Catties Viertel

Diese Piratengemeinschaft stützt sich auf Hinterlist und Tücke – und ihre Anführerin Cattie, deren Temperament nur noch von ihrer Schönheit übertroffen wird. Sie spielt mit den Männern, doch will nur ihre Reichtümer.
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. November 2011, 00:46

"Du willst ihn mitnehmen?!"
"Hat man dir einen harten Schlag auf den Kopf verpasst, Weib?"
Ein Knurren, nicht wie das wölfische von Isildur, aber durchaus damit messbar, drang aus der Kehle der blassen Frau. Sie baute sich auf, ihre Schultern waren breit, die Arme muskulös. Kein Zweifel, das war eine waschechte Kriegerin, von wo auch immer sie kam. Denn dass sie nicht aus der Gegend stammte, verriet nicht nur ihr Auftreten, sondern auch die Kleidung. Die meisten anderen hier ähnelten dem klassischen Bild eines Piraten. Eine Amazone in kurzer Ledertracht hatte sich unter sie gemischt, aber ansonsten erkannte man die vertraute Seeräuberkluft. Dei Fremde jedoch war mit Metall und Pelz behangen. Sie wandte den Kopf noch einmal zu Isildur um. "Gehen wir!" Den Schaulustigen würdigte sie keinen weiteren Blick. Mit ausladenden Schritten stapfte sie aus der Gasse, wartete nur kurz auf den Wolf, der sich schließlich wieder auf zwei Beine aufrichtete und ihr folgte. Die anderen schauten ihnen nach, aber niemand wagte es, sie anzugreifen.
"Wölfe mögen die Stadt nicht. Zu viel Stein, zu viel Alkohol und der Gestank von Exkrementen", setzte die Fremde plötzlich an, als sie den breiten Weg erreichte. "Er mag krank gewesen sein, gehört aber doch sicher nicht deinem Rudel an. Lass ihn ein anderes schwächen. Das wird dein eigenes bevorteilen, solange du dich nicht mit seinesgleichen paaren willst." Dann stapfte sie weiter, ohne noch groß darauf zu achten, ob Isildur mit ihr Schritt hielt. Er hatte es zu tun oder zurück zu bleiben.

Schließlich schlug sie einen Weg ein, der vom Hauptpfad abführte. Hier gab es weniger Menschen und man war ungestörter. Allerdings wurde die Straße auch schmaler, die Häuser ragten zu beiden Seiten hoch hinaus. Zwischen ihnen verliefen Bretterwege oder vom Salzwasser ausgefranste Leinen, an denen Lumpen und andere Wäsche hingen.
Die Fremde passierte die Straße. Ihr Gang wurde stets schneller. Am Ende lief sie beinahe. Jedenfalls bewegte sie sich sehr zügig voran. Plötzlich kam eine Steinmauer in Sicht mit einem großen offenen Torbogen. Einige Piraten hockten oben auf der Brüstung. Sie ließen die Beine baumeln und reichten reihum eine Flasche weiter. Einer beugte sich etwas vor, als er die Frau und den zweibeinigen Wolf daher kommen sah. "Heda, Süße! Führst du dein Wolfi aus? Sind dir Rumdetts Gassen zu fein, ihn dorthin machen zu lassen?"
"Halt die Klappe, Pirat! Ich kann meine Axt auch werfen."
"A-...aye." Sofort herrschte Stille. Niemand der drei wollte sich mit diesem Mannsweib anlegen. Sie schien gefährlich und für Scherze nicht aufgelegt. Sie näherte sich dem Durchgang, blieb dann direkt darunter stehen und betrachtete Isildur. "Mein Lager liegt auf einer Steiklippe an der Küste. Wenn du mitkommen willst, lade ich dich ein. Du kannst mich übrigens Bryoja Frostwolf, Tochter von Hogar dem Furchtlosen, nennen. Was ist nun? Kommst du mit, mein treuer Freund wartet auf mich."
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 15. November 2011, 14:12

Mit der Frau mitzugehen war wohl die beste Endscheidung. Jedenfalls hoffte das Isildur. Sie roch nach Freiheit und sie strahlte Stärke aus.
Sie kann gewaltig Respekt einflössen… jedenfalls unter diesen Meute…
Die Menge wich beiseite und sie konnten passieren. Ihr Schritt war stramm und anfangs hatte er tatsächlich etwas Probleme. Nicht das er erwartete, dass sie auf ihn warten würde. Sie schien ebenso zu denken wie es Isildur im Wald tat. Endscheide selber über deinen Wert.
Aber seine Aktion hatte auch seinen Kreislauf übel mitgespielt. Er brauchte ein paar Schritte um richtig wieder Fuß zu fassen.
Während des Laufens wechselte Isildur vom zweibeinigen Gang wieder in dem auf allen Vieren. So konnte er zwischenzeitlich sein Bein entlasten. Er konnte den Kreislauf erholen lassen und ebenso zu ihr aufschließen. Als er sich wieder wohler fühlte, erhob er sich und schritt als Zweibeiner neben ihr her. Reden taten sie beide nicht viel.

“mein Rudel stärken?…. Ich weiß nicht mal, wo ich bin….ich suche es. Wie immer, du suchst wieder…irgendwie scheint dein Leben von einer dauernden Suche zu sein….was? Paaren!?…nein, mit so was nicht….".
Er schüttelte sich.
Sie kennt sich mit Wölfen aus, was sie sagt stimmt, wenn auch nur zum Teil…Wölfe denken nicht darüber nach ein anderes Rudel zu schwächen. Dafür gibt es die Kämpfe… für mich war es natürlich diesen Köter anzugreifen. Nicht das ich es gut finde. Aber wie viel wusste ich bis jetzt wirklich über Wölfe?…ich spüre das Denken in mir….ich bin ein…ja was bin ich ?….denk ein anderes mal nach…weiter!…
Das Rascheln von Stoff, störte in den Ohren.
Nervt das Rascheln!
Seinen Schritt nicht verlangsamen, riss er sich den Mantel runter.
Weg damit…es stinkt sowieso…
Achtlos warf er diesen in einer der Gassen. Mit den anderen Kleidungsstücken verfuhr er genauso. Außer die Fellfetzen um seine Pranken, dafür wollte er nicht stehenbleiben.
Dann bog sie von der breiten Straße in eine schmale Gasse ab. Isildur stoppte. Sein Kopf richte sich auf die Wände, welche jedes Wesen zu erdrücken schien. Er selber hatte das Gefühl als würden sie näher kommen.
NEIN! UNSINN!…
Die Fremde war schon voraus. Ein leichter Anflug von Furcht wehte seiner Nase rüber. Sie hatte die gleiche Angst wie er.
Tief atmete Isildur durch…
Schritt um Schritt war eine Qual. Tatsächlich wurde sein Schritt ebenfalls schneller. Jetzt eilte er selber durch den Gang. Sein Blut pumpte sich durch seinen Körper. Seine Ohren hämmerten im Rhythmus des Blutpulsierens. Seine Brust brannte, doch er ignorierte es.
Das ist Unsinn, dass weißt du…keine Gefahr…
Doch egal wie unlogisch dies war, hetzte er doch die Gasse lang. Der Drang zu Laufen übernahm seinen Körper.
Isildur konnte eigentlich seinen Körper gut kontrollieren. Das war mit seinen Schwestern immer der Fall gewesen, wenn sie durch zu enge Räume mussten. Er hatte ihnen dann immer vorgespielt, dass er keine Angst hatte. Aber jetzt klappte es nicht. Isildur war seinen Inneren zu stark ausgesetzt. Egal welche Selbstbeherrschung der Waldelf hatte, als Wolfelf musste er sich wohl alles wieder erarbeiten. Seinen Frieden hatte er mit dem Tier in sich noch nicht komplett gefunden.
So überholte der Waldelf die Fremde. Die Mauer sah Isildur in letztem Moment.
Halt!!!!
Er bremste kurz vor dieser ab, holte mehrmals wieder tief Luft.
Die Hand stemmte sich gegen die Wand, sein Kopf lag auf der Brust. Er hechelte und brauchte einen Moment. Die Rüden oberhalb knurrte der Wolf dann nur kräftig an.
Aber der Gestank von Alkohol ließ ihn nur die Nase rümpfen. Wieso stank hier alles immer so?
Ein Schmerz zuckte durch seine Brust. Seine Hand legte sich rasch darauf. Ein Stechen und Zerren.
Übertreibe nicht!
Die Fremde war ebenfalls alsbald in Isildurs nähe. Den dummen Spruch entgegnete sie mit einer Drohung. Anlegen wollten die Piraten sich mit ihr nicht. Sie hatte Angst.
Der Durchgang schien nur von diesen Männern bewacht zu werden.
Fast schon zu einfach
Unterden Torbogen blieb sie erst mal stehen und drehte sich zu Isildur um.
Isildur blickte sich zur Stadt um. Er wollte eigentlich Isabeau und Tristan helfen. Sein Gewissen plagte ihn jetzt ebenso wie die Verletzung durch den Piratendolch.
Komm…Freiheit..laufen jagen….alles ist besser als diese Stadt hier, schrie der Wolf im Geiste.
Und Isildur wusste das er recht hatte.
Verzeiht!…
“ich nehme deine Einladung an, Bryoja Frostwolf…kein Wunder, dass sie sich mit Wölfen auskennt bei diesem Namen.” Damit trat Isildur hinaus. Er wusste nicht wohin, aber das wusste er seit längeren nicht mehr. Der Wolf fiepte innerlich vor Freude auf. Hier roch es nach Freiheit. Die Luft des Meeres konnte Isildur hier besser riechen.
“welches Tier ist dein treuer Freund? Ich wittere Bär an dir, doch weiß ich nicht, ob es vom Fell oder woanders herkommt…“
Isildur tat sich mal wieder schwer eine Unterhaltung zu führen.
Er wollte eigentlich nicht reden. Seine Stimme noch schonen. Doch nur so konnte er etwas erfahren. Und in die nächste Patsche wollte er nicht schreiten.
So machte er einen weiteren Ansatz, als er sich auch den letzten Spuren seiner Verkleidung um die Pfoten entledigt hatte.
"Wieso hast du mir geholfen, immerhin bin ich auch kein Teil deines Rudels” Isildur war die Ungereimtheit aufgefallen. Immerhin widersprach sie dem, was sie sagte. Die Lederfetzen fielen und Isildur scharte sie im Boden weg. Kurz war der Impuls da, sich ebenfalls am Boden zu wälzen. Den furchtbaren Geruch von den kranken Kötern und der Stadt los zu werden. Doch er musste mit der Wunde achtgeben. Er würde an anderer Stelle die Möglichkeit schon haben.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Freitag 18. November 2011, 10:45

Bryoja wartete nicht und schaute auch nicht zurück, ob der Wolf ihr folgte. Aber sie schien zu spüren oder zumindest zu wissen, dass er anfangs nicht gut Schritt halten konnte. Sie bewegte sich zügig voran, wurde jedoch langsamer, kaum dass die beiden aus der engen Gasse heraus waren und sich einem der Rumdetter Stadttore näherten. Das wäre nun aber nicht nötig gewesen, denn Isildur hatte sie überholt und wartete seinerseits nun hechelnd bei der Stadtmauer. Sie musterte ihn.
Ganz unvernünftig hielt sie den Wolf nicht. Nein, keineswegs! Er legte teilweise ein besseres Verhalten an den Tag als so mancher Pirat in dieser verruchten Stadt. Aber er bemerkte auch nicht, wann er sich übernahm. Er ist verletzt. Dadurch, dass sich Isildur des Mantels entledigt hatte, konnte man den Verband nun gut sehen. Er musste gewechselt werden, hatte sich an manchen Stellen bereits leicht rot verfärbt. Der Wolfelf war zu unvorsichtig mit sich umgegangen. Isabeaus Arbeit drohte, vernichtet zu werden. Jemand musste sich darum kümmern, aber nicht jetzt und nicht hier.

Bryoja Frostwolf und Isildur Ranarion Ni'Tessin verließen Rumdett. Sie zogen nicht weit, wollten nur bis zum Lager der hünenhaften Frau. Aber das bisschen an Freiheit, das Isildur nun spürte, weckte neue Lebensgeister. Vor allem die frische Luft. Sie war durchzogen vom Salz des Meeres und durchsetzt von den Schreien der Möwen, die in Küstennähe ihre Nester besaßen. Aber sie war frisch, bar jeglichen Alkoholgestanks.
Unter seinen Pfoten teilten sich feste Erde, vereinzelte Sandstrecken, Moos und trockenes Heidekraut diesen Flecken Natur. Ja, Natur, endlich war sie zu spüren. Rumdett hinter sich zu lassen kam dem Verlust einer eitrigen Wunde oder einer starken Fieberkrankheit gleich. Man fühlte sich sofort erstarkt, kräftig und motiviert, noch weiter von hier fort zu ziehen.
Aber wie bereits erwähnt, es sollte nur zu Bryojas Lager gehen. Dort wartete ein Freund. Isildur erkundigte sich, vermutete ein Tier und damit lag er nicht falsch. Die Frau grinste. "Nein, ein Bär ist er nicht. Was du witterst, sind die Pelze, mit denen ich meinen Körper warm halte." Sie erklomm die Klippe, welche nahe der Piratenstadt wie ein mahnender Finger Richtung Meer zeigte. An der Spitze konnte man schon ein Zelt erkennen. Es war dreieckig geformt und die oberen Enden der sich kreuzenden Zeltstangen waren zu bedrohlich aussehenden Drachenköpfen geschnitzt. Die Plane selbst bestand aus weißem Leinen, soweit man es aus dieser Entfernung erkennen konnte. Was man aber sah, war, dass Bryoja ihr Lager mit noch mehr Fellen, kleinen bunten Wimpeln und allerlei Schnickschnack geschmückt hatte. Knochen und kleine Hölzer, an langen Kordeln aufgehängt, faltterten wie Fahnen im Wind. Stießen sie aneinander, erzeugten sie einen natürlichen Klang. Es war, als begrüßte der Wind die Ankommenden mit leisem Klimpern.
Doch es war nicht der Wind, der ein lautes Bellen erzeugte. Bryoja blieb kurz stehen, stemme beide Hände in die Hüften. "Aha, er riecht mich schon. Das ist mein Gefährte, Atka. Er ist ein Wolf. Ihr beiden werdet euch bestimmt verstehen." Sie wandte den Kopf um, schaute Isildur direkt in die Augen. Aus ihren eigenen eisblauen Seelenspiegel strahlte ein Lächeln. "Ich habe dir geholfen, weil du mir das erste vernünftige Wesen in dieser Stadt warst." Dann lachte sie keck und rannte los, die Klippe hinauf. Laut rief sie den Namen ihres Gefährten und dann tauchte Atka vor dem Zelt auf. Er reckte die schwarze Nase in den Wind. Seine spitzen Ohren richteten sich auf, ebenso wie die Rute. Sein Fell war eine Mischung aus Weiß, Creme und dünnen Grautönen, außerdem sehr buschig. Er besaß eine Menge Pelz, was darauf schließen ließ, dass er eigentlich aus einer Gegend kam, in der man es brauchen konnte. Fröhlich bellend und winselnd sprang er Bryoja entgegen. Beide stießen sofort zusammen, landeten am Boden und balgten sich wie es Isildur vielleicht von Welpen kannte, die erste kleine Spielereien miteinander veranstalteten, aus denen sie eines Tages lernen würden, wie man kämpfte. Es war ein herzlichen Bild und man sah sowohl Bryoja als auch Atka an, dass sie einander eine Familie waren.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 18. November 2011, 14:08

Er zog die Luft ein. Schmeckte das salz darin. Seine Augen schlossen sich. Seine Pfoten spürten das kühle Moos und die Gräser. Jeder Atemzug erfüllte den Waldelfen und den Wolf mit leben. Er schüttelte sein Fell, spürte die kühle und frische Brise des Meeres.
Freiheit!
Aber auch das ziehen in der Brust. Ein Blick auf seine Brust genügte und Isildur erkannte warum.
Die Wunde ist wieder aufgegangen!… ich muß die Wunde säubern, wenn ich kein Wundfieber kriegen will… draußen sollte sich ein Bach finden.
So schritt er neben sie.
Wachsam blickte er sich um. Alte Muster, die er noch aus seiner Zeit als Jäger hatte, kamen wieder. Er blickte sich genau um.
Fremde Gerüche wurden zu ihm getragen, ebenso wie bekannte.
"Nein, ein Bär ist er nicht. Was du witterst, sind die Pelze, mit denen ich meinen Körper warm halte."
“Wenn du weniger Metal am Körper trägst und dafür mehr Felle, würde es besser schützen” murmelte Isildur nur auf ihre Antwort.
Sein Kopf arbeitete, versuchte die Gerüche von ihr zu ordnen. Da war eine Spur etwas bekannten. Zwar hatte es einen anderen Geruch mit drin, doch es war vertraut.
Sie war in diesem Gelände schon länger unterwegs, dass konnte man sehen. Sie wusste wo man hintreten konnte. Die steile Klippe, schaute Isildur erst mehr als verdutzt an. Er war gewohnt in Bäumen zu klettern, nach einer Häuserwand in Rumdet musste er wohl auch die Klippe erklimmen. Sie schien das gewohnt zu sein. Aber Isildur wäre nicht Isildur, wenn er es nicht wagen würde. Man wein erst ob eine Herausforderung zu groß ist, wenn man daran gescheitert ist. Höhenangst hatte er nie gehabt. Die Pranken fanden immer gut halt und tatsächlich fiel es Isildur leicht ihr zu folgen. Ihm kam es zu gute, dass er schon immer die Kraft eines Bären hatte, so wie seine Schwestern es oft behauptet hatten.
Die Geräusche des Klirrens verstärkten sich. Der Wind wehte ihm kurz den Geruch eines Tieres zu. Einen Wolf. Dann drehte der Wind. Zeitgleich begann ein Bellen.
"Aha, er riecht mich schon. Das ist mein Gefährte, Atka. Er ist ein Wolf. Ihr beiden werdet euch bestimmt verstehen."
Isildur stutzte kurz.
Wundert es mich?.nein, nicht wirklich.
Sie hatte es jetzt eilig.
"Ich habe dir geholfen, weil du mir das erste vernünftige Wesen in dieser Stadt warst."
Dann schien sie nichts mehr zu halten. Noch bevor der Wolfelf antworten konnte, war sie schon weg. Ihr keckes Lächeln hing noch einen Moment in seinem Kopf.
gute Einstellung...aber was machte sie da?
Isildur war gerade oben richtig angekommen. Er sah sie laufen und blickte auf den zu ihr laufenden Wolf. Weiter hinten konnte er ihr Zelt sehen. Es sah aus, wie eins der Zelte aus seiner Heimat, wenn sie reisten. Schnell auf- und abzubauen. Das Klirren war durch kleine Knochen verursacht, die sich im Wind bewegten. Yavanna würde dies gefallen…
Seine jüngere Schwester hatte immer alles mögliche gesammelt, damit der Wind damit spielen konnte. Selbst wertvolle Edelsteine hingen aufgefädelt auf einer Schnurr und brachen das Licht.
Ob ich euch wiederfinde?… ich vermisse euch… jetzt schon, denn diesmal bin ich abgehauen. Aber ich wollte euch nichts tun, … hör auf!
Der Wolf schien ihn noch nicht bemerkt zu haben. Bryoja tollte mit dem Tier am Boden. Ja so was machte Spaß, dass hat Isildur auch nur zu gerne gemach hat. Mit Nachtschatten oder seinem Bär Sturmkralle. Das Die Frau Bärenfelle als Kleidung trug störte Isildur wenig, es war nicht so ein sinnloses Töten wie das Bärenfell bei den Menschen. Sie war auch mit der natur verbunden, denn sonst würde sich der Wolf nicht mit ihr abgeben. Wölfe ließen sich nicht wie Hunde zähmen. Die Wildheit blieb immer.
Er sieht sie als Gleichgesinnte… mal sehen was passiert, wenn ich dazu komme. …Bryoja , du solltest doch eigentlich wissen, dass Wölfe die Rangordnung klären werden
Und Isildur hatte nicht vor sich schon wieder unterzuordnen.
Doch nur zu deutlich konnte er spüren, wie Kummer in ihm aufstieg. Sehnsucht nach seiner Familie. Atka und die Frau spielten. Der wohl aus dem Norden kommende Wolf, sah sie als Schwester. Seine Rute und sein Gebaren zeigten es.
Isildur blieb einen längeren Moment stehen, hockte sich dann auf den Boden. Diesen Moment wollte er nicht zerstören. Seine Pranke strich sich über die Arme. Er hörte das Lachen und fiepen., spürte die Gemeinsamkeit der beiden….
Wolf und Elf fühlten aber das Gegenteil, sie fühlten eine Leere. …er schloss die Augen, wollte die Anspannung seines Körpers nicht mehr halten. Seine Ohren zuckten ebenso unruhig wie seine Rute. Bryoja würde nicht sehen, was der silberne Wolf hatte, dafür war er noch zu weit entfernt.
Seinen Kopf auf die verschränkten Arme abgelegt, ließ Isildur die beiden anderen austoben.
Du findest zurück…wir finden zurück!…ich habe immer zurückgefunden!… und jetzt HOCH mit DIR… DU BIST WALFELF…die lassen sich nicht runterkriegen!!!!!!…keine Unterwerfung dem Schicksal!
Aber es fühlte sich irgendwie für Isildur leer an. Seine Gedanken schweiften umher. Beruhigten sich mit dem Wind. Egal wie stur er auch oft wirkte, seine Gedanken waren oft anders. Isildur kannte seine Fähigkeiten, dass ja! … und hatte auch vertrauen zu ihnen, aber seine größte Schwäche waren nun mal seine Familie. Alles würde er zu ihren Schutz tun, doch jetzt war er nicht bei ihnen.
Der Elf erhob sich, als Bryoja und Atka sich etwas beruhigt hatten. Je näher der Wolfelf ihnen kam, desto stolzer wurde seine Haltung. Jetzt ging es darum, Haltung zu wahren. Sich nicht zu Unterwerfen. Und Isildur war Bockig was so was betrifft. Vielleicht schürte auch der Wolf diesen Drang sich zu zeigen und sich zu bekennen.
Die Schritte waren langsam und Isildur ließ sich auf alle Viere fallen. Jetzt waren sie ungefähr gleich hoch. Isildur war zwar immer kleiner als Nachtschatten gewesen, der war aber sowieso ein Riesenwolf, der sich perfekt als Reittier für mehrere anbot. Aber Isildur war größer als ein gewöhnlicher Wolf. Jetzt hätte man auch denken können, dass er ebenso ein nordischer Wolf war. Groß genug, dass er einer kleineren Person als Reittier dienen könnte. Sein Fell war nicht so buschig, doch glänzte es im Licht stärker nach Silber als in der Stadt. Die Rute hatte er aufrecht, so wollte er gleich zeigen, dass er sich nicht unterordnen würde. Den Kopf so haltend, dass man die kehle nicht offenbarte. Unterwerfen würde sich Isildur nicht. Aber so wollte er erstmal eine Basis schaffen. Würde Atka dies nicht akzeptieren, würden sie wohl um die Position sich balgen müssen. Der Elf und sein inneres Tier waren sich da einig. Außerdem kannte Isildur diese Prozedur von Nachtschatten, der Isildur auch immer herausforderte und dem Isildur meistens immer erlegen war. Er roch vielleicht damals schon mehr nach Wolf, aber jetzt war er mehr Wolf als Elf.
Wenn ich Pech habe, werde ich mehr als eine Wunde lecken müssen… wir müssen nicht kämpfen…
“ich werde ihr nicht tun, aber ich werde mich nicht beugen… ich bin kein Feind! "Grummelte Isildur. Vielleicht verstand Atka dies ja.
Genausten den anderen Wolf betrachtend, lauschte Isildur auf jede Warnung, jeden Ton. Jeder Muskel machte sich auf einen Angriff gefasst. Es ging nicht ums töten, sondern den anderen niederzuringen und ihn an der Kehle zu fassen. Dann hatte einer gewonnen. Wie beim normalen Ringen, nur kam Isildur vielleicht seine Kenntnisse des Elfen zu Gute.

Erst danach würde sich Isildur in das Lager bewegen, wohin ihn die Fremde eingeladen hatte. Er musste seine Wunden versorgen und konnte dann überlegen, wie es weiter ging.
Spätestens des Nachts würde Isildur gegen den Drang nach seinen Schwestern zu rufen ankämpfen müssen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 24. November 2011, 15:26

Das Spiel war ausgelassen und ungezwungen. Der Wolf sprang wild um seine menschliche Freundin herum, wedelte mit der Rute, den Oberkörper dicht am Boden. Sein Bellen hallte über die Klippe, mischte sich mit dem Geschrei der Seevögel. Er forderte sie zu weiterer Balgerei auf. Hinzu gesellte sich Bryojas Lachen, als sie dem ganzen Getue natürlich nachgab. Mit einem spielerischen Knurren überfiel sie ihren tierischen Gefährten, schnappte harmlos nach ihm und zupfte ihm die Vorderpfoten weg. Er krachte direkt auf ihren Bauch, winselte als sei er verletzt, aber die Keckheit ließ sich nicht aus seinen Augen verbannen. Das Mannsweib kniff ihm ins Ohr. "Alter Schelm!", jauchzte sie, rollte mit Atka über den kalten Boden, aber störte sich kein bisschen daran. Die beiden hatten eine Menge Spaß.
Ihr spielerisches Wiedersehen gab Isildur genug Zeit, die Klippe zu erklimmen. Aber da unterbrach Atka das welpische Balgen. Seine Ohren richteten sich auf, ebenso die Rute. Er hob den Kopf. Ein leises Knurren kroch seine Kehle herauf. Da brachte sich auch Bryoja in eine sitzende Position. Sie drückte Atkas Schnauze beiseite, erhob sich nun ganz. Der Wolf jedoch wollte seine Wachsamkeit nicht abschütteln. Da war ein Fremder im Lager. Er stolzierte herum, als gehörte dieser Platz ihm. Als seien Wolf und Menschin die Eindringlinge, nicht umgekehrt. So sah es jedenfalls Atka und präsentierte sich Isildur mit nicht minder aufrechter Haltung. Er witterte, das erkannte man an der vorgereckten Schnauze. Wolf, teilten ihm seine Geruchssensoren mit. Er erfuhr natürlich noch mehr, doch es änderte nichts an seiner Haltung.
Bryoja beobachtete ihren Gefährten, dann den mitgebrachten Wolf, der sich inzwischen auf alle Viere nieder begeben hatte. Sie beäugte sie Szene, schritt aber nicht ein. Noch nicht. Sie kannte dieses Gebaren, würde ihren Freund nicht dazu zwingen, gegen seine Instinkte zu handeln. Aber es durfte auch nicht zu weit gehen. Also behielt sie Atka wie auch Isildur im Auge. Letzterer sprach, als wolle er sein Verhalten erklären. Bryoja nickte. Sie akzeptierte es, aber war entschieden gegen einen Kampf. Doch wie würde Atka reagieren?
Der cremefarbene Wolf näherte sich sehr langsam. Die Situation war angespannt, das merkte man an beiden Wölfen. Atka schnupperte. Er knurrte leise. Er warnte, hielt sich aber noch auf Distanz. Offenbar hatte er noch nicht entschieden, wie er mit diesem Fremdling verfahren würde. Da schnalzte seine Gefährtin mit der Zunge. Beide tauschten Blicke aus. Der Wolf winselte leicht, guckte erneut zu Isildur - und sprang vor. Er versuchte, dessen Kehle zu erreichen, schnappte gar danach. Das war der Kriegerin eindeutig zu viel. Nun schritt sie doch ein. "Atka, hör auf! Er ist verletzt, es wäre kein gerechter Kampf!"
Der Wolf zog sich so schnell zurück, wie er Isildur attackiert hatte. Er zog weder die Rute ein, noch duckte er sich vor dem anderen weg. Das bedeutete, diese Sache war noch nicht geklärt. Die zurückgelegten Ohren bestätigten es, aber wenigstens hatte er das Knurren eingestellt. Sein Blick glitt nur kurz zu Broyja hinauf. Über ihre Lippen huschte ein Lächeln. Dann ertönte erneut diese lange Welle aus Winseln, leisem Keifen und Grollen. Ganz so, als versuchte die Frau, die natürlichen Laute eines Wolfes nachzuahmen. Interessant daran war, dass es ihr sehr gut gelang für eine Menschin und dass Atka sich offenkundig damit zufrieden zu geben schien.
"Er ist unser Gast. Lass ihn seine Wunden pflegen und etwas genesen. Du wirst Gelegenheit bekommen, mit ihm eure Kräfte zu messen."
"Ich akzeptiere es, weil wir Familie und du Alpha bist. Halte dein Wort, Schwester."
Der Wolf setzte sich. Bryoja strich ihm über den Kopf. Dann lächelte sie entschuldigend in Isildurs Richtung. "Das ist noch nicht ausgestanden, aber vorerst ist die Rangordnung geklärt. Du hast einen Sonderposten erhalten, bis beide Seiten unter gleichen Bedingungen stehen. Das heißt, du solltest verletzt bleiben, wenn du nicht gegen meinen Freund antreten willst." Bryoja grinste. Für einen Krieger wäre das natürlich keine Option und sie sah Isildur als solchen. Er machte einen starken Eindruck, sofern man das von einem Wolfsmenschen-was-auch-immer sagen konnte. "Komm mit in mein Zelt. Ich habe Vorräte und auch die nötigen Utensilien, um deine Wunde zu versorgen. Vielleicht magst du mir erzählen, wie du zu ihr gekommen bist."
Die Hünin kehrte ihm den Rücken zu und marschierte auf ihren kleinen Lagerplatz zu. Sie zog die Zeltplane ein Stück beiseite. Im Inneren sah es gemütlich aus. Der Boden war mit Lederflicken und Pelzen ausgeschlagen. Es gab dicke Wolldecken. Nur der Eingangsbereich war freigelassen worden. Dort lagen auch ein Rucksack und zwei kleine Handäxte bereit. Karg, aber das nötigste für jemanden auf Reisen war vorhanden.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 25. November 2011, 13:13

Isildur war wachsam, beobachtete jede Reaktion des anderen Wolfes. Natürlich wollte Isildur sich ebenso wenig unterwerfen wie Atka. Bryoja behielt die Aufmerksamkeit auf den beiden. Ihre Haltung zeugte davon, dass sie dieses Gebaren kannte.
Dann schnellte Atka vor, versuchte Isildur Kehle zu ergreifen. Hier war es eindeutig von Nachteil dass Isildur etwas größer als der andere Wolf war. Aber seine Reflexe waren gut. Er drückte sich mit dem Oberkörper nach unten, schnappte ebenfalls von unten nach der Kehle von Atka, welche jetzt hoher als er selber war. Tief geduckt knurrte Isildur , hatte jetzt ebenfalls die Ohren dicht am Kopf.
Die donnernden Worte von ihr, ließen den anderen sofort aufhören. Worte drangen zu Isildur, welche er sonst nicht verstand. Eine Mischung aus Lauten und Sprache.
Der Innere frieden, der obwohl die Situation angespannt war, wich. Es schien zu kippen, sobald er sich mit dem Wolf im Unklaren war.
Was hat das zu bedeuten?
Seinen Kopf noch dicht am Boden, selber noch bereit zum weiteren Angriff, versuchte der Wolfelf sich aus dem Sprache einen Sinn zu machen. Isildur merkte nicht, dass er mehr und mehr auch die Sprache verstand, welche für andere nur als tierische Laute wahrgenommen wurde.
Was geschieht mit dir?…Familie …Alpha…Schwester?!…. Das wurde doch gesagt, oder? Jedenfalls habe ich das verstanden… Ist das jetzt gut, wenn ich es verstehe?…
Der silberne Wolf legte seinen Kopf schräg.Anwechselnd blickte er Die Wölfin und den anderen Wolf an.
Es ist noch nicht geklärt, oder?….ah!” das gleiche schien hier zu geschehen wie im Hymlia, Isildur verstand zwar nur Satzfetzen der wölfischen Sprache, doch genug um sich einen Reim daraus zu machen. Eigentlich beherrschte Isildur keine Tiersprache, Sturmkralle gab ihm immer so alles zum verstehen. Mal nebenbei, dass Isildur meist nicht gesprächig war. Er war ein Elf, der alles mit sich selber ausmachte. Stur und bockig, wie eben fast jeder Mann aus seiner Familie.
War das was Neldor damit meinte, man verliert sein elfisches Selbst, wenn ich mich zu oft wandle? Werde ich irgendwann mich nur so verständigen können?… ich würde ihn gerne Fragen, aber hier ist wirklich keiner der helfen kann, oder?.. Vielleicht sie? Nein, wie denn?… wenigstens wird es jetzt keinen weiteren Kampf geben…. Ich brauche eine Pause
Die starke Anspannung fiel von seiner Haltung ab, sichtlich ruhiger schien er jetzt zu sein.
Dann erhob er sich. Ein Reißen schoss wieder über die Brust. Und Isildur zuckte unwillkürlich zusammen. Seine Brust schmerzte.
Langsam erhob er sich, fast schon zu langsam. Isildur Kreislauf beschwerte sich ebenso wie seine Verletzung. Ein Grund weswegen Isildur es so langsam anging, aber dann ließ er es doch bleiben und setzte sich auf allen Vieren etwas schaukelnd in Bewegung.
Die Fremde hatte recht, jetzt wäre es kein gerechter Kampf. Atka hatte sich wachsam aufgerichtet, achtet, wie Isildur schätzte, auf seine Schwester. Konnte er verstehen, Familie war das Wichtigste überhaupt.
"Wir klären es…" Der Elfische Wolf wusste das es noch nicht ausgetragen war.das hatte Atka nur zu deutlich gezeigt.
"Ich will ihr nichts tun"
Ich kann dich sehr gut verstehen, ich würde nicht anders handeln… Atka erinnert mich an mich selber… seltsam, verhalten sich alle Brüder so?… ob es ihnen gut geht?
"Das ist noch nicht ausgestanden, aber vorerst ist die Rangordnung geklärt. Du hast einen Sonderposten erhalten, bis beide Seiten unter gleichen Bedingungen stehen. Das heißt, du solltest verletzt bleiben, wenn du nicht gegen meinen Freund antreten willst."
“in Ordnung… er wird die Chance bekommen. … bald…ich würde nicht anders agieren um meine Schwestern zu schützen!”
Langsam folgte Isildur der Frau, ließ jedoch Atka nicht aus den Augen. Man wendete einem möglichen Feind nicht dem Rücken zu. So war sein Grollen zwar leise, aber für Atka gut zu vernehmen.
Das Zelt war so, wie es Isildur erwartet hatte, praktisch für eine Reise ausgelegt. Es war windgeschützt und leicht abzubauen.
Isildur ließ sich nicht lange auffordern und nahm Platz . Wieder und wieder schnupperte er in der Luft. Für einen Menschen hat sie viel mit Tieren, vor allen Wölfen, zu tun.
Erzählen mache ich ungern… obwohl ich mich hier wohler fühle als in der Stadt…mir geht so viel durch den Kopf… ich versteh so vieles nicht, was mich jetzt betrifft…
Er starte kurz auf seine Pranken, strich sich dann durch sein Fell an den Armen.
“Ich könnte ebenso dich fragen, was du hier machst?…du gehörst hier genauso wenig her, wie Atka… woher weißt du so viel über Wölfe? Atka sieht dich als Schwester und Alpha… ich dachte nur Waldelfen sind Tieren so nah!… ” Isildur ertappte sich, dass er die Frau musterte. Es wunderte ihn, da er eigentlich Menschen gegenüber immer skeptisch war.
Sie ist ein starkes Weibchen…
Sie hatte Ausstrahlung und ein nettes Lächeln. Zwar war sie nicht so ein niedliches Ding wie Sylcia, doch hier schien Isildur etwas urtümliches anzusprechen. Sie roch nach Wildheit, Schnee und Natur. Ihr Geruch weckte etwas, was dem Elfen gar nicht passte. Besonders nach so kurzer Zeit nicht. Er räusperte sich, seine Pranke strich sich über seine Schnauze. Tief zog er dabei die fremden Gerüche ein.
Toll, als hätte ich nicht genug Sorgen,! …alle Instinkte laufen drüber und drunter! … Die Verletzung habe ich von einem…wie sagt man…Piraten?…ich war so dumm auf einen Menschen herein zu fallen, der bei der ersten Schwierigkeit geflohen war… ”Ein Knurren entfuhr seiner Kehle, bei den Geschehnissen der letzten Zeit.
“bin in Gefangenschaft geraten und sollte anderen dienen…”
Von draußen hörte er Atka, wie dieser sich vor dem Zelt bewegte. Isildur Ohren spitzen sich automatisch.
“Bryoja? Hättest du mir auch geholfen, wenn ich kein Wolf- oder so, gewesen wäre… was glaubst du, was ich bin?“ Isildur war abwesend, sprach tatsächlich den Gedanken laut aus. Er war Anstrengung gewohnt, aber mit körperlichen Leiden und sich selber zu kämpfen war auch für ihn ziemlich viel.
Der Waldelf hatte einen Platz gewählt, wo er guten Überblick hatte. Besonders der Ausgang war für ihn von hohem Interesse. Wieder zuckte der Schmerz durch seine Brust.
“du sagst du hast was für einen Verbandwechsel da?” Ohne abzuwarten und sich selber von allen abzulenken, versuchte Isildur sich den Verband selber ab zu machen. Als dieser endlich fiel, regte er die Schnauze aus einem Impuls um sich die Wunde zu lecken.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 1. Dezember 2011, 01:34

Ein Blick in Atkas braune Augen genügte, um verständlich zu machen, dass es noch nicht vorbei war. Und auch seine Haltung sprach es aus. Er präsentierte sich aufrecht, geradezu stolz, aber die hängenden Lefzen und aufgestellten Ohren signalisierten, dass er derzeit keine Bedrohung darstellte. Aber er blieb wachsam, das musste ebenso klar sein. Atka war niemand, der sich einen Kampf nehmen lassen würde, selbst wenn es nur um die Rangordnung im Rudel ging und selbst, wenn er sich dazu einem Gast entgegenstellen musste. Dieser Begriff hatte unter Wölfen eine andere Bedeutung als unter Menschen. Bryoja verstand das und hatte rechtzeitig eingegriffen.
"Du wirst dich noch mit ihm messen müssen", erklärte sie Isildur, während sie sich in ihr Zelt begaben. Atka blieb davor zurück, tappste ein wenig umher und markierte dann einen kleinen Strauch Heidekraut in der Nähe. Mit den Hinterläufen wetzte er Erde und Dreck ab. Mein Revier, wage es nicht, es zu beanspruchen, konnte ein Wolfskenner schlussfolgern. Anschließend hockte sich der cremefarbene Wolf an den Rand der Klippe. Sein Blick schweifte über das Meer und die am Fuß der Klippe anschmiegende Küste. Die Möwen interessierten ihn reichlich wenig.
Unterdessen hatten sich Bryoja und Isildur ins Innere des Zeltes begeben. Dort angekommen ließ sich die kräftige Frau auf den Fellen nieder. Offensichtlich dienten sie nicht nur als Schlafplatz. Sie zeigte einladend neben sich, während sie nach ihrer Ausrüstung langte. In ihrem Rucksack fänden sich alle notwendigen Materialien, um zumindest den Verband des Wolfsmannes auszubessern. "Wo sind deine Schwestern? Bist du Teil eines großen Rudels? Ich habe nie zuvor einen wie dich gesehen." Der Versuch, sich etwas besser kennen zu lernen und ein wenig Vertrauen aufzubauen. Vielleicht wollte Bryoja auch nur ein wenig plaudern, aber die Vermutung lag wohl bei Ersterem. Sie wollte denjenigen kennen, den sie vor einer Meute wilder Piraten gerettet hatte. Mehr oder weniger, denn eigentlich hatte sie Isildur nur aus der Gefahrensituation heraus gebracht. Auch bezüglich Rumdett wäre es wohl noch nicht vorbei. Blutzecke Aiden würde ihn nicht so bald wieder antreffen, ebenso wenig wie Roderick. Ob man Isabeau und ihrem Sohn etwas antat? Diese Frage konnte Isildur nicht beantworten, aber nur hoffen, dass die Piraten keinen Grund sahen, weil es ihnen keinen Vorteil brächte. Er hatte zwar Hure und Kind als Lohn gefordert, aber das hieß nicht, dass ihm derart viel an ihnen lag. Man hätte Otis vielleicht längst mit beiden zu einer Rückkehr bewegen können, doch der abgerissene Kerl hatte sich seither überhaupt nicht mehr blicken lassen. Wo er wohl steckte?
Bryojas Anwort lenkte wieder auf die aktuelle Lage. "Natürlich könntest du und dann würde ich dir antworten, was ich zu allen anderen auch sage. Ich bin hier, um mit den Anführern der Piratengemeinschaften zu sprechen." Sie schaute auf, nun mit gerunzelter Stirn. Verwirrung lag in ihrem kühlen Blick. "Ich kenne Waldelfen nicht, aber du scheinst die Mantroner nicht zu kennen." Dabei beließ sie es, als wäre dies Antwort genug. Sie konnte man schon als kleines Mysterium bezeichnen, in jedem Fall aber wortkarg. Reden war offenbar nicht ihre Stärke oder wollte sie einfach nicht mehr sagen?
"Die meisten Menschen Rumdetts geben sich raubeinig und grob, letztendlich sind sie aber alle feige Schweine. Mach dir nichts draus, so sind Piraten. Sie kommen gegen die Tapferkeit meines Volkes nicht an. Lass dir nur nicht deine Freiheit nehmen!" Bryoja packte einige Rollen Verband aus, außerdem ein kleines Messer zum Schneiden und ein verkorktes Fläschen, dessen Inhalt durchsichtig war. Der Korken konnte den Geruch jedoch nicht komplett ausschließen. Isildurs Schnauze witterte sofort, was er zu Hauf in der Taverne gerochen hatte: Alkohol.
"Ich weiß nicht, ob ich dir geholfen hätte, wenn du anders wärst. Angesprochen hätte ich dich in jedem Fall." Sie musterte ihn ausgiebig, als er fragte, was sie wohl in ihm sah. Ein Schnauben kam über ihre Lippen. "Du siehst wie ein Wolf aus, aber du verhältst dich nicht komplett so. Da ist noch etwas Anderes, etwas Nicht-Wölfisches. Wer dich genau beobachtet, erkennt es in der Art wie du gehst, atmest und dass du deutlich sturer bist als jeder Wolf, den ich kenne. Ja, noch dickköpfiger als Atka und dich kenne ich kaum. Es ist ein Bauchgefühl, aber du bist kein richtiger Wolf." Ihr Blick ruhte nun auf ihm. Diese eisblauen Augen konnten streng wirken; geradezu hart. Dann löste sich der Blickkontakt abrupt. Sie schob ihm die Verbandsmaterialien zu. Dann fiel ihr Blick auf seine Pranken, die den alten Verband lösten. Darunter kam die Wunde zum Vorschein. Sie war ein Stück weit aufgerissen und das rote Fleisch glänzte feucht. Wenigstens schien es frei von Eiter zu sein.
Als Isildur den Kopf senkte, um nach wölfischer Manier die Verletzung zu lecken, packte Bryoja nach vorn. Niemand, nicht einmal Isabeau, hatte es bisher gewagt, nach seiner Schnauze zu fassen. Die Hünin aber zeigte keine Furcht, nicht ein Fünkchen davon war zu wittern. Sie griff zu, um die wölfische Schnauze nach oben zu drücken. Mehr hatte sie nicht vor. "Lass mich das machen, Stolz hin oder her." Schon langte sie nach dem Fläschchen mit Alkohol. Bryoja mochte keine Heilerin sein - bei den Göttern, ganz bestimmt nicht! Aber sie wusste, dass reiner Alkohol ein sehr gutes Mittel war, um Wunden rein zu waschen. Dass es bis in Isildurs Schwanzspitze brennen könnte, würde er wie ein Mann tragen und aushalten müssen. Sie fragte sich, wie seine Reaktion wohl wäre. Mantroner bissen die Zähne zusammen...
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Donnerstag 1. Dezember 2011, 13:39

Dem ihn zugewiesene Platz nahm Isildur nur zu gerne an. Er selber wusste ebenso wenig wie sie wie er sich verhalten konnte. Draußen hörte er wie Atka im Sand scharte. Isildur konnte nur vermuten, was Atka dort machte. Dies hatte Nachtschatten auch des Öfteren gemacht, jetzt biss der Geruch in Isildur Nase.
Also nimmst du mich eindeutig als Eindringling war.
Bryoja schien die Anspannung etwas lockern zu wollen, jedenfalls frage sie neugierig nach.
“Sie sind weit weg… keine Ahnung wie ich zu ihnen kommen soll. Wir sind getrennt wurden.. Ja, mein Rudel ist groß. Gewöhnlich ziehen wir zu dieser Zeit in wärmere Gebiete, wir leben dann auch in Zelte, so wie dieses.…glaube mir, ich wusste auch nicht, dass es so was wie mich gibt.”
Kurz sah er Atka draußen, wie dieser vor dem Zelt sich bewegte. Der Schrei der Möwen drang an seine Ohren. Wieder kehrte diese Stille ein. Die Hünin versuchte er nicht zu stark anzustarren. Sie machte ihn nervös. Mal nebenbei, dass sie es schaffte ihn zum reden zu bewegen. Es war so völlig anders als in der Stadt. Seine Gedanken kreisten wieder zu Isabeau und Aiden.
Ob Aiden ihn suchen lassen würde?
Der hat anderes zu tun…aber sollten sie mich wieder erwischen, wird es mehr als nur ein paar Schwierigkeiten geben…. hoffentlich sind ihm Isabeau und ihr Sohn nicht wichtig genug, dass sie dafür zahlen müssen…. Dein Kopf ist mal wieder überall…
Er blickte sich genauer hier um. Versuchte über die Utensilien mehr über die Frau vor ihm zu erfahren.


"Natürlich könntest du und dann würde ich dir antworten, was ich zu allen anderen auch sage. Ich bin hier, um mit den Anführern der Piratengemeinschaften zu sprechen."
Isildur musste grinsen. Sie war sehr wachsam, erzählte nicht gleich jedem alles. Was natürlich verständlich war, so war Vertrauen etwas, was man sich über lange Zeit aufbauen und verdienen musste.
“Gut geantwortet. Was weißt du schon von mir! Doch es scheint etwas ernstes zu sein, sonst würdest du nicht einen Ort aufsuchen, der dir ebenso unangenehm ist. Ich frage nicht weiter… abert einen Rat gebe ich dir, diese Anführer sind verschlagen und würden dich vermutlich ebenso fangen. Mir wurde gesagt, man muß sich einem anschließen, damit man nicht vollkommen in der Stadt verloren geht.”
Den Blick, den er ihr zuwarf sagte deutlich, ich bleibe trotzdem wachsam, ob du nicht vielleicht doch ein Feind bist. In noch eine seltsame Sache wollte er nicht verwickelt sein.
Wenn man sich freiwillig mit diesen Menschen einlassen will, stimmt gehörig etwas nicht. Vielleicht braucht sie Hilfe

“Matroner? Nein, das sagt mir nichts. Gehörst du diesem Volk an? Waldelfen sind das Elfenvolk, welches der Natur noch am nahesten ist- das einzig wahre Elfenvolk” jedenfalls sah es Isildur und ein teil seines Clans so. Waldelfen waren robuster und widerstandfähiger und vor allen sie wussten wie man in der Wildnis überlebte und verzweifelten nicht, so wie der Freund von Yavanna es ständig tat.
“feige ist kein Ausdruck, Väter, die ihre Familie in Stich lassen! Ich habe nicht mal ein Wort dafür. So was kommt bei uns nicht vor. Hmm, die Tapferkeit deines Volkes? Du hast die Wölfe auf deiner Seite und er sieht dich als ein Teil seines Rudels, dass beweißt mir mehr als die Aussage von Tapferkeit…aber mutig bist du. Freiheit würde ich mir NIE nehmen lassen, ich würde dafür kämpfen. Lieber in Freiheit sterben als in Knechtschaft leben.”
Hast du Quwasselwasser getrunken?…du bist nervös und redest mehr als sonst…. Aber nur so kann ich was rauskriegen!
Er beobachte wie sie die Verbandsrollen aus ihrer Tasche hole und blickte neugierig auf das Fläschchen. Der Geruch von Alkohol stach hervor und unwillkürlich knurrte Isildur leise. Er wusste das Alkohol die beste Möglichkeit war eine Wunde zu reinigen, doch es brannte wie Teufel. Aber die andere Alternative, dass sich die Wunde wieder entzündete war auch nicht besser.

"Ich weiß nicht, ob ich dir geholfen hätte, wenn du anders wärst. Angesprochen hätte ich dich in jedem Fall."
“Warum? ”
Interessiert legte er den Kopf schräg.
Er merkte dass er recht neugierig wurde, was diese Frau betraf. Schön, es war keine Elfe, aber sie war ihm irgendwie näher als die Frauen, die er zuletzt getroffen hatte. Wieder sah er nach Atka, merkte nicht, dass er seine Gedanken laut ausgesprochen hatte. Ihr Schnauben ließ ihn zu ihr blicken.
“Du siehst wie ein Wolf aus, aber du verhältst dich nicht komplett so. Da ist noch etwas Anderes, etwas Nicht-Wölfisches. Wer dich genau beobachtet, erkennt es in der Art wie du gehst, atmest und dass du deutlich sturer bist als jeder Wolf, den ich kenne. Ja, noch dickköpfiger als Atka und dich kenne ich kaum. Es ist ein Bauchgefühl, aber du bist kein richtiger Wolf."
“ich habe laut gesprochen?…nein, ich bin kein Wolf- aber was ich bin, weiß ich auch nicht. Diese Gestalt..“ er zeigte an sich runter.
“…diese Gestalt habe ich erst seit ein paar Tagen, keine sorge, du musst mich nicht so streng ansehen, ich will dir nichts böses. ...Sagt dir der Begriff Silberblut etwas? Wieso erzählst du ihr das alles?… weil ich Hilfe benötige. ..Also mein Volk oder vereinzelte von meinem Volk, sind in der Lage sich in das Tier der Seele zu verwandeln… Aber man darf es nicht zu oft machen, weil man sein Selbst verliert, leider weiß keiner wie oft man es machen darf, ohne Folgen zu tragen. Und Silberblut, naja, das sieht man am Fell … die Sturheit, ja, dafür bin ich bekannt.“ Er sengte kurz betroffen den Kopf.
Isildur hatte gerade einer Fremden mehr erzählt als sonst jemanden. Er wusste nicht mal warum er das getan hatte. Er schob zwar vor, weil er ihre Hilfe brauchen konnte. Doch war es das wirklich? Er wusste es nicht. So vieles verstand er nicht.
Isildur sah die Verbandsmaterialien, welche sie zu ihm geschoben hatte. Er nickte ihr dankbar zu.
Die Wunde ist wieder aufgegangen! Das war ja zu erwarten.., sieht sauber aus..hmm
Und schon wollte er über die Wunde lecken. Fast war er über die Wunde, die Augen dabei leicht geschlossen, da packte ihn Bryoja von unten an die Schnauze. Der Wolfelf zuckte zusammen. Riss die Augen auf und starrte die Frau an. Selbst das Knurren blieb ihm im Halse stecken. Völlig verdattert war er, konnte nicht fassen, was sie da gerade gemacht hatte. Ruckartig entwand er seinen Kopf.
"Lass mich das machen, Stolz hin oder her."
“das entscheide noch immer ich…“ aber sie griff schon nach dem Fläschchen.
Wieso neigen Frauen immer dazu mich zu ignorieren? Naja, weil man so durch meinen sturen Kopf kommt….das wird brennen.
Er wollte ihr das Fläschchen entnehmen, zögerte dann aber doch als er seine Pranken im Verhältnis zu ihren Händen sah. Deutlich konnte er noch die Bissspuren an ihrem Gelenk sehen. Sie würde sich nicht abweisen lassen. Sie kannte die Gefahr.
Es war glück, dass ich sie nicht richtig erwischt habe. Der Geruch beisst!…
So musste sich Isildur geschlagen geben, wenn er ihr nicht Schaden wollte. Er spannte sich an, atmete tief ein und aus. Schmerz kannte Isildur. Schmerz war alltäglich, wenn man sich tätowierte oder auch wandelte. Er hatte gelernt diesen anzunehmen. Aber es würde ein anderer Schmerz sein. Bei jedem Einatmen zog er ihren Geruch mit ein, es kämpfte in ihn. Die alte Vorsicht und die Stimme des Wolfes, der diese Frau gut riechen konnte.
Der das Weibchen spüren wollte.
Als der Alkohol die Wunde berührte, passierte erst mal nichts. Es war nur kühl. Dann reagierten die Nerven auf das Mittel und sendeten eine Schmerzwelle durch seinen Körper, die seine Rute zucken ließen. Der Wolfelf riss den Kopf hoch, schnappte kurz nach Luft. Seine Agen hatte er zusammen gekniffen, seine Atmung ging stoßartig.
“Gnnngrr..”
In..den..Schmerz hinein…
Dann hob sich der Brustkorb zu einem starken Atemzug und senkte sich bei Ausatmen. Es brannte grausam und die Zähne von Isildur knirschten. Doch der Schmerz war kein langer, sobald sich der Alkohol verflogen war, beruhigte sich auch der Schmerz.
Seine Pranken hatten sich kurzweilig in das Fell unter ihm gegraben.
Isildur war kein Matroner, aber ein Waldelf, was wohl den Matronern am nächsten kam. Sein Kopf sengte sich. Blickte sie an. Seine Schnauze drückte sich kurz an sie, bevor er sie rasch wegzog.
Wieder reagierte er aus Instinkten heraus.
“du… du solltest den Biss von mir auch reinigen… zur Vorsicht!” Immerhin wusste man ja nicht, ob das Essen aus dem Hurenhaus und das Blut des getöteten Piraten nicht schädlich war. Vorsicht war immer besser.
Er blickte sich suchend um. Wusste nicht mal was er suchte.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Samstag 3. Dezember 2011, 01:02

Bryoja schmunzelte und wiederholte Isildurs Worte: "Wärmere Gebiete." Sie konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. "Wärst du in meiner Heimat, wäre dies hier ein überaus warmes Gebiet." Erneut musterte sie ihn. Er würde sich unter den Mantronern vielleicht sogar wohl fühlen. Jedenfalls besaß er ein dickes Fell, das von allein noch dichter wachsen würde, wenn es rings um ihn herum erst einmal schneite. Aber sie befanden sich nicht im Eisreich, sondern nahe Rumdett. Da war das Klima schon angenehmer. Bryoja war es beinahe schon zu warm. Isildur konnte es nicht wissen, aber das hier war ihre erste Reise ins Reich der Dunsthügel. Demnach kannte sie fremde Völker und Wesenheiten auch weitaus weniger als andere ihres Volkes, die regelmäßig zur See gingen. Es wunderte sie allerdings, wie Isildur von sich selbst sprach. Es klang so, als sei er ein Sonderfall. Waren Wolfsmenschen etwas Außergewöhnliches? Die Rumdetter hatten erschreckt und wachsam auf ihn reagiert.
Sie wollte schon nachhaken, da erklärte sich Isildur von sich aus. Aufmerksam hörte die Mantronerin zu. Isildur hatte auch viel zu erzählen. Sie beobachtete ihn, während er geradezu schwatzte. Ob er immer so gesprächig war? Falls ja, würde sie ihm nicht anbieten, hier mit im Zelt zu übernachten. Dann sollte er in die Stadt zurückkehren, die ihm offenbar ebenso wenig gefiel wie ihr. Aber ein Plappermaul brauchte sie nicht, wenn sie müde war und schlafen wollte. "Du bist also kein Wolf, sondern? Silberblut höre ich zum ersten Mal, aber es gibt vieles, das ich noch nicht weiß. Deshalb bin ich noch lange nicht dumm, das kannst du dir merken!", fügte sie rasch an. Es klang grob, aber ihre Mimik verriet, dass sie es nicht so ernst meinte, wie es sich anhörte. "Deine Seele gleicht also einem Wolf, wie?"
Sie trug den Alkohol auf, ungeachtet dessen, was Isildur auch sagte. Sein Protest ging einfach unter. Es brannte, Bryoja meinte dazu lediglich: "Beiß die Zähne zusammen. Du bist doch kein weinerlicher Bengel." Ja, sie besaß die Stärke und Härte einer Kriegerin. Außerdem ließ sie sich ihre Aufgaben nicht aus der Hand reißen. Sie stellte das Fläschchen Alkohol beiseite. "Deine Entscheidung, mein Schnaps." Es folgten Nadel und Faden, was ein Weilchen dauerte. Daran erkannte man, dass diese Frau keine feinen Arbeiten gewohnt war. Sie tat sich nicht minder schwer damit, das Garn durch das Nadelör zu ziehen als Isildur. Irgendwann war es aber doch noch geschafft. Bryoja vernähte die Wunde neu, anschließend folgte der Verband. Mehr konnte sie nicht tun. Schließlich betrachtete sie sich die Bisswunde an ihrem Handgelenk - und nickte. "Du hast Recht. Ich kann nicht kämpfen, sollte sich das entzünden. Und ich weiß ja nicht, wo du mit deinem Maul schon überall gewesen bist. Und ... das Gesicht vielleicht auch." Schmunzelnd fuhr sie mit den Fingern über ihre Wange, wo Isildurs kalte Schnauze sie gestreift hatte.
Sie griff wiederholt zum Alkohol, desinfizierte ihr Handgelenk, ohne mit der WImper zu zucken. Lediglich, als sie versuchte, auch sich einen Verband anzulegen, musste sie feststellen, dass die allein nicht so leicht zu schaffen war. Bryoja schaute Isildur an. "Würdest du?" Sie war sich nicht zu schade, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es nicht anders ging. Ihr Stolz versperrte ihr also nicht alle Wege, wie es bei ihrem Gegenüber manchmal der Fall war.

Nachdem sie beide versorgt und die Sachen wieder in den Rucksack geräumt waren, lehnte sich die Mantronerin auf ihrem Platz zurück. Sie konnte nicht aufhören, Isildur zu mustern. Bei ihr gab es nur den Unterschied, dass sie ihn nicht anglotzte, als sei er nicht von dieser Welt. Vielmehr lag in ihrem aufmerksamen Blick auch ein Sinn für Faszination. "Was bist du, wenn kein Wolf?", erkundigte sie sich erneut. "Ein Mensch? Ein Pirat? Ich möchte gern mehr über dich erfahren, nun, da du schon einmal hier bist."
Plötzlich drang ein Knurren von draußen bis in das Zelt hinein. Es war tief und grollend. Wölfisch. "Atka?" Bryoja erhob sich. Sie schob die Zeltplane beiseite und trat nach draußen. Wenn das so weiter ging, würde sie niemals mehr über ihren Gast erfahren, aber das war es nicht, was sie beunruhigte. Atka knurrte selten und ihr Lagerplatz war sicher. Könnte ihnen jemand gefolgt sein? Etwas stimmte nicht. Plötzlich drang auch aus ihrer Kehle ein Laut. Es klang wie ein überraschter Aufschrei. "Bei Ventha, was ist denn das?!"
Atka bellte nun. Man sah seinen Schatten vor der Zeltwand umher springen, daneben befand sich die stämmige Gestalt der Mantronerin. Aber es war noch etwas Anderes anwesend. Etwas Kleines wuselte zwischen den beiden umher. Ein Kichern gesellte sich unter das Kreischen der Möwen. Isildur würde am wenigsten von alldem mitbekommen. Er konnte vermutlich nur noch ein rotes Zipfelmützchen erhaschen, das zwischen einigen der Heidekräuter verschwand. Atka setzte ihm gerade nach, schnuffelte wild in den Sträuchern, musste sich aber winselnd geschlagen geben.
"Was war das, mein Freund? Hat es dir etwas getan und wo kommen diese Sachen her?" Besagte Sachen, auf die Bryoja jetzt zeigte, kamen zumindest einem von ihnen bekannt vor. Jedenfalls großteils. Dort auf dem harten Erdboden lagen eine fein gefertigte Rüstung aus Rinde, eindeutig elfische Machart. Daneben ruhten ein Jagdmesser und ein Schwert in ebenfalls kostbar ausgearbeiteter Scheide. Über all dem lag quer der vertraute Elfenköcher mit den Pfeilen aus Isildurs Heimat. Er konnte sie sofort am Gefieder erkennen. Und ganz oben auf schimmerte das Holz seines geliebten Bogens, wo auch immer er herkam. Um seinen Griff gewickelt glänzte ein kleines Steinchen an einer Schnur. Es war rot, das Licht des Tages brach sich darin, so als funkelte ihn ein mysteriöses Auge an. Wie kam Isildurs Ausrüstung nur hierher? Alles befand sich doch ursprünglich bei seinen Schwestern!

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Geld: 0D, 0L, 0F
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 4. Dezember 2011, 16:37

"Wärmere Gebiete. Wärst du in meiner Heimat, wäre dies hier ein überaus warmes Gebiet.
da scheint ja ihrer Heimat richtig kalt zu sein. Erklärt den Geruch von Schnee an ihr.
Dann folgten seine Erklärungen was Silberblut war und der Elf, der sonst kein großer Redner war, merkte dass er grade zu am Schwatzen war. Seine Schwester Myrjala würde wohl stolz sein und sich freuen, dass der große Bruder also doch richtig viel reden konnte. Hätte er nämlich in diesem Moment die Gedanken der Matronerin gewusst, so hätte der Waldelf laut losgelacht. Er selber war damals mehr als einmal um den Schlaf gekommen, wenn Myrjala wieder viel zu erzählen hatte und er ihr zuhören sollte, damit er sie nicht zum Weinen brachte. Ihr ewiges Druckmittel, Weinen auf Knopfdruck.
"Du bist also kein Wolf, sondern? Silberblut höre ich zum ersten Mal, aber es gibt vieles, das ich noch nicht weiß. Deshalb bin ich noch lange nicht dumm, das kannst du dir merken!"
„merke ich mir!“ sie verteidigt sich gleich, als könnte man sie für dumm halten. Ich schätze sie nicht so ein, nur eventuell etwas unwissend, was wohl einiges betrifft. Ich habe ja auch das Problem. Ist ja niedlich, große Kriegerin, will aber nicht für dumm gehalten werden. Viele Menschen, jedenfalls denen die ich begegnet bin, waren anders. Denen musste ich es mehrmals sagen, bevor sie endlich etwas verstanden…oder auch nicht., damit sie aus dem Wald verschwanden.
Das Isildur dabei nie die Sanftheit in Person war, war nicht von Interesse für den Elfen. Entweder folgte man sofort den Anweisungen des Waldelfen, oder hatte die Konsequenzen zu tragen. Was bei d abzukommen hieß. Verstand man diese erste Warnung noch immer nicht und betrat trotz der Warnung die Elfenwälder, so war es oft der letzte was man von diesen Personen lebend mitbekam. Isildur war diesbezüglich hart. Zu oft hatte es Schwierigkeiten mit Menschen gegeben, die sogar schon Entführungen oder Tod mitbrachten. Oft waren es Menschen, die sich für besonders mächtig hielten und keine Gefahr einschätzen konnte, sie ereilte dann oft der Tod durch einen wohlgezielten Pfeil. Die Natur kümmerte sich meist um die Reste.
"Deine Seele gleicht also einem Wolf, wie?"
Zeitgleich desinfizierte sie jetzt die Wunde. Dämpfte jeder Protest indem sie barsch antwortete, was Isildur gut kannte. Das man ihn so behandeln musste, wusste der Waldelf von seinen Schwestern. Ignorieren war dann das Beste.
Er fing sich, beobachtet wie sie sich abmühte den Faden durch Öhr zu bekommen.
Sie hat tatsächlich nicht viel Ahnung davon…ich hätte es selber machen sollen, aber noch funktioniert es nicht so gut. Ich könnte den Faden noch schlechter halten.
Sie näherte sich ihm, und wieder spannte sich sein Körper wegen der Berührung an. Nicht vor Schmerz, einfach ihre Nähe. Sie war ihm so nah. Er spürte ihren Atem auf seinem Fell, was ein feines Kribbeln auf seiner Haut bewirkte. Es war nicht wie bei Isabeau, wo er ein starkes Sträuben verspürte, sondern der Geruch eines starken Weibchens. Er nahm den Kopf hoch und atmete von ihr weg. Konzentrierte sich auf die Gerüche von draußen.
Lenk dich ab…erzähl ihr was…sie hatte etwas gefragt.
„wie? …Das weiß ich nicht, das hat mich nicht interessiert….aber der Wolf ist stärker durch das Silberblut. Es hat mich gerettet, als ich vom Fluch eines Werwolfes betroffen war. Ich rede zu viel“ Isildur kratzte sich verlegen hinter einem Ohr.
"Du hast Recht. Ich kann nicht kämpfen, sollte sich das entzünden. Und ich weiß ja nicht, wo du mit deinem Maul schon überall gewesen bist. Und das Gesicht vielleicht auch."
ich habe mich nicht im Griff, waschen hilft da auch. Immerhin hast du keine Verletzung im Gesicht, jedenfalls sieht es nicht danach aus. Seltsame Hautfarbe! Sie wirkt wie Eis. Kühl! Aber es fühlte sich nicht so an. Ihr Gesicht ist warm...sie wirkt herzlich“
"Würdest du?" sprach sie dann an, nachdem sie ihr Handgelenk ohne Regung im Gesicht desinfizierte. Sie hielt die Binden Isildur entgegen und tatsächlich brauchte er einen Moment um zu verstehen, was sie meinte. Dann nickte er knapp und griff sich den Verband.
„Sag mir, wenn es zu stramm ist“ er begann vorsichtig den Verband um ihr Gelenk und damit es nicht verrutschte um die Hand zu wickeln. Er wusste wie man es tat, oft genug musste seine Schwester es bei ihm machen und Isildur kannte die notwenigsten Griffe, sich im Notfall selber zu behandeln. Beim letzten Teil riss er es ein und verknotete es. Jetzt musste sie testen, wie gut die Beweglichkeit noch da war.
Dan half er ihr die restlichen Utensilien zusammen zu schieben. Nur bei der Nadel dauerte es etwas bis der Waldelf den Trick raus hatte und anstatt den Fingerkuppen die Krallen verwendete. Alles brauchte seine Übung. Er hob die Nadel hoch, ließ sie wieder fallen und hob sie wieder hoch. Von mal zu mal ging es schneller und klappte auch mit der anderen Hand und anderen Fingern. Isildur nickte zufrieden. Dann blickte er zu Bryoja. Ihre Aufmerksamkeit war auf ihn gerichtet. Isildur kannte es angestarrte zu werden, doch diesen Ausdruck war anders. Faszination.
„Möchtest du was fragen?“ und tatsächlich kam auch sogleich eine Frage.
"Was bist du, wenn kein Wolf? Ein Mensch? Ein Pirat? Ich möchte gern mehr über dich erfahren, nun, da du schon einmal hier bist."
„mehr?...“ Isildur zögerte. „ nein, kein Mensch…ich…“ Seine Ohren zuckten plötzlich, kurz darauf knurrte Atka draußen.
„da ist jemand!“ da war auch schon Die Matronerin aufgestanden und eilte nach draußen. Isildur wäre ja gerne voraus gegangen. Aber so gigantisch war das Zelt auch nicht, dass sich zeitgleich ein Wolfelf und eine Matronerin durch den Eingang quetschen konnten.
"Bei Ventha, was ist denn das?!"
„Alles in Ordnung?“ rief Isildur aus dem inneren, er war jetzt selber aufgestanden und trat nach draußen. Er hielt kurz inne, als er eine kleine Gestalt als Schatten umherspringen sah, welche vielleicht ein feenwesen oder ähnliches war.
Was hat das zu bedeuten?
Genau kannte sich Isildur nicht damit aus. Das war eher das Fachgebiet seiner Schwestern. Aber Atka bellte laut und verteidigte das Zelt. Isildur gesellte sich zu Bryoja und blickte sich ebenfalls rasch suchend um. Er konnte Atka sehen, welcher irgendetwas nachjagte. Und sah da Isildur irgendetwas Rotes durch die Gräser immer wieder aufblitzen. So etwas wie eine Mütze oder so?
Da sonst keiner da war, folgte er erst atka, doch dieser schien keinen Erfolgt gehabt zu haben. Das Wesen war verschwunden.
„Es scheint verschwunden zu sein, …keine Ahnung was das war…Sachen?“ Isildur trat zu der Frau, welche mehr als verwundert auf etwas zeigte. Der Waldelf blieb wie angewurzelt stehen.
„wie?...das kann doch nicht sein…“ Er trat fast ehrfürchtig an die Sachen. Je genauer die sie in Augenschein nahm, desto sicher war er sich. Noch mochte er es nicht glauben, wollte sie nicht berühren, aus Angst es könnte sich um einen Traum handeln. Dann Griff er den Boden. Genau wurde dieser gemustert.
Ja , er ist es…mein Bogen…aber wie?...
Seine Finger strichen über darüber. Dies alles waren seine Sachen.
Sein Köcher mit den Pfeilen, welch er noch selber gefertigt hatte. Eins der Schwerter, welche eine seiner Schwestern ihn mitgebracht hatte. Die Rüstung aus Rinde, wie sie sein Vater nur anfertigen konnte. Alles waren seine Sachen. Seine Finger blieben an dem Stein hängen. Nur dieser war neu. Interessiert drehte er ihn in alle Richtungen.
„das ..das ist meine Ausrüstung, aber sie war bei meinen Schwestern. Wie kommt sie hierher?“ Er blickte Bryoja an. Ratlosigkeit machte sich bei ihm breit. Mehr als Dankbar war er dafür, so musste er jetzt nicht nur auf Zähne und Krallen zurückgreifen. Der Bogen bedeutete ihn sehr viel, hatte er ihn doch selber angefertigt.
Das kann nicht sein…aber Moment, habe ich tatsächlich etwas Rotes gesehen?…sind sie vielleicht alle hier…oder Derat hat es fallen gelassen? Vielleicht wollten sie mir eine Lektion erteilen. Er würde so zu ihnen passen.
Den Bogen noch in der Hand blickte sich Isildur nun wild um. Nach oben zu den Wolken, zu den Hügel und zu den Heidekräutern. Er streckte seine Nase in den Wind, versuchte irgendeinen bekannten Geruch zu wittern. Den Duft der Blütenseife, welche Yavanna und Myrjala nutzten oder den Geruch von Sturmkralle oder Nachtschatten.
„sie müssen hier sein!“ erklärte er knapp Bryoja, seine Rute schlug freudig hin und her. Er konnte nicht hier stehen bleiben. Mit raschen Schritten lief er los, dorthin wo Atka zuletzt war. Suchte den Boden ab.
Nichts. Der Hügel war der nächste Ort, wieder nichts.
„Yavanna? Myrjala?...Derat? ..wo seit ihr?...lasst den Spass, kommt!“ Doch er fand sie nicht. Keiner reagierte.
Er rief nach seiner Familie, doch der Ruf blieb ungehört. Irgendwann stand Isildur wieder an der Klippe, legte den Kopf in den Nacken und Rief. Heulte nach seiner Familie, wie es nur ein Wolf tat. Wenn die Matronerin nicht verstanden hatte in wie fern sich der Wolf in Isildurs Seele bemerkbar machte, so konnte sie eine Eigenschaft stark sehen und auch fühlen. Der Wolf war ein Familientier und rief wenn er sich allein fühlte nach seinen Artgenossen, seiner Familie.
In Abständen verholte er den Ruf, aber eine Antwort erhielt er nicht.
Was ist, wenn sie mir damit sagen wollen, dass ich erst mal weg bleiben soll? Nein! NEIN! Das ist Unsinn, das weißt du selber! Aber sie hatten so ängstlich geschaut…. Bitte nicht!...
Es dauerte eine Weile dann kam der Waldelf zurück, die Ohren hingen leicht.
“keiner da!“ kam nur eine knappe Antwort mit leicht gebrochen klingender Stimme.
Er trat zu seiner Ausrüstung und griff sich die Rindenrüstung. Er blickte zu Bryoja.
„kann ich die Sachen bei dir unterbringen? …ich würde sie mir gerne anlegen, wenn die Wunde verheilt ist…ach ja, du hattest gefragt, was ich bin…alleine! Ohne Familie! Verwirrt!... ein Waldelf…!“

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 8. Dezember 2011, 17:27

Bitte aktualisiere dein Profil noch bezüglich der Ausrüstung

Bryoja stand vor dem Haufen an Ausrüstung, betrachtete sich die einzelnen Stücke, bis Isildur zu ihr stieß. Er hatte zusammen mit Atka versucht, dieses Wesen zu finden, von dem beide nur noch eine feine Duftspur hatten ausmachen können. Sie verlor sich im Salzgeruch des Windes, der von Seeseite aus an Land geweht wurde und die Klippen umspülte wie unterhalb das eisige Meer. Atka schnaubte. Offensichtlich passte es ihm nicht, dass die Beute - der Eindringling - ihm entkommen war. Es rückte die Kompetenz des Wolfes in ein schlechtes Licht und das gefiel ihm nicht. Schon gar nicht, weil sich seine Schwester einen Gast ins Lager geholt hatte. Auch ein Wolf. Er stellte Konkurrenz in der Rangfolge dar. Atka konnte seine Genesung nicht erwarten, dann würde sich zeigen, wer von beiden das höhere Tier war.
Er trottete an Isildur vorbei und zurück zum Zelt. Dort ließ er sich gespielt desinteressiert vor dem Eingang nieder. Er lugte nur flüchtig zu der Ausrüstung herüber, tat so, als sei sie für ihn vollkommen unwichtig. Ein wenig eingeschnappt konnte dieser Wolf schon sein. Bryoja aber schaffte es, seine Laune etwas zu heben. "Gut gemacht, Atka. Von unseren Sachen ist nichts verschwunden!" Es folgte ein leises Winseln aus ihrer Kehle, das ihn mit der Rute wedeln ließ. Er erwiderte mit einem gegähnten Jaulen, dann bettete er den Kopf auf den Vorderpfoten. Die Mantronerin konnte sich wieder ihrem Gast und den Fundsachen widmen.
Da bemerkte sie, dass er wie zur Salzsäule erstarrt, da stand. Sie legte den Kopf schief, runzelte die Stirn. Schon wollte sie nachhaken, als Isildur mit ehrfürchtigem wie gleichermaßen ungläubigem Blick den Bogen aufnahm. Er strich so vertraut über das Holz der Fernwaffe, als sei sie schon ewig in seinem Besitz und dann gab Isildur eine Erklärung ab. "Deine Sachen?", wiederholte Bryoja. Wie kamen die hierher? Sie konnten ja unmöglich einfach so vom Himmel gefallen sein. "Dann müssten deine Schwestern doch auch in der Nähe sein."
Das glaubte auch der Wolfself und witterte nach einer Spur von Yavanna, Myrjala oder sogar Derat. Die Luft war frei von ihren Gerüchen. Isildur kannte diese ja bestens. Nicht einmal die bärige Note von Sturmkralle oder dieses nach Führerschaft riechende Aroma Nachtschattens waren auszumachen. Das konnte nicht möglich sein! Seine Sachen konnten nicht spurlos hierher gebracht worden sein. Es musste einen Geruch geben, aber Isildurs Schnauze fand nicht den Hauch davon. Seine Schwestern hatten die Klippe nicht aufgesucht und wenn Derat seine Ausrüstung hierher gebracht hätte, wäre ihm und Bryoja das vermutlich im Zelt aufgefallen. Derat war ein Riesenvieh von einem Drachen! Den bemerkte man, da brauchte er nicht einmal chaotische Kunststücke und Luftakrobatik zu betreiben!
Trotzdem suchte Isildur die naheliegende Umgebung ab. Selbst Atka konnte nun nicht weiterhin so tun, als ginge ihn das alles nichts an. Neugierig streckte er den Kopf, verfolgte die Bewegungen des anderen Wolfes, der nicht ganz nach Wolf roch. Auch die Mantronerin beobachtete ihn. Er verhielt sich wölfisch. Ein einsamer Wolf, der nach seinem Rudel suchte - nach ihnen rief. Bryoja seufzte, trat nicht an Isildur heran. Sie konnte nachvollziehen, wie es ihm erging. Ihr Blick wanderte zu Atka. Der cremefarbene Wolf erhob sich, als der Gast an der Klippe stand und sein Jaulen über die Winde hinaus schickte. Vielleicht fand sein Ruf das gewünschte Ziel. Atka näherte sich ihm. Er schaute kurz zu Isildur auf. Dann reckte auch er den Hals, heulte mit. Er half, Isildurs Ruf zu verstärken, heulte laut und klar. Als es getan war, blieb er an der Klippe sitzen, winselte leise: "Allein sein ist schrecklich. Willkommen, Rudelgast." Überraschenderweise verstand Isildur fast alle Worte. Lag es daran, dass er jetzt so lange schon in Wolfsgestalt war? Es fiel ihm leichter, Atkas Sprache zu ergründen. Er blieb sitzen, wo Isildur zu Bryoja zurückkehrte.

Die Mantronerin ging nur mit einem Nicken auf seinen Kommentar ein. Sie spürte instinktiv, wie schlecht es Isildur mit der Erkenntnis ging, dass offenbar seine Ausrüstung nicht aber seine Schwestern aufgetaucht waren. Das hatte auch schon etwas Sorgenvolles. Viele Fragen und keine Antworten. Vielleicht hielten sich diese Schwestern auch in Rumdett auf? Alles nur Mutmaßungen, sie würden abwarten müssen. Etwas Besseres konnten sie nicht tun.
Eine Antwort sollte die vom Volk der Tapferen allerdings erhalten und die Worte überraschten sie.
"Waldelf!" Sie musterte Isildur ausgiebig. Blieb sie absichtlich oder ungewollt länger an seiner Flanke und den Muskeln haften? "Ich kenne nur die Elfen des Eisreiches und selbst diese zeigen sich anderen Völkern eher selten. Leben in ihrer eigenen, eisigen Welt. Keiner von ihnen quasselt so viel wie du." Sie grinste. Dann hob sie die übrigen Sachen an, die noch am Boden lagen. "Verstauen wir dein Zeug, im Zelt düfte ich noch Platz haben. Danach solltest du noch etwas mehr reden. Ich glaube, deine Geschichte ist interessant." Für einen Moment kehrte Ruhe ein. Dann: "Bleibst du über Nacht oder willst du zurück in die Stadt?" Bryojas Gesicht nahm unmerklich Farbe an, doch ein kurzes, aber entschlossenes Blinzeln vertrieb die Röte aus ihren Wangen wieder.
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 10. Dezember 2011, 16:34

Der Ruf des Waldelfen blieb ungehört. Keine Antwort kam zurück. Früher schon hatte Isildur den Ruf des Wolfes ausgeschickt, aber jetzt war der Ruf eindeutig. Suchend, Fragend, berichten, wo man war.
Wo seit ihr? Ich lebe und ich vermisse euch! Bitte antwortet!
Das seine Schwestern dies nicht so machen konnten wie er, war dem Elfen nur am Rande gerade bewusst. Neben sich nahm er Atka war. Der Wolf stimmte ins Geheul mit ein. Gab dem Ganzen nach mehr Kraft.
Es war ja nicht so, dass Isildur das erste Mal von seinen Schwestern getrennt war. Aber es war das erste Mal, dass er es selber zu verschulden hatte. Er hatte die Flucht ergriffen nachdem seine letzte Wandlung schief gegangen war. Er hatte Angst vor ihren Reaktionen gehabt. Der Blick, den sie erschrocken entgegen brachten. Er war innerlich so zerwühlt gewesen, dass der Wolf in ihm Panik bekommen hatte und weggerannt war. Er hätte doch nicht gedacht, dass er aus der Stadt dann fallen würde.
Sonst war es immer so gelaufen, dass er ihnen hinterher eilte um sein Rudel, seine Familie wieder zusammen zu bringen. Würden sie kommen, wenn er sie rufen würde? Er hoffte es!
Die Worte neben ihn, ließen ihn zu Atka schauen.
War er das??..hmm, wer sonst
Isildur nickte dem Tier zu.
„danke“ sagte er nur leise, so konnte Atka wohl am ehesten verstehen, was in ihm vorging. Er atmete tief durch, fasste seinen Bogen stärken und trat zurück. Isildur war ein erwachsener Elf, doch fühlte er sich verletzter als je zuvor. Ein Schmerz im Herzen den man schwerer ignorieren konnte.
Lass dich nicht fallen, kämpfe! Du findest wieder zu ihnen!
Bei jedem Schritt sagte er sich das, doch merkte er, dass es doch schwieriger war, als gedacht. Die Matronerin sagte nichts zu seinem Verhalten. Er konnte sehen, dass sie ihm wohl den Schmerz ansah. Wieder folgte ein tiefer Atemzug, machte den Kopf wieder frei.
Danke, dass du mich nicht darauf ansprichst…ich würde nicht darüber reden wollen. Noch kann ich es nicht, obwohl du wohl mehr mitbekommen hast, als mir lieb ist.
Aber Isildur war ein fühlendes Wesen, wenn man durch seine Dickköpfigkeit durchdrang. Als sie über die Eiselfen sprach, nutzte er nur zu gerne diesen Moment um seine Gedanken wieder zu fokussieren.
„Eiselfen kenne ich nicht!...aber sie scheinen den Waldelfen ähnlich…ICH rede viel?“ Tatsächlich kam der Waldelf nicht drum herum leicht empört zu schauen. Verächtlich schnaubte er.
Ob die Matronerin dies beabsichtig hatte oder nicht, jetzt waren seine Gedanken wieder klar.
„entweder rede ich zu wenig und soll mehr reden und dann so was…wie denn jetzt? Ist das Schwierig. Du kennst meine Schwestern nicht! Aber tatsächlich rede ich viel mehr als sonst, habe mir meist alles im Kopf gedacht. Soll ich es lassen?“ Etwas energisch ergriff er sein Sachen und stapfte ins Zelt. Murrte leise vor sich hin. Tja für Isildur war so was wirklich nicht leicht. Gewöhnlich machte er mit Gesten und Blicken alles klar. Eine kurzangebundene Abwehrhaltung war meist seine Regung auf Fremde.
„nur wer redet, kann sich über andere informieren und einschätzen lernen“ versuchte er noch einen Trumpf gegen sein Quasseln auszulegen.
Das hätte von Myrjala kommen können! Ich merke ich bin selten unter andere Völker gekommen- und besonders nicht ohne meine Schwestern.
Er trat gerade wieder aus das Zelt, als Bryoja in wegen der Nacht fragte.
Ist sie gerade rot geworden? ach was, das bildest du dir ein, dann hätte es ja auch sein können, dass sie mich tatsächlich gemustert hat, als ich sagte, ich sei Waldelf
Er verschränkte kurz die Arme vor der Brust, bevor er seine Haltung lockerte. Er warf einen Blick zur Stadt, sein Fell sträubte sich merklich, dann blickte er ins Zelt hinter sich. Schaute die Matronerin an, welche ihm unvoreingenommen geholfen hatte. Der Wolf im Inneren sagte nur zu deutlich ja.
„Wenn ich dir nicht zu viel rede, würde ich bleiben!“ Jetzt war es an Isildur ein leichtes Grinsen hervor zu bringen.
„wie wär´s, du erzählst von dir etwas und ich erzähle, was mich hierher verschlagen hat“ Er legte den Kopf leicht schief, bevor er sich ins Zelt begab. Natürlich wartete er erst ab, wo er sich gemütlich machen konnte.
„Sollen wir uns die Wache teilen, oder macht das nur Atka?“

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Montag 12. Dezember 2011, 22:51

"Du bist ein Plappermaul - meine Leute würden dir dies als Beinamen geben, wenn sie dich so erleben würden. Isildur Sturmsprecher vielleicht?" Sie grinste. Es folgte ein freundlich gemeinter Knuff in die Rippengegend, im nächsten Moment schickte Bryoja eine Entschuldigung hinterher. Schließlich sollte man Isildurs Brustkorb im Moment schonen. Der Schnitt schmerzte bestimmt immer noch unangenehm, wenn er sich falsch bewegte. Aber der Wolf, der eigentlich ein Waldelf war, reagierte überraschend schnippisch auf ihre Worte. Jedenfalls ärgerte er sich ganz offenkundig. Sie zuckte nur mit den Schultern, als er nahezu provokant fragte, es sein zu lassen. "Deine Stimme ist nicht unangenehm und zum Kennenlernen ist es nützlich, wenn geredet wird. Ich stimme dir zu. Also plappere ruhig weiter, Silberblut. Ich zwinge dich weder zum Schweigen noch zum Hierbleiben."
Sie beobachtete ihn, war sie doch neugierig, ob er ihr Angebot annahm. So folgte ihr Blick dem seinen zur Piratenstadt herunter. Was für ein Nest, gefüllt mit Huren, Alkohol und Korruption. Sie lebten in Gemeinschaften zusammen und doch irgendwie jeder für sich. Bryoja traute jedem einzelnen in diesem verlogenen Loch zu, dem besten Freund ein Messer in den Rücken zu stoßen, wenn es von Vorteil wäre. Nein, das waren keine Gemeinschaften. Keine Familie, wie sie es kannte. Ihre Sippe besaß mehr Zusammengehörigkeit. Allein schon das Band zwischen ihr und Atka war fester geknüpft als jedes Tau Rumdetts.

Bryoja krabbelte ins Zelt und anschließend auf die verteilten Felle. Sie klopfte neben sich, lud Isildur so ein, sich ebenfalls zu setzen. Er hatte kaum eine Wahl, wenn er nicht den Rest des Tages stehen wollte. Das Zeltinnere bot kaum Platz, um es sich andernorts bequem zu machen, denn dort lag die Ausrüstung herum. Außerdem war der Boden wesentlich kälter als ein paar dicke Lagen gegerbter Felle, die die Kälte fernhielten. Die Mantronerin nickte auf den Vorschlag ihres Gastes hin. "Einverstanden. Wir erzählen abwechselnd von uns. Dann bekomme ich auch mal die Gelegenheit, ein wenig zu plappern." Wieder grinste sie. Es war nicht böse gemeint, das sag man ihr an. Vielmehr neckte sie Isildur ein wenig wie es Geschwister taten, kurz bevor sie sich eine Kissenschlacht oder Kopfnüsse boten. Kameradschaftliches Zusammensein mit ein wenig Herumalbern. Das war es und es passte zum Gemüt dieser Frau, sobald man erst einmal bemerkte, dass unter dieser ausgestrahlten Kühle ein freundlicher Kern steckte.
"Atka übernimmt die erste Wache. Er wird kommen und mich wecken, wenn wir tauschen. Ich ... du wirst durchschlafen. Ich möchte aufgeschlossen sein, aber ich werde nicht das Leben meines Wolfsbruders und meines vollkommen gutgläubig in deine Pfoten - Hände - legen. Es ist nicht persönlich gemeint. So und nun!" Sie rückte sich etwas auf ihrem Platz zurecht. Dann zückte sie ein Trinkhorn, dessen oberes Ende mit einem dicken Korken verschlossen war. Sie öffnete es, nahm einen Schluck und reichte es an Isildur weiter. Frisches Wasser, jedenfalls frischer als alles, was er in Rumdett bekommen hatte. "Ich stamme aus Mantron. Die Stadt verdankt ihren Namen meinem Volk, den Mantronern. Wir sind das tapfere, das freie Volk des Eisreichs. Auch wenn meine Heimat auf der einzigen Insel vor diesem gewaltigen Landstrich ist. Gibt es sonst noch etwas, das du wissen möchtest? Ansonsten bist du dran!"
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 16. Dezember 2011, 17:55

Bryoja schien es erst gar nicht zu bemerken, dass sie Isildur ärgerte, als sie ihn als Plappermaul betitelte. Auf sie wirkte er ja immerhin so. Und der leichte Knuff in die Rippengegend ließ Isildur kurz zusammenzucken. Nur zu leicht konnte man die Verletzung vergessen, wenn die verletzte Person sich sonst recht fit verhielt. Aber die Matronerin meinte es nicht böse und Isildur nahm ohne Probleme die Entschuldigung an.
„Keine Sorge, es geht!...ich reagiere so empfindlich, weil ich eher wenig rede. Meist nur das Notwendigste. Das „plappern“ macht immer meine Schwester... Aber wenn ich schweige, komm ich nicht weiter“ Vielleicht würde sie jetzt verstehen, warum er so empfindlich auf dieses Thema reagierte.
Er folgte ihr ins Zelt, ließ sich auf dem Platz neben ihr nieder. Nur um kurz darauf nochmals aufzustehen und sich eine bequemere Position zu suchen. Er wollte sich nicht an sie drücken. Zwar wollte der Wolf im Inneren sich an sie Kuscheln, aber Isildur war doch entschieden dagegen.
Seine Rute war ihm im Weg und es wirkte jetzt überforderter als vorher, bevor seine Sachen auch im Zelt eingelagert waren. Der Wolfself schnaufte auf, hielt irgendwann seine Rute fest. Hier war eindeutig weniger Platz als in dem Hurenhaus vor dem Kamin. Besonders wenn man niemanden belästigen wollte.
Das wirkt so als würdest du auch noch schüchtern sein… entspann dich, zuhause war es im Zelt sogar enger.
Langsam entspannte sich der Wolfelf, machte es sich auf dem Fell bequem. Er witterte deutlich Atka und rieb kurz seine Schnauze über das Fell am Boden. Wieder etwas, was er unbewusst tat. Seine Rute ließ er los und diese schlug anfangs noch nervös hin und her.
„Einverstanden. Wir erzählen abwechselnd von uns. Dann bekomme ich auch mal die Gelegenheit, ein wenig zu plappern." Wieder folgte eine neckische Geste und diesmal konnte Isildur nicht anders und stieß sie als Folge mit einem leichten Schlag gegen die Schulter an. Bei seinen Schwestern wäre er wohl etwas sanfter gewesen, aber die Matronerin schien ihn direkt zu fordern und nicht zerbrechlich zu sein.
„Du willst mich ärgern, oder?“ hackte er nach und er schüttelte kurz sein Fell. Es war wirklich gemütlich hier und hatte die Gemütlichkeit eines Waldelfischen Zeltes. Er lockerte seine verkrampfte Haltung.
"Atka übernimmt die erste Wache. Er wird kommen und mich wecken, wenn wir tauschen. Ich ... du wirst durchschlafen. Ich möchte aufgeschlossen sein, aber ich werde nicht das Leben meines Wolfsbruders und meines vollkommen gutgläubig in deine Pfoten - Hände - legen. Es ist nicht persönlich gemeint. So und nun!"
Isildur nickte.
Ich hätte genauso reagiert, würde nicht mein Leben und das meiner Schwestern gefährden. Zwar merke ich von dir keine Gefahr, doch werde ich versuchen…nein, Yavanna hat recht, manchmal muss man vertrauen. Atka verhält sich richtig, Bryoja ist nicht schlecht. Ich muß nicht auch noch Wache halten, weil ich keinem Vertrauen will… ich brauche den Schlaf… aber… nein, ich werde nicht wachbleiben!
„wundere dich aber nicht, ich habe einen leichten Schlaf“ vermutlich kannst du dir denken, dass ich auch vorsichtig sein will.
Er ergriff das Trinkhorn, schnupperte darüber während sie erzählte.
Wasser, das ist gut
und wollte schon ansetzen. Kurz sah er zu ihr rüber, bevor er sich einen Schluck ins Maul kippte. Ihr Geruch machte den Wolf nervös, aber im positiven Sinne. Immerhin hatte es das letzte Mal auf den Schiff auch geklappt. Aber diesmal nicht. Das Wasser landete total falsch,
„arrkkz….*Hust“…“ Ein Hustenanfall war die Folge. Isildur stemmte die Pranken auf den Boden ab und japste und Hustete das Wasser wieder hervor. Also eine Gute Darstellung von ihm konnte sie doch bei weitem nicht von ihm haben. Nicht mal ein normales Trinken aus der Flasche war ihm bis jetzt möglich. Er musste wohl alles neu lernen.
„Verdammt aber auch“ knurrte er, während er sich den Unterarm über die Schnauze rieb. Endlich hatte der Reiz nachgelassen.
Ich brauche tatsächlich einen Napf…oh nee
Mir fehlt die Übung!
“ es sieht albern aus, ich weiß“ Der Waldelf räusperte sich, drückte ihr das Trinkhorn entgegen.
„ Jetzt kenne ich dein Volk…haben deine Tätowierungen einen Hintergrund? Unter den Augen sind die Bereiche besonders empfindlich“ Er wies kurz auf ihre Wange.
Das war ein Thema was für den Waldelfen von Interesse war. Zwar sah man es nur noch auf der Haut unter dem Fell, beziehungsweise als Musterung im Fell, doch hatte Isildur gewöhnlich eine recht hohe Anzahl von traditionellen Mustern auf der Haut. Isildur selbst übte sich noch darin, immerhin war der Umgang mit der Knochennadel und dem Hämmerchen eine Kunst für sich.
„ wie bist du zu Atka gekommen? Und woher kannst du seine Sprache… ich verstehe sie zwar, irgendwie, aber ich kann sie nicht sprechen….aber zuerst ich. Ich war meinen Schwestern gefolgt, wie so oft…und ich fand sie. Wir trafen auf ein Mädchen vom Hummelvolk, das wohnt“ Er zeigte nach oben.
„irgendwo in den Wolken… Ich habe noch nie, außer meinen Schwestern, so ein verträumtes Volk gesehen. Wortwörtlich alles über den Wolken. Den Hummeln bekommt die Luft dort nicht. Wir sollten dem Mädchen helfen…naja und ich bin runtergestürzt, weil ich überreagierte und Panik bekommen habe. Bin auf einem Schiff aufgekommen und dann hier , durch meine Dummheit, in der Stadt eingefangen worden. Ich muß zu einen Schwestern zurück. …Diese Gestalt habe ich erst seit ein paar Tagen, also deshalb klappt nichts so richtig. „
Isildurs Blick war nach oben gerichtet. Für einen kurzen Moment als er seinen Sachen draußen gefunden hatte, hatte er gehofft seine Schwestern wären schon hier. Sie hätten mit Bryoja und Atka ihren Spaß gehabt, da war er sich sicher.
„ich muss einen Weg finden, wieder zu ihnen zu gelangen… sie werden mich für Tod halten, wenn sie meinen Ruf nicht gehört haben….aber mein Weg wird sich ergeben. Wo führt dich deiner noch hin? Die Stadt ist Grausam.“
Ein Gähnen übermannte Isildur und der Wolfself riss die Schnauze weit auf.
„Entschuldige…“ Er legte sich nieder, kauerte sich zusammen. Noch war er wach, doch Ruhe machte gewöhnlich schläfrig. Er blickte zu ihr hoch, den Kopf auf einer Pranke gebettet.
„Ich bin Bogenschütze…eigentlich…ich würde mich gerne bei dir erkenntlich zeigen.“

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 18. Dezember 2011, 14:59

"Du vermisst deine Schwester offenbar sehr, dass du dir ihre Angewohnheiten zu eigen machst", erwiderte Bryoja. Sie hatte Isildur nun einmal als sehr gesprächig kennen gelernt, was auch immer er dazu meinte. Für sie würde er wohl vorerst ein kleines, pelziges Plappermaul bleiben. Vielleicht auch nur, um ihn etwas zu necken. Er war der Mantronerin sympathisch. Sie beobachtete ihn aus den Augenwinkeln, bis er sich endlich niedergelassen hatte. Die Rute machte ihm eindeutig zu schaffen. Nein, er war gewiss kein richtiger Wolf und damit stellte sich Bryoja als erste Person heraus, die von Anfang an daran glaubte. Sie hatte keinen Grund, seinen Worten nicht zu vertrauen. Sie war es gewesen, die ihm geholfen hatte, sicher aus Rumdett heraus zu kommen. Isildur hatte sie nicht darum gebeten, also warum sollte sie jetzt ob seiner Erklärungen misstrauisch sein.
Aber sie war auch nicht naiv. Sie würde ihr eigenes Leben und das ihres wölfischen Bruders nicht in die Hände eines Fremden legen. Isildur sollte keine Wachschicht einlegen. Das verstand der Wolfelf auf Anhieb und beide verstanden einander. Bryoja schaute ihn lange an. "Wir werden aufpassen, dich nicht unnötig oft zu wecken."
Plötzlich konnte sie sich ein Kichern nicht verkneifen. Es sah einfach zu komisch aus, wie er leidlich versuchte, aus dem Horn zu trinken. Nein, so wurde das nichts. Noch ehe er es zurückreichen konnte, hatte sich die Mantronerin halb umgedreht. Irgendwo in der Ecke musste doch ... sie besaß ihn für Notfälle, falls mal kein Fluss, Bach oder eine Regenpfütze zur Verfügung standen. Aha, gefunden! Derweil hustete sich Isildur neben ihr die Seele aus dem Leib. Sie wandte sich wieder um, klopfte ihm leicht auf den Rücken, damit er besser abhusten konnte. "Geht es wieder? Nimm den hier ... und achte nicht auf deinen Stolz. Es ist sicher nicht leicht, plötzlich ein Tier zu sein." Sie stellte einen Napf aus Metall vor ihm ab. Innen war das Eisen glatt und glänzte. Außen tanzten ziselierte Wölfe um den Rand der Schale herum. Der Napf roch eindeutig nach Atka. Bryoja goss Wasser hinein.
"Trink und lausche." Sie räusperte sich. "Die Tapferen tätowieren sich gern. Es ist keine Tradition bei uns, aber durchaus beliebt. Manche bevorzugen besondere Symbole, um sich dadurch mehr Kraft, Zähigkeit oder einfach nur Glück zu verleihen. Andere lassen sich Geschichten unter die Haut stechen. Sie erzählen von ihren Abenteuern - nur den größten, denen sie mit knapper Not noch entgegen treten konnten. Mantroner laufen nicht weg. Niemals! Meine Zeichen gehören zu ersteren. Es sind Symbole, die mich mit etwas verbinden." Sie zeigte auf das dreieckige Hautbild unter ihrem rechten Auge. "Es bedeutet Zähigkeit. Widerstand. Ich werde nichts und niemandem weichen. Die drei anderen Formen unter dem linken Auge sind ein Zeichen meiner Glaubenszugehörigkeit. Das sind Wellen. Ich glaube an Ventha." Ihr Blick wanderte zum Zelteingang. Dahinter lag der Rand der Klippe und dort brauste das Meer auf den Strand. "Ventha ist frei und ungezwungen. Sie ist stark, tapfer. Das Meer unterwirft sich niemandem." Für einen Moment wirkte Bryoja abwesend. Sie träumte, gedachte ihrer Familie, die sie in Mantron hatte zurücklassen müssen. Und warum? Um nach Rumdett zu reisen. Sie war früh, würde sie erst einmal wieder Segel Richtung Heimat setzen können.
"Ich habe Atka von Norna Wolfsruf bekommen. Sie ist die Herrin der Wölfe von Mantron. Sie züchtet die Tiere, die mehr für uns tun als unsere Schlitten zu ziehen. Sie sind Gefährten - Brüder und Schwestern. Norna drückte mir Atka in die Hände, als er noch ein Welpe war. Sie sagte, er sei zu schwach um an der Mutterbrust zu saugen und würde deshalb vermutlich sterben. Sie kannte mich, wusste, dass ich das nicht zugelassen hätte. Aber Atka hat nicht überlebt, weil ich ihn gefüttert und gepflegt habe. Er hat überlebt, weil er einen starken Willen besitzt. Er ist klug und loyal. Ohne ihn an meiner Seite hätte ich diese Reise nicht angetreten. Es war das Mindeste, dass ich seine Sprache lernte. Norna beherrscht sie besser als ich, aber sie beschäftigt sich auch wesentlich intensiver mit Wölfen. Aber jetzt erkläre mir ... Hummelvolk?!"
Bryoja verpasste Isildur einen erneuten Knuff, dieses Mal jedoch gegen den Arm und nicht die Rippen. "Du veralberst mich doch! Ein Volk in den Wolken und du bist herunter gefallen? Du lügst doch!" Aber sie lachte. Es war schwierig zu glauben, daher wusste sie nicht mit den Worten umzugehen. Was sollte man auch schon von einer solchen Geschichte halten? Sie klang mehr als unglaubwürdig! "Bei aller Liebe, wie willst du in die Wolken zurück gelangen? Menschen, Wölfe und Elfen können nicht fliegen. Du hättest dich in einen Drachen oder einen Vogel verwandeln sollen." Sie kicherte leise, es war einfach zu komisch. Weil sie Isildur aber nicht kränken wollte, versuchte Bryoja, ihre Beherrschung zurück zu gewinnen. Sie klopfte sich gegen die Brust und atmete mehrmals tief durch - vor allem, um die Lachtränen aus den Augen zu verbannen. Wie gut, dass ihr Gegenüber weitere Fragen stellte. Die konnten perfekt ablenken.
"Mein Weg führt mich nur hierher, nach Rumdett. Die Stadt ist grausam, das weiß ich, aber ich muss im Namen der Tapferen trotzdem dorthin. Die ganzen Plünderungen auf See nehmen zu. Es gibt Bündnisse zwischen Piraten und Dunkelelfen. Ich muss in Erfahrung bringen, ob sich alle Piratengemeinschaften daran beteiligen und wie wir sie aufhalten können. Der Seeweg nach Andunie ist versperrt. Es kamen seit Tagen keine Schiffe mehr bei uns an. Selbst Santros, das weit im Westen liegt, wundert sich. Ich bin als Botschafterin der Mantroner hier, um Informationen zu bekommen. Notfalls mit Gewalt. Wenn du dich erkenntlich zeigen willst, begleite mich. Ich kann einschüchternde Helfer immer gebrauchen."
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 20. Dezember 2011, 16:25

Die Matronerin war auf alles vorbereitet. Gleich nachdem sie zu Kichern aufgehört hatte, kramte sie auch schon wo rum. Isildur, der das Trinkhorn ihr gerade geben wollte, reckte den Kopf, was sie denn suchte. Ja, auch er war manchmal neugierig. Außerdem konnte er so auch mal kurz über ihr Haar schnuppern, doch der Husten wollte so schnell nicht abklingen. Erst als sie ihm leichte Schläge auf den Rücken gab, kam es zur Besserung. Dann konnte er sehen, was sie aus ihren Sachen hervor geholt hatte. Sie hielt einen Napf.
Nur zögerlich ergriff er diesen, hielt ihn in beiden Pranken fest.
Besonders glücklich war Isildur darüber nicht und ihre Worte wussten wohl auch, dass er mit seinen Stolz zu kämpfen hatte.
"Geht es wieder? Nimm den hier ... und achte nicht auf deinen Stolz. Es ist sicher nicht leicht, plötzlich ein Tier zu sein."
Seine Zunge tauchte ins kühle Nass und wie von selbst schlabberte er das Wasser aus dem Napf. Nur der Geruch von Atka biss ihm in der Nase.
Der gehört wohl sonst Atka. Na, der wird sich freuen.
“ das Problem ist, ich weiß nicht, wo Elf oder Wolf anfängt bzw. aufhört. Alte Muster sind schwer abzulegen” kam es zwischen dem Trinken von Isildur. Er hatte die Schnauze so weit über den Napf, dass sich jedes Wort leicht blechern anhörte.
Jetzt erzählte die Matronerin wieder, ihre Geschichte über die Tätowierungen, die Isildur gespannt lauschte, während er seinen Magen mit Wasser füllte. Er sollte des Nachts nochmals raus um etwas gegen den Hunger zu machen, aber jetzt war er aufmerksam.
"Die Tapferen tätowieren sich gern. Es ist keine Tradition bei uns, aber durchaus beliebt. Manche bevorzugen besondere Symbole, um sich dadurch mehr Kraft, Zähigkeit oder einfach nur Glück zu verleihen. Andere lassen sich Geschichten unter die Haut stechen. Sie erzählen von ihren Abenteuern - nur den größten, denen sie mit knapper Not noch entgegen treten konnten. Mantroner laufen nicht weg. Niemals! Meine Zeichen gehören zu ersteren. Es sind Symbole, die mich mit etwas verbinden."
“das Volk scheint den Waldelfen ähnlich zu sein, erstaunlich. Ich dachte immer, wir wären die einzig waren, aber es gibt scheinbar auch Menschenvölker die richtig leben.
Nun beschrieb und erzählte sie, was ihre Tätowierungen bedeuteten.
"Es bedeutet Zähigkeit. Widerstand. Ich werde nichts und niemandem weichen. Die drei anderen Formen unter dem linken Auge sind ein Zeichen meiner Glaubenszugehörigkeit. Das sind Wellen. Ich glaube an Ventha."
Ihr Blick war abwesend und Isildur folgte ihren Blick nach draußen. Sie hatte eine ebenso starke Bindung zu ihrem Volk wie der Waldelf. Auch das was sie an ihrer Göttin liebte, waren Punkte, die Isildur auch vertreten konnte, obwohl er nicht von großen Wassern zu begeistern war. Aber sich keinen zu unterwerfen und frei zu sein, danach lebte der Waldelf schon ewig.
“ ich verstehe, warum du diese Gottheit magst… Wir sind uns tatsächlich ähnlich. In meiner Heimat wird auch viel tätowiert. Eigentlich trage ich einige, aber …“ er blickte an sich herunter.
“Vermutlich ist es unter dem Fell…aber diese Musterung entspricht ungefähr einen Teil davon.”
Er zeigte auf einen Arm, wo sich leichte dunkle Schatten im Fell zeigten. Direkte Formen konnte man nicht sehen.
Es folgte die Geschichte zu Atka und Isildur konnte es sich bildlich vorstellen, wie verbissen die Frau und der Wolf waren. Nicht dass er Bryoja so gut schon einschätzen konnte, aber er erinnerte sich wie Yavanna sich um Nachtschatten gekümmert hatte. Alle hatten damals gedacht, der der große Wolf nicht durchkommen würde, doch sie hatte nicht aufgegeben und schlussendlich war er bei ihr geblieben. Wenn auch jetzt zum Leidwesen Isildur. Anfangs hatte man sich ja noch verstanden, doch das Silberblut ließ den älteren Wolf mehr und mehr Isildur als angehenden Rivalen sehen. Ein Jungwolf der selber Alpha werden wollte, selbst wenn Isildur dies anfangs bestritten hatte.

“Ich beherrsche keine Tiersprache. Wir haben zwar im Wald uns mit Tierlauten verständigt, doch dass ist etwas anderes. Mir ist selber nicht klar, was ich als Wolf sage. Reiner Instinkt.”
Dann kam das, womit der Waldelf irgendwie gerechnet hatte. Er erzählte und spätestens als er das Hummelvolkerwähnte, glaubte ihn Bryoja nichts mehr. Es klang ja auch mehr als seltsam. Sie knuff ihn wieder, diesm traf sie seinen Arm und Isildur versuchte ihr handgelenk zu erfassen.
“ nein, es stimmt… die hießen… hym…also, so ähnlich wie Hummel, egal…und sie lebten tatsächlich in den Wolken. Alles weiß und fast ohne Farbe.. Ja, leider kann ich nicht fliegen! Meine Gestalt habe ich mir nicht ausgesucht… aber ehrlich gesagt, du hast recht, es klingt komisch“
Er grinste sie jetzt ebenfalls an und versetzte ihr ebenfalls einen Schups.
"Mein Weg führt mich nur hierher, nach Rumdett. Die Stadt ist grausam, das weiß ich, aber ich muss im Namen der Tapferen trotzdem dorthin. Die ganzen Plünderungen auf See nehmen zu. Es gibt Bündnisse zwischen Piraten und Dunkelelfen. Ich muss in Erfahrung bringen, ob sich alle Piratengemeinschaften daran beteiligen und wie wir sie aufhalten können. Der Seeweg nach Andunie ist versperrt. Es kamen seit Tagen keine Schiffe mehr bei uns an. Selbst Santros, das weit im Westen liegt, wundert sich. Ich bin als Botschafterin der Mantroner hier, um Informationen zu bekommen. Notfalls mit Gewalt. Wenn du dich erkenntlich zeigen willst, begleite mich. Ich kann einschüchternde Helfer immer gebrauchen."
Den Kopf jetzt noch auf der Pranke schloss er kurz die Augen. Man könnte fast denken, er war eingeschlafen, aber hatte nicht der Pirat etwas erzählt? Vielleicht konnte es vom nutzen sein.
Willst du ihr soweit alles erzählen… wenn du in die Stadt gehst, musst du ihr vorher alles erzählen.
Er holte sich die Worte ins Gedächtnis, die ihm damals Roderick so bereitwillig gegeben hatte.
Dann schlug er schlagartig die Augen auf, blickte die Matronerin tief in die ihren.
“ hör zu, ich helfe dir gerne, aber du musst etwas zuvor wissen. Ich war bei einem der Piratenhauptmänner gefangen. Rod..Roderick oder so, hieß der. Er wollte mich als Ablenkung nutzen, dass heißt ich sollte in seinen Dienst treten. Ich habe zum Schein eingewilligt, weil ich hoffte eine Möglichkeit aus dieser Stadt zu finden…und zwei Personen zu retten, die mir geholfen haben. Dieser Roderick erzählte mir folgendes. Celcia ist im krieg. Die Dunklen Völker haben dieses Andunie noch einige andere Orte überfallen. Ein Ort namens Sarma konnte sich befreien und dorthin soll von Dunkelelfen und mit den Piraten dieses Rodericks einen Gegenangriff gestartet werden. Es geht um Vergeltung und auch Magier sollen dabei sein, vielleicht ist dass der Grund, weswegen dieses Santros nicht mehr beliefert wird. Roderick selbst geht mit auf diese fahrt und ich sollte in den anderen Viertel für Morde sorgen- nein, so was mache ich nicht. Die Morde sollten die anderen ablenken, dass Roderick nicht mehr in seinem gebiet ist. Bryoja, ich schätze dich als Fähig ein und auch als kampferprobt ein, aber mit Gewalt wirst du nicht bei dieser Stadt erreichen können. Ich weiß mich selber gut zu wehren, doch die Verletzung habe ich nicht von ungefair. Wenn du da reingehst, dann gehe ich mit! …ich vertraue dir, weil du ähnlich bist wie ich und du gut mit Atka bist. Tiere sind das beste Zeichen, wie eine Person ist.” ich hoffe, ich bereue es nicht wieder.
“ und das Tier in mir vertraut dir auch!” fügte er noch dazu. Und Isildur merkte, dass es stimmte. Der Wolf war von dieser Frau ebenso hingerissen, fühlte eine Verlangen, als wäre er gerade läufig. Doch er Elf hoffte, dass es nicht seinen logischen Blick vernebelte.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 22. Dezember 2011, 23:47

Kleiner Hinweis: Mir ist aufgefallen, dass du die Mantroner in deinen Postings immer ohne "n" schreibst: Mantron -> Mantroner/in ;)

Ihr Haar hatte das feine Aroma der See aufgenommen, doch was wirklich beständig war, war der Duft von Schnee und Eis. Beides besaß eigentlich keinen Geruch, trotzdem erinnerten Broyjas Haare daran und das lag nicht nur an diesem hellen Blondton, der beinahe weiß schien. Ihre Haut duftete nämlich ähnlich. Hinzu kam natürlich noch eine leichte Schweißnote. Kein Mensch roch nicht danach und Isildurs Schnauze konnte sehr präzise herausfiltern. Ihm mochte sicherlich auch schon aufgefallen sein, dass er plötzlich in der Lage war, die Gerüche jeweils mit beiden Nasenlöchern unabhängig voneinander aufzunehmen. Eine wirklich besondere Gabe. Leider mangelte es ihm dafür an der Fähigkeit, normal aus einem Horn zu trinken. Zum Glück besaß die Mantronerin einen Napf. Der gehörte zwar Atka, aber zumindest sie schien nicht dagegen zu haben, dass ihr Gast ihn ebenfalls nutzte. Wie der Schneewolf dazu stand, würde sich erst zeigen müssen.
Während Isildur nun wesentlich besser trinken konnte, streckte Bryoja plötzlich die Hand aus. Im letzten Moment konnte sie sich zurückhalten, über das silbrig schimmernde Wolfsfell zu streichen. Sie nickte. "Ist schwierig, dich als Elf zu sehen - vor allem, wenn man nicht weiß, wie du als Elf ausschaust. Pass auf, dass du dich nicht selbst verlierst", sagte sie freundlich.

Sie kamen auf die Tätowierungen der Mantronerin zu sprechen und überrascht lauschte sie, als Isildur von seinen eigenen Hautbildern erzählte. Ihr Blick glitt an ihm entlang. Sie musterte ausgiebig die Fellzeichnung, doch nur an wenigen Stellen stach hervor, was sich unter dem dichten Pelz verbarg. Da Bryoja schon immer sehr direkt gewesen war, beugte sie sich ohne Warnung zu ihm herüber um einfach in sein Fell zu greifen. "Zeig mal!", rief sie noch aus, schob bereits einige Büschel auseinander. Sie suchte vor allen an jenen Stellen, wo Isildurs Fell von Grund auf etwas dunkler erschien. "Oh, ich kann sie sehen!" Bryoja verfolgte eine tätowierte Spur, ließ ihren Finger durch das Fell gleiten. Ihre Spitze berührte Isildurs Haut. Sie bemerkte gar nicht, dass sie ihn streichelte, zu konzentriert und aufgeregt war sie, die schönen tätowierten Muster nachzufahren.
Ih Finger wanderte seinen Arm herauf, wieder herab und zum zweiten Mal nach oben. Schließlich verharrte sie nahe seines Schlüsselbeins. Sie spürte die harten Muskeln und den Knochen, der sich unter der Haut etwas abhob. Jetzt legte sie die flache Hand auf seinen Pelz, strich ein paar Mal darüber und zog sich wieder zurück. Isildur konnte es nicht ahnen, aber er erinnerte Bryoja stark an die Zeit, als sie Atka aufgezogen hatte. Zwischen beiden war ein enges Band entstanden. Eine herausfordernde, aber herrliche Zeit aus ihrer Vergangenheit. Ihre Mundwinkel kräuselten sich zu einem feinen Lächeln. Erneut wirkte die Mantronerin ein wenig abwesend. Offensichtlich hing sie gern ihren Gedanken nach, ohne dabei einen allzu grüblerischen Blick aufzusetzen.

Isildur riss sie aus ihrer Träumerei, als er von den seltsamen Hummelmenschen sprach und sie dabei leicht knuffte. So bizarr und geheimnisvoll konnte er sich geben, allein indem er sprach. "Es ist also tatsächlich wahr? Du bist vom Himmel gefallen?" Es klang immer noch zu seltsam, aber Bryoja wollte versuchen, es zu glauben. Sie war da wirklich die erste. Beide schauten einander an. Lange. Schweigend. Dann endlich gab Isildur einen heißen Tipp ab.
"Roderick also. Bei ihm war ich noch nicht. Ich war auf der Suche nach der furchtlosen Cattie, deshalb habe ich mich auch in ihrem Viertel herumgetrieben. Dass sich Celcia zu Teilen im Krieg befindet, ist uns bekannt. Ich wusste aber nicht, dass Andunie attackiert wird. Das erklärt natürlich einiges. Und Sarma hat sich befreit?" Bryoja brummte leise vor sich hin. Sie selbst hielt nicht viel von der Stadt, die angeblich auf gelbem Schnee errichtet worden war. Dort sollte es nicht kalt sein, sondern brennend heißt. Sie war nie zuvor auch nur in der Nähe Sarmas gewesen. Man erzählte sich bei den Mantronern aber Geschichten, dass die Bewohner anderen die Freiheit raubten und sie versklavten. Eine schreckliche Vorstellung und deshalb zeigte sich die Mantronerin gegenüber Sarma vermutlich ein wenig voreingenommen. Niemand sollte in Gefangenschaft leben müssen.
Ein Grund mehr, weshalb sie Interesse für Isildurs Worte aufbrachte. "Wen wolltest du retten? Vielleicht können wir das bei einem Besuch in Rumdett morgen mit einplanen." Das hieß so viel wie, dass es aus ihrer Sicht bereits beschlossene Sache war - natürlich, wenn es wirklich notwendig wäre, jemanden zu retten. Konnten diese zwei Fremden sich denn nicht selbst helfen?
Noch einmal schaute sie Isildur an. Warum konnte sie im Augenblick nicht aufhören, zu lächeln? "Danke für dein Vertrauen." Sie unterdrückte ein Gähnen. "Wir sollten etwas Schlaf finden, zumindest ich. Wenn die Wachablösung kommt, muss ich ausgeruht sein." Und ohne zu zögern rollte sie sich auf den ausgelegten Fellen zusammen, kuschelte sich dabei dicht an Isildur. Lag es am Platzmangel oder wollte sie es? Ihre Hand legte sich auf sein Fell. "Schlaf gut", sagte sie noch. Dann schloss Bryoja die Augen.
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 26. Dezember 2011, 16:13

Also mit so was hatte Isildur nicht gerechnet.
Da erzählt er etwas über seine Tätowierungen und die Mantronerin schaut direkt nach. Ganz spontan ohne scheu, war sie dann gleich darauf mit ihrem Finger in seinem Fell. Teilte dies bis sie die Musterung sah. Ihr Geruch schlug ihm entgegen während Isildur seinen Kopf hochriss um nicht zu nah ihr zu kommen. Seine Rute begann wild zu zucken, während sie die Musterung mit den Fingern nachfuhr.
Die Berührung von ihr ließ ihn eine Gänsehaut gekommen und zeitgleich wollte er, dass sie nicht aufhörte.
Meine ganze Haut kribbelt… so vertraut.
Ihre Hand wanderte zu seinem Brustbein, verweilte dort einen kurzen Moment, bevor sie mehrmals über sein Fell strich. In ihrem Gesicht konnte er ein verträumtes Lächeln sehen. Dagegen spürte er wie sich Hitze in ihm ausbreitetet.
Isildur konnte nicht anders, er legte kurz sein Kinn auf ihren Kopf ab. Beschützend und behütend. Sie roch so gut und sie war bis jetzt die einzige Person die ihn glaubte ein Elf zu sein.
Ihre Worte geisterten noch in seinem Kopf herum, er solle sich nicht verlieren. Aber wie?
Ich weiß, dass ich ein Elf bin aber manchmal auch was anderes. Ich fühle mich wie mit zwei Seelen, und keiner hat endgültig die Oberhand…. hmm, das ist schön
Die Berührung genoss er. Behutsam und sanft, etwas was man der Frau auf den ersten Blick nicht zutrauen konnte. Sah es damals auch so befremdlich aus, wenn man den wilden Waldelfen mit seinen Schwestern oder Sturmkralle sah?
Ein Wort würde theoretisch ausreichen um diesen schönen Moment zu zerstören. Isildur konnte Atka riechen, während er auch Bryoja roch. Seltsam für den Elfen, aber normal für den Wolf.
“hast du die Muster gefunden?” konnte Isildur sich nicht mehr verkneifen zu sagen. Seine Rute wollte freudig wedeln, doch mit einer Hand hielt Isildur sie zu Boden gedrückt.
Dann löste sie sich und Isildur seufzte kurz auf. Er war zwar von Natur sehr eigenbrötlerisch, doch Familie und Freunde waren ihm sehr wichtig. Es bedeutete ihm alles. Eine starke Gemeinschaft war sein Rudel. Und wenn der Waldelf mal richtig überlegen würde, hatte er nicht umsonst den Wolf als Seelentier. Er war es schon immer, doch noch waren sich die beiden im Inneren nicht einig.

“ja, glaub es mir!” sagte er nach einer weile. Er hatte ihr lange in die Augen gesehen, sah dort ebenfalls die Freiheit welche sie ausstrahlte.
Was siehst du in den meinen? Einen Wolf oder einen Elfen….sie kann sich mich schwer als Elf vorstellen, ich schon….dunkles Haar!…hatte ich doch, oder? …es würde jetzt wohl eher silber sein….ich brauche Ruhe
“ja, dieses Sarma soll sich befreit haben. Du magst den Ort nicht, oder?…eine Stadt ist wie die andere, furchtbar!….wen ich retten will?” Isildur lachte auf. Ja sie war ähnlich wie er, aber sie schien noch unüberlegter vorzugehen als er. War das ein Zeichen dafür, dass sie doch noch recht jung war?
Menschen kann man schwer vom Alter einschätzen… und ich sowieso nicht.
Vermutlich wäre Isildur altersmäßig eher mit ihrem Großvater zu vergleichen, doch dass konnte nur vermutet werden. Menschen lebten schneller und intensiver als so manches Elfenvolk.
“das scheint für dich beschlossene Sache zu sein, oder?… ich wollte einer Frau helfen, die gut zu mir war. Sie lebt bei diesem Roderick im Viertel und nimmt Gold für ihren Körper. Und ihr Kind, welches krank ist…ich hatte ihnen zugesagt, dass ich sie da raushole, auch wenn sie es nicht glaubte. Aber sie hat schon aufgegeben was die Freiheit betrifft. Es sollte mich nicht interessieren, weil ihr Willen gebrochen war und sie Angst vor mir hatte… außerdem wäre es Selbstmord, Bryoja. Die Gegend ist gut bewacht und ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn dir etwas passieren würde….es seih denn wir würden diese Cattie für uns gewinnen und die würden ebenfalls das Gebiet angreifen. Aber Geschäfte machen diese `Piraten` nur, wenn etwas für sie rausspringt….und ich habe nichts.”
Auch Isildur gähnte wieder.
“ aber sprechen wir morgen weiter!…. Ich brauche auch Schlaf!” damit rollte sich Isildur zusammen. Bryoja drückte sich an ihn und egal wie müde er war, so schlug sein Herz ihm plötzlich bis zum Halse.
Was geschieht mit mir?…das Weibchen riecht so gut! ..nein! Bryoja!
Nur schwer ließ es sich beruhigen.
Ihre Worte hatten etwas vertrautes, denn egal ob sie ihn als Fremden sah, so vertraute sie ihm so viel, dass sie sich an ihn kuschelte. Mit einer Pranke strich er ihr übers Haar, bevor er seinen Kopf wieder auf seinen Pranken ablegte. Die Ohren zuckten noch, lauschten auf die Geräusche der Nacht.
Seine Gefühle von Elf und Tier waren zerwühlt.
Er vertraute ihr, obwohl er sie kaum kannte. Es gab Waldelfen , die einen Menschen erst nach Jahren vollkommen vertrauten und Isildur gehörte theoretisch dazu. Er war nicht die vertrauenerweckende Person eines Elfen. Machte sich lieber ein Bild aus der Ferne, bevor er jede Vorsicht über Bord warf. Stur und Bockig wie ein Waldelf eben.
Vertrauen konnte leicht ausgenutzt werden, wenn man es dem Falschen gab. Aber hier spürte er instinktiv das er ihr vertrauen konnte. Oder war es der Wolf, der ein Weibchen sich suchte?
Die Gedanken rutschten mehr und mehr in die Ferne, der Schlaf holte ihn ein. Nur ein leises Knurren aus seinem Magen war zu hören, doch der würde sich gedulden müssen.
Jetzt musste der Körper sich erstmal erholen.
“ja, du auch!“ brummte er nur leise.
Oh ihr Götter , passt auf meine Schwestern auf und behüte sie vor schaden… hmm?
Er spürte ihre Hand auf seinem Pelz, vertraut und angenehm, dann schloß auch er die Augen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 29. Dezember 2011, 16:12

Bryoja zeigte nun wirklich keine Scheu. Sie machte dem Motto ihres Volkes aus Tapferen alle Ehre. Geschickt teilten ihre Finger das wölfische Fell, jedenfalls bis sie sein Schlüsselbein erreichte. Sie schaute nicht zu ihm auf, aber seine vor Freude zuckende Rute, die sich unter seiner Pfotenhand heraus wand, fiel ihr auf und signalisierte ihr sehr viel. Da legte sich seine längliche Wolfsschnauze auf ihren Kopf. Ein leises Seufzen entkam ihren Lippen. Zufriedenheit. Geborgenheit. Für einen Moment fühlte sie sich wie zu Hause, unter ihren Lieben. Freunde und Familie hatte sie zurückgelassen, um diese Mission ausführen zu können und jetzt schenkte ihr ein eigentlich Fremder dieses heimelige Gefühl. Sonst schaffte das nur Atka, aber selbst bei ihrem Schneewolf war es anders. Da herrschte ein geschwisterliches Verhältnis, aber zwischen ihr und Isildur ... es war befremdlich und trotzdem nicht unangenehm. Da fragte er auf einmal nach den Mustern. "Schhhh", antwortete Bryoja nur und wie von selbst schmiegte sie sich ein Stück näher an ihn heran. "Deine Schwestern sind zu beneiden."
Sie hörte kaum noch zu, was Isildur zu Sarma zu sagen hatte. Leise, aber zufriedene Brummer von sich gebend, kuschelte sie sich an sein Fell. Nur als er erzählte, wen er in Rumdett retten wollte, spitzte die Mantronerin noch einmal die Ohren. Sie lauschte still, ließ ihn reden. Aus ihrer Sicht plapperte er ja ohnehin gern. Außerdem ruhte in seiner Stimme neben einem wölfischen Kratzen auch eine unsagbar tiefe Ruhe. Bryoja dachte an friedliche Tage ihrer Heimat, wenn der Schnee in dicken Flocken langsam auf die Holzdächer ihrer Häuser rieselte und man entfern das Schlagen der Axt in den Wäldern hören konnte.
"Wir sehen uns morgen in Rumdett um. Wir gehen zu Cattie, ich muss mit ihr reden." Langsam fielen der Mantronerin die Augen zu. In ihre Stimme legte sich immer mehr Schläfrigkeit. "Wir retten die Mutter und ihr Kind ... schaffen wir schon ... halt dein Wort." Und dann sank sie in Schlaf. Ihre Atmung wurde langsamer, dafür tiefer. Sie glitt sofort ins Reich der Träume über. Offenbar lag auch hinter ihr ein langer Tag. Beide würden sich erholen können, Isildur aber vermutlich mehr. Bryoja stand schließlich noch die Nachtwache bevor.

Etwas schubste Isildur leicht an. Sein Arm wurde etwas angehoben. Dann ein leises Winseln, ein energischeres Knurren. Schließlich berührte ihn etwas Feuchtes und plötzlich strich eine raue, nach Fleisch riechende Zunge über sein Gesicht. Es war noch ruhig. Die Welt schlief. Lediglich das Zirpen vereinzelter Grillen im Heidekraut der Klippe erfüllte die Nacht. Sie spielten zum mystischen Tanz einiger Glühwürmchen, die wie vom Himmel gesunkene Sterne knapp über dem Zelt schwirrten, in dem Isildur und Bryoja eng aneinandergekuschelt auf den weichen Tierfellen lagen. Es hätte eine harmonische und ruhige Nacht sein können, wenn diese feuchte Zunge nicht gewesen wäre. Noch einmal schleckte sie über Isildurs Auge. Wiederholt drang ein Winseln an sein Ohr. Jemand hechelte leise.
Dann: "Steh auf! Wache halten!" Das konnte sogar der Wolfself vollkommen verstehen und er erkannte Atka sicherlich bereits lange am Geruch. Der Schneewolf stand bei ihm, versuchte, ihn zu wecken. Aber Bryoja hatte doch gemeint, sie würde wachen und er als Gast solle durchschlafen. Hatte ihr Wolf diesen Befehl missverstanden? Jedenfalls setzte sich Atka nun, legte den Kopf schief und gähnte. "Wache halten", wiederholte er, vollkommen verständlich, "Zusammen."
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 31. Dezember 2011, 14:48

Nie hätte Isildur damit gerechnet, dass er ausgerechnet einer Fremden soviel Geborgenheit schenkte. Bryoja hatte sich an ihn gekuschelt, so wie es seine Schwestern machten oder wenn er sich einer der Waldelfen seiner Heimat hingab. Sie sah ihn als Plappermaul, was Isildur irgendwie komisch fand. Gerade ihm das zu sagen, doch auch sein Geplapper hatte sich durch die letzten Ereignisse ergeben. Es fühlte sich gut und richtig an, als er seine Schnauze auf ihren Haupt ablegte. Sie schlief schnell in seiner Anwesenheit ein, was ihn überraschte. Nicht dass er ihr einen Schaden zufügen wollte, doch er war ein Fremder. Seine Schwestern waren zu beneiden? Meinte sie weil man so toll mit ihm kuscheln konnte, dass war nämlich etwas was sie tatsächlich an ihn lobten.
Oder meint sie was anderes?
Seine Gedanken kreisten.
Doch auch er war so müde und kurz darauf war er eingeschlafen.

Etwas stupste ihn an. Seine Ohren zuckten, nahmen einen weiteren Herzschlag neben sich wahr. Es dauerte etwas, dass Isildur die Gerüche zuordnen konnte. Nach der Geborgenheit hätte er fast sich wie zuhause gefühlt, doch die üblichen Geräusche fehlten. Das leise Schmatzen von Myrjala und das Gekicher von Yavanna, weil sie wieder durch Assatal gekitzelt wurde.
Er roch nicht einen schönen Wald oder den blumigen Duft seiner Schwestern.
Die Luft schmeckte salzig und stärkte den Durst nach Wasser. Im Halbschlaf befeuchtete der ehemalige Waldelf seine Lippen. Dann begann er zu filtern. Die Erinnerung kehrte zurück. Die Piratenstadt, sein Scheingeschäft mit Roderick und das erfreuliche Treffen mit Bryoja.
Lag sie nicht neben ihn?
Er zog die Luft scharf ein, erkannte nicht nur seinen Geruch sondern auch den von Atka und der Mantronerin.
Sie schläft noch…Wachablösung?
Er hörte ihren Herzschlag und ihre Atmung, welche ruhig und gleichmäßig war. Ihr Geruch hing schwer in der Luft, ebenso von Atka.
Als wenn er vor mir wäre…
Das Gezirpe von Grillen drang zu ihm durch. Isildur brummte tief, drückte sich davon weg und legte einen Arm über den Kopf. Beim Versuch seinen Arm zu heben, knurrte er nur leise. Sein Körper wollte jetzt den Schlaf, wollte sich nicht stören lassen. Er fühlte sich wohler als in der letzten Zeit und genoss es. Ein Winseln und Knurren.
Bryoja musste wohl Wache halten.
Isildur war schon bei dem ersten Zeichen und Geräusch wach geworden, doch es war ihm ja deutlich gesagt worden, dass er schlafen sollte, was er nur zu gerne jetzt machte. Er hatte nicht umsonst erzählt, dass er wach werden würde. Doch er spürte die Wärme von Bryoja noch neben sich. Sie machte keine Anstalten sich zu erheben.
Vermutlich auch eine mit tiefen Schlaf, schmunzelte der Wolfelf. Ein extrem starker Geruch wehte ihm plötzlich entgegen und kurz darauf folgte etwas Nasses auf seiner Schnauze. Isildur strich sich darüber, da folgte auch schon der zweite nasse Schlabber. Der Wolfelf riss die Augen auf.
Er hörte Atka , der genau vor ihm stand.
"Steh auf! Wache halten!"
Was hat das zu bedeuten?
“wie?“ flüsterte Isildur dem Wolf zu. Hatte er etwas verpasst ? War etwas passiert?
Sein Körper machte sich für alles bereit. Er war schon zu lange ein übervorsichtiger Elf, dass er so etwas hinterfragte. Alte Gewohnheit, wenn jemand gewohnt war, schnell wach zu werden. Er blickte über seine Schulter, sah das die Mantronerin noch tief und fest schlummerte.
Hat er auf der Allgemeinsprache geredet? Ich verstehe ihn auf jeden Fall…aber sie wollte…egal, klären wir noch!.
Vorsichtig erhob sich Isildur, löste die Umklammerung der sich angekuschelten Mantronerin.
Es wunderte Isildur zwar, doch er war der letzte, der beim Wache halten sich drückte.
“ sie sagte, ich sollte nicht Wache halten! Hab ich’s falsch verstanden?”
Er rollte sich vorsichtig von Bryoja weg und kroch Atka auf allen Vieren hinterher. Die Gefahr war so geringer, dass wenn er sich auf zwei Beine stellen würde, er oben etwas anstieß, was im Zelt herum hing und Lärm verursachte. Das machte er meist auch im zelt seiner Schwestern, die hatten nämlich sehr viel was Klirrte im Zelt hängen. Seinen Bogen griff er noch und zerrte diesen im Maul nach draußen. Kühle Luft kam ihm entgegen. Er legte den Bogen ab und streckte sich ausgiebig. Es knackte leicht, als sich die Knochen und Muskeln streckten und dehnten, doch es tat gut. Zufrieden seufzte Isildur und schüttelte sein Fell durch.
Tief sog er die Luft der Nacht ein, es war herrlich.
Hmm, ich habe die Nacht nicht so intensiv in Erinnerung. Die Geräusche sind überall.
Sein Magen knurrte jetzt laut auf.
Isildur verdrehte die Augen, blickte zu den weißen Wolf rüber. Hatte er wirklich dessen Sprache verstanden. Der Wolf wusste, dass er ein Fremder war und doch hatte er ihn geweckt. Aber Atka hatte sich auch zu ihm gesellt, als Isildur nach seinen Schwestern gerufen hatte.
“danke , dass du meinen Ruf verstärkst hast” mehr wusste Isildur nicht zu sagen. Es war seltsam für ihn. Natürlich hatte er seinen Bären Sturmkralle verstanden, doch es war auf eine andere Weise. Nicht dass er die Worte tatsächlich verstanden hatte. Hier war es aber anders.
Isildur erhob sich vorsichtig, blickte über die zu bewachende Stelle. Außer das Zelt, war hier kein Baum oder hoher Busch , doch die Gräser war so hoch, dass sich zwei Wölfe gut verstecken konnten. Isildur grinste. Den Bogen sorgfältig auf dem Rücken befestigen, dass dieser nicht störte und dann ließ sich Isildur auf alle Viere nieder.
“Bryoja braucht Schlaf, oder?… Sie hat Glück dich zu haben!” Seine Stimme immer gesenkt haltend, blickte er sich um. Die Klippe bot sich gut zum überwachen an. Isildur deutete auf sie. Er blickte Atka nur in die Augen, so wie er es immer tat, wenn er draußen die wache übernahm. keine vielen Worte waren meist nötig, dass liebte isildur auch daran. Ob der Wolf verstand was Isildur meinte?
Wieder knurrte der Magen von Isildur. Der Wolfelf seufzte auf, verdrängte das flaue Gefühl in seinem Bauch.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Montag 9. Januar 2012, 14:27

Als Isildur sich endlich aufrichtete, erhob sich auch Atka, der ihm mehrfach über die Schnauze geleckt hatte, um ihn zu wecken. Er hechelte kurz, tauschte einen Blick mit dem Wolfself aus und verließ das Zelt. Er überließ es Isildur, ihm zu folgen oder sich wieder hinzulegen. Atka vermutete, dass die natürliche Neugier des zumindest Halbwölfischen ihn schon heraus locken würde. Andernfalls musste er noch einmal ins Zelt gehen und dieses Mal doch Bryoja wecken. Das hatte der Schneewolf zwar nicht geplant, aber wenn sich der "Gast" auf stur stellte, würde er niemanden zwingen. Er bellte ins Zelt: "Nicht falsch verstanden. Komm jetzt!"
Die Mantronerin gab einen müden Laut von sich, dann drehte sie sich auf die andere Seite. Ein Arm legte sich um einen Teil des Fells, der zum Isildur-Kuschel-Ersatz wurde. Selig schlief sie weiter. Unterdessen hatte es Isildur nach draußen geschafft, den Bogen im Maul tragend. Er erntete einen schief gelegten Kopf von Atka. Der konnte mit Bögen nichts anfangen und da Bryoja keine Schützin war, wusste er nicht, was der andere Wolf mit dem Stück Holz anstellen wollte. "Nicht spielen", winselte er. "Wachen! Und jagen. Ich will sehen, was du kannst." Isildur verstand jeden einzelnen Laut nahezu perfekt. Instinktiv übersetzte sein Gehirn die tierischen Geräusche in eine Sprache, die sein Geist verarbeiten konnte. Es bestand kein Zweifel, dass Atka etwas Anderes meinen könnte.

Der Schneewolf gab ihm Zeit, seine Umgebung wahrzunehmen. Er setzte sich, kratzte sich kurz hinter dem linken Ohr und beobachtete jede Bewegung Isildurs. Vor allem ruhte sein Blick auf den Verbänden, die Bryoja neu angelegt hatte. Sie waren nur an einer winzigen Stelle etwas dunkler, was nicht bedeutete, dass die Wunde erneut aufgerissen war. Überhaupt schien es dem Gastwolf besser zu gehen. Atka stieß Luft aus der Schnauze aus. Vielleicht würde ein Kampf um das Sagen im Lager früher kommen als er erwartet hatte. Unbewusst reckte er den Hals etwas, um sich größer darzustellen.
Da knickte sein Ohr nach vorn. Was war das? Sein Blick wanderte zu Isildurs Bauch. Ein Knurren, eindeutig. Irgendwie schaute Atka jetzt verschmitzt. Selbst Wölfe oder gerade sie konnten eine spitzbübige Mimik aufsetzen. "Hungrig?", fragte er. Er unterhielt sich zwar mit Isildur, sprach aber nicht in ganzen Sätzen oder der Wolfself verstand noch längst nicht alles. Vielleicht versuchte Atka aber auch, es ihm leichter zu machen, indem er nur einzelne Worte oder kurze Phrasen benutzte. Wusste er, dass Isildur ihn bislang nicht verstanden hatte?
Der Schneewolf duckte sich nun, gefolgt von Isildur, der seinen Bogen auf den Rücken gespannt hatte. Sie würden jagen. Sie würden Beute reißen und sie miteinander teilen, wie man es in einem Rudel machte. Aber Atka teilte noch mehr als das. "Bryoja muss ausgeruht sein. Am Tag halte ich Wache. Sie geht zu den Menschen. Gefahr!" Er knurrte leise. Auch er mochte Rumdett offenbar nicht. Dann winselte er. "Ich kann nicht mit. Gefahr... aber jetzt: Jagd."

Nun konzentrierte sich Atka auf das Hier und Jetzt. Da konnten ihm Emotionen gegenüber zukünftigen Ereignissen nicht helfen. Sie brachten keine Beute ein.
Er drückte die Schnauze zu Boden und schnupperte. Schnell nahm er Witterung auf. Was man hier auf den Klippen wohl so alles jagen konnte, noch dazu zu so später Stunde? Außerdem musste sie doch Wache halten! Sie konnten die Mantronerin und das Zelt nicht einfach allein lassen. Atka hob die Schnauze. Er reckte sie in den Wind. Dann tauschte er mit Isildur einen Blick. Schon duckte sich der Wolf dicht an den Boden, krabbelte vor. Es ging an den Rand der Klippe, über den er nun hinweg spähte. Möwennest. Dort unten. Wir müssen leise sein. Du links, ich rechts." Schon kroch er einen steinigen, aber natürlichen Weg die Klippe herab. Am Felsvorsprung gab es mehrere Nester, aber nur auf eines hatte es Atka abgesehen. Es ruhte auf einem Vorsprung, zwischen drei anderen Nestern, die aber allesamt leer waren. Umso voller zeigte sich das als Ziel auserkorene Nest. Eine dicke Möwe schlief dort, den Schnabel unter den Flügel geschoben. Unter sich kauerten sich drei Küken in das warme Gefieder der Mutter.
Die Natur hatte es eingerichtet, dass Tiere zuerst die Kranken und Schwachen suchten, um einen Bestand nicht auszurotten. Aber Möwen gab es hier genug und außer diesem vollen Nest kräftiger Exemplare war kein anderes erreichbar. Atka witterte weder Krankheit noch ein schwächelndier Tier, das er sich hätte packen können. Und die Natur hielt es so, dass man trotz allem an das eigene Überleben dachte. Der Schneewolf dachte an das Rudel - den Gast und seinen knurrenden Magen. Er war verletzt, aber nicht so stark, dass man ihn zurück ließ. Außerdem würde er beweisen können, dass er noch nicht am Ende war. Indem er seine Beute selbst erlegte, würde er es zeigen.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 10. Januar 2012, 16:09

Als Atka ihn schief ansah, dass er den Bogen mitnahm, überraschte den Elfen ein wenig. Besonders weil wohl Atka glaubte, dass er damit spielen wollte. Wortlos schüttelte er den Kopf.
„ Eine Waffe, kein Spielzeug! erwiderte er darauf nur hin. Atka sprach nur in sehr kurzen Sätzen. Kurz und knapp, aber vollkommen verständlich. Und Isildur antwortete dann ebenso knapp.
Soso, du willst wissen ob ich etwas kann, hmm? Nun, ich mag noch nicht lange ein Tier sein, aber ich kenne mich im Wald aus und weiß wie man Wache hält oder jagt.
Den Bogen erst mal auf dem Rücken verstaut und sich auf alle Viere begebend, ließ der Wolfself die Eindrücke auf sich wirken. Das Atka kurz auf seinen Verband blickte, bemerkte er nicht. Doch dass sich der Wolf etwas größer regte, ließ Isildur nicht kalt. Aus einem Impuls heraus tat er es gleich. Oh ja, es würde bestimmt bald so einen kleinen Kampf zwischen den Wölfen kommen. Isildur konnte den scharfen Geruch vom Urin des Schneewolfes ausmachen, der nur zu deutlich sein Gebiet markierte. Kurz schnüffelte Isildur darüber, konnte den Drang unterdrücken, darüber zu scharren und ebenfalls seine Markierung drüber zu setzen. Wolf und Elf waren sich eben nicht bei allem einig.
„Hungrig?“
Das verschmitzte Grinsen eines Wolfes kam dem Wolfselfen entgegen.
Ertappt! …war wohl nicht zu überhören. Yavanna hat Recht, sie können tatsächlich Grinsen…
„ja und wie!“ Diesmal schaute Isildur runter. Blickte auf sein verräterisches Knurren. Seine letzte Mahlzeit war tatsächlich schon länger her. Und er war ein guter Esser. Und der Stress der letzten Tage wollte nicht nur Schlaf sondern auch neue Energie. Isildur hätte Bryoja zwar nach essen fragen können, doch es hielt sich da noch in Grenzen. Die Anspannung war erst in der Nacht gewichen. Isildur wäre so oder so wach geworden, nur ob es sein Magen oder Atka gewesen wäre, wäre der Unterschied gewesen.
Atka schritt voraus und Isildur schloss zu ihm auf. Doch tatsächlich nahm er den Bogen ab. Wenn sie jagen gehen würden, dann wäre die Gefahr zu groß sich mit den Bogen zu verheddern. Leise streifte er ihn ab. Fuhr mit den Fingern über das Holz, morgen würde er sich mit den Bogen beschäftigen müssen, aber hier war eher der Wolf gefragt. Der Bogen war zu groß. Er legte den Bogen ans Zelt und folgte Atka. Wenn er den Wolf zu weit vorlaufen ließ, deutete er dies noch falsch. Also stand Isildur kurz darauf neben Atka.
Atka teilte seinen Unmut über die Stadt mit.
„Warum hat sie nicht noch jemanden mitgenommen, jemand der in die Stadt mitgeht? Es stinkt dort nach Tod und Krankheit!“ Du hasst es da genauso wie ich. Atka sind wir uns ähnlich? Wer hätte gedacht, dass ich mal wieder in so einer Situation bin. Höre ich mich genauso wie er an?...ignoriert Bryoja auch seine Meinung über Gefahr?...
Isildurs Blick wanderte zu dem Zelt, wo man noch immer die leisen Geräusche von der Mantronerin hörte, dann sah er zur Stadt. Selbst hier, war der Gestank fein in der Luft wahrzunehmen.
„doch lass uns Jagen““ Isildur konnte dem inneren Gefühl eine Jagd zu machen, kaum im Zaun halten. Er mochte eine Gute Jagd schon immer. Wenn er mit den Waldelfen seiner Heimat unterwegs war um Beute zu machen, war er einer der fast immer dabei war. Das Auflauern der Tiere, eine Treibjagd um ein größeres Tier wie einem Hirsch zu erledigen oder ein gezielter Schuss mit dem Bogen. Seine Schwestern, besonders Yavanna , mochten es überhaupt nicht. Doch man jagte nicht weil man Freude daran hatte, wie die Menschen, alles wurde verwendet und genutzt. Die Elfen seiner Heimat wussten das Gleichgewicht zu halten und schauten sich schon früh die Jagd Technik der Tiere ab.
Doch es war etwas anderes es in so einer Gestalt zu tun. Er hatte zwar als Wolf schon mitgemacht, doch den Todesstoß hatte er dann seinen Kammeraden überlassen. Man wollte immerhin nicht etwas essen, was zuvor ein anderer schon angekaut hatte.
Isildur beobachte wie Atka sich verhielt und machte es ihm nach. Seine Nase nahm vieles war, so konnte er tatsächlich auch die Möwe wittern. Den Blick den Atka ihm zuwarf, wusste Isildur auch ohne Worte zu deuten. Er duckte sich ebenfalls und folgte dem Schneewolf. Die Ohren immer wachsam lauschend. Sie hatten noch eine andere Pflicht.
Ohne dass der Elf es wusste, war auch Atka sich dieser Aufgabe bewusst. Krabbelnd kam auch Isildur an den Rand der Klippe, spähte ebenfalls hinunter.
Dort sah er es. Sein Magen machte einen Freudensprung. Die Möwe sah nach einen guten happen aus. Doch sie roch nicht nach Krankheit oder Alter. Eher kam ihm der Geruch von Jungvögeln entgegen. Im Geiste konnte Isildur schon den traurigen lick seiner Schwester fast sehen, bevor er diesen verwarf. Irgendetwas musste er essen und die Natur zeigte oft, wer nicht stark und wachsam war, würde unterliegen. Das galt auch bei diesen Möwen.
Atka schlich schon voraus und Isildur nahm die andere Seite. Leise und sich so geduckt wie möglich haltend, kroch er zu dem Nest. Atka hatte auf jeden Fall einen Vorteil, dadurch das er etwas kleiner war und nicht ein Mischwesen war. Isildur war froh, dass er den Bogen oben gelassen hatte.
Er konnte das Atmen der Möwe hören. Eins war klar. Sie müssten auch die Muttermöwe erledigen, sonst würde diese unter Umständen ihre Jungen verteidigen wollen. Jedenfalls kannte Isildur einige Vogelarten, die sich so verhielten. Und Isildur wie auch bestimmt Atka hatten keine Lust darauf. Jetzt war Isildur ganz nah. Würde er jetzt die Mutter aufschrecken, so würde sie praktisch Atka entgegen fliegen und dieser könnte sie erwischen. Des Nachts war die Gefahr sowieso groß, dass die Mutter sich flugtechnisch nicht orientieren konnte oder es würde einfach davon fliegen.
Die Jungvögel würden so oder so leichte Beute werden. Isildur versteifte sich, als er leises Knirschen unter einer seiner Pranken wahrnahm. Er war nicht nur größer als Atka, auch schwerer.
Er blickte Atka an. Er musste jetzt in den Angriff gehen.
Jagdzeit!
Damit macht Isildur einen kleinen Satz, um sich besser zu halten und schnappte zu. Würde er die Mutter verpasst haben, so würde sein Maul wenigstens die Jungvögel erwischen können.
Danach sollte er eiligst wieder hoch. Das Adrenalin pumpte nur so durch seinen Körper.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. Januar 2012, 12:43

Der Schneewolf wunderte sich weiterhin. Er hatte schon Bögen gesehen, selten aber in Benutzung. Bryoja verwendete keine Fernwaffen, abgesehen von einer Wurfaxt, aber selbst diese nutzte sie nicht oft. Ihr ware ihre Streitaxt lieber, manchmal focht sie einen Kampf aber auch mit den Fäusten aus. So gehörte es sich! Keine Werkzeuge, keine Waffen. Es genügten die Reißzähne und die Klauen, vor allem, wenn man Beute erlegen wollte. Weil seine menschliche Schwester von beidem nichts Ausgeprägtes besaß, griff sie zum einen auf Atka, zum anderen auf ein kleines Messer zurück. Das ließ sich leicht transportieren, weshalb der Wolf dafür Verständnis aufbrauche. Aber für einen Bogen ... Er schnaubte. "Wie du willst."

Unterwegs erkundigte sich Isildur wieder über Bryoja und ihren Auftrag. Offenbar wunderte es ihn, dass sie fast allein gekommen war. Sicher, sie hatte sich Atka an ihre Seite geholt, aber der Wolf konnte ihr in Rumdett wenig helfen. Dorthin war sie allein gegangen. Er bewachte lediglich Zelt und Ausrüstung.
Trotzdem schnaubte Atka erneut, geradezu empört über Isildurs Frage. Sie ist Mantronerin. Tapfere. Sie braucht keine Amme!" Glaubte dieser Gastwolf etwa, als Frau könnte sie sich in der stinkenden Gosse der Stadt nicht verteidigen? Hielt er sie für schwach. "Sie ist stark", betonte der Schneewolf daher noch einmal, die Nase bereits witternd in die Luft gereckt. Dann machten sie sich auf die Jagd.

Ersmtals verspürte Isildur wohl wirklich, was es hieß, den Wolf nun nicht nur als Seelentier in sich zu tragen. Nein, er war hervorgebrochen und wie ein offenes Geschwulst brannte er nun direkt auf der Oberfläche. Vermutlich hatte er das Drängen, diesen tierischen Instinkt, sich der Jagd hinzugeben, nie zuvor so intensiv wahrgenommen. Es war so präsent wie Luft zum Atmen. Es erfüllte nach und nach seinen Geist, sorgte dafür, dass sich seine Nackenhaare aufstellten und kribblete unter den Krallen.
Seine Schnauze arbeitete plötzlich noch produktiver. Er nahm wahr, wie jedes Nasenloch die Gerüche einzeln filterte und wie viele es davon gab! Beinahe hörte er sie, als melodische Komposition, die ihn während seines Vorhabens begleitete. Fast sah er sie als ein munteres Farbenspiel des gesamten Weltsprektrums. Er schmeckte sie, süß und zugleich bitter auf der Zunge. Seine Sinne wirbelten wild umher, tanzten um ein einziges, tief sitzendes Bedürfnis. Der Wolf wollte reißen. Er wollte die Zähne in Fleisch stoßen, bis er das warme, pulsierende Blut schmeckte. Er sehnte sich nach diesem leichten, metallischen Beigeschmack, wenn er rohes Fleisch auseinander zog und vertilgte. Er verlangte nach dem klackernden Geräusch, wenn sein Gebiss über die Knochen der Beute wetzte und sie Faser für Faser abnagte. Stets hing auch der Geruch des Todes in der Luft, aber den Wolf in Isildur kümmerte das nicht. Es hatte für ihn lediglich die Bedeutung, dass er ein Leben beendet hatte, um seines fortführen zu können. Der Lauf der Natur. Es war normal so.

Und schließlich filterte sich eine Spur aus dem scheinbar wilden und dennoch geordneten Chaos heraus. Er suchte nach einer Möwe, also witterte seine feinfühlige Schnauze nur deren Geruch. Atka machte es nicht anders. Schnell hatten sie ihre Beute erspäht. Von beiden Seiten beobachteten sie nun das Nest, in dem das dicke Federtier über seinen Küken schlief.
Noch einmal tauschten beide Wölfe einen Blick. Atka deutete ein Nicken an. Verstanden, leg los! Und schon setzte Isildur zum Sprung an. Den Vorsprung erreichte er sofort, die Möwenmutter entglitt jedoch seinem vorschnellenden Kiefer. Aufgeschreckt flatterte sie einfach davon. Atka unterbrach ihren krächzenden Aufschrei, als er ebenfalls sprang und sie in der Luft noch packte. Isildurs Ohren nahmen ein knackendes Geräusch war. Das starke Gebiss des Schneewolfs hatte dem Tier den Nacken gebrochen.
Zwei weitere Sprünge und Atka stand auf der anderen Seite der Klippe. Er hatte die kleinen Vorsprünge genutzt, um wieder nach oben zu kommen. Hierbei war Isildur klar im Vorteil. Er würde zur Not auch klettern können. Jetzt konnte er sich jedoch erst einmal den jungen Möwen widmen. Sie besaßen kaum Gefieder, waren alle noch sehr klein. Winzige Happen, aber sie würden seinen Magen füllen, wenn er sie alle vertilgen durfte. Eines der Küken hob den Kopf, fiepte nach der Mutter. Sie konnte ihren Schützling längst nicht mehr hören. Hier führte Mitleid nicht zum Ziel. Wenn Isildur die Kleinen jetzt verschonte, würden sie ebenfalls sterben, wenn auch später. Der Tod käme aber um einiges qualvoller, denn sie würden entweder erfrieren oder verhungern. Der Wolf in ihm zeigte die Vernunft eines hungrigen Tieres. Töten und fressen, das war jetzt das beste Schicksal, das diesen Küken gegeben werden konnte.
Töten, fressen und dann weiterjagen. Der Wolf wollte sich nicht mit nur dieser einen Beute abgeben.
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 13. Januar 2012, 14:27

Es war unbeschreiblich.
Kaum wiederzugeben was gerade in dem ehemaligen Vizehauptmann und Jäger der Elfen vorging. Er konnte Gerüche wahrnehmen und förmlich schmecken.
Das Salz des Meeres, der Geruch von Atka und die Süße von Bryojas Schweiß. Die Gräser der Klippe. Die Möwenmutter und die unschuldigen Jungen.
Der Wind wehte noch andere Gerüche rüber. Menschen, Dreck und Tiere. Aber alles war durch den Geruch des Meeres und der Nacht geprägt.
Bei jedem Schritt spürte der Wolf wie Sand, Kies und Gräser sich unter seinen Ballen anfühlen und zu Boden gedrückt wurde.
Wie Geräusche an seine Ohren drangen, die ein elfisches Ohr nicht mal vernehmen konnte. Vom starken Rauschen der Wellen, dem leisen Pfeifen, wenn der Wind über Schiff straff und das Zirpen der Grillen. Irgendwo das Kläffen eines Hundes in der Stadt.
Wenn man glaubte, das die Nacht still sein würde, so war dies nicht war. Sie war erfühlt mit so vielen Geräuschen, dass man es nicht für möglich hielt. Und doch war es kein Lärm des Tages, es war einfach herrlich und wunderschön.
Atka und Isildur waren auf der Jagd und Isildur merkte nicht mal, wie weit er jetzt sich seinem Tier hingab. Es war ein Gefühl, welches ohne Last auskam. Keine Sorgen über das Morgen, nur den Trieb zu jagen und zu fressen. Eine Stille war in seinem Körper, die er viel zu selten in sich noch wahrnahm. Jetzt stimmte alles.
Die beiden Wölfe waren zum Nest gekrochen und Isildur hatte den Anfang gemacht. Es gab jetzt kein zurück, nicht das er es überhaupt gerade wollte.
Isildur schnellte vor, und verpasste die Möwe. Doch da war Atka schon und holte sich die Möwe im Sprung. Ein Knacken zeugte vom Erfolg des Zuschnappens, doch Isildur hatte dafür nicht die Augen.
Ihn trieb deutlich sein Hunger und das Tier. Vermutlich wäre jetzt der Elf irgendwie durchgekommen, wenn er die armen hilflosen Küken gesehen hätte aber es war nicht der Fall. Auch das suchende Fiepen des Jungvogels konnte jetzt kein Mitleid erhoffen. Ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken., schnappte Isildur zu. Ließ seinen Kiefer um die Brut der Möwe zuschnappen.
Sie zu töten war schnell und leicht.
Es knirschte leise in seinem Mund, als er die weichen Knochen brach. Blut stahl sich in seinem Mund und er genoss jedes bisschen davon.
Doch hier war nicht der Ort zum fressen. Zu wenig Halt, die toten Kücken im Maul , machte sich jetzt auch Isildur wieder an den Aufstieg. Kurz blickte er nach oben. Atka war mit zwei Sätzen hoch gekommen, Isildur musste etwas mehr achtgeben.
Mit einem Satz an einem besser stehenden Felsen draufzuspringen war in Ordnung. Nur ein leichtes ziehen erinnerte Isildur in diesem Moment an seine Verletzung. Aber das war nichts schlimmes. Der Felsen bröckelte unter dem schweren Silberwolf. Die Hinterläufen rutschten ab. Ehe er sich versah hingen seine Hinterläufe in der Luft und er lag platt auf dem Felsen. Wild nach Halt suchend strampelte er kurz herum. Seine Beute im Maul ließ er dabei nicht locker. Seine Vorderpranken krallen sich in den Fels, suchten nach Halt. Da war seine Größe vom Vorteil. Er streckte sich und konnte festen Halt ergreifen, dann stemmte sich Isildur wieder hoch, zog sich mit der Kraft seiner Arme wieder ganz auf den Felsen. Endlich hatten auch seine Hinterläufe wieder festen Boden unter den Pfoten. Er sah hoch. Es war jetzt nur ein kleiner Sprung, dann war er ebenfalls oben. Noch immer rauschte das Adrenalin durch ihn, ließ ihn die Gefahr vergessen und er machte einen kleinen Satz und war ebenfalls bei Atka auf der Klippe. Die Beute ein Stück von der Klippe weg auf den Boden fallen lassend, schüttelte sich der silberne Wolf.
Geschafft!
Er fühlte sich schlichtweg gut. Lebendig und frei. Unbekümmert wie seit langen nicht. Nicht unnatürlich und fremd, nur als Teil von einem ganzen. Er leckte sich die Schnauze, jetzt konnte der Hunger gestillt werden.
Die Beute war nicht groß, doch es war Fressen… und es war SEIN Fressen. Sich wachsam an sein Mahl begebend, blickte er zu Atka. Dies war sein Fressen und er war nicht gewillt zu teilen. Knurrend machte er es ihm klar und schlag das warme Fleisch, immer wieder aufschauend runter. Es war wirklich nicht viel. Doch der Geschmack war berauschend.
Isildur konnte sogar als Elf eine Portion rohes Fleisch vertragen, aber so blutiges wäre ihm sonst doch auch auf dem Magen geschlagen. Jetzt war es anders.
Hier fraß der Wolf und nicht der Elf. Die Knochen knirschten nur wenig, so weich waren sie noch. Das Fleisch war zart und der Geschmack süß.
Viel zu schnell war er mit dem Fressen fertig, der Hunger noch nicht gestillt.
Es reichte noch nicht. Zu lange hatte der Wolf nicht vernünftig gefressen.
War da nicht noch der Geruch der Muttermöwe?
Vermutlich würde jetzt Atka zu seinem Kampf kommen, denn er hatte die Muttermöwe und Isildur wollte sie ebenfalls. Langsam machte sich der silberne Wolf zu Atka auf. Knurrend, das Fell gesträubt. Die Haltung herausfordernd.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Samstag 14. Januar 2012, 22:35

Eigentlich hätte die Bestie jetzt wohl Ruhe geben sollen. Isildur war erfolgreich gewesen. Blut rann ihm gleichermaßen die Kehle herunter wie winzige Vogelknochen und vor allem Fleisch. Es würde das Magenknurren schnell vertrieben haben, aber stattdessen hatte er jetzt etwas Anderes in sich geweckt. Der Wolf lechzte nach Jagd. Es war sein Instinkt, sein natürlicher Trieb, auf die Hatz zu gehen. Die meisten Menschen dachten, Wölfe seien Nachttiere. Sie jagten und sie töteten im Dunkeln, doch dies war ein Irrglaube. Wölfe jagten auch am Tage, ja, eigentlich war es immer ihre Zeit gewesen, durch das Territorium zu streunen. Der Mensch hatte ihn jedoch von dieser Tageszeit vertrieben, indem er selbst auf die Pirsch ging, Pilze in den Wäldern sammelte oder Bäume fällte. All der Krach war dem natürlichen Wolf zuwider geworden und er hatte um des Überlebens Willen sich angepasst. Zuerst nur zur Dämmerung war er in die Nacht verbannt worden, in der er nun seine Beute riss und bei jenen für Schauergeschichten sorgte, die ihn so weit getrieben hatten.
Doch dem Wolfsanteil in Isildur war dies egal. Und wenn er jetzt bei hellichtem Tage die Möwenküken gerissen hätte, das Blut war geleckt worden. Sein Bedürfnis war noch nicht gestillt. Jagd, mehr Jagd! Man konnte es für menschliche - oder elfische - Verhältnisse für eine tierische Sucht halten, aber letztendlich blieb es ein Trieb wie Lust, Hunger oder der Drang sich irgendwo zu erleichtern. Er mochte stärker und eindringlicher durchbrechen als andere, aber das machte ihn nicht zu etwas Besonderem. Es war höchstens schwieriger, sich ob dieses starken Verlangens zu beherrschen. Auch Isildur fiel es im Moment offenbar nicht allzu leicht, gab er sich dem Tier im Innern doch hin.
Das ließ ihn soweit zur Ruhe kommen, als dass es zuließ, dass er zurück auf die Klippe klomm, um seine Beute auch zu fressen. Doch still würde es nicht ewig bleiben.

Der Aufstieg gestaltete sich für den Wolfselfen zu einer Kletterpartie, über die er letztendlich triumphierte. Oben wartete Atka auf ihn, die tote Möwe noch immer im Maul. Vermutlich würde er teilen, aber welche Stücke er für Isildur übrig ließ, war noch nicht geklärt. Das Alphatier erhielt den Löwenanteil, Omega bekam die Restknochen. Da Bryoja schlief, fiel sie wohl aus. Sie wäre mit Sicherheit ansonsten Alphaweibchen gewesen. Es sah jedoch so aus, als würde sich Isildur fügen oder um seine Beute kämpfen müssen. Er mochte drei erlegte Küken mit sich führen, doch diese winzigen Happen waren nichts im Vergleich zur Mutter.
Während Isildur den Nachwuchs vertilgte, blieb der Schneewolf an Ort und Stelle stehen. Er behielt die Beute im Maul, aber er beobachtete nur. Auf Isildurs Knurren gab er weder eine Antwort, noch zog er sich etwas zurück. Er machte ihm so klar, dass er ihm seine gefangene Beute nicht streitig machen würde. Vertreiben ließ er sich allerdings auch nicht, sah er sich in der Rangfolge doch höher als der Gast und somit berechtigt, ihm auch beim Fressen zusehen zu dürfen. Er wartete - bis sich der andere knurrend näherte.
"Vorsicht!" Atka fletschte die Zähne unter den hochgezogenen Lefzen. Seine Ohren stellten sich zurück, er ging in eine leicht geduckt Haltung. Sie zeugte nicht von Unterwürfigkeit. Nein, auch er bereitete sich vor, nahm die Herausforderung an. Mit der Beute im Maul würde es sich jedoch schwer kämpfen lassen. Langsam setzte er die tote Möwe ab. "Der Sieger bekommt sie. Keine faulen Tricks oder du darfst dich nicht Wolf nennen!" Der Wolf machte wenige Schritte zur Seite. Hier waren sie davor geschützt, versehentlich von der Klippe zu fallen. Auch das Zelt befand sich weit genug entfernt, als dass einer von ihnen Bryoja hätte aufwecken können. Die Mantronerin wäre sicherlich nicht begeistert, dass Isildur Atka herausforderte. Seine Verletzung mochte nicht mehr so schlimm sein wie am Anfang, aber er war noch immer nicht vollends genesen. Doch Bryoja schlief und das Kampfgerangel konnte beginnen.
"Los!", bellte der Schneewolf. Er hatte längst eine halb geduckte, aufmerksame Kampfposition eingenommen. Auch sein Nackenfell zeigte sich jetzt gesträubt. Er würde mit Isildur nicht zimperlich umgehen. Noch weiter legte er die Ohren an. Noch mehr duckte er sich. Dann setzte Atka zum Sprung an. Mit einem kräftigen Schwung aus den abfedernden Hinterläufen stürzte er nach vorn, einen Satz auf Isildur zu machend. Noch im Flug riss er sein Maul auf, wollte dem anderen an die Kehle.
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