auf. Der Boden war rutschig und matschig. Pfützen bildeten sich, in denen sich das Mondlicht spiegelte.

Lilith rieb sich die Hände und schlang ihren Wollmantel enger um sich. "Zum Glück sind wir gleich da, dann gehen wir erst einmal irgendwo ausruhen."
Der Nichtgenannte nickte darauf. "Eine warme Taverne mit gastfreundlicher Bedienung wie es in Eldar der Fall war, wird unsere Laune heben. ich glaube zudem kaum, dass man uns heute Nacht noch in den Kerker lässt, selbst wenn wir Mitglieder der Wache wären. Wir können <i>ihm</i> heute nicht mehr helfen."

Mit "ihm" war natürlich Darak gemeint, doch der Nichtgenannte vermied bewusst seinen Namen, denn die Wächter, welche vor dem Stadttor postiert waren, kannten diesen sicher und man wollte ja keinen Verdacht auf sich lenken.
Einer der beiden Wachen entzündete gerade eine frische Fackel und steckte sie in die Halterung über seinem behelmten Kopf, als die Gruppe das Tor erreichte.

Der Nichtgenannte übernahm das Sprechen. Oh, wie unheimlich musste es aussehen, wenn so eine in lange Gewänder gekleidete Gestalt wie er – noch dazu mit Kupfermaske – aus dem abendlichen Düster herantrat.
"Seid uns gegrüßt, ihr Wachen. Wir haben einen langen Marsch hinter uns und würden gern die Stadt betreten." Der Nichtgenannte griff nach hinten und schob sowohl Elena als auch Lilith zu sich heran. Welch Glück die drei doch hatten, dass eine der Wachen jene war, die Elena hatte in seinem Bett schlafen lassen. Er erkannte sie wieder und meinte nur: "Na, schon wieder zurück." Dann aber nahm er hinter sich ein kleines Signalhorn von einem Nagel, welcher in die Mauern geschlagen worden war, und blies hinein.

Kaum eine Minute später öffnete sich das Stadttor grollend und das Fallgitter wurde hochgezogen. "Willkommen in Pelgar. Genießt den Aufenthalt. Die bekannteste Taverne, die <i>Schenke zum Pony</i>, ist leider noch immer nicht wieder aufgebaut. Ihr müsst euch wohl eine andere Unterkunft suchen. Dennoch: willkommen."

Der Nichtgenannte, Lilith, Elena und Nebelwind passierten das Tor.
"Die Schenke ist nicht wieder aufgebaut?", fragte der Maskierte verwirrt. "Was mag wohl geschehen sein?"

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Dragnolin van Trynitus
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Dragnolin van Trynitus » Dienstag 22. April 2008, 18:28

Als der Elf - der aufgrund seines offensichtlich makellosen Aussehens gar keiner anderen Rasse angehören konnte - Dragno anbot, bei seinen wohlhabenden Verwandten zu hausen, wurde der Krieger doch misstrauisch. Denn wenn sie eine wohlhabende Familie waren, gehörten sie vermutlich dem Adel an und dann wüssten sich sicher auch über die Geschichte der Trynitier bescheid. <i>Andererseits ...</i>, dachte Dragno selbstsicher <i>... wird mich im Ernstfall ohnehin niemand aufhalten können.</i> Also entschied er sich dafür, das Angebot des Elfen anzunehmen. Und wenn er so das junge Gesicht, von dessen Ausdruck man nicht gerade einen großen Erfahrungsschatz erwartete, ansah, dachte er doch, dass Relias vielleicht nichts schlimmes im Sinn hatte. Aber Vorsicht bewahren war immer noch besser, als das Nachsehen haben.
"Nun gut. Vielen Dank für dein Angebot, Relias Avantura. Ich nehme es mit Dank an und werde es nicht vergessen." Die Höflichkeitsfloskeln, die er als Kind gelernt hatte, gingen ihm immernoch problemlos auswendig und mit einem Lächeln von der Zunge. "Ich bin übrigens Dragno der Drachentitan. Wenn ihr auch am Turnier interessiert seid, könnten wir uns das vielleicht zusammen ansehen. Wenn ihr wollt? Immerhin ... oh, ich glaube, wir können passieren."
Unterbrach sich Dragno, denn die Personenmasse, die sie von den Stadttoren und den Wachen, die diese zu jener späten Stunde bewachen mussten, war stark geschrumpft und schon bald würde sie wohl eine der Stadtwachen hineinkomplementieren, wie es immer war, wenn Dragno in die Stadt kam. Sollte er Probleme wegen seinen Waffen bekommen, die er nicht gerade unauffällig am Körper trug, um sie jederzeit zur Hand zu haben, würde er wohl seine Kontakte zu Ausbilder Garion spielen lassen - doch das war bislang noch nie nötig gewesen.

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Relias
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Relias » Mittwoch 23. April 2008, 19:37

Erfreut nahm Relias die Vorstellung und die Zusage Dragnos zur Kenntnis.
<b>Er ist anscheinend netter als er aussieht.</b>, dachte der Elf.
Plötzlich hörte er hinter sich ein Räuspern. Sofort wandte er sich um. Vor ihm standen zwei der Torwächter, einer guckte Relias an , als wolle er wissen was er hier suche, der andere schaute nervös zu Dragno hoch. Relias lächelte letzteren verständnisvoll zu und zeigte dem anderen das Siegel der Familie Avantura, eine Lilie die durch ein Wagenrad wuchs. Viele Mitglieder der Familie Avantura waren Händler oder bezahlten diese, manche fungierten auch als Boten, so dass das Siegel inzwischen in den meisten Großstädten Celcias bekannt war. Der Wachmann nickte relias zu, als zeichen dass er passieren dürfe, doch Dragno hielt er an. Anscheinend wollte er beim Krieger, der seine Waffen so offensichtlich trug, eine Nummer sicher gehen. Doch Relias hielt ihn an der Schulter fest und sagte ihm kurz etwas ins Ohr. Der Torwächter fing, bei Relias Worten, an zu grinsen und sagte es leise seinem jüngeren Kameraden, der Dragno nun mit einer Mischung aus Furcht und Bewunderung anschaute. Die beiden winkten sie durch. "Folgt mir.", sagte Relias und ging weiter.

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Kazel Tenebrée
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 25. April 2008, 23:49

<b>@ Elena</b>

Für dich geht's weiter auf dem Marktplatz. Topic: Eine kleine Spelunke (eröffne ich gleich)
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Stadtwache
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Samstag 26. April 2008, 19:25

<b>@ Dragnolin und Relias</b>

An diesen Tag gab es einiges zu tun, denn viele Leute wollten rechtzeitig da sein um das Turnier zu verpassen. Auch viele Händler kamen und erhofften, ihre Ware zu einem guten Preis verkaufen zu können. Jeder Mann von der Stadtwache hatte ein ordentliches Stück Arbeit vor sich und es konnte sich kaum jemand eine Pause gönnen.
Es ging sehr schleppend voran, ehe Dragnolin und Relias an die Reihe kamen.
Die beiden kamen schon bald an die Reihe und der Wachmann wollte schon die Routine fragen stellen.
Ein leicht genervter Blick ging über sein Gesicht und er bemerkte, wie ein anderer Wachmann nervös einen großen und recht gut bewaffneten Kerl ansah.
Ehe der Wachmann mit der Befragung anfangen konnte, hielt ihm Relias schon ein wohl bekanntes Wappen ins Gesicht.
Eine Lilie die durch ein Wagenrad wuchs.
Ein kurzes nicken wurde dem Wachmann entlockt und er ließ Relias passieren.
Dragnolin wurde kurz angehalten und man wollte ihm wegen seinen Waffen warnen und ihm sagen, dass er keinen Ärger machen soll.
Relias flüsterte dem Wachmann etwas ins Ohr:
"Er ist ein Leibwächter."
wieder nickte der Wachmann wieder und ließ auch Dragnolin passieren.
Kaum waren die beiden vorbei gegangen, schon konnte man den Wachmann hören wie er rief:
"He da! Nicht drängeln, es kommt jeder in die Stadt hinein!"

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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Dragnolin van Trynitus » Donnerstag 1. Mai 2008, 00:14

Als Dragno und Relias bei den Torwächtern angekommen waren, wusste der junge Elf scheinbar sofort, wie mit diesen umzugehen war. Als nämlich der eine von ihnen nur einen unsicheren Blick auf Dragno warf, holte Relias ein Siegel heror - vermutlich das seiner Familie. Allerdings konnte Dragno nicht sehen, was die dem Wächter zugewandte Seite des Siegels darstellte, da er hinter Relias stand. Andernfalls hätte er es vielleicht wiedererkannt und mit einer Lektion aus seiner Kindheit über andere Adelsgeschlechter in Verbindung bringen können - doch so wusste er noch nichts mit dem Namen Avaturas anzufangen.
Jedenfalls schien die Darbietung des Siegels beim Wächter genug Eindruck zu machen, um Relias passieren zu lassen - nicht aber Dragno. Dies jedoch konnte der Elf mit ein paar geflüsterten Worten an den Wächter klären, der daraufhin auch den Krieger durchwinkte.
Noch auf dem Weg durch das Tor, wobei Dragnolin seinem neuen Begleiter immer auf dem Fuß folgte, bedrängte er diesen mit Fragen - was ja eigentlich so gar nicht seine Art war. Doch Dragno der Drachentitan hasste es, wenn Dinge mit ihm geschahen, die er nicht kontrollierte. Und Relias schien nun durchaus Einfluss auf Dragnos Abenteuer zu nehmen - wenn auch positiven.
"Relias, was hast du gerade zu dem Wächter gesagt? Kann ich mir dein Siegel nochmal anschauen?", doch dann überwog bei ihm der Bedarf nach einer Unterkunft und einem guten Mahl und so erkundigte er sich gleich danach.
"Zeig mir am besten mal wo deine Verwandten leben!"

[Geht weiter im Thread - Bei den Avanturas - im Wohnviertel]
Zuletzt geändert von Dragnolin van Trynitus am Freitag 2. Mai 2008, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Relias » Freitag 2. Mai 2008, 20:56

<i>"Relias, was hast du gerade zu dem Wächter gesagt? Kann ich mir dein Siegel nochmal anschauen? Zeig mir am besten wo deine Verwandten leben!"</i>
Relias schmunzelte. Dragno war zwar groß und einschüchternd, aber er schien auch relativ neugierig zu sein. Er überlegte sich seine antworten sehr genau. Es war nicht gut wenn der Krieger zu viel wusste. Das könnte sonst gefährlich für ihn werden. Es würde ihn in Situationen führen in denen Schwerter nichts mehr nützten.
"Den Wächter sagte ich, dass du mein Leibwächter wärest. Und meine Verwandten wohnen im südlichen Teil der Wohnviertel.", antwortete er schließlich. Die Frage nach dem Siegel ignorierte er beflissentlich. auf einmal hörte er ein leises Maunzen in seiner Seitentasche. Es war Lia. Schnell machte Relias die Tasche auf.
<span style="color:FFFFFF;">"Wurde auch langsam Zeit, ich wär beinah erstickt."</span>, schimpfte sie. Als sie ein wenig Luft geholt hatte sprach sie weiter.
<span style="color:FFFFFF;">"Ich habe ein ungutes Gefühl, Relias. Es ist, als ob Schwierigkeiten auf uns zu kommen."</span>, maunzte sie besorgt.
Relias sagte nichts. Was Lias Gefühl für Gefahren anging lag sie bedauerlicherweise häufig richtig, doch Relias wusste einfach nicht wie diese Gefahr aussehen würde. Dementsprechend konnte er nichts weiteres zu tun, außer abzuwarten und zu reagieren.
"Das haus meines Onkels Gerochas ist dort drüben. Das mit dem hohen Dach und den bunten Lichtern.", sagte er zu Dragno und seinen Begleitern und deutete auf eines der hell beleuchteten Häuser.
"Gerochas hat eine Schwäche für Licht.", sagte er entschuldigend, "Also passt auf und kneift die Augen zu, wenn wir da sind." Mit dieser Warnung drehte er sich wieder um und machte sich auf den weg zu seinen Verwandten.

[Geht weiter im Thread - Bei den Avanturas - im Wohnviertel]

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Stadtwache
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Sonntag 4. Mai 2008, 21:49

<b>@ Cecil und Azura</b>

<i>OT-Hinweis: Hier begrüßt euch Kazel, euer neuer Mod. Falls es direkt am Anfang einige Ungereimtheiten geben sollte, informiert mich bitte. Ich versuche, die Handlung nahtlos weiterzuführen <img src="http://images.rapidforum.com/images/i25.gif" border="0"> </i>

Da ragte sie vor ihnen empor: Pelgar, Celcias Hauptstadt. So groß und festungsartig, dennoch auf seine eigene Art und Weise schön – und stolz. Ja, Stolz schrieb man hier sehr groß, denn ebenso schauten auch die Wachen drein, welche vor der gigantischen Eingangspforte postiert waren. Derzeit jedoch lag der Grund wohl bei dem Spaß, den sie sich durch ein Würfelspiel gönnten. Es nannte sich "Augenteufels hundert Blicke" und es gewann derjeniger, dessen Würfelwurf eben eine höhere Augenzahl aufwies. Dabei wurde stets aufaddiert, so lernten neue Rekruten der Kaserne wenigstens spielerisch und schnell das rechnen. Sieger des kleinen Wettkampfes am Spieltisch war nämlich derjenige, der zuerst 100 Punkte, also einhundert Würfelaugen insgesamt, erspielt hatte. Die Kasernenvariante beinhaltete noch ein gutes Dutzend Regeln mehr, bei denen Goldstücke pro Wurf gesetzt wurden, um das Spiel spannender zu gestalten.
Letzten Endes ging es immer nur um Gold.

Zwei von drei Wächtern spielten derzeit um den Einsatz von insgesamt 10 Goldmünzen, der dritte im Bunde schaute begeistert zu. Als er jedoch Cecils Hufschlag hörte, kaum dass sie sich dem Stadttor auf kürzere Distanz näherte, hob er den Kopf und griff zu seiner Hellebarde. Schon riss der Wächter kurz die Augen auf, kniff sie einen Lidschlag später aber schon wieder zusammen. Langsam trat er an Cecil heran – Azura, die ein wenig weiter des Weges stand, nahm er noch nicht wirklich wahr. Seine Aufmerksamkeit lag auf der Pferdefrau.
"Eine Hybridin, nehme ich an", war sein Gruß an Cecil, zusammen mit einer defensiv erhobenen Stangenwaffe.

"Wer seid Ihr und was treibt Euch vor die Tore Pelgars?", fragte er schon im nächsten Atemzug. Noch ehe Cecil überhaupt reagieren konnte, hatten auch die beiden anderen Wächter ihre Blicke von den Würfeln gelöst und starrten die Centaure an. Einer der Wächter lachte: "Vielleicht will sie nur einen Sack Hafer und ein warmes Strohlager im nächsten Stall, haha!"
"Halt's Maul, Fester!", knurrte der Wächter mit der Hellebarde zurück. Er zeigte sich vielleicht zunächst ebenso vorsichtig wie so viele andere Menschen gegenüber einer so stattlichen Pferdefrau, aber er machte wenigstens keine Witze über sie. Vielleicht lag es daran, dass er Cecils Hufen ein ganzes Stück näher war als seine Kameraden und dieser Mann hier das Ausmaß solcher Trampelwerkzeuge besser einschätzen konnte.

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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Samstag 10. Mai 2008, 20:46

Weniger beeindruckte es den Soldaten, dass Cecil auf so höfliche Art und Weise sprechen konnte – der eine am Würfeltisch hielt sie nämlich vielmehr für ein Pferd denn für ein zivilisiertes Wesen –, aber womit die Hybridin konterte, war ihre Aussage über den Stall. Sie wäre wirklich bereit, in einem zu schlafen und das gab dem Wächter den Rest. Er öffnete den Mund, schloss ihn wieder und öffnete ihn erneut. Sein Gesichtsausdruck ähnelte einem Fisch an Land, der in verzweifelter Agonie versuchte, zu atmen.
Seine Kameraden grinsten ob seines lächerlichen Gebarens, welches er nun so offensichtlich an den Tag legte. Daraufhin wurde der beleidigende Soldat rot und konzentrierte sich wieder mürrisch auf sein Würfelspiel.

Cecil plauderte inzwischen munter weiter und es gelang ihr, durch ihre geschickte Wortgewandtheit gewisses Vertrauen in dem Wächter zu wecken, der vor ihr stand. Jedenfalls senkte dieser endlich die Hellebarde und stimmte nur nickend zu: "Ja, Pelgar ist eine wundervolle Stadt. Also dann, Cecil de Cicilias und Weggefährtin Azura ... willkommen in Pelgar. Ich wünsche euch beiden –" Schon wurde der Wächter unterbrochen, denn in jenem Moment trat soeben erwähnte Azura vor und zog sich die Kapuze ihres Umhanges vom Kopf.

Der Wächter verharrte, hatte längst vergessen, was er sagen wollte und hörte zugleich Azura im erstem Moment nicht wirklich zu. Zwar vernahm er ihre Worte, doch sein Verstand wollte jene nicht verarbeiten. Noch nicht. Stattdessen schaute er lieber in diese sinnlichen, braunen Augen, die wie Bernsteine leuchteten an diesem wahrhaft nicht ganz so wundervollen Tag. Das Wetter meinte es heute nicht sehr gut mit den Celcianern. Doch Azura bot für den Wachmann einen wahren Lichtblick. Er lächelte.

Dann aber machte es endlich Klick bei dem Soldaten und sein Gehirn hatte die Informationen aus Azuras Aussage verarbeitet. Das hieß jedoch nicht, dass er darauf gleich eine Antwort parat hatte. So druckste der Mann herum wie ein Schuljunge, den man beim Mogeln erwischt hatte, ehe er genug Mumm aufbrachte, zu antworten. Dabei richtete er jedoch sein Wort nicht an Azura, sondern wandte sich gleich Cecil zu. "Verzeiht diese unfreundlichen Bemerkungen. Es steht uns nicht zu, einen Gast der Stadt auf derartige Maßen zu behandeln. Ich entschuldige mich und verspreche, es kommt nicht wieder vor."

Inzwischen hatten die beiden anderen Wachposten auch mitbekommen, dass die beiden Frauen Pelgar wohl tatsächlich betreten würden dürfen und so hatten sie garnicht erst den Befehl ihres Vorgesetzten abgewartet, sondern schon ein Signal gegeben, das Tor zu öffnen.
Unter Knarren schoben sich die beiden Flügel der großen Pforte auf und Cecil und Azura konnten passieren.

<i>weiter in Pelgar ... wo ihr eben gerade hin wollt <img src="http://images.rapidforum.com/images/i23.gif" border="0"> </i>
Zuletzt geändert von Stadtwache am Samstag 10. Mai 2008, 20:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Merdarion » Freitag 3. Oktober 2008, 10:57

<i>Komme von "Die Stille Ebene -> Auf dem Weg nach Pelgar"</i>

Mit jedem Schritt wuchsen die Mauern und Türme, die Dächer und das gewaltige Tor Pelgars an und schon bald musste Merdarion den Kopf recken, um die höchsten Punkte der riesigen Stadt sehen zu können.
Es hatte sich wahrlich nicht viel verändert, seit seinem letzten Besuch dieses Ortes, wenn man von ihm und Aaron absah; nun floss Wolfsblut durch seinen Körper und Aaron war ein mächtiger Vertreter seiner Rasse geworden, die Streifen des weißen Tigers zeichneten sich schärfer als damals auf seinem schneeweißen Pelz ab und auch sein Blick hatte sich gewandelt.
Die mandelförmigen Pupillen huschten über die Wehranlagen der Stadt, die Schnauze des Wolfes zitterte und schnüffelte prüfend in die Luft und ein leises Grollen entstieg dem Getigerten.
<span style="color:FFFFFF;"> "Es riecht nach Stahl und viel Schweiß, Bruder. Diese Stadt ist sehr gut gegen Angreifer geschützt und wenn sie uns für solche halten, dann sollten wir unseren Frieden mit Iaszar machen. Bloß keine Dummheiten..." </span>
Merdarion schmunzelte und blieb ungefähr 80 Schritt vor den riesigen Flügeltüren, dem Fallgitter stehen.
<span style="color:FFFFFF;"> "Da redet der Richtige. Du hättest Moldyn ohne zu Zögern zerfetzt, wenn ich dich nicht davon abgehalten hätte. Früher oder später wären die Dunkelelfen dahinter gekommen, wer einen der ihren umbrachte und dann hättten wir unseren Frieden mit Iaszar wirklich abschließen können!"</span>, entgegnete der Wolfshybrid schmunzelnd, worauf Aaron die Ohren anlegte und beleidigt schnaubend den Kopf abwendete.
<span style="color:FFFFFF;"> "Ich wollte dich lediglich beschützen..." </span>
<span style="color:FFFFFF;"> "Dafür wirst du noch viele Gelegenheiten haben, du weißt, dass jeder auch auf sich selbst aufpassen kann. Man merkt, wie lange wir schon beisammen sind und das wird noch lange Zeit so anhalten, wie ich hoffe." </span>

Dem konnte Aaron nur zustimmen und wieder versöhnlich mit dem Schweif wedelnd trottete er neben seinem Herren her auf das Tor zu.
Merdarion versuchte sich so gut es geht an das Bild eines gewöhnlichen Menschen anzupassen; seine Krallen ließen sich ein wenig einziehen, die Reißzähne verschwanden hinter den rissigen Lippen und der Schwanz wickelte sich um seine Hüfte, dass es nun wie ein vielleicht seltsamer aber nicht so auffälliger Gürtel aussah.
Man musste nun zweimal hinsehen, bis man erkannte, dass kein reinblütiger Mensch vor einem stand.
Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und den Zweihänder wie immer auf seinem Rücken hängend, spreizte Merdarion seine prankengleichen Hände etwas vom Körper ab, sodass man ihm ansah, dass er nicht vorhatte, seine Waffe zu ziehen.

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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Freitag 3. Oktober 2008, 20:26

Das Wetter meinte es heute ebenso wenig gut mit den beiden Wachen Robert und Alfred wie deren Vorgesetzter. Der Hauptmann hatte nämlich sie für die heutige Schicht zur Verfügung gestellt, so dass die beiden Soldaten nun den ganzen Tag bei Wind und Wetter vor den Toren Pelgars stehen und aufpassen mussten, dass kein Unbefugter hinein oder kein dreister Dieb heraus gelangen konnte.
Schon einige Stunden hatten sie gestanden und Alfred spürte es langsam in den Gliedern. Er lehnte kurz seine lange Hellebarde gegen die Wand und rückte seinen Waffengürtel zurecht. Das Schwert steckte in der Scheide, die Rüstung war heute früh frisch poliert worden, jetzt aber hatte sie ihren Glanz bereits wieder verloren.

<span style="color:01019A;">"Nanana, Alfred, jetzt nur nicht schlapp machen. Sieh nur, bald ist unsere Schicht vorbei und wir können zurück in die Kaserne. Aaach, ich freue mich schon, heute gibt's Fleischbrühe in der Küche."
"Dass du dich nicht wieder bis zum Rand vollstopfst, Robert. Dann hast du nachts nur wieder Blähungen. Eigentlich dürfte ich mich über all die frische Luft hier nicht beschweren, wenn ich da an die muffigen Dünste in unseren ..."
"Da kommt jemand!"</span>, unterbrach Robert, ehe sein Kamerad noch länger über seine Darmwinde philosophieren konnte. Wobei, er hatte ja Recht. Auch Robert genoss es, mal nicht in seinem eigenen Mief schlafen zu müssen, sondern an der frischen Luft zu sein. Dennoch war er froh, dass sich mit Eintreffen jenes Fremden, an dessen Seite ein riesiger, gestreifter Wolf amrschierte, das Thema vorerst beendet war.

"Halt!", rief Robert und nahm selbst Haltung an. Stramm stand er da, durchtrainiert und breitschultrig. Ja, dieser Mann konnte sich wahrhaft Soldat nennen. Er besaß den nötigen Körperbau dazu. Sein Kumpane Alfred hingegen war beleibter. Teile seines Speckes quollen schon links und rechts aus der Rüstung heraus. Er wirkte ein wenig plump, aber dadurch nicht dumm.
"Weist Euch aus, Fremder. Warum begehrt Ihr Einlass nach Pelgar?"
"Den großen Wolfshund wollt Ihr doch hoffentlich nicht mit in die Stadt nehmen. Er ist ja nicht einmal angeleint", bemerkte Alfred und beäugte Aaron kritisch.

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Merdarion
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Merdarion » Freitag 3. Oktober 2008, 22:35

Merdarion blieb zunächst schweigend stehen, als ihn zwei Soldaten Pelgars aufhielten und nach seinem Weg fragten.
Er antwortete nicht, hob den Blick und betrachtete die beiden Männer abwechselnd; ein Grinsen huschte über seine narbigen Züge, als die Speckschichten des Einen in seine Blickwinkel kamen.
<i>Was haben wir denn da... einen Schweinebraten in eisernen Strumpfhosen und einen Anderen, der sich für etwas Besonderes hält, da er ein bisschen mehr Luft in den Armen hat...</i>
Diesen Gedankengang teilte er auch Aaron mit, der erzürnt die Nackenhaare sträubte und den Trainierten anknurrte.
<span style="color:FFFFFF;"> "Wie kann der es wagen, mich WolfsHUND zu nennen!!!" </span>
"Beruhige dich", wies ihn Merdarin auf Celcianisch zurecht und sofort legte der Getigerte die Ohren an, wenn auch mit Widerwillen und wütend blitzenden Augen.
"Mein Name ist Merdarion, Soldat. Ich bin ...", er zögerte kurz.
War es schlau, sich als jemanden auszugeben, der im Auftrag anderer tötete?
Nein, man würde den Hybriden sofort als Feind vermuten, also gab er Aaron ein Zeichen, sich zu setzen und blickte den Dickeren der Beiden ohne Scheu und mit Entschlossenheit an.
"Ich bin Waldläufer aus dem fernen Arus und die Einsamkeit hat mich zur Hauptstadt gezogen, wo ich nun Arbeit als Jäger oder etwas in der Art suchen möchte. Mein Freund und Gefährte hier wird sich ebenso wie ich anständig benehmen. Und..."

Der Kopfgeldjäger sah den Kräftigen abwertend an, auch ihm ging es an die gute Laune, wenn man seinen Begleiter als Mischling titulierte.
"Er weiß sich besser und ohne Leine aufzuführen als gewisse andere Menschen, die es nicht einmal mehr wagen, an der Leine ihrer Herren zu ziehen. Er ist ein reinrassiger Wolf mit dem Pelz und Schutz Iaszars gesegnet und daher mehr wert als so manch anderer "Zweibeiner" ", brummte er mit vor der breiten Brust verschränkten Armen, die er unmerklich etwas anspannte.
Der Typ, der den strammen Soldaten nach Vorschrift markierte, war zwar kräftig, doch mit der Statur Merdarions vermochte er es nicht aufzunehmen.
Das harte Leben im Arus hatte positive Spuren im und am Körper des Wolfmannes hinterlassen; Muskeln zeichneten sich deutlich unter der Lederrüstung ab und seit das Blut eines Wolfes durch seine Venen floss, hatte dieser körperliche Zustand noch etwas zugenommen, ohne ihn wie ein übertrieben durchtrainiertes Muskelpaket aussehen zu lassen.
Was dieses Gerede mit seinem Gott Iaszar anging, glaubte der Söldner, etwas übertrieben zu haben; es mochte vielleicht auch nur eine Laune der Natur gewesen sein, seinen vierbeinigen Bruder mit einem Muster des Pelzes eines Tigers gezeichnet zu haben.
Andererseits... wieso schienen dann diese Merkmale ein seltsames Innenleben zu führen?
Merdarion hatte es schon sehr oft an Aaron bemerkt, bläuliches Leuchten, Bewegungen die nicht auf die Muskeln unter dem Fell zurückzuführen waren... er vertrieb die Gedanken aus seinem Kopf und kehrte zu den beiden Wächtern zurück.
"Also was ist? Lasst ihr mich UND meinen Freund hier durch das Tor? Wir versprechen, keinen Ärger zu machen und sollte Aaron etwas....kaputt machen oder von einem euerer Kameraden abbeißen, ich werde mich natürlich zur Verantwortung ziehen lassen. Nun?"

Aaron unterstrich die Worte seines Herren durch ein gehässiges Knurren und in die Luft schnappen mit seinen mächtigen Reißzähnen.
<span style="color:FFFFFF;"> "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich diese Mickrigkeiten von ihren Besitzern trennen möchte? Den Geschmack werde ich ja nie wieder los!" </span>
Merdarion grinste nun ebenfalls höhnisch, jedoch im Schutz seiner Kapuze, da er den Blick gesenkt hatte.

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Stadtwache
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Stadtwache » Samstag 4. Oktober 2008, 19:03

"Mir erscheint es doch recht seltsam, dass ein Waldläufer in den Bergen nach Arbeit sucht. Pelgar zeichnet sich ja nicht gerade als Pflanzenstädtchen aus. Da müsstet Ihr schon in den Eldar gehen."
"Oder nach Andunie, da gibt es wenigstens Apfelbäume", warf Alfred, der dickere der beiden Wächter ein. Er beäugte Aaron, war sich nicht ganz sicher, ob sie trotz des Versprechens von Merdarion einen leinenlosen Wolf in die Stadt lassen sollten. Und die schnippische Bemerkung des Mannes trug nicht gerade dazu bei, das Gemüt der Stadtwache zu erheitern. Schließlich würde man ihnen eine Standpauke halten und sie zuerst zur Verantwortung ziehen, sollte es einen unglücklichen Unfall geben.

<span style="color:01019A;">"Bedenke, Kamerad. Diese Morticia streunt immer noch durch Pelgar und ich hörte Gerüchte, sie habe sich in der Irrenanstalt Burgstein herumgetrieben. Ich frage mich, was sie dort suchte."
"Sie muss verrückt sein, kein Wunder, treibt es sie dorthin."</span> Beide Wächter tauschten ein Schmunzeln aus. Alfred grunzte sogar erheitert. Dann jedoch wandte sich der Soldat Robert wieder an Merdarion.

"Seid Ihr nun Soldat oder Waldläufer aus dem Arus? Nun ich tippe auf Letzteres." Er hatte nicht den Befehl, Wanderer abzuweisen, die sich innerhalb der Mauern Arbeit suchen wollten. Lediglich in Bettlerkleidung gewandete Bittsteller, Vertreter des dunklen Volkes, die einen verdächtigen Eindruck machten oder mutmaßliche Gauner hatten die Torwachen abzuweisen.
Und so gab Robert Signal, das Tor zu öffnen, noch ehe er von Merdarion eine Antwort auf seine Frage erhalten hatte. "Dass Ihr Euch zu benehmen und an die Gesetze zu halten habt, muss ich wohl nicht mehr erwähnen. Die bekannte Schenke <i>Zum Pony</i> ist leider einem Feuer zum Opfer gefallen und bisher haben sich noch nicht genug Bürger gefunden, sie wieder aufzubauen. Wenn Ihr also irgendwo nächtigen wollt, so müsst Ihr Euch nach einer kleineren Absteige umsehen. Den <i>Freudentänzer</i> oder die Taverne <i>Zum singenden Ochsen</i>, Wünsche einen angenehmen Aufenthalt."

Und da teilten sich auch schon die riesigen Flügeltore und der Weg nach Pelgar stand Merdarion und Aaron offen.

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Merdarion
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Re: Vor den Toren Pelgars

Beitrag von Merdarion » Samstag 4. Oktober 2008, 19:44

Merdarion lächelte nur und würdigte die Soldaten Pelgars keines einzigen Blickes mehr, sondern setzte sich sofort in Bewegung, als die sich die Stadttore langsam für ihn auftaten.
Als Zeichen, er habe die Worte des Wächters gehört, was die Schenken und Gesetze anging, hob der Hybrid die rechte Hand und winkte dreimal, ehe er das Tor passierte.
Doch schon nach den ersten paar Metern innerhalb der Stadt blieb der Mann stehen und reckte den Hals, schnüffelte in den zum Teil übel riechenden Wind, der aus den Seitenstraßen und Gossen kam.
Auch Aaron witterte lautstark, nieste und legte die Ohren an; die Beiden sahen sich um, ohne zunächst ein Wort zu verlieren, während der Kopfgeldjäger sich an seinen letzten Besuch hier erinnerte.
<span style="color:FFFFFF;"> "Sieht alles noch genauso aus wie damals. Gut Aaron, jetzt beweise deinen Optimismus, wir suchen einen Menschen oder Ähnliches, vielleicht alt, vielleicht jung, vielleicht arm oder reich." </span>

Aaron trottete einige Schritte geradeaus, ehe er seine Schnauze am Boden herumfahren ließ.
<span style="color:FFFFFF;"> "Wenn sie reich ist, dann riecht sie bestimmt nach so edlem Parfüm oder etwas in der Art.." </span>, suchte der Wolf nach einem Ausweg, doch Merdarion schritt eine Hauswand entlang und lehnte sich in ihrem Schatten mit verschränkten Armen an die Wand.
<span style="color:FFFFFF;"> "Es gibt zwar viele Arme hier in Pelgar aber dafür umso mehr reiche Säcke mit verwöhnten Töchtern und verhätschelten Söhnen. Suche mir den von ihnen heraus, den wir suchen. Außerdem, woher weißt du, dass es eine Sie ist? Wir wissen gar nichts Aaron, nicht einmal Moldyn wollte uns etwas verraten."</span>
<span style="color:FFFFFF;"> "Er hat uns angelogen, du hast es doch auch gerochen"</span>, murmelte der Getigerte, während er weiter auf der Straße herumschlich und die Gegend mit seinem Geruchssinn absuchte.
<span style="color:FFFFFf;"> "Aber ihn dafür wie angekündigt zu töten, hätte nichts gebracht, Aaron, begreife es. Hier müssen wir nach den Regeln anderer leben, nicht wie bei uns zu hause, wo WIR das Sagen haben!" </span>
Der Wolf verzog sich nach einigem erneuten Geschnüffel zu Merdarion in den Schatten zurück.
<span style="color:FFFFFF;"> "Also stochern wir wieder völlig im Nebel herum, es bleibt einzig der Azurkristall als Anhaltspunkt und unser Ziel wird nicht als einziges so einen Stein besitzen...Selten zwar aber nicht einmalig..Aber mich beschäftigt gerade mehr, worüber diese beiden Waschlappen am Tor geredet haben." </span>

Darüber musste auch Merdarion kurz nachdenken.
Sie hatten in der Sprache ihres Landes gesprochen, dieser war der Hybrid nicht mächtig und ihm waren auch nur ein paar Wörter bekannt; meistens hatten seine damaligen Auftraggeber entweder in Celcianisch geredet oder einen Übersetzer dabei gehabt wenn es betuchtere Leute aus ferneren Winkeln Celcias gewesen waren.
<span style="color:FFFFFF;"> "Ich habe nur die Wörter "verrückt" "Irre" und Mord oder so etwas in der Art verstanden. Und selbst da bin ich mir nicht sicher, ich kann diese Sprache nicht und für mich hat es nach so etwas geklungen"</span>,überlegte der Wolfsmann mit verschränkten Armen.
Doch eines war klar, sie würde nie weiter kommen, wenn sie hier im Schatten dieses Hauses bleiben würden.
Also beschlossen sie, sich ein wenig in der Stadt umzusehen.
Merdarion entschied sich gegen eine Unterkunft, die Gassen und die Dunkelheit der nächtlichen Stadt fürchtete ein Wolf nicht und in einem Zimmer einer Kneipe wäre er ein zu leichtes Ziel für mögliche Angreifer.
<span style="color:FFFFFF;"> "Wir werden sehen, was uns erwartet. Komm, wir schauen uns noch ein wenig um, vielleicht läuft uns der Azurträger ja in die Arme und wir können in ein paar Stunden nach Kosral zurück" </span>, schmunzelte Merdarion, worauf Aaron den Kopf schüttelte und leise bellte.

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