Vor der Schenke

Dem schlafenden Eisdrachen hat diese Taverne ihren Namen gewidmet. Hier gibt es heiße Getränke und eine köstliche Mahlzeit für jeden. Die Bürger treffen sich gerne zu einem gemütlichen Plausch in diesem Gasthaus.
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Vor der Schenke

Beitrag von Kalea » Samstag 23. Juli 2011, 16:02

[komme von: In der Schenke]

Als Kalea durch die Tür kam, schlug ihr sofort der eisige Wind ins Gesicht. Sie spürte die harten Tropfen des Eisreges auf ihrer Mütze und sehnte sich die klareren, wenn auch kälteren Tage herbei, wo sie ungehindert durch die Straßen laufen konnte.
Die Terrine fest umklammert wurde ihr immer wärmer und sie wünschte sich, sie hätte ihren Mantel nicht zu gemacht. Wobei das wohl von Nachteil wegen des Regens gewesen wäre.

Es ist aber schon eine Seltenheit, dass mein Onkel mich alleine nach hause gehen lässt. Normalerweise dreht Vater bei solchen Gelegenheiten am Rad, wenn er es spitz bekommt. Hoffentlich ist er noch nicht zu hause.
Die beiden sahen heute besonders erschöpft aus. Vor allem meine Tante. Sicher ist es nicht liecht, keine Zeit füreinander zu haben.

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Re: Vor der Schenke

Beitrag von Erzähler » Montag 25. Juli 2011, 21:26

Draußen war der Abend bereits weit fortgeschritten und in Estria dauerte der Sonnenschein sowieso nicht lange an. Es war also düster und das Wetter spielte auch nicht wirklich mit. Der Himmel war eine monotone, graue Pampe, die es im Moment kontinuierlich regnen ließ.
Der Niederschlag war kein richtiger flüssiger Regen, aber auch kein echter Schnee. Jedes einzelne Fitzelchen schien sich die Entscheidung, was es denn sein wollte, bis zum letzten Moment vor dem Aufprall vorzubehalten.
Und auf die Straßen hatte es natürlich auch seine Wirkung. Flüssiges Wasser zerfloss auf ebener Fläche, bis es gefror und damit eine spiegelglatte Eisfläche bildete. Die einzige Möglichkeit, sicheren Fußes weiter zu kommen, war, sich am Rand der Gassen zu halten, wo noch körniger Schnee lag, auf dem man sicher treten konnte. Außerdem war vor den Haustüren der Familien, die es sich leisten können, Schotter oder Sägespäne ausgeschüttet, um die Standfestigkeit dort zu sichern.

Zur Zeit waren nur noch wenige Elfen auf den Straßen. Es war schon längst Feierabend und die wenigen, die noch unterwegs waren, zogen ihre Kapuzen und Mützen tief im Schutz gegen die Elemente und schritten schnell, zielstrebig und ohne auf andere zu achten nach Hause.
So kam es beispielsweise, dass ein unsanfter Herr sie an einem Straßeneck anrempelte, wobei die Suppe gefährlich in ihrem Gefäß schwappte, und sich nicht einmal entschuldigte. Stattdessen murmelte er einige unfreundliche Worte, während er verächtlich vorbeizog.

Der Überzug der Suppenterrine hatte die unangenehme Eigenschaft, sich mit dem Schneeregen voll zu saugen, sodass er bis zur Ankunft bei den Froststernsens bereits nass und aufgedunsen war. Die Suppe im Inneren überstand die Kälte – jedenfalls relativ gesehen. Am Ende war sie nur noch lauwarm, aber das war immer noch besser als gefroren oder verschüttet.

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