Schlittenfahrt

Einst war dieser Landstrich grün und schön wie alle anderen. Doch als sich der Drache zum bislang ewigen Schlaf bettete, liegt dieses Gebiet unter einer glitzernden Schneedecke. Es ist kalt und frostig. Hier leben die Eiselfen, aber auch die tapferen Mantroner.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 15. März 2013, 17:37

Also sind diese Eiselfen eher welcher der zierlichen Sorte.
Isildur gehörte einem Clan von Waldelfen an, in deren Adern noch das Blut ihrer wilderen vettern den Wildelfen floss. Er selber hatte viel von diesem noch wilderen Volk in sich, was ihm eine ziemlich beachtliche breite und muskulöse Statur aber nicht deren Größe eingebracht hatte. Obwohl der ehemalige Vizehauptmann nicht zu den kleinsten zählte. In ihrem Dorf lebten auch Elfen zierlicheren Geschlechts, die kleiner und auch schmaler gebaucht waren, wenn sie auch genauso widerstandsfähig waren wie der Rest. Er musste dadurch bei Bryojas Äußerung ebenfalls lächeln. Im Verhältnis zu Menschen waren Elfen so oder so immer schlanker und zerbrechlich aussehender.
„nicht jedes Elfenvolk ist so zerbrechlich…in mir fließt das Blut der wilden Elfen“ rief er zu der Mantronerin rüber, während er etwas zusammen schnürte. Er fühlte sich nicht beleidigt, denn dass sie ihn nur foppen wollte, verstand auch er.
Seinen Fund beäugen, war sie näher zu ihm gekommen.
„ich weiß es nicht…hmm, könnte sein. Es sieht gut aus…elfisch“ er zeigte es der Mantronerin genauer, besonders das Blatt wies die übliche und feine Arbeit eines Elfen hin- zumindest für Isildur. Aber wie so oft konnte Otis sein Kommentar nicht lassen und so war es nicht nur Atka der knurrte sondern auch Isildur, der die Ohren kurz anlegte und sein Gebiss fletschte. Sein warnendes Knurren war nur kurzer Dauer, denn lieber wollte er sich das Schmuckstück umlegen. Mal nebenbei, er war kein Hund.
Er spürte und merkte, dass die Mantronerin ihn beobachtete, während seine Finger mit dem Lederhalsband rumhantierten, jedoch schritt sie nicht ein. Und als er es um den Hals gelegt hatte, nickte sie ihm zu. Das wertete er aus eine Zustimmung und er seine Rute, wedelte kurz. Reflexe, die er noch nicht vollkommen im Griff hatte.
Nun konnten sie den Rest verstauen und nachdem Isildur sein Jagdmesser wieder verstaut hatte, gesellte er sich neben der Mantronerin und merkte sich, wie sie die Lederriemen sich befestigte um den Schlitten zu ziehen. Das schwierigste war immer, so ein Gerat in Bewegung zu bringen und der Wolfself trat hinter den Schlitten und packte dort an. Mit nur wenig Anstrengung und der gemeinsamen Kraft schob er an und Bryoja zog. Nicht mal ein absprechen war von Nöten, sie ergänzten sich.
Mit ein paar schnelleren Sätzen, nachdem er seinen Bogen noch geschultert hatte, folgte er und schritt neben seinem Weibchen.
Sein Gemurmeltes hatte sie aber gehört, aber Isildur war keiner der verlegenen Sorte und stand zu dem, was er sagte.
„nein, es ist meine Art!... du bist ein starkes Weibchen und ein Alpha“ damit war für Isildur es geklärt und sie konnten sich auf den Weg machen.
Sie wechselten sich öfters ab und Isildur wurde wieder mal klar, dass er gerne harte Arbeit verrichtete. Der Schnee, der unter den Schlitten knirschte wurde mehr und mehr zu Gewohnheit. Sein Fell war zwar nicht so dicht wie das von Atka, aber durch die Bewegung spürte er es kaum. So kam es auch vor, dass er länger als Bryoja zog, denn so ein richtiges Zeitgefühl…und das war hier der wirkliche Nachteil, hatte er nicht. Es fehlten die Bäume, wo man die Schatten sehen konnte und nicht immer hatten sie Sonnenschein. Die Lager waren gemütlich und ein dichtes beisammen liegen, verhinderte das man fror. Zudem gewöhnte sich Isildur schnell an die neue Umgebung, wenn er aber nicht wirklich mit großer Begeisterung vom Schnee war. Zeitweilig, wenn sie gerade lagerten nahm er etwas abstand, jaulte den Ruf nach seiner Familie raus. Alte Erinnerung an die Zeit damals, wo er mit ihnen selber unterwegs war und sie durch den Schnee irrten.
Das Rodeln, war etwas, was Isildur so überhaupt nichts mit anfangen konnte, wenn es auch lustig war. Aber die Erinnerung und der dadurch resultierende Verlust seiner Familie war immer wieder da, wie sehr hätte ihnen das Spaß gemacht. Ob sie ihn bereits suchten? Ihn, der sonst immer den Schwestern nachjagte.

Zwei Tage vergingen und dann sah er mit Bryoja und den anderen es. Eine kleine Wachstation wohl. Der Geruch von Eis und Wasser und der von Männerschweiß. Und die Gestalten, die er sah, konnten nur zu Bryojas Volk gehören… oder sie waren mit den Zwergen verwandt.
Zwerge , die ihm Eis leben? In Höhlen und unter Stein, aber hier?
Das letzte Stück wurde gerodelt und die Mantronerin winkte den Männern zu. Isildur wurde dadurch nicht ruhiger, Fremde hießen bekanntlich auch neue Probleme und Silberwolf hatte da so seine Sorgen. Zumal das Gefährt, es sah einem Schiff ähnlich, ihn unwillkürlich knurren ließ.
Ich mag keine Schiffe…das bedeutet zu viel Wasser und begrenzter Raum….nein danke
„sind das Wachposten?“ fragte er bei der nächsten Möglichkeit die Frau. Skeptisch beäugte er die Fremden, als sie sich näherten. Er war vom Schlitten abgesprungen, hatte in einer Bewegung seinen Bogen und seine anderen Waffen umgeschnallt. Vorsicht war besser als Nachsicht. Seine Ohren waren aufgestellt und lauschten wachsam auf Worte oder Geräusche, die eine Gefahr darstellten. Egal was man ihm sagte, er blieb eben ein Beschützer und Alpha.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Samstag 16. März 2013, 08:43

Zwerge waren die beiden Männer, die da am Lagerfeuer hockten, gewiss nicht. Es sei denn, in Schnee und Eis wuchsen Zwerge geradezu zu Hünen heran, denn jeder der beiden Kerle überragte selbst noch Bryoja und Isildur, als sie sich erhoben und zu der Mantronerin umwandten, welche sie mit ausgebreiteten Armen begrüßte. Olaf und Eirik hießen die Felsen von Männern, aber so hart und rau ihre Namen klingen mochten, so freundlich lächelten sie, als sie Bryoja entdecken.
"Die kleine Frostwolf! Was machst du schon wieder zurück? Liegt Rumdett näher als du gedacht hast, was?" Der rothaarige Olaf lachte lauthals, dass es über die verschneite Ebene donnerte. Atka erwiderte mit einem Bellen. Rute wedelnd kam er auf den bärtigen Koloss zu, japste und fiepte, um dessen Aufmerksamkeit zu erlangen. Olaf endete nicht mit seinem Lachen, aber er beugte sich zu dem Schneewolf nieder, tätschelte ihm den Kopf, bis Atka zufrieden hechelte.
Bryoja ließ sich derweil von Eirik umarmen, musste aufpassen, sich nicht an den Hörnern seines Helmes aufzuspießen, aber der Mantroner achtete auch selbst darauf, als sei ihm diese Gefahr durchaus bekannt. Die beiden herzten sich lange und innig, wie alte Freunde. Als sich Bryoja dann endlich löste, winkte sie zum Schlitten herüber. "Ja, es sind Wachen des Außenpostens. Das hier ist Eirik Winterfell und der Rotbart dort ist Olaf Walfänger." Sie winkte etwas heftiger, wollte wohl Isildur dazu auffordern, sich ihr zu nähern. Auf Otis, der inzwischen ebenfalls den Schlitten verlassen hatte, ging sie nämlich nicht ein. "Komm her, Wolfself. Freunde, das ist ein Gefährte und Vertrauter, den ich in Rumdett aufgegabelt habe. Er mag wie ein großer Wolf aussehen, aber er ist ein Elf."
"Hat der Silberpelz zu viel getrunken?" Erneutes Lachen. Sie zogen ihn nur auf, schienen in jedem Fall aber Bryojas Ausführungen glauben zu wollen. Zumindest löste sich jetzt Olaf von Atka, der sich im Schnee niederließ, um die Situation kontrolliert zu beobachten. Olaf hingegen kam auf Isildur zu, reichte ihm seine Hand. Auch wenn sie menschlich war, so konnte man doch ohne Zweifel behaupten, dass dem Wolfselfen da gerade eine wahre Pranke hingehalten wurde. Sicherlich war Olaf imstande, damit einige Knochenbrüche zu verursachen, wenn er nur fest genug zuschlug.

"Hey! Was macht diese halbe Portion da bei unseren ..."
"Ein Drachenschiff." Ehrfurchtsvoll stand Otis auf dem Eis, welches das Schiff umgab, so dass man sich dem Rumpf direkt nähern konnte. Er streckte vorsichtig die Hand nach dem Holz aus, tätschelte es als sei das Wassergefährt lebendig. Er strich die Maserung einer Holzplanke entlang, bis er den Bug erreichte, wo der gewaltige, geschnitzte Drachenkopf auf das Meer hinaus blickte. "Beeindruckend. Ich habe nie eines aus solcher Nähe gesehen."
"Gefällt es dir, Pirat?", rief Bryoja zu Otis herüber und gab auf diese Weise ihren Volksgenossen sofort den Hinweis, woher besagte halbe Portion stammte. Eirik löste sich von der Mantronerin, stapfte schweren Schrittes auf das gefrorene Eis. Es musste eine wahrlich dicke Schicht besitzen, wenn es diesen Koloss so trug, dass er seine Schritte nicht mit Bedacht zu wählen brauchte. "Ein schönes Ding, nicht wahr?"
"Aye", entgegnete Otis, der plötzlich ganz ruhig geworden war. Seine Faszination sorgte noch dafür, dass er sich zu einem artigen Zeitgenossen entwickelte. "Werden wir damit fahren?", fragte er in Bryojas Richtung zurück. Da schüttelte Eirik aber schon wie bedauernd den Kopf. "Momentan kommst du selbst mit dem Drachenschiff nicht weit, du halbes Hemd. Schau dich doch mal um! Wo stehst du? Hier ist alles zugefroren. Den Eiskanal könnt ihr mit dem Schlitten überqueren, Frostwölfin."
Bryoja wechselte einen Blick mit Isildur. Dann schaute sie sich um, wie empfohlen. Eirik der Gehörnte hatte Recht. Sie befanden sich am Eiskanal und dieser war fast komplett mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Man könnte nun wohl zu Fuß bis auf die Insel Ersa und somit nach Mantron gelangen, so schien es. "Was hat das verursacht?"
Beide Mantroner zuckten mit den Schultern. "Thure will's herausfinden", meinte Olaf, strich sich über die Zöpfe seines Rotbarts. "Er hat eine Gruppe Tapferer mitgenommen und untersucht die Lage. Es sind Schiffe verschwunden, Mädchen. Samt Besatzung. Derzeit haben wir eigene Probleme, da tritt deine Mission in den Hintergrund."
"Aber ich muss mit Thure Sturmschreier sprechen! Es ist wichtig, wir könnten Verbündete unter den Piraten haben. Mein Begleiter" - sie zeigte auf Otis - "beweist es."
"Dann geh los und such ihn oder triff sein Weib in Mantron. Einen angenehmen Marsch wünsche ich dir", brummte Olaf zurück.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 24. März 2013, 15:02

Isildur war skeptisch, als sie sich den beiden Männern näherten und war eher jetzt die Person, die nicht gleich vorließ. Er musterte die beiden Männer, die wahre Hünen waren. Zwerge waren sie bestimmt nicht und er hatte den Gedanken schon verworfen, als sie sich den Kerlen näherten. Sie kannten die Mantronerin und auch Atka wurde freudig begrüßt. Bryoja wurde dabei herzlich empfangen. Hätte sie anders reagiert, so hätte Isildur wohl seine Waffen gezückt. Er näherte sich den anderen vorsichtig, der Wolf und der Elf in ihm gemahnte einfach zur Vorsicht. Das würde er nie ablegen können.
Er nickte, als sie ihm die Männer vorstellte. Freudig, wieder endlich die Heimat zu spüren und bekannte Gesichter zu sehen. Aber die Worte, wie Bryoja ihn ankündigte, hatten einen seltsamen Klang für den Waldelfen. So unpersönlich. In der ganzen Zeit hatte sie ihn nie als Wolfelf vorgestellt und das sie ihn aufgegabelt hatte. Zwar mochte es nicht zu bedeuten haben, aber ein innerlicher Schmerz stach ins Herz. War er doch so töricht gewesen und hatte ihre Andeutungen fehl interpretiert? Das was sie gesagt hatte mit dem Gründen eins Rudels. Zwar hatte die Mantronerin bis jetzt nie einen Anlass gegeben, dass er sich in ihrer Nähe unwohl fühlen musste, aber bei dem Wort “Wolfself“ und das er nur EIN Gefährte und Vertrauter war, machten es umso mehr.
Jetzt bin ich also nur ein Vertrauter und Gefährte, der aufgegabelt wurde… mach dich nicht verrückt, wir sind alle erschöpft. Vermutlich gibt sie es ebenso nicht zu…
Aber vielleicht war es auch nur ein Name, so wie sie Frostwölfin genannt wurde.
Isildur selber war nicht jemand, der mit etwas hinter dem Berg hielt und er schmiegte seinen Kopf kurz an die Wange der Mantronerin, die Rute stolz erhoben. Er stellte unbewusst klar. Sein Weibchen und er Alpha.
Den Witz des Mannes, ob er zu viel getrunken habe, entgegnete er mit einem leichten verstimmten Knurren.
„nicht so früh am Tag, Isildur!“ und ergriff die wirkliche große Hand des Mannes am Unterarm und schüttelt diese. So wie es die Krieger seines Dorfes machten. Wenn man schon bedachte, dass Isildur als breit und muskulös galt, wirkte er neben den Mann doch eher mickrig. Isildur Handgriff war kräftig und so wie es sich für jemand eines Kriegerstatus gehörte. In Ordnung, es lag bei dem Waldelfen auch immer ein Testen in allem. Bryoja war sein Weibchen…und ein leichter Anflug von Eifersucht oder war es typisches Revierhalten wenn es um ein Weibchen ging, konnte Isildur nicht sagen.
Vielleicht war er auch einfach von der Reise überanstrengt, aber trotzdem fühlte er sich ein wenig verletzt.
Die Aufmerksamkeit fiel dann auf den Piraten und dessen wohl ziemliche Bewunderung für das Schiff. Doch die Information, dass sie doch eher den Schlitten nehmen würden, ließen Isildur freudig die Ohren aufstellen.
Das gefällt mir schon besser…
Isildur sah sich selber schon um, noch bevor der eine der Hünen es Bryoja es sagte. Es war hier Eis und Schnee, aber Wasser?
Sieht alles dicht aus…. Wie damals, ob hier auch seltsame Kräfte am Werk sind?
„Kommt so eine Kälte öfter vor…also das alles gefriert?“
Er bemerkte den Blick der Mantronerin auf sich und war inzwischen näher getreten, um sich die Sache anzusehen. Dann hob er den Kopf, suchte in der Ferne das was ein Ziel sein konnte.
„An meiner Kraft soll es nicht liegen, wir haben einen Auftrag…und wenn das Eis, diese Männer hält, wird es auch uns halten…
Isildur hatte sich in die Hocke begeben, was er oft tat, wenn er sich auf seine Sinne konzentrierte. Es war, als wollte er wittern, was ihnen vielleicht entgegen kommen könnte. Ob wieder eine Schneebestie auf dem Eis wartete. Tief zog er die Luft ein und seine Ohren lauschten auf Geräusche.
„Wie lange würde es dauern?...Cattie wird nicht ewig warten.“

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 25. März 2013, 15:30

Olaf und Eirik staunten nicht schlecht, als sich Isildurs Schnauze an Bryojas Gesicht heran schob und die Wange berührte. Der Rotbärtige hob gar eine seiner buschigen Brauen und fragte bei der Mantronerin nach: "Gefährte, eh? Sieht nach mehr aus. Seit wann lässt du dich denn auf Männer ein, Wölfin?"
Bryoja begegnete ihn mit einem kühlen Blick, der nicht auf die Provokation in seinen Worten einging. Das das Geheimnis, das sie ursprünglich daraus gemacht hatte, nun durch Isildurs Tat gelüftet war, hielt sie sich auch nicht länger zurück. Schon schob sich einer einer Arme um den Rücken des Elfen im Wolfspelz, ohne dabei den Bogen zu beschädigen. Diese Frau wusste, worauf sie zu achten hatte! Sie legte die starke, schwielige Hand an Isildurs Flanke ab, das Kinn etwas vorgereckt, den Kopf stolz erhoben wie die Rute ihres Alphas und den Blick weiterhin kämpferisch auf Olaf gerichtet. Ihre Mundwinkel hoben sich und süffisant gar antwortete sie: "Wenn auch mal ein richtiger Mann sich in meine Nähe wagt, bin ich bereit, die Angel auszuholen und den Fisch an Land zu ziehen."
Eirik lachte darauf, klopfte Olaf kameradschaftlich die Schulter. Diesem Konter hatte er nichts entgegen zu setzen - glaubte der Mantroner. Falsch gedacht. "Naja, ein richtiger Mann ist er wohl kaum, wenn unter dem Pelz ein Elf steckt. Du findest Gefallen an Hunden, eh?"
"An Wölfen, die zu jagen, reißen, kämpfen und zu führen wissen, Olaf." Mit diesen Worten beendete Bryoja das Gespräch für sich. Sollten die beiden doch nun denken, was sie wollten. Es war heraus, die Männer würden noch eine Weile ihre Wache am Außenposten aufrecht erhalten. Bis dahin wären sie und Isildur sicherlich schon weiter gen Santros gereist. Auch dorthin mussten sie, wenn sie Cattie für ihre Sache gewinnen wollten. Es gab noch viel zu tun.
Die beiden mantronischen Eiskrieger machten sich nicht länger über Isildur lustig. Er wurde wie ein Bekannter empfangen. Man begegnete ihm nun mit Neutralität und einem kräftigen Händeschütteln. Dem stand der Elf in Nichts nach, was zumindest Eirik anerkennend nicken ließ.
Erst als Isildur nach der Häufigkeit der vorkommenden Kälte fragte, mussten beide Kerle herzlich lachen. Selbst Bryoja konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Sie wandte aber höflich den Kopf ab, damit Isildur es nicht sehen musste. Sie wollte ihn nicht kränken. Umso lauter lachten Olaf und Eirik. "Du warst wohl noch nie im Schnee unterwegs, Wolfself Isildur! Haha! Wir leben in Eis und Kälte und das, was derzeit herrscht, nennen wir eine laue Brise."
"Olaf hat Recht, mein Freund. Die Tapferen sind solche Temperaturen gewohnt. Mit der Hitze kommen wir nicht zurecht. Allerdings", und da wurde Eirik plötzlich wesentlich ernster, "gefriert bei diesem Wetter niemals der gesamte Eiskanal. Ein Grund mehr, weshalb sich Thure Sturmschreier aufmachte, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Wir kommen nicht einmal mit unseren Eisbrecher-Booten hindurch. Sie bleiben einfach stecken, wie durch Zauberhand."
"Zauberei?", entgegnete Bryoja und wandte den Kopf wieder fragend um. "Könnten die Elfen des Eisreichs dahinter stecken? Sie sind Meister, was die Magie mit der Kälte angeht. Selbst den Wind beherrschen einige von ihnen."
Olaf winkte ab. "Warum sollten sie uns das antun? Sie wissen, dass sowohl wir als auch sie selbst nicht davon profitieren, wenn der Eiskanal gefroren ist. Zudem sind wir keine Feinde. Die Elfen handeln mit uns, ich glaub nicht dran, dass die Langohren dahinter stecken."
Bryoja brummte. Sie konnte dazu nichts sagen, sie hatte Isildur ja bereits mitgeteilt, dass sie die Eiselfen nicht wirklich kannte. Es war schwierig für sie, deren Verhalten und Denken einzuschätzen. Deshalb traute sie den Elfen auch wirklich zu, den Kanal gefrieren zu lassen, unabhängig davon, ob sie dazu in der Lage waren. Aber ganz gleich, wer dafür verantwortlich war, die Gruppe musste dringend nach Mantron und man musste Thure Sturmschreier sprechen. Wo der Hüne aktuell steckte, war nicht klar, aber in Mantron könnten sie wenigstens Vorräte erstehen, sowie sich an einem Feuer aufwärmen. Vor allem Otis wäre sicherlich dafür dankbar. Der Pirat bibberte, hatte die Hände unter die Achseln geklemmt und schaute verbissen. Ganz offensichtlich ärgerte es ihn, dass der gefrorene Kanal eine Fahrt mit diesem beeindruckenden Drachenboot verhinderte.

"Das Eis hält uns schon aus. Wir nehmen den Schlitten." Bryoja schaute noch einmal zu Olaf und Eirik. "Wir machen uns gleich wieder auf den Weg. Es wird Zeit." Die Mantroner nickten, nahmen ihre Volksgenossin sogar noch einmal in den Arm. Bryoja ließ sich drücken, erwiderte. Bei ihnen allen sah es ruppig und grob aus, dennoch entdeckte man freundschaftliche Wärme. Es war ein bizarres Bild.
Atka eilte bellend herbei. Er ließ sich neben Isildur nieder, die Ohren spitzte er. Daraufhin löste sich Bryoja von Eirik, den sie zuletzt umarmt hatte, und stieß einen schrillen Pfiff aus. Otis wandte sich aufgeschreckt um. Sie nickte ihm auffordernd zu, so dass der Pirat zu ihnen zurückkehrte.
"Auf den Schlitten mit dir, Otis. Wir ziehen weiter." Die Mantronerin gab hier eindeutig den Ton an, aber der Mann, der unter seinesgleichen als Dicke Lippe Kendrick bekannt war, gehorchte artig. Sogleich bestieg er den Schlitten, machte sich klein, um der Kälte nicht zu viel Angriffsfläche zu bieten und wartete. Bryoja schnappte sich das Geschirr, mit dem das Gefährt gezogen wurde. "Wenn wir zügig marschieren, können wir in zwei Stunden auf Ersa sein. Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Mantron. Ich denke, wir brauchen insgesamt nicht einmal drei Stunden, wenn wir nicht wieder gegen eine Schneebestie oder schlechte Wetterbedingungen kämpfen müssen."
Ihr Blick galt Isildur, wanderte aber weiter zu dessen Bogen. Er blieb auf dem kleinen Edelstein ruhen, der an einer Kette um das Holz gebunden war. Er schimmerte rötlich, aber sehr matt.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 3. April 2013, 16:28

Das sich die Mantronerin doch für ihn alles klarstellte, zeigte Isildur, dass er es falsch interpretiert hatte. Sie war wohl eine Frau, die nicht unbedingt gleich alles offenbarte, aber dafür stand, wenn sie ertappt. Wurde. Ihre Hand strich durch sein Fell und Isildur genoss die Berührung, die es mitbrachte. Stolz hatte jetzt auch die Mantronerin erfasst und er wich ihr in diesen nicht von der Seite. Aber die beiden anderen- oder zumindest der Eine, ließ sich davon nicht beirren.
„Sind elfische Männer für dich keine?“ knurrte Isildur dem anderen entgegen.
„und ein Hund ist kein Wolf“ grollte er dem Mantroner entgegen. Natürlich gab es viele Elfen, die so zart und zerbrechlich wirkten, dass sie kaum in der Wildnis überleben konnten. Und Isildur war bestimmt nicht jemand, der diese dann bei der Hand nahm und sie warm einpackte. Die Natur selber sortierte aus, wer es würdig war, dass Geschenk des Lebens zu erhalten und wer nicht. Man musste kämpfen, wenn man seinen Platz haben wollte- so wie jedes Tier kämpfte, wenn es weiterleben wollte.
Aber es war nur foppten gemeint und das spürte er auch der Waldelf. Humor, wie sie eben bei Völkern vorkam, die gewöhnlich etwas rauer zu einander waren.
Natürlich merkten die Männer gleich, dass er nicht aus dem Eis kam.
"Du warst wohl noch nie im Schnee unterwegs, Wolfself Isildur! Haha! Wir leben in Eis und Kälte und das, was derzeit herrscht, nennen wir eine laue Brise."
„im Schnee schon...aber kenne ich es nicht so hart und wenn dann durch Magie verursacht“ Warum sollte er auch mit seiner Meinung und Kommentaren hintern Berg halten. Es empsrach ja auch die Wahrheit. Aber laue Brise.... nein da bervorzugte er die grünen Wälder seiner Heimat.
Dem Gespräch um die Magie und den Eiselfen ließ ihn die Ohren aufstellen. Wenn es Elfen waren, die mit der Natur- und wenn es hier auch mehr Schnee und Eis gab, so würden sie nichts tun. Elfen lebten gewöhnlich friedlich mit ihrer Umwelt. Nur wenn man ihre Land schädigte und sie bedrohte, wurden Elfen im allgemeinen kriegerisch. isildur selber hatte kein problem jemand der seine heimat gefährtete, einen Pfeil zur Abschreckung ins Bein zu jagen. Wenn die Person dann noch immer gewillt war, so gehörte isildur zu den Elfen, die diese Person auch für immer in den Wäldern verschwinden ließ.
„glaube ich auch nicht“ grollte er leise vor sich hin und besah die endlose weiße Weite.
Langohren??? hat er Elfen gerade mit Hasen verglichen? Spitzohren kenne ich ja, aber Langohren.... naja, andere Länder, vielleicht auch andere Bezeichnungen....
Zu Isildurs Glück sah es Bryoja auch wie er, dass sie bald aufbrechen sollten und wenn es nur drei Stunden waren umso besser. Atka gesellte sich zu dem ehemaligen Waldelfen und er strubelte ihn durchs Fell.
„Bleibe wachsam, hörst du?“
Das Verabschieden verlief genauso ruppig aber herzlich ab, wie die Begrüßung. Und dann war auch alle schnell bereit, Isildur gab den beiden Männern nochmal die Hand und drehte sich gerade um, als er den Blick der Mantronerin sah. Wirklich wie bei den Jägern seiner Sippe.
"Gute Wache weiterhin"
Jedoch spürte er, wie Byroja ihn ansah- nein, nicht ihn. Irritiert folgte er ihren Augen.
Mein Bogen?...nein…dieser seltsame Stein…hmm, ich hatte mich jetzt kaum damit beschäftigt. Pulsiert er?
Er nahm seinen Boden von Rücken gesellte sich zu der Mantronerin um einen Teil der Last ihr abzunehmen. Sie musste den Schlitten nicht allein ziehen, also ließ er sich die Hälfte der Gurte geben und setzte sich mit in Bewegung.
„wenn du mich fragst, was das bedeutet, so muss ich passen. Der Stein ist neu…also er ist erst seit meine Sachen vor dem Zelt plötzlich lagen. Aber er hatte nicht geleuchtet.“ Fragend rieb er über diesen Stein, blickte sich um, ob es irgendetwas zu bedeuten hätte. Es gab magische Steine, die irgendwelche Zauber auf sich hatten…aber damit kannte sich Myrjala aus und nicht er.
„Wird sich schon aufklären…“ murmelte er nachdenklich und schritt weiter.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Samstag 13. April 2013, 10:29

Bryoja übte mehr Druck auf das Streicheln aus, als sie mit ihren Fingern durch Isildurs Fell glitt. Sie wollte nicht, dass es hier zum Streit kam. Sie kannte, im Gegensatz zu ihrem Gefährten, die Eigenheiten der Mantroner. Da neckte man einander schon einmal gern und machte sich dabei, gerade unter Männern, am liebsten über mangelnde Männlichkeit lustig. Es provozierte, bis es zur Prügelei kam. Danach tranken die Kerle einen Met miteinander und alles war wieder in Ordnung. Nur wieviel von diesem Verhalten kannte Isildur? Bryoja schätzte ihn so ein, dass ihm die Gepflogenheit nicht bekannt waren, also musste sie dafür sorgen, dass er sein Gemüt nicht durch ihre Volksgenossen erhitzen ließ. Aber diese lenkten ein, indem Olaf abwinkte und lachte. "Will dich nur ärgern, Kamerad!"
Ja, hier im Eisreich ging es rau zu und damit war nicht nur das Wetter gemeint, obwohl die Kälte einlud, sich zu bewegen, wenn man nich festfrieren wollte. Es war ein raues Land, unwegsam, gefährlich. Da durfte man sich keine Fehler erlauben, wenn man überleben wollte. Da hieß es, Augen und Ohren offen zu halten. Diesen Rat gab Isildur auch an Atka weiter. Der Schneewolf hing ihm praktisch an den Lippen. In seinen Augen war Isildur längst das Alphatier der Gruppe. Er akzeptierte ihn bedingungslos.

Das Treffen der beiden Mantroner dauerte daraufhin nicht mehr lange an, denn die Gruppe wollte aufbrechen. Der gefrorene Eiskanal käme ihnen dabei zumindest für dessen Überquerung gerade recht. Zu Fuß, respektive mit dem Schlitten, wären sie jetzt schneller als mit einem der Drachenboote. Außerdem schaukelte es weniger stark. Doch bevor die Reise wieder losgehen konnte, fielen sowohl Bryoja als auch Isildur etwas auf. Der seltsame Stein, der an einer Schnur um seinen Bogen gewickelt plötzlich einfach dort gewesen war, pulsierte in rötlichem Schimmer. Es war matt, eigentlich kaum zu erkennen, doch mit all dem Weiß im Hintergrund stach selbst dieses Glimmen hell hervor.
Beide betrachteten die Fernwaffe des Elfen im Wolfspelz, als sie sich mit dem Schlitten in Bewegung setzten. Otis und Atka hockten auf dem Gefährt. Der Wolf bewachte den Piraten und der Pirat behielt ein Auge auf ihre Vorräte - nun, sollte er eigentlich. Noch schaute er zurück zu Olaf und Eirik, vor allem aber zu dem Drachenboot. Es hatte den Seemann in ihm wirklich fasziniert.
Ähnlich fasziniert betrachtete sich Bryoja den kleinen Stein an Isildurs Bogen. "Ich habe ihn dort nicht befestigt. Ich dachte, es wäre so ein Elfenschmuck und er gehört dazu. Vorher habe ich nicht so sehr auf deinen Bogen geachtet, muss ich gestehen. Was meinst du, warum leuchtet er?"
Der kleine Stein fühlte sich wärmer an, wo er leuchtete, als pulsiere darin ein winziger Funke. Gemächlich matt aber blieb das rötliche Licht. Es nahm weder zu noch ab, schimmerte wie eine hinter Glas geschützte Kerzenflamme. Ringsum war nichts weiter zu sehen. Man konnte jetzt nur spekulieren, aber darauf sollten sie keine Zeit verschwenden. Es ging weiter.

weiter bei Die Insel Ersa -> Mantron -> Der Frostwald -> Natürlicher Schutzwall
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