Verlassen der Stadt

Eigentlich bräuchte Pelgar keine Wächter vor den Toren, denn kaum einer könnte das Fallgitter, die schweren Flügeltüren oder gar die hohen Mauern überwinden. Doch die Hauptstadt legt viel Wert auf Sicherheit, weshalb das Tor sogar nachts bewacht wird.
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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Freitag 12. Januar 2007, 22:25

Der Wächter am Tor grüßte Séréna ein wenig verwirrt zurück. Er verstand nicht, dass eine so hübsche jugne Frau eine solch düstere Miene aufsetzen konnte. Doch dann verwies die Elfe auf eine Priesterin, die neben den Pferden hergelaufen war und einen verwirrten Eindruck machte.

<b>Was ist nur los hier? Die eine Frau schaut irgendwie traurig, die andere macht den Eindruck als stünde sie neben sich. Ja, und dieser junge Mann dort auf dem Pferd ... er sieht aus, als sei er mit der ganzen Situation unzufrieden. Versteh einer die Leute.</b>

"Aha, der Geleitschutz. Hat der Kommandant den Auftrag endlich vergeben. Ja, ein Pferd und Ausrüstung sind bereit."
Der Wächter stieß einen gellenden Pfiff aus und sofort kam ein anderer Wachmann mit einem Pferd daher. Es war ein graues Tier, ein Sattel lag bereits auf seinem Rücken und dahinter war eine große Satteltasche befestigt.

"In der Tasche ist Proviant für etwa eine Woche. Dazu Decken und Verbandsmaterial. Das sollte reichen. Ich wünsche eine erfolgreiche Reise."

Er half der Lysanthor-Priesterin auf ihr Pferd, aber diese schaute nur zu Xoél. Ihr Blick hatte jedoch das Verträumte verloren, mehr wirkte sie überrascht und verwirrt.

Um Xoél hingegen entstand eine unsichtbare Aura, die einer Hitzerwelle gleich kam. Der Soldat am Tor wischte sich plötzlich aufkommenden Schweiß von der Sitrn, als der junge Feuermagier an ihm vorüber ritt.


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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Freitag 22. Juni 2007, 22:53

Mit der Vergangenheit im Rücken und der Zukunft vor dem Tore stand sie da und versuchte ein bekanntes Gesicht bei den Wachen zu erspähen – und tatsächlich. Einige Meter von ihr entfernt stand ein junger schlanker Mann, dessen Rüstung irgendwie viel zu gross wirkte – wenn aber dadurch nicht weniger Prunkvoll. Pelgars Wachen waren stolz auf ihren Status und dies zeigten sie auch mit ihren schillernden Rüstungen. Der Mann hatte eine Lanze in der Hand und trug einen schweren Schild. Marschierte. Wachte. Kam auch Kimi zu. Sie hatte ihn nur einige Male zufällig in der Nähe ihres Vaters gesehen – denn eigentlich war Retograd – so hiess der Junge – nur ein kleiner Milizionär der sich aufgrund der wachsender Bedrohung seitens des Dunklen Heeres in den Dienst der Wache gestellt hatte. Somit eigentlich nicht würdig genug sich in direkter Umgebung eines höherrangigen zu begeben.

Retrograd war etwa 19 Jahre alt und hatte noch immer den Wunsch in sich – Soldat zu sein – welchen er nun ansatzweise lebte.

Gerade in diesem Moment lernte er, dass die Last welche auf einem Wachmann Pelgars liegen konnte – gross war. Denn der Schild wog schwer und die Rüstung drückte auf seine Gelenke. Unter dem Eisenhelm kamen kurze schwarze Haare zum Vorschein. Er hatte blaue Augen, welche Kimi nun aufmerksam musterten.
Er war sich nicht sicher ob er die junge Frau kannte die da vor dem Tore stand und darauf war die Stadt zu verlassen. Sie trug Waffen. Er runzelte die Stirn und schritt auf sie zu. Es war ihm deutlich anzusehen wie er versuche sicher Aufzutreten. Doch sein schüchternes Lächeln verdarb ihm dieses Auftreten. „Äh entschuldigt junge Dame! Sehe ich richtig, dass ihr die Stadt verlassen wollt? Alleine? Ihr müsst wissen, dass die Zeiten schlecht sind… und es ungünstig ist alleine zu Reisen. Besonders… als Frau… also ich meine wegen den Dunkelelfen und so… ihr wisst schon… äh ja… wollt ich einfach mal sagen…“ Er schaute sie entschuldigend an. Er biss sich auf die Lippen als er merkte, dass er leicht schwitzte – er war nervös geworden!

Vielleicht weil ihm gefiel, was er vor sich sah?

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Samstag 23. Juni 2007, 16:33

Der Wächter zuckte zusammen als sie seinen Namen aussprach! Natürlich! In der Kaserne hatte er sie einmal gesehen. Er wurde bleich. Doch dann blickte er sie Stirnrunzelnd an als sie auf ihr Übungsschwert deutete. Er legte seinen Kopf schief und musterte sie aufmerksam. „Äh ich würde euch empfehlen… das andere Schwert im Kampf zu nutzen.“ Meinte er nur und deutete auf die „echte“ Waffe. Er musterte sie aufmerksam. „Ich weiss, viele die hier am Tor stehen sagen sie könnten gut auf sich selbst aufpassen. Aber das was da draussen ist… es ist wirklich gefährlich Mädchen!“

Ja er selbst hatte wohl viel grössere Angst davor als die junge Frau. „Ich würde euch empfehlen euch einer Karawane anzuschliessen. Das ist sicherer. Dann kann man sich gegenseitig beschützen.“ Schlug er vor. „Geht zum Marktplatz dort treffen sie sich. Oder reist alleine… wenn ihr glaubt es sei besser für euch.“ Er sah sie besorgt an. Doch lasst euch nicht in die Stadt zurück tragen. In einem hölzernen Sarg.

Der Junge übertrieb etwas, so unmittelbar gross war die Bedrohung glücklicherweise noch nicht. Dennoch hatte er recht. Die Zeiten hatten sich geändert. Beinahe jeder der konnte trug eine Waffe mit sich... und nur äusserst selten waren es Holzschwerter.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Sonntag 24. Juni 2007, 14:15

Retrograd musterte sie aufmerksam nickte schliesslich. „Ja gut zwei Tage zu Fuss.“ Meinte er nur er betrachtete wieder das Übungsschwert und das richtige. Er sah sie an. Besorgt? Vielleicht etwas ja. Doch was wollte er schon tun? Seine Aufgabe war es gewesen die Leute darauf hinzuweisen, dass ausserhalb der gesicherten Toren Pelgars viele Gefahren lauerten. Was die Menschen mit dieser Information anstellten – dies war nicht teil seiner Arbeit. „Nun gut. Wie ihr wollt. Aber passt auf euch auf!“ Wiederholte er erneut und ging einen Schritt zur Seite.

Sie blickte auf das geöffnete Tor. Dahinter das mächtige Drachengebirge. Die erste Etappe ihres Abenteuers.

[wenn du die Stadt verlässt kannst du einen neuen Thread eröffnen :)]

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 8. September 2007, 03:58

[kommt aus dem Kleinen Tempel angerollt]

Die Füsse auf welche er starrte traten näher. Ja nun würden die Geistlichen vollenden was diese Ausgeburt der Inkompetenz nicht geschafft hatte. Doch dieser hielt die Meute von Kuttenträgern auf. Darak hätte es bestimmt gefallen wie der Nichtgenannten die Geistlichen in die Schranken wies, sein Problem war jedoch – dass er überhaupt nichts mehr empfand. Ausser dem gedämpften Schmerz. Noch immer lag er regungslos am Boden und fügte sich willenlos seinem Schicksal. Vielleicht war es auch die beruhigende und schmerzlindernde Wirkung des Johanniskrauts, dass ihm ein schützender Mantel seltsamer Entspanntheit verlieh. Ihm ging es nicht wirklich gut, doch auch nicht mehr schlecht… es war ein Zustand des Seins doch nicht des Wollens. Ein seltsames Empfinden und für den Foltermeister unglaublich fremd, selbst in tiefster Meditation hatte er nie ein ähnliches Erlebnis gehabt.

Jetzt, da seine Nerven zusammengebrochen und seine Schmerzspitze erreicht gewesen war fühlte er sich, so unerklärlich es auch sein mochte… frei. In jener Freiheit jedoch fand er nichts Weiteres als eine unheilsame Gleichgültigkeit seines Lebens gegenüber. Er horchte in sich hinein, spürte seine Stimmbänder wie sie wundgeschrieen waren. Er lauschte seinen tiefen und ruhig gewordenen Atemzügen die seine Lungen mit frischer Luft blähten, ein wohliger Akt des Lebens. Der kühle Stein auf seinem nackten Rücken, wie seine Haut sich den feinen Konturen anpasste. Ja noch nie war er sich selbst so nah und doch so fern gewesen.

Er sah die breite Masse Almas sich ihm nähern und die Heilerin liess sich neben ihm nieder und begann damit sein Knie zu behandeln. Er spürte es nicht mehr, selbst seine Schmerzimpulse begannen erst über dem Oberschenkel. So zuckte er weder mit dem Fuss noch verzog er noch schmerzhaft sein Gesicht. Keine Reaktion. Er starrte nur ruhig und leer geworden vor sich her. Der verratene Mörder – wie er unweigerlich glaubte.

Wie eine der Statuen aus der Halle der Helden stand der maskierte Lehrmeister vor dem liegenden Darak und beschützte den helmlosen und willenlosen Gefallene.

<i>"Meine Schwestern und Brüder, geht in die Betten. Dieser Mann wird umgehend aus dem Tempel entfernt, seid gewiss."</i>

Nur dumpf drangen Cendris Worte in Daraks Festung der Leere ein und hallte schmerzlich wider. Ja, entfernen würde man ihn, wie man einen hässlichen Fleck auf einer Marmorplatte entfernte. Auslöschen, in die ewige Vergessenheit schicken. Letztendlich konnte man es nennen wie man wollte, es war ja doch „nur“ der Tod, der sich dahinter verbarg – wie schön man es auch auslegen wollte.

<i>"Wenn ihr erwacht, wird er nicht mehr hier sein! Er ist auf dem Weg in eine bessere Welt!"</i> Wer war dieser Vermummte, der tatsächlich den Nerv hatte in einem Tempel zu behaupten, dass Faldors Höllenreich eine „bessere Welt“ sein konnte, denn dies war das ewige Nachleben, welches einem Mörder und Folterer wie ihm zustand.

Darak betrachtete die weisse Kutte jenes Fremden und musterte die Flecken die sich darauf gebildet hatten. Wie konnte ein Mann der jede Bewegung mit dieser unheimlichen Präzision ausführte sich überhaupt solche Flecken einhandeln? Der Rest seines Verstandes beschäftigte sich nun eben mit jener Frage, während sich die Brüder und Schwestern der heiligen Gemeinschaften in ihre Zellen zurückzogen und vermutlich bald eifrig damit beschäftigt sein würden in ihren Gebeten über ihn – den Verdammten – der Befleckte inmitten der reinen Einheit zu berichten und sie um Rat fragen, ob es wahrlich die richtige Entscheidung gewesen war, diesen gehörnten Teufel mit dem verräterischen Mal ziehen zu lassen.

Denn Darak Luthrokar war kein Wolf der nur die Schafe riss, nein er war ein abtrünniger Hirte der seinesgleichen ermordet hatte.

Alma erhob sich derzeit – so also sah eine Kontinentalverschiebung aus – und machte sich daran den Räderstuhl zu holen. Darak sah wie der Nichtgenannte sie zu ihm hinkniete und er lauschte den Worten des Fremden. Wie seine Sinne ohnehin einfach alles empfingen und seinem Bewusstsein sandten – weil sie eben einfach noch funktionierten. Ausser den einen in seinem Bein.

<i>"Du gehörst nicht in diesen Tempel. Die Geistlichen haben wenig Sinn für Menschen wie dich.“</i>

Er hatte ja gesagt, dass er nicht hierhin gehörte. Doch Cendris war da anderer Meinung gewesen – aber was spielte dies noch für eine Rolle. Das die Geistlichen wenig für gefallene ihresgleichen übrig hatten war selbst für Darak irgendwie verständlich.

<i>Du gehörst fortan zu mir. Ich nehme dich als meinen Schüler an, junger Novize des Schmerzes.</i>

Ein Wunder. Darak gehörte jemanden?! Also doch ein Sklave. Sklave des Schmerzes, unterjochter seines eigenen Körpers, Vasall seines gebrochenen und geschundenen Verstandes, der sich jedoch noch immer hartnäckig gegen den drohenden Wahnsinn sperrte – und bisher auch noch in seiner Abwehr standhielt.

Die ruhige Hand des Fremden berührte seinen Hals und dann durchzog ihn nur noch Finsternis. Wohltuende Ruhe, denn selbst seine Geister waren in Anbetracht jenes Schmerzes und jener Entblössung vor der irdischen Tempelgemeinde verstummt. Oder war es doch ein später, aber dennoch gewährter Akt der Gnade einer Göttin, welche Cendris für Listig hielt? Oder aber es war das Kraut welches ihm Alma eingeflösst hatte. Egal was es war, es sorgte für eine kurze Zeit für Frieden in Daraks ruinierten Selbst.

Erst das Holpern und klappern des Räderstuhls weckte ihn aus seinem Schlaf. Müde und Erschöpft schlug Darak seine Augen auf und stellte sogleich fest, dass er Bewegt wurde. Sein Blick fiel auf das pinkfarbene Kissen, welches sein Bein stützen sollte. Er spürte die weiche Unterlage nicht, hätte er das Bein nicht gesehen, so hätte er nicht einmal gemerkt, dass es da lag. Auch merkte er, dass sein Leib durch die braune Kutte eines Mönches verdeckt war. Nun steckten sie ihn also auch noch in die Kleider jener Gemeinschaft aus der er Verstossen war? Ja… dies war wohl wieder diese seltsame Ironie seines Schicksals der er schon so oft begegnet war.

Er fragte nichts sonder schwieg. Spürte die kühle Luft der sich andeutenden Morgendämmerung durch sein Haar streichen, denn sein Helm hing am Gürtel jenes Fremden. Vielleicht war dies seine Methode Darak klar zu machen, wem er nun gehörte.

<b> Mein Helm!</b> Dachte er. Er war so ziemlich das einzige – neben dem Mal – dass ihn noch als Darak Luthrokar auswies. Den selbst seine schier unstillbare Lust nach Hühnchen war ihm völlig vergangen.

<i>"Reg dich jetzt BLOSS nicht wegen deinem Helm auf. Naja, du dürftest ruhig gestellt sein. Das Johanniskraut wirkt Wunder. Hält dich brav still und stärkt dafür wieder deine Nerven. Kannst du gut gebrauchen.</i>

Darak regte sich überhaupt nicht, er starrte nur dumpf auf den Helm. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er ihn haben wollte. Doch er fragte nicht danach und ereiferte sich auch nicht deswegen. Glücklicherweise Wirkte das Mittel aber gut genug um Darak vor einem erneuten Weinkrampf zu bewahren. Er spürte wie sich seine Gedanken langsam wieder Ordneten und seine Verzweiflung gänzlich der Gleichgültigkeit wicht – sicherlich auf Dauer auch ein unzumutbarer Zustand doch im Moment wohl die einzige Möglichkeit irgendwie am Leben zu bleiben ohne völlig durchzudrehen.

Kein Nicken kein Laut nichts von all dem zeigte Darak als Alma ihm über ihre neue und auch bezahlte Arbeit berichtete. Es war nicht so, dass es ihn nicht interessierte – genau sowenig wie es ihn interessierte. Er hörte es einfach, nahm es auf und damit war es dann auch schon passiert. Er hätte sich ja ärgern können, oder freuen für Alma, dass sie endlich mal mit etwas Zufrieden schien. Ja hätte er können – wenn er dies noch können würde.

Selbst als Darak das riesige Tor Pelgars vor sich auftauchen sah weiteten sich nicht einmal seine Augen, noch immer der selbe dumpfe Ausdruck habend liess er sich darauf zurollen.

<i>“Die Wächter müssen nicht erfahren, dass ein nicht verurteilter Mörder die Stadt verlässt."</i>

Erst dieser eine Satz entlockte Darak eine Regung. Ein Lebenszeichen seiner Seele. Wie das letzte Beinzucken eines auf dem Rücken liegenden Käfers.

“Ich bin verurteilt. Zum Tode. In Andunie.“ Stellte er richtig. Dann verfiel er wieder dem Schweigen und der Leere.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Samstag 8. September 2007, 14:27

<i>"Ich bin verurteilt. Zum Tode. In Andunie."</i>

"Alma, sorgt dafür, dass er schweigt." Dies war die einzige Reaktion auf Daraks Berichtigung. Entweder empfand es der Nichtgenannte im Moment als zu gefährlich, dass Darak vor den immer näher Rückenden Stadtwachen sprach oder aber er interessierte sich nicht dafür, in welchen Städten Celcias man den Verdammten bereits verurteilt hatte.

Das Tor erhob sich vor ihnen und ein Wächter, der innen seiner Pflicht nachging, trat an die drei heran. "Was ist das denn für ein Gefährt?", fragte er und zeigte auf Darak.
"DAS ist ein Räderstuhl. MEINE Erfindung. Wag es ja nicht, mir diese Erfindung KLAUEN zu wollen, Soldat!"
Der Wächter starrte Alma entgeistert an. Schon wich er einen halben Schritt zurück. Niemand wollte wohl unter eine Lawine aus Fett geraten. "Ihr wollt Pelgar verlassen?", fragte der Wachmann stattdessen.

"Ganz recht", meldete sich nun der Nichtgenannte zu Wort. Sein maskierter Blick haftete sich an den Wächter. Dieser schien nun fast noch mehr eingeschüchtert, zeigte aber bis auf ein paar nervöse Schritte nach hinten keinerlei sonstige Regung. Ja, er schluckte seine Unsicherheit gar herunter und wagte zu fragen: "Was ist mit dem Priester da auf dem Stuhl? Sieht verletzt aus. Vielleicht sollte er nicht reisen."

"Doch, er muss reisen", entgegnete der Nichtgenannte. "Nur eine Weile. Die Reise wird seine Heilung einleiten. Es ist wichtig, dass er Pelgar verlässt."
"Wer ist der Mann?"
"Er ist mein persönlicher Schüler und Novize des Ordens der Nichtgenannten. Und nun lasst uns passieren. Was mus man hier alles tun, um die Stadt zu verlassen?" Einen Moment schwieg der Maskierte, dann meinte er mit einem Lächeln in der Stimme: "Ich bin Diener des Schmerzes. Stellt Ihr mich auf eine Prüfung, Wächter?"

Der Soldat schluckte. Sofort gab er Befehl, das Tor zu passieren. Alma, die massige Heilerin, der geheimnisvolle und scheinbar zugleich gefährliche Nichtgenannte und Darak verließen die Stadt.


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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 5. November 2008, 20:46

[komme mit Merdarion von Wohnviertel ---> Pelgars Armenviertel]

Der ausgelassen tobende Wolf schaffte es, dass sich die Wachen fast ausschließlich auf ihn und seinen Begleiter konzentrierten. Selbst Noori ließ sich kurz blicken und fauchte böse, verschwand dann aber schnell wieder in Vanas Reisebeutel, als der Wolf knurrend, der das Fauchen der Katze gehört hatte, auf sie zugerannt kam.
Blitzschnell erkannte sie die Chance möglichst unangefochten durch das Tor zu kommen. Feuerwirbel war allein schon wegen der Nähe des Wolfes unruhig, doch als er nun auf Vana zusprang, gab diese ihrer Stute noch zusätzlich einen leichten, aber kaum wahrnehmbaren Schenkeldruck, so dass das Tier plötzlich nervös zu tänzeln begann und Anstalten machte durchzugehen.
„Ho Süße, ganz ruhig.“, versuchte Vana sie gespielt zu beruhigen, was ihr dann anscheinend auch leidlich gelang. Trotzdem tänzelte Feuerwirbel noch immer leicht nervös herum, so dass Vana alle Hände voll zu tun hatte, ihre Stute im Zaum zu halten.
Schließlich wandte sie sich verärgert und mit deutlichem Zorn in der Stimme an einen der Wachposten, der noch nicht mit dem herumtollenden Wolf beschäftigt war:

„Bei Lysanthor!“, den Namen des Lichtgottes spuckte sie dabei förmlich aus, „Wie lange wollt Ihr diesem Treiben denn noch zusehen? Wollt Ihr etwa warten, bis noch jemand von diesem Untier verletzt wird? Wenn Ihr dieser Bestie schon nicht Herr werdet, so lasst wenigstens diejenigen, die von ihr belästigt werden, so schnell wie möglich passieren. Ich kann nämlich nicht dafür garantieren, dass ich mein Pferd, dass, wie Ihr selbst seht, zusehends nervöser wird, noch lange unter Kontrolle halte. Also öffnet das Tor und lasst mich schnellstens hinaus.“

Aus den Augenwinkeln sah sie nun, wie einer der Wächter endlich mobil wurde und den Hybriden anraunzte, dass er endlich seinen Hund zum Schweigen bringen sollte, anderenfalls würden die Wachen das erledigen. Außerdem drohte er ihm ein Strafgeld an, was Vana ein freudloses Grinsen entlockte. Eine kleine Zurechtweisung würde diesem doch sehr von sich eingenommenen Hybriden ganz gut tun, dabei führte sie Feuerwirbel weiter so, dass es für die Wachen aussehen musste, als könne sie ihr Pferd kaum noch bändigen. Wenn alles gut lief, sollte das genügen, um ihr schnellstens das Tor zu öffnen.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Merdarion » Mittwoch 5. November 2008, 21:24

Amüsiert lächelnd und keine Spur angespannt blieb Merdarion vor den versammelten Torwachen stehen und brachte den wild kläffenden Aaron mit einem schrillen - für Menschen nicht hörbaren - Pfiff zum Schweigen.
Sofort gehorchte der Getigerte und trollte sich immer noch munter mit dem Schwanz wedelnd zu seinem Herren, der demonstrativ eine auf ihn gerichtete Hellebarde zur Seite schob.
"Ganz ruhig, Wächter und Hüter Pelgars", schmunzelte er friedlich brummend, "wir wollen hier doch keinen Ärger veranstalten. Mein WOLF ist es nicht gewohnt, so viele Fremde zugleich um sich zu haben, auch wenn er sich trotzdem dann noch zu benehmen weiß. Er ist schon still, daher kein Grund zum Aufruhr, nicht wahr?"

Zur gleichen Zeit glaubte der Hybrid, eine Katze miauen und eine ihm sehr bekannte Stimme reden zu hören.
Er wandte seinen Blick nach rechts und konnte dort eine hübsche Menschenfrau sehen, die auf einer prächtigen Fuchsstute thronte und sichtbar immer mehr Schwierigkeiten hatte, das Tier im Zaum zu halten; Aaron stellte den Fluchtinstinkt des Wesens unbeabsichtigt auf eine harte Probe.
Doch im selben Moment fiel es dem Söldner wie Schuppen von den Augen, als er den Klang und den Geruch spürte.
Das neben ihm war Vana!
Sie sah aus wie eine gewöhnliche Dame der menschlichen Rasse, zweifellos handelte es sich jedoch um die gesuchte Mörderin, die anscheinend eine Art Zauber gewirkt haben musste, um sich zu verbergen.
Auch bei Merdarion sprang diese Verkleidung an, doch das Wölfische in ihm genügte, um sie doch zu erkennen.
Die Wächter aber fielen wohl auf die Maskerade herein und machten keine Anstalten, sie festzunehmen oder gleich einen Kopf kürzer zu machen.
Die Gefahr, die Verkleidung würde auffliegen, war trotzdem sehr groß und daher hieß es, nun schnell zu handeln.
Die Stute trug ihren Teil zum Vorwärtskommen dazu jedenfalls bei; verängstigt konnte der Wolfsmann die Nüstern des Pferdes sich blähen sehen, das unruhige Scharren auf dem Pflaster und das Bocken gegen die Zügel der Herrin zeigten dies mehr als deutlich.

"Bei Iaszar, nun lasst sie doch durch, oder ihr Gaul trampelt noch die Hälfte der Gerüsteten nieder. Ich nehme an, da mein vierbeiniger Freund jetzt schweigt, kann man auch mich hier hinauslassen, sonst wird er hier..."
Er legte die Rechte auf den sitzenden Aaron, der den am nächsten stehenden Wächter erst lieb anschaute und dann die Reißzähne kurz fletschte, dabei jedoch weiterhin den unschuldigen Blick eines Säuglings aufsetzte.
"...noch so unruhig und ich möchte euch nicht noch mehr aufbürden, als ihr ohnehin schon für den Schutz dieser Stadt erledigen müsst."
<b>Bei dem Schweif des großen Jägers, ich muss mir später den Mund auswaschen, so viel Schmalz tut direkt weh!</b>
Aaron schien da ähnlich zu denken, er brummte und kläffte leise, aufmüpfig, rieb seine Flanke immer wieder nervös an Merdarions Bein; er spürte wie gefährlich die jetzige Situation eigentlich war und wie sie ausgehen könnte.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Freitag 7. November 2008, 17:17

Die Stadtwächter hatten bereits genug mit dem Wolf zu tun, der sich einfach nicht beruhigen wollte. Nicht einmal sein Herr machte Anstalten, ihn groß zur Ruhe zu bringen. Jedenfalls schien es so. Sie konnte Merdarions Pfiff ja nicht hören, obgleich es schon überraschend war, dass der Kopfgeldjäger einen solchen Pfiff überhaupt ausstoßen konnte. Mit seiner Verwandlung aufgrund des Hybridenvirus hatte dies schließlich nichts zu tun. Aaron konnte überhaupt nicht pfeifen und er war Wolf durch und durch.

Aber endlich endete das wilde Toben des Wolfes und brav, als könne er kein Wässerchen trüben, tappste er zu Merdarion hinüber, setzte sich und verharrte ruhig. Merdarion schob die Hellebarde eines Wächters beiseite und schmunzelte. Der Wächter schnaubte, sagte aber nichts. Trotzdem war ihm deutlich anzusehen, dass er den Spott im Gesicht des anderen wahrgenommen hatte und nicht gerade begeistert war.

Einer der Vorgesetzten der pelgarischen Wache marschierte grimmig dreinblickend auf Merdarion zu. Er hatte soeben im Tohuwabohu vor dem Tor Bericht erhalten, dass eben jener Fremde, dessen Wolf allein durch Größe und Fellzeichnung mehr als auffallend war und somit in Erinnerung blieb, vor Betreten der Stadt versichert habe, er würde seinen Gefährten im Zaum halten.
"Ruhig? Der einzige, der hier nicht ruhig ist, ist Euer Wolf, mein Herr!" Der Hauptmann besaß inzwischen aber auch schon einen recht hohen Blutdruck. Grund dafür gab zudem Vana, die ihr Pferd scheinbar ebenso wenig unter Kontrolle halten konnte wie dieser Mann hier seinen überdimensionalen Flohsack.

"BERUHIGT DAS PFERD, BEI LYSANTHORS ERLEUCHTETEM ARSCH!", brüllte der Hauptmann jetzt seine Männer zusammen. Niemand würde hier so einfach das Tor öffnen und dahergelaufene oder gerittene Besucher die Stadt verlassen sehen. Er hatte strikte Befehle, die er der Dame auch gleich mitteilen würde. Zunächst aber musste er sich um Merdarion kümmern.

<i>"Ich nehme an, da mein vierbeiniger Freund jetzt schweigt, kann man auch mich hier hinaus lassen, sonst wird er hier noch so unruhig und ich möchte Euch nicht noch mehr aufbürden als Ihr ohnehin schon für den Schutz dieser Stadt erledigen müsst."</i>
"Wie Ihr schon sagtet, werter ... Herr ... nur die Ruhe. Für solche Angelegenheiten sind wir da und wenn Euer Tier jetzt schon wieder Anstalten macht, verrückt zu spielen, lasse ich es gleich als Gefahrenfaktor in Gewahrsam nehmen!" Man sah dem Hauptmann an, dass er soeben den Geduldsfaden verloren hatte. Nicht nur, dass diese Morticia noch immer auf freiem Fuß war, nun bildete sich dieser Fremde auch noch ein, über seine Strafe mit ein paar einschmeichelnden Worten hinweg zu kommen.

Der Hauptmann zückte einen kleinen Notizblock und einen Kohlestift. Schon rechnete er die Höhe der Strafe zusammen, notierte leise murmelnd immer wieder neue Zahlen auf dem Papier.

Unterdessen hatten sich die übrigen Wächter mit Seilen aus dem Wachhäuschen gleich neben dem Stadttor ausgestattet und große Schlingen aus den Enden gebunden. Mit den Lassos bewaffnet, warfen sie jetzt nach Feuerwirbels Hals. Es kostete ein paar Versuche, aber schließlich schafften es drei von vier Männern, ihre Seile um das Tier zu legen. Das Lasso des Vierten erwischte ein Vorderbein, an dem nun aber auf gezogen wurde, um die wildgewordene Stute unter Kontrolle zu bringen. Schon eilten die nächsten Wächter ins Häuschen, um noch mehr Seile zu beschaffen. Vielleicht konnte man die Stute ja zu Fall bringen.
"Springt ab, ich fange Euch auf!", rief ein Wächter, der sich todesmutig Vana und Feuerwirbel genähert hatte. Es war kein gut gemeinter Rat, sondern ein Befehl an die Reiterin, dem sie Folge zu leisten hatte.

"Eure Strafe beläuft sich auf 3 Fuchsmünzen für die frühmorgendliche Lärmbelästigung, zuzüglich einem Fuchs, den ich von Euch aufgrund Eures mehr als überheblichen Verhaltens abkassieren werde. Wenn Ich also um 4 Füchse bitten dürfte ..." Der Hauptmann hielt Merdarion die ausgestreckte Hand hin und erwartete prompt die geforderte Summe. Zugleich drehte er den Kopf in Vanas Richtung und rief: "Im Übrigen wird hier niemand mehr die Stadt ohne eine gründliche Durchsuchung und Prüfung verlassen. Falls Ihr es noch nicht wisst: eine Mörderin ist auf der Flucht und wir haben nicht vor, ihr auch nur den Hauch einer Chance zu geben. Des Weiteren werdet auch Ihr zur Kasse gebeten, denn Ihr habt Euer Pferd auch nicht gerade ruhig durch die Straßen gebracht. 2 Füchse von Euch, wenn ich bitten darf."


<i><ul><li>Merdarion soll der Wache 4 Fuchsmünzen Strafe zahlen
<li>Vana soll der Wache 2 Fuchsmünzen Strafe zahlen</ul></i>

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Merdarion » Samstag 8. November 2008, 17:24

<b>Hoffentlich wirkt Vanas Zauber lang und gründlich genug, um heil durchs Tor zu kommen</b>, dachte Merdarion mit einem Seitenblick auf die Gesuchte, während er dem Hauptmann vor sich wortlos die verlangte Summe in die Hand drückte.
Beim Kontakt der beiden Hände verspürte der Hybrid kurz das Verlangen, seine Krallen auszufahren und dem Mann das ausgestreckte Gliedmaß aufzureißen.
Doch da dies ein ordentlich dämlicher Einfall war, blieb Merdarion stumm und verstaute seine Pranke wieder an seinem Gürtel, die Andere streichelte Aaron beruhigend.
Der Wolf schwieg nun endlich doch die Blicke, die er den Wächtern zuwarf, hätten Faldor selbst schrecken können.
<span style="color:FFFFFF;"> "Nun schau nicht so unheilverkündend, sonst dürfen wir auch noch wegen einem falschen Blinzeln Strafe zahlen." </span>
<span style="color:FFFFFF;"> "Na und? Ist doch nur ein bisschen bedrucktes Metall, das brauchen wir eh nicht",</span>murmelte der Getigerte starrköpfig, machte jedoch gute Miene zum bösen Spiel und schien mit seinem wild wedelndem Schweif die Straße fegen zu wollen.
<span style="color:FFFFFF;"> "Aber deinen Kopf brauchst du wohl noch und den kann man mit dem bedruckten Metall retten." </span>
Für diese Antwort hatte Aaron nur ein stolzes Schnauben übrig.

"Überhebliches Verhalten", murrte Merdarion leise und verschränkte seine Arme vor der Brust, hob den Blick und betrachtete einen Menschen nach dem Anderen.
Eine brennende und zugleich stille Spannung lag in der Luft, Vana wurde soeben mehr oder weniger von ihrem tobenden Pferd heruntergeholt und jeder einzelne der Wächter schien nicht gerade auf Spaß aus... doch auch dem Wolfsmann riss immer mehr der berühmte Geduldsfaden und er malte sich aus, wie seine Klauen und seine Klinge eine Visage nach der Nächsten spaltete, doch das durfte er nicht.
"Gut, ihr habt was ihr wollt, Hauptmann. Prüft mich, ich komme so zum Tor zurück, wie ich durch es hineingekommen bin. Iaszar selbst sei mein Zeuge", fügte er lächelnd hinzu. Der Kopfgeldjäger liebte es, seinen Gott zu erwähnen und damit deutlich zu machen, zu welcher Charaktersorte Mensch er zählte.
Um seine Worte zu unterstreichen, gab der gestreifte Vierbeiner zu seinen Füßen ein leises Bellen von sich.

Doch inzwischen dachte der Hybrid fieberhaft nach, wie Vana, Aaron und er im Falle einer Enttarnung trotzdem entkommen konnten.
An ein Zurück war nicht zu denken, sie würden früher oder später in den Straßen aufgegabelt werden, auch wenn dies Vana bestimmt einige Zeit lang gelungen sein mochte.Vor ihnen standen eine Truppe schlecht gelaunter Soldaten und ein verschlossenes Tor, welches sich nur durch Erstere öffnen ließ.
Ausgezeichnete Aussichten und Merdarion konnte nicht mehr tun, als zu Lächeln und darauf zu hoffen, dass Vana sich auf Täuschung und Überredungskunst besser verstand als er selbst.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Montag 10. November 2008, 22:53

Vanas schöner Plan war zwar durchdacht, hatte aber leider ein paar Unbekannte in der Gleichung. Eine davon war der Offizier der gerade dienshabenden Torwache. Der Kerl war einer der ganz harten Sorte. Noch während er dem Hybriden das Strafgeld abknöpfte, blaffte er seine Männer an, dass sie gefälligst den Gaul bändigen sollten. Allerdings drückte er sich nicht ganz so gewählt aus und auf Lysanthors Arsch konnte Vana mit Sicherheit gut verzichten. Obwohl, wenn sie sich Lysanthors Arsch vorstellte ... ein anzügliches Grinsen stahl sich bei dieser Vorstellung auf ihr Gesicht, was den Wachen jedoch in der Hektik nicht weiter auffiel. Die Wachmänner reagierten leider viel zu schnell und äußerst konsequent, und wenige Augenblicke später legten sich drei Seile um Feuerwirbels Hals, so dass Vana nun keine Möglichkeit mehr hatte, schnell aus der Stadt zu verschwinden. Es wurde Zeit, dass sie die Scharade beendete, also zog sie nun wesentlich energischer am Zügel und zeigte ihrer Stute damit, dass sie sich wieder bruhigen sollte. Feuerwirbel reagierte darauf sehr klug und wurde nur langsam, aber dafür stetig ruhiger, bis es so aussah, als würde Vana sie endlich unter Kontrolle haben. Gleichzeitig rief sie den Wachen zu:

„Hört endlich auf, meine Stute mit euren Seilen noch mehr zu verwirren. Bei Lysanthors leuchtendem Arsch, ihr seht doch, dass ich sie endlich unter Kontrolle habe, wollt ihr sie wieder scheu machen.“

Das war mal wieder typisch für Vana, auch wenn es noch so brenzlig war, sie konnte es einfach nicht lassen, sich lustig zu machen. Bewusst hatte sie die Bemerkung des Wachoffiziers über Lysanthors Arsch verballhornt, auch wenn sie ihre Situation damit bestimmt nicht verbesserte.
Zumindest einige der Wachen schienen ihre Bemerkung amüsant zu finden, denn man konnte hie und da ein unterdrücktes Lachen vernehmen. Die Stimmung des Offiziers wurde jedoch noch eisiger. Man gewann fast den Eindruck, als würde die Luft um ihn herum gefrieren, als er sich nun Vana zuwandte:

<i>"Im Übrigen wird hier niemand mehr die Stadt ohne eine gründliche Durchsuchung und Prüfung verlassen. Falls Ihr es noch nicht wisst: eine Mörderin ist auf der Flucht und wir haben nicht vor, ihr auch nur den Hauch einer Chance zu geben. Des Weiteren werdet auch Ihr zur Kasse gebeten, denn Ihr habt Euer Pferd auch nicht gerade ruhig durch die Straßen gebracht. 2 Füchse von Euch, wenn ich bitten darf."</i>

„Pfffftttt!“, geräuschvoll stieß Vana die Luft ob dieser Unverschämtheit aus und baute sich Achtung gebietend vor dem aufgeblasenen Wachoffizier auf.

„Ich habe mich wohl soeben verhört!“, brauste sie auf, „Ich komme hier nichtsahnend angeritten, mein Pferd wird von diesem Flohteppich verrückt gemacht, dass ich fast um mein Leben fürchte, und ihr besitzt die Frechheit, mir, obwohl ich nur das Opfer dieses Untiers wurde, auch noch zwei Füchse abzuknöpfen. HERR!“, donnerte sie nun los, „Ich besitze nicht übel Lust mich beim Kommandanten über diese Ungeheuerlichkeit zu beschweren. Ihr meint wohl, nur weil diese dunkelelfische Mörderin in Pelgar ihr Unwesen treibt, könnt ihr unbescholtene Bürger drangsalieren und um ihr sauer verdientes Geld bringen? Ich rate euch, seht euch vor oder der Kommandant ist schneller über euer ungebürliches Verhalten informiert als euch lieb sein wird.
Und was diese Mörderin angeht, sehe ich etwa wie eine Dunkelelfe aus?“

Mit einer anmutigen Handbewegung strich sie sich ihre Haare, die für die Wachen eine tiefschwarze Farbe besaßen, hinters Ohr. Wenn ihr Illusionsrunenzauber wie von ihr beabsichtigt wirkte, dann musste dem Offizier nun auffallen, dass er eine schwarzhaarige Menschenfrau vor sich hatte und keine blondgelockte Dunkelelfe oder Mischlingselfe oder überhaupt irgendeine Elfe. Zudem ging Vana stets nach der Devise – Frechheit siegt – was ihr bislang fast immer in ähnlichen Situationen geholfen hatte. Diesem Offizier musste man anscheinend zeigen, dass man sich durch seine Drohungen nicht einschüchtern leiß. Außerdem stellten sich solche Möchtegerne häufig als rechte Hasenfüße heraus, wenn man ihnen mit ihren Vorgesetzten kam. Mit etwas Glück gehörte der Offizier vor ihr auch zu dieser Kategorie Mensch, die sich nur wichtig machen wollten und den Schwanz einkniffen, wenn man ihnen couragiert die Stirn bot.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Dienstag 11. November 2008, 23:03

Mit einer raschen Bewegung ließ der Hauptmann – sein Name war übrigens Walter Hornbruch – das von Merdarion übergebene Geld in seine Tasche gleiten. Es klimperte jetzt jedes Mal, wenn er sich bewegte, aber das störte ihn nicht.

Anschließend erklärte sich Merdarion für die Prüfung bereit. Hauptmann Hornbruch nickte nur zweien seiner Wächter zu. Er musste sich jetzt erst einmal um die Frau kümmern, die ihr Pferd langsam wieder unter Kontrolle zu bekommen schien. Wenigstens das Tier zeigte sich nicht auf Dauer so stur.
Die Wachen näherten sich Merdarion. "Leert Eure Taschen und zeigt Eure Waffe. Achja, dem Wolf haltet das Maul auf." Sie gingen wirklich auf Nummer sicher. Morticia sollte wohl weder durch eigene, noch durch fremde Hilfe aus der Stadt gelangen können. Einer der Wächter fuhr tastend mit den Händen über Merdarion, gab ihm den Hinweis, sich breitbeinig hinzustellen. Mit diesem Befehl erntete der Hybrid in spöttisches Schnauben seines Wolfes, aber selbst Aaron musste sich einer wenn auch distanzierten Leibesvisitation beugen. Mit dem ungefährlichen Ende der Hellebarde fuhr der andere Wächter Aaron durchs Fell. Der Wolf knurrte leise. Ihm gefiel es nicht, so ... befummelt und angetippt zu werden, auch wenn die Stadtwache nur ihre Arbeit machte.
<span style="color:FFFFFF;">"Nie wieder gehen wir hierher, Bruder. Soll Moldyn allein am Marktplatz stehen. Sobald ich aus dem Tor raus bin, kehre ich der Stadt für immer den Rücken."</span> Noch einmal schnaubte der Wolf.

Unterdessen hatte sich der Hauptmann Vanas Pferd genähert, welches nun still auf dem Pflaster stand. "Nehmt die Seile noch nicht ab, es könnte jederzeit wieder ausbrechen wollen", befahl er. Vanas Worte ließen ihn kalt. Sie hatte schließlich bereits gezeigt, dass sie das Pferd nicht vollkommen beherrschte. Typisch Frau ... der Hauptmann unterdrückte ein Schmunzeln. Es war doch immer dasselbe. Nicht nur zum Reiten zu dumm, sie schafften es auch selten, ein Pferd von hinten in eine Reihe anderer Reiter zu führen. Irgendwie schien es am Geschlecht zu liegen.

Dass seine Männer auf seine Kosten lachten, ließ den Hauptmann kurz aufknurren, aber er konterte nicht erneut. Sie befanden sich hier ja nicht unter Straßenkindern, sondern unterhielten sich auf einem höheren Niveau – es sei denn, diese Scharzhaarige wollte es so. Er konnte auch anders, aber das würde noch unangenehmer für sie enden. Sie besaß wirklich ein freches Mundwerk. Hornbruch vermutete, dass sie unverheiratet war oder bei ihrem Gatten handelte es sich um eine Memme, die nicht wusste, wie man die Frau am Herz und ruhig zu halten hatte. Wäre Vana sein Weib, er hätte ihr eine gelangt.

"3 Füchse", erhöhte der Hauptmann die Strafsumme ungerührt, "wegen Weigerung der Auszahlung. Und nur weil Ihr nicht wie besagte Dunkelelfe ausschaut, heißt das nicht, dass Ihr keine Komplizin dieser Mörderin sein könntet – oder gar sie selbst! Mit Magie ist heutzutage vieles möglich, weshalb ich diese dümmlichen Zaubertricks auch verachte." Ohja, Hauptmann Hornbruch war ein unangenehmer Zeitgenosse.
Dass Vana ihm mit dem Kommandanten drohte, kümmerte ihn ebensowenig wie ihr vorheriges Geplärre und die Entrüstung über die zu zahlende Strafe. "Nur zu, machen wir uns die Arbeit und schleifen Euch zu ihm. Er wird vor Freude an die Decke gehen, dass ich ihn in Eurem Namen natürlich mit solchen Kleinigkeiten belästigen muss. Vielleicht wollt Ihr ja lieber am Pranger stehen. Dann zögert sich die Abreise aber nur hinaus, Fräulein!"

Er scheuchte seine Wächter mit einem Schnalzen der Zunge. Diese folgten sofort. Niemand wollte sich einem Hauptmann Hornbruch entgegen stellen. Ein Wächter trat vor Vana und meinte: "Taschen leeren und mitgeführte Waffen für eine kurze Untersuchung vorzeigen."

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Merdarion » Mittwoch 12. November 2008, 14:35

Merdarion vernahm Aarons Worte und konnte denen nur zustimmen, als die Wachen so an ihm herumgrapschten, die Preisgabe seiner Waffen und anderen Gegenstände forderten. Widerstrebend und bedacht langsam zog der Hybrid seinen Zweihänder und stützte sich darauf wie auf einen Gehstock.
Seine Hände wanderten nach hinten und mit wohl gewählten Bewegungen, um ja keine falsche Reaktion der Wächter hervorzurufen, zog er das erste Mal seit dem Verlassen des Arus den alten Dolch seiner Mutter hervor.
Leicht silbrig glitzerte die ungeschärfte Waffe in seiner Pranke, die Runen reflektierten das Licht der Laternen und fast hätte der Kopfgeldjäger gelächelt, als er das gute Stück betrachtete.
Doch die Realität holte ihn schnell ein; er brachte dem ganz und gar nicht gut gelaunten Aaron mit einem Knurren zu schweigen und gebot ihm, das Maul aufzumachen. Zwei Wächtern drückte er mit einem warnenden Blick seine Waffen in die Hände und kniete sich zu seinem Wolf hinunter.
"Seid vorsichtig mit ihnen. Sie sind für mich kein kalter Stahl, wagt keinen Kratzer!", brummte er ohne Witz in der Stimme, nachdem er Aaron in der Wolfssprache beruhigend zugeflüstert hatte und ihn endlich dazu brachte, das Maul aufzumachen und die Doppelreihe gepflegter Reißzähne zu offenbaren.
Anstandslos ließ der Getigerte sein Gebiss von Merdarion aufhalten, knurrte jedoch trotzdem, als die Soldaten näherkamen und mit der seltsamen "Streicheleinheit" weitermachten.
Sonst gab es nichts mehr am Körper des Hybriden, was für die Pelgarer von Interesse sein konnte; das Faldoramulett hatte er wohlweislich -nachdem er es Vana gezeigt hatte-, kurz bevor er Aaron hierher gefolgt war in seinen rechten Stiefel geschoben.
Durch Klimpern konnte es sich nicht verraten, es war ja nur ein Exemplar und würde nur entdeckt werden, wenn er sich ausziehen müsste, was aber bezweifelt wurde.
Auch die blaue Sonnenschutzpaste von der guten alten Agnes Alraune zeigte er vor; zu seiner eigenen Verwunderung hatte er seit seiner Verwandlung in einen Hybriden nichts von der Salbe benötigt. Die Wunden in seinem Gesicht hatten zwar öfter geleuchtet, doch aufgeplatzt waren sie nicht mehr.
"Für die alten Narben in meinem Gesicht", erklärte er den Männern um sich.
"Sonst trage ich außer zwei Halsketten", beweisend zeigte er Wolfs- und Dämonenzahnanhänger, "und meinem Geldbeutel nichts weiteres mit mir."
Er sah zu dem Hauptmann. "War´s das jetz?"

Wieder galt ein Seitenblick Vana und diesmal lag es an dem Wolfsmenschen, ein verstecktes hämisches Grinsen auszulassen. Nun hatte auch sie wegen ihrer Art einen Zuschlag zahlen müssen und konnte nicht mehr damit ankommen, Merdarion wäre arrogant.
<b>Gut, genug still gelästert. Lass uns raus, du klimpernder....was reg ich mich eigentlich auf.</b>Mit aufgezwungen geduldiger Miene wartete Merdarion auf eine Antwort des Angesprochenen, während er gedanklich Stoßgebete an Iaszar sandte, damit Vana und er ungeschoren hinauskamen.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Sonntag 16. November 2008, 20:08

Drei Füchse! Vana knirschte vernehmlich mit den Zähnen. Was bildete sich der Kerl eigentlich ein? So langsam kam sie in Fahrt und ihr Dunkelelfenblut begann zu kochen. Am liebsten hätte sie ihm für seine Unverschämtheit den Schädel gespalten. Aber was noch nicht war, konnte ja noch werden. Im Moment zeterte sie jedoch aufgebracht: „Meine Waffen wollt Ihr? Pfft, wenn Ihr sie wollt, so holt sie Euch, wenn Ihr das denn könnt.“
Abschätzend wurde sie von dem Wachmann, der vor ihr stand gemustert, aber noch zögerte er. Ein Wink des Hauptmanns ließ ihn dann aber doch handeln. Mit einem Ruck griff er nach ihrer Reisetasche und langte hinein. Ein kurzes Fauchen gefolgt von einem schmerzerfülltem Aufschrei des Wachmanns, der nun seine von blutigen Striemen gezeichnete Hand aus der Tasche zog.

Mit einem schadenfrohen Lachen bedachte sie den nun recht wütend dreischauenden Wächter und meinte süffisant: „Oh verzeiht meine Nachlässigkeit, ich vergaß Euch zu sagen, dass meine kleine Katze es nicht mag, wenn man sie in ihrem warmen Nest stört. Böses Kätzchen, den netten Wachmann einfach so zu kratzen.“ Ein heißeres Fauchen war alles, was man von Noori zu hören bekam, weswegen Vana erneut grinsen musste. Vanas höhnische Worte reizten den bereits wegen der Striemen wütenden Wachmann noch mehr, weswegen er nun zornig schrie: „EURE WAFFEN! SOFORT!“ Verlangend griff er nach ihrem Kampfstab, um ihn ihr aus der Hand zu reißen. Dass Vana keine Abwehrreaktion zeigte, hätte ihn eigentlich stutzig werden lassen müssen, aber er sah inzwischen rot und achtete nicht auf solche Kleinigkeiten. Dies wurde ihm erneut zum Verhängnis, denn kaum hatte er den Kampfstab erfasst, durchfuhr seinen Arm ein schmerzhafter Schlag und dieser wurde mit Wucht nach hinten geprellt, so das er herumschleuderte und Mühe hatte das Gleichgewicht zu halten.

Erneut entfuhr Vana ein höhnisches Lachen: „Bei Lysanthors ... nun ja, ihr wisst schon. Was bin ich heute aber auch vergesslich. Ich hätte Euch darauf aufmerksam machen müssen, dass meine Waffen durch Runenmagie mit mir verbunden sind. Nur ich kann sie tragen und nur ich kann sie freiwillig aus der Hand geben.“ Die vergeblichen Versuche der Wache, ihr die Waffen abzunehmen, hatten sie wieder etwas beruhigt.
Nun, da die Überrumplungstaktik nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatte, stellte sie sich sekundenschnell auf die Situation ein und änderte ihre Strategie. Noch wollte sie Gewaltanwendung vermeiden, solange sie noch eine andere Option hatte.
Mit einem gewinnenden Lächeln wandte sie sich deswegen an den Hauptmann und raunte ihm ins Ohr, so dass nur er es hören konnte:
„Also schön, ihr sollt Eure 3 Füchse haben. Ich wäre sogar bereit etwas mahr springen zu lassen, sagen wir zusätzlich zu den 3 Füchsen nochmal 20 Füchse, dafür betrachtet ihr die Untersuchung meiner Person als erledigt und öffnet mir das Tor.“ 20 Füchse entsprachen immerhin einem Lysanthemer und somit in etwa einem Wochenlohn des Hauptmanns. Vana war der Meinung, dass dies durchaus Anreiz genug sein sollte. Dabei trat sie dicht an den Hauptmann heran und nestelte an ihrem Geldbeutel herum. Sollte er nicht auf ihren Bestechungsversuch eingehen, war sie immerhin so dicht bei ihm, dass sie ihn ohne große Umstände als Geisel nehmen konnte. Diese Möglichkeit ließ sie sich als letzte offen, es wäre ihr aber lieber, würde der Hauptmann der Verlockung des Geldes erliegen.
Zuletzt geändert von Vana Erendis Morgaine am Sonntag 16. November 2008, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Stadtwache
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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Montag 17. November 2008, 18:32

Verständnissvoll und mit fast übertrieben mitleidsvoller Mimik nickte Hauptmann Hornbruch Medarion zu.
"Na, dann steckt Eure Salbe wieder ein. Wir wollen ja nicht das sie austrocknet
und ihr eure alten Narben nichtmehr einreiben könnt."

Ein leicht süffisanter Unterton war deutlich in der Stimme des Hauptmannes zu hören.
Was kümmerten ihn eigentlich die wehwechen der Leute?
Er könnte jetzt genausogut daheim in seinem gemütlichen Sessel sitzen und ein Bier trinken.
Hätte er damals nur auf seinen Vater gehört und einen Beruf als Schriftsetzer erlernt.
Aber das hatte er nun davon. Jetzt musste er sich mit Halbwilden beschäftigen die mit gestreiften Wolfshunden durch die Gegend rannten und aufgeblasene Frauen an ihrer Seite hatten.
<b> Ruhig bleiben Walter, ganz ruhig. Immerhin bist du eine Wache!
Zudem musst du an deinen Blutdruck denken </b>
Walter Hornbruch atmete ein paarmal durch, während die beiden
Wachmänner sich etwas von ihm zurück gezogen und durchsuchten
nun die Frau. Sie schienen zu merken das ihr Hauptmann allmählich kurz davor war
seine Geduld und Beherrschung zu verlieren.
Der Haupmtann wollte gerade auf Merdarions Frage reagieren und die illustre
Gruppe weiterwinken, als er plötzlich den Tummult bemerkte
der sich bei seinen beiden Wachmännern und der Frau abspielte.
Nervös zuckte das Augenlied des Wachmanns... und wie ein Stier dem man ein rotes Tuch vor die Nase hielt blickte er zur Szenerie.

Als Vana ihm das Angebot mit den 20 Fuchsmünzen machte,
platzte ihm entgültig der Kragen. Der bullige Hauptmann fuhr herum und baute sich mit geballten Fäusten vor der Frau auf um sie laut anzubrüllen:

"BEI LYSANTHORS SONNENGELBEN ARSCH! WER GLAUBT IHR EIGENTLICH WER IHR SEID?
HALTET IHR EUCH FÜR IRGENDEINE VERKAPPTE PRINZESSIN ODER WAS SOLL EUER AUFMARSCH?"

Das Gesicht des Hauptmanns nahm vor Zorn eine
dunkelrote Farbe an. Schwerlich war die pochende Ader auf seiner Stirn
zu übersehen. Während er in einer Lautstärke weiterbrüllte
die sogar Brocknars Ambossschläge beim
Schmieden übertönen würden.

"ERST WIEDERSETZT IHR EUCH EINER UNTERSUCHUNG
DURCH MEINE WACHEN! DANN LASST IHR AUCH NOCH EURE RESPEKTLOSE
ÜBERHEBLICHKEIT HERRAUSHÄNGEN! UND NUN WOLLT IHR AUCH NOCH EINEN
EHRBAREN KOMMANDANTEN BESTECHEN?"

Walter Hornbruch hatte sein Ventil gefunden! Die beiden Wachen hatten sich einige Schritte in den Hintergrund gedrängt und man konnte sogar fast meinen das ihre Knie zitterten.

"ICH HABE GUTE LUST UND LAUNE EUREN ÜBERHEBLICHEN, PRINZESSINENARSCH
FÜR EINE NACHT IN UNSERE SCHNUCKELIGEN
ZELLEN ZU STECKEN DAMIT IHR ÜBER EUER VERHALTEN NACHDENKEN KÖNNT!"

Fuhr er ungehindert fort. Die Ader auf der Stirn des Mannes
pochte nun so heftig das man meinen könnte
sie würde gleich explodieren. Während sich seine Fingernägel
in die Handballen gruben. Auch die Menschen welche sich in der Nähe des
Tores aufhielten kamen langsam zum stehen und reckten
ihre Köpfe inrichtung des Geschehens...
Zuletzt geändert von Stadtwache am Dienstag 18. November 2008, 11:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Merdarion » Montag 17. November 2008, 19:33

Merdarion verstaute zunächst seelenruhig seine Salbe und entriss den beiden Wachen fast schon grob seine beiden Waffen. Während er ebenjene an ihren angestammten Plätzen verstaute, bahnte sich zwischen Vana und dem Hauptmann ein Tumult an, der schlimmstenfalls im Kerker enden würde. Diese Mischlingsfrau versuchte wohl gerade, sich als Eine auszugeben, die über den Dingen stand und erntete genau das, was Merdarion trotz seiner leichten Überheblichkeit manchmal nie erreichen würde.Nun war es an ihm, einen mitleidigen Blick aufzusetzen und sich still köstlich über das Getobe des Hauptmanns zu amüsieren; das gelang, wenn man die möglichen Folgen dieses Tobsuchtanfalls beiseite ließ.Mit vor der Brust verschränkten Armen schüttelte der Hybrid den Kopf, als er die Tirade des gehobenen Pelgarers vernahm,<b>Dieses arrogante Weib will sich den Weg freikaufen und das hat sie jetzt davon. Und mich nennt sie überheblich, sie hat wahrlich in falschen Maßstäben gedacht, sie schlägt alles, was ich bis jetzt gesehen habe.</b>

<span style="color:FFFFFF;"> "Ich glaube, auf dem friedlichen Weg kommen wir hier nicht mehr raus...oder zumindest sie",</span>meldete sich Aaron zu Wort, der bei dem Gebrüll des Hauptmanns die Ohren anlegte und einen nervösen Blick zurück warf. Die Bewohner der Stadt, die das Durcheinander mitbekommen hatten, wurden nun auf die kleine Gruppe aufmerksam. Alles arbeitete gegen ihn und seinen Herren.
<span style="color:FFFFFF;"> "Und damit sie. Wir sind so etwas wie ein kleines Rudel und sie gehört dazu. Leidet einer, leiden alle, also hör auf schwarz zu sehen und überleg dir etwas, so wie ich",</span>murmelte Merdarion und machte winzige, unauffällige Bewegungen in die Richtung eines nahe gelegenen Wachmannes.
Neben ihm blieb er stehen und tat vorerst nach außen hin nichts. Aber im Schutz seiner unter den Achseln verborgenen Pranken konnte keiner sehen, dass er langsam ein paar Krallen ausfuhr und diese im Notfall an die Kehle seines ahnungslosen Opfers zu setzen. Vielleicht würde eine Geiselnahme mehr bringen, aber zuerst galt es, Hirn zu benutzen.
Gemischt mit ein bisschen Wagemut und Glück, denn Merdarion kam ein riskanter Einfall.
"Hauptmann, darf ich das Wort an euch richten!", rief der Söldner plötzlich und verließ sogar die Position seiner Geisel, denn immerhin hatte er gerade Kurs auf eine viel erfolgsversprechendere Zielperson genommen und er nickte dem Mann kurz zu.
"Als Leibwächter dieser Dame trage ich die sicherheitsbezogene Verantwortung für sie und daher möchte ich euch zu bedenken geben, dass es keine gute Idee wäre, sie einzusperren. Sie ist eine ....", er senkte die Stimme, sodass Vana nicht mehr mithören konnte, "verzogene Göre, doch ich stehe im Dienste ihrer Familie, die gute Beziehungen zu Herrn Rossherr innehat, der Bürgermeister von Andunie, wie ihr sicherlich wisst. Meine Aufgabe besteht darin, sie zunächst nach Pelgar und dann nach Andunie zu begleiten und wir liegen ohnehin im Zeitstress. Da ich sie nicht mit ihrer wahrscheinlich angeborenen Arroganz und ihrem Geldbeutel, der schwerer als ihr Oberstübchen wiegt, belästigen will, schlage ich ein friedliches Auseinandergehen vor!"
Die letzten drei Worte hatte er laut ausgesprochen und war ein paar Schritte zurückgewichen, ließ eine knappe Verbeugung folgen.
"Herr, steht über dem von mir eben erklärten Verhalten. Soll sie ihre Strafe zahlen, sie hat es verdient, auch wenn es sie nicht juckt. Es gibt Gesetze, wie ihr uns deutlich gezeigt habt, und ich bin mir sicher, auch Fräulein Arrog-....Elvanes hat dies verstanden. Lasst uns bitte passieren."

Diese Wandlung seines Verhaltens war zumindest nachvollziehbar, auch Aaron hielt seine Worte für erstaunlich sinnvoll und erklärten Vanas Verhalten, auch wenn es auf einer Lüge beruhte. Vana musste nun nur noch mitspielen und alles würde hoffentlich gut aussehen. Zudem, wunderte sich der Wolf grinsend, er hatte keinen einzigen Tropfen übertriebenen Schleim in Merdarions Worten vernommen.

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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Stadtwache » Mittwoch 19. November 2008, 12:34

Hauptmann Hornbruch lies seinen Kopf herumschnellen und blickte
nun Merdarion an. Sein Gesichtsausdruck glich dem eines wütenden Kampfbullen,
welchen man inmitten seines rasenden Angriffs zu einer kleinen Pause gebeten hatte.
Die Nackenmuskulatur, welche dem Genick eines Stieres glich, war angespannt
und dem Hauptmann stand eine cholerische Zörnesröte im Gesicht.
Nervös zuckte der Muskel und seinem rechten Auge und bedrohlich pochte
die Ader auf seiner Stirn. Mit festem Blick starrte er Merdarion an und mahlte leicht
auf den Zähnen, bis dieser seinen Vortrag beendet hatte.
Hornbruch atmete einmal tief ein und lies ein lautes schnauben verlauten,
ehe er mit vor unterdrückter Wut zittrigen Stimme anfing zu reden.

"Ob diese Person nun Adlig ist oder nicht das interessiert mich einen feuchten
Kehrricht. Auch Leute die sich den Arsch einpudern haben sich an Gesetze zu halten
und Leute die sich den Arsch einpudern und Waffen herumtragen haben bei einer Kontrolle dreimal die Gesetzt und anweisungen der Wachen zu befolgen..."

Die Stimmlage des Hauptmannes glich fast schon einem bedrohlichen knurren.
Aber immerhin schrie er nichtmehr, jedenfalls momentan nicht.

"Und wenn ihr beide im Zeitstress liegt, mein lieber Herr Leibwächter, dann solltet ihr so
schlau sein und kooperieren. Dann geht die Sache auch schnell genug über die Bühne und ihr könnt Eure verwöhnte Adelstochter wieder einpacken und mitnehmen."

Hornbruch machte eine kleine Pause, sodass man einzig und allein das gedämpfte
getuschel und gemurmel der Leute hören konnte.
Inzwischen waren noch zwei weitere Stadtwachen hinzugekommen, welche auf ihrem patrouillien Gang wohl zufällig hier vorbeigingen. Fragend und wachsam blickten sie zum Hauptmann um in Notfall gegebene Befehle auszuführen. Sie stand am Rand der Menge, welche inzwischen schon einen Kreis rundherum um das Geschehen gebildet hatte.
Einen Kreis welcher die Tiefe von drei Leuten besaß.
Plötzlich polterte der Haupmtann wieder in etwas lauterem Tonfall los:
"Habe ich mich da KLAR und DEUTLICH ausgedrückt?
Auch eine ADELSTOCHTER hat die Befehle der Stadtwache zu BEFOLGEN!
Und wenn sie das nicht bald tut dann könnt ihr sicher sein das ihr erst MORGEN weiterreisen könnt!"

Hauptmann Hornbruch beendete seine Rede an Merdarion mit einem weiteren kurzen Schnaufen. Es hatte fast den Anschein das der Mann erst solangsam in fahrt kam.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Verlassen der Stadt

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 19. November 2008, 22:23

Der Bestechungsversuch war eine einzige Pleite, schlimmer noch, er kam einer Katastrophe gleich. Nicht genug, dass sie den Offizier damit noch mehr gegen sich aufbrachte, nein, er brüllte nun so laut herum, dass die umstehenden Leute, die gerade nach Pelgar kamen oder die Stadt ebenso verlassen wollten, nun erst recht auf sie aufmerksam wurden.
Merdarion versuchte zwar noch die Wogen etwas zu glätten, doch auch er wurde von dem halsstarrigen Wachoffizier abgebügelt und das in einer Lautstärke, dass sich inzwischen regelrecht ein Kreis aus Schaulustigen um die Dreiergruppe gebildet hatte.
Just zu diesem Zeitpunkt riss Vana endgültig der Geduldsfaden. Es hatte sie bisher eine Menge Selbstbeherrschung gekostet, diesem arroganten Wachoffizier nicht an die Gurgel zu gehen, aber nun war es damit auch vorbei.

Drei Dinge geschahen gleichzeitig. Vana zückte blitzschnell ihr Schwert und drückte es dem Offizier an den Hals, gleichzeitig schob sie diesen zu Merdarion hin und murmelte, als sie direkt neben ihm stand, etwas vor sich hin, jedoch so leise, dass niemand verstand was sie da sagte.
Das letzte Wort war noch nicht richtig verklungen, da flimmerte die Luft um die drei Personen, so als würde dort große Hitze herrschen, ein untrügliches Zeichen dafür, dass Vana ihren magischen Schutzschild beschworen hatte.

Ein Aufschrei ging durch die Menge der Schaulustigen als sie so unvermittelt den offizier bedrohte und augenblicklich liefen die Menschen wie eine Schar aufgescheuchter Hühner herum. Die Wachen hatten im ersten Moment alle Hände voll zu tun, um die aufgescheuchte Menge zu beruhigen, was der Dreiergruppe die Zeit verschaffte, sich langsam zu Vanas Pferd zu bewegen. Die dortigen Wachen hatten inzwischen die Seile fallen gelassen und machten nun Anstalten, sich auf Vana zu stürzen.

„HALT! KEINEN SCHRITT WEITER, oder, bei Manthalas leuchtendem Antlitz, Euer Hauptmann ist des Todes!“, donnerte sie den Wächtern entgegen. „So Herr Hauptmann, Ihr haltet Euch anscheinend für einen ganz harten Kerl. Nun, dann wollen wir doch mal sehen wie hart Ihr wirklich seid. Wird Euch schon ganz heiß und kalt?“, wobei sie ihm die Schwertschneide noch näher an den Hals führte. „Ich sage es Euch gleich, Ihr habt zwei Möglichkeiten. Erstens, Ihr lasst meinem Pferd die Seile abnehmen und öffnet uns das Tor, dann kommen alle heil und ungeschoren aus der Sache heraus oder aber Ihr stellt Euch weiterhin bockbeinig und müsst dann wohl oder übel ein Blutbad verantworten. Eure Entscheidung. Ach, eins noch, vertraut nicht darauf, dass Euch Eure Wachen zu Hilfe kommen, ihr würdet Euer blaues Wunder erleben.“
Während sie mit dem Hauptman sprach, waren sie Schritt für Schritt weiter auf das Tor zugerückt, wo nun so oder so eine Entscheidung fallen musste. Schließlich hatten sie keine Zeit mehr zu verlieren.

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