Ankunft in einer fremden Stadt

Der Hafen ist wohl das gefährlichste Pflaster Rumdetts. Hier laufen nicht nur die Schiffe der drei Piratengemeinschaften ein und aus, nein, hier wird auch am häufigsten Prügel bezogen.
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Alea
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Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Alea » Montag 29. Juni 2009, 17:17

[komme von ‹ Irgendwo auf dem Meer ‹ Auf Hoher See ‹ Käpt'n Finn und die Finstersturm]

Alea saß bei den Amazonen als Finn ihnen die Ankunft in Rumdett verkündete. Sie saß auf einer dünnen Matte und hing ihren Gedanken des letzten Tages nach.
Sarma war eingenommen worden. Alea fröstelte es noch immer, wenn sie daran dachte. Die Sehnsucht und das Verlangen nach Rejan, mit dem sie noch in trauter Zweisamkeit auf Deck gesessen hatte, waren mit einem Schlag zerbröselt als er ihr davon berichtet hatte. Auch die Gedanken, die sie sich über Rejans Worte machte – Ob er ihr tatsächlich ein Haus bauen würde? Und was dies wohl für ihre Zukunft bedeuten würde? - waren mit einem Mal nebensächlich.
Bis sie der Schlaf übermannte, dachte sie an ihre Heimat und sah vor ihrem inneren Auge die schönen Straßen und Häuser zerstört vor sich. Sie hatte in Sarma ihre Eltern verloren und danach waren die Wüstendiebe und Rejan ihre Familie geworden. Sollte sie diese jetzt auch verlieren?

Die Nacht war kurz gewesen und Alea entsprechend müde, als Finn zu ihr und den Amazonen kam. Am liebsten wäre sie auf der Stelle aufgesprungen und an Deck gerannt. Sie hatte keine Lust mehr auf dieses Schiff und sein Kapitän. Doch wie es aussah, würde Finn sie nicht einfach so gehen lassen. Stattdessen würden sie auch an Land von seiner Mannschaft beobachtet werden, was Alea mit einem unzufriedenen Stirnrunzeln quittierte.

Erst als Finn fort war erhob sie sich und griff sich ihren Beutel. Dann sah sie zu Rabika. "Wir sollten Cattie suchen, damit wir mit ihr besprechen können, wie es weiter gehen soll." Sie überlegte kurz. "Ich hoffe nur, die Piraten laufen uns nicht hinter her wie kleine Hündchen", äußerte sie dann offen ihre Bedenken und grinste kurz schief.
"Vielleicht ist die Gloria schon da, dann können wir uns der Besatzung anschließen." Sie sah die Amazonen der Reihe nach an. Auf jeden Fall wollte sie jetzt an Deck und sich Rumdett ansehen. Sie war schon gespannt auf die Stadt, und hoffte, dass die Menschen hier nicht so düster und unfreundlich waren, wie sie es von Finn her kannte.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Juli 2009, 18:30

Alea gab klare Hinweise, nicht nur für Rabika. Sie alle wären wohl sicherer, wenn sie in der Gruppe reisten oder noch besser: sich endlich den anderen Amazonen wieder anschließen konnten. Deshalb war es klug, diese furchtlose Cattie aufzusuchen. Die Verhandlungen sollten am besten schnell über den Tisch gehen, zumindest hatte Rejan das noch einmal kurz angesprochen, bevor sie alle in der Nacht eingeschlafen waren. "Wir können unsere Heimat nicht im Stich lassen. Wir müssen zurück." Man hatte ihm angehört, wie sehr er sich um Sarma und seine Bewohner sorgte. So war auch die Motivation des Diebes am Morgen sehr hoch. Er griff nach den Rucksäcken der Damen und schulterte sich die von Artemis, Paki und Rabika auf die Schultern. Gerade Letzere zeigte sich dadurch jedoch wenig begeistert.
"Das sind meine Sachen, Männchen!", keifte sie böse und versuchte, ihr Hab und Gut zurück zu bekommen. Rejan aber wich aus und konterte: "Hee, ich bin nur ein Männchen. Lass mich den Packesel spielen, damit du freie Hand hast, um zu kämpfen, Süße." Rabika knurrte ob des Kosenamens, hinderte Rejan aber nicht länger daran, ihre Sachen zu tragen. Grimhild musste ihr Gepäck allerdings selbst schleppen, bot sich aber freundlich an, auch die Rucksäcke von Alea und Caitlin zu tragen. Die Jung-Amazone nahm das Angebot prompt an und wanderte nun frei neben Alea her.

Die Amazonen, Rejan und ihre Anführerin Alea verließen endlich die Finstersturm und betraten Rumdett. Die Piratenstadt zeigte sich von ihrer typischen Seite. Die Docks konnten dringend ausgebessert werden. Das Holz war an vielen Teilen morsch oder es fehlten Planken, so dass man gut aufpassen musste, um nicht mitten auf dem Steg trotzdem durchzubrechen und ins Hafenbecken zu fallen. Dort tummelten sich Quallen und kleine Raubfische, die gierig nach den Abfällen und Fischresten suchten, die die Piraten achtlos von ihren Schiffen ins Meer warfen. Weiter draußen schwammen Haie, aber diesen war die Gruppe nun entkommen. Stattdessen begegneten sie nun wohl gefährlicheren Bestien, die es auch ab und an an Land verschlug.
Der Hafen bot einen rauen Anblick. Finstere Männer und Frauen saßen oder standen beieinander. Einige be- oder entluden auch ihre Schiffe. Fracht türmte sich jedoch nur kurz auf den Docks. Jeder wollte seine Beute alsbald in Sicherheit bringen, denn hier gab es in etwa so viele Taschendiebe wie in Pelgar Stadtwachen. Hinzu kamen noch Händler mit exotischen Waren, Schmuggler, Hehler, Streitlustige und Huren, die sich der Hafenstraße entlang in auffälligen Kleidern anboten, aber allesamt keinen sonderlich gesunden Eindruck machten.

Die Häuser Rumdetts waren belagert von Möwen, hungrigen Katzen und von Piraten selbst, die auf Balkonen hockten, Bier tranken und sich sogar auf einigen flachen Dächern prügelten. Es roch nach Rauschkräutern, verdreckten Gossen und jeder Menge Alkohol.
Artemis klammerte sich dicht an Grimhild, die überfürsorglich mit der stummen Amazone umging. "Rumdett ist großes Dreckloch", grunzte sie und entschied, dass es der passende Ort ist, um seinen Speichel loszuwerden. Grimhild spuckte auf die Straße und hätte beinahe eine Hafenratte getroffen. Quiekend flüchtete diese zwischen einige Fässer und Kisten.

"Wohin gehen wir jetzt? Cattie wird uns kaum so schnell über den Weg laufen", meinte Paki und sah sich dennoch suchend um. Schon wurde sie von einem raubeinigen Kerl mit Augenklappe angesprochen. Er streichelte eben noch seinen Papagei, doch jetzt stapfte er direkt auf die Amazone zu. "Hey, Püppchen! Wenn du Cattie suchst, musst dich erst ihrer Bande verschreiben. Wir lassen niemanden zu ihn, der ihr nicht Treue schwört, aye, beim Klabautermann!"
Schon gesellte sich ein anderer Pirat hinzu. Er trug ein rotes Kopftuch und sein Gesicht wurde durch eine lange Narbe entstellt, die sich vom linken oberen Ohr bis hinunter zum Kinn zog. Er hob grimmig seinen Arm, an dem die Hand fehlte und durch einen rostigen Haken ersetzt worden war. "Wer will schon zu der Schlampe Cattie?! Süße, schließ dich den Blutsäufern an. Roderick hat gern heiße Mädels in seiner Nähe!"
"Nix da, die Kleine kommt zu uns!", brüllte nun ein dritter Pirat. Die Amazonen kannten ihn bereits vom Schiff. Er war der dicke zweite Maat von Käpt'n Finn und ihnen kurzerhand gefolgt. "Die gehen weder zu Cattie noch zu Roderick mit! Sie gehören bereits zu Finns Säbelschwingern, merkt euch das!"
"Willst du mir drohen?", schimpfte der Vertreter der Blutsäufer und zog sogleich seinen Säbel. Die drei vergaßen Paki und die Amazonen schnell, denn sofort verstrickten sie sich in einen bösartigen Gassenkampf, der nicht waffenlos auskam. Entermesser, Säbel und Wurfmesser wurden gezückt. Schon ging es los, weitere Piraten beteiligten sich an dem Geraufe, ohne zu wissen, für welche Seite sie denn nun einstanden.
"Verschwinden wir von hier", meinte Rabika kurz gehalten und ging sogleich ein Stück voraus die Docks hinauf zu den Straßen, wo die offen bekleideten Dirnen sich die schlechte Luft aus den Gesichtern fächelten.

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Alea
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Alea » Donnerstag 2. Juli 2009, 17:58

Alea grinste Rejan kurz zu, wobei dies auch einen kleinen aufmunternden Hauch mit sich brachte. Sie wusste, wie sehr er sich Sorgen um Sarma machte. Ihr selbst war so, als könnte er sich kaum elender als sie deswegen fühlen. Sie behielt ihren Rucksack bei sich, als sie das Schiff verließen und nickte Grimhild nur kurz dankend zu. Doch ihre Habseligkeiten samt dem ganzen Schmuck wollte sie bei sich wissen. Höchstens Rejan hätte sie ihre wertvollen Sachen anvertraut. Sie war eine Diebin, da konnte sie ihrer Meinung nach ihre Sachen vor Gleichgesinnten noch am besten schützen.

Draußen angekommen genoss sie zunächst die frische Luft, die ihr die Freiheit jenseits der Finstersturm vermittelte - jedenfalls für einen kurzen Moment, ehe der Geruch der Stadt zu ihnen herüber wehte. Schon verzog sie das Gesicht und senkte den Kopf ein wenig, als würde das etwas helfen. Sie sah auf das dreckige Wasser hinab, das sich am Hafen Rumdetts in kleinen Wellen brach. Neben dem gab es hier noch Unmengen von anderen Eindrücken. Sie sah die verschiedensten Männer und Frauen, von denen jeder ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Alles wirkte hier so anders als in Sarma, wo Männer Pluderhosen und freizügige Kleidung trugen und sich Frauen in lange Gewänder hüllten oder farbenfrohe Kleider trugen, die so durchsichtig waren, dass sie mehr preis gaben als verdeckten.
Hier schien alles anders zu sein. Männer und Frauen trugen dieselbe Kleidung und schienen auf den ersten Blick auch dieselbe raue Art an sich zu haben. Sie sah wie sich Männer prügelten und Frauen trinkend und johlend daneben standen.

Mit einem Mal entbrannte auch eine Rauferei direkt neben ihnen. Auslöser war Pakis Frage nach Cattie. Sogleich sahen sie sich von Piraten umringt, von denen jeder seine eigene Truppe empfahl und anpries. Alea zog Paki am Arm zurück, als das ganze eskalierte. Sie wollte nicht, dass Paki zwischen die Fronten oder Säbeln geriet. "Ja, machen wir, dass wir davon kommen", stimmte sie Rabika zu und löste sich aus dem Gedränge. Immer mehr Piraten und Piratinnen strömten herbei, um sich der Rauferei anzuschließen. Sie folgte der Amazone schnell und blickte nur kurz zu den Straßenmädchen, auf die sie zuhielten. Wenigstens sahen diese Frauen und Mädchen nicht so aus, als würden sie sie gleich ebenso umstörmen und zu ihrer eigenen Piratengemeinschaft drängen wollen.

"DIe scheinen erst mal beschäftigt." Alea sah kurz zurück. "Aber wo Cattie ist, wissen wir immer noch nicht." Ihr Blick fiel wieder auf die Dirnen vor ihnen, die sich hier versammelt zu haben schienen. Wahrscheinlich eine gute Idee. War der Hafen doch die erste und letzte Anlaufstelle, wenn man in die Stadt wollte oder sie wieder verlassen wollte. Doch Alea hatte andere Sachen vor, als sich ihnen körperlich zu nähern. Doch Frauen mussten sich doch gegenseitig unterstützen und zueinander halten, egal welcher Tätigkeit sie nachgingen. Deshalb wandte sich die Diebin kurzerhand an die erstbeste Hure, die einen halbwegs freundlichen Eindruck machte. "He du. Kannst du uns sagen, wo wir Cattie finden?", fragte sie frei heraus.
Die Straßen hier wirkten dreckig, überfüllt und wenig einladend. Sie wollte sich nicht durch jede Taverne fragen, bis sie die Piratin und Gloria mit dem Rest der Mannschaft gefunden hatte.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von fremde Frau » Sonntag 5. Juli 2009, 13:57

Die Dirnen reihten sich vor den Hafengebäuden auf wie Hühner auf einer Stange. Nur schien es dieses Mal keinen Hahn im Korb zu geben. Keine der Frauen hatte etwas zu tun. Vielleicht waren die besten unter ihnen aber auch bereits beschäftigt, in irgendeinem der Zimmer des Bordells, das man nur als solches erkannte, weil hier jemand versuchte, es etwas stilvoll aussehen zu lassen. Die übrigen Gebäude Rumdetts wiesen Schimmel, Risse oder sogar vernagelte Fenster auf. Sie waren schlichtweg verrottet, mindestens aber in einem armseligen Zustand. Piraten kümmerten sich lieber um ihre Schiffe. Dort sorgten sie regelmäßig dafür, dass das Deck geschrubbt, die Taue reißfest und die Segel löcherlos waren. Ein Schiff, die wahre Heimat eines Piraten. Das Haus in der Heimatstadt schien nur ein Platz zum Schlafen sein zu müssen.
Obwohl, wenn man genauer hinsah, waren die meisten Gebäude hier nahe am Hafen - mal abgesehen vom Bordell und einigen kleinen Kaschemmen - Lagerhäuser und Plünderverstecke, die verbarrikadiert waren und von raubeinigen Muskelprotzen bewacht wurden. Die Piraten selbst lebten in ihren Vierteln und wer sich scheinbar keinem anschloss, dem erging es wie den Gestalten ein Stück weit hinter den Amazonen. Dort fand die Schlägerei noch immer kein Ende, im Gegenteil. Die Kämpfenden rangelten bereits am Boden und zwei Piraten waren schon von den Docks ins Brackwasser gefallen. Einer schrie gerade um Hilfe - er konnte nicht schwimmen.
Hier liefen wahrlich seltsame Gestalten herum.

Auf eine dieser Figuren ging Alea nun zu. Es war jene Hure, die noch einigermaßen freundlich aussah, obgleich sie keinen sonderlich munteren Eindruck machte. Sicherlich war ihr Bewusstsein von Rauschkräutern getrübt. Das löste die Last, der sich diese Frauen tagtäglich aussetzen mussten, und machte es erträglicher.
Ihre Wangen waren eingefallen, die Haut blass und sie glänzte fettig. Das Haar ergraute bereits im Ansatz und war strähnig. Unter den wässrigblauen Augen hatten sich Ringe gebildet und im Mundwinkel spross eine krustige Hautkrankheit. Eines stand fest: diese Frau hatte vieles erlebt und sich damit abgefunden. Sie war wie ein Schiffswrack, auf das Piraten nur noch segelten, wenn sonst keine bessere Schabracke vor Anker lag.

Alea wandte sich trotzdem an sie. Alle anderen Huren machten einen weitaus schlimmeren Eindruck. "He du. Kannst du uns sagen, wo wir Cattie finden?" Die Hure hustete und spuckte gelben Schleim in eine Ecke. Ihre Stimme klang rauchig und ausgelaugt, wie man es von ihrem Erscheinungsbild her schon hatte erwarten können.
"Cattie kommt eigentlich nicht zu uns. Keine Kundin von Frauen, wenn du verstehst, was ich meine, Häschen." Die Hure grinste. Ihr fehlten nur zwei der vergilbt, fauligen Zähne. Sie war wirklich noch eine der besten Angebote, die noch an den Docks standen. "Aber ich wüsste schon, wo sie zu finden ist. Natürlich ... würde ein bisschen Geld mein Erinnerungsvermögen auffrischen. Vielleicht macht auch Rum meine Zunge lockerer, bei Manthalas üppigem Busen."

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Alea » Sonntag 5. Juli 2009, 15:49

Alea musste sich Mühe geben, nicht das Gesicht vor Ekel zu verziehen, als sie so nah vor der Hure stand und sie genauer in Augenschein nehmen konnte. Außer den üblichen Sachen gab es für Alea darin viel zu viel zu sehen. Zu viele Dinge, die ihr zeigten, wie krank diese Frau vor ihr war. Aber immerhin, sie hatte auf Anhieb gleich jemanden gefunden, der wusste, wo Cattie steckte. Zuerst war Alea überrascht, dass die Frau Geld für diese Information wollte. Doch im nächsten Augenblick musste sie kurz darüber schmunzeln. Es waren doch alle Gauner, die versuchten, aus jeder noch so kleinen Kleinigkeit Gewinn zu schlagen. Im Prinzip machte es sie für Alea ein wenig sympathischer, denn es war auch in Sarma eine weit verbreitete Art, sich sein Geld zu verdienen.

Deshalb zögerte die Diebin auch nicht lange, nicht zuletzt, weil ihr der Schiffsarzt sowieso ein paar Münzen gegönnt hatte, und kramte ein paar Münzen hervor. "Die dürften für dein Wissen darüber ausreichen." Die drei Fuchsmünzen, die sie ihr hinhielt, glänzten verführerisch unter der Sonne in der trüben Gasse. Davon konnte sie sich zumindest etwas zu essen kaufen oder Seife, je nachdem, was sie für wichtiger hielt. Alea hätte ihr gern beides gegeben, aber sie sah sich auch nicht unbedingt als die Retterin aller armen Frauen. Jeder war eben für sein eigenes Schicksal verantwortlich.

Und ihres führte sie zunächst über Cattie. Und diese Frau vor ihr wusste, wo sie sie fand.
Alea hätte sich am Liebsten umgedreht um zu sehen, wie Rejan die Frauen hier aufnahm. Sicherlich gab es auch in Sarma Frauen, die so wie diese hier aussahen. Aber Alea war sich sicher, dass sich Rejan nie solch einer genähert hatte oder gar würde. So genau wusste sie es natürlich nicht. Sehr offen hatten sie nie darüber geredet. Früher hatte es sie nie wirklich interessiert und er war solchen Fragen stets schnell ausgewichen.
Doch das war eben früher. Und jetzt war sie hier. Abwartend sah sie kurz über die anderen Frauen, die eher noch schlechter als jene aussahen, die sie angesprochen hatte. Dann blickte sie wieder die Frau vor sich an und lächelte mit einem Anflug von Freundlichkeit.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. Juli 2009, 23:38

Alea zahlt 3 Fuchsmünzen an die Hure

Die Münzen wechselten den Besitzer. Die Hure grabschte sie grob aus Aleas Fingern, steckte sie aber nicht sofort weg. Sie betrachtete sich die Prägung - ein Bauer mitsamt Ernte und Sichel - und biss dann darauf. Hier in Rumdett gab es Dutzende Geldfälscher, die nicht nur außerhalb der Stadt ihre wertlosen Münzen in Umlauf brachten. Die Huren wussten dies und prüften Geld daher jedes Mal, wenn sie es denn in die Finger bekamen. Diese Frau schien mit Aleas Gabe zufrieden zu sein. Sie nickte und die Füchse wanderten in eine verborgene Tasche unter ihrem freizügigen Rock.

Die Hure zeigte hinter sich. Dann erst erklärte sie: "Rumdett besteht aus drei Piratengemeinschaften. Finn und seine Säbelschwinger. Roderick und due Blutsäufer und eben Cattie mit ihren Schwarzen Augenklappen. Die Stadt ist in drei Viertel aufgeteilt. Wenn du zur gefürchtetsten Piratenbraut Celcias willst, musst du ihr Viertel aufsuchen." Sie spuckte einem vorbeikommenden Piraten entgegen, der sie mit einer obszönen Geste gegrüßt hatte. "Verpiss dich, räudiger Hund! Ich hab Kundschaft", keifte sie ihm entgegen.
"Treibst du es jetzt auch schon mit Frauen, Schlampe?!", knurrte der Seeräuber zurück, zog aber glücklicherweise weiter seiner Wege. Die Hure schnaubte, wandte sich dann wieder Alea zu. "Ich mach's nicht mit Frauen", murmelte sie trotzig, als hätte sie auch ihren Stolz. "Geh in Catties Viertel oder schau mal im Teufelsrochen vorbei. Das ist die einzige Kneipe, in der man Vertreter aus allen drei Piratenbanden zugleich antreffen kann. Wie auch immer, such dir einfach einen von den Schwarzen Augenklappen. Der bringt dich höchstpersönlich zu Cattie, wenn du das unbedingt willst."

"Kannst du uns nicht zu Cattie bringen?", mischte sich nun Rejan ein, näherte sich der Hure aber nicht. Zum ersten Mal in seinem Leben wollte er ein weibliches Wesen nicht freiwillig näher kennenlernen. Er riss sich heftig zusammen, Blickkontakt mit der Frau zu halten. Überraschenderweise bekam er Unterstützung ausgerechnet von Rabika, die an Rejans Seite trat. "Komm schon, Schwester! Wir sind alle Frauen, Cattie ebenso. Wir sollten zusammenhalten. Kannst du uns nicht helfen?"
Die Hure starrte Rejan an. "Wir sind alle Frauen?", wiederholte sie mit gerunzelter Stirn.
"Gewissermaßen", gab Rabika zurück. "Hilfst du uns nun? Und zwar für den Preis, den unsere Anführerin dir bezahlt hat?"

Die Hure seufzte. Sie blickte sich kurz auf der Straße um. "Sind im Moment eh keine potenziellen Kunden da. Also gut, folgt mir." Und dann brachte sie die Amazonen unter Führung von Alea und im Schlepptau von Rejan in Catties Viertel.


weiter in Die schwarzen Augenklappen -> Catties Viertel

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. Juli 2011, 14:59

Isildur Ranarion Ni'Tessin kommt von Auf hoher See -> Aus allen Wolken

Die Treibgut lief in den Hafen ein. Zwar lag hier bereits eine ganze Seeflotte an Piraten- und Handelsschiffen vor Anker, aber es gab noch unzählige freie Docks zum Anlegen. Rumdetts Hafen erstreckte sich weit.
Der Kapitän gab Befehle, der Erste und Zweite Maat verteilten sie an den Rest der Mannschaft und leben kehrte in die Besatzung ein. Aber es funktionierte wie in einem vitalen Ameisenhaufen. Jeder einzelne Matrose kannte seinen Platz, erledigte seine Aufgabe und so dauerte es nicht lange, bis das Schiff an einem hölzernen Poller vertäut zwischen anderen seiner Art vor Anker lag.
"Löscht die Ladung und holt euch euren Sold beim Ersten Maat ab! Wer seine Pflichten erledigt hat, darf zum Landgang von Bord. Vor Eintreten der Flut erwarte ich euch alle zurück", rief der Käpt'n in die versammelte Runde. Und dann gab er den wichtigsten aller Hinweise, der schon so manchem Seefahrer das Schicksal verändert hatte. "Wer zu spät kommt, wird zurückgelassen." So entstanden Piraten. Heimatlose Seemänner, die ihr Schiff verpasst hatten und sich in einer Stadt rauen Gesocks aufhielten, wussten selten, wohin. Also schlossen sie sich jenen Raubeinen an und fanden sich einen Monat später auf einem anderen Schiff wieder - Säbel schwingend die fahrenden Händler plündern.

Die Planke wurde ausgeworfen, die ersten Seemänner gingen von Bord. Auch Otis und Isildur waren unter ihnen. Schon auf dem Schiff hatten viele den riesigen Wolf beäugt, doch jetzt starrten noch mehr Augenpaare entweder direkt zu ihm herüber oder es wurde aus den Augenwinkeln geschielt. Der silbern schimmernde Isildur fiel in einer Stadt wie Rumdett eben auf wie ein Troll unter Zwergen. Die Heimat der Piraten besaß kaum Glanz, sie lebte von wildem Treiben und rauer Geselligkeit. Denn das musste man sich eingestehen: Rumdett war ein pulsierender Fleck Leben. Allerlei Gestalten trieben sich am Hafen herum und nirgends schien die Viefalt der Völker größer zu sein. Da hockten ein kleinwüchsiger Kerl mit verfilztem Rauschebart und ein größer Dürrer mit fahler Haut zusammen. In einer anderen Ecke sah man Spitzohren, jedoch handelte es sich nicht um Waldelfen. Nein, das waren die dunklen Vertreter. Sie hatten sich ihre halben Oberkörper mit Tätowierungen versehen und bei jeder Bewegung tanzten die Bilder, als steckte Leben in ihnen. Sie ließen sich gerade auf ein Hütchenspiel bei einem kleinen Männlein ein, das ebenfalls spitze Ohrmuscheln besaß, aber unmöglich ein Elf sein konnte. Dazu war es zu winzig und von der Haltung her erkannte man sofort die fehlende Anmut des schönen Volkes. Er wirkte irgendwie verkrümmt.
Aus einer Taverne am Hafen taumelte soeben ein dickbäuchiger Mann. Er rülpste und hatte ganz offensichtlich noch nicht bemerkt, dass ihm die Hose offen um die Knöchel schlackerte. Seine Unterkleidung konnte eine Wäsche vertragen wie so ziemlich alles andere an ihm auch. Die Flecken auf seinem Hemd mutmaßten an, dass er den eigenen Mageninhalt nicht hatte bei sich behalten können. Er grölte, sang irgendein Liedchen in einer für Isildur unbekannten Sprache: "Fünf...sehn Mann auf dess toooohhhhhden Mannes Küsche ... neeeeey, Kiste. JAU, Kiste, bei Venthas ausladendem Arsch!" Er rülpste erneut, dann landete er einfach so auf den Planken der Docks. Die Welt drehte sich für ihn dennoch weiter.
Jemand setzte das Lied aus dem Inneren der Taverne fort, außerdem wurden eine Fidel und der unverkennbare Klang einer Ziehharmonika laut. Tiefe Männerstimmen begannen zu singen, das dumpfe Schlagen von Bierkrügen, die aufeinander trafen und ihren Inhalt verspritzten, mischte sich unter Fußgestampfe und dem Lachen der Kundschaft.

Otis blieb stehen. Er streckte die Arme zu beiden Seiten aus, schloss kurz die Augen und atmete dann tief ein. Der Gestank des Stadtinneren wehte ihm entgegen. Er lächelte breit. "Endlich daheim", lachte er keck, ehe sich sein Blick auf den Begleiter richtete. Da war er nicht der einzige. Viele schauten sich verstohlen oder ganz offen nach dem großen Wolfswesen um, das da so einfach über die Docks spazierte. Anders aber als in anderen Städten kamen keine Menschen herbei, um ihn gefangen zu nehmen. In Rumdett genoss man die Freiheit, man selbst zu sein. Einzig einer von drei Gruppierungen sollte man sich anschließen, wenn man mit ihnen keinen Ärger bekommen wollte. Doch das konnte Isildur nicht wissen. Es war sein erster Besuch bei den Piraten.
"Hast du eine Idee, wie wir die 30 Füchse auftreiben könnten? Auf mein Zeug werde ich nämlich nich' verzicht'n, Isildur! Lass dir das gesagt sein. Eher verkauf ich dich wirklich, mein Freund." Meinte Otis das nun ernst oder nicht? Er grinste, aber es hatte auch eine gewisse Schärfe aus seinen Worten heraus gesprochen. Dieser Mann war schwer einzuschätzen.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Lebensenergie:
Geld: 0D, 0L, 0F
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Jagdmesser
edles, elfisches Langschwert
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 6. Juli 2011, 20:54

Otis hatte Wort gehalten. Er hatte ihn rausgeholt. Der Geruch der frischen Luft war das erste was Isildur empfing. Doch fiel zu schnell mischten sich andere Gerüche mit ein.
Es war laut. Das Flattern der Segel im Wind. Das Scheppern und donnern von Kisten. Viele fremde Menschen erledigten ihre Arbeit, wie fleißige Bienen in einem Stock. Jeder kannte hier schien bar seinen Griff.
Doch wie gut das auch funktionierte, der Gestank war dagegen übel. Nicht der der frischen Luft, welche nach Wasser und Salz roch. Nein, der Geruch, der vom den Häuser rüberwehte.
Da wohnen die drin? kein wunder, dass Menschen so stinken.. furchtbar
Er trat einige Schritte zur Rehling, aber nicht zu weit von Otis weg. Die Menschen am Bord ließen sich nur kurz von ihm ablenken. Doch die Blicke konnte Isildur auf sich spüren. Er rieb sich den Nacken, wo das Eisen um seinen Hals war.
Verlegen sah es aus.
Natürlich war Isildur bewusst, dass er auffiel. Die Nase in den Wind haltend nahm er unendlich viele seltsame und befremdliche Gerüche auf.
Das Schiff schwankte leicht, als es im Hafen einfuhr. Der Waldelf schloss für einen Moment die Augen ließ sie von dem Schaukeln an das Wippen in den Baumkronen erinnern. Es war der fehlende Geruch von frischen Holz und Blattwerk, was ihn leider an die Realität erinnerte.
Als er die Augen öffnete, konnte er immer besser die Bauten sehen. Es war kaum zu glauben, dass an so einem Ort freiwillig Menschen leben würden. Aber der Mensch hatte eine besondere Gabe was das Anpassen an ungewöhnliche Gegebenheiten betraf.
Das was der silberne Wolfmann sah, sah für ihn nicht nach einem schönen zuhause aus. Er blickte kurz zu Otis rüber, doch der war abgelenkt.
Ist das tatsächlich dieses Rumdet? Verdammt, isildur, es wird ziemlich dauern, bis du wieder den Geruch des Waldes riechst.
Ein Seufzen überkam ihn.
Endlich wurde angelegt und kurz darauf konnte man anhand der Planke rübergehen. Isildur hatte erst gezögert, aber war dann Otis gefolgt. Obwohl die Seemänner es eilig hatten, wagten sie es nicht, Isildur voranzutreiben. Das er bissig war, hatte sich wohl rum gesprochen. Mehrmals war Isildur der Meinung gewesen etwas von anderen Männern aufgeschnappt zu haben, die ihn erlebt hatten, als er auf den Schiff gelandet war.
Aber jetzt verließen sie das Schiff.
So betrat er kurz darauf die Stadt. Die Eindrücke waren gewaltig für ihn. Er wusste nicht wo er zuerst hinsehen konnte. Wie der treue Schutzhund war er neben Otis. Humpelte nur wenig. Seine Haltung war zurückhaltend, doch durch seine beachtliche Größe konnte Isildur gut sehen. Ständig zuckten seine Ohren, was selbst für Isildur zuviel wurde. Dieser Ort war laut. Der Ton rau. Die Gestalten seltsam. Die reinste Reizüberflutung. Mit tiefen Atemzügen brachte er sich zu Ruhe.
Ich falle zu sehr auf…
Wenn Isildur an sich herunter blickte, konnte er wirklich merken, wie sehr er auffiel. Den Gedanken hatte er ja schon auf dem Schiff gehabt. Keine Kreatur war so schimmernd wie er.
Sie interessieren sich nicht für dich….beobachte lieber weiter
Er versuchte die Situation abzumessen. Versuchte Volk und Berufung zu erkennen. Aber das meiste war ihm fremd.
War das ein Zwerg?
Staunend blieb er etwas länger an dieser Gestalt hängen. Sie unterhielt sich mit etwas Düren und blassen. Den Kopf schüttelnd schritt er weiter. Er spürte das Augenmerk auf sich liegen. Seine Haltung war angespannt. Lauschend auf eine Gefahr. Aber keiner trat ihm zu nah. Ein Unbehagen war in ihm. Er schluckte hart. Gerade kamen sie an zwei Dunkelelfen vorbei. Sie standen mit tätowierten Oberkörper an einem Tisch, und schienen ein Spiel zu beäugen. Ein Knurren überkam isildur.
„Dunkelelfen“
Er ballte eine Pranke zur Faust, entspannte sich erst als sie weiter waren. Kamen ihm die Leute zu nah, wurden sie schnell angeknurrt. Es war furchtbar voll von Menschen hier. Der Waldelf versuchte nie zu lange irgendwo zu bleiben. Er fühlte sich etwas verloren.
Gerade drehte er sich um, da stolperte ein dicker Mann auf ihn zu. Bevor er direkt auf isildur und Otis stützte gab isildur ihn einen Schups in eine andere Richtung. Die Zähne gefletscht, grollte ein Knurren aus ihm.
„Passt auf!“
Der Mann schien es nicht mal bemerkt zu haben. Er stank nach Alkohol und Erbrochenen. Was er da sang, gab keinen Sinn. Isildur verstand kein Wort. Die Richtung aus der der Mann kam, schlug ihm ebenfalls der Geruch von Alkohol entgegen. Aber es wirkte auch wie eine Feier.
Soll das ein Gasthaus sein?
Er machte eine großen Schritt über den Betrunkenen hinweg. Bemüht nicht in irgendetwas zu treten. Isildur war ein Waldelf, der meist ohne Stiefel unterwegs war. Als Wolf trug er ebenfalls keine. Aber hier. Angewidert verzog er die Schnauze.
Ein paar Stiefel wäre hier nicht schlecht… ekelig
Die Stimme von Otis drang zu ihm, während er den seltsamen Gegröle aus dem Gasthaus lauschte.
„daheim?...das Menschen so leben können.“ Auch er gönnte sich kurz den Moment sich richtig zu strecken. Unterwürfig musste er jetzt wirklich nicht mehr spielen. Sie waren vom Schiff. Er streckte seine Glieder kurz. Es hatte etwas von einem unausgesprochenem Messen mit dem anderen. Bei Waldelfen forderte man so jemanden heraus. Für Frauen war es ein in Szene setzen.
„30 Füchse, nun ich würde sagen jagen…aber hier?“ kam nur die Antwort eines waschechten Waldelfen, der keine Ahnung hatte das Füchse, die Abkürzung für Fuchsmünzen war.
Doch er merkte am Ausdruck von Otis, dass er etwas anderes meinte.
„Ah, Geld…Wie?“ Der scharfe Ton war Isildur aber nicht entgangen. Er zog eine Braue hoch und seine Pranke packte Otis. Mit nicht gerade wenig Kraft zog er ihn auf Augenhöhe.
„Droh mir nicht. Wenn ich weggehe, hast du, so glaube ich, ebenso wenig Schutz wie ich Wissen über diese Stadt habe. Du wolltest immerhin nicht umsonst, dass ich dich begleite ,oder? Vermutlich genügend Feinde.“
Er setzte ihn wieder ab.
„das hätte dir doch klar sein müssen, dass dein Anführer dich nicht ohne weiteres ziehen lässt. Er muß sich doch absichern.“. Isildur fuhr sich mit den Fingern über die Stirn. Er war angespannt.
„ich bin gereizt. Ich mag keine zu enge Bewegungsräume…nun, ich habe nichts was ich anbieten kann. Du kennst dich hier aus, weiß du nicht wie du an dieses Geld rankommst? Wie sieht es mit diesen Gemeinschaften aus, von denen du erzählt hast. Der Meerjungfrau und so? Ich bin Bogenschütze. Doch dies nicht mal ohne Bogen. Also…hmm, macht ihr so was wie Armdrücken?“ Er sah zu Otis und zeigte nach hinten in das Gasthaus.
Armdrücken war tatsächlich etwas, was auch gerne bei den Waldelfen in seinem Lager gemacht wurde. Ein kleines Duell der Kraft.
„ Es wäre eine Möglichkeit an dein Geld zu kommen, 30 Füchse, oder? Wettspiele. Du solltest die Leute einschätzen können und ich mach die Arbeit…ach und keine Sorge, ich drück mich nicht an dich. Du stinkst nämlich“ Ein Grinsen huschte über die Züge des Wolfes.
„Oder weißt du etwas Besseres?“

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Samstag 9. Juli 2011, 11:19

Dass sich niemand für Isildur und Otis interessierte, stimmte nicht. Die Interessenten waren nur nicht zu sehen und fielen deutlich weniger auf als der silbern schimmernde Wolfsmann. Sie hockten in dunklen Gassen, hinter Kisten oder lehnten scheinbar lässig irgendwo an einer der Hauswände. Selbst unter den Huren, die den Hafen in ausladenden Kleidern unsicher machten, deren Stoffe mehr zeigten als verbargen, konnte man sie finden. Noch dazu gehörten diese interessierten Beobachter mehr als einer Partei an.
"Siehst du den da drüben, mit dem zweibeinigen Hund an seiner Seite?"
"Jau, nettes Fell. Aber vor allem gefährlich schaut er aus."
"Genau. So einen in unseren Reihen und die anderen können einpacken."
So oder ähnlich verliefen geraunte Gespräche zwischen einzelnen Beobachtergruppen ab. Alle Aufmerksamkeit lag auf Isildur. Otis fiel den Gestalten nur deshalb ebenfalls ins Auge, weil er dicht genug bei Isildur stand. Die beiden gehörten offenbar zusammen. Einige der Beobachter hielten den abgerissenen Seemann sogar für eine Art Bestienmeister. Man wusste ja noch nicht, wie viel Intelligenz in dem Wolf steckte. Ob der überhaupt klug genug war, um mehr als ein paar kurze Befehle zu erkennen und zu befolgen? Noch wollte sich keine Gruppierung den beiden nähern. Noch wurde stillschweigend beobachtet, aber die Augenpaare nahmen zu. Es drehten sich immer mehr Köpfe zu Isildur und Otis herum. Letzterer genoss es offenbar sogar, Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit zu sein. Er reckte das Kinn vor und stemmte die Hände in beide Hüften. Grinsend ließ er den Blick schweifen. Achja, wie hatte ihm Rumdett mit all seinen stinkenden Gassen, den verlausten Haudegen und den von Krankheiten befallenen Schößen der Huren gefehlt!

Da knurrte Isildur plötzlich. Otis wandte den Kopf herum, entdeckte die beiden Dunkelelfen, die er gemeint hatte. Sie waren auf die Hütchen fixiert, die der kleinere Wicht soeben geschwind über den Tisch wandern ließ. "Findet die Erbse, meine Herren", jauchzte er und seine Arme schienen sich zu vervielfältigen, während er die Hütchen wild herum schob. Die Dunkelelfen nahmen keinerlei Notiz von dem Wolf. Sie hatten viel Geld in das Spielchen gesetzt und konnten sich Ablenkung nun unter keinen Umständen leisten.
"Aye, Dunkelelfen gibt's hier auch. Haste ein Problem damit, du Waldelf?" Otis glaubte ja noch immer nicht, dass Isildur etwas mit den dunklen Spitzohren gemein hatte. Elfen sahen nicht so haarig und wölfisch aus. Aber bitte, wenn er meinte. Der Seemann würde lediglich ein bisschen spötteln, weil es seine Art war. Aber ihm ernsthaft zu nahe treten wollte er dann auch nicht. Stattdessen erklärte er Isildur lieber: "Ich erzähl dir jetzt mal was von Rumdetts Kultur, verstand'n? Also, es gibt keine. Hier kann jeder noch so bekloppte Kerl herum laufen, jedes noch so verrückte Weib. Solange sie einen Säbel schwing'n und auf Kaperfahrt geh'n könn'n, sind sie in Rumdett genauso willkommen wie du und ich."

Sie gingen weiter, Otis hielt auf die Taverne zu. Gelächter und eine heitere Stimmung drangen durch Fenster und Tür ebenso nach draußen wie der starke Geruch von Alkohol, aber auch von warmen Essen. Interessanterweise war es gerade Letzteres, das den Seemann dorthin verschlug. Wer mehrere Wochen auf einem Schiff mit schalem Wasser, Zwieback udn Haferschleim verbracht hatte, für den war jetzt sogar eine wässrige Suppe eine willkommene Abwechslung. Otis lief bereits das Wasser im Munde zusammen. Er würde mehr als 30 Füchse brauchen, denn er war hungrig.
"Jagen kannste an einem Ort wie dem hier vergess'n. Es sei denn, du willst Ratten fang'n. Die gibt's hier zu Hauf." Er blieb stehen. Der Gedanke war gar nicht so abwägig. Rattenschwänze brachten zwei Füchse pro halbem Dutzend. Das war gutes Geld, aber auch schwer zu verdienen. So groß und fett die quiekenden Biester auch sein mochten, sie passten durch jede noch so kleine Ritze hindurch. Außerdem waren sie flink. Und bissig. Er winkte ab. Wenn Isildur eine Raubkatze gewesen wäre, hätte er sich den scherzhaften Vorschlag wohl noch einmal ernsthafter überlegt. Aber ein Wolf ... nein.
"Ah, Geld ... Wie?" "Natürlich Geld! Was hast du denn geglaubt? Rotfüchse mit Puschelschwanz? Mal ehrlich, du bist'n komischer Kauz!" Otis konnte seine Zunge wieder einmal nicht im Zaum halten. Isildur war nicht der erste, der nach ihm packte. Aber sicherlich zählte er zu den wenigen, die in der Lage waren, Otis gewissen Respekt einzuflößen. Der Seemann starrte, als er plötzlich an der Prank hing. Er keuchte. Sein fauliger Atem wehte dem Wolf entgegen. Die Schnauze filterte sofort den quälenden Geruch von Eiter, alten Essensresten und jeder Menge einzelner Bakterienanteile heraus, die sich in Otis' Mund zu einem unheilvollen Gemisch vereinten. Er brauchte dringend einen Zahnreißer. Irgendwo in seinem Maul steckte mindestens ein schwarzes Elend, das nur noch ein Stumpf sein konnte. Zu seinem eigenen Besten sollte er sich diesen entfernen lassen. Aber Isildur war nicht hier, um dem Seemann das Leben leichter zu machen. Schon gar nicht, wenn dieser ihm drohte oder verspottete.
Isildur vermutete, dass Otis ihn zu Recht brauchte. Wer so eine große Klappe riskierte, konnte an keinem Ort Celcias viele Freunde haben. Der Kerl versteckte sich hinter der imposanten Erscheinung des Wolfs - und er ab es offen zu. "Jeder hat Feinde und Raubeine, die einem ans Leben wollen. Ich mache keinen Hehl daraus. Ja, ich hab mir schon was bei gedacht, als ich dich als Begleiter ausgesucht hab. Du bist stark, merk ich ja. Und groß. Nicht jeder kann sich eines Wolfes an seiner Seite erfreuen. Na komm schon, lass mich runter. Vergess'n wir das. Du hast selbst gesagt, dass ich genug Feinde hab."
Nachdem er wieder auf eigenen Füßen stand und sich verstohlen in alle Richtungen umgeguckt hatte, winkte er ab. Der Wolf plapperte ihm ein wenig zu viel. Otis hörte nur sich selbst gern sprechen. "Schluck deinen verdammt'n Reiz runter, sonst kriegste hier schneller Ärger als dir lieb ist. Rumdett ist aggressiv, hier wachsen keine Blümchen. Die Gemeinschaft'n werd'n uns noch früh genug auf den Geist gehen. Die helfen erst, wenn wir uns einer anschließ'n. Hab ich noch nicht vor, sonst komm ich garnicht mehr auf die Treibgut. Erst das Geld, dann die Unterstützung der Pirat'n." Er runzelte die Stirn. "Armdrücken? Haha, du bist gar nicht so blöd! Glaubste, du kriegst das hin? Aye, stark biste. Auch in den Armen? Ach, finden wir raus! Los, ab in die Taverne, da gibt's immer welche, die sich mess'n und ihr Geld verlier'n wollen, hehe."

Er stapfte voraus, ohne auf Isildur zu warten. Der würde schon folgen, immerhin hatte er den Vorschlag gemacht. Otis betrat die Taverne. Ach, der Geruch von altem Holz, Männerschweiß, Alkohol und Tabak. Hier gab es Tabak! Er wollte unbedingt eine Pfeife rauchen und sich entspannen. In einer Ecke befand sich ein alter Ofen. Kamine waren in Rumdett ungern gesehen - zu gefährlich, bei all den Betrunkenen. Am Ofen konnten sie sich lediglich den Hintern verbrennen, ohne dass gleich die halbe Kneipe in Flammen aufging. Den meisten Gastwirten reichte es vollkommen aus, wenn bei einer Schlägerei der Eisenofen umstürzte und glühende Kohlen den Boden bedeckten. Aus diesem Grund war der hier auch aus Stein.
Am einen Ende der Kneipe erhob sich eine kleine Bühne. Matrosen in blauweiß gestreiften Hemden und dunkelblauen Hosen spielten dort auf einem kleinen Klavier, einer Ziehharmonika und einer Geige. Vor der Bühne tanzten einige Seebären. Das bedeutete in Rumdett, dass sie sich gegenseitig anrempelten oder gemeinsam schunkelten, während hinter ihnen an den Tischen der Refrain zu dem kleinen Sauflied gegrölt wurde. Die Tische dieser Taverne waren allesamt Fässer, auf die man runde Platten gezimmert hatte. Die Stühle waren nicht mehr im besten Zustand. Offenbar wurden sie häufig durch die Gegend geworfen oder auf den Rücken eines Piraten zertrümmert. Mäßig mit Stricken oder kleinen Holzkeilen hatte man sie repariert, aber ihr Wackeln kündete davon, es beim Sitzen nicht zu übertreiben oder nicht zu fett zu sein. Gerade brach ein Stuhl unter einem betrunkenen Schwergewicht in sich zusammen. Tja, der Klügere gab stets nach. Der Saufkopf nun ebenfalls. Bewusstlos kippte er einfach beiseite. Eine Hure in einem roten Rüschenkleid fächelte ihr ausladendes Dekolletée, das so weit gerafft war, dass ihre Brüste hervor quellenden Bällen ähnelten. Sie stieg über den Ohnmächtigen hinweg, um sich an dessen Tischnachbarn heran zu machen. Das Geschäft blühte.
Der Wir hatte alle Hände voll zu tun, die Kundschaft bei Laune zu halten. Er fegte zusammen mit einem jungen Burschen zwischen den Tischen hindurch. Sie füllten das Bier nach oder sammelten leere Krüge ohne Besitzer ein. Hinter dem Tresen stand eine vollbusige Frau mit roten Locken und mehr Sommersprossen als es auf einer Wiese Gras gab. Sie behielt die Übersicht über das fröhliche Chaos, welches hier vorherrschte. Otis wandte sich um, in der Hoffnung, Isildur hätte ihn eingeholt. "Guck dich um und such dir einen Gegner aus. Den Rest mach ich", sagte er.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 9. Juli 2011, 12:44

Isildur sah hilfesuchend zum Himmel.
Ihr Götter gebt mir Kraft und Geduld, der ist schlimmer als meine beiden Schwestern zusammen. Der weiß überhaupt nicht, wann er den Mund halten sollte…ach und schenk ihm die Weisheit, dass er sich sein Maul putzt
Gestank wurde Isildur immer vertrauter, besonders wenn man sich in dieser Stadt befand. Doch dass ein Mensch schlimmer nach Krankheit aus dem Mund riechen konnte, als ein Tier beim Verwesen, hätte er nicht gedacht. War diesen Leuten nicht bewusst, dass man auch seine Zähne pflegen konnte. Vermutlich nicht.
Otis war mit seinem Vorschlag einverstanden. Es gab also tatsächlich auch bei den Menschen das Duell des Armdrückens. Natürlich war es von den Waldelfen erfunden worden, jedenfalls nach des Waldelfens Meinung und der Mensch hatte sich dies nur abgeschaut. Aber diesmal war es tatsächlich nicht schlecht. Otis ging schon voraus, während Isildur den Blick noch mal umherschweifen ließ.
Vorsicht war immer besser.
Selbst wenn mir jemand folgen würde, so könnte ich es kaum erkennen. Isildur, mach dich nicht verrückt. Otis sagte, dass es den Leuten eigentlich egal ist, was man ist. ..was macht mich dabei so stutzig, nur die Erfahrung oder das es von Otis kam. Ich habe so ein ungutes Gefühl und bei den Waldgöttern, darauf kann ich mich immer verlassen.
Braue Augen schweiften durch die Menge an Leuten, suchten hier und da nach etwas verdächtigen. Dann wandte er sich ab und folgte Otis.
damm mal los, mal sehen was dort ist...Wow, ein Ort ist schlimmer als der andere…Barbaren
Ohne ein weiteres Wort zu sprechen trat er wieder neben Otis. Was er sah, war für ihn wie ein Schock. Wilde Feste war er als Waldelf gewohnt. Aber die Art wie hier gefeiert wurde, war mehr als primitiv. Selbst die Frauen hatten nichts von der Grazie wie er es bei den Frauen der Waldelfen gewohnt war. Und die waren schon nicht gerade zimperlich, aber nie wirkten sie billig. Eine Frau schmiss sich fast an einen dickbäuchigen Mann, der ihr ungeniert an den Busen fasste. Sie quietschte laut auf, ließ ihn aber mit einem weiten Grinsen gewähren. Weitere Männer saßen zusammen und kippten sich nur ein Getränk nach dem anderen in den Rachen. Sie grölten und johlten. Die Ohren von Isildur begannen jetzt schon zu klingeln. In Otis Gesicht sah er Begeisterung, als wenn dies das Liebste war, was er sehen konnte.
Wundert mich das wirklich…ja!
Seine Augen nach einen vernünftig aussehenden Gegner suchte er den Raum ab. Isildur würde sich nicht mit einem anlegen, der jetzt schon schwankte und es kein faires Spiel wäre. Nicht umsonst, gab es in seinem Dorf nicht mehr viele mit denen er sich darin probte. Und eigentlich wusste Isildur auch nicht so wirklich, ob sich die Kraft bei ihm verändert hatte, wo er jetzt mehr Wolf als Elf war. Er kam sich sogar größer vor. Aber wenn man zuvor auf allen Vieren gelaufen war, kam ein immer alles größer vor. Otis hochzuheben war nicht ein Problem.
Endlich sah er jemanden. Dieser setzte sich gerade mit den Rücken zu den beiden an einen Tisch. Er lief noch gerade aus und schwankte nicht.
Den Ellenbogen leicht in Otis Seite gestoßen wies er auf den Mann.
“Den da!, der kann wenigstens noch stehen”
Plötzlich fuhr Isildur rum. Jemand hatte ihn an der Rute angefasst.
Zähne zeigend knurrte er zurück. Er war immerhin kein Tier was man einfach betatschen konnte. Und selbst ein Tier wollte so was nicht. Wer ihn berührte wusste er nicht. Es waren hier einfach zu viele. Und die waren auch in ständiger Bewegung.
“los jetzt” Otis bekam einen Stoß von Isildur ins Kreuz und der Wolf schritt auf die Person zu. Mit einem Blick befahl er fast Otis zu sich rüber. Seine Hände waren zu Fäusten geballt. Wenn Otis es sich leicht gedacht hatte, so würde ihm bewusst werden, dass der Wolf ziemlichen Stolz hatte. Und der Wolf hasste es förmlich wie ein Tier behandelt zu werden.
Isildur nahm sich den nächstbesten Stuhl und schob ihn mit der Lehne voran an den Tisch seines ausgesuchten Kontrahenten. Dann ließ er sich nieder, seine Rute schlug dabei hin und her. Dann warf er Otis einen Blick zu. Die Aufforderung von Otis zu handeln.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Montag 11. Juli 2011, 18:19

Rumdett war ein multikultureller Ort! Allerdings galt dies hauptsächlich für Menschenvölker, obwohl sich in der Taverne auch der eine oder andere Elf herum trieb: dunkelhäutig mit violetten oder tiefroten Augen, als hätte eine sagbar böse Unterwelt ihn ausgespuckt. Aber auch nicht jeder Mensch wirkte vertrauensselig. So lungerte nahe dem Eingang ein ziemlich bulliger Kerl herum, dessen gesamter Oberkörper mit Tätowierungen verziert war. Sie zeigten Schiffe, die von Seeschlangen zerrissen wurden, nackte Frauen mit Fischschwänzen, aber auch einen großen, funkelnden Piratenschatz. Der Kerl trug des Weiteren eine Augenklappe, die lediglich die Höhle verbergen konnte, nicht aber verbrannte, narbige Haut, welche sich über den halben Schädel erstreckte.
Andernorts führte ein gut gekleideter Pirat einen anderen Menschen wie Vieh an einer Kette. Der kleinere und viel dünnere Mensch besaß eine rostrote Haut, verfilztes Lockenhaar und er durfte sich nur auf allen Vieren fortbewegen. Unentwegt war der Kleinere am Plappern, murmelte etwas in den nicht vorhandenen Bart, aber jedes Mal, wenn sich sein Herr zu ihm umdrehte, duckte er sich und hielt still. Dann setzte es was mit einem Stock von dem Mann, auf dass der Sklave vollends verstummte. Was war das hier nur für ein Ort?
Otis schien ihn sichtlich zu genießen. Er grinste breit, schaute sich um und winkte sogar dem Wirt. Oder gab er nur eine Bestellung auf? Wovon wollte er die denn bezalen? Sie konnten das Geld, welches Isildur durch Armdrücken verdienen sollte, nicht für Getränke oder eine warme Mahlzeit ausgeben! Sie mussten erst einmal genug zusammenkriegen, dass sich Otis überhaupt seinen Krempel beim Kapitän erkaufen konnte - sowie die Freiheit des Wolfes. Dieser fiel übrigens selbst unter den Rumdettern auf. Nicht wenige verharrten in ihren Handlungen, als Seemann und Elfenwolf die Taverne betraten. Sie beäugten ungeniert den silbernen Wolf zwischen ihnen. Kommentare blieben aber aus. Man guckte erst einmal.
"Wirt! Bring meinem Begleiter und mir ein Bier!", rief Otis in die Runde. "Und wenn der Abend gut verläuft, geben wir einen aus!" Schon war die Situation gerettet. Viele hoben ihre Krüge, prosteten sich gegenseitig zu und johlten in die Richtung der neuen Gäste, dass es für sie hoffentlich so kam wie geplant. Jeder wünschte sich schließlich immer wieder gern ein Freibier zu erhalten. Die Hoffnung darauf hob die allgemeine Stimmung. Es wurde erneut gelacht, musiziert, getanzt und gesungen. An einem Tisch begann eine Gruppe fröhlich wirkender Seemänner ein Würfelspiel. Gewettet wurde um ein verschlossenes Kästchen, dessen Inhalt keinem bekannt schien. Doch keiner der Männer kam für Isildur für ein gutes Armdrücken in Frage. Der entschied sich nämlich für einen noch nüchternen Mann. Otis schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als er diesen erblickte. Er wirbelte herum, als schwänge er sich aus einer wilden Drehung beim Tanzen. "Biste irre?", zischte er dem Wolf entrüstet zu. "Der Kerl kann wahrscheinlich sogar noch bis zehn zähl'n, ohne die Finger gebrauch'n zu müss'n. Der sieht stark aus! Wenn wir verlier'n, wo willste dann das Geld her nehmen, das wir ihm schulden?!"

Aber der Wolf hörte gar nicht zu. Er war an seinem verlängerten Ende gepackt worden und reagierte entsprechend, indem er nun seinerseits herum wirbelte. Gebleckte Zähne waren das erste, was der dreiste Grabscher zu sehen bekam; zusammen mit einer Schnauze, bei der man erwartete, das Rauchwolken des Zorns aus den Löchern stiegen. Erschreckt ließ eine Frau, bei der es sich nur um ein leichtes Mädchen handeln konnte, die Rute los. Dann aber wuchs ihr Mut, denn die Bestie hatte sie noch nicht angegriffen. Sie raffte ihren Rock, die Hände in die Hüften legend. Bei jedem Atemzug hob sich der gewaltige Busen. "Was glotzt du so?! Lass mich vorbei!" Und mit einem Stoß des Ellenbogens, den man von einer feinen Dame nicht erwartet hätte, bahnte sie sich sowohl an Isildur als auch an Otis vorbei. Sie winkte einer anderen Hure zu. Jetzt war zu erkennen, was sie von dem Wolf wirklich hatte haben wollen. Eine kleiner Büschel seines silbernen Haares klemmte zwischen den Fingern der Frau. Freudig winkte sie damit und drückte sich weiter durch die Menge aus stinkenden Piraten, Stühlen und Tischen.

Auch Otis setzte sich nun zwangsläufig in Bewegung, denn er wurde voran gestoßen. Ganz so begeistert gab er sich jedoch nicht. "Biste sicher, dass du den Kerl da vorn willst? Wenn du verlierst ... ach, ich denk garnich' erst d'rüber nach!" Er schritt nun wieder selbstständig voran. Er erreichte den Tisch. Der Pirat schaute überrascht auf, als sich erst Otis und dann auch noch Isildur zu ihm setzten. Er war ein großer und tatsächlich kräftiger Mann, aber nicht so fett wie die meisten hier. Vielmehr wirkte er wie jemand, der sich oft an Seilen von einem Schiff zum nächsten schwang, der Takelagen geschwind empor kletterte und wusste, wie man einen Säbel schwang. Er trug wie auch Otis eine geflickte Hose und ein einfaches Leinenhemd, nur legte sich darüber eine schwarze Weste mit Messingknöpfen. Außerdem stand es nicht so vor Dreck wie bei Isildurs Belgeiter. Alles in allem wirkte der Mann sogar für rumdetter Verhältnisse einigermaßen gepflegt. Sein gewelltes, braunes Haar ruhte gemächlich auf den Schultern und der Schnurbart war zu zwei Haken gezwirbelt, die mancher Mann als Handprotese zu tragen pflegte. Er runzelte die Stirn. "Sucht euch einen anderen Trinkkumpanen, ihr zwei. Ich bin nicht hier, um mich sinnlos zu besaufen."
"Aye, dazu seid Ihr zu gut gekleidet, werter Herr", antwortete Otis doch tatsächlich mit höfischer Manier. Er grinste dem Fremden entgegen. "Wir belästigen Euch auch nich' lange. Mein Freund Isildur hier meint nur, dass ein so geckenhafter Pfau wie Ihr es nich' mit ihm aufnehmen könnte." Der als Pfau betitelte Pirat verengte die Augen zu Schlitzen. Jetzt sah man auch ihm an, dass in ihm etwas Skrupelloses steckte. Er musterte Isildur von oben bis unten. "Sagt er das?" Die drei Worte zogen sich in die Länge, auf unangenehme Weise. Möglich, dass der Kerl lieber zur Waffe griff, anstatt sich auf eine Runde im Kräftemessen einzulassen. Otis musste eingreifen. "Oh, nich' beim Entern oder Brandschatzen, ney! Aber im Armdrück'n sind geckenhafte Pfauen eben ... aye ... geckenhafte Pfauen. Wollt Ihr ihm das Gegenteil beweisen?"
Der Pirat zupfte sich am Schnurbart. Dann nickte er, fasste in seine Westentasche und förderte zwei kupfern glänzende Münzen zu Tage. "Aye! Zwei Füchse, dass ich ihn schlage!" Schon nahm er die Position eines geübten Armdrückers ein. Otis schaute zu Isildur herüber. Der durfte es jetzt nicht vermasseln.
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 11. Juli 2011, 22:59

Das Fell sträubte sich bei dem großen Wolf, als er den Sklaven zu Füßen des Mannes sah. So würde isildur nicht enden wollen. Er unterdrückte den Drang den Mann ebenso seinen Stock über den Schädel zu schlagen wie er es bei den anderen tat. Was bildete der sich ein. Kein Wesen sollte gefangen sein. Niemand!
Das Mädchen hatte isildur einen Stoß in die Rippen verpasst, als sie trotzig aber eilig floh. Mit ein paar haaren aus einen Fell.
Was macht die wohl damit?
Er zuckte mit den Schultern und trat dann voran.
"Biste sicher, dass du den Kerl da vorn willst? Wenn du verlierst ... ach, ich denk garnich' erst d'rüber nach!"
„wenn ich verliere, dann nützte ich dir sowieso nichts, oder“ zischte Isildur zu Otis rüber. Langsam nervte ihn das Nörgeln. Erst soll er etwas unternehmen, aber wenn er etwas vorschlägt, dann passt es den Mann auch nicht.
Isildur hielt eben nichts davon, sich mit jemanden zu messen, der sowieso nichts mehr richtig konnte.
Der Mann, der tatsächlich mal nicht so verlaust aussah, war jedoch ziemlich unwillig.
"Sucht euch einen anderen Trinkkumpanen, ihr zwei. Ich bin nicht hier, um mich sinnlos zu besaufen."
Um das Elend hier nicht ertragen zu müssen, jedoch der beste ausweg.
Aber was von Otis folgte, ließ isildur fasst seinen Kopf auf die Tischplatte schlagen. Kaum waren die ersten Worte über Otis Lippe gekommen, wurde er scharf gemustert.
„geckenhaft…“ Unglauben zeichnete sich in seinem Gesicht. Aber da es nun mal jetzt in die Gänge gesetzt wurde gab es kein zurück.
Idiot! Und da meckert erst zuerst
Isildur machte es dem Mann gleich. Er mochte zwar an keinen Seilen gehangen haben, aber er war ein Waldelf. Seine Muskeln hatte er durch das Klettern in den Bäumen und den Spannen des Bogens. Aber nicht nur Kraft war für das erfolgreiche Armdrücken von nutzen, auch die Technik dabei. Und Isildur hatte mit seinen über Hundert Jahren mehr als genug an Erfahrung diesbezüglich. Für einen kurzen Moment hatte es so ausgesehen, als ob der Mann überhaupt nicht mitmachen würde. Jedoch Otis kannte die richtigen Worte zum besänftigen. Für Isildur gab das Geschwafel von Entern und Pfauen keinen sinn. Doch es war nur wichtig, dass der Mann schließlich einstimmte.
Unaufgefordert legte er zwei Münzen auf den Tisch.
Was Menschen nur daran finden? aber nur zwei?, da habe ich gut zutun.
Seine Miene entschlossen, nickte er seinen Gegner einverstanden zu. Er stellte den Ellenbogen auf die Tischplatte und ergriff die ausgestreckte Hand seines Kontrahenten. Seine Position so einnehmend, dass er die beste Kraft aus seinem gesamten Körper ziehen konnte. Die andere Hand legte Isildur flach auf den Tisch.
Seine Ohren legten sich konzentriert an.
„ Du sagst´Start“ wandte er sich kurz zu Otis, dann fixierte er den Mann. Die brauen Augen auf das Muskelspiel des Mannes.
Der Elf hatte Vor es schnell zu machen. Nicht länger in so einem Ort zu verweilen als nötig. Erst nicht alle Kraft zu geben und dann zuzuschlagen. Für isildur hing fiel davon ab. Sie hatten nichts womit sie selber beim verlieren bezahlen konnten. Und Isildur war nicht so naiv um Otis mit 100 Prozent zu vertrauen. Und wie der Mensch zu Füßen des anderen will er nicht werden.
Viel hast du nicht zu verlieren
„ zeig mir was du hast, Mensch!“ fletschte er die Zähne.
Dann legte er los. Ein Spannen der Muskeln. Isildur testete die Kraft seines Gegners nicht, sondern ließ ihn etwas die Oberhand, bevor er den Spieß schlagartig umwarf. Bei den Waldelfen hieß es „Hammer“ weil man plötzlich ohne vorherige Anzeichen mehr Kraft aufbringt und den Handrücken des Gegners hammergleich auf den Tisch befördert. Dazu gebrauchte man nicht nur die Kraft aus dem Arm, sondern des gesamten Körpers. Schnell und effektiv.
Rumps!
Die Faust krachte zu Tisch!
Problem würde nur werden, wenn der Mann nicht gerne verliert und sich der Wolf in kürzester zeit in mehr Schwierigkeiten als zuvor befände.
Oder man war beeindruckt.
„gewonnen“ flüsterte isildur leise und blickte von unten den Piraten an.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. Juli 2011, 08:40

Otis hatte seine so ganz eigene Art, jemanden zu provozieren. Viele schwangen sofort die Fäuste und dem kräftigen Seemann hätte man das durchaus auch zutrauen können, aber stattdessen griff er das Ego an - mit Worten, die sich kein Mann gern gefallen ließ. Er hätte es nur noch steigern können, wenn er die Genitalien seines Gegenübers beleidigend angesprochen hätte. Aber Otis war nicht auf eine Kneipenschlägerei aus, sondern er wollte Kontrahenten für Isildur finden, damit dieser sie im Armdrücken besiegen konnte. Zumindest hoffte er das. Wenn er sich den Kerl mit dem gezwirbelten Schnurbart nämlich genauer anschaute, kamen ihm da schon Zweifel, ob es der Wolfself denn schaffte. Nun, das würde er schon noch sehen. Instinktiv warf Otis einen Blick zur Tür und durch den Raum. Er prüfte sämtliche möglichen Fluchtwege, falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dass sie die Fuchsmünzen zu zahlen hatten.
Glücklicherweise ging das Duell sofort los. Der angesprochene Pirat fühlte sich dermaßen in seiner Ehre verletzt, dass er nicht einmal von den beiden verlangte, ihrerseits den Einsatz auf den Tisch zu legen. Dort fanden sich jetzt nur seine eigenen beiden Kupfermünzen und Isildurs haarige Pranke, die darauf wartete, dass das Spiel begann. Einige Piraten in der Nähe hatten schon mitbekommen, dass ein kleines Turnier im Armdrücken stattfand. Sie rückten ihre Stühle zurecht oder erhoben sich, um dem Spektakel beizuwohnen. Viele der ausgelassenen Gespräche verstummten, das Grölen wurde leiser. Ein Großteil der allgemeinen Aufmerksamkeit war nun auf den Silberwolf gerichtet.

Otis musterte die beiden Gegner mit gemischten Gefühlen. Das hier war ein ehrbarer Kampf - so gar nicht nach seinem Geschmack. Er hätte sich einen Betrunkenen gesucht, der leicht zu besiegen war. Da wären auch die anderen Piraten nicht neugierig geworden. Jetzt standen er und Isildur seiner Meinung zu sehr im Mittelpunkt. Verlier bloß nicht, dachte er mit steigender Nervosität. Er war noch nicht mal eine Stunde in Rumdett, da wollte er nicht riskieren, dass man sich sein Gesicht ein wenig stärker einprägte. Er wollte noch einige Geschäfte abwickeln, ehe man ihn durch die Stadt hetzte. Außerdem gehörte er noch keiner der drei Piratengemeinschaften an. Er war vollkommen schutzlos, ließ man den Wolf einmal aus dem Spiel. Doch der führte ohnehin gerade sein eigenes. Beide Hände umfassten einander. Auch der Pirat legte die andere Hand flach auf den Tisch. Es war eine übliche Pose beim Armdrücken. Dann ging es los. Hin und her bewegten sich die Arme. Muskeln spannten sich. Adern traten hervor und bei Isildur sträubte sich sogar etwas das Fell.
Viele ließen sich von dem tierischen Kiefer, vor allem aber den Reißzähnen beeindrucken. Der Pirat jedoch nicht. Er konzentrierte sich auf den Kampf. Trotz allem kannte er nicht die waldelfische Methode des Hammers und rechnete schon mit seinem Sieg, als sich Isildurs Pranke dem Holz näherte. Er unterschätzte ihn - und verlor. "Bei Venthas Titten!", brüllte er Wut schnaubend auf. Viele der Umstehenden lachten, als der Mann nicht nur das Spiel, sondern auch sein Gesicht verlor. Einige wagten es, Isildur auf den Rücken zu klopfen. Sie jubelten, denn man sah doch immer wieder gern, wie sich jemand blamierte. Rumdetter waren ein sehr schadenfrohes Völkchen.
Otis sackte derweil die beiden Fuchsmünzen ein. Sie würden ausreichen, das Bier zu bezahlen, welches soeben von dem Burschen der Schankstube gebracht wurde. Auch Isildur erhielt einen Krug. Der Junge behielt ihn zunächst jedoch bei sich, denn sofort rief Otis in die Menge: "Keine Zeit zum Saufen für meinen Wolfsgefährten. Na kommt schon, wer traut sich? Nutzt die Gelegenheit, kämpft gegen einen echten Silberwolf aus ... aye ... aus dem weit entfernten Drachengebirge! Nie wieder werdet ihr die Möglichkeit haben, los, nutzt sie!" Der Seemann konnte das Blaue nicht nur vom Himmel, sondern auch aus dem Meer heraus lügen. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper, ganz so, als sei er es gewohnt, regelmäßig zu flunkern. Aber es funktionierte und nicht zu knapp. Sofort entstand eine Reihe bei den Piraten. Viele zückten zwei Fuchsmünzen. Offenbar wollte jeder einmal gegen den Wolf seine Kräfte messen. Die, die sich nicht trauten, begannen zu wetten. Die Einsätze begannen hoch und Otis schielte zu dem Mann, der sich darum kümmerte. Sobald er selbst genug Münzen beisammen hatte, würde er sie auf Isildur setzen und den Gewinn schneller verdoppeln. Dann musste sein Gefährte nicht bis in die späte Nacht Armdrücken. So viel Zeit hatten sie nämlich nicht.

Sein nächster Gegner war ein schmieriger Pirat, dem sämtliche Zähne schwarz und faulig geworden waren. Als abgenutzte Stümpfe ragen sie aus dem Zahnfleisch. Dementsprechend war sein Mundgeruch. Er wehte Isildur schlimmer entgegen als es der Alkohol vermochte. Seine Schnauze reagierte sehr empfindlich darauf. Er musste sich konzentrieren, um nicht von dem Gestank überwältigt zu werden. Da war Otis ein Witz dagegen! "Los, fangen wir an!", grunzte der Pirat. Er streckte eine umfangreiche Hand vor. Amrbänder, auf die fremde - gesunde - Zähne gezogen waren, hingen um sein Handgelenk. "Wenn ich gewinne, krieg ich deine Beißerchen", brummte er, knallte dafür aber auch gleich 8 Füchse auf den Tisch.



Hinweis: Beim nächsten Armdrückenkampf bitte auch meiner Figur die Möglichkeit zum Reagieren lassen. Danke :)
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Donnerstag 14. Juli 2011, 15:20

Den ersten Sieg zu genießen war nicht in Isildur Interesse. Zu viel hing davon ab. Der Gegner war ein harter Brocken und Isildur hatte zwar den Hammer benutzt, doch dass konnte er nicht die ganze Zeit machen. Das Risiko, das diese Taktik zu schnell durchschaut wurde, war zu stark. Außerdem brauchte er die Kraft noch für die folgenden Kämpfe. Der Pirat fluchte auf und schadenfrohes Gelächter brach mit Isildur Sieg aus. Wenn sich Isildur zuvor schon beobachtet fühlte, wusste er, dass er jetzt richtig im Mittelpunkt war.
Hattest du das wirklich vorgehabt? Oder warst du zu vorschnell?
Otis schnappte sich die Münzen und ließ diese in seiner Tasche verschwinden. Der Wolf schüttelte die Pranke um seine Muskulatur zu lockern. Ballte ein Faust und fuhr sich durch seine Haarmähne. Dann spürte er einen Schlag auf den Rücken, stieß kurz gegen den Tisch und fuhr rum. Mehrmals wurde er gefeiert und man gratulierte ihn durch einen oder zwei Schläge auf den Rücken.
„ Nicht“ warnte er nach hinten. Nur weil er Armdrücken mit ihnen machte, hieß es nicht dass er mit ihnen gut Freund werden wollte. Obwohl isildur selber zu der ruppigen Sorte gehörte und sich auch oft so verhielt.
Seine ernste und ruppige Art war in seinem Dorf bekannt und ihn aus der Reserve zu locken war eine Herausforderung.
Ein Jucken an seinem Ohr ließ ihn sein Ohr zucken. Neben sich erschien ein Bursche. Er trug einen Krug mit einem nach alkoholriechenden Gebräu drin. Das dies Bier war, wusste Isildur nicht. So was kannte er tatsächlich nicht.
Etwas zu trinken wäre aber nicht schlecht.
Doch bevor Isildur auch nur auf das Getränk reagierte, hörte er schon Otis anheizende Stimme.
: "Keine Zeit zum Saufen für meinen Wolfsgefährten. Na kommt schon, wer traut sich? Nutzt die Gelegenheit, kämpft gegen einen echten Silberwolf aus ... aye ... aus dem weit entfernten Drachengebirge! Nie wieder werdet ihr die Möglichkeit haben, los, nutzt sie!"
Silberwolf aus Drachengebirge? Wo soll das denn sein…Moment, das erinnert mich an etwas….klingt ähnlich wie der eine Magier aus der Wolkenstadt erzählt hat…oder? Aber weit weg! Am Ende der Welt vermutlich…
Die folgenden Männer fühlten sich herausgefordert. Das war wohl auch Otis Ziel gewesen. Der silberne Wolf machte sich kurz einen Überblick.
Otis du hast erfolg. Es sind ziemlich viele. Das kann ganz schön anstrengend werden.
. "Wenn ich gewinne, krieg ich deine Beißerchen" Münzen klimperten auf dem Tisch. Acht Münzen lagen da.
Doch das was Isildur noch bevor er aufsah roch, war genauso erschreckend wie die Ansicht. Langsam sah der Wolf auf. Blickten in einen Schlund voller schwarzer Stumpen. Es sah einer dunklen Höhle mit Stalagmiten und Stalaktiten ähnlich. Fauliger Gestank ließ Isildur aufhusten. Angewidert schüttelte er den Kopf.
Was ist das?!
Das letzte Essen war zwar etwas her, doch selbst das schien sich seinen Weg nach oben zu kämpfen. Hart schluckte er die aufkommende Übelkeit hinunter.
Ein Armband- oder etwas ähnliches, sprang ihm ins Auge, als er sich wegdrehte.. Im ersten Moment dachte er, das wären Steine, aber nein.
Zähne!
Die Jäger und anderen Waldelfen sammelten Ähnliches als Trophäen, wenn sie ein Tier erjagten. Die wurden dann ebenfalls auf Bänder aufgefädelt.
Doch diese stammten nicht von Tieren. Dies waren deutlich Menschenzähne. Und freiwillig trennte man sich gewöhnlich nicht davon.
„Bestie!“ knurrte er hervor.
Der Wolf zog die Lefzen hoch und zeigte seine doch so beeindruckenden Zähne. Würde dieser Mann sich ihm auch nur wegen einem Zahn nähern, würde er ihn auseinander nehmen. Falls er sich nicht zuvor übergeben müsste.
„Meine Zähne kriegst du nicht…aber ich befreie dich gerne von deinen Stumpen“ …buah! Ist mir mulmig…konzentrier dich!
Er ergriff kraftvoll die Hand des anderen.
Eine Taktik wie die gegnerische Person sich mehr anstrengen musste, war das Verdrehen des gegnerischen Gelenkes. Das würde er anwenden- und sonst würde es auf reine Muskelkraft hinaus laufen. Aber Isildur hatte auch seine Mühe. Sein Arm spannte sich, die Muskeln zitterten. Er wendete seine Schnauze ab. Der Gestank nahm ihm den Atem. Er schloss kurz die Augen.
ein Ork riecht aus dem Hintern besser, als der aus dem Mund…bleib dran…er…krie…gnrrr…
Nicht die Kraft des anderen erschreckte den Wolf, sondern die schlechte Luft aus dessen Mund.
Die Augen zu Schlitzen verengt, schnaubte er durch die Nase aus.
Atme durch den Mund…so wie du es im Sumpf immer machst…
Das erste Mal, als er damals als junger Krieger in den Sumpf gegangen war, hatte er sich übergeben müssen. Das Lachen und Necken der Anderen lastete lange auf seinem Stolz.
Aller Anfang ist schwer, hatte ihn damals sein Vater gesagt.
Sein Brustkorb hob sich und er würde sein ganzes Gewicht für einen Gegenschlag anwenden. Er durfte nicht verlieren.
Würde der Pirat nicht richtig agieren, so könnte man durch das Verdrehen des Gelenkes zu sich hin den Arm des Piraten brechen. Schlimmstenfalls zersplittern. Isildur war das Resultat bei dem anderen egal, er müsse nur so oft wie möglich gewinnen.
Und bei diesem würde er nicht scheitern.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. Juli 2011, 06:28

Das Armdrücken ging in die zweite Runde. Dieses Mal fanden sich sogar Zuschauer ein. Viele schlossen Wetten ab und die meisten sahen Isildur bereits als Sieger. Dass der Wolf einige Schulterklopfer angeknurrt und somit vorgewarnt hatte, was ihm so gar nicht gefiel - nämlich das Schulterklopfen - ignorierten die Seemänner und Piraten bisweilen vergnügt. Für sie war der Wolf kein Freund. Nein, Freunde hatte man hier nicht. Selbst innerhalb der Piratengemeinschaften gab es Rivalen, die sich nur allzu gern versuchten, gegenseitig auszuschalten. Höchstens auf See, da bildete man eine Mannschaft, denn niemand allein konnte ein Schiff entern. Aber Isildur brachte frischen Wind in die Taverne. Etwas, das durchaus angebracht war, so stark wie es hier nach Tabak, Alkohol, Schweiß und Erbrochenem stank. Darunter mischten sich dann noch einige Aromen unbekömmlicher Mahlzeiten. Wie konnte sich Otis in einem solchen Dreckloch wohlfühlen? Aber er tat es, bei den Göttern! Lachend sackte er die Münzen ein, trank von seinem Bier und machte bereits einigen der Huren schöne Augen. Er sollte lieber auf Isildur und das Spiel achten. Es waren seine 30 Füchse, die der Wolf hier verdiente!
Und der nächste Kontrahent machte keinen allzu angenehmen Eindruck. Es war nicht seine Kraft, mit der er auftrumpfte, sondern sein bestialischer Gestank. Wahre Folter für einen Wolf, der Gerüche in Myriaden Einzelteilchen zerlegen konnte und das sogar mit beiden Nasenlöchern unabhängig voneinander. So roch Isildur auf dem linken Nasenloch den fauligen Gestank der Zahnstumpen aus dem Maul des Kerles, wohingegen sein rechtes Nasenloch etwas Moschusartiges wahrnahm. Seinen Schweiß. Dieser Mann war eine wandelnde Geruchsplage. Das nagte natürlich an der Konzentration des Wolfselfen. Das bemerkte auch Otis. Er runzelte die Stirn, setzte dann jedoch ein: "Moment, Moment! Bevor es losgeht, sollte mein Gefährte sich nochmal die Hand lockern. Er hat schon gekämpft, aye. Er hat das verdient, aye?" Einige der Piraten nickten. Bei solchen Spielen musste es fair zugehen, wenn auch sonst nicht im Leben. Andere hingegen forderten zum nächsten Duell auf. Es waren vor allem jene, die gegen den Silberwolf aus dem Drachengebirge gewettet hatten.
Otis nahm diesen gerade beiseite. "Stimmt was nich'? Du rümpfst die Schnauze, aye. Kannste den nich' riechen?" Er schaute sich um. Da musste doch eine Notlösung her! Er fand sie, in Form eines feinen Schnupftuches einer der Huren. Grinsend winkte der Seemann die nicht ganz so attraktive Dame herbei. Sie kam lächelnd, trug viel zu viel Schminke und fächelte sich angeregt ihren Busen. Ein Schönheitsfleck war dort aufgemalt worden. Er blickte Isildur wie ein drittes Auge entgegen. "Na, braucht das Schätzchen vorher einen Glückskuss?", säuselte sie. Otis schüttelte rasch den Kopf. "Das können wir nicht von dir verlangen, Süße. Hunde knutschen ist nich' deine Aufgabe. Aber du könntest ihm anders Glück bringen."
Sie schaute Otis verständnislos an. Dann schwand ihr Lächeln, weil die Lippen sich zu einer schmalen Linie verzogen. "Das kostet extra, ich treib's nicht mit Tieren." Ringsum lachten einige auf. Offenbar Kunden, die sich selbst doch für sehr animalisch hielten. Otis winkte ab. "Ney, ney, das mein ich nich'. Gib mir dein ... hm ... aye, das Taschentuch. Wird ihm als Talisman reichen."
Sie ließ sich darauf ein, der Seemann musste aber eine Fuchsmünze dafür zahlen. Er tat es. Seine Idee würde das Geld mehrfach wieder einbringen, wenn es funktionierte. Er schaute Isildur zögernd an. Der würde hoffentlich nicht zuschnappen. Dann band Otis ihm das Tuch um die Schnauze. Der beißende Gestank schwand augenblicklich, denn er wurde vom starken Duftwasser der Hure überdeckt. Lavendel und Orchideen, eine bizarre, aber derzeit wirksame Mischung. Das hieß, sofern sich Isildur von diesem neuen Aroma nicht allzu sehr den Kopf verdrehen ließ.
"Könn'n wir en'lich anfang'n?", bläkte der Zahnsammler ungeduldig. Ihm wurde die Warterei allmählich lästig. Otis gab das Zeichen für den Start der neuen Runde. Jetzt musste Isildur zeigen, was er konnte. Sein Kontrahent war nicht stark, nur stinkend. Er würde ihn noch leichter außer Gefecht setzen können als seinen Vorgänger, sofern seine Schnauze mitspielte.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 17. Juli 2011, 16:51

Isildur war speiübel. Seine Nase versuchte den Gestank zu verarbeiten. Die Mischung aus verfaulten Stumpen und den mehr als penetranten Geruch von Schweiß zerrten an ihn. Das Denken fiel schwer, die Konzentration nicht zu schweigen. Aber tatsächlich merkte es Otis.
Isildur wollte das Ganze nur hinter sich bringen. Er schnaubte wieder.
Gerade schluckte er wieder die aufkommende Galle herunter, als Otis sich einmischte.
"Moment, Moment! Bevor es losgeht, sollte mein Gefährte sich nochmal die Hand lockern. Er hat schon gekämpft, aye. Er hat das verdient, aye?"
Verwundert blickte Isildur auf, er zog seine Hand zurück. Er war in diesem Moment dankbar, nicht direkt den Geruch des Mannes ertragen zu müssen, der sich als neuer Gegner vorgestellt hatte. Mit der Hand, welche er auf den Tisch abgelegt hatte, wischte er sich über die Schnauze. Der Geruch von Holz des Tisches und seines eigenen Geruches beruhigte ihn. Das hier und da sich Piraten beschwerten, weil der Kampf ja unterbrochen wurde, störte ihn jedoch nicht. So richtete Isildur seine Aufmerksamkeit auf Otis.
"Stimmt was nich'? Du rümpfst die Schnauze, aye. Kannste den nich' riechen?"
„Was nicht stimmt, der stinkt bestialisch. Da riecht der vermoderte Sumpf meiner Heimat besser…Mir fällt die Konzentration schwer. Wie hältst du sowas aus?...“ grollte er zurück. Tief atmete er aus.
Aber Otis war einfallsreich, auch wenn das Isildur erst nicht realisierte. Der Pirat rief eine dieser übertriebenen Frauen zu sich. Das Weib war keine Schönheit. Die beste Zeit war schon lange hinter ihr, jedenfalls nach des Elfen Meinung. Ihr Busen war zwar wunderbar in Position gerückt, doch der Schönheitsfleck irritierte den Wolf umso mehr.
wie ein weiteres Auge
Doch etwas gefiel ihm an ihr. Er witterte danach.
Der Geruch von Blumen kam aus ihrer Richtung. Zwar auch noch andere Gerüche, doch Isildur versuchte nur den Geruch der Blumen aus ihr zu filtern.
"Na, braucht das Schätzchen vorher einen Glückskuss?",
Einen Glückskuss?
Sprachlos wechselte isildur zwischen der Frau und Otis hin und her. Das konnte doch nicht sein Ernst sein. Jetzt war ihm nicht nach Küssen, mal nebenbei dass Isildur nicht mal wusste ob dies noch möglich war. Er war kein Elf zurzeit.
Aber dies schien Otis nicht im Sinn zu haben.
„Wolf, nicht Hund…und kein Interesse!“
Doch das wurde wohl überhört. Das die Frau glaubte etwas anderes mit Isildur machen zu sollen, ließ selbst Isildur die Spucke wegbleiben. Er war kein Tier…naja nicht ganz, aber sie war eindeutig auch nicht sein Typ. Er bevorzugte da doch Natürliches.
Als Otis das Taschentuch verlangte, verstand isildur so erst mal nicht. Besonders weil dies wieder etwas kostete.
Ich dachte, du willst deine Sachen und dann …was hast du vor?“ Mit dem Tuch kam Otis auf Isildur Schauze zu und versuchte etwas an der Schnauze des Wolfes zu machen.
Doch der Wolf wich nach hinten weg. Was Otis vorhatte wusste er ja nicht.
Reden würde helfen…jaja und das von mir
Der Geruch von Blumen kam von dem Tuch. Er sah zu den Piraten dann auf das Tuch.
Ach er will es mir umbinden, verstehe
Er nickte und ließ ihn gewähren. Otis band das Tuch um seine Schnauze. Ein Impuls zuckte durch den Wolf, das Tuch sofort wieder abzustreifen. Gerade hatte er seine Pranke am Tuch, nesselte daran rum..
Lavendel…und Orchidee…hmm,…wie einer der Kräuterbeutel, welche Yavanna immer gegen Gestank unter ihre Nase hielt… intelligent, Otis wirklich.
Er nahm die Pranke runter, schloss die Augen und zog den Geruch ein.
Lavendel beruhigte und die Orchideen überdeckten den Gestank.
Dankbar nickte er den Piraten an seiner Seite zu. Gab ihn damit zeitgleich zu verstehen, dass es jetzt klappen würde.
Der stinkende Pirat war inzwischen ungeduldig geworden. Also packte Isildur die Hand und nahm Position ein. Tief atmete er den Geruch des Tuches ein. Außer das Duftwasser war alles andere abgewehrt.
Das Lavendel beruhigte seine Nerven, die Anspannung. Der Kopf wurde konzentriert. Lavendel war eine der Blüten, welches er selber zur Meditation gerne verwendete oder nach einer anstrengenden Wandlung. Die Orchidee weckte Körper dagegen. Ein paar weitere tiefe Atemzüge und man konnte förmlich die Ruhe von dem Wolf spüren. Die Rute legte sich ruhig nieder. Die Haltung entspannte sich. Fast konnte man denken, dass er kurz vorm einschlafen war. Aber Isildur war wacher als je zuvor.
Als er die Augen bei der Startansage des Duells öffnete, waren sie klar und konzentriert. Es war kein Problem für ihn. Der Pirat war nicht annähernd so stark wie der vorige, was Isildur nun merkte. Er hatte nur zu stark gestunken.
Erstaunlich was der Geruch ausmacht…kaum Kraft dahinter….na dann, konter den Schlag
Rücksicht nahm er auf den Mann nicht.
Isildur hatte vor ihn Schmerzen spüren zu lassen. Schmerzen dafür, was der Pirat wohl mit anderen gemacht hatte, als er deren Zähne sich holte. Er bezweifelte, dass er Isildur betäubt hätte, um an die Zähne vom Wolf zu kommen.
Und Isildur hatte ihm immerhin gesagt, das was folgen würde. Eine Verletzung konnte leicht passieren. Das war jedem bewusst, der den Wettkampf des Armdrückens vollführte. Und Isildur hatte nicht vor, diesem abartigen Menschen ohne einen Denkzettel davon kommen zu lassen.
Der silberne Wolf würde sich dadurch vermutlich einen weiteren Feind machen, aber zu lange wollte er hier sowieso nicht bleiben. Er gehörte in einem Wald, nicht in eine stinkende Stadt voller saufender Menschen und anderen Gesocks.
Nach dem Kampf rieb er sich wieder die Finger und strich sich den Schweiß des stinkenden Mannes auf dass Fell seines Oberschenkel ab. Schwitzen tat er als Wolf nicht. Er würde eher zu hecheln anfangen.
Und wie viele Kämpfe sollen noch folgen…und wohin dann? Zu einer dieser Gemeinschaften? Weiß Otis, wo man die findet? Es ist nur eine Frage von Zeit bis der erste dieser Menschen hier wütend wird und abdreht. Bei einer Prügelei muss ich dann aufpassen. Ich bin erst seit ein paar Stunden so ein Wesen. Die Krallen sind scharf und ich will hier keine Menschen zerreißen, auch wenn es hier bestimmt genügend verdient hätten.
„ Was brauchen wir noch?“ flüsterte er Otis zu. Das Tuch strich er sich vorher von der Schnauze, behielt es aber in der Pranke.
„und nein, ich bin noch nicht erschöpft“ Er fühlte sich jetzt eher aufgewärmt.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Dienstag 19. Juli 2011, 21:38

Ob Kameradschaftlichkeit dahinter steckte, konnte Isildur nur vermuten, als sich Otis einmischte, für ihn sprach und ihm dann sogar ein rettendes Tuch um die Schnauze band. Er offenbarte nicht, dass er es aus Nächstenliebe getan hatte. Tatsächlich war dies auch nicht der Fall, aber auch das konnte der Wolf nur ahnen. Otis war kein sehr familiärer Mensch, dem das Herz am rechten Fleck schlug. Er setzte sich nicht für andere ein, reichte ihnen eine helfende Hand oder rettete ihnen den Arsch - nicht, wenn er keinen eigenen Vorteil daraus erzielen konnte. Derzeit war dies wohl der Münzgewinn, den Isildur ihm einbringen würde. Er half also nicht ihm, sondern nur sich selbst. Ja, das passte zu Otis. Jene, die ihn gut genug kannten, konnten ein Liedchen davon singen. Aber das, was sich zwischen ihm und Isildur entwickelte, war wohl noch viel zu frisch. Der Wolf konnte unmöglich den Charakter seines Begleiters riechen, höchstens dessen Gestank. Vielleicht würde genug Geld übrig bleiben, dass man für den Seemann einmal einen Zuber bestellte und jedes Menge Kernseife.
Derzeit mehrte sich der Gewinn. Isildur hatte den zweiten Kontrahenten geschlagen. Viele Piraten johlten, sie strichen ebenfalls etwas ein. Die größte Summe ging jedoch an Otis, der eben alles vorher Gewonnene gesetzt hatte. Die Götter meinten es gut mit ihm. Die Hure, die das parfumierte Tuch spendiert hatte, fiel dem Seemann um den Hals. Sie schnurrte ihm wie eine übergewichtige Katze entgegen, schaffte es sogar, einen ihrer wabbelnden Schenkel auf seinen Schoß zu hieven und sie bedeckte den Sieger mit aufreizenden Küssen. Vermutlich hauchte sie ihm auch unzüchtige Angebote zu, denn Otis grinste plötzlich übers ganze Gesicht, nickte erst, sagte dann aber etwas zu ihr. Daraufhin schenkte sie ihm ein kokettes Lächeln, nur um Sekunden später davon zu schlendern. Ausladende Hüften, schoben Stühle und Tische beiseite! Otis atmete durch, aber er grinste immer noch. Seine Säckel füllten sich mit Fuchsmünzen.

Unterdessen krümmte sich der stumpenbehaftete Mann, gegen den Isildur angetreten war, seine Hand. Der Wolfsmann hatte nicht zu viel versprochen, als er für sich entschied, diesen Kerl Schmerz spüren zu lassen. Seine Finger hingen schlaff herunter, das Gelenk war rötlich und schwoll zusehend an. Er hielt es sich eng an die Brust. Plötzlich lag alle Aufmerksamkeit auf ihm, als er hemmungslos zu brüllen begann. "DIESER KERL HAT MIR DIE HAND GEBROCHEN!!!" Er erntete spöttisches Gelächter. In Rumdett kam niemand, um ihm Mitleid oder Trost zu spenden. Da wartete man nur, dass er die Taverne verließ, eine dunkle Gasse als Heimweg wählte und bald darin aufgefunden würde - nackt, ausgeraubt und mit durchgeschnittener Kehle. Rumdett war ein Pfuhl des Verbrechens, immerhin war der Beruf des Piraten hier rechtsgültig. Warum? Weil es kein Recht gab. Es zählte das Gesetzt des führenden Piratenanführers - wer auch immer das gerade war. Auf moralische Unterstützung nach lysanthorischem Empfinden konnte man jedenfalls vergeblich hoffen.
Sein Plärren ging daraufhin im Jubel der Umstehenden unter. Viele wetteiferten weiter, sie wollten eine weitere Runde erleben. Andere verpulverten sofort ihren Gewinn, weil sie ihn in Huren oder Alkohol umsetzten. Wieder andere verlangten Musik, damit ihr Freudentänzchen davon begleitet wurde. Die Stimmung war ausgelassen. Zwei Piraten erklommen sogar einen der von der Decke hängenden Kerzenleuchter, hockte sich zwischen die brennenden Wachskerzen und schwangen wie auf einer Schaukel hin und her. Das war Rumdett nämlich bei all der Kriminalität auch: Ausgelassen, hemmungslos, wild. Vermutlich war es das, was Otis an dieser Stadt so liebte.

Da hörte der Seemann seinen wölfischen Gefährten sprechen. Unglaublich, dass sein Flüstern bis zu ihm durchdrang und er auch alles verstand, was der andere wissen wollte. Er ließ seine Taschen klimpern. "Wir hab'n bereits mehr als genug, aber du könnt'st uns gern noch mehr hinzu verdien'n. Dann hätt'n wir noch ein wenig Bestechungs- ... äh ... finanzielle Mittel übrig, um uns aus einer Notlage zu rett'n, falls wir in eine geraten sollten. Passiert in Rumdett übrigens hin und wieder. Vielleicht noch ein Kampf, aye?" Er musterte Isildur. Nein, der sah keineswegs erschöpft aus, dann konnte er doch nochmal antreten. Aber vielleicht wurde ihm das Armdrücken langweilig. "Wir könnt'n draußen auch Hütch'nspiel spielen oder ... kannste Messerwerfen mit den Pfoten?" Er zeigte zu einer Wurfscheibe in einem Eck der Taverne. Dort befanden sich allerdings auch ein paar düstere Gesellen. Sie trugen Augenklappen und waren mit Säbeln bewaffnet.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 1. August 2011, 12:12

Das Duel war leichter als das Vorherige. Hauptsächlich dadurch da Isildur jetzt die Schnauze verbunden hatte. Der stinkende Pirat hatte nicht die Kraft Isildur beim Armdrücken entgegen zu wirken. Und ehe der Mann sich versah hatte der Wolfelf ihm die Hand gebrochen. Isildur konnte es hören und spüren.
Das Brechen des Knochens und der danach mit Leichtigkeit durchgeführte Schlag des Gewinns.
Die Menschen um Isildur jubelten und feierten ihn.
Schadenfreude
Der Mann hingegen schrie entsetzt auf und hielt sich die Hand.
“ ich habe es dir prophezeit” antwortete Isildur auf dessen Aufschrei. Doch vermutlich ging es im Getöse unter. Es wurde nochmals lauter, als wenn es vorher nicht schon laut genug war. Die Hände kurz über seine Ohren gelegt, versuchte er sich an den Lärm schnellstens zu gewöhnen. So wölfische Ohren waren hier von Nachteil, ebenso wie seine gute Nase.
Sind Menschen denn vollkommen gegen Lärm immun?… oder liegt es an mir? Verdammt, ich war selber als Wolf nie bei so einem Lärm gewesen… Ruhig, …du gewöhnst dich dran
So brauchte Isildur einen Moment. Vorsichtig löste er die Hände von seinen Ohren. Immerhin konnte er sich nicht die ganze zeit ständig die Ohren zuhalten und man gewöhnte sich immerhin schnell an eine Lautstärke.
Die Leute verspotteten den Mann vor Isildur und wollten weitere Kämpfe sehen. Aber der Waldelf, befürchtete, dass es hier kaum einen fairen Kampf geben würde. Der Alkohol floss stetig und die Menschen waren inzwischen noch ausgelassener als bevor er den ersten Kampf beschritt.
Isildur konnte etwas aus den Augenwinkel sehen und hob den Kopf. Oben im Kronenleuchter saßen zwei Männer und stießen ihre Krüge ausgelassen gegeneinander. Wild wurde überall gesungen.
Ob die es wieder runterschaffen?… aber wie sagt man doch, Glück ist mit den Dummen und den Benebelten… was für ein chaotischer Haufen. Sie feiern als hätten sie selber den Sieg errungen.
Selbst Otis schien sich umso stärker zu freuen. Die Frau, welche Isildur ihr Tuch geliehen hatte, war dabei den Kerl mit Küssen zu überdecken. Und auch wenn Isildur keine bezahlbaren Frauen kannte, so wusste er doch, was diese Frau von Otis wollte. Liebe auf keinen Fall, sondern Körperlichkeiten. Das Otis dies genoss, zeigte Isildur den schlechten Geschmack des Mannes. Natürlich mochte ein Mann gerne den Sieg feiern, aber welchen Sieg hatte Otis denn errungen?
Sie glauben bestimmt, dass ich tatsächlich Otis unterstellt bin…oder sein Haustier bin…hat er mich nicht gehört, als ich ihn ansprach? Bei dem Krach kein Wunder!
Fast wollte Isildur nochmals auf sich aufmerksam machen, da reagierte der Pirat doch. Erstaunt zog Isildur eine Braue hoch.

"Wir hab'n bereits mehr als genug, aber du könnt'st uns gern noch mehr hinzu verdien'n. Dann hätt'n wir noch ein wenig Bestechungs- ... äh ... finanzielle Mittel übrig, um uns aus einer Notlage zu rett'n, falls wir in eine geraten sollten. Passiert in Rumdett übrigens hin und wieder. Vielleicht noch ein Kampf, aye?"
Seinen Kopf recht nah zu Otis gerichtet machte Isildur mit einer Hand eine weitreichernde Geste auf die Menschen in diesem Raum.
“ Ein vernünftiger Wettstreit wäre dies wohl kaum noch. Die sind hier alle inzwischen so vernebelt und trunken, dass nicht mal ein Reiz für das Spiel da wäre. Außerdem hatte ich nicht vor, dir deine ..Münzen zu verdienen. Uns damit aus einer Notlage zu helfen, bezweifele ich,… ich kenne die Menschen so gut, dass wenn man sie wirklich erzürnt, sie sich schwer von etwas abbringen lassen. “
Damit bezog sich Isildur auf die beiden Männer, welche er im Wettkampf geschlagen hatte. Mindestens der zweite würde sich bestimmt nicht von Geld für seine gebrochene Hand und Stolz beruhigen lassen. So viel konnte sich Isildur ausrechnen.
“oder ist das so, dass du den Leuten mehr schuldest, als nur die 30, die du für mich besorgen sollst?”
Das würde Isildur auch erklären, warum Otis darauf aus war, mit den Wolf als Begleitung durch die Stadt zu ziehen. Man würde ihn vielleicht aus Ehrfurcht von dem Tier in Ruhe lassen oder ihn für sich gewinnen wollen.
Aber im Endeffekt wusste es Isildur auch nicht.
Was ist, wenn er recht hat und tatsächlich mehr Leute diese Münzen wollen, als du denkst… so gut kennst du die Menschen auch nicht. Und es ist bekannt, dass sie ständig Gold wie die Zwerge sammeln. Als könnte sie davon leben.
"Wir könnt'n draußen auch Hütch'nspiel spielen oder ... kannste Messerwerfen mit den Pfoten?"
Die Hand unter seinem Kinn, kraulte Isildur nachdenklich sein Fell .
Auf den Vorschlag von Otis, schüttelte er den Kopf.
Stolz richtete er sich auf.
“Was soll das für ein Wettkampf sein?…meinst du das seltsame Spiel, was draußen von diesem Wichtel oder so gemacht worden ist? Nein, danke, so was ist nichts für mich. Bei meiner Schwester wäre es was anderes, die könnte sich wohl stundenlang damit vergnügen…. Messerwerfen? Hmm?” er sah auf seine Pranken, ballte sie zur Faust. Zwar gab es Isildur nicht gerne zu, doch selbst noch vor seiner Wandlung beherrschte er das nicht wirklich nicht. Eine seiner Schwächen, denn er erledigte meist Beute mit dem Bogen. Er war Bogenschütze und Schwertkämpfer, Dolche waren ihm schon immer zu klein in der Hand. Jetzt wirkten sie sogar noch befremdlicher, wie er am Schiff bemerkt hatte. Otis war wohl der Meinung, er war schon ewig so ein Wolfwesen.
Aber das Isildur noch Schwierigkeiten in der Handhabung der kleinen motorischen Bewegungen hatte, wusste der Pirat eben nicht.
“ Du hast gesehen, dass ich mich etwas schwer tue, was die Handhabung mit Dolchen betrifft. Ich muß mich erst wieder daran üben… und ich soll vermutlich nicht verlieren, das könnte jedoch dann der Fall sein.” er sah in die Ecke in die Otis gedeutete hatte, die Kerle da sahen noch recht fit aus.
“Oder wolltest du mit denen dort reden? Jemand, den du kennst?”
Eine intensivere Musterung folgte.
Wirkt schon fast verdächtig, wenn man sich aus allem rausholt….sind hier mehr solche Ecken. Ob dies Beobachter sind?
Sein Blick schweifte umher, suchte ob es noch andere Stellen gab, wo grimmige jedoch nüchtern wirkende Personen saßen.
Lassen sich tatsächlich alle Menschen durch das Gold beeinflussen? Isildur, was hast du beim Armdrücken zu verlieren? Und wenn es behilflich ist umso besser. Otis kann damit machen was er will, ich werde mich aus der Stadt bringen lassen und dann einen Weg zurück suchen. Ob ihm das passt oder nicht, ist mir egal. Ich habe nicht gesagt, ich bleibe bei ihm, bis er in Sicherheit ist. Das sollte ihm klar sein.
Der silberne Wolf seufzte auf.
“Ich mache noch einmal Armdrücken, wenn du jemand findest….danach will ich den Ort hier verlassen. Zeige mir den Weg aus der Stadt, dann können wir unsere Wege ziehen. Keine Sorge, an deinen Münzen bin ich nicht interessiert.”
Isildur griff damit zu den Krug, welcher noch für ihn da war und schlabberte das Gesöff aus dem Krug. Dafür musste er den Krug nur leicht schräg halten. Nur ein paar Schlucke, dann stellte er ihn wieder ab.
Das schmeckt, wie es hier riecht…bäh!
Angewidert schüttelte er sich.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. August 2011, 10:11

"Ich sing euch eine Weise
von einem Wolf mit Silberhaar,
sah ihn auf meiner Reise,
woher er kam, das ist nicht klar.

Doch dass er stark ist, sah ich gleich!
Aye, Muskeln wie ein Stier!
Drückt Rumdetter Arme weich
und trinkt nebenher sein Bier!

Aye, er ist der Wolfsmann, der Wolf aus dunkler Nacht
Stark ist er, der Wolfsmann, hab auf dich gut Acht!"
Die Barden in der Taverne hatten einen nicht ganz passablen, aber stimmungsvollen Reim zusammengedichtet, um Isildurs Siege sofort zu besingen. Der Rhythmus mit Trommel und Fidel ging allerdings sofort ins Blut und der sich stets wiederholende Zweizeiler wurde bald in allen Ecken gegrölt. Die allgemeine Stimmung in der Kneipe erreichte ihren Höhepunkt. Die Piraten amüsierten sich köstlich und niemand kümmerte sich um den letzten Verlierer, der noch immer ein gebrochenes Handgelenk zu beklagen hatte.
Lärm- und Alkoholpegel stiegen rapide. Das war nichts für den besungenen Wolfsmann, dessen pelzige Ohren bereits klingelten. Seine Schnauze erschnüffelte neue Gerüche, aber keiner davon war angenehm. Selbst das Parfum der anwesenden Huren juckte in der Nase, der Moschusduft war einfach zu herb. Ob sich Isildur noch daran gewöhnen würde? Er müsste, wollte er in der Taverne bleiben. Hoffentlich nicht mehr allzu lang, aber die Menschen würden ihren neuen Helden nicht so einfach ziehen lassen. In Rumdett war es üblich, dass ein so auffälliger Kerl wie er, der beim Armdrücken ein glückliches Händchen hatte, seine Zeit mit jenen verbrachte, denen er ordentliche Wettgewinne eingebracht hatte. Man betrank sich, sang und prahlte über die eigenen Talente, dass es zum Himmel stank und irgendwann suchte man sich ein vollbusiges Weib für die Nacht. Die wenigsten würden sich schließlich an das Ereignis erinnern, sobald sie verkatert neben einer Fremden - oder einem Fremden - erwachten. Da sollte man einen derartigen Triumph also vorher ordentlich heftig feiern, um ihn möglichst ins Gedächtnis zu brennen. Dass gerade solche Alkoholexzesse dazu führten, dass man die Momente vollkommen verlor, das wollte nicht in die Schädel der Anwesenden. Da waren Piraten stur. Nichts ging ihnen über ihre Feste, den Rum und aufreizende Damengesellschaft.
Wenigstens konnte man sich bei einer derart ausgelassenen Stimmung wie der vorherrschenden beruhigt unterhalten. Niemand würde dem Gespräch zwischen Isildur und Otis lauschen, denn niemand würde die beiden verstehen. Der Seemann musste sich ja selbst anstrengend, um sich auf die Stimme des Wolfs konzentrieren zu können. Aber er hörte heraus, dass dieser etwas wie Moralverständnis besaß. Otis lachte dreckig. "Man merkt, dass du nich' aus Rumdett kommst. Da interessiert's kein'n, ob's vernünftig zugeht. Die Piraten woll'n Wildheit sehen. Siege. Aber gut." Er zuckte mit den Schultern. "Die schau'n eh nich' mehr hin. Du hast dein Pensum für heut erfüllt. Hör'n wir auf." Er winkte ab, denn die weiteren Worte hatte er ohnehin nicht richtig verstanden. Wenn man reden wollte, musste man nach draußen gehen. Hier war es einfach inzwischen zu laut geworden. Also deutete Otis zur Tür. Isildur hatte nicht ganz Unrecht damit, wenn er nachhakte, wie viel Otis anderen tatsächlich schuldig war. Nur handelte es sich bei dem Gläubiger nicht um den Kapitän seines letzten Schiffes. Das sollte der Wolf jedoch noch in Erfahrung bringen, ganz bestimmt. Spätestens dann, wenn sie noch mehr Zeit in der Küstenstadt verbrachten. Otis ging jedenfalls nicht näher darauf ein. Er bahnte sich einen Weg zwischen Tischen, Stühlen und Feiernden hindurch Richtung Ausgang.
"Besser, wir red'n mit niemandem, wenn's nicht nötig ist", murmelte er nur noch vor sich her, aber ob der Wolf seine Worte überhaupt hörte, blieb ungeklärt.

Dann endlich Frischluft - sofern man in Rumdett überhaupt davon sprechen konnte. Wenigstens war sie nicht geschwängert vom Gestank des Alkohols oder dem beißenden Geruch schwitzender Männer. Außerhalb der Taverne erfüllte die Luft nur das Salz der See und dieser leicht fischige Beigeschmack von dem Zeug, das das trübe Wasser an den Kai schwemmte. Möwen krächzten selbst in der hereinbrechenden Nacht. Die Zeit wurde knapp, sie mussten zum Schiff zurück und Otis' Sachen auszahlen. Der Kapitän wartete sicher schon.
Dass ihnen Gestalten gefolgt waren, bemerkte der Seemann nicht. "Kannst nochmal Armdrücken, wenn wir hierher zurück kehr'n, aber erst mal die dreißig Füchse abliefern, mein Freund." Er setzte sich in Bewegung. Aus den Schatten heraus beobachtete man den Mann und den zweibeinigen Wolf. Hände umfassten Säbel und Knüppel. Wurfmesser wurden gezückt. Und dann sauste einer blitzschnell an Otis vorbei. "Autsch!" Er hatte ihm das Ohr angeschnitten. Ein blutiges Rinnsal tropfte ihm auf die Schulter. Dem schmutzigen Hemd machte es nichts aus, aber Otis hielt sich sein verletztes Ohr. Er stieß einen bitteren Fluch aus, denn er war unbewaffnet von Bord gegangen. Ein Fehler, wenn das Ziel Rumdett hieß. "Ich hoffe, du kannst mehr als nur Armdrücken", zischte er Isildur zu, denn er hoffte auf dessen Kampfkraft. Wer immer ihn da getroffen hatte, es war kein Zufall. Dieser Gedanke bestätigte sich, als mehrere Gestalten aus den Schatten der Seitengassen traten. Insgesamt wurden Isildur und Otis nun von sechs Männern umzingelt. Sie trugen ein Sammelsurium an Kleidung. Von alten Lumpen über zerfetzten Hemden und zerschlissenen Hosen bis hin zum verschmutzten Seefahrermantel war alles dabei. Interessanter und für das eigene Überleben weitaus wichtiger war aber die Tatsache, dass jeder der Kerle bis an die Zähne bewaffnet war. Säbel blitzten im Licht der Laternen auf, die in unregelmäßigen Abständen an den Hauswänden angebracht worden waren und im Wind schaukelten. Keulen hoben sich und einer der Kerle - ein dürrer, windiger - hielt jeweils fünf Wurfmesser in beiden Händen. Er musste Otis getroffen haben - und er kannte ihn.
"Otis, stinkende Ratte. Selbst das Meer verabscheut dich und spuckt dich zurück an Land. Du weißt, warum ich hier bin. Erinnerst du dich an mich?"
Der Seemann senkte die Hand von seinem Ohr. Er musterte den Messerwerfer, neben dem sich gerade ein Pirat in der Größe eines Wandschrankes aufbaute. Sein Atem erinnerte Isildur an seinen letzten Gegner im Armdrücken, aber das Gesicht war weitaus vernarbter und strahlte eine stoische Loyalität gegenüber dem flinken Messerwerfer aus. Otis kannte den Brocken nicht, der Dürre aber kam ihm vertraut vor. Er verengte die Augen zu Schlitzen. Seine Antwort blieb jedoch zu lange aus, strapazierte die Geduld des Fremden und schon flog das nächste Messer. Es traf Otis unvorbereitet in den Fuß. "Auurhhhg, du verdammte Zecke!"
"Na endlich erinnerst du dich. Blutzecke Aiden, weißt du nicht mehr?" Seine Stimme wandelte sich in ein finsteres Knurren. "Du schuldest mir mehr als Geld, Otis. Besser ist, du rückst alles gleich heraus, ehe ich dir die Kehle aufschlitze und dir einen Schwertfisch in den Arsch ramme!"


Bild Lebensenergie von Blutzecke Aiden
Bild Lebensenergie seiner 5 Schergen
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 12. August 2011, 14:11

Den Wink nach draußen zum reden zu gehen, nahm Isildur nur zu gerne wahr. Endlich aus dem Gestank und dem Lärm. Die Ohren klingelten und schmerzten. Das seltsame Lieb, welches ihm zu Ehren gereimt wurde, verstand er unter dem Grölen gar nicht. Wie viel Otis tatsächlich von dem Gesagten mitbekommen hatte, wusste Isildur nicht ebenso nicht. Es war immerhin zu laut.
Otis schob sich durch die Menge und Isildur folgte ihn. Ließ jedoch seine Aufmerksamkeit nicht sinken. Das Bier hing ihm geschmacklich noch immer auf der Zunge und nur zu gerne hatte er es mit klarem Wasser nachgespült. Was hier wohl unmöglich war. Das Gefühl beobachtet zu werden, war stark, doch wen wunderte es.
Isildur war gerade der Held in einem Lied, da war die Aufmerksamkeit noch stärker bei ihm. Doch endlich waren sie draußen.
Frische Luft…oder so ähnlich…besser als drinnen
Es war inzwischen dunkel geworden und hier und dort wollten sich Sterne zeigen. Isildur sah nach oben. Ein Impuls in ihm, schien jetzt nur zu gerne den Ruf nach Familie zu senden. Doch er behielt es zurück. Ein Geräusch lies ihn aufmerksam horchen.
„Wir werden verfolgt“ zischte Isildur leise. Die Ohren hatte er aufgestellt, damit ihm nichts entging. Seine Nase witterte Stahl und Schweiß, der eindeutig nicht von Otis kam.
Otis der dies nicht bemerkte, hatte sich schon Richtung Schiff aufgemacht und Isildur blieb nah bei ihm. Er verdrehte die Augen.
Merkt der denn überhaupt nichts?
Auch ohne sich umzudrehen spürte Isildur, dass sie verfolgt wurden. Er hörte die lauten Schritte, die Atmung und den Herzschlag.
Hmm, es sind mehr als vier…bewaffnet….sie folgen uns schon die ganze Zeit…sei wachsam.
Dann geschah es. Ein für menschliche Ohren nicht hörbares Zischen, wie das Schneiden einer Klinge in der Luft, ließ Isildur reagieren. Mit einem Ruck zog er Otis beiseite. Der Geruch von Blut erfüllte trotzdem die Luft.
Otis Ohr war verletzt. Die Gestalten wollten wohl nicht reden.
„Freunde von dir“ knurrte der Wolf zu Otis.
Jetzt endlich zeigten sie sich richtig. Es waren Sechs.
Na das dies kein fairer Kampf werden wird, ist schon klar….sechs zu eins…wir ohne Waffe, die voll bewaffnet. Isildurs Haar begann sich zu sträuben. Ein tiefes Grollen löste sich lauter werdend aus seiner Kehle.
Damit werde ich auch nichts machen können…hmm, wie schaffen wir einen Ausgleich?
Die Diskussion zwischen Otis und dem, der wohl das Messer geworfen hatte, lauschte er nur halbwegs. Das Otis diesem Mann, was schuldetet, wunderte Isildur nicht wirklich. Er hatte es ja selber schon angenommen. Vermutlich schuldete er der ganzen Stadt etwas.
"Ich hoffe, du kannst mehr als nur Armdrücken"
"Lass dich überraschen" Zischte Isildur nur zurück"...wir haben danach zu reden!"
Dann flog der nächste Dolch, traf Otis am Fuß.
Nichts ernstes, dass konnte man sehen.
Der Kopf des Elfen arbeitete in schneller Folge suchte Schwachpunkte und Stärken.
Sich genausten die Männer anschauend, blickte er auch nach Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Der Messerwerfer war leicht reizbar, aber im Moment, der Gefährlichste.
Der Breite wird sein Schutzschild sein…er hat die Kraft, der Messerwerfer würde Otis körperlich unterlegen sein, benutzt deswegen die Messer.
…mach was Isildur

Zuerst brauchte Otis eine Waffe und der Messerwerfer muss abgelenkt werden.
Es dauerte nur Augenblicke, da Griff sich Isildur Otis und stieß ihn wutschnaubend an. Die Zähne gefletscht legte er alles in das Schauspiel, angeblich Otis jetzt zerreißen zu wollen.
Er legte den Kopf in den Nacken und heulte in die Nacht. Einschüchternd und entschlossen.
„AAAARRRRWWWWWWOOOOOOOOOHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!“
Zeitgleich ging Isildur in Sprunghaltung und nutzte die Kraft seiner Beine zu einem riesigen Satz über Otis. Zwar war sein Ziel eigentlich der Messerwerfer gewesen, aber am Abspringen zuckte der Schmerz durch sein Bein.
Verdammt …mein Bein!
Isildur hatte seine Verstauchung vergessen. Jetzt zeigte sich diese. Das Beste aus dem Patzer machend, konzentrierte er sich jetzt auf das neue Ziel.
Das Schutzschild.
Den Moment der Überraschung ausnutzend, schlug er mit aller Wucht mit der Pranke zu. Isildur hätte dies Verfahren, wenn er einen Dolch gehabt hätte, auch gemacht. Die Angst, dass er mit seinen Krallen jemanden Schaden konnte war jetzt egal. Die Krallen würden sich mit Wucht durch Fleisch, Sehen und Muskeln reißen. Zeitgleich schnellte sein Kopf vor und schnappte nach dessen Hals. Isildur ließ sich durch die wölfischen Instinkte leiten. Noch während er den Kiefer in dessen Fleisch zuschnappen lassen wollte, versuchte er dem Mann den Säbel zu entreißen. Ob er nur den Säbel erwischte, wusste er nicht. So genau konnte er die Pranke nicht führen. Erst als er die Waffe in der Hand hielt, warf er diese zu Otis rüber.
Wenn Isildur immer davor Angst hatte, das das Tier in ihm die Oberhand gewann, fühlte er jetzt mehr und mehr den Rausch. Der Geruch von Blut stärke ihn umso mehr.
„Otis ! Fang!...Kämpfe!“ Brüllte er donnernd.
Dieses Gefühl?....das ist Wahnsinn!!!...
Spätestens jetzt würde keiner mehr der Leute warten, sondern der Kampf würde richtig entbrennen…oder sie würden laufen. Denn wenn Isildur eines jetzt mitbekommen hatte, Moral und Ehre gab es nicht.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. August 2011, 15:39

Man konnte sich inzwischen durchaus Gedanken machen, wie Otis auf dieses Schiff - die Treibgut - gekommen war. Jedenfalls, wenn man ein einstiger Elf war, dessen Aufmerksamkeit nie gelitten hatte. In Isildurs Augen mochte Otis wohl mit einem Kind der Elfenvölker vergleichbar sein oder mit seinen Schwestern und selbst die achteten mehr auf die Umgebung als der Seemann. Er stapfte gut gelaunt voran, auf die Docks und das Schiff zu. Gedanklich war er nur noch bei der Übergabe seines Seesacks, in dem sich all sein Hab und Gut befand. Es zählte für Otis unter anderem zu den wichtigsten Dingen in seinem Leben, befand sich in dem leicht schimmelnden Sack doch sein gesamter Besitz. Alles, was ihn ausmachte. Er wollte die kleinen und großen Dinge unbedingt bei sich wissen, ehe er sich tiefer in Rumdett verdorbene Gassen wagte. Das die Verderbnis bereits aus besagten engen Straßen kroch und sich ihm als auch dem Wolfselfen näherte, darauf achtete er nicht. Er rechnete nicht einmal damit. Hätte Isildur ihn nicht vorgewarnt, verfolgt zu werden, Otis hätte sogar ein ungeübter Goblin meucheln können. Schaute der Kerl denn überhaupt nicht nach links und rechts oder nach hinten? Es hieß schließlich nicht umsonst Hinterhalt. Nein, der verdrehte nicht einmal die Augen. Auch auf Isildurs Warnung hin, gab er nur ein Grunzen von sich. "Wir sin' in Rumdett", brummelte er nur. War es hier demnach normal, dass man Verfolger an den Fersen heften hatte?
Es war Otis' Glück jemanden wie Isildur an seiner Seite zu wissen, denn plötzlich stieß dieser ihn vom Weg. Gerade rechtzeitig, sonst hätte das Wurfmesser sein Ziel gefunden. Der Seemann holte Luft, fluchte. Typisch für Otis. Er sollte sich lieber darauf konzentrieren, am Leben zu bleiben, anstatt wie ein Rohrspatz mit Kraftausdrücken um sich zu werfen. Murrend hielt er sich das blutende Ohr, welches nun den Schaden hatte. Der Spott seines Gefährten blieb ebenfalls nicht aus. "Freunde? Nein, eigentlich nicht. Sagen wir ... Bekannte, denen man nur einmal im Leben begegnen möchte."
Die sechs Gestalten bauten sich um die beiden auf. Einen davon kannte Otis noch und das war Blutzecke Aiden, wie er sich selbst nannte. Viele Muskeln besaß der Kerl nicht, aber einen vorstehenden Zinken und eine Fratze, dass man ihm den Spitznamen sofort abkaufte. Er guckte wie eine nach Blut gierende Zecke, verschlagen und auf hinterhältige Angriffe vorbereitet. Ein dunkelrotes Kopftuch verbarg nur mäßig das verfilzte, schwarze Haar. Ein Schnurbart gleicher Farbe zierte seine Oberlippe, wurde aber beinahe von den ebenfalls dunklen Stoppeln verschluckt, die am gesamten Kiefer sprossen. Zwei Pockennarben zierten des Weiteren das Gesicht, aber es funkelten auch ein paar auf seinen Unterarmen. Diese wurden vom Stoff seines Hemdes kaum verdeckt, denn die Enden waren abgerissen, hingen in zerfledderten Fetzen herab, als sei er ein Schiffbrüchiger, vor kurzem an den Strand gespült. Seine Spießgesellen vermittelten einen nicht minder angenehmen Eindruck.
Zwei von ihnen waren groß wie Schränke und vermutlich auch miteinander verwandt, denn sie ähnelten sich bis auf die Narben, die das Gesicht des einen zierten. Ihre Schädel waren von Kahlheit geprägt, aber diesem Umstand hatten sie entgegen gewirkt, indem sie sich bis zum Halsansatz Hautbilder hatten stechen lassen. Achtarmige Kraken, ein Schiff, eine offene Schatztruhe - typische Bilder, von denen Piraten träumten. Sie reihten sich in wilden Mustern aneinander, so dass kaum mehr etwas von der Kopfhaut zu entdecken war. Schrank Nummer eins trug einen goldenen, Nummer zwei einen silbernen Ring im jeweils rechten Ohr. Beide waren bis an die Zähne bewaffnet, wenn man es so nennen wollte. Säbel in den Händen, Dolche am Gürtel, Wurfmesser ebenso und sicherlich steckten auch noch kleinere Messer in den Stiefeln.
Die drei übrigen Schergen unterschieden sich in ihrem Auftreten deutlich voneinander. Es gab einen hageren Langen mit strähnigem, grauen Haar. Er mochte nicht mehr der Jüngste sein, aber besaß eine Verbissenheit, die sogar aus seinen kleinen Augen strahlte, dass es einem kalte Schauer über den Rücken jagte. Seine faltige Haut war ein bildlicher Zeuge seiner Erlebnisse. Narben, kaum verheilte Brandwunden, verblasste Tätowierungen oder auch den einen oder anderen verbliebenen Peitschenstriemen als rote Furche, welche sie quer über seinen nackten Oberkörper zog. Er trug kein Hemd, seine Hose bestand nur aus zerrissenen Lumpen. Nicht einmal Schuhe besaß der Kerl. Dass er hier mit den anderen und gegen Isildur und Otis kämpfte, sicherte ihm vermutlich gerade so sein eigenes Überleben. Andernfalls fände man einen solchen Kerl tot in der rumdetter Gosse wieder.
Nummer zwei von dreien hingegen überzeugte mit Muskelkraft. Er war nicht so gewaltig wie die beiden kahlköpfigen Schränke, aber seine breiten Oberarme machten deutlich, dass er lange Zeit auf See verbracht hatte. Vermutlich war er häufiger die Takelage hoch geklettert als sonst einer seiner Mannschaft. Das Bild eines Ankers zierte seine Stirn, der untere Part schlängelte sich über seine Nase, bis die Ankerhaken als dunkle und zackige Ringe unterhalb der Augen endeten. Es gab ihm einen unheimlichen Eindruck. Bewaffnet war dieser Kerl derzeit mit zwei Messern. Die dritte Klinge hatte er dem Hageren überlassen, der sie nun zwischen den Zähnen hielt, um vorerst mit dem Säbel attackieren zu können.
Letzter im Bunde war ein Pirat, der vollkommen aus der Reihe fiel. Er war fett. Sein Bauch wölbte sich sichtbar über die fleckige Hose. Aus braunen Schweinsäuglein musterte er jene, gegen die er sich nun stellte. Nein, der Mann war kein Kämpfer. Vielleicht ein Koch, auf dem Weg zurück zu seinem Schiff, der nun gezwungen wurde mitzumischen. Trotz allem trug auch er einen Säbel am Gürtel, brauchte jedoch einen Moment, ihn zu ziehen. Er schien unerfahren - das schwache Glied in der Kette aus Schergen, die sich nun zwischen Isildur und Otis sowie Blutzecke Aiden stellten.
Somit war die Meute komplett: Schrank eins und zwei, der Hagere, der Anker und der Koch. Wenigstens ließen sie sich auf diese Weise benennen, denn nicht einmal Otis kannte ihre richtigen Namen.
Koch zuckte zusammen, als Isildur knurrte. Das Grollen drang tief aus dessen Kehle und kurz zitterte der gezogene Säbel. "Reiß dich zusammen", schnarrte Blutzecke hinter dem Dicken. Er selbst hielt sich zurück. Er schickte seine Gefährten vor, das war mal ein Anführer. Für rumdetter Verhältnisse aber vollkommen üblich. Daher beklagte sich auch niemand. Die Schergen wussten, an welcher Position sie im Gegensatz zu ihrem Anführer standen.

Die Situation sah nicht sehr gut aus. Die Piraten besaßen neben der Mehrzahl auch eine zu große Waffengewalt. Isildur und Otis waren gänzlich unbewaffnet, sah man einmal von den Reißzähnen und Klauen des Wolfes ab. Aber selbst Otis hätte sich nach dem Dolch in seinem Fuß bücken können. Er gab einen Mann, der sich den Schmerzensschrei weitestgehend verbiss. Verweichlicht stellte er sich jedenfalls nicht dar - noch nicht. Aber er versuchte auch nicht, die Klinge zu ziehen. Verständlich, besaß der hagere Messerwerfer doch noch mehr Munition. Er würde Otis einen Dolch in die Hand schmeißen, ehe dieser sie nach dem im Fuß hätte austrecken können. Es musste eine andere Lösung her und Isildur feilte gerade daran. Plötzlich schubste er Otis unsanft beiseite. Die Piraten starrten. Einer der Schränke runzelte die Stirn. "Was soll'n das jetzt?", brummte er sichtlich verwirrt.
Nur Otis blickte nicht sonderlich überrascht. Er schaute vielmehr wie ein Mann, der geahnt hatte, dass man ihm nun in den Rücken fiel. War wohl nicht das erste Mal für ihn. Er schnaubte, hielt erst den Atem an, als Isildur laut zu jaulen begann. Sein Wolfsgeheul suchte sich einen Weg bis über die Dächer des Piratennestes. Otis' Blick folgte dem Wolfsmaul, das sich gen Himmel reckte. Und dann duckte er sich, denn der gesamte Wolf sprang in einem wilden Satz über ihn hinweg. "Whoooo!", kommentierte er diese Demonstration körperlicher Beherrschung, musste aber auch erkennen, dass Isildur sich ein wenig verschätzt hatte. Er hatte seine Verstauchung vergessen, die sich nun mit pochendem Schmerz wieder meldete. Ja, er sollte das Bein doch schonen! Ob das mal gut ausging.
Der Seemann erkannte jedenfalls, dass er doch nicht hintergangen worden war und entschied sich nun, zu handeln. Leider nicht gerade zum Vorteil des Wolfsmannes. Otis nutzte die allgemeine Verwirrung zur Flucht. Er bahnte sich einen Weg zwischen dem dicken Koch und dem Hageren hindurch, der vollkommen vergaß, das nächste Messer fliegen zu lassen. "Haltet ihn!", brüllte Blutzecke, doch seine Schergen mussten sich auf Isildur konzentrieren, der bereits mit gefährlichen Pranken auf einen der Schränke einschlug. Es war ein schreckliches Bild. Die beiden gaben sich einem wilden Gerangel hin. Wenigstens war es Isildurs Vorteil, so dicht an seinem Gegner zu sein. Da nützte dem der Säbel nämlich herzlich wenig. Er konnte ihn nicht schwingen, ohne sich selbst ebenfalls zu verletzen, also verzichtete er. Das zeugte von seiner Erfahrenheit im Umgang mit der Waffe.
Er knurrte vor Schmerz, als die Wolfskrallen tiefe Risse in seiner Haut hinterließen. Aber er fiel nicht zurück. Und jetzt kamen seine Kameraden näher, allen voran der andere Schrank. Isildur konnte unmöglich gegen sie alle bestehen, aber auf Otis schien kein Verlass. Der war fort. Wie vom Erdboden verschwunden. Verdammter Pirat! Es bestand kein Zweifel mehr, dass man ihn ebenfalls in diese Kategorie der Seefahrenden stopfen konnte. Er hatte ihn einfach im Stich gelassen und Isildur - fremd in Rumdett - durfte es nun ausbaden.

Es gelang ihm, nach Schranks Hals zu schnappen. Plötzlich schmeckte der zum Wolf mutierte Elf Metall. Blut. Seine Zähne hatten Fleisch gerissen. Der folgende Schrei stammte von seinem Opfer, aber er klang irgendwie röchelnd. Der rote Lebenssaft sprudelte wie ein wilder Bergquell. Isildur hatte die Halsschlagader voll getroffen. Er wurde vom Blut seines Feindes besudelt, dass es zähflüssig von seinem Fell tropfte. Es verpasste ihm eine natürliche Maske des Schreckens. Nur der Koch ließ sich davon abschrecken. "D-das ist eine wilde Bestie. Er ist ein Wertier! Er verwandelt uns in sein Gefolge! LAUFT!" Er ließ den Säbel fallen und tat es Otis gleich, indem er sofort die Flucht ergriff.
"Komm zurück, du Memme!", schimpfte Blutzecke Aiden mit erhobener Faust. Er selbst verzichtete darauf, Isildur zu nahe zu kommen und sich am direkten Kampf zu beteiligen. Sollten die Verbliebenen es richten. Sofort gab er ihnen weitere Befehle zum Angriff. Der eine von beiden Schränken würden diesen Worten nicht mehr Folge leisten können. Schwer fiel er gegen Isildur, jegliches Leben floss mit jedem weiteren Tropfen Blut aus ihm heraus. Er hatte längst das Bewusstsein verloren, was nur verdeutlichte, wie gut Isildurs Biss gewesen war. Immerhin hatte er einen wahren Hünen erlegt!
Das half ihm gegen die anderen allerdings auch nicht weiter. Nicht einmal der geworfene Säbel half. Denn Otis war nicht mehr anwesend gewesen, um ihn zu fangen. Isildur wurde von den übrigen - Schrank zwei, dem Hageren und Anker - endgültig eingekesselt. Sie schnappten nach seinen Gliedmaßen, um ihn zu halten und am Beißen und Kratzen zu hindern.


Bild Lebensenergie von Blutzecke Aiden
Bild Lebensenegie Schrank 2
Bild Lebensenergie des Hageren
Bild Lebensenergie des Ankers
Bild Lebensenergie Schrank 1
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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 15. August 2011, 12:01

Seine Zähne erwischten Fleisch. Viel zu einfach ließ sich Haut, Muskeln und Arterien zerreißen. Der Geschmack warn und metallisch, doch hatte jetzt auch einen anderen Reiz.
Hunger!
Isildur spürte aus der Ferne wie einfach es gegangen war. Er machte gerade das, wovor er sich immer gefürchtet hatte. Der Ruf des dickliches Kerl drang zu ihm durch. Wertier!
Werwolf!
Es ließ ihn kurz aufsehen, das Adrenalin pumpte nur so durch seinen Körper. Die Lust der Jagd.
Ich bin kein Tier!…
Stockend sah er auf seine Pranken. Die gefährlichen Klauen, von denen ebenfalls Blut tropfte.
Isildur…das ist…sind deine einzigen Waffen jetzt….ich brauche etwas anderes
Aber welche andere Möglichkeit hatte er denn jetzt. Er kämpfte mit das, was er zur Verfügung hatte. Den ergatterten Säbel sah er im Rausch in die Richtung von Otis fliegen.
OtiS?…wo ist der hin?…
Aber der Platz war leer.
Der Pirat hatte die Verwirrung genutzt. Seinen Schwestern oder jüngeren Elfen hätte er so was zwar auch geraten, aber nie hätte Isildur dies von einem Krieger erwartet. Es war feige. Doch der Pirat hatte ja gesagt, dass er kein Krieger sei. Und Moral war ihm fremd.
Isildur Zunge schmeckte noch immer die Süße des Metals. Es lähmte seine Reaktion. Ohne Otis wurde die Aufmerksamkeit auf Isildur gerichtet.
Jetzt war es wirklich der Kampf des Wolfelfen.
Die Luft stank nach Blut. Der Geruch von Panik und Angst mischte sich ebenfalls dezent dazu. Panisch lief der Dickliche davon. Vielleicht würde er sogar Otis überholen.
Leider war dies bei den anderen nicht der Fall.
Vier waren noch da. Und diese würden sich jetzt um Isildur kümmern.
Ich werde hier nicht unterliegen…niemals!
Er machte einen kleinen Schritt zurück. Ein Stechen schoss durch sein ramponiertes Bein. Die Erinnerung an die vergessene Verletzung.
Dann sackte der Mann röchelnd zusammen. Isildur konnte gerade so noch ausweichen bevor er von dem Schrank komplett umgeworfen wurde. Aber nicht schnell genug für den Waldelfen, der Schmerz im Bein blockierte ihn so, dass er nun auf allen Vieren vor den Männern stand. Wenigstens entlastete es so sein Bein.
Und diese versuchten ihn zu ergreifen. Sie wussten, dass man einen gefährlichen Gegner zeitgleich angreifen musste, dass schränkte zwar ihren Gebrauch von Waffen ein, war aber sicherer den Wolf zu packen.
Reden wird wohl hier nichts bringen…ich habe den Kampf begonnen…
Noch halb sich auf den Oberkörper des einen Schrankes am Boden stemmend, sah dieser jetzt wirklich wie die erlegte Beute des Wolfes aus.
Isildur wusste, wer in den Kampf ging, musste mit Verlust rechnen. Ob es nun der Verlust von Blut oder dem Leben selbst war, konnte keiner vorher wissen. Aber das Leben würde Isildur teuer verkaufen.
Isildur war schon in Kämpfen verwickelt gewesen, da war noch keiner der Piraten hier geboren. Aber er zog doch noch immer einen fairen Kampf vor, geschweige denn einen Bogen.
Wenn dich die Breiten zu packen kriegen , gibt es Schwierigkeiten. Die könnten dir auf jedenfalls schaden.
Dann ging es los. Wenn Isildur einer zu na kam, schnappte sein Kiefer zu. Er spürte wie ihn jemand am Arm packte, was Isildur andere Faust nur zu der Stelle sausen ließ. Zwar wollte er hier kein Gemetzel starten…. selbst was den in den letzten Zügen betreffenden Mann galt, aber sein sich Fell erwehren. Sein Lauf schmerzte bei jedem Sprung, Schritt oder Bewegung und auch die Kraft von Isildur würde nicht dauerhaft ihn schützen.
Er schlug mit Ellenbogen, Pranken und Fäusten zu. Verhinderte das sie Griff an ihn legen konnten. Nutzte jede Gelegenheit seine Zähne in das Fleisch der Männer zu graben. Zog einer auf einer Seite, so nutzte er sein Gewicht, seine Muskeln und die Schwerkraft sich auf zu bäumen um die Person über sich hinweg zu Boden zu hebeln.
Wie lange werde ich es halten können…lass dich gehen…nein!…ich bin Elf…kein Tier
Seine Pranke konnten im Gerangel eine Waffe ergreifen als ihn jemand links zu halten versuchte. Schwertkampf beherrschte er, aber seine Pranke konnte kaum richtig die Waffe halten. So stieß er diese nur bei einer erneuten Drehung in die erstbeste Möglichkeit eines menschlichen Opfers. Einer der Männer schien sich an Isildur zu klammern, denn der Wolf spürte wie er sich nur schwerfälliger den Arm heben konnte. Wieder griff er mit der freien Hand nach der Last und versuchte die Person von sich zu schleudern. Sobald er etwas zu greifen bekam, holte er es in Reichweite seines Kiefers.
Das würden sie schnell merken. Isildur selber wusste, solange ein Tier beißen und kratzen konnte, war es schwierig an dieses ranzukommen. Entweder von hinten oder gleichzeitig. Man konnte sich immerhin nicht teilen….und Isildur wusste dies auch nur zu gut.
Plötzlich zuckte Isildur zusammen. Einer musste wohl an sein Bein gekommen sein.
Verdammt!
Das eigene Gewicht und der überraschende Schmerz ließ ihn zu Boden gehen. Er knurrte und fletschte die Zähne. Sterben wollte er nicht an so einem Ort. Aber Isildur wusste auch, dass selbst wenn die Wettkämpfe in Armdrücken nicht die Schwierigsten waren, so fehlte ihn doch die nötige Energie um länger zu kämpfen. Das letzte gute Mahl war schon her….und sich am Fleisch des Piraten zu laben, diesbezüglich sperrte sich der Elf doch.
Sich versuchend, schnellstmöglich wieder auf die Beine zu schwingen, versuchte er sich hoch zu drücken.
Würden die auf die Idee kommen, ihn die Schnauze zu zubinden, dann hätte Isildur eine seiner stärksten Waffen verloren. Denn seine Muskelkraft war jetzt schon am schwinden.
Denn er hätte dies jetzt getan.

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Re: Ankunft in einer fremden Stadt

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. August 2011, 13:30

Otis hatte ihn im Stich gelassen. Jetzt musste Isildur die Suppe selbst auslöffeln und die war gehörig gesalzen. Blutzecke Aiden schickte all seine Männer auf ihn los. Lediglich der dicke Koch suchte sein Heil in der Flucht. Er war es, der an Geistergeschichten glaubte und somit auch an gespenstige Sagen um wilde Wolfsmänner, die das Blut einfacher Menschen tranken und sie zu ihren schergenhaften Mitbestien formten. Nein, da war ihm sein Leben dann doch zu kostbar, also verschwand er lieber. Wie lange er sich noch dieses Lebens würde erfreuen dürfen, lag mit dieser Entscheidung nicht länger in seiner Hand. Blutzecke merkte sich das Aussehen und den Namen eines jeden, der in seine Dienste trat. So hatte er sich schließlich auch an Otis erinnert. Sie würden dafür bezahlen, alle beide. Zuvor wollte er jedoch den Wolf bändigen.
Dieser hatte aber neben der Verteidigung seines Pelzes auch noch mit etwas anderem zu kämpfen. Sein Instinkt war ebenso wie sein Äußerliches vom Wölfischen durchtränkt. Blut zu schmecken hatte die Bestie geweckt und die war sehr hungrig. Sie schrie nach mehr, sie verlangte den Tod von Menschen, um ihre Fangzähne in deren Fleisch stoßen zu können. Alles, was sich derzeit gegen dieses innere Biest sträubte, war noch Isildur. Es gehörte noch nicht dem Dämon, der sich Tier nannte. Und es unterschied ihn wohl als einizges noch von eben jenem.
Zusätzlich kam noch sein verstauchtes Bein hinzu. Jetzt, da er mehrmals fest damit aufgetreten war, meldete sich der Schmerz zurück. Pochend war er und Hitze strömte von einem zentralen Punkt in seinen gesamten Körper aus. Der Knöchel brannte unter der Belastung. Er fühlte sich nach weiterer Nutzung deutlich taub an, dort war der quälende Schmerz gewichen. Isildur schritt wie auf Wolken - keine guten Zeichen. Dafür breitete sich die Pein ringsum den Knöchel aus. Es schmerzte, es lenkte ab. Wie sollte sich der Wolf so auf den Kampf konzentrieren?
So versuchte er es auf allen Vieren. Das entlastete wenigstens das verletzte Bein, doch nun sahen diese Piraten in ihm wohl endgültig das Tier - die Bestie -, die den Schrank angegriffen hatte. Jenen gewaltigen Berg von Mann, der nun in seinem eigenen Saft krepierte. Niemand kümmerte sich um sein Wohlergehen. Die anderen griffen Isildur an. Das war Piraten-Moral: Jeder ist sich selbst der nächste oder dem Mann, dem er untersteht. Solange der gut genug zahlt. Solange man weiß, man kann ihm nicht entkommen. Und noch ein paar kleinere Details, auf die nun nicht eingegangen werden muss. Isildur kannte sie ohnehin nicht. Er war kein Pirat.

Es war nur noch ein wirklich breiter Kerl dabei und der nannte sich ebenfalls Schrank. Übrig blieben ansonsten noch der hagere Kerl, welcher ziemlich gewandt mit Messern war, und der Fremde mit dem Anker-Hautbild. Er mochte nicht so riesig wie Schrank sein, aber seine Muskeln spannten sich unter jeder Bewegung. Ihn konnte man als Hybriden zwischen dem klobigen Kahlkopf und dem flinken Messerwerfer sehen. Er mochte wohl der Gefährlichste sein, besaß er doch Vorteile beider Merkmale. Blutzecke hielt sich immer noch dezent zurück. Er spielte den Beobachter, was aber auch nicht allzu falsch war. Er konnte im Gegensatz zu Isildur die bessere Übersicht bewahren, seine Männer koordinieren und musste selbst keinem schlagenden Säbel oder einer groben Faust ausweichen. Er konnte seiner Aufgabe in aller Ruhe nachgehen. Der Wolf schien hier eindeutig benachteiligt, an ihm waren nur seine natürlichen Waffen gefährlich. Und diese sollten jetzt außer Gefecht gesetzt werden.
Trotz allem schlug sich Isildur recht gut. Er konnte sich eine Weile verteidigen, biss und kratzte nach seinen Gegnern. Er landete einige Treffer, deren Reaktionen ihm seine Ohren deutlich mitteilten. Jedes Mal, wenn er hatte zurückschlagen können, knurrte oder brüllte einer der Piraten auf vor Schmerz. Doch auch Isildur wurde nicht vollends verschont. Fäuste trafen ihn. Einmal schwang sich sogar ein Säbel an seinem Pelz vorbei und schnitt nur knapp am Leib entlang ein paar Haare kürzer. Unglücklicherweise gelang es dem Hageren, einen seiner Dolche gezielt zu werfen. Er feuerte ihn einfach mitten in das Scharmützel hinein - und traf. Die Klinge drückte sich durch silbernes Fell, Haut und Fleisch, blieb stecken. Isildur spürte den Schmerz, sein Körper teilte es ihm mit. Es kam aus der Brust. Waren Herz oder Lungen getroffen?!
In jedem Fall floss Blut, eine Menge sogar. Er besudelte seinen Feind, dass dieser sich den roten Lebenssaft aus dem Gesicht wischen musste. "Jetzt reicht's mir aber!", knurrte er daraufhin und ging zu einem mehr als offensiven Angriff über. Seine Kumpane folgten, neu motiviert. Plötzlich rief Blutzecke zu ihnen herüber: "Fangt!" Was genau sie fangen sollten, entging Isildur, aber er konnte kurz darauf seine Schlussfolgerungen ziehen. Sie versuchten, seine Schnauze oder Pranken mit Seilen zu binden. Bei ersterem gelang es nicht sofort, aber die festen Stricke verhedderten sich alsbald in seinen Gliedmaßen. Isildur wurde gebunden. Die Fesseln zogen sich enger um seinen Leib, je heftiger er sich wehrte und bald war er verschnürt wie ein Paket. Er hatte keine Chance gegen die verbliebenen drei Kämpfer - zumal zwei von ihnen mindestens so kräftig waren wie er selbst. Was hätte er gegen sie noch ausrichten können, nachdem er verletzt worden war? Das Blut tränkte nun auch die Stricke. Schrank und Anker hielten ihn, so dass selbst eine gewagte Flucht unmöglich wurde.
Der Hagere trat an Blutzecke Aiden heran. "Erledigt, aber es hat ihn erwischt."
Aiden winkte ab. "Ich hab Augen im Kopf, du Volltrottel! Schafft ihn weg und gebt einem der Mädchen Bescheid. Die kennen sich auch mit Heilpraktiken aus, jedenfalls die meisten." Er grinste den Wolf triumphal an. "Wir mögen Otis nicht erwischt haben, aber der hier ist besser. Roderick wird's gefallen. Na dann mal los!" Die Gruppe setzte sich in Bewegung. Isildur wurde gezerrt und geschleift. So sehr er sich auch gegen seine Widersacher stemmte, sie waren stärker. Denn jeder Blutstropfen, der seinen Körper verließ, schwächte den Wolf und weckte zugleich die Bestie, die noch immer ihren Hunger nicht hatte stillen können.


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