Dem Fall der Sonne entgegen

Dieser Landstrich ist so hügelig, dass man vergeblich nach einem flachen Stück Erde suchen wird. Tagsüber eine saftige Landschaft mit Wiesen, Wäldchen und Grasebenen. Doch nachts kommen die Nebel über das Reich und mit ihnen unheimliche Schrecken.

Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Dienstag 26. August 2014, 10:14

Baltos kommt von: Zwischen Estria und Rugta

Die Mittagssonne brannte erbarmungslos auf den Mantroner herab. Er war noch nie so weit von zu Hause fort gewesen und das merkwürdigste war, dass die Welt um ihn herum immer dunkler wurde, aber gleichzeitig auch reicher an Farben. Der Himmel veränderte sich kaum, jedoch alles unter ihm. Die gewohnten ewigen Eismassen verschwanden zusehends und mischten sich mit dunkler, brauner Erde. Eine Erde die fruchtbar duftete, schwer und würzig. Menschen die in so einem Land lebten mussten allesamt unglaublich fett und verwöhnt sein, musste hier doch alles wunderbar gedeihen. Überall begannen kleine Pflanzen, Moose, Kletten und sogar Gräser das Eis zu überwuchern, dort wo die Erde nahe genug an die Oberfläche gelangt war. Bäume wuchsen gerader, Sträucher hatten größere Blätter, die nicht der ständigen Kälte stand halten mussten und in einer kleinen Senke, die an eine Oase erinnerte, fanden sie sogar wilde Erdbeeren. Die winzigen roten Früchte waren so köstlich, dass Nanuq nach ihrem Genuss davon, sich wie betrunken sich auf dem Boden wälzte. Der Instinkt es ihm gleich zu tun, war stark in seinem Bruder Mensch.
Als sie ihren Weg gerade fort setzen wollten, witterte Nanuq einen neuen Geruch und setzte sich abrupt auf.
„Fremde.“
brummte er, trabte zum Rand der Senke und seine Nase zeigte in die Richtung aus der der neue Duft kam. Sein Kopf wies nach Süden einen sanften Hügel hinauf. Baltos und er liefen ein Stück vom Wagen weg und näherten sich der Kuppe, als sie auch das leise Knallen von Peitschen hörten. In der Ferne, so weit weg, dass man gerade so die Konturen erkennen konnte, sahen sie einen Wagen, der wie ein fahrender Käfig aussah und darin waren wohl große und kleine Menschen eingepfercht. Fünf oder sechs Reiter begleiteten das Gefährt und droschen auf die Menschen ein, die den Wagen zogen. Baltos hörte das Stampfen von Rumpels Stiefeln hinter sich und dann auch seine wenigstens etwas gesenkte Stimme:
„Was ist los, Pause ist vorbei! Warum geht es nicht weiter?“
Dann verstummte auch er und betrachtete mit finsterer Miene die Szenerie. Der Trupp zog von Norden nach Süden und kreuzte somit ihren Weg. Die Fäuste des Zwerges knirschten im Leder seiner Handschuhe.
„Sklavenhändler! Sind bestimmt auf dem Weg nach Rumdett.“
Er sog sich langsam wieder zurück in die Senke, in der sie ihre Mittagspause verbracht hatten.
„Wir sollten warten ...“
Man merkte deutlich, dass gerade seine Vernunft gegen sein Gefühl ankämpfte. Missmutig rieb er sich die Knöchel seiner Fäuste.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Donnerstag 28. August 2014, 09:10

Ist das hier heiß! Baltos schwitzte im wahrsten sinne des Wortes, wie ein Schwein. Seine Kleidung war schon komplett vom Schweiß und Schlamm durchtränkt. Ich hoffe das wird nicht noch wärmer. Je weiter sie kamen umso ineffizienter wurde der Schlitten von Maruka. Der Jäger wollte ihn ungern zurücklassen, aber ihm blieb auf Dauer keine Wahl. Rumpel meinte zwar zu ihm, dass man den Schlitten bei einem Wagenbauer umrüsten könnte, aber Baltos wollte seinen tierischen Freund es nicht weiter antun den Schlitten auf trockenen Boden zu ziehen. Als sie die kleine Oase erreichten und dort rasteten, entschloss sich der Jäger den Schlitten da zu lassen. Sein ganzes Hab und Gut lagerte er in den Karren des Zwerges um und dann machte er sich daran den Schlitten für ungeübte Augen mit Buschwerk, was es hier gab, zu tarnen. Es dauerte zwar eine weile aber am Schluss war Baltos mit seiner Arbeit zufrieden. Man sah den Schlitten, der in einer Hecke stand, jetzt erst auf den zweiten Blick und mit dem Segen Venthas würde er vielleicht dort noch stehen, wenn er wieder ins Eisreich zurückkehrte.
Nach dieser Arbeit warf sich der Mantroner in den kleinen Bach, mit samt seiner Kleidung und genoss die Kühle, die ihn umgab. Nanuq währenddessen schlug sich den Bauch mit den kleinen roten Früchten die hier wuchsen voll. Durch ihre mentale Verbundenheit konnte Baltos sogar selbst die Süße schmecken, er hatte aber weniger Lust noch mehr Süßkram zu sich zu nehmen. Das Essen von Rumpel reichte ihn schon. Der Jäger nahm sich fest vor bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit auf Jagd zu gehen. Er wollte mal wieder frisches Fleisch essen. Vor allen war er interessiert, was in dieser Gegend für Tiere lebten.
„Fremde!“ Innerhalb von Sekunden war Baltos wieder auf den Beinen und folgte Nanuq auf den kleinen Hügel, den Rest der Anhöhe robbten die Beiden auf den Bauch nach oben und der Mantroner konnte in der Ferne einen Konvoi ausmachen. Das Knallen der Peitsche ließ den Jäger jedes Mal zusammenzucken.
Auf den Wagen befand sich eine Art Käfig, in dem sich einige Menschen befanden und wäre das nicht schon schlimm genug gewesen mussten weitere Menschen den Wagen ziehen, während sie von den Peitschen der Aufseher malträtiert wurden. Baltos presste seine Zähne hart aufeinander und auch Nanuq spürte den Hass den der Mantroner empfand und stieß ein tiefes Bedrohliches knurren aus. Was eigentlich eher untypisch für einen Eisbären war.
Nach kurzer Zeit gesellte sich Rumpel zu den Zweien und stellte sich neben die Beiden liegenden. Baltos wollte ihn schon Rügen, das er sich ebenfalls hinlegen sollte. Doch dann viel ihn wieder ein das der Zwerg nicht besonders groß war und von der Ferne aus gesehen wahrscheinlich aussah wie ein kleiner Baum.
Als Rumpel den Gefangenentransport sah, sagte er das was sich Baltos schon gedacht hatte. „Sklavenhändler!“ Der Mantroner hörte sofort die Wut in der Stimme des Zwerges und folgte diesen als er wieder zurückging, zu der kleinen Oase.
Als der kleine Händler sagte, dass sie lieber warten sollten hörte der Mantroner deutlich heraus das Rumpels’ Herz im Zwiespalt mit dem Verstand war.
„Ich kann nicht warten! Ich habe geschworen jeden zu Helfen, der meine Hilfe benötigt. Ich muss diesen Leuten helfen!“ Der Mantroner blickte den Zwerg tief in die Augen und sah das Rumpel ebenfalls diesen Willen zu helfen in sich trug. „Was wäre, wenn deine Familie sich in diesen Wagen befindet? Würdest du nicht alles tun, um sie zu retten? Es sind gerade mal sechs Sklavenhändler, wenn wir sie überraschen, werden wir siegreich sein!“
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 28. August 2014, 20:11

Das Verhältnis war nicht schlecht: Zwei zu Eins. Aus der Ferne betrachtet schätzte der kämferische Mantroner sich selbst, den Zwerg und Nanuq, als ernst zu nehmende Gegner für den kleinen Trupp ein. Solange es keine bösen Überraschungen gab und den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, hatten sie gute Chancen. Rumpel sah ihn fragend an um brubbelte in seinen Bart:
"Du hast aber auch mir versprochen zu helfen! ... Nicht dass ich deinen Vorschlag nicht als amüsante Abwechslung emfinden würde. Meine Axt hat schon viel zu lange kein Blut mehr gekostet, aber wenn wir verlieren, verliere ich vielleicht nicht nur mein Leben, sondern auch meine Existenz, sowie den Respekt meiner Familie. Es gibt Leute die zählen auf mich, vergiss das nicht. Meine Frau würde mich noch im Totenreich finden, um mir den Hosenboden zu versohlen, wenn ich ihr kein anständiges Vermögen mit nach Hause bringe. So sehr ich einen guten Kampf schätze, mein ungestümer Freund, bist du sicher, dass wir ihn gewinnen können? Und vor allem ... Was genau hast du vor?"
Baltos musste sich eine Taktik ausdenken. Das Gelände bot außer den sanften Hügel kaum Deckung. In einiger Entfernung konnte man zwar die erste Baumreihe eines Wäldchens ausmachen, der für einen Hinterhalt geeignet wäre. Zwischen den Stämmen hing hartnäckiger Nebel, der nicht vom Licht des Tages vertrieben worden war. Sonst gab es kaum offensichtliche, strategische Vorteile. Hier und da ein paar flache Sträucher und Büsche, die sich sanft im Wind hin und her wiegten. Auf ihrer Seite des Hangs war es noch deutlich ungemütlicher, da man sich schnell in den matschigen Pfützten verfangen konnte. Ihren hohen Wagen hatten sie nur noch nicht entdeckt, weil sie in der Senke ihr mittagliches Lager aufgeschlagen hatten und die Gegner hatten schnelle Pferde. Sie brauchten definitiv den Überraschungsmoment! Sie bauchten einen Plan.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Freitag 29. August 2014, 08:58

Baltos grinste kurz über die Bemerkung von Rumpel über seine Frau erklärte dann aber wieder im ernsten Tonfall seinen Plan. „Wir nutzen unseren augenblicklichen Nachteil zu unserem Vorteil. Du fährst alleine mit den Karren vor und machst die Karawane auf dich aufmerksam. Sie werden nicht gleich mit ihrer kompletten Truppe anrücken, sondern höchstens mit zwei bis drei Männern. Bei der Nächstbesten sich bietende Gelegenheit wirst du den ersten Mann ohne Vorwarnung erschlagen. Ich und Nanuq werden uns noch im Hintergrund halten und darauf achten, dass die Pferde Nanuq nicht wittern. Wenn die Anderen sehen das ihre Kameraden in Bredouille geraten werden sie Unterstützung schicken. Ich werde dann eingreifen und Nanuq ebenfalls. Da die Pferde hier wahrscheinlich genauso reagieren werden wie Muffel auf meinen Bären, wird wahrscheinlich mindestens eines der Tiere sein Reiter abwerfen. Somit verlieren sie ihren Vorteil und wir können sie leicht vom Boden aus bekämpfen. Ab diesem Zeitpunkt werden wahrscheinlich auch die Gefangenen sehen dass das Kräfteverhältnis ihrer Peiniger schwindet und eventuell werden dann einige die zurückgebliebenen Sklavenhändler angreifen. Aber auch wenn nicht, werden die letzten zwei Sklavenhändler nicht ins Kampfgeschehen eingreifen, weil sie Angst um ihre Beute haben und spätestens dann, wenn wir ihre restlichen Kameraden umgebracht haben, reiß aus nehmen.
Und damit dir mein Plan noch besser gefällt, kannst du sämtliche Schätze die die Sklavenhändler mit sich tragen behalten, ich werde kein Anspruch auf diese erheben! Was sagst du, bist du dabei?“
Baltos reichte den Zwerg die Hand in der Hoffnung das ihn sein Plan und die Aussicht auf weitere Schätze gefiel.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Freitag 29. August 2014, 18:59

Rumpel grinste so breit, dass man tatsächlich seine weißen großen Zähne unter dem Bart blitzen sah.
"Langsam fängst du an zu denken wie ein Händler."
Er schlug ein und machte sich sofort zum Wagen auf. Er rückte seine doppelzüngige Streitaxt unter dem Kutschbock zurecht, damit er sie schnell greifen konnte und kletterte umständlich auf den Sitz. Muffel hob seine Nase wiederkäuend von ein paar saftigen Gräsern und setzte sich in Bewegung. Baltos Aufgabe war es, den richtigen Moment abzupassen um seinem Begleiter zu Hilfe zu eilen. Der Wind stand günstig und die Senke bot für seine Zwecke guten Sichtschutz. Auf der abgelegenen Seite gab es ein paar flache Büsche in denen Bär und Jäger geduckt Schutz vor ersten Blicken finden konnten. Dorthin zogen sich Baltos und Nanuq zurück als der Wagen sich knirschend in Bewegung setzte. Schaukelnd wurde er die Steigung hinauf bugsiert und Rumpel gab seine meisterhafte Vorstellung.
Fluchend und wild mit der Gerte wedelnd, trieb er den vollkommen unbeeindruckten Ochsen an. Einmal ließ er die Gerte kräftig auf den gut gepolsterten Hintern des Tieres sausen, sodass dieser missmutig laut los blökte. Kurz darauf folgte Rumpels deutlich gedämpftes Flüstern:
„Es sind vier.“
Baltos hörte in seinem Versteck das Herannahen von Hufen im Matsch. Sie näherten sich von drei Seiten. Einer im Bogen von hinten, zwei gerade von rechts und einer ließ sein Pferd links an den Kutschbock heran traben.
„Guten Tag die Herren. Äh … kann ich irgendwie helfen? Ich bin nur ein glückloser Händler, mit einem sturen Ochsen … auf dem Weg nach Hause.“
Der Zwerg wirkte plötzlich verunsichert. Ob das nur von seiner Schauspielerischen Leistung her kam oder echt war, vermochte Baltos aus seinem Versteck heraus nicht einzuschätzen. Einer von den beiden hinter dem Wagen, den Baltos nicht sehen konnte, antwortete mit einer seltsam melodiösen Stimme:
„Ebenfalls einen guten Tag, Herr Zwerg. Ich nehme an, nach Rugta …?“
Rumpel nickte langsam. Der hinter dem Wagen ritt an die Plane heran und spähte auf die abgedeckten Eisblöcke. Nanuq hielt die Nase etwas höher und ohne einen Laut von sich zu geben, sandte er seinem Freund ein Gefühl seiner Witterung von Blut und Angst, dass an den Sklavenhändlern haftete.
„Was habt ihr denn geladen?“
Rumpel rief nach hinten:
„Eis ... und bitte lasst es eingewickelt, da ich sonst meine Lieferung verliere.“
Damit machte er sich mit sorgenvoller Miene daran von seinem Kutschbock zu steigen. Baltos wusste, dass er so besser an seine Waffe heran kommen würde, doch ...
„Bleibt doch sitzen, guter Mann. Ferendir, lass es! Der gute Mann ist nach Rugta unterwegs, da sollten wir ihn doch nicht aufhalten.“
Die Stimme war so übertrieben freundlich, dass einem davon schlecht werden konnte. Der Reiter hinter dem Wagen sah auf und ließ die Plane los. Da er glaubte nicht beobachtet zu werden, stahl sich ein finsteres Grinsen auf seine Züge und Baltos konnte kurz das dunkelbraune Gesicht unter der Kapuze sehen. Die Form hatte in den Augen eines Mantroners, fast etwas weibisches, nur waren die Lippen nicht voll und schön und die Augen klein und kalt.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Montag 1. September 2014, 07:46

Baltos war sichtlich erleichtert, dass er den Zwerg den Plan hat schmackhaft machen können. Als sich Rumpel mit den Karren auf den Weg machte, hatte sich der Jäger ordentlich mit Schlamm und Blattwerk eingerieben sowie auch Nanuq, damit die Beiden so wenig wie möglich im Buschwerk auffielen. Die Zwei bezogen schnell Position und beobachteten die schauspielerische Leistung des Zwerges, die sich wirklich sehen ließ.
Lange mussten sie auch nicht warten und die Sklavenhändler kamen zu viert angeritten. Der Mantroner wollte seinen Augen nicht trauen, wie konnte man so dumm sein. Man schickt doch nicht einen Großteil seine Mannschaftsstärke zu einer möglichen Falle. Das bedeutete für ihn aber das nur noch maximal drei Mann bei den Sklaven sein sollten.
Der Jäger beobachtete das Gespräch was sich zwischen Rumpel und den Männern abspielte und wartete auf den Moment zuzuschlagen. Dabei nahm er einen längeren stabilen Stock, der sich hervorragend als Wurfspeer eignete in die Hand.
„Wenn ich aufspringe, brüllst du und greifst den Ersten an, den du siehst!“ Nanuq gab den Mantroner auf ihrer mentalen Art der Kommunikation bescheid, dass er verstanden hatte.
Der in der Nähe bei Rumpel, wird durch die Axt des Zwerges fallen, den am hinteren Ende versuche ich mit dem Speer zu töten und die restlichen werden im Kampf sterben, wenn uns Ventha hold ist! Mit diesen Gedanken sprang Baltos aus dem Buschwerk auf und Nanuq stürmte mit einen infernalem Gebrüll aus dem Geäst. Im gleichen Atemzug schleuderte der Jäger seinen Wurfspeer auf den Sklavenhändler, der sich an der Ladefläche befand. Danach rannte er ebenfalls mit einem Kriegerschrei und seiner massiven Streitaxt auf die Berittenen zu.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Montag 1. September 2014, 10:31

„Wenn ich aufspringe, brüllst du und greifst den Ersten an, den du siehst!“
Baltos hatte sich mit seinem Bären leise abgesprochen und Seite an Seite lagen sie nun auf der Lauer. Beide Jäger spürten den Herzschlag des anderen und ihr Blut geriet in Wallung. Dem Mantroner gingen viele Fragen durch den Kopf. Warum zum Beispiel vier Reiter zu ihnen kamen und sie so ihre Fracht fast unbeaufsichtigt ließen? Ob es Dummheit war oder schlichte Arroganz, sollte wohl die Frage bleiben. Viellicht erwarteten sie einfach nicht, dass es jemand wagen würde sie anzugreifen? Auf jeden Fall galt es nun sich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren, denn der Speer, den Baltos im Gebüsch gefunden hatte, war wohl mehr Ast als eine Waffe. Baltos hatte keine Zeit gehabt, sich nach einem Speer umzusehen, noch einen geeigneten Stock anzuspitzen. In dieser Gegend gab es lange gerade Bäume eher selten und das was der Jäger nun auf den Mann warf, der von seinem Kumpanen als Ferendir bezeichnet worden war, war krumm und drehte sich im Flug. Trotzdem hatte es seinen Nutzen, denn er traf den Reiter am Kopf, der für die Untersuchung des Wageninhaltes abgestiegen war. Als Baltos aufgesprungen war, hatte Nanuq sofort reagiert und war los gerannt. Sein Gebrüll musste im Kopf des Gegners tausendfach widerhallen. Jenem Ferendir war die Kapuze vom Kopf gerutscht und er hielt sich verwundert die Schläfe, als er den gewaltigen Bären auf sich zu stürmen sah. Vollkommene Überraschung und Unglauben strahlten aus den violett leuchtenden Augen. Dunkelbraune Haut und die ungewöhnlich spitze Ohren verrieten ihn sofort als Elfen einer deutlich anderen Gattung, als die Baltos sie kannte. Vielleicht glaubte er auch einfach nicht, was er da auf sich zu rasen sah, vielleicht dröhnte ihm auch noch vom Schlag des Astes der Schädel, denn er stand vollkommen still, als die Pranke des Bären ihn an Schulter und Kopf erwischte und ihn gute drei Meter durch die Luft wirbelte. Leider war diese Aktion nicht unbemerkt geblieben. Baltos sah den ersten Gegner noch fliegen, als ein zweiter hinter dem Wagen hervor geritten kam und eine Armbrust auf den Bären anlegte und in dieser fremdartigen Sprache etwas rief:
„HINTERHALT!“
Das Pferd des Gefallenen hatte vor dem Eisbären gescheut und galoppierte frei und ohne Reiter davon. Baltos war schon sehr nah als er den nächsten Reiter rechts hinter dem Wagen auftauchen sah. Auch dieser hielt eine schussbereite Armbrust in seinen Armen. Der letzte der drei Gegner war hinter dem Wagen mit Rumpel beschäftigt und man hörte nur ein wütendes Brüllen des Zwerges. Baltos sah sich nun zwei Dunkelelfen gegenüber die jeweils auf ihn und Nanuq angelegt hatten. Diesmal war Baltos am Zug, doch einen der Bolzen würde er sicher nicht aufhalten können.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Montag 1. September 2014, 11:39

Der erste Mann flog und war definitiv keine Bedrohung mehr, zu Baltos leitwesen hatten die zwei Anderen die wahrscheinlich besten dressierten Pferd in ganz Celcia. Denn die wenigsten domestizierten Reittiere würden bei dem Anblick und der Geruch eines Bären in ihrer Nähe ruhig bleiben. Wahrscheinlich hatte der Jäger einfach Pech und er hatte jetzt auch keine Zeit weiter über das Verhalten der Pferde nachzudenken.
Auf Nanuq und ihn waren Armbrüste angelegt er musste jetzt Handel. Also schleuderte er im vollen Lauf die Streitaxt auf den Schützen der Nanuq im Visier hatte. „Bleib in Bewegung mein Freund und hilf den kleinen Mann!“ Noch während er den Befehl an Nanuq weitergab warf sich Baltos in die andere Richtung und versuchte den Dunkelelfenschützen damit keine all zu große Zielfläche auf sich zu bieten.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Montag 1. September 2014, 12:50

Baltos und Nanuq hatten sich so auf die Lauer gelegt, dass die herannahenden Tiere sie nicht wittern konnten. Erst beim Anblick des Bären und seinem Gebrüll hatte sofort das erste Pferd reiß aus genommen. Danach waren die zwei Reiter hinter dem Wagen hervor gekommen und auch ihre Pferde tänzelten nervös, so dass ihre Reiter, die schon angelegt hatten, plötzlich alle Hände voll damit zu tun hatten, sie ruhig zu halten. Alles ging unglaublich schnell, so das Reaktion und Aktion ineinander flossen. Sekunden dehnten sich und Bewegungen wurden langsam. Baltos Herzschlag klang langsam und dumpf in seiner Brust und das Adrenalin machte ihn schnell.
Auf den Bären und den jungen Jäger waren Armbrüste angelegt er musste jetzt handeln, also schleuderte er im vollen Lauf die Streitaxt auf den Schützen der Nanuq im Visier hatte.
„Bleib in Bewegung mein Freund und hilf den kleinen Mann!“
Noch während er den Befehl an Nanuq knurrte, warf sich Baltos in die andere Richtung und versuchte den Dunkelelfenschützen damit keine all zu große Zielfläche auf sich zu bieten. In einem Augenblick flog noch die Axt durch die Luft, drehte sich im die eigene Achse, da sprang der Mantroner auch schon zur Seite. Fast gleichzeitig geschahen drei Dinge auf einmal. Nanuq hatte sich gedreht und war gerade dabei hinter dem Wagen aus Baltos Sichtfeld zu verschwinden. Der Schütze der auf den Bären angelegt hatte, wurde von der Axt getroffen und verriss so seinen Schuss. Der Bolzen ging ein kleines Stück hinter dem Hintern des Bären ins Leere. Ein wildes, hohes Wiehern war zu hören und das Pferd des zweiten Schützen stieg, kurz nachdem sich das Geschoss des Schützen gelöst hatte. Baltos hörte ein hohes Surren an seinem linken Ohr und schlug dann hart auf den Boden auf. Sein gut trainierter Körper machte automatisch eine Abrollbewegung, so dass er fast augenblicklich wieder auf den Beinen war. Der Dunkelelf links von ihm, hatte ein ernsthaftes Problem, denn seine Axt steckte fest im Knochen seiner Schulter. Blut quoll aus dem dunklen Schnitt und rann ihm die Brust herunter, während er versuchte sein Pferd zu wenden. Das Gesicht war schmerzverzerrt und voller Hass. Der zweite Reiter links vor Baltos ließ die Zügel los und sich selbst vom Rücken des durchgehendes Pferdes fallen. Fast gleichzeitig griff in seinen Rücken um eine lange gebogene Klinge zu ziehen. Die fließenden Bewegungen zeugten von großer Wendigkeit. Innerhalb eines Atemzugs hatte sich die Situation vollkommen verändert. Baltos stand einem Zweikampf mit einem Dunkelelfen am Boden gegenüber, während sein Bär verborgen hinter dem Wagen kämpfte und ein weiterer Reiter versuchte mit seiner Streitaxt in der Schulter zu fliehen.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Montag 1. September 2014, 14:08

Ventha war doch auf seiner Seite. Kurz bevor die tödlichen Geschosse auf ihre Ziele abgefeuert wurden, bockten die Pferde der Schützen auf, so das diese knapp Baltos und Nanuq verfehlten. Als sich Baltos innerhalb von Sekunden wieder mit einer Rolle abfing und auf den Beinen stand, konnte er noch sehen, wie der getroffene Dunkelelf mit seiner Streitaxt in der Schulter das Weite suchte. Der Jäger blickte ihn kurz hinterher und zog dann seine andere Waffe „Fluchbrecher“. Reite nur Weg, die Axt in deiner Schulter wird dein Untergang sein. Der andere Elf, der auf ihn geschossen hatte, befand sich jetzt ebenfalls auf den Boden und zog eine gebogene Klinge hinter seinen Rücken hervor.
Der Jäger wischte sich kurz das Blut aus dem Gesicht, das aus dem Streifschuss hervorquoll und begann dann den Dunkelelf zu umkreisen.
Ich brauche nur etwas Zeit herauszuschlagen, denn Nanuq und Rumpel werden nicht all zu lange brauchen, um deinen Kameraden zu töten. Das dachte sein Kontrahent wahrscheinlich auch gerade denn diese stürmte wie von Faldor besessen auf den Mantroner zu. Baltos hatte zum Anfang des Schlagabtausches auch gleich erhebliche Probleme, er war die Kampfart der Dunkelelfen nicht gewohnt. Die wesentlich filigraner und schneller vonstattenging als die der Mantroner. Die eher mit wuchtigen Schlägen gehandhabt wurde. So kam es auch dazu das sich Baltos mehrere oberflächliche Schnittverletzungen am Oberkörper zuzog. Seine Rüstung beschützte ihn zum Glück vor schlimmeren Verletzungen, aber der Jäger musste sich etwas einfallen lassen um die Oberhand gegen den Dunkelelf zu gewinnen. Nach dem er ein paar Mal die Klinge mit dem Sklavenhändler gekreuzt hatte viel ihn auf das der Elf nur auf Schnelligkeit setzte um den Mantroner zu ermüden. Er versuchte erst gar nicht ihn mit einer gezielten Verletzung auszuschalten, sondern eher mit kleineren Angriffen.
Also passte der Jäger seinen kampfstill an, er verändert seine Waffenhaltung und umschloss seine Hand so um den Griff, dass dieser am Unterarm des Mantroners entlang lief und das Axtblatt sich etwas oberhalb des Ellbogens befand. Somit konnte er schneller das Schwert des Elfen parieren und was noch wichtiger war somit kam sein Feind näher an ihn heran. Baltos versuchte seinen Größen und Kräftevorteil auszunutzen und es sollte ihn auch bei diesem Gegner gelingen.
Als dieser gerade mit einem Abwärtsschlag ausholte und die Klinge auf Baltos zu sauste verfing sich das Schwert an Baltos’ Axtblatt. Der Jäger nutze seinen Kräftevorteil und verkeilte die beiden Waffen miteinander und entriss sie dann mit einer Drehung nach innen. Als er sich einmal und die eigene Achse gedreht hatte flog ihn auch schon der Dunkelelf entgegen, der immer noch am Griff seines Schwertes hing, da er mit so einer Kraft nicht gerechnet hatte. Baltos fackelte nicht lange und Schlug ihn mit der blanken Faust auf den Hinterkopf. Der Dunkelelf schlug hart mit dem Gesicht zuerst auf dem Boden und kaum da er Bodenkontakt mit dem Erdreich aufgebaut hatte, schlug Fluchbrecher in seinen Hinterkopf ein und beendete sein Leben.

Der Mantroner verschnaufte kurz und besah sich seiner Wunden. Aus ein paar Verletzungen trat Blut hervor, aber das war nicht weiter schlimm für ihn. Diese würden ihn kaum weiter aufhalten, viel wichtiger war wie es um Nanuq und Rumpel stand.
Baltos stellte kurz den Fuß auf den Rücken des toten Elfens und zog dann die Klinge aus dem Hinterkopf des Sklavenhändlers. Dabei gab es ein ekliges Schmatzgeräusch und Teile vom Gehirn und Blut traten aus der Öffnung hervor. Baltos störte sich daran weniger, da er schon hunderte Tiere ausgeweidet hatte und solch einen Anblick gewohnt war. Kaum da er die Waffe aus dem toten Leib gezogen hatte war er auch schon auf den Weg zu Rumpel und Nanuq.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Montag 1. September 2014, 21:46

Baltos ist: Bild

Als Baltos um die Ecke des Wagens spähte, bot sich ihm ein merkwürdiges Bild. Nanuq stand seitlich zu ihm und kaute auf einem Bein des offensichtlich toten letzten Dunkelelfen herum. Tot, weil ihm ein kleines Kurzschwert, das der Mantroner eher für einen Langdolch halten mochte, aus dem Brustkorb ragte. Über diesem Stand Rumpel und zog an seinem kleinen Schwert.
Blickte der Mantroner zum Kutschbock sah er dort immernoch den Griff der Zwergenaxt gut versteckt unter dem Sitz verborgen. Rumpel hatte anscheinend keine Möglichkeit gehabt sie zu ziehen, jedoch war ein Zwerg wohl niemals unbewaffnet. Der Eisbär schaute auf, spuckte ertappt das Bein aus und Baltos fühlte sich angegrinst. Rumpel hatte einige Mühe die Klinge aus dem Rumpf des Dunkelelfen zu entfernen, da sie sich anscheinend in der Rüstung verhakt hatte. Motzend und fluchend rüttelte er an der Leiche, sodass diese zappelte, als wäre sie noch am Leben.
„Las los, du verfluchtes Überbleibsel einer ungewollten Schwangerschaft! Deine Eltern hätten lieber fünf Minuten spazieren gehen sollen, anstatt dass du mir hier den Tag versaust! Kreuzt hier einfach meinen Weg, anstatt in dein Loch zurück zu kriechen, wo du hin gehörst. Sag mal, bist du hohl, dass du meine Klinge nicht hergibst? Hast dich richtig fest gesaugt, verfluchter Mistkerl!“
Wütend zerrte er mit aller Kraft, doch der Körper hing fest und der Zwerg hatte durch sein kleineres Maß den deutlich ungünstigeren Winkel für diese Arbeit. Auch das Pferd dieses Reiters war komplett durchgegangen und galoppierte in entgegen gesetzter Richtung davon. Rumpels Kopf wurde derweil immer röter:
„Verdammt, ich hol gleich den Hammer und mach Mus aus deine Rippen! Ich kann auch Muffel bitten sich auf dich zu setzen, kommt aufs Gleiche raus! Hrrrrrrrrrrrrrnnng!“
Mit einem Fuß auf dem Brustkorb des Elfen und mit beiden Händen am Heft der Klinge zog Rumpel an seinem geliebten Kurzschwert und dann tat es endlich ein hohles, ploppendes Geräusch geben, gepaart mit einem Schmatzen, als der Unterdruck die Luft entlang der Schneide einsog, dann war es endlich geschafft.
„Verfluchte Dunkelelfen!“
Er dreht sich zu Baltos um und schnaufte noch einmal laut durch die Nase.
„Und jetzt?“
Ein Blick nach Vorne genügte um die Lage zu klären. Der entkommene Dunkelelf hatte seine Leute am Wagen erreicht und sie schienen sich eilig miteinander zu beraten. Aus der Entfernung konnte man die zwei berittenen und den Wagenlenker als potenzielle Gegner ausmachen. Es sah aus, als würden sie sich am hinteren Teil des Wagens zu schaffen machen.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Dienstag 2. September 2014, 07:35

Baltos legte bei dem Anblick, wie der Bär am Fuß des Toten knapperte, den Kopf leicht schief und als Nanuq seinen Freund wahrnahm spuckte er das Bein ertappt aus. Der Jäger musste über das Verhalten seines Freundes kurz lachen. Solange es erschlagene Feinde sind. Dachte er sich noch dabei und beobachtete dann Rumpel dabei wie er versuchte sein Schwert, was für den Mantroner eher ein Langdolch war, aus dem Leichnam zu ziehen. Baltos dachte noch nicht einmal daran Rumpel zu helfen, denn der Zwerg würde definitiv nicht dabei seine Hilfe wollen. Nach einer gewissen Zeit schaffte es der kleine Mann auch seine Waffe zu befreien. Baltos nickte ihn kurz zu und blickte dann zu den Gefangenenwagen.
Es sind also nur noch drei Mann und wahrscheinlich tragen zwei davon auch eine Armbrust. Also müssen diese zuerst ausgeschaltet werden. Der Jäger hatte schon eine Idee und als hätte es Rumpel gewusst fragte er ihn gleich wie sei weiter vorgehen wollten.
„Wir nehmen uns die Armbrüste der Gefallenen und bekämpfen Feuer mit Feuer. Kannst du reiten?“ Dabei blickte er mit einem leichten Grinsen auf Nanuq und dann wieder auf Rumpel.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 3. September 2014, 21:07

„Wir nehmen uns die Armbrüste der Gefallenen und bekämpfen Feuer mit Feuer. Kannst du reiten?“
Dabei blickte Baltos mit einem leichten Grinsen auf Nanuq und dann wieder auf Rumpel, dem bei der Frage fast die Augen aus dem Kopf fielen.
„Die Frage ist wohl eher, ob ich ihm nicht zu schwer bin! Hah!“
Zwar war der Zwerg deutlich kleiner als der Mantroner, aber wog man seinen Stolz mit auf, könnte es knapp werden.
„Im Ernst, meinst du er trägt mich? Festhalten kann ich mich ja, aber sonst werde ich dann nichts weiter tun können. Reiten, ja aber dann auch noch Schießen? Eher nicht. Allerdings bin ich immer zu Experimenten bereit. Ach, meinetwegen! Lassen wir's drauf ankommen, HAH!“
Stampfend ging er auf Nanuq zu, der verstört den Kopf zu Baltos hob und leise, quietschende Geräusche von sich gab.
„Kleiner Mensch will was. Reiten?“
Ohne den definitiven Befehl seines Freundes würde der Eisbär niemanden anderen auf seinen Rücken lassen. Er war kein gewöhnliches Reittier und zog auch lieber Schlitten, als den Druck im Nacken zu haben, trotzdem wusste der Jäger, würde Nanuq alles für ihn tun. Auch einen Zwerg tragen, wenn die Situation es erforderte. Ein gewisser Widerwille blieb jedoch und die wage mentale Hoffnung, dass es nicht für lange war. Rumpel griff in die Gurte des Zaumzeugs, was Baltos hergestellt hatte und zog sich ächzend auf den verschlammten Rücken des Tiers. Baltos hatte inzwischen die Armbrüste der Gegner eingesammelt und schaute sich nach den Bolzen um. Der eine Tote, den Nanuq als erstes durch die Luft gewirbelt hatte, hatte einen engen Gut um die Brust geschnallt in dem zehn Bolzen steckten. Seine Armbrust war mitsamt dem Pferd durchgegangen, aber er trug noch einige andere interessante Gegenstände bei sich, die später einer genaueren Untersuchung bedurften. Jetzt galt es sich den verbleibenden drei Dunkelelfen zu stellen!
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Donnerstag 11. September 2014, 09:09

Baltos wendete sich an Nanuq als dieser fragte was Rumpel vorhatte.
„Ja er muss kurz auf dir reiten! Bring ihn in die Nähe zu den Anderen mit den Pferden! Wir müssen sie töten!“
Nanuq war zwar nicht begeistert von der Idee aber er fand sich damit ab Rumpel auf seinen Rücken zu tragen. Der Mantroner währenddessen sammelte die Armbrüste auf und reichte eine davon den Zwerg. Er selbst behielt für sich auch eine Armbrust und spannte diese. Zwar hatte er noch nie solch eine Waffe benutzt aber man brauche kein Genie sein um zu wissen, wie man diese Armbrust benutzte.
„Schnappen wir uns diese Mistkerle!“ Und mit diesem Spruch rannte der Jäger los.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Dienstag 16. September 2014, 11:59

Ein paar Atemzüge flossen dahin, bis der Jäger die Konstruktion der Armbrust verstand und die Sehne spannte. Dann war alles recht einfach. Ein Schwall Kampfeslust und Blutdurst flossen durch Baltos Gedanken. Ob es seine eigenen waren oder die seines Freundes war nicht genau zuzuordnen. Nanuq hielt den Kopf gesenkt als der Zwerg auf seinen Rücken kletterte und fletschte die Zähne. Baltos hielt ihm die fertige Armbrust entgegen und kümmerte sich dann eilig um seine.
„Schnappen wir uns diese Mistkerle!“
Dann kamen sie auch schon hinter dem Wagen hervor und rannten über die freie Fläche zwischen ihnen und ihren Gegnern. Baltos konnte schon aus der Entfernung sehen was sich verändert hatte. Einer der Dunkelelfen hatte sein Pferd gewendet, sich von den Verbleibenden getrennt und galoppierte davon. Etwas zappelte unkontrolliert hinter ihm auf dem Pferd. Anscheinend hatte er sich ein lebendiges Schutzschild auf den Rücken gebunden. Ein Kind vielleicht? Die beiden anderen blickten in die Richtung der Angreifer. Der Kutscher stand oben auf dem Wagen und hatte mit einem Arm seine Armbrust in ihre Richtung angelegt. Mit dem anderen hielt er eine Art Lanze, deren Spitze über dem Kopf einer der Gefangen schwebte. Der zweite hatte, wie sein flüchtender Kamerad, eine Gestalt vor sich im Sattel und der Glanz einer Klinge verriet die Bredrouille in die Baltos und Rumpel nun gerieten. Die beiden Dunkelelfen bedrohten das Leben ihrer Geiseln und warteten auf die Reaktion ihrer Gegner. Von den übrigen Sklaven war wenig bis gar keine Hilfe zu erwarten, da sie in Ketten geschmiedet worden waren. Die die den Wagen zogen waren gebrochene Menschen, doch jene die im Wagen gefangen gehalten wurden waren kleiner und breiter gebaut. Rumpel wurde bleich bei ihrem Anblick. Um so näher sie kamen und so breiter wurde das Grinsen des Einen. Seine Schwertklinge drückte sich tiefer in das Fleisch seiner Geisel und Blut quoll mit einem dünnen erstickten Schrei hervor.
"STEHENBLEIBEN, oder ihr habt ihr Blut auf euren Seelen zu tragen!"
Die junge Frau vorne im Sattel hatte weit aufgerissene Augen und starrte in den Himmel über ihr. Die Klinge glitzerte an ihrer Kehle. Ihre Statur war klein, aber sie hatte breite Schultern, volle Rundungen und ein gebährfreudiges Becken. Ihre Kleidung, ihre Röcke waren von Blut dunkel. Ihre Arme hingen verbunden durch eine Kette schlaff herab.
Baltos spürte, dass Nanuq weiter voran preschen würde, dass er als erstes sich auf des Pferd des Sprechers stürzen wollte. Ein Seitenblick auf Rumpel zeigte tiefen Groll, Verzweiflung und Hass. Der Bart des Zwerges teilte sich und er schrie:
„NAAAEEEIIIINN!!!"
Nanuq und Rumpel waren schneller als er und Baltos musste den verwirrten Ausdruck des Dunkelelfen ertragen, als der Zwerg nicht zögerte und mit tränennassem Gesicht weiter vor stürmte. Er schoss, ein Bolzen glitt von den Stäben des Wagens ab und ging ins leere. Sein Kampfschrei kreiste über der Ebene, während er sein kleines Schwert zog. Noch bevor sie den Wagen erreichten, wandelte sich die Situation. Ein leises:
„Verdammte Zwerge!“
drang an die geschulten Ohren des Jägers und kurz darauf schnitt die gegnerische Klinge tief und tödlich ins Fleisch der Geisel. Gleichzeitig riss der Kerl sie vor sich aus dem Sattel und versuchte noch sein bereits scheuendes Pferd vor dem Angriff des Bären in Sicherheit zu bringen. Ein kurzes Surren einer Sehne verriet, dass der Bolzen des zweiten Dunkelelfen sich auf den Weg gemacht hatte. Dann war Baltos am Zug.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Montag 22. September 2014, 12:03

Da hatte Baltos wohl ins Schwarze getroffen als er gesagt hatte das eventuell auch unter den Gefangenen sich Zwerge befinden könnten. Dem entsprechend war das überstürzte Verhalten von Rumpel auch mehr als vorhersehbar gewesen. Der Sklaventreiber auf dem Pferd würde bald fallen und somit gab es als Ziel für Baltos nur noch den Mann auf den Kutschblock. Der andere Reiter war schon zu weit weg um ihn noch mit der Armbrust zu treffen, also betätigte Baltos den Abzug und schoss auf den Sklaventreiber auf der Kutsche.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 24. September 2014, 09:43

Armbrüste, sie waren nicht schwierig zu verstehen, doch für jemanden der sich sonst auf den Nahkampf spezialisiert hatte, war diese Schusswaffe etwas ungewohntes. Der gegnerische Schütze hatte auf jeden Fall mehr Erfahrung. Baltos hatte das Surren des Bolzens vernommen und schoss seinerseits. Er hörte das Geräusch des Aufpralls neben sich, doch sein Blick war nach vorne gerichtet. Jetzt galt es zu handeln. Selbst wenn der Zwerg getroffen worden war, so hielt ihn seine Verletzung nicht im Geringsten auf. Nanuq war unversehrt geblieben, da war sich Baltos zu hundert Prozent sicher, das hätte er gespürt. Alle drei stürmten weiter nach vorne. Der Eisbär setzte zu einem gewaltigen Satz an und riss damit das Pferd mitsamt Reiter zu Boden. Das Geschoss des jungen Jägers verfehlte sein Ziel nur knapp. So knapp, dass er den erschrockenen Atem seines Gegners schon hören konnte. Dann war auch er in Nahkampfreichweite.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Mittwoch 24. September 2014, 13:57

Baltos hatte nicht darauf vertraut, dass er den Kutscher mit den Bolzen treffen würde und war deswegen auch gleich nach dem betätigen des Abzuges losgerannt um den Mann zu erschlagen. Diese Voraussicht sollte sich auch Auszahlen denn sein Bolzen verfehlte nur ganz knapp das Ziel, dadurch war der Sklaventreiber aufgrund der Nahtoderfahrung zu perplex um noch rechtzeitig zu reagieren, als der Jäger geschickt auf den Wagen sprang und die Axt in seinen Hals versenkte. Nanuq währenddessen riss Pferd und Reiter gleichermaßen um und versenkte sein mächtiges Gebiss in das weiche Fleisch der Stute.
Rumpel war dicht hinter Nanuq und gab den Reiter keine Möglichkeit sich von seinem Pferd zu befreien, sondern hackte wie ein Irrer auf den wehrlosen Mann ein.
Baltos blickte kurz noch einmal den letzten Schurken hinterher der sich rasend entfernt und merkte sich die Richtung, in die er ritt. Vielleicht konnte er der Gefangenen später noch helfen, doch der Mantroner rechnete seine oder ihre Überlebenschancen eher gering aus.

Der Jäger wollte sich gerade darum kümmern die Sklaven zu befreien als er feststellte das Rumpel weiterhin auf den Toten einschlug. „Kleiner Mensch nicht wissen das Anderer, tot?“ Nanuq hatte sich schon etwas entfernt von Rumpel, weil ihn sein Verhalten nicht gefiel.
„Ich helfe ihm!“ Sagte Baltos zu seinem tierischen Begleiter und gab den Sklaven die ihn mit Hoffnung in den Augen ansahen mit einer Geste zu verstehen, dass er ihnen gleich helfen würde.
Im normalen Laufschritt näherte sich der Mantroner den Zwerg und beobachtete ihn noch zwei Minuten lang, wie dieser auf den Leichnam einhackte, der mittlerweile kaum noch als solch einer zu identifizieren war. „RUMPEL!“ Er reagierte nicht.
„RUUUMMMPELLLL!“ Wieder keine Reaktion! Der Mantroner ballte seine freie Hand zur Faust und schlug den Zwerg mit voller Wucht ins Gesicht, als dieser gerade wieder zum Schlag ausholen wollte. Der kleine Mann der nicht auf den Aufprall vorbereitet war flog der Länge oder vielleicht besser gesagt der Kürze nach in den Dreck.
„Rumpert Knulburbur er ist tot mehr kannst du für sie nicht tun.“ Der Mantroner wusste, wie sich der Zwerg fühlte, aber Mitleid hätte in der jetzigen Situation überhaupt nichts gebracht. Manchmal war die bittere Realität die beste Medizin, auch wenn sie schmerzte.
„Hilf mir lieber die Gefangenen zu befreien und such den Schlüssel für ihre Ketten!“
Baltos sprach in einen sehr harten Ton mit dem Zwerg und wahrscheinlich dachten die Sklaven das Baltos der Anführer der Drei war und nicht Rumpel. Wahrscheinlich war er das in der jetzigen Situation auch.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Freitag 26. September 2014, 10:23

*Rums*
Baltos mantronische Faust landete zielsicher am Jochbein des kleinen Mannes und streckte ihn nieder. Der Kampf war vorüber, aber das hatte der Zwerg noch nicht begriffen. Schwer atmend lag er da und zitterte.
„Rumpert Knulburbur er ist tot mehr kannst du für sie nicht tun.“
Der Mantroner wusste, wie sich der Zwerg fühlte, aber Mitleid hätte in der jetzigen Situation überhaupt nichts gebracht. Manchmal war die bittere Realität die beste Medizin, auch wenn sie schmerzte.
„Hilf mir lieber die Gefangenen zu befreien und such den Schlüssel für ihre Ketten!“
Erst jetzt ging ein Ruck durch den Niedergeschlagenen und er kämpfte sich leicht schwankend auf die Beine. Er brauchte noch einen Moment um sich zu fangen, aber dann gab er ein brummendes:
„Ziemlich festen Schlag hast da.“
von sich. Nanuq tat sich derweil schmatzend und Knochen knackend am frischen Pferdefleisch genüsslich. Rumpel nahm die Schwertspitze und fuhr damit durch die Überreste der zerstückelten Dunkelelfen, auf der Suche nach einem Schlüssel. Letztendlich war es jedoch Baltos der beim toten Wagenlenker das Gesuchte fand. Schnell waren die Sklaven die den Wagen gezogen hatten von ihren Ketten befreit und der Käfig aufgesperrt. Teils hektisch, teils zögerlich betraten die geschundenen Gestalten ihren Weg in die Freiheit. Einer, ein menschlicher junger Mann nahm einfach seine Beine in die Hand und rannte blindlings los. Der wirre Ausdruck in seinen Augen verhieß keinen klaren Geist und er ließ sich auch nicht helfen. Der Rest der Sklaven die in dem Wagen saßen waren hauptsächlich Zwerge. Vier Männer unterschiedlichen Alters, zwei Kinder und eine alte Frau die sich gerade um den am schwersten verletzten kümmerte. Dieser lag ganz hinten im Käfig und hatte nicht die Kraft selbstständig aufzustehen. Man sah deutlich dass sie ihn gefoltert hatten. Als ihre Befreier näher traten stöhnte er:
„Danke! ...*hust*... Danke für eure Hilfe.“
Die Alte wollte ihn davon abbringen zu sprechen, doch er schob sie halbherzig weg.
„Ihr müsst die Kunde verbreiten, dass Rugta an die Dunklen gefallen ist! Sagt es allen die ihr trefft! Bitte! Ihr ...“
Er zeigte auf Rumpel.
„Ihr müsst unser ...*hust*... unser Erbe schützen.“
Dann berichtete er wieder in der Gemeinsprache von Rugta und wie es von den Dunkelelfen überrannt worden war. Er schämte sich nicht, als dicke Tränen in den roten Bart liefen und er vom Tod vieler seiner Brüder berichtete. Er erzählte davon, dass viele als Sklaven fort gebracht worden waren und die Siedlung von Orks und ihren Herrn jetzt regiert wurde. Sie waren aus dem Nebel gekommen und hatten das stolze Volk unterjocht. Der Verletzte begann plötzlich von der Größe Nogrots, dem Drachengebirge und der Stärke seiner Krieger von dort zu stammeln und dämmerte immer mehr weg. Die Alte fügte hinzu, dass seine Familie von dort her stammt und er als Kind nach Rugta gezogen sei.
„Macht euch keine Gedanken um uns. Wir werden das schon überleben. Jetzt da wir frei sind, werden wir verschwinden, um wieder zu Kräften kommen. Wir brauchen nur etwas Zeit.“
Nervös sah sie in Richtung Osten, in die der flüchtende Dunkelelf verschwunden war.
„Ich hoffe, das wir sie haben werden.“
Rumpel stand starr und still da und betrachtete seine blutigen Hände. Es brauchte etwas bis er plötzlich los zu seinem Wagen lief und mit beiden Armen voller Kram zurück kam. Da war eine Wasserflasche, Fleisch, ein Fell und vielleicht noch mehr was er den Überlebenden spendete. Dann sah er Baltos an.
„Findet dein Bär den Ausreißer?“
Baltos nickte automatisch. Es sprach nichts dagegen.
„Dann lass uns keine Zeit verlieren!“
Er wandte sich noch einmal an die Alte.
„Habt ihr eine Frau mit Namen Mathilde in Rugta getroffen?“
Sie schüttelte den Kopf und Rumpel kniff die Lippen unterm Bart zusammen, sodass er sich nach vorne wölbte. Er nickte zum Abschied und gab Baltos mit dem Kopf ein Zeichen, dass er eilig weiter gehen sollte. Wenn Baltos noch etwas tun, fragen oder sagen wollte, war jetzt der Zeitpunkt gekommen.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Baltos » Freitag 26. September 2014, 13:35

„Ziemlich festen Schlag hast da.“
Baltos grinste kurz und rieb sich die Faust, die Rumpels Gesicht getroffen hatte.
„Und du nen ziemlich harten Kopf, man könnte glauben, das er aus Stein bestehe!“
Die Zwei lachten kurz gemeinsam und machten sich dann zusammen auf die Suche nach dem Schlüssel. Baltos fand auf den Weg zum Karren noch seine blutverschmierte Streitaxt die einen der Männer in der Schulter gesteckt hatte auf den Boden liegend.
Er reinigte diese kurz im Grass und schob sie zurück an ihren üblichen Platz und ging dann wieder zurück an die Suche.
Während sie die Leichen fledderten Fraß sich Nanuq ordentlich an dem Pferd satt. „Alles so einfach hier?“ Der Mantroner blickte kurz zu den Bären. Dieser schien die Reise bis jetzt mehr als nur zu genießen, schließlich hatte er ja auch gut Beute gemacht, einen Elfenfuß und ein ganzes Pferd hatte er erlegt. Wahrscheinlich musste Baltos bald einschreiten, damit sein Freund nicht zu Fett werden würde. „Vielleicht!“ Antwortet der Mantroner knapp auf die Frage des Bären und wischte sich mit der blutverschmierten Hand den Schweiß von der Stirn. Für Baltos war die Reise bis jetzt nicht so angenehm, da ihn die hohen Temperaturen sehr belasteten. Manchmal wünschte er das er sich auch von der Aquadin hätte verzaubern lassen sollen, aber das wäre nicht Baltos Stil gewesen. Er hatte noch nie etwas geschenkt bekommen, sondern hatte sich alles hart erarbeitet also würde er sich jetzt auch nicht von der Wärme aus diesen neuen Landen besiegen lassen!
Mit neuem Elan machte er sich daran die Taschen des Sklaventreibers zu untersuchen und holte dabei so manch seltsamen Gegenstand hervor. Zum einen fand er einen Metallvogel der am Schnabel und am Gesäß, Öffnungen hatte mit unterschiedlichen Durchmessern. Danach brachte er einen Kompass zutage der, egal wo man ihn hinhielt, sich immer im Kreis drehte und nie anhielt. Danach entdeckte er noch eine kleinen Beutel, indem sich noch ein Beutel befand, indem wiederum auch ein Beutel war, der absolut nichts enthielt. Baltos blickte den Toten skeptisch ins Gesicht. Was warst du denn für einer?!“ Als er gerade die letzte Tasche des Mannes durchwühlte, fand er endlich den Schlüssel und hielt ihn wie eine Trophäe in die Luft.
„Ich hab ihn, gleich seid ihr frei!“ Mit diesem Satz sprang er vom Kutschblock und befreite zuerst die Sklaven, die den Wagen ziehen musste. Baltos musste bei dem Geruch den die Sklaven verströmten seine ganze Willenskraft aufrechterhalten, um sich nicht zu übergeben. Ihre Peiniger hatten sich nicht darum gekümmert, dass die armen Seelen genug Möglichkeiten hatten sich um ihre Körperpflege zu kümmern geschweige denn das sie die Wunden behandelten, die sie ihren Opfern zugefügt hatten. Ein Mann hatte so einen üble und eitrige Wunde am Bein gehabt, dass Baltos durch den Geruch als er ihn dabei half die Beinmanschette zu lösen, fast ohnmächtig geworden wäre. Der Jäger rechnete nicht damit das Heinz, so war sein Name, sein Bein noch lange behalten würde, wenn er überleben wollte. Wahrscheinlich musste es amputiert werden, doch der Jäger behielt diese Gedanken für sich er wollte ihn nicht die Hoffnung nehmen, die er in seinen Augen gelesen hatte.
Nachdem er alle Sklaven befreit hatte die den Wagen ziehen mussten ging er zu denen die sich im Käfig befanden und half den Hilfebedürftigen beim Herauskommen.
Ein Mann hatte es dabei so eilig gehabt, dass er einen anderen dabei umstieß und als Baltos nach ihm greifen wollte um ihn zu beruhigen wurde dieser nur noch rasender und lief wie von Faldor besessen davon. „WO WILLST DU HIN???“ Rief ihm der Jäger noch hinterher aber eine Antwort blieb ihn der ehemalige Sklave für immer schuldig.

Als die Gefangenen Zwerge nach draußen kamen, wurde Baltos und Rumpel die ganze Geschichte ihrer Gefangennahme erzählt. Der Jäger lies während er der grausamen Erzählungen der kleinen Leute lauschte nicht einmal seinen Weggefährten aus dem Auge. Schließlich war Rumpel für diese Geschichte zu emotional belastet, aber er ertrug die blutigen Details bis zum Schluss. Der Zwerg war so bewegt von den Leiden dieser Gefangenen das er einen Großteil seines und Baltos Reiseproviant an diese verschenkte.
Der Mantroner störte sich daran nicht, da er es selbst getan hätte und die Zwei waren auch in einer besseren körperlichen Verfassung um sich selbst zu versorgen als die ehemaligen Sklaven.
„Findet dein Bär den Ausreißer?“
Baltos nickte automatisch, als ihn Rumpel dies fragte.
„Dann lass uns keine Zeit verlieren!“ Der Jäger verzog kurz eine Augenbraue.
„Was ist mit deinen Karren? Du wirst ihn doch wohl nicht hier stehen lassen oder? Denn das müsstest du damit wir den Elfen auf dem Pferd einholen können. Wäre es nicht besser du bleibst bei den Anderen und hilfst ihnen und ich verfolge den Kerl und bring ihn zu euch? Alleine mit Nanuq bin ich schneller!“
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Freitag 26. September 2014, 20:03

Sie hatten sich ein paar Schritt vom Sklavenkäfig entfernt.
„Was ist mit deinen Karren? Du wirst ihn doch wohl nicht hier stehen lassen oder? Denn das müsstest du damit wir den Elfen auf dem Pferd einholen können. Wäre es nicht besser du bleibst bei den Anderen und hilfst ihnen und ich verfolge den Kerl und bring ihn zu euch? Alleine mit Nanuq bin ich schneller!“
Kaum hatte der Jäger seine Rede beendet sah er deutlich den Zwiespalt in Rumpels Gesicht aufkommen. Zwei Seelen stritten hinter seiner breiten Stirn. Die eine war durch und durch Händler und wollte wenigstens den letzten Rest Profit sichern, die andere war ein rachsüchtiger Zwerg der sich um sein Volk sorgte. Seine linke Gesichtshälfte verkrampfte sich und begann zu zittern, während die Rechte die Zähne aufeinander presste. Plötzlich stampfte er wütend mit dem Fuß auf.
„Bei Brocknars breitem Arsch, ich bezahl dich nicht für Alleingänge Kleiner! Wenn das stimmt, was die Alte gesagt hat, wimmelt es hier von diesen Finsterlingen! Wenn sie dich ... oder unwahrscheinlicher mich alleine kriegen, sind wir geliefert. Dein Vorschlag ist saugefährlich! Der Kerl ist schon vielleicht schon über alle Berge, wie die Spitzohren es so machen, diese Feiglinge! Aber wenn ich jemandem zutraue ihn zu finden, BEVOR er seine Kumpel holen kann, dann bist du das und dein treuer Freund hier!“
Dabei klopfte er Nanuqs gewölbte Flanke die dabei sanft schaukelte. Der Zwerg wirkte wütend und drohte:
„Wenn du nicht in spätestens zwei Tagen zurück bist, fahr ich alleine weiter, hast du mich verstanden. Dann gibt es keinen Lohn! Ich werd auch nicht nach dir suchen!“
Rumpel grummelte finster vor sich hin, doch so richtig überzeugend wirkte er nicht dabei.
„Ich pass auf die Verletzten auf solange ich kann. Wir werden uns in der Senke bei meinem Wagen verstecken. Da sehen uns die Spitzohren wenigstens nicht sofort.“
Er schaute zurück zum Gefängniswagen und runzelte die Stirn. Anscheinend machte er sich ernsthaft Sorgen, ob alle verbleibenden überleben würden. Aber zunächst galt es die „Petze“ auszuschalten, also knuffte er Baltos in die Seite, dass es dem Jäger die Luft aus der Lunge drückte und murrte:
„Pass auf dich auf. Schließlich hab ich in dich investiert, Junge!“
Damit wandte er sich ab und machte sich daran den Käfigwagen samt Überlebenden zu bergen und die Spuren ihres Kampfes zu verwischen.
Baltos befühlte die seltsame Kontur des kleinen Vogels in seiner Tasche, sowie das dreiwandige, leere Säckchen und den Kompass. Ob diese merkwürdigen Gegenstände irgendeinen Sinn hatten? Sie zu erforschen hatte er keine Zeit. Nur das nötigste dabei, schwang er sich auf Nanuqs Rücken und nahm die Verfolgung auf.

Weiter bei: Verloren im Nebel
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Freitag 6. Mai 2016, 22:04

(Delilah kommt von: Verloren im Nebel )

Die junge Lichtmagi hatte einiges zu verdauen, aber die Hoffnung bald wieder in Jorsa auf ihre Großmutter zu treffen half enorm. In ihrem Kopf kreisten sicher tausend Gedanken. Sie hatte viel erlebt und sich verändert; vielleicht zu viel um noch das unbekümmerte Kind zu sein, aber Verano hatte Recht. Sie musste ihren Weg im Licht gehen und durfte sich nicht von vergangenen Schatten herunter ziehen lassen.

Der Weg durch die Nebellande war beschwerlich, aber sie hatten Hilfe. Verano hatte ihr einen Geist an die Seite gestellt, die sie aus seinem Reich, weg von ihm brachte. Rukulla war da und mit ihren „leuchtenden Kinderaugen“ konnte sie ihren goldenen Schimmer selbst in finsterer Nacht und dem undurchdringlichem Nebel ausmachen. Die alte Geisterfrau schwebte wie ein Glühwürmchen voran und zeigte ihnen so den Weg. Baltos war freundlich, aber schweigsam und gebot auch ihr nur das nötigste zu reden, denn sie waren noch in einer feindlichen Umgebung. Der Jäger wachte über sie, aber die Reise gestaltete sich zäh. Schon in der nächsten Nacht geschah es dann, dass sie sich verstecken mussten. Nanuq, Baltos Eisbär hatte eine Fährte gefunden, der Baltos nicht traute und plötzlich musste er eine Entscheidung treffen.
„Deli, sie kommen näher...“
Seine Stimme war flüsternd und drängend.
„Ich werde sie ablenken und die Alte wird dich sicher hier raus bringen. Ich komm schon klar, mach dir keine Sorgen, aber du musst hier weg! Das Grenzgebiet kann nicht mehr weit weg sein.“
Warum verabschiedeten sich plötzlich alle von ihr? Baltos wickelte eilig Stofflappen um die Hufe ihres Pferdes.
„Halt dich unten und beweg dich leise, aber schnell. Ich werde Krach machen und sie weg locken... vielleicht sehen wir uns wieder... Geh jetzt!“
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Delilah » Donnerstag 19. Mai 2016, 02:06

In Delilahs Kopf woben sich tausend Gedanken und Gefühle zu einem Seil, an dem sie sich mehr und mehr den Schatten entziehen konnte. Ihre „Reise“ hatte sie verändert und nun war es an ihr, ob sie letztlich gestärkt das Schlachtfeld verlassen wollte oder den Ängsten und der Schwäche erlag. Sie hatte in Dunkelheit und Licht gestanden. Hatte Geister der Vergangenheit getroffen, sowohl gute wie auch böse und solche, die man für immer im Herzen bei sich trug. Sie hatte Gefährten gewonnen und … verloren.

Der Abschied von Verano hinterließ ein merkwürdiges Gefühl. Er war jetzt solange da gewesen, immer am Rande ihrer Wahrnehmung, hatte auf sie geachtet und sie aus der Bewegungslosigkeit gerettet. Aber sein Gehen war auch ein Zeichen dafür, dass sie jetzt wieder stärker war, wieder auf ihren eigenen Beinen, ihrem eigenen Weg zurück ins Leben und ins Licht.

Der Weg den sie nun, Seite an Seite mit Baltos, durch die Nebellanden beschritt war beschwerlich, doch eine weitere Gefährtin – Rukulla, führte sie durch das alles umfassende Grau des Nebels. Delilah wehrte die Gedanken an die sie umgebenden Feinde ab und konzentrierte sich stattdessen auf ihr Ziel, auf das Licht am Horizont, das ihr schon zum greifen nah schien. Verirrte Gedanken, die sich auf Schatten, Dunkelheit und Feinde richten wollten, zerschnitt sie gnadenlos und richtete sie stattdessen auf das goldene Seil, dass ihr bei ihrem Weg hinaus helfen würde. Rukullas goldene Gestalt vor sich und Baltos jagderprobte Gestalt neben ihr, waren ihr Kraft und Trost.

Sie würde nach Hause kommen. Sie würde der Akademie berichten, was sie über den Hauch und die Feinde vor den eigenen Toren wusste. Sie würde Freunde und Familie wiedersehen. Sie würde helfen und sie würde wieder heilen lernen. Sie würde ihre Großmutter sehen. Sie würde Britt wiedersehen … und Leon. Sie würde Raphael besuchen. Der Graue, der sie damals zur Akademie und somit auf den Weg des Lichts gebracht hatte und seither über sie gewacht hatte. Bis Nova die Kontrolle verloren hatte. Sie würde sich für ihr dummes Verhalten entschuldigen. Sie würde den Tempel besuchen und den Göttern für ihren Schutz danken. Sie würde Lysanthor danken… Sie würde…

Delilah schmiedete weiter Pläne in ihrem Kopf. Dinge, die sie tun wollte. Die Pläne lenkten sie ab von dem Nebel, dem erneuten Gefühl von Blindheit, dem Schweigen, das sie sich nicht traute zu brechen. Während sie diese Pläne schmiedete, war ihr Blick auf Rukullas Silhouette fixiert. Sie streichelte sanft Ganbus Hals. Die Nähe des Tieres tat ihr gut und beruhigte zusätzlich ihren Geist.

Doch schon in der nächsten Nacht geschah es dann, dass sie sich verstecken mussten. Nanuq, Baltos Eisbär hatte eine Fährte gefunden, der Baltos nicht traute und plötzlich musste er eine Entscheidung treffen.
„Deli, sie kommen näher...“
Seine Stimme war flüsternd und drängend.
„Ich werde sie ablenken und die Alte wird dich sicher hier raus bringen. Ich komm schon klar, mach dir keine Sorgen, aber du musst hier weg! Das Grenzgebiet kann nicht mehr weit weg sein.“
Baltos wickelte eilig Stofflappen um die Hufe ihres Pferdes.
„Halt dich unten und beweg dich leise, aber schnell. Ich werde Krach machen und sie weg locken... vielleicht sehen wir uns wieder... Geh jetzt!“
Delilah sah den großen Mantroner für einen kurzen Augenblick mit großen Augen an. Sie wollte ihn nicht gehen lassen, wollte nicht alleine weiter ziehen durch die Nebel, nicht noch einen ihrer Freunde auf dem Weg verlieren. Sie wollte nicht, dass er sich in die Klinge warf, während sie einfach fortging. Doch… sie war keine Kämpferin, sie würde ihm hier keine Hilfe sein. Da schloss das Mädchen kurz die Augen und ein schiefes Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen. Sie ließ den Blick über sein bärtiges Gesicht gleiten.
„Baltos Bestientod, du bist ein außergewöhnlicher Freund. Mögen die Götter über dich wachen.“

Dann schmiegte sie sich an Ganbu und richtete ihren Blick auf Rukullas Licht um ihm zu folgen. Sie sah nicht mehr zurück, auch wenn ihr Herz einen besorgten Takt anschlug.
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Re: Dem Fall der Sonne entgegen

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 19. Mai 2016, 17:58

„Baltos Bestientod, du bist ein außergewöhnlicher Freund. Mögen die Götter über dich wachen.“
Dann schmiegte sie sich an Ganbu und richtete ihren Blick auf Rukullas Licht um ihm zu folgen. Sie sah nicht mehr zurück, auch wenn ihr Herz einen besorgten Takt anschlug. Ihr mantronischer Freund war fort und sie war allein in einer unbekannten Gegend. Noch nie war sie weiter als ein paar Stunden Fußweg aus Jorsa heraus gekommen. Erst in ihrer Ausbildung hatte sie die Hauptstadt das erste Mal wirklich verlassen und war prompt auf den Hauch Morgerias gestoßen. Jetzt war sie ganz allein und bis auf das sanfte, goldene Leuchten Rukullas, unter ihren "Kinderaugen", führerlos, aber der Geist der Alten lotste sie zielsicher aus der Gefahrenzone. Den Zauber die ganze Zeit aufrecht zu erhalten kostete die Novizin dann doch einiges an Energie. Immer wieder fielen ihr die Augen kurz zu, so angestrengt war sie nach ein paar Stunden. Der Zauber war nicht dafür gemacht als Dauerzustand zu halten, aber zur Orientierung im Nebel war er gerade unerlässlich.

Sie hielten nicht, machten keine Rast und Delilah hielt sich wie geraten dicht an Ganbus Hals gepresst. Das Pferd schritt stetig voran, über den weichen Waldboden, dann über offenes Gelände. Die Nacht und ihre Nebelfelder hatten sich über die Grenzgebiete der Nebellande ausgebreitet und erst gegen Morgen zogen sie sich zurück. Als die ersten Sonnenstrahlen die Schleier zerrissen, hörte Delilah Rukullas Stimme.
„Delilah, warte.“
Sie hielt das Pferd an und setzte sich aufrechter hin. Langsam begannen ihre Knochen steif zu werden. Die Erschöpfung ihres Geistes begann erste körperliche Symptome zu zeigen.

Delilah ist leicht verletzt Bild

(weiter bei: Auf den Straßen um Ganda )
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