Twickels Sortiment

Rugta besitzt keinen Marktplatz. Wer etwas kaufen möchte, besucht einfach den kleinen Laden des Zwergs Twickel. Er ist ein netter alter Zwerg mit dichtem grauen Vollbart und verkauft seine Waren zu guten Preisen.

Twickels Sortiment

Beitragvon Erzähler » Montag 16. März 2009, 11:41

Sethek kommt von Ein Schatten geht um (Seite 1)

Twickels Laden kam einem kleinen Marktplatz gleich, auf dem es allerdings nur einen einzigen Stand gegeben hätte - nämlich den des Zwergs. Dafür war dieser mehr als ausladend. Twickel besaß einfach alles, was das Herz begehrte: von einfachen Nahrungsmitteln, über Kleidung, Körbe und Werkzeug bis hin zu richtigen Waffen und Rüstungen. Man konnte sagen, der Zwerg besaß ein "Ich verkaufe einfach alles"-Geschäft.
Dementsprechend war es auch bis unter das Dach vollgestopft, als Sethek den Laden betrat. In einer Ecke türmten sich mehrere Flechtkörbe und kleine Holzfässer mit diversen Inhalten. Neben der Tür hatte jemand mehrere Einmachgläser mit Gurken augestellt. Sie verbreiteten trotz Verschluss einen würzigen Geruch.
Auf mehreren Tischen lagen Kleidungsstücke für den zahlenden Kunden bereit, jedoch besaßen die meisten von ihnen Zwergengrößen. Lediglich ein kleiner Haufen war für Tha'Roon und andere menschengroße Völker vorgesehen.
Twickel bot sogar lebende Ware an: In einem Käfig hopsten Mäuse munter umher und fiepten fröhlich. Wenigstens wurden sie gefüttert und zwar von Twickel persönlich. Der Zwerg mit dem grauen Vollbart sah allerdings nicht sehr glücklich aus. Um Hände und Füße schlangen sich Eisenschnallen, deren Kette in der Hand eines Dunkelelfen endete. Twickel, der Zwerg, war Gefangener seines eigenen Ladens. Weil er das Sortiment nun einmal am besten kannte, hatte man ihn nicht zu den anderen Siedlungsbewohnern in deren Wohnhäuser gesperrt, sondern ließ ihn seiner Arbeit weiterhin nachgehen. Zwei Dunkelelfen bewachten ihn und ließen ihn nicht in die Nähe von Zwergenwaffen und Rüstungen. Jener Bereich wurde zusätzlich von einem Warg und einem Ork bewacht. Letzterer hockte auf einem Fass und schlief. Sein Schnarchen hallte durch den Laden, brachte diverse Dinge zum Klirren. Niemand störte sich jedoch daran.
Der Warg, ein übergroßes Wolfsexemplar, hatte seine breiten Kopf auf dem Knie des Orks liegen und knurrte leise, als er Setheks Witterung aufnahm. Vielleicht roch er das Dämonische wie eine ihn umgebende Aura und spürte die Bedrohung und Gefahr, die von jenem Wesen ausging.

"Braucht Ihr etwas?", fragte einer der Dunkelelfen. Sie kannten Sethek vom Sehen. Einige Kameraden hatten erzählt, dass er ein gefährlicher Kerl sei, der Wachposten auf dem Gewissen habe. Vermutlich begegneten sie ihm nur aus diesem Grund neutral und ohne jegliche Beleidigung.
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Re: Twickels Sortiment

Beitragvon Sethek » Dienstag 26. Mai 2009, 17:18

Sethek ignorierte die Frage des Dunkelelfen zunächst. Misstrauisch schaute er sich in dem Laden um und schien die leicht muffige Luft, die wohl hauptsächlich aus der Richtung des Orks und seines Begleiters kam, in sich aufzusaugen. Er roch eine merkwürdige Mischung aus Dreck und Schweiß kombiniert mit dem Geruch von gegerbtem Leder und teilweise nicht mehr all zu frischen Essenswaren. Über das ganze legte sich ein Hauch des mild, würzigen Duftes von eingelegten Gurken, was das ganze doch einigermaßen erträglich machte. Doch da war noch mehr. Versteckt hinter den normalen Gerüchen erschnupperte Sethek einen wohl bekannten Duft. Sein Kopf folgte seiner Nase und drehte sich zu Twickel, der verstohlen auf die Ladentheke starrte.

"Dieser Duft! Er erinnert mich an etwas! Neben der unterdrückten Angst, ist da noch etwas. Nur ganz leicht! Kaum zu erahnen." "Es ist dieselbe Hoffnungslosigkeit, die du damals in mir spürtest, als wir uns Vereinigten! Sie ist noch schwach, doch sie beginnt bereits zu wachsen. Auch ich kann es spüren, doch verraten mir eher seine Augen wie es um seine Seele steht. Wieso fasziniert dich das alles so sehr Se'thek? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Was ist so besonders an Lebewesen, die ihre Hoffnung nach und nach verlieren?" "Sie beginnen im gleichen Maße wie ihre Hoffnung ihre Angst zu verlieren und spüren eines Tages nur noch Gleichgültigkeit. Diese einfachen Wesen, so sehr sie auch leiden und so schwach sie anfangs auch sein mögen, sind wohl die einzigen Geschöpfe Celcias, die irgendwann stark genug sind, mir vollkommen zu widerstehen. So wie du."

Seine Augen wanderten weiter über das Angebot, hin zu dem schlafenden Ork und seinem Warg, vorbei an weiteren Warenständen, bis zu dem Dunkelelfen, der ihn misstrauisch musterte und auf eine Antwort zu warten schien. Noch einen kaum merklichen Augenblick betrachtete Sethek den Dunkelelfen und besonders die Ketten, die er in den Händen hielt, ehe er ohne eine Mine zu verziehen mit düsterer Stimme antwortete.

"Haelra Alafay schickt mich. Mehr braucht ihr nicht zu wissen". Dann wanderten seine Augen erneut über die Stände und erspähten einige Dinge, die Sethek für nützlich erachtete. Er hob langsam aber zielsicher seinen Finger und deutete auf etwas Reiseproviant, Feuerholz und Zunder für ein Lagerfeuer, ein Seil, eine Decke zum schlafen und einem Reisesack zum verstauen seiner Waren. Dann wanderten seine Augen zu dem Warg, bzw. zu dem, was hinter dem Warg lag. Die Waffen, die dort fein säuberlich aufgereiht an der Wand lehnten oder auf Holztischen dargeboten wurden, sahen meisterlich verarbeitet und gut gepflegt aus. Nicht so wie sein Schwert, dass er schon öfter für seine Aufträge benutzen musste.
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Re: Twickels Sortiment

Beitragvon Erzähler » Dienstag 26. Mai 2009, 21:19

Die stahlgrauen Augen des Dunkelelfs, der Sethek eben gefragt hatte, folgten ihm. Er schwieg, aber seinem Gesichtsausdruck war eindeutig Ärger abzulesen, dass man ihn einfach ignorierte. Trotzdem schien er sich mit dem als Dämon bekannten Mitstreiter der dunklen Armee nicht anlegen zu wollen. Er blieb einfach nahe der Tür stehen, beobachtete Sethek und wartete, dass noch eine Antwort kommen möge.

Der Dämon hingegen schaute sich erst eine Weile um, doch dann wanderte der Blick zum gefangenen Zwerg. Twickel schaute ihn nur kurz an, dann senkte er mit mürrischem Blick den Kopf. Verzweiflung und Resignation strahlte der gedungene, korpulente alte Kerl aus. Aber da war noch mehr, Sethek kannte es von seinem Wirt. Dieser hatte auch nach jenen Ausdünstungen gerochen, nach verlorener Hoffnung.
Unter vielen Völkern sagte man sich, die Hoffnung stirbt zuletzt. Dunkelelfen antworteten auf diese Redewendung: Solange sie in unseren Zellen stirbt und keine Nachkommen gebären kann, soll es uns recht sein. Nein, Twickel hatte keine Hoffnung mehr, jedenfalls nicht bewusst. Insgeheim hoffte jeder, der sich von anderen hatte gefangennehmen lassen müssen. Ansonsten konnte man seinem Leben auch einfach ein Ende machen. Aber die Hoffnung, welche tief verwurzelt in der Seele eines Lebewesens steckte wie sein ureigener Instinkt, die existierte weiter. Und sie hatte nur eine Aufgabe, an die sich gehalten werden musste: Weitermachen. Twickel folgte dieser Weisung, ohne zu wissen, wer sie ihm gab. Er machte weiter, er vergab seine Waren und gehorchte seinen Peinigern. Dafür durfte er leben ... und irgendwann neue Hoffnung aufbauen.

Sethek wandte sich wieder dem Dunkelelf zu. "Haelra Alafay schickt mich. Mehr braucht Ihr nicht zu wissen."
"Hm", brummte der Wächter. Da hatte er seine Antwort, wenngleich sie karger ausfiel als erwartet. Aber er wusste tatsächlich etwas damit anzufangen. Dieser dämliche Priester! Jeder, der seinen Namen aussprechen kann, meint dadurch sofort für alles privilegiert zu sein! Der da ist nun schon der dritte hier. "Dann nehmt Euch, was Ihr braucht", knurrte er. Haelra schickte einfach zu viele Dunkelelfen und Verbündete auf eigene Faust los. Aber der Wächter war ein zu kleines Licht, um hier einen Aufstand zu starten. Er kannte den Priester bedauerlicherweise nicht persönlich.

Sethek entschied sich für mehrere Dinge, die ihm auf der Reise nützlich sein würden. Twickel musste sie alle für ihn zusammenstellen und in einem Reisesack verstauen, den sich der Dämon ebenfalls aussuchte. Nur zu den Waffen ließ man den Zwerg nicht gehen. Dafür war der Ork zuständig. Dieser hatte sein Nickerchen nun auch beendet und schaute dumpf aus kleinen Schweinsäuglein in den Raum. Geistesabwesend kraulte er seinem Warg über den Kopf.
"Gibt's alles umsonst", grunzte der Ork und schaute dann in Richtung des Zwergs. "Nicht wahr, du Stumpen?!"
Twickel wagte nicht zu antworten.

Sethek erhält:
  • Reiseproviant für 5 Tage
  • Feuerholz und Zunder
  • ein Seil
  • eine Decke
  • einen Reisesack
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Re: Twickels Sortiment

Beitragvon Sethek » Sonntag 31. Mai 2009, 15:37

Sethek beobachtete den Zwerg genau, als er seiner Pflicht nachging und das Gewählte einpackte. Nach und nach formte sich ein Lächeln auf seinen Lippen.

"Was hast du vor Dämon?, fragte Seth mit misstrauischer Stimme, doch Sethek antwortete seinem Wirt nicht und nahm den ihm dargebotenen Rucksack mit unverändertem Grinsen entgegen. Dann wanderte Setheks Blick wieder zu den Waffen und seine Mimik erlosch zu den normalen eiskalten Zügen. Noch ehe er sich diese richtig anschauen konnte, schien der Orkwächter sich angesprochen zu fühlen.

"Gibt's alles umsonst", grunzte er auf eine Weise, die Seth nur als abstoßend einstufen konnte, doch Sethek ließ sich davon nichts anmerken. Auch als der Ork sich zu dem Zwerg umdrehte und ihn ein paar Worte entgegen schmetterte, wartete der Halbdämon gelassen ab, bis ihm wieder die Aufmerksamkeit gehörte. Derweilen stieg der Zorn Seths auf den Ork so an, dass er sich kaum noch zurückhalten konnte.

"Bringt mir dieses Langschwert!", Sethek deutete auf ein neu geschmiedetes Exemplar, "Und den Zweihänder dahinter, mit der dunklen Klinge!"
Der Ork grunzte Sethek noch einmal böse an und ging dann in die Waffenkammer um die gewünschten Waffen zu holen.

"Töte ihn! Ich hasse solche Wesen! Töte ihn! Töte ihn! Töte ihn!", forderte Seth unterdessen immer lauter werdend. Sein Zorn auf den Ork hatte sich noch immer nicht gelegt. Die Erinnerungen, die Seth an die Orks in Morgeria hatte und wie oft er selbst derjenige gewesen war, den diese Kreaturen misshandelt hatten, trieben Seths Hass an. "Wenn sie wenigstens stark wären und es sich leisten könnten, doch sie sind erbärmliche Schwächlinge, die sich nur in der Gruppe stark fühlen. Sie sind es nicht wert zu existieren! Ich will, dass sie alle ausgerottet werden!", drängte Seth erneut, doch Sethek setzte nur erneut sein dämonisches Grinsen auf und wartete darauf, dass der Ork ihm die Waffen brachte.

Kurz darauf erschien der Ork mit den gewünschten Waffen und überreichte sie Sethek. Dieser zog sein Langschwert und legte es neben ihn auf einen Tisch mit Kleidungen, um Platz für sein neues Langschwert zu schaffen. Dann nahm er den Zweihänder entgegen. Es war kein besonderes Schwert, vielleicht war es sogar etwas schwächer als Andere, da es nicht perfekt ausbalanciert war, doch das Metall, das verwendet worden war, gab dem gesamten Schwert eine schwärzliche Färbung. Zusätzlich war der schwärzliche Griff reichlich verziert und der Knauf war in der Form eines Schädels geschmiedet worden. Zweifellos das Werk eines Zwergenschmiedes, der allerdings nicht zu den besten seiner Gattung zählte. Zufrieden schaute Sethek den Zwerg erneut an. "Ich brauche noch eine Scheide für diese Waffe, sodass ich sie auf dem Rücken tragen kann. Würdet ihr mir diese bitte holen? Ich bin mir sicher ihr wisst, welche hervorragend dazu passen würde."

Einen kurzen Moment zögerte der Zwerg verblüfft. Der plötzliche Wechsel der Sprache Setheks ließ ihn nichts Gutes erahnen. Doch dann begann er zu einem der Stände zu laufen und das geforderte zu holen.

"Nun, lasst uns schauen, wie gut diese Waffe wirklich ist.", sagte Sethek laut zu sich selbst, drehte die Waffe einige Male vorsichtig aber gekonnt und endete seine Vorführen damit, die Spitze des mächtigen Schwertes durch den Kopf des Wargs zu stoßen. Noch bevor der Ork reagieren konnte, schoss schwarzes Blut aus seiner Kehle. Die erschrockenen Dunkelelfen zogen ihre Waffen und starrten auf das, was sich vor ihnen abspielte. Seth schrie vor Vergnügen auf, als er das Blut aus dem Ork fließen sah und er röchelnd auf den Boden sank. Der Zwerg, der gerade dabei gewesen war, Sethek die Scheide zu bringen, verharrte auf der Stelle und starrte ebenfalls auf den Ork und seinen Mörder.
Sethek steckte in aller Seelenruhe den Dolch, mit dem er die Kehle des Orks aufgeschlitzt hatte, wieder an seinen Gürtel, zog den Zweihänder aus dem Kopf des Wargs und betrachtete es erneut. "Ich denke es ist gut genug für mich", sagte er zu sich selbst und bekräftigte seine Worte mit einem Nicken. Dann ging er zu dem Zwerg, nahm ihm die Scheide ab und legte sie sich zusammen mit dem noch blutigen Zweihänder an, bevor er sich zum Ausgang umdrehte und los lief.

"Jedes Lebewesen ist sterblich, auch die des dunklen Herrschers. Vergesst das nie!", sagte er zu dem Zwerg im vorbeigehen und ging unbewaffnet und mit sicherem Schritt weiter in Richtung Ausgang.

"Warum? ... Warum hast du das getan?" "Ich wollte dem Zwerg neue Hoffnung machen" "Warum?" "Nur wo Hoffnung ist, gibt es auch Furcht, sie zu verlieren!"
Zuletzt geändert von Sethek am Montag 1. Juni 2009, 11:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Twickels Sortiment

Beitragvon Erzähler » Montag 1. Juni 2009, 10:48

Mit gezielter Gelassenheit schob sich die Klinge durch den Schädel des Wargs. Dieser jaulte nicht einmal, denn ehe sein Gehirn die Reaktion dazu aussenden konnte, war das Leben aus ihm gewichen. Der Warg sank einfach nieder und sein Kopf klappte auf den Vorderpfoten zusammen. Der Ork konnte nicht minder schnell reagieren, aus seinem Hals spritzte schwarzes Blut, das wie Öl glänzte. Dafür verloren seine Augen deutlich an Glanz. So schnell konnte man eine Bestie dieser Größe ausschalten. Jedes Wesen besaß eine Schwäche ... auch Sethek, aber dieser würde es sich im Augenblick wohl kaum eingestehen. Ein Triumpfgefühl, Eindruck geschunden zu haben, überflutete ihn. Unterdessen strömte das Blut des Orks über die Klinge seines Dolches und färbte diese ebenso schwarz wie die Schneide des Zweihänders. Für jene Waffe entschied sich Sethek und ging auf den Zwerg zu, um einen Tragegurt einzufordern, mit dem er die Zweihandwaffe auf dem Rücken platzieren könnte.

Die Dunkelelfen starrten zum Dämon herüber. Dass soeben ein Ork mitsamt seines stinkenden Haustierchens verstorben war, war ihnen relativ gleichgültig. Eine Arbeitskraft weniger. Orks zählten bei Dunkelelfen nur wenig mehr als goblinische Sklaven. Sie waren bessere Kämpfer und daher in den Armeen geduldet. Manch ein Ork konnte sogar an Ansehen gewinnen, aber wenn sie sich einfach töten ließen, war das ihr Problem. Doch das Blut fraß sich langsam in den Holzboden und würde dort Flecken hinterlassen ...
"He, mach wenigsten hinter deinen Taten sauber!", knurrte einer der elfischen Wächter Sethek hinterher, aber dieser war schon aus der Tür heraus. Der Zwerg Twickel blickte ihm nach, mit Hoffnung im Herzen. Die Worte des Wesens hallten in seinem Kopf nach und er fragte sich, auf wessen Seite Sethek wirklich stand. Heute Abend aber würde Twickel mit neuem Feuer im Herzen zu seinen Mitgefangenen geschickt werden und Pläne mit dem Zwergenanführer Magron schmieden, wie sich Rugtas Einwohner aus der Unterjochung der dunklelelfischen Horden befreien und andere Städte warnen konnten. Möglicherweise gelang es mit der Hilfe der Tha'Roon. Wenn diese sich nur aus den Nebeln wagen würden und Hilfsbereitschaft zeigten, anstatt sich Opfer zu suchen, die sie geisterhaft über die Hügel treiben konnten.

Sethek ging das Ganze nichts mehr an. Er hatte bekommen, was er wollte und sich neu ausgerüstet. So würde die Reise nach Rumdett keinerlei Gefahren für ihn bedeuten. Zumindest er war davon überzeugt. Außerhalb von Twickels Laden erwartete ihn bereits wieder der Priester Haelra Alafay. Seine nackten Füße lugten unter der Robe hervor, auf der Faldors Abzeichen prangte wie ein böses Omen. Der Priester aber lächelte und hob seinen rechten Arm. Am Saum der Robe hing ein kleines, graues Geschöpf. Haelra brauchte es nur anzustubsen und es spreizte die ledrigen, kleinen Schwingen. Eine Fledermaus.

"Sie führt dich nach Rumdett. Ihr Name ist Blutzahn und auf diesen hört sie auch." Wie eine Bestätigung drehte die Fledermaus den Kopf und stieß ein leises Krächzen aus. Vermutlich war es für andere Artgenossen besser zu hören, denn diese bekamen höhere Frequenzen mit. Dunkelelfen und Mischwesen wie Sethek hörten da gerade mal das tiefere Krächzen. Blutzahn löste die Krallen vom Saum der Priesterrobe und flatterte um Haelras Kopf herum. Sie schwirrte wie eine desorientierte Motte, die Licht suchte, wo keines vorhanden war, aber Blutzahn schien genau zu wissen, wo sie hinflog. "Bringe Sethek nach Rumdett, zu deinem Herrn", befahl Haelra Alafay und scheuchte die Fledermaus mit einer raschen Handbewegung zum Rand des Dorfes Rugta.
"Nun folge ihr", richtete er seine Worte an den Halbdämon. "Diene uns, diene Faldor und Erfolg wird deine blutgetränkten Wege bescheinen." Eine alte faldorische Redensart, die nichts Anderes bedeutete als dass man Sethek Glück wünschte.

weiter im Reich der Dunsthügel (Topic darfst du eröffnen) ;)
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