Bei Thure Sturmschreier

Thure Sturmschreier, Anführer der Mantroner, lebt mit seiner Familie in diesem Haus – und seine Familie ist nicht gerade klein. Zu zwölft wohnt man hier und wer Thure sprechen will, besucht ihn einfach. Er behandelt jeden wie ein Familienmitglied.
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. November 2013, 10:13

Isildur würde sich vermutlich nicht zum letzten Mal mit dieser Fragestellung beschäftigen. War der Wolf in ihm ein Problem? Jener Wolf, der sich inzwischen als dauerhaft sichtbar nach außen zeigte? Er besaß Instinkte, das ließ sich nicht leugnen. Er wollte jagen, laufen, sein Revier markieren, sich paaren ... all das, was ein tierisches Leben ausmachte. Konnte man ihn dafür verurteilen, dass er war wie er war und lebte, wie es die Natur für einen Wolf vorsah? Konnte man eine Mutter verurteilen, die den schwachen Nachwuchs auffraß, um sich ausschließlich den starken Nachkommen zu widmen? Konnte man Isildur dafür schuldig sprechen, dass er Yavannas Gefährten angegriffen hatte?
Tiere rissen nicht grundlos. Sein elfischer Verstand mochte damals die Kontrolle über das Tier verloren haben. Das war vielleicht das einzige, was er persönlich als Problem ansah. Er durfte sich nicht verlieren.
Ja, er würde sich Gedanken machen müssen und die Zeit dafür bekäme Isildur noch, nur nicht jetzt. Es gab Wichtigeres, zumindest im Auge der Mantronerin. Sie musste Thure Sturmschreier sprechen, musste ihm den Ausgang ihrer bisherigen Verhandlungen in Rumdett erzählen und sich den Wunsch ihres Volkes einholen. Wenn man mit den Rumdettern - mit der furchtlosen Cattie - ein Bündnis schließen wollte, würde man nach Santros reisen und die dortigen Kapitäne und Kaufmänner überreden müssen. Und nicht zuletzt deren Regierung!
Jetzt jedoch hatte die Gruppe erst einmal vor, vor den regierenden Mann des Mantronerdorfes zu treten. Sie erreichten das gewaltige Langhaus.

Erhabenheit, Größe. Anders konnte man den Moment, der sich ihnen durch den Anblick des Langhauses bot, nicht beschreiben. Isildur machte ihn zunichte. Ein Spieltrieb oder einfach nur das Bedürnis, den Piraten zu necken? Mit einem klatschenden Geräusch versenkte er einen eiskalten Schneeball am Hals des Mannes. Otis griff sofort die getroffene Stelle, wischte sich die Überreste des Angriffs ab und murrte. Er mochte soweit hergestellt sein, dass er den Marsch selbst in Angriff nahm, aber für Späße war der Landpirat derzeit nicht zu haben. Der Wolfself erntete einen düsteren Blick.

"Wir nutzen das Langhaus für alles. Es ist Heimstatt des Anführers und seiner Sippschaft. Es ist Treffpunkt bei Absprachen oder prahlerischen Geschichten-Abenden und es ist auch Heilhaus, wenn wir es als solches benötigen. Ja." Atka reckte die Schnauze. Seine Ohren stellten sich auf. "Du riechst es auch."
Stürmisch grüßte Atka dann die Schwangere, welche die Gruppe herein bat und sich als Ventha-Priesterin Elin Meersegen vorstellte. Sie besaß etwas Warmherziges an diesem eisigen Ort, schenkte jedem einzelnen ein Lächeln, auch wenn der Geruch von Krankheit und Tod auch von ihr nicht abzuschütteln war. Zuversicht und Hoffnung lag in ihrem Blick.
"Eine Schlacht gegen Unbekannte, Isildur", sprach Elin ruhig. Sie wies auf vereinzelte Kranke, die auf Lagerstätten am Boden, nahe des Feuers, ruhten. Viele von ihnen besaßen vor Schmerz verzerrte Gesichter, kämpften gegen das Übel an, das ihren Körper befallen hatte. Fiebrig wirkten sie, mit Schweiß auf der Stirn, so kalt wie das vorherrschende Wetter.
"Nicht ganz, mein Weib!", donnerte plötzlich eine Stimme durch das Langhaus. Köpfe drehten sich und Blicke richteten sich auf den Koloss von einem Mann. Muskelbepackt mit Haar so hell wie gebleichtes Gold. Seine Augen hatten Schrecken gesehen und doch erkannte man darin einen ungebändigten Kampfgeist. Dieser Mann ließ sich nicht zu Fall bringen. Er war ein Berg. Um seine Schultern schwang sich ein Überwurf, gefertigt aus einem erlegten Eisbären. Ansonsten zierten bei der Eiseskälte nur Leder und gar Metall seinen Körper. Einige Riemen hielten die reich verzierte Kriegsaxt am Gürtel, welcher mit Ornamenten gestaltet war, die Wolfsköpfe und deren Tatzen zeigten. Der Kopf des Eisbären legte sich über die rechte Schulter. Jemand hatte dem Tier glitzernde Saphire in die Augenhöhlen eingearbeitet, die bei jedem der klirrenden Schritte hell aufblitzten. Hinter dem Mantroner betraten weitere Berge das Langhaus. Es waren Männer wie Frauen, allesamt Krieger und schwer gerüstet. Ihre wettergegerbte Haut zeigte Blutspuren, teilweise aus dem eigenen Körper.
"Mein lieber Thure", grüßte Elin den Vordersten von ihnen. Etwas Freude schwang in ihrer Stimme mit, aber sie blieb ruhig wie ein Bergsee. Der angesprochene Mantroner schenkte ihr für Sekunden einen herzlichen Blick. Dann huschten die harten, hellen Augen über Isildur, Otis, blieben bei Bryoja hängen. Ohne große Umschweife sprach er sie an: "Du warst erfolgreich, Bryoja Wolfsruf. Willkommen zurück."
"Sturmschreier"
, entgegnete die Mantronerin und neigte ehrerbietig das Haupt. Auf Celcianisch fügte sie an, damit auch ihre Begleiter verstanden: "Wie mein Gefährte Isildur bereits deiner Frau gegenüber erwähnte, komme ich mit Neuigkeiten, die einiges an neuer Arbeit für uns bedeuten. Die furchtlose Cattie ist einem Bündnis nicht abgeneigt, doch heißt hierfür das neue Ziel Santros ... und mit einem unserer Schiffe käme ich einfach schneller voran."
Thure nickte nur. "Du hast alles im Griff? Verzeih meine kurzen Worte, aber diese riesige Schlange im Eis - dieses Drachenwesen - bereitet mir aktuell mehr Sorgen. Du sollst alles Nötige erhalten, was du brauchst."
Bryoja trat einen Schritt vor. Ihre Haltung straffte sich und Forderung lag in ihrer Stimme: "Ich muss Santros überreden, von Cattie und ihren Piraten abzulassen. Ein Dreierbündnis oder kein Bündnis, Sturmschreier. Ich werde es schaffen, aber hierfür muss ich meine Sippschaft auf Reisen nehmen. Ich werde meine Familie und das Drachenschiff meines Vaters nach Santros führen."
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 12. Januar 2014, 19:21

Es war nicht so, dass Isildur respektlos oder ignorant gegenüber dem mächtigen Langhaus war. Tatsächlich hatte jedoch der Spieltrieb auch kurz dem Wolfselfen ergriffen. Wenn sich jemand so wie Otis verhielt, dann konnte man nicht wiederstehen. Die Umgebung, selbst wenn ihr alles im Schnee lag und auch die Art und Weise wie die Mantroner sich gegenseitig verhielten und den Tieren Respekt entgegen brachten, ließen bei den Waldelf ein Gefühl der Heimat aufkeimen. Die Sehnsucht nach seinen Wäldern und das Dorf wo er mit seinen Schwestern sonst lebte. Isildur war meist ein eher mürrischer Geselle, wenn er außerhalb der Wälder war- zu sehr hatte ihn die Verpflichtung seinem Stamm und vor allen seinen Schwestern gegenüber im Griff. Vermutlich hätten seine Schwestern ihn jetzt an die Stirn getatscht und kontrolliert, ob ihn nicht Fieber ergriffen hatte. Das war aber nicht so.
Die Mantroner waren dem Volk der Waldelfen nicht unähnlich und dass ließ den Wolfelfen mit dem silbernen Pelz zeitweilig den Ernst vergessen.

Und Atka bestätigte es, indem er über das Haus sprach und was darin gemacht wurde.
Wie bei uns…der große Lagerplatz beim alten Baum
Auch in seiner Heimat gab es so einen Platz, wie er feststellte und seine Gedanken wanderten zu dem Ort, wo er aufgewachsen war. Wo ständig der Geruch des Waldes um einen lag und man Gelächter und alte Geschichten hören konnte. Wo er selber am Feuer mit den anderen Kriegern gesessen hatte und sie Geschichten über die Jagd und den Wald gerichteten. Es fühlte sich nach einer Ewigkeit an und erst die weiteren Worte holten ihn in die Landschaft und Heimat der Mantroner zurück.
Er hatte wie Atka den Geruch von Krankheit und Tod ebenso deutlich wahrgenommen. Es gab Geschichten, da sagte man überhaupt den Elfen die Gabe nach, dass sie den Tod spüren konnten. Gerade Wesen, die für Leben standen, sollten ein Gespür dafür haben. Unfug, würde der Waldelf sagen, denn Leben und Tod gehörten zum Kreislauf der Natur. Man wusste das andere erst zu schätzen, wenn man die anderen Aspekte kannte.
Auch in dieser Welt ist der Tod stark mit dem Leben verknüpft…dies hier ist aber keinen normalen Umstand zu verdanken.
„ja, es riecht stark nach Tod…aber fremdartig…anders“ Anders konnte er es nicht erklären. Vielleicht nahm er auch dabei den Geruch des Wesens wahr, der für die Taten verantwortlich war. Doch das wusste Isildur nicht, es war etwas Fremdes und etwas was ihm das Nackenfell aufstellen ließ.
Dagegen wirkte die Frau des Hauptmannes des Dorfes besänftigend. Eben wie man es erwarten konnte, wenn jemand einer Gottheit diente und sich um das Wohl der Kranken kümmerte.
„Etwas Unbekanntes…“ wollte Isildur wissen, als seine Ohren weitere Schritte vernahmen und eine mächtige Stimme ertönte. Der Wolfself drehte sich um, ein Knurren entwich ihm. Kein Angriff, nur die Anwesenheit eines weiteren Alphamännchen weckte dieses ursprüngliche Bedürfnis.
Benimm dich….
Schnell wurde klar, dass Isildurs Instinkte recht hatte, der große und beachtliche Krieger war tatsächlich der Häuptling des Ganzen. Der Blick des Kriegers lag auch einen Moment auf Isildur und trotz dass er ein humanoider Wolf war, schien es nie irgendwelche seltsamen Blicke zu geben. Isildur nickte dem Mann zu, wenn seine Rute auch erhoben war um seine eigene Stellung klar zu machen.
Wieder sprachen sie in der Sprache der Mantroner und Isildurs Ohren zuckten, verstand er jedoch kein Wort.
Sie scheint ihm alles zu erklären…
Bryoja indes sprach extra in der Allgemeinsprache und Isildur trat an sie an, stellte sich mit einer Spur besitzergreifend zu ihr. Gefährte, sie hatte ihn wieder so genannt.
Dann jedoch sah Isildur verwirrt und überrascht zu der Mantronerin. Sie wollte mit ihrer Sippe und einem Langboot weiterreisen.
Sie will ihre Familie mitnehmen? Ist das wirklich klug?...
„Cattie hatte es deutlich gemacht. Nur so würde sie helfen…“
Kurz musste Isildur an seine Abmachung mit der Piratin denken. Er hatte ihr wichtige Informationen über einen ihrer Konkurrenten gegeben und..Sex, dafür sollte sie die Frau und den Sohn von Otis helfen.
„Auch würde ich so lange meine Hilfe anbieten, wie ich ...eurem Weibchen...eurer Frau mitgeteilt habe. „ Er sah zu der Mantronerin.
„Bryoja, du wirst etwas Zeit benötigen und ich bin ungerne untätig.“ Zudem konnte er sich vorstellen, dass sie etwas Zeit alleine bei ihrer Familie brauchte. Und Isildur selber schmerzte es doch zu sehr an seine jetzt erinnert zu werden. Zudem wollte er mehr wissen, was es für ein Wesen war. Sein innerer Jagdtrieb war geweckt.

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. Januar 2014, 05:46

"Wie meinst du das? Anders?" Erneut reckte der junge Wolf die Schnauze, witterte. Er konnte offenbar keinen Unterschied erkennen. Es stank nach Tod und der war für alle Lebewesen gleich. Am Ende kam er zu ihnen allen, das war der Lauf der Natur. Dass hier die Natur nur nicht allzu stark ihre Hände im Spiel hatte, war dem Schneewolf nicht klar. Möglicherweise lag es an seiner Jugend. Er verstand nicht - noch nicht.

Elin Meersegen trat ohne Scheu an Isildurs Seite. Sie musterte ihn, doch vertraute sie wohl auf Bryojas Anwesenheit und somit schien auch der zweibeinige Wolf sein Recht zu haben, hier zu sein und sei es nur als Gefangener. Noch während ihr Gatte, Thure Sturmschreier, mit einigen Männern das Langhaus betrat, neigte die Priesterin ihren Kopf ein wenig, dass ihre Haut im Feuerschein zu schimmern begann.
"Der Schrecken der Tiefe", begann sie leise zu summen. Ihre Stimme klang wie das seichte Rauschen des Meeres oder ein ruhiger Wind, der mehr erfrischte, anstatt zum Frösteln zu bringen. Sie strahlte sehr viel Ruhe für eine Ventha-Priesterin aus, doch auch die Göttin des Wassers und der Winde konnte einmal friedlich sein. Ihr Temperament schlief, vielleicht angesichts all der Verletzten, deren Gerüche und leises Wimmern noch immer das Langhaus ausfüllten. Ein lauteres Stöhnen, der Schmerz eines Mantroners, gab Elin Signal zum Aufbruch. "Ich muss mich um die unseren kümmern", hauchte sie sanft, wandte sich jedoch rasch ab. Inzwischen war ja ihr lieber Mann da, um die Heimgekehrten, sowie deren Gefährten zu grüßen.

Thure Sturmschreier griff nach einem herum liegenden Fell und wischte damit das Blatt seiner Axt sauber. Blut klebte daran. Anschließend ließ er sich am Feuer nieder, wie ein Berg, der Platz nahm. Seine Männer blieben nahe des Eingangs. Er nickte ihnen nur zu und sie verschwanden vor das Langhaus. Der Anführer der Tapferen nahm sich Zeit, die Besucher zu betrachten. Und dann griff er zu einem Trinkhorn am Gürtel, befüllte es mit einem kleinen Fässchen, das zuvor gar nicht aufgefallen war.
Er trank ausgiebig, füllte nach und reichte es weiter. Auch Bryoja trank, gab es an Isildur. War dies ein Ritual oder einfach nur Sitte bei diesem Volk? Sie nickte Isildur auffordernd zu. Inzwischen setzte Thure seine Worte fort. Auch er glitt in die allgemeine celcianische Sprache ab, obgleich sie bei hm vom starken Akzent der Mantroner durchdrungen war.
"Wir brauchen Verbündete. Die Piratin ist nicht dumm, auch sie sieht es ein. Santros ... werden sie mit uns zusammenarbeiten?"
"Das weiß ich nicht, Sturmschreier", entgegnete Bryoja sofort. "Aber wir müssen es versuchen." Sie lächelte stark, einer Kriegerin gleich die sie war, als Isildur seine Unterstützung zusicherte. Bekräftigend nickte sie daraufhin. "Dieser Wolf ist mutig wie wir und ebenso frei. Isildur ist mehr als ein nützlicher Verbündeter."
"Isildur. Ist das ein elfischer Name?" Thure war klug. Er hörte den Klang der spitzohrigen Völker sofort heraus, schaffte es gar, den Namen nicht ganz so hart klingen zu lassen, weil er die Konsonanten weich über die Zunge gleiten ließ. "Habt Ihr bei den Eiselfen in Estria gelebt, Wolfsmann?"
"Er soll dir alles erklären." Bryoja erhob sich. "Ich werde meine Sippe aufsuchen und jene finden, die mich begleiten wollen. Ich bin bald zurück." Mit diesen Worten ließ sie die Männer allein. Otis hielt sich die ganze Zeit über wieder zurück. Er machte es sich am Feuer bequem und entschied, dass es das Beste wäre, ausnahmsweise einmal nicht aufzufallen. Die Kälte machte ihm noch immer stark zu schaffen und ließ seine sonst ach so dreiste Zunge erlahmen. Selbst Atka hatte für den Moment aufkeimendes Mitleid mit dem Mann und ließ sich an dessen Seite nieder. Wie aus Reflex legte der Pirat seine vernarbte Hand auf den Kopf des Wolfes und kraulte ihn. Atka ließ es sich gefallen. Ehrfurchtsvoll schaute er zu Isildur und Thure herüber, lauschte aufmerksam, auch wenn ihm das Celcianisch nicht so geläufig war.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 27. Januar 2014, 19:01

"ich kann es schwer beschreiben, Atka...nicht nur nach tot..." grübelte der Wolfelf nach. Wie sollte er auch, wenn ihm noch so vieles fremd war, was er an Gerüchen wahrnahm. Er konnte eine Täuschung sein. Erst als die Frau des Häuptlings etwas vor sich hin flüsterte, spitzten sich seine Ohren. Vielleicht konnte er es deshalb nicht erklären, weil es etwas war, was hier aus der Gegend kam. Eine seltsame Bestie ähnlich wie die Schneebestie, wo er den Geruch auch nicht zuordnen konnte. Aber vielleicht konnte er dem Geruch folgen, gerade weil er sich nicht ablenken ließ davon. Wenn man bedachte, dass das ungeheuer, welches die Mantroner verletzt hatte, eine Drachenabart war, so würde sich vielleicht erklären, woher Isildur den Geruch zum Teil sogar kannte. Derat und auch Yavannas kleiner Assatal waren immerhin Drachen.
Du weißt nicht, ob du dich nicht irrst...aber vielleicht haben die Götter deswegen mir die Gestalt gegeben, damit ich helfen kann. ich bin kein normaler Wolf oder elf, vielleicht gibt es ja Vorteile, die ich nicht bis jetzt erkannt habe.
Doch woher sollte er das wissen, er konnte seine Vermutung ja noch äußern.

Isildur setzte sich zu dem Hauptmann, nahm das Trinkhorn entgegen und ließ sich durch den Blick von Bryoja dazu ermutigen ebenfalls aus dem Horn zu trinken. Skeptisch roch er erst kurz daran, lehnte aber nicht ab. Es konnte immerhin eine Beleidigung sein, dass wusste der Wolfself nur selber viel zu gut. Wenn einem etwas in einem anderen Lager angeboten wurde, dann sagte man nicht nein. So genehmigte er sich ebenso einen Schluck, was ihn wieder zu Komplikationen mit seiner Schnauze führte. Inzwischen hatte er sich angewöhnt aus einen Art Napf zu trinken, da es leichter war. Er legte den Kopf in den Nacken, ließ etwas von dem Gesöff in den Mund und kehle fließen. Dann reichte er den Kelch zurück, wischte sich mit dem Handrücken über die Schnauze. Es schmeckte seltsam und den Geschmack konnte er zuerst zu ordnen.
Das Thure gleich den Namen als elfisch erkannte, war etwas was Isildur erstaunt blicken ließ. das bewies, dass der Berg von einem Mann gebildet war.
Isildur machte es sich bequem blickte kurz Bryoja nach, als diese den Raum verließ. Nickte ihr zu, dass er dann warten würde.
Sie geht wieder davon aus, dass ich plappere...ist doch Ironisch, dass gerade ich in ihren Augen als Plappermaul dastehe
Ja, immerhin war er es sonst überhaupt nicht so. Aber es war erforderlich dass er sprach, deswegen tat er es.
„ja, der Name ist elfisch, nur komme ich nicht von den Eiselfen. Ich bin als Waldelf geboren, aber mit der Gabe mich in einem Wolf zu verwandeln, wenn ich zur Zeit auch nicht mich wieder zurückverwandeln kann…doch das wird sich schon legen.“ es war zu umständlich alles genausten zu erklären und zudem nicht relevant.
„Auf Bryoja bin ich durch Zufall getroffen, in dieser Stadt Rumdett, wo es mich hinverschlagen hatte, als ich meine Schwestern aus den Augen verlor. Sie hat mir geholfen und ich helfe ihr“ das es inzwischen auch mehr war, dass wollte er nichts sagen. Sie war irgendwie sein Weibchen…oder zumindest zum teil und mit Atka und selbst Otis hatte er ein kleines Rudel. Zudem er nun auch erklärend kam.
„Otis kommt aus Rumdett, Cattie hat ihn uns mitgeben, weil er sich in in unserem nächsten Ziel auskennt. Ich würde gerne helfen…der Geruch der Bestie…es hat etwas Seltsames an sich, doch ich denke, ich könnte ihm folgen. Atka sagt, er nimmt es nicht wahr, doch ich bin mir sicher, dass da was ist...etwas Fremdes. Zumindest würde ich gerne helfen, solange bis Bryoja alles vorbereitet.“
Zudem wollte Isildur mehr von dieser Kultur wissen, die doch der seinen sehr ähnelte.

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Dienstag 11. Februar 2014, 22:25

Ob Thure Sturmscheier ein Verweigern des Trunkes in seinem Horn als Beleidigung auffasste, würde Isildur niemals erfahren, denn er setzte das Gefäß an sein Maul und gab sich dem Inhalt voll und ganz hin. Met hatte der Mantroner darin abgefüllt und zwar eine ganz besondere Sorte. Sie besaß den süßen Geschmack eines jeden Honigweines, zugleich aber berauschten diverse Gewürze darin mit einem überaus herben Nachgeschmack. Außerdem mischte sich etwas Nussiges in das Aroma.
"Walnussmet", kommentierte der Anführer der Tapferen, während seine liebe Frau Bryoja nach draußen führte. Die Mantronerin wollte mit ihrer Sippe sprechen. Isildur und Otis würden zurückbleiben. Atka zeigte sich unentschlossen. Natürlich wollte auch er seine menschliche Familie wiedersehen, andererseits sorgten die Neugier und Brüderlichkeit, die der junge Schneewolf für Isildur empfand für ein Zögern. Er wollte auch hier nach Möglichkeit nichts verpassen. Ob der wandelnde Wolfsmann, den Bryoja so schätzte, Interessantes zum Anführer aller Mantroner zu sagen hatte? Atka winselte. Schließlich aber obsiegte der Wunsch, sein Rudel zu sehen. Er folgte Bryoja eifrig bellend aus dem Langhaus.
Thures Blick folgte dem überdrehten Atka, ehe das aufmerksame Augenpaar zu Isildur zurück huschte. Er lauschte ihm, zeigte nach Außen hin aber nur eine erhabene Ruhe. Nicht ganz wie ein Fels in der Brandung, denn so viel Geduld mochte man ihm nicht zusprechen. Eher wie die Ruhe vor einem Sturm. Es besaß etwas Lauerndes - Gefahr für jene, die ihn unterschätzten. Obwohl, wer würde das tun angesichts des Hünen, der da bei Isildur am Feuer hockte? Nicht einmal Otis wagte zu sprechen.
"Dann ist deine Gabe nicht nur Segen, sondern auch Fluch. Auf Ersa und im gesamten Eisreich wird dich das wölfische Fell allerdings zusätzlich wärmen. Du solltest dich zur rechten Zeit entscheiden, die Rückverwandlung einzuleiten ... falls du es kannst. Bis dahin nutze, was dir gegeben ist, Isildur Waldelf."
Erneut hörte er zu, nahm sich ungeniert nochmal das Trinkhorn für weitere Schlucke. Er löste auch erste Teile seiner Rüstung, die ihn wohl zu lange geschützt hatten und jetzt störten. Irgendwann wollte jeder gestandene Krieger aus seiner Rüstung heraus. Erst als Isildur auf den Piraten zu sprechen kam, hob sich Sturmschreiers Blick. Er nahm Otis ins Visier. "Ein Rumdetter also", brummte der Mann, dass es Otis eigentlich hätte die Sprache verschlagen sollen. Entgegen seines bisher aber eher kargen Gebarens inmitten der Kälte straffe der kleinere Mensch die Gestalt und auch die Schultern. Stolz war es nun, der aus seiner gesamten Haltung sprach. Er vertrat hier Rumdett, seine Heimat - eine Heimat, die andere als Loch bezeichneten. Eine Heimat, in der man ihn in Tavernen verprügelte, auf den Straßen mit Säbeln den Leib aufriss und in Gossen zum Sterben liegen ließ. Aber dann überraschte Otis wohl nicht nur Thure Sturmschreier, als er die Stimme erhob: "Ja. Rumdetter, aber erst seit ich meine eigentliche Heimatstadt Santros hinter mir ließ und mich den freien Seefahrern anschloss."
"Freie Seefahrer", schnaubte der Mantroner, bei dem die stolzen Worte anders ankamen. Doch er kommentierte es nicht weiter. Die Information, dass Otis eigentlich Santroner war, mochte von größerer Bedeutung sein als sich hier nun mit ihm über die feisten Piraten zu unterhalten.
"Was kannst du uns über die Santroner berichten? Irgendwie müssen wir sie überzeugen, sich nicht nur uns, sondern auch deinesgleichen anzuschließen."
"Nur der furchtlosen Cattie, die ich über alle Maße loben kann. Sie ist keine skrupellose Freibeuterin. Nicht so wie die Anführer der anderen beiden Gemeinschaften. Und ich weiß, was Santros von ihr hören möchte und was ich lieber verschweigen sollte. Überlasst die Verhandlungen mir anstelle Bryojas. Sie mag eine Mantronerin sein, aber das würde ihr angesichts der Stadt Santros eher schaden als helfen. Man hält euch für größere Barbaren als die Piraten, Kamerad."
Mit gehobenen Brauen, aber sonst ohne eine Miene zu verziehen antwortete Thure: "Das habe ich nicht zu entscheiden, Mann. Du unterstehst dem Kommando der Wolfsruferin. Bryoja, der Tapferen. Sie allein wird deine Zunge offen sprechen lassen, wenn sie es will. Aber du wirst deinen Teil schon noch beizutragen wissen - ebenso wie Isildur es tun will. Die Eisbestie nennen wir den Schrecken der Tiefe. Sie muss ein ungeheures Monstrum sein. Etwas, das in der Lage ist, sogar uns eine Gänsehaut zu bescheren, aber einige meiner Tapferen sind bereits wieder unterwegs, gegen sie und die Folgen, die sie für das Eisreich hat, vorzugehen. Du kannst helfen, indem du losziehst, mit einigen Mantronern zu jagen oder zu fischen. Wir brauchen Vorräte. Oder du hackst Holz, hilfst den Verwundeten. Wir haben genug zu tun. Wenn du Felle abziehen kannst", er musterte Isildur, schüttelte den Kopf, "nein, diese Aufgabe verlange ich nicht von dir."
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 12. Februar 2014, 13:29

Ich hoffe, dass es dann tatsächlich mit der Rückverwandlung klappt, machte er sich innerlich eher die Sorgen.
„Segen und Fluch kann vieles sein“ brummte er und klang wie sein Vater, der dies öfters gesagt hatte. Recht hatte der Waldelf gehabt und das erkannte auch Isildur zusehends. Geschwister, Ehefrauen, Talente und Berufungen…alles hatte Vorteile, schöne Seiten aber auch Nachteile und Schatten. So wie das Leben selbst, so kannte es der Wolfself. Kurz schweifte er im Geiste zu seiner Familie ab und ein leiser Seufzer wich über seine Lippen. Wann würde er sie wiedersehen? Noch nie war er so lange von ihnen getrennt gewesen.
Das war ja genau das richtige Thema für den Piraten und wenn bis jetzt Otis auch brav die Klappe gehalten hatte, so zeigte sich mal wieder, dass er seinen Beinamen nicht ohne Grund hatte. Zumindest empfand es der Wolfself so. Isildur knurrte leise und wie von selbst legten sich drohend seine Ohren an und er fletschte die Zähne. Erzähl bloß nichts Falsches. Immerhin war Otis in den Augen Isildurs das schwächste Glied im Rudel, der der ganz unten in der Rangfolge war.
Und dann sprach stolz aus dem Piraten raus. Stolz? Das Isildur nicht lachte. Der kannte nicht mal den Wert davon. Quasselte von Ehre und hatte Isildur in der kurzen Zeit des Kennenlernens hintergangen und ausgenutzt. Jemand wie Otis war es, dass Isildur an der Rasse der Menschen meist zweifeln und misstrauen ließ. Zum Glück gab es aber auch andere, die es wieder aufwerten konnten. Jedoch Stadtmenschen war der Elf vorsichtig gegenüber geworden.
„Wie kannst du stolz auf etwas sein, wo du doch alles nur verrätst“ grollte der Wolfself und sein Fell sträubte sich. Sarkastisch wurde er und hätte noch mehr gesagt. Otis war ein Feigling und egal was ihn damals aus Santros weggetrieben hatte, so war es nie im Leben dass er ein freier Seemann sein wollte. Ein Mann von Ehre würde nicht seine Frau und sein Kind in den Händen eines übleren Piraten zurücklassen. Familie hatte man zu beschützen und sie nicht im Stich zu lassen und besonders nicht wenn man ein Kind noch hatte. Isildur erinnerte sich an die Frau und was sie machen musste, damit ihr Kind leben durfte. Er hoffte das Cattie ihr Versprechen einlöste.
Es fiel ihm zwar schwer und seine Muskeln spannten sich nur so, aber konnte sich Isildur beherrschen und das auch, weil eben Thure hier war. Ein Mann, der Ehre kannte. Trotzdem der Einwand von dem Piraten stieß sauer bei dem silbernen Wolfself auf. Wäre ja noch schöner.
Otis, der dort die Verhandlungen führen wollte. Natürlich war er die einzige Person, die dort die Gepflogenheiten kannte, aber er betrog, wo er konnte. Isildur dachte an Cattie zurück und wie deutlich sie dem Mann gesagt hatte, dass es seine Chance wäre sich zu beweisen. Und zudem sprach zumindest Otis von der Piratenbraut sehr angetan, naja, es blieb ihn ja auch nicht mehr.
Doch du würdest bestimmt fliehen, wenn du könntest und wüsstest wohin.
Beweise dass du es wert bist, ja den Lehrsatz kannte auch der Waldelf nur zu gut. Er versuchte also seinen inneren Zorn runterzuschlucken und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Häuptling der Mantroner.
Es war verlockend und nie hätte der Elf der Wälder damit gerechnet, dass es sogar im Schnee orte gab, die der Heimat ähnelten. Zumal er eigentlich kein großer Begeisterter von Schnee war.
„eure Eisbestie könnte eine Drachenkreatur sein. Daher kenne ich den Geruch…oder ein ähnliches Wesen.“ Sprach Isildur zu Thure. Er gab dem Mantroner recht, sie alle würden ihre Zeit bekommen und sich behaupten müssen.
„Ich werde bei der Jagd helfen, ich war Jäger in meinem Dorf und zudem kann ich beim Holz hacken helfen. Das Versorgen von Wunden liegt mir nicht.“ Das Thure es ihm nicht antun wollte, dass er nicht Gerben sollte, war umsichtig. Nicht das Isildur es nicht konnte, aber er blickte auf seine Pranken und dachte an das blutige Mahl, was sich ihm zeigen würde. Nein, das musste er sich nicht aussetzen.
„Ich konnte es als Elf….jetzt sollte ich es lassen. Der Wolf in mir würde mich ablenken…“ Isildur musste darüber sogar ein wenig grinsen, oder es lag an dem ihm fremden Met? Den Geschmack des leckeren Mets noch auf der Zunge würde es ihm wohl weniger schwer fallen, sich hier wohl zu fühlen. Walnussmet, da sollte er sich was von mitnehmen. Natürlich konnte er gut trinken, so wie seine Leute im Lager und auch wie Otis selber schon bemerkt hatte.
Trotzdem drängte sich das Bild auf, dass er danach wie nach einen Massaker aussehen würde und vermutlich sich selber ans Fleisch vergriffen hätte, was sich nicht gut machen würde. Seine Blick vom dem Feuer nehmen, welches still und friedlich flackerte, wechselte Isildur das Thema mit Thure.
„Hat man die Möglichkeit, dass Vieh vor dem zuschlagen zu bemerken? Gibt es einen Plan oder einen Köder?“ Die Neugier eines Mannes der selber schon angeführt hatte, meldete sich bei dem Wolfself. Immerhin vielleicht konnte man sich Tipps geben und wieso sollte man nicht voneinander lernen?

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Montag 17. Februar 2014, 14:06

Otis wandte den Kopf in Isildurs Richtung. Noch immer glomm die Furcht vor dem Wölfischen in seinen Augen, aber er machte alles in allem einen mutigeren Eindruck. Nun, da es ihm körperlich wieder besser ging und er am warmen Feuer sitzen konnte, lockerte sich seine Zunge ebenso wieder, aber er hielt sich mit dem Gröbsten zurück. Sein Einwand hatte Thure gegolten, zusammen mit dem Hinweis für seinen Nutzen. Er machte hier verständlich, dass man ihn nicht unter Umständen den Wölfen zum Fraß vorwerfen brauchte. Vermutlich hätte er hier und jetzt auch Isildur verraten, wenn es ihm Vorteil und Nutzen verschafft hätte.
"Darauf kann ich doch stolz sein, eh?", entgegnete er mit luchsfrechem Grinsen, wenngleich es auch nur flüchtig die Mundwinkel anhob.
Thure Sturmschreier rieb sich derweil über das Kinn und durch die Mähne seiner Haare. Der Schnee darauf war geschmolzen, hatte es befeuchtet und nun hingen einzelne Strähnen in seiner Stirn, die sich über den Brauen nachdenklich runzelte. "Legt den Zwist untereinander beiseite. Eine Sippe muss zusammenhalten", kommentierte er das unausgesprochene Gefecht zwischen Isildur und Otis. Dann wandte er sich an den Wolfselfen. Sachte wie noch immer nachdenklich nickte Thure. "Ein Drache. Ich kenne nur einen und der schläft in Estria, der Stadt der Eiselfen, aber sicherlich existiert nicht nur ein einziger Vertreter seiner Gattung. Ein Drache also ... das wird nicht ganz einfach. Ich muss meine besten Männer und Frauen gegen ihn vorgehen lassen und die Zweitbesten müssen sich um die Vorräte kümmern. Eine Ehre wäre es für sie alle, wenn du dich ihnen anschließt."
Freundlichkeit sprach aus den Worten des Mantroners. Er vertraute eindeutig Bryojas Wahrnehmung von Isildur, ohne ihn erst selbst einschätzen oder prüfen zu müssen. Wenn sie ihn mitbrachte als Gefährten ihrer Mission, dann würde er auch für den gesamten Stamm der Mantroner eine Bereicherung sein. Fraglich blieb es bei Otis. Er hatte seine Meinung kundgetan und Thure sah darin den Drang, sich zu beweisen. Auch er wollte seinen Nutzen einbringen ... nur wäre dieser Nutzen zum Wohl aller, diese Überlegungen stellte der Mann nach wie vor an. Dass Isildur den Mantronern mit seinem Willen bereits jetzt gut tat, nahm Thure sofort zur Kenntnis, als er sich nach der Bestie weiter erkundigte.
"Ich muss darüber beraten und werde dies mit zwei Kriegern tun, die sich hervor gehoben haben unter unseren Jüngeren. Baltos und Kjartan. Sie werden eine Gruppe Tapferer anführen, die nach der Bestie Ausschau halten sollen. Vordergründig müssen wir die Besatzung weiterer Schiffe finden. Wir befürchten, sie sind im gefrorenen Eis des Kanals eingeschlossen." Er winkte ab. "Aber das muss nicht dein Problem sein, auch wenn ich dankbar für die angebotene Hilfe bin. Jage mit meinen Leuten, werde Teil der Sippen. Letztendlich verlier aber nicht deine Bestimmung aus den Augen. Du sollst an der Seite der Frostwölfin stehen."
Plötzlich erhob sich Thure. Es war, als stünde ein Berg auf, um sich zu verrücken. Sein Blick glitt über Otis. "Ich gebe euch nun Zeit, eure Angelegenheiten zu klären und lasse inzwischen die Jäger kommen. Sie werden dir gefallen, Isildur." Damit verließ er das Langhaus.
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 17. Februar 2014, 15:41

Der Zwist zwischen den Wolfelfen und dem Piraten war wohl noch lange nicht ausgegolten. Es war noch nicht die Zeit dafür gewesen und Isildur hatte den Piraten bis jetzt dulden müssen, weil man ihn benötigte. Doch der Anführer der Mantroner hatte recht es musste geklärt werden. Gewöhnlich machte man dies auf eine altmodische Methode, das hieß man führte eine nette Prügelei durch. Auch den Wolf in Isildur würde dies zurechtkommen, denn so klärte man gewöhnlich die die Rangfolge im Rudel.
Doch dies würde wohl warten müssen. Aufmerksam lauschte Isildur den Worten des Häuptlings, als dieser über seine nächsten Pläne zu berichten. Diese jungen Krieger schienen sich gut behauptet zu haben, wenn man sie mit so einer Aufgabe betraute. Der Wolfself kannte es selber, dass besondere taten einen schnell auch größere Aufgaben und posten zu teils werden ließ.
Der Berg erhob sich und Isildur tat es ihm gleich, weil er so seinen Respekt erwies. Nickte bei den Worten des Anführers und ja, er war gespannt auf die Jäger.
„ wir werden uns schon verstehen“ gab er noch Thure nach, blickte dann zu Otis rüber. Sie sollten es klären, doch war dies der richtige Ort? Es muss geklärt werden, denn sonst kann ich ihm nie vertrauen….doch will ich es? Isildur, du weißt wie wichtig es ist, dass man in einer Gruppe auf sich bauen kann.
Der silberne Wolf schnaubte, bevor er sich erhob.
„ich traue dir nicht. Du hast weder Ehre noch stolz…und auf Feigheit stolz zu sein, ist kein Stolz. Du hast deine Familie hintergangen- sie in Stich gelassen. Isabeau hat von dir mit Verachtung geredet und jeder den ich begegnet bin ebenfalls. Wenn es nach mir ginge, so würde ich dich weichprügeln, …dir Vernunft einzubläuen, bis du verstehst. Du hast mich ausgehändigt, obwohl ich dir geholfen habe. Ist das, was du als Kameradschaft siehst? Und du würdest sogar Cattie hintergehen, wenn du einen Platz zum Flüchten kennen würdest, nicht wahr? Sie ist es aber, die dir eine letzte Chance gibt.“ die Worte kamen gepresst über seine Lippen, während er bedrohlich vor dem Piraten stand.
„ mag sein, dass wir deine Hilfe noch brauchen…aber weswegen sollte man so einem mann- wenn du überhaupt einer bist, vertrauen? Wo ist das, worauf man stolz sein kann, ich sehe es nicht. Kein Mann verlässt seine Familie und verrät sie. Kein Vater lässt sein Kind krank in stich.“ jedes Wort ein leises Knurren, doch die Rute hoch erhoben. Isildur wusste was stolz und Ehre war. Er war ein guter Jäger und Bogenschütze, führte einen Teil der Waldelfen an- hatte Familie, die er schützen konnte und würde.
„Also soll ich dir an die Kehle gehen, oder bekomme ich eine Erklärung, weswegen du so bist wie du bist? Denn nach deiner Frau hättest du auch gerne tot sein können“ Die Augen des ehemaligen Elfen lagen auf dem Gesicht des Piraten, das Fell war gesträubt und seine Ohren zuckten auffällig. Er war nicht der größte Redner, doch jetzt würde er es erst so versuchen. In der Not konnte er noch immer den Piraten zurechtprügeln. Er verschränkte die Arme vor der Brust. Der Wolf in ihm zerrte an seinen Verstand, hatte nur zu große Lust das schwächste Tier im Rudel seinen Platz zu weisen. Seine Körperhaltung war zum Sprung bereit, würde zuschlagen wenn es erforderlich wäre. Würde Otis nach draußen in die Kälte zerren und ihn so lange mit dem Gesicht in den Schnee drücken, dass der andere aufgab. Aber hier waren die Kranken und Verletzten, die Ruhe brauchen würden. Er wartete, wie weit würde er gehen können- oder würde Isildur eher auf ihn losgehen?

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Freitag 28. Februar 2014, 11:51

Isildur brauchte kaum in sich zu gehen, um zu erkennen, dass Otis nicht die Sorte Mensch war, mit der man keine Probleme bekommen konnte. Ein Freund schien er nicht, ebenso wenig wie ein guter Ehemann oder Vater, aber was erwartete der Wolfself auch von einem Piraten? Er kannte sie zu schlecht, wusste nicht, wie gefühlskalt und eigennützig Menschen sein konnten - besonders Piraten. Sie verhielten sich so anders als die Waldelfen seiner Heimat. Allerdings gab es auch Ausnahmen, wie die Mantroner. Sowohl Bryoja, als auch Thure Sturmschreier und seine gute Frau zeigten doch, dass sich Menschen und Elfen sehr ähnlich sein konnten. Nur Otis ... ein immer währendes Sorgenkind.
Aber jetzt musste Isildur zwangsläufig mit ihm sprechen. Jetzt mussten sie ihre Dispute klären und das war vielleicht gar kein falscher Gedanke. Immerhin hatten sie alle eine Mission vor sich. Diese durfte nicht durch interne Streitigkeiten gefährdet werden. Obgleich Thure nicht aktiver Teil dieser Mission war, hatte der Mantroner die Lage sehr schnell erkannt und eine helfende Entscheidung getroffen. Er war aufgestanden und gegangen. Er ließ die beiden Streithähne zurück, damit sie endlich reden konnten.

Otis blieb sitzen. Aufrechter als sonst, aber er erhob sich nicht. Das Feuer wärmte seine Glieder, lockerte die bislang eher träge gewordene Zunge wieder. Vielleicht sollte man den Kerl einfach zurück in den Schnee setzen. Wer schwieg, konnte keinen Ärger machen.
Das Augenpaar des Mannes richtete sich auf Isildur und er lauschte ihm aufmerksam. Gelegentlich stieß er die Luft schnaubend aus oder lachte freudlos auf, schüttelte dann den Kopf. Nur als Isildur seinen Verrat an Isabeau und seinem Mündel ansprach, da wurde der Pirat ganz still. Da bildeten sich Runzel auf der Stirn, die Brauen zogen sich zusammen, bis zwischen ihnen nur noch eine einzige, tiefe Furche blieb. Da wirkte er nachdenklich, verwob die Finger ineinander und spähte ins Feuer vor sich.
"Ein Mann hat seine Gründe und ein Feigling bin ich bestimmt nicht. Ich bin nur ein einziges Mal in meinem Leben wirklich davongelaufen." Er atmete tief durch, murmelte etwas, das Isildur nur im Ansatz würde verstehen können. Die Flammen aber hörten die leise gesprochenen Worte: "Und jetzt kehre ich dorthin zurück."
Dann verfiel Otis erneut in Schweigen, nur durchzogen von gelegentlichem Seufzen. Er rieb sich das Kinn, dann den Nacken. Es war seine Art, ein Problem anzugehen. Zumindest jetzt, denn ausnahmsweise dachte er nach, bevor er die dicke Lippe riskierte, derer er seinen Spitznamen zu verdanken hatte. Dabei suchte er erneut Isildurs Blick, stand sogar auf.
"Wenn Isabeau glaubt, ich lasse sie und den Jungen im Stich, dann frag ich dich, wo das Geld geblieben ist, das ich ihr wöchentlich habe zukommen lassen. Hat sie es überhaupt erwähnt, Isildur? Hat sie es angesprochen, dass ich fast all meine Münzen an Aiden und seine Schergen weitergebe, damit er sie in Ruhe lässt? Und warum ist mein Sohn noch krank?" Das schien Otis wirklich nicht zu verstehen. Er klang jedenfalls aufrichtig, sowie besorgt, als er die Frage stellte. Schließlich ging ihm ein Licht auf, gefolgt von der Faust, die er sich in die offene Hand schlug. "Moment! Oh, dieser Bastard, diese ... diese Blutzecke! Na, der kann was erleben, wenn ich zurück bin." Die Worte richtete er nicht an den Wolfselfen, sie waren für ihn selbst bestimmt. Aiden musste Otis hintergangen haben, sofern seine Worte der Wahrheit entsprachen. Isildur blieb da nur die Möglichkeit, sie ihm zu glauben oder zu zweifeln. Nachprüfen konnte er es nun nicht, sie waren ewig weit von Rumdett entfernt.
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 28. Februar 2014, 18:58

Isildur blickte auf dem Mann, der nach seiner Meinung nichts ehrenhaftes hatte. Eigentlich erwartete er auch nicht, dass sich Otis überhaupt zu Wort melden würde oder wenn, dann nur Mist von sich geben würde. Und doch war es etwas, was den Wolfelfen aufmerksam werden ließ. Es war die Haltung und dann der gedankenversunkende Blick, den der Mann zeigte. Lag vielleicht Isildur doch falsch?
„Rennt man vor etwas weg, so wird es nichts ändern...die Sorgen werden größer“ sprach der Wolf und einstige Vizehauptmann. Innerlich zuckte er selber zusammen. Isildur merkte, dass seine Worte irgendwie auch leer waren. War er nicht selber vor sich weggelaufen, durfte er dann so urteilen? Er hatte Angst vor seine Wolf-Mischgestalt gehabt. Angst was seine Schwestern denken würden und war geflohen und so war er immerhin auf dem Schiff und auch dann bei den Piraten gelandet. Ein Knurren entwich dem Wolf, und er setzte sich schlagartig hin.
Darf ich richten, wenn ich selber nicht besser bin? Du musst ihm eine Chance geben... auch wenn es schwer fällt.
Seine Pranke strich sich durch sein langes Mähnenhaar.
Kurz warf er einen prüfenden Blick auf dem Mann, der immerhin anfangs ein netter Mensch gewesen war. Er hatte Isildur im Schiff geholfen und wäre nicht dieser Verrat bei dem Aufeinandertreffen mit Aidan und dessen Leuten gewesen, vielleicht würde er den Mann besser verstehen können.
Isildur war ein Sturrkopf, doch wie sollte er über jemanden Richten dürfen, wenn er selber geflohen war?
„Man soll nicht in fremde Wälder schreien, wenn man die Gefahren meiden will.. Gut,...“ murrte er und jetzt war sein Blick doch wesentlich friedlicher.
„Erzähle es mir!...ich will es verstehen...Doch hast du mich in Stich gelassen und darauf bezog ich mich...aber.....nun, ich kenne deinen Hintergrund nicht.... Du kanntest diese Leute und auch diesen Aidan, aber du hast dich verdrückt. Ich hätte es nicht getan....also woher bist du NUR geflohen? Dieses Santros, nicht wahr?“ Isildur tippte auf seine Ohren um den Mann zu zeigen, dass er die leisen Worte von Otis doch verstanden hatte. Der Wolfelf versuchte sich mit Nachsicht! Er verstand scheinbar Menschen nicht. Zumindest keine Piraten, aber er wollte lernen und verstehen.
Jedoch als Otis meinte, dass Isabeau Geld bekommen hatte und auch überzeugt davon war, da legte sich der Kopf des Elfen schräg und er versuchte zu erfassen, ob der Mann log. Kurz kam er ihn recht nah, dass seine Nase fast die Haut des Mannes berührte. Witterte und lauschte, ob etwas verdächtigwar, bevor er den Kopf zurückzog. Ein Teil im ihm nahm die Geschichte ab.
Hoffentlich werde ich es nicht bereuen... Schwestern, ihr habt mich mit eurer Gutgläubigkeit bestimmt angesteckt! Wo ist meine Vorsicht hin?
Kurz schloss er die Augen, überlegte was er zu der Frau und auch ihren Sohn sagen sollte. Sie hatte ihm geholfen, ihn versorgt und gepflegt.
„Nein, sie hat nichts über Münzen erzählt. Sie roch nach vielen fremden Männern...und das Kind war krank, ….sie hat deutlich auf dich geflucht.“ Isildur überlegte, konnte es sein, dass Otis einfach übel mitgespielt wurde?
„Wenn du mit Aidan einen...Handel hattest, wieso bist du dann vor ihm geflohen? … Wollten sie mehr Münzen? Es klang so, als hättest du ihnen was geschuldet...Höre zu, ich weiß vieles über Menschen nicht und ich vertraue ihnen auch nicht....Es mag dir egal sein, aber ich weiß wie wichtig es ist, dass wir in dieser Mission zusammenhalten müssen. Du hast Wissen, dass weder Bryoja noch ich haben kann...und wenn uns in der Stadt noch anderes zu erwarten hat, dann Beweise, dass du Teil dieses Rudels bist...erzähle, womit wir rechnen müsen...KEINE Überraschungen...kein Hintergehen.“ Seine Stimme klang scharf, doch auch wenn es dem Elfen schwer fiel, so würde er versuchen dem Mann noch eine Chance zu geben.
„ Und was Isabeau betrifft: Ich habe mit Cattie einen Handel...sie soll dein Kind und deine Frau aus der Gewalt des...zwergenähnlichen... rotthaarigen Piraten befreien. Sie hat mir ihr Wort gegeben!...und was Aidan betrifft, so glaube mir, da bin ich dir gerne behilflich diesen Mann auszuweiden“ knurrte der Elf. Er erinnerte sich noch ziemlich gut an den Mann und auch seine bösartige Natur. Und die Worte meinte Isildur auch ernst. Waldelfen konnten verbissene Gegner sein.

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Sonntag 9. März 2014, 12:35

Otis hob den Kopf und nahm so den Blick vom Feuer. Fragend schaute er Isildur an, zugleich hob sich aber auch der rechte Mundwinkel, dass ein schiefes Lächeln auf den Zügen des Piraten entstand. "Du irrst, es hat sich viel verändert, seit ich damals weggelaufen bin. Vielleicht hätte ich nur nicht immer weglaufen sollen, aye?" Der Wolfself würde sich in Erinnerung rufen müssen, mit wem er hier sprach und was er bislang von den Piraten gelernt hatte, obgleich Otis wohl auch eine Ausnahme darstellte. Er rasselte seltener mit dem Säbel als andere seiner Gruppierung. Wenn man an Cattie dachte, so glichen sich beide nicht gerade wie ein Ei dem anderen. Wo die furchtlose Cattie Schlagfertigkeit und den Willen gezeigt hatte, sogar mit einer Wolfsgestalt die Matratze zu teilen, da hatte Otis ihn verraten und war fortgelaufen. Gleichermaßen musste er es mit Isabeau und seinem Sohn Tristan getan haben ... aber er schien diese Flucht zu bereuen. Immerhin erkundigte er sich ständig nach ihr, wenn Isildur ihren Namen in den Mund nahm. Ja, Isabeau. Tristan erwähnte der Pirat eher weniger.
"Nagut, keine Geheimnisse mehr", ergriff Otis wieder das Wort. Sie hatten noch Zeit. Bis Thure zurückkam, würde es reichen, den Wolfselfen aufzuklären und Otis schien bereit dazu. Isildur konnte nur hoffen, dass hier kein Seemannsgarn gesponnen wurde und er sich darin verwob, aber so wie Otis aktuell am Feuer saß und bereitwillig los plapperte, schien er es aufrichtig zu meinen. Es war Isildurs Entscheidung, was er aus den Worten machte, die folgen sollten. "Meine erste Flucht war jene aus Santros und das war die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Wirst's mir nicht glauben, aber ich war nicht immer Pirat, aye. Eigentlich bin ich der Sohn eines angesehenen Kaufmanns und sollte auf die Seefahrerschule. Kadett und dann Seesoldat, bis ich es zum Kapitän mit eigenem Schiff gemacht hätte, damit ich die Waren meines alten Herrn von Santros bis nach Andunie hätte schippern können - hin und her, hin und her, bis irgendein raubeiniger Pirat eines Tages meine Scholle entern und mir den Bauch aufschlitzen würde. Und mein Vater, was hätte es den gekümmert? Einen Scheißdreck, sag ich dir! Für ihn war ich nichts, nie von wert. Er steckte viel Geld in meine Ausbildung, aber was gab er mir?" Oh, da saß einiges tief, aber es machte verständlich, warum Otis sich gegen Santros und für ein Leben jenseits von Gesetzen und Ordnung entschieden hatte. Er raffte die Gestalt, streckte sein rechtes Bein ab und drehte es, dass der letzte Schnee vom Stiefel am Feuer wegtauen konnte. "Bin abgehauen. Hab mich auf ein Schiff geschlichen und bn mitgefahren. Mich hat keiner entdeckt, bis ich an einem Küstenhafen an Land ging und dann bin ich gerannt wie'n Hase. Hab mich bis Rumdett durchgeschlagen. Natürlich hatte ich schon von der Piratenstadt gehört, aye. Von der Stadt mit den Männern und halbnackten Weibern, die meinem Vater das Leben schwer machten. Genau da wollt' ich hin und es versuchen. Tja und hier bin ich."
Er kratzte sich am Kopf. Schuppen und vereinzelte Haare, gekräuselt, fettig, rieselten gen Boden. "Warum ich dich verraten habe ... du musst eine Sache kapieren. Wenn du es mit Piraten zu tun kriegst, gibt's keinen Verrat. Es gibt nur: sich für eine Seite zu entscheiden und das jederzeit. Hab eben gewechselt, als es brenzlig wurden. Was glaubst'e, wie die meisten in den drei Gemeinschaften sind, eh? Die spielen Bäumchen wechsle dich öfter als sie sich waschen! Ehrlichkeit hat in Rumdett keinen Platz. Cattie wird dich auch verpfeifen, wenn'se glaubt, dass es ihr zum Vorteil gereicht. Glaub ja nicht, sie würd's nicht tun, sonst bist du dumm, sag ich dir."
Otis schnappte sich einen der Stöcke und stocherte im Feuer herum. Jetzt sagte er eine Weile gar nichts mehr, murmelte nur leise vor sich hin, aber Isildurs Gehör war besser als das eines einfachen Menschen. Er konnte das Gebrummel filtern und die Sätze heraus holen, die der Pirat eigentlich nur für sich sprach: "Ich kann nur hoffen, dass'e wenigstens bei Isabeau Wort hält."
Er riss den Kopf wieder hoch, als Isildur meinte, Isabeau habe die Münzen verschwiegen. Doch Otis zeigte sich irgendwo nicht so überrascht wie es seine Geste hätte ausdrücken können. Für einen Moment starrt er Isildur direkt an, dann brach der Blickkontakt und der Pirat lachte kratzig, schüttelte dabei den Kopf. "Hätte es wissen sollen. Er hat's ihr nicht gebracht. Keinen müden Fuchs hat er ihr gegeben, diese verdorbene Zecke!"Dann nickte er. "Ja, geflohen. Wieder. Es gab da kleine Abmachungen und ich war mit dem Geld in Verzug. Einen Zehnt hätte Isabeau kriegen sollen ... der dreckige Pirat hat mich betrogen und droht mir noch, dass ich nicht genug beischaffe, um den Jungen zu pflegen. Ventha möge ihm in seinen Arsch strömen, bis er vollläuft und untergeht!" Ein Knurren folgte - eine kleine Geste, die seine wachsende Rage ausdrückte, aber vielmehr die Ehrlichkeit hinter ihm. Offensichtlich hatte Aiden ihn betrogen. Log Otis oder war er hier wirklich nur der Schwarze Peter, dem man von allen Seiten übel mitspielte? Wenn das der Fall war, konnte er schon bemitleidenswert sein, auch wenn es sicherlich andere Möglichkeiten für ihn gegeben hätte. Ein erfolgloser Kerl, der es nicht lernte. Pirat eben. Schließlich erhob er sich. Das Gespräch neigte sich dem Ende zu. Erneut schaute er Isildur an, suchte geradezu seinen Blick. Der eigene war ernst.
"Ich kenne mich in Santros aus, auch wenn ich Jahre lang nicht dort war. Ha, Jahrzehnte! DOch am Verhalten wird sich kaum was geändert haben. Es wird nur Ärger geben, wenn mein Vater noch lebt und mich wiedererkennt. Davor müssen wir uns hüten ... ich hab keine Lust, wieder unter seine Fittiche zu geraten. Er denkt, ich gehöre ihm wie ein schmutziger Tabiki-Sklave einem Sarmaer Sultan."
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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 8. Juli 2014, 13:31

Es war wohl schon länger an der Zeit gewesen, dass dieses Gespräch stattfinden konnte. Das sich Otis und auch Isildur aussprechen konnten. Thure hatte es bemerkt und mit der Weitsicht eines Anführers die beiden so unterschiedlichen Männer dazu bewegt. Isildur spürte, dass dies Momente waren, wo er vergaß welche Verantwortung man eigentlich trägt. Was es hieß ein Rudel in allen Situationen zu führen. Doch er war lernbereit! Vieles hatte sich für den Wolfselfen geändert, seit er das erste Mal die schützenden Wäldern hinter sich gelassen hatte.
Er hatte Sachen erlebt, die er nicht für möglich gehalten hatte und musste sich Dingen stellen, die für ihn fremd waren. Anpassung war etwas, was die Natur forderte und Isildur war wie ein alter Baum, der sich nur langsam ändern konnte. Nicht weil er es nicht konnte, sondern weil sein altes Leben für ihn leichter war und besser zu verstehen.
Trotzdem lauschte er jetzt den Worten des Mannes und mehr und mehr Verständnis kam in seinen Inneren auf. Otis öffnete sich ihm und auch wenn die Menschen trotz allen sehr egoistisch waren, so machten sie ebenso ihre Fehler. Weglaufen war keine Option, diese Meinung behielt Isildur weiterhin, doch dufte er nicht vergessen, dass er es selber getan hatte. Und genau dieser Funken der Einsicht, ließ den einstigen Vizehauptmann auch die Geschichte von Otis verstehen. Er sagte nichts um den anderen zu unterbrechen, sondern versuchte nachzuvollziehen, was es bedeutete. Der Waldelf wurde nie etwas von seinem Vater aufgezwungen. Der Elf hatte sich selber für seine Laufbahn entschieden. Doch es gab auch Elfen, die einen vorbestimmten Weg gehen sollten. Vielleicht hätte Isildur ebenfalls so gehandelt. Oder es war wie bei Myrjala, die deswegen nicht auf die Stimmen der sogenannten älteren Vernunft hören wollte. Weil es ihr zu vorbestimmt vorkam.
Ist es das? Handelst du deswegen so verrückt….zwingen Papa, Mama….und ich dich zu sehr in eine Form?
Wenn er genau darüber nachdachte, dann stimmte es. Wie oft hatten sich seine Schwestern beschwert, dass er erstens wie Papa ein Sturkopf wäre und zweitens, die Schwestern keine kleinen Kinder mehr waren. Sie wollten selbst bestimmen, so wie ein junger Vogel irgendwann selber Fliegen wollte.
Meine Reise bringt mir Erkenntnisse, die ich nicht für möglich gehalten hätte
Auch wenn Isildurs Gesichtsmimik durch die Wolfsgestalt eingeschränkt war, so glomm Verständnis für die Geschichte von Otis in dessen Augen auf. Der Wolfelf nickte dem anderen zu.
„Es erklärt vieles…“ meinte er ruhig und lauschte weiterhin die Worte des anderen Mannes.

Das ihn Otis darüber informierte, dass jeder Pirat einen anderen verriet, wenn es ihm zum Vorteil gereichte, fiel dem Elfen schwer zu glauben. Waren Menschen wirklich dann so, wie sie immer beschrieben waren…oder rührte dies Gerücht nur auf Piraten und Halsabschneibern. Zumindest Piraten waren so und Isildur konnte dankbar sein, dass Otis ihn darauf aufmerksam machte. Es fiel ihm trotzdem schwer, dass Cattie ihn verraten würde.
„ich bin nicht dumm, doch will ich nicht nur an das schlechte Glauben. Nein, das liegt mir fern…immerhin würde ich sonst auch nicht mit dir reden oder? Und da du dich selber als Pirat siehst, muss ich ja auch weiterhin davon ausgehen, dass du mich oder Bryoja verraten würdest.“ Sachlich sprach er es aus. Otis konnte nicht erwarten, dass wenn Cattie sogar auf ihren Profit ausging, dass Isildur nicht auch Otis weiterhin mit Vorsicht genießen würde.
„Doch ich werde es berücksichtigen, dass du mich gewarnt hast…“ die leisen Worte, die Otis mehr zu sich murmelte ließen kurz die Ohren von Isildur aufstellen. Ja, wenn das alles stimmte, dann konnte man nur hoffen. Er legte dem anderen Mann seine Pranke auf die Schulter, drückte diese kurz. Es war eine einfache Geste, doch sowas konnte Mutgeben.
„wenn Cattie nichts macht, werde ich selber rausholen…ich habe es versprochen und ICH halte mein Wort! In Gefangenschaft leben sollte keiner“ Isildur lebte für die Freiheit und der Wolf in ihm sogar mehr denn jeh. Nein, er würde vermutlich daran kaputt gehen, wenn er eingezwängt wäre.
„Du hast wohl eine Talent dafür, dass man dich übers Ohr haut, wie?“ fragte Isildur und musste den Kopf schütteln. Nicht nur ihm passierte es also, dass er auf die Hinterlist von Menschen reinfiel. Selbst Menschen wie Otis wurden hintergangen. Obwohl dieser Aidan sowas von dermaßen nach Verrat und Bösartigkeit gerochen hat, dass Isildur eher an Otis Menschenkenntnis zweifelte.
Die letzten Worte des ernsten Thema waren endlich gesprochen und Isildur reichte Otis die Hand.
„Dein Vater wird dich nicht in die Hände bekommen… Niemand gehört irgendjemand, man gehört sich nur selber! Ich verlasse mich drauf dass du uns dort behilflich bist. Ich gebe dir diese Chance…doch führst du mich wieder hinters Licht, werden die Piraten dein geringstes Problem sein“ dabei bleckte Isildur die Zähne. Waldelfen konnten in ihrer Rache grausam sein, wenn es auch selten eintrat.
Er ergriff den Arm des Mannes, so dass seine Pranke um den Unterarm des anderen Mannes sich schlossen.
Ein Zeichen für einen Schwur oder ein Versprechen unter den Waldelfen.
„dann sehe ich dich ab jetzt als Teil des Rudels an, doch ich behalte dich im Blick. Mir passiert ein Fehler nicht zweimal“ er ließ den Unterarm des Mannes los und erhob sich streckte sich ein wenig und blickte in die Richtung in der Thure verschwunden war. Immerhin wollte Isildur helfen bis sie weiterhin aufbrechen konnten.
„Während wir hier sind, mache dich irgendwie nützlich. Wir werden nicht lange verweilen. Entschuldige mich bei dem Hauptmann….ich möchte etwas kühle Luft schnappen“ Nachdenken! Ja, das wollte Isildur und vielleicht sich ordnen. Schauen, ob er die Jäger ausmachen konnte, die Thure schicken wollte. Würden sie ebenso wie die restlichen Leute dieses Dorfes auf ihn reagieren.? Wölfe gehörten für die Mantroner zu ihrem Leben, so schien es zumindest.
Die kühle und kalte Luft war eine Wohltat, wenn seine Nase eben zuvor noch mit anderen kranken und beißenden Gerüchen umgeben war. Neugierig blickte sich der Wolfself mit dem silbernen Fell um.

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Re: Bei Thure Sturmschreier

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. Juli 2014, 02:28

Es erklärte vieles. Auf diese Worte hin erwiderte Otis auch das Nicken. Er streckte sich ausgiebig, kratzte dabei seinen teils stoppeligen Hals. Die rechte Schulter knackte, als er das Gelenk durch eine Drehung etwas lockerte. "Wär in Ordnung, wenn's unter uns bleibt, aye? Ich will ja nicht jedem gleich meine halbe Lebensgeschichte auf die Nase binden." Es war ein Gefallen, den der dem Wolfselfen getan hatte. Ein Gefallen, um eine bessere Zusammenarbeit und vielleicht auch etwas mehr Vertrauen zu gewährleisten. Der Pirat sah hier seine Chance, vor allem aber brauchte er Rückhalt in der eigenen Gruppe, wenn es zurück in die Heimat ging. In Santros wartete man sicherlich nicht mit einer Wiedersehensfeier auf ihn. "Gibt bestimmt auch ein paar gute Gesellen in Celcia, aye. Such in den untersten Schichten. Die werden dich zwar auch verraten, aber haben eine eigene Form von Ehre." Otis erhob sich. Nun streckte die Beine, drehte die Fußgelenke. Er dehnte sich, bereitete sich wohl bereits auf eine harte Wanderung vor. Sie stand ihnen bevor, denn sie mussten weiter bis ins Trockenland. Eine erneute Schiffsreise ging bestimmt schneller vonstatten, aber dann würde Isildur nur wiederholt schlecht werden. Zudem hatte sich Bryoja doch anderweitig gemeldet. Die Mantronerin heckte etwas aus. Er konnte sie jetzt nur nicht nach den Einzelheiten fragen. Sie suchte ihre Familie auf. Isildur würde auf ihre Rückkehr warten müssen.
"Ich hab dir jetzt mehr gestanden als allen Piraten in Rumdett zusammen. Nicht mal Isabeau weiß so viel von mir. Harr, sie weiß nicht mal 'nen Bruchteil!" Wesentlich sanfter fügte er an: "Meine Isabeau." Dann nickte Otis. Er verstand, dass Isildur ihm trotz seinen Worten nicht blind vertrauen konnte, würde er sicherlich auch nicht tun. Der Wolf würde eben aufpassen müssen, dass Otis bis zu einem bestimmten Maß auf seiner Seite blieb, denn wie hatte er es so schon ausgedrückt: Er wechselte die Richtung wie ein Fähnchen im Wind, je nachdem wie sich dieser drehte. Otis wollte als Pirat immer mit dem Wind segeln. "Dir könnte man fast trauen, auch ohne deine Reißzähne als unterstreichendes Argument sehen zu müssen, aye." Für Sekunden funkelte Dankbarkeit in den Augen des abgerissenen Piraten auf. Wenn Isildur ihm wirklich bei Isabeaus Rettung half und das Wort einer anderen - nämlich der furchtlosen Cattie - hielt, so könnte er auch Otis enger an sich binden. Es blieb die Frage, wieviel Ehre der Kerl besaß, um eine solche Schuld würdigend zu begleichen. Wenn überhaupt! Die Zukunft besaß viele, verschlungene Pfade, deren Ziel noch nicht ersichtlich war. Was verbarg sich am Horizont?
Es begann zumindest mit einem Hand- und Prankenschlag. Otis blickte auf die Pfote, deren Fingerglieder noch immer existierten, wenngleich sie runder, haariger und mit Krallen versehen waren. Für einen Augenblick zögerte der Mann, dann griff er zu. Sein Handschlag war kräftig, aber kein Wettbewerb im Kräftemessen mit Isildur. "Auch wenn du behauptest, man gehöre niemandem, Wolf. In Santros bin ich dein Mann. Ich führe euch schon ans Ziel. Ich versuch's, aye." Es würde schließlich auch und gerade für einen Piraten wie Otis nicht allzu leicht sein. Sie mussten die Regierung sprechen und für sich gewinnen. Ein Mann, der der Stadt den Rücken gekehrt hatte, um ein Gesetzloser zu werden, trug nicht gerade zur Besserung der Situation bei. Aber Otis war im Moment ihre einzige Chance. Bryoja und Isildur würden das Reden übernehmen müssen, der Pirat würde sie führen.
Otis spannte sich etwas an, als der Elf ihn am Unterarm packte. Keine Geste, die unter Männern wie ihm geläufig war und im ersten Moment schien er sich bedroht zu fühlen. Das verrieten sein Zähneknirschen, sowie das leichte Zucken, welches durch den Körper ging. Aber er riss den Arm nicht zurück, lauschte und nickte schließlich. "Aye", gab er zurück. Teil des Rudels. "Meine Eier kann ich mir dadurch aber nicht lecken?" Ein Lachen folgte, wie es nur aus der Kehle eines seefahrenden Raubeins dringen konnte. Nun war es an Otis, Isildur die Schulter zu berühren und ein-, zweimal zu klopfen.

Nachdem diese Sache geklärt war, wandte sich der Elf in Wolfsgestalt nach draußen ab. Otis würde die Kunde schon an Thure Sturmschreier weitergeben. Er verließ das wärmende Feuer sicherlich nicht freiwillig und musste früher oder später zwangsläufig auf den Mantroner treffen. So wie Isildur gleich auf die Jägergruppe traf. Die riesigen Männer und Frauen hielten direkt auf ihn zu, als wären sie über ihn schon informiert worden und so entpuppte es sich letztendlich auch. Sie kannten sogar schon seinen Namen, stellten sich ihm gebührend vor. So viele Zunamen, die Isildur an die Ohren drangen, konnte er sich unmöglich merken. Vor allem, weil sie alle immer etwas mit der Kälte des Landes, dem Mut der Mantroner, deren Stärke, Kraft, Freiheit und dem zähen Willen zu tun hatte. Da gab es Lindwurmschläger, Frostbeißer, Sturmtänzer, Schneegräber und und und...
Sie allte stellten sich vor und begrüßten Isildur in ihrer Runde. Dann ging es los. Man begab sich in den dichten Forstwall, um zu jagen. Zunächst suchte die Truppe ausgelegte Fallen ab und Isildur konnte erkennen, dass Mantroner trotz ihrer Größe auch beeindruckendes Geschick besaßen. Jedenfalls genug, um vier Schneehasen zu erwischen. Die erste Ausbeute schleppend ging es dann weiter zur Küste der Eisinsel, wo man Isildur anbot, die dort faul herum liegenden Robben mit einem Knüppel zu erschlagen. Alternativ konnte er sein Glück auch bei einigen seltsamen Vögeln versuchen, die nicht in der Lage waren zu fliegen, aber wie edle Menschen aussahen mit ihrem glatt schwarzen, mantelartigem Gefieder. Sie schnatterten wild umher. Es gab reichlich von ihnen. So gestaltete sich die Jagd aus überaus ergiebig, gleichermaßen wie lang.

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