Ulkiges Urks

Mitten in der Stillen Ebene unter der Erde, leben sie, eine kleine Volk, Hinterhältig, nervend und doch flink und schlau, die Kobolde. Ein kleines Dorf haben sie sich erbaut, von dem viele Gänge in die einzelnen Städte führen.
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Tahmo
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Montag 11. Januar 2010, 19:32

Der Traum war sonderbar und... schön zugleich. Das sonderbarste allerdings war, dass Tahmo wusste das er Träumte, so etwas hatte er noch nie gehabt.
Lösgelöst vom Boden schwebte er durch eine Welt von sanften, schillernden Farben. Farben die vom Wind getragen um ihn her wirbelten, während sich um
ihn herum eine Endlose Weite wie weicher, weisser Nebel ausbreitete in welchem man schemenhaft Konturen aller möglicher Dinge entdecken konnte.
Der Wind, so schien es Tahmo war in seinem Traum zu einem Freund geworden, einem Freund den er mit jeder Faser seines Körpers und seines Geistes fühlen konnte.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit das ihn überkam, ein kribbeln im Magen, ein angenehmer Geruch in der Nase. Schillernde Blätter tanzten um ihn
einen lustigen Reigen und er hörte fröhliches Gelächter aus der Ferne, herangetragen vom Wind. Ein Schemen der Yanns Form besaß, tänzelte dort durch den Nebel der so nah und doch so fern erschien. Tahmo dreht sich ein wenig in der Luft, war es wirklich Luft die ihn Umgab? Er fühlte sich eher als wäre alles was ihn umgab so vertraut, entspannt schloss er im Traum seine Augen, spührte wie der Wind angenehm durch seine Haare und über seinen Kopf strich. Eine Gänsehaut jagde über seinen Nacken und den Rücken hinab, als plötzlich das Gesicht von Lyrien aus dem Nebel auftauchte und sich vor Tahmos Gesicht formte. Alles fühlte sich so Echt an. Die Wind-Lyrien tänzelte um Tahmo herum, während er ihr mit seinem Blick folgte, sie schwebte näher an ihn heran und küsste sanft seine Wangen. Tahmo atmete verzückt auf, es fühlte sich an wie eine frische Brise die sanft durch sein Gesicht streichelte. Kurz war er versucht zurück.... aber da wirbelte der Wind in seiner wechselhaften, unfangbaren Art und Weise weiter um eine Neue Gestallt anzunehmen. Diesesmal war es Faro, Tahmos treues Pony, dass dem jungen Magier erschien. Der Nebel Faro zerwuschelte Tahmos Haare, was ihn fröhlich lachen lies. Dieser Traum war seltsam... aber so schön. Tahmo griff nach dem Nebelfaro, aber als seine Fingerspitzen den weissen Nebel berührten stob dieser auch schon auseinander. Die Wogen welche der Wind um den Träumer herum geschlagen hatte glätteten sich ein wenig. Alles wurde Ruhiger, die schillernden Farben verblassten ein wenig und die 'Welt' nahm ein reines, beruhigendes, Nebelweiss an. Tahmo fühlte wie die Luft in seine Lungen und von dort mit seinem Blut in seinen gesammten Körper gebracht wurde. Er konnte die Luft in seinem Körper fühlen, in jeder einzelnen Zelle, er konnte sich fühlen wie er sich selbst noch nie wahrgenommen hatte. Tahmo schloss abermals seine Augen und atmete tief die Traumluft ein, es war ein berauschendes Gefühl und nun, als er die Augen zu hatte, fühlte er die Luft die ihn umgab. Sie war überall um ihn und in ihm! Blinzelnd öffnete Tahmo seine Augen und sah als der Nebel vor ihm das Spiegelbild seines selbst annahm. Ein Tahmo geformt aus Nebel, aus weichem Nebel, aus wirbelndem weichen Nebel. Geformt aus Wind der sich immer wieder kringelte, die Konturen und Umrisse verwischte und neu bildete. Er selbst war in seinem Traum zum Wind geworden, Wind der überall war. Es war ein denkwürdiger Traum, ein Traum den Tahmo so noch nie gehabt hatte. Das seltsamste war jedoch, das er wusste das er träumte. Er wusste das er bis eben noch neben einer Mausweide zusammen mit Lyrien gesessen hatte. Und mit diesem Bewusstsein schloss er abermals im Traum seine Augen, er genoss es den Wind zu fühlen wie er ihn noch nie gefühlt hatte. Lag das daran das er vielleicht zaubern konnte? Sollte er Lyrien davon erzählen?...... Doch ehe Tahmo den Gedanken zu ende Denken konnte fühlte er ein seltsames stupsen, ein unsanftes rütteln. Ein Rütteln das ihn wegziehen wollte... weg aus dem Traum der anfing zu verblassen.... zurück in die....

...Tahmo atmete erschrocken auf und öffnete blinzelnd die Augen. Lyrien rüttelte an seinen Schultern während der junge Blondschopf wohl ein wenig desorientiert und erschreckt wirken musste. Und Tahmo benötigte tatsächlich ein paar Sekunden bis er begriff wo er sich befand. Aber dann.,... fiel es ihm wieder ein, er hatte geträumt und... er wusste den Traum noch ganz genau, jede Einzelheit. Nun war er jedoch wieder hier. Tahmos Blick wanderte nach oben, bis jetzt schien er noch nicht bemerkt zu haben das er ziemlich in Lyriens Armen lag und sie seinen Rücken wärmte. Er guckte Lyrien von unten her an, kurz musterte er ihren Mund und schien wohl zu überlegen ob es sich wirklich wie eine sanfte Brise anfühlte... als er merkte das sein Schultergürtel erstaunlich weich gepolstert war. Fast im selben Moment noch, wurde ihm auch klar wo er mit seinem Schulterblatt auflag und warum das so weich war. Er blinzelte kurz und rutscht ein wenig hoch sowie leicht zu Seite. Es schien ihm wohl nun ein wenig peinlich zu sein das er in Lyriens Armen eingeschlafen war und sich scheinbar sosehr an sie geschmiegt hatte dabei. Mit einem kurzen räuspern, welchem ein etwas längeres Gähnen folgte, setzte er sich neben Lyrien in den Schneidersitz. Tahmo wirkte nun recht ausgeruht, zwar waren seine Haare ordentlich zerzaust, aber er machte immerhin den Eindruck als habe er gut geschlafen.
"Tanzen?" Wiederholte er, "Ich hab noch nie getanzt.... a.aber klar... warum nich. Ist sicherlich lustig und müde bin ich nun auch nich mehr." Tahmo lächelte fröhlich, er wirkte wirklich recht fit wieder. "Man, ich hab grad was ziemlich komisches geträumt."

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Dienstag 12. Januar 2010, 09:48

Lyrien lächelte, als Tahmo endlich erwachte. Oh, wie lange hatten sich geschlafen? Ihr Blick war kurz zur Decke geglitten, nachdem auch sie aus dem Reich der Träume zurück in die Wirklichkeit gekehrt war. Doch an der Decke fand sich keine Sonne, kein Mond, keine Sterne. Wolken und Himmel fehlten. Sie fragte sich, wie es die Kobolde wohl aushalten mochten, ohne einen Blick in den Himmel zu haben. Sie konnten ja nicht einmal den Stand eines Tages ablesen. Lyrien entschloss sich, die kleinen Wichte, die im Moment ihre Größe besaßen, zu fragen. Es würde sich schon eine Gelegenheit finden und sie war neugierig.

"Tanzen? Ich hab noch nie getanzt ... a-aber klar ... warum nich. Ist sicherlich lustig und müde bin ich nun auch nich mehr." Lyrien konzentrierte sich wieder auf Tahmo. Seltsam, dachte sie. In seiner Nähe scheint jeder zum Träumer zu werden. Und er selbst sowieso. Sofort verkündete der Blondschopf, einen merkwürdigen Traum erlebt zu haben. Komisch war es, so sagte es Tahmo.
"Wir befinden uns in Urks, da ist doch alles komisch", kicherte Lyrien. Sie rutschte unter Tahmo weg und erhob sich, um ihre Kleidung zu richten. Es mochte bequem sein, an einer Mäusekoppel zu schlafen, aber man bekam schon ordentlich von den kleinen Holzspänen ab und überall hingen die kurzen Haare der Mäuse. Lyrien klopfte sich über ihre Robe und die Kleidung. Für eine Heilerin war sie ziemlich gut gerüstet, wenngleich ihre Sachen schon vom Zahn der Zeit angenagt worden waren. Abenteuer gingen eben niemals spurlos an einem vorbei.
Lyrien trug ein grünes Oberteil, das schillerte und schimmerte, wenn sie sich bewegte. Es erinnerte an die feinen Schuppengewänder von Echsen und Schlangen, aber der Stoff war weich und geschmeidig. Darunter und nur an den Armen sichtbar, trug sie tatsächlich ein Kettenhemd. Die Art, wie die einzelnen Kettenglieder miteinander verbunden waren, ließen einen Kenner auf elfische Machart schließen. Statt einer Hose, wie sie sich früher häufig getragen hatte, war nun ein langer Rock zur Beinbekleidung geworden. Auch er war grün, aber dunkler und lange nicht so schimmernd wie das Oberteil der jungen Frau. Über allem blieb da noch ihr schwarzer Umhang. An wenigen Stellen war er ausgefranst und heller geworden, aber der Saum mit den magischen Symbolen schien davon nicht betroffen. Lichtsymbole und Zeichen der Heilkunst vereinten sich in einem ständig wechselnden Muster am Rand von Ärmeln, Kapuze und Rocksaum. Allein der Umhang gab ihr etwas Mystisches.

"Lass uns gehen und einmal schauen, wie Kobolde tanzen. Vielleicht können wir etwas lernen." Sie hakte sich bei Tahmo ein und spazierte bereits los, zurück zum Zentrum des Kobolddorfes. Dort feierten die Bewohner bereits ein berauschendes Fest. Es war aufgetischt worden, dass ein jeder Feinschmecker sich die Lippen geleckt hätte. Pfannkuchen mit jeweils einem dicken Klecks Butter und über und über mit Sirup beschüttet. Köstliche, kandierte Früchte - alle kleingeschnitten, denn die Kobolde konnten einen ganzen Apfel nicht halten. Hinzu kam leckere Kakaomilch mit Sahne und Mandelsplittern, stibitzte Cremetörtchen, ein ganzer Berg verschiedenster Nüsse und sonstiger Früchte. Ein kulinarischer Traum tat sich hier auf, doch das war erst der Anfang.
Über einem breiten Platz hatten die Kobolde magische Girlanden aufgehängt. Sie waren an vorstehenden Felsnasen befestigt, aber sie schüttelten sich immer wie von selbst und streuten Glitzer und kleine, bunte Papierkügelchen auf alle herunter, die den Platz betraten. Es schien, als regneten Stückchen von Regenbogen. Sämtliche Kobolde auf dem Platz ließen es sich gut gehen. Sie waren ide Tänzer, die zu aufgespielter Musik ihre Beine schwangen.
Eine kleine Gruppe, die versuchte, Schausteller nachzuahmen, spielte auf selbstgebastelten Instrumenten und entlockten ihnen die ulkigsten Töne. Trotzdem klang es harmonisch und in einem fröhlichen Reigen. Man bekam richtig Lust zu tanzen.

Lyrien schien jedenfalls sehr begeistert. Sie zog Tahmo mit sich, ob der wollte oder nicht, und betrat den Tanzplatz. Die Kobolde alberten herum. Ein Pärchen lief auf den Händen, die nackten Füße aneinander gedrückt und stellte so eine ganz besondere Art des Tanzes vor. Drei andere Kobolde hingen sich in den Armen und schunkelten wild umher.
"Sie haben so viel Spaß!" Lyrien ließ sich davon verzaubern. Sie löste sich von Tahmo, nur um sich ihm zuzudrehen und ihn anzuschauen. "Magst du mich nicht auffordern?", fragte sie und deutete bereits auf Hüfte und Schulter, um Tahmo zu signalisieren, wo er seine Hände abzulegen hatte. Lyrien kannte nur zwei Arten von Tänzen: den Walzer und einen fröhlichen Volkstanz der eldorischen Elfen. Für den Anfang sollte es aber der Walzer sein. Tahmo hatte ja erwähnt, nicht tanzen zu können.
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Donnerstag 14. Januar 2010, 00:30

Lyrien hatte sich bei Tahmo eingehakt ehe dieser etwas sagen konnte. Jedoch, hätte er überhaupt etwas dagegen gesat? da war er sich nun nicht so ganz sicher. Er hatte das Gefühl als konnte man mit Lyrien viel tolles erleben, also warum sollte sie sich nicht bei ihm einhaken? Zudem hatte sie soetwas leichtes, beruhigendes und unbeschwehrtes an sich. Sie schien ihn so zu akzeptieren wie er war. Und das fand Tahmo wundervoll!

Ihr beider Schritte führten sie zurück inrichtung des Zentrums, abermals vorbei an kleinen Häusern die aus den unmöglichsten Dingen bestanden. Die Kobolde waren wohl ein geschicktes und vor allem kreatives Völkchen. Überall hatte man zudem bunte Girlanden und kleine Lampions aufgehängt, alles sah so fröhlich aus und überall wuselten lachende und ratschende Kobolde herum.
Tahmo lies sich ein wenig von Lyrien führen, er dachte noch an den Traum und an die Sache mit Magie. Er musste dem ganzen unbedingt auf die Spuhr gehen aber nun prasselten soviele neue Sinneseindrücke auf ihn ein, dass sein neugieriger und unruhiger Geist vollauf beschäftigt war die Augen von der einen zur Anderen Sache wandern zu lassen.
Der Blondschopf konnte Musik hören die von einer kleinen Tribüne zu ihm herüber drang. Eine Gruppe von vielleicht fünf Kobolden spielte dort auf ulkigen Instrumenten welchen sie eine exotisch und fremdartig klingende Melodie entlockten. Eine Melodie welche Tahmo nicht kannte die ihn jedoch sofort zum leisen mitsummen animierte. Und dabei war es egal wie er summte, es schien immer zu passen. Genauso wie die ganzen Kobolde deren unterschiedliche Tänze ebenfalls alle zur Musik passten. Ja, Urks und die Bewohner zeigten sich von ihrer besten Seite, indem sie ein berauschendes Fest feierten. Ein Fest welches die Fröhlichkeit und die schillernden Farben der Kobolde wiederspiegelte.

Ein buntes Papierschnipselchen landete auf Tahmos Nasenspitze, als Lyrien mit ihm den großen Platz betrat. Die Heilerin lies ihn los, während Tahmo mit fasziniertem Blick und offenem Mund zu den sich schüttelnden Girlanden schaute "Waaaahnsinn. Schau mal Lyrien.... Lyrien?" Tahmo blickte sich um, wo war Lyrien denn hin? Sie war doch eben noch bei ihm gewesen. Der Blondschopf dreht sich einmal um die eigene Achse, umgeben von dem berauschenden Fest der Kobolde, ehe er Lyrien ein paar Schritte weiter entdeckte.
"Magst du mich nicht auffordern?" Fragte sie den jungen Abenteurer und deute auf ihre Hüfte sowie die Schulter. Tahmo blinzelte, wollte sie mit ihm tanzen? Er hatte noch nie getanzt, ausser mit dem Wind wenn keiner hinsah, aber das war was ganz anderes. Er wusste nicht einmal wie er sich bewegen musste.... aber dennoch... war er trotzdem neugierig, wie es wohl war zu tanzen. Und vor allem, wie es wohl war mit jemand anderem zu tanzen. Ohne das er es wirklich merkte klopfte sein Herz ein wenig höher, mit fröhlichem Lächeln ging er zu Lyrien rüber, ein wenig berrauscht und mitgerissen von den ganzen Farben und neuen Eindrücken um ihn herum, blieb Tahmo vor Lyrien stehen.

"Ich, hab aber noch nie... getanzt." Gab er vor ihr zu, ehe er seine Hand auf ihre Schulter und dann, nach leichtem zögernd, auch leicht auf ihre Hüfte legte. Sein Herz schlug nun deutlich höher, was aber sicherlich an dem Fest lag das ringsherum um ihn tobte... obwohl er das schon gar nicht mehr sooo wahr nahm. Er guckte Lyrien an und wartete bis sie ihm sagte was er tun musste. Er wollte genau aufpassen um ja keinen Fehler zu machen!

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 14. Januar 2010, 16:09

"Ich hab aber noch nie ... getanzt." "Jetzt nur nicht nervös werden. Lass dich von mir führen." Lyrien drückte Tahmos Hand noch ein wenig enger an ihre Hüfte. Er würde sich gut festhalten müssen. Sie liebte schnelle Walzer, hatte in ihrem Leben aber nicht oft Gelegenheit bekommen, sie selbst zu tanzen. Manchmal, wenn sie allein durch den Eldoras gezogen war, hatte sie sich einen langen Stock genommen und mit diesem einen Reigen getanzt. Jetzt war es etwas vollkommen Anderes, aber sie kannte wenigstens die Schritte. Tahmo war noch weitaus verlorener, doch Lyrien würde ihn führen.
Sobald die Musik einen neuen Rhythmus und somit auch ein neues Lied anschlug, schob Lyrien sich nach vorn. "Beweg dich mit mir", forderte sie Tahmo auf und gab ihm in regelmäßigem Takt die Schrittfolge vor. "Zurück, zwei, drei, vier, nach rechts, zwei, drei, vier, nach vorn ... ups!"
Schon war es passiert! Tahmo hatte ihren Fuß wohl nicht erwartet, vielleicht war Lyrien aber auch einfach nur zu schnell gewesen. Jedenfalls landete ihre Schuhspitze soeben auf Tahmos rechtem Fuß. Die Heilerin stellte sich wieder in Position. "Noch einmal." Und erneut versuchte sie es mit dem Walzer. Sie hatte gedacht, besser tanzen zu können, aber ihr passierten hin und wieder Patzer, so dass sie gar nicht darauf achtete, wie Tahmo sich denn nun schlug.

Die Kobolde ringsum unterbrachen ihre eigenen, ausgelassenen Tänze und beobachteten nun. Nur die Musik spielte weiter auf. Einige der kleinen Wichte glucksten, andere legten verwirrt den Kopf schief.
"Du, du, Mama, ist das normal so, dass man sich auf die Füße trampeln muss?" Ein Koboldkind zeigte voller Neugier mit ausgestrecktem Finger auf die geschrumpften Gäste. Die Koboldmutter zuckte mit den Schultern. "Tut doch sicher weh!"
"Sieht aber auch lustig aus. Haha, ich möchte auch!" Ein Kobold zog sich eine Freundin aus den Reihen und lugte dann zu Lyrien und Tahmo hinüber. Er guckte sie die Haltung und Lage der Hände an. Dann ahmte er die Stellung nach und stolperte los. Die Koboldin hopste mit ihm mit und natürlich dauerte es auch bei diesem Tanzpaar nicht lange, bis einer dem anderen auf die Füße stieg. "Auuauauau ... haha, was für ein komischer Tanz!" Obwohl die Koboldin ihrem Partner eben derb auf den dicken Zeh getreten war, lachte dieser und tanzte weiter.

Schon gesellten sich weitere Urkser hinzu. Sie schwangen einander über die Tanzfläche. Sie hoben ihre Frauen hoch und klammerten sich an deren Hüften. Sie drehten Pirouetten und sie stampften sich gegenseitig - teilweise sogar bewusst - auf die Füße. Zur Melodie entstand eine unregelmäßige Tonspur aus Schmerzlauten.
"Au." "Auuuutsch." "Ohhh, mein Fuß." Trotzdem stieg die Stimmung. Kobolde galten als seltsames Völkchen.
Lyrien blieb nach einer weiteren Drehung stehen. Sie war schon völlig außer Atem. Keuchend schaute sie sich um und musste furchtbar kichern. "Also denen ist auch nichts zu peinlich!"
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Freitag 15. Januar 2010, 16:41

Tahmo versuchte sein bestes mit Lyrien schritt zu halten. Eine Hand auf ihrer Hüfte und die Andere auf ihrer Schulter, hatte sie es ihm gleich getahn und ebenfalls ihre Hände auf seiner Schulter sowie seiner Hüfte gelegt. Lyrien schien da zudem viel weniger "probleme" mit zu haben ihre Hand auf seiner Hüfte abzulegen als er bei ihr. Aber momentan musste er sich sowiso voll und ganz auf die Schrittfolge konzentrieren welche Lyrien vorlegte. Hastig versuchte er es ihr gleichzutun, "Beweg dich mit mir" forderte sie ihn auf. Tahmo nickte kurz, den Blick auf ihre Füße gerichtet, solangsam schaffte er es weniger zu stolpern und mehr zu tanzen. Es war wohl von Vorteil das Tahmo ziemlich schnell neue Sachen lernen sowie umsetzen konnte. Zudem, war er auch nicht ungeschickt. Das Getanze passte allmählich zum Rythmus der Musik und Tahmo fing an zu merken wieviel Spaß soetwas machen konnte. Und gerade als er Lyrien anlächeln wollte.... war sie ihm auch schon auf seine Zehe getreten, Tahmo verzog das Gesicht und biss die Zähne zusammen. "Autsch"
Lyrien lies sich davon jedoch nicht irritieren und tanzte weiterhin mit dem Blondschopf.

Die Kobolde rings herum waren stiller geworden, hatten die Zwei beobachtet und fanden es wohl nun komisch den Tanz nachzuahmen. Die Stimmung stieg, es wurde gelacht, gegenseitig auf die Zehen getretten und alle schienen einen Mords spaß zu haben.
Auch Tahmo hatte es inzwischen nicht vermeiden können Lyrien ein paarmal unabsichtlich auf die Zehen zu steigen, jedoch hatte er sich sofort mit einem kurzen "'tschuligung" entschuldigt und weitergemacht. Mit der Zeit funktionierte es immer besser, es kam deutlich Schwung in die Sache und Lyrien sowie der Blondschopf wirbelten über die Tanzfläche. Tahmo lächelte breit, mit roten Wangen. Langsam wurde ihm warm, jedoch schien es für ihn nicht ganz so anstrengend als für Lyrien. Nun gut, Tahmo war Körperlich einigermaßen fit. Zwar nicht so wie ein Krieger oder ein richtiger Abenteurer zumal ihm dafür die muskulöse Statur fehlte, aber allzu schnell brachte man ihn nun auch nicht ausser Puste. Blinzelnd guckte er Lyrien nach einer weiteren Drehung an, seine Hände hatte er noch an ihrer Hüfte und auf ihrer Schulter liegen. Er lächelte als sie ihm verkündete das sie ausser Atem war. "Oooh schade, jetzt fing es gerad an richtig Spaß zu machen. Hm... aber willst du ne Pause?" Fragte er sie, ehe sein Blick auf ihr kichern hin ebenfalls umher schweifte. "Haha, ja du hast recht, die machen uns nach. Hm, Kobolde sind echt komisch... aber lustig. Ich fühle mich hier momentan echt wohl." Er guckte sie beim letzten Teil des Satzes wieder an, mit demselben nachdenklichen Blick den er schon bei den Mäusen hatte. Was er wohl gerade dachte? Der junge Blondschopf blinzelte kurz. "Erm.. willst du was trinkn? Ich glaub dahinten gibt es was"

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Sonntag 17. Januar 2010, 12:24

Langsam ging es besser. Da Tahmo anfangs auch ein paar Schwierigkeiten mit der richtigen Schrittfolge und dem Verlagern seiner Füße hatte - damit sie nicht auf Lyriens landeten - lief es am Anfang etwas holprig ab. Grund genug wohl für die gesamte, versammelte Koboldschaft, diesen neuen "Tanz" selbst einmal auszuprobieren. Doch je mehr sie sich ringsum gegenseitig beim Tanzen auf die Zehen sprangen, desto besser klappte es dann alsbald bei Lyrien und Tahmo. Sie fanden ihren Rhythmus und die Füße wichen mit jedem Schritt einander aus. Nun konnte immer schneller und ausgelassener getanzt werden, bis die Heilerin irgendwann vollkommen außer Puste war und ihr Tempo verringerte.

Sie blieb stehen, löste ihre Hand von Tahmos Hüfte und fächelte sich Luft zu. Auf seine Fragen hin, ob sie eine Pause und etwas zu Trinken brauchte, nickte Lyrien nur. Sie brachte im ersten Moment kaum ein Wort heraus. Dann aber keuchte sie: "Ja, ich fühl mich auch fantastisch hier." Zugleich wurde ihre Miene jedoch etwas ernster. Sie ließ sich von Tahmo zu einem Tisch führen, hinter dem ein Kobold auf einem Fingerhut saß. Darin schwappte Nektar und in einen zweiten war Traubensaft gefüllt worden. Trinkpokale gab es keine, sondern nur Becher, gefertigt aus Nuss-Schalen. Lyrien ließ sich eine reichen und trank. Dann seufzte sie wehleidig. "Wir tanzen und feiern hier. Und in Pelgar sterben Menschen." Ihre Fröhlichkeit war einer mitleidigen Trauer und leichten Schuldgefühlen gewichen. Sie dachte an die vielen hilflosen Bürger der Stadt, die sich versuchten, vor den Schrecken aus Zombies und Knochendrachen zu retten. Es war nicht leicht, vollkommen fröhlich zu sein, wenn man sich dessen bewusst wurde.

"Ich hoffe, die meisten können sich unbeschadet aus der Stadt retten", meinte sie schließlich und stellte ihren Becher wieder auf dem Tisch ab. Dann schaute sie Tahmo an. "Tanz nochmal mit mir, bitte. Ich brauche Ablenkung und du kannst das ganz gut." Vielleicht färbte etwas von Tahmos träumerischer Art auch auf sie ab, wenn sich Lyrien nur lange genug in seiner Gegenwart befand.
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Dienstag 19. Januar 2010, 18:43

huw, nun war ihm aber wirklich warm. Tahmo wedelte sich mit der Hand ein wenig Luft zu während vor ihm ein Becher mit kühlem Saft stand und er auf einem zum Stuhl umgemützten Fingerhut hockte. Er nahm den Nußschalen Becher um durstig ein paar Schluck zu trinken, während sein Blick zu den anderen Kobolden wanderte.
Lyrien trank ebenfalls ein paar Schluck, sie hatte sich Eik gegenüber gesetzt, zog aber plötzlich eine Mimik die so garnicht zum Fest passen wollte. Tahmo wollte schon fragen ob alles in Ordnung war, aber die Heilerin rückte selbst mit der Sprache raus: "Wir tanzen und feiern hier. Und in Pelgar sterben Menschen.".
Ein wenig traurig guckte Lyrien auf die Tischfläche. Sie hatte irgendwie recht, es war schon komisch, gerade waren sie aus einer wahren Schlacht geflohen nur um in ein rauschendes Fest zu gelangen. Das war als würde es in einem Moment Regnen und im Anderen die SOnne scheinen. Der Blondschopf nickte leicht, aber so schnell wie Lyriens anflug von Trauer gekommen war, verging er auch wieder.

"Ich hoffe, die meisten können sich unbeschadet aus der Stadt retten" Ihr Blick legte sich wieder auf Tahmo, "Tanz nochmal mit mir, bitte. Ich brauche Ablenkung und du kannst das ganz gut"

"Nochmal? hm... gut in Ordnung." Er nickte, wenn es Lyrien half die SOrgen zu vertreiben dann sollte er es wohl am besten tun. Zudem, machte es ihm ziemlichen Spaß. Aber zuerst musste er etwas anderes erledigen. Tahmo rappelte sich von dem Fingerhut hoch und fing an sich seinen Kaputzenumhang auszuziehen. "Mir is es zu warm sonst." Gab er erklärend an Lyrien weiter, falls sie sich fragen sollte was Tahmo nun trieb. Der junge Blondschopf zog auch seine Armschienen aus, ehe er die Tunika am Kragen nahm und sie sich über den Kopf streifte. Letztendlich stand er mit seiner blauen Leinenhose und dem weissen etwas zu langen und weitem Leinenhemd bekleidet sowie in seinen Stiefel neben dem Tisch. Seine Haare wahren durch das ausziehen der Tunika ordentlich zerzauselt worden. Sorgfälltig sammelte er seine Sachen zusammen und legte sie säuberlich aufeinander um sie als kleiner Stapel auf dem Fingerhut zu platzieren. Seine restlichen Dinge legte er ebenfalls daneben, nur seinen Gürtel lies er an. Er kannte sein Pech und wollte ungern das seine Hose beim Tanzen rutschte.
"Na dann, tanzen wir." Grinste er Lyrien fröhlich an.

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 20. Januar 2010, 16:46

Lyrien trank den Rest ihres Nektars aus. Sie wollte den Becher nicht halb voll irgendwo herumstehen lassen. Vermutlich hätte sie ihn nicht wiedergefunden und das gute Getränk sollte dann nicht verschwendet sein. Aber es half ihr nicht, die trüben Gedanken zu vergessen. In Pelgar kämpften Frauen, Kinder und Soldaten vermutlich noch um ihr Überleben. Aber das Schlimmste daran war, dass sie nicht helfen konnte. Heiler besaßen in solch speziellen Fällen gewissermaßen einen Komplex. Es drückte ihnen schwer aufs Gewissen, wenn sie ihrer Heil- und Helferpflicht nicht nachgingen. Aber was hätte Lyrien denn jetzt schon tun sollen? Sie war ja nicht einmal zwanzig Zentimeter groß, außerdem hatte sie ihr eigenes Leben und das ihrer Freunde retten müssen. Im Geiste beschloss sie, nach Pelgar zurückzukehren und ihr bestes zu tun, um auch noch anderen zu helfen. Doch jetzt nicht. Sie, Tahmo und Yann mussten ihre Kräfte auffrischen. Sie mussten körperlich und seelisch wieder an Stärke gewinnen.
Um das zu Erreichen war es nötig, die dunklen Gedanken wegzuschließen und sich nicht von ihnen in tiefe Abgründe reißen zu lassen. Lyrien brauchte Ablenkung und das Fest der Kobolde kam da wie gerufen. Erneut wollte sie tanzen. Tahmo willigte sogar ein, doch statt sich sofort wieder auf die Tanzfläche zu schwingen, begann er sich auszuziehen. Lyrien blickte verwirrt. Wollte er nackt tanzen? Verlegen blinzelte sie.

"Mir ist es zu warm sonst." "Ah, achso!" Lyrien wartete, bis Tahmo alles abgelegt hatte, was ihm beim Tanz nur den Schweiß auf die Stirn treiben würde. Seine Idee klang vernünftig und so trennte sich die Heilerin auch kurzfristig von ihrem Umhang. Sie legte ihn einfach zu Tahmos Sachen. Nun kam ihre Statur auch viel mehr zur Geltung. Schlank war sie, aber nicht zu dünn, sondern genau richtig.

Schon ging es los, Lyrien und Tahmo betraten erneut die Tanzfläche. Einige Kobolde klatschten. Sie freuten sich schon auf eine erneute Darbietung derer, die den Fußtritt-Tanz erfunden hatten. Andere vollführten ihn noch immer und ringsum hörte man immer wieder ein "Autsch" oder "Aua" rufen.
Erneut legte sich Lyrien Tahmos Hand an die Hüfte und erneut wagten sie einen Reigen um die anderen Tänzer. Dieses Mal ging es wesentlich besser. Lyriens Füße trafen nicht mehr auf Tahmos, sondern flogen nur so über den Tanzboden. Die Kobolde spielten immer schneller und wilder. Die Tänzer wurden munterer. Wie gut, dass sich Tahmo von einigen Sachen befreit hatte, er wäre sonst mehr als gewaltig ins Schwitzen geraten. Für einen Moment aber waren selbst die Kleidungsstücke vergessen. Fast berauschend sollte der Tanz werden, zumindest für Lyrien. Sie ließ sich fallen und von Tahmo führen. Sie vergaß Sorgen, Ängste und sämtliche Probleme. Um jene konnte sie sich kümmern, wenn der Tanz vorüber war, aber fürs erste wollte sie sich nur entspannen.
So wirbelte sie wild lachend und fröhlich herum, drehte zwischendurch sogar eine Pirouette und genoss das Fest in vollen Zügen. "Ist es nicht wundervoll?", rief sie Tahmo während des Tanzens zu. Es war erstaunlich, wie schnell sich Lyriens Laune erholen und wieder aufleben konnte. Oder lag das garnicht so sehr am Tanzen selbst?
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Samstag 23. Januar 2010, 23:23

"Ist es nicht wundervoll?" Rief Lyrien Tahmo zu, während beide über die Tanzfläche tanzten. Und ja, wundervoll war es, sehr wundervoll sogar.
Tahmo lachte laut sowie vergnügt, er legte sich richtig ins Zeug was das Tanzen betraff und... wurde immer besser darin. "Ja, es macht echt spaß!" Antwortete der Blondschopf vergnügt.

Lyrien lies sich während des Tanzes immer mehr fallen, während Tahmo gleichzeitig anfing immer mehr die Tanzrichtung zu bestimmen. Er merkte es am Anfang selbst nicht, das Lyrien dorthin tanzte wohin er tanzte und als er das bemerkte, stieg in ihm ein seltsames Gefühl von Vertrauen hoch. Sie lies sich von ihm führen und machte dabei so einen gutgelaunten und fröhlichen Eindruck. Einen kurzen Moment verfiel er darin ihre Haare zu beobachten, wie sie beim Tanzen durch die Luft wirbelten. Er meinte zu glauben genau fühlen zu können wie die Luft durch Lyriens Haare strich, so als würde er es selbst tun. Doch ehe er diesen Gedanken zuende führte, brach die Musik ab. Das Lied hatte anscheinend geendet und die Kobolde fingen an sich nun einer nach dem Anderen eine Pause zu gönnen. Auch Tahmo hielt inne mit dem Tanzen und lächelte Lyrien an. Er war nun nicht mehr so ausser Atem wie vorhin, dennoch war ihm warm. Was aber sicherlich an etwas anderem liegen konnte. Er schwitzte ein Wenig und man sah ihm an das der Tanz ihm recht viel spaß gemacht hatte.
"Schade das es schon vorbei ist," meinte er "Aber war toll." Er nahm seine Hände wieder von Lyrien und rieb sich dann seinen blonden Hinterkopf. "Wollen wir uns wieder hinsetzen?"

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Januar 2010, 11:53

Das war ein Spaß! Und Tahmo lernte von sich aus, die Rolle des Tänzers zu übernehmen. Üblicherweise führte der Mann ja seine Partnerin über die Tanzfläche. Lyrien freute es, diese Verantwortung - so winzig sie auch war- abgeben zu können. Sie ließ sich ganz und gar auf Tahmo ein, folgte seinen Schritten und bewegte sich, wie er es wünschte. Sie gab sich einer Weile nur dem Tanz und der Musik hin - bis diese endete.
Die Musiker legten eine Pause ein. Viele der Kobolde sprangen sofort Richtung Nektarfässchen, um ihre Kehlen zu befeuchten und über das Fest zu plaudern. Auch Tahmo schlug vor, sich ein wenig auszuruhen. Lyrien nickte. "Du hast Recht. Ohne Musik lässt es sich sowieso sehr schlecht weiter tanzen." Erneut hakte sie sich bei ihm ein und die beiden gingen zum Rand der Tanzfläche. Dort, auf einem der Sitze, lagen noch immer Tahmos Sachen. Hier konnte er sich sicher fühlen. Die Kobolde stibitzten nichts und wenn doch, so gaben sie es immer wieder zurück. Sie mochten kleine Chaoten sein, die sich gern mal einen Scherz erlaubten, aber sie waren keine Diebe! Untereinander jedenfalls nicht und da Lyrien und Tahmo ihre Größe besaßen, wurden sie als vollwertige Koboldgäste akzeptiert.

Lyrien ließ sich auf einigen zusammengrollten Taschentüchern nieder. Sie waren zu einer wundervoll weichen Sitzecke umfunktioniert. Und keines der Taschentücher schien ein gebrauchtes zu sein. Welch Glück für die Heilerin. Sie betrachtete Tahmo, wischte sich dann über die Stirn. Auch Lyrien war beim Tanzen sehr warm geworden.
"Wenn die Kobolde meinen, Magie bei dir zu erkennen, dann können sie vielleicht auch herausfinden, um welche Magieart es sich handelt", begann sie schließlich ein erneutes Gespräch. Es faszinierte sie, dass auch Tahmo zaubern können sollte und sie wollte ihm helfen, seine Fähigkeit zu erlernen. Magie sollte niemals verkümmern müssen, wenn man sie beherrschte.
"Hast du schon eine Idee, welche Magieart hinter deiner Kraft stecken könnte? Oder willst du dich einfach auf eine bestimmte festlegen, die du lernen magst?"
Ein Kobold, der auch auf einem kleinen Berg aus Stofftaschentüchern hockte, hatte Lyriens Fragerei mitbekommen. "Wenn er bei uns lernen will, geht nur die Schelmenmagie", beharrte er. "Für mehr müsste er sich eine Wühlmaus oder ein Meerschweinchen schnappen und nach Zyranus gehen."
Lyrien starrte den Kobold an. Sie wusste, wo Zyranus lag, wenngleich sie selbst niemals dort gewesen war. "Die Stadt der Magier? Ist die nicht furchtbar weit weg von ... hier? Wo genau liegt Urks eigentlich?"
"Na unter der Erde", lachte der Kobold, dann zeigte er zur Decke. "Und drüber ist die Stille Ebene, aber wir sind tausend mal lauter." Ein seltsamer Kommentar. "Zyranus ist übrigens nicht weit - wenn man magische Wühlmäuse oder Meerschweinchen beutzt, jo, so ist das!"
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Sonntag 24. Januar 2010, 18:30

"Wenn die Kobolde meinen, Magie bei dir zu erkennen, dann können sie vielleicht auch herausfinden, um welche Magieart es sich handelt" begann Lyrien ein erneutes Gespräch, während sich Tahmo zu ihr auf die Taschentuch-Sitzecke setzte. Die Tücher waren wirklich erstaunlich bequem, was aber wohl daran lag das er nun bei seiner momentanen größe sich fast komplett in zwei oder drei ganze Taschentücher hätte wickeln können. "Hast du schon eine Idee, welche Magieart hinter deiner Kraft stecken könnte? Oder willst du dich einfach auf eine bestimmte festlegen, die du lernen magst?" Hakte Lyrien nach, während Tahmo es sich gemütlich machte. "Ich... weis nicht. Also... so genau habe ich da noch nich drüber nachgedacht. Hm... Ich mein... is es denn wirklich klar das ich zaubern kann? Was wenn die sich nur nen Scherz erlauben? Oder... also... naja obwohl, eigentlich hatte ich ja diesen komischen Traum mit dem Wind und alldas." Der junge Blondschopf kratzte sich nachdenklich an seinem Hinterkopf und atmete tief durch. Solangsam wurde ihm immer mehr klar was das bedeuten würde, wenn er nun wirklich zaubern konnte.
Aber ehe Tahmo weiter darüber nachdenken konnte, schaltete sich frech ein kleiner Kobold in das Gespräch ein. Er hockte auf einem Stoffhaufen, nicht unweit von Tahmo und Lyrien und hatte das Gespräch wohl zufällig belauscht: "Wenn er bei uns lernen will, geht nur die Schelmenmagie", beharrte er. "Für mehr müsste er sich eine Wühlmaus oder ein Meerschweinchen schnappen und nach Zyranus gehen." Tahmos Kopf drehte sich inrichtung des Kobolds.

"Die Stadt der Magier? Ist die nicht furchtbar weit weg von ... hier? Wo genau liegt Urks eigentlich?" Hörte er Lyrien sagen, welche nun ebenfalls zu dem Kobold starrte. Aus der verwunderrung in Lyriens Stimme herraus, schätzte Tahmo einfach mal das diese Stadt Zyranus enorm weit weg sein musste. Wahrscheinlich weiter weg als der Horizont.
"Na unter der Erde", erwiederte der Kobold lachend, dann zeigte er zur Decke. "Und drüber ist die Stille Ebene, aber wir sind tausend mal lauter. Zyranus ist übrigens nicht weit - wenn man magische Wühlmäuse oder Meerschweinchen beutzt, jo, so ist das!"
Tahmo blinzelte "magische Meerschweinchen?" verwundert guckte er den Kobold an, ehe sein Blick fragend zu Lyrien glitt. "Also... kann ich nun zaubern? Und, was ist denn nun dieses Zyranus und vor allem wo ist das?" Er seufzte, das war wirklich viel Information auf einmal. Die Gedanken kreisten wieder, er konnte also wohl wahrscheinlich zaubern. Musste aber mit magischen Meerschweinchen in eine Stadt von der er noch nie gehört hat? Das alles klang ziemlich fantastisch und ein wenig, seltsam in seinen Ohren. Aber, er hatte ja schon die letzten Tage dinge gesehen von denen er nie gedacht hatte das es sie wirklich gibt. Dennoch, wollte er noch ein letztes versuchen. "Also... wenn ich nun zaubern kann, dann... kannst du mir das doch auch beibringen, oder Lyrien?" Fragend guckte er die Heilerrin an, es schien ganz so als hätte Tahmo recht viel vertrauen auf die kurze Zeit hin zu ihr gefasst. Es stimmte wohl, wenn man gemeinsam Dinge durchstand dann wuchs man zusammen und fing an sich zu vertrauen.

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Dienstag 26. Januar 2010, 17:45

Tahmo schien sich noch nicht ganz sicher. Offenbar verarbeitete immer noch den Gedanken, dass sein Leben von nun an auch durch Magie geprägt sein könnte. Er musste sie ja nicht lernen. Lyrien musterte ihn aufmerksam. Wenn Tahmo die Magie einfach ignorierte, würde sie sich in manchen Situationen vielleicht noch ein paar Mal äußern. Seltsame Dinge würden geschehen, die sich auch nicht kontrollieren ließen. Schlussendlich würde seine magische Kraft aber verkümmern und verschwinden, bis sie durch nichts mehr hervor gelockt werden konnte.
"Wenn es dir zu viel ist mit Zauberei, kannst du sie auch einfach auf sich beruhen lassen und ein normales Leben führen." Lyrien schaute sich um. Sie beide hockten auf einem mehrfach gefaltenen Taschentuch, das zum Sofa umfunktioniert worden war. Sie beide besaßen die Größe von Handpuppen und sie hatten in einem Kreis aus Wühlmäusen geschlafen. "Naja, ein Leben ohne Magie eben", fügte sie dann an. Das, was sie jetzt erlebten, war alles andere als normal. Aber sie empfand es auch als aufregend. Seit sie mit Yann reiste und neue Freunde hatte kennen lernen dürfen, war ihr Leben ohnehin vollkommen anders geworden.
Langsam lehnte sie sich zurück. "Ich glaube nicht, dass die Kobolde scherzen. Nicht bei sowas. Und ich bin froh, meine Magie zu haben." Die Heilerin konnte auf diese Weise noch mehr Menschen besser helfen. Ihr stand Licht zur Verfügung, mit dem sie Wunden schließen konnte. Sicher, Lyrien war keine vollauf ausgebildete Lichtmagierin aus der Universität von Zyranus und sie hatte sich auch nicht die großen, komplizierten Heilkenntnisse der Elfen aneignen können, aber sie zählte als passable Heilkundige und hatte sich ihren Lebensunterhalt immer verdienen können, ohne von der Hand in den Mund leben zu müssen.

"Wenn man zaubern kann, geht vieles leichter", schloss sie, als Tahmo auch schon nach magischen Meerschweinchen fragte. Ja, die machten wohl auch einiges leichter. Das Reisen, an erster Stelle. Man konnte es sich auf ihren Rücken bequem machen und die Glieder ausstrecken, während die quiekenden Pelztierchen einen zum Zielort brachten. Trotzdem konnte sich nicht einmal Lyrien vorstellen, wie ein Meerschweinchen die weite Strecke von hier bis nach Zyranus zurücklegen konnte, ohne Monate zu brauchen.
"Zyranus liegt weit im Westen. Kennst du den Wald Neldoreth, Tahmo? Die weite Waldfläche, wenn man vom Drachengebirge aus nach Westen schaut. Dahinter, so hat es immer einer der Elfen aus Eldar erzählt, erstreckt sich eine gigantische Wiesenfläche, fast so wie die Stille Ebene. Nur eben doch anders. Dort sollen nicht nur Gräser wachsen, sondern vor allem jede Menge Blumen, Kräuter und kleine Haine, in denen man sich in den Schatten legen kann. Und irgendwo mitten in dieser Idylle steht eine Stadt für Magier, Hexen und Zauberer. Sie wohnen dort gemeinsam und zaubern den ganzen Tag. Sogar beim Kochen, stell dir das mal vor!"
Der Kobold, der bei ihnen saß, gluckste. "Ach, die Zauberer sind alle eingebildet und Koboldspäße mögen sie nicht. Sind sich alle zu fein für einen ordentlichen Furzzauber und zu spießig, um sich mit Schweinen ein Rennen zu liefern, haha! He, wenn ihr dorthin reisen wollt, könnt ihr mir ja Bescheid sagen." Er sprang auf. Die Musik setzte wieder ein und offensichtlich wollte der Kobold noch einmal das Tanzbein schwingen. "Ich besorge die Meerschweinchen und so weiter. Dann helft ihr mir bei einer kleinen Albernheit und wir sind im Geschäft. Dann nehme ich euch auch mit, jo jo jo!" Er tanzte munter auf und ab, als eine Schar Kobolde ihn zu sich winkte und er jauchzend auf die Tanzfläche eilte.

"Also ... wenn ich nun zaubern kann, dann ... kannst du mir das doch auch beibringen, oder Lyrien?" Die Heilerin wandte den Blick vom davon huschenden Kobold fort. Er hatte ihnen nicht einmal seinen Namen genannt und jetzt tanzte er wild. Sie blickte Tahmo an, zuckte mit den Schultern. "Nur, wenn du Lichtmagie kannst und wenn ich eine gute Lehrerin bin. Ich habe mich noch nie darin probiert, Magie beizubringen. Aber bis auf ein wenig Heilzauberei beherrsche ich nicht viel." Sie spielte mit dem Saum ihres Kleides. "Zyranus wäre der ideale Ort, um zaubern zu lernen. Aber ob man da einfach hingehen kann und was beigebracht bekommt? Das kostet bestimmt einige Füchse ... vielleicht sogar Lysanthemer. Solange du sowieso noch nicht weißt, welche Magie du lernen oder deine Fähigkeiten darauf aufbauen willst, kann ich dir nicht helfen. Ich würd's aber tun, wenn es dir hilft", fügte sie rasch an. Erneut huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. "Freunde helfen sich schließlich."
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Samstag 30. Januar 2010, 16:30

Tahmo lächelte ebenfalls bei Lyriens letzten Satz. Dann lehnte er sich in den Taschentuchhaufen um genaustens über die Sache nachzudenken. Magie war wohl wirklich etwas kostbares und einzigartiges und wenn man Fähig dazu war, das nötige Talent dazu hatte, sollte man sie dann nicht erlenen? Seine Magie würde verkümmern wenn er das nicht forderte. Es war wohl wie mit allen Dingen, wenn man etwas nicht übte konnte man es nicht und verlohr irgendwann die Fertigkeit dazu. Lyrien war froh ihre Magie zu besitzen, dass sagte sie selbst also musste es viele Vorteile bringen. Aber gab es auch Nachteile? Alles hatte doch immer irgendeinen Nachteil. Tahmo "hmte" nachdenklich während er seine Arme vor seiner Brust verkreuzte und einen Grübelnden Blick auf irgendeinen Punkt am Boden warf. Damals im Fischerdorf war er ein Außenseiter gewesen, jemand mit dem nie wer was zu tun haben wollte. Er hatte nie verstanden warum, er sah aus wie ein normaler Junge, oder inzwischen, wie ein normaler Junger Mann. Gut, viele schätzten ihn als jünger ein als er in wirklichkeit war. Aber deshalb war er nicht so ausgeschlossen worden. "Die Leute..." fing er den Satz an "hattn mich damals im Fischerdorf immer ausgeschlossn weil sie mich komisch fanden. Wenn ich fragte warum, habn sie mir nie richtig geantwortet. Vielleich... haben sie es irgnwie gemerkt das ich zaubern kann, das was an mir anders war als bei ihnen? Vielleich konntn sies aber nicht erklären warum und warn deshalb so misstrauisch. Ich denke, der Kobold, du, habn Recht. Ich bin wohl Magie begabt ja und irgendwie freu ich mich nun immer mehr darüber. Ich weis nun warum mir alle ausm Weg gingn und warum ich immer Alleine war. Also... wärs dumm wenn ich nun keine Magie lernen würde oder? Dann wär ja alles irgnwie umsonst gewesen, dann wär ich ganz umsonst immer ein Außenseiter gewesn also... darf ich das nu nich einfach so.. sein lassn."
Tahmo nickte und guckte letztendlich zu Lyrien. Sein Blick hatte etwas unergründlich nachdenkliches, so als würde er sich soeben mit den größten Sorgen Celcias herumschlagen. Soviel wie eben hatte er wohl zudem noch nie mit einem Menschen geredet und auch noch nie mit Lyrien. Und auch wenn es die Heilerin nur ahnen konnte, zeugte das wohl von ziemlichen Vertrauen wenn ein sonst so ruhiger Kerl wie Tahmo soviele Worte, Worte die ihn selber zum nachdenken brachten, wechselte.

Der junge Blondschopf zog seine Füße an, um sein Kinn auf die Knie zu legen. "Wenn ich nun zaubern kann... dann... was kann ich dann Zaubern? Da gibts doch mehrere Sachen oder wie ist das? Yann kann andere Dinge als du oder die Kobolde. Wäre es möglich..." Er dachte an seinen Traum, "das ich Wind... zaubern kann?" Er guckte Lyrien weiterhin an, seine Augen wanderten ein wenig er schien wohl ihre Gesichtszüge zu mustern. "Vielleicht sollten wir nach Zyranus... oder was meinst du?"

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Montag 1. Februar 2010, 02:46

Lyrien musterte Tahmo einen Moment. Er wirkte nachdenklich, verträumt. Sie musste schmunzeln. Wie immer. Es kam ihr für einen Moment so vor, als kannte sie Tahmo schon sehr lange Zeit. Dann, so musste sie sich eingestehen, bemerkte sie, wie fremd sie sich gegenseitig doch noch waren. Gut, sie hatten einiges durchgestanden, was sicherlich auch ihre Freundschaft gefestigt hatte, aber viel wusste sie von dem blonden jungen Mann neben ihr im Grunde nicht.
Sie sollte mehr erfahren, denn Tahmo geriet für seine Verhältnisse in einen wahren Redefluss. Vermutlich hätte er stilschweigend über seine eigene Geschichte gegrübelt, wenn die Heilerin nicht an seiner Seite gesessen hätte. Nun konnte er seine Gedanken, Sorgen und Gefühle mit jemandem teilen. Lyrien fühlte sich geschmeichelt, dass er ihr so viel anvertraute. Denn es handelte sich auch nicht unbedingt um Tatsachen, die man gerne preisgab. Tahmo musste eine harte Kindheit gehabt haben.
Lyriens Lächeln schwand. Beinahe traurig blickte sie ihm entgegen, als er erzählte. "Ich kenne das Fischerdorf", sagte sie schließlich und richtete sich etwas auf. Sie streckte den Rücken durch. Bei Lysanthor, was hatten die beiden doch viel getanzt! "Ich bin schonmal dort gewesen, zusammen mit Yann und Miriel und ... also, mit Freunden. Vielleicht warst du auch im Dorf, ohne dass ich dich bemerkt habe. Damals sind die Drachen auf Celcia wieder erwacht und einer war über die Stille Ebene geflogen. Er hatte einen Kristall fallen lassen. Das war Yanns Schelmenkristall! Seitdem hat er ihn, wir waren damals auf der Suche nach den magischen Kristallen, um das Übel der pechschwarzen Wolken zu vereiteln, die das östliche Celcia heimgesucht hatten." Sie atmete tief durch. Das war wirklich ein Abenteuer gewesen, aber auch nicht nur aufregend und lustig. Yann hatte seinen ersten richtigen und besten Freund verloren, den Zwerg Pecew. Er würde dem Schelm sicherlich ewig in Erinnerung bleiben.

Lyrien schwieg einen Moment. Dann erinnerte sie sich, was sie im Grunde hatte erzählen wollen, also setzte sie noch einmal wiederholend an: "Ich kenne das Fischerdorf. Die Leute waren freundlich zu uns, aber ... nun ... ein wenig dörfisch eben. Sie haben nicht viel von Celcia gesehen und wirkten dadurch etwas engstirnig. Über unsere magischen Fähigkeiten haben einige auch nur den Kopf geschüttelt oder sich gar in ihre Häuser zurückgezogen." Lyrien faltete die Hände im Schoß. Sie schaute auf einen entfernten Punkt an der Höhlenwand. "Manche Menschen fürchten sich vor dieser Fremdartigkeit und verurteilen sie vorschnell. Eben weil es ihnen Angst macht und ungewohnt ist. Ich glaube nicht, dass die Fischer deines Dorfes dich zum Außenseiter machen wollten. Sie ... konnten nur mit deiner Art nicht viel anfangen. Vermutlich haben sie eher gespürt, dass du Magie wirken könntest als du selbst." Die ruhigen Augen der Heilerin wanderten zurück zu Tahmo. Erneut musterte sie ihn. "Wenn wir Gelegenheit finden, können wir ja ins Fischerdorf gehen und alle darüber aufklären, dass sie sich vor dir nicht fürchten brauchen. Eines Tages könntest du ein großer Magier werden ... ihnen vielleicht sogar helfen."
"Ja, sagt ihnen das, aber nicht jetzt!" Ein anderer Kobold war bei ihnen aufgetaucht. Sie schienen jedes Gespräch ihrer Gäste zu belauschen und sich stets einmischen zu wollen, wenn sie glaubten, einen Kommentar abgeben zu müssen. Der Kobold zeigte zur Decke. "Im Fischerdorf geht's drunter und drüber! Die Orks halten alle auf Trab und futtern den Leuten sogar die Haare vom Kopf. Hab einem neulich daraufhin die Rüstung vom Leib gezaubert. Der hat vielleicht geguckt, hahaha!" Lachend kullerte der Kobold nach hinten und fiel von seinem Platz. Schon war er wieder verschwunden. Lyrien starrte auf die Stelle, an der er gesessen hatte. Das Fischerdorf war auch Opfer eines Angriffs geworden, allerdings keine Untoten, sondern Orks?

"Wir müssen nach Zyranus", sagte sie eingehend. "Welche Magieart auch immer in dir schlummert, Tahmo, du musst sie wecken und dann zurückkehren und deinem Heimatdorf helfen. Wir müssen einfach etwas unternehmen, auch wenn die Leute dich schlecht behandelt haben." Sie griff nach Tahmos Händen und drückte sie, um ihre Worte zu unterstreichen. Für Lyrien als Heilerin war es gewissermaßen eine Pflicht, zu helfen, wo Hilfe benötigt wurde.
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Mittwoch 3. Februar 2010, 20:14

Das Fischerdorf? Angegriffen? Wer würde das Fischerdorf angreifen, vor allem, warum? Es war doch nur ein kleines Dörflein mit einigen wenigen Hütten die sich entlang des Flusses schmiegten. Ein kleines Wasserrad um das Korn der wenigen Felder zu mahlen, einige Koppeln für Pferde und dann die morschen Holzboote der Fischer. Keinerlei Mauern, Türme oder Soldaten wie Tahmo es in Pelgar gesehen hatte. Wiso sollte nun jemand dieses Dorf angreifen und ... seine Bewohner töten?

Tahmo wurde bleich im Gesicht, die Welt um sich herum fing an sich ein wenig zu drehen. Lyrien nahm seine verschwitzte Hand in ihre, während er die Worte der Heilerrin nun gar nicht wirklich hörte. Er war geschockt! Soviel ging ihm durch den Kopf. Wenn er nicht geflohen wäre, dann könnte er nun tot sein. Der Gedanke daran das sein Leben ruhig weitergelaufen wäre, wenn er daheim geblieben wäre, zerstreute sich in diesem Augenblick. Das Unglück und der Krieg hätten ihn so oder so wohl eingeholt. War das sein Schicksal? Was hatten sich die Götter dabei nur gedacht? Und dann auch noch Orks, Tahmo kannte sie aus erzählungen. Schreckliche, blutrünstige Kreaturen die genauso stark wie graußam im Kampfe waren. Wesen von denen man erzählte sie seien nur aus einem Grund geschaffen worden: Zum töten. Dem jungen Blondschopf lief ein kalter Schauer über den Rücken. Zwar hatte er die Leute nicht gemocht aber nun... fülte er Trauer in sich, große Trauer und zugleich Sorge. Was war mit seinen Eltern? Lebten sie noch?
"Lyrien?" Sprach er mit belegter Stimme. "Sollte ich mich nich freun das es denen nun genauso schlecht geht wie es mir immer ging?" Er atmete durch, war er doch kurz davor vor Lyrien in Tränen auszubrechen. "Aber irgendwie... bin ich traurig, ich hab Angst um... meine Eltern un... alle andren dort. Das habn die nich verdient oder?"
Es war ersichtlich das sich Tahmo nun nicht ganz sicher schien, ob er sich darüber nun freuen sollte oder nicht. Um so besser wohl das Lyrien, eine Heilerrin nun neben ihm saß und kein grobschlächtiger Kämpfer der ihm nur sagte das die Leute im Fischerdorf nun ihr gerechte Strafe für ihr benehmen Tahmo gegenüber erhielten. Er atmete tief durch und wischte sich dann hastig über die Augen, während er versuchte den Druck in seinem Kopf zu ignorieren und den Schock hinunter zu würgen. "Lass... nach Zyranus gehn. Vielleicht... kann ich den Leutn dann helfn wenn ich zaubern kann. Vielleich zeig ich denn dann das sie mich mögn können... aber ersmal will ich mich wo hinlegn... mir is schlecht."

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Freitag 5. Februar 2010, 18:43

Tahmos Finger und Handinnenfläche waren feuch von Schweiß, als Lyrien sie ergriff. Er selbst sah auch nicht sonderlich gut aus. Ganz bleich war er plötzlich. Jegliche Farbe hatte sein Gesicht verloren, aber Lyrien konnte es verstehen. Welch Schock musste es für Tahmo sein, erfahren zu müssen, dass das Fischerdorf angegriffen worden war? Seine Heimat. Ob er noch Verwandte hatte? Mutter und Vater vielleicht.
Tahmo bestätigte es kurzerhand und wie aus weiter Ferne schien er zu sprechen. All die Menschen, all die Fischer, mussten ihn damals sehr schlecht behandelt haben, wenn er sich überhaupt wunderte, dass er sich eigentlich nun freuen müsste. Jemanden, dem kein solches Schicksal widerfahren war, käme gar nicht in den Sinn, sich diese Frage zu stellen. "Niemand hat das verdient, Tahmo", sagte Lyrien und tätschelte seine Hand. "Wir müssen ihnen und deinen Eltern helfen, das steht fest. Du bist diesem Angriff auf das Fischerdorf entkommen, vielleicht deshalb. Damit du hilfst." Lyrien blieb ganz ruhig. Als Heilerin hatte sie gelernt ihre eigene Panik möglichst zu unterdrücken, um anderen nicht den Mut zu nehmen. Auch sie war erschreckt, dass man das Fischerdorf attackiert hatte. Dort gab es nichts zu holen ... andererseits ... es lag vor Pelgar. Vielleicht befand es sich nur im Weg.
Sie schaute zu Seite. Schrecklich, wenn das der einzige Grund ist, um Menschenleben zu nehmen.

"Lass... nach Zyranus gehn. Vielleicht... kann ich den Leutn dann helfn wenn ich zaubern kann. Vielleich zeig ich denn dann das sie mich mögn können... aber ersmal will ich mich wo hinlegn... mir is schlecht." "Wir gehen nach Zyranus und zwar so schnell wie möglich." Aber Lyrien sah auch sofort ein, dass es für Tahmo gesünder war, sich einen Moment lang auszuruhen. So winkte sie mehreren Kobolden zu und fragte nach, wo sich Tahmo eine Weile hinlegen könnte.
Die Kobolde zeigten sich mehr als gastfreundschaftlich. Sie zupften und zogen an Tahmo und Lyrien, damit diese ihnen folgten, und brachten sie zu zwei großen und ziemlich breiten Lederstiefel. Einer besaß eine Tür, in den anderen hatte man ein winziges Guckloch als Fenster hinein geschnitten. Das Leder glänzte und die Sohlen waren frei von Unrat. Der "Haus"-Besitzer pflegte sein Heim.
"Das Stiefelhaus steht leer, seit Willi Wunderlich von Wichtelhops nach Süden gegangen ist. Er hat was davon gesagt, dass wir es bewohnen können, aber keiner wollte ihm seine Hütte wegnehmen. Das könnt ihr jetzt machen", kicherte einer der Kobolde. Er zog die Ledertür auf und zeigte ins Innere. Dort befand sich eine Art rustikale Einrichtung aus kleinen Möbeln. Sie waren geschnitzt, stammten aber mit ziemlicher Sicherheit nicht aus Koboldhand. Viel eher schauten sie wie das Produkt eines Amateur-Schnitzers aus, der jemandem Möbel für ein Puppenhaus hatte anfertigen wollen. Aber wenigstens gab es kleine Stühle, einen Tisch und ein Einzelbett. Hinten an der Ferse des Stiefels stand ein Fingerhut mit Wasser, als kleiner Notvorrat.

Lyrien zog Tahmo mit sich und führte ihn zum Puppenbett. Es war ordentlich ausgepolstert und zwei kleine Kissen lagen an einem Ende. "Schlaf. Ruh dich aus und mach dir nicht allzu viele Sorgen. Wir können im Moment ohnehin nicht viel tun, also sammle lieber deine Kräfte. Sobald du aufwachst, müssen wir Yann Bescheid geben und dann nach Zyranus reisen."
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Samstag 6. Februar 2010, 01:45

Ein schwerer Geruch von Leder lag in der Luft im inneren des Stiefelhauses. Dazu gesellte sich der Duft von Kräutern die hier und dort noch von der ledrigen Decke hingen. Der Boden war ziemlich weich hier, was wohl an der gut gepolsterten Schuhsohle lag welche diesen auskleidete. Tahmo lies sich wiederstandslos von Lyrien zu dem Bett führen. In seiner eigentlichen Größe hätte er niemals dort hinein gepasst, war es wohl eigentlich wie alle anderen Möbel hier, wohl für Puppen ausgelegt. In Koboldsgröße fand der Junge Blondschopf jedoch mit leichtigkeit Platz. Ja, Tahmo war müde. Ziemlich müde sogar, er sehnte sich richtig nach einem Bett. Ob dieses wohl weich war? "Schlaf. Ruh dich aus und mach dir nicht allzu viele Sorgen. Wir können im Moment ohnehin nicht viel tun, also sammle lieber deine Kräfte. Sobald du aufwachst, müssen wir Yann Bescheid geben und dann nach Zyranus reisen." erklang Lyriens sanfte Stimme neben ihm. Er nickte daraufhin nur, nach einer Runde Schlaf würde die Welt sicherlich wieder ganz anders aussehen.

Tahmo legte seine Sachen, die er zum Glück vom Festplatz mitgenommen hatte, auf einen kleinen, leicht schiefen Holzschemel der dort neben dem Bett stand, ab. Ehe er sich selber auf die Kante des wirklich erstaunlich weichen Bettes setzte. Die Kobolde mussten die Matratze wohl mit irgendetwas weichem gefüllt haben, jedenfalls piekte es nicht so wie die Strohbetten die Tahmo sonst kannte. Er würde sicherlich sehr gut schlafen können. Tahmo guckte kurz zu Lyrien, welche wohl immer noch da stand. Leichte Befangenheit packte ihn. Er striff hastig seine Stiefel aus, ehe er sich sein Hemd über den Kopf zog und dieses zu den anderen Sachen legte. Man sah wohl nun das Tahmo einen recht schlanken Körperbau besaß, oder zumindest nicht wirklich breitschultrig war. Im Gegenteil war er eher flink und beweglich gebaut, dennoch sah man einige, leichte Muskelansätze an seinem Oberkörper. Gerade an den Armen. Tahmo war kein muskelbepackter Krieger, aber anscheinend auch nicht wirklich allzu schwächlich. Allein an seinen Seiten sah man die Rippen ein wenig unter seiner Haut hindurchstechen. Sein dunkelblaue Hose schien Tahmo wohl als einziges Kleidungsstück anlassen zu wollen, obwohl er darunter Untergewandung trug, jedoch war er wohl zu Befangen um die Hose vor Lyrien abzulegen. So lies er sich nach hinten aufs Bett fallen und rollte sich dabei über seinen Rücken hinweg ab um der Länge nach liegen zu bleiben. Er schnappte sich die Decke, welche aus einem wollartigen Stoff bestand und kroch darunter sodass allein sein blonder Haarschopf herraus guckte. Müde gähnend schloss er nach einem kurzen "Gute nacht Lyrien" die Augen und versank ins Reich der Träume.

...Ein kleines Dorf, gebetet in einer saftig grünen Ebene mit sanften Hügeln und wiegendem Gras. Eine harmonische Stille die allein von der Schreien der Bewohner durchbrochen wird. Panisch rennen Leute durch die schmalen Gassen und über die schmutzigen Wege des Dorfes während sich hinter ihnen eine gnadenlose Welle aus blutrünstigen, furchteinflösenden und bis an die Zähne bewaffneten Kreaturen ergiest. Der Himmel verdunkelt sich und blitze züngeln wütend mit peitschender Gewallt auf das Schlachtfeld hinab.
schreiende Menschen, wandelnde Leichen und grauenhafte Monstren schlachten sich gegenseitig in einem Bad aus Blut ab während über allem ein riesiger Knochendrache kreist der wahllos auf hilflose Opfer hinab stürtzt um diese mit seinen Krallen zu zwerfetzen. Bis, ja bis ein blaues Licht die Szenerie wie ein Schwerthieb zweiteilt und eine Gestallt, gehüllt in eine Kaputzenrobe und bewaffnet mit einem Stab ausspuckt. Der Mann stellt sich mutig inmitten des getümmels und fängt an einige seltsame Tanzeinlagen aufzuführen. Bewegungen die so wirken als würde er an einem Sommernachmittag auf einem kleinen Hügel an einem See den Blättern im Wind nachjagen und in kindlichem Eifer ein Wettrennen mit diesen veranstallten. Wind kommt auf, wird immer stärker und schneidender. Der Mann murmelt Worte, mächtig und wichtig klingende Worte. Immer mehr Untote und Monster werden aus dem Dorf gepustet. Bis... denn Mann selbst eine Windböe packt und ihn emporschleudert, genau auf das weitaufgerrissene Maul des Knochendrachens hinzu. Mit leichtigkeit bohren sich die scharfen Zähne in die Brust des Mannes und....


Ahhhhhh! Tahmo fährt aus seinem Schlaf hoch um sich senkrecht im Bett aufzusetzen. Sein Herz rast während er völlig verschwitzt ist. Er keucht erledigt, sogar sein Atem geht schneller. Stockdunkel war es hier, wo war er überhaupt? Der Geruch von Leder stieg ihm in die Nase und er konnte sich wieder Orientieren. Die Stiefel, ja genau, hier war er.
"Puh nurn dummer Traum." Murmelte Tahmo leise und wischt sich den Schweiß von der Stirn, ehe er sich wieder zurück ins Bett lag. Hoffentlich hatte er Lyrien nun nicht geweckt, wo war die überhaupt? Er war einfach eingeschlafen, hatte Lyrien auch eine schlafmöglichkeit gefunden? Schweigend lauschte Tahmo eine Weile in die Dunkelheit, um zu überprüfen ob er Lyrien hörte oder sie sogar geweckt hatte, während er dabei langsam wieder einschlief, um nun deutlich ruhiger von rauschenden Koboldfesten, reich gedeckten Tischen mit Essen und entspannten Tänzen mit Lyrien zu träumen.

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 10. Februar 2010, 09:36

Lyrien stand am Bett. Sie wollte eigentlich warten, bis Tahmo eingeschlafen war. Es tat gut zu wissen, dass noch jemand da war, wenn man selbst Ruhe brauchte. Jemand, der aufpasste. Lyrien wollte Tahmo dieses Gefühl geben, denn er sah doch allzu blass um die Nase herum aus. Trotzdem bemerkte sie plötzlich seine etwas zögerliche Art, auch nur das Hemd auszuziehen. Sie verstand und drehte sich höflich um. Ihr Blick schweifte über das Innere des Schuhes. Wer auch immer ihn zum Haus umfunktioniert hatte, wollte es sehr gemütlich haben. Alles fand seinen Platz. Kleine Streichhölzer waren als Deckenbalken angelegt worden, damit man Kräuter und andere Dinge an ihnen aufhängen konnte. Das obere Ende des Schuhs war fest verschnürt worden. Das interessierte Lyrien doch sehr, denn der Eigentümer dieses Heims würde kaum mit Regen rechnen müssen unter der Erde. Vielleicht mit Dreckskrümeln ... den ganzen Tag fegen wollte ich auch nicht. Sie lenkte sich ab und gab Tahmo so nicht nur Gelegenheit, sich weiterhin auszuziehen - sie konnte ja nicht ahnen, dass er trotzdem die Hose anbehielt - sondern auch noch, um ins Reich der Träume abzudriften.

Manthala, Herrin von Nebel, Nacht und Schlaf, meinte es nicht gut mit Tahmo. Erholt würde er sicher nicht aufwachen, bei den Träumen, die sie ihm schickte. Sein Dorf, seine Heimat. Er verarbeitete die Worte des Koboldes, die dieser so beiläufig erwähnt hatte. Tahmo sponn sich im Schlaf weitere Schrecken hinzu. Er schuf sich einen Albtraum.
Doch mitten in dieser finsteren Welt, in der alles doch so real erscheint, schenkt ihm Manthala einen Lichtblick, einen kleinen Hoffnungsschimmer. Eine Heldengestalt, wie man sie sonst nur aus Sagen und Legenden kennt, zerreißt das Dunkel des Albtraumes. Die Schrecken teilen sich, der Himmel bricht auf und aus zuckenden Blitzen wird ein warmes Licht, beruhigend und weich. Vielleicht ist es auch Lysanthor, der diesen Helden in Tahmos Träume schickt. Vielleicht hat er sich kurzfristig mit seiner jüngeren Schwester versöhnt. Vielleicht wünschen sich beide, dass Tahmo neben Schrecken auch Hoffnung erlebt. So viele Vielleichts. Doch der Held ist da und er ist mächtig. Er tut seine Pflicht, wie es jedem Helden zustehen muss. Das ist ihre Aufgabe. Er ist tapfer, erhaben und stark. Er ... ist tot.

Lyrien riss den Kopf herum. Schon war sie auf den Beinen, den umkippenden Stuhl missachtend. Den kann man jederzeit wieder aufheben. "Tahmo!" Sie war mit zwei ausladenden Schritten beim Bett. Natürlich war ihm nichts passiert. Er hatte geschlafen, sicher geträumt. Die ganze Zeit über war er ruhig gewesen und hatte sich erholt.
Doch dann war plötzlich dieser Schrei gekommen. Albträume mussten ihn heimgesucht haben und die konnten erschreckender sein als jede Gefahr, derer man sich bei vollem Bewusstsein stellen kann. Tahmo war nun auch wieder wach. Er hockte aufrecht im Bett, kerzengerade gar. Schweiß stand ihm auf der Stirn und seine Blässe hatt sich nur wenig gelegt.
Lyrien tauchte mit mit einer magischen Lichtkugel, nicht größer als ein Spatz und über ihrer Hand schwebend, beim Bett auf. Heilerinnen boten immer einen Lichtfunken in völliger Dunkelheit und im Stiefel war es dunkel. Außerdem drangen keine Laute eines Festes mehr herein. Die Kobolde hatten das Feiern beendet. Auch sie mussten einmal schlafen. Es war ruhig in Urks.
Lyrien sprach ihn leise und beruhigend an. "Es ist gut. Ja, nur ein dummer Traum. Vergiss ihn und schlaf weiter." Eine Hand half ihm, sich zurück in die weichen Kissen zu legen. Sie strich auch fürsorglich durch sein Haar und über seine Wange. So beruhigend konnten sanfte Finger sein, so fürsorglich eine Berührung. "Schlaf wieder", wiederholte Lyrien. Dann löschte sie langsam ihr magisches Licht.

Tahmo konnte schlafen und dieses Mal schickte kein Gott ihm böse Träume. Er verarbeitete Erlebtes, nämlich das Koboldfest. Bunte Farben, fröhliche Klänge und eine zufriedene Heiterkeit legte sich über sein Ruhen wie eine Decke aus Regenbogenfarben und Unbeschwertheit. Sein Körper konnte sich entspannen und neue Kräfte tanken. Niemand störte ihn.
Lyrien fand auch Schlaf, allerdings nicht sehr lange. Früh schon war sie auf den Beinen, besorgte Zutaten und bereitete ein Frühstück vor wie ein Hausmütterchen.
Sie hatte alle Hände voll zu tun, die neugierigen Kobolde daran zu hindern, Tahmo zu wecken. Schließlich gaben es die gut gelaunten Schelme auf. Aber jemand Anderes weckte den Blondschopf. Faro schob seinen breiten Kopf auf das Bett. Die Kobolde hatten ihn gebracht, sie wussten ja, dass er zu Tahmo gehörte. Und niemand hatte das geschrumpfte Pony allein bei Yann und seinem Kobi-Papi stehen lassen wollen. Der Schelmenjunge, der sich nicht hatte schrumpfen lassen, verbrachte noch immer Zeit bei seinem Ziehvater. Es war so aufregend, diesen wieder zu sehen, dass er darüber hinaus tatsächlich einen Moment lang seine Freunde vergaß. Man würde es ihm verzeihen können.
Faro blähte die Nüstern und schnaubte Tahmo gegen die Seite. Heiße Luft berührte die unter der Decke gewärmte Haut. Das Pony wieherte. Zeit zum Aufstehen, Lyrien hat Frühstück gemacht und ich möchte etwas ab haben, sollte das heißen. Die Körner, aus denen die Heilerin ein leckeres Müsli zubereitet hatte, waren für Tahmo mehr als verlockend. Allein schon deshalb weil nun wenige davon ausrichten, um das winzige Pony satt zu machen.
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Samstag 13. Februar 2010, 13:23

"Uff..he!" Tahmo öffnete blinzelnd seine Augen als Faro unter die Decke und an seine Seite schnaubte, um schon kurz darauf von dessen bulligen Kopf angestupst zu werden. Das Pony war wohl der Meinung das Tahmo lange genug geschlafen hatte! "Wie komms du denn hier rein Faro? Sowas" Lachend kraulte Tahmo seinem Freund den Kopf, ehe er sich gähnend streckte und räkelte. "So, genug geschlafn. Ich sollte mal aufstehen." behutsam schob er Faro ein wenig zur Seite, um sich schlieslich mit zerzauster Frisur an die Bettkante zu setzen. Sein Blick wanderte durch den Raum, hier standen einige Möbel, hauptsächlich Schränke die man mit Kram vollgestopft hatte, herum. Er hatte sich das Zimmer gestern gar nicht mehr näher angesehen. Barfuß fing er an das Zimmer zu durchwandern, um dicht gefolgt von Faro hier und dort in die Schränke hinein zu schielen. "Man, was hier alles rumliegt Faro! Wahnsinn. Der Kobold hatte echt viel Zeugs." Tahmo drehte sich wieder zu Faro um und umarmte dessen Kopf. Das Fell des Ponys fühlte sich warm und weich an auf seiner Haut. "Komm ich zieh mich mal an, dann suchen wir Lyrien. Hab die noch gar nich gesehen, hier gibts wohl noch nen Raum." Der Blondschopf wanderte zurück zu seinem Bett und zog sein Hemd an, seine Hose hatte er ja anbehalten, ehe er Barfuß über den Schuhsohlenboden zu einer Tür aus Leder ging, hinter welcher er klackernde Geräusche hörte. "Da muss Lyrien sein, oder Faro?" Er hielt kurz inne um an sich zu schnuppern und seine zerzausten Haare zu ordnen. Er hatte zwar beim erkunden des Zimmers nichts gefunden wo er sich hätte waschen können, aber zumindest mit zerzausten Haaren wollte er Lyrien nicht entgegentreten. Dicht gefolgt von seinem Pony öffnete Tahmo die Tür und betrat den Raum dahinter. Es schien sich um die Ferse des Schuhs zu handeln, hier hatte man nämlich in dem rundlichen Raum die Küche untergebracht, in welcher Lyrien schon geschäftig am werkeln war. "Guten Morgen Lyrien!" Rief er der Heilerin zu und setzte ein fröhliches Grinsen auf. Sein Blick fiel auf das Frühstück am Tisch, "ouh, du has essen gemach?"

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 17. Februar 2010, 03:00

Tahmo fand ein Sammelsurium an Habseligkeiten vor, die nur für einen Kobold Schätze darstellen konnten. Aufgerollte Schnürsenkel, gestapelte Knöpfe in allen Farben und Größen, eine Stecknadel mit buntem Kopf, mehrere Fetzen von Stofftaschentüchern, die ein Kobold durchaus als Umhang nutzen konnte und, und, und. Faro interessiert sich allerdings mehr für den Frühstückstisch, den Lyrien so liebevoll gedeckt hatte. Er roch die Körner des Müslis und war wie immer unersättlich. Tahmo konnte ja nicht ahnen, dass die Kobolde Faro bereits mit Futter versorgt hatten. Kein Tier wurde hier in Urks vergessen, erst recht keines von Gästen. Im Gegenzug hatte das Pony es erlaubt, dass die Koboldkinder einmal auf ihm sitzen durften. Er war ein wirklich friedfertiges Tier.

Tahmo hatte inzwischen die Ledertür entdeckt, hinter der sich Geräusche verbargen und nur leise zu ihm durchdrangen. Ob Lyrien dort arbeitete? Rasch sorgte er sich um sein Äußeres. Die Haare konnte er noch richten, aber ein Bad wäre wirklich nicht schlecht. Die Albträume der letzten Nacht hatten Tahmo schwitzen lassen und der Körpergeruch haftete jetzt noch immer an ihm. Eine Waschschüssel war im Schuh allerdings nicht zu sehen. Galten Kobolde als unreinlich? Vielleicht fand sich im Nebenraum eine Wasserschale.
Faro schubste seinen Freund wieder mit der Schnauze an. Er sollte nicht im Weg herumstehen, sondern eintreten. Im Gegensatz zu Tahmo roch das Pony die Müsli-Mahlzeit schon und wollte ihr mehr Aufmerksamkeit schenken. Faro schnaubte seine Zottelmähne nach oben und stapfte hinter Tahmo her. Der andere Raum entpuppte sich als winzige Küche. Kein Kobold bereitete Essen über einem Feuer in seinem Haus zu. Dazu gab es Lagerstellen dahinter und davor. Aber für ein kaltes Frühstück reichte diese enge Küche aus. Es gab einen Tisch, gemacht aus einem alten Korken einer Weinflasche. Die Stühle waren erneut Fingerhüte.

"Guten Morgen, Tahmo!", grüßte Lyrien freundlich zurück, als der Blondschopf eintrat. Es war hier nicht gerade geräumig wie im anderen Schuhzimmer. Faro passte nicht mehr hinein, also streckte das Pony nur den Kopf durch die Tür und hielt den Rest des Körpers im anderen Zimmer.
"Setz dich und iss." Lyrien zeigte auf die Schale, aus der ein Sonnenblumen-, ein Kürbiskern und eine Haferflocke herauslugten. Sie hatte einen Tropfen Milch darüber gegossen, wo immer Lyrien diese her hatte. Sie selbst schnitt sich gerade ein Stück aus einer Traube heraus. Fragend warf sie einen Blick auf Tahmo. "Möchtest du auch etwas Süßes?" Als Messer verwendete sie die abgebrochene Spitze eines Schnitzmessers. Lyrien wirkte wie ein geschrumpftes Hausmütterchen und sie gab sich auch so, als sie sich zu Tahmo an den Tisch hockte.
"Wenn wir gegessen haben, suchen wir eine Möglichkeit auf, uns zu waschen. Schau dir meine Haare an!" Sie zog ihre Umhangkapuze in den Nacken. "Ganz staubig von der Höhlendecke. Ich muss mich dringend waschen. Und dann sehen wir zu, dass wir nach Zyranus kommen. Vielleicht kommt Yann auch mit. Wir müssen ihn fragen gehen oder wenigstens einen Boten schicken. Allzu lange möchte ich das Fischerdorf nicht unter den Schrecken von Dunkelelfen und Orks lassen."
Plötzlich wurde Lyrien ernster. Mitleidig schaute sie zu Tahmo herüber. "Du hast schlecht geträumt, letzte Nacht." Sie streckte eine Hand aus und legte sie auf seine. Tätschelnd fuhren die Finger über seinen Handrücken. "Mach dir keine Sorgen, wir werden ihnen helfen, du und ich - und Faro", fügte die Heilerin rasch an, als das Pony lautstark wieherte.
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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Mittwoch 17. Februar 2010, 12:52

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Samstag 20. Februar 2010, 12:30

"Guten Morgen, Tahmo!", grüßte Lyrien den Blondschopf freundlich zurück, während er sich auf den Hocker der in wirklichkeit ein umgedrehter Fingerhut war, niederlies. Die Küche war recht klein, was niemanden verwundern sollte immerhin passten nicht viele Küchen in die Ferse eines Stiefels. Aber man hatte den wenigen Platz dennoch nutzbringend verwendet. Die Küchenutensilien waren auf einem runden Schrank angeordnet der sich perfekt an die ledrige Wand anpasste und die innere Form des Schuhs wiederspiegelte, weshalb er auch ein wenig krumm und schief war. Dennoch hatte Tahmos Pony leider keinen Platz mehr, also blieb es im Türrahmen stehen. Zum Glück brauchte Faro zum Fressen ja nur seinen Kopf und dieser, passte gut in die Küche. "Setz dich und iss." Lyrien deutete auf die Schale vor Tahmo, dessen Anblick ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen lies. Lyrien konnte natürlich nicht wissen das Tahmo Nüssen, Körner und dergleichen gleich hinter Früchten und Käse, für sein Leben gern aß. Somit hatte sie mit dem Frühstück voll ins Schwarze getroffen. Auch Milch mochte der junge Abenteurer, er war eben nur Fleisch abgeneigt. Wobei Fisch gerade noch ging. Mit hungrigem Lächeln nahm sich Tahmo die Haferflocke "Boaaaaah is die groß!" Stellte er erstaunt fest, ehe er hinein biß. "Mhhh danke Lyrien!" kaute Tahmo knuspernd auf der Haferflocke. "Möchtest du auch etwas Süßes?" Tahmos Blick wanderte fragend zu Lyrien, bis er die Traube entdeckte und sein Blick von Fragend zu freudig wechselte. Hastig schluckte er seinen Bissen hinunter "Klar! Gerne Lyrien! Ich liebe Trauben!" Heute musste sein Glückstag sein, soviel leckeres Essen. Hoffentlich übernahm er sich nicht, nicht das seine Augen am Ende größer waren als sein Magen.

"Wenn wir gegessen haben, suchen wir eine Möglichkeit auf, uns zu waschen. Schau dir meine Haare an!" Tahmo schielte über die nun schon fast fertig gegessene Haferflocke und dem Stück Traube das ihm Lyrien gegeben hatte hinweg zu Lyriens Haaren. Er fand sie nun nicht ganz so dreckig wie wohl Lyrien "Ganz staubig von der Höhlendecke. Ich muss mich dringend waschen. Und dann sehen wir zu, dass wir nach Zyranus kommen. Vielleicht kommt Yann auch mit. Wir müssen ihn fragen gehen oder wenigstens einen Boten schicken. Allzu lange möchte ich das Fischerdorf nicht unter den Schrecken von Dunkelelfen und Orks lassen." Tahmo nickte nur zustimmend, hatte er in der Zwischenzeit sich ja den Rest der Haferflocke in den Mund geschoben. Und ehe er Antworten konnte bemerkte er wie Lyriens Blick ernster wurde und sie ihn plötzlich mitleider anguckte während sie ihre warme und für Tahmo wohl recht weiche Hand tätschelnd auf seine legte. "Du hast schlecht geträumt, letzte Nacht. Mach dir keine Sorgen, wir werden ihnen helfen, du und ich - und Faro". Tahmo lächelte sie ein wenig unbeholfen an. Sie hatte bemerkt das er schlecht geträumt hat? Das war ihm nun doch ein klein wenig peinlich. Hatte sie ihm am Ende beim schlafen zugeguckt? Seine Wangen wurden ein wenig rosig, es brauchte wohl allgemein nicht viel um ihn rot werden zu lassen und das hier schien abermals auszureichen. "uhhm ehm...also... so schlimm.. war der Traum garnich. Also ich mein das war nurn leichter albtraum... also nich' das ich mich vor leichtn schon fürchtn würde! Aber erm....öh.." Tahmo versuchte die Situation zu kaschieren und hastig ein anderes Thema zu finden, während er Lyriens Hand auf seiner musterte. "Hey erm... also wann gehn wir los? Ich kanns kaum erwartn!"

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Kobold » Dienstag 23. Februar 2010, 10:34

Sie ließen es sich gut schmecken - alle drei. Tahmo und Lyrien knabberten auf ihren Haferflocken und anschließend auf den Traubenstücken herum und Pony Faro bekam neben seiner Haferflocke noch ein paar Körner zu fressen. Es schmecktes fantastisch, vor allem aber war es in Normalgröße so wenig und nun so viel, dass sich die Bäuche wölbten und der Magen einiges zu verdauen bekam.
Das Frühstück hätte wirklich großartig werden können, wäre es nicht von der präsenten Information des überfallenen Fischerdorfes überschattet. Lyrien sprach Tahmos Albtraum an und machte ihm so deutlich, dass sie zumindest das mitbekommen hatte. Ihre Augen wirkten nicht müde, sie besaß auch keine schwarzen Ringe darunter. Demnach konnte sie nicht die ganze Nacht lang wachgeblieben sein, um auf Tahmos Schlaf zu achten. Aber sie hatte es mitbekommen und das war dem Blondschopf offensichtlich unangenehm. Seine Wangen verfärbten sich, doch Lyriens Augen zeigten kein bisschen Schadenfreude über seine Scham. Nicht einmal als er sich eine Erklärung abstammelte, änderte sich das Leuchten dieser grünbraunen Augen. Nur ein leichtes Schmunzeln zauberte feine Fältchen um die Mundwinkel der Heilerin.

Sie sagte nichts mehr zu dem Thema. Tahmo erntete nur ein freundliches Zwinkern. Lyrien hielt ihn nicht für einen Feigling oder einen Schwächling, der sich durch schlechte Träume das letzte bisschen Mut rauben ließ. "Wir sollten sofort losgehen", antwortete sie ihm. "Irgendwo muss der Kobold mit diesen magischen Wühlmäusen stecken. Auf einer von ihnen kann ich reiten und du setzt dich auf Faros Rücken. Mal sehen wie schnell wir in Zyranus ankommen können." Lyrien rutschte von ihrem Fingerhut. "Hoffentlich zaubert ein Kobold uns vorher noch groß, sonst übersehen uns die Zyraner Magier noch."
Mit sanftem Händedruck schob sie Faros Kopf aus der Tür und quetschte sich an dem Pony vorbei, um das Schuhhaus zu verlassen. Unterwegs würden sie vielleicht bei Yann vorbeikommen und ihm sagen können, wohin sie reisen mussten. Ob der Schelm mitkam? Es würde sich zeigen.

"Mach schnell, Tahmo! Wo bleibst du denn?" Lyrien rief mit Heiterkeit in der Stimme nach ihm. Sie freute sich, das Abenteuer fortsetzen zu können und ließ sich durch traurige oder sorgenvolle Gedanken nicht an ihrer persönlichen, kleinen Mission hindern. Sie mussten nach Zyranus und Tahmo ausbilden. Vielleicht konnten sie dort noch weitere Magier für sich gewinnen, die den hilflosen Fischern zur Rettung eilen wollten.
Es brauchte keine tapferen Recken oder starken Krieger, wenn mächtige Magie hinter einem stand.

Lyrien machte sich sogleich auf zu der Koppel, an der sie und Tahmo gestern zwischen den Wühlmäusen eingeschlafen waren. Sie schaute nur einmal zurück, ob der blonde junge Mann ihr folgte. Dann erreichte sie das Gatter. Die Mäuse strömten sofort zu ihr und schnupperten und schnüffelten. Neugierig wippten ihre langen Barthaare.
"He, schon wieder da? Heute ein Ritt auf meinen Mäusen?" Der Kobold von gestern hopste auf Lyrien zu und schaute sie dann fragend an. "Wir müssen nach Zyranus", antwortete sie ihm. Nun blickte sie sich doch nach Tahmo um. "Kann man unserem geschrumpften Pony auch magische Geschwindigkeit geben oder ist das bei den Mäusen angeboren?"
Der Kobold schüttelte lachend den Kopf. "Das ist alles Magie, das sind eigentlich ganz normale Mäuse ... aber mit meiner Zauberkraft werden sie ganz schnell und ausdauernd. Natürlich kann ich das mit dem Mini-Pferdchen auch machen. Da dürfte es sogar leichter sein, weil Pferde ja sowieso ausdauernd sind, hihihi."

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Tahmo » Freitag 26. Februar 2010, 13:59

Natürlich hatten Tahmo und Faro mit Lyrien mithalten können, sie trafen nur wenige Schritte später am Gatter zur Mäusekoppel ein. "Ha ich wollt schon immer ma auf so einer magischen Maus reiten... naja eigentlich nicht da ich bis gestern ja nich wusste das es sowas gibt. .. Aber es is sicher lustig!" Tahmo lehnte sich breit grinsend an den Zaun um mit seiner Hand den Mäusen am Kopf zu tätscheln. In seiner Eile hatte er sich hastig seinen Rucksack auf seinen Rücken geschnallt und seinen blauen Umhang dem Faro wie eine Decke über den Rücken gelegt. Seinen Stab hatte Tahmo ebenfalls nicht vergessen, dieser ruhte nämlich in dem selbstgebastelten Holster, ebenfalls auf Tahmos Rücken.

"Das ist alles Magie, das sind eigentlich ganz normale Mäuse ... aber mit meiner Zauberkraft werden sie ganz schnell und ausdauernd. Natürlich kann ich das mit dem Mini-Pferdchen auch machen. Da dürfte es sogar leichter sein, weil Pferde ja sowieso ausdauernd sind, hihihi." Antwortete der kleine Kobold auf Lyriens Frage hin ob man auch Faro schneller machen konnte. Tahmo hob den Kopf und guckte zu den Beiden. "Wie? Das geht? Also... Faro is schon schnell aber..." Er liest von den Mäusen ab und drehte sich herum um seinem Freund den Hals zu tätscheln, ehe er mit ruhiger Stimme zu dem Pony sprach. "Mh, na was häls du davon? Der Kobold mach' dich schneller un dann hängst du die Mäuse hier dreimal ab, hm?" Faro blickte Tahmo aus einem seiner braunen Ponyaugen an während sich seine Ohren aufmerksam aufstellten. Er schnaubte kurz und man konnte fast den Eindruck gewinnen das dass Pony einverstanden war. Tahmo drehte sich zu Lyrien und den Kobold, mit einem lächeln auf den Lippen. "Na dann, auf nach Zyranus!" Verkündete er, während seine Gedanken schon wieder weiterwanderten. Endlich würde die Reise weitergehen! Und diesesmal in eine Stadt voller Magier. Wie es da wohl aussah? Was es da wohl alles zu entdecken gab? In Tahmos Magen kribbelte es, Aufregung und die Lust weiterzuwandern machte sich in ihm breit. Neues zu entdecken, zu sehen und zu lernen. Wenn er seine Augen schloss konnte er jetzt schon eine schillernde Stadt am Horizont sehen. Endlich konnte er dem Gefühl des Fernwehs wieder nachgeben und weiterziehen, endlich!

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Re: Ulkiges Urks

Beitrag von Erzähler » Montag 1. März 2010, 10:21

Ein Wunder folgte offenbar dem nächsten. Die Kobolde konnten Faro erneut verzaubern, so behauptete es zumindest einer von ihnen. Er würde magisch beschleunigt werden und könnte dann sogar die fidelen Wühlmäuse abhängen. In einem Rennen hätten die fiepsenden Tierchen keine Chance gegen das Pony.
Faro wirkte einverstanden, er schnaubte seine lange Ponymähne aus den kugelrunden Augen, die Tahmo ruhig musterten. Er und sein zweibeiniger Freund verstanden einander. Faro machte es wirklich nichts aus, erneut verzaubert zu werden. Außerdem wollte unbedingt er es sein, der Tahmo nach Zyranus brachte. Er war dazu geschaffen. Tahmo sollte auf keiner Maus die Magierstadt erreichen. In dieser Hinsicht reagierte Faro ein wenig eifersüchtig, ohne es offen zu zeigen. Er liebte Tahmo nun einmal, schließlich waren sie beste Freunde.

"Na dann will ich mal, hihihi!" Der Kobold schlug ein Rad über das Pony hinweg, vollführte mehrere Salti und ließ dabei einen seltsamen, bunten Staub auf das geschrumpfte Tier niederrieseln. "Das sieht aus wie Feenstaub!", rief Lyrien. Ihre Augen waren groß vor Faszination. Der Kobold lachte. "Das ist kein Feenstaub. Hier brauchen wir doch keine Feen, nein nein, hihihi! Das ist Koboldzauber!" Schon wirbelte er herum, trat mit hopsenden Bewegungen an Faro heran und tätschelte ihm die Nüstern. "So, mein Guter, dann lauf lauf lauf geschwind wie der Wind, hihihi." Ein kurzer Seitenblick auf Tahmo erfolgte. "Ja, der Wind passt, hihihi." Dann trat der Kobold zurück. Faro wieherte, tänzelte mit den Hufen. Er spürte die Magie unter seinen Füßen kribbeln und wollte jetzt am liebsten los laufen.
"Moment noch, Pony!", grinste der Kobold. Er öffnete das Mäusegatter und ließ eine kleine, flink wirkende, graue Wühlmaus heraus. "Bitte aufsteigen!" Lyrien erklomm den Rücken der Maus. Vorsichtig, um dem Tier nicht weh zu tun, hielt sie sich an dessen Ohren fest. Die Maus fiepte. Auch sie war aufgeregt und bereit, zu rennen. Der Kobold kraulte sie über dem Auge. "Nach Zyranus wollen die beiden. Du führst sie hin, nicht wahr, meine kleine Graue? Ja, das machst du, hihihi." Er wandte sich mit einem Nicken den geschrumpften Gästen zu. "Jetzt kanns losgehen. Die Maus bringt euch hin. Kurz vor Zyranus müsst ihr dann mit Kobold Grinsewitz reden. Nur er kann euch reinlassen und wieder großmachen. Ihr wollt ja nicht von den dicken Stulpenstiefeln der Magier plattgetreten werden wie ausgelutschte Bonbons, hihihi."

"Hab Dank, kleiner Kobold. Ihr seid wirklich alle sehr freundlich. Ach und gebt doch bitte unserem großen Begleiter Yann Bescheid, dass wir dringend nach Zyranus mussten." Lyrien wirkte einen Moment lang etwas enttäuscht. Sie hatten keine Gelegenheit gefunden, sich persönlich von Yann zu verabschieden. Ja, nicht einmal fragen konnten sie ihn, ob er mitkommen wollte. Armer Yann, das Abenteuer hätte ihm bestimmt auch gefallen. Aber so wie es gestern noch aussah, war er Feuer und Flamme gewesen, die Zeit mit seinem koboldischen Ziehvater zu verbringen. Das mussten Lyrien und Tahmo akzeptieren.
Doch nun konnten sie ihre Reise wirklich starten. Lyrien hielt sich an den Ohren der Maus fest und diese sprang sogleich los. Faro folgte ihr wiehernd. Die beiden waren wirklich blitzschnell und huschten sofort in einen der dunklen Gänge hinein. Ab und an wurde dieser von kleinen, leuchtenden Punkten erhellt, die aussahen wie durch Zauberhand zum Glühen gebrachte Kiesel. Doch Faro und die Graue jagten so schnell an diesen Lichtpunkten vorbei, dass sie vor den Augen verschwammen. Die Reise und mit ihr ein neues Abenteuer hatten begonnen.
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