Verloren im Nebel

Dieser Landstrich ist so hügelig, dass man vergeblich nach einem flachen Stück Erde suchen wird. Tagsüber eine saftige Landschaft mit Wiesen, Wäldchen und Grasebenen. Doch nachts kommen die Nebel über das Reich und mit ihnen unheimliche Schrecken.
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Februar 2016, 10:02

„Ich erzähl dich gleich was geschehen ist, aber jetzt muss ich erst mal Brovi helfen diese Monster zu verschnüren! Eigentlich hat nicht einer verdient zu überleben … Nur … „
Baltos sah, wie der Zwerg mit seinen Gefühlen kämpfte und körperlich sah er ebenfalls nicht mehr so fit aus wie beim letzten Mal, als der Mantroner noch bei ihm war. Er schien durch den Harax gegangen zu sein und wieder zurück. Ihm standen die Haare zu Berge und das bisschen Haut was man sehen konnte wirkte sehr blass.
„In Ordnung, dann hole ich die anderen Beiden aus meiner Gruppe, wobei einer davon ein Kunde von dir ist!“
Rumpel hob neugierig die buschigen Brauen. Der Jäger nickte kurz den Zwergen zu und lief dann zurück zu Deli und Verano. Seinen Eisbären hatte Baltos natürlich nicht vergessen, aber in der jetzigen Situation konnte er für seinen Freund nicht viel ausrichten und es gab schlimmere Zustände als absolute Gelassenheit. Lange brauchte der erfahrene Jäger nicht, um zu seinen zwei Begleitern aufzuschließen und mit seinem Lichtkranz um den Kopf konnte diese ihn auch schon früh erkennen. Als er sich ihnen auf Sichtweite näherte, gab er ihn ein kurzes Handzeichen, das sie zu ihn aufschließen sollten und Veranos weißer Hengst setzte sich augenblicklich in Bewegung. Der zweite mit der Novizin darauf folgte. Als Verano und Delilah in Hörweite waren erzählte Baltos den Zwei, was passiert war:
„Rumpel und ein magiekundiger Zwerg haben eine Gruppe von Orks ganz in der Nähe ausgeschaltet, nur Rumpel sieht etwas angeschlagen aus. Die Orks sind total entspannt, benehmen sich fast wie glückliche Betrunkene. Rumpel und der Andere fesseln die Orks gerade in diesem Moment. Der Zauber des Zwerges hat aber auch leider Nanuq erwischt, deswegen solltet ihr lieber hinter mir bleiben, nicht das ihr auch aus Versehen in den Radius des Zaubers tretet! Obwohl ich mir Schlimmeres vorstellen könnte als komplett entspannt zu sein.“
Delilah wirkte erleichtert, denn anscheinend kannte Baltos die im Nebel verborgenen Gestalten. Ihr kleiner Fauxpas hatte zum Glück keinen allzu großen Schaden angerichtet, dennoch ärgerte sie sich über sich selbst und das sah man ihr an. Sie dachte halt nicht wie ein Jäger, sie dachte wie eine Magi. Mit einem leisen Seufzen aus den Lippen der jungen Schülerin erloschen die schwebenden Lichter. Sie hatte Baltos sicher nur helfen wollen, doch wenn dort gefährliche Feinde gewesen wären, hätte sie ihn der Gefahr preisgegeben. Aus Fehlern lernte man und diesen würde sie sich sicher für die Zukunft merken. Gleichzeitig konnte ihr aber auch die Idee kommen, dass ihre Lichter in anderen Situationen ein gutes Ablenkungsmanöver sein könnten.
Das Mädchen wirkte nachdenklich.
"Dann geht es Nanuq gut?"
, fragte sie und Verano antwortete anstelle des Jägers:
„Wenn es der zaubernde Zwerg ist, von dem mir meine Geister schon berichtet haben, dann sollten wir warten, bis er den Zauber aufhebt, oder er erlischt. Vollkommene innere Ruhe kann in einer unbefriedeten Umgebung eine mächtige Waffe sein, aber sie schadet dem erlegendem Ziel nicht. Delilah, du siehst wo die Wirkung beginnt, oder?“
Er sah sie an uns sein Lächeln war warm und fühlte sich tröstend an.
„Dann werden wir bis an diese Grenze folgen.“
Baltos übernahm die Führung zurück zu Rumpel und den Anderen.
Rumpel hatte sich entschieden die letzten beiden tiefen-entspannten Orks am Leben zu lassen. Er hatte etwas Seil von der Ladefläche seines Wagens geholt und beide Zwerge vertäuten die noch übrig gebliebenen lebendigen Grünhäute. Tatsächlich waren es nur noch die zwei die atmeten, denn die anderen hatten sie zuvor schon schlagkräftig ausgeschaltet. Ohne jede Gegenwehr war fast jeder Feind ein leichtes Opfer. Egal wie groß und monströs sie waren. Selbst jetzt betrachteten sie ihre Artgenossen mit größtmöglichem Gleichmut, was sich aber schnell ändern konnte, sobald die Wirkung der Runen nachließ. Rumpel zerrte die Leichen vom Weg herunter hinter die Bäume und deckte sie grob mit etwas Geäst ab. Musste ja nicht jeder gleich sehen, dass hier etwas passiert war. Die anderen beiden hatten sie an den Wagen gelehnt.
Brovi sah wie zwei Reiter sich aus dem Nebel näherten und außerhalb seines Runen-Dreiecks stehen blieben. Rumpel kannte anscheinend diesen Baltos Bestientod und dieser hatte anscheinend noch zwei Leute dabei. Bald konnte er sehen, dass es sich bei den Neuankömmlingen um einen hoch gewachsenen Ritter und ein junges Mädchen handelte. Beide waren Menschen. Der Mann trug einen weißes Wappenrock dessen Zeichnung nur undeutlich durch den Nebel schimmerte und der ihm irgendwie entfernt bekannt vor kam. Aber so recht wollte sein Gehirn sich nicht erinnern. Er steckte in einer guten Vollrüstung und auch die Bewaffnung sah sehr kostspielig und gut gepflegt aus. Sein Haar war nach hinten zusammen gebunden und hatte mehrere Farben von dunklen, fast braunen Ansätzen bis hellblonde Spitzen in den Längen. Das Gesicht war scharf geschnitten und sicher für einige Frauen seiner Spezies sehr ansehnlich. Die Augen waren so grau wie Nebelfelder in der Dämmerung.

(Da ihr jetzt alle zusammen seid und einander sehen könnt, bitte von jedem eine kleine Figurenbeschreibung, wie er so auf den ersten Blick wirkt und aussieht.)
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Dienstag 8. März 2016, 16:16

Die beiden Zwerge hatten es tatsächlich alleine geschafft, mit allen sechs Orks fertigzuwerden! Brovi konnte das immer noch nicht so recht glauben. Seine Runen hatten funktioniert. Er nahm seine Schutzbrille ab und wischte sich mit dem Ärmel seines Mantels den Schweiß von der Stirn. Sein hellbrauner Mantel reichte beinahe bis zum Boden, wodurch der untere Saum großflächig mit Schlamm bespritzt war, ebenso wie die beschlagenen Stiefel des Zwergs. Er trug eine Lederkappe und Handschuhe, sowie einen Rucksack, der, nach seinen Ausbeulungen aller möglichen Formen zu urteilen, mit allerlei Krimskrams gefüllt war. Im Nachhinein fragte Brovi Brockstein sich, warum er ihn überhaupt mitgenommen hatte: Es war im Grunde nur zusätzliches Gewicht und das Chaos im inneren des Behältnisses machte es nahezu unmöglich, in Eifer des Gefechts etwas bestimmtes darin zu finden. Wahrscheinlich die Macht der Gewohnheit. Brovis rotbrauner Bart war zu drei Zöpfchen geflochten, jeder davon wurde von einer kleinen Metallöse zusammengehalten. Den Rest seiner Haare trug der Ingenieur mehr oder weniger zottelig, sie waren auch nicht allzu lang. In seiner rechten Hand ruhte noch sein Hammer. Da er seine Brille abgenommen hatte, waren jetzt auch seine unterschiedlich gefärbten Augen sichtbar: Das eine braun, das andere Grau.

Beinahe hätte er sein Runendreieck völlig vergessen! Es war besser, es jetzt kontrolliert abzuschalten, als zu riskieren, dass die Runentafeln in Flammen aufgingen und womöglich den Wald in Brand steckten. Daher bat der Zwerg die anderen, ein Stück zurückzutreten, und zerschnitt – nachdem er sich nochmals vergewissert hatte, dass alle Grünlinge tot oder gefesselt waren – mit einem kantigen Stein die im Gras liegende Schnur.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Delilah » Donnerstag 24. März 2016, 19:20

Delilah führte Verano und Baltos an die magische Grenze, hinter der Frieden und Ruhe wartete, etwas das nicht unbedingt schlecht, aber momentan nicht wünschenswert war. Der helle Schein des magischen Würfels blendete sie in den Kinderaugen und sie wandte den Blick ab und sah stattdessen Verano an. Er war wirklich ein beeindruckender Anblick, wie aus dem Märchenbuch entsprungen. Ob Leon irgendwann auch so einen Eindruck hinterlassen würde? … obwohl… tat er das nicht manchmal bereits? Eine Sache würde sie auf jeden Fall überprüfen, wenn sie den Jüngeren der von Weißenfelschen Männer wiedersehen würde… nämlich ob seine Augen auch von diesem merkwürdigen Grauton waren, indem sich ständig andere Farben zu fangen schienen wie die Spiegelungen auf Wasser. Sie konnte sich nicht mehr an die Farbe von Leons Augen erinnern, immer wenn sie versuchte sein Bild in ihr Gedächtnis zu rufen drängten sich Veranos Züge dazwischen und ließen Leons Bild mehr und mehr verblassen. Aber an seine Stimme konnte sie sich noch deutlich erinnern, an sein Lachen.

Delilahs Augen waren von einem hellen Haselnussbraun, was sehr ungewöhnlich war für Jorsans Gegend, wo die blaue Augenfarbe vorherrschend war. Sie war für jorsanische Verhältnisse auch ziemlich klein und durch ihren zierlichen Körperbau wirkte sie noch kleiner. Durch die Bewegungslosigkeit der letzten Zeit hatte sie das meiste der Muskelmasse, die sie während ihrer Heilerausbildung erworben hatte, wieder verloren und die rosigen Wangen waren durch das Fehlen von Sonnenlicht einer „vornehmen Blässe“ gewichen. Die lange, blonde Lockenpracht, die zu einer einfachen Hochsteckfrisur zurechtgemacht war und das feine Kleid rundeten das Bild der zarten, jungen Frau ab. Sie wirkte wie eine feine, hochwohlgeborene Dame. Kaum etwas ließ darauf schließen, dass sie „nur“ aus der besseren Arbeiterschicht stammte und sie ihre fröhliche und sorglose Kindheit nicht in den Ballsälen der Adeligen, sondern auf den Straßen und in den Parks von Jorsan verbracht hatte.

Eine Sache jedoch hatte sich stark an Delilah verändert: hatte das Mädchen früher mit ihrem Lachen und Strahlen einen ganzen Raum ausgefüllt, so ruhig und in sich gekehrt war sie nun. Irgendwie ließ sie das nochmal schmaler wirken. Der Wandel vom sprunghaften, lebendigen Kind zur schweigenden Jugendlichen hatte sich während ihrer Zeit in der Dunkelheit vollzogen. Ihr Geist hatte sich den Fesseln des bewegungslosen Körpers fügen müssen und noch schien er nicht vollkommen begriffen zu haben, dass er seine Freiheit zurück erlangt hatte. Oder hatte sie wirklich etwas zurückgelassen in der undurchdringlichen Schwärze? Einen Teil ihrer selbst für immer verloren? War sie ein kaputtes Artefakt, das wieder zusammengefügt werden musste? Verano und Rukulla hatten beide so etwas Ähnliches erwähnt.
Baltos hatte das Lebhafte wieder zum Vorschein gebracht, mit seiner einfachen, direkten und herzlichen Art, die sich so sehr mit der des Mädchens vertrug und Gunther hatte ihr das Licht zurückgebracht, die Farben und die Schönheit der Welt. Äußerlich war nichts zurückgeblieben, von dem tiefen Fall in die Dunkelheit, aus der sie Verano und Gunther gerettet hatten. Nichts, bis auf einen kleinen braunen Stern auf ihrer Stirn, dort wo der heilende Zauber sie berührt hatte.

„Weißt du, was das für Würfel sind? Ihre Magie ist… blendend.“, richtete sie leise eine Frage an Verano.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Freitag 1. April 2016, 13:16

„Weißt du, was das für Würfel sind? Ihre Magie ist… blendend.“
, richtete sie leise eine Frage an Verano. Er wandte sein Gesicht ihr zu und in seinen Augen tanzten kleine goldene Funken. Er lächelte. Da war es wieder, dieses seltsame Phänomen, dass sich etwas das nicht da war in seinen Augen spiegelte. Obwohl... es war ja da! Delilah sah das goldene Leuchten aus dem Wagen ja auch. Verano neigte sich ein wenig zu ihr hinüber und sprach leise:
„Das ist Drachen-Eis... in Blöcken. Erkennst du es nicht?“
Natürlich erkannte es Delilah, aber manchmal weigerte sich der Geist auch bestimmte Dinge wahr haben zu wollen. Die goldene Struktur, die Kälte die es ausstrahlte, dass alles kam ihr bekannt vor, doch hatte sie es versucht zu verdrängen. Es waren Erinnerungen aus einer Phase ihres Lebens, die sie wohl schnell hatte vergessen wollen... Erinnerungen aus der Dunkelheit. Sie hatte in einem unterirdischen Teich, angefüllt mit dieser Magie, mit dieser Kälte, gebadet und es hatte sie ins Leben zurück gerufen. Es hatte Veranos Haut verbrannt und sie geheilt. Immer wieder hatte er ihr damit diese Schmerzen zugefügt, damit sie zurück kam, damit sie nicht in der Dunkelheit verloren ging. Es waren diese goldenen Funken gewesen, geführt durch seine Hand, die sie gerettet hatten. Verstand sie endlich? Verstand sie nun woraus Verano seine Macht bezog? Sie brauchte sich nur umzusehen. Überall im Nebel weilten Geister und sie verlangten für ihre Treue einen Preis. Der Preis der Treue war Magie, gebunden im Eis eines Drachen. Das war es also was Verano den Geistern gab, damit sie ihm dienten. Es war ein einfacher Handel und er hatte ihnen für Delilahs Leben sehr viel geben müssen. Manchmal kam die Erkenntnis wie Tröpfchen, manchmal wie ein Sturzbach.

Brovi war ein Zwerg wie ihn man sich vorstellte. Eins machte ihn jedoch zu etwas ganz besonderem. Er war ein Runenmagier und Runen waren es, die er ins Holz hinein gezaubert hatte. Dass sie so intensiv und so lange gewirkt hatten war schon ein kleines Wunder, was es noch zu ergründen gab. Es war ungewöhnlich, ohne Zweifel! Trotzdem war es besser, das Dreieck jetzt kontrolliert abzuschalten, als zu riskieren, dass die Runen-tafeln in wohl möglich noch in Flammen aufgingen und vielleicht noch den Wald in Brand steckten. Daher bat der Zwerg die anderen, ein Stück zurückzutreten, und zerschnitt – nachdem er sich nochmals vergewissert hatte, dass alle Grünlinge tot oder gefesselt waren – mit einem kantigen Stein die im Gras liegende Schnur.
Brovi konnte den schlagartig nachlassenden Druck fast körperlich spüren. Die Wirkung der Runen war beendet. Warum sie so stark gewesen waren, dass war hier die große Frage.

Delilah sah aus der sicheren Entfernung noch etwas anderes, als der Zwerg sie um Abstand bat. Der kleine Mann mit den unterschiedlichen Augen bückte sich zu einer dieser goldenen Linien hinab und zerschnitt sie. Offensichtlich wusste er was er da tat, denn im gleichen Augenblick zerfiel das ganze Konstrukt, dass der goldene Würfel im Innern gespeist hatte. Als würde sich die Magie ins Zentrum zurückziehen. Nur der Würfel im Wagen glomm weiterhin in diesem goldenen Farbton, aber auch das wurde langsam blasser, da Delilahs Zauber auch nicht ewig anhielt. Der Zwerg hatte dieses Dreieck gelegt, dass war sofort ersichtlich. Er musste etwas davon verstehen.

Baltos, der Jäger, ging zu seinem Eisbären und dieser erhob sich mit weit aufgerissenen Maul. Sein Gähnen erfüllte kurz und grollend den Wald, dann wirkte auch Nanuq wieder frisch und munter. Die zwei überlebenden, gut verzurrten Orks am Wagen geben ebenfalls seltsame Laute von sich:
„Was … Was ist hier los?“
„Ich … Ich bin verletzt, du Trottel! Die beiden Zwerge haben uns ausgeschaltet!“
„Das kann nicht sein! Zwei Zwerge, das geht gar nicht! Das darf keiner erfahren, sonst ist es mit unserm Ruf dahin!“
„Das glaubt uns ohnehin keiner! Was ist mit uns los gewesen? Was haben die mit uns gemacht?“
„Vielleicht haben sie uns vergiftet?! Das Wasser schmeckte so komisch...“
„Das Wasser schmeckte komisch, weil als du es aus dem Bach geschöpft hast, Kalrum weiter oben reingepisst hat, Trottel!“
„Achtung, da kommt einer wieder...“

Rumpel gesellte sich zu den Orks und trat dem einen kräftig gegen sein verletztes Bein. Der Ork konnte sich sein Wimmern nicht verkneifen.
„Ihr verratet mir sofort was in Rugta vor sich geht, oder ich lass meinen Kumpel auf euch los. Der verzaubert euch in kleine Schäfchen und wenn wir euch geschoren haben, verspeisen wir euch dann zum Abendessen!“
Beide Orks zuckten mit den Ohren und Verano zog eine Braue hoch. Flüsternd wandte er sich an Delilah:
„Orks sind sehr abergläubisch. Das war ein guter Schachzug...“
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Delilah » Mittwoch 6. April 2016, 22:54

„Dracheneis…“ Das war es also gewesen. Wie viele Male hatte sich Delilah die Geschichte über den schlafenden Drachen im Eis von der Eiselfe Fanja erzählen lassen. Ob es ihn also wirklich gab? Schlafend irgendwo unter der weißen Landschaft? Wo genau der Zwerg wohl das Eis herhatte? Die Eislandschaft war weitläufig und unwirtlich. Delilah warf dem verblassenden Kubus einen Seitenblick zu. Auch wenn sie durch die Behandlung damit aus der Dunkelheit entkommen war, wich sie instinktiv einen Schritt zurück und schmiegte sich näher an Ganbus warmen Hals.
Der Nebel, das Eis, die Geister… an all dem hingen so viele Geheimnisse und Unklarheiten. Es war eine Art der Beziehung und Magie die Delilah Unbehagen einflößte und die sie gar nicht verstehen wollte. Es hing etwas Unheimliches daran.

Sie beobachtete den Zwerg beim Abbau seines Runenkonstrukts, während sie Veranos Blick auswich. Sie wollte nicht an die Schmerzen denken, an die goldene Grotte und die Dunkelheit. Sie hatte das Licht wieder und hatte nicht vor, mit dem Kopf weiterhin die Schwärze zu beschwören. Sie streichelte den Hals des Pferdes, während sie mit der anderen Hand an ihrem Medaillon nestelte. Verano hatte viel für sie getan und geopfert. Weil sie Erinnerungen in ihm geweckt hatte, an jemand anderes. Da war noch einiges verborgen in der Vergangenheit dieses Mannes und es störte Delilah auch nicht mehr. Er half ihr nach Hause zu kommen, zurück zur Akademie und ihrer Großmutter. Das war das Einzige, was für sie momentan zählte. Langsam fühlte sie sich selbst kaputt, zerbrochen. Sie wollte diese Heilung im alltäglichen Arbeiten und Streben nach Wissen suchen, im Umgang mit Freunden. Doch Delilah fürchtete sich auch vor ihrer Rückkehr. Wie viel hatte sich verändert? Was war wohl in der Zeit passiert? Hatte man den Hauch eindämmen können? Wie würden die verantwortlichen Magi reagieren, wenn sie zurückkehrte und nicht auf der Reise war, die als Ausrede gewirkt hatte um ihr Verschwinden zu erklären. Ein Heilmittel gegen den Hauch… ob man es wohl wirklich irgendwo da draußen finden konnte? Delilah hatte das Gefühl, dass nichts mehr so sein würde wie vorher, wenn sie zurückkehrte. Was Leon wohl gerade tat?

„Was… Was ist hier los?“ Merkwürdige Laute rissen die junge Magieschülerin aus ihren Gedanken. Orks. Bösartige Geschöpfe über die man sonst nur in Büchern las. Delilah konnte sich immer noch nicht erklären, was sie hier suchen mochten. Der Hauch, Orks und andere Gestalten im Nebel. Die Welt rund um Jorsa gerat mehr und mehr aus den Fugen.

Einer der beiden Zwerge, Rumpel, wenn sich Deli nicht irrte, ging auf die Orks zu und trat heftig zu. „Ihr verratet mir sofort was in Rugta vor sich geht, oder ich lass meinen Kumpel auf euch los. Der verzaubert euch in kleine Schäfchen und wenn wir euch geschoren haben, verspeisen wir euch dann zum Abendessen!“ Instinktiv stellte sich Delilah dieselbe Frage. Was ging denn in Rugta vor? Gehörte es zu dem großen, dunklen Unheil, das sich anzuschleichen schien?
Beide Orks zuckten mit den Ohren und Verano zog eine Braue hoch. Flüsternd wandte er sich an Delilah:
„Orks sind sehr abergläubisch. Das war ein guter Schachzug...“ Delilah sah Verano ein wenig überrascht an. „Woher weißt du das?“, flüsterte sie zurück. Sie blickte die, in ihren Augen völlig verformten, Wesen an. Groß und grobschlächtig mit Hauern und Zähnen und prankenartigen Händen. „Wenn der Zwerg einen Lichterzauber braucht um sein Argument zu stützen, kann ich ihm den gerne geben.“, sagte sie mit gedämpfter Stimme und erinnerte sich an die kleinen Lichter, die sie um Baltos Kopf hatte tanzen lassen. Vielleicht konnte sie hier helfen, den Orks ihre Informationen zu entlocken, indem man ihnen damit Angst machte. Ihre Mundwinkel zuckten, als wollten sie sich zu einem Lächeln verziehen. Sie musste nur darauf achten, damit niemand anderen anzulocken.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Freitag 6. Mai 2016, 18:16

Rumpels Drohung war wahrlich eine gute Idee gewesen. Um sie zu unterstreichen, murmelte Brovi irgendetwas in Nogret vor sich hin, von dem er hoffte, dass es für die Orks, die die Zwergensprache nicht sprachen, wie eine Zauberformel klingen würde, und drehte das in seinen Bart geflochtene Plättchen mit der Schutzrune wie beiläufig zwischen seinen behandschuhten Fingern, wohl wissend, dass es nur ein weiterer Gegenstand war, den die Grünhäute nicht verstanden und im Zweifel als gefährlich einschätzen würden – auch wenn es im Grunde das genaue Gegenteil war: Es schützte schließlich vor Magie. Insgesamt war Angst wahrscheinlich tatsächlich der beste Weg, irgendwelche Informationen aus den Gefangenen herauszulocken; Informationen, die dringend benötigt wurden. Rugta war schon zu lange im verseuchten Griff der dunklen Horden, zu lange war Brovi schon von seiner restlichen Familie getrennt – sofern seine Mutter und seine Geschwister überhaupt noch am Leben waren – und hier bestand möglicherweise eine reale Möglichkeit zu handeln. Zu zweit hatten die Zwerge es fertiggebracht, einige Orks zu besiegen. Das war zwar nur ein kleiner Schritt auf einem langen und steinigen Weg voller Hindernisse, aber es war ein Anfang.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Freitag 6. Mai 2016, 22:00

„Orks sind sehr abergläubisch. Das war ein guter Schachzug...“
Delilah sah Verano ein wenig überrascht an.
„Woher weißt du das?“
, flüsterte sie zurück. Sie blickte die, in ihren Augen völlig verformten, Wesen an. Groß und grobschlächtig mit Hauern und Zähnen und prankenartigen Händen.
„Wenn der Zwerg einen Lichterzauber braucht um sein Argument zu stützen, kann ich ihm den gerne geben.“
, sagte sie mit gedämpfter Stimme und erinnerte sich an die kleinen Lichter, die sie um Baltos Kopf hatte tanzen lassen. Vielleicht konnte sie hier helfen, den Orks ihre Informationen zu entlocken, indem man ihnen damit Angst machte. Ihre Mundwinkel zuckten, als wollten sie sich zu einem Lächeln verziehen. Verano hingegen lächelte aus einem anderen Grund, denn Delilah wieder voller Tatendrang zu sehen war ein Hochgenuss für ihn. Er sah nach vorne und flüstete leise:
"Dann ist wohl jetzt der richtige Moment."
und nickte in die Richtung des Runenmagiers, der um die Worte Rumpels zu unterstreichen, irgendetwas in Nogret vor sich hinmurmelte und hoffte, dass es wie eine Zauberformel klingen würde. Dabei drehte er das in seinen Bart geflochtene Plättchen mit der Schutzrune wie beiläufig zwischen seinen behandschuhten Fingern. Delilah wob ihren kleinen Zauber und um Brovis Hände entstanden kleine magische Funken, die langsam ihrer Geschwindigkeit erhöhten, während sie um seine Finger sausten. Es war nur ein kleiner Effekt, aber er zeigte große Wirkung!
Die Augen der Orks wurden riesig und sie drückten sich so weit sie konnten tiefer in das Holz der Wagens. Der einer stieß nur noch wimmernde Laute aus, während der andere abwehrend die Hände hob und flehte:
„Nicht! Nicht tun! Ich sagen! Nicht Schäfchen!
Insgesamt war Angst wahrscheinlich tatsächlich der beste Weg, irgendwelche Informationen aus den Gefangenen herauszulocken; Informationen, die dringend benötigt wurden. Rugta war schon zu lange im verseuchten Griff der dunklen Horden, zu lange war Brovi schon von seiner restlichen Familie getrennt – sofern seine Mutter und seine Geschwister überhaupt noch am Leben waren – und hier bestand möglicherweise eine reale Möglichkeit zu handeln. Zu zweit hatten die Zwerge es fertiggebracht, einige Orks zu besiegen. Nun standen noch drei weitere Figuren auf dem Spielbrett. Das war zwar nur ein kleiner Schritt auf einem langen und steinigen Weg voller Hindernisse, aber es war ein Anfang und ein Grund zur Hoffnung.

((OOC: Aufgrund des Ausscheidens von Baltos muss ich leider einen Teil des Spiels hier zusammen fassen und hoffe auf euer Verständnis. Musste meine ursprüngliche Idee anpassen und werde euch dann wieder einzeln weiter durch eure Abenteuer leiten.))

Ein ängstlicher Ork, der sich panisch davor fürchtete, seinen Lebensabend als kuscheliges Schäfchen anstatt als mächtiger und gefürchteter Krieger zu verbringen, war eine äußerst gesprächige Informationsquelle, wie sich schnell herausstellte. Unter dem vermeintlich gefährlichen Zauber des Zwergenmagiers erzitternd, berichtete er alles was er wusste, auch wenn das nicht sehr viel war. Die Kommunikation war auch nicht ganz einfach, aber mit etwas Geduld und List bekamen sie doch eine ganze Menge aus ihm heraus. Er erzählte, dass er eigentlich für die Sklavenlieferungen zuständig gewesen war. In den Anfängen der Invasion hatte er vor allem die Männer der Siedlung in die Nähe der Piratenstadt Rumdett gebracht, wo sie auf ein nächtlich anlegendes schwarzes Schiff der Dunkelelfen gebracht wurden. Soweit er wusste hatten diese Sklaven dann bei der Invasion einer anderen Stadt helfen sollen indem sie Tunnel gaben sollten. Um welche Stadt es sich dabei handelte wusste er anscheinend wirklich nicht. In Rugta selbst war danach nicht all zu viel „los“ gewesen. Die Frauen hatte man weitestgehend entweder ihre Arbeit machen lassen, oder an spezielle Kuriositätensammler verkauft. Mit einigen hatte man auch „Spiele“ abgehalten, aber als es darum ging ihn dazu zu befragen, siegte sein Überlebensinstinkt und er schwieg eisern. Vermutlich wäre er sonst schon tot, denn einer der Zwerge hätte sehr wahrscheinlich die Kontrolle verloren, wenn sie wüssten, was das bedeutete. Die Befragung ging weiter und Rugta selbst schien die Dunkelelfen wenig zu interessieren. Er hatte mal ein Gespräch seines ihm überstellten Offiziers belauscht, in dem es um den „verfluchen“ Nebel ging. Verano schmunzelte schmal bei dieser Äußerung des Orks, mischte sich aber nicht weiter in die „Befragung“ ein. Delilah hatte es aber gesehen. Der Gefangene wusste nicht viel über die Besatzungsstärke von Rugta, da er leider des Zählens nicht mächtig war. Seine Äußerung begrenzte sich auf ein „bestimmt mehr als genug für alle“. Der Graf von Weißenfels warf hier dem Runenmagier und Ingenieur gegenüber ein, dass er bei dieser Information später vielleicht helfen könnte, wenn er dafür einen Preisnachlass bei dem Eis von Rumpel bekam. Dieser willigte sofort ein. Auch wenn Rumpel ein eingefleischter Händler war, so war er in erster Linie einfach ein Zwerg, der seinem Volk helfen wollte. Insgesamt machte es schnell den Eindruck, als wollte der Graf lieber keine Dunkelelfen in seiner Nachbarschaft. Mehr und mehr schloss er sich den beiden Zwergen an, Delilah konnte es fühlen und tatsächlich nahm er sie am Abend beiseite, nachdem sie den Wagen vom Weg herunter geschafft hatten und ein kleines provisorisches Lager errichtet hatten.
„Delilah, ich sehe hier eine Möglichkeit zu helfen. Meine Magie könnte hier viel bewirken, wenn wir sie richtig einsetzen.“
Ihr war sofort klar, dass er auf die Ängste der Orks anspielte und „seine Geister“ hier sicher einiges bewirken könnten.
„Ich glaube, ihr könnt dem Mantroner vertrauen. Er wird euch sicher nach Jorsa bringen.“
Er sah nicht glücklich über diese Wendung aus. Sie hatte ihn gut genug kennen gelernt um hinter seiner höflichen Fassade die Trauer erkennen zu können.
„Ich hätte euch gerne persönlich begleitet, aber manchmal entziehen sich die Dinge unseren Wünschen.“
Mit jedem Wort war mehr Kälte in seine Stimme geflossen und er baute die Mauer zwischen ihnen wieder auf. Er wollte es ihr leicht machen zu gehen und er wollte sie in Sicherheit wissen. Ihre Fähigkeiten lagen nicht im Kampf an der Front. Erst recht nicht, wenn sie zahlenmäßig unterlegen waren, wovon man ausgehen musste. Das ganze hier lief auf eine Guerilla-Taktik hinaus und sie musste einem anderen Schicksal dienen, so sehr er es auch gern anders gesehen hätte.
„Ich möchte, dass ihr hier so schnell wie möglich verwindet. Rukulla wird eine Weile noch im Stillen über euch wachen.“
Irgendetwas in seiner Stimme, sagte ihr, dass es wohl möglich bald sehr hässlich werden könnte.
„Ich wünsche euch nur das Beste und hoffe, dass ihr euren Weg im Licht finden werdet.“
Er verabschiedete sich von ihr, als würden sie sich nie wieder sehen. Zum Abschied gab er ihr einen sanften Handkuss, ohne ihre zarten Hände wirklich zu berühren.
Dann schickte er sie mit Baltos und seinem Bären davon.

(Delilah weiter bei: dem Fall der Sonne entgegen )

In ihrem kleinen Lager blieben Brovi, Rumpel und der Graf zurück, der sich nachdem Delilah verschwunden war, in aller Form vorstellte:
„Mein Name ist Verano Milagros, der Erste, Graf von Weißenfels zu Rugta. Es ist mir ein Anliegen euch zu helfen, da mein Anwesen sich in nicht all zu großer Entfernung befindet und ich meinen Frieden liebe. Ich bin ein Geisterbeschwörer, was uns in unserer Situation eventuell hilfreich sein könnte. Ich war lange auf Reisen, aber wie ich wohl jetzt feststellen muss, zu lange. Private Dinge haben mich gefesselt aber jetzt … Es wäre mir eine Ehre euch im Kampf um Rugta zu unterstützen.“
Rumpels Schultern zucken verräterisch, dann brach er in Gelächter aus, was nur durch seine auf den Mund gepressten Hände nicht zu einem schallenden Geräusch entwickelte. Verano beobachtete ihn und zog eine Braue hoch. Dann grinste er ebenfalls und ließ die gespannten Schultern sinken.
„Euer Begleiter hier, fand schon immer, dass ich es hervorragend verstehe, furchtbar viel zu sagen, ohne … wie meintest du Rumpel?... ohne viel Sinn?“
Rumpel rollte vor unterdrücktem Lachen auf den Rücken und Verano sah Brovi an.
„Kurz gesagt, ich würde mich gern euch anschließen, wenn ihr nichts dagegen habt.“
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Dienstag 17. Mai 2016, 16:56

"Kurz gesagt, ich würde mich gern euch anschließen, wenn ihr nichts dagegen habt", fasste der Graf seine Rede zusammen. Ein Graf "zu Rugta"... interessant. Brovi hatte gar nicht gewusst, dass Adel in und um Rugta existierte und konnte Milagros' Position daher nicht recht einschätzen. Hieß er nur "von Weißenfels zu Rugta" weil er in Weißenfels, beziehungsweise nahe Rugta wohnte, oder hatte er dort auch irgendwelchen Einfluss? So oder so machte ihn die Geistermagie, die er angeblich praktizierte, sehr interessant. Er würde sicherlich einen wertvollen Verbündeten darstellen. Brovi überlegte daher nicht lange und antwortete ihm: "Ich würde mich glücklich schätzen, Euch auf unserer Seite zu wissen."
Nachdem er kurz die Situation überblickt hatte, fügte er hinzu: "Zwei Dinge: Erstens, was machen wir mit den Orks? Wir können sie hier nicht liegen lassen, und wenn wir sie mit nach Hause nehmen, könnten sie womöglich fliehen und die Lage meiner Hütte an ihre Vorgesetzten weitergeben. Die logische Schlussfolgerung wäre, sie zu töten, aber irgendwie habe ich Skrupel, zwei gefesselten, wehrlosen Orks die Kehlen durchzuschneiden... Zweitens: Da wir hier fertig sind, schlage ich vor, dass wir zu mir nach Hause zurückkehren und dort das weitere Vorgehen beraten. Nachdem wir uns um die Grünlinge gekümmert haben, natürlich. Ach, was soll's. Töten wir sie einfach. Ich persönlich wäre auch lieber tot als ein blöder Ork."

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. Mai 2016, 20:06

Brovi hatte sich noch nie wirklich mit der Politik das Landes beschäftigt. Dafür gab es andere Leute, aber kurz kreisten seine Gedanken um den Titel des Mannes, der sich gerade vorgestellt hatte. Andererseits überlegte er nicht lange und antwortete ihm:
"Ich würde mich glücklich schätzen, Euch auf unserer Seite zu wissen... Zwei Dinge: Erstens, was machen wir mit den Orks? Wir können sie hier nicht liegen lassen, und wenn wir sie mit nach Hause nehmen, könnten sie womöglich fliehen und die Lage meiner Hütte an ihre Vorgesetzten weitergeben. Die logische Schlussfolgerung wäre, sie zu töten, aber irgendwie habe ich Skrupel, zwei gefesselten, wehrlosen Orks die Kehlen durchzuschneiden... Zweitens: Da wir hier fertig sind, schlage ich vor, dass wir zu mir nach Hause zurückkehren und dort das weitere Vorgehen beraten. Nachdem wir uns um die Grünlinge gekümmert haben, natürlich. Ach, was soll's. Töten wir sie einfach. Ich persönlich wäre auch lieber tot als ein blöder Ork."
Der Graf hob leicht die Brauen. Zuvor hatten die beiden Zwerge keine Skrupel gezeigt, aber so war der Krieg nun mal.
„Da ihr bereits so effektiv mit der Tötung begonnen habt, schlage ich vor, ihr beendet sie auch. Auch in ihrem vorherigen Zustand waren sie keine wirklichen Gegner.“
„ICH DAGAGEN!“
, brüllte es aus dem Hintergrund mit leicht grunzendem Unterton und Rumpel stand auf um ihn einen kräftigen Schlag gegen den Kopf zu geben, was ihn ohnmächtig zur Seite, an seinen bewusstlosen Artgenossen kippen ließ. Dann kam Rumpel zurück und schnaufte missmutig:
„Ich kann nicht denken, wenn der rumbrüllt!“
Dann sah er zu Brovi:
„Ist schon komisches Gefühl. Ich bin kein Krieger, du ja auch nicht... aber wenn wir unsere Leute befreien wollen müssen wir es vielleicht werden.“
Er sah nachdenklich in das kleine Lagerfeuer, dass sie in der Deckung des Wagens entfacht hatten und wärmte sich die Hände.
„Jetzt da Muffel frei ist …“
Er beendete den Satz nicht, da klar war, dass er ebenfalls „Skrupel“ hatte einen wehrlosen Feind einfach umzubringen. Andererseits hatten diese Wesen wirklich schlimme Gräueltaten begangen und würden es wieder tun, wenn man sie ließ. Hier saßen sie nun. Ein Händler, ein Ingenieur und ein Graf. Für die Aufgabe, die sie sich gestellt hatten, waren sie wohl alle nicht ausgebildet worden. Verano sprach leise:
„Ich hätte da vielleicht noch eine andere Idee... aber sie bräuchte einiges an Vorbereitung. Der Ork, der laufen kann, mit etwas Zeit, könnte ich vielleicht einen Geist beschwören, der mir freundlich gesinnt ist und ihn „übernimmt“...zumindest eine Zeit lang. Es kostet den Geist sehr viel Energie einen Verstand zu übernehmen, aber daran mangelt uns es im Augenblick nicht.“
Er wies mit einer Hand auf den Wagen.
„Das Eis könnte ihn speisen und wir könnten uns so einen Verbündeten im feindlichen Lager schaffen um es zu erkunden. Den andern Ork, der nicht mehr laufen kann, für den sehe ich jedoch keine Verwendung.“
Er sah zu dem ohnmächtigen Monstrum und dachte eine Weile nach.
„Wir sollten so viele Ideen wie möglich zusammen fassen, Pläne entwickeln und ggf. wieder verwerfen... und unsere Möglichkeiten erforschen.“
Rumpel sah auf.
„Ich bin ganz gut mit dem Hammer und kann ganz gut verhandeln. Mein Mundwerk hat mich schon aus so manch brenzliger Situation heraus gebracht.“
Verano nickte und vervollständigte seine Fähigkeiten:
„Ich bin ein Geistermagier in neunter Generation. Mit dem Eis zusammen könnte ich schon einiges bewirken. Mein Schwert … nun ich weiß es zu führen, aber ich weiß auch das die meisten Dunkelelfen besser sein werden. Gegen einen Ork könnte ich mich behaupten, denn sie sind langsamer. Ich denke, wir sollten aus dem Hinterhalt agieren und brauchen unbedingt mehr Informationen über den derzeitigen Zustand Rugtas. Brovi, ihr seid Runenmagier...und was könnt ihr sonst noch?“
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Donnerstag 19. Mai 2016, 14:06

Brovi war irgendwie froh, dass sie zumindest einen der Orks vielleicht am Leben lassen würden, obwohl er mittlerweile eingesehen hatte, dass Rugta nicht ohne Todesopfer befreit werden konnte. Wenn es notwendig war, dafür zu töten, dann würde er das wahrscheinlich tun. Er wandte sich an Verano:
"Ich bin auch 'ganz gut mit dem Hammer' – wenn auch nicht als Waffe, sondern in seiner Verwendung als das, wofür er ursprünglich konzipiert war: Als Werkzeug. Ich bin freiberuflicher Ingenieur. Ich baue Sachen und verkaufe sie. Bisher habe ich größtenteils Alltagsgegenstände gefertigt, aber ich schätze die eine oder andere Waffe würde ich auch hinkriegen, auch wenn ich da wohl vorher etwas rumprobieren müsste, aber das muss ich eigentlich immer. Meine Stärke liegt also auch eher auf mentaler Ebene. Direkte Kampferfahrung hatte ich bis gestern keine.
Ich halte es übrigens für eine sehr gute Idee, den einen Ork zu unserem Spion machen. Sagt, wenn einer Eurer Geister ihn kontrolliert, hat er dann den Verstand des Orks oder den des Geistes? Ein Spion nützt uns nämlich wenig, wenn er die Hälfte der wichtigen Dinge nicht versteht oder schlicht ignoriert, weil er sie für irrelevant erachtet. ... wie dem auch sei, ich schlage vor, dass wir den anderen Grünling jetzt eliminieren. Oder spricht da irgendwas dagegen? Ich würde das nämlich gerne schnell über die Bühne bringen, bevor mich mein Gewissen beißt."
Tatsächlich hatte sein Gewissen schon etwas an ihm geknabbert, aber er bemühte sich, sich diesbezüglich nichts anmerken zu lassen.
Zuletzt geändert von Brovi Brockstein am Montag 23. Mai 2016, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Montag 23. Mai 2016, 09:54

Da die Orks leider dazu geneigt hatten, sich in ihre Gespräche einzumischen und auch nicht gerade leise waren, hatte Rumpel sie geknebelt und war zurück am Lagerfeuer erschienen, als Brovi sprach:
"Ich bin auch 'ganz gut mit dem Hammer' – wenn auch nicht als Waffe, sondern in seiner Verwendung als das, wofür er ursprünglich konzipiert war: Als Werkzeug. Ich bin freiberuflicher Ingenieur. Ich baue Sachen und verkaufe sie. Bisher habe ich größtenteils Alltagsgegenstände gefertigt, aber ich schätze die eine oder andere Waffe würde ich auch hinkriegen, auch wenn ich da wohl vorher etwas rumprobieren müsste, aber das muss ich eigentlich immer. Meine Stärke liegt also auch eher auf mentaler Ebene. Direkte Kampferfahrung hatte ich bis gestern keine.
Ich halte es übrigens für eine sehr gute Idee, den einen Ork zu unserem Spion machen. Sagt, wenn einer Eurer Geister ihn kontrolliert, hat er dann den Verstand des Orks oder den des Geistes? Ein Spion nützt uns nämlich wenig, wenn er die Hälfte der wichtigen Dinge nicht versteht oder schlicht ignoriert, weil er sie für irrelevant erachtet. ... wie dem auch sei, ich schlage vor, dass wir den anderen Grünling jetzt eliminieren. Oder spricht da irgendwas dagegen? Ich würde das nämlich gerne schnell über die Bühne bringen, bevor mich mein Gewissen beißt."

Tatsächlich sein Gewissen schon etwas an ihm geknabbert, aber er bemühte sich, sich diesbezüglich nichts anmerken zu lassen. Der Graf hörte zu und ein schmales Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus.
„Ein Ingenieur also. Dann können wir auf eure Ideen zählen. Das ist gut. Dann wäret ihr gut für Ablenkungsmanöver und Fallen... Zu eurer anderen Frage, der Verstand bleibt von beiden Entitäten erhalten, aber der Geist übernimmt für den Zeitraum der Besetzung die komplette Steuerung... so könnte man es beschreiben. Aber gut, das ihr es erwähnt. Leider hat es auch den Nachteil, dass der Betreffende sich eben nicht mehr wie die Person verhält die er vorher war und deshalb schnell auffällig werden könnte. Sogar der Gang oder auch Gesten verändern sich... Er muss soviel und so schnell wie möglich Informationen sammeln, bevor er entlarvt wird. Zu lange und er würde entdeckt werden und man würde wissen, dass sie ausspioniert werden...“
Er sah nachdenklich zu dem Ork mit dem kaputten Bein und stand auf.
„Dann werde ich mal meinen Teil erledigen. Ihr habt schließlich schon gut vorgelegt.“
Rumpel grunzte leicht bei dieser Bemerkung und sah flüchtig in die Richtung, wo sie die Leichen der anderen Orks abgelegt hatten.
„Das stimmt. Aber fairer Weise sollten wir bei Null beginnen, denn ihr seid ja erst später dazu gestoßen.
Verano zog sein Schwert und brachte als erstes den Ork, den sie später noch als Spion benutzen wollten zum Lagerfeuer. Dann ging er zu dem Verletzten, drehte ihn so, dass er hinter ihm stand und der Ork mit weit nach vorn geneigtem Kopf vor ihm saß und setzte die Spitze seines Schwertes in seinen Nacken. Ein kurzer Stoß und es war getan. Verano säuberte sein Schwert, ließ es zurück in die Scheide gleiten und stand noch einen Moment abseits.
Rumpel musterte ihn und sagte leise zu Brovi:
„In einem Kampf Mann gegen Mann ist so was immer leichter...“
Wenig später gesellte sich der Graf wieder zu ihnen und erklärte:
„Ich werde mich jetzt auf die Suche nach einem passenden Geist machen. Dafür begebe ich mich in eine Art Meditation. Bitte achtet solange auf meinen Körper. Ich werde mich in diesem Zustand keinem Angriff erwehren können.“
Er sah Rumpel eindringlich an und man merkte, dass er nicht ganz glücklich war mit der Situation. Er kannte Rumpel zwar schon lange und vertraute ihm wohl soweit, dass er dieses Wagnis einging, aber Brovi war quasi noch ein Fremder. Sich so schutzlos in seine Obhut zu begeben, zeugte von einer gehörigen Portion Vertrauens-Vorschuss.
„Noch irgendwelche Einwände oder Ideen?“
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Montag 23. Mai 2016, 13:10

Verano Milagros kündigte an, mit seiner Meditation zu beginnen: „Ich werde mich jetzt auf die Suche nach einem passenden Geist machen. Dafür begebe ich mich in eine Art Meditation. Bitte achtet solange auf meinen Körper. Ich werde mich in diesem Zustand keinem Angriff erwehren können. Noch irgendwelche Einwände oder Ideen?“
Es war deutlich sichtbar, dass sich der Magier in dieser Situation etwas unwohl fühlte. Das konnte Brovi durchaus nachvollziehen: Normalerweise überlegte man es sich zweimal, bevor man in Anwesenheit eines völlig Fremden seine Verteidigung so herunterfuhr. Der Ingenieur wollte ihm nicht das Gefühl geben, dass er einfach dasitzen und den Grafen beobachten oder gar angaffen würde, daher bot er an, derweil nach möglichen Gefahren ausschau zu halten, „ich würde aber ganz in der Nähe bleiben, sodass ich schnell wieder da bin, falls Ihr Hilfe braucht. Ich schätze, Ihr wollt Eure Meditation lieber im Beisein eines alten Bekannten durchführen."
Trotz seines Versprechens, in Hörweite zu bleiben, klaubte Brovi dezent ein Ende der durchschnittenen Schnur vom Boden auf, die das Runendreieck markiert hatte, denn der Nebel in den Dunsthügeln verschluckte manchmal nicht nur die Landschaft, sondern auch Geräusche.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. Mai 2016, 16:13

Brovi bot an, derweil nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten
„Ich würde aber ganz in der Nähe bleiben, sodass ich schnell wieder da bin, falls Ihr Hilfe braucht. Ich schätze, Ihr wollt Eure Meditation lieber im Beisein eines alten Bekannten durchführen."
Verano nickte und stille Dankbarkeit huschte über sein Anlitz.
Dann zog er sich in den Wagen zurück. Dort war er nicht nur vor all zu neugierigen Blicken geschützt, er war auch der Quelle seiner Macht sehr nahe. Rumpel sah ihm hinterher und setzte sich dann neben seinen Freund. Eine Weile hörten sie nichts aus dem Wagen und auch die Umgebung schien irgendwie den Atem anzuhalten.
"Weist du, der Graf und ich führen schon seit einigen Jahren eine geschäftliche Beziehung, aber bisher hab ich ihn noch nie wirklich seine Magie wirken sehen... Nah ja, sehen kann man sie ja auch irgendwie nicht, aber die Auswirkungen sind schon klasse. Sein Landsitz ist gar nicht so weit von hier entfernt, aber durch seine Zauber hat nie nie jemand aus eigener Kraft das Anwesen gefunden. Man muss immer eingeladen werden. Er hat es mir mal so erklärt, dass er die Geister mit Hilfe des Eises anlockt und sie ihm dafür helfen. Es ist ein bisschen so, als würde er sie damit füttern und sie weben ihm dafür eine so dicke Nebelschicht, dass sie undurchdringlich wird. Und selbst wenn sich mal jemand darin verlaufen sollte, dann zeigen sie demjenigen Trugbilder, die sie wieder aus seinem Gebiet hinaus locken. Das Eis speist auch die Magie des Hauses. DAS müsstest du mal sehen! Wahnsinn! Vor allem die Keller...! Ich wusste zwar schon, dass das Dracheneis irgend eine Art Energieverstärker oder so was ist, aber so richtig hab ich das nie begriffen."
Rumpel war kein Geisterbeschwörer, aber er war Runenmagier, verstand wenigstens die Grundbegriffe von magischen Konstrukten und plötzlich wurde ihm auch klar warum seine Runen so exorbitant gut gewirkt hatten. Rumpel hatte es ja gerade gesagt. Das Eis war eine Art Energieverstärker und schien auch bei seinen Runen funktioniert zu haben. Normaler Weise kämpfte jedes Wesen um sein Leben, wenn es angegriffen wurde! Die Orks hatten sich aber nicht mal gewehrt, selbst als sie bemerkt haben mussten, dass sie in Lebensgefahr schwebten. Die Ruhe die sie erfüllt hatte, hatte selbst ihren Selbsterhaltungstrieb schlafen gelegt. Also blieb jetzt abzuwarten, was der Graf mit Hilfe dieses Verstärkers wohl aus dem Hut zaubern würde. Für Brovi und Rumpel bedeutete dies, dass sie gewiss eine Weile warten mussten, aber es bot ihnen auch die Möglichkeit sich zu unterhalten und Pläne zu schmieden.
„Und?...Herr Ingenieur? Schon irgendwelche grandiosen Ideen?“
Rumpel grinste breit und sein Bart bauschte sich an seinen Wangen.
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Samstag 28. Mai 2016, 15:45

Nachdem der Geistermagier sich ins innere von Rumpels Wagen zurückgezogen hatte, wo er seinen Zauber in unmittelbarer Nähe zum energiespendenden Dracheneis wirken wollte, hatten sich die beiden Zwerge auf einen Baumstamm gesetzt. Obgleich der Überfall recht reibungslos verlaufen war, besser sogar als Brovi sich erhofft hatte, war die Aktion doch mit einem gewissen Stress verbunden gewesen, sodass der Ingenieur für eine kleine Pause durchaus dankbar war. Er nahm Schutzbrille und Lederkappe ab und wischte sich mit einem Ärmel den Schweiß von der Stirn.
„Und?...Herr Ingenieur? Schon irgendwelche grandiosen Ideen?“, grinste Rumpel, wobei sich sein Bart auf lustige Art und Weise bauschte. Brovi musste schmunzeln.
"Nein, bisher nicht." Sein Ton wurde wieder etwas ernster. "Wir haben zwar sowohl meine Runen als auch die Geister des Grafen, was an sich nicht zu unterschätzen ist, aber dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir nur zu dritt sind. Die haben eine Armee. Die Stärke des Feindes zu kennen, nützt wenig, wenn sie trotzdem noch hundert- oder tausendmal so hoch ist wie die eigene, und jeder einzelne ein ausgebildeter Soldat ist. Dazu kommt, dass sie praktisch die ganze Stadt als Geiseln haben. Wir brauchen einen verdammt raffinierten Plan, oder auch eine Armee."

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Montag 30. Mai 2016, 17:11

Brovi musste schmunzeln.
"Nein, bisher nicht."
Sein Ton wurde wieder etwas ernster.
"Wir haben zwar sowohl meine Runen als auch die Geister des Grafen, was an sich nicht zu unterschätzen ist, aber dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir nur zu dritt sind. Die haben eine Armee. Die Stärke des Feindes zu kennen, nützt wenig, wenn sie trotzdem noch hundert- oder tausendmal so hoch ist wie die eigene, und jeder einzelne ein ausgebildeter Soldat ist. Dazu kommt, dass sie praktisch die ganze Stadt als Geiseln haben. Wir brauchen einen verdammt raffinierten Plan, oder auch eine Armee."
Rumpel kraulte nachdenklich seinen Bart.
„Na dann lass dir mal was einfallen! Ich bin für jede Schandtat zu haben, das weist du. Das der Graf wegen der „guten Nachbarschaft“ mitmacht, rechne ich ihm hoch an, aber trotzdem hat er nicht die gleiche Motivation wie wir. So weit ich weiß hat er sicher keine Familie, oder Freunde in Rugta die … von denen er nicht weiß was aus ihnen geworden ist. Ich find's super, dass er hilft, aber wir sollten die Richtung angeben. Schließlich ist es unsere Stadt! Unsere Leute!“
Er knirschte mit den Fäusten und sah Brovi entschlossen an. Rumpel war ein guter Freund, aber er war eben sowenig Taktiker wie Brovi, auch wenn er ab und an vielleicht eine gute Idee hatte. Sein Blick war nervös, fast unsicher hinter der Entschlossenen Fassade, die nur Brovi zu durchschauen vermochte. Rumpel war kurz davor zu verzweifeln und brauchte seinen Freund, der ihm die Richtung wies. Bevor Brovi aber etwas erwidern konnte, rumpelte es in dem Wagen und der Graf kam wieder zum Vorschein. Als er näher kam, sah man ihm deutlich seinen Ärger an. Seine Kiefer mahlten und die Adern an der Schläfe waren stark hervor getreten. Hatte er nicht gesagt, es würde eine Weile dauern? Es waren nicht mal 10 Minuten vergangen. Trotz seiner Wut wirkte er blass und leicht durchgefroren, als er mit knirschenden Zähnen sagte:
„Verflucht sein die... *schnauf* Jetzt weiß ich warum meine Späher mir nichts von der Invasion in Rugta berichtet haben. - Sie haben einen verdammten Ork-Schamanen!“
Er sah auf seine leicht bläulich angelaufenen Hände und steckte sie sich unter die Achseln. Rumpel warf derweil Brovi einen fragenden Blick zu, ob er wusste, was das bedeutete und zuckte selbst mit den Schultern. Der Graf hatte wohl eben gerade ein neues Hindernis aufgetan, was nun noch zusätzlich zu berücksichtigen war. Sein Händlerfreund hatte nun wirklich keine Ahnung von Magie, also musste wohl Brovi etwas genauer nachfragen.
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Dienstag 31. Mai 2016, 19:41

Brovis eher langfristig gedachte Sorgen wurden schnell von einem dringlicheren Problem beiseitegedrängt, als Graf Milagros nach viel zu kurzer Zeit wieder aus dem Wagen kam. Er sah erschöpft aus und seine Hände waren leicht bläulich angelaufen, als er hervorbrachte: „Verflucht sein die... *schnauf* Jetzt weiß ich warum meine Späher mir nichts von der Invasion in Rugta berichtet haben. - Sie haben einen verdammten Ork-Schamanen!“
Ein Orkschamane also. Wenn der Ingenieur das richtig verstanden hatte, hieß das, dass man den Geisterspion vorerst vergessen konnte. Es schien ihm zwar schon unwahrscheinlich, dass ein Ork schlau genug war um eine Magie zu erlernen, die der eines Geistermagiers in neunter Generation ebenbürtig war, aber gerade Brovi in seinem ja doch recht ungwöhnlichen Beruf musste ja wissen, dass es immer Leute gab, die aus der Art schlugen, sowohl positiv als auch negativ. So oder so stellte dieser Schamane wohl ein Hindernis dar. Er beschloss Verano, nachdem dieser wieder etwas zu Atem gekommen war, nach weiteren Informationen zu fragen: "Was hat es mit diesem Schamanen auf sich? Ist er mächtig? Weiß er, wo wir sind? Wissen wir, wo er ist?"
Als er morgens aufgestanden war, hatte Brovi außer seinem Onkel Garhid, der ihn in der Runenmagie unterwiesen hatte, niemanden mit magischen Fähigkeiten gekannt, und jetzt tauchte plötzlich ein Zauberer nach dem anderen auf; erst Milagros, dann der Orkschamane, und die komischen Funken an Brovis Händen waren auch weder sein Werk gewesen noch sahen sie nach Geistern aus, woraus der Zwerg folgerte, dass einer der Mitreisenden Veranos, der Jäger oder das Mädchen – der Eisbär wohl eher nicht –, ebenfalls gewisse Fähigkeiten haben musste. Das war der Moment, an dem Brovi sich der Tatsache wirklich gewahr wurde, dass der heutige Tag sein Leben womöglich grundlegend verändern würde. Dennoch bereute er keineswegs, morgens mit Rumpel mitgegangen zu sein. Veränderung konnte genauso gut gut sein wie sie schlecht sein konnte, und in diesem Fall hatte der Ingenieur das Gefühl, das diese Veränderung bereits lange überfällig war.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Freitag 3. Juni 2016, 09:45

Veränderungen waren durchaus nötig um ein Leben interessant zu machen und in Brovis Fall brach gleich eine ganze Flut über ihn herein. Die Zeit in der er einsam und allein mit seinem Schaf in der kleinen Hütte gehaust hatte, die war auf jeden Fall vorbei! So unerwartete die Geschehnisse der letzten Zeit auch eingetreten waren, so sehr rissen sie auch den Ingenieur mit sich. Blieb zu hoffen, dass er auch die Kraft und den Mut um sein Schicksal selbst zu steuern und sich nicht dem Strom der veränderten Mächte hingab.
"Was hat es mit diesem Schamanen auf sich? Ist er mächtig? Weiß er, wo wir sind? Wissen wir, wo er ist?"
Verano sah von seinem inneren, frustrierten Monolog auf und sah den Runenmagier an. Dann schüttelte er den Kopf.
„Nein, ich denke nicht, dass er weiß wo wir sind. Ich habe mich schnell genug zurück gezogen. Er hat seinen Machtbereich irgendwie gegen Geister gesichert, was kein Wunder ist... Verdammt!... Das macht die ganze Angelegenheit noch komplizierter, … aber … Vielleicht gibt es auch Hoffnung.“
Der Graf streckte sich erst einmal und rieb sich die klammen Hände, rückte näher an das kleine Feuer, bevor er fort fuhr.
„Ich muss es wohl etwas genauer erklären... Ich hatte mir gedacht, ich suche einen Einheimischen, einen Geist, der die Invasion der Dunkelelfen in Rugta miterlebt hat.“
Er zuckte leicht mit den Schultern.
„Bei einer Invasion sterben immer viele und ich dachte ich würde schnell fündig, aber dem war nicht so. Die Umgebung war ...leer...bis auf... Es war ganz seltsam... Ab einem bestimmten Punkt kam ich nicht weiter. Es war wie eine Mauer. Ich ging vorsichtig vor. Habe das Hindernis versucht zu ertasten und ich glaube, es liegt um ganz Rugta. Meine Aktion sollte nicht bemerkt worden sein, dafür gibt es hier in der Gegend zu viele Geister, die auch mal aus „Versehen“ dagegen gekommen sein könnten. Ich könnte mir vorstellen, das der Schamane diese Barriere errichtet hat um die Geister fern zu halten, vor denen sein Volk so viel Angst hat. Es ist nur zu logisch, dass er seine Leute schützen will und sie hatten anscheinend genug Zeit um diese Wand zu errichten. Er macht es wie ich mich meinem Anwesen, nur verkehrt herum. Ich ziehe Geister an, er stößt sie ab... Und ängstliche Soldaten wären mitnichten gut für ihre Zwecke. ...Mit der nötigen Kraft, könnte man vielleicht hindurch brechen, aber das würde viel meiner Ressourcen verbrauchen...und was dann? Wir hätten immer noch keinen Spion.“
Er grübelte einen Moment lang still und schien sich dann zu etwas überwinden zu müssen.
„Es gab da noch etwas anderes...“
Er sah die beiden kleinen Männer an und sah nur Entschlossenheit und fragende Blicke.
„Es gibt hier eine gewaltige schlafende Entität. Ein einzelnes Geistwesen, so groß, dass ich es fast nicht bemerkt hätte. Es... es war wie der Boden auf dem man geht und erst Minuten später merkt, dass man von einem Bereich in den nächsten gewechselt hat... von einem Bein... zum Rücken...“
Der Geisterbeschwörer schluckte merklich.
„Der Geist schläft... Ich glaube, schon sehr sehr lange, sonst hätte ich ihn nicht einmal bemerkt. Ich glaube auch, dass erst dieser Ort und das Eis es mir überhaupt möglich gemacht hat. Aber das ist erst einmal egal... So eine gewaltige Präsenz, die könnte mit einem Schlag das Mächteverhältnis verschieben... zu unseren Gunsten... glaube ich.“
Verano sah die beiden immer noch starr an und schien nur langsam aufzutauen. Seine Worte hatten eventuell einen Plan B aufgeworfen. Einen mächtigen Geist zur Verstärkung zu rufen, hätte sicherlich seine Vorteile, besonders wenn es sich auf der gegnerischen Seite um ein Volk handelte, dass sich vor allem Übernatürlichen fürchtete. Man konnte sich vielleicht schon im Kopf vorstellen, wie die Orks der Invasoren in heilloser Panik flüchteten. Dann hätten sie es nur noch mit den Offizieren der Invasoren zu tun und das waren deutlich weniger, das wusste auch Brovi aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Als er aus Rugta vertrieben worden war, hatte er gesehen, dass die Masse der Feinde vor allem aus diesen grau-grünen Monstern bestanden hatte. Sie wurden von den Dunkelelfen befehligt, aber die Kampfkraft lag bei den Orks.
„Ich glaube, wir sollten den Wagen hier weg bringen. Ihr sagtet, ihr wohnt hier in der Nähe? Ich kann vielleicht etwas später noch einmal nach einem einzelnen...kleineren Geist Ausschau halten, wenn wir das wollen. Ich muss mich noch ein bisschen ausruhen.“
Verano rieb sich noch einmal die Hände und starrte in die kleiner werdenden Flammen. Anscheinend hatte er über viel nachzudenken.
Rumpel stand auf, kontrollierte die Fesseln ihres Gefangenen und knebelte ihn noch einmal gründlich, dann kümmerte er sich um Muffel.
Brovi hatte Zeit über das Gesagte nachzudenken. In seiner Hütte wären sie besser verborgen und die alten in Stein geschlagenen Runen um sein Grundstück herum boten zusätzlichen Schutz. Sobald der Morgen graute, sollten sie sich auf den Weg machen.
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Sonntag 19. Juni 2016, 18:06

„Ich glaube, wir sollten den Wagen hier weg bringen. Ihr sagtet, ihr wohnt hier in der Nähe? Ich kann vielleicht etwas später noch einmal nach einem einzelnen...kleineren Geist Ausschau halten, wenn wir das wollen. Ich muss mich noch ein bisschen ausruhen.“
Am liebsten wäre Brovi sofort nach Hause aufgebrochen – weder behagte ihm der Nebel, noch die Nähe zur Straße –, aber es war bereits später Nachmittag, und wenn die Gefährten nicht über Nacht fahren wollten, hätten sie sehr überstürzt aufbrechen müssen, und gerade mit den herumliegenden toten Orks war die Gefahr zu groß, irgendetwas wichtiges zu vergessen.
"Ich schlage vor, dass wir den Wagen ein Stück von der Straße wegbewegen und dann hier übernachten. Ich weiß, das klingt jetzt eher ungemütlich, aber ansonsten müssten wir uns jetzt ziemlich beeilen, damit wir es vor Einbruch der Dunkelheit zu meiner Hütte schaffen. So haben wir noch genug Zeit, die Leichen der Orks irgendwie zu verstecken. Wir können sie einfach ins Gebüsch legen, Hauptsache, niemand, der Zufällig mit einem Wagen diese Straße entlangkommt, fährt aus Versehen drüber. Außerdem kann sich Graf Milagros dann noch etwas erholen. Für die Nacht sollten wir auf jeden Fall Wachen einteilen."
Nachdem er das gesagt hatte, begann Brovi damit, einen der erschlagenen Grünlinge bei den Füßen zu packen und ins Gebüsch zu schleifen. Als er an dem Gefangenen vorbeikam, flüsterte er: "Mir wär' es ja auch lieber, wenn wir die wenigstens verbrennen könnten, aber ein so großes Feuer wäre sehr aufwendig – und vor allem sehr auffällig."

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 28. Juni 2016, 19:37

"Ich schlage vor, dass wir den Wagen ein Stück von der Straße wegbewegen und dann hier übernachten. Ich weiß, das klingt jetzt eher ungemütlich, aber ansonsten müssten wir uns jetzt ziemlich beeilen, damit wir es vor Einbruch der Dunkelheit zu meiner Hütte schaffen. So haben wir noch genug Zeit, die Leichen der Orks irgendwie zu verstecken. Wir können sie einfach ins Gebüsch legen, Hauptsache, niemand, der Zufällig mit einem Wagen diese Straße entlangkommt, fährt aus Versehen drüber. Außerdem kann sich Graf Milagros dann noch etwas erholen. Für die Nacht sollten wir auf jeden Fall Wachen einteilen."
Nachdem er das gesagt hatte, begann Brovi damit, einen der erschlagenen Grünlinge bei den Füßen zu packen und ins Gebüsch zu schleifen. Als er an dem Gefangenen vorbeikam, flüsterte er:
"Mir wär' es ja auch lieber, wenn wir die wenigstens verbrennen könnten, aber ein so großes Feuer wäre sehr aufwendig – und vor allem sehr auffällig."
Der geknebelte Gefangene sah ihn nur mit gossen, entsetzten Augen an. Wer wusste schon was Orks für Bestattungsrituale hatten, ob sie überhaupt ihre Toten verbrannten oder ob Brovi gerade ein Bild des Grauen in den Geist der Grünhaut gemalt hatte. Brovi stiefelte also weiter und schnappte sich eine Leiche nach der anderen um sie im Gebüsch zwischen den Bäumen zu verstecken, damit sie wenigstens vor ersten neugierigen Blicken geschützt waren. Wenig später kam er zurück zum Wagen und Rumpel animierte gerade den wolligen Ochsen dazu sich in Bewegung zu setzten um den schweren Wagen tiefer ins Dickicht und fort von der Straße zu ziehen. Sein Händlerfreund bestand darauf, dass sie sich so weit wie möglich vom weg entfernten, da nicht nur ein zufälliger Wagen sie entdecken, sondern auch Warge, die monströsen Wölfen nicht unähnlichen Geschöpfe, die in der Armee der Dunkelelfen dienten und sie sonst leicht wittern könnten. Es dauerte also eine Weile und der Abend begann schon herauf zu ziehen, als sie endlich einen gut geschützten Rastplatz fanden und der Graf als erster sich zu Ruhe legte. Da Rumpel ebenfalls noch etwas angeschlagen war, wollte er die mittlere und etwas länger ausgelegte Wache übernehmen und Brovi den letzten Teil. So waren immer zwei von ihnen wach und die Nacht sollten sie sicher überstehen, selbst mit ihrem orkischen Gefangenen. Wenn sie erst Brovis Hütte erreicht hätten, vertraute er seinen eigenen alten Runen so viel zu, dass sie sie alle schützen sollten, wenigstens eine Weile. Die Wache mit Rumpel zusammen verlief ereignislos. Die Wache mit dem Grafen fast genauso, bis auf ein paar leise, angestrengte Grunzer des Orks, der versuchte sich von seinen Fesseln zu befreien, aber erwischt wurde. Dann weckte Verano Rumpel und Brovi konnte sich endlich schlafen legen. In der ungewohnten Umgebung war nicht leicht Ruhe zu finden, aber die Erschöpfung der Magie, die er gewirkt hatte, zwang ihn schon in Manthalas Reich, noch bevor sein Kopf den Boden berührte.

Brovis Muskeln taten weh. Diese verdammten Stufen wollten nicht enden und die steile Wendeltreppe verlangte seinen kurzen Beinen alles ab. Das musste entweder ein sehr hoher Turm oder ein sehr tiefes Kellergewölbe sein, denn die Stufen nahmen einfach kein Ende. Seine Hände stützten sich an den Wänden ab, die leicht nachgaben. Warum? Sie waren mit Buchrücken und Schriftrollen übersät. Sie waren überall um ihn herum und es roch nach Tinte, Leder und Kohle. Noch eine Stufe! Er hörte das Rascheln von Papier um sich herum. Dann sah er plötzlich die kleine Gestalt, sogar noch kleiner als er, die kurz nur wenig vor ihm die Treppen hinauf stieg. Die vielen Lagen Röcke rauschten und vermengten sich mit dem Geräusch des Papiers. Dann sah sie über ihre schulter und Brovi blickte in das Gesicht einer sehr alten Frau. Sie trug eine Bernstein-Brille auf der Nase und ihre langen weißen Haare waren zu einem Zopf geflochten, den sie wie einen Schal um ihren Hals trug. Große Ohrringe und ein kleiner Nasenring zierte ihr faltiges, dunkles Gesicht, das an Baumrinde erinnerte. Ein entferntes Licht ließ die schwarzen Augen von innen funkeln.
„Brovi! Gut dass du da bist! Ich hoffe du hast die Notizen des Bären dabei? Du hast sie doch hoffentlich nicht vergessen! Sie können dir helfen und... Brovi! Pass auf wo du hintrittst! BROVI!“

„Brovi! Genug Schafe gezählt! Man werd endlich wach, wir wollen weiter!“
Rumpels Gesicht erschien über ihm, als er die Augen öffnete.
„Da nimm.“
Er bekam etwas Trockenobst gereicht, was wohl der Graf gespendet hatte. Die Sonne musste schon irgendwo über dem Nebel aufgegangen sein, denn das diffuse Licht hüllte alles in den silbernen Glanz von Morgentau. In der Näher hörte Brovi auch den Grafen:
„Wir sollten uns beeilen. Die Geister sind unruhig.“
...was auch immer das bedeuten mochte. Sobald Brovi auf den Beinen war bemerkte er, dass Verano ihn aus dem Augenwinkel manchmal musterte. Nicht unhöflich nur war es eben doch ein wenig zu häufig um noch Zufall zu sein. Sie machten sich auf den Weg und Muffel zog den Wagen mit den drei Passagieren und dem Dracheneis. Der Graf ritt an der linken Seite, leicht versetzt nach vorne auf seinem weißen Ross voran, denn der Nebel schien sich manchmal regelrecht für ihn zu teilen, auch wenn die weißen Schleier sich nie ganz lichteten. Brovi saß neben Rumpel der den Wagen steuerte und hinten fröstelte der fest verschnürte Ork auf dem Eis. Bald würden sie Brovis kleinen Hügel erklimmen müssen und seine Hütte erreichen... Hoffentlich, bevor sie sonst noch jemand entdeckte. Die Reisestrecke betrug noch ein paar Stunden, aber dann sollten sie vorerst in Sicherheit sein.
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Mittwoch 29. Juni 2016, 20:43

Brovi, Rumpel und der gefangene Ork waren auf dem Wagen untergebracht, während Verano Milagros auf seinem Pferd nebenher ritt. Manchmal schien sich der Nebel tatsächlich etwas vor dem Grafen zu teilen – bloß Einbildung, oder vielleicht ein Gefallen von seinen Geistern? Mehr jedoch als über den Nebel grübelte Brovi über seinen Traum. Ein Traum an sich war nichts ungewöhnliches. Brovi träumte, wie wohl jedes vernunftbegabte Geschöpf, beinahe jede Nacht. Meistens erinnerte er sich aber beim Erwachen nicht mehr an die Trauminhalte, oder vergaß sie spätestens beim Frühstück. Wenn er sich doch mal an einen Traum erinnerte, basierte dieser meist auf einer realen Erinnerung, oder stellte sich, kaum war der Zwerg wieder in der Wirklichkeit angelangt, als völliger Nonsens heraus. Warum erinnerte Brovi sich so gut an den von letzter Nacht? Einen Ort wie die Treppe, die er im Traum erklommen hatte, hatte er noch nie gesehen, weder im Wachen noch im Schlaf. Auch die alte Frau kam ihm nicht ansatzweise bekannt vor, auch wenn der Situation, die er gesehen hatte, wohl eine Bekanntschaft von einer gewissen Dauer vorausging, das führte der Ingenieur auf die Art zurück, wie sie ihn angesprochen hatte.
„Brovi! Gut dass du da bist! Ich hoffe du hast die Notizen des Bären dabei? Du hast sie doch hoffentlich nicht vergessen! Sie können dir helfen und... Brovi! Pass auf wo du hintrittst!
Es erinnerte ihn an eine Art Meister-Lehrling-Beziehung, wobei er den Lehrling darstellte. Ob die Greisin eine Runenkundige war? Ob sie ihm half, seine Kenntnisse von der Runenmagie zu erweitern? Quatsch! Warum zerbreche ich mir den Kopf darüber? Es war nur ein Traum! Ich kenne diese Frau nicht und werde sie nie kennen – den sie existiert nur in meinem Kopf. So ganz wurde er das Gefühl aber nicht los, dass der Traum eine Bedeutung hatte.
Bis die Reisenden bei Brovis Hütte ankämen, würden noch einige Stunden verstreichen. Zeit genug, um... ja, was eigentlich? Jetzt, dachte Brovi, wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, die Ereignisse des gestrigen Tages auf den Seiten seines Tagebuchs festzuhalten, bloß lag dies noch neben seinem Bett in der Hütte, und der Ingenieur schrieb auch lieber, wenn er allein war. Nachdem die Gruppe eine Weile unterwegs war, viel dem Ingenieur auf, dass der Graf ihn noch immer sehr oft aus dem Augenwinkel ansah, zu oft, um zufällig zu wirken. Zum ersten Mal war das dem Zwerg direkt nach dem Aufstehen aufgefallen. Traute Milagros ihm nicht? Er hatte jedenfalls keinen Grund zum Misstrauen: Er war ein wetvoller Verbündeter, und da er sich den Zwergen angeschlossen hatte, nicht andersherum, fühlte Brovi sich irgendwie verantwortlich für ihn.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Freitag 1. Juli 2016, 10:01

Manchmal beschäftigten Träume einen mehr als man zugeben wollte, waren Visionen oder Hinweise des Schicksals und manchmal waren sie eben einfach nur Träume. Wann was zutreffen würde wusste man immer erst hinterher.
Brovi dachte an sein Tagebuch und wollte gern die Geschehnisse, seine Gedanken, vielleicht auch seine Träume darin festhalten, doch das lag Zuhause, wohlbehütet in seiner kleinen Hütte. Er wusste, dass es nicht mehr weit sein konnte, denn er erkannte die Umgebung seines Heims, der Hügel auf dem er lebte musste hinter diesem sehr schmalen Rinnsal von einem Bach liegen, den sie etwas weiter westlich auch mit dem Wagen überqueren konnten. Das schwere Gefährt musste einen kleinen Umweg fahren, da es nicht überall natürliche Brücken gab, also nahmen sie einen etwas anderen Weg, als den den sie gekommen waren. Der Untergrund des Waldes war hier weicher und sie kamen nur langsam voran. Um den Wagen bei der Überquerung so leicht wie möglich zu halten, stiegen Rumpel und auch er ab und sein Händlerfreund führte Muffel an seinem Nasenring voran. Während der Graf den Wagen von hinten sicherte behielt Brovi die Umgebung im Auge und ging immer ein Stück voran. Plötzlich sah er etwas im Nebel, der trotz der Mittagszeit immernoch dicht in dünnen Fetzen über den Moosen hing. Erst dachte er, es wäre ein schneebedeckter Stein, aber der letzte Schnee war schon länger getaut, als dass er hier hätte liegen können, also ging Brovi näher.
Zu seiner Bestürzung musste er den Eisbären des Mantroners finden, dessen Bekanntschaft er vorletzte Nacht gemacht hatte. Um so näher er kam, um so mehr fiel im die unnatürliche Haltung auf, als wenn... Er umrundete das Tier zu Hälfte und fand einen Ork mit einer Lanze darunter. Die Waffe hatte den Bären aufgespießt, aber der Angriff des Bären musste so heftig gewesen sein, dass er den Ork selbst in seinem Todeskampf noch getötete hatte. Der Sattel war aufgerissen und auch die Taschen daran, waren aufgeschnitten worden. Sie waren leer, als hätten die Angreifer sie geplündert. Tiefe Fußabdrücke zeigten deutlich, dass der Ork nicht allein gewesen war. Sollte er vielleicht die anderen rufen, oder doch der Spur alleine folgen?
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Freitag 1. Juli 2016, 12:03

Als Brovi sich dem Eisbären näherte, bestätigte sich, was er bereits geahnt hatte, als ihm die unnatürliche Haltung des Bären aufgefallen war: Sowohl Tier als auch Ork waren tot. Jemand hatte die Satteltaschen des Bären auf grobe Art und Weise aufgeschlitzt und den Inhalt entnommen. Einige tiefe Fußspuren führten in den Nebel, doch konnte der Ingenieur nicht deren Anzahl ausmachen, da der Boden durch die Nähe zum Bach und das eher feuchte Klima in den Dunsthügeln noch matschig war. Sollte Brovi den anderen von seinem Fund berichten? Sie würden sowieso bald hier ankommen, er würde also einfach hier warten... Plötzlich schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf: Das Reittier ist tot. Wo bei Faldor ist der Reiter? In der Nähe war keine menschliche Leiche sichtbar, und der Zwerg bezweifelte, dass der weiße Koloss seinen eigenen Herrn unter sich begraben hatte. Es war also nicht unwahrscheinlich, dass der Jäger gefangen genommen worden war. Dies war zwar keineswegs sicher – vielleicht hatten sich Mensch und Bär aufgeteilt und der Mantroner war von den Orks unbehelligt geblieben – aber falls es stimmte, konnte jeder Augenblick, den er sich in der Gewalt der Invasoren befand, seinen Tod bedeuten. Brovi wusste zwar nicht, was er im Endeffekt tun konnte, aber trotzdem entschloss er sich, den Fußspuren zu folgen. Hoffentlich würden die Anderen, wenn sie die Leichen fanden, die richtigen Schlüsse ziehen.
Der Ingenieur setzte seine Schutzbrille auf – er fühlte sich mit dem Teil auf der Nase irgendwie stärker –, nahm seinen Hammer vom Gürtel und rannte in den Nebel, den Spuren hinterher.

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Juli 2016, 09:43

Also hieß es, Brille auf und ab in den Nebel rennen. Brovi kam keine zehn Meter weit, als er stolperte. Er hatte nicht mal gesehen was es war, das ihm da ein Bein gestellt hatte und er stürzte.
...Pass auf wo du hin trittst...
hallte eine Erinnerung in seinem Schädel wieder und während er noch fiel, sah er das Loch. Es lag verborgen zwischen Farnen am Fuß eines Baumes und er rollte hinein. Die Dunkelheit verschluckte ihn förmlich und er zog Arme und Beine instinktiv nah an den Körper um sich nicht zu verletzten. Er rutscht mit dem Rücken über etwas hartes, vermutlich eine Wurzel, was ein paar Blaue Flecke verursachte, aber dann kam er zum Liegen. Erde rieselte auf ihn nieder und verschmutzte seine Brille, sodass er nichts sehen konnte. Er musste sie abnehmen um sich zu orientieren. Sobald er das getan hatte und sich umsah, ahnte er, dass sein Traum ihn hier her geführt hatte. Das Loch weitete sich schnell zu einer Art Gang, der nur ein kleines Stück hinter ihm steil in die Tiefe hinab führte. Vermutlich war das hier mal ein Dachsbau oder die Höhle eines Bären gewesen. Über Wurzeln und Erde führte der Weg gleich einer Wendeltreppe in die Tiefe. Abermals fühlte sich Brovi vielleicht an seinen Traum erinnert, nur dass da die Wände mit Regalen voller Bücher ausgekleidet gewesen waren. Hier gab es nur Schmutz, Blut und schwarze Erde. - Blut? -
Ja, er roch es und er sah es. Hier oben war es noch ordentlich hell und an der Kannte, dort wo er herein gekullert war, waren deutlich Blutspuren zu sehen, die nicht die seinen waren. Vielleicht hatte es der Mantroner nach dem Angriff geschafft sich hier zu verstecken? Jetzt da Brovi schon mal hier war, konnte er sich auch tiefer hinein wagen. Spiralförmig wand sich der Gang in die Dunkelheit aber nicht weit. Es war finster, aber nach ein paar Momenten, in denen sich seine Augen an das wenig vorhandene Licht gewöhnen konnten das durch winzige Spalten in der Decke fiel, konnte Brovi den Reiter finden, den das gleiche Schicksal ereilt hatte, wie seinen Bären.
Sie können dir helfen...
Was denn? Was sollte er hier? Er hatte die Leiche gefunden, aber da war noch mehr...
Du hast sie doch hoffentlich nicht vergessen!
Was sollte er nicht vergessen? Instinktiv sah er sich um und auch den Leichnam genauer an.
Ich hoffe du hast die Notizen des Bären dabei?
Notizen des Bären? ...Merkwürdige Formulierung!... Er suchte... Da war etwas das aussah wie der verkleinerte Tatzenabdruck eines Bären. Er befand sich auf der Brust des Mantroners unter dessen Hemd sich an dieser Stelle etwas leicht wölbte.
Gut dass du da bist!
Einer Leiche unter das Hemd zu fassen, war sicher nichts angenehmes, zumal der Mann noch so kurze Zeit zuvor so voller Kraft gewesen war, dass man ihm niemals ein so baldiges Ende zugetraut hätte, aber so war das Leben. Begab man sich in Gefahr, konnte man darin umkommen. Über der schweren Bauchwunde, die den Mann vermutlich noch eine gewisse Zeit am Leben gelassen hatte, fand der Zwerg einen länglichen runden Gegenstand. Alles andere hatten sie ihm genommen, bevor sie ihn zum sterben liegen gelassen hatten. Er zog das Stab-ähnliche Ding heraus und betastete es. Es war hart, aber aus gewachten Leder. Für mehr Erkenntnisse brauchte er mehr Licht. Im gleichen Augenblick, da er die Rolle in die Hang genommen hatte, erklang von oben ein gedämpftes:
„Brovi!“
Sein Freund Rumpel rief nach ihm, also kletterte er die Wendeltreppe aus Wurzeln wieder hinauf und blickte in zwei kleine verwunderte Augen, als er unter dem Farn auftauchte.
„Meine Güte! Hab mir Sorgen gemacht? Was machst du denn da?“
Auch der Graf und der Wagen standen nicht weit entfernt. Jetzt konnte Brovi einen Blich auf das Ding in seiner Hand werfen. Es war eine gehärtete Lederhülse, die man häufig für Post und Briefe benutzte. Sie war Wasserfest und stabil, alt und unauffällig, aber irgendetwas zog ihn daran an. Er öffnete die Seite. Etwas war darin zusammen gerollt. Er zog es heraus und strich vorsichtig über das alte, aber erstaunlich gut erhaltene Leder. Die Buchstaben waren tief in die Oberfläche gebrannt worden, so dass sie noch heute gut zu lesen waren:



**Schriftrolle Runenmagie

Runenmeister, Forscher und Verfasser der Schriftrolle: Inzinath Nazar

Ein Diener und Meister seiner Kunst grüßt den Lehrling. Nun, auch wenn Ihr mit Euren Kräften nur Grundkenntnisse der Magie allgemein besitzt, so werden Euch diese Aufzeichnungen sicher helfen, wenn Ihr den Weg eines Runenmagiers einschlagen wollt. Ich hoffe, Ihr habt Eure Initiantenrune bereits eintätowiert bekommen.

Runen besitzen viel Macht, jede einzelne von ihnen. Und da wir die Mächte nur führen wie ein Werkzeug und die Magie an sich nicht wirklich aus uns heraus strömt, sondern aus der Kraft der Runen, ist dies wohl keine typische Magieart. Vermutlich schätzen daher die Zwerge sie sehr, denn sie können sich selten mit den üblichen Magiearten „anfreunden“. Doch will ich Euch mit meinen Forschungen nicht von Eurem Studium abhalten. Es sei nur noch soviel gesagt: Die Runenmagie erlernt sie anders, aber das werdet Ihr noch früh genug erfahren.

Ein Runenmagier kann jegliche Rune nach seinem Wunsch verwenden. Denn nur in dieser Magieart stehen dem Anwender von Anfang an alle Mittel zur Verfügung. Die wahre Macht liegt in der Nutzung und Kombination der Runen.

Je nach Erfahrung des Magiers kann er verschieden lange Kombinationen aus den Runen legen, beispielsweise um Gegenstände zu besprechen, Personen zu heilen oder die direkte Umgebung zu beeinflussen. Je nach Erfahrung halten die Zauber unterschiedlich lang an. So kann ein noch unerfahrener Magier, der soeben erst die rudimentären Kenntnisse erlangt hat, keine Runenkombinationen legen. Ihm steht immer nur eine Rune und deren Kraft zur Verfügung, welche in der Dauer vielleicht bei einer Stunde seine Grenzen erreicht. Die Reihenfolge der Runen ist dabei nicht wichtig, wie man herausgefunden hat.

Bei überdurchschnittlichen Runenmagiern können die Kombinationen (die aus maximal drei Runen bestehen) schon einen halben Tag ihre Wirkung entfalten, gute Magier schaffen ihr Pensum auf einen Tag (mit maximal vier Runen).
Wer eine fünffache Runenkombination zustande bringt, ist schon sehr gut in seiner Macht. Hier können die magischen Kräfte der Rune eine permanente Wirkung behalten, wenn der Magier dies wünscht.

Doch nur wahre Meister wie beispielsweise Jolanta Synapse oder ich selbst schaffen mit viel Konzentration eine siebenfache Runenkombination. Dies erfordert jedoch eine Menge Übung und jahrelanges Studium.

Da die Kombinationen schier ins Überdimensionale gehen und nicht alle schritflich niedergelegt werden können (weil auch immer wieder neue Kombinationen entstehen), habe ich hier nur einige wichtige Anschauungskombinationen hinterlegt. Sie dienen der Übung und dem Verständnis für den Einsatz der Runen.

Kombination des Händlers (2 Runen)
Verkettet die Runen Fehu und Gebu miteinander, um nicht nur die Gnade der Götter bei wichtigen Geschäften und Verhandlungen auf Eurer Seite zu haben. Händler bedienen sich dieser Runenkombination gerne und lassen sich Amulette mit ihnen besprechen. Geraten sie an einen erfahreneren Runemagier, so kombiniert er womöglich noch mit der Rune Sowelo, um einen höheren Erfolg zu erzielen.

Kombination des Mutigen (2 Runen)
Gegen die Angst oder vor einer schweren Aufgabe lassen sich die Nervösen gern mit der Runenkombination aus Kenaz und Ehwaz besprechen. Die steigert nicht nur den Mut, sondern auch das Selbstbewusstsein.

Kombination der Hoffnung (2 Runen)
Kleine Kinder haben in der Ferne oder auf Reisen oft Heimweh, weinen bitterlich und können kaum beruhigt werden. Das Sprechen von Othela und Dagaz schenkt ihnen Frieden und gibt ihnen Hoffnung und den Glauben, die Heimat immer in ihrem Herzen zu tragen.

Kombination des Bauern (3 Runen)
Als Beeinflussung über ein Feld gelegt oder auf das Werkzeug bzw. den Saatbeutel des Bauern gesprochen, versprechen die Runen Jera, Ingwaz und Bekana in einer Kombination eine reichhaltige Ernte, auch wenn das Wetter nicht ganz so mitspielen mag.

Kombination des ruhigen Geistes (3 Runen)
Nicht nur Angst verlangt einen ruhigen Geist, sondern auch schwierige Aufgaben, die den Ausüber unter massiven Druck setzen können. Um dem entgegen zu wirken, stehen dem Runenmagier Isa, Nauthiz und Wunjo zur Verfügung.

Kombination des Streitschlichters (4 Runen)
Eine stärkere Variante der Kombination des ruhigen Geistes ist die Verkettung von Wunjo, Isa, Mannaz und Raidho. Neben Beruhigung des eigenen Geistes hilft diese Kombination auch, einen aufkeimenden Streit zu ersticken und legt dem Schlichter eventuell die richtigen Worte in den Mund.

Kombination des Kämpfers (4 Runen)
Eine sehr beliebte Runenkombination bei Befehlshabern großer Armeen, denn die Verkettung aus Teiwaz, Sowelo, Uruz und Kenaz schenkt den Kämpfern nicht nur Mut, sondern verspricht auch einen gewissen Erfolg im Kampf und greift unterstützend unter die Arme.

Meisterliche Runenmagie: die Kombination der Kampfkunst (7 Runen)
Nur wahren Runenmeistern gelingt diese einzigartige Kombination – und das ohne Folgen! Uruz und Teiwaz als Unterstützung im Kampf, Kenaz und Ehwaz für den Mut, Hagalaz, Algiz und Eiwaz als Schutz vor Magie, Verletzungen und allgemein als Abwehrrunen und zu guter letzt noch Sowelo, um den letzten Erfolg zu versprechen. Das ist wirklich eine mächtige Kombination, die den Runenmeister in einen geschützten Kämpfer verwandelt.**
Schriftrolle Fuss
((gefunden: Schriftrolle der Runenmagie))

Rumpel schaute Brovi neugierig über die Schulter.
„Was'n das?“
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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Brovi Brockstein » Freitag 8. Juli 2016, 13:19

Der Sturz kam für Brovi recht unerwartet. Im einen Moment lief er noch durch den Nebel, im nächsten hatte er plötzlich nur noch Luft unter den Füßen. Es gelang ihm gerade noch instinktiv, seine Gliedmaßen dicht an den Körper anzuziehen um sich nicht zu verletzen.
...Pass auf wo du hintrittst..., meldete sich plötzlich eine Erinnerung an seinen Traum letzte Nacht. Wie er im Fallen überhaupt Zeit für den Gedanken gehabt hatte, wusste er nicht. Nach einem kurzen Moment von matschigem Chaos kam er auf einem irdenen Boden zum Liegen. Da seine Brille voller Schmutz war, nahm er sie ab und steckte sie in seine Gürteltasche. Er rappelte sich auf und versuchte sich zu orientieren. Er musste sich eingestehen, dass die Ähnlichkeit zu seinem Traum tatsächlich verblüffend war: Die Höhle hatte tastächlich eine ähnliche Form wie die Wendeltreppe im Traum, davon abgesehen, dass ihre Wände keine Bücher und Schriftrollen beherbergten. Alles, was in dieser Höhle zu finden war, war Erde, Steine, und …Blut? Vor sich auf dem Boden erkannte der Zwerg eine Blutspur, die weiter in die Höhle hinein führte. Blutete er vielleicht selbst? Nein. Das Blut musste jemand anderem gehören. Neugierig, aber auch etwas nervös, folgte Brovi der Spur. Nach ein paar Biegungen fand er den Besitzer des Blutes: Der Jäger, den er gestern getroffen hatte. Jetzt war er leider tot.
Ich hoffe du hast die Notizen des Bären dabei?
Die Notizen des Bären... Die Notizen... des Bären... des Bären... der EIsbär. Der tote Eisbär. Was meinte sie damit? Die Notizen des...

Plötzlich fiel Brovi eine Erhebung unter dem Hemd des Jägers auf. Vielleicht war mit dem Bär auch gar nicht der Bär, sondern dessen Reiter gemeint! Der Zwerg sammelte sich, dann zog er den Gegenstand aus dem Kragen des Toten. Ein kleines Lederbehältnis. Nachdem er wieder zur Oberfläche emporgestiegen war, öffnete er es. Im Inneren befand sich eine zusammengerollte Pergamentrolle. Interessiert rollte der Ingenieur sie auseindander. Zu oberst steht der Verfasser der Schriftrolle, ein gewisser Inzinath Nazar, der sich selbst Runenmeister nennt. Dieses DIng scheint etwas mit Runenmagie zu tun zu haben...
Darunter ging es weiter:
Ein Diener und Meister seiner Kunst grüßt den Lehrling. Nun, auch wenn Ihr mit Euren Kräften nur Grundkenntnisse der Magie allgemein besitzt, so werden Euch diese Aufzeichnungen sicher helfen, wenn Ihr den Weg eines Runenmagiers einschlagen wollt. Ich hoffe, Ihr habt Eure Initiantenrune bereits eintätowiert bekommen.
Das war wirklich sehr interessant. Brovi würde die Schrift mitnehmen, um sie später in Ruhe zu examinieren. Neugierig schaute ihm ein Freund Rumpel über die Schulter. "Was'n das?", fragte er.
"Es ist eine Schriftrolle", antwortete Brovi, während er das Objekt des Gesprächs in seinem Mantel verstaute, "sie scheint von der Runenmagie zu handeln. Ich wollte sie aber erstmal beiseitelegen und zu Hause nochmal draufkucken. Da unten in der Höhle… Der Jäger von gestern liegt da unten. Er hatte die Schriftrolle bei sich. Er... Er sit tot. Habt ihr den Eisbären gesehen? Anscheinend wurde der Jäger ebenfalls von den Orks verwundet. Keine Ahnung, ob er daran gestorben ist oder an was anderem. Jedenfalls sollten wir ihn raufholen. Er hat ein würdevolleres Ende verdient als in einem Dachsbau zu verrotten."

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Re: Verloren im Nebel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 14. Juli 2016, 09:15

Das war wirklich sehr interessant. Brovi würde die Schrift mitnehmen, um sie später in Ruhe zu examinieren. Neugierig schaute ihm ein Freund Rumpel über die Schulter.
"Was'n das?"
, fragte er.
"Es ist eine Schriftrolle"
, antwortete Brovi, während er das Objekt des Gesprächs in seinem Mantel verstaute,
"Sie scheint von der Runenmagie zu handeln. Ich wollte sie aber erstmal beiseitelegen und zu Hause nochmal draufkucken. Da unten in der Höhle… Der Jäger von gestern liegt da unten. Er hatte die Schriftrolle bei sich. Er... Er ist tot. Habt ihr den Eisbären gesehen? Anscheinend wurde der Jäger ebenfalls von den Orks verwundet. Keine Ahnung, ob er daran gestorben ist oder an was anderem. Jedenfalls sollten wir ihn raufholen. Er hat ein würdevolleres Ende verdient als in einem Dachsbau zu verrotten."
Rumpels eben noch nur angespanntes Gesicht verwandelte sich in eine Maske des Zorns.
„Diese verfluchten ...“
Ein Triade an derbsten Beschimpfungen ging hernieder, in der er die Orks der Inzucht anklagte, ihnen die schlimmsten Flüche an den Hals wünschte und nicht nur zwergische Worte verwendete. Rumpel war weit herum gekommen und fluchte dem entsprechend in den unterschiedlichsten Sprachen und Mentalitäten. Der Tod des Mantroners ging ihm vielleicht näher, als es vorher den Anschein gemacht hatte. Bestimmt hatten die beiden schon einiges zusammen erlebt. Er hatte da so etwas angedeutet gehabt. Er wollte sich nicht so recht beruhigen und erst als der Graf hinzu trat wurden seine Flüche leiser, bis er ganz verstummte und auf das Loch im Boden starrte.
„Ich hol ihn da raus.“
, bot sich Verano an, der wohl mitbekommen hatte was geschehen war.
„Nein.“
Rumpel klang jetzt wieder gefasster, aber Trauer lag jetzt in seiner Stimme.
„Ich hol ihn und ich werde ihn begraben und Nachricht nach Mantron bringen, wenn das hier vorbei ist. Er hat an meiner Seite gekämpft und hat es nicht verdient einfach vergessen zu werden.“
Verano nickte und trat zurück. Gemeinsam mit Brovi wartete er, bis der Händler den Leichnam geborgen hatte. Während der Zwerg dann ein Grab aushob und den Mantroner darin bettete murmelte Verano leise irgendein Gebet. In Ermangelung einer besseren Opfergabe, stellte der Graf zum Ende hin eine Schale auf das Grab und bette sie in Steine ein, so dass sie dort lange stehen würde.
„Bei Regen wird sie sich immer wieder mit Wasser füllen und Ventha wird ihren Blick auf den fern ab der Meere gefallenen Tapferen richten.“
Mantroner wurden sonst auf See bestattet, aber eine solche Zeremonie war den drei hier unmöglich, deshalb taten sie das was sie konnten um Baltos Bestientod zu ehren. Den Rest des Weges bis zu Brovis Hütte verbrachten sie schweigend und erst das freudig erregte Blöken von Mopp zerriss die gedrückte Stimmung.

(weiter bei: Die Hütte des Ingenieurs )
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