Das Viertel der Blutsäufer

Die Blutsäufer verdanken ihren Namen einem blutroten Schnaps, den ihr Anführer Roderick der Rote selbst braut. Für sie alle zählt ohnehin fast nur Alkohol.
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Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. August 2011, 13:29

Isildur kommt von Der Hafen Rumdetts -> Ankunft in einer fremden Stadt
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Die Bande zerrte an den Fesseln. Sie ließen keinen Moment zu, in dem sich Isildur ihnen hätte widersetzen können. Es war besser zu folgen, denn er fühlte sich zunehmend benommener. Grund dafür war der fortwährende Blutverlust. Der zum Wolf gewordene Waldelf würde hier noch krepieren, wenn keine baldige Heilung in Sicht war. Doch die Piraten unter Blutzecke Aidens Befehl setzten ihren Weg unbarmherzig fort. Sie marschierten zügig. Es ging an seltsamen Fachwerken, düsteren Spelunken und noch düsteren Gassen vorbei. Schließlich erreichte man ein hölzernes Tor, das zu einer Barriere auf sonst offener Straße geworden war. Man hatte es zwischen zwei baufälligen Häusern errichtet, die kurzerhand zu Wachtürmen umfunktioniert worden waren. Aus jedem der beiden Häuser lugten Piraten durch die zerbrochenen Fensterscheiben. Sie hielten Armbrüste in den Händen und sicherlich wartete hinter der Hauswand eine Menge Munition darauf, abgeschossen zu werden. Grimmig blickten sie, als Blutzecke und seine Männer das Tor erreichten.
"Nun öffnet schon!", brummte er. Kurz darauf zog jemand von innen einen der Torflügel auf. Man ließ die Gruppe ein, doch aus dem Passieren wurde vorerst nichts. Ein von roten Pusteln bedeckter Pirat in zerschlissener Kleidung - den Rumkrug noch in der Hand haltend - stellte sich Aiden in den Weg. Er musste angetrunken sein, denn er schwankte leicht und seine Aussprache ließ ebenfalls zu wünschen übrig. "Halt im Nah--- im Naahaaaamen Rod'ricks des ... des ... bei Venthas Titten, isch hab sein'n Nahhhmen vergess'n!"
"Er heißt Roderick der Rote, du ausgekotzter Bastard einer dreckigen Hafendirne! Und jetzt geh mir aus dem Weg oder ich schneide dir die Kehle durch!" Mit Blutzecke war nicht zu spaßen. Dem traute man zu, dass er seine Warnung in die Tat umsetzte. Aber wenigstens ließ er dem Betrunkenen Zeit, über seine Worte zu sinnieren. Dieser kratzte sich über den Schädel, dann schwankte er in die andere Richtung, nahm einen weiteren Schluck aus seinem Humpen und endlich antwortete er: "Isch kann disch nischt geh'n lass'n. Du musst was tun ... hm ... zahlen, aye, zahlen! Wegzoll, jau!"
"Lass mich vorbei! Ich habe etwas für Roderick, da wird er mir die Zollgebühr für die nächsten zwanzig Jahre erlassen." Ohne weiteren Kommentar schob Aiden den Piraten einfach beiseite. Er ging dabei kräftig genug vor, dass dieser ins Straucheln geriet und schließlich über seine eigenen Beine stolperte. Pirat samt Krug landeten in einer matschigen Lache, die nicht nach Regenwasser aussah. "Verdammmmmmmt mein Rummmm!", klagte der Mann, doch Blutzeckes Gruppe schritt einfach an ihm vorüber. Der Anführer sog die Luft ein. "Endlich wieder unter Blutsäufern. Hier sind wird sicher." Er wandte sich um, sprach nun den Hageren an: "Such mir den fetten Gunner und bring ihn her. Oder schlitz ihn auf, denn nichts Anderes würde ich mit feigen Schweinen wie ihm tun."
"Aye, Blutzecke." Der Hagere machte auf dem Absatz kehrt und rannte zurück durch das Tor. Offenbar würde sich Gunner - den Isildur als Koch bezeichnet hatte - nun verstecken müssen, wenn ihm sein Leben lieb war. Doch was würde man nun mit ihm selbst anstellen? Schrank und Anker zogen an den Seilen. "Vorwärts", knurrte Letzterer. Sie hatten den Auftrag von Blutzecke bereits bekommen, also trennten sich ihre Wege rasch. Aiden schlug einen Weg nach links ein, zwischen mehreren herabgefallen Bauten hindurch. Die beiden Schläger schleppten Isildur nach rechts. Die Gegend, die sie erreichten, schien ein wenig sauberer. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass hier Lampen an Haken der Hauswände angebracht waren und das Licht einem das Gefühl von Sicherheit gab. Man trat an ein Haus heran, dessen rot gestrichene Holztür auch schon bessere Tage gesehen hatte. Anker klopfte und wartete. Es dauerte eine Weile, dann öffnete sich die Tür einen Spalt. Ein mit allerlei Schminkutensilien verziertes, graues Auge, umrahmt von schwarzen Wimpern, lugte heraus. "Es ist spät und die meisten Mädchen sind besetzt. Such eine Freie, die sich auf der Straße anbietet."
"Ich brauch eine, die eine Wunde versorgen kann, Monique. Blutzecke wird euch gut dafür entlohnen."
Kurzes Warten. "Isabeau kann das machen. Ich wecke sie ungern, aber Geld können wir brauchen. Kommt rein." Die Tür schob sich auf und Anker packte Isildur an seinen Stricken. Er konnte sich nicht wehren und so betrat man das Gebäude. Es roch ... sinnlich. Jemand hatte Duftkerzen aufgestellt. Lichter waren durch rote Tücher abgedunkelt, so dass ein ganz besonderes Ambiente entstand. Ein Kaminfeuer brannte in der Nähe. Davor räkelten sich einige leicht bekleidete Frauen auf ausgebreiteten Fellen. Sie tranken oder spielten mit Karten und Würfeln. Eine Treppe führte in den ersten Stock hinauf. Stöhnen und das Quietschen und Knarren von Holz verdeutlichten, in welchem Etablissement Isildur gelandet war. Man führte ihn in eines der Hinterzimmer, nachdem die Frau namens Monique die beiden Klötze von Piraten dazu angewiesen hatte. Sie selbst machte sich die Stufen hinauf, kehrte aber alsbald mit einer Frau zurück, deren braunes Lockenhaar zerzaust in alle Richtungen abstand. Sie sah müde aus, doch Schlafmangel war es nicht, der ihr Gesicht verbraucht und ausgelaugt erscheinen ließ. Sie könnte selbst in ihrem Alter noch eine hübsche Menschenfrau sein, verschwänden nur die dunklen Ringe unter ihren Augen und würde sie weniger Schminke auftragen. Um den Mund herum bildeten sich kleine Fältchen, wenn sich ihre Mimik verzog und irgendwie war der Glanz aus ihren blauen Augen gewichen. Trotz allem besaß sie etwas Anziehendes, was vielleicht auch an ihrer Kleidung lag. Sie hatte sich das Oberteil sehr ... offenherzig geschnürt. Es gewährte Einblick in ihr Dekolletée, wo ein kleines Muttermal frech aufblitzte. Sie roch nach Duftwässerchen. Isildurs Nase filterte dieses Aroma sofort heraus. Melisse und ein Hauch von Zitrone. Die Frau band sich ihr Haar mit einem grünen Stoffstreifen zurück.
"Isabeau, wenn du hier fertig bist, könnten wir uns in eine dunkle Ecke verziehen." Der Anker zwinkerte ihr vielsagend zu.
"Halt die Klappe, Willbur!", schnarrte sie zurück und gab ihm einen Rippenstoß. "Dass ihr euch immer gegenseitig aufschlitzen müsst! Also, wen soll ich ... oha!" Sie starrte Isildur an. Ihre Augen wurden gewaltig. Schon trat sie einen Schritt zurück. Einen so riesigen Wolf hatte sie ihren Lebtag noch nicht gesehen. Willbur grinste. "Genau den. Er ist verletzt. Kümmere dich um ihm, sofort! Wir warten vor der Tür und passen auf."
"Und wenn er mich anfällt?"
"Dann lässt du dich nehmen. Wäre ja nicht das erste Mal, dass du unter einem Tier liegst, harhar!" Die Männer ließen Isildur stehen. Sie schoben die Hurenmutter Monique mit nach draußen und ließen ihn nur mit dieser anderen Frau - Isabeau - zurück. Sie wagte sich keinen Schritt an den Silberwolf heran, dem das Blut weiter aus der Schnittwunde tropfte.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 20. August 2011, 13:38

Zwar hatte sich das auf alle Viere begeben, wenigstens eine Entlastung für sein Bein, aber der Verteidigungsbereich wurde schwerer. Und Isildur versuchte sein Bestes. Die Piraten waren nicht zimperlich. Und wenn er gerade einen der Piraten einen Schlag verpasste, so bekam er etwas von der andere Seite ab. Sie waren Kämpfer ließen sich selbst durch die Wunden, welche sie durch Isildur bekamen, nicht aufhalten. Ein Windhauch ließ Isildur zur Seite weichen, und er spürte noch die Klinge des Säbeln etwas zu nah an seinem Körper.
Das war knapp!
Doch die Haut blieb verschont. Nur etwas von seinem Fell rieselte runter.
Das Tier kam stärker und stärker zum Vorschein und Isildur bäumte sich auf um einen der Männer seine Pranke über die Brust zu jagen. Die Ohren dicht am Kopf angelegt, fletschte der Wolf die Zähne. Leider war das in diesem Moment genau falsch. Der Verstand des Elfen hätte es erkannt, aber das Tier nicht. Isildur bot Angriffsfläche. Eine Klinge fand den Weg durch Fell, Haut und Fleisch.
Schmerz!
“Arrghh”
Mit leichter Verwirrung blickte er auf die Klinge. Der neue Schmerz brachte den Elfen zurück.
Die Klinge muß raus!
Isildur wusste, dass man eigentlich eine Klinge stecken lässt, aber die Gefahr auf diese Klinge zu stürzen und sie tiefer in seine Brust zu drücken war größer. Mit einen schnellern Griff zog er das Messer. Blutt quoll hervor, erwischte den Werfer. Der Geruch seines eigenen Blutes ließ den Wolfelfen vorspringen. Schmerz war Isildur vertraut, so war immer jede Wandlung damit verbunden gewesen.
Leider hatten dies auch die anderen Piraten vor. Sie hatten Isildur kurze Ablenkung genutzt. Und so prallte er gegen eine Wand aus Piraten. Schmerz betäubte sein Denken. Er spürte wie jemand seine Schnauze packen wollte und ruckartig drehte er sich weg. Zeitgleich spürte er etwas um sein anderes Handgelenk. Die Bewegung war weg, Stricke schürten sich um sein Gelenk. Bei jeder Bewegung verhedderte sich Isildur mehr. Es war als würde man in einem Spinnennetz festsitzen.
Wo kommt das Seil her?
Isildur hatte nicht mal mitbekommen, wie es von dem Anführer der drei rüber geworfen wurde. Aber sie wussten damit umzugehen und irgendwann konnte sich Isildur überhaupt nicht mehr bewegen. Und als sie seine Pranken erst mal gut verbunden hatten, schafften sie auch die Schnauze mit dem Seit zu binden. Zwar konnte Isildur die Schnauze nicht mehr weit öffnen, aber Knurren war noch drin. Sein Bein gab dann noch nach und schwerfällig war auf ein Knie gesunken. Seine Brust brannte. Blut sickerte aus der Wunde, vermischte sich mit dem Blut des anderem Piraten in seinem Fell. Er hechelte Sein Brustkorb hob und senkte sich schnell. Unruhig schlug die Rute hin und her, zeigte durch erhobener Haltung, dass er seinen Stolz beibehalten hatte.
Trotzig blickte er die Piraten an. Knurrend.
Er verstand jedes Wort, was die Männer sagten. Er mochte die Sprache der Menschen zwar nicht, aber er hielt es erforderlich so eine Sprache sprechen und verstehen zu können. Und das hatte sich schon des Öfteren bewiesen.
Zwar spürte er, wie bei jedem Atemzug, sich sein Blut aus seinen Körper wich, aber aufgeben war für den Waldelfen keine Option.
“vergiss es” knurrte er zwischen den Zähnen hervor. Das Isildur sprechen konnte, wussten sie ja spätestens seit seiner Aktion für Otis die Waffe besorgen zu wollen
Er wollte sich aufbäumen, wurde aber gehalten. Die Stricke hielten. Die Kraft der beiden starken Männer konnten es leicht mit ihm aufnehmen.
So musste er sich fügen. Mehr als einmal versuchte er sich zwar in den Stricken zu winden, seine Pranken wieder frei zu bekommen, doch es nützte nichts.
Sie zehrten ihn mit. Wie ein sturer Esel stemmte sich der Waldelf dagegen. Warf den Kopf rum, oder machte einen Satz. Aber das versuchte er nur zwei Mal, dann kam er wieder ins straucheln. Hätten die Piraten die Seile nicht gehalten, so wäre er wie ein Brett zu Boden gegangen. Er schnaufte.
Verdammt!
Die Atmung schmerzte, sein Bein fühlte sich seltsam an und seine Brust pocherte.
Oder war es seine Lunge?
Jeder Atemzug war schmerzhaft.
So atmete Isildur so flach wie möglich. Ignorierte die aufkommende Angst, welche sich in leisen Knurren äußerte. Er versuchte Kraft zu mobilisieren.
Das wird nichts…so gehtst du schneller drauf, als dir lieb ist….ruhig atmen….
Vor den Augen begann er zu schwimmen und Isildur keuchte. Den Kopf schüttelnd, fand er die Sicht wieder. Müdigkeit machte sich breit. Kein Gutes Zeichen, so hieß es, dass er doch einiges an Blut verlor.
Isildur gab den Kampf auf. Müde trottete er mit den Männern mit. Versuchte jetzt nur noch einen guten Überblick zu haben, damit er im Notfall etwas machen konnte. Aber selbst das wollte nicht so wirklich klappen. Die Bilder verschwammen und zeitweilig lief er blind. Sein Geruchsinn nahm dafür die wechselnde Umgebungsgerüche war. Er lauschte, auf die fremd klingenden und dumpfer werdenden Geräusche um ihn. Ließ sich durch den Schrank und Anker führen.
Aber Isildur hatte irgendwie Glück im Unglück. Sie wollten nicht, dass er starb, soviel war klar…aber was hatten sie vor?
“ Was wollt ihr von mir?” richtete er irgendwann sein Wort an einer der Männer. Sollte er wieder an den Nächsten verkauft werden?
Die zunehmende Benommenheit hatte das Tier vertrieben.
Wie in Trance bekam er die Diskussion am Durchgang des Piratenviertels mit. Zwar würde es Isildur sich nicht eingestehen, aber das die Piraten das Seil straf hielten, verhinderten sie, dass er in die Knie sank.
Lange kannst du..das…nicht aufrecht…er…erhalten….ich brauche…Hilfe
Dann wurde der Wolfelf weitergezerrt. Der Mann namens Aiden entschwand in eine andere Richtung, ebenso wie der Hagere. Isildur sah den beiden nach.
Mit Angsthasen würde ich auch hart umgehen…aber töten? Nein! …Otis würde ich jedoch nur zu gerne den Hals umdrehen…Feigling!
Durch Aiden wurde Isildurs Schicksal in Richtung dieses Roderick gelenkt.
Hatte Otis diesen Namen erwähnt? Irgendetwas mit Blutsäufern hatte Aiden gesagt.
Doch so richtig behielt es Isildur nicht.
Sie näherten sich einen Haus, es war tatsächlich heller hier. Der Wolf sah zu dem Himmel hoch, er war inzwischen nachts. Jeder Schritt wurde schwerer.
Nach einem Gespräch mit einer älter klingenden Frau, wurde der Wolf in ein Haus gezerrt. Seine Gegenwehr war nur noch leicht.
Hier würde er immerhin Hilfe erhalten. Und egal was auch war, Hilfe und Heilung nahm er jetzt nur zu gerne entgegen.
Isildur schluckte, als ihn eine Wolke der verschiedensten sinnlichen Gerüche entgegen schwang. Zu viele Düfte und der eindeutige Geruch von Sex. Zu hören war das häusliche Gewerbe ebenso. Frauen, die sich für Geld darboten, kannte der Waldelf unter seinesgleichen nicht. Dies war jedoch eindeutig ein Bordell. Er hatte davon gehört, aber nie erwartet selber mal eins zu betreten.
Das er die Treppen hochstieg realisierte er bei der Reizüberflutung kaum. Er funktionierte nur. Der Umgang unter den Leuten, ob zu Frau oder Mann war erschreckend.
Sind Menschen alle so?
Es sträubte sich bei Isildur alles. Dreckige Sprüche, patzige Antwort, das Schließen einer Tür und er war mit einer Fremden allein.
Er hob den Kopf um sie genauer zu betrachten. Braune Augen musterten eine Frau, welche eindeutig Angst vor ihn hatte. Er war für sie ein Tier. Er hätte gerne eine beschwichtigende Geste gemacht, aber dafür war er zu fest eingeschnürt. Seine Pranken konnte er diesmal nicht befreien.
Sie roch angenehm, Melisse und Zitrone. Nicht zu schwer und süß wie der Rest hier.
ich…ich…werde dich nicht an..anfallen…” sprach er so ruhig wie möglich.
Sein Glück, dass er dabei sein Maul nicht zu weit öffnen müsste. Jedoch klang seine Stimme tiefer, rau und überanstrengt. Selbst seine Eltern und Schwestern hätten seine Stimme vermutlich nicht erkannt. Isildur selbst empfand sie als fremd klingend.
Seine Beine fühlten sich unnatürlich weich an und zitterten. Jetzt wich die Kraft aus ihnen und er sackte weg. Stellen an seinen Körper begannen zu schmerzen, die Schläge abgekommen hatten. Mühseehlig kämpfte er gegen den Schlaf.
Die Augen für einen Moment schließen, tief durch atmen und aus den Chaos erwachen, dass war gerade sein innigster Wunsch.
NEIN! Es muß weitergehen…so müde…Kämpfe!.
“Bitte…ich brauche deine Hilfe…ich tue dir nichts” er zog Luft ein um ein Husten zu unterdrücken. Schluckte. Er versuchte wieder hoch zu kommen. Ihre Angst war nur zu verstehen, so sah er vermutlich, nicht vertrauenerweckend aus. Das Blut an seinem Maul und Fell und Pranken, die diese Frau vermutlich mit einen Schlag das Genick brechen konnten.
Das Tier sträubte sich in Isildur, wieder von jemanden angefasst zu werden. Man wurde erst verraten. Und hier war jeder sich der Nächste. Aber beide wollten leben. Isildur wusste das die Wunde versorgt werden musste.
Er versuchte die Frau im Auge zu behalten, aber er döste mehr und mehr weg.
"Ihr Götter, Mutter, Vater...verzeiht das ich...so dumm...war"
Für einen Tag, hatte Isildurs Körper zu viel erlebt. Erst aus Hymlia gestürzt, auf einen Drachen gelandet, dann auf einen Schiff. Hatte Kämpfe im Armdrücken bestritten und war in einen Kampf, der einem anderen galt, zu Boden gegangen. Hatte nur wenig getrunken und gespeist. So im Ganzen hatte er sich gut geschlagen.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Montag 22. August 2011, 16:09

Da standen sie sich nun gegenüber: Wolfsmann und Hure. Das matte Mondlicht, welches umrahmt war vom Funkeln der Sterne, strömte durch ein Fenster in den Raum hinein. Es warf quadratische Schatten, wie ein Maschennetz, denn vor dem Fenster verhinderten feste Eisengitter jegliche Fluchtversuche. Der Schein selbst legte sich genau zwischen Isildur und die Frau mit Namen Isabeau - eine Grenze aus blassem Licht. Ein paar Sternen zauberten Flecken auf das Kleid und Gesicht der Hure. Sie sah furchtsam aus, wenngleich man diese Angst in feine Seide und goldenen Schmuck gehüllt hatte. Isildur konnte ihre Furcht riechen. Sie mischte sich in das Parfum der Fremden. Interessanterweise entwickelte sich daraus ein durchaus angenehmes Aroma. Sie stank nicht wie das vollbusige Wunder der Taverne, das ihn hatte küssen wollen. Trotzdem roch es nach Furcht. Sie hatte Angst, aber wer würde sich nicht bei diesem Anblick erschrecken?
Ihr gegenüber stand - zwar in Fesseln, aber trotzdem - ein mannshoher Wolf. Nicht einmal sein wie fließendes Silber schimmerndes Haar konnte von den riesigen Krallen und den daumengroßen Reißzähnen ablenken. Er musste sie zwangsläufig präsentieren, als er zu sprechen begann. Aber allein die Tatsache, dass ein solches Wesen in der Lage war, sich zu unterhalten, ließ die Hure aufquieken. Sie starrte, unfähig, zu antworten.
Als Isildur dann auch noch weg sackte, sprang die Frau einen halben Meter Richtung Tür. Sie wandte den Blick nicht ab, hätte jetzt aber gern einen dieser großen Schergen von Blutzecke neben sich stehen gehabt. Sie mochte keinen dieser Männer - das waren ungehobelte und abgerissene Saufköpfe, zudem gingen sie viel zu grob mit ihr um - aber jetzt hätte einer von denen sie schützen können. Isabeau schlang die Arme um sich. Was hatten die sich überhaupt dabei gedacht? Sie sollte dieses Biest versorgen?! Sich wohl eher fressen lassen!

"Ich glaube dir nicht!", keifte sie ihm entgegen, aber es drang nur sehr leise, dafür brüchtig vor Angst aus ihrer Kehle. Reiß dich zusammen, Isabeau!, schalt sie sich in Gedanken. Du wirst sterben, ist dir das soeben klar geworden? Entweder zerfetzt dich dieses Monstrum in der Luft oder die Kerle draußen tun es, weil du abhauen wolltest. Ihr Götter, warum ich?
Isildur versuchte es noch einmal, so schnell gab er nicht auf. Er durfte jetzt ohnehin nicht aufgeben, es wäre sein Ende. Wenn ihm diese Frau nicht half, würde er sterben - verbluten. Sie zögerte, wagte sich aber noch nicht näher. Und dann stutzte sie, horchte auf. Sie hob den Kopf, musterte Isildur sehr eindringlich. "Woher beherrscht ein ... Wolf die Elfensprache?" Dasselbe hätte er sie auch fragen können. Aber es funktionierte, ihre Furcht ein wenig zu vertreiben. Sie machte einen Schritt auf Isildur zu. "Also gut ... Wolf ... ich helfe Euch. Aber nur ein falsches Knurren und ich bin weg, kapiert?" Sie kam noch näher, ging ein wenig in die Hocke. Schon biss sie sich auf die Unterlippe. Die Fesselung war nicht gut. Sie schnürte ihn zu sehr ein, leider auf die falsche Art und Weise. Ein Druckverband für die Verwundung wäre eine gute erste Hilfe gewesen, aber so? Nein, der Strick musste fort. Sie streckte langsam eine Hand aus, prüfend wie der Wolf wohl reagieren würde. "Ich will das Seil lösen. Fall mich an und ich renne und schreie. Dann kommen sie und töten dich. Keine falschen Spielchen, Wolf." Sie berührte den Strick. Ihre Finger waren trotz ihres aufgebrauchten Erscheinungsbildes zierlich. Sie pflegte sie wohl besser als den Rest ihres Körpers. Auf den Nägeln lag Farbe. Rot wie das Blut in Isildurs Fell. Langsam, aber zielstrebig löste sie die Fesseln. Der Wolf war frei.
"Mein Name ist ürigens Isabeau", fügte sie noch beiläufig an, ehe sich ihre Hand etwas mutiger vor wagte, um das Fell anzuheben. Sie musste sich die Wunde genauer ansehen, damit sie herausfand, was sie alles brauchte. Eines stand für sie sofort fest: Desinfizieren, Reinigen, Nähen und anschließend Verbinden. Das sollte zu schaffen sein. Vielleicht konnte sie ihm auch ein paar helfende Kräuter geben, aber noch wusste sie nicht, ob sie diese wirklich für das Wolfswesen aufbrauchen sollte.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 24. August 2011, 15:25

Das die Frau Angst hatte, lag in der Luft. Selbst als Isildur versuchte, ihr die Angst zu nehmen, reagierte sie fast panisch. Zu allem übel war er einfach nur müde und hoffte ihre Hilfe zu erhalten bevor er einschlief.
"Woher beherrscht ein ... Wolf die Elfensprache?"
Was hatte sie gesagt? Er wollte seinen Ohren nicht trauen, aber es war deutlich zu verstehen. Sein ungläubiger Blick traf auf den ihren.
Sie kann elfisch? Woher?
„ das gleiche könnte… ic… ich dich fragen….es ist meine Muttersprache und außerdem bin ich..“ tiefes Atmen.
„ …kein Wolf“ Isildur versuchte irgendetwas Elfisches bei ihr zu erhaschen. War sie vielleicht sogar eine Elfe oder mindestens eine Halbelfe? Er selber mochte ja auch nicht wie ein Elf aussehen. Er würde sich nicht mal als einer bezeichnen…jedenfalls gerade nicht. Er sah eher wie ein wildes Vieh aus.
"Also gut ... Wolf ... ich helfe Euch. Aber nur ein falsches Knurren und ich bin weg, kapiert?
„ Verstanden! ich mache nichts…mal nebenbei, das es mir nichts bringen würde…ich werde nicht den Baum besudeln, der mir Schutz gewehrt..“
Wenn der Elf sogar recht überlegte, dann konnte er dies nicht mal bewerkstelligen. Also blieb Isildur still. Keine Regung gab er von sich. Nicht das er sich viel bewegen konnte, dafür waren die Fesseln zu fest.
Sein Fell sträubte sich, als sie sich näherte. Doch nicht aus Furcht oder wegen einem Angriff, sondern weil er mehr und mehr zu frieren anfing. Kleine Schauer zeigten Isildur seinen überanstrengten Zustand.
Ich hatte schon bessere Zeiten
Auch wenn es sich versuchte zu entspannen, so war der wachsame und aufmerksame Blick zu bemerken. Selbst jetzt wollte er sich nicht ausliefern und zu große Schwäche zeigen. Wie oft hatte seine Schwester den Kopf über seine Sturheit geschüttelt, dass er selbst dann alles im Auge behalten wollte, wenn es nicht angebracht war oder er nicht mehr konnte. Als Anführer musste mein sein Wohl hinter dem seiner Leute und Volk stellen, war eine der vielen Argumente von Isildur darauf gewesen.
Jedoch sah er zeitweilig überhaupt nichts. Die Bilder verschwammen um ihn. Er blinzelte, versuchte es so zu vertreiben.
"Ich will das Seil lösen. Fall mich an und ich renne und schreie. Dann kommen sie und töten dich. Keine falschen Spielchen, Wolf."
Glaubt sie wirklich, ich wäre gerade dazu in der Lage? Ein Tier hätte sie nicht mal an sich rangelassen oder hätte sie gleich zerfleischt. ...Aber sie ist klug genug sich keinem verletzten Tier zu nähern....
Er nickte bestätigend und ließ sie die Fessel öffnen. Für einen Augenblick hielt er unbewusst den Atem an als sie das Seil berührte. Muskeln unter dem Fell spannten sich.
Sie hat schöne Hände…aber warum bemalt sie die Nägel?
Dann fielen die Stricke. Eine Wohltat.
Durchatmen.
Den ersten Impuls, auch sein Maul zu befreien, hielt er zurück. Eine hektische Bewegung konnte die Frau wieder veranlassen, etwas Unüberlegtes zu tun. Er streckte sich vorsichtig, versuchte sich über die Handgelenke zu reiben um die Blutzirkulation wieder anzuregen. Es kribbelte wie Ameisen im Fell.
Furchtbar.
Seine Bewegung wirkte nicht so anmutig wie sonst, wurden aber trotzdem sehr ruhig durchgeführt. Es war beschwerlich, wenn man das Gefühl von Blei in sich hatte. Erst zum Schluss entfernte er das Seil um sein Maul und rieb sich die Schnauze.
Metal!.. Blut!
Deutlich konnte er den starken Geruch an seinen Pranken wittern. Sich zu Baden würde das Blut wegwaschen, aber er mochte schon als reiner Wolf kein zu nasses Fell. Und wie es jetzt war, wusste er nicht. Doch das es in seinen Zustand nicht klug war, war mehr als einleuchtend. Und die Möglichkeit war hier bestimmt nicht gegeben. Jedenfalls wenn er die stinkenden Menschen sonst betrachtete und sich an die Männer in dieser Stadt besann.
Später habe ich noch immer die Möglichkeit…falls es ein später gibt
Die Hand der Frau folgend, legte er sein Kinn auf seine Brust.
Es ist seltsam, dass so zu sehen…ich bin weder ganz Wolf noch Elf…
Die Muskeln entspannten sich und er keuchte leise auf. Natürlich hätte er den Kopf zurücknehmen können, doch soviel Vertrauen hatte er nicht zu der Frau.
Jetzt erst konnte er die Verletzung sehen. Vorsichtig ertastet er selber sein Fell. Die Wunde wollte er nicht berühren. Die Gefahr, dass er es verunreinigte war ihm zu groß. Aber ordentlich konnte es so auch nicht versorgt werden.
„Du wirst … das Fell kürzen müssen, wenn …wenn du an die Wunde willst!...notfalls aus…ausbrennen!“ sprach er so sanft wie möglich.
Unter anderen Umständen wäre es für Isildur interessant gewesen, ob seine Tätowierungen sich nur als Fellfärbung zeigten oder ob sie ebenfalls auf seiner Haut waren. Sie waren für ihn immer etwas Besonderes gewesen und hatte seine Bedeutung für ihn. Es zeichnete ihn als Krieger und Mann aus. Doch sein Interesse war jetzt nicht so was gewidmet, sondern der schnellen Heilung.
Um es der Frau einfacher zu machen, begab er sich in eine sitzende Position. Seine Arme stützte er seitlich ab um nicht wieder wegzukippen. Die Haltung hatte für Isildur etwas Beruhigendes. Es erinnerte ihn an Meditation. Er schloß die Augen.
Ihr Geruch war angenehm, machte es leichter. Draußen konnte er die anderen Kerle hören. Sie würden früh genug reinkommen.
„Isabeau also, mein Name ist Isildur!...wo bin ich hier eigentlich?“ Sein Körper spannte sich, wollte einer Berührung ausweichen. Doch hier herrschte der Elf vor, nicht das Tier.
So ließ er machen, was zu machen war. Und einem heiler dazwischen funken brachte nie etwas, dass wusste er nur zu gut.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Gestalt » Sonntag 28. August 2011, 23:26

Dass Isabeau ihn nicht mit einer Umarmung und ein paar netten Worten empfing, hätte sich Isildur denken können. Er machte schon in seiner Wolfsgestalt keinen Vertrauen erweckenden Eindruck und jetzt war er zusätzlich noch verletzt. Sein Fell troff von Blut, das jedoch nicht vollkommen sein eigenes war. Vieles davon gehörte auch dem Schrank, den er angefallen hatte. Vermutlich war der Kerl bereits tot. Niemand hatte ihn versorgt. Stattdessen bestand Blutzecke Aiden aber anscheinend darauf, dass man sich um den Wolfsmann kümmerte. Warum diese Aufgabe gerade in die Hände einer Hure gelegt wurde, war nur bis zu dem Moment unklar, in dem sie begann, seine Fesseln zu lösen. Isabeau besaß weiche und zudem flinke Hände. Sie würde ihn versorgen, dazu war sie mehr befähigt als sonst einer von Blutzeckes Leuten.
Und sie beherrschte wie Isildur die Sprache der Elfen: Lyrintha. Während sie noch die Seile von seinem Körper löste, antwortete sie: "Müsste die Muttersprache eines Wolfes nicht ... Hündisch oder Wölfisch oder so sein? Nein, veralbern könnt Ihr jemand anderen. Wolf durch und durch, ich bin nicht blind!" Sie betrachtete sich die Wunde. Das vom Blut verklebte Fell war zu dicht, um Einzelheiten zu erkennen. Ganz klar, das müsste desinfiziert und gereinigt werden, wie es die Hure bereits erläutert hatte. Aber das mussten alle Verletzungen. Sie konnte kaum mehr diagnostizieren. Das Fell musste weg. Diesen Vorschlag gab auch der Wolf von sich. Isildur hieß er also. "Seltsamer Name für einen Wolf. Er erinnert mich an Avélyne." Sie schaute für einen Moment durch Isildur hindurch. Dann blinzelte sie mehrmals, schüttelte den Kopf und schob einen Teil seines Pelzes so weit beiseite, wie es ihr möglich war.
"Wir sind schon beim Du?" Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Offenbar traute sie ihm einen Hauch mehr als zuvor. Er hatte sie bislang nicht angefallen, ein gutes Zeichen, dass es so bleiben würde. "Aber du hast Recht. Das Fell muss ab. Halte noch eine Weile durch." Sie nahm ihre Hände zurück. An den Fingern klebte jetzt ebenfalls Blut, doch darauf konnte die Hure nun nicht eingehen. Sie berührte trotzdem den kostbaren Stoff ihres Kleides, schob ihn zurück. Ein schlankes Bein kam zum Vorschein. Wie Porzellan schimmerte es im Mondlicht. Nur hier und da zeigten sich vereinzelte, blaue Flecke.
Doch Isabeau hatte nicht vor, Isildur hier und jetzt zu betören. Das kleine, erotische Strumpfband war es, welches sie interessierte. Denn zwischen Stoff und Schenkel war ein winziges Kästchen aus gehärtetem Filz befestigt. Isabeau förderte es zu Tage und öffnete den Knopf, der es verschloss. Eine winzige Schere, Nadel und Faden kamen zum Vorschein. Nähzeug, ein wichtiger Begleiter für eine Rumdetter Hure, der regelmäßig an die Sachen gegangen wurde. Diese rissen, Fäden lösten sich - da konnte man nicht jedes Mal einen Schneider aufsuchen oder darauf hoffen, dass der Kunde einer war. Zwischen den Freiern musste selbst genäht werden.
Isabeau zückte die Schere. Es dauerte nicht lange, da hatte sie einen ordentlichen Büschel des silbrigen Pelzes von der Brust geschnitten. Nun erkannte man die Stichwunde sehr deutlich. Das Blut geronn dort bereits, aber einzelne Haare verklebten alles. An den Rändern hatte sich alles zu einem dunklen, teils gelblichen Brei verkrustet. Isabeau schnaubte. Anschließend folgte ein Fluch, der unter keinen Umständen aus dem Mund einer Frau dringen sollte. Sie rappelte sich auf. "Da soll ich dich versorgen und man stellt mir nichts zu Verfügung. Pha!" Sie ließ Isildur erneut an Ort und Stelle sitzen, wandte sich der Tür zu. Heftig klopfte die kleine Faust gegen das Holz. Ihre Stimme war ein Donnerwetter, als sie rief: "Ich brauche mit Ackerschachtelhalm und Brennnesseln durchsetztes, heißes Wasser und einen Lappen. Achja und Rum! Sofort, wenn ihr den Wolf gerettet haben wollt!" Sie wartete nicht einmal eine Antwort ab, sondern kehrte prompt zu Isildur zurück. "Einen Augenblick Geduld noch. Ich werde die Wunde mit dem Wasser reinigen, mit dem Rum desinfizieren und anschließend nähen. Solange musst du durchhalten. Schlaf bloß nicht ein, kapiert?!" Jetzt, da sie warten mussten, konnte Isabeau ihm seine Frage beantworten. "Du bist in Rumdett, solltest du eigentlich sofort bemerkt haben. Keine andere Stadt Celcias ist wie diese. Und wenn du's genauer wissen willst, du befindest dich im Hurenhaus Süße Sünden, im Viertel der Blutsäufer. Du kennst die Blutsäufer unter Roderick dem Roten?"
In diesem Moment öffnete sich die Tür. Anker war es, der die geforderten Dinge brachte. Ein Dankeschön brauchte er jedoch nicht zu erwarten. Isabeau brummte etwas vonwegen, dass es lange gedauert hätte und er sich sofort wieder aus dem Staub machen sollte, wenn ihm seine Manneskraft lieb war. Die Tür fiel in Windeseile wieder ins Schloss. "Gibt es noch etwas, das du wissen möchtest? Du solltest mit mir sprechen, um bei Bewusstsein zu bleiben, Isildur der Wolf." Sie begann damit, die Wunde auszuwaschen. Das von Kräutern bereicherte Wasser linderte sogar ein wenig den pochenden Schmerz.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 31. August 2011, 18:23

"Müsste die Muttersprache eines Wolfes nicht ... Hündisch oder Wölfisch oder so sein? Nein, veralbern könnt Ihr jemand anderen. Wolf durch und durch, ich bin nicht blind!"
Das sie nichts anderes sah, schmerzte irgendwie. Er war immer noch ein Elf.
„ eindeutig Wolf?...nun, dann hätte ich auf vier Pfoten laufen müssen, …und sprechen könnte ich …ich….auch nicht.“ Bockte er gegen ihr Kommentar.
Der Waldelf besah sich ihre schlanken Hände, wie sie vorsichtig sein Fell zur Seite strich um die Wunde zu beschauen. Es zwiebelte, als die Haare zur Seite gedrückt wurden. Die Haut um die Wunde war empfindlich.
„ das könnte ich von deinen Namen…auch…sagen. Meine Eltern benannten mich so…“ das sie kurz ins Leere blickte, bemerkte der wachsame Isildur doch. Ihre Hand stockte und ihr Blick war abwesend. Wie an einem anderen Ort.
Nur zu gut kannte er diesen Ausdruck. Seine Schwestern hatten oft diesen verträumt aussehenden Blick, der in weite Ferne ging.
„wer…wer ist…diese Avélyne. Klingt wie …eine Elfe…Was stimmt am DU nicht?“ Für Isildur war es normal, jeden zu duzen. Er kannte es nicht anders. Der ihm die Sprache der Menschen beigebracht hatte, hatte auf solche Höflichkeitsfloskeln verzichtet. Oder selber nicht daran gedacht. Außerdem war es keine Respektlosigkeit, wenn man jemand duzte. Nicht für Isildur.
Menschen waren für ihn ein Rätsel.
Er folgte ihrer Hand als diese den Rock ihres Gewandes hochschob um an ihr Nähzeug zu kommen. Sie hatte schöne Beine. Nur die blauen Flecken störten das Bild.
Woher hat sie die…die sehen nicht wie welche aus, die man sich im Wald holt
Doch in Isildurs Kopf kamen die Bilder dazu. Der Umgang in Ton blieb bestimmt nicht nur da so schroff.
Er sah es förmlich, wie die Männer sich über die Frauen hermachten. In vielen Menschenorten, war eine Frau weniger wert als ein Mann. Nicht denkbar für den Elfen. Und nicht verständlich, warum sich nicht gewehrt wurde.
Jetzt war es an ihm, seinen Blick zu klären.
Seine Hand war kurz näher an ihrem Bein. Fast hätte er ungläubig es angefasst, zog dann die Hand zurück. Sie sollte nichts Falsches denken.
Die glaubt noch…ich starre ihr…aufs Bein…habe ich ja auch…irgendwie
Er nahm den Kopf zurück, blickte sich etwas um. Er sah das Mondlicht, welches durch das vergitterte Fenster rein schien.
Eigentlich eine schöne Nacht…eigentlich….
Eine Berührung..
Das Zuschnappen von Metal.
Seine Ohren zuckten.
Eine Schere!
Sein Kopf fuhr zu ihr rum. Er wusste zwar, was sie tat, doch jetzt hatte sie wieder seine Aufmerksamkeit.
Ihre Finger hielten die Schere und sie schnitt ihm Fell aus dem Pelz. Ein Muskel zuckte auf seiner Brust. Sie verstand ihre Arbeit. Das Schippen war monoton. Er schloss wieder die Augen, atmete tief ein.
Kurz holte ihn Dunkelheit ein.
Das Hämmern an der Tür und ihre Stimme zerrten ihn wieder ins Bewusstsein.
„WAS?!...ich bin wach…oh!“ verwirrt blickte er sich um. Was sie gerufen hatte, war nicht zu ihm durchgedrungen.
"Einen Augenblick Geduld noch. Ich werde die Wunde mit dem Wasser reinigen, mit dem Rum desinfizieren und anschließend nähen. Solange musst du durchhalten. Schlaf bloß nicht ein, kapiert?!
„ in Ordnung!...werde ich nicht…“ Was auch tatsächlich der Fall war, denn sie bewahrte ihn vor Schlaf.
Die Zeit, die auf die Sachen gewartet wurde, nutzte sie um einige Fragen zu beantworten.
„Hurenhaus?...Otis, hatte etwas erzählt…von ..zwei…nein drei…Gemeinschaften“ Er atmete tief durch, rieb sich über die Augen.
Ein Geräusch an der Tür. Deutlich konnte Isildur die Betätigung der Türklinge hören. Die Tür Öffnete sich. Einer der Kerle von Draußen, der mit dem Anker trat ein.
Augenblicklich stemmte sich der Wolf hoch, seine Krallen kratzen über den Boden. Bedrohlich zog er die Lefzen hoch, entblößte seine Zähne.
Seine Rute sträubte sich. Fast jedes Haar richtete sich steil auf, nur dort, wo sein langes verfilztes Kopfhaar war, nicht.
Das war zwar nur alles Schau, denn die nötige Kraft für einen Kampf besaß er nicht mehr.
Aber so schnell wie Isildur auf den Mann reagierte, so schnell beruhigte er sich auch. Oder eher, sackte wieder zurück. Die Luft war schnell raus. Die Energie-Reserve verbraucht.
„Entschuldige!“ kam knapp seine Antwort.
Sie wusch die Wunde und desinfizierte sie. Der Geruch des Rums brannte in seiner empfindlichen Nase ebenso wie auf der Wunde. Er keuchte kurz auf, drückte sich ein Stück weg. Erst als sie die Wunde mit den Kräutersud behandelte, wurde es besser. Der Schmerz wich etwas.
Erleichterung zeigte sich in seinen Zügen. Er entspannte etwas.
„ ..es….ich…nur Isildur…ich bin Elf, kein Wolf…wer…oder was sind die…Blutsäufer?...wer ist Roderick…was wollen die von mir?...Der Mann meinte,…ich sei viel besser…als Otis…oder so“
Immer öfter schloss er die Augen. Er wäre so herrlich in die sanften Arme des Schlafes zu fallen. Doch ein Teil wusste, dass er es nicht durfte. Sein Lebenswille.
So zwang er sich, die Frau anzusehen, die sich um ihn kümmerte.
„Ich..ich muß…hier weg…zurück…zu meinen…Schwestern…meiner Familie…“ Seine Stimme zitterte leicht. Es war einfach alles so katastrophal verlaufen. Müdigkeit und der Blutverlust machten ihn mürbe und holte die schwache Seite in ihm hervor. Und er konnte sich das nicht leisten.
Aber Isildur wäre nicht Isildur, wenn nicht seine Bockigkeit überwiegen würde. Jede Kraftreserve wurde zum klaren sprechen und denken gerufen. Aufstehen war nicht mehr drin.
Ein Waldelf zeigt keine Schwäche…reiß dich zusammen.
Er ballte eine Hand zur Faust, atmete tief ein und aus. Er würde dies überstehen, egal was kommen mochte. Und er würde nicht aufgeben. Er würde nicht anderen erliegen.
Als er die nächsten Worte sprach, klangen sie wieder fest, aber deutlich sah man ihn die Müdigkeit an.
„Ich werde nicht für die arbeiten, ich bin ein freies Wesen…du wolltest nähen, oder?“ Er legte sich zurück.
Sie musste ziemlich nah rankommen, damit sie es nähen konnte. Und er musste es zulassen.
Hätte sie so gerochen, wie das Weib aus der Kneipe, wäre Isildur dagegen gewesen. Bei ihr war es nicht so.
Sonst machten es immer seine Schwester, ins Besondere Yavanna. Und die nähte nicht mal mehr, sie nutzte die Gaben der Lichtmagie um zu heilen. Das wurde bei allen im Dorf so gemacht. Natürlich wusste ein Krieger, wie man notfalls etwas nähen muß und wie es sich anfühlte. Aber viele waren damit verwöhnt. Isildur selber mochte den feinen Schmerz durch eine Nadel. Nicht umsonst liebte er es sich den Körper mit Tätowierungen zu verzieren. Und die wurden noch ordentlich mit Nadel und Hämmerchen gestochen. Ganz traditionell.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Sonntag 4. September 2011, 19:32

Zuerst hatte es den Anschein, dass sich beide nicht sonderlich gut verstehen würden. Nun, sie sollten auch keine Freunde werden. Isabeau war lediglich hier, um Isildurs Wunden zu versorgen und er ... Ja, was würde mit ihm geschehen? Was hatte Blutzecke Aiden vor? Isaebau schnaubte. Ob sie etwas wusste? Sie glaubte zumindest zu wissen, dass Isildur eindeutig ein Wolf war - was dieser gleich mit einer eher schnippigen Antwort kommentierte. Daher auch der anfängliche Anschein, beide könnten einander nicht riechen. Vor allem, weil die Hure entgegnete: "Auf jeden Fall seid Ihr kein Elf! Elfen haben keinen Pelz, sie sind groß, schlank und bewegen sich ganz elegant. Sie haben spitze Ohren und schräg stehende Augen. Ihr, Isildur, habt eine Schnauze, Reißzähne, Krallen ... Ihr seid ein Wolf. Wolfswesen. Wolfsmonster? Möglicherweise das fehlgeschlagene Experiment einer Hexe? Ich habe Geschichten gehört von magischen Frauen, die Unfug mit der Natur treiben. Sie haben immer schwarze Katzen bei sich oder Kröten. Außerdem sind sie hässliche Vetteln mit Buckel und Warzen überall." Isabeau schüttelte sich. Sie liebte ja Geschichten, aber solch gruselige ... da standen ihr die Haare zu Berge.
Nun war es aber an ihr, eine solche Geschichte vorzutragen. Isildur fragte interessiert nach der erwähnten Avélyne. Auch ihr Name klang elfisch. Außerdem hätte die Hure ihren Namen nicht genannt, wenn er nicht mit etwas Elfischem in Zusammenhang stand. Zunächst jedoch winkte sie erst einmal ab. "Mit dem Du ist alles in Ordnung. Die meisten meiner Freier benutzen es sofort - dann steigen sie über mich drüber. Damit das klar ist", hob sie ihren Finger, "dich werde ich ganz bestimmt nicht ranlassen, egal, wieviel du zahlst!" Sie warf ihm einen Blick zu, der keinerlei Widerrede duldete. Selbst eine Hure besaß Grenzen.

Dann aber gab sich Isabeau endlich wieder versöhnlicher, denn sie wollte von Avélyne erzählen. Erinnerungen an sie wärmten immer ihr Herz. "Avélyne kam nicht per Schiff hierher wie die meisten Frauen, die die Piraten verschleppen. Sie stammte aus dem Urwald Kapayu, der nördlich von hier liegt. Sie sagte, dort gibt es eine gewaltige Talsenke, in der sich die schönste Stadt Celcias befindet und sie wird ausschließlich von friedliebenden Wesen bewohnt - den Shyáner Elfen. Sie selbst war eine. Wie sie in die Finger der Piraten geraten konnte, hat sie mir nie erzählt, aber das kümmerte mich damals auch nicht. Sie war hier, im Süße Sünden, ebenso wie ich. Die meisten Huren waren auf Avélyne neidisch und das zu Recht, denn sie war wunderschön. Ihre Haut wirkte makellos, das Haar schimmerte wie flüssiger Honig und der traurige Blick aus ihren großen silbernen Augen lockte jeden Mann in ihr Bett. Naja, Hure wollte sie gar nicht werden, aber wer von uns wollte das schon. Sie wurde gezwungen wie wir alle. Nach ihrem ersten Freier weinte sie bittere Tränen. Ich fand sie, als sie versuchte, sich das Leben mit einer Spiegelscherbe zu nehmen. Ich konnte sie davon abhalten. Wir wurden Freundinnen und sie erzählte mir viele Sachen von Shyána Nelle, ihrer Heimat." Isabeau seufzte sehnsüchtig. "Wie gern wäre ich dort...", murmelte sie. Erneut glitt ihr Blick in eine unsichtbare Ferne.
Dann aber kehrte sie in die Realität zurück und Schatten legten sich über ihre Augen. Kein Schimmern drang aus ihrem Blick heraus. Sie senkte den Kopf, konzentrierte sich darauf, die Wunde zu nähen. Mit ihrer Erzählung aber fuhr sie fort: "Avélyne lebt nicht mehr. Ihr letzter Freier war ein saufwütiger Pirat. Normalerweise achten Rodericks Leute darauf, dass unsere Freier einen gewissen Alkoholpegel nicht überschreiten, aber meine Freundin hatte es sich mit ihnen bereis am Abend zuvor verscherzt. Sie verweigerte sich ihnen, weil Rodericks Männer ... spezielle Wünsche haben, die sie ihnen nicht hatte erfüllen wollen. Daraufhin ließen sie den Freier in volltrunkenem Zustand zu ihr. Er wurde jähzornig und schlug sie, bis sie sich nicht mehr rührte ... Wir Mädchen ... mussten sie ... entfernen." Isabeau ließ die Nadel sinken, so das der Faden aus dem Öhr rutschte. Sie mied den Blick des Wolfes, hatte den eigenen auf den Boden gerichtet. Ihre Schultern bebten leicht. Rasch wischte sie sich über die Augen.

"Schon komisch, oder? Du bist ein absolut Fremder - ein ... seltsames Tierwesen, das Lyrintha beherrscht und nur deshalb vertraue ich dir Avélynes Geschichte an." Sie zuckte mit den Schultern. "Eigentlich sind es die Besucher des Hurenhauses, die mir Geschichten erzählen, wenn sie erschöpft in meinen Armen liegenbleiben, nachdem sie fertig sind."
"Hurenhaus? ... Otis hatte etwas erzählt ... von ... zwei ... nein, drei ... Gemeinschaften."
"Otis ist hier? Dicke Lippe Otis, meinst du den?" Sofort wurde Isabeau hellhörig und vergaß vollkommen, Isildurs eigentliche Frage zu beantworten. Sie bemerkte aber seine Müdigkeit, trotzdem rüttelte sie ihn jetzt leicht. "Schlaf nicht ein, das darfst du nicht. Sag mir lieber, wo Otis steckt! Ist er wohlauf? Wie geht es ihm?" Wieviel konnte sie noch aus dem erschöpften Isildur herausholen? Vielleicht war es besser, ihn doch erst einmal fertig zu behandeln und etwas schlafen zu lassen. Aber das konnte sich die Hure möglicherweise nicht erlauben. Sie sollte hier nur eine Wunde reinigen und nähen. Danach bekäme sie wohlmöglich keine Gelegenheit mehr, mit Isildur zu sprechen. Vielleicht sah sie ihn niemals wieder. Das durfte nicht geschehen, sie brauchte Informationen.
Trotzdem begann sie nun, einen Verband um seine Brust zu rollen. Sie legte ihn fest an, wusste, was sie tat. Derweil gab sie Anweisungen: "Wechsle ihn mindestens einmal täglich, damit sich die Wunde nicht entzündet. Und mach dir immer wieder einen Druckverband, hörst du? Nicht einschlafen! Hör mir zu! Jemand soll dir ..." Sie verstummte. Das war ihre Möglichkeit! Jemand musste ihm den Verband anlegen. Sie würde darauf bestehen, das zu tun. Ihr vertrauter der 'große böse Wolf' doch inzwischen. Jedenfalls gut genug, sich von ihr behandeln zu lassen. Das würden ihre ausschlaggebenden Argumente sein. Erleichtert atmete sie durch. So würde es funktionieren. Dann konnte er jetzt auch schlafen.
"Leg dich hin, auf den Rücken. Ich bin fertig und du solltest dich jetzt ausruhen. All deine Fragen zu den Blutsäufern, Roderick und anderem beantworte ich dir, sobald du wieder wach bist. Du könntest die Informationen jetzt ohnehin nicht mehr aufnehmen. Ruh dich aus. Schlafe, Isildur Wolf-Elf."
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 6. September 2011, 23:09

Langsam wurde es Isildur zu bunt. Diese Menschenfrau war wohl eindeutig der Meinung, sie wisse genau was er war. Und sie argumentierte für ihr Verständnis sehr logisch. Nun Isildur könnte ihr natürlich erzählen, dass es Elfen gab, welche sich in Tiere verwandeln konnten. In so ein Wesen, wie er jetzt war, eigentlich zwar nicht, doch das wäre ja egal. Doch Isildur tat es nicht. Das Reden wurde ihn mehr und mehr zu anstrengend, egal wie stark er versuchte, sich dagegen zu wehren. Und Isildur war eigentlich nicht der große Geschichtenerzähler. Er machte lieber alles mit sich selber aus.
Das sie tatsächlich der Meinung war, er könnte Interesse haben, mit ihr intim zu verkehren, ließ ihn nur den Kopf schütteln.
Ist sie wirklich der Meinung, ich will Sex mit ihr haben?...wie kommt sie nur auf so eine Idee. Ich bin gerade mal einen Tag in dieser Gestalt und da habe ich bestimmt besseres vor als so was...
Dann begann sie plötzlich die Geschichte ihrer Freundin zu erzählen. Sie sprach mit Gefühl und Trauer hörte man aus ihrer Stimme heraus.
bin ich froh, dass keine meiner Schwestern hier ist...aber was muss das für die Familie sein?...so was will ich mir nicht mal vorstellen. Sie wurde vermutlich entführt und dann von einem Betrunkenen erschlagen
Als sie betroffen zu Boden blickte, berührte er sie sanft an der Schulter. Mehr konnte er gegen ihre Trauer nicht machen.
Der Gedanke an diesen Piraten, der die Elfe totgeschlagen hatte, ließ ihn kurz die Zähne fletschen. Zu gern hätte er so einer Person die Kehle zerrissen. Doch vielleicht war es ja sogar der Mann, der den Tod gefunden hatte. Auch wenn Isildur das nicht beurteilen konnte, der Gedanke daran gefiel ihm.
"sie hat dir elfisch be...beigebracht, oder?... Du hättest sie nicht vorm sterben aufhalten...*gähn*... dürfen. Seh es so, jetzt ist sie frei!" Seine Worte waren hart und doch sah es der Waldelf so. Lieber tot, als in ewiger Knechtschaft.
Denn Isildur würde ebenso handeln, wenn er nicht wüsste, dass er eine Aufgabe hat. Seine Schwestern zu finden und wieder heil nach Hause zurückkehren. Seine Hand fuhr er über die Schnauze. Bewegung hielt wach. Schlaf drängte sich ihm mehr und mehr auf.
Dann wechselte das Thema zu einer nicht geraden positiven Person. Otis! Isabeau kannte ihn offensichtlich und wie sie sprach, war es überschwänglich und wissbegierig. Sie bombardierte Isildur nur so mit Fragen und wollte alles wissen, was er zu ihm wusste.
"ihm ...habe ich ..das ...zu verdanken...Feigling" Stieß er noch heißer hervor.
Hatte sie ihn überhaupt gehört? Sie überging völlig seine Fragen. Versuchte ihn sogar noch wacher zu bekommen, aber jetzt ging es nicht mehr. Seine Lider waren schwer. Selbst die Anweisungen, wie er sich mit dem Verband verhalten sollte, kam nur noch dumpf bei ihm an. Seine Zunge weigerte sich auch nur ein einziges Wort von sich zu geben. Mehr und mehr holte ihn das Traumland.
Es schrie irgendwo in ihm, nicht zu schlafen. Doch der Wolf brauchte die Ruhe. Es sehnte sich nach einer Pause. So lief er sich ohne Murren zu Boden drücken. Sein Kopf suchte sich noch die richtige Schlafposition. Er wälzte sich ein paar Mal hin und her, bevor er sich mit der Position anfreunden konnte. Das geschah ganz unbewusst. Es war ungewohnt mit einer Schnauze im Gesicht und einer Rute, so zu liegen wie ein Elf. Und er war noch nie ein Rückenschläfer gewesen. Den Kopf zu einer Seite, mit den Kinn auf seiner Schulter fast abgelegt, fielen die Augen ganz zu. Endlich kehrte Ruhe ein.
Jetzt fiel er in einen tiefen Schlaf. Seine Muskeln zitterten noch und nur langsam entspannte sich sein Körper. Die Ohren zuckten bei jedem Geräusch, doch die Lider öffneten sich nicht. Er brauchte den Schlaf.
Aber irgendwo war die Angst, was würde geschehen, wenn er wach werden würde?
Was hatten sie mit ihm vor? Das ihm das gleiche Schicksal der verstorbenen Elfe wiederfahren würde, war mehr als unwahrscheinlich.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. September 2011, 14:12

Als Isildur erwachte, war nicht das harte Holz des Fußbodens das erste, was er unter sich spürte. Er lag, wenigstens dieser Fakt war eindeutig. Man hatte ihn seitlich gebettet, sicherlich, um seine Rute nicht schmerzhaft abzuknicken. Das wesentlichere Detail jedoch war, dass er weiterhin nicht gefesselt schien. Seine Gliedmaßen lagen frei, auch fehlte ein Halsband - man hielt ihn offenbar nicht für einen Riesenhund, der an die Leine gehört, wie auf der Treibgut. Trotzdem hatte man ihm kein Bett zugestanden. Er lag auf festem Untergrund, dennoch war es weich. Es erinnerte an den heimatlichen Waldboden, nur fehlten die kleinen natürlichen Unebenheiten, der Geruch von Moos, feuchter Erde oder Laub. Die Geräusche der Natur waren ebenso wenig vorhanden. Kein Vogelzwitschern oder das sanfte Wiegenlied einer Eule - je nach Tageszeit eben. Kein Rascheln von im Dickicht herum tollenden Kleintieren. Kein Zirpen von Zikaden. Das alles fehlte. Stattdessen vernahmen seine Ohren die natürlichen Geräusche einer Stadt wie Rumdett. Von fern hörte man das Meeresrauschen. Wellen schlugen gegen Klippen, auf die Küste und den Strand oder die Pfähle der von Menschenhand errichteten Docks. Das Salzwasser würde in wenigen Jahren das Holz dieser Pfähle abgetragen haben. Dann mussten sie erneuert werden, ehe sie morsch in sich zusammenfielen. Zu den Klängen des Meeres gesellten sich die Rufe der Möwen und anderer Seevögel. Wahrscheinlich kreisten einige von ihnen sogar nachts über dem Hafen. Es gab immer irgendwo guten Fisch zu stibitzen oder sie labten sich am wiedergegeben Mageninhalt eines Betrunkenen. Ja, von denen existierten viele in Rumdett, man hörte sie deutlich. Obgleich man nicht sofort verstand, was sie denn da so lallten. Wenige sangen sogar noch, während sie schwankend das eigene Viertel suchten. Die meisten aber glaubten, die Nacht durch ihr Grölen zu erheitern. Da irrten sie. Man konnte so nämlich nur noch schwer ihr Geplärre von den Schreien armer Männer und Frauen unterscheiden, die in düsteren Gassen ausgeraubt, vergewaltigt oder gemeuchelt wurden. Es war kein angenehmes Pflaster, dieses Rumdett. Und doch konnte ein Suchender Freude und Wonnen finden. Isildur hörte, dass es einigen Bürgern oder Reisenden offenbar gut ging. Das Stöhnen aus unteren Stockwerken drang durch den Fußboden zu ihm hinauf. Nun, es musste noch durch ein weiteres Hindernis. Der Wolfself lag nicht auf dem blanken Holz. Weich war es, als kuschelte er mit Sturmkralle oder Yavannas Nachtschatten. Ein Fell. Er lag aug dem Pelz eines Tieres!
Im Rücken hatte er es zudem angenehm warm. Der leichte Geruch glimmender Kohle verriet, dass er nahe eines Feuers liegen musste. Ein offener Kamin wärmt ihm den eigenen silbirgen Pelz. Er befand sich offenbar immer noch im Süße Sünden. Das Gespräch mit Isabeau hatte verschwommen geendet. Das lag aber schlicht und einfach daran, dass Isildur die Sinne geschwunden waren. Er hatte noch Worte mit ihr gewechselt, hatte Fragen beantwortet haben wollen. Isabeau aber hatte ihrerseits Interesse an dem Wohlergehen und Verbleib von Otis geäußert. Keiner von beiden war mit Antworten gesegnet worden. Nicht wirklich.

Es bestand aber möglicherweise noch die Gelegenheit, dies nachzuholen. Isabeau war immer noch bei ihm. Isildur konnte ihren Geruch ausmachen. Sie saß in seiner Nähe.
Tatsächlich befand sich die Hure ganz unweit des Wolfes. Sie hatte es sich auf einem abgewetzten Sessel bequem gemacht und stopfte Strümpfe, nähte den Saum eines zerrissenen Kleides und fertigte hier und da kleine Schnupftücher für ihre Mithuren an. Es gab immer etwas zu tun, selbst, wenn sich kein Freier blicken ließ. Oder gerade dann. Ansonsten hieß es ja meistens, sich in der Horizontale aufzuhalten. Doch Isabeaus Geruch war nicht der einzige eines Lebewesens im Raum. Abgesehen von seinem eigenen - er müsste dringend baden! - witterte Isildur noch Männerschweiß und das nicht zu knapp. Da hatte noch jemand Wasser und Seife nötig.
"Wir sollten ihn aufwecken", erfüllte ein Brummen plötzlich den Raum. Der verwandelte Waldelf erkannte die Stimme. Das war dieser Blutzecke Aiden. Ein weiteres Brummen, das nicht von dem Kerl stammte, aber eindeutig männlichen Urpsrungs war und dann hob Isabeau ihre Stimme: "Vergiss es, Blutzecke! Er würde dir so ohnehin nichts nutzen. Er ist verletzt, hat eine Menge Blut verloren. Lass ihn ruhen."
"Ich hab es satt zu warten und wir beide haben noch Besseres zu tun."
"Dann erledigt das eben solange", keifte die Hure zurück. "Er wird schon aufwachen, wenn sein Körper soweit ist. Bis dahin lasst ihn schlafen."
Ein Stuhl wurde gerückt. Schritte folgten und plötzlich tat es einen Klaps, dass kein Zweifel bestand, dass jemand gerade eine saftige Ohrfeige bekommen hatte. Vermutlich handelte es sich dabei um Isabeau, denn dem Klaps folgte das Keuchen einer Frau. Allerdings hielt sie sich tapfer, kein Schluchzen war zu vernehmen. Nur erneut Blutzecke, der jetzt drohend sagte: "Nur weil du dich um seine Wunden kümmerst, brauchst du dir nicht einzubilden, dass du über ihn bestimmen kannst, Schlampe! Gib ihm das hier, wenn er aufwacht. Wir sind noch vor dem Mittag zurück. Ich warne dich! Wenn du ihm die Dinger nicht verpasst, setzt es nochmal was von mir!"
"Ach, soll ein Sturm dich holen, Blutzecke Aiden!" Daraufhin lachte der Pirat nur. Wieder Schritte und anschließend ging eine Tür. Erst als sie ins Schloss gefallen war, nahm Isabeau ihre Maske aus Stolz und Stärke ab. Schluchzend legte sie die Strümpfe beiseite und kauerte sich auf dem Sessel zusammen. Das Gesicht war in den Händen vergraben.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 10. September 2011, 17:14

Zuerst realisierte isildur nicht, dass etwas nicht stimmte. Er war im Geiste zu Hause. Ruhte in seinem Zelt mit seinen Geschwistern und den Tieren. Felle lagen dort, damit es weich und bequem war. Das gedämpfte Geräusch des Lagers war anders als sonst, aber er war ja noch nicht wach.
Seltsam?!
Es fehlte was. Das Rütteln an ihm, dass er endlich sich erheben sollte. Wenn Sturmkralle ihn zu den ersten Strahlen der Sonne weckte, nur damit sich sein fauler Bär an die gewärmte Stelle legen konnte, wo Isildur zuvor noch gelegen hatte. Seine Finger schlossen sich. Sie umklammerten den weichen Pelz unter sich. Irgendwie bewirkte die vertraute Berührung des Fells ein innerliches Sträuben bei ihm selber. Ein Teil von ihm mochte nicht auf totem Tierfell liegen, auch wenn es für Isildur als Elf normal galt. Der Wolf sträubte sich. Aber noch etwas stimmte nicht. Es roch anders. Der Geruch von Wäldern, den dezenten Duft aus Blüten und Erde, fehlte und war durch andere Gerüche ersetzt. Unrat, Schweiß. Gerüche von Menschen. Ungewachsen. Der Geruch von verdreckten Fell…seinem Fell.
Das bin ich…uih…baden wäre angebracht…wo bin ich?
Das Lauschen von ihm hörte nichts Bekanntes.
Das Klirren der kleinen Kristalle seiner Schwester, die sich im Wind bewegten, fehlte, Die natürlichen Geräusch des Waldes, das leise Reden im Schlaf seiner Schwestern, alles war nicht da..
Was?...
Dafür anderes. Aus dem Boden hörte der leises Stöhnen und Ächzen. Das Knarren von Holz, Schritte die ungeduldig auf und ab liefen. Er konnte das Prasseln eines Feuers hören und die Wärme an seinem Pelz spüren.
Die Augen öffneten sich nur ein wenig. Der Schlaf war noch übermächtig und wollte den Griff nicht lösen.
Leider kehrten die Erinnerungen zurück. Fehler die er begangen hat und nun die Konsequenzen ausbaden musste.
Sein Verstand realisierte endlich, dass er nicht in seiner Heimat bei seiner Familie war. Die letzten Ereignisse durchfluteten sein Gehirn, während er langsam seinen Körper innerlich erfühlte.
Seine Brust brannte von der Verletzung bei jedem Atemzug ein wenig. Mehrere Stellen an seinem Körper schmerzten als habe er leichte Prellungen. Was nach der Schlägerei auch nicht zu verwundern war. Sein Bein zuckte und auch hier spürte er die Verstauchung seines Laufes noch.
Es war also kein Traum…ich bin noch immer nicht zurück…leider
Er schmatzte leise. Seine Zunge fühlte sich pelzig an. Sein Hals war trocken. Durst und Hunger riefen seinen Körper wach.
Während er in sich hörte, spürte er auch, dass er noch frei war. Keine Fesseln oder desgleichen.
Hmm,?...ich bin nicht gefesselt! Das ist schon mal gut. …oh, ich bin nicht allein…was war gestern noch…was war überhaupt gestern? Ich bin irgendwann eingeschlafen. …
Isildurs Ohren zuckten etwas. Das Gespräch von den Leuten.
Isildur konnte drei ausmachen, welche mit ihm im Raum waren. Sie unterhielten sich.
Den einen erkannte Isildur an Stimme und Geruch, ebenso Isabeau. Den Dritten im Bunde konnte er nicht zuordnen.
Isabeau versuchte wohl Isildur zu schützen. Egal wie seltsam sie sich am Vortag verhalten hatte, so war sie jetzt doch ziemlich mutig. Aber isildur war der Meinung doch eine Spur von Angst zu vernehmen. Ihre Stimme klang sicher und doch hörte er wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, was die Aussprache Lügen sprechen ließ.
"Vergiss es, Blutzecke! Er würde dir so ohnehin nichts nutzen. Er ist verletzt, hat eine Menge Blut verloren. Lass ihn ruhen."
Blutzecke…die haben hier vielleicht Namen…was willst du von mir
Das ließ sich der Mann jedoch nicht sagen und wollte es auch nicht hören. Was darauf folgte, konnte sich Isildur leider vorstellen. Die Frau wurde geschlagen. Es knallte förmlich bei Isildur in den Ohren.
Zu gerne wäre er aufgesprungen und hätte dies Aiden ebenfalls vergolten. Aber manchmal war es klüger nicht so vorschnell zu handeln.
Bleibe ruhig…noch wissen sie nicht, dass du wach bist. Sie wollen etwas, und sie kann dir antworten geben….was soll sie mir denn geben?
"Nur weil du dich um seine Wunden kümmerst, brauchst du dir nicht einzubilden, dass du über ihn bestimmen kannst, Schlampe! Gib ihm das hier, wenn er aufwacht. Wir sind noch vor dem Mittag zurück. Ich warne dich! Wenn du ihm die Dinger nicht verpasst, setzt es nochmal was von mir!"
Mistkerl…wie kann der das wagen. Sie ist ein fühlendes Wesen, sie hat genauso Respekt verdient…aber mach noch nichts....Dir wird noch dein lachen vergehen
Isildur wartete noch einen Moment, als die Türe sich schloss dann öffnete er die Augen. Das erste was er sah, war das Fell auf dem er lag. Welches Tier es gehörte, mochte er nicht wissen. Es fühlte sich wie Bärenfell an….und da es bei Menschen lag, hatte es auch keinen ehrhaften Tod gehabt. Das Tier war vermutlich nur wegen dem Fell getötet worden, ohne das der restliche Kadaver von nutzen war. Für einen Waldelfen nicht denkbar, alles wurde verwertet. In seinem Lager gab es auch Felle, aber nur welche die bei der Jagd erlebt worden waren oder durch einen Kampf, weil sie krank waren und getötet werden mussten oder in Verteidigung. Zwar war jedes Fleisch essbar, aber nicht immer geschmackvoll.
Vorsichtig lugte er um sich. Er war mit der Frau allein, welche jetzt schluchzend auf dem Stuhl kauerte.
Noch etwas träge erhob er sich langsam und streckte sich vorsichtig. Schwindel ließ ihn Halt an der Wand suchen. Ihm wurde kurz schwarz vor Augen. Und Schmerzen machten sich breit. Riefen ihren Protest gegen das Aufstehen. Aber alles war eine Sache der Gewöhnung, so Isildurs Meinung.
Und er stank.
Ich glaube, ich habe noch nie so gestunken…bäh!...ein Bad, nein wichtiger wäre was zu Trinken.
Er räusperte sich um den Hals zu befeuchten. Aber es kratzte alles. Er setzte zum Sprechen an, aber außer einem tiefen Grummeln kam nichts raus.
Wieder räusperte er sich.
jetzt geht es…wieso lässt du so was zu?...ach, Danke!“ Er blickte sich um, suchte etwas zu trinken. Dabei schritt er leicht humpelnd durch den Raum. Als er einen Krug entdeckte, war er drauf und dran diesen in einem Zug zu leeren. Aber so einfach ging es nicht. Vorsichtig trat er näher an sie ran.
„Du solltest es kühlen…ich weiß, dass ich dich überfordere, aber hast du etwas zu trinken und zu essen?...ist das hier trinkbar?“ Er kratzte sich durch das Fell und stellte den Krug dann ab.
Es war an einigen Stellen noch von Blut verklebt. Sein Magen knurrte laut. Wollte endlich etwas zu Essen.
Etwas erschöpft setzte er sich wieder zu Boden. Die Arme verschränkte er in üblicher Manier vor seiner Brust. Und sah sie mit seinen braunen Augen auffordernd an. Das er am Boden hockte, störte ihn gerade nicht.
„Wieso behandeln sich Menschen so?....ich habe den Mann gehört, den du Blutzecke nennst, gehört, du sollst mir irgendetwas geben. Was? Und warum?....ich lass mich nicht mehr fesseln, verstanden!“

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 15. September 2011, 10:07

Es handelte sich tatsächlich um ein Bärenfell, aber so sehr wie es fusselte, musste es furchtbar alt sein. Es war ausgefranst, besaß einen Brandfleck und stank bestialisch. Dass man Isildur auf diesem Kadaver zur Ruhe gelegt hatte, zeugte nur von seinem eigenen Körpergeruch: einer Mischung aus Meersalz, nassem Hund, Blut und Schmutz der vergangenen Stunden. Waren es denn wirklich nur einige Stunden, die ins Land gezogen waren? Könnte er länger geschlafen haben? Was seine Energie betraf, fühlte sich Isildur sicherlich erholt, wenngleich auch nicht frei von Schmerz. In seinem Bein kribbelte es leicht. Die Verstauchung heilte langsam ab. Dafür taten diveser Körperstellen bei jeder Bewegung weh. Die verbundene Brust spannte. Das musste an der Naht liegen, die Isabeau gemacht hatte. Die Hure befand sich noch im Zimmer, hatte sich auf einem ranzigen Sessel zusammen gekauert, das Gesicht abgewandt. Es war ohnehin in den Händen vergraben. Die bebenden Schultern und das leise Schluchzen bestätigten Isildur, dass sie weinte. Er hatte es ja vorher schon gespürt - gewittert. Sie hatte nach Angst gerochen und ihr Herzschlag war schneller gewesen.
Vor Blutzecke Aiden und dem anderen Kerl hatte sie Stärke gezeigt. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen ließ, so wie viele - vordergründig. Sobald sie sich unbeobachtet fühlten, gaben sie sich den unterdrückten Gefühlen hin. Viele weinten dann, so wie Isabeau jetzt. Sie wurden schwach, brauchten Unterstützung. Aber solange sie vor anderen ihre Schwäche nicht zeigten, würde niemand erkennen, dass selbst eine starke Frau Hilfe benötigte.

Isabeau hörte nicht einmal, als sich Isildur erhob, obwohl dem eine Menge Knochen knackten. Sein Körper fühlte sich wahrscheinlich an, als sei er unter eine Schar Orks geraten. Die Bewegungen waren alles andere als das, was man von einem dieser eleganten, grazilen Elfen gewohnt war. Aber Isildur sah im Moment ja auch nicht aus wie ein Elf. Hatte er eigentlich schon versucht, sich zurück zu verwandeln? Möglich wäre es, dass es funktionierte. Genauso gut konnte es aber auch sein, dass er für immer als zweibeiniger Wolf würde herum laufen müssen.
Erst als er leise grollte, wo er doch eigentlich etwas hätte sagen wollen, unterbrach Isabeau ruckartig ihr Schluchzen. Steif hockte sie da, wie die Maus vor der Schlange. Nur ganz, ganz langsam hob sich ihr Kopf, wandte sich um. Die roten Augen und die feucht glänzenden Tränenbahnen im Gesicht bewiesen, wie schwach sie sich eben gegeben hatte. Der vor Trotz vorstehende Schmollmund aber duldete keine Bemerkung zu dieser Schwäche und so schnaubte die Hure nur, als Isildur sprach. Der Wolf bemerkte wohl, wie trocken seine Kehle war und so griff er nach dem einzigen Krug, den er entdecken konnte. Darin befand sich kein Wasser. Der beißende Gestank von Alkohol machte sich breit - schlechter Alkohol, dafür stark. Das schmeckte man auch. Es handelte sich um billigen Grog, das Lieblingsgetränk Nummer zwei eines Piraten. Es kam gleich nach Rum, doch der war für einfache Bordelldirnen wohl zu wertvoll.

"Du überforderst mich nicht", keifte sie, gab sich gröber als es ihr Körper zuließ. Sie wollte zeigen, dass sie sehr gut auf sich achten konnte. Dass sie ihr Leben im Griff hatte. Das Leben einer unbedeutenden Hure in einem Viertel voller stinkender, zahnloser Männer mit Augenklappen und hölzernen Protesen. Ein Leben zwischen Suff, Sex, Schlägen und diesem stinkenden Bärenfell. Ein Leben, über das sie nicht sprechen wollte. So ging sie auf seine jüngste Frage ein. "Das ist Grog - das heißt, Piraten können es trinken. Ich weiß nicht, ob du dir damit nicht deine kleine Wolfszunge wegätzt, aber versuch es eben. Sag später nicht, ich hätte dich nicht drauf hingewiesen!"
Sie stand auf. Ihre rechte Wange besaß rote Flecke, der Größe nach zu urteilen von einer Männerhand. Sie betrachtete sich den Verband um Isildurs Brust. Vorsichtig begann sie, ihn zu lösen. Der musste gewechselt werden. "Ich kann dein Bein nicht kühlen. Das muss so heilen. Überhaupt kann ich nicht viel für dich tun. Find dich mit dem ab, wozu ich fähig bin!" Sie wirkte unzufrieden, war aber auch kein Wunder. Man hielt sie hier von ihrer Arbeit ab, mit der sie sich selbst über Wasser hielt. Sie musste sich um eine Bestie kümmern, die behauptete, ein Elf zu sein und durfte sich aber nicht einmal in sein Wohlergehen einmischen. Sonst setzte es Schläge von Aiden, diesem verdammten Bastard. Er wollte heute Mittag wiederkommen. Ein kalter Schauer lief Isabeau über den Rücken.
Und da fragte Isildur nach, was man ihm geben sollte. Die Hure zuckte zusammen. Richtig, das kam ja auch noch hinzu. Sie seufzte, ließ den lockeren Verband hängen und griff in ihre Rocktasche. Es kam ein winziges Säckchen zum Vorschein. Viele hätten es sofort für einen zu klein geratenen Teebeutel gehalten. Isabeaus Finger schlossen sich darum. "Niemand fesselt dich nochmal, du brauchst nicht gleich so bedrohlich zu mir zu sein! Das hier sollst du einnehmen, am besten in heißem Wasser aufgebrüht. Das ist ... Mutterkorn." Ob er diesen Pilzbefall von Korn kannte? Er war schädlich, in sehr niedrigen, verdünnten Mengen verwendete man ihn aber sogar als Wehenmittel. Etwas höher dosiert, wie jetzt in diesem Fall, konnte es auch berauschend wirken. Ein Halluzinogen, das Blutzecke Aiden nicht grundlos für Isildur ausgesucht hatte.
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 19. September 2011, 12:50

Isildur hatte eigentlich nach etwas vernünftigen zu trinken gesucht und hatte die Hoffnung gehabt, dass im Krug etwas war. Doch noch bevor Isabeau antwortete, stach im der extreme Geruch von Alkohol in die Nase. Bestand denn bei diesen Menschen alles Trinkbare aus Alkohol, oder jedenfalls bei den Menschen wo er gerade gelandet war. So stellte er den Krug wieder ab.
Isabeau war inzwischen aus ihrem Zustand, eine schwache Seite zu zeigen, wieder wach. Also das hieß sie blickte ihn mit schmollenden und trotzigem Blick entgegen. Die Antwort, die von ihr folgte, als Isildur sich nach ihr erkündigte war nicht gerade freundlich. Aber so wie sie rüber kam, machte sich auch bei dem Elfen die Laune mehr und mehr bemerkbar.
Was zur Folge hatte , dass er ebenfalls rumschimpfte. Im Nacken stellten sich dabei sein Fell auf.
“Du beschwerst dich über meinen Ton? Nicht zu übersehen, dass es dir Bestens geht. …mach dir über meine Zunge keine Sorge….ich habe zwar gewaltigen Durst, doch vergiften will ich mich nicht. Schmeckt vermutlich schlimmer als das Gebräu in diesem Gasthaus.….Auch wenn es dich nicht interessiert, Stärke besteht nicht nur darin, sich keine Gefühle einzustehen oder zu erlauben….dass macht ein eher noch mürbe… Aber wieso erkundige ich mich überhaupt nach deinem Wohl…ich habe es Menschen zu verdanken, dass ich hier bin. …und …grrrr*”
Er schnaufte, rieb sich über die Schnauze. Seine Gereiztheit war nicht von ungefair.
Es schmerzte ihn alles. Er war gefangen und steckte noch immer in der Wolfgestalt. Diese Frau wollte ihm helfen…naja, sie sollte ihm helfen, hatte aber ebenso Angst vor ihm.
Und wenn er gereizt sie anfuhr, würde er diesen Zustand nicht bessern.
Am liebsten hätte Isildur vor Verzweiflung in das Bärenfell gebissen. Aber das hätte ihm auch nichts gebracht. Normalerweise hätte er sich jetzt zurückgezogen um seinen Geist zu klären. Auch spürte er wie nah ihm der Wolf war und das hieß dann immer, es ist Zeit sich in den Elfen wieder zu wandeln. Aber es war schiefgegangen als er es versuchte und er war jetzt weder ganz Wolf noch Elf.
Ob ich mich überhaupt wieder verwandeln kann…
Er starrte auf seine Pranken.
Hier kannst du es sowieso nicht versuchen. …zu riskant. Atmet tief durch…einatmen…ausatmen!
Als er die nächsten Worte wieder an Isabeau richtete wirkte er nicht mehr so gereizt, obwohl der knurrende Unterton ebenso hörbar war, wie ihr Ton, dass sie gerne mehr helfen würde.
Sie trat auf ihn zu um den Verband zu lösen und Isildur musste seinen Kopf strecken, dass er mit seiner Schnauze nicht in ihren Haaren lag. Sie roch gut. Er zog den Geruch tief ein. Besser als er und alles was bis jetzt seine empfindliche Nase hier gerochen hatte. Ihre Wange leuchtete noch rot, wo Aiden sie geschlagen hatte.
Seine kühle Nase stupste kurz dagegen. Der Impuls über die Wange zu lecken!
Verdammt… nicht!…du bist ein Elf! Kein Tier….! Er riss förmlich seinen Kopf weg.
“Mein Bein heilt so oder so, es ist nur verstaucht. Da ist deine Hilfe nicht von Nöten…
Trotzdem Danke, dass du hilfst!….
Dann zuckte sie plötzlich zusammen, ließ den Verband sogar fast fallen. Isildur fing ihn auf. Sie wirkte fast schuldbewusst, kramte, so schien es Isildur, nur zögerlich den Beutelchen hervor.
Neugierig betrachtete er die Körner. Unbekannt waren sie ihm.
“Aha, Mutterkorn” er blickte sie fragend an , besah sich das kleine Beutelchen. Er griff danach um es sich besser bescheuen zu können.
“und was ist es?…Der Name soll mir irgendetwas sagen , oder.?"
Rauschmittel kannte Isildur selber von den Festen bei den Waldelfen, aber diese Pflanze war ihm unbekannt. Vielleicht hatte er schon davon gehört und sie hieß bei den Elfen anders. Yavanna war die Expertin was Pflanzen betraf, doch Isildur wusste, dass man nicht alles ohne weiteres Essen sollte. Die Fehler hatte er mal als Kind gemacht, weil er nicht gleich über schädigende Wirkungen aufgeklärt wurde. Aber was man überstand, machte einen härter.
Noch bevor sie sich in irgendwelche Ausflüchte retten konnte, fuhr er fort.
“Ich glaube nicht, dass Aiden sich um mein Wohl sorgt und du hast dich eben seltsam verhalten. Zusammengezuckt bist du, als wenn es etwas Unangenehmes ist…nun, ich höre? Was bewirkt es?…und warum soll ich es nehmen?
Isildur kam es wieder mal zu gute, dass er auf alle möglichen Anzeichen achtete.
“mal nebenbei welches heiße Wasser? “ er versuchte ihr ein Grinsen entgegen zu bringen. Abgesehen davon, dass Isildur als ziemlich ernster Elf bekannt war, sah es jetzt wohl noch erschreckender aus. “Kaltes wäre mir lieber…zum Trinken…und um mich zu waschen, aber das erhalte ich wohl nicht, stimmst?…Isabeau, weißt du was sie von mir wollen?…ich muß hier nämlich weg!”
Er erhob sich wieder und machte wieder humpelnde Schritte durch den Raum. Ein Tier, welches im Käfig war, zog ähnlich seine Runden.
An der Tür blieb er stehen, drückte seinen Kopf gegen das Holz um zu lauschen.
Ist es möglich hier abzuhauen? Nein, du hast gesehen, wie viele von diesen Leuten hier rumlaufen. Es ist gut bewacht, man hat vermutlich nur nachts, wenn sie trunken sind, eine Chance….ich brauche dabei ihre Hilfe, sie kennt das hier alles…aber wie komme ich an sie ran. Das war noch nie meine Stärke. Ich rede mir jetzt schon den Mund fusselig.
Noch während Isildur sich den Kopf zermarterte knurrte wieder sein Magen. Das Gefühl des eingesperrt seins, rief den Wolf. Ebenso wie Hunger und Durst. Seine Wunde brannte und erinnerte ihn, dass sie den Verband neu machen sollte.
Also zwang sich Isildur wieder vor sie zu knien.
“Du wolltest den Verband neu machen” Auch wenn es Isildur nicht bewusst tat, so ließ er jetzt den Kopf sinken, wie ein braver Hund. Seine braunen Augen, welche so überhaupt nicht zu den silbernen Fell passten sahen sie eindringlich an.
Es passte dem Waldelfen zwar nicht, doch sie war gerade seine einzige Person, die ihn Informationen geben konnte. Und war sie nicht auch an Otis interessiert? Vielleicht darüber.
“Otis ist geflohen, als Aiden und die anderen kamen….Ein Feigling, wie ich ihn nie zuvor gesehen hatte. Es wird ihn wohl gut gehen… du hattest dich nach ihm erkundet… gestern?…bevor ich eingeschlafen war….du magst diesen Mann, dass hat man bemerkt. Jedenfalls sorgst du dich um ihn.”

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Freitag 23. September 2011, 01:34

Isildur würde schnell lernen müssen, dass in Rumdett ein anderer Wind wehte als in den Wäldern, die er kannte. Ein Wind, geschwängert vom salzigen Duft der See und durchsetzt vom Geschmack alkoholischen Fusels. Ja, das war Rumdett! Das Piratennest würde sich auch niemals ändern. Sie mochten keine sonderlich starke Gemeinschaft bilden, denn es gab auch Fehden und Streitgründe untereinander. Außerdem herrschten Misstrauen und Gewalt vor. Trotz allem boten dieser seltsame Menschenschlag allerhand Interessantes. Vor allem aber schienen einige von ihnen an dem zweibeinigen Wolf interessiert zu sein. Inwieweit, das musste Isildur noch heraus finden. Zumindest wusste er schon ein wenig mehr. Isabeau sollte ihm etwas geben, das sie nebst einer Tracht Prügel von Blutzecke Aiden erhalten hatte. Des Weiteren gab es jemanden, für den Blutzecke zu arbeiten schien und der hatte Pläne mit dem Elf im Wolfspelz. Hoffentlich fand er diese Pläne noch früh genug heraus, um selbst entscheiden zu können, wie gut sie für ihn wären.
Was definitiv nicht erträglich wäre, war der Inhalt des Kruges, zu dem er gegriffen hatte. Stank nach beißendem Alkohol. Den gab es bei keinem der Elfenvölker. Das war Gesöff, mit dem sich vermutlich Eisen schmelzen ließ! Er verzichtete darauf, nicht aber auf einen leicht bitteren Kommentar in Isabeaus Richtung. Sie schmunzelte ob seines unterdrückten Ausbruchs, allerdings nur kurz. "Glaubst du, ich unterliege einem anderen Schicksal, Wolf?" Noch immer war die Hure nicht gerade fröhlich gestimmt. Immerhin hatte sie wegen Isildur eine Ohrfeige bekommen und sollte sich dennoch weiterhin um ihn kümmern. Kostbare Zeit, die an ihn verloren ging. Er würde ihr keine einzige Fuchsmünze einbringen und die potenziellen Freier suchten sich derweil Rivalinnen des Bordells. Vielleicht blieben einige bei ihren "Freundinnen". Sie würde ordentlich Stunk machen müssen, um den anderen Mädchen einzubläuen, sich nicht an ihre Kundschaft heran zu wagen. Wahrlich, es war nicht gerade leicht für die Hure. Kein Wunder, dass ihre Stimmung einen säuerlichen Beigeschmack angenommen hatte.
Trotz allem vergaß sie ihre Pflichten nicht und stand auf. "Niemand ist gern hier in diesem Drecksloch", murmelte sie noch, ehe sie sich Isildur näherte. "Ich hole dir gleich einen Krug schalen Wassers", versuchte sie es allerdings plötzlich etwas versöhnlicher. Der Wolf trug vermutlich am wenigsten Schuld an ihrem Zustand. Auch ihn hatte man unfreiwillig hierher geschafft. Sie spürte kurz die Spitze seiner Schnauze an ihrer Wange. Feucht und kühl, wie die Schnauze eines Hundes. Im Grunde widerlich, aber es fühlte sich angenehm auf der noch immer geröteten Haut an. Ein feuchter Lappen wäre auch keine schlechte Alternative gewesen, jedoch stand er Isabeau derzeit nicht zur Verfügung. Erst die Arbeit, dann ... nein, von Vergnügen konnte man nicht sprechen!

Es gab im Süße Sünden nichts, das einem Vergnügen gleich kam. Hier existierten nur bittere Aufgaben. Eine davon war es, Isildur das Mutterkorn zu verabreichen. Isabeau wusste um den Einsatz dieses Mittels. Es sollte den Wolf nicht töten. Dazu war die Dosierung auch nicht vorgesehen. Es würde ihn betäuben, vielleicht in Halluzinationen tauchen, aber ihm auch den Schmerz nehmen und seine Wachsamkeit einschränken. Alles Voraussetzungen für ein Gespräch mit Blutzeckes Begleiter. Isabeau wusste ja, wer der andere gewesen war. Sie wollte mit dem Wolf eigentlich nicht darüber sprechen. Es konnte für ihn nicht gut ausgehen. Sie schüttelte den Kopf.
"Zermahl einfach eins von den Körnern in ein Getränk oder leg dir das Pulver unter die Zunge, bis es sich aufgelöst hat. Wirst dann schon merken, was es bewirkt ... und nein: um dein Wohlergehen sorge einzig und allein ich mich." Weil sie es tun sollte. Auch von Isabeau war keine Nächstenliebe zu erwarten. Isildur konnte sich glücklich schätzen, dass sie bisher so entgegenkommend gewesen war. Es hätte ihn auch anders treffen können. Sie erhob sich. "Ich brauche neue Verbände zum Wechseln und dazu auch heißes Wasser und du solltest es für das Mutterkorn verwenden. Warte hier, ich hole es." Ob sie nun auch noch kaltes brächte und auch genug, dass er sich waschen könnte, blieb abzuwarten. Isabeau verließ zunächst einmal das Zimmer. Für einen Moment wurde es ruhig. Nur das Prasseln des Kaminfeuers erzeugte einen stetigen Ton.
Als sie zurückkehrte, schleppte sie einen Eimer klaren, kalten Wassers und eine Schale, aus der es dampfte, ins Zimmer. Beides stellte sie nach und nach auf dem Tisch ab. "Du kannst im übrigen nicht weg, wohin auch immer. Ich hab dich von deinen Schwestern reden hören. Ein Tipp: Vergiss sie! Du wirst niemanden wiedersehen, den du mochtest." Es klang bitter, Isildur würde aber erkennen müssen, dass es der Wahrheit entsprach. So war zumindest Isabeaus Meinung. Wie lange arbeitete sie nun schon in diesem Freudenhaus? Sie erinnerte sich nicht. Bestimmt waren all ihre Lieben längst tot. Alle bis auf einen und den erwähnte der Wolfself soeben. Otis.

Isabeau ging zunächst gar nicht auf seinen Kommentar ein. Sie konzentrierte sich, den alten Verband zu entfernen und die Verwundung zu waschen. Danach würde der neue Verband drauf kommen. Isildur konnte unterdessen etwas trinken, hoffentlich mit dem Mutterkorn vermengt. Ansonsten setzte es sicherlich weitere Schläge für die Hure. Sie biss sich auf die Unterlippte. "Natürlich ist er ein Feigling ... und ein dreckiger Pirat, ein Bastard, Schurke, Spieler und Trinker ... anders kenne ich ihn gar nicht. Es ist übrigens schon zwei Tage her, seit ich mich nach ihm erkundigt habe. Du warst eine ganze Weile ohne Bewusstsein." Sie wusch die Naht der Wunde aus. Das Fell würde bald nachwachsen. Bis dahin sollten sich die Fäden aufgelöst haben und alles geheilt sein.
"Ich mag Otis nicht. Ich hasse ihn. Aber ich bin froh, dass er sich aus dem Staub machen konnte. Hoffentlich wagt er sich nicht hierher - denn entweder kriegen die Blutsäufer ihn ... oder ich." Mit etwas zu viel Druck als beim letzten Mal zog Isabeau den Verband enger.
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 24. September 2011, 16:41

Einer direkten Antwort auf seine Frage bezüglich des Mutterkorns erhielt Isildur nicht. Sie erklärte ihn zwar wie er es anzuwenden hatte, aber nicht welche Wirkungen und Folgen es hatte. Es machte den Waldelfen mehr als nur stutzig. Und der Wolf in seinem Inneren sträubte sich ebenso wie der Elf. So behielt er den kleinen Beutel in der Hand, schloss es in seiner Faust ein.
Das werde ich bestimmt nicht nehmen…sie hält mich doch nicht für so dumm, aber sie glaubt ja sowieso dass ich mehr Tier als Elf bin. ….Das Weibchen schätz mich falsch ein.
jetzt musste er nur das Zeug irgendwo loswerden. Er konnte fühlen, wie es sich in seiner Faust zerdrücken ließ.
Sollte er es ins Feuer werfen?
Wenn es schädlich war, so konnte es beim Verbrennen eingeatmet werden. Es gab Kräuter, die eben erst beim Verbrennen ihre Wirkung entfachten.
Tatsächlich bot sich ihm die Gelegenheit, als sie sich entschloss Wasser zu holen. Jetzt war er allein. Wieder streiften Elf und Wolf unruhig im Raum umher. Der Wolf hungerte und jaulte nach Fressen, doch Isildur hielt ihn zurück. Tatsächlich war es ihm jetzt erst, dass er dass Tier mehr merkte als sonst. Vielleicht weil er zur Ruhe gekommen war.
Bei der xten Runde blieb er vor den Krug stehen. Zwar war das Zeug nicht trinkbar, aber vielleicht konnte man es anders nutzen. Mit etwas Schwierigkeiten mit den Fingern öffnete er den Beutel, hielt dann aber inne.
Und wenn es jemand trinkt?...
Der Wolf knurrte, dass er so oder so jeden angreifen würde, der ihn schaden wollte. Aber er tat es nur aus den Hintergrund. Tatsächlich hatte Isildur Angst, dass wenn es sich um Drogen oder Ähnliches bei den Körnern handeln könnte, er seine Kontrolle vielleicht verlor. Nicht das ihm das Leben dieser abartigen Menschen interessierte. Aber sein Elfsein war ihm wichtig.
Jeder war sich selbst der Nächste. Und er wollte hier weg. Auch wenn Isabeau glaubte, dass es kein Entrinnen gab, isildur würde nicht aufgeben. Aufgeben hieß sich seinem Schicksal zu fügen und so was war für isildur nicht akzeptabel. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Grundsätze die das leben des Waldelfen egal wo prägen.
So entschied sich der Elf anders. Vorsichtig ohne die Nase direkt hinein zu halten ließ er das Pulver und die Körner zwischen zwei der Holzdielen rieseln. Den Beutel behielt er weiter in der Hand.
Bei dem Dreck fällt es sowieso nicht auf.
Kurz überlegte er ob er noch etwas von dem Gesöff dorthin schippen wollte, aber dann würden sie vermutlich denken, er hätte die markiert. Und hier wollte er wirklich nichts markieren.
Er war gerade fertig, do knarrte die Tür und Wolf und Elf gingen in Achtsamkeitsstellung. Der Geruch von Isabeau kam ihm entgegen und sie betrat kurz darauf den Raum. Der Wolfelf entspannte sich. In den Händen einen Eimer und eine schale dampfendes Wasser ging sie zu ihm..
Endlich konnte er seinen trockenen Mund etwas Wasser geben.
Noch bevor sie seine Wunde reinigen konnte, nahm er ihr den Eimer ab und fühlte etwas in die dampfende Schale nach. Er griff die Schalle und begann gierig zu schlabbern. Jetzt hatte es die richtige Temperatur. Nach den ersten Schlücken hustete er auf.
Nicht so gierig, mahnte sich der Elf selber. Doch das war leichter gesagt als getan, jetzt zu trinken, konnte etwas den Hunger bekämpfen und den Durst lösen.
Während sie also seine Wunde wusch, wobei er ein unzufriedenes Knurren von sich gab. Er wollte sich jetzt nicht stören lassen. Der Wolf wollte nicht bei einem essenziellen Bedürfnis gestört werden.
So stellte Isildur die Schale auf den Boden ab und trank auf allen Vieren stehend weiter.
Zwei Tage!
Isildur zwang sich aufzusehen, die Zunge von ihm stoppte kurz vor dem Wasser, fuhr dann aber alsbald wieder herab. Das Wasser war zwar nicht das Beste. Jetzt sowieso, nachdem der grösste Durst gestillt war, konnte er den Geschmack des Wassers filtern. Es schmeckte irgendwie muffig, nicht nach klarem Quellwasser. Tatsächlich hatte der Wolf nicht auf einen eventuellen Geruch geachtete, der Durst war größer. Der Wolf war im inneren freudig aufgesprungen, als Isabeau die Schale endlich hergab. Und noch waren beide nicht so im Einklang. Das Weibchen roch sowieso krank, ebenso wie die anderen Rüden hier in diesen seltsamen Rudel.
Er strich sich über die Schnauze, konnte endlich etwas von dem nach Metall schmeckenden Nachgeschmack wegkriegen.
„ Du hast schon aufgegeben, ich werde es nicht. Irgendwie werde ich schon hier wegkommen.….außerdem hörte es sich nicht an, als ob du Otis hassen würdest….er hat dich verletzt? Wie hättest du ihn töten können, wenn du nicht mal schaffst dich zu schützen?“
Das Weibchen hat seine Zähne verloren und kläfft nur.
Er schloss die Augen für einen Moment und genoss das Gefühl eines gefüllten Bauches. Auch wenn es nur Wasser war.
Tatsächlich konnte er nur hoffen, dass es wirklich nur Wasser war. Ursprünglich hatte er vorgehabt, noch anzutäuschen, dass er sich etwas von dem Mutterkorn ins Wasser mischte, aber der Instinkt war größer gewesen.
Ich muß aufpassen….mein Denken ist zu instinktiv
Als sie den Verband festschürrte, knurrte er auf.
"Vorsicht!"

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 29. September 2011, 15:27

"Nicht so gierig", mahnte Isabeau, als Isildur zu husten begann. Er hatte zu schnell getrunken, aber sein Körper dankte es ihm bereits, dass er Wasser zuführte. Es mochte nicht frisch sein - dazu schmeckte es zu abgestanden - aber es war besser als nichts. Und sein gesamtes Inneres lechzte nach der Flüssigkeit. Die Kraft kehrte mit jedem Schluck in ihn zurück, so fühlte es sich jedenfalls an. Vielleicht trug aber auch die Hure ein wenig dazu bei. Sie löste gerade die alten Verbände. Die Wunde darunter sah nicht schlecht aus. Es war kein Eiter zu sehen und die Naht hatte nicht diese entzündet schwarze Kruste angenommen, die man von schlecht versorgten Verletzungen kannte. Isabeau hatte ihre Sache verhältnismäßig gut gemacht. Eine Heilerin war sie ja nicht, sonst hätte sich Isildur sicherlich in einem Bett wiedergefunden, längst Wasser und viel wichtiger einen ganzen Satz an Kräutern bekommen. Auch Salben wären auf seine Verletzung aufgetragen worden, die Verbände hätten sicherlich häufiger einen Wechsel durchgemacht. Aber man konnte ihr nichts vorhalten. Sie machte ihre Sache so gut sie es eben tun konnte - musste. Isabeau war eigentlich zu anderem Zweck in diesem Haus. Sie konnte froh sein, dass man Isildur nicht als ihren Kunden abgestempelt hatte. Das wäre unangenehm geworden, vermutlich für beide Seiten.
"Nachher bringe ich dir, was vom Essen übrig geblieben ist. Erhoffe dir aber nicht zu viel, die Rationen sind knapp bemessen für ... uns." Isildur war nicht einmal als Hure hier eingesperrt. Nunja, was wäre er dann auch geworden? Lustknabe? Wolfsknabe, der sich für einen Elfen hielt? Sie wollte gar nicht genauer darüber nachdenken. Ihm würde auch kein schöneres Schicksal zuteil, wenn Blutzecke Aiden schon verlangte, seine Sinne mit Mutterkorn zu vernebeln. "Hast du das Mutterkorn genommen?", hakte sie nach. Seine Pfotenhand war zur Faust geballt. Isabeau schlussfolgerte, dass sich darin der Beutel mit der Droge befand, da sie ihn sonst nirgends ausmachen konnte. Ebenso vermutete sie, dass Isildur bisher die Finger von dem Zeug gelassen hatte. Es war ratsam, es nicht zu nehmen. Sie hatte schon viele an Mutterkorn sterben sehen und trotzdem setzten die Piraten es immer noch gern ein, um sich andere gefügig zu machen. In ihr keimte das Bedürfnis, ihm zu raten, es heimlich verschwinden zu lassen, doch das brächte ihm letztendlich auch keine Vorteile. Aidens Männer würden erkennen, wenn er Halluzinationen vortäuschte. Außerdem fehlte dann der Fieberzustand. Den konnte man nicht fälschen. Isildur saß in der Patsche, wenn es nach der Hure ging, aber sie sollte sich bis auf ihre Heilkünste ja nicht weiter einmischen.
Unbewusst rieb sie sich die Wange, ehe sie damit begann, die Naht zu reinigen und einen neuen Verband anzulegen, den sie an ihrem Gürtel befestigt hatte. Auf Isildurs Kommentar hin gab sie nur ein Schnauben von sich - zunächst. Sie wechselte konzentriert den Verband. Eine Weile verging, in der es still im Raum war. Das Feuer prasselte als einzige Geräuschquelle. "Es ist nicht so leicht - gerade wegen Otis. Natürlich hasse ich ihn nicht, aber er hat mich enttäuscht. Uns." Sie senkte den Blick, wollte Isildur nicht anschauen, während sie sprach. "Wenn er schon zu feige ist, hier aufzutauchen, könnte er seinem Sohn wenigstens folgen. Um meinen kleinen Tristan wird es bald geschehen sein."
Nun senkten sich auch ihre Hände. Sie war ohnehin fertig, kniete vor Wolfselfen, ohne sich weiter zu rühren. Die Erinnerung an den Vater ihres Kindes wühlte sie auf. Sie atmete mehrere Male tief durch, ehe sie ihre Fassung zurückgewann. Dann besaß Isabeau endlich genug Kraft, aufzustehen. Kurz und eher flüchtig wischte sie sich über das Gesicht, schüttelte ein paar ihrer braunen Strähnen von den Fingern und schnappte sich den Eimer.
"Du solltest dich ausruhen, solange du kannst. Ich ... muss jetzt arbeiten. Wir sehen uns in ein paar Stunden wieder." Mit diesen Worten wandte sie sich der Tür zu.
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 30. September 2011, 15:24

Die Wandlung in der Frau war enorm. Isildur merkte es noch während sie an seinen Verband rumhantierte. Sie war ziemlich verletzt worden.
Aber etwas anderes ließ ihn auch aufhorchen. Die Aussicht auf etwas Essbaren war etwas was ihn unwillkürlich mit der Rute wedeln ließ. Man hätte ihn jetzt auch rohes Fleisch vorsetzen können und er hätte sich draufgestürzt.
"was zu Essen wäre gut" besonders weil es ihm leichter machte zu denken. Das Wasser hatte den größten Hunger gestillt, doch das Tier lechzte nach Fressen. Isildur wusste, wie sich hungrige Wölfe in der Natur verhielten. Sie wurden aggressiver und angriffslustiger. Selber wusste er nicht, wie er in dieser Halbgestalt reagieren würde. Ob der Hunger sich seines Körpers bemächtigen würde und er alles jagen und zerfleischen würde, was er als Beute hielt? Isabeau gehörte auf jedenFall nicht dazu...oder noch nicht. Der Wolf lauerte und das Blut an seiner Schnauze machte es nicht leichter.
ich sollte mich endlich waschen...
So tauchte er, nachdem sie die Wunde gewaschen hatte, seine Pranken hinein. Das Wasser war zwar kalt und er roch damit noch stärker nach nassem Hund, aber jetzt konnte er wenigstens seine Schnauze säubern. Wieder und wieder ließ er einen Schwall Wasser über seine Schnauze laufen. Der Geruch von Eisen verstärkte sich und wurde dann langsam weniger. Dafür roch er jetzt endgültig nach Hund.
nein Wolf...Hunde riechen gezähmt... wie komme ich überhaupt dazu mich mit einem Hund zu vergleichen...du bist ein ELF!!!
Dann kam sie wieder auf Otis zu Sprechen. Die Stimme von ihr war dem brechen nah und sie brauchte eine Zeit. Andere Menschen hätte diese Frau in den Arm genommen, aber nicht Isildur. So einen engen Kontakt pflegte er nicht mit Menschen zu haben…naja vielleicht Sylcia abgesehen. Mit seiner Vermutung Otis gegenüber lag er zwar richtig, dass Hochgefühl darüber blieb jedoch aus. Was hatte er auch davon.
"Er ist zu feige seinen Welpen zu helfen?...was wird mit ihm geschehen?" so ein Mistkerl, typisch für Menschen. Drückeberger! Lässt sein Weibchen und seinen Welpen zurück....“ Hat man eine Familie ist man verpflichtet ihnen bei zu stehen" Für Isildur war es logisch, ebenso für den Wolf der sich in seinem Inneren regte.
Otis konnte von Glück reden, dass Isildur dies nicht vorher gewusst hatte. Der Elf hätte den Mann eine ordentliche Tracht Prügel verpasst.
Er verstand zwar nicht warum, doch wollte er nicht zulassen, dass ein Kind zu Schaden kam. Und das Kind würde bestimmt keine gute Zukunft hier erwarten. Die Angst der Mutter zeugte davon. Ihre ganzen Emotionen sprachen nur zu deutlich davon.
Als sich Isabeau zur Tür wandte, griff Isildur sie an der Schulter.
"Isabeau, ich weiß, dass du nicht glaubst hier entfliehen zu können, aber man darf nicht aufgeben. Man muss zusammen halten...Hör zu, wenn du mir hilfst, werde ich dich und dein Kind hier wegbringen...irgendwohin wo ihr sicher seid....Otis kannst du vergessen, er wird dir wohl nicht helfen. Er hat es mehr als deutlich gezeigt... ich lasse mich nicht gefangen halten, egal was kommen mag...überleg es dir"
Damit ließ er sie los.
"pass auf dich auf....und danke"
Sie hatte noch zu tun und sie würde wiederkommen. Wenn auch nur um nach seiner Wunde zu schauen. Vermutlich würde sie gerade so kommen bevor Aiden wieder erschien. Was gerade verschiedene Impulse im Elfen wachriefen. Wut und…was war es nur? Doch würde dieser Mann wieder die Hand an das Weibchen zu legen, würde er Isildurs Zähne spüren.
nein...so nicht... manchmal ist es einfacher erst mit zu machen um dann etwas zu unternehmen. Also werde ich mich im Zaum halten. Verdammt, Isildur, lass dich nicht reizen...du lebst noch, weil sie Verwendung für dich haben...aber was wollen sie... Dies ist eindeutig nicht ein Ort, wo du ihnen von Nutzen bist.
Wieder lief der Elf auf und ab, bevor er sich resignierend auf das Fell niederlegte. Die eine Pranke trommelte mit den Fingern auf den Boden, während er sein Kinn auf der anderen Pranke abstützte. Die Rute schlug angespannt hin und her.
Sein Blick wanderte zum xten Mal in diesem Raum rum. Er lauschte auf die Laute des Hauses. Versuchte Gesprächsfetzen zu ermitteln, während das Feuer leise vor sich hin knackte.
Wären sie nur an dein Fell interessiert, hätten sie mich sterben lassen können. Was hatte ich ihnen gezeigt?... hmm, dass ich zu kämpfen weiß...das ich töten kann...Tristan!!...wie komm ich jetzt darauf?....ein Kind und seine Mutter brauchen Hilfe...ich könnte versuchen mich zu wandeln...und dann? nein jetzt nicht!
Sein Blick blieb kurzweilig am vergitterten Fenster hängen. Ein Gefühl des Eingesperrt seins machte sich breit, so länger er die Metallstäbe ansah. Es fehlte der Geruch von Wald und Natur. Das Knurren was ihn aus der Kehle kam, ließ Isildur wegschauen.
Dann legte er den Kopf in den Nacken und jaulte hinaus. Langgezogen und nach der Familie rufend ließ er das Geheul erklingen.
so mache ich es mir auch nicht leichter...versuch dich noch auszuruhen, es wird früh genug eine Antwort kommen...warum bin ich nur so rastlos? Das habe ich sonst nicht so
Er wand sich von dem Fenster ab, legte den Kopf vollends auf seine Pranken ab.
Solonor, großer Jäger, gebe mir die Kraft das Kommende gut zu überstehen und habe ein wachsames Auge auf meine Schwestern.
Isildur betete nicht allzu oft und dann auch nur kurz. Aber es war ihm gerade ein Bedürfnis. Denn auch wenn der Waldelf es nicht zugeben wollte, so machte sich das mulmige Gefühl mehr und mehr breit. Und dies ließ den Wolf die Rute demütig zwischen die Beine klemmen und sich wegducken. Ein Gefühl von Angst.
So dauerte es eine Weile bis Isildur tatsächlich sich zur Ruhe gezwungen hatte und die restliche Zeit vor sich hin döste.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. Oktober 2011, 00:57

Isabeau hielt kurz in ihrer Arbeit inne. Ihre fein gezupfte Braue hob sich bis fast zum Haaransatz hinauf. Der Blick lag auf Isildurs Rute, die freudig erregt hin und her wedelte. Wie bei einem Hund, dachte sie. Naja, er ist ja auch irgendwo ein Wolf ... oder so etwas Ähnliches. Noch immer konnte sie nicht ganz sagen, was sie bezüglich dieses Wesens glauben sollte. War er nun ein vermenschlichter Wolf oder ein ehemaliger Mensch, den ein Fluch belastete? Vielleicht keines von beidem? Sie hatte von diesem Virus gehört, das Humanoide zu Bestien machte. Heubriden oder ähnlich nannte man sie, aber Isabeu war nie zuvor einem solchen Wesen begegnet. Vielleicht traf es auf Isildur zu und er war früher wirklich das gewesen, was er behauptete: ein Elf, nun dazu verurteilt, das Leben einer pelzigen Bestie zu führen. Wenigstens gab er sich relativ ruhig, so furchteinflößend er auch aussah.
"Äh ... soll ich versuchen, dir Fleisch zu besorgen oder gibst du dich auch mit den Resten vom Eintopf oder ein paar Kartoffeln zufrieden?" Woher sollte sie auch wissen, was er denn aß. Sollte sie ihm einen Teller oder Napf besorgen? Die Hure hatte es wirklich nicht leicht, aber sie wollte auch nicht ständig fragen. Irgendwann biss ihr dieser Kerl noch den Kopf ab, weil er sich in seiner Ehre verletzt fühlen könnte. Sie würde einfach von allem ein bisschen mitbringen, was sie ergattern konnte. Da fiel ihr ein, dass sie selbst heute noch nichts zu sich genommen hatte. Also machte sie sich kurzerhand auf den Weg. Isildur würde sich so lange schon selbst beschäftigen, irgendwie.
Ehe sie die Kammer verließ, wandte sie sich ein letztes Mal zu Isildur um. "Es kann dir nur als ehrenhaft zugesprochen werden, dass du meinen Sohn und mich bei einer Flucht mitnehmen möchtest, aber", sie schüttelte bedauernd den Kopf, "wo willst du denn hin? Es wird dir nicht gelingen. Glaub nicht, ich hätte es nicht schon versucht. Es ist aussichtslos, also mach das Beste aus deiner Situation, so wie ich." Sie verschwand durch die Tür. Was mit Tristan geschehen würde, darüber ließ Isabeau kein Wort verlauten. Sie hatte Isildur ohnehin schon zu viel erzählt. Das alles ging ihn nichts an, er war ein Fremder. Sie sollte nicht immer aus dem Nähkästchen plaudern. Jeder besaß seine eigenen Probleme, helfen würde er ohnehin nicht. Auch wenn er es angeboten hatte, die Hure war durch Jahre in Rumdett geprägt worden und vertraute nicht mehr darauf, von anderen geholfen zu bekommen. So sehr sie es auch hoffte, sie war zu oft enttäuscht worden. Das hinterließ Spuren - unsichtbare Narben, von denen sie endgültig genug am Körper trug. Die größte davon war Otis zuzuschreiben. Nein, an ihn wollte sie gar nich erst denken. Er würde ohnehin nicht mehr hier auftauchen. Er war ein Feigling und das würde er immer bleiben.

Was weder sie noch der zum Wolf Gewordene ahnten, war der frühzeitige Besuch einer Person, die Isildur endlich in Augenschein nehmen wollte. Er hatte seinen Termin kurzerhand vorgeschoben, nachdem ein anderer - kurz gesagt: ein Verhör - ausgefallen war. Den zu Verhörenden hatte es natürlich rein zufällig auf den Grund der Docks gebracht. Er trug nun ein nettes Fußkettchen aus dickem Eisen, das an einem schweren Fels befestigt worden war. Der arme Tropf würde nur noch mit den Fischen sprechen. So hatte besagte, ominöse Gestalt Zeit und kehrte rasch und ohne Anzuklopfen in Isildurs Kammer ein. Begleitet wurde er von Blutzecke Aiden, der seinerseits den Piraten Anker und einen weiteren, unbekannten Kerl mit Hakennase und einer kreuzförmigen Narbe auf der Brust mitbrachte. "Bleib an der Tür stehen, Gunther", gemahnte Aiden dem Vernarbten. Anker folgte hingegen wie ein braver Hund. Er blieb stets im Abstand von einem halben Schritt hinter Aiden stehen.
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Der andere Mann wirkte lange nicht so verbissen wie Blutzecke Aiden. Er war von kleinerer Gestalt - ein Zwerg? Dem Aussehen nach könnte es passen. Untersetzt, aber kräftig wirkte der Kerl mit dem roten Vollbart und dem dunklen Dreispitz, der ihn eindeutig als Kapitän auszeichnete. Sein Haar hing ihm in feuerroten Zöpfen, die von Eisenspangen gehalten wurden, über die Schultern. Nach hinten gehend war es allerdings offen, aber an keiner Stelle verfilzt. Dieser Mann pflegte sein Haupthaar. Der Schnäuzer war sogar mit Pomade oder Öl eingerieben und fein gezwirbelt. Hatte dieser Pirat sich etwa für Isildur aufgebrezelt oder schaute er immer so aus?
Er trug ein weißes Leinenhemd, die vorderen Knöpfe waren geöffnet, so dass kräuseliges, rotes Brusthaar aus der Halsöffnung des Kleidungsstückes hervor lugte. Quer über die Brust spannte sich eine Lederschärpe, an der Dolche und kleine Schnallen mit Fläschchen hingen. Gift? Alkohol? Man konnte es nicht vorhersagen.
Der Wanst wurde von einem Gürtel, ebenfalls Leder, umrundet, der die blauweiß gestreifte Hose an Ort und Stelle hielt. Außerdem hingen ein Entermesser mit zackiger Schneide, mehrere kleien Beutelchen, einige seltsam geformte Kugeln und ein reich verzierter Bierkrug daran. Letzterer ließ schlussfolgern, dass der Rothaarige ein Freund des Alkohols war. Aber er schien auch eine Vorliebe für Tiere zu haben, zumindest für farbenfrohe Vögel, wie der Papagei auf seiner rechten Schulter bewies. Ein hübsches Exemplar mit blaugrünem Federkleid und einem gelb schillernden Kopf. Die Augen umrahmte eine rote Federmaske. "Braaaaaak, tote Männer erzählen keine Geschichten, braaaakkk!", krächzte der Vogel fröhlich vor sich hin und gewann wohl so die allgemeine Aufmerksamkeit. Dieser Zustand weilte jedoch nur kurz, als der rothaarige Pirat zu sprechen begann. Er wandte sich an Blutzecke Aiden. "Soso, das ist er also."
"Aye, Käpt'n", antwortete Aiden.
"Hat die Hure ihm das Mutterkorn verabreicht?"
"Wenn nicht, gibt's Dresche, wenn ich sie heute Abend flach lege!"
Der Rothaarige winkte ab. Das interessierte ihn nicht. "Wir werden sehen", meinte er. "Hoffenltich hält uns dieses übergroße Hund nicht für eine Halluzination." Er trat vor - reichte Isildur vermutlich gerade so bis zur Hüfte. "Arrr, Kamerad? Sind die Planken sauber? Na los, sprich! Man sagte mir, du kannst es."
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 9. Oktober 2011, 19:00

Tatsächlich war es ihm egal, was ihm Isabeau mitbrachte. Hauptsache es war essbar. Er war nicht wie seine Schwester Yavanna, welche sich nur von rein vegetarischer Kost ernährte. Für ihn war ein guter Braten ebenso wenig zu verachten wie Gemüse. Seit das Silberblut erwacht war, neigte Isildur auch dazu sein Fleisch mal roh zu verspeisen. Was immer ziemlich angeekelte gesichter von seinen Schwestern einbrachte.
"Es kann dir nur als ehrenhaft zugesprochen werden, dass du meinen Sohn und mich bei einer Flucht mitnehmen möchtest, aber wo willst du denn hin? Es wird dir nicht gelingen. Glaub nicht, ich hätte es nicht schon versucht. Es ist aussichtslos, also mach das Beste aus deiner Situation, so wie ich."
Die Worte zeigten große Enttäuschung und Verlust.
Menschen geben schneller auf, dass ist der unterschied. Ihr fügt euch euer sogenannten Schicksal. Aber jeder entscheidet selber, ob er dass Leben so annimmt wie es auf einen zukommt.
Fast hätte er es laut gesagt, doch da war sie schon zur Tür raus. Von ihren Sohn hatte sie nichts erzählt.
Wie verzweifelt musste man sein um sich so zu verhalten? Ehrenhaft, ja das war Isildur. Er würde sein Versprechen halten oder bei den Versuch ihn zu halten zu Grunde gehen. Doch er hatte es ihr nicht versprochen. Er hatte es angeboten und sie lehnte ab. Verständnislos schüttelte er den Kopf. Aber es wollte auch später nicht aus seinen Kopf gehen.
Er lag auf den Fell und versuchte sich einen Reim aus allen zu machen.
Menschen sind wirklich kompliziert! wie kan man nur so aufgeben! gerade weil sie eine Welpe hat...jeder würde dann umso mehr kämpfen.
So döste er immer nur kurz ein. Am Rande zwischen Schlaf und Wachsein, hörte er dann etwas. Der Wolf spitzte die Ohren. Die Nase witterte Gerüche filterte sie. Vier Rüden. Zwei Gerüche vertrauter, einer schwach bekannt und ein fremder Geruch. Dazu der Geruch eines Vogels.
Wasser lief im Maul zusammen. Schritte auf dem alten Holz. Ein Flügelschlag des Vogels. Herzschläge! Der Wolf öffnete die Augen. Elf und Wolf erhoben sich noch bevor der Türgriff ergriffen wurde. Stellten sich aufrecht zu ihrer gesamten Größe, während seine Rute unruhig hin und herschlug.
So, sie erwarten dass die unter Halluzinationen neige....bleibe lieber ruhig.
Dann traten die Gestalten ein. Zwei erkannte Isildur wieder. Dieser Aiden und einer seiner Schränke. Sein Blick verfinsterte sich, doch ein Ausbruch wäre jetzt unpassend. Doch am ungewöhnlichsten war der rothaarige Mann. Die Gestalt, welche wohl das sagen hatte, ließ ihn herab schauen.
Auf der Schulter hatte dieser einen seltsamen Vogel, der krächzende Töne von sich gab.
Ein Zwerg?...hmm Fressen!
Ohne eigentlich es zu wollen knurrte er leicht und sah sich den seltsamen Vogel an. Zwar hatte Isildur das nicht so gedacht, aber der Hunger war nunmal größer. Und der Wolf schnappte nach den Vogel! In seinem Inneren erschrack Isildur über diesen Impuls, doch jetzt ging es ein Grundbedürfniss zu stillen.
"nimmt ...den ...Vogel...weg!" schaffte er es zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor zu pressen. Er riss den Kopf weg und machte einen großen Schritt nach hinten. Das Fell sträubte sich ebenso wie das Tier in seinem Inneren. Wieso jagte er nicht, obwohl es in seiner Natur lag? Das Fressen war nah. Er atmete tief durch...mehrmals...langsam wurde das Isildurs Mantra.
du machst alles nur schlimmer...reiß dich zusammen!
" Was wollt ihr von mir?...ihr habt kein Recht mich hier zu halten" Zwar versuchte sich Isildur auf die Leute zu konzentrieren, aber sein Fokus schwang immer zu den Vogel.Doch ein näherkommen würde er mit Zähnen und Klauen verhindern.
Es war leicht den Wolf bei einen Menschen zurück zu halten, obwohl er auch dessen weiches Fleisch gekostet hatte. Der Mensch war nicht die natürliche Beute. Doch ein Tier, also ein Vogel entsprach der natürlichen Beute eines Wolfes. Und das Knurren aus seinen Magen zeigte ebenso den Hunger. Wasser war eben kein Essen! Und bei Tieren war Vernunft nicht die Stärke, auch wenn ein Elf länger ohne Essen auskommen könnte.



Ot: heute mal kürzer!

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Dienstag 11. Oktober 2011, 17:55

Der kleine Mann, der einem Zwerg nicht unähnlich schien, ließ sich weder von Isildurs Größe noch von seinem Knurren beeindrucken. Lediglich sein bunt gefiederter Gefährte, spreizte die Flügel und krächzte: "Braaaaak, Schiff wenden, ahoi Matrosen! Braaaaak!" Er zeigte sich nervös. Daraufhin tätschelte sein Herr ihm den Kopf. "Ganz ruhig, Groggler." Der Papagei hatte aber allen Grund dazu, gerade eben nicht ruhig zu sein. Er tänzelte auf der Schulter herum, wetzte die Vogelkrallen und wippte immer wieder mit dem Kopf. Er floh dann endlich unter lautem Gekrächze, als Isildur nach ihm schnappte. Gelbe und grüne Federn segelten gemächlich auf das Holz. Groggler flatterte jetzt knapp unter der Decke und rettete sich dort schließlich in eine Nische, in der das morsche Holz von Würmern und anderem Ungeziefer dermaßen zerfressen war, dass ein schützendes Loch entstanden war.
Der Herr des Vogels schaute brummig zu seinem Tier, dann zu Isildur. Er zog das Entermesser. Die Spitze der Klinge richtete sich sofort auf den Wolf. "Greif noch einmal einen von meiner Mannschaft an und ich lass dich kahlscheren und kiehlholen. Haben wir uns verstanden?" Er senkte die Klinge, nickte Aiden zu. Dieser eilte sich, dem Mann einen Stuhl zu bringen. Sofort setzte sich der Rothaarige. Aiden und Gefolgsmann blieben zu jeweils einer Seite von ihm stehen. Offenbar handelte es sich bei dem untersetzten Mann um ihren Kapitän. Jedenfalls gehorchten sie seinen Befehlen, gehörten wohl auch zu seiner Mannschaft.
Er lachte, als Isildur zeigte, dass er sehr wohl sprechen konnte. "Ich stelle hier die Fragen. Und nur zu deiner Information: in Rumdett herrschen andere Rechte und Gesetze, vor allem im Viertel der Blutsäufer. Da sind es nämlich meine!" Den letzten Satz stieß er knurrend aus, um zu unterstreichen, was geschehen konnte, wenn man sich nicht an seine Regeln hielt. Er musterte den Wolfselfen eine Weile schweigend. Schließlich meinte er: "In Celcia herrscht Krieg. Die dunklen Völker versuchen, Land zu erobern. Sie sind zusammen mit Grandessa gegen Andunie und Pelgar gezogen. Sarma ist gefallen, konnte aber - jüngsten Gerüchten zufolge - von den Einheimischen zurückerobert werden." Er grinste gehässig. "Es wird einen Gegenschlag von dunkelelfischer Seite geben. Man hat meine Männer und mich gebeten, mit der Flotte gegen Sarma zu ziehen und sie vom Wasser aus zu bekämpfen. Habe mir deshalb extra ein paar Magier angeheuert, die magische Geschosse auf die Stadtmauern feuern könnten. Ich werde den Plan umsetzen und mich vielleicht anders entscheiden, wenn Sarma zu Bestech... äh ... Verhandlungen bereit ist. Ich bin immer gern auf der Seite, die besser zahlt." Nun lachte er. "Wir haben einander noch nicht vorgestellt, Wolfsmann. Mein Name ist Roderick der Rote. Ich bin oberster Kapitän der Blutsäufer. Wie wirst du genannt?"
Roderick streckte doch tatsächlich die Hand aus, um sie Isildur zum Gruß zu reichen. Blutzecke Aiden beugte sich vor, wisperte etwas in das Ohr des Kapitäns. Erneut lachte dieser auf. "Wenn der Pelz nach mir schnappen wollte, hätte er es schon getan. Außerdem halte ich ihn für klug genug, nicht die Hand zu attackieren, die ihn füttert. Heißt es nicht so? Aiden, halt den Rand!"
"Aye, Käpt'n", brummte der Pirat verdrießlich. Skeptisch schaute er zu Isildur hinüber. Seine Augen blitzten für einen Moment auf und seine Hand legte sich auf den Knauf des Säbels an seinem Gürtel. Er wäre bereit, anzugreifen, sollte der Wolf seinerseits eine Biss-Attacke starten.
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 12. Oktober 2011, 12:08

Das Isildur nach den zuschnappen, gleich eine Waffe auf sich gerichtet hatte, wunderte ihn keinesfalls. Hätte er auch getan, wenn sich jemand Sturmkralle zu nah gekommen wäre. Aber jetzt war die Situation anders. Hier drängte er das Tier, welches sich in ihm befand mit viel Energie zurück.
Aber wie lange wird das klappen?…ich muß mich zusammenreißen, sonst werde ich nie hier rauskommen
Doch der kleine Mann hatte nicht vor, Isildur jetzt umzubringen. Jedenfalls wirkte es nicht so. Die Worte, welche er mit seiner seltsamen Klinge noch mehr Nachdruck hinterließ, verstand Isildur auch nur zum Teil.
"Greif noch einmal einen von meiner Mannschaft an und ich lass dich kahlscheren und kiehlholen. Haben wir uns verstanden?"
“ich habe verstanden!… ich wollte den Vogel von euch nicht verschrecken.
Was heißt kielhohlen?…auf jedenfalls ist es nichts angenehmes, dass ist mir klar.
Doch da sich Isildur seines Fehlers einsichtig wurde und auch abwehrend seine Pranken hob, schien den Mann zu beruhigen. Wenn auch die Männer zu seiner Seite angespannt waren. Naja, immerhin hatten wenigstens zwei Isildur im Kampf erlebt und auch mitbekommen, dass der Wolf seine Krallen und Zähne benutzen konnte. Also die Vorsicht war verständlich. Dann wurde Aiden zugenickt und dieser eilte sich und schob den kleinen Mann einen Stuhl zu.
Und da vergleicht man Wölfe mit Hunden!, Aiden hat wohl eher den Platz des treuen Hundes…
Der Rothaarige ist eindeutig der Anführer, so wie sich Aiden verhält. Er scheint ein strammes Regiment zu führen.


"Ich stelle hier die Fragen. Und nur zu deiner Information: in Rumdett herrschen andere Rechte und Gesetze, vor allem im Viertel der Blutsäufer. Da sind es nämlich meine!"
Moment, hatte Otis oder Isabeau nicht etwas ähnliches erzählt?… ist dies einer von diesen drei Gemeinschaften, wovon Otis sprach….man sollte sich einer anschließen um am Leben zu bleiben…passt mir gar nicht.
“ich hatte nicht vor deine Autorität zu untergraben, jeder führt das zu beherrschende Gebiet nach seinen Regeln, auch wenn es mir vermutlich nicht passen wird., ich komme aus einer anderen Gegend und auch wenn ich mich hätte informieren können, so warst du der einzige, der mich aufgeklärt hat.”
Dann sprach der Mann weiter. Warum, dass wusste Isildur nicht. Vielleicht hörte sich der Pirat einfach gerne reden.
"In Celcia herrscht Krieg. Die dunklen Völker versuchen, Land zu erobern. Sie sind zusammen mit Grandessa gegen Andunie und Pelgar gezogen. Sarma ist gefallen, konnte aber - jüngsten Gerüchten zufolge - von den Einheimischen zurückerobert werden."
Grandessa? Sarma? Pelgar? Andunie?…hmm vermutlich Länder oder Städte….die dunklen Völker?, das klingt nicht gut
Die Städte waren für den Waldelfen unbekannt, er war nie zuvor so weit von seiner Heimat entfernt und hatte sich dadurch nicht mit der Geographie auseinander gesetzt. Aber eins und eins zusammen zu zählen konnte er.
"Es wird einen Gegenschlag von dunkelelfischer Seite geben. Man hat meine Männer und mich gebeten, mit der Flotte gegen Sarma zu ziehen und sie vom Wasser aus zu bekämpfen. Habe mir deshalb extra ein paar Magier angeheuert, die magische Geschosse auf die Stadtmauern feuern könnten. Ich werde den Plan umsetzen und mich vielleicht anders entscheiden, wenn Sarma zu Bestech... äh ... Verhandlungen bereit ist. Ich bin immer gern auf der Seite, die besser zahlt."
Isildur nickte, dass er dem erzählten weiterfolgte. dabei warf er doch immer wieder auch ein Auge auf die Männer bei dem Mann.
Jeder denkt an sich… aber trotzdem verteidigt er seinen Vogel. Der Mann muss auf jedenfalls so viel Stärke haben, dass sie ihn nicht gleich hintergehen. Sonst würde er nicht lange an der führenden Position sein.
"Wir haben einander noch nicht vorgestellt, Wolfsmann. Mein Name ist Roderick der Rote. Ich bin oberster Kapitän der Blutsäufer. Wie wirst du genannt?"
Natürlich entging es Isildur nicht, dass Aiden ihn seltsam anstarrte.
Magst du mich etwa nicht, ganz meinerseits. Frauenschläger!… ich will nicht als Sklave dienen, versuchen wir es anders.
Isildur ergriff die Hand des Mannes, soviel hatte er gelernt, dass dies eine freundliche Geste war.
“recht hast du! Ich beisse nicht die Hand, die mir mein Futter stellt…ich beisse zur Verteidigung und aus Hunger! Isildur, ist mein Name!”
Kräftig schüttelte er die Hand, bevor er sie losließ.
“ich weiß, dass du eigentlich die Fragen stellst…aber vermute ich richtig, dass du mir die Situation in Celcia nicht ohne Grund erläutert hast, sondern ihr vielleicht mir etwas zugedacht habt? Aiden erwähnte, dass ich wohl nützlich bin und ich bin kein Schmusetier, wie du bestimmt gehört hast. Was kann ich tun um mir meine Freiheit zu erkaufen?…ich bin ein …Wolf von Ehre…falls dieser Begriff noch etwas bedeutet!”
Damit verfiel Isildur in einer seiner typischen Posen. Er verschränkte die Arme vor der Brust und blickte in die Runde.
Glaubst du wirklich, dass sie dich frei lassen werden…die Rüden sind alle krank und du willst einen Feind nicht helfen…ich warte nur ab, was sich ergibt…vielleicht hilft es, wenn ich mich erst kooperativ gebe, die harte Variante kann noch immer folgen…aber nicht unnötig schwer machen. Bockigkeit kann einen das Leben fordern.
Wieder knurrte der Magen von Isildur und der Wolf lechzte nach den scheuen Vogel, der sich oben verkrochen hatte. Notfalls würde er auch anderes Fleisch nehmen wollen.

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Montag 17. Oktober 2011, 14:44

Der zwergengroße Mann mit dem Namen Roderick hatte ganz und gar nicht vor, Isildur umzubringen. Das wäre seltsam, wo er sich doch die Mühe gemacht hatte, ihn so lange am Leben zu erhalten. Blutzeckes Männer hätten ihn längst ausschalten können, ebenso Isabeau mit einem Gift oder irgendein namenloser Pirat hätte ihm seinen Säbel in die Eingeweide gerammt. Sie hätten auch einfach nur abwarten müssen, bis er am Blutverlust der Wunde gestorben wäre. Ohne die Hilfe der Hure hätte Isildurs kürzere Zukunft so ausgesehen. Ja, es war unsinnig von Roderick, ihn nun einfach aufzuspießen. Er verteidigte hier lediglich seinen gefiederten Kameraden und machte deutlich, dass er das Animalische des Wolfselfen nicht duldete. Jedenfalls nicht, wenn es sich gegen ihn oder seine Mannschaft richtete. Der Vogel gehörte offenbar auch dazu. "Er heißt Groggler", betonte der Pirat. "Und er ist mehr als nur ein Vogel." Mit diesen Worten kehrte ein wenig Entspannung in den Mann ein. Das Entermesser fand seinen alten Platz am Gürtel. Die Situation lockerte auf, gleichwohl auch, weil Roderick zu plaudern begann. Warum er Isildur all diese Informationen offenlegte, blieb vorerst ungeklärt. Aber ihr bisher einseitiges Gespräch hatte auch gerade erst begonnen.
Endlich sagte auch Isildur etwas, nannte seinen Namen." Roderick nickte. Dann schnippte er mit den Fingern. Man hörte nicht wirklich etwas, zu fettig war die Haut, die sich über knubbelige Knochen spannte. Aber die Geste war Blutzecke Aiden bekannt. Er brummte kurz, denn ihm persönlich gefiel die Aufforderung nicht, aber hier hatte der Rote eben mehr zu sagen. Also gehorchte der Pirat und zog einen weiteren Stuhl herbei. Er stellte ihn vor Isildur ab, damit dieser sich setzen konnte. So würde er Roderick Auge in Auge gegenüber Platz nehmen. Zwischen ihnen kein Tisch, den würde Aiden kaum verrücken. Aber dem Piraten fiel etwas Anderes aus, allein schon an Isildurs Verhalten und der Art und Weise wie er sich ausdrückte. Leise flüsterte er seine Vermutung in Rodericks Ohr.
Der kleine Piratenkapitän knurrte, wischte mit der Hand nach Aiden. "Du sabberst mir das Ohr voll. Verzieh dich endlich!" Aiden brummte ein missmutiges "Aye" und verließ plötzlich den Raum. Der andere Klotz blieb als Wächter an der Tür stehen. Bis auf ihn waren Isildur und Roderick unter sich - fast. Groggler gab es schließlich auch noch.
Roderick lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Wiederholt musterte er den Wolf. "Bei Venthas drallen Brüsten, du hast das Mutterkorn nicht geschluckt, aye?" Er klang weder wütend noch enttäuscht. Vielmehr erkundigte er sich, wollte eine Bestätigung auf seine Vermutung und würde sie stillschweigend akzeptieren. Er hatte bereits früher diese Ahnung gehegt, noch ehe Aiden seinen Verdacht ausgesprochen hatte. Jetzt wollte er es genau wissen und konnte zudem gleich einmal Isildurs Ehrlichkeit prüfen. Nicht, dass er auf eine solche Eigenschaft großen Wert legte. Sein ganzer versoffener Haufen wäre nur halb so effizient, wenn sie nicht hin und wieder das Blaue vom Meer in den Himmel hinauf logen. "Gut, das war meine Vermutung. Nun zu deinen. Aye, sie sind richtig. Ich sage nie etwas ohne Grund. Wie du jetzt bereits weißt, laufe ich bald nach Sarma aus. Mein Viertel wird zwar seine Kommandeure haben, die es ruhig halten und meinen Teil der Stadt natürlich gegen diese gottverdammte Cattie und den stinkenden Flint verteidigen, aber ich werde ... sagen wir, ein wenig Aufruhr brauchen. Du machst einen sehr stattlichen Eindruck, vor allem, wenn du plötzlich davon ablenkst, dass ich mein Viertel verlassen habe."
Er beugte sich vor, dass sein Gesicht von Schatten verdunkelt wurde. Groggler flatterte krächzend einmal durch den Raum, während Roderick die Fingerspitzen aneinander legte. "Ich möchte, dass du für mich ein wenig ... in den anderen Vierteln aufräumst. Eine ehrbare Aufgabe und natürlich werde ich dich dafür entlohnen. Was meinst du, Wolf? Jemand wie du jagt doch sicherlich gern."
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 18. Oktober 2011, 00:58

Isidur konnte sich ein Grinsen nur schwer verkneipfen, als Roderick mit seinen Dicken Fingern schnippte. Oder eher den Versuch eines Schippen von sich gab. Es hörte sich in den Ohren des Wolfes eher an, als würde man zwei dickte Stücke Speck übereinander reiben. Aber Aiden schien diese Geste zu kennen. Zwar zeigte seine ganze Haltung, dass es ihm nicht passte, aber er gehorchte aufs Wort. Er nahm einen weiteren Stuhl und stellte diesen vor Isildur ab. Ein tiefes Knurren kam Aiden entgegen. Ob es aus seiner Kehle oder seinem Magen kam, konnte Isildur nicht genau sagen. Aber Elf und Wolf mochten diesen Mensch nicht.
Dich kriege ich noch!... hmm, ich soll mich wohl auch setzen.
Aiden trat an Roderick heran und obwohl er flüsterte verstand Isildur jedes Wort. Seine Ohren teilten es ihm mit. Kurz zuckten sie. Isildur nahm sich den Stuhl und drehte ihn mit der Rückenlehne zu Roderick um. So konnte er bequemer Platz nehmen und seine Rute wurde nicht eingeklemmt.
In der Zwischenzeit wurde Aiden nach draußen gescheucht. Isildur folgte den Mann mit eisigen Blick. Der Wolf würde an diesen Menschen sich nicht zurück halten. Seine Klauen gruben sich jetzt schon mehr und mehr in die Armlehnen. Zwar war ein mensch kein Fressen, aber der Mann war gefährlich, dass konnte er spüren. Irgendwo hörte isildur den Vogel. Es war verständlich, dass sich dieser aus der Nähe von Isildur aufhielt. Vermutlich würde jedes Tier den Hunger des Wolfes spüren und ihm aus den Weg gehen. Elfen können die Gefahr ebenfalls spüren, jedenfalls wenn sie lange genug mit Tieren lebten. Den meisten Menschen war dieses Gespür abhanden gekommen.
"Bei Venthas drallen Brüsten, du hast das Mutterkorn nicht geschluckt, aye?"
ich esse nichts, wass ich nicht kenne." die Antwort spare ich mir, denn du kennst sie bereits"
Warum sollte Isildur so tun, als würde er unter Drogen stehen. So oder so würden sie es merken. Und Roderick merkte so, dass Isildur nicht dumm war.
ich soll also die Ablenkung sein! ...der Plan ist verständlich.
Natürlich war Isildur die Logik dieses Plans bewusst. So würden die Gegner keine Zeit haben sich über die Ausfuhr der Schiffe zu wundern oder vermuten, dass Roderick selber nicht mal mehr in dieser Stadt war. Sie würden sich um die Probleme in ihren Gebieten kümmern.
Zwar war Isildur sowas zu wieder, aber nur so konnte er wenigstens die Gegend erkunden und nach einen möglichen Fluchtweg suchen.
De4r Vogel krächzte und Isildur konnte die Bedrohung, welche der Mann vorgab, spüren. Er neigte sich Isildur entgegen. Ein Gestank von alten Alkohol und Mundgeruch.
Auch Isildur lehnte sich ebenfalls ihm entgegen. Sein Kopf nur wenige Zentimeter von dem von Rodericks entfernt. Der Wolf wollte zuschnappen. Isildur behielt oberhand. Doch die Worte einer bevorstehenden Jagd lockten auch dem Tier ein Grinsen ins Gesicht. Das tierische Funkeln in den braunen Augen zeigten wie nah der Wolf an der Oberfläche war.
du spielst mit deiner Seele....
"ich will folgendenen Lohn... Die Frau Isabeau und ihr Kind!" Noch bevor Roderick falsche Schlüsse ziehen konnte, fügte er zur Erklärung zu.
"ich habe gerochen, dass sie ein Kind hat" Er bleckte die Zähne. Sollte doch Roderick denken, er wäre ein Monster, welches gerne Frauen und Kinder verspeist. Isildur war nie ein guter Lügner gewesen, aber die Züge eines Tieres zu deuten, sollte doch ihm jetzt zum Vorteil reichen können.
Er steckte den Kopf, dass es leise im Nacken knackte.
"Die Jagd liegt mir im Blut ...und wonach soll ich jagen?" seine Zähne waren entblösst, so als wollte Isildur eine seiner stärksten Waffen zeigen.
vorsicht...du hast dich selber scher in Griff...wenn ich nicht aufpasse, jage ich tatsächlich nach Menschen und ist der Trieb erst mal geweckt, wer weiß ob ich mich zurückhalten kann...oh ihr Götter gibt mir kraft diese Prüfung zu bestehen. Ich will kein Menschenmörder werden...sowas darf nicht passieren
" dir ist klar, wenn ich das mache, muß ich die Gegend kennen lernen...jemand der mir alles zeigt... außerdem bin ich noch nicht wieder vollständig genesen. Die Wunde ist noch nicht richtig verheilt.... und ich brauche einen Bogen und Pfeile" Das dies seltsam wirken würde wusste isildur, aber eine passende Erklärung hätte der Elf. Und Roderick würde bestimmt auch erkennen, dass wenn noch Pfeile von Unbekannt geschossen wurden, man mehr Probleme also mehr Personen, vermuten würde.
"Ich werde nachts jagen, dann ist die Dunkelheit noch mein Gefährte....und ich brauche etwas zu essen, oder soll ich jetzt los?" Wieder knurrte Isildurs Magen.
hmm, wie will er eigentlich dafür sorgen, dass ich seinen Befehlen nachkomme?... er wird mir doch nicht so einfach vertrauen... da ist irgendwo noch ein Haken....oder wie kann ich mir vertrauen, schicke mich jetzt nicht zur Jagd!

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 20. Oktober 2011, 17:31

Roderick beobachtete mit gerunzelter Stirn Isildurs Verhalten. Vor allem als Aiden den Raum verließ, fielen ihm die wölfischen Krallen auf, die über das Holz der Armlehnen kratzten. Offenbar konnten sich der zweibeinige Wolf und sein Handlanger nicht riechen. Roderick schmunzelte ob seines unausgesprochenen Wortspiels. Ach, was war er doch für ein Schelm! Er gab sich diesem Spaß jedoch nur kurz hin, es gab Wichtiges zu besprechen. Er durfte nicht trödeln, schließlich wollte er bald gen Belfa aufbrechen. Gespannt darauf, was ihm Dunkelelfen und Sarmaer anbieten würden, ließ er alles auf sich zukommen. In seinem Viertel in Rumdett sollte jedoch alles geregelt ablaufen, auch während seiner Abwesenheit. Das bedeutete, er musste die beiden anderen Piratengemeinschaften von sich ablenken. Würden sie sich um ein Problem kümmern müssen, vergaßen sie, dass die Spinne nicht mehr in ihrem Netz hockte.
Genau hierfür konnte er jemanden wie Isildur gebrauchen, daher teilte er ihm seine Pläne mit. Die hatten natürlich wenig mit Ehre zu tun. Piraten war nur ihr eigenes Überleben ehrbar genug, selbst dann, wenn sie sich zu Gemeinschaften zusammenrotteten. Letzten Endes war jeder sich selbst der nächste.
Dass Isabeau es allerdings nicht geschafft hatte, die Sinne des Wolfes mit Mutterkorn zu trüben, missfiel sogar dem kleinwüchsigen Piraten. Es passte ihm nicht, wenn seine Verhandlungspartner zu aufmerksam waren und sicherlich war Isildur derzeit nicht allzu gut auf ihn zu sprechen. Immerhin hielt man ihn hier gefangen. Interessanterweise zeigte er sich trotzdem recht kooperativ. Überraschend war jedoch seine Forderung bezüglich der Entlohnung. Die buschigen, roten Brauen des Piraten hoben sich, dass die Stirn darüber sich in tiefe, runzlige Falten legte. Nun, er hätte vielleicht verstanden, wenn es diesem Kerl bei Isabeau in den Lenden zog. Ob Pelz und Reißzähne oder nicht, er blieb wohl auch nur ein Mann. Klar gierte es ihm dann nach dem weichen, hellen Fleisch von Schenkeln und Brüsten. Verwunderlich war, weshalb er den Jungen haben wollte.
"Tristan ist krank", brummte Roderick daraufhin. "Den kannst du weder fressen noch als Sklaven einsetzen. Was willst du mit dem Bengel? Als Schiffsjunge taugt er nicht. Viel zu frech - wie sein Vater." Rodericks Worte ließen keine Zweifel offen, dass er mit der Forderung nicht ganz einverstanden war. Er gab nur ungern etwas aus seinem Besitz her, selbst wenn es nur eine wertlose Hure mit ihrem Balg war. Doch bevor diese Angelegenheit weiter besprochen wurde, sollte erst einmal der Auftrag geklärt werden. Noch stand nicht fest, ob sich der Wolfsmann wirklich darauf einließ. Er stellte bereits Fragen nach seiner Beute.
"Jage, was dir vor die Pfoten kommt oder überlege dir ein System, wenn du zusätzliche Panik bei den Piraten erzeugen willst. Beispielsweise, indem du nur ihre Kinder jagst und frisst. Achja, nicht zu viele Leichen, in Ordnung? Für den Anfang zwei oder drei, dann lass auch einmal ein paar Männer entkommen, ehe du dir Opfer vier bis zehn suchst. Ich kann dir auch einen meiner Jungs stellen, um das Ganze zu koordinieren, falls es nicht in deinen Verstand gehen will. Und natürlich kriegst du jemanden, der dir alles zeigt. In die Viertel der anderen kommen die Blutsäufer aber nicht rein. Da müsstest du dich allein und auf gut Glück hin wagen."
Roderick verschränkte die Arme vor der Brust. Wieder überraschte ihn Isildur mit einem Hinweis. Er betrachtete sich die Vorderpranken des Wesens sehr eingehend und lange. In dieser Zeit sprach der Rothaarige kein Wort, strich sich nur hin und wieder über den Bart. Plötzlich brummte er. "Einen Bogen? Ich könnte dir eine Armbrust geben, zusammen mit Munition. Wir verwenden keine Bögen, da müsste ich erst einen anfertigen lassen. Frag mich sowieso, wie du mit den Pfoten die Sehne spannen willst. Hrrrmmm, dein Problem. Kriegst deinen Bogen, das kann aber noch dauern. Bis dahin kannst du die Wunde ausheilen lassen. In spätestens drei Tagen solltest du mit der Mission aber anfangen, dann laufe ich bald aus!"
Er erhob sich von seinem Stuhl. "Wenn sonst nichts mehr zu klären ist ... die Hure bringt dir dann was zu Essen hoch. Ich wollte ohnehin nochmal zu ihr."
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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 21. Oktober 2011, 21:10

Tatsächlich wunderte es Isildur gar nicht, dass es Roderick nicht passte, dass er nach Tristan und Isabeau fragte. So was er jetzt mehr und mehr mitbekam, schien dieser etwas zu klein geratene Mann ungern etwas abzugeben. Und Entlohnen? Hmm, Isildur kannte den Begriff, doch es wunderte ihn, dass er tatsächlich als mehr oder weniger Gefangener einen Lohn erhalten sollte. Jeder Alarmglocke klingelte bei dem Wolfselfen.
Natürlich war die Strategie ersichtlich und auch einleuchtend. Und wen würde es auch interessieren, wenn der Wolf bei dieser Aktion verstarb?
Lohn würde Isildur vermutlich nie sehen. Zwar wollte Isildur irgendwie die Hure und ihr Kind helfen, aber er wollte immerhin auch abhauen.
Verdammt, er müsste doch eigentlich Sorgen haben, dass ich überlaufe oder so? Glaubt er wirklich, dass man so kooperativ ist…
Isildur konnte es förmlich riechen, dass etwas nicht stimmte, nur wusste er nicht was.
Und diese Unstimmigkeit machte ihn nervös.
“wenn das Kind krank ist, dann hast du doch nichts dabei zu verlieren…sagen wir, ich spiele gerne…was mache ich hier? Der wird noch glauben, dass ich aus spaß töte…naja, besser gleich getötet zu werden… mir gefällt das nicht… und so werde ich auch vorgehen” Wieder knurrte Isildur. Im inneren spürte der Elf, wie der Wolf tatsächlich das Gefühl einer Jagd mehr und mehr suchte.
Das war für Isildur neu. Immerhin war er meist nur für ein paar Stunden als Tier unterwegs gewesen. Jetzt war er irgendeine Mischform und das schon länger als zwei Tage. Welche Folgen das für ihn hatte, wusste er zur Zeit auch nicht. Aber er hatte das Gefühl, als würde zeitweilig durch seine Augen das Tier schauen. Er sah manches als Beute. Der Vogel war dabei nicht der Anfang. Der Wolf hatte das Reißen des Menschen vor einem Tag genossen.
So wollte Isildur nicht ohne Grund einen Bogen. Ob er diesen spannen konnte, wusste er eigentlich auch nicht. Seine Hände funktionierten wie immer, auch wenn es jetzt Pranken waren. Aber der Bogen sollte ihm helfen. Helfen, dass er sich an sich erinnerte. Das er ein Elf war und ist und kein Tier.
“keine Sorgen, ich werde nicht zu viele Leichen hinterlassen… ach Roderick, was garantiert mir meinen Lohn und meine Freiheit?” Isildur erhob sich. Natürlich wusste er, dass ein Angriff ihn das Leben kosten konnte, aber irgendetwas wollte sich auf diesen Mann stürzen und ihn ebenso zerfleischen wie der nette Vogel, der sich noch oben versteckte.
Das wäre jedoch sein Todesurteil.
Man würde ihm drei Tage zur Erholung gewähren, dann müsste Isildur dafür sorgen, dass er durch eins der anderen Viertel abhauen konnte.
Ich würde mich gerne wieder verwandeln, aber hier wäre es nicht annähernd gut. Jetzt ist diese Halbgestalt mein Schutz…aber was wenn es nicht zurück geht?… Ein halbes Tier…oder ein Monster? Und jetzt spiele ich sogar mit dieser Illusion. Isildur, du steckst in Schwierigkeiten, mehr als dir lieb ist.
"Wenn sonst nichts mehr zu klären ist ... die Hure bringt dir dann was zu Essen hoch. Ich wollte ohnehin nochmal zu ihr."
“was zu fressen wäre gut” knurrte der Wolfelf noch.
“ wie sieht es mit Ausgang aus?…oder bin ich ein Gefangener?“
Seine Pranke verweilte wieder auf der Stuhllehne. Egal was der kleine Pirat auch sagen würde, so oder so wusste Isildur das es nur eine Frage von Zeit war, biss er wieder eingefangen wurde. Dafür war er zu nützlich und er hatte die Blicke gespürt, welche in der Stadt auf ihn geruht hatten.
Otis hatte es gut für sich genutzt.
OTIS!!!!!
Wut kam auf, als er an diesen Mann wieder dachte. Wegen dem Verrat an Isildur und auch wegen dessen Familie, Isabeau und Tristan.
Erst als Roderick den Raum verlassen hatte, kam es durch. Die Wut und auch die Verzweiflung, nicht wirklich etwas machen zu können. Der Stuhl war das erste was quer durch den Raum flog. Seine Pranken gruben sich in das Holz und hinterließen Furchen. Es war nicht so, dass Isildur dies wollte, aber das Tier verstärkte seinen unterdrückte Wut. Er legte den Kopf in den Nacken und jaulte. Durch den Kamin würde sich der Laut wohl noch ziemlich verzerrt durch das Haus und das Viertel ziehen. Aber Isildur war es ziemlich egal.
Und der Wolf wollte jaulen!!

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Re: Das Viertel der Blutsäufer

Beitrag von Erzähler » Dienstag 25. Oktober 2011, 08:46

Roderick schien Isildur, im Gegensatz zu seinen Handlangern, nicht als den typischen Gefangenen zu sehen. Nein, es war mehr ein Schwebezustand. Schließlich hatte der Pirat vor, den Wolfsmann in seine Dienste zu stellen und ein solches Angebot machte er Gefangenen nicht. Eigentlich machte Roderick der Rote überhaupt keine Gefangenen. Entweder sie traten seiner Mannschaft bei oder sie wurden verkauft. Fand sich niemand, der sich für einen Sklaven interessierte, ließ der Rothaarige die armen Tölpel Kielholen. Frauen nicht, so hartherzig war er nun auch nicht. Nein, Weiber kamen in seine Hurenhäuser, ob sie wollten oder nicht.
Aber was machte man mit einem Wolf auf zwei Beinen, wenn er sich nicht anschließen würde? Darüber konnte Roderick immer noch nachdenken, sobald es Zeit sei. Im Augenblick zeigte sich dieser Isildur ja als kooperativ. Seine Männer würden ihm schon erzählen, wie loyal er wirklich während der Abwesenheit des kleinen Rotbarts gewesen war. Danach ließ sich immer noch eine letzte Entscheidung treffen. Somit wurde Isildurs Mission gleichzeitig auch zu einer Prüfung seiner Loyalität, obgleich er niemals vorgehabt hatte, sich in die Reihen des Piraten einzugliedern. Er war mehr oder weniger hinein gerutscht. Ob Otis ein ähnliches Schicksal erlebt hatte und froh war, nun entkommen zu sein? Vielleicht war er aber auch wirklich nur das feige Schwein, als das er sich entpuppt hatte.
Wie auch immer, hier ging es jetzt nicht um Otis, sondern um den Elfen - Wolf - beide, aber ebenso um Isabeau und ihren Jungen. Isildur argumentierte, spielte mit dem Faktor Krankheit und wie unbrauchbar der Bengel dann für den Piraten sei. Roderick grübelte. Man sah ihm an, dass er wirklich nachdachte. Was hielt ihn an dem Kind? War ihm der kleine Tristan denn so wichtig und warum? "Hrm, ein Wolf in der Hand ist wohl besser als ein Kind im Krankenbett. Aye, einverstanden. Du sollst die Hure und ihr Balg haben - wenn du Erfolg hattest. Darüber wird mein loyaler Mann Blutzecke Aiden entscheiden. Du hast ihn bereits kennen gelernt und einen seiner Männer getötet. Das sollte nicht mehr vorkommen! Wenn du morden willst, dann in den Vierteln der anderen Piraten. Aiden wird dich in die Nähe führen und dir genauere Anweisungen geben. Diese Befehle und nur diese Befehle, abgesehen von meinen, wirst du befolgen. Kein anderer hat dir was zu sagen, kapiert?!"
Der Pirat sah den Wolfselfen eindringlich an. "Solange du dich an meine Regeln hältst, sind dir Lohn und ... Freiheit gewiss. Ich garantiere dir beides, ich bin ein gerechter Mann, wenn meine Untergebenen mich mit Respekt behandeln. Hintergehe mich nicht, Isildur, dann brauchst du nichts zu befürchten." Er wandte sich der Tür zu. Da fragte Isildur noch nach Ausgang. Roderick lachte auf. "Ruh dich erst einmal aus, Wolf. Erhol dich. Ich werde Blutzecke Anweisungen geben, wohin du gehen darfst. Rumdett wirst du vorerst nicht verlassen, soviel steht fest." Dann verschwand er zusammen mit seinem Papagei Groggler und Isildur war abermals allein in dem Raum, der ihm doch irgendwie ein Gefängnis geworden war. Doch dieser Zustand währte nicht allzu lange. Sein Toben und Jaulen lockte schließlich Isabeau auf den Plan, die eilig die Tür aufriss und die Hände in die Hüften stemmte. "Sag mal, bist du vollkommen verrückt geworden?! Was für ein Tohuwabohu treibst du hier drin, hä?! Sei gefälligst leiser, die Mädchen und Frauen können nicht arbeiten und dein Gejaule vertreibt die Kundschaft." Sie atmete tief durch, um ihre eigene Empörung zu verdrängen. Dann zog sie einen kleinen Essenswagen herein. Viel befand sich nicht mehr darauf. Offenbar brachte sie ihm hier wirklich die Reste einer einst passablen Mahlzeit. Aber es gab noch Fleisch. Genauer gesagt, zwei leckere Rinderkeulen; nicht mehr ganz heiß, aber sie würden den Magen füllen. In einem Topf dampfte eine seltsame Pampe, die jedoch eindeutig auch das Aroma von Gemüse zu Isildur herüber wehte.
"Das sind gestampfte Kartoffeln, vermischt mit gegarten Möhren, Spinat und Kohl. Wir durften dieses Mal zum Kochen sogar Speckstückchen verwenden. Und hier ist noch etwas Rührei." Sie hob einen Teller mit der gelben Speise vom Wagen. Dann verharrte sie kurz in ihrer Bewegung. Der Blick glitt zu Isildurs Pranken. "Brauchst du eigentlich Besteck?" Isabeau hatte welches mitgebracht, nur für den Fall. Ebenso hatte sie aber auch einen Napf geholt. "Wasser hab ich auch noch für dich, dieses Mal frisches." Sie deckte den Tisch, stellte eine Kanne und einen Holzbecher darauf. Es folgten die Reste der Mahlzeit. Die Hure richtete alles mit mütterlicher Fürsorge her, es sah wirklich herzlich aus an diesem trostlosen Ort. "Stell mal den Stuhl wieder hin, hier sieht es aus wie im Harax - ein einziges Chaos!"
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