Verkauf und Umstellung

Rumdett besitzt keinen öffentlichen Markt, wer sollte dort auch schon etwas kaufen? Hier bekommt man alles in den dunklen Gassen der jeweiligen Viertel oder bei sich herumtreibenden Händlern, die ihre Ware praktisch überall anpreisen.
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Rosemary Smithe
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Verkauf und Umstellung

Beitrag von Rosemary Smithe » Donnerstag 9. Oktober 2014, 20:14

Wo bin ich hier? Das habe ich schon einmal gedacht... Was ist los mit mir? Ich habe Hunger... ich fühle mich so benommen... schummrig gar... Mein Kopf brummt und pocht.... Warum bin ich nicht in meinem Bett? Es ist nicht weich. Pedro... diese Name er kommt mir bekannt vor. Warum nur? Ich kenne doch keinen Pedro... Hatte nie mit einem sonderlich zu tun. Gestank. Warum stinkt es hier so? es sollte hier nicht so riechen. Eigentlich müsste doch Fliedergeruch hier sein. So wie immer, wenn ich erwache durch den Fliederstrauß neben meinem Bett. Es ist so hart. Mein Rücken schmerzt und meine Knie ebenso. Ich... ich kann mich nicht bewegen. Ich falle! Hilfe! Was geht hier vor! Ich will nicht sterben! Ich will meine Mutter wieder lachen sehen! Ich...
Ihr eigener kurzer und spitzer Schrei holte sie in die Wirklichkeit zurück und riss sie aus ihren Gedanken heraus. Ihre grünen Augen huschten hin und her. Sie erfassten die kahlen Steinwände, welche sie umgaben, wie auch mehrere Leute, welche in Leinen gehüllt waren, welche eher wie ein Sack an den mehr oder minder gepflegten Gestalten hinab hing. Einige schienen nur noch Haut und Knochen zu sein. Nur langsam wandte Rosemary ihren Blick ab und lies diesen wieder wandern, bis er sich auf ihre bloßen Füße hinab senkte, dort verweilend und haftend. Ihre Stirn legte sich in leichte Falten, was ihre Nachdenklichkeit symbolisierte. Ein tiefes ein und ausatmen folgte. Ein ziehen entstanden durch die zusammengehaltenen Handgelenke durch ein Seil hindurch, welches über ihre zarte Haut schabte. Sie zuckte zusammen und warf einen Blick nach hinten. Doch bis auf das rote Haar vor ihrem einen Auge und die Wand hinter ihr, wie einer in Lumpen gehüllten Gestalt sah sie nicht sonderlich viel. Wie denn auch, wenn ihr Hals nicht biegsam war. Wieder zerrte sie an den Fesseln. Als ob sie diese überprüfen wollte.
Es stand fest. Die unausweichliche Tatsache, dass sie hier gefangen war. Erneut folgt ein tiefes Durchatmen, als sie versuchte sich auf zu richten. Doch sie geriet nur ins Stolpern hinein und stürzte somit auf halben Wege, keuchend auf den Boden. Die Schulter schlug auf dem Stein unter ihr auf und ihre Fußgelenke waren nun leicht gerötet von der Reibung des Seiles. Ihre Schulter schmerzte. Sie selbst am Fluchen kniff sie die Lider zusammen und schloss jene somit über ihre grünen Augen hinüber. Ihr Leib zitterte nun stark. Immer wieder warfen ihn die Schauer hin und her und verstärkten den Schmerz in der Schulter nur mehr. Vermutlich nur eine Schürfwunde, aber dennoch klein genug, um stechende Schmerzen verursachen zu können. Langsam nur, vorsichtiger in den Bewegungen geworden richtete Rosemary sich wieder auf und kam erneut in die sitzende Position. Ihre Lider hatte sie mittlerweile wieder aufgeschlagen und sah trotzigen Blickes hinab auf ihre zusammengebundenen Fußgelenke. Ihr Blick war stolz. Ihre Haltung ebenso. Die Schultern waren gestrafft und ihre Haltung aufrecht. Ihr Kinn war empor gereckt und wirkte trotzig. Nahezu störrisch.
Ihr Blick verriet den leicht angekratzten Stolz, während dieser fest auf der Tür ruhte. Ein Schauer ergriff sie kurz, lies eine seichte Gänsehaut bei ihr zurück, als die kühle des Steines für sie nach und nach bemerkbarer wurde, trotz jener stolz wirkenden Haltung. Sie bewegte die Arme, rieb die Beine aneinander heran und versuchte sich somit etwas auf zu wärmen. Doch die Kälte in ihren Gliedern lies nicht nach. War diese wohl nicht jene, der sie schon vielleicht Stundenlang durch den Stein ausgesetzt gewesen war. Nein, es war die Angst und die Panik, welche ihre Gedanken umnebelten und sie immer mehr einnahmen. so wirkte Rosemary äußerlich zwar ruhig, aber innerlich brodelte es nur so von diesen negativ behafteten Gefühlen. Nur unterschwellig könnte ein Außenstehender durch die kühle und stolze Fassade hindurch sehen und die Angst erkennen, welche ihr das klare Denken erschwerte und ihre Glieder lähmen lies, bis auf jenen aufwärmenden Versuch.
Die Angst, welche kurz davor stand sie im Unbekannten und Ungewissen der Zukunft in die Panikzone hinein zu versetzen und sie somit aus Komfortzone und Lernzone weit hinaus zu katapultieren. In die schwarze Zone der Panik hinein, wo das Denken aussetzte und auf welche sie in jedem Moment immer weiter zusteuerte.
Erst überwältigt... Eine Gefahr nicht bemerkt. Und nun? Meine Sachen weg.. Und wer weiß, was hinter jener Tür lauert? Tot. Gestank. Widerwärtigkeit. Perversionen...
Ihre Gedanken schienen sie immer weiter entrücken zu lassen und sieentschwinden zu lassen. Ein leichtes beben ihrer Unterlippe zufolge, konnte man dieses Zeichen nun zusätzlich deuten. Ihr Gesicht wirke Aschfahl. Bleicher, als sie sonst schon war.
Ihre Finger krampften sich zu Fäusten zusammen, ihre Nägel bohrten sich in ihre Handfläche hinein. Ob ihre Schulter blutete oder einfach nur gerötet war, dass wusste sie nicht, andererseits hätte sie es gerade auch nicht mit bekommen. Denn mit jedem Moment entfloh sie der Wirklichkeit mehr und trieb sich selbst tiefer in jene ausufernden und grenzenlos scheinenden, dunklen Gefilde jener Zone hinein. sie wollte es nicht wahr haben. Machte sich aber auch Zeitgleich viel zu viele Gedanken um alles, was sein könnte. Ihre Beine zog sie an. Wie zum Schutze gleich, bis sie vor ihr angewinkelt waren und ein leichtes, aber wirklich nur leichtes vor und zurück wippen ihres Leibes begann, welches bei jedem Geräusch sogleich verschwunden sein würde. Ihre Augen sich hektisch auf eben jenes Geräusch gerichtet haben würden.

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Re: Verkauf und Umstellung

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. November 2014, 07:06

Unwirklich und bizarr wirkte diese Situation, in der Rosemary sich wiederfand. Natürlich war alles fremd um sie herum, verstörend und beängstigend. Wenn sie sich versuchte zu erinnern, so wurden jegliche älteren Gedanken durch einen betäubenden und stumpfen Kopfschmerz beiseite geschoben.
Vielleicht war es auch die freiheitsberaubte und erniedrigende Position, in der sie sich befand, die das Denken lähmte und ihren Instinkten den Vortritt ließ. Sie hatte ja nicht einmal Antworten, geschweige denn auch nur den Hauch einer Ahnung, wo sie sich hier befand und vermutlich noch viel wichtiger - warum?! Bis vor kurzem war sie noch eine ganz normale, junge Frau, mit einem normalen, wenn auch durchaus privilegiertem Leben gewesen. Immerhin stammte sie aus Zyranus und hatte das Glück, dort durch Ausbildung zu einem relativ selbstbestimmten Leben zu kommen. Alles schien in geordneten Bahnen zu verlaufen und kaum eine Abweichung parat zu halten - wenn man den Umstand mit ihren kranken Eltern außer Acht ließ. Wie es sich für eine liebende Tochter gehörte, wollte sie nicht untätig herumsitzen und selber nach Irgendetwas suchen, was ihrer Mutter helfen konnte. Nie im Leben hätte sie damit gerechnet, dass ihr ausgerechnet dieser Schritt, in der Umsetzung, zum Verhängnis geworden ist.
Auf ihren Schrei schien niemand reagiert zu haben, weder einer der anderen Gefangenen, die sie nur schemenhaft erkennen konnte, noch jemand, der auch nur ansatzweise hierfür verantwortlich war.
Es war dunkel und nur stellenweise ließ schummriges Licht einen Blick nur auf ein paar Gegebenheiten zu. Wie sie bereits richtig erkannt hatte, befand sie sich in einem größeren Raum, wenn man denn davon sprechen konnte - großen Stall oder einfach nur Loch traf es wohl eher - dunkel, muffig, Angst einflößend und vollkommen fremd. Ihre ersten, holprigen und natürlich gescheiterten ‘Fluchtversuche’, in Kombination mit den Fesseln und der nicht wirklich vorhanden Kleidung, ließen immer wieder eine Panik in Wellen durch ihren zitternden Körper schießen. Irritierender Weise, wechselte diese sich mit Stolz und fast schon ein wenig Arroganz ab - noch war ihr körperlich nur leicht zugesetzt worden, ihr Geist war stark und bekanntlich war der Mensch sehr leidensfähig.
Wage erinnerte sie sich an ein paar Dinge, aus jüngster Vergangenheit, Bruchstücke, die ihr wieder einmal die schlimme Situation vor Augen führten - sie, Rosemary, Gefangene und Sklavin … und keiner wusste, wo sie war, noch was mit ihr geschehen war. Im Umkehrschluss bedeutete dies aber auch, dass Niemand nach ihr suchen würde oder könnte - vermutlich ein Gedanken, dem sie sich nicht stellen wollen würde.
Da eine Flucht erstmal aussichtslos war, versuchte die junge Zyranerin ihre Gedanken zu fokussieren. Die Schlagwörter, die ihr dabei allerdings in den Sinn kamen, waren alles andere als aufbauend. Im Grunde rechnetet sie mit dem Schlimmste. Gebannt starrte sie mit trockenen Augen auf eine Tür, die massiv wirkte und passend in der Angel lag. Unter der Tür allerdings schien warmes, flackerndes Licht herein, eine kleine Wohltat in diesem Augenblick, es hatte etwas beruhigendes, wenn gleich der Lärm, der sich aus dieser Richtung abzeichnete, ziemlich eigenartig wirkte. Wie konnte dort nur gelärmt werden, wenn es hier Menschen offensichtlich schlecht ging?! Wenn sie nun allerdings wirklich eine Sklavin war, dann passte das wohl beides perfider Weise zusammen.
Rosemary hatte nicht mal eine Ahnung davon, wie lange sie schon hier war oder wo genau sie war. Sie wusste nur, dass ihr alles wehtat, ihr Magen wie ein Donnergrollen knurrte und für ihre Verhältnisse, wie eine Straßendirne stank.
Für den Moment vollkommen entmutigt, versank die junge Frau vollkommen in ihrem Inneren, um das ganze etwas erträglicher zu machen - das monotone Wippen, was ihr Körper ihr gestattete, half ihr dabei, in eine graue Leere abzudriften und die Außenwelt auszublenden. Ob und wie viel zeit verging, konnte sie nicht sagen, vermutlich war es ihr auch egal, sie konnte ahnen, dass sich so schnell nichts ändern würde. Am Schlimmsten war wohl die quälende Ungewissheit, die in ihrem Inneren nagte.

Urplötzlich wurde sie jäh aus ihrem katalonischem Zustand gerissen - gleißendes Licht flutete in den Raum herein und durch zusammen gekniffenen Augen vermochte Rose die schwarze Silhouette eines breiten Mannes erkennen, der mit schweren Schritten wortlos in den Raum gestampft kam. Die Tür ließ er hinter sich offen, so dass weiterhin keine Details zu erkennen waren, außer dass er schwere Stiefel trug, eine Hose und so etwas wie ein Oberteil. Wenn sie auch nur ein bisschen auf ihre anderen Sinne achtete, dann konnte sie hören, wie leise Bewegung in den Raum kam. Saßen die anderen Gefangenen bis gerade ebenso stumm und regungslosen ihren Ecken, so wurde nun leises Gewimmer und Geraschel
Laut. Alle schienen offenkundig Angst zu haben, was auch immer irgendwer ihnen angetan hatte.
Angespannte und angsterfüllte Schwingungen erfüllten die staubige Luft des Raumes, die von den dumpfen Schritten des schweren Mannes niedergedrückt wurden.
Überraschend und vielleicht auch nicht überraschend, steuerte die bullige Person scheinbar genau auf Rosemary zu und blieb dann ungefähr zwei Schritt vor ihr stehen. Sie konnte das Gesicht des Mannes immer noch nicht sehen, so dunkel lag es im Schatten, aber sie konnte deutlich seinen musternden Blick auf sich spüren. Quälende Sekunden oder auch Minuten vergingen, bis ein zustimmendes?, tiefes Brummen, die qualvolle Stille durchschnitt. Erst dann konnten ihre Ohren, in denen ihr Blut vor lauter Panik rauschte, wieder mehr wahrnehmen. Ein Schreck folgte aber auf den nächsten, denn mit einem Mal hatte sie eine kräftige, schwielige Hand gepackt und mit einem Ruck auf die Beine gezogen. Ohne auf ihren Protest zu achten, zog der Hüne von Kerl sie mit festem Griff aus dem Raum, hinaus in die grelle, fast schon anders wirkenden Welt eines anderen Raumes.
Wenn sie nicht richtig lief, so würde Rosemary auch einfach neben dem Kerl über den Boden geschleift werden, denn er hatte sie weiterhin im unnachgiebigen Griff und für seine Statur würde sie an Gewicht, keine Herausforderung darstellen. Sie wurde durch einen längeren, mit Holz ausgekleideten Gang gezogen, der hell erleuchtet war und nur minimal besser roch, wie das Loch, aus dem sie gerade geholt worden war. Die Geräusche, die sie bereits hinten vernommen hatten, waren hier lauter und differenzierter zu hören - es klang nach Gegröle, lauter, schräger Musik, Streitereien und Ähnlichem.
Sekunden später wurde sie in einen weiteren Raum reingezogen, der zwar kärglich eingerichtet war, aber in dem sie mehrere, teils vermummte Gestalten, herumtummelten und sie keines Blickes würdigten. Wenn sie mal die Sekunden nutze und an sich herunter sah, bekam sie bestätigt, was sie schon vermutet hatte, außer einem groben Wollkittel ohne Schnitt, trug sie nichts, von den wenig kleidsamen Fesseln, mal abgesehen.
Dann trat eine weitere Person auf sie und ihren Aufpasser zu, der immer noch kein Wort gesagt hatte, aber äußerst wachsame Augen aufwies. Die zweite Person war ebenso ein Mann, von mittlerer Größe und nicht ganz so breiter Statur, gekleidet in dunkles Leder, was eng am Körper saß. Braune, etwas längere Haare rahmten ein mitgenommnes, mit scharfen Kanten ausgeprägtes Gesicht ein. Wache, graue Augen musterten sie argwöhnisch, ehe dieser einen knappen Satz zum Hünen sprach. “Ziemlich dürr“, war das Erste, was eine mitteltiefe Stimme neutral von sich gab. “Mach sie fertig, ich will sie gleich draußen sehen.” Natürlich bekam sie keine Erklärung und im Endeffekt überging man sie auch total. Der breite Kerl nickte nur knapp und zog Rosemary zu einem Stuhl, auf dem etwas Dunkelbraunes lag, das nach Kleidung aussah. Einen Schritt davon entfernt, löste der Hüne nicht gerade sanft, nur ihre Handfesseln und machte sich dann daran, entgegen all ihren Protestes, ihr den Kittel vom Leib zu holen. Dass sie darunter vollkommen nackt war, störte hier offensichtlich niemanden. Mit einer großen Pranke hielt er ihr dünnes Handgelenk wieder fest du machte sich daran, den Kittel notfalls mit Gewalt vom Körper zu holen. Es lag also in ihrer Hand, wie sie unversehrt sie aus dieser Situation kam.
Nachdem er ihr mehr oder weniger freiwillig den dunkelbraunen Stoff angelegt hatte, der sich als mehr oder weniger heiles Kleid heraus stellte, betrat der in Leder gekleidete Mann wieder das Zimmer, steuerte auf sie zu, blieb vor ihr stehen und blickte sie mit kalten Augen an.
“Hör zu Püppchen, ich erklärs dir nur ein Mal. Du gehst da jetzt raus”, damit deutete er auf eine verschlossene Tür, “und wirst dort drinnen die feinen Kunden bedienen und ihre Wünsche erfüllen”, ein kaltes Lächeln ließ die schmalen Lippen zucken. “Flucht ist sinnlos und wenn du nicht tust, was erwartet wird, setzt es was”. Das war alles, was er ohne eine Erklärung zu ihr sagte. Der breite Mann packte sie wieder, am mittlerweile schmerzenden Oberarm und zog sie zur besagten Tür. Dort drückte er ihr ein mitgenommenes, rundes Holzstück in die Hand, was wohl eine Art Tablett darstellen sollte, öffnete dann die Tür und schob sie hinein - direkt hinein in den Abgrund.
So musste es ihr vorkommen, es war laut, es stank übelst, es war brechend voll und voll von allerlei Gesinde, Dirnen und Ähnlichem und alles zusammen reizte enorm ihre Sinne Die junge Zyranerin hatte schon ausgelassene Abende in den Tavernen ihrer Heimatstadt mitbekommen, aber das schlug jedem Fass den Boden aus.
Vermutlich vollkommen überfordert stand sie da, ehe sie von der Seite angeranzt wurde, dass sie gefälligst ihre Arbeit machen sollte. Die unfreundlichen und ungeduldigen Worte kamen von einem Mann mittleren Alters, der hinter dem Tresen stand - und einen Gastraum im Abgrund zu führen schien.
Hier stand Rosemary nun, verdonnert zum Arbeiten - was würde sie tun?!
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Re: Verkauf und Umstellung

Beitrag von Rosemary Smithe » Dienstag 25. November 2014, 13:05

Ein starkes Blinzeln folgte von Rose, als dieser finstere Raum auf einmal mit Licht durchflutet wurde. Sie hob ihre Hände an und hielt diese somit für einige Momente schützend vor ihre Augen. Sie war geblendet dadurch, da sich die Augen ihrerseits schon längst an die Dunkelheit um sie herum gewöhnt hatten. Blinzelnd und die Augen reibend gwöhnten sich ihre Augen auch allmählich an das hinein geflutete Licht. Auch wenn Tränen in ihren Augenwinkeln standen durch welche sie versuchte sich an dieses Licht zu gewöhnen, welches sie empfing und sie wie auch die ein oder anderen Gefangenen einhüllte. Als ihre Arme niedersanken, sah sie so die Silluettenhafte Gestalt des Mannes, welcher sich schwarz von dem Hintergrund abhob. in den ersten Momenten waren ihre Ohren noch von einem Rauschen erfüllt, welches ihre Umgebung für sie ausblendete. Es löste sich langsam, füllte sich mit dem schon bedrohlich wirkenden stapfen der Schritte des Mannes, welcher langsam auf sie zukam. Nun erst warf Rose ihren wie gebannten blick hin und her, als sich ihre Geräuschkulisse erweiterte, das Wimmern und Geraschel sie veranlasste sie wohl mehr nachdenken zu lassen. Niemand war nur mehr in dem Lichtschein der Tür, außer sie selbst. Eine Frechheit. Ein Mann kann doch eine Dame in solch einem unwürdigen Zustand nicht erblicken. Er soll sich wieder verziehen!, Kam ihr ein Gedanke in den Sinn hinein, auch wenn ihr Leib aufgehört hatte sich zu wiegen. So war sie nun erstarrt. die Situation war insgesamt skurril und die Wahrheit, welche schon an ihren Hintereingang des Kopfes pochte, wollte und konnte Rosemary sich einfach nicht eingestehen. Und wie es so ein Rampenlicht nun einmal an sich hat, ging er auch noch auf sie zu. Die Hände von ihr zitterten. Ob für Wut oder unterdrückter Angst ist nicht klar, doch die gewieteten Lider ihrer Augen ließen vermuten, dass es wohl eher zweiteres war, auch wenn Rose immer noch keinen einzigen Mucks von sich gibt. Noch ercsheint es ihr unwirklich, wie ein furchtbarer Albtraum, aus dem sie jede Sekunde aufwachen könnte. Das Brummen nach dem Mustern bekommt sie kaum mit, da ihre eigenen Gedanken zu sehr ihren Kopf bevölkern. Hat der noch nie eine Frau gesehen, oder was ist mit diesem Mann los? Hat er den Fehler bemerkt und kommt um mich zu befreien? Oder löst sich der Traum nun auf? Die Hand passte nicht in die Schematik jener Hände, die sie kannte. Sie war viel rauer und grober und tat ihrer Haut weh. Und auch ihrem Arm, das würde sicherlich ein paar blaue Flecken hinterlassen. Ihre Glieder knacken leise, als die eher kindhaft anmutende Gestalt auf die Füße gezogen wurde und sie dadurch kurz schwankt, als ihr für sie ungewohnt wirkendes, leichtes Gewicht wieder ihre Beine belastete. Von ihr kam kein Protest, eher eilig versuchte sie mit ihm Schritt zu halten, wohl von Hoffnung getrieben, welcher in dieser Situation vollkommen Surreal war. Erneut war sie geblendet, als sie mehr neben ihm herstolperte, als dass sie wirklich ging, aber sie viel nicht.
Ein paar Male holt sie lauter Luft, als sie von dem Mann in den leicht besser riechenden Raum gezogen wurde. Zumindest Akzente der frischeren Luft durchlaufen wohltuend ihren Kopf und beleben diesen mehr, als er es vorher war. Ihr Blick gleitet die ganze Zeit hin und her. Scheint die neuen Eindrücke auf zu fangen und auch somit die Augen wieder zu nutzen, welchen doch ziemlich lange eine Sicht verwehrt gewesen war im Finsteren. Nur kurz folgt der Blick nach unten, als dann schon beinahe Misstrauisch die vermummten gemustert werden. Auch wenn ihr Leib wohl eher wenig vom Ansehen her zu bieten hat, versucht sie nun ihre Schultern zu straffen und das Kinn an zu heben. So tuend, als würde sie ein prunktvolles Gewand tragen und wohl nicht wie sieben Tage im Kuhdung riechen. Doch war ihr Stolz innerlich schon ziemlich angeknickt. Ist das wirklich ein Traum?
Als dann ein weiterer Mann heran trat und sie als ziemlich dürr bezeichnete, furchte sie ihre Stirn erneut. Und wer meint er, dass er ist? Ihr Kopf wurde nur noch stolzer wirkend erhoben, so dass sie zumindest nicht wie ein jämmerliches Häufchen Elend aussah. Als ihre Handgelenkfesseln gelöst waren, zischte sie auf und rieb sich über die leicht wundere Haut hinüber. Einen Gedanken an ihre Magie verschwendete sie in diesem Moment nicht wirklich. Viel mehr, kreisten ihre Gedanken darum, wieso sie in dieser Situation war, erneut. als sie dann merkte, dass dieser mann ihr den Kittel auziehen wollte, schrie sie laut auf. Doch brachte es nichts, als sie die Arme an ihren Leib presste, um es zu verhindern, er machte sie trotzdem Nackt vor dne Blicken so vieler Personen. Ihre Augen waren geweitet und sie innerlich geschockt, während sie nun erneut zitterte.
Kaum dass sie diesen Lumpen von Kleid anhatte, verebbte das zittern wieder, auch wenn ihre Aufmerksamkeit sich erneut auf den Mann richtete. Rose fühlte sich, als ob sie für Heute jetzt schon wieder Stundenlang schlafen könnte, bis zum nächsten Tag hin. so richtet sich ihr Blick aus den grauen Augen auf den Mann hinauf. Ihr Gesicht wird von den roten Haaren umrahmt, von der eine Seite ihr Auge verbirgt. "Ich bin nicht dein Püppchen.", zischt sie störrisch auf die Worte des Mannes hin. als sie auch schon wieder gepackt wurde und mitten in das Chaos hinein geworfen wurde. Durch den Lärm wird man sie wohl kaum sprechen hören, als sie leise vor sich hin murmelt. "Ich bin Rosemary Smithe.. Und keine Dienerin."
Die Überforderung holte sie schnell ein. so stand sie erst einmal eine Weile einfach nur starrend, entsetzt starrend in die Menge der Leute hinein. Die Hände spannen sich um das Brett in ihren Händen herum und die Fingerknöchel zeiichenn sich deutlich gegen ihre blasse Haut ab. Der Gestank brachte sie schon beinahe um. Am liebsten währe sie geflohen, doch so auf die Schnelle erblickte sie keine gescheihte Fluchtmöglichkeit. Ihr Blick huscht zur Seite hin, als scheinbar sie angesprochen wird. Doch Hilflos steht sie noch ein paar geschlagene Minuten herum. Ihre Gedanken kämpfen miteinander. Ich komme hier schon wieder raus. Dieser Mann wird mich töten, wenn ich mich nicht bewege, aber auch, wenn ich fliehe. Am besten... ich versuche mich erst einmal durch zu schlagen und zu spätereren Stunde die Flucht zu ergreifen. Jetzt werden sie zu wachsam sein... Oder ich fliehe einfach.. Was soll ich tun? Das ist einfach zu Real.... Doch so beginnt Rose nun, sich Schritt für Schritt, zitternd in diesen abgrund hinab zu bewegen, welcher nach und nach nur bestialischer für sie zu stinken begann. Ihr Blick huschte immer wieder hin und her. Zwar zitterte Rose immer noch, aber so näherte sie sich erst einmal einem Tisch in der Ecke an, wo keine dirne auf einem Schoß herum lungerte und dort ein Mann im ziemlichen Scharz gehüllt saß. Zuerst starrte sie ihn an, als sie sich dann einen Ruck gab. Zu einem Lächeln konnte sie sich nicht bewegen, eher blieb diese ängstliche Miene auf ihren Gesichtszügen haften. Ihre Hände zittern leicht, als sie den Mann mit dem leeren Glas anspricht. "Noch etwas?", stösst sie dann hervor. Es immer noch nicht fassend könnend, dass sie nun hier stand. In all diesem Schmutz. Zwischen all diesen Trunkenbolden, Dirnen und was hier noch so herum fliegt. Mit bloßen Füßen vor dem Mann stehend und unter dem Kleid nur ein Hauch von Nichts an. Es war vollkommen nicht passend. Sie wollte hier weg, unbedingt. Egal wohin, aber erst einmal weg. Aber erst einmal.. rausfinden, wo sich denn die nächstbeste Fluchtmöglichkeit befand. Und solange würde sie wohl tun müssen, was gesgat wurde, wenn dieser Hühne ihr nicht alle Glieder brechen sollte. Wiederlich.

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Re: Verkauf und Umstellung

Beitrag von Erzähler » Freitag 17. April 2015, 02:24

Da stand Rosemary nun, wie bestellt und nicht abgeholt und irgendwie vollkommen zerrissen. Im Grunde wusste die junge Frau nicht wirklich, wie ihr geschah. Gefühlt, gestern noch, war sie ein ganz normales Mädchen gewesen , dass einem Beruf nachging, den die Gesellschaft ihr zugedacht hatte und heute, ja, was war sie heute eigentlich?! Keiner hatte sich bisher dazu erbarmt, sie aufzuklären, geschweige denn, auch nur ein freundliches Wort an sie zu richten. Ruppig war sie bisher durch die Gegend geschuppst worden und fast wie im Nebel, drangen die ganzen Drohungen bei Zuwiderhandlungen in ihren Ohren. Rose kam aus guten Verhältnissen, in denen sie am aller Wenigsten um ihr Leben hatte fürchten müssen - jetzt so etwas zu hören, wirkte surreal. Das Alles half aber nicht dabei, die vor ihr liegende Situation zu meistern. Also sie stand immer noch wie angewurzelt und vollkommen überfordert im Schankraum einer Taverne, schwankend zwischen Wut und Angst - in einen schäbigen Lumpen gesteckt, der als Kleid dienen sollte und irgendwelchen gefährlichen Männer erwarteten, dass sie sich nützlich machte und die Kundschaft bediente. Der einzige Halt, den sie gerade hatte, war das runde Stück Holz in ihren Händen, was als Tablett fungieren sollte.
Der Lärm dröhnte in ihren Ohre, die Gerüche brachten sie fast um und ihre Körper fühlte sich zerschlagen an - immerhin wallte die bleierne Müdigkeit nicht wieder hoch. Mary hatte mal wie das blühende leben ausgesehen, aber nun wirkte sie gerade nur noch wie ein Schatten ihrer selbst - körperlich gesehen. Das wiederum, schien aber auf niemanden zu stören oder gar irgendwen dazu zu bemüßigen, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Die Frage war auch eher, ob sie das bei dem Gesinde überhaupt gewollt hätte. Also stand sie immer, immer noch wie vom Blitz gerührt, an dem Punkt, zu dem der Fremde sie hingezogen und stehen gelassen hatte.
Die junge Zyranerin hatte keine Vorstellung davon, wie vermeintlich lange sie dort ungläubig und widerwillig gestanden hatte. Sie hatte gerade vorgehabt, sich endlich mal zu bewegen, als sie jäh von einer Person am Arm gepackt wurde. Der Griff war dieses Mal zwar nicht eisern, aber dennoch fest und wenn sie zum Inhaber des Armes sah, konnte sie eine Frau ausmachen. Diese war größer als sie selbst, mit Sicherheit zwei Kopf hoch und auch definitiv stärker als die junge Frau. Der Knochenbau war nicht stämmig, aber der Körper der fremden Frau deutete darauf hin, dass sie schwerere Arbeiten gewohnt war. Sie hatte braunes Haar, zu einem Zopf im Nacken gebunden, wettergegerbte Haut, schien ungefähr Mitte 30 zu sein und trug größtenteils lederne Kleidung - an der rechten Seite war ein Rapier befestigt.
“Du solltest dich lieber anstrengen und tun, was man dir aufgetragen hat”, raunte die fremde Frau ihr zu und zog sie zu einem Tisch, auf dem leere Trínkgefäße standen. “Die Aufgaben wirst auch du verstehen”, spöttelte die Braunhaarige. “Also, Tische abräumen und alles zum Tresen bringen - leere Tische bei Bedarf kurz säubern und ansonsten bringst du neue Bestellungen vom Tresen an die besagten Tische - also, beweg deinen Arsch.” Das war es also vorerst, Rosemarys neuer Lebensinhalt und vermutlich spukte immer noch im jungen Köpfchen die frage nach dem Warum und Wieso.
Wie sie da so stand und mehr unwillig als alles anderes doch irgendwie anfing, die ihr aufgetragenen Aufgaben umzusetzen, geschah etwas merkwürdiges. Zuerst war es gar nicht richtig zu fassen oder zu bemerken, es war mehr ein Gefühl, was sie beschlich und wenn Rose sich vorsichtig umsah, schien es nicht nur ihr so zu gehen. Immer mehr Gäste verstummten, immer weniger Geräusche waren zu hören, bis es fast ganz ruhig war. Man konnte vereinzelt nur ein paar Tiere noch vernehmen. Normalerweise war das Gesindel, was hier verkehrte, wohl durch so gut wie nichts zu beeindrucken und trotzdem waren sie still. Wobei sich die Einen mehr und die Anderen weniger verwundert und durchaus argwöhnisch umschauten. Dennoch war es friedlich und diese Ruhe erfasste nach und nach eigentlich alle in dieser Schenke. Die junge Zyranerin konnte sogar bei manch ganz finster dreinblickendem Gesellen erkennen, wie sich dessen Gesichtszüge entspannten und auch in ihr löste sich eine Anspannung und ihre Angst wich. Sie konnte sich zwar nicht sicher sein, dass man sie ziehen lassen würde, aber für den Augenblick musste sie nicht mehr um ihr Leben fürchten, Lysanthor allein wusste wohl warum. Dem Ganzen wurde die Krone aufgesetzt, dass nun etwas zu hören war, was alle in erstaunen versetzte - der Klang silberner Glocken, der nach aber auch so fern klang und alles zu erfüllen schien. Besonders abergläubige Zeitgenossen versuchten sich mit seltsamen Gesten zu schützen, andere vertieften sich in leises Raunen, aber alle sprachen über das, was gerade vor sich ging.
Und war die Luft bis gerade eben noch mit negativen Gefühlen angefüllt, so hatte sich das zumindest gelegt.
Es dauerte auch etwas, bis alle sich wieder vermeintlich normal verhielten. Immerhin war es nun ruhiger und leiser, aber so konnte Rosemary wenigstens etwas durchatmen und neue Kraft und Zuversicht schöpfen.
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Re: Verkauf und Umstellung

Beitrag von Rosemary Smithe » Montag 18. Mai 2015, 12:18

Diese Lumpen.... diese Umgebung. Es machte sie fertig. Ihre Finger klammerten sich nur so an das Tablett heran, die Fingerkuppen drückten sich gegen das Holz, so dass ein leichter Schmerz zu ihren Sinnen dazu stieß, während sie selbst sich fehl am Platze vorkam, als ob einfach etwas fürchterlich falsch lief. Ein Albtraum schlichtweg. Dieser Nebel wurde durch den Griff einer Frau unterbrochen, welche Rosemary nur etwas musterte, doch viel Zeit bliebt ihr da nicht wirklich. Kaum hatte sie den Rapier gemerkt, dass diese Frau anscheinend einen aktuell höheren stand besaß als sie selbst,als ihr Blick schon hoch huschte, zu ihr hinauf, als ihre Stimme sich erhob. Bei dem zweiten Satz zuckte die junge Frau zusammen.
Wer bildet die sich ein, wer sie ist?
Ihr Gesichtsausdruck wurde eindeutig trotziger. Der Widerstand keimte langsam in ihr auf. Wobei nur ein Blick in den Raum hinein sie schon wieder entmutigte. Das Schicksal war schon ein mieser Verräter, so wie es hier Aussah und stank. Und von dem vorhergehenden ausgehend, würde es ihr wohl nicht besser ergehen als einer Kakerlake.
Als die stille einkehrte, bemerkte sie diese viel zu spät, so sehr war sie eigentlich bei dem ganzen hin und her Gelaufe mit sich selbst beschäftigt. Erst als ihre Furcht gelindert wurde und sie entsprechend etwas schneller, schwungvoller zu arbeiten vermochte, erst da viel ihr auf, dass alles Ruhig geworden war. Die Glöckchen verklangen langsam, ihr Blick huschte immer wieder zu der Richtung hin, wo diese Glöckchen erklungen waren. Irgendwie gab es ihr Kraft, das so ein kleines Geräusch dazu in der Lage war, solch Gesindel verstummen zu lassen. Die Kraft zur Flucht. Zumindest vorerst in ihren Gedanken.
Wenn ich gut arbeite, dann werden sie mich gehen lassen. Oder sie haben so viel Vertrauen in mich, dass ich mich in einem unbeobachteten Moment davon stehlen kann, noch ist es zu Riskant, egal wie gern ich fortwollen würde... Zumindest scheine ich merkliche Defizite vom Körper her für sie auf zu weisen, weshalb sie mich hoffentlich mit unangenehmeren in Ruhe lassen werden...
So flogen ihre Gedanken hin und her, als sie herumwirbelte, wobei der Fetzen von Kleid ihr um die Beine herumwirbelte. Abgesehen von den schrammen und leichten Rückständen von Schmutz, unter all dem, so vermochte wohl ein geschultes Auge nur zu leicht zu erkennen, dass sie solche Arbeit nicht ansatzweise gewohnt war. Ihre Haut wirkte dafür viel zu hell und die Hände waren zu zart und nicht schwielig genug, was sie aber früher oder später unweigerlich in dieser Spelunke werden würden.
Wo bin ich?
Ihr Blick streifte umher und so war sie doch recht aufmerksam, um zu erspähen wo die Leute rein und raus kamen und ob es in der Überwachung vielleicht Lücken gab. Diese kleine Pause hatte ihren Geist erfrischt, sie motiviert, doch noch einen kleinen Lichtschimmer in all dem finden zu können.
Zeigt es mir. Wo kann ich hinaus?

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