Ulkiges Urks

Mitten in der Stillen Ebene unter der Erde, leben sie, eine kleine Volk, Hinterhältig, nervend und doch flink und schlau, die Kobolde. Ein kleines Dorf haben sie sich erbaut, von dem viele Gänge in die einzelnen Städte führen.

Ulkiges Urks

Beitragvon Kobold » Freitag 27. November 2009, 22:41

Tahmo und Yann kommen von Gemeinsame Flucht

Yann hat wieder volle Lebensenergie


Die Strecke war weit. Sicherlich hatten sie mehrere Tage benötigt, um überhaupt so weit zu kommen. Immer wieder passierte es, dass Lyrien Faro oder Tahmo eine Weile auf dem Rücken trug. Das Pony musste in so winzigem Zustand viel weitere Strecken zurücklegen als die Großen und genoss die Ruhepausen, die die Heilerin ihm gewährte.
Holter-di-Polter hockte stets bei Yann auf der Schulter. Er dirigierte den Schelm in die richtigen Tunnel. Niemand der Gruppe hätte vermutlich gedacht, dass sich ein so weitverzwigtes System unterhalb Pelgars erstreckte. "Hihi, nicht nur in eure Menschenhauptstadt haben wir Wege. Schabernack machen wir Kobolde nämlich fast überall, jaja!"

Sie rasteten mehrmals und legten sogar eine Ruhepause von mehreren Stunden ein, in denen sich alle etwas Erholung gönnen konnten. Holter schlummerte schnell weg. Er schnarchte ziemlich laut für seine geringe Größe und wälzte sich so dermaßen im Schlaf, dass er den Umliegenden unregelmäßig kleine Tritte oder Klatscher verpasste.
Irgendwann auf der Weiterreise, nachdem der Kobold Yann in einen weiteren Seitentunnel gelotst hatte, erhob er sich plötzlich auf dem Rücken des Schelms und zeigte nach vorn. Am Ende des Tunnels war es hell. Dutzende Lichter in allen Farben des Regenbogens leuchteten ihnen entgegen. "Da vorn liegt Urks, meine Heimat! Los, los, schneller! Gleich sind wir da."

Holter hielt es nicht mehr lange auf seinem Platz. Auf einmal rutschte er den Arm des noch immer kriechenden Yanns herab - die Tunnel waren wirklich niedrig - und stürmte voraus. Ihn einzuholen war kein Problem, mit seinen kurzen Beinen konnte Holter nicht allzu schnell sehr weit kommen. Aber er wollte unbedingt der Erste sein, der die Koboldstadt erreichte. Mit einem kecken Grinsen wetzte er an Faro vorbei. "Wettrennen!", jauchzte er.
Wer auch immer dieses Rennen gewann, denn sie alle würden gleich in der großen Haupthöhle von Urks sein, der durfte sich eines Anblicks gewahr werden, den er in seinem ganzen Leben nicht mehr vergessen würde. Obwohl die Kobolde unterirdisch lebten, hatten sie es geschafft, sich ein Paradies aufzubauen. Inmitten der gigantischen Höhle, in der auch ein Ork hätte stehen können, befand sich ein großer Monolith. Seine Oberfläche glänzte in allen möglichen Farben und spendete Licht, dass es bis zu den Tunneln reichte. So war das Kobolddorf ausreichend erhellt. Überall, zwischen winzigen Hütten aus zusammengesuchtem Plunder wuselten die kleinen Gestalten herum. Sie trugen bunte Fetzen, lange Schals oder klimpernde Schelmenkostüme wie Yann eines besaß. Sie rasselten und ließen Glöckchen erklingen. Die Kobolde feierten entweder ein Fest oder waren immer so unbeschwert und heiter. Ein besonders schlaksiges Exemplar vollführte gerade mehrere Salti an Faro vorbei, ein anderer mit royalblauem Schopf wanderte auf seinen Händen durch die Gegend.
Von der Decke hingen Wurzeln und allesamt waren mit bunten Bändern und kleinen Fahnen geschmückt.

Holter-di-Polter baute sich vor Yann, Lyrien, Tahmo und Faro auf. Er stemmte die Hände in die kleinen Hüften und grinste ihnen voller Stolz entgegen. "Willkommen in Urks!" Dann drehte er sich um und stieß einen gellenden Pfiff aus. Sofort hatte er die Aufmerksamkeit der meisten Bewohner. "Heeee, Leute, schaut mal, was ich mitgebracht habe! Gäste für unsere Feste und einer von ihnen soll auch ein Kobold sein!"
"Du scherzt, Holter!"
"Wer denn? Ein Großling etwa?"
Die Kobolde näherten sich. Ihre Neugier ließ sie alle Furcht vergessen. Die ersten zupften bereits an Lyriens Kleid oder näherten sich Faro und kicherten fröhlich. "Wer seid ihr, was wollt ihr? Versteht ihr Spaß?" Schon überhäuften die kleinen Racker ihre Gäste mit Fragen und wollten sie unbedingt näher kennenlernen - zu dumm, dass Kobolde es pflegten, Neues sofort mit ihren winzigen Griffeln zu erkunden. Viele Hände streckten sich nach Yann, Lyrien und Tahmo aus. Faro streichelten sie bereits eifrig.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Samstag 28. November 2009, 23:03

Tahmo wusste nicht genau wie lange sie unterwegs sein, aber ein paar Tage waren es sicherlich gewesen. Der junge Abenteurer merkte wie schwer es war hier unten in den wirklich weit verzweigten Tunnelsystemen, ohne Blick auf den Himmel, den Mond oder die Sonne, die Tageszeit festzustellen. Wenn er müde war, dann schlief er und wenn nicht dann versuchte
er im dämmerlicht einen Lichtpunkt auszumachen der das Tunnelende anküdigte, oder er nutzte die Zeit um sich mit Lyrien zu unterhalten.
Anfänglich hatte er die Tunnel noch sehr aufregend gefunden, es mussten unzählige Kobolde am Werk gewesen sein um diese Tunnelwege durch die Erde zu graben. Zudem waren
es auch noch, für Koboldverhältnisse, ziemliche große Gänge. Lyrien und Yann hatten locker Platz in ihnen, sie mussten sich nur ein wenig bücken dabei.
So ging die Reise weiter, Meter um Meter entfernten sie sich von Pelgar und seinen Schrecken und kamen Meter um Meter dieser Wundersahmen Koboldstadt näher.
Und wenn man den Erzählungen von Polter glauben schenkte so musste die Koboldstadt ein wirklich äußerst wundersamer Ort sein, voller bunter Lichter mit einer kilometer
hohen, leuchtenden und aus hellem Stein bestehenden Säule in der Mitte. Ein Ort an dem nur gelacht wurde und es einem Jeden gut ging!
Eine wirklich schöne Vorstellung, nur hatte Tahmo so langsam den Eindruck das der Kobold hier und dort ein wenig dazu neigte seine Geschichten ordentlich auszuschmücken, indem
er einige Sachen hinzu erfand. Aber das hatten diese kleinen Wesen wohl so ansich, vermutete Tahmo.
Jedoch trug dies in keinster Weise dazu bei die Neugierde des Blondschopfes zu mindern! Ganz im Gegenteil, sie stieg dadurch nur noch an! Tahmo wollte die Stadt
mehr und mehr mit eigenen Augen sehen, zumal er sich soetwas einfach nicht vorstellen konnte! Aber er hatte nun doch schon einige wenige Dinge gesehen und erlebt von
denen er sich vor ein paar Wochen noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte.
Oftmals, wenn er sich in die Kaputze von Lyriens Umhang gelegt hatte, träumte er von der Stadt der Kobolde. Allerdings waren das ziemlich wirre und bunte Träume,
überschattet von den Schrecken in Pelgar welche er nur allmählich verarbeiten konnte.
So zog die Gruppe noch lange Zeit dahin, Tahmo und Faro wechselten sich damit ab in Lyriens Kaputze zu rasten, solange bis Beiden diese für ihre nun kurzen Beine ewig lange Strecke zu weit wurde und sie sich den Rest des Weges von Lyrien tragen liesen. Tahmo spührte schon jetzt den drohenden Muskelkater der sich in seinen Füßen ankündete und auch Faro erging es sicherlich nicht anders...

Tahmo schlummerte gerade gähnend vor sich in Lyriens Kaputze her, als das aufgeregte Rufen des Kobolds in jäh aus seinen Träumerreien riss.
"Da vorn liegt Urks, meine Heimat! Los, los, schneller! Gleich sind wir da." Jubelte Polter lauthals los, sodass seine Stimme von den Tunnelwänden wiederhallte.
"Wie? Was?" Murmelte Tahmo müde, ehe die Worte erst so richtig seinen Kopf erreichten und er die Augen aufriss.
"Wir sind da? Woaaah endlich!"
Fast wäre er vor Freude aus Lyriens Kaputze gestürzt, gerade so hielt er sich am Stoff ihres Umhangs fest, um dann über Lyriens rechte Schulter hinweg nach vorne zu spähen.
Mit gebannten Blick spiegelte sich das plötzlich auftauchende Licht in Tahmos aufgeregt glänzenden Augen.
Ein langezogenes und gehauchtes "Waaaaahnsinn" wanderte dem jungen Blondschopf über die Lippen, als sie plötzlich aus dem Tunnel hinaus und in die Höhle der Kobolde traten.
Und da war es, Urks! Die geheime Stadt der Kobolde und sie waren die ersten langen die sich hier sicherlich her verirrten.
Tahmo wusste gar nicht wo er als erste hinsehen, was er als erste bestaunend, wo sein Blick als erstes Neugierig hinwandern sollte. Seine Augen huschten nur so hin und her,
während ihn eine Welle von Aufregung überkam und diesen Durst nach Fernweh erst einmal löschte. Nun war sein Endteckergeist drann.
Wie Wind der umher zog um sich plötzlich an einem Ort niederzulassen und dort jede Ecke zu erkunden, wollte auch Tahmo nun am liebsten alles auf einmal sehen, wissen und erleben.
Tahmo hatte nicht einmal mitbekommen das der Kobold ein Wettrennen mit ihm machen wollte und Faro, dem Pony war das egal. Es verstand zwar den Sinn der WOrte des Kobolds, aber das Pony sah es nicht ein nun plötzlich mit dem Kobold um die Wette zu galopieren. Zum einen weil der Kobold eben ein Kobold und kein Pony oder Pferd war und zum
Anderen, deutlich größeren Teil, weil er schlichtweg genügend für die nächsten tausend Jahre gelaufen war. Er wollte nun nur noch etwas zu fressen und einen Stall mit Heu und...
streicheleinheiten, ja Streicheleinheiten! Faro konnte gar nicht so schnell schauen wie sie plötzlich von einem Haufen Kobolde umringt waren. War ihm auch egal, denn sie kraulten ihm das Fell und das liebte er über alles.
Während das Pony also genüsslich schnaubte, vielen Tahmo im ersten Moment nicht einmal die ganzen Kobolde auf die plötzlich da waren.
Sein Blick huschte immernoch durch die gigantische Höhle in deren Mitte sich ein noch gigantischer, in allen Regenbogenfarben glänzender, alles überragender Monolith befand.
Überall waren kleine bunte Häuser, gebaut aus den unmöglichsten Dingen. Da waren Schuhhäuser mit Fenster, Häuser die mit bunten Wollfäden umspannt waren, Häuser in farbigen Kisten, Hütten aus Wollsocken und anderen Materialien die sicher einmal einen menschlichen Besitzer gehabt hatten. Tahmo konnte keinerlei Fackeln oder dergleichen ausmachen, dennoch leuchtete die Höhle in einem warmen Licht, dessen ursprungsort nur der Monolith sein konnte. Das war sicherlich Magie! Dachte sich der Blondschopf ehe seine Augen die unzähligen Fahnen musterten die sich an langen Fäden durch die Höhle zogen. Ein Anblick den er sein Leben lang nicht vergessen und von dem er sicherlich noch viele Male Träumen würde, ein Anblick der wie ein warmer Windhauch jegliche schreckliche Erinnerung an Pelgar aus seinem Kopf fegte und durch bunte Bilder sowie frohe Gefühle ersetzte.
Erst aufgewecktes Gebrabel riss seinen Blick hinfort und machte ihn auf die Scharr von Kobolden aufmerksam die fröhlich um sie herum hüpften.
Tahmo saß immernoch in Lyriens Kaputze, Faro sein Pony jedoch war schon mitten in den Kobolden und lies sich streicheln. Typisch Faro eben! Dachte Tahmo sich leise.
Er jedoch zog es lieber vor hier oben zu bleiben und das Ganze Neugierig aus der Distanz zu betrachten. Immerhin hob er die Hand und winkte nach unten, eine Geste die er vielleicht hätte lassen sollen. Denn die Kobolde winkten zurück und fingen nun an aufgeregte Fragen hinauf zu rufen, sie waren sicherlich genauso neugierig wie Tahmo, manche probierten nun sogar an Lyrien hinauf und zu Tahmo zu klettern. Denn das dieser deutlich kleiner war als Yann oder Lyrien fiel den Kobolden sofort auf, nun wollten sie wissen warum.
"Heh, das sind ganz schon viele, was?"
Murmelte Tahmo leise, er befand sich nicht unweit von Lyriens rechten Ohr sodass sie seine Worte sicherlich hatte hören können. Er hielt sich weiterhin am Stoff des Umhanges fest und saß inzwischen sogar auf der Schulter der Lichtmagierrin. Hier oben konnte er alles gut überblicken, zudem fühlte er sich sicher davor von tausenden Koboldhänden angefasst zu werden, etwas auf das er nun nicht so große Lust hatte. "Meinst du die habn hier was zu essen?"
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Montag 30. November 2009, 22:46

Lyrien war zusammen mit Yann, Tahmo, Faro und dem Kobold Holter-di-Polter tagelang durch die Tunnel gekrochen. Ihre Knie schmerzten, ebenso der Rücken. Umso glücklicher und erleichterter zeigte sie sich, als endlich ein Ende des ewigen Herumkriechens in Finsternis in Sicht kam - und zwar in Form des bunt strahlenden Monolithen, der wie ein in Stein gehauener Regenbogen die Gewölbehalle erhellte, in der Kobolde miteinander lebten und lachten.
Für einen Moment waren alle Schmerzen vergessen. Lyrien richtete sich auf. Ihre Knochen knackten etwas, weshalb sie zunächst einmal nur in gerader Haltung sitzen blieb. Ein Umstand, der Tahmo nur zugute kam, da sich der geschrumpfte Blondschopf noch immer in Lyriens Kapuze aufhielt. Die Heilerin schaute zur Höhlendecke empor. Sie war überwältigt. "So unsagbar schön", hauchte sie ehrfürchtig. Dann glitt ihr Blick über die Häuser und Bauten der Kobolde. Diese Wesen konnten anscheinend aus allem ein angenehmes Heim gestalten.

Am besten gefiel ihr das kleine Schuhhaus, das aus einem hohen Soldatenstiefel gefertigt worden und um weitere Zimmer in Form anderer Schuhe ergänzt worden war. Eine Koboldin lugte aus einem Fenster, das ins Leder geschnitten worden war und legte den Kopf mit den knallroten Haaren neugierig spähend zu Seite.
Andere Kobolde, die sich deutlich mutiger zeigten, näherten sich der Bande und grüßten Holter, der sofort aus seinen Gästen eine zur Schaustellung machte, indem er zumindest Yann als den Sohn des lustigen Adamm-Ra vorstellte. Aber nicht nur der Schelm erntete Ahs und Ohs, auch Tahmo dun Faro wurden mit großen Augen bewundert. Das Pony erhielt sofort Streicheleinheiten, was es ziemlich genoss. Jetzt fehlten nur noch ein koboldischer Stall und etwas Heu. Vermutlich hätten bei seiner Größe nun wenige Halme gereicht oder ein paar Haferkörner, um Faro satt zu bekommen.

Auch Lyriens Magen knurrte. Ihren Proviant hatte sie schon eine Weile nicht mehr angerührt und jetzt war sie hungrig. Sofort legte sie sich eine Hand auf den brummenden Magen. Die Kobolde sprangen wild durcheinander und riefen immer wieder, ein Monster säße im Bauch der Riesenfrau. Aber sie lachten und jauchzten dabei, weshalb man keinem von ihnen abnahm, dass sie sich wirklich fürchteten.

"Heh, das sind ganz schön viele, was?" "Oh ja", antwortete Lyrien. "Bleib lieber auf meiner Schulter sitzen, sonst verlieren wir dich in der Masse aus bunten Haaren." Sie kicherte. Das heitere Gemüt der Kobolde färbte auf sie ab und obgleich sich Lyrien etwas erschöpft fühlte und sich jetzt am liebsten in einem bequemen Federbett ausgestreckt hätte ließ sie sich von der guten Laune ihrer Gastgeber anstecken.

"Meinst du die habn hier was zu essen?" Lyrien zuckte mit den Schultern und ließ somit für Tahmo den Boden beben. Dann beugte sie sich etwas herunter, tippte den auf einem Felsen stehenden Holter-di-Polter an. "Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, kleiner Freund, aber nach der weiten Reise wäre eine Mahlzeit nicht schlecht. Könnt ihr uns etwas anbieten? Ich bin natürlich bereit, dafür zu bezahlen."
"Bezahlen?! Mit Geldgold?" Die Frage kam von allen Seiten und sofort gesellten sich Kichern und Gelächter hinzu. Holter erklärte: "Mit Gold können wir nicht viel anfangen, aber vielleicht habt ihr etwas zum Tauschen. Dann könnten wir euch an unserer Feier mitmachen lassen. Es gibt immer leckere Kuchen, Pasteten und soooo viele Knabbereien, dass sogar euch Großlingen der Hosenbund zu eng werden würde!" Ob Holter da nicht mal wieder übertrieb?
Er und auch viele andere Kobolde schauten Yann, Tahmo und Lyrien nacheinander fragend an. Sie waren gespannt, was die Gäste zum Tausch anbieten würden.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Yann Adamm-Ra » Sonntag 6. Dezember 2009, 22:03

Es mochte sich um eine tagelange Reise durch die vielen, verschachtelten und dunklen Gänge der Kobolde handeln, doch Yann kam es überhaupt nicht so lange vor. Lyrien und er krabbelten auf allen Vieren voran, während Tahmo entweder neben ihnen her marschierte, sich von seinem Freund Faro tragen lies oder aber eine kleine Auszeit in der bequemen Kapuze der Heilerin genoss. Holter unterhielt sie mit Geschichten über seine Heimat und führte sie voran, auch wenn er sich meistens auf die Schulter des Schelm hockte. Dennoch wies er sie in die richtigen Tunnelabzweigungen, welche wirklich reichlich vor kamen. Diese Gänge mussten sich wahrlich fast über beziehungsweise unter ganz Celcia erstrecken.
Hin und wieder legten sie eine Rast ein, zum einem um sich von der Anstrengung der Reise zu erholen und zum Anderen, damit Yann und Lyrien etwas ihre Knie schonen konnten. Es machte sich doch deutlich bemerkbar, dass sie nur krabbelnd voran kamen, denn auch wenn der Rotschopf noch so jung war, taten ihm bereits nach dem ersten Tag seine Kniegelenke ziemlich weh. Aber er biss die Zähne zusammen und ertrug die Schmerzen, denn seine Neugier war größer als sämtliche anderen Empfindungen, welche er hegte. Er hatte von seinem Ziehvater schon so einiges über diese Koboldstadt gehört, aber selbst hatte er sie noch niemals zu Gesicht bekommen und nun stand er kurz bevor, die eigentliche Heimat seines Kobi-Vati zu erblicken und dass wollte er auf keinen Fall verpassen oder allein schon durch seine Zimperlichkeit die Ankunft verzögern.

So kamen sie voran und schlussendlich erhellte ein Lichtschein das Ende des Tunnels. Sie standen kurz davor ihr Ziel zu erreichen und Aufregung machte sich in dem Jungen breit. Während der Ganzen der Zeit der Reise hatte er nicht wirklich viel gesprochen und das sollte schon etwas bedeuten. Eigentlich und dass wussten sowohl Lyrien und als bestimmt auch schon Tahmo, war er eigentlich ein eher gesprächiger kleiner Kerl, der seinen Senf zu allem abgeben musste. Nun jedoch war er ganz in sich gekehrt, still und zurückhaltend - ein völlig untypischer Yann Adamm-Ra.

"Da vorn liegt Urks, meine Heimat! Los, los, schneller! Gleich sind wir da.", erklangen die Worte von Polter in Yanns Ohren und schon sprang der kleine Kobold von seiner Schulter und forderte Faro zu einem Wettrennen heraus.

Yanns Aufregung steigerte sich noch weiter und ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht, dennoch sagte er noch kein Wort. Seine Gedanken rasten und dann erreichten sie Urks, die Koboldstadt. Sie krochen durch den geringen Zugang und staunend reckte der Junge seinen Kopf nach oben. Er befand sich in einer riesigen Höhle, die so groß war, dass er locker aufrecht stehen konnte. Dies tat er dann auch, er richtete sich auf und lies seinen Blick von links nach rechts, wieder zurück nach links und noch einmal nach rechts schweifen. Es war einfach unglaublich was er dort vor sich sah... das Zuhause der Kobolde. Viele kleine und bunte Häuser, welche aus allem möglichen Kram gebaut waren, standen kreuz und quer durcheinander und genau in der Mitten der Ansammlung befand sich ein riesiger Monolith, welcher in einem angenehm warmen Licht leuchtete, das wiederum die ganze Höhle erleuchtete.

Es war so aufregend, dass Yann gar nicht wirklich mitbekam, was alles um ihn herum geschah. Zwar bemerkte er, dass unzählige Kobolde urplötzlich auftauchten und sie umringten, aber sein Verstand war noch zu sehr von der Reise erschöpft und von dem erstaunenden Anblick verwundert, dass die Worte, welche ausgesprochen wurden gar nicht wirklich zu ihm vordrangen. So stand er einfach nur da, schaute sich um und war nicht imstande auf irgendetwas zu reagieren. Dann wanderte sein Blick weiter und an Lyrien vorbei und er hielt inne, starrte sie förmlich an, als wolle sein Gehirn ihm sagen Heeee! Die kennst du doch!
Dann machte es klick in seinem Kopf, gerade so als wäre ein Schalter umgelegt worden und er machte ein paar Schritte auf seine Freundin zu, erkannte jetzt auch, dass Tahmo auf ihrer Schulter hockte und Faro davor auf dem Boden stand und von den Kobolden gestreichelt wurde. Er breitete seine Arme aus, legte sie um die Frau und drückte sie leicht an sich.

"Wow, das ist alles so fantastisch... unglaublich... die Heimatstadt der Kobolde und meines Kobi-Papis. Wahnsinn!", sagte er leise und lies von ihr ab.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Dienstag 8. Dezember 2009, 12:09

"Woaah" Tahmo konnte sich gerade so mit seinen Händen am Stoff von Lyriens Umhang festkrallen. Ein kurzes Schulterzucken der Frau war wie ein mittleres Erdbeben für Tahmo!
Das wusste Lyrien jedoch sicherlich nicht und machte es wohl daher ganz bestimmt nicht mit absicht. Aber immerhin fragte die Lichtmagierin nun bei den Kobolden nach etwas
Essbaren. Und sein Hunger war im Gegensatz zu seiner Größe nicht geschrumpft. Bei Faro war das wohl kaum anders. So wenig wundernswert war es also das dem Blondschopf
langsam das Wasser im Munde zusammen lief, als der Kobold anfing verschiedene Leckerbissen aufzuzählen. Gut, Fleischpasteten waren nun etwas was
Tahmo gar nicht mochte, aber es gab ja dann immernoch die Kuchen. Nun mussten sie nur noch was zum tauschen fingen, hmmm.
Tahmo setzte sich nun auf Lyriens Schulter und fing sofort an seinen Rucksack zu durchsuchen, nach irgendwas das man gegen Essen tauschen konne.

Er fand ein paar zerzauste Vogelgedern, kleine Holzmurmeln, ein stück halbes und ziemlich trockenes Brot sowie ein wenig Kochgeschirr und einiges Anderes. "hmmmm, also ich hab nicht wirklich was zum tauschen dabei Lyrien." rief er ein wenig lauter, damit Lyrien ihn auch hörte. Der Blondschopf wollte gerade wieder seinen Rucksack zumachen, als er jedoch mit einem heftigen Ruck von Lyriens Schulter geworfen wurde. Er purzelte ein kurzes Stück an ihrem Rücken hinunter, landete jedoch zum Glück in ihrer Kaputze.
"Uff... was... war denn das?" Murmelte er leicht benommen, konnte ja nicht wissen das Yann Lyrien gerade stürmisch umarmt hatte.
Mit zerzausten Haaren kletterte er den Umhang wieder hoch, raus aus Lyriens Kaputze und wieder auf ihre Schulter. Ein Blick nach unten verieht ihm die Ursache seines Sturzes. Er sah
Yanns Rote Haare und wie der Schelm Lyrien umarmte.
"Ihr müsst ein wenig aufpassen... sonst fall ich noch ganz runter."
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Kobold » Dienstag 8. Dezember 2009, 23:04

Lyrien hörte Tahmos Stimme nur sehr leise. Die vielen Kobolde, die wild durcheinander plapperten, Fragen stellten und sich über die Gäste freuten, machten es schwierig, eine kleine Stimme zu verstehen - selbst dann, wenn sie doch direkt in der Nähe ihres Ohres sprach.
Ob die Kobolde sich auf Murmeln einließen? "Ich hab auch nicht wirklich e....waahhhh, Yann!" Lyrien unterbrach sich und keuchte den Namen ihres Schelmenfreundes überrascht. Dieser hatte sich ihr einfach in die Arme geworfen, so dass sie beinahe nach hinten gekippt wäre. Jetzt hielt sie sich an Yann fest, drückte ihn auch herzlich und nickte an seinem Hals, dass seine Haare sie an der Nase kitzelten.

"Ja, es ist einfach nur wunderbar!" Damit meinte die Heilerin die Stadt der Kobolde. So viel Freude und Schönheit verbarg sich in diesen Höhlen. "Wo genau befinden wir uns eigentlich?", fügte sie an, als Yann sich von ihr löste. Sie schaute zur Seite und schob Tahmo zurück auf ihre Schulter. Entschuldigend gab sie ihm mit einem Lächeln zu verstehen, dass sie zukünftig besser auf ihn achten würde. Sie musste sich nur daran erinnern, dass ein verkleinerter Freund auf ihrer Schulter hockte.

Holter hüpfte auf seiner Erhebung auf und ab. Er winkte und machte einen Handstand. Dann winkte er mit den nackten Füßchen. "Heeee, ihr! Lasst uns am besten jetzt zu Adamm-Ra gehen und dann gleich was essen. Oder wollt ihr hier ewig rumstehen? Ihr könnt ja dort entscheiden, was ihr tauschen wollt. Kommt, komm!"
Er sprang von seinem Felsen und trippelte eilig zu Faro. Die andern würden schon kommen, wenn er das Pony mitnahm. Wie aus dem nichts zauberte er ein Zuckerstück hervor. Es war für ihn etwa so groß wie ein beachtlicher Stein, aber der Kobold trug ihn ganz allein - auch wenn er beide Hände dazu brauchte. "Ihr Mini-Pferdchen mögt doch Zucker. Komm, Faro, komm!", lockte Holter.
Faro, der wirklich hungrig war, ließ sich das nicht zweimal sagen. Er schaute zu Lyrien auf und suchte kurz Tahmos Blick. Ich bin gleich wieder da oder du folgst mir, sagten seine dunklen Ponyaugen. Dann setzte er sich in Bewegung, immer dem Kobold mit dem Zucker hinterher.

Holter-di-Polter führte Faro durch die Koboldmenge hindurch, die sich prompt teilte. Einige hatten gehört, wohin er wollte und rannten voraus. Die anderen Kobolde folgten Lyrien, die sich kurzerhand auch in Bewegung setzte. Sie konnte Holter und Faro vorausgehen lassen und sich selbst Zeit lassen, musste sie doch nur einen Schritt machen, wo die beiden gute 20 Schritte laufen mussten.
Alles steuerte daraufhin auf eines der Koboldhäuser zu. Es bestand hauptsächlich aus einem ausgehöhlten Pilz, doch umgestülpte Keramik-Pötte, in die normalerweise Pflanzen hinein gestopft wurden, bildeten weitere Zimmer und Räumlichkeiten. Aus einem dieser Pötte schaute ein älterer Kobold. Man erkannte es an seinem faltigen Gesicht, den Koteletten, die langsam ergrauten und einer gemütlicheren Haltung als sie die jungen Kobolde aufwiesen. Die Brillengläser auf seiner Nase waren dick und er rauchte ein Pfeifchen. Er erinnerte mehr an einen runzligen Gnom, aber er war dennoch ein Kobold.
Holter ließ das Zuckerstück fallen und sprang an den Keramiktopf heran. "Adamm-Ra, putz deine Gläser und guck! Ich hab dir was mitgebracht. Du hast doch einen Sohn gehabt, oder nicht? Hast mir nie gesagt, dass er so groß ist, haha!"
Adamm-Ra hob den Kopf. Bei allen Kobolden, dieser hier war alt. Aber er grinste, als er Yann erblickte. "Ich wusste es", kicherte er mit einer ziemlich hohen Stimme, die noch immer schalkhaft und lebensfroh klang. Er tippte sich mit dem Pfeifenmund gegen die Stirn. "Hab's doch immer gewusst, dass du eines Tages aus deinen Kinderschuhen rauswachsen würdest. Bist zu groß für mein Haus. Aber bist du's wirklich, mein Yannilein?"
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Sonntag 13. Dezember 2009, 11:31

Faro hatte seinen eigenen Kopf, wenn es ums fressen ging. Tahmo wusste das, also war es für ihn absolut in Ordnung als der Kobold das etwas dicklich wirkende Pony mit einem
riesenhaften Zuckerstück durch die Menge der anderen Kobolde lockte. Dem Pony mussten sicherlich die Augen übergehen vor Freude, bei so einem großen Stück Zucker.
Tahmo jedoch rätselte ein wenig herum, wie hatte der Kobold das Zuckerstück hergezaubert? Und, war es überhaupt echt? Was er bisher so gesehen hatte von der Magie die
Kobolde anscheinend wirkten und welche seinen eigenen Beobachtungen nach wohl irgendwie dieselbe Magie war die Yann beherschte, so kam ihm allmählich der Verdacht
das diese Magie ziemlich auf Trugbilder aufbaute und wohl in erster Linie nur zur bespaßung der Umgebung oder des Zaubernden diente.
Im Gegensatz zu dem was Lyrien konnte, oder zu dem was sich in der Gasse in Pelgar abgespielt hatte. Ja, Tahmo hatte auch darüber schon nachgedacht und war sich
langsam sicher das auch da Magie im spiel gewesen war. Er war sich nur noch nicht sicher woher sie stammte und die Möglichkeit das er das vielleicht gewesen war schloß er
noch komplett aus.

Lyrien passte nun schon mehr auf wenn sie sich bewegte, aber sie musste sich sowiso nicht schnell bewegen um mit den Kobolden Schritt zu halten. Es ging eine Weile quer durch die
höhlenartige Koboldstadt vorbei an weiteren wundersamen Dingen. Sie wollten wohl zu einem Kobold der irgendwie Yanns Vater war, soviel hatte Tahmo mitbekommen.
Aber wie sollte ein Kobold ein Vater von einem Menschen sein? Und Yann war ja ein Mensch, oder etwa nicht?
Verwirrt schüttelte Tahmo seinen Kopf, er würde wohl warten müssen was da nun kam. Ein Umstand der ihn neugierig machte.
Letztendlich hielten sie vor einer kleinen Hüten an. Eine Hüte die aus einem Pilz bestand den man wohl innen ausgehölt hatte, sodass man darin wohnen konnte. Neben dem Pilz hatte irgendjemand Keramiktöpfe umgestülpt und sie wie weitere kleine Zimmer an den Hauptpilz angebaut. Die Kobolde waren echt erfinderrisch, das gefiel Tahmo.
Er musterte das Gebäude genauestens, hielt sich dabei vorsichtig an Lyriens Ohr fest um nicht runterzufallen als er in einem der Fenster einen alten Kobold entdeckte.
"Adamm-Ra, putz deine Gläser und guck! Ich hab dir was mitgebracht. Du hast doch einen Sohn gehabt, oder nicht? Hast mir nie gesagt, dass er so groß ist, haha!"
Rief Polter laut dem Kobold am Fenster zu.
Tahmo blinzelte nun doch sehr erstaunt, Polter hat Yann ebenfalls als Sohn von dem alten Kobold bezeichnet.
"Man... wie kann denn?... Yann ist doch ein Mensch, oder Lyrien?" Wunderte sich der Blondschopf erstaunt von seinem Beobachtungsposten auf Lyriens Schulter aus.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Yann Adamm-Ra » Freitag 18. Dezember 2009, 07:23

Nachdem Yann von seiner Freundin wieder abgelassen hatte, stimmte sie ihm bezüglich der wunderbaren Umgebung zu und er schaute sich noch einmal um. Die vielen bunten Häuser, welche aus den unmöglichsten Dingen gebaut waren, der große Monolit, welcher die ganze Höhle erhellte und die unzähligen kleinen Kobolde, welche um sie herum standen, tanzten und Unsinn machten. Es war wirklich unglaublich und so rein gar nicht mit der schrecklichen Szenerie von Pelgar zu vergleichen, welche sie nun endlich hinter sich gelassen hatten. Yann dachte auch schon nicht mehr zurück, viel zu viel waren hier die Eindrücke, die auf ihn ein stürmten.

"Heeee, ihr! Lasst uns am besten jetzt zu Adamm-Ra gehen und dann gleich was essen. Oder wollt ihr hier ewig rumstehen? Ihr könnt ja dort entscheiden, was ihr tauschen wollt. Kommt, komm!", ertönte die Stimme von Holter und der Junge schaute sich nach ihm um.

Der kleiner Kerl stand auf einer Erhöhung und winkte ihnen mit seinen nackten Füßen zu, da er gerade einen Handstand vollzog.
Ein breites Grinsen legte sich auf Yanns Gesicht, als er den Namen seines Ziehvaters vernahm. Ja, er wollte ihn unbedingt wieder sehen. Es war schon viel zu lange her, wo er ihn zuletzt gesehen hatte und dies war im Wald Neldoreth gewesen, bevor ihn die Kobolde wieder auf die Menschheit losgelassen hatten. So viel Zeit war seit dem vergangen und so viel hatte der junge Schelm schon erlebt seither.
Schließlich nickte er dem Kobold zu und machte den ersten Schritt zu ihm hinüber. Dieser war inzwischen schon zu Faro gekommen und lockte das Pony mit einem gigantischen Stück Zucker. Nun ja, für die normal Großen, war es wohl eher ein ganz normales Stück Zucker, aber für den geschrumpften Faro musste es riesig wirken und so war es wohl auch kein Wunder, dass das Tier dem Kobold bereitwillig folgte. Zwar kannte Yann ihn noch nicht so lange, aber doch hatte er bereits verstanden, dass Faro für Futter fast alles tat.

Er schloss sich ihnen an und folgte ebenfalls Holter und Faro durch die sich teilende Menge an Kobolden hindurch. Es schien fast so, als wollten sie ihnen den Weg säumen, so hatten sie sich aufgestellt und als Yann einen kurzen Blick zurück warf, stellte er fest, dass sich hinter Lyrien und Tahmo die Menge wieder schloss und sie ihnen dann ebenfalls nach kamen. Vorfreude breitete sich in dem Jungen aus. Sie gingen nun zu Adamm-Ra, seinem Ziehvater und endlich würde er sehen, wie sein Namensgeber wirklich wohnte. Schließlich kannte Yann nur die Baumhöhlen und anderen Verstecke der Kobolde im Neldoreth.
Dann endlich konnte man erkennen, wo ihr Ziel lag. Das Kobold-Haus bestand hauptsächlich aus einem Pilz, welcher wohl innen ausgehöhlt worden sein musste. Umgestülpte Blumentöpfe aus Keramik standen daneben und dahinter und wenn man die kleinen eingebauten Fenster sah, konnte man bereits ahnen, dass es sich dabei um weitere Zimmer des Pilzhauses handelte.

"Adamm-Ra, putz deine Gläser und guck! Ich hab dir was mitgebracht. Du hast doch einen Sohn gehabt, oder nicht? Hast mir nie gesagt, dass er so groß ist, haha!", begrüßte Holter den wirklich alt aussehenden Kobold, welcher aus einem der Pötte heraus schaute.

Nachdem sie endlich stehen geblieben waren, ging Yann neugierig in die Hocke, sodass er das kleine, verschrumpelte Gesicht und dicke Brille, welche auf der Nase des Kobolds saß, noch besser sehen konnte und ein schelmisches Grinsen, dass von Herzen kam, legte sich auf seine Züge. Gerade wollte er etwas zur Begrüßung sagen, da kam ihm aber der Alte zuvor.
"Ich wusste es", meinte er und grinste seinen Sohn ebenfalls an. "Hab's doch immer gewusst, dass du eines Tages aus deinen Kinderschuhen rauswachsen würdest. Bist zu groß für mein Haus. Aber bist du's wirklich, mein Yannilein?"

Yann erwiderte den Begrüßungsgruß, indem er sich mit seinem Zeigefinger ebenfalls gegen die Stirn tippte und nickte. "Ja, ich bins wirklich!", kicherte er und setzte sich einfach vor das Fenster. "Boah... ehhh... du siehst aber ganz schön anders aus. Seit damals sind aber noch ganz schön viele Falten in deinem Gesicht dazu gekommen. Hihihi. Aber du wirst nicht glauben, was alle passiert ist, seit ihr mich auf Wanderschaft geschickt habt. Aber erstmal stell ich dir meine Freunde vor." Yann drehte sich sitzend ein Stück, sodass er auf Lyrien und Tahmo zeigen konnte. "Das ist meine Freundin Lyrien und mein verkleinerter Freund Tahmo. Holter das gemacht, weil sein Pony sonst nicht in den Eingang des Tunnels von Pelgar gepasst hätte. Ach ja und das ist natürlich Faro, das Pony."

Während er die einzelnen Namen gesagt hatte, hatte der Rotschopf auch auf die jeweiligen Personen gezeigt, nicht damit sein Ziehvater noch irgendetwas durcheinander brachte, denn er konnte sich noch lebhaft an die Schussseligkeit von Adamm-Ra erinnern, welche den Kobold hin und wieder einmal heimsuchte.

[für Yann weiter in --> Besuch bei der Familie]
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Erzähler » Samstag 19. Dezember 2009, 11:07

Faro kümmerte sich nicht groß um die herzliche Begrüßung zwischen Yann und seinem ... Tahmo war sehr verwirrt darüber ... Vater. Er wandte sich an Lyrien und man merkte ihm sofort an, wie unangenehm es ihm war, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen. Lyrien aber kicherte. Sie kannte ja die Geschichte des kleinen Schelms. Also erklärte sie ihrem zu klein geratenen Gefährten: "Yann ist nicht sein leiblicher Sohn. Dieser Adamm-Ra hat ihn aufgezogen. Jedenfalls hat Yann immer erzählt, dass er von Kobolden großgezogen worden war. Allerdings war das im Neldoreth." Sie schaute sich um. "Sind wir in Höhlen unter dem Wald?"
"Aber nein!", meldete sich ein fremder Kobold. Er hatte Faros Zuckerstück in einen Korb gelegt. Das Pony konnte die Mahlzeit nun genießen und schleckte darüber wie ein Nagetier über einen Salzstein. Der Schweif schaukelte zufrieden hin und her. "Wenn ihr in den Neldoreth wollt, müsst ihr schon noch durch ein paar Tunnel kriechen. Urks liegen unter der Stillen Ebene."
"Achso." Lyrien schaute zur Decke hinauf. Über ihnen befand sich also das weit reichende Landstück, auf dem große Kriege geführt worden waren und nun jede Menge Gras über die Sache gewachsen war. Schon komisch, dass gerade über der Stillen Ebene ein so buntes und lautes Völkchen wie das der Kobolde lebte.

"Führen Tunnel von hier aus auch in andere Gebiete, außer dem Neldoreth und Pelgar?". erkundigte sich die Heilerin. SIe nahm Tahmo von ihrer Schulter und setzte ihn bei Faro ab. Dann streckte sie sich. Es war schon sehr nett von den Kobolden, dass sie ihre Gäste sein durften, aber Lyrien glaubte nicht daran, hier ein bequemes Bett in ihrer Größe zu finden. Kurz spielte sie mit dem Gedanken, sich auf Tahmos Größe schrumpfen zu lassen, verwarf ihn jedoch wieder. Ihre eigentliche Größe war ihr da doch lieber.
"Urks ist das Zentrum aller Tunnel", erklärte der Kobold, der bei Faro stand. "Wir können praktisch überall hin und wenn nicht, dann graben wir uns einen Weg. Willst du denn an einen bestimmten Ort, Großfrau?" Er schlug ein Rad - vielleicht war ihm danach. Lyrien schüttelte den Kopf. "Es gefällt mir hier. Ich bleibe erst einmal, danke."

Unterdessen unterhielten sich Yann und sein ZIehvater sehr herzlich. Adamm-Ra lachte, als Yann ihn auf seine Runzeln ansprach. "Haha, ich bin eben älter geworden. Aber nicht größer. Du schon. Aus meinem kleinen lachenden Kind ist ein richtiger Riese geworden!" Der Kobold rückte seine Brille zurecht. "Und jetzt kommst du deinen alten Kobi-Papi mal wieder besuchen und bringst gleich Gäste mit." Er schielte zu Lyrien und Tahmo. Das verkleinerte Pony schien ihn wenig zu interessieren, trotzdem wurde es auch von Yann vorgestellt.
Der Kobold griff in seine Wamstasche und warf etwas in die Luft. Sofort explodierten Dutzende kleiner Körnchen und ließen einen bunten Konfetti-Regen zu Boden fallen. An anderer Stelle riefen einige der ulkigen Bewohner, dass eine Party begann und schon war die Luft von heiterer Musik und Gesang erfüllt. Kobolde tanzten auf Vorsprüngen, Steinen und sogar ihren Häusern. Yanns Ziehvater lachte. "Wir feiern jetzt eure Ankunft. Deshalb müsst ihr ausnahmsweise einmal nichts zum Tausch hergeben und dürft essen, so viel ihr wollt." Er sagte das ganz bewusst, auch bei Yanns und Lyriens Größe.

Schon tauchten die Kobolde auf. Sie schleppten große Schüsseln herbei, die für sie ganze Wagenladungen darstellten. Darin befanden sich Äpfel, Nüsse, bunter Brei oder andere Leckereien. Kobolde klauten wohl ganz gerne aus Bäckereien der Städte, denn lecker aussehende Kekse, kleine Teigmänner und sogar Früchte im Blätterteigmantel wurden angeboten.
Lyrien griff herzhaft nach einem Stück Gebäck. Sie biss hinein und schon schleckte sie sich über die Lippen. "Das schmeckt großartig!", gab sie begeistert von sich.

Adamm-Ra kletterte auf Yanns Oberschenkel. Er hockte sich hin. "Deine Freunde können sich gern die Stadt ansehen. Aber du solltest erstmal bei mir bleiben und mir erzählen, was du so alles erlebt hast. Und warum kommst du mich jetzt schon besuchen? Ist die Welt so klein, hast du schon alles gesehen? Mir kam sie größer vor, als ich damals eine Reise gemacht habe. Oder hast du jetzt Sieben-Meilen-Stiefel?" Der Kobold plapperte ununterbrochen, Yann würde es schwer haben zu antworten. Er war von Adamm-Ra vollkommen eingenomenn.
Lyrien fragte unterdessen Tahmo: "Und was machen wir, nachdem wir gegessen haben?" Sie stopfte sich gerade ein paar Nüsse in den Mund.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Montag 21. Dezember 2009, 11:35

Tahmo war von Lyrien vorsichtig auf den Boden der Tatsachen wieder abgesetzt worden. Von hier unten, sah die gesammte Koboldstadt sogar noch gigantischer aus! Schade nur das sein Blick nun von den Häusern und Hütten der Kobolde eingeschrenkt wurde. Nun konnte er nicht mehr alles überblicken. Er schlenderte zu Faro hinüber, welcher inzwischen äußerst zufrieden an seinem gigantischen Zuckerstück schleckte. Gut, es war wohl nur ein normal großes Zuckerstück, das dachte sich auch Tahmo, aber Faro schien mehr als zufrieden damit.
Entspannt pendelte sein Schweif hin und her und wäre er eine Katze gewesen, so hätte er sicherlich geschnurrt. Mit einem lächeln klopfte Tahmo seinem Pony leicht auf den Hals, ehe er seinen Freund umarmte... was jedoch bei Faro nicht ganz so leicht war.

Aus den AUgenwinkeln bemerkte Tahmo wie die Kobolde ihn mit neugierigen Blicken beobachteten. Es war ein komisches Gefühl von so vielen beobachtet zu werden, ein wenig verlegen grinste Tahmo zurück, ehe er sich zu den Früchten, Nüssen, Gebäcken und diesen farbigen Breien trollte.
Von letzteren lies er die Finger. Tahmo widmete sich lieber den Früchten und Nüssen. Er schnappte sich eine Erdbeere sowie eine halbe Wallnuss und setzte sich damit auf den Boden.
Direkt neben Faro. Und erst jetzt als er in die Erdbeere biss, merkte er wie enorm hungrig er eigentlich war. Hastig futterte er weiter und achtete gar nicht mehr auf das was Lyrien, Yann oder die anderen Kobolde taten.
Erst als Lyrien den Blondschopf direkt ansprach, hielt dieser inne, schluckte hastig seinen Bissen hinab und guckte zu der Lichtmagierrin.
"Was wir machen?" Fragte er ein wenig verdutzt, "Oh, erm. Du mit mir, als wir beide? Öhhh..." Er blinzelte kurz, während sich die Gedanken in seinem Kopf gegenseitig jagden.
"... Wir könnten...Hmm..." Leichte verlegenheit ergriff ihn, weiter hatte er noch gar nicht gedacht als bis zum Essen. "... Uns ein wenig umsehen wenn du wills? Aber ich glaub da müsstes du fast so g...klein werdn wie ich." Setzte er kichernd hinterher.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Montag 21. Dezember 2009, 12:43

Lyrien lächelte. Tahmo wurde immer so verlegen, wenn er mit ihr sprach. Sie hielt ihn für schüchtern, aber das fand sie an ihm gerade sympathisch. Das machte ihn nett. Während er sich an einer Erdbeere gut tat - die auch ausreichte, um seinen Magen zu füllen - verputzte Lyrien munter mehrere Hand voll Nüsse. Sie tauchte sie in den bunten Brei und verzog genussvoll das Gesicht, als sie von ihrer kleinen Köstlichkeit abbiss.
"Was ist das?", fragte sie die Kobolde und zeigte auf die Schale. Diese kicherten aber nur und plapperten munter drauf los, dass es sich um Regenbogenbrei handelte. Darin stecke Magie und Kinderlachen und alle Freude Celcias. Die richtigen Zutaten wollten sie also nicht verraten, aber Lyrien hätte schwören können, dass viele bunte Früchte den Brei so süßlich schmecken ließen.

Nachdem sie gegessen hatte, wartete sie darauf, dass Tahmo ihr antwortete. Er wollte sich Urks ansehen und fügte noch an, dass dies wohl besser funktionieren würde, wäre Lyrien ebenfalls klein. Da hatte er Recht. Sie brauchte sich ja nur einmal komplett aufzurichten, um über die gesamte Höhle blicken zu können. Dann sah sie zwar Urks als solches, aber viele Details entgingen ihr vermutlich. Trotzdem hatte die Heilerin noch immer ein paar Hemmungen, sich auf Puppengröße schrumpfen zu lassen.
Holter, der irgendwo zwischen den anderen Kobolden hockte, plauderte munter von den Geschehnissen in Pelgar und wie es dazu gekommen war, dass er die Großlinge mit in ihre Heimat gebracht hatte. Dann unterbrach er sich, als er Tahmos Worten gewahr wurde und blickte zu den beiden hinüber. Faro ließ sich beim Fressen nicht stören.
"Ich könnte dich auch schrumpfen, Lyrieleinchen. Kein Problem, sag mir nur Bescheid."
"Ich weiß nicht", entgegnete die Heilerin. Doch dann schaute sie sich Tahmo an. Er war mutig gewesen und hatte sich verkleinern lassen. Sogar Faro war nun winzig. Beide fürchteten sich wohl nicht davor, dass es bei der Rückverwandlung Probleme geben könnte. Also fasste sie sich ein Herz. "Also gut, schrumpf mich auch."

Noch ehe sie mehr sagen konnte, vollführte Holter-di-Polter von seinem Platz aus dieselben Gesten, die er schon auf den Misthaufen, Faro und Tahmo gewirkt hatte. Bunte Lichter umkreisten Lyrien und plötzlich flatterten Schmetterlinge aus Papier auf. Bei jedem schien der Zauber ein wenig anders auszusehen. Die Wirkung blieb gleich. Lyrien schrumpfte. Sie kicherte dabei, weil es sehr kitzelte und dann fand sie sich Auge in Auge mit Tahmo wieder. Sie war ein bisschen kleiner als er, aber das bemerkte man kaum.
Lyrien tastete sich ab. Es war noch alles an ihr dran. Sie atmete erleichtert aus, ehe sie ihren Gefährten angrinste. "Na dann, machen wir uns auf den Weg." Ein letztes Mal drehte sie sich zu Holter um. "Würdest du Yann Bescheid sagen, falls er nach uns fragt?" Ihr Blick glitt kurz zum Schelm weiter. Dieser schien intensiv im Gespräch mit seinem Koboldvater zu sein. Er würde wohl hier bleiben und sich unterhalten. Tahmo und Lyrien hatten etwas Zeit, sich die Koboldstadt anzusehen.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Dienstag 22. Dezember 2009, 11:20

Tahmo stand mit breitem Grinsen vor Lyrien, als sie die Augen wieder aufschlug und ihre neue Größe überprüfte.
"Ha, nun bist du so groß wie ich... naja fast." Die Erbeere hatte er wohl nicht ganz geschafft und sie deshalb neben Faros Zuckerstück platziert.
Vielleicht mochte ja das Pony die Frucht noch essen. Wobei, wenn man Faro so ansah, man ihn sicherlich in der nächsten Zeit von dem Zuckerstück eh nicht
wegbekommen würde. "Wenn Faro so weitermach wirder bald selber aus Zucker sein."

Lyrien grinste Tahmo an, "Na dann, machen wir uns auf den Weg." fragte sie ihn. Und das war etwas was man Tahmo nicht zweimal fragen musste. Er machte
sich immer gern auf den Weg, denn wenn man sich bewegte kam man ja schließlich weiter und sah somit neue aufregende Sachen. "Klar, gern. Wo... wollen wir denn als erstes
lang gehen?" Grübelnd blickte er umher. Die Koboldstadt sah überall gleich aufregend aus und vor allem... gleich bunt.
"Hey wie wärs dalang?" Deutete er mit einem Fingerzeig auf eine Gasse zwischen zwei Schuhhäusern, die mit einer Robenärmelbrücke verbunden waren. Tahmo
freute sich das er ein wenig mit Lyrien herumwandern durfte, seine Abenteuerlust und den Drang neues zu sehen verstärkte diese Freude noch. Zudem war er doch
ein wenig Neugierig, vor allem was diese Lichtmagie betraff die Lyrien anscheinend beherschte. Er hatte bis vor kurzem von Magie immer nur gehört und nun, kannte
er sogar zwei Leute die zaubern konnten! Lyrien durfte sich sicherlich auf ein paar Fragen gefasst machen, sobald Tahmo jedenfalls etwas lockerer in ihrer Nähe wurde.
Sie schien auch ein klein wenig kleiner zu sein als er, einen Umstand den er erst jetzt bemerkte da sie fast nebeneinander gingen. Wie alt sie wohl war? Tahmo überlegte grübelnd,
jünger sah sie nicht aus aber älter auch nicht. Er konnte es nicht so gut einschätzen, was aber wohl hauptsächlich daran lag das er das in seiner Zeit im Fischerdorf nie tun musste.
Dort hatte er ja ab einem gewissen Alter einfach versucht die anderen zu meiden, gerade gleichaltrige. Somit hatte er auch eine dementsprechende Menschenknenntniss. Nun durfte man Tahmo jedoch nicht als naiv bezeichnen, denn das war er nicht, auch nicht als schüchtern, er war eher ein wenig in sich gekehrt, den Umgang mit anderen nich so gewöhnt. Nun war er aber gleich mit zwei anscheinend lieben Menschen unterwegs, Lyrien und Yann, es galt also viel nachzuholen für ihn, jedenfalls was soziale Dinge anging. Und Tahmos Neugierde half ihm dabei, er verspührte einfach den Drang seine neuen Freunde kennen zu lernen. Vielleicht sollte er Lyrien doch einfach mal nach ihrem Alter fragen, allerdings... vielleicht doch lieber ein andermal.

Der Blondschopf blinzelte, hoffentlich hatte man ihm seine Grübellei nun nicht angesehen.
"Ich frag mich echt wie die das ganze Zeug hier runter gebracht haben." Versuchte er hastig, staunend ein Gespräch zu beginnen, als sie zwischen den beiden Schuhen
hindurch gingen und dadurch die Stille die von ihm ausging während er verträumt am Grübeln war zu überspielen.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Kobold » Donnerstag 24. Dezember 2009, 00:19

Tahmo und Lyrien ließen Yann und Faro zurück. Der Schelm unterhielt sich noch immer mit Adamm-Ra und das Pony war vermutlich die nächste halbe Stunde damit beschäftigt, von seinem Zuckerstück zu schlecken. Außerdem hatte Tahmo ihm den Rest seiner Erdbeere hingelegt. Noch eine Köstlichkeit für das Pony. Es genoss die Koboldstadt Urks in vollen Zügen und auch Tahmo und Lyrien ließen es sich gutgehen.
Sie schlenderten zwischen zwei Schuhgebäuden hindurch, nachdem sich die Heilerin und Praktiziererin an ihre neue Größe gewöhnt hatte. Sie schaute nach oben. Eben noch hätte sie die Brücke - geschaffen aus einem Ärmel - mit Leichtigkeit nehmen und entfernen können. Nun war sie wohl derart leicht, dass sie selbst darauf laufen könnte. "Beeindruckend", ließ sie sich vernehmen. Tahmo wirkte nicht weniger beeindruckt. Er war ganz still geworden und sah nachdenklich aus. Lyrien grinste. Der blonde, junge Mann verlor sich wohl häufiger in Tagträumen. Es war nicht das erste Mal, dass er so abwesend wirkte. Das war selbst Lyrien aufgefallen.
Sie sagte dazu nichts, sondern schlenderte einfach still neben Tahmo her. Ihr Blick glitt an den vielen speziellen Gebäuden entlang. Teilweise erinnerten sie die Konstruktionen an einen Bildband, den sie in der pelgarischen Bibliothek einmal in die Finger bekommen hatte. Lyrien war nie selbst in Zyranus, der Magierstadt, gewesen, aber das Buch hatte ihr mit handgezeichneten Abbildungen deutlich gemacht, wie individuell der zyranische Baustil sein musste. Auch den Kobolden konnte man eine ganz besondere und eigene Architektur nachsagen.

Gerade spazierte sie an einem Haus vorbei, das früher einmal ein Hutständer gewesen sein musste und nun mit bunten Stoff umhängt als Zelt für eine ganze Großfamilie von Kobolden diente, als Tahmo aus seinen Träumen erwachte und Lyrien ein Gesprächsthema anbot.
Er fragte sich, wie die Kobolde all die Gegenstände wohl in ihre Höhle hatten bringen können. "Da bin ich auch überfragt", meinte Lyrien. "Vielleicht haben sie winzige Karren mit vorgespannten Mini-Ponys wie Faro." Sie kicherte und stellte sich gerade eine ganze Herde kleiner Faros vor, die man mit Zuckerstückchen an einer Angel dazu brachte vor einem Wagen herzulaufen und diesen durch die unterirdischen Tunnel zu ziehen. Ein Fantasiebild für die Götter, denn Faro war ein wirklich niedliches Pony in den Augen der jungen Frau.

"Ts, ts, ts, ihr wisst ja gar nichts!" Ein Kobold hatte ihr Gespräch belauscht, was bei weitem nicht schwierig gewesen war. Er besaß einen feuerroten Schopf und Sommersprossen, die sich über das ganze Gesicht verteilten. Seine Statur war eher schlaksig und die Gliedmaße erinnerten an lange Stöcke. Ebenso lang war auch seine Nase, welche er nun altklug Tahmo und Lyrien entgegenstreckte. Sein Zeigefinger tippte gegen das linke Nasenloch. "Wohl noch nie was vom Wühlmaus- und Meerschweinchen-Transport gehört, wie?"
Lyrien starrte den Kobold erstaunt an. Sie machte große Augen und noch ehe sie eine Frage stellen konnte, lachte der Kobold: "Wollt ihr unsere Lieblinge sehen? Wir halten sie im hinteren Teil von Urks. Nagut, nur die Wühlmäuse und ein paar Maulwürfe. Die Meerschweinchen nutzen wir ja nur an der Oberfläche. Sie wuseln überall in der Stillen Ebene herum, aber kaum jemand achtet auf die kleinen Quieker. Was ist nun, ihr Zauberer? Wollt ihr die Tierchen mal sehen? Wühlmaus-Reiten macht wirklich Spaß!" Der Kobold schlug ein Rad und tappste voraus.

Lyrien warf ihm einen neugierigen, wenn auch leicht skeptischen Blick zu. "Ich bin noch niemals auf einer Maus geritten." Tatsächlich nahm sich die Heilerin nicht einmal oft ein Pferd zum Reisen. Sie bevorzugte die Beine, welche die Götter ihr geschenkt hatten.
Dass der Kobold nicht nur sie, sondern auch Tahmo als Zauberer bezeichnet hatte, bemerkte sie überhaupt nicht. Lyrien N'ador war zu fasziniert von dem Gerücht, dass die lustigen Gesellen der Koboldstadt sich auf Mäusen und Meerschweinchen fortbewegten. Sie wollte das unbedingt sehen.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Sonntag 27. Dezember 2009, 18:11

Tahmo lachte laut und fröhlich auf, "Mini-Faros? Hahahahaha, ob die dazu überhaupt genügend Fressen haben?" Er schien sich königlich über den Gedanken zu amüsieren und so losgelöst lachen hat man ihn sicherlich schon lange nicht mehr gehört. Vielleicht lag es daran das dieser bunte Ort die Anspannung von Pelgar letztendlich vollends vertrieben hatte.
Aber man musste zugeben das die reine Vorstellung von einer Horde verkleinerter, immerhungriger Faros einen gewissen Witz besaß... oder auch Schrecken, zumindest für
Denjenigen der sie füttern müsste.
Wie Tahmo also so am Lachen war, bemerkte er gar nicht den Kobold der plötzlich fast wie aus dem Nichts herraus neben ihnen auftauchte.
Er hatte sie wohl aus den unzähligen kleinen Schlupflöchern in der Stadt herraus belauscht. Und genauso plötzlich wie der rotschopfige Kobold aufgetaucht war,
gab er auch seinen Senf dazu. "Ts, ts, ts, ihr wisst ja gar nichts!"
Tahmo räusperte sich kurz und wischte ein paar Lachtränen aus seinen Augenwinkeln, ein kurzer Seitenblick zu Lyrien dann ein etwas erstaunter Blick zu dem plötzlich
aufgetauchten Kobold. Und ehe Er noch Lyrien auch nur eine Frage stellen konnten, plauderte der Kobold mit wichtiger Mimik munter weiter.
"Wohl noch nie was vom Wühlmaus- und Meerschweinchen-Transport gehört, wie?" Erstaunen machte sich in Lyriens Mimik breit und das Erstaunen in Tahmos Gesicht
wurde nur mit Neugierde noch verstärkt.
"Wollt ihr unsere Lieblinge sehen? Wir halten sie im hinteren Teil von Urks. Nagut, nur die Wühlmäuse und ein paar Maulwürfe. Die Meerschweinchen nutzen wir ja nur an der Oberfläche. Sie wuseln überall in der Stillen Ebene herum, aber kaum jemand achtet auf die kleinen Quieker. Was ist nun, ihr Zauberer? Wollt ihr die Tierchen mal sehen? Wühlmaus-Reiten macht wirklich Spaß!"

Mit einem Radschlag an Vorsprung tappte der Kobold vorraus, wohl darauf vertrauend das er die Beiden so neugierig gemacht hatte das sie ihm folgen würden und... das hatte er wohl auch. "Ich bin noch niemals auf einer Maus geritten." Meinte die Heilerrin fasziniert und folgte dem Kobold, Tahmo zögerte jedoch ein wenig. Denn die Tatsache das der Kobold sie Beide als Zauberer bezeichnet hatte, lies Tahmo ein wenig stutzig werden vor allem in anbetracht dessen was ihm bisher alles wiederfahren war... Grübelnd kratzte er sich an seinem blonden Hinterkopf, so Kobolde konnten ja anscheinend zaubern. Aber konnten sie das Alle? Und, konnte man das fühlen wenn jemand anderes auch Zaubern konnte? Vielleicht könnte er selbst ja... Oder gingen alle Kobolde davon aus das jeder Zaubern kann? Blinzelnd schüttelte Tahmo seinen Kopf, Lyrien und der Kobold waren schon fast am anderen Ende von der Gasse. Er musste wohl oder übel später darüber nachdenken und vielleicht... ja vielleicht sollte er Lyrien fragen, in einer ruhigen Minute am besten.
"He, wartet!" Rief er den Beiden nach und folgte mit wehendem Umhang so schnell er eben konnte. Er sollte in nächster Zeit vielleicht einmal darüber nachdenken was er von seinen Klamotten immer tragen und was er nur tragen sollte wenn es der Situation entsprach.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Dienstag 29. Dezember 2009, 11:58

Lyrien wollte unbedingt wissen, wie es sich anfühlte, auf eine echten Maus zu reiten. Ob man sich an den putzigen, runden Ohren festhielt? Und wie bequem mochte es sein? Mäusefell war ja im Allgemeinen immer sehr weich. Sie hatte als Kind ihre Kammer oft mit Mäusen geteilt, das war nie zu vermeiden gewesen. Die Nager tauchten überall auf, um etwas zu stibitzen, aber Lyrien hatte ihnen ab und zu auch ein Stückchen Käse oder Brot bereit gelegt - ganz zum Verdruss ihrer Eltern, die daraufhin mit Mausefallen reagierten.
'Sie fressen uns irgendwann nochmal die Haare vom Kopf!', hatte ihr Vater oft gesagt, aber Klein-Lyrien verstand diese heftige Reaktion damals nicht und hatte in einer Nacht- und Nebelaktion die Fallen alle wieder eingesammelt. Sie mochte Mäuse und als Kind hatte sie ihre kleinen Freunde oft gestreichelt. Ja, sie besaßen ein kuschelig weiches Fell.

Die Heilerin wurde langsamer und blieb stehen, obwohl der Kobold nicht auf sie wartete. Sie schmunzelte. Jetzt fange ich auch schon mit Tagträumen an, so wie Tahmo. He, wo steckt der eigentlich? Suchend schaute sich Lyrien um. In direkter Nähe war der Blondschopf nicht zu entdecken, aber als sie sich umdrehte, sah sie ihn. Er lag noch ein ganzes Stück weiter zurück. Lyrien konnte jetzt aber auch nicht stehenbleiben und auf ihn warten, sonst verlor sie den Kobold aus den Augen. Dessen Vorsprung wuchs nämlich soeben auch beträchtlich.
"Nun komm schon, Tahmo!", rief sie ihm zu, winkte und setzte sich wieder in Bewegung. Tahmo gelang es zum Glück, immer wieder Lyriens flatternden, grauen Umhang zu entdecken. Dieser hatte auch schon bessere Zeiten gesehen, aber im Gegenzug bereits viele Abenteuer erlebt. Er musste dringend einmal gewaschen und am unteren Saum ausgebessert werden. Die schönen Verzierungen ließen sich kaum mehr als zauberhafte Symbole erkennen.

Schließlich gelangten beide bei den Koppeln der Wühlmäuse an, wenn auch mit zeitlichem Abstand zueinander. Lyrien hing schon halb über dem provisorisch gezimmerten Zaun. Einzelne Latten bestanden aus Streichhölzern, von denen man den Schwefelkopf entfernt hatte, kleinen Klammern gnomisch-bürokratischer Machart aus Zinn und sogar einem abgebrochenen Ende einer Zahnbürste. Dahinter hopsten die Mäuse über eine mit Sägemehl und Holzspähnen ausgelegte Koppel. In einer Ecke war ein Trog mit Wasser gefüllt und ein Berg aus Körnern herangetragen worden. Die Kobolde kümmerten sich gut um ihre pelzigen Freunde. Diese tollten gerade wild quiekend umher. Sie hatten eine Menge Spaß.

"Schau nur!" Lyrien war ganz begeistert. Sie beugte sich über den Zaun und tätschelte einer Maus das Schnäuzchen. Die Maus wackelte zufrieden dreinblickend mit ihren langen Barthaaren. Sie stellte neugierig die Ohren auf und musterte die geschrumpfte Heilerin aus großen, schwarzen Knopfaugen, in denen sie sich spiegeln konnte. "Ist das nicht wundervoll?" Lyrien ließ einen Moment von der Maus ab.
"Aber jetzt sag doch mal, warum du immer so abwesend bist. Träumst du viel oder denkst du nur über bestimmte Dinge nach? Darf ich davon erfahren?" Nicht nur Wühlmäuse waren neugierig.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Dienstag 29. Dezember 2009, 22:31

Tahmo beeilte sich nicht den Anschluss, oder in diesem Fall, Lyriens grauen Umhang aus den Augen zu verlieren. Er lag schon ein ziemliches Stück zurück, aber zum
Glück hatte er zwei Beine mit denen er wunderbar schnell rennen konnte. In der nähe des Fischerdorfes gab es einen sehr kleinen See ,mit einem grasbewachsenen Hügel
daneben und auf dem Hügel wuchs ein Baum. Oft war er, wenn der Wind durch die Krone des Baumes fegte mit den mitgerissenen Blättern um die Wette gerannt.
Er war zwar nicht sehr oft schneller gewesen, aber es hatte sich immer so angefühlt als würde er zusammen mit dem Wind laufen. Und Tahmo war wohl bei weitem nicht
langsam zu Fuß, er war allgemein ein recht schneller junger Mann. Vielleicht sogar schneller als so manch anderer. Vielleicht würden sogar manche Leute sagen er wäre
schnell wie der Wind selbst, aber das taten sie nicht. Was jedoch wiederrum daran lag und gelegen hatte das Tahmo nicht allzuviele Leute kannte die das sagen könnten.
Und die, die ihn im Dorf gekannt hatten, hätten das sicherlich nie zu ihm gesagt.
"Nun komm schon, Tahmo!"
Lyrien war scheinbar kurz stehengeblieben, wollte sie etwas nachsehen wo er blieb? Tahmo lächelte kurz, aber da drehte sie sich schon wieder weg um selbst den Kobold
nicht aus den Augen zu verlieren. Und Tahmo? Folgte mit Windeseile und wehendem Umhang hinterher. Ein zweimal strauchelte er sogar über seinen Stab, welcher in seiner Lederhalterrung quer auf seinem Rücken ruhte, ihm jedoch beim rennen dumm zwischen die Beine kommen konnte.

Ein wenig ausser Puste kam er wenig später aber in einem Stück, bei dem Kobold und Lyrien sowie dem Gatter für die Mäuse an. Die Heilerin hing schon halb über dem Zaun welcher hauptsächlich aus allen möglichen Holzteilen bestand: Zahnstocher, abgebrochene Kochlöffel, Holzteile die aus den Überresten des Mülls eines Tischlers stammen konnten und viellerlei anderer Dinge.
Schnaufend und mit roten Wangen lehnte sich nun auch Tahmo, oder eher, hing er sich mit seinen Achseln neben Lyrien über den Zaun. Sein Brustkorb hob und senkte sich, er musste wohl wirklich ausser Atem wirken. Aber eigentlich war ihm einfach nur zu warm geworden bei der Rennerrei. Bei seinen Wettläufen mit den Blättern hatte er immer nur sein langärmliges, weisses Hemd und seine braune Leinenhose und vielleicht auch einmal leichte Schuhe getragen - er mochte es eigentlich Barfuß im Gras zu laufen - aber niemals hatte er darüber noch eine knielange Wolltunika, dazu diese äußerst stabilen Lederarmschienen die ihm bis zu den Ellbogen reichen und dann noch seine Lederstiefel und den dicken Wollumhang. Gut, die Stiefel waren praktisch, sie bestanden aus leichtem Leder, nur die Sohle war verstärkt, waren mit blauem Leinen umwickelt und allgemein sehr angenehm sowie weich und ellastisch.
Man konnte gut in ihnen rennen und sie gaben auch den nötigen Halt auf dem Boden. Aber dennoch, ihm war warm! Demnächst musste er wirklich seine Klamotten in Reisegewandung und normaler Gewandung aufteilen. Zusätzlich kamen dann ja auch noch sein Stab und der Rucksack dazu. Tahmo sah sich also einem ausgewachsenen Abenteurer Problem gegenüber, eines von vielen das sicherlich noch folgen würde...

Aber nun, Tahmo rann eine Schweißperle vom Ansatz seiner zerzausten Frisur hinab über seine rechte Schläfe, war es Zeit sich die ganzen Mäuse an zu gucken. Sein Blick schweifte also über die Koppel welche wirklich großzügig mit Holzspähne ausgelegt war. Wiedereinmal musste Tahmo amüsiert die wohl leicht diebische Ader der Kobolde feststellen. Die Spähne stammten sicherlich von demselben Tischler wie auch der ganze Rest. Quitschvergnügt, ein Wort das den fröhlichen Gemütszustand einer Maus sicherlich am passendsten beschreibt, tollten die putzigen Kerlchen über ihre Koppel. Der Blondschopf fand den Anblick durchaus ziemlich niedlich.
"Schau nur!"
rief Lyrien neben ihm aus und Tahmo schaute wie die Heilerin einer Maus das Schnäuzchen tätschelte. "Ist das nicht wundervoll?"
"Ja isses," antwortete Tahmo, welcher sich die Gelegenheit nicht entgehen lies um der Maus durch das Fell zu streicheln. Er hatte noch nie eine Maus gestreichelt.
"Man sind die weich, hätte ich gar nich gedacht." Stellte er auch sogleich erstaunt fest, während Lyrien von dem Nagetier abließ und den Moment nun ihrerseits nutzte um
Tahmo ein wenig auszufragen.
"Aber jetzt sag doch mal, warum du immer so abwesend bist. Träumst du viel oder denkst du nur über bestimmte Dinge nach? Darf ich davon erfahren?"
Fragte sie den Blondschopf neugierig. Tahmo lies ebenfalls von der Maus ab und guckte zu Lyrien hinüber. Und so wie man sehr oft in seiner Mimik lesen konnte, sah man
ihm wohl auch jetzt an das bisher sicherlich niemand solch eine Frage an ihn gestellt hatte.
Deswegen war auch Tahmos anfänglich leichtes zögern in der Antwort nicht verwunderlich denn, was sollte er darauf nun nur sagen?
"Eeeerm..." fing er den Satz an, während seine Gedanken wie kleine Winde durch seinen Kopf fegten und aus allen Ecken Wörter für eine Antwort zusammenpuzzelten.
"Also ich, keine Ahnung. Bin Abwesend? Erm, najah... ich denk manchmal nach über Sachen... oder Leute... Dinge oder so.. die ich so sehe. Und frag mich halt dann Zeug
dazu weist du?" Er versuchte sein anfängliches Stocken mit einem Lächeln zu kaschieren, "Also, eigentlich, oftmals denk ich über was nach und komm zu keiner Antwort und
denk mir dann ich muss es später rausfinden oder... irgendwann mal jemanden fragen oder schaun wo sowas steht."
Solangsam fing er an sich warmzureden, was Tahmo wohl musste. Er war eben nicht der Gesprächige Typ, obwohl er sich sicherlich gerne mitteilte, aber das musste
wohl alles mit der Zeit erst kommen. "Früher, also wo ich herkam, hab ich einfach anderen zugehört oder hab mir ein Buch gesucht wo sowas drinnsteht. Najah und wenn
da nix stand, hab ich versucht es mir selber zu beantworten indem ich darüber nachdachte."
Er zögerte kurz, sollte er sagen was ihn Seit Pelgar so beschäftigte? War das nun ein richtiger Zeitpunkt?
"Hmmmm...Lyrien? Iich, denk' da zum Beispiel schon seit Pelgar über was nach was.. najah, is was, was ich komisch find..."
Sein Kopf dreht sich wieder zu Lyrien hin und in seinem Blick sah man das er wohl warten würde bis die Heilerin das ok gab um sich die Sache anzuhören.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Mittwoch 30. Dezember 2009, 23:54

Die Blicke der beiden noch jungen Freunde trafen sich. Lyrien lächelte Tahmo an, schaute allerdings auch fragend. Er druckste herum, zögerte und suchte so anscheinend nach etwas Zeit, um die Frage zu beantworten. Hatte sie da möglicherweise etwas angesprochen, das unangenehm war?
"Träumerisch zu sein ist nichts Schlechtes", fügte die Heilerin an. Sie fürchtete, dass sie Tahmo mit ihrer Feststellung gekränkt haben könnte, doch endlich begann er zu sprechen. Und wie sie aus seinen Worten heraus hören konnte, hatte man ihm das wohl nie zuvor mitgeteilt. Er wunderte sich ja wirklich darüber, dass sie ihn als abwesend bezeichnet hatte! Merkte er denn nicht, wie oft er einfach nur träumerisch da stand, ihm das Haar ein wenig in die Stirn fiel und seine Augen so nachdenklich wirkten, dass ein Maler Stunden gebraucht hätte, um diesen Ausdruck auf seine Leinwand zu bannen?

Jetzt erzählte Tahmo weiter und Lyrien bekam immer mehr das Gefühl, dass er nach und nach auftaute. Ja, er plauderte munter, sie lauschte interessiert. Es war bisher nicht vorgekommen, dass Tahmo in ihrer Gegenwart so viel gesprochen hatte. Nun, das mochte vielleicht auch an Yann liegen. Sie mochte den Schelm, aber er konnte schon eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen und manchmal eine richtige kleiner Plaudertasche sein. Da kam so ein stiller Mensch wie Tahmo ja kaum zu Wort.
Lyrien musste grinsen, als sie sich dessen bewusst wurde. Yann ist schon ein Komiker. Und Tahmo? Der dachte viel nach, sehr viel. Er beschäftigte sich offensichtlich gern mit Dingen, die er sah oder erlebte. Und er versuchte, sie aus vielen Blickwinkeln zu erörtern, sich selbst die Antwort zu geben, die er vorher noch nicht einmal erahnte. Er nahm sich wirklich viel Zeit, über Dinge, Personen und Ereignisse zu grübeln. Scheinbar gingen sie ihm vorher nicht aus dem Kopf.

"Hmmmm ... Lyrien? Ich denk da zum Beispiel schon seit Pelgar über was nach, was ... najah, is' was, was ich komisch find..." Lyrien schaute ihn an. Aus dem Nur-Hinsehen wurde ein Starren und plötzlich färbten sich ihre Wangen rot und die Ohren rosa. Sie blinzelte, ehe sie rasch die Wimpern niederschlug. Lyrien stieß überrascht Luft aus. Das hätte sie gewiss nicht von Tahmo gedacht. Sofort starrte sie ihn wieder an, musterte ihn. Er war doch sicherlich jünger ...
"Tahmo, also ... nun, das ... es ist ja niedlich, dass du ... also ..." Jetzt war es an ihr, zu zögern und zu stammeln. Schließlich nahm sich die Heilerin aber zusammen. Sie durfte ihm jetzt keine falschen Hoffnungen machen. "Ich kenn dich doch noch gar nicht so lange. Ich weiß nicht, ob ich diese ... Gefühle erwidern könnte. Lass uns nicht vorschnell sein, vielleicht entwickelt sich garnichts und ... dann wärst du unglücklich. Auch wenn ich mich sehr geschmeichelt fühle, denn du bist wirklich ein süßer Junge." Sie kicherte verlegen.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Donnerstag 31. Dezember 2009, 12:52

Tahmo glotzte von einem Mal zum Anderen ungefähr so wie ein Troll dem man Erzählte das er eigentlich eine verzauberte Prinzessin und seine Eltern Elfen sind.
Er öffnete den Mund und, mache ihn wieder zu. Hatte er sich eben verhört? Nein, ganz sicher nicht! Es kam ihm vor als würde alles um ihn herum plötzlich still stehen
und für den Bruchteil einer Sekunden taten das sicherlich auch seine Gedanken, ja er holte nicht einmal mehr Luft.
Hatte Lyrien da gerade genau das gesagt was er meinte das sie es gesagt hatte? Er fand sie nett ja, aber bisher nicht mehr oder weniger zumal er gar nicht
an irgendwie sowas gedacht hatte, oder?

Das war peinlich, sehr peinlich, enorm peinlich. Mit Abstand wohl das Peinlichste was Tahmo in seinem gesamten bisherrigen Leben erlebt hatte. Ein paar Sekunden verstrichen,
ehe er knallrot im Gesicht anlief, ein röteres Rot als es die Haare vieler Kobolde war! Seine Kehle fühlte sich enorm trocken an und er hatte keine Ahnung was er nun
tun sollte! geschweigedenn, was man da nun antworten sollte! Wollte er doch ursprünglich auf ein ganz anderes Thema hinaus.
Ruhig bleiben Tahmo, ruhig bleiben. Tief durchatmen. Oh bei den Göttern...
"woah Lyrien!" Platzte es aus ihm herraus, wobei er überrascht klang.
"Iiiich.... du....also...uhm...oh man.... " Er schluckte kurz, jetzt ging es darum die Situation nicht noch peinlicher und dümmer werden zu lassen. Vielleicht,
er sollte das einfach überspielen! Genau, war wohl das beste.
"Iiiich...mir ist nur.... ich wollt was ganz anderes sagen!" Sie fand er war ein süßer Junge, sollte er sich nun geschmeichelt fühlen? Tahmo wusste es nicht, er fühlte
nur wie ihm der Schweiß den Nacken runterrann, wahrscheinlich hatte er nun auch ganz nasse Hände.
Mit verlegenen Gesten versuchte er seine Worte zu unterstreichen. "Iiich wollte...also..."
Er atmete tief durch drehte sich weg und starrte auf die Weide, ehe er erneut durchatmete und die Augen schloss.
Erst einmal wieder Ruhe finden, sonst kippte er womöglich noch aus den Schuhen, bei soviel Aufregung.

Ein paar Minuten vergingen wohl, was der allgemeinen Lage sicherlich gut tat und das Ganze somit an 'Spannung' verlohr. Er konnte allmählich wieder klar denken,
wobei das Rot von seinen Wangen schlichtweg nicht weichen wollte. Und gerade da er ein hellerer Typ war, konnte man es gut sehen wenn er rot wurde. Vor allem wegen seiner Sommersprossen, die dann besonders hervorstachen wenn die Verlegenheit in gepackt hatte.
"Eeerrm... iich wollt' eigntlich was über Magie fragen." Murmelte er schlieslich ein wenig verlegen, mit einem kurzen Seitenblick zu Lyrien. Wie unangenehm das alles war.
Die Worte allerdings das sie fand er sei süß, schwirrten weiterhin durch seinen Kopf. Soetwas hatte noch nie jemand zu ihm gesagt und schon gar keine Frau.
Mit recht verunsicherter Körperhaltung lehnte er weiterhin am Weidezaun und wartete angespannt Lyriens Reaktion auf das Ganze ab. Selbst hatte er keinerlei Erfahrung was derlei Liebesdinge oder soetwas anging, er glaubte das nun alles mögliche passieren konnte.
Und während er so wartete was nun passierte, tanzte ein Teil seiner Gedanken schon wieder weiter. Was wenn er Lyrien nun doch auch in irgendeiner Art und Weise niedlich oder, wie hatte sie gesagt? Süß fand. Was wenn er selber das aber bisher gar nicht mal gemerkt hatte, ging soetwas? Sein Herz klopfte, aber diesesmal nicht aus Verlegenheit oder Aufregung. Auf seiner Unterlippe kauend musterte er das Holz des Zaunes an dem er lehnte, ihm war nun ziemlich warm.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Samstag 2. Januar 2010, 17:19

Ohje, hatte sich Tahmo denn wirklich Hoffnungen gemacht? Lyrien starrte ihn an. Er schaute wirklich getroffen ... nein, seltsam. So guckte doch niemand, der sich nach vielem Herumdrucksen plötzlich traute, einer Frau seine Zuneigung zu gestehen. Tahmo wirkte vielmehr überrumpelt. Lyrien verstand nicht. Er hatte sie doch auf das Thema angesprochen! Sie war verwirrt und Tahmo regte sich überhaupt nicht mehr. "Äh..." Lyrien schaute ihn weiterhin an. In dem Blondschopf ging etwas vor. Etwas drang in seine Züge hinauf: Röte. Tahmo lief knallrot an, er leuchtete richtig.
Im Hintergrund fiepten die Wühlmäuse. Sie versammelten sich am Gatter und streckten neugierig ihre Schnuffelnasen nach vorn. Lange, silbrige Barthaare wackelten und kitzelten die Heilerin an den Armen. Aber Lyrien konnte den Blick nicht von Tahmo nehmen. Der Junge wurde sogar noch röter.
"Woah, Lyrien!" Er klang so furchtbar überrascht. Vielleicht hatte er eine Ablehnung nicht erwartet. Mitleid stieg in Lyrien hoch, am liebsten hätte sie Tahmo jetzt in ihre Arme gezogen und getröstet. Ach, der Arme hatte sich ja wirklich Hoffnungen gemacht! Und bald würde Kummer ihn überschatten. "Oh, Tahmo. Das würde doch..." Sie brach ab. Er wusste sicherlich selbst, dass sich zwischen ihnen keine große Liebesbeziehung entwickeln würde. Er war doch viel zu jung. Älter als Yann zwar, aber doch immer noch zu jung für Lyrien. Sie sah in Tahmo keinen romantischen Liebhaber, der ihr Herz im Sturm erobern könnte. Sie sah in ihm Tahmo, nur Tahmo. Ein junger Mann, der ihr durchaus so sehr ans Herz wachsen könnte wie ihr kleiner Schelm - freundsschaftlich, geschwisterlich vielleicht, aber doch nicht auf diese Weise.

"Iiiich ... mir ist nur ... ich wollt was ganz anderes sagen!" Lyrien starrte. Unglauben machte sich in ihrem Innern breit, aber auch eine enorme Erleichterung. Mit großen Augen glotzte sie Tahmo an - Augen, in denen man sich durchaus verlieren konnte. Ihr Mund formte sich und sie hauchte nur ein einfaches: "Oh." Dann lächelte sie und lief schließlich auch etwas rot um die Nase an. Mit Tahmo war ihre Verlegenheit nicht zu vergleichen.
Sie lächelte unsicher. Ein Missverständnis. Es war nur ein Missverständnis! Tahmo hatte vermutlich nicht einmal in diese Richtung gedacht. "Das ... ist peinlich", stammelte sie herum und senkte den Kopf. Sie bedeckte ihre Wangen mit beiden Händen. Diese fühlten sich entsetzlich heiß an. Sie glühte wahrscheinlich. "Sehr peinlich."

"Eeerrm ... iich wollt' eigntlich was über Magie fragen." "Achso." Lyrien atmete tief durch. Sie versuchte, die unangenehme Situation zwischen ihnen beiden für unwichtig zu halten. Es war doch nicht schlimm, man konnte sich jederzeit sagen, wie man einen fand. Und sie mochte ihn ja. Tahmo erwartete keine Liebelei zwischen ihnen, ebenso wenig wie sie selbst. Es war also nichts passiert. Er wollte nur etwas über Magie fragen.
"Nur über Magie", wiederholte sie ihre wirren Gedanken. Dann fand Lyrien ihre Selbstbeherrschung wieder. Sie trat an den Zaun heran und schaute die Wühlmäuse an. Den Blick auf Tahmo zu richten, brachte sie jetzt im Augenblick einfach nicht fertig. "Äh ... dann frag ruhig. Ich bin keine Expertin, aber vielleicht kann ich dir helfen." Sie atmete erneut tief durch. "Und das ... andere ... das vergessen wir einfach, ja?"
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Montag 4. Januar 2010, 10:55

Lyrien schien das Ganze wohl genauso peinlich zu finden wie Tahmo selbst. Eine Tatsache die ihn allerdings nicht wirklich beruhigte.
Da kam ihr Vorschlag das Ganze einfach zu vergessen gerade recht, war wohl besser so. Wie war Lyrien nur auf die Idee....
Tahmo schüttelte seinen Kopf, nein er sollte auch nicht darüber nachdenken wenn er das Ganze einfach vergessen wollte.
War wohl doch nicht so leicht, also schnell ein anderes Thema zum reden finden!

Er räusperte sich kurz, seine Wangen glühten noch immer, "Also... erm... Magie." Tahmos Blick ruhte weiterhin
auf den Mäusen innerhalb der Weide, "Kann.... kann jeder Zaubern lernen? Oder, also is es möglich das man
Zaubern kann... ohne das mans weis?" Seine Fragen wirkten nachdenklich, sie mussten ihm wohl schon längere
Zeit im Kopf herumschwirren. Tahmo riskierte einen kurzen Seitenblick zu Lyrien, sie war ebenfalls recht rot im
Gesicht und schien es ebenfalls zu meiden ihn anzugucken. Der Blondschopf senkte kurz seinen Blick, sie fand ihn
tatsächlich süß und sosehr er sich auch anstrengte aber... das konnte er sicherlich nicht einfach so vergessen.
Ihn hatte bisher noch nie jemand süß gefunden!

Der junge Abenteurer atmete tief durch, wer hätte den ahnen können das er so schnell in allerhand Abenteuer stolperte,
kaum das er seine Füße einige wenige Schritte weg vom Fischerdorf gelenkt hatte. Wo es vorher nur einen ruhigen See
zum nachdenken, Blätter denen man hinterherjagen und einen Dachboden über dem Wirtshaus gab auf dem man allerhand
an Plauderreien aufschnappte, gab es nun Drachen, Untote, Kobolde, eine unterirdische Stadt, Magie, einen bunten Schelm,
zwei Kopfgeldjäger die ihn jagden und eine Heilerrin die ihn süß fand.
Vielleicht sollte er ein paar Tage hier bleiben, sich ein wenig umsehen, sicherlich gab es auch hier enorm viel zu entdecken
und dann erst weiterreisen bis er alles neue verarbeitet hatte.

Sein Blick wanderte wieder nach vorne, er hatte sich mit denen Unterarmen auf dem Holz des Zaunes abgestützt, sodass seine Hände frei in der Luft hingen.
Ein Maus schnupperte daran und kitzelte ihn mit ihren Barthaaren.
"In Pelgar... sind paar ziemlich komische Sachen passiert die ich mir selber nicht so ganz erklären kann vor allem, hat mich der
Kobold... hm... können andere Zauberer es irgendwie...hm... fühlen wenn jemand zaubern kann?"
Nun wanderte sein Blick doch wieder zu Lyrien hin und er sah sie aus fragenden, grünen Augen an. Und Tahmo hatte
auffallend grüne Augen, man konnte fast meinen das sie in einem reinen Grünton erstrahlten ohne das irgend eine andere
Farbe das Bild trübte. Und es war nicht einmal ein besonders heller oder enorm dunkler Grünton, es war eher ein angenehmer
Mittelweg, ein beruhigendes jade-grün das eben die Verträumtheit oder Nachdenklichkeit in Tahmos Blicken jedesmal aufs neue unterstrich.
Und auch wenn sein rundliches Gesicht, mit den keck verteilten Sommersprossen auf den Wangen und Nasenrücken sowie den
verzottelt wirkenden, blonden Haaren ihn oftmals jünger erscheinen liesen als er in wirklichkeit war, so konnte man seinem nachdenklichen
Blick doch ein wenig das Gegenteil abgewinnen. Er war wohl, trotz der Tatsache das er sein bisheriges Leben in einem Dorf verbrachte und auch
einige Dinge aufgrund seines bisherigen Lebens schlichtweg noch nicht so genau wusste, gleichaltrigen dennoch von seiner Art wie er
dachte ein paar Schritte vorraus.
Langsam wich auch wieder die Röte von seinen Wangen, auch wenn er immer noch leicht verlegen war...
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Dienstag 5. Januar 2010, 18:06

Tahmo wechselte das Thema zur Magie. Lyrien atmete durch. Sie vergaßen die peinliche Situation wohl wirklich. Gut. Am besten war es wohl auch, nicht mehr darüber zu sprechen. Also konzentrierte sich die Magierin darauf, was Tahmo zu sagen hatte. Sie lauschte und schaute ihn immer noch nicht an. Langsam wich die Hitze aus ihren Wangen, vermutlich weil der Blondschopf nicht weiter auf das falsch interpretierte Liebesgeständnis einging. Lyrien bekam Gelegenheit sich zu beruhigen.
Auch Tahmo schaute nicht zu ihr herüber, er musterte die Wühlmäuse.

"Ich glaube schon, dass jeder zaubern lernen kann", meinte Lyrien schließlich, um die Frage ihres Freundes zu beantworten. Sie kratzte über das Holz des Gatterzauns. Ein kleiner Splitter geriet unter ihren Nagel und sie zupfte eifrig daran, um ihn aus ihrer Haut zu lösen. "Manche sagen sogar, dass in jedem Wesen Magie steckt. Mein Großvater hat das jedenfalls immer behauptet. Er hat gesagt: Lyrien! Hat er gesagt. Wenn du zaubern lernen willst, dann fang früh damit an, sonst verkümmert dir die Magie und du kannst sie nicht mehr nutzen. Deshalb glaube ich das. Jeder kann zaubern, wenn er früh genug anfängt."
"Oder, also ist es möglich, dass man zaubern kann ... ohne dass man's weiß?" Lyrien schaute auf. Ihre grünbraunen Augen fixierten Tahmo. Konnte er Magie wirken, ohne es zu wissen? Er würde nicht fragen, wenn es nicht ihn direkt oder einen seiner Freunde betraf und derzeit reiste er ja nur mit Lyrien, Yann und seinem Pony. Lyrien und Yann beherrschten Magie, sie wussten, dass sie zaubern konnten. Und Faro war ein Pony! Ponys zauberten nicht, jedenfalls glaubte Lyrien nicht im Traum daran, dass Faro Tahmo darüber informiert hätte, dass er plötzlich Magie in seinen Hufen spürte! Nein, lächerlich!
Sie musterte Tahmo lange und schweigend, bis auch er aufsah und sich ihre Blicke kreuzten.

"In Pelgar ... sind paar ziemlich komische Sachen passiert, die ich mir selber nicht so ganz erklären kann, vor allem, hat mich der Kobold ... hm ... können andere Zauberer es irgendwie ... hm ... fühlen, wenn jemand zaubern kann?"
"In Pelgar", wiederholte Lyrien, "komische Sachen ... hm ..." Sie war schon kurz davor, nachzuhaken, was Tahmo denn passiert sein mochte, dass er glaubte, magische Begabung zu besitzen. Doch mit dem Hinweis auf auf einen Kobold und Magie fühlen überrumpelte er sie. Lyrien verlor für einen Moment den Faden. Sie kratzte sich am Hinterkopf und wirkte nachdenklich. Dann aber grinste sie Tahmo aufmunternd an.
"Also, ich fühle nur meine eigene Magie, wenn ich jemanden heile. Aber wenn ein Kobold daran beteiligt war, dann fragen wir doch einen. Schließlich sind wir geschrumpfte Gäste in Urks!" Sie lachte. Diese Frau schaffte es irgendwie sehr häufig, dunkle Gedanken zu vertreiben. Vielleicht lag es am lichtmagischen Gemüt. Lyrien wirkte selten verzweifelt und traurig.

Einen Augenblick lang schaute sie Tahmo an. Verlor sie sich etwa gerade in seinen Augen. Sie blickte ihn lange an, bis sie bemerkte, dass daraus ein Starren geworden war. Umso schneller drehte sie dann aber ihren Kopf. Schon winkte Lyrien einem der Kobolde zu. "Hallo, kannst du mal herkommen? Wir haben eine Frage!"
Der Kobold - ein kleiner Wicht mit dicken Pausbacken und blondem Stachelhaar, in das er viele Schleifen gebunden hatte, hoppelte wie ein Hase auf sie zu. Ihm folgte eine kleine Wühlmaus, die es auf ein Honigplätzchen abgesehen hatte, das der Kobold mit beiden Händen fest umklammert hielt. "Was gibt's, trarira?"
"Nun ... kannst du dir Tahmo einmal anschauen und uns sagen, ob du ... naja ... Magie spürst?"
Der Kobold runzelte die Stirn. Er setzte das Plätzchen ab, was sofort von der Wühlmaus in Beschlag genommen und abgeschleckt wurde. Dann trippelte der Kobold auf Tahmo zu. Er schaute ihn an, schnupperte an ihm und griff nach seinen Armen, um sie über den Kopf zu heben. "Atme mal tief durch!", befahl der Stachelkopf. Er drückte Tahmo auf den Bauch und kicherte. "Ich spür rein garnix. Ok, muss ich auch nicht, weiß ja, dass der Bursche zaubern kann."
"Du glaubst also, jeder kann zaubern?"
Der Kobold brach in Gelächter aus. "Nicht jeder, ihr seid aber komische Leute. Dumme Trolle können doch freilich nicht zaubern oder verschrumpelte Socken auch nicht, haha! Aber der da", er zeigte auf Tahmo, "ja, der kann's. Zumindest hat er magisches Talent. Scheint nicht sehr ausgeprägt, aber ist vorhanden. Der könnte also mal zaubern, trarira. Natürlich nicht so toll wie ich, haha!" Mit diesem Ausruf machte der Kobold einen Handstand und ließ glitzernde Regenbogen aus seinen Füßen fließen, die Lyrien und Tahmo umströmten und sich schließlich in bunte Lichter verwandelten, ehe sie sich auflösten. Lachend wackelte der Kobold auf seinen Händen zurück zu der Stelle, an der er sein Honigplätzchen vermutete. Doch da lag nur eingerollt eine dicke, kleine Wühlmaus mit vollem Bauch.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Donnerstag 7. Januar 2010, 11:59

Würden Tahmo nicht gerade tausend Dinge, allen vorran die Worte des Kobolds, durch den Kopf surren, dann hätte er sicherlich über die Erscheinung des kleinen Wichts geschmunzelt. Kobolds schienen wohl immer auffallend schräg zu sein, man konnte sich gar nicht vorstellen ob sie jemals traurig sein konnten.

"Nicht jeder, ihr seid aber komische Leute. Dumme Trolle können doch freilich nicht zaubern oder verschrumpelte Socken auch nicht, haha! Aber der da, ja, der kann's. Zumindest hat er magisches Talent. Scheint nicht sehr ausgeprägt, aber ist vorhanden. Der könnte also mal zaubern, trarira. Natürlich nicht so toll wie ich, haha!""
Mit ungläubiger Mimik stand Tahmo nun da und starrte dem Kobold hinterher wie dieser, so als wäre nichts gewesen, als hätte er gerade nur eine witzige Geschichte erzählt, auf seinen Händen zurück zu seiner Maus wanderte.
Tahmo hallten die letzten Worte des Kobolds immer noch im Kopf nach, er wurde ein wenig blass im Gesicht und um seine Nase herum, sein Herz schlug aufgeregt während er versuchte dem Chaos an Gedanken in seinem Kopf Herr zu werden.

"Oh man... heftig" war momentan sein einziger Kommentar zu der Sache. Langsam lies er sich an einem Zaunpfosten der aus einem in den Boden gesteckten Holzlöffel bestand, herrab sinken um sich ersteinmal, den Rücken an den Zaun gelehnt, zu setzen. Nun hatte er wirklich viel zu verdauen.
Bilder und Situationen aus den letzten Tagen, aus seiner Vergangenheit schoßen ihm in den Kopf. Dinge die er zum Teil schon damals aber auch nun erst im Nachhinein seltsam, komisch und unerklärbar gefunden hatte. Immer hatte er das Gefühl gehabt das Blätter in seiner Nähe mit ihm im Wind tanzen wollten, die Leute aus dem Dorf und selbst seine Eltern hatten immer nur den Kopf geschüttelt wenn er es ihnen erzählt hatte. SIe meinten er hätte zuviel Fantasie für den Sohn eines einfachen Fischers, er solle lieber Netze flicken statt zu Träumen.
Hatten ihn die Dorfbewohner vielleicht deshalb immer als so seltsam empfunden? Wegen der Dinge die hier und dort passierten und die sich keiner, selbst Tahmo, wohl erklären konnte? Tahmo hatte sich schon immer anders gefühlt, er wollte schon immer weg.... konnte er vielleicht wirklich zaubern, lag alles daran?
Oder... wie weit konnte man so einem Kobold überhaupt vertrauen? Was wenn der Wicht flunkerte und sich nun in einem stillen Eck über Tahmos Situation königlich amüsierte?
Andererseits, was war mit der einen Sache in der Gasse in Pelgar... Als der Untote angriff und plötzlich, wie aus dem Nichts, dieses Bild auftauchte?
Das war seltsam gewesen... Hatte er da vielleicht gezaubert? Ohne das er es wusste?

Tahmo seufzte ehe er den Kopf in den Nacken legte und sich mit den Händen durch sein Gesicht rieb. Es wäre spannend zaubern zu können, allerdings...
hatte er keine Ahnung wie es nun weiterging, was er nun tun musste. So verlohren war er sich noch nie vorgekommen.
Hilfesuchend wanderte sein Blick hoch zu Lyrien. Sein Leben hatte sich so sehr geändert in letzter Zeit und nun, kam es ihm vor als würde
es sich erneut weiter ändern. Seine Neugierde gegenüber der Magie schien sich momentan noch in Grenzen zu halten...
"Glaubs du, der hat recht?"
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Samstag 9. Januar 2010, 18:00

Kaum, dass sich der Kobold auf seinen Händen laufend aus dem Staub machte, sank Tahmo wie gelähmt an einem der Gatterpfosten herunter. Er polierte den Löffel, der als Pfosten diente, mit seinem Rücken und hinterließ eine glänzende, breite Linie. Darin spiegelte sich sein Hinterkopf, den er nun zurücklegte. Die Hände bedeckten einen Moment das Gesicht, rieben es, als wollte er sich zum Aufwachen bewegen.
Vielleicht war dies alles nur ein Traum. Eine weitere, dumme Tagträumerei. Vielleicht wachte Tahmo wirklich gleich auf, hockte am Fluss oder in einem der Fischerboote und durfte sich der verwirrten oder ungeduldigen Gesichter der Fischer gewahr werden, die seine geistige Abwesenheit bemerkt hatten. Dann setzte es wohl eine Standpauke.

Aber nein, kein Traum. Lyrien war noch da. Sie war dicht an Tahmo heran getreten und schaute nun auf ihn herab. Auch sie blickte ein wenig verwirrt. Der Blondschopf beherrschte also Magie? Neugier spiegelte sich in ihren grünbraunen Augen, zugleich aber auch fragte sie sich, ob der Kobold nicht spaßte. Diese Kerlchen waren ja stets für den ein oder anderen Witz gut. Vielleicht wollten sie Tahmo ärgern und amüsierten sich dann köstlich darüber, dass er sich möglicherweise falsche Hoffnungen machte. Immerhin befand er sich hier in Urks. Praktisch jeder Kobold war der Magie mächtig. Yann und Lyrien waren magiekundig. Tahmo ... nun, der war nur ein einfacher junger Mann. Oder doch nicht? Hatte der Kobold die Wahrheit gesprochen?

"Glaubs du, der hat recht?" Lyrien zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Aber vielleicht können die Kobolde uns helfen, das heraus zu finden. Wenn du magische Begabung besitzt, dann kannst du auch ... Dinge geschehen lassen. Und wenn du dein Talent beherrschen lernst, dann kannst du die Magie auch irgendwann kontrollieren."
Lyrien ging erst in die Knie und hockte sich im Schneidersitz neben Tahmo. Ihr Bein und ihre Schulter berührten seine. Sie war warm und strahlte eine beruhigende Ruhe aus. Dann legte sie Tahmo freundschaftlich einen Arm um die Schultern und zog ihn an sich heran. Scheinbar hatte sie die peinliche Situation von eben wirklich schon vergessen. Oder sie wollte ihn nur trösten, beruhigen, irgendetwas. Er wirkte wahrlich überfordert mit dieser Botschaft. So drückte Lyrien seinen Kopf dicht an ihre Brust und strich ihm fürsorglich über die Haare.
"Wenn es wahr ist, solltest du dich freuen. Zaubern ist eine schöne Sache." Ihr Herz schlug in einem ruhigen Rhythmus.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Tahmo » Sonntag 10. Januar 2010, 15:40

Tahmo saß weiterhin mit seinem Rücken an den Löffel gelehnt da, die Beine gerade ausgestreckt, sodass er nachdenklich auf die Spitzen seiner Stiefel gucken konnte.
Er bemerkte es nicht wirklich das sich Lyrien näherte, sondern hörte nur ihre Worte.
"Ich weiß es nicht. Aber vielleicht können die Kobolde uns helfen, das heraus zu finden. Wenn du magische Begabung besitzt, dann kannst du auch ... Dinge geschehen lassen. Und wenn du dein Talent beherrschen lernst, dann kannst du die Magie auch irgendwann kontrollieren."
"hmmmm...", Tahmo atmete seufzend aus, bei Lyrien klang das ziemlich unkompliziert und im Grunde war es das auch, er sollte sich eigentlich freuen!

Langsam und leise ging Lyrien neben dem jungen Blondschopf und nun wohl angehenden Zauberer, in die Knie. Tahmo blinzelte kurz als er bemerkte das irgendwas... oder... irgendwer sein Bein und Seine Schulter berührte. Und ehe er noch irgendwas sagen konnte hatte er auch schon einen Arm um seine Schultern und wurde von Lyrien herran gezogen.
Der Blondschopf spannte sich überrascht an als er sich im Arm von Lyrien wiederfand. Auf diese Art und Weise war er bisher wahrlich noch nie getröstet worden, was sagte man
in so einer Situation?
Tahmo lauschte auf als er Lyriens Herz nahe an seinem Ohr klopfen hörte, war er etwa...? Ein kurzes Schielen aus den Augenwinkeln bestätigte seinen Gedanken. Abermals
schoß ihm das Blut in den Kopf und rauschte in seinen Ohren. Sein Herz schlug ein wenig schneller und Lyrien musste vielleicht seine kurze Anspannung merken.
Eine Anspannung die jedoch allmählich wich als sie anfing fürsorglich durch seine Haare zu streicheln...

... Tahmo konnte nun wohl nicht leugnen das er das nicht mochte, er entspannte sich in Lyriens Arm und schien sich zu beruhigen. Es fühlte sich an als würde Lyrien durch das sanfte streicheln von Tahmos Kopf seine Gedanken ordnen und zur Ruhe kommen lassen, nebenbei beschehrte sie dem jungen Mann eine ordentliche Gänsehaut am Nacken und Rücken.
Tahmo seufzte wohlig, so nahe war er noch nie jemandem gekommen, geschweigedenn, auf diese Art und Weise getröstet worden. Lyrien hatte so etwas beruhigendes an sich, etwas friedliches. Zögernd lehnte Er sich ein wenig an sie, jedoch passte er auf ihr dabei nicht zu nahe zu kommen.
Vielleicht war es doch nicht so schlecht zaubern zu können, wer weis was er dadurch alles entdecken konnte! Vielleicht würde er ja ein großer Zauberer werden!
Und plötzlich schien die Situation nicht mehr halb so schlecht, ganz im Gegenteil, Tahmo erschien nun alles vollkommen sorgenlos. Es war gut so wie es war und, nun freute
er sich sogar das er vielleicht wirklich zaubern konnte.... sofern die Worte des Kobolds stimmten...

Lyrien hielt ihn wohl weiter in ihrem Arm, wobei Tahmo durch Lyriens Nähe sowie die Ruhe welche die Lichtmagierrin ausstrahlte, immer ruhiger und entspannter wirkte, auch wenn seine Ohren ein wenig rot waren... zögernd lehnte er sich ein wenig mehr an sie, aber wohl weiterhin bereit sich sofort wieder gerade hinzusetzen wenn er ihr zu nahe rücken sollte. Entspannt schloss er seine Augen, die Geschehnisse der letzten Tage zogen wie ein fader und müder Strom an ihm vorbei. Begleitet von dem Geräusch von Lyriens Herzschlag,
sowie dem beruhigend Gefühl das man hat wenn man den Kopf gekrault bekommt, schwebte Tahmo wie auf einer warmen Sommerbrise immer weiter weg, bis er schlieslich ruhig einschlummerte. Er verfiel in einen tiefen Schlaf, träumte von weiten Ebenen, dem blauen Himmel und davon wie er als Magier die wunderlichsten Dinge vollbrachte die man nur in Träumen tun konnte.
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Re: Ulkiges Urks

Beitragvon Gestalt » Montag 11. Januar 2010, 16:55

In Lyriens Arm und den Kopf an ihren Körper gelehnt fand Tahmo endlich einen Moment der Ruhe. Aus dem Moment wurden Stunden, in denen er friedlich schlummerte, eingelullt vom stetigen Rhythmus von Lyriens Herz. Im Traum konnte er nicht nur Erholung finden, sondern auch das eben Erfahrene verarbeiten.
So wirbelte er in einer Welt aus zauberhaften Farben und seltsam geformten Wolken umher. Einer Welt, in der bunte Blätter um ihn herum tanzten und ihn zu ihrem Reigenspiel einluden. Tahmo tänzelte in der Luft, seine Füße schwebten einfach so im Nichts. Er ließ sich von Wirbeln und unsichtbaren Schwingen tragen. Der Wind selbst trug ihn. Er offenbarte sich dem Träumer als eine sich immer wieder neu formende, kaum ersichtliche Gestalt. Einmal sah der Wind wie Yann aus, der Räder schlug und auf seinen Händen lief. Dann machte er einen Salto und landete als Lyrien, tänzelte um Tahmo herum und küsste mit sanfter Brise seine Wangen. Er nahm Faros Form an, knabberte an Tahmos Strähnen und zerwuschelte ihm die Frisur. Schließlich aber war es, als blickte der Blondschopf in einen Spiegel, der seine eigenen Konturen als grau-weiße Ränder zeigte, welche immer wieder verwischten. Er war der Wind und der Wind war er. Beide streckten sie im Traum die Hände nacheinander aus und als sie sich berührten, wurde Tahmo von einer Kraft und Energie erfüllt, die ihn noch bis ins Wachsein begleiten würde. War das Magie?

Lyrien hatte ebenfalls die Augen geschlossen. Auch sie war müde gewesen von der langen Reise bis ins Kobolddorf Urks. Bei den Wühlmäusen an der Koppel ließ es sich gut schlafen, selbst wenn man sich nur an einen Löffel lehnte. Ein Kobold hatte die Mäuse heraus gelassen und ritt nun auf einer umher. Dabei lachte und quäkte er, doch Lyrien ließ sich dadurch nicht stören. Sie kuschelte sich enger an Tahmo und die übrigen, freien Wühlmäuse kuschelten sich an sie. Um die beiden Geschrumpften hatte sich ein weicher Haufen aus grauem und braunem Pelz, Tasthaaren und rosa runden Ohren gebildet. Sie wurden warm gehalten wie ein Säugling in seiner Wiege.
Irgendwann aber kam der Kobold an, um die Mäuse zurück in ihr Gatter zu bringen und die nun fehlende Körperwärme ließ die Heilerin aufwachen. Sie gähnte und streckte sich. "Haben wir denn so lange hier gesessen und geschlafen?", fragte sie den Kobold. Der bejahte und lachte. "Besser ist's ihr geht zurück, sonst bekommt ihr doch nichts mehr von unserem Tanzabend mit."
"Tanzen?" Lyriens Augen begannen zu strahlen. Sie liebte Tanz und schöne Feste. Schade war, dass sie nun nicht auf einer Wühlmaus hatte reiten können, aber das ließ sich vielleicht noch nachholen. Eifrig tippte sie Tahmo gegen die Stirn, schüttelte dann an seiner Schulter. "He, wach auf. Die Kobolde veranstalten einen Tanzabend. Lass uns mitmachen, ja? Ich liebe tanzen. Na komm schon, Tahmo. Wir haben so lange geschlafen, du kannst nicht mehr müde sein."
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