Die Politik der Besatzer

Im komplett Holz vertäfelten Ratssaal werden alle wichtigen Entscheidungen, Probleme und anderes besprochen. Jeder kann teilhaben und seine Meinung dazu äußern. Das letzte Wort haben aber Magron und Aurin.

Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 24. Mai 2017, 08:54

"Was machen wir jetzt"?
, fragte Rumpel.
"Ich habe vorhin im Kerker Magron getroffen. Er meinte, wenn alles vorbei sei, sollte ich zu ihm kommen. Und wenn mich nicht alles täuscht, ist er da irgendwo."
Damit wies der Ingenieur auf eine kleine Gruppe von Rugtanern. Brovi stand auf und sah kurz seine Taschen durch. Die Pfeife war noch unbeschädigt – was Brovi angesichts der ihr innewohnenden Magie aber auch nicht anders erwartet hatte – und die Schriftrolle, die er an Baltos' Leichnam gefunden hatte, war nur ein bisschen plattgedrückt. Ansonsten waren da nur seine Schutzbrille und der Löffel; alles Andere war im Rucksack gewesen, der unter den Trümmern der Stadthalle begraben lag. Dem Zwerg kamen die Fluchpapiere in den Sinn.
Es ist ungünstig, dass die Tasche jetzt da unten vor sich hin gammelt. Mit den Röllchen wäre es sicher einfacher gewesen, den Leuten ihre Halsbänder abzunehmen. Aber immerhin kann die jetzt auch niemand mehr aktivieren, wir haben also jede Menge Zeit um eine Lösung zu finden.
Damit verstaute er seine Sachen wieder und hielt dem noch sitzenden Rumpel seine Hand hin.
"Kommst du?"
Sein Freund nickte und stand auf. Noch leicht schwankend und vermutlich genauso schlapp wie Brovi sich fühlen musste, wankten die beiden zu der kleinen Gruppe hinüber. Im Rund der Bürger fanden sie tatsächlich Magron, der gerade ein paar Leute einteilte um die Umgebung zu bewachen.
„...nicht überrascht werden. Keldor, Sigurt, ihr übernehmt die Nordseite, Luclin, Harald ihr den Westen, Rosa, Polux ihr bewacht den Norden und Fiona und Mathilde übernehmen die Ostseite.“
„Mathilde?!?“
Rumpels Stimme klang gebrochen, als er den letzten Namen wiederholte, sich nach vorne durch schob und sofort schälte sich eine Zwergin aus der Gruppe. Sie drehte sich langsam um und in ihrem Gesicht sah man Angst, Unglauben und einen Funken Hoffnung aufkeimen. Sie war dreckig, mehr oder weniger verletzt, wie fast jeder hier, aber ihre Augen leuchteten in dem hellsten und strahlensten Blau, dass Brovi seit langem gesehen hatte. Das war also Mathilde - Rumpels Frau? Rumpel stolperte auf sie zu und kurz sah es so aus, als ob sie sich in die Arme fallen würden, dann traf ihn ein harter Schwinger von unten und streckte Rupert Knulburbur nieder. Mathildes Gesichtsausdruck war milde gesagt, verwirrend. Einerseits starrte sie ihn voller Zweifel an, aber in dem Moment, da ihre Faust sein Gesicht getroffen hatte, hatte sie ihren Blick auf eben jenes Gewaltwerkzeug gesenkt und schaute nun verdattert ihren Mann am Boden an.
„Er... Ist er echt?...“
Verwirrt sah sie in die Runde und in manch einem Gesicht zuckte ein unterdrücktes Lachen. Sie fuhr sich verzweifelt durch die blonden Haare, die ihr wirr in alle Richtungen vom Kopf standen und im Nacken in einen wirren langen Zopf zusammen fanden. Sie sah sich hilfesuchend um.
„Hab ich grade meinen echten Mann nieder gestreckt?!“
In den hinteren Reihen brach jemand in lautes Gelächter aus und Mathilde trat näher an Rumpel um ihn zögernd noch einmal kurz mit der Fußspitze anzustubsen. Da ihr Fuß tatsächlich auf Widerstand stieß und sie davon überzeugte, dass er wohl keine Einbildung war, stieß sie einen spitzen Schrei aus und kniete sich sofort neben ihn. Sanft zog sie seinen Kopf in ihren Schoß und streichelte seine roten Locken.
„Rupert... Rupert! Komm wach auf! Rupert, mein Liebling!“
Magron lachte nun auch und kurz darauf fiel von allen Umstehenden die Anspannung der letzten Ereignisse ab. Es war ein befreiendes Lachen. Zu lange hatte sie es unterdrücken müssen. Sie schlugen sich gegenseitig auf die Schultern und lobten den kolossalen Haken von Rumpels Frau, die nur die Augen verdrehte. Mathilde schimpfte halbherzig, dass sie doch alle verschwinden sollten und der Anführer legte ihn die breite Hand auf die Schulter.
„Kümmere dich um deinen Mann. Ich finde schon Ersatz für dich.“
Er sah in die Runde und blieb an Brovi hängen.
„Du...“
Auch einige andere der Truppe sahen nun den Ingenieur an.
„Brovi, richtig? Kannst du noch kämpfen? Ach, Moment... Du ..und dein Freund... Ihr wart es die uns da unten raus geholt habt, oder?“
Nun sahen wirklich alle Brovi an.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Samstag 3. Juni 2017, 19:23

Verständlicherweise war Brovi etwas verwirrt, als er mit ansah, wie Mathilde ihren Gemahl niederschlug. Sein erster Gedanke war, dass sie wahrscheinlich noch eine irgendwie geartete Rechnung offen hatten, dass das nicht der Grund war, offenbarte sich aber aus dem was Mathilde nachher verlauten ließ:
"Er… Ist er echt? Hab ich gerade meinen echten Mann niedergestreckt?"
Nachdem sie sich noch einmal von Rumpels Substanzialität überzeugt hatte, kniete sich sich neben ihn. Unter den Umstehenden brach Gelächter aus: Die Anspannung der letzten Zeit und insbesondere der letzten Stunden begann von den Rugtanern abzufallen. Auch Brovi konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. Magron trat an die Frau heran und legte ihr eine Hand auf die Schulter.
„Kümmere dich um deinen Mann. Ich finde schon Ersatz für dich.“
Daraufhin sah er sich zwischen den Umstehenden um. Sein Blick blieb schließlich an Brovi hängen.
"Du… Brovi, richtig? Kannst du noch kämpfen? Ach, Moment... Du ..und dein Freund... Ihr wart es die uns da unten raus geholt habt, oder?“
Alle Augen richteten sich auf den Ingenieur.
"Ahm, ja, gewissermaßen", antwortete dieser. Bei der Erinnerung an den Kerker kehrten seine Gedanken zu Undine zurück.
Ich hätte sie nicht dort mit hinunter nehmen dürfen. Oben in Magrons Zimmer wäre sie doch sicher gewesen…
Er blickte auf seine Handschuhe, auf denen das Blut des Dunkelelfen geronn. Viele derer, die ihn jetzt ansahen, waren dabei gewesen als Undine gestorben war. Als er versagt hatte.
Diese paar Sekunden, die die Blicke der Umstehenden auf ihm lasteten, kamen ihm vor wie eine halbe Ewigkeit.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Freitag 9. Juni 2017, 08:01

"Du… Brovi, richtig? Kannst du noch kämpfen? Ach, Moment... Du ..und dein Freund... Ihr wart es die uns da unten raus geholt habt, oder?“
Alle Augen richteten sich auf den Ingenieur.
"Ahm, ja, gewissermaßen"
, antwortete dieser und seine Erinnerungen an den Kerker kehrten zu Undine zurück.
Ich hätte sie nicht dort mit hinunter nehmen dürfen. Oben in Magrons Zimmer wäre sie doch sicher gewesen…
Er blickte auf seine Handschuhe, auf denen das Blut des Dunkelelfen gerann. Viele derer, die ihn jetzt ansahen, waren dabei gewesen als Undine gestorben war. Als er versagt hatte.
Diese paar Sekunden, die die Blicke der Umstehenden auf ihm lasteten, kamen ihm vor wie eine halbe Ewigkeit. Magron trat an ihn heran und musterte ihn eingehend. Seine Ausstrahlung war voller Stärke aber auch Mitgefühl. Seine Hand legte sich auf die Schulter des Ingenieurs.
„Brovi, dieser Krieg hat viele Leben gefordert und wird sich sicher noch weitere holen. Das Mädchen ist nicht durch deine Hand gefallen, sondern die des Feindes. Wir werden um sie trauern, wie um viele andere, wenn die Zeit gekommen ist.“
Er nahm seine zweite Hand und packte Brovi an den Schultern, wie um ihn aufzurichten und von seinen drohenden Selbstzweifeln abzulenken. Ein Zwerg der sich im Leid suhlte? Wo gab's denn sowas!
„Ebenso werden wir den Held...“
Er sah kurz über seine Schulter zu Rumpel hinunter, grinste und schaute dann wieder den Zwerg vor sich an.
„...die Helden des Tages feiern, die uns befreit haben, die Rugta ein freies Leben geschenkt haben. Auch dafür wird die Zeit kommen, aber jetzt brauchen wir jeden Mann, jede Frau, jedes Kind, dass die Augen aufhält! Die Überlebenden müssen geschützt werden! Die Hopfenfelder sind noch voller Feinde und müssen vertrieben werden. Patrouillen müssen unsere Stadt schützen. Jeder muss wach sein und seinen Teil beitragen. Kannst du das?“
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Sonntag 9. Juli 2017, 17:43

"Die Hopfenfelder sind noch voller Feinde und müssen vertrieben werden. Patrouillen müssen unsere Stadt schützen. Jeder muss wach sein und seinen Teil beitragen. Kannst du das?"
Unter anderen Umständen hätte Brovi seinen derzeitigen Zustand zwar wohl nicht wirklich reinen Gewissens als "wach" bezeichnen können, aber eine Aufgabe, dachte er, könnte er jetzt ganz gut gebrauchen: Etwas, das seine volle Aufmerksamkeit beanspruchte und ihn von den Schatten der letzten Nacht ablenkte. Außerdem war es bei den vielen Verwundeten und Toten notwendig, das jene, die noch kämpfen oder arbeiten konnten, das auch taten. Falls Orks oder Dunkelelfen versuchten aus Rugta zu fliehen, waren sie wahrscheinlich noch nicht allzu weit gekommen; die Wahrscheinlichkeit, dass man sie zur Strecke bringen und somit verhindern konnte, dass sie sich wieder zu einer Streitmacht von kritischen Ausmaßen zusammenrotteten, war jetzt noch vergleichsweise groß. Daher zögerte der Ingenieur nicht lange, bevor er Magron antwortete:
"Ja, ich denke schon."
Er zog seinen Löffel.
"Wie stehen wir im Moment? Sind noch Feinde in der Stadt, und haben wir die Feuer schon unter Kontrolle?"
Bei dem Gedanken an Feuer wurde Brovi seiner eigenen Verletzung wieder gewahr. Er betastete kurz seinen Kopf und zuckte zusammen, als er die verbrannte Haut berührte. Einige verkohlte Haare fielen bei dem Kontakt ab.
Verdammt, schön wird das nachher nicht aussehen…
Er setzte die Mütze wieder auf und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Magron zu.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Freitag 14. Juli 2017, 08:47

"Ja, ich denke schon."
Er zog seinen Löffel.
"Wie stehen wir im Moment? Sind noch Feinde in der Stadt, und haben wir die Feuer schon unter Kontrolle?"
Magron musterte das Essbesteck in seiner Hand und bot ihm spontan eine der scharf geschliffenen Schaufeln an, die Brovi mitgebracht hatte.
„Die Feuer sind ein Problem, die Fliehenden ein Anderes und ich vermute, dass es auch noch innerhalb der Stadt einige versprengte Feinde gibt, die sich irgendwo versteckt halten um dann heimlich zuzuschlagen. Wir sind in unserer Position noch geschwächt, das könnte ausgenutzt werden. Es gibt überall was zu tun. Du kannst es dir aussuchen. Schließe dich den Löschmahnschaften an, den Außenposten oder der Stadtwache. Hilfe brauchen sie alle.“
Bei den drei Positionen trat jeweils kurz eine passende Person vor. Der Mann der die Löschmahnschaft koordinierte sah jetzt schon arg verrußt aus, so dass man ihn kaum erkennen konnte. Der Anführer der Außenposten war ein menschlicher Jäger den Brovi vom Sehen her kannte und nicht weit von ihm weg wohnte und Die Sicherung der Stand fiel einer Zwergin zu, die just ein Nudelholz in ihre Handfläche klatschen ließ. Sie grinste breit. Inzwischen hatte sich Magron schon wieder abgewandt und besprach weitere Organisationen mit einem noch sehr jung wirkenden Zwerg, der dann gleich los rannte. Brovi musste sich also nur entscheiden, wem er helfen wollte. Etwas ungeduldig wurde er betrachtet, denn die anderen wollten los. Zeit war ein wichtiger Faktor so kurz nach ihrem Sieg.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Donnerstag 3. August 2017, 18:05

Dankbar nahm Brovi die Schaufel entgegen. Er hatte nicht direkt nach einer Waffe fragen wollen, aber der Löffel war dann doch eher etwas für den Notfall. Nun musste er sich entscheiden, wen er unterstützte. Und zwar schnell: Jede Minute, die sie hier standen, konnten ihre Feinde nutzen um sich neu zu gruppieren oder sonst jemandem zu schaden, und die Feuer würden auch auf niemanden warten.
Sich dem Löschtrupp anzuschließen schloss Brovi gleich aus; nach dem Zwischenfall in Alafays Hütte hatte er erst einmal genug von Feuer. Dementsprechend blieben noch die Gruppen zur Sicherung von Stadt und Umland. Kurz entschlossen ging Brovi zu dem Jäger hinüber, der das Kommando über den Außentrupp hatte.
Er nickte ihm kurz zu.
"Wenn es Euch nichts ausmacht, würde ich mich gerne Euch anschließen."
Nicht nur, dass Brovi diese Aufgabe besser gefiel, der Trupp würde auch mehr noch also der andere jede Hilfe brauchen können: Im Gegensatz zur Stadt, in deren Straßenlabyrinth es für den Ortskundigen vergleichsweise einfach war, fliehende Feine einzukesseln, waren die Felder nur offenes Land, und die wenigen Zwerge und Menschen würden alle Hände und Füße voll zu tun haben es zu durchkämmen. Je weniger Rugtaner zur Verfügung standen, desto länger würde das dauern, und die Orks und Dunkelelfen würden sich immer weiter von Rugta entfernen.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 3. August 2017, 19:01

Der menschliche Jäger nickte und meinte:
„Sehr gut. Wir können Verstärkung gut gebrauchen! Ich bin Henning und das sind Klaas und Sven. Na dann lasst und mal dreckige Orkse jagen!“
Mit einem Grinsen schulterte er seinen Bogen, den er neben sich abgestellt hatte und machte sich auf, die Stadt zu verlassen. Zielstrebig folgten ihm die anderen und auch Brovi. Am Stadttor sammelten sie noch ein paar andere Zwerge auf, die sich ebenfalls anschlossen, aber nicht weiter vorstellten, was auch nicht nötig erschien. Wer Freund und wer Feind war, das war im Moment wichtiger und eben leicht offensichtlich. Mit allem was sie kriegen konnten bewaffnet, was auch die Waffen der Feinde einschloss, zogen sie aus um auf die Jagd zu gehen.
Brovi glaubte noch einmal das Brüllen des Drachen zu hören und sie fanden auch in östlicher Richtung einen blutigen Kampfplatz, wo die Bestie anscheinen noch einmal auf ein paar flüchtenden Feinde nieder gefahren war, aber sonst schien dieses Kapitel von Rugta abgeschlossen zu sein. Warum der Drache sich nach Osten gewandt hatte, blieb dann auch wohl sein Geheimnis.

Der Morgennebel hatte sich gelichtet und die Spuren der fliehenden ehemaligen Besatzungstruppen führten in die umliegenden Wälder, wo sie vermutlich Schutz vor den Geistern und dem Drachen gesucht hatten. Henning hatte die Jäger in Kleingruppen aufgeteilt und so streifte Brovi gerade mit Sven durch das Unterholz. Sven konnte gut Spuren lesen und kniete vor einer Stelle, die so aussah, als hätte jemand ein Stück Moos ausgebuddelt und verkehrt herum liegen lassen. Es war klein, aber ungefähr so groß wie der Vorderfuß eines Orks. Sven legte den Zeigefinger an die Lippen und zeigte in eine unbestimmte Richtung. Dann schlichen sie geduckt zwischen den Büschen entlang. Bald tauchte vor ihnen ein umgestürzter Baumstamm auf, der innen hohl war, so wie Brovi wusste. Er kannte die Stelle gut, hier gab es zur Zeit der Abenddämmerung oft schmackhafte Pilze zu finden. Sie waren nicht mehr weit von seinem Hügel und seinem Heim entfernt. Plötzlich hörte er ein Knacken und spürte, dass etwas haarscharf an seinem Kopf vorbei flog. Eine Zwergenaxt, geworfen von einem Ork, bohrte sich in den leeren Baumstumpf und Brovi wirbelte herum um mit seinem Spaten den auf ihn zu rennenden Ork zu attackieren. Kurz bevor der Hühne ihn erreichte bohrte sich Svens Pfeil in seinen Hals. Gurgelnd brach der Koloss über Brovi zusammen und begrub ihn unter sich.

„Puh, dass war knapp!“
Hörte Brovi Sven sagen, aber sah ihn nicht, denn die Grünhaut lag schwer wie Blei auf ihm.
„Soll ich dir helfen oder schaffst du es alleine?“
Blöde Frage in Anbetracht der Situation, aber auch wenn Sven nicht der hellste schien, so trafen wenigstens seine Pfeile. Nachdem er Brovi dann doch geholfen hatte suchte er nach der Fährte und meinte auf eine unbestimmte Stelle am Boden zeigend:
„Hier haben sich zwei getrennt. Einer ist weiter nach Norden, der andere nach Westen. Wo lang?“
Im Westen lag Brovis Hof und Hütte, im Norden eine Lichtung mit einem kleinen Fluss, der auch Rugta mit seinem Wasser nährte. Jetzt galt es zu überlegen, wo der Feind sich verkriechen würde und was er für Schritte planen könnte. Sven war allerdings bei diesen Überlegungen keine große Hilfe, aber er folgte Brovi mit seinem Bogen.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Dienstag 22. August 2017, 19:05

Brovi war zwar ohnehin vorsichtig, aber als dann plötzlich eine Wurfaxt neben ihm im Baum einschlug, erschreckte er sich trotzdem. Wahrscheinlich war es auf sein berufsbedingtes Interesse an Werkzeug und Gerät zurückzuführen, dass er der Axt selbst im ersten Moment mehr Beachtung schenkte als demjenigen, der sie geworfen hatte. Es war eindeutig ein Stück zwergischer Handwerkskunst, und ihrer Größe nach ursprünglich wohl nicht als Wurfbeil, sondern als Handaxt konzipiert. Daraus ließ sich schließen, dass der Werfer um einiges größer, wenn auch nicht zwingend kräftiger, sein musste als ein Zwerg, und wohl auch noch etwas größer als ein Mensch. Wahrscheinlich ein Ork. Wahrscheinlich… genau der Ork, der da gerade auf Brovi zugestürmt kam. Gerade noch rechtzeitig gelang es ihm, seinen Spaten-Speer – konnte man hier von einem Speerten sprechen? – hochzureißen. Der Ork allerdings ließ sich davon anscheinend nicht beirren und polterte weiter auf den Ingenieur zu, wobei er sich erst selbst aufspießte und dann auf Brovi stürzte, der von der Wucht des zusammenpralls zu Boden geschleudert worden war. Erst jetzt bemerkte der Zwerg, dass der Ork wohl schon tot gewesen war, bevor er in Kontakt mit Brovis Speerten gekommen war: In seinem Hals steckte ein Pfeil, abgefeuert wohl von Brovis Kameraden Sven. Abgesehen von dem Pfeil konnte Brovi aber nicht viel sehen, denn die fettigen schwarzen Haare des Orks lagen wie ein Schleier über seinem Gesicht.
"Puh, das war knapp!", sagte Sven irgendwo hinter ihm.
"Soll ich dir helfen oder schaffst du es alleine?"
"Wonach sieht's denn aus?", setzte Brovi an, wurde allerdings von einer Orkhaarsträhne unterbrochen, die in seinen Mund rutschte.
Schließlich zog Sven den Ork dann doch von ihm herunter, und Brovi holte tief Luft. Er zog seinen Speerten – nein, das klang lächerlich. Er zog seinen Spaten-Speer aus dem toten Ork heraus und begutachtete ihn – er war an einer Stelle weiter unten etwas angeknackst, aber das würde sich leicht flicken lassen – während Sven einige Fußspuren untersuchte, die er entdeckt hatte.
„Hier haben sich zwei getrennt", unterrichtete er Brovi. "Einer ist weiter nach Norden, der andere nach Westen. Wo lang?“
Im Norden war eine Lichtung mit einem kleinen Fluss, der auch einen Teil der Wasserversorgung Rugtas gewährleistete. Im westlicher Richtung würde man bald zu Brovis Hütte gelangen.
An dem Fluss kann ein einzelner Ork eigentlich nicht viel Schaden anrichten. Selbst wenn er da reinkackt, wird das in der Stadt schon noch keine Seuche auslösen. Gut, er könnte sich schnell vom Acker machen, wenn er ein Boot oder sowas hätte – hat er aber wahrscheinlich nicht. Der andere hingegen…
Brovi erklärte es Sven.
"Ein Haus ist genau das richtige Versteck, in dem man sich verschanzen kann. Auch gut möglich, dass in meiner Werkstatt noch irgendwas herumliegt was man als Waffe benutzen kann. Wir sollten versuchen, den möglichst schnell auszuschalten, bevor er Fuß fassen kann."
Oder Mopp essen, fügte er in Gedanken hinzu.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 23. August 2017, 08:38

"Wonach sieht's denn aus?"
Sven zog den Ork dann doch von ihm herunter, und Brovi holte tief Luft. Danach betrachteten sie die Spuren.
„Hier haben sich zwei getrennt"
, unterrichtete der Jäger Brovi.
"Einer ist weiter nach Norden, der andere nach Westen. Wo lang?“
Im Norden war eine Lichtung mit einem kleinen Fluss, der auch einen Teil der Wasserversorgung Rugtas gewährleistete. Im westlicher Richtung würde man bald zu Brovis Hütte gelangen.
An dem Fluss kann ein einzelner Ork eigentlich nicht viel Schaden anrichten. Selbst wenn er da reinkackt, wird das in der Stadt schon noch keine Seuche auslösen. Gut, er könnte sich schnell vom Acker machen, wenn er ein Boot oder sowas hätte – hat er aber wahrscheinlich nicht. Der andere hingegen…
Brovi erklärte es Sven.
"Ein Haus ist genau das richtige Versteck, in dem man sich verschanzen kann. Auch gut möglich, dass in meiner Werkstatt noch irgendwas herumliegt was man als Waffe benutzen kann. Wir sollten versuchen, den möglichst schnell auszuschalten, bevor er Fuß fassen kann."
Oder Mopp essen.
, fügte er in Gedanken hinzu. Sven sah ihn etwas verwirrt an, da er keine Antwort auf seine Frage bekommen hatte.
„Ich...äh...die Richtung? Wieso Haus?... Ach, geh einfach voran.“
Sven war noch jung, hatte vielleicht gerade 16 Sommer gesehen und ganz offensichtlich nicht viel weiter aus Rugta heraus gekommen, wie die Grenzen der Höfe und der nahen Wälder reichten. Brovis Hütte stand deutlich weiter weg und hatte so die Invasoren nie interessiert. Doch jetzt könnte sich sein Land tatsächlich als Unterschlupf für den Fein herausstellen. Das er Mopp zurück gelassen hatte, bereitete dem Ingenieurs dann doch Bauchschmerzen.

Sie folgten der Spur und tatsächlich führte sie mit nur kleinen Umwegen recht bald zu dem kleinen Hügel, auf dem Brovi sein Heim hatte. Schon von weitem hörten sie ein Schmatzen und grässliche Kaugeräusche und die Sorge um sein Schaf wuchs schlagartig an. Er lief etwas schneller und der Jäger holte ihn ein um ihn zu stoppen. Sven legte Brovi die Handfläche auf die Schulter und wies ihn so an, unten zu bleiben. Brovi starte nach vorne und sah den Ork, wie er seine Felder nach Winterwurzeln auf grub und sich die kläglichen Reste seiner Saat in den Mund stopfte. Wenigstens hatte er Mopp noch nicht am Wickel. Eine Bewegung von Sven nötigte den Ingenieur sich abzuwenden. Er sah ihn an. Seine Hand zeigte in eine Andere Richtung und da sah es auch Brovi. Nicht weit und definitiv viel zu nah für seinen Geschmack standen vier Dunkelelfenoffiziere und musterten ebenfalls das Schauspiel das der hungrige Ork bot. Abscheu lag in ihren Gesichtern, so fest eingemeißelt wie bei anderen Wesen ein Lächeln.
Das Brovi und Sven noch nicht entdeckt worden waren, lag einzig und allein an der Geräuschkulisse, die der Ork verbreitete. Sven hielt seinen Begleiter am Boden und gebot ihm sich nicht zu bewegen, denn selbst ein Rückzug hätte sie im Augenblick verraten können. Still kauerten sie da und beobachteten die Szenerie.
Eine Weile tat sich gar nichts und der Ork wühlte weiter in seinen Feldern, da er in Brovis Hütte allem Anschein nach nichts mehr gefunden hatte. Die Tür stand offen und hin nur noch in einer Angel. Brovis Lieblingstopf lag kurz davor auf dem Boden, sodass er darauf schließen konnte, das der Ork ordentlich im Innern gewütet hatte. Wenigstens hatten sie den Wind auf ihrer Seite, so dass die Grünhaut ihn noch nicht gewittert hatte. Die Dunkelelfen sprachen leise miteinander in dieser Sprache, die Brovi nicht verstand und einer lachte hämisch, was den Ork dann doch aufschauen ließ. Zuckend und mit einer angenagten Kartoffel im Maul sah er in ihre Richtung und murmelte etwas, was dem vordersten Dunkelelfenoffizier nicht gefiel, denn er riss einen Dolch heraus und schleuderte ihn mit einer schnellen Handbewegung in den Hals des Orks. Der brach gurgelnd zusammen. Das Gesicht des Mannes verriet Zorn und Wut, als er sich wieder seinen Artgenossen zu wandte. Sie sprachen weiter und zwei gingen nach einer Weile nach drinnen um die Hütte ebenfalls zu inspizieren. Einer kam bald darauf mit einem von Brovis Plänen für seine Ideen von noch zu erfindenden Gegenständen und Hilfsmitteln heraus und drehte ihn vorm Gesicht. Ein zweiter kam hinzu und beugte sich über seine Schulter um die Zeichnung ebenfalls zu studieren. Brovi überlegte, was er da gezeichnet hatte, aber kam nicht drauf. Er hatte viele Ideen in seinem Leben gehabt und noch viel mehr verworfen. Was könnte für einen Dunkelelfen interessant sein?

(ooc: Tob dich aus. Was könnte auf dem Plan sein? Vielleicht hast ja eine Idee, die ich dann in die Geschichte einbauen könnte.)

Und was dann? Das war immer noch der Feind und es stand vier bewaffnete Dunkelelfenoffiziere gegen einen Zwerg mit Spaten-Speer und einen Jäger. Die Chancen waren schlecht verteilt. Wenigstens trieb die Kälte die Männer bald in Brovis Hütte. Nur einer blieb immer draußen und hielt Wache. Aber wenigstens bot sich einmal die Möglichkeit, dass die beiden sich aus ihrer ungünstigen Position zurück ziehen konnten, um sich zu besprechen.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Montag 4. September 2017, 14:02

Schon bevor Brovi seine Hütte sehen konnte, vernahm er höchst unappetitliche Essensgeräusche; lautes Schmatzen und Kauen unterbrochen von einem gelegentlichen Rülpsen aus tiefster Kehle. Von seinem Schaf hörte er erstmal nichts, und sah es auch nicht als sie schließlich in Sichtweite der Hütte kamen. Entweder hatte Mopp verstanden, dass es besser war sich zu verstecken, oder sie war es die gerade gefressen wurde.
Wenn dieser Ork Mopp etwas angetan hat, dann…
Brovi riss sich zusammen und konzentrierte sich auf das Jetzt. Die Chancen, dass das Schaf noch lebte, standen gar nicht so schlecht: Das Chaos, das der Ork im Garten angerichtet hatte und immer noch anrichtete war überwiegend braun und grün, kein Blutrot oder Wollweiß dazwischen. Bisher hatte er sich anscheinend darauf beschränkt den kläglichen Rest von Brovis Saat zu vertilgen. Der Zwerg wollte sich gerade an den Grünling heranschleichen, als Sven ihm am Ärmel zog. Als Brovi sich ihm zuwandte, zeigte er in eine andere Richtiung: Nicht weit hinter dem Zaun, der den Acker umgab, standen vier Dunkelelfen, und verfolgten ebenfalls angewiedert das Treiben des Orks. Jener hatte den beiden Rugtanern womöglich gerade das Leben gerettet, denn hätte er nicht alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wären sie wahrscheinlich schon bemerkt worden. Wobei trotzdem weiterhin höchste Vorsicht geboten war: Die Dunkelelfen mochten im Moment zwar den Ork beobachten, aber bei ihnen wusste man nie, wie genau sie ihre Umgebung wirklich im Auge behielten.
In der Hütte schien der Ork auch schon gewesen zu sein, denn die Hintertür zum Garten hing nur noch an einer Angel und auf dem Boden lagen Haushaltsgegenstände verstreut. Die Dunkelelfen unterhielten sich leise in ihrer Sprache. Erst als einer von ihnen hämisch lachte, schien der Ork ihre Anwesenheit zu bemerken. Er erwiderte etwas. Wahrscheinlich eine Beleidigung oder so etwas, auf jeden Fall missfiel es einem der Elfen nicht, denn dieser zog mit einer schnellen Handbewegung einen Dolch aus seinem Mantel und schleuderte ihn in die Kehle des Orks, der daraufhin tot zusammenbrach. Auch wenn Brovi den Ork genauso widerlich gefunden hatte wie die Dunkelelfen, hätte er es vorgezogen wenn er weitergelebt hätte, dennmit seinem Ableben wurde es schlagartig leiser auf dem Hof, und die Rugtaner mussten noch vorsichtiger sein kein Geräusch zu machen.
Zwei der Dunkelelfen gingen in die Hütte und begannen drinnen herumzurumoren. Kurz darauf kam einer von ihnen mit einem Bogen Papier wieder heraus, einem von Brovis Bauplänen. Er war zu weit weg, als dass Brovi Einzelheiten hätte erkennen können, aber wäre es etwas gewesen das er tatsächlich gebaut hatte wäre er vermutlich darauf gekommen was es war. Der Plan kam ihm zwar bekannt vor, aber er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern was es war, nur dass er relativ lange Zeit damit verbracht hatte. Was würde die Dunkelelfen überhaupt interessieren – vorausgesetzt, sie verstanden den Sinn der Zeichnungen überhaupt? Bis vor kurzem hatte Brovi keine Waffen welcher Art auch immer gebaut, und die die er gemacht hatte waren eindeutig unter Militärniveau.
Ach, was soll's? Ich kann ja einfach nachschauen, wenn wir die Finsterlinge getötet und ihre Leichen entsorgt haben.
Das war nur leider deutlich leichter gesagt als getan: Auch wenn die Rugtaner in der Stadt die Kontrolle wiedererlangt hatten, waren hier und jetzt immer noch doppelt so viele Dunkelelfen wie Menschen und Zwerge, und besser ausgebildet waren sie auch.
Bald darauf zogen sich die Elfen alle in die Hütte zurück, bis auf einen Unglücklichen der draußen in der Kälte Wache halten musste.
Wie kommt es bloß dass wir schon wieder unterlegen sind?, dachte der Ingenieur. Ich dachte wir hätten gewonnen…?
Vorsichtig schlichen Sven und Brovi ein Stück zurück hinter einen Busch, von wo aus sie von der Tür aus nicht zu sehen waren.
"Was machen wir jetzt?", fragte der Zwerg im Flüsterton. "Allein werden wir nie mit denen fertig. Ich schätze, die einzige Möglichkeit ist, dass einer von uns geht und Verstärkung holt, während der Andere hier bleibt und sie im Auge behält. Aber selbst wenn wir mehr wären sollten wir sie am Besten irgendwie aus dem Haus rauskriegen, sonst haben sie einen zu großen Vorteil. Wenn sie alle auf einmal rauskommen haben wir klare Fronten, und wenn sie einzeln rauskommen können wir einen nach dem anderen töten, vorausgesetzt die die noch drin sind bemerken es nicht. Aber wie sollen wir das bewerkstelligen?"
Der Ingenieur verstummte und dachte nach, während er weiter den Wachposten beobachtete. …Vielleicht war der der Schlüssel. Wenn sie ihn irgendwie dazu bringen konnten, die anderen zu verraten… Dunkelelfen waren von Natur aus nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Das konnte man ausnutzen. Das Problem war nur, dass Brovi, hätte er den Wächter angesprochen, wahrscheinlich sofort auch einen Dolch im Hals haben würde wie der Ork im Gemüsebeet. Und zu schreiben hatte er auch nichts dabei.
"Ich fürchte uns bleibt wirklich nichts anderes übrig als die anderen zu holen. Obwohl… Vergiss das. Wieviele Pfeile hast du noch? Meinst du, du kannst den Wächter da vorne ausschalten falls nötig? Ich hatte gerade eine Idee."
Für die er den Wachposten zwar vorerst lebend brauchte, aber falls es schiefging würden sie ihn im Zweifelsfall schnell beseitigen müssen bevor er die anderen alamieren oder selbst angreifen konnte.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Montag 4. September 2017, 18:40

Gut verborgen besprachen sich der Jäger und der Ingenieur am Fuß des Hügels, der zu Brovis Land gehörte. Dichtes Unterholz bot Deckung und der Jäger hatte auch auf die Windrichtung geachtet, damit ihre flüsternden Stimmen nicht doch an die spitzen Ohren der Elfen drangen. Sven hatte dem Zwerg zugehört und nickte mal hier mal da.
"Ich fürchte uns bleibt wirklich nichts anderes übrig als die anderen zu holen. Obwohl… Vergiss das. Wieviele Pfeile hast du noch? Meinst du, du kannst den Wächter da vorne ausschalten falls nötig? Ich hatte gerade eine Idee."
Für die er den Wachposten zwar vorerst lebend brauchte, aber falls es schiefging würden sie ihn im Zweifelsfall schnell beseitigen müssen bevor er die anderen alamieren oder selbst angreifen konnte. Sven drehte prompt seinen Köcher nach vorne, zählte nach und meinte:
"Elf Pfeile. Klar kann ich den ausschalten, ...solange er still steht. Die Jungs sind gut gepanzert, da muss ich auf die Schwachstellen zielen. Auf diese Entfernung ist das nicht ganz leicht, aber das könnte Lärm machen wenn er umfällt und die anderen aufschäuchen. Was hast du für eine Idee? Was hast du vor? Was soll ich machen?"
, fragte er nach, aber schien so oder so für jede Schandtat bereit.
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Brovi Brockstein » Mittwoch 4. Oktober 2017, 16:15

Elf Pfeile hatte Sven noch, dass war mehr als Brovi erwartet hatte.
Aber umso besser.
Der Ingenieur beugte sich zu seinem Gefährten herüber.
"Ich hab einen Plan."
Einen Plan, der so bescheuert ist, dass ich es nicht einmal wage ihn meinem Verbündeten zu erklären. Wirklich toll.
"Der Plan beinhaltet, dass ich zu dem Wächter hingehe und mit ihm rede. Aber falls er Anstalten macht mich zu töten oder seine Kumpane zu alarmieren, wäre es fabelhaft, wenn du ihn erschießen könntest, nach Möglichkeit bevor er das macht. In Ordnung?"
Ansonsten hoffte Brovi, den Wächter überreden zu können, zu seinem eigenen Vorteil seine Begleiter zu verraten. Dabei setzte er auf die natürlichen Eigenschaften der meisten Dunkelelfen wie ihre Verschlagenheit und ihren Egoismus. Falls er Pech hatte und einen Patrioten erwischte, konnte nur hoffen, dass Svens Pfeil sicher treffen würde.
Er begann, langsam durch das Gebüsch zu kriechen, wobei er allerdings nicht direkt auf die Hütte zusteuerte, sondern die Distanz dorthin beibehielt — er wollte durch sein Erscheinen Svens Position nicht preisgeben und auch verhindern, dass er möglicherweise die Sicht des Bogenschützen auf den Dunkelelfen blockierte.
Bei jedem Knacken und Rascheln hielt der Zwerg inne und spähte zwischen den Ästen und Blättern zu dem Wachposten herüber um sich zu vergewissern dass der nichts bemerkt hatte. Dann kroch er weiter. Doch als er kaum einen Meter gekommen war, kam ihm ein Gedanke, der ihn innehalten ließ. Er wusste, dass es stimmte, trotz allem was er sich einzureden versucht hatte.
Es wird nicht funktionieren.
Sein Plan war Schwachsinn. Wenn der Dunkelelf ihm nicht gleich ein Wurfmesser ins Gesicht schleuderte, würde er höchsens vorgeben, sich ihm anzuschließen, hineingehen und die anderen einweihen. Es würde so oder so nicht gut enden.
Ich hab mein Glück heute schon genug strapaziert. Keine weiteren waghalsigen Aktionen mehr. Es ist genug!
Damit drehte er sich vorsichtig um und kroch denselben Weg zurück, den er gekommen war.
Er sah Sven in die Augen. "Der Plan ist verworfen. Du bist ein Mensch und flinker als ich. Schleich dich von dannen und hol die anderen! Dann überlegen wir uns einen neuen Plan. Wenn wir in der Überzahl sind."
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Re: Die Politik der Besatzer

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 4. Oktober 2017, 17:51

Gesagt getan.
Sven hob zwar kurz die Augenbrauen, aber machte sich dann mit einem kurzen Nicken von dannen. Brovi blieb allein zurück und robbte in einer etwas bessere Position, wo er noch gut beobachten konnte und doch nicht so schnell Gefahr laufen sollte entdeckt zu werden. Ein sehr niedrig hängender immergrüner Ast eines Nadelbaums, ein größerer Fels und ein trockener, karger Busch bildeten dabei in Kombination sein bestmögliches Versteck. Seine Hütte lag unweit vor ihm und war dennoch noch nie so unerreichbar gewesen.

(weiter bei: Die Hütte des Ingenieurs)
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