Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Eigentlich bräuchte Pelgar keine Wächter vor den Toren, denn kaum einer könnte das Fallgitter, die schweren Flügeltüren oder gar die hohen Mauern überwinden. Doch die Hauptstadt legt viel Wert auf Sicherheit, weshalb das Tor sogar nachts bewacht wird.
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Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. Mai 2010, 21:55

[kommen aus: Das östliche Drachengebirge - Der Sumpf Mashmoor - Gewaltmarsch nach Pelgar]


Kurze zeit später ging es auch schon weiter und keine Stunde später erreichte der Trupp den Anschluss an die große Armee. Das Lager war schon nicht mehr provisorisch angelegt, auch die Angreifer hier hatten sich auf eine lange Zeit eingestellt. Wie bei Belagerungen üblich,. gab es im Endeffekt nur zwei Möglichkeiten, wie eben diese beendet werden konnte, Angriff und Fall der befestigten Stadt oder eine Aushungerung. Die Dunkle Armee bevorzugte doch eher Ersteres.
Nun waren sie also am Ende ihres Zieles und keiner von ihnen wusste so wirklich, wie es weitergehen sollte.
Sithis musste allerdings enttäuscht erkennen, dass die Kämpfe noch nicht wirklich begannen hatten, so hatte es also keinen verpasst und damit auch nicht die Chance auf Ruhm.
Die Dunkelelfen aus ihrem Trupp zögerten nicht lange und mischten sich unter jene, die schon länger hier waren. Sithis konnte erkennen, dass so einige sich kannten und erst einmal Neuigkeiten austauschten. Nicht unbedingt voller Enthusiasmus, aber recht neutral.
Sithis, wie die meisten der anderen Sumpfechsen standen etwas ratlos herum, bis Kharim die Initiative ergriff.

„Was hältst du davon, wenn wir uns auch erstmal ein Lager errichten? … sieht nicht so aus, das es schnell voran gehen würde“, Kharim blickte sich weitläufig um und nickt in Richtung der Stadt.
Die großen, alten Mauern waren von ihrem Standpunkt aus gut zu sehen und ließen jeden Angreifer wissen, dass es nicht so einfach werden würde, sie zu überwinden … sie waren wirklich beeindruckend und riesig und mochten mindestens zehn Schritt breit sein. Das musste man den Menschen zu gute halten, sie verstanden ihr Handwerk.
Da Sithis sich nicht äußerte, machte Kharim einfach weitere „Vorschläge“.

„Na komm, lass uns unser Lager einfach dahinten bei der Baumgruppe aufschlagen“, mit seiner Linken deutete er gen Westen.
„ Da „brennt“ uns tagsüber wenigstens nicht die Sonne auf den Pelz und von dort haben wir auch den ganzen Haufen der Dunklen im Auge.
Kharim befand den Platz für gut und machte sich auf den Weg zur Baumgruppe. Sithis war es ziemlich gleich, wo sie lagerten und trottete Kharim hinterher. Es sah bisher so aus, dass sie erstmal nichts zu tun bekommen würden und ziemlich viel freie zeit zur Verfügung hätten.
Die anderen Echsen entscheiden sich auch dafür, dass lieber dort, wie unter Dunkelelfen lagern wollten und so hatte sich ein nettes Grüppchen der Echsen um und in der Baumgruppe gesammelt.
Mit der Errichtung des Lagers schritt zumindest die Zeit schneller voran. Dieses mal hatten sich die Webchen zusammen getan und beschlossen, auf die Jagd zu gehen, während sie ihren männlichen Artgenossen den Vortritt ließen, das Lager ein wenig zu befestigen und komfortabler zu gestalten. Lachend waren sie wieder gen Süden in den Sumpf gezogen, unter ihnen auch das Weibchen, welches Sithis´ Knie zum schmelzen und sein Herz zum beben brachte.
Genau sie hatte ihm vorgeschlagen, für den Lagerplatz zu sorgen. Na gut, sie hatte sich mit den Worten nicht wirklich an ihn gewand, aber es kam ihm so vor.
Die Stunden zogen ins Lager, der Geräuschpegel nahm an und die vollkommene Dunkelheit senkte sich herab. Die Armee war allerdings hier und da und des Öfteren erhellt von Lagerfeuern, bevorzugt dort, wo Goblins und Orks beisammen saßen. Von dort hörte man auch die meisten Geräusche, selbst jetzt noch.
Sithis hatte es sich bequem gemacht und um seine Schlange gekümmert, welche mal wieder Aufmerksamkeit von ihm forderte, wie ein Schatten auf ihn fiel.

„Du da, … ab zum Befehlshaber mit dir, es gibt Arbeit zu verrichten!“
Ohne auf eine Antwort von Sithis zu warten, drehte sich der Dunkelelfe auf der Stelle wieder um und schlenderte schon fast von dannen.
Fragend blickte Kharim Sithis an.
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Samstag 8. Mai 2010, 23:19

Als sie nach einer guten Stunde endlich das Lager erreicht hatten, stand Sithis erst einmal wie alle anderen Echsen, etwas ratlos da. Die Dunkelelfen begrüßten offenbar ihre Freunde und Bekannten. Sollten sie es ruhig machen. Sein Blick schweifte durch das Lager. Es war bei weitem nicht so provisorisch wie das, das sie im Sumpf aufgebaut hatten. Dem Anschein nach war es so gebaut, dass man längere Zeit darin leben konnte. Sein Blick fiel zur Stadtmauer. Sie war hoch, breit, jedoch schon an manchen Stellen sprichwörtlich "eingedellt". Aber sonst konnte er keine Kampfhandlungen feststellen, sie waren also rechtzeitig gekommen.
Nicht mehr lange und wir hauen diese Weichlinge aus ihren Pluderhöschen! Harharhar! Die werden Augen machen! Er freute sich schon richtig auf die Schlacht, und wenn ihn erst einmal der Hunger übermannt hatte, dann hätten die Menschlinge ein ernsthaftes Problem. Hungrige Echsen sind genau so gefährlich wie ein in die Enge getriebenes Tier.

Kharim machte den Vorschlag, dass sie sich ein Lager einrichten sollten. Dazu deutete er auf eine Baumgruppe mit der Begründung, dass sie dort Schutz vor der Hitze hatten. Sithis nickte. Auch ihm war die Hitze zuwider. Im Schatten ließ es sich eher aushalten. Die anderen Echsen hatten offenbar die gleiche Idee. Anscheinend wollten auch sie untereinander bleiben. Die Errichtung dauerte nicht lange, denn jeder half jedem und auch Sithis arbeitete mit den anderen zusammen. Die weiblichen Echsen hatten indes beschlossen, auf die Jagd zu gehen. Es war ein klassischer Rollentausch. Normalerweise kümmerten sich die Männer um die Futterbeschaffung und die Weibchen um den Erhalt des Lagers, doch dieses mal nicht. Er selbst wäre einem erneuten Jagdausflug nicht abgeneigt, schon allein wegen der hübschen Begleitung, doch diesmal gönnte er es seinen weiblichen Artgenossen, dass sie mal ihr Können bewiesen.

Sie schien es bemerkt zu haben, doch sie signalisierte ihm mit einem Blick, der keinen Widerspruch duldete, dass es an der Zeit wäre, dass er sich erst einmal um einen Lagerplatz kümmern müsse, anstatt seinen Jagdtrieb zu befriedigen.

Er hatte es sich gerade bequem gemacht, und sich seiner Schlange zugewandt, als ein Schatten auf ihn fiel. Seinem Geschmack nach, widerholte sich dieses Szenario zu oft. Ein Dunkelelf sprach ihn an, dass es Arbeit gebe. Hat man denn keine Ruhe, ohne das jemand etwas von einem will? Er stand auf und dehnte seine müden Muskeln. Der Fragende Blick seines Freundes traf ihn. Sithis zuckte nur mit den Schultern, sagte aber nichts und folgte dem Dunkelelf. Ihr Weg führte durch die Reihen von Zelten und Soldaten, vielen Soldaten! Orks, Goblins und jede Menge anderer Dunkelelfen. Sithis musterte sie, und sah sich unauffällig um. Er hatte keine Ahnung, was auf ihn zukommen könnte.

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Das dunkle Volk
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Das dunkle Volk » Samstag 15. Mai 2010, 04:50

Da war es wieder, einer von vielen Umständen, in etlichen Situationen, die Sithis so hasste, er wurde wieder herum kommandiert. Zumindest nach seiner Meinung. Es war schon ungewöhnlich, dass ein und derselbe Krieger öfters für Aktionen ausgewählt wurde, aber in Sithis Fall konnte es daran liegen, dass er einer der ersten war, auf den sie aufmerksam geworden waren. Viel mehr hatte er auf sich selbst lautstark aufmerksam gemacht. So musste er sich wohl fügen, aber er hatte dadurch drei weitere Optionen. Zum einen könnte er sich rar machen und die Aufmerksamkeit auf jemanden anders lenken, aber dadurch würde ihm eventuelle entgehen, was er an Ehre hätte für sich einheimsen können. Zum Zweiten könnte er desertieren, aber das war für nicht wirklich eine Option, auch wenn sie bestand. Drittens konnte er sich so richtig ins Zeug legen, viel lernen und sich unentbehrlich für die Dunklen machen. Dann könnte ihm mehr als nur Ruhm winken, das hatten die Anführer der Dunklen ja bereits in seinem Dorf verlauten lassen.
Jetzt war es an ihm, das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn er sich dafür im Moment lieber selber den hals umgedreht hätte.
Der Dunkelelf, der ihn aufgefordert hatte, ging nicht sonderlich schnell, er schlenderte schon fast durch das riesige Lager der Armee. Sithis hatte ihn noch nie zuvor gesehen und dieser Dunkle war eher eine von der unscheinbaren Sorte, wenn man im Fall von Dunkelelfen von unscheinbar sprechen wollte. Im Grunde hatte Sithis gehofft, entweder wieder auf diesen Dunkelelfen zu treffen, der in in dem Menschenhaus bloß gestellt hatte oder jenen Dunklen, mit der sensenartigen Klingenwaffe, der es so oder so schon die ganze Zeit auf ihn abgesehen hatte. Aber in diesem Moment wurde er enttäuscht. Dabei kam ihm in den Sinn, dass er die Anführer gar nicht kannte, zu denen er jetzt gebracht wurde. War es nur einer oder waren es mehrere oder war es gar ein ganzer Stab? Sithis musste sich selber eingestehen, dass er nicht so viel von der Materie verstand, jedenfalls nicht von einem derartig organisiertem Kriegstreiben.
Er würde aber ziemlich bald erfahren, wer was von ihm wollte.
Der Weg führte ihn ungefähr in Richtung Mitte des ganzen Lagers, welches nun zunehmend ruhiger wurde. Lediglich ganz vorn, direkt vor der Mauer, ging es hoch her. Ein erneuerter Beschuss der dicken Mauer fand statt, vermutlich um Schwächen der Konstruktion heraus zu finden und um die Belagerten mürbe zu machen. Denn die mauer sah nicht so aus, dass sie in den nächsten Tagen oder gar Wochen nachgeben würde, deswegen musste es über die psychologische Schiene laufen. Ein weiterer Punkt, in dem Sithis viel lernen konnte, wenn es ihn interessierte.
Schon bald tauchte ein großes, schwarzes Zelt vor ihm auf. Davor standen zwei dunkelelfische Soldaten die von purpurnen Bannern an Speeren flankiert wurden. Die gleichen Banner flatterten auch oben an der Spitze des Zeltes, diese erschien dadurch ziemlich wichtig zu sein und Sithis wurde wohl offensichtlich dahin gebracht.
Der Dunkelelf, der ihn führte, steuerte zielstrebig eine der Wachen an, sprach kurz leise mit diesem und deutete dabei auf Sithis, bevor dieser nur nickte und dann den Anderen ins Zelt hinein ließ. Da Sithis keine weitere Anweisung erhielt, wie so oft, konnte er davon ausgehen, dass er wohl einfach gehorsam folgen sollte.
Dafür, dass dieses Zelt zur Unterbringung des Führungsstabes und als Planungszentrum genutzt wurde und sich gerade alle im Krieg befanden, war es ganz schön luxuriös eingerichtet. Mehrere schwere Samtvorhänge teilten das Zelt in mehrere „Räume“ auf, am Boden lagen edle, flauschige Felle und hier und dort standen Diwane und Tische, auf denen Schalen mit Obst standen. Leider hatte Sithis weder die Gelegenheit, sich richtig umzusehen, noch hier länger zu verweilen. Hier schritt sein Führer schnelleren Schrittes voran und schob letztendlich einen großen Samtvorhang beiseite. Dahinter offenbarte sich Sithis das herz der taktischen und strategischen Planung dieses Krieges. In der Mitte stand ein Tisch, um den herum mehrere Stühle von exzellent gerüsteten Dunkelelfen besetzt waren. Auf den Tisch lag eine riesige Karte, vermutlich vom hiesigen Areal und auf der standen kleinen Figuren … quasi die Dunkle Armee samt Ausrüstung, Verbündeter und was man sonst noch so für einen Krieg brauchte, nur in Miniaturausgabe.
Um den Tisch herum saßen fünf offiziell aussehende Dunkelelfen, die hier offensichtlich das Sagen hatten, vier von denen hatte Sithis noch nie zuvor gesehen. Den Fünften, hatte er ins einem Dorf gesehen, dass war derjenige gewesen, der einige Echsen dazu bewegt hatte, bei diesem Wahnsinn mitzumachen. Im Hintergrund standen drei weitere Dunkelelfen, von denen Sithis wiederum nur zwei kannte. Der eine war der Befehlshaber seines Trupps gewesen und der Andere war jener mit der sensenartigen Klinge. Die Beiden waren auch die einzigen im „Raum“, die ihn registrierten, wobei der Zweite ihn mit einem boshaften Grinsen begrüßte. Der Erste hatte lediglich eine Augenbraue herauf gezogen.
Der Dunkelelf, der ihn hierher geführt hatte, blieb abrupt stehen und wandte sich erneut an den Echsenmann.

„Einfach nur stehen bleiben.“
Kurz, knapp, präzise, mehr war der Befehl nicht, nichts sagend und doch troff die Aussage nur so vor Hohn. Sithis war klar, wenn er jetzt ausrasten würde, gäbe es für ihn kein zurück mehr, außer Stückchen weise, so entschied er sich, wen auch unter Seelenqualen, gehorsam still zu stehen.
Eine Ewigkeit schien zu vergehen, das Blöde dabei, er verstand nicht mal ein Wort von dem, was die Dunklen da so von sich gaben.
Dann endlich, nach einer Unendlichkeit, sprach einer der ihm Unbekannten zu ihm.

„Ihr seid also DER, der es nicht abwarten konnte … nun gut, ihr sollt eure Chance erhalten. Ich werde es nicht wiederholen … ihr werdet euch Zutritt zu Pelgar beschaffen, ungesehen … dann werdet ihr den Sitz des Hohen Rates aufsuchen, einen der Ihren auswählen und mir seinen Kopf bringen … habt ihr noch Fragen?“

Da hatte Sithis seine Herausforderung … das war direkt!
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Samstag 15. Mai 2010, 19:57

Der Weg führte Sithis mitten hinein ins Herz des Heeres. Hier war es im Gegensatz zur Mauer recht friedlich. Hier konnte man den Lärm hören, den sie bei dem Beschuss der Mauer und Verteidigungsanlagen veranstalteten. Die würde trotz allem noch eine Weile stehen, so das sein Gedanke auf schnellen Reibach (Reichtum) erst einmal niedergelegt werden musste. Sie sah sehr stabil aus. Die würde keinesfalls so auf die Schnelle fallen.
Hm. Interessant..Sie versuchen die Verteidiger offenbar einzuschüchtern...Schau, schau. Sithis verstand relativ wenig von einer Belagerung, geschweige denn von "morderner" Kriegsführung. Er selbst musste sich tatsächlich eingestehen, dass er ziemlichen Schiss davor hat, außerhalb seines vertrauten Territoriums zu kämpfen. Mashmoor, dass war sein vertrautes Territorium. Dort kannte er jeden Schilfhalm und jede Untiefe, doch das hier war etwas komplett anderes. Nun hieß es, sich an die Umgebung anpassen. Aber das war nur seine kleinste Sorge. Gerade schoss ihm durch den Kopf, was er alles für Optionen hatte. Auf jemanden anderen die Aufmerksamkeit lenken? Nein, dadurch würden mir die dicksten Fische durch die Lappen gehen. Desertieren? Nein auch nicht, selbst wenn es verlockend klingt. Nur kann ich dann keinem von meinem Volk je wieder vor die Augen treten, ohne dass sie mich töten würden. Das scheidet als auch aus. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich erst einmal zu fügen. Alles Weitere ergibt sich schon.
Auch machte er sich Gedanken, ob es nur einen oder sogar mehrere Anführer gab. Wenn es mehrere sind, kann ich mir vielleicht die Sympathie von einigen verdienen. Schoss es ihm durch den Kopf. Und die wäre wahrscheinlich bitter nötig, wenn er hier überleben wollte.

Der Weg endete, als sein Führer vor einem großen schwarzen Zelt anhielt. Dieser sprach ein paar Takte mit einer der beiden Wachen, welche sie daraufhin eintreten ließen. Zwischendurch zeigte er mit dem Finger auf die Echse, welches die Wache mit einem Nicken registrierte. Sithis folgte ihm, mit einem komischen Gefühl in der Magengegend. Ihm war das nicht geheuer.
Im Innern des Zeltes herrschte purer Luxus. Teure Tische und andere Möbelstücke säumten es. Es sah von innen noch größer aus als man von draußen auch nur erahnen konnte. Sithis fiel salopp gesagt die Kinnlade etwas herunter, doch er beherrschte sich rechtzeitig. Was würde man denn dann von ihm denken?
Der Dunkelelf schob schließlich einen Vorhang zur Seite, hinter dem der Echsenmann das Herz der morgerianischen Kriegsführung entdeckte. Da war der Anführer seines Trupps und dieser verdammten Sensen-Heini! Er mochte es nicht, wie dieser widerliche Klingenträger ihn so höhnisch angrinste. Dafür würde er ihn bei lebendigem Leibe die Haut vom Körper ziehen! Auch erkannte er den Dunkelelf, der im Sumpf diese Ansprache gehalten hatte und sein Volk in diesen Wahnsinnskrieg geschickt hatte. Sithis fiel gerade noch ein, dass er selbst der Erste war, der sich für dieses wahnsinnige Unterfangen FREIWILLIG gemeldet hatte!

Der Dunkelelf blieb stehen und Sithis machte es ihm gleich. Sein Befehl klang trotz der Knappheit immer noch verächtlich. Und damit wäre er schon das dritte "Opfer" auf Sithis' "Todesliste". Lass dich nicht provozieren. Die warten nur darauf, dass du einen Fehler machst! Bleib jetzt verdammt noch mal ruhig! Es kostete ihn unvorstellbare Willenskraft, doch er konnte seine Wut kontrollieren.
Die Dunkelelfen quatschten mal wieder unverständliches Kaudawelsch, doch er konnte sich schon denken, dass es ihn betraf. Und da kam auch schon der Befehl. Was er hörte, traf ihn hart. Er sollte was? Einen vom Hohen Rat ermorden und seinen Kopf bringen, zum Beweis, dass er tot war? Kurz überlegte er. Befehl ist Befehl, egal wie verrückt oder verdächtig er ist. In Wirklichkeit war dieser Befehl IRRSINN! Und dann auch noch unerkannt! Aber das behielt er für sich. Zumindest redete dieser Dunkelelf ihn nicht so herablassend an wie die anderen. Und damit stieg er in der Sympatie der Echse. Nun hieß es, ob er noch Fragen habe. Er kratzte sich am Hinterkopf. Dann sagte Sithis: "Nun. Eine Frage hätte ich. Soll ich das alleine machen oder kann ich mir noch ein bis zwei Begleiter mitnehmen? Ich habe gerne einen freien Rücken und in der Stadt kenne ich überhaupt niemanden. Außerdem wäre damit die Erfolgsquote um einiges höher. Das wäre alles."
Damit dachte er natürlich an Kharim und das Weibchen. Sie würde es sich nicht nehmen lassen, ihn im Kampf zu begleiten. Und mit Kharim war auf jeden Fall immer ein Heiler in der Nähe. Nun hieß es abwarten, ob er sie mitnehmen durfte, oder ob er alleine seinem sicheren Tod entgegen gehen sollte.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Das dunkle Volk » Donnerstag 20. Mai 2010, 00:00

Sithis konnte kaum fassen, was ihm da aufgetragen wurde. Vor allem hallte immer die Frage nach dem Warum in seinen Gedanken wieder. Ob es wirklich nur wegen der Aufmerksamkeit war, die er auch sich gezogen hatte? Jetzt gerade schwankte er zwischen Unglaube, Zorn, Ungeduld und Verachtung. Immerhin bekam er es hin, einfach ruhig da zu stehen und den neutralen zu mimen.
Sein Auftrag war einfach, knapp und präzise formuliert. Ohne große Schnörkel oder ausschweifendes drum herum Gerede und dass der Dunkelelf ihn nicht wie Abschaum behandelte, verhinderte zumindest, dass er dort an Ort und Stelle ausrastete.
Sithis beschloss einfach den Auftrag hin- und anzunehmen und darüber nicht weiter nach zu denken. Besser wäre es für ihn und sein Gemüt.
Nachdem der Befehlshaber ihn gefragt hatte, ob dieser noch Fragen zum Auftrag hatte, fiel Sithis nur eine ein, nämlich ob er Gefährten mitnehmen könne.
In der Zwischenzeit war es ruhig in diesem Teil des Zeltes geworden und alle hatten ihre Aufmerksamkeit auf Sithis und seinen Vorgesetzten gerichtet. Eigentlich hatte Sithis nichts dagegen, wenn man ihn beobachtete und alle Blicke auf ihn gerichtete waren. Aber diese Mal war es anders, es glich vielmehr einer Prüfung …warum auch immer er diesen Gedanken hegte, ihm war nicht wohl zumute.
Ein paar Sekunden vergingen, in denen der Dunkelelf ihn schweigend und prüfend ansah.

„Ihr werdet euch für einen Begleiter entscheiden, maximal …das Entdeckungsrisiko ist zu groß. habe ich mich verständlich ausgedrückt?“
Ein weitres Mal, sah der Dunkle Sithis fest und prüfend in die Augen. So gleichmütig dieser Dunkle auch schien, genauso eiskalt waren seine Augen, wie die seiner Landsleute.
„Nun gut, wenn ihr keine weiteren Fragen mehr habt, dann wendet euch an Q´arlynd , er wartet vor dem Zelt und wird euch ausrüsten, falls ihr etwas zusätzliches benötigt. Klar soweit? … Ihr habt einen Zehntag, …nutzt sie und nun geht.“
Damit war auch wohl schon alles gesagt. Der Befehlshaber dreht sich wieder zu den Anderen am Tisch stehenden um und wandte sich wieder der Karte zu.
Nun lag es an Sithis, alles abzuklären und die Nacht so gut es ging zu nutzen.
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Donnerstag 20. Mai 2010, 19:24

Die Antwort brauchte einige Sekunden. Sithis kamen sie wie eine halbe Ewigkeit vor. Dann sagte der Kommandant, dass er maximal nur eine Person mitnehmen durfte, da eine größere Gruppe zu viel Aufmerksamkeit auf sich zog.
Na toll! Nun wird aus meinem Vorhaben doch nichts! Dachte er verärgert. Nun musste er wählen: und zwar zwischen seinem langjährigen Freund und Begleiter Kharim, der vor allem ein fähiger Heiler war und einem nicht unattraktiven Echsen-Weibchen. Die Wahl würde schwierig werden und das verwirrte ihn.

Zumindest behandelte der Anführer ihn wie jemanden, nicht wie diese anderen aufgeblasenen Dunkelelfen, allen voran dieser Sensen-Heini! So viel Überheblichkeit war selbst für Sithis zu viel. Ihn würde er sich noch vorknöpfen. Und dann sollte er gut kämpfen oder schnell rennen können! Er fing an diesen Kerl zu hassen. Allein wie er ihn schon wieder höhnisch angrinste, so als warte er nur darauf, dass Sithis einen Fehler machte.

Doch sein Vater hatte ihm schon so oft erklärt, dass man seinen Hass nicht anstauen durfte, sonst würde man nicht anders als die Dunkelelfen sein. Zwar widersprach er seinem Vater in diesem Punkt nicht, doch konnte er es nicht immer einhalten.

Ihre Überheblichkeit ist ihre Schwäche. Dachte er. Bald würden sie ihre Fehler bereuen. Dieser Krieg war Wahnsinn! Es würde überall Verluste geben und diese Dunkelelfen würde es nicht einmal kümmern.

Doch vorerst hieß es, diese Aufgabe, oder vielmehr diese Wahnsinnstat auszuführen, seinem Zorn konnte er danach freien Lauf lassen. Doch damit musste er sich auf seine Feinde beschränken.

Er bekam den Namen einer Person mitgeteilt, Q´arlynd...Das diese Dunkelelfen immer so komplizierte Namen haben müssen. Irgendwie schien es ihm, dass Dunkelelfen in ihrer Namensgebung sinnlose Wörter anneinander reihten.
Schon wieder wurde er begafft, hatte sich aber schon damit abgefunden. Auch das ER für diese schwierige Aufgabe berufen wurde, zeigte ihm, dass sie ihn für fähig und nützlich erachteten. Aber immer noch sahen sie in ihm nichts weiteres als ein grobes Werkzeug in ihrem großen Plan, Celcia zu erobern.
Aber das musste nicht heißen, dass er einfach ein Werkzeug bleiben wollte. Nein! Er ließ sich schon so nicht gerne herumkommandieren, aber jetzt hieß es Lieb-Kind bei den Dunkelelfen zu machen. Und das ging am Besten, indem er einfach das tat, was sie von ihm verlangten. Auch wenn es reiner Selbstmord war! Doch das brauchte ja niemand zu wissen..

Nun sagte der Kommandant, dass er gehen solle und seine Arbeit verrichten solle. Sithis widersprach nicht und wendete sich ab. Es achtete ja sowiso keiner mehr auf ihn, bis auf diesen blöden Sensenträger! Er würde ihm noch den Schädel einschlagen, das schwor er sich jetzt schon. Wenn er den Wahnsinn in der Stadt überhaupt überleben würde.

Er ging den selben Weg zurück, den er gekommen war und tatsächlich stand da dieser Q´arlind direkt am Ausgang. "Ich nehme an, dass Ihr um mein Hiersein bereits informiert wurdet." Sprach er ihn formell an. "Ich soll mich ausrüsten."

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 25. Mai 2010, 03:20

für sithis


Dass Sithis nur Einen mitnehmen durfte, wurmte ihn ganz gewaltig. So musste er nicht nur seine Pläne noch mal auf den Prüfstand setzen, nein, er musste sich auch noch zu einer Entscheidung durchringen, die er eigentlich nie im Leben fällen wollte. Zwischen einem langjährigen Freund und einem zukünftigen Weibchen zu entscheiden, war schon mehr als unfair, aber er konnte und durfte sich nichts vormachen; er war im Krieg, Verbündeter eines mächtigen Reiches … was erwartete er. Aufgrund dieser unangenehmen Sache, beschloss er, das erstmal nach hinten zu schieben. Immerhin bekam er nun die Gelegenheit sich auszurüsten, dass musste man den Dunklen lassen, sie schickten ihn nicht einfach so in sein Verderben.
Während er verdrossen nach draußen stapfte, versucht er sich den komplizierten Namen des Dunkelelfen zu merken, an den er sich gleich wenden sollte und geriet darüber wieder in die für ihn typisch gewordenen Grübeleien, die ihn seit gut einem Zehntag ständig einholten.
Draußen vor dem Zelt stand schon der erwähnte Dunkelelf, der dort lässig auf seinem Speer lehnte und müßig in den Nachthimmel blickte. Wie er Sithis auf sich zutreten sah, erhob er sich und nickte diesem zu. Man mochte es kaum glauben, er Sithis hatte es tatsächlich einmal hinbekommen, seine gut erzogene Seite aus seinem Innersten heraus zu kramen. Förmlich, fast schon übertrieben korrekt und diplomatisch sprach er Q´arlynd an. Dieser wendete sich um und schlenderte in Richtung Norden davon.

„Nicht nötig so einen Aufwand zu betreiben … ich rüste nur aus … vor mir musst du nicht kriechen … dauert nicht lange, dann sind wir bei den Vorratszelten … die dahinten, die so schwer bewacht werden.“ Mit seinem ausgestreckten Arm deutete Q´arlynd weiter in Norden.

Obwohl das Lager nach keinem erkennbaren Muster errichtet worden war, hatten sich mit der Zeit doch einige Wege herauskristallisiert, die von allen genutzt wurden. Zeitweilig wurden diese Wege durch Holzbolen verstärkt, um zu verhindern, dass die Soldaten im Lager im Schlamm versanken. Genau auf der Schnittfläche zweier solcher Wege, wo der Schein des Mondes silbrig in den Pfützen schimmerte, schnitt eine andere Gruppe den Weg von Q´arlynd und Sithis.
Es waren ihrer vier der Dunkelelfen, zweien von ihnen ritten voraus und zwei bildeten das Schlusslicht. Dazwischen, ritten zwei Menschen auf … ja, auf was eigentlich … es waren definitiv keine Pferde, obwohl sie fast genauso groß und auf vier Pfoten unterwegs waren. Ihr Fell war lang, zottig und hing in Strähnen herunter, was genau sich in den Strähnen verfangen hatte, wollte man lieber nicht wissen. Sithis konnte jedenfalls erkennen, dass es ziemlich dunkel und auch leicht ölig glänzend war. Die Reiter auf diesen beiden Untieren, saßen in Sätteln, die mit Geschirr und Zaumzeug in deren Schnauzen befestigt war. Dass den Untieren das nicht passte, bekundeten sie immer wieder durch lautes Schnauben und dem Versuch des Ausbruches und sich Verweigerns, aber sie waren im festen Griff ihrer Reiter. Die Schnauze war länglich, wie bei einem Wolf, aber es waren keine wirklichen Wölfe und in der oberen Hälfte des „Gesichtes“ glühten eiskalt, voller Bosheit und ziemlich unnatürlich blaue Augen.
Der erste Mensch, der auf einem der zottigen Viecher an ihm vorbei ritt, war eine Frau. Selbst aus seiner Warte konnte Sithis bemerken, dass sie für eine Menschenfrau doch recht groß war. Im Mondschein lugten helle Haare aus der Kapuze hervor, die sie sich aufgesetzt hatte. Die Kleidung der Frau war dunkel, sie mochte also auch schwarz sein, schmiegte sich aber eng an ihren Körper.
Da diese Frau auch ein Schwert an ihrer Seite trug, war sie wohl definitiv kein einfaches Bauernweib und das diese Frau Sithis durchaus wahrgenommen hatte, bekam dieser schon gar nicht mehr mit, da er sich den anderen Menschen genauer ansah. Zweiter war ein Mann, jedenfalls glaubte Sithis ihn als solchen zu erkennen, ebenfalls sehr groß und in dunkle Kleidung gehüllt. Dieser Mann trug auch einen dunklen Umhang, hatte aber die Kapuze nicht aufgesetzt, so dass dessen lange Haare im Wind wehten.
An sich wäre dieser Trupp Sithis wohl wieder schnell aus dem Sinn gewesen, er bekam aber länger die Gelegenheit, die seltsamen Ankömmlinge genauer zu studieren, da dieser Trupp mit einem Mal stehen blieb und keine Anstalten mehr machte, weiter vorwärts zu reiten um so Anderen den Weg frei zu machen.
Seinem dunkelfischem Führer passte dieses Betragen überhaupt nicht, was dieser auch leise durch Fluchen von sich gab.

„Verdammte Angeber …“ War alles, was Q´arlynd halbwegs laut von sich gab und nach einem Weg drum herum Ausschau hielt.
Da Sithis ja auf einer Stelle stand, konnte er es nun auch spüren … irgendetwas war plötzlich da und kroch um ihn herum, wie ein Jäger um seine Beute oder war es doch schon länger da und er hatte es nicht bemerkt? … Es war wie eine Eiseskälte, die ihm um die Knöchel strich und an seinen Beinen heraufkrabbelte, um dann weiter durch all seine Muskeln zu ziehen und ihn tatsächlich frösteln zu lassen. Sithis war vieles gewohnt und er war garantiert keiner, der vor irgendetwas je große Angst gezeigt hatte, aber in diesem Moment macht sich sogar in ihm ein kleines Bisschen Angst breit. Er konnte diese Eiseskälte genau spüren und instinktiv heftete sich sein Blick auf die beiden Menschen, er fixierte diese schon fast.
An sich war an ihnen nichts seltsam … oder doch? Eine Wolke gab gerade wieder das silbrige Mondlicht frei, so dass es das Antlitz des Mannes beschien … fahl, gräulich, fast glimmend. Sithis wusste ja, dass des Nachts sämtliche Farben ausgewaschen wurden, aber so? Das hatte er noch nie gesehen.
Dass er so starrte, wurde jedoch bemerkt, der Mann starrte nun seinerseits die Echse an. Sithis hatte schon viele Blickduelle gewonnen, aber dieses Mal hatte er einen wirklich starken Herausforderer. Graue Augen, die ihn fixierten und nicht wieder losließen, die sich Sithis ins Gedächtnis brannten und wie zwei glühende Irrlichter in der Dunkelheit wirkten.
Minuten schienen zu verstreichen, in denen alles Andere verschwamm und unwirklich wurde, bis Sithis durch einen Stoß an seinem Oberarm wieder zurück in die Realität geholt wurde.

„Wollt ihr hier noch länger stehen? … folgt mir.“ Ohne weiter auf ihn zu achten, machte Q´arlynd schon Anstalten, seinen Weg fortzusetzen, der fremde Mann hingegen, neigte leicht seinen Kopf und zog eine Augenbraue hoch.
Zuletzt geändert von Das dunkle Volk am Dienstag 25. Mai 2010, 03:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 25. Mai 2010, 03:26

für vana


[kommen aus: Der östliche Teil Celcias ‹ Das östliche Drachengebirge < Durchs Drachengebirge]


Es waren vielleicht zwei der Stunden vergangen, da hatten sie das eigentliche Gebirge hinter sich gelassen und konnten nun im fahlen Mondschein die Ebene vor der belagerten Hauptstadt betrachten. Noch befanden sie sich in einem hügeligen Abschnitt und hatten so einen perfekten Blick auf das wirklich riesige Lager. Selbst Vandarte schien verstummt zu sein, wohl weniger aus Erfurcht denn aus der Absicht, dass er sich alles einzuprägen versuchte, was er von hier aus sehen konnte. Wie sie bereits in Morgeria erfahren hatten, waren die meisten Soldaten der Dunklen Armee Dunkelelfen. Links in Richtung des Gebirges waren riesige Lagerfeuer zu sehen und aus dieser Richtung konnten beide rhythmisches Trommeln und Stampfen vernehmen, ein klarer Hinweis auf Orks und Goblins, die sich bereits ebenfalls der Armee angeschlossen hatten.
Hinten den ganzen Belagerern ragte die massive und noch intakte Stadtmauer Pelgars in den Nachthimmel. Auch wenn diese Mauer noch stand, konnten beide deutliche Rauchsäulen erkennen die bezeichnend in den Nachthimmel stiegen, Pelgar hatte wohl schon einiges abbekommen und aus der Stadt drang kein Laut, dafür waren die Belagerer zu laut.
Diesen Lärm wussten die Dunklen gut zu nutzen, sie unterzogen die Stadtmauer Tests mit weiterem Kriegsgerät, scheinbar nur aufs Geratewohl, aber alle wussten, dass dem nicht so war.
Dieser Anblick war kein Schöner und weckte in Vana das Bedürfnis, sogleich helfen zu wollen, aber ihr war durchaus bewusst, dass es jetzt keinen Sinn hatte und zu zweit, obwohl sie den Tot nicht mehr zu fürchten hatten, war es dennoch Aussichtslos.
Vandarte war der Konflikt seiner Schönen nicht entgangen und so hatte er seinen Warg neben den ihren gelenkt, mit einer Hand umfasste er die ihre.

„Unsere Zeit wird kommen … wir können bald nach unserem Gutdünken agieren.“ Sein Blick suchte den ihren und seine melodische Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, was vollkommen ausreichte, dass Vana ihn verstand.
In der Zwischenzeit war der Trupp auf der Ebene angelangt und steuerte in einem leichten Bogen das Heerlager an, so dass sie in Richtung Norden auf die ersten Soldaten treffen mussten.
Vana wusste selbst nicht so ganz, was sie hier erwartet hatte. Der dunkelelfische teil des Heerlagers jedenfalls lag ruhig und nur ab und zu von kleinen Lagerfeuern erhellt im mächtigen Schatten der Stadtmauer. Hier und da patrouillierten kleine Trupps leise zu je zwei oder drei Dunkelelfen das Lager und an einigen Feuern saßen noch wenige Dunkelelfen zusammen und unterhielten über alltägliche Dinge. Die Mächte Morgerias hatten wohl mit einem schnellen Fall Pelgars gerechnet, aber dem war nicht abzusehen, wann es überhaupt dazu kommen sollte.
Ihr Führer suchte wohl eine Schneise durch die Soldaten, die groß genug war, dass auch die Warge hindurchpassten und wurde alsbald auch schon fündig. Hier auf diesen großen Schneisen war der Betrieb doch noch nicht zum Erliegen gekommen und immer wieder wurde der Trupp aufgehalten, bis er nach ungefähr einer Viertelstunde komplett zum Stehen kam. Vana konnte ihren Führer diskutieren hören, wurde aber seltsamerweise durch etwas anderes abgelenkt. Nicht durch etwas, sonder vielmehr durch jemanden. Nicht nur ihrem Trupp wurde der Weg versperrt, natürlich versperrten sie auch zeitgleich Anderen den Weg.
Zur ihrer linken Seite standen, wie nicht anders zu erwarten war, ein weiterer Dunkelelf, der in Begleitung einer Echse war. Nicht so eine Echse, wie sie üblicherweise zum Tragen von lasten benutzt wurden, nein, es war ein Exemplar auf zwei Beinen, welches Vana und ihren Begleiter anstarrte.
Es war nicht gerade klein, ging dem Warg mindestens bis zur Schulter und überragte den Dunkelelfen um Einiges. Die Haut, wenn man in dem Fall überhaupt davon sprechen konnte, schimmerte nur leicht im fahlen Licht des Mondes und war ansonsten dunkel und soweit zu erkennen, vollkommen haarlos. Am prägnantesten waren wohl die gelb glühenden Augen, die ihn definitiv als Echse auswiesen und die weißen, gekrümmten Stacheln auf seinem Kopf.
Erstmal ging es wohl nicht weiter.
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Sithis
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Dienstag 25. Mai 2010, 20:17

Sithis war erstaunt darüber, dass der Dunkelelf überhaupt kein Interesse an gehobenem Gerede hatte. Zumindest einer, der ihn nicht so herablassend ansprach. Der Dunkelelf deutete in Richtung Norden. Dann gingen sie los.

Sie folgten einem Weg, der sie an vielen Zelten und Soldaten vorbeiführte. Sithis sah sich sehr genau um. Hier ging es zu wie in einem Ameisenhaufen: überall liefen Leute herum, durcheinander. Es war ein riesiges Kommen und Gehen. Hier und da hatten die Belagerer Holzbolen eingelassen, da der Weg recht oft benutzt und dadurch abgenutzt wurde. Auch diente er dazu, dass niemand im Matsch versank.

Als sie an eine Art Kreuzung kamen, bewegte sich eine seltsam anmutende Gruppe in sein Sichtfeld. Die an der Spitze reitenden waren zweifellos Dunkelelfen! Man sah sie hier überall. Und die am Ende auch. Nur die zwei Personen in der Mitte fand er merkwürdig. Und noch erstaunter war er, auf was für Wesen die beiden ritten.

Sie sahen aus wie Wölfe, nur waren sie um einiges größer und in ihren Augen flackerte eine unermessliche Bosheit. Doch ihn ließ das kalt. Sein Augenmerk jedoch war auf die Reiter gerichtet. Die erste Person schien eine Frau zu sein, sicher war er sich nicht, der andere offenbar ein Mann, doch auch da war er sich nicht sicher.
Aber er erkannte das Volk, welchem beide angehören könnten: Menschen? Mitten im Herz des Heeres? Aber so wie es aussieht scheinen sie auf der Seite der Dunkelelfen zu stehen.

Er hielt seine Wut unter Kontrolle, schon deshalb, weil beide eine sonderbare Aura ausstrahlten. Er fühlte ein Seltsames Gefühl. Es war Kälte…stammte sie von ihnen? Er spürte förmlich, wie sie ihm die Beine hoch kroch und sich langsam aber stetig in seinem Körper verteilte. Dieses Gefühl bekam er doch sonst nur, wenn er einen Nebeljäger gewittert hatte! Aber das diese beiden nicht normale Menschen waren, das war eindeutig! Aber was waren sie dann? Sie rochen nach Tod!
Die Dunkelelfen, die sie offenbar begleitet hatten, schienen es auch zu spüren. Doch Sithis spürte irgendwie…mehr. Ihn beschlich eine böse Vorahnung.

Er bemerkte, wie ihn der Mann plötzlich ansah. Diese Augen…sie wirkten…tot und irgendwie auch wieder nicht, eben vollkommen emotionslos. Zwar hatte er schon so manches Duell allein durch Augenkontakt gewonnen, doch dieser Kerl war eine echte Herausforderung! Er wirkte unnachgiebig, so als könne er ihn pausenlos anstarren, ohne auch nur zu blinzeln. Langsam aber sicher wurde es ihm unheimlich! Uah! Kann der starren!
Durch das scheinende Mondlicht konnte Sithis nun auch sein Gesicht erkennen. Die Hautfarbe sah ungesund aus, so bleich und kränklich. Die grauen Augen seines Gegenübers durchbohrten ihn förmlich. Der Echsenmann konnte beinahe keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Bis er durch einen Stoß in die Realität zurückgeholt wurde. „Hm?“ „Wollt ihr hier noch länger stehen? … folgt mir.“ sagte der Dunkelelf. „Wie? Oh jaja natürlich.“ Er musste sich zusammenreißen.
Er wandte seinen Blick wieder auf die Straße und folgte dem Dunkelelf. Er spürte förmlich die Blicke im Nacken und das ließ ihm einen kalten Schauer den Rücken hinunterlaufen. Brr! Zwar wollte er schon wissen, wer das war, doch war ihm nicht wohl dabei. Doch die Dunkelelfen mussten einen guten Grund haben, warum sie hier waren.

Er folgte dem Dunkelelf in Richtung der Zelte, in denen die Ausrüstung gelagert wurde.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Dienstag 25. Mai 2010, 22:46

Man konnte dem Anführer des Wachtrupps ansehen, dass er Vandarte gerne noch etwas entgegnet hätte, durch dessen Auftreten und seine mehr oder weniger versteckte Drohung jedoch so eingeschüchtert war, dass er wortlos zu seinen Männern zurück ging und den Aufbruch ins Lager befahl. Grinsend saß Vandarte auf seinem Warg auf, nicht ohne dabei Vana gegenüber wieder seine verbalen Annäherungsversuche zu starten. Es war einfach zum verrückt werden mit dem Kerl, er konnte es nicht unterlassen obwohl er doch genau wusste, dass sie es nicht mochte. In hundert Jahren würde er damit nicht mehr erreichen als jetzt.
Bei dem Gedanken verzog die junge Vampirin erneut das Gesicht. Bei Manthala, er würde hundert Jahre und mehr Zeit dazu haben und sie würde es ebenso lange ertragen müssen. Tief in sich ahnte sie, dass sie seinem Werben am Ende erliegen würde, aber hier und jetzt konnte und wollte sie es sich noch nicht eingestehen, verdrängte die Erkenntnis in den hintersten Winkel ihres Bewusstseins und umschloss ihn mit einem dicken Panzer aus Gleichgültigkeit.
So ging die Reise weiter dem Lager der Armee der Dunkelelfen entgegen. Die Temperatur auf dieser Seite des Drachengebirges war merklich kühler als in der toten Ebene, und auch der Himmel war wesentlich bewölkter. Nur hin und wider lugte der fahle Mond zwischen den Wolken hervor. Das wolkige und trübe Wetter kam den Vampiren eher gelegen, so würden sie auch am Tag einigermaßen frei agieren können.

Nach etwa zwei Stunden erreichten sie den Belagerungsring um Pelgar und das Lager der dunklen Armee. Der Anblick der ramponierten Stadtmauer der belagerten Stadt und der Bemühungen der Dunkelelfen, die Mauern endgültig zu schleifen versetzte Vana schon einen leichten Stich. Doch wie Vandarte so schön sagte, ihre Zeit würde kommen und die Rache an den Dunkelelfen würde blutig sein. Bis dahin mussten sie erst einmal mit den Wölfen heulen.
Der Weg durch das Lager erwies sich als äußerst mühsam, vor allem mit ihren Reittieren kamen sie immer wieder zum Stehen. Irgendwann ging es schließlich garnicht mehr weiter, was Vana nur noch ungeduldiger werden ließ. So kurz vor dem Ziel war ihr jeder weitere unnötige Aufenthalt ein Gräuel. Ihre Kapuze nach hinten werfend rief sie daher ihrem Führer zu:
„Verdammt, was ist denn da vorn los? Warum geht es nicht weiter? Bei Manthala, kein Wunder, dass Pelgar noch nicht gefallen ist. Hier fehlen eindeutig klare Strukturen. Es wird wirklich Zeit, dass jemand Pelgar im Inneren angreift. Bei dem Chaos hier kann die Belagerung noch Jahre dauern, ohne dass ein Erfolg sichtbar ist.“
Ihre blonden Haare flogen nur so herum, als sie verständnislos den Kopf schüttelte.
„He, wenn wir mit den Biestern nicht weiter kommen, dann laufen wir eben den Rest des Weges.“ Gesagt getan, ohne großes Federlesen drückte sie einem gerade vorbeikommenden Dunkelelfen die Zügel ihres Wargs in die Hand. „Hier, versorgt das Biest, ich brauche es nicht mehr. Manthala sei Dank!“, ließ sie noch einen Stoßseufzer folgen. Sie war wirklich mehr als froh, dieses Vieh nun nicht mehr am Hals zu haben. Sie konnte noch immer nicht verstehen, was Vandarte daran so aufregend fand. Apropos Vandarte, normalerweise ließ er keine Gelegenheit aus, sie zu necken, und jetzt? Noch nicht ein Ton aus seinem Mund, das war wirklich sonderbar, also drehte sie sich nach ihrem Gefährten um und sah zu ihrer Verwunderung wie er sich ein Blickduell mit einem Echsenwesen lieferte.
Was bei allen Höllenkreaturen Faldors macht er denn jetzt schon wieder? Kann der Mann nicht einmal unauffällig bleiben? Nein, der Herr muss natürlich wieder alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Kerl würde mich noch ins Grab bringen wenn ich nicht schon tot wäre.
Kurz vermeinte sie in den Augen des Echsenwesens Wut auflodern zu sehen, doch konnte sie sich auch getäuscht haben. Auf jeden Fall passte die Echse nicht zu den Dunkelelfen. Gut möglich, dass es sich bei ihr ebenso um einen Helfershelfer handelte, wie sie es auch waren. Es war bestimmt nicht schlecht, sie im Auge zu behalten. Im Moment jedoch war ihr Auftrag wichtiger, weswegen sie Vandarte zurief:
„Ich störe dich ja ungern bei wichtigen Geschäften, aber wie du sicher weißt müssen wir so schnell wie möglich zum Kommandanten und die Nachricht überbringen. Also lass bitte deine Spielereien und komm von deinem Reitvieh runter. Wie es aussieht müssen wir den Rest laufen. Mit den Wargs kommen wir in diesem Chaos nicht mehr weiter.“
Grinsend wandte sich der Vampir an seine Gefährtin, während die Echse sich anschickte einem Dunkelelfen, wahrscheinlich ihr Führer hier im Lager, zu folgen.
Auch ihr Führer kam gerade hinzu und raunzte Vana entgegen: „Hütet eure Zunge Weib, die Armee Morgerias ist eine straff geführte Truppe und kein chaotischer Haufen. Solche Äußerungen können euch schnell in Schwierigkeiten bringen, also passt auf was ihr sagt, und nun folgt mir.“
Während Vandarte von seinem Warg absaß und dessen Zügel ebenfalls einem Dunkelelfen in die Hand drückte trat Vana an ihren dunkelelfischen Führer heran und meinte herablassend: „ Hört mir gut zu, anscheinend geht eurem finsteren Herrscher die Eroberung Pelgars zu langsam voran, wie sonst erklärt ihr euch, dass wir uns dort einschleusen und Pelgar von innen heraus destabilisieren sollen?
Und im Gegensatz zu eurem trostlosen Heerhaufen weiß ich zufällig wie wir, also mein Gefährte und ich, unerkannt in die Stadt gelangen können. Leider, oder zum Glück, ist dieser Weg nur für wenige Personen gangbar, ein ganzes Heer könnte man so nicht einschleusen. Doch für die Zwecke eurer Finsterlichkeit ist unser Wissen durchaus ausreichend und hilfreich, und nun bringt uns endlich zum Kommandanten, damit wir ihm seine Befehle überbringen können.“
Vana hatte durchaus mit Berechnung die Ganze Zeit kein Lerium verwendet und am Ende so laut gesprochen, dass es das Echsenwesen mit Sicherheit hören musste. Ein untrügliches Gefühl sagte ihr, dass sie das gleiche Ziel hatten, weswegen sie nun auf ihre Art die Aufmerksamkeit der Echse auf sich lenkte.

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Sithis
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Dienstag 25. Mai 2010, 23:39

Er hörte noch, wie die Frau mit dem Anführer ihres Trupps lautstark diskutierte. Das Erstere war nicht sehr interessant, bis auf: „Und im Gegensatz zu eurem trostlosen Heerhaufen weiß ich zufällig wie wir, also mein Gefährte und ich, unerkannt in die Stadt gelangen können.“ Wie war das? Sithis wurde sofort hellhörig und blieb auf der Stelle stehen. Hatte er sich da verhört oder war das die Wirklichkeit?

Sie weiß wie man in die Stadt gelangt? Dann hat sie offenbar ein ähnliches Ziel…
Ihm fiel sein Auftrag wieder ein: Ratsmitglied ausschalten…Kopf als Beweis vorlegen…Hm ja, dass könnte schon irgendwie zusammenpassen. Er war sich nicht sicher, ob sie ihm helfen konnte und würde, geschweige denn, ob sie ein ähnliches Ziel verfolgten. Bisher konnte er nur Vermutungen anstellen.

Sein Gefühl ließ ihm keine Ruhe…Und schon wieder spürte er einen eiskalten Blick im Nacken. Wenn er Haarwuchs hätte, würden sich bei ihm sämtliche Nackenhaare aufstellen. Sie beobachten dich! Dreh dich jetzt bloß nicht um! Er stand nur da und starrte ins Leere. Schweiß rann ihm über sein Gesicht. Er war sehr nervös. Nein, Nervös wäre das falsche Wort, er war viel eher in Panik.

Sie sind gut…ich habe selten Leute getroffen, die mir so einen Schrecken eingejagt haben…Die meisten haben das nicht einmal überlebt. Doch die da…ich weiß nicht, ob das überhaupt normale Lebende sind. Sie sehen so…seltsam aus.

Entgegen dem Drängen seiner Gedanken, drehte er sich halb in ihre Richtung. Dass sie genau das bezwecken wollte, kam ihm nicht in den Sinn.

Der Dunkelelf war ebenfalls stehen geblieben und sah dem Szenario aus der Entfernung zu. Zwar lies er sich nichts anmerken, doch Sithis roch einen Hauch von Angst, der zu ihm herüberwehte. Vielleicht war es aber auch seine eigene…

Er verschränkte die Arme, und tat so, als würde er auf etwas warten. Dabei musterte er die beiden nochmals gründlich. Ihm entging nicht, dass er ebenfalls gemustert wurde.


[Ich war so frei, nochmals zu posten...Jetzt reagiert Sithis erst mal auf das Gesprochene, alles weitere kommt dann noch..]

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 26. Mai 2010, 22:07

Vanas doch recht spöttische Art und die Worte mit denen sie die Dunkelelfen unterschwellig verhöhnte, waren nicht unbedingt dazu angetan ihren dunkelelfischen Führer ruhiger zu stimmen. Eher das Gegenteil war der Fall, und auch bei seinen umstehenden Kameraden kam unwilliges Gemurmel auf.
Für den Moment war die Echse vergessen, den beiden Vampiren stand nämlich gerade eine Menge Ärger ins Haus. Die Dunkelelfen bildeten bereits einen Ring in dessen Mitte sich Vana und der Wachtruppführer gegenüberstanden, während Vandarte sich etwas Abseits hielt und die Szene interessiert beobachtete. Für ihn war das bestimmt recht amüsant, doch seine Vampirgefährtin empfand es auf einmal garnicht mehr so lustig. Im Normalfall würde sie über die paar Hanseln nur müde lächeln, nur war die Situation alles andere als normal. Sie befanden sich inmitten eines riesigen Lagers von Dunkelelfen, jede unbedachte Handlung würde unweigerlich ihr Ende bedeuten. Gegen diese Masse an Kriegern nützten selbst ihre wesentlich besseren Fähigkeiten nichts.
Sie wollte bereits den Wachtruppführer beschwichtigen als eine donnernde Stimme in die Runde brüllte:

“Was bei Faldors schwarzer Seele ist hier los?! Du da!“, sein Finger schnellte nach vorn und deutete auf den Anführer des Wachtrupps, der die beiden Vampire ins Lager geführt hatte. “Meldung, aber zackig! Und wehe dir, wenn mir nicht gefällt was ich höre!“

Furchtsam wichen die einfachen Krieger zur Seite, während der Truppenkommandant majestätisch auf den Truppführer und die Vampirin zuschritt. Augenblicklich nahm der Wachtruppführer Haltung an und bellte:

“Wachtrupp vom Drachengebirge mit zwei aufgegriffenen ... äh ... Subjekten vom Wachgang zurück Herr. Diese ....“, sein Kopf ruckte zu Vana und Vandarte herum, “... beiden da behaupten, sie würden eine wichtige Nachricht unseres finsteren Herrschers überbringen. Mit Verlaub Herr, wenn ihr mich fragt ...“

Es fragt dich aber niemand!“, schnitt ihm der Kommandant kalt das Wort ab, so dass sich der Truppführer unter vielen Verbeugungen zur Seite zurück zog. Drohend baute sich der Kommandant nun vor Vana auf, welche ihrerseits nun ebenfalls eine weit demütigere Haltung annahm als noch zuvor gegenüber dem Chef des Wachtrupps.
“Soooo, ...“, meinte der Kommandant mit lauerndem Unterton an Vana gewandt. “Ihr räudiges Menschenpack wollt also eine Nachricht unserer erlauchten Finsterheit überbringen? Glaubt ihr im Ernst, dass ich euch solch infame Lügen abkaufe?! Welches Interesse könnte unsere düstere Erhabenheit wohl an euch Gewürm haben? Ich verwette meinen Jahressold darauf, dass ihr lügt und euch nur in unser Lager einschleichen wollt.

“Ähehem ... wenn ich etwas sagen dürfte Herr ...“, meldete sich da der Wachtruppführer zaghaft zu Wort.
“Schweig!“, donnerte ihn der Kommandant an, “... es sei denn es gelüstet dich danach, deine Zunge zu verlieren? ... Nein? ... Dachte ich mir. Und nun zu euch, Menschenpack ...“

„Herr, wenn ihr geruht euch zuerst dies hier anzusehen bevor ihr vorschnell urteilt.“ Mit leicht gebeugtem Knie und gesenktem Haupt hielt Vana dem Kommandanten den mit dem Siegel des dunklen Herrschers versehenen Brief entgegen. „Das Siegel dürfte euch geläufig sein, doch viel entscheidender ist wohl der Inhalt des Schreibens.“
Mit einer unbeherrschten Bewegung und unwilligem Knurren riss der Kommandant den Brief Vana aus den Händen, brach das Siegel und begann zu lesen.
Mit jedem Wort verdüsterte sich seine Miene, bis er schließlich unwirsch blaffte:
„Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ihr dem Herrscher von Wert sein sollt, aber sein Wort und Urteil ist für mich Gesetz. Es trifft sich gut, dass ihr gerade jetzt mit diesem Auftrag kommt, denn der dort ... „, er deutete auf die Echse, welche noch immer in unmittelbarer Nähe stand und die Szenerie mit verschränkten Armen interessiert beobachtete, „... hat von mir den gleichen Auftrag bekommen. Ihr werdet euch ihm anschließen, euch in der Rüstkammer ausrüsten und gemeinsam mit ihm den Auftrag erfüllen oder sterben. Und jetzt verschwindet mir aus den Augen!“

Mit einer tiefen Verbeugung zog sich Vana zu Vandarte zurück, dabei murmelte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen ein „Wie ihr befehlt Herr!“ hervor.
Mit ein paar herrischen Gesten und tödlichen Blicken löste der Kommandant derweil die Ansammlung auf und setzte anschließend seinen Rundgang fort.
Am Ende standen nur noch Vana, Vandarte, und in einiger Entfernung das Echsenwesen und dessen dunkelelfischer Begleiter herum.
„Du hast den aufgeblasenen Kerl gehört, Freund Vandarte.“, ließ Vana so leise verlauten, dass es nur ihr Vampirbegleiter hören konnte. „Wie es aussieht sind wir beide nicht die Einzigen, die auf den hohen Rat Pelgars angesetzt wurden. Die Einnahme der Stadt gestaltet sich wohl komplizierter als es die Dunkelelfen erwartet hatten. Komm, lass uns unseren neuen Verbündeten begrüßen und seine unzweifelhaft vorhandene Neugier stillen.“
„Er scheint mir ein interessanter Charakter zu sein.“, entgegnete Vandarte ebenso leise, was Vana ein freches Grinsen entlockte.
„Du musst es ja wissen, immerhin starrt ihr euch bereits die ganze Zeit an, als gelte es um jeden Preis herauszufinden wer von euch der Stärkere ist. Warum müsst ihr Männer euch nur immer messen? Das wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Ha ha, ewig, das kann ich sogar wörtlich nehmen.“ Gemessenen Schrittes näherten sie sich dem Echsenwesen, um schließlich etwa ein bis zwei Schritte vor ihm zum Stehen zu kommen.
Während Vana nun ihrerseits die Echse musterte ergriff Vandarte die Initiative, indem er sich und seine Begleiterin vorstellte:
„Ich gehe mal davon aus, dass ihr den Kommandanten gehört habt. Wie es aussieht wurde euch von ihm die gleiche Aufgabe zugeteilt wie uns. Sagt mir wenn ich falsch liege, ihr sollt den hohen Rat von Pelgar ausschalten und gleichzeitig in der Stadt Angst und Schrecken verbreiten. Nun, dann sind wir euch vorerst wohl als Gefährten zugeteilt, denn auch uns wurde diese Aufgabe gestellt. Wisst ihr denn schon wie ihr hinter die Mauern gelangt? Ach, ich vergaß, ich bin Vandarte und die Schönheit an meiner Seite nennt sich mit Namen Vana.“

Während Vandarte sie vorstellte versuchte Vana abzuschätzen, inwieweit sie der Echse vertrauen konnten. In ihrer Ausstrahlung vereinte sie sowohl Kraft als auch Stolz, ihre ganze Haltung wurde davon bestimmt. Dazu kam eine gewisse Scheu vor den beiden, ihr fremden Wesen, ganz so als würde sie die kalte Ausstrahlung der Vampire wittern. Ihr Misstrauen war überdeutlich spürbar und eine begrenzte Zusammenarbeit würde mit Sicherheit nicht einfach werden. Wenn das mal gut geht., war Vanas erster Gedanke, immerhin lief die Zeit gegen sie.

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Sithis
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Mittwoch 26. Mai 2010, 23:06

Sithis beobachtete alles genau. Auch als die Dunkelelfen den Kreis um die zwei Unbekannten schloss und sie sich ein heftiges Wortgefecht lieferten. Oha! Das riecht verdammt nach Ärger! Dachte er, als dann auch noch der Kommandant mitmischte, der ihm seinen Auftrag gegeben hatte. Zwar konnte er den Gesichtsausdruck dieses Dunkelelfen auf die Entfernung nicht richtig deuten, doch konnte er Unglaube, ja sogar Spott darin lesen. Anscheinend haben sie auch das eine oder andere Problem mit den Spitzöhrchen. Wer hat das nicht?

Zu seinem Glück verstand er nichts von diesem Kaudawelsch welches abwechselnd gesprochen wurde. Mehr als Beleidigungen konnten es nicht sein. Auf dem Marsch hatte er ja genügend Zeit gehabt, die Dunkelelfen besser zu studieren, sie haben sich ihm gegenüber immer abweisend verhalten. Allein der Gedanke machte ihn rasend. Aber er bezähmte seine Wut, auch wenn es im sehr schwer fiel.

Aber als er sah, wie die Frau eine Schriftrolle hervorzog und sie dem Kommandanten aushändigte, verflog sein Spott. Wie auch immer, jetzt deutete er in seine Richtung und erzählte davon, dass sie denselben Auftrag hätten und dass sie sich zusammenschließen sollten. Na dass kann ja was werden. Über diese Entwicklung war er schon etwas erstaunt, auch wenn er so etwas in der Art schon geahnt hatte. Dann verschwanden die Dunkelelfen wieder und die beiden Fremden kamen zu ihm herüber. Mit jedem Meter, den sie zurücklegten, wurde das eisige Gefühl stärker, bis sie gerade mal Zwei Meter vor ihm stehen blieben. Die Kälte, die er jetzt spürte ging ihm in die Knochen. Doch er lies sich nichts anmerken.

Das gab ihm die Gelegenheit, sie nun von Nahem zu mustern. Der Mann stellte sich als Vandarte vor, die Frau hieß nach seinen Angaben Vana.

Nun war er dran mit der Vorstellung. „Angenehm, mein Name ist Sithis. Natürlich ist mir das nicht entgangen, laut genug hat er ja gebrüllt.“ Etwas Spott schien in seiner Stimme mitzuschwingen, nicht für sie beide, er war eher für den Kommandanten gedacht. Er konnte solche aufgeblasenen Personen nicht ausstehen. Und vor allem keine Dunkelelfen! Denen war nicht zu trauen.

Sehr vertrauen erweckend sehen sie nicht gerade aus, aber diese Zusammenarbeit könnte sich für uns alle auszahlen. Jetzt ist Diplomatie gefragt, keine Muskelkraft. Außerdem komme ich vielleicht hier weg, wenn das erledigt ist. Sollen die ihren schwachsinn alleine machen...

Nachdem er aber seine Zweifel praktisch durch hinunterschlucken vernichtet hatte, wendete er seinen Blick wieder auf den Rüstmeister, der immer noch dastand und wartete. „Ich glaube, wir sollten uns langsam mal ausrüsten. So wie ich den Dunkelelfen verstanden habe, haben wir nicht viel Zeit, um diese heikle Sache durchzuziehen.“ Meinte er mit neutralem Tonfall. Er wollte sich jetzt keinen Ärger einfangen. Vorerst kuschte er lieber, schließlich hing er an seinem Leben.
Seine weiteren Gedanken waren: Jetzt arbeite ich auch noch mit Leuten zusammen, die aussehen wie Menschen, aber nicht wirklich welche zu sein scheinen! Ihre Ausstrahlung gefällt mir nicht. Holzauge sei wachsam!

Dann wischte er diese Gedanken beiseite, denn immerhin wussten sie den Weg in die Stadt, das allein war schon ein Grund ihnen zu trauen, aber immer noch vorsichtig zu sein.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Freitag 28. Mai 2010, 15:58

Ein kurzer Blick zu dem Dunkelelfen, mit dem Sithis, wie sich die Echse genannt hatte, gekommen war zeigte Vana, dass der inzwischen schon recht ungeduldig wurde. Aus diesem Grund meinte sie kurzerhand: „Euer Führer scheint ungeduldig zu werden. Ich denke wir sollten ihm endlich folgen und uns unterwegs weiter unterhalten.
Der Dunkelelf nahm das als Aufforderung und setzte sich ärgerlich murmelnd in Bewegung. Somit blieb den Dreien nichts anderes übrig als ihm zu folgen. Während Vana diesmal die stille Beobachterin spielte nahm Vandarte den Faden auf und meinte grinsend und in seiner schon überheblich wirkenden Art:
„Ausrüsten? Ha ha, ihr seid schon lustig Sithis. Ihr mögt euch immerhin ausrüsten, was uns angeht, so haben wir alles dabei was wir benötigen.“

Für einen kurzen Augenblick war Vana abgelenkt, als sie sich vorstellte, wie sie bei dieser Aussage wohl auf Sithis wirken mochten. Gut, sie hatte keine Ahnung wie ein Volk von Echsen die Welt verstand und andere Völker betrachtete, aber es musste doch selbst für ein so fremdartiges Wesen wie Sithis seltsam anmuten, dass ihre ganze Ausrüstung in zwei Dolchen und einem Schwert bestand und sie sonst nichts weiter benötigten.
Er musste sie doch für vollkommen verrückt oder maßlos selbstüberschätzend halten. Doch was machte sie sich darüber Gedanken was er von ihnen hielt oder auch nicht hielt. Viel wichtiger war die Beobachtung, die sie gemacht hatte als er sich vorstellte. Für einen winzigen Moment hatte sie den Eindruck gehabt, dass dieser Sithis den Kommandanten verspottete, ja generell wenig von den Dunkelelfen hielt. Wenn es wirklich an dem war, dann würde sich hier eine weitere Möglichkeit ergeben, einen Verbündeten zu gewinnen.
Auch deswegen beschränkte sie sich auf die Beobachtung und ließ Vandarte reden.

Der meinte gerade recht unbekümmert: „Ihr habt natürlich recht wenn ihr sagt, dass wir keine Zeit hätten. Wobei, mir scheint eher, dass unseren Gastgebern die Zeit davon läuft und sie deswegen nach jedem Mittel greifen was ihren Plänen hilft.“
Oh ja, sie hatten wirklich keine Zeit mehr, auch wenn Sithis nicht wusste wie Vandarte das tatsächlich gemeint hatte. Sie wusste es dafür nur zu gut. Es kostete sie inzwischen schon sehr viel Kraft, den aufkommenden Durst noch weiter zu unterdrücken. Dazu kam noch, dass sie den Zugang zu den Katakomben noch suchen mussten. Sie hatte es Vandarte nie gesagt, aber sie wusste nur ungefähr wo er sich befinden musste, den konkreten Standort kannte sie auch nicht. Das war halt ein weiterer Unsicherheitsfaktor.
Vandarte würde das allenfalls als eine lustige Bereicherung des Spiels betrachten, für das er ihre Aufgabe hielt.
Das zeigte sich auch an der versteckten Andeutung in Bezug auf die Dunkelelfen. Wer genau hinhörte konnte die Belustigung aus seinem Gerede heraushören.
Er ging denn auch gleich den eingeschlagenen Weg weiter, indem er Sithis fragte:
„Und, wie seid ihr zu eurem Auftrag gekommen? Ich meine, es ist schon recht ungewöhnlich, dass sich Wesen wie ihr aus dem Sumpf heraus wagen. Soweit ich weiß ist es nicht die Art eures Volkes, den angestammten Lebensraum zu verlassen.“

Woher wusste er denn das schon wieder? Er wusste anscheinend mehr, als er ihr gegenüber bisher hatte durchblicken lassen. Andererseits, wer relativ unsterblich war und schon so lange lebte wie er, der musste einiges an Wissen angehäuft haben. Vielleicht sollte sie ihn bei Gelegenheit mal darauf ansprechen. Im Moment war jedoch die Reaktion des Echsenwesens interessanter. Wie weit würde er auf Vandartes Andeutungen eingehen? Würde er überhaupt darauf eingehen?

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Sithis
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Freitag 28. Mai 2010, 17:58

„Euer Führer scheint ungeduldig zu werden. Ich denke wir sollten ihm endlich folgen und uns unterwegs weiter unterhalten.“ Sagte die Frau, die Vana genannt wurde. Auch Sithis fiel auf, das der Dunkelelf langsam aber sich nervös wurde und von einem Fuß auf den anderen trat.

Dann setzten sie alle sich in Bewegung. Während sie Q´arlynd folgten sagte der Mann etwas, während sich die Frau im Hintergrund hielt: „Ausrüsten? Ha ha, ihr seid schon lustig Sithis. Ihr mögt euch immerhin ausrüsten, was uns angeht, so haben wir alles dabei was wir benötigen.“ Wie war das? Sie haben alles? Das kann doch nicht ihr Ernst sein! Schoss es Sithis durch den Kopf. Er hatte an ihnen nur ein Schwert und ein paar Dolche gesehen, keine Spur von anderen Sachen wie zum Beispiel eine Rüstung. Na guut, er selbst trug auch keine Rüstung, aber nur weil er bereits eine natürliche hatte. Und in dem Lager wollte er sich auf jeden Fall eine Ersatzwaffe oder zwei mitnehmen. „Seid Ihr sicher?“ Fragte er etwas zweifelnd.
Er hatte das Gefühl, das die beiden Menschen, oder was immer sie auch waren, die Situation falsch einschätzten. Seiner Meinung nach waren das entweder keine Menschen, oder die beiden waren Verrückte. Sie waren hier mitten im Krieg und nur wer sich dafür gut ausrüstete, der überlebte. Zwar war er noch nie bei einem so großen Krieg anwesend gewesen, hatte aber selbst schon etwas Felderfahrung sammeln können.

In der Vergangenheit hatte er seinen Vater schon des Öfteren auf zahlreiche Scharmützel begleitet und sich so seine ersten Eindrücke verschaffen können. Das hier war nicht anders, nur mit dem Unterschied, dass es sich statt eines Konvois um eine Stadt handelte. Stadt oder Konvoi, die Vorgehensweiße ist im Grunde recht ähnlich.

Er blickte zur Stadt hinüber. Wie können diese Säugerlinge, die sich Menschen nennen, in solcher Enge leben? Pah! Ihre Stadt ist genauso arrogant wie sie selbst!

Von dem Kommandanten, ja von allen Dunkelelfen hielt er recht wenig. Sie waren arrogant, feige und durch und durch böse. Niemals würde er ihnen vertrauen können. Das Schlimme war jedoch, dass einer dieser Dunkelelfen ihn in seiner Ehre als Krieger gekränkt hatte. Nur den Tod des Spötters würde er als Lösung akzeptieren, nichts anderes.

Und, wie seid ihr zu eurem Auftrag gekommen? Ich meine, es ist schon recht ungewöhnlich, dass sich Wesen wie ihr aus dem Sumpf heraus wagen. Soweit ich weiß ist es nicht die Art eures Volkes, den angestammten Lebensraum zu verlassen.“ Dieser Kerl fragte aber auch alles! Aber er wollte ihnen die Antwort nicht vorenthalten.
Also sagte er: „Nun, ich bin im Auftrag meiner Königin hier, die ein Abkommen mit einem hochrangigen Offizier geschlossen hat. Ihr Wort ist Gesetz, dem ich folgen werde.“ Leise, so dass nur Vandarte und Vana es hören konnten, fügte er jedoch noch an: „Ich wäre aber lieber froh gewesen, wenn diese feigen Bastarde endlich mal alleine kämpfen würden anstatt noch andere Völker in ihren dämlichen Krieg zu verwickeln. Schon schlimm genug, dass dieses Abkommen überhaupt zustande gekommen ist. Hrrmpf!“ Er schnaubte. Und diese Sache ärgerte ihn…mal wieder.
Nur: woher hatte dieser Vandarte schon wieder diese Informationen her? Vielleicht war er ja weit herumgekommen, aber fragen kostete ja nichts. „Ihr wisst viel, Herr Vandarte. Woher kennt ihr mein Volk so gut?“ Sprach er, nun um einiges lockerer.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Dienstag 1. Juni 2010, 22:52

Es war interessant, das Echsenwesen zu beobachten. Vor allem war es für die beiden Vampire wichtig. Es konnte in kniffligen Situationen entscheidend sein, wenn man anhand von Mimik und Gestik erkennen konnte, wie es um die beteiligten Akteure stand. So prägte sich Vana den skeptischen Ausdruck in dem Echsengesicht ein, als Vandarte erwähnte, dass sie bereits alles an notwendiger Ausrüstung bei sich trugen.
Dass er skeptisch war bewies seine etwas ungläubige Nachfrage: „Seid Ihr sicher?“
Vielleicht war die Frage aber auch nur rein rhetorisch. Immerhin hätte es Vandarte nicht gesagt, wenn er es nicht auch so gemeint hätte oder wenn es nicht den Tatsachen entsprechen würde. Nun ja, Sithis konnte nicht wissen, dass Vandarte in dieser Beziehung kein Aufschneider war.
Vanas Begleiter nahm den Faden daher sogleich wieder auf:
„Aber sicher mein schuppiger Freund. Seht ihr das Schwert meiner Schö ..., meiner Gefährtin? Sie versteht es meisterhaft, damit umzugehen. Glaubt mir, ich habe sie schon damit kämpfen sehen und war sehr beeindruckt, und mich beeindruckt so schnell nichts.“

Was ihn selbst betraf so schwieg sich Vandarte aus. Es war leicht vorherzusehen, dass sich Sithis damit nicht würde zufrieden geben, daher meinte Vana schnell:
„Fragt lieber nicht. So neugierig mein Gefährte ist, so wenig mag er es, etwas von sich selbst preiszugeben. Es ist besser, ihr dringt da nicht weiter in ihn. Wenn es an der Zeit ist, wird er euch von selbst etwas über sich sagen. Nur soviel, ich würde ihm mein Leben anvertrauen, das sollte euch reichen.“
Ha ha, wem sollte ich mein Leben auch sonst anvertrauen? Er ist der Einzige, der mich wirklich versteht, der weiß was dieses Leben bedeutet. Ich glaube kaum, dass unser spitzzahniger Freund begreifen würde, was es heißt ein Vampir zu sein. Wahrscheinlich würde er sofort versuchen uns zu bekämpfen. Nein, ich bin an Vandarte gebunden, so oder so., was sie denn auch gleich zur Erklärung noch sagte:
„Ich weiß, es klingt irgendwie unglaubwürdig, aber in dem Punkt bin ich mir sicher. Wir sind auf eine sehr sonderbare Weise miteinander ver ..., nein, aneinander geb ..., nein, auch nicht, sagen wir es so, das Schicksal hat uns auf eine verquere Weise zusammengeführt, ja, so kann man es nennen, zusammengeführt.“

Sithis machte daraufhin den Eindruck, als würde er sich so seine Gedanken über die beiden ..., ja was waren sie eigentlich? Er wurde einfach nicht schlau aus ihnen. Und dann diese Neugier. Gerade wollte der Mann wissen wie er zu seinem Auftrag kam. Was ging es ihn an? Trotz gewisser Vorbehalte erzählte Sithis in aller Kürze wie er dazu gekommen war, ließ dabei erneut seinen Unmut über die Zusammenarbeit seines Volkes mit den Dunkelelfen erkennen.
Vana nickte dabei kaum merklich, war dies ein erneuter Beweis, dass dieser Sithis nichts von den Dunkelelfen und deren Krieg hielt. Nun wollte er aber erfahren, woher Vandarte so viel über die Echsen wusste und stieß erneut auf eine Mauer des Schweigens. Lediglich ein wissendes Lächeln huschte über Vandartes Gesicht.
Erneut übernahm Vana die Antwort für ihren vampirischen Gefährten:
„Wie ich schon sagte, er spricht nicht gern über sich. Selbst mir sagt er kaum etwas, und wir sind schon recht vertraut miteinander. Ich denke, er hat schon früher, bevor ich ihn kennen lernte, irgendwann einmal den Sumpf besucht und weiß daher so viel über eure Lebensweise. Ich gestehe, selbst ich wusste bis heute nichts über euer Volk, und ich bin ebenfalls recht weit herum gekommen. Selbst jetzt noch entdecke ich an ihm hin und wider neue Seiten, die ich vorher nicht kannte. Manchmal ist er selbst mir ein Rätsel.“
Manchmal? Eigentlich die ganze Zeit, seit ich neben ihm ins Leben zurückkehrte.
Zum Glück wusste Sithis nichts davon und es war reichlich unwahrscheinlich, dass er ihre Gedanken lesen konnte. Würde er es können, so hätten ihn Vanas Gedanken mit Sicherheit noch mehr verwirrt als er es schon war.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Sonntag 6. Juni 2010, 11:05

„Aber sicher mein schuppiger Freund. Seht ihr das Schwert meiner Schö ..., meiner Gefährtin? Sie versteht es meisterhaft, damit umzugehen. Glaubt mir, ich habe sie schon damit kämpfen sehen und war sehr beeindruckt, und mich beeindruckt so schnell nichts.“ Diese Antwort beantwortete zwar nicht seine Frage, aber er beließ es erst einmal dabei.

Das dieser Vandarte über sich selbst schwieg und Vana das Wort ergriffen hatte, reizte ihn wieder etwas. Aber eigentlich hatte der Mann keinerlei Grund ihm sein Wissen herunterzuleiern. Aber die Antwort der Frau beruhigte ihn nicht wirklich. Vielmehr eröffneten sich damit nur neue Fragen. Die verbergen irgendetwas. In ihm fing an, ein kleiner, aber feiner Verdacht zu keimen.

„Ich weiß, es klingt irgendwie unglaubwürdig, aber in dem Punkt bin ich mir sicher. Wir sind auf eine sehr sonderbare Weise miteinander ver ..., nein, aneinander geb ..., nein, auch nicht, sagen wir es so, das Schicksal hat uns auf eine verquere Weise zusammengeführt, ja, so kann man es nennen, zusammengeführt.“

Er betrachtete die beiden nochmals. Sagte aber nichts. Von mir aus…Nichtmenschen. Oder was auch immer ihr seid.
Das das keine Menschen waren, die da neben ihm gingen, da war sich jetzt sicher, nicht hundertprozentig, doch zum Teil schon.
Sie sahen zwar aus wie das Menschenpack, dass sie ausmerzen sollten, doch ihr Geruch verriet sie: Tod und Verderbnis haftete ihnen an. Sithis kannte den Geruch sehr gut. Im Sumpf war er ständig präsent. Und besonders schlimm war es, wenn noch ein paar Nebeljäger in der Nähe waren, dann erhielt das Ganze noch eine richtig beklemmende Atmosphäre.

Nun konnten sie es abstreiten, wie sie wollten, aber dem Geruchsinn einer Echse entging fast nichts. Nur ein Wolf war ihnen in Sache Geruch überlegen. Und dazu kam noch seine Eigenschaft, Auren und Gefühle zu erkennen.
Diese Gabe war sehr selten und in seinem Volk nicht so gern gesehen, da man sie der Magie zurechnete. Deshalb hatte er nur eine handvoll Freunde, die ihn so respektierten wie er war, er war praktisch so eine Art Außenseiter gewesen, schon immer.

Dann fiel sein Blick auf den Dunkelelfen. Er spürte die Nervosität herüberwehen. Fürchtete sich dieses Spitzohr etwa vor ihnen? Wahrscheinlich eher vor seinen beiden Begleitern, aber auch von ihm selbst ging auch ein kleiner Schrecken aus. Nur hatte er nie wirklich Gelegenheit bekommen, seine Kraft zu entfesseln. Wenn hier kein Lager mit tausenden von Spitzohren wäre, dann hätte er dem da vorne wohl schon längst das Genick gebrochen. Es juckte ihn in den Klauen. Später. Zuerst der Auftrag, dann das Vergnügen.

Und dann waren da noch Rechnungen zu begleichen: drei der Dunkelelfen standen auf seiner persönlichen Todesliste! Dafür dass sie seine Ehre durch den Schmutz gezogen hatten und ihn nicht als Krieger respektiert hatten.

Er ballte seine unverletzte Hand zur Faust, so stark, dass die Knöchel heller hervortraten. Sein Blick verfinsterte sich. Sein Atem ging zischend aus seinem, mit messerscharfen Zähnen gespickten Maul.

Doch sein Ärger richtete sich keineswegs an seine Begleiter.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 17. Juni 2010, 23:23

Sithis hatte nicht gedacht, dass er so schnell mit den beiden seltsamen Menschen in Kontakt kam. Ein glücklicher Umstand in der Situation war es, dass der dunkelelfische Kommandant, welcher Sithis den Auftrag gegeben hatte, nun auch die anderen beiden Menschen dazu heranzog, dass sie sich zu dritt arrangieren mussten, ihre Aufträge zu erledigen.
Zumindest der Mann, der sich als vandarte vorgestellt hatte, erwies doch als recht gesprächig. Die Menschenfrau, meistens zu seiner Rechten, stellte er mit Vana vor.
Sithis war von deren Andersartigkeit fasziniert und Vandarte gefiel es, dass Sithis nicht so einfach zurückschreckte, ein gefundenes „fressen“ für ihn. Theoretisch im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn sie sich wegen einem sicher sein konnten, dann dass sie gegenseitig noch viel zu entdecken hatten.
Vorerst hatten sie sich darauf geeinigt, ihren Auftrag gemeinsam angehen zu wollen, wobei Vana Sithis bereits die Möglichkeit bot, dass er generell mit ihnen zusammen arbeiten könnte. Wie Sithis nun mal war, schlug er dieses Angebot nicht sofort aus, er konnte ja immerhin noch etwas persönlich für sich dabei gewinnen. Wenn es nur zu Ruhm und Ehre reichte, so konnte er immerhin zuhause damit punkten und natürlich bei seinem Weibchen.
Vana war immerhin froh, dass sie es bald geschafft hatten und in Pelgar mit dem eigentlichen Kampf anfangen konnten. Das war zurzeit alles, was sich vor Augen hielt, um nicht die Nerven zu verlieren.
Der dunkelelfische Führer beachtete die Drei nicht weiter und schlenderte in Richtung der zelte, wo alles an Waffen und dergleichen aufbewahrt wurde. Je näher sie den zelten kamen, desto weniger Soldaten lagerten dort im Umkreis und ungefähr sieben Schritt um das Waffenlager herum, war kein Zelt mehr zu sehen. Dort patrouillierten besonders viele Soldaten und bewachten die Waffen. Dunkelelfen an sich würden sich nicht ungefragt den zelten nähern, dafür besaßen sie zuviel Disziplin, aber die Dunkle Horde hatte ja noch weitere Verbündete, die unberechenbar waren.
Ihr Führer sprach mit einigen Soldaten und bedeutete ihnen, ihm zu folgen.
Selbst ihm Inneren des ersten Zeltes, bewachten Soldaten das wertvolle Gut, so sahen zumindest Dunkelelfen Waffen an. Das Zelt an sich konnte mindestens 15 Männern Platz bieten und war dem entsprechend groß.
Ihr Führer blieb stehen und wandte sich an seine Begleiter.

„Wie ihr seht, befinden wir uns hier bei den Klingenwaffen … sie werden zumindest am meisten benutzt und gefordert. … Am Besten seht ihr euch um … oder seid ihr anderen Waffen eher zugetan? … Sagt mir, was ihr braucht, dann bringe ich euch dahin.“
Abwartend sah er die Drei nach einander an.

„Es wäre auch möglich, euch spezielle Wünsche zu erfüllen, wir haben genug Waffenschmiede dabei, aber das kostet natürlich … aus euren eigenen Beuteln und wenn ihr braucht, Rüstungen gibt es hier auch … auch wenn ich euch so einschätze, dass ihr alle keine braucht.“
Musternd sah er sich scheinbar zum ersten Mal seine Begleiter genauer an. Man konnte schon sagen, für einen Dunkelelfen wirkte er seltsam.

„Na, dann seht euch um, …ähm, ihr wisst ja wie das läuft …nichts mitnehmen oder so …“
Tatsächlich grinste der Dunkelelf kurz, wie er den Dreien die üblichen Anweisungen gab. Tja, so war das, mit den Kleinigkeiten.
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Samstag 19. Juni 2010, 14:10

Das Waffenzelt kam in Sichtweite. Sithis war erstaunt, wie viele Wachen es hier gab. So war bestimmt sichergestellt, dass niemand heimlich Waffen entwenden konnte. Er ertappte sich dabei, wie er die patrouillierenden Wachen beobachtete. Zumindest sehen die aus, als würden sie den offenen Kampf nicht scheuen.

Der Dunkelelf redete kurz mit den Wachen und sie konnten eintreten. Das sogar Wachen im Inneren gab, erstaunte ihn doch etwas. Haben die ihre Kronjuwelen hier gebunkert oder was soll dieses Aufgebot an Wachen? Er lies seinen Blick durch das Lager schweifen. Der Dunkelelf faselte etwas von Klingenwaffen. Bestimmt war da von Schwertern die Rede. Komm mir nicht mit so Zahnstochern, ich brauche etwas grobes, etwas womit man Schädel spalten kann! Eine Axt vielleicht!

Er sah sich weiter um, immer mit dem misstrauischen Blick der Wachen im Nacken. Sie passten auf wie die Schießhunde. Schließlich entdeckte er Äxte. Nur: sie waren etwas zu klein für ihn. Er betrachtete seine eigene: perfekt auf ihn abgestimmt, die Größe und das Gewicht stimmte.

Ich glaube kaum, dass sie Waffen für Echsen hier haben…ach, dann such ich mir eine Kriegsaxt aus. Schließlich fand er eine, groß, todbringend und gefährlich. Zwar war es eine Dunkelelfen-Waffe, aber besser als nichts.

Er deutete auf die Axt. „Die da nehme ich, mehr brauche ich nicht an Bewaffnung.“ Demonstrativ verschränkte er die Arme. Der Dunkelelf nickte, nahm die Waffe an sich, obwohl das Gewicht für ihn ungewohnt war und prüfte sie nochmals eingehend. „Hier bitte sehr.“ Er gab ihm die Waffe und trat schnell einen Schritt zurück. Sithis sah sie sich ebenfalls genau an und lies sie in seiner linken Hand einmal um die eigene Achse kreisen. „Nicht schlecht.“ Er war zufrieden.
Zwei Waffen sind immer besser als eine, zumal meine mal wieder repariert werden könnte. Seine eigene Axt war in sehr schlechtem Zustand, teilweise schon angerostet und stumpf. Er hätte sie schon längst wieder schleifen können, doch so etwas war im Sumpf sehr schwer, da es solche Utensilien dort nicht allzu häufig gab. Jetzt hatte er ja eine neue, mit der er Blut vergießen konnte. Innerlich freute er sich schon darauf.

Er schulterte die Waffe, sagte aber noch. „Ich muss noch einmal kurz zu unserem Lager. Es wird nicht lange dauern.“ Hoffe ich doch mal. Ach, ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es nicht lange dauert. Er hatte immer noch keine Idee, wen er mitnehmen sollte. Seine Schlange kam auf jeden Fall mit, vielleicht hatte er noch eine Aufgabe für sie.

Dann verließ er das Zelt wieder, den Blick der Wachen im Rücken. Er kümmerte sich nicht darum.
Wenig später kam er an dem Echsen-Lager an. Sein Freund Kharim saß am Feuer und briet Fleisch an einem Stock. Er sah auf, als Sithis sich ihm näherte. „Ah da bist du ja wieder! Wie ist es dir ergangen?“ Fragte er.
Sithis erzählte ihm lang und breit, was er für einen Auftrag bekommen hatte und was er im Kommandantenzelt so alles gehört hatte. Kharims Augen wurden groß vor Staunen. „Im Ernst?“ „Im Ernst!“ Sagte Sithis zurück und grinste. „Donnerwetter! Hätte ich nicht gedacht, dass sie dich auf den Hohen Rat ansetzen! Respekt!“ „Wenn du willst, kannst du mich begleiten und auch Ruhm und Ehre einheimsen.“ Kharim sah Sithis an. Zwar war sein Spezialgebiet das Heilen und nicht der Kampf, doch konnte er seinen Freund, der fast schon wie ein weiterer Bruder für ihn war, nicht im Stich lassen. Also nickte er: „Für Blut und Ehre!“ Rief er. Dann war das erst einmal beschlossen. „Siliz? Wo steckst du?“ „Hier!“ Die Schlange kroch sein Bein empor und legte sich ihm über die Schulter. Jetzt habe ich doch zwei Begleiter. Das muss aber keiner der Dunkelelfen wissen. „Hinten am Waffenzelt warten unsere Verbündeten. Sie helfen uns in die Stadt zu kommen.“ „Noch mehr Dunkelelfen?“ „Nein. Ich habe selber keine Ahnung, was sie sind. Mehr kann ich dir leider auch nicht sagen.“ „Wenn du meinst.“ Gab Kharim knapp zurück.

Nach einer Weile kamen sie bei dem Zelt an. Dann warteten sie.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Dienstag 22. Juni 2010, 00:05

Endlich erreichten sie das Waffenzelt. Zu Vanas Verwunderung wurde das Zelt relativ schwer bewacht, und das obwohl es sich mitten im Heerlager befand. Sie fragte sich, vor wem die Waffen hier wohl beschützt wurden. Typisch Dunkelelfen, trauen den eigenen Leuten nicht., dachte sie amüsiert, während sie Sithis und Vandarte in das Zelt folgte.
Die Auswahl an Waffen, mit der sie sich dort konfrontiert sah, war allerdings vom Feinsten. Selbst das pelgarische Arsenal der Stadtwache war nicht wesentlich besser bestückt. Es gab die verschiedensten Sorten an Schlag- und Wurfäxten, aber auch Dolche, Schwerter, Wurfmesser, Schilde und weitere, teilweise recht auserlesene Mordwerkzeuge.

Während Vandarte und sie selbst eher nur neugierig zwischen den Tischen und Auslagen herumstreiften, organisierte sich Sithis eine schwere, aber nichtsdestoweniger sehr scharfe Streitaxt, mit der er probeweise recht martialisch herumfuchtelte. Die beiden Vampire begaben sich vorsichtshalber außerhalb der Reichweite des mörderischen Schlaginstruments und grinsten sich vielsagend an. Sie selbst nahmen sich wie gesagt nichts, auch wenn Vana bei einem Wurfdolch mit fünf sternförmig angeordneten Klingen, der wie ein Bumerang zum Werfer zurück kam, beinahe doch schwach geworden wäre.

Schließlich waren sie fertig und bereit zum Aufbruch, doch zuvor wollte Sithis noch einen Freund abholen, der ihn begleiten sollte. Nachdem Sithis gegangen war und die beiden Vampire außerhalb des Zeltes auf seine Rückkehr warteten, entspann sich ein kleines Gespräch in dessen Verlauf Vana ihren Gefährten fragte: „Und? Was hältst du von dem Schuppenmann?“
Vandarte grinste sie nur vielsagend an während er meinte: „Er gibt eine gute Wegzehrung ab meine Schöne.“ Nur gut, dass Vana ebensolche Vampirreflexe hatte wie Vandarte, denn sonst wäre er ihrem Ellenbogenstoß mühelos ausgewichen. So jedoch knuffte sie ihn in die Seite ehe sie grinsend entgegnete: „Ich dachte bei ihm weniger ans Essen, auch wenn ich dir zustimmen muss. Er gäbe eine wirklich opulente Mahlzeit ab. Ich denke aber du weißt wie ich es gemeint habe mein Schatz.“
Dabei setze sie ein ebenso honigsüßes wie falsches Lächeln auf, so dass Vandarte die versteckte Spitze auf seine Bemerkung durchaus verstand.
„Ja ja, ist ja schon gut. Ich denke du hast es auch erkannt. Er scheint genau wie wir nicht viel von den Dunkelelfen zu halten. Auch habe ich den Eindruck, dass er seinen Auftrag mit Widerwillen ausführt. Wir sollten ihn im Auge behalten, wenn wir in Pelgar sind, er könnte noch für unsere Pläne von Nutzen sein.“

Vana dachte ebenso, weswegen sie nur bestätigend nickte. Außerdem kam gerade Sithis mit seinem Echsengefährten zurück und sah sich suchend nach den beiden Vampiren um. Um keine Zeit zu verlieren traten beide aus dem Zeltschatten heraus und zu den Echsenwesen.
„Na endlich, da seid ihr ja. Wenn ihr nun soweit seid, dann können wir ja aufbrechen. Wir haben schließlich noch ein Stück Weg vor uns. Ich weiß leider nur ungefähr wo der Zugang zu den Katakomben der Stadt ist. Wir müssen also ein gutes Stück entlang der Stadtmauer und ihn suchen. Also lasst uns keine Zeit verlieren und endlich aufbrechen.“

„Seht ihr den langgezogenen Bogen dort zwischen dem Stadttor und dem Fuß des Drachengebirges? Dort irgendwo innerhalb des Bogens muss der Zugang zu den Katakomben sein. Ich vermute, dass es ein Abfluss aus der Kanalisation ist. Es wird also sehr wahrscheinlich schmutzig werden und stinken.“ Wieder einmal., dachte sie noch, wobei sie sich an den Weg durch die Kanalisation erinnerte, nachdem sie mit Kazel und Niniane aus der Schenke geflohen war.
Vana übernahm kurzerhand die Führung der kleinen Gruppe und verließ das Lager in Richtung des nordwestlichen Teils der Stadtmauer Pelgars.
Je näher sie der Stadtmauer kamen, desto vorsichtiger bewegten sie sich, bis sie schließlich jede noch so kleine Deckung nutzen mussten, um ungesehen entlang der Stadtmauer zu suchen. Mehr als einmal mussten sie still verharren, um den Blicken der Wachen auf den zinnen der Mauer verborgen zu bleiben. Kurz vor Tagesanbruch fanden sie endlich den Zugang. Der Geruch der stinkenden Abwässer hatte sie am Ende zu dem kleinen, mit einem massiven Eisengitter verschlossenen Abwassertunnel geführt.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Dienstag 22. Juni 2010, 17:06

Ihr Warten wurde belohnt, als sogleich die beiden Menschen oder was auch immer aus dem Schatten traten. Kharim beäugte sie sogleich misstrauisch. „Das sind die Verbündeten, die du genannt hast? Erinnert mich an diesen Menschendreck, den wir eigentlich vernichten sollen.“ Er war etwas verunsichert, doch Sithis nickte. „Mhm. das sind die, die uns in diese Stadt bringen können, damit wir diesen Auftrag ausführen können.“ Bestätigte er nochmals. "Du weißt schon, dass das verrückt ist? Ich meine, wie sollen wir überhaupt zu dem vordringen?" "Lass das nur mal meine Sorge sein, ich denke mir etwas aus. Halte aber die Augen offen. Beschwor er seinen Freund, dieser nickte.

Sie sprachen zur Sicherheit in ihrer Muttersprache. Zwar glaubte Sithis, dass die Fremden ihr Gerede interessieren würde, doch sicher war sicher. Zumal er ihnen noch nicht völlig vertraute. Sie verbargen etwas. Kharim konnten sie etwas vormachen, da er nicht so empfindsam wie er war, doch nicht ihm. Er hatte von Anfang an gespürt, dass sie nicht das waren, was sie vorgaben zu sein. Pech gehabt!

„Na endlich, da seid ihr ja. Wenn ihr nun soweit seid, dann können wir ja aufbrechen. Wir haben schließlich noch ein Stück Weg vor uns. Ich weiß leider nur ungefähr wo der Zugang zu den Katakomben der Stadt ist. Wir müssen also ein gutes Stück entlang der Stadtmauer und ihn suchen. Also lasst uns keine Zeit verlieren und endlich aufbrechen.“

Ungefähr? Also im Klartext, dass es nur eine 50% Chance gibt, den Eingang zu erwischen. Dachte er düster, doch sogleich ergriff wieder die helle Seite in ihm die Oberhand. Nicht aufregen, Sithis. Ab und zu dauert es eben länger, bis man den richtigen Weg findet.

Sie erzählte etwas von Abwasserkanälen und Katakomben. Katakomben! Die rochen immer nach Untoten oder anderem Viehzeugs. Wenn da ein Nebeljäger auftaucht, dann bin ich weg! Dachte er, denn wenn er eines nicht leiden konnte, dann diese elendigen ektoplasmatischen Mistviecher. Doch er erinnerte sich: hier war nicht der Sumpf, also gab es hier keine. Hoffentlich...

Die Frau namens Vana übernahm kurzerhand die Führung der Gruppe und brachte sie nahe an die Stadtmauer heran. Ab und zu mussten sie sich verbergen und schleichen, was Sithis mehr als missfiel. Er bevorzugte den offenen Kampf, nicht dieses feige Herumgeschleiche. Doch damit kamen sie recht schnell zu ihrem Ziel: einem Abwasserrohr, dass mit einem soliden Eisengitter gesichert war. War irgendwie vorhersehbar. Aber das haben wir gleich. Er wollte nicht nur tump in der Gegend herumstehen, sondern sich etwas nützlich machen.

Während er sich dem Gitter näherte, konnte er den Geruch aus dem Innern riechen. Nicht die gleiche Konsistenz, doch irgendwie erinnert es mich an zuhause. Seine Gedanken glitten kurz zu dem Sumpf, seinem Vater, dem Dorf, bis Siliz ihn mit einem leisen Zischen aus seinem Tagtraum holte. "Los doch! Brech das Gitter auf! Sonst stehen wir hier noch eine Ewigkeit herum!“ „Schon gut, schon gut. Reg dich bitte nicht wieder so auf! Ich mach ja schon…“

Verständlich sagte er: „Gestatten?“
Er packte die Gitter und zog zwei Metallstreben mit aller Kraft auseinander. Das Metall ächzte und knarrte, doch der Lärm, der vom Lager her kam übertönte das alles, sodass sie nicht gehört wurden. Zumindest noch nicht.
Immer wieder drückte er die Streben etwas weiter auseinander, bis das Loch groß genug war, sodass alle hindurch konnten. „Das müsste reichen.“ Er war zwar etwas erschöpft, da es großer Anstrengung bedurfte, Metall zu verbiegen, doch immer noch kampfbereit. Und vor allem: Hungrig auf Frischfleisch!

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 30. Juni 2010, 22:44

Das Gitter stellte kein Hindernis für Vana und ihren Vampirgefährten dar. Gemeinsam sollte es ihnen ein Leichtes sein, es aus der Verankerung in der Stadtmauer zu reißen. Sie wollte sich schon an Vandarte wenden, da wurde sie von den beiden Echsen zur Seite geschoben.
„He, was soll denn das?“, rief sie leicht entrüstet, wurde aber von Sithis mit einem “Gestatten!“ unterbrochen.
Gelangweilt zuckte sie daraufhin nur mit den Schultern und beobachtete, wie der Schuppige unter gewaltiger Kraftanstrengung die Stäbe des Gitters auseinanderbog. Im Grunde war es ihr sogar ganz recht, mussten sie so nicht ihre wahren Kräfte offenbaren. Es war ganz gut, wenn die beiden Echsen nicht wussten wer sie wirklich waren.
Bevor Sithis sein Werk vollenden konnte vernahm sie ein Geräusch, das sie augenblicklich alarmierte. Auch Vandarte hatte es vernommen und gab ihr zu verstehen, dass sie sich in Gefahr befanden.

Mit ruhigem aber bestimmten Ton unterbrach Vana die Arbeit des Echsenmmannes: „Pssst, still! Schnell an die Wand!“
Augenblicklich drückten sich alle eng an die Mauer, und das keinen Moment zu spät, denn von oben hörte man nun deutlich eine Stimme:
„He Atalon, hast du das gehört?“
„Nein, was denn?“, war nun eine zweite Stimme zu hören.
„Weiß auch nicht, es hörte sich so an, als ob da unten irgendwas gequietscht hätte“
Kein Laut war von unten zu hören. Nicht einmal zu atmen wagten die vier unterhalb der Stadtmauer, wobei eigentlich nur zwei von ihnen wirklich Luft zum leben brauchten. Jede Bewegung hätte sie nur verraten.
Eine Weile herrschte absolute Stille, lediglich von den allgemeinen Geräuschen der Nacht unterbrochen, dann wieder die zweite Stimme:
„Ach komm Efron, wahrscheinlich haben dir deine Nerven einen Streich gespielt. Seit diese Zombies unsere Stadt heimsuchen sind doch alle völlig durch den Wind.“
Ja, wahrscheinlich hast du recht. Ich höre wohl schon Gespenster. Komm, lass uns unseren Rundgang fortsetzen.“
Man konnte hören, wie sich die Schritte auf der Mauer langsam entfernten, bis schließlich wieder Ruhe herrschte.

„Das war knapp.“, war Vanas einziger Kommentar, dann löste sie sich von der Wand und zwängte sich durch die von Sithis geschaffene Öffnung im Gitter in den Abwassertunnel. Einzeln folgten ihr die anderen, wobei Sithis die Öffnung für sich und seinen Kompagnon vorher noch etwas verbreitern musste.
Je weiter sie vordrangen, desto dunkler wurde es. Den beiden Vampiren machte dies nichts aus, da sie in vollkommener Dunkelheit immer noch besser sahen als Normalsterbliche, trotzdem wurde es mit der Zeit beschwerlich. Glücklicherweise waren in regelmäßigen Abständen Fackelhalter in das Mauerwerk eingelassen, sodass sie schon nach wenigen Schritten mittels Fackeln für Licht sorgten.
Nach einer Weile, in der sie lediglich dem Tunnelgang folgten kamen sie an die erste Abzweigung, wo Vana sich kurz an den Symbolen orientierte, die ihr Bronko damals gezeigt hatte. Schließlich folgte sie dem rechten Gang, dessen Symbole auf das Armenviertel hinwiesen. Dort, wo die ärmsten der Armen lebten, so wusste Vana, war nur äußerst selten die Wache Pelgars anzutreffen. Auch würde es nicht zu sehr auffallen, wenn einer der vielen Bettler verschwand und ihnen als Nahrung diente.
So folgte sie den Symbolen, bis sie schließlich an einen Ausstieg kamen, der wohl den Reparaturtrupps als Einstieg diente. Diesen nutzte der kleine Trupp nun dazu, die Kanalisation Pelgars zu verlassen und die Stadt zu betreten.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Donnerstag 1. Juli 2010, 20:30

Ihr leiser Ausruf ließ ihn sofort inne halten. Fast schon instinktiv begab er sich in Deckung. Dank seiner schwarzen Schuppenfarbe verschmolz er förmlich mit der Dunkelheit. Hat also doch einen Vorteil. Manchmal ist Tarnung doch hilfreich. Dachte er.

Über ihnen, fast schon 20 Schritt, lauschten Wachen von der Mauer in die Dunkelheit. Oh nein! Verschwindet hört ihr? Fluchte er innerlich. Das passte jetzt überhaupt nicht, dass diese Witzfiguren hier auftauchten. Nach einer Weile zogen sie wieder von dannen. Oh meine Güte! Das war jetzt aber knapp! Er hörte seinen Herzschlag in seinen Trommelfellen dröhnen.

Ein kurzes Kopfschütteln beruhigte ihn etwas. Nicht das er vor lauter Nervosität noch den ganzen Einsatz vermasselte. Diesmal sollte alles so klappen, wie es sollte. Ohne Abweichungen. Wenn diese Leute da einen Plan hatten, würde er sich daran halten, egal was ihm seine Gefühle vorspielten. Sie kannte sich hier besser aus als er. Vielleicht kam sie sogar aus dieser Stadt.
Also zuckte er nur mit den Schultern und folgte den Beiden, die schon durch das Loch, das er gebogen hatte entschwunden waren. Für sich und Kharim erweiterte das Loch noch etwas, auf Echsengröße, sodass sie ebenfalls folgen konnten.

Im Inneren war es dunkel und ein ständiger Geruch von Abfall lag in der Luft. Doch ihn und sein Kumpel schien es nicht zu stören. Vom Geruch her glich das hier den heimatlichen Sümpfen, dort stank es genau so. Zwar eher nach Schwefel und Matsch, als nach Abfall und Exkrementen, doch unterm Strich kam beinahe dasselbe heraus.
Und selbst in dem Dämmerlicht konnte er noch sehen und den beiden „Menschen“ folgen.

Doch nach einer Weile schienen auch sie Probleme mit der Orientierung zu haben und entzündeten eine Fackel. Die plötzliche Helligkeit ließ ihn zusammenzucken. Argh! Verdammt! Schnell bedeckte er sein lichtempfindliches Auge mit seiner linken Hand. Seit dem Nebeljägerangriff hatte er starke Schwierigkeiten auf diesem Auge bei grellem Licht zu sehen.

Wieder eine Weile später sah sie sich seltsame Symbole an, die die Wand schmückten. Was sie wohl bedeuten? Fragte sich der Echsenmann, jedoch fragte er nicht nach, obwohl es schon interessant wäre. Besonders den Kerl namens Vandarte behielt er sorgsam im Blick. Der war ihm nicht geheuer. Die Frau zwar auch nicht, doch mit ihr hatte er sich kein Blickduell geleistet.
Sie bogen ab und folgten einem weiteren, dunklen Weg. Die Fackel spendete Licht, nicht viel, aber immerhin etwas.

Dann kamen sie an einer Leiter an, die nach oben führte. Da sollen wir rauf? Auf dem Ding? Ich verstehe die Menschen nicht. Wie kann man auf so etwas heraufklettern? Skeptisch beäugte er die Konstruktion. Hoffentlich würde dieses „Ding“ sein Körpergewicht aushalten. Auch wenn es hier noch so heimelig war, wollte er nicht hier bleiben. Auf keinen Fall!

Außerdem war es weit und breit der einzige Ausgang. Ein Ausgang, der ihn in die Höhle des Löwen führen würde.

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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Donnerstag 8. Juli 2010, 15:09

Der Ausstieg aus der Kanalisation endete mitten auf einer Wegekreuzung im Armenviertel Pelgars. Der Platz war relativ gut einsehbar und man stand dort wie auf dem Präsentierteller. Es brauchte nur noch ein Wachtrupp vorbei kommen und ihre Mission wäre bereits in diesem frühen Stadium gescheitert. Zu allem Überfluss, Vandarte und Vana hatten die Unterwelt bereits verlassen und sicherten die Umgebung, hatten die beiden Echsenwesen einige Schwierigkeiten mit der Leiter und dem engen Ausstieg.

Vanas Laune, bereits durch den Gestank in den Katakomben, welcher sich in ihrer Kleidung festgesetzt hatte und ihr somit noch immer in die Nase stieg, sowieso schon erheblich gesunken, wurde durch die Probleme der Echsen nicht gerade besser.
Entsprechend unwirsch rief sie denn auch in den Ausstiegsschacht hinein:
„Verdammt! Jetzt beeilt euch endlich. Ich habe keine Lust hier unversehens einem Trupp der Stadtwache zu begegnen.“ Bei Manthala, was mussten die beiden Kerle auch so groß sein. Endlich zwängte sich eine der Echsen, Vana glaubte, dass es dieser Sithis war, war sich aber nicht ganz sicher, aus dem Kanalisationszugang und kurz darauf stand auch der andere endlich auf der Straße. Schnell verschloss die Vampirin den Einstieg mit dem dicken Holzdeckel und alle vier verschwanden schleunigst im Schatten der Bruchbuden des Armenviertels.

Sich orientierend blickte sich Vana nun erst einmal um, rümpfte dabei angewidert die Nase als ihr erneut ein Schwall des Gestanks aus ihren Sachen in die Nase stieg. Ihr Blick fiel dabei eher zufällig auf eine der Echsen und sie hatte den Eindruck, dass diese sie unverhohlen angrinste, während diese tief die Luft in ihre Nüstern einzog.
Als ob der Gestank für sie der wunderbarste Duft wäre, schoss es ihr angeekelt durch den Kopf. Wahrscheinlich stinkt es in ihrem Sumpf genauso.
„Und? Wie geht es nun weiter?, ließ sich Vandarte leise vernehmen.
Wütend ruckte ihr Kopf herum. „WAS WEISS DENN ICH!“, fauchte sie ihren Gefährten gereizt und mit funkelnden Augen an. Allmählich ging ihr der Gestank auf die Nerven und der übermächtig werdende Hunger trug auch nicht zur Verbesserung ihrer Stimmung bei.
„Vielleicht möchtest du ja die Führung übernehmen wenn es dir nicht schnell genug geht?! Nein? DANN LASS MICH GEFÄLLIGST IN RUHE!“
Sie wusste, dass sie ihm Unrecht tat, hatte aber keine Lust, ihn um Entschuldigung zu bitten. Sollte er doch denken was er wollte. Im Moment war ihr das herzlich egal.

„Ich habe von der Stadt damals leider nur die Irrenanstalt, die Reichsklinik, den Kerker und den Richtplatz gesehen. Ich muss mich also auch erst orientieren.“

Also schön, linker Hand konnte sie die Mauern von Burgstein über die Dächer der ärmlichen Hütten ragen sehen. Wenn sie sich recht erinnerte, so war dies vom Marktplatz aus gesehen umgekehrt gewesen, dort lag Burgstein rechter Hand. Sie mussten also östlich der Irrenanstalt herausgekommen sein. Der Marktplatz lag dann wohl noch weiter im Norden und die Kaserne mit den Kerkern weiter östlich vom Marktplatz. Sie wusste das daher, weil sie Burgstein immer genau vor sich gesehen hatte, als man sie von der Kaserne zum Richtplatz gebracht hatte. Und soviel sie wusste lag der Sitz des Hohen Rates noch weiter östlich als die Kaserne, direkt an der östlichen Stadtmauer.
In etwa wusste sie nun wohin sie sich wenden mussten und meinte inzwischen wieder ruhiger geworden:
„Also, wir müssen von hier aus nach Norden bis zum Marktplatz und dann weiter nach Osten bis zur Stadtmauer und dem Sitz des Hohen Rates. Also los, und passt auf, dass uns keine der Wachen erwischt.“
Katzengleich überquerte sie den Platz und verschwand im Schatten der gegenüber liegenden Straße, dicht gefolgt von Vandarte und den beiden Echsen. Als Vandarte fast neben ihr lief raunte sie ihm leise zu:
„Es wird bald hell werden und wir müssen uns um unser Hungerproblem kümmern Zum Glück ist der Himmel wolkenverhangen, so dass ich in meinem Umhang gut vor dem Tageslicht geschützt bin. Wie steht es mit dir?“
Als Antwort legte sich Vandarte seinen braunen Umhang um und zog sich die Kapuze über den Kopf. „Beantwortet das deine Frage meine Schöne?“
Zufrieden nickte Vana ihm zu und konzentrierte sich wieder auf ihre Umgebung. Sie kamen gerade dem Marktplatz näher und das Risiko einem Wachtrupps zu begegnen stieg. dass er sie gerade wieder „seine Schöne“ genannt hatte ignorierte sie diesmal geflissentlich.

Dem Tageslicht konnten sie also einigermaßen trotzen, blieb nur noch ihr wachsender Hunger, aber auch dafür würden sie bald eine Lösung finden.

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Sithis
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Re: Vor den Toren Pelgars - Das Lager der Dunklen Armee

Beitrag von Sithis » Donnerstag 8. Juli 2010, 15:59

Sithis sah nach oben. Die beiden Leute waren schon aus dem Schacht geklettert und peilten die Lage. Da er keine Rufe hörte, ging der Echsenmann davon aus, dass ihre Gegenwart vorerst unbemerkt geblieben war. „Verdammt! Jetzt beeilt euch endlich. Ich habe keine Lust hier unversehens einem Trupp der Stadtwache zu begegnen.“ „Wir würden uns liebend gern beeilen, wenn diese Treppenstufen nicht so echsenfeindlich wären.“ knurrte Sithis unverhohlen zurück. Er mochte es nicht, zu etwas gedrängt zu werden.

Schließlich jedoch hatte er die Treppe mehr schlecht als Recht erklommen und kroch aus dem Schacht. Hrrgh! Viel zu eng! Dann rappelte er sich wieder auf und sah sich ebenfalls um. So sieht also eine Stadt aus. Komische Lebensweise. Keine Natur, nichts. Versteh einer die Menschen. Dann wandte er sich wieder um und half seinem Freund Kharim aus dem Schacht zu klettern.
Aber viel Zeit zum Verschnaufen gab es nicht, den Vana führte sie sofort in den Schatten mehrerer Gebäude.

Ihm fiel auf, dass ihr der Geruch aus der Kanalisation nicht behagte, so wie sie sich gerade verhielt. Er zuckte nur mit den Schultern. Schlechte Gerüche war er von Haus aus gewohnt.

Ihr plötzlicher Wutausbruch ließ ihn aufsehen. Was ist denn jetzt schon wieder? Wenn sie weiter so schreit finden uns die Wachen bestimmt. Anscheinend regte sie sich gerade über ihren Begleiter auf.

Offenbar wusste sie selbst nicht so genau, wo sie sich gerade befanden. Doch Anhand der schäbigen Häuser und dem Dreck, der überall lag, konnte man nicht ausschließen, dass sie in einer recht heruntergekommenen Gegend waren. Vielleicht das Armenviertel?

Sie unterhielt sich kurz mit ihrem Begleiter und dann ging es auch schon weiter. Sie beide gingen voraus, die beiden Echsen folgten. Die Gefahr stieg an, denn sie kamen in Richtung der normalerweise belebteren Plätze der Stadt. Das Risiko, auf Wachen zu treffen, war sehr hoch. Wo seid ihr, kleine Wachen? Hier ist jemand, der euch die Köpfe einschlagen will. dachte die Echse. Aber jetzt im Moment wollten sie unerkannt bleiben. Zwar nicht seine größte Stärke, doch er würde den Anweisungen der Frau gehorchen…für den Moment.

Sithis blickte prüfend in den Himmel. Die Sonne ging bald auf. Sie mussten jetzt schnell sein. Tagsüber würde man sich schwer unbemerkt fortbewegen können. Eine sichere Zuflucht müsse jetzt her.
Aber ihm war nicht wohl, mit diesen beiden Gestalten einen Raum zu teilen. Sein Bauchgefühl warnte ihn immer noch. Davor, diesen beiden nicht völlig zu trauen. Er wusste nicht, welche Rolle sie in diesem ganzen Netzwerk aus Lüge und Verrat zu suchen hatten.

Und idiotischer Weise hatte er immer noch keinen Blick in den kleinen Lederbeutel geworfen, den er immer noch am Gürtel spazieren führte.

Was das Weibchen wohl gerade macht? Vielleicht ist sie noch jagen…Das werde ich wohl nach meiner Rückkehr sehen. Wenn ich noch lebe… Der letzte Gedanke ließ ihn frösteln. Klar, er konnte hier in dieser steinernen Hölle sterben.

Doch sollte er erfolgreich sein und den Auftrag erfolgreich beenden, würden die anderen ihm mit Respekt gegenübertreten, auch die Dunkelelfen.

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