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Re: Das beste Haus am Platz

Verfasst: Sonntag 31. März 2013, 10:57
von Erzähler
„Was mich an diesen Ort verschlagen hat?“, antwortete Ferim, „Meine Kunst. Der ist es zu verdanken, dass ich gefesselt und geknebelt in dieser Stadt landete. Freiwillig hätte keinen Fuß in dieses Loch gesetzt.“
Er führte Pallas durch ein paar Seitengassen. „Bald sind wir da.“

„Du meinst, dass ich gut bin? Danke. Vielleicht die einzige gute Sache an Rumdett ist, dass ich besser geworden bin. Hast du schon einmal von Mimikry gehört? Hat was mit Tieren zu tun. Harmlose Fliegen, die so gestreift sind wie Wespen, weil alle anderen Tieren sich nicht mit Wespen anlegen. So was in der Art. Sagen wir mal so: Mimikry hat mir hier den Hintern gerettet, sehr oft sogar. Wie ich heute Mittag auf dem Markt aufgetreten bin, das war die erste Rolle, die ich in Rumdett gespielt habe. Der düstere, brutale Jungspund. Einen Fehler habe ich gemacht, als ich nämlich vergessen habe, ob Caspar jetzt mein Onkel oder mein Vater sei.“ Er lachte und wurde etwas langsamer beim Laufen. Das ganze Reden hatte seine Puste aufgebraucht. Aber es drohte offensichtlich keine Gefahr mehr. „Apropos: Ferim ist sogar mein richtiger Name.“

In einer Straßenecke des Viertels der Stadt, das man ehesten als Wohnviertel bezeichnen konnte hielt er an. Zu ihren Füßen war eine schräge Luke an einem Haus. Der Zugang zu einem ehemaligen Kartoffelkeller. Ferim kramte aus irgendeinem Versteck in seiner Robe einen Schlüssel hervor, mit dem er die Luke aufschloss und dann herunterkletterte.

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