Bei Ferim

Diese Küstenstadt ist verrufen, gefürchtet und niederträchtig. Hier leben Rassen aller Art und sie sind Piraten, Hehler und Gesindel. Neue Besucher sollten sich einer Gemeinschaft anschließen, wenn sie in Rumdett überleben wollen.
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Die Piraten haben sich den Dunkelelfen angeschlossen!
Sie erhielten Freibriefe für ihre Raubzüge auf See. Teilweise haben sie hierzu auch Amazonen angeheuert.
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Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Sonntag 31. März 2013, 10:52

[Pallas Mercator kommt von Rumdett - Taverne "Teufelsrochen" - "Das beste Haus am Platz"]

Es war zappenduster in Ferims Unterschlupf, bis er eine große Kerze anzündete und mit dieser wiederum mehrere andere. Der ehemalige Lagerkeller war jetzt ausreichend erleuchtet. Es war ein einziger Raum, sauber, aber klein und unordentlich. Eine Schlafstelle gab es, ein Schreibpult, eine offen stehende Kiste, in der jede Menge Schauspielrequisiten und Kostüme lagen. An der Wand hing eine Scherbe, die zu einem großen Wandspiegel gehört haben musste.

Ferim schloss die Truhe und setzte sich darauf. Er bot Pallas den Stuhl des Schreibpults an.
„Ich habe in Rumdett mein Geld mit Kartenspielen gemacht, wobei ich mich als übereifrigen Mönch verkleidet habe, weil das die anderen Spieler verunsichert und die eigene verräterische Mimik übertüncht. Habe als Gott Felyn gewählt, weil er vermutlich am allerwenigsten einen Scharlatan in die ewige Verdammnis schicken würde. Aber wer weiß...“

„Ich habe ein kleines Rätsel für dich: Ein Pirat verliert die Besitzurkunde seines Schiffes beim Kartenspiel. Seitdem setzt er kein einziges Mal zu See und schmiedet Pläne, sie sich zurückzuholen. Warum ist ihm das so wichtig, obwohl sich kein anderer Berufsgenosse um Dokumente und deren Inhalt schert?“

Konnte Pallas die Antwort geben? Er hatte bereits einiges gesehen und gehört. Caspars Werdegang als ehemaliger Händler, dessen Vermögen und seine beibehaltenen Manieren. Dass sich Caspar von seinen Pflichten freikaufte und deshalb niemals mit anderen Piratenschiffen zusammen segeln musste. Die Zustände in Rumdetts Hafen und auf dem Schwarzmarkt. Das musste alles irgendwie zusammenpassen.
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Montag 15. April 2013, 22:53

Erstaunt lauschte Pallas den Ausführungen des Schauspielers. „Gefesselt und geknebelt!?“, fragte er leise kichernd, „Jemand hat wohl was gegen Schauspieler“.

Ferim führte sie weiter bis zu seinem Unterschlupf, einem einfach eingerichtetem Kellerraum. Neugierig betrachtete Pallas die offen stehende Requisitentruhe, bis Ferim sie zumachte und von seiner Zeit in Rumdett erzählte. Dann wechselte er das Thema zu Caspar:
„Ich habe ein kleines Rätsel für dich: Ein Pirat verliert die Besitzurkunde seines Schiffes beim Kartenspiel. Seitdem setzt er kein einziges Mal zu See und schmiedet Pläne, sie sich zurückzuholen. Warum ist ihm das so wichtig, obwohl sich kein anderer Berufsgenosse um Dokumente und deren Inhalt schert?“

„Das habe ich mich auch die ganze Zeit gefragt! Irgendwie ist Caspar doch ein komischer Pirat, oder? Jeder andere hätte sein Schiff einfach am nächsten Morgen zurück geholt", überlegte Pallas laut. Das ganze war schon irgendwie merkwürdig. Caspar hatte ein Schiff und eine loyale Crew, beteiligte sich aber nicht an Raubzügen. Irgendwie passte er nicht in das raue und gewalttätige Rumdett, so als wollte er absichtlich nicht dazugehören. Natürlich konnte es auch sein dass er ganz anderes im Schilde führte als es auf den ersten Blick ersichtlich war. Es gab eigentlich eine ganze Menge Möglichkeiten. Ferim schien entweder schlauer zu sein als Pallas oder er wartatsächlich besser informiert, denn anscheinend wusste er die Lösung des Rätsels. Pallas dachte wieder laut weiter: "Was wenn es ihm gar nicht auf das Schiff, das Gold und den ganzen restlichen Piratenkram ankommt, sondern nur auf die Urkunde? Aber warum sollte er dann so etwas wichtiges bei einem Kartenspiel als Einsatz wählen? Vielleicht ist er gar kein Pirat, so wie wir, und die Beweggründe für sein Handeln stehen in einem größeren Zusammenhang? ich weiß ehrlich gesagt auch nicht recht was ich von ihm halten soll, hast du vielleicht eine Idee?"

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 18. April 2013, 22:01

Ferims Gesicht war gespannt und er blickte verschmitzt rein. Er kannte die Lösung und musste sich beherrschen, nicht damit herauszuplatzen. Er sprang von der Truhe herunter und entgegnete auf Pallas Vermutungen:

„Seltsam, meinst du? Schon ein bisschen, aber eigentlich höchst logisch, wenn man erst einmal dahinter kommt. Ich habe selbst vor einem halben Jahr darüber nachgegrübelt und Nachforschungen angestellt. Einen seiner Männer musste ich richtig betrunken machen, um etwas aus ihm rauszubekommen. Und noch betrunkener, damit er sich nicht daran erinnerte.“

Die Gesichtszüge des Schauspielers verdüsterten sich.
„Caspar hat etwas mit mir gemeinsam. Er ist ein guter Schauspieler. Außerhalb von Rumdett weiß keiner von dessen Untreiben. Dort hält man ihn für einen sauberen, gewissenhaften Händler mit weißer Weste. Die meiste Zeit über arbeitet er als wichtiger Hehler von Finns Bande. Seidenstoffe, Duftwässerchen, Spiegel, fein gearbeiteter Schmuck, all diese Dinge sind hier in Rumdett spottbillig zu bekommen und werden andernorts für Vermögen gehandelt. Apropos Schmuck.“
Ferim kramte in seiner Tasche herum, nahm Pallas Mercators Ring hervor und warf ihm diesen zu.
„Den wirst du vielleicht noch brauchen. Also, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Caspar hehlte und finanzierte die Piraterie im großen Stile. Aber bei diesen teuren Waren wird immer darauf geachtet, dass es sich nicht um Schmuggelware oder Diebesgut handelt. Deshalb muss Caspar gewissenhaft den Zoll darauf bezahlen, aber im Gegenzug glauben alle, dass es sich rechtlich einwandfrei um sein Eigentum handelt . Zum Verzollen der Schiffsladung braucht er aber in den meisten Häfen die Besitzurkunde seines Schiffes. Seine Mannschaft ist handverlesen und wird vorzüglich bezahlt, dafür, dass sie das alles geheim halten. Auch haben sie schon zahlreiche Leute gemeuchelt, die Verdacht geschöpft haben.
So viel habe ich bereits heraus bekommen.“

Es schien dem Schauspieler gut zu tun, endlich einmal frei reden zu dürfen. Sein Wortschwall war nicht zu unterbrechen!

„Da ich die Besitzurkunde hatte, konnte Caspar nicht mehr weiter arbeiten. Er brauchte sie unbedingt zurück. Zum Glück benutzte ich andere Verkleidungen als die Mönchsrobe, sonst hätte man mich zu meiner Bude hierher verfolgt und dann einfach...“ Ferim zog den Zeigefinger einmal langsam quer über den Hals.
„Ich habe aber von der neuen Mitspielerin erfahren. Die gute Frau Amazone ist die Nichte einer inoffiziellen Gesandten von Xytras. Da kam ich auf den Plan, ihr die Besitzurkunde unter zu schieben; Ich habe da meine Tricks mit den Karten. Ich hoffte, Caspar würde das Gör wutentbrannt umbringen, die Amazonen rächen sich und verlassen Rumdett. Das war mein Plan. Die Welt zu verbessern, Caspar zu bestrafen und meinen eigenen Hintern klammheimlich aus der Affäre zu ziehen. Aber was darauf wurde, hast du ja gesehen.“

Es gab immer noch Lücken in Ferims Geschichte. Jetzt konnte Pallas wieder Fragen stellen.
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Sonntag 28. April 2013, 12:33

Aufmerksam hörte sich Pallas Ferims Ausführungen an. Ferim hatte recht, es klang alles ganz logisch wenn man erstmal dahinter gekommen war, auch wenn Pallas nicht von selbst darauf gekommen wäre.

...Apropos Schmuck.“
Ferim kramte in seiner Tasche herum, nahm Pallas Ring hervor und warf ihm diesen zu.
„Den wirst du vielleicht noch brauchen. Also, wo war ich stehen geblieben? Ach ja...“
Verdutzt fing Pallas den Ring auf. Er wollte sich noch bedanken, aber Ferim fuhr bereits wieder fort zu erzählen. Pallas steckte den Ring an seinen angestammten Platz und betrachtete einige Augenblicke lang zufrieden wie er das warme Licht der Kerzen reflektierte, erinnerte sich dann aber daran, was ihm bezüglich des Ringes geraten worden war und steckte ihn wieder in die Tasche. Ob Ferim das hübsche Sümmchen, welches er für den Ring bezahlt hatte, wohl wieder haben wollte? Pallas beschloss das einfach unter den Tisch fallen zu lassen, Ferim würde sich schon melden, wenn dem so war.

„...Ich habe aber von der neuen Mitspielerin erfahren. Die gute Frau Amazone ist die Nichte einer inoffiziellen Gesandten von Xytras. Da kam ich auf den Plan, ihr die Besitzurkunde unter zu schieben; Ich habe da meine Tricks mit den Karten. Ich hoffte, Caspar würde das Gör wutentbrannt umbringen, die Amazonen rächen sich und verlassen Rumdett. Das war mein Plan. Die Welt zu verbessern, Caspar zu bestrafen und meinen eigenen Hintern klammheimlich aus der Affäre zu ziehen. Aber was daraus wurde, hast du ja gesehen.“

Das hatte Pallas wahrhaftig. Zumindest der Teil mit "klammheimlich aus der Affäre ziehen" war auf furiose Weise fehlgeschlagen. Caspar würde seine Strafe bis in alle Ewigkeit in Harax absitzen und die Amazone wurde nicht nur von einem, sondern gleich einem ganzen Haufen wütender Piraten umgelegt.
Nur warum sich Ferim anscheinend in den Kopf gesetzt hatte, die Welt zu retten, war ihm nicht klar, man sollte ja meinen, dass die Stadt zu verlassen seine wichtigste Angelegenheit war. Pallas wusste zumindest, was er an Ferims stelle getan hätte: Die Welt die Welt sein lassen und schauen dass man so bald wie möglich wieder weg war, ohne sich in interne Angelegenheiten zu verstricken. Dass er trotzdem geblieben war, hatte etwas zu bedeuten. Pallas merkte, dass sein aus santronischer Perspektive aktueller Stand nicht mehr der aktuelle Stand war, da Neuigkeiten mit erheblicher zeitlicher Verzögerung in Santros eintreffen:

„Ich habe tatsächlich etwas von Amazonen und auch Dunkelelfen in Rumdett gehört, aber was es damit auf sich hat, weiß ich nicht. Das ist wohl ein Nachteil wenn man aus Santros kommt, man ist nicht immer auf dem neuesten Stand der Weltereignisse. Ich dachte, das wären bloß die üblichen Söldner, aber dass sie eine Abgesandte schicken klingt als würde mehr dahinter stecken.“

Pallas hielt inne und dachte darüber nach, was ein Bündnis zwischen Rumdett uns Xytras zu bedeuten hätte. Er teilte seine Überlegungen dann mit Ferim:
„Es wäre nicht auszudenken wenn sich die Piraten aus Rumdett mit den Amazonen verbünden und einen Piratenstützpunkt in Xytras einrichten würden. Von dort aus können sie mit Leichtigkeit Venthas Seeweg abriegeln, immerhin liegt die Insel Arderis keine zwei Tagesfahrten vom Festland entfernt, an der engsten Stelle sogar weniger als eine."
Er wusste nicht, ob Ferim darauf hinaus wollte, aber es war zumindest eine unangenehme Nebenwirkung.

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Mai 2013, 19:30

Pallas hatte seine eigenen Ideen, was so ein Bündnis bewirken könnte, aber Ferim zuckte mit den Achseln. „Das klingt logisch, aber um ehrlich zu sein, kann ich da nicht wirklich mitreden. Politik und Geographie sind nicht gerade meine Stärken. Ich selbst finde nur, dass man mit Rumdett nicht wie mit einem salonfähigen Stadtstaat verhandeln sollte, egal um was es geht. Es ist eine überdimensionierte Räuberhöhle, mehr nicht.“

Er zog eine Schublade des Schreibpultes raus und darin waren nicht etwa Tinte, Federn und Pinsel, sondern Ferims kleine Vorratskammer. Er nahm Schiffszwieback, zwei runzlige Äpfeln, eine Karotte, die er in der Mitte auseinander brach, und eine halbleere Flasche dünnen, billigen Wein heraus. Er bot Pallas die Hälfte der nächtlichen Mahlzeit an, wobei er den Wein nicht in Gläser füllte, denn solche gab es hier keine. Er trank einfach einen großen Schluck aus der Flasche und reichte sie Pallas.

Zwischen dem Essen, fragte er den Händlerssohn: „Was willst du jetzt machen? Hier übernachten oder noch ein Gasthaus suchen? Ich habe nichts gegen Gesellschaft, wenn du nicht schnarchst, natürlich.“ Er lachte.
Als er zu Ende gegessen hatte, leerte er, was von der Weinflasche noch übrig war und seufzte. „Ich hasse diese Stadt.“ Ferim gähnte und seine Gesichtszüge zeigten große Müdigkeit.
„Ich möchte endlich weg von hier. Aber der Landweg geht einfach nicht. Tagsüber gibt’s da Wegelagerer - Piraten, die zu alt sind oder es sich mit den großen Banden verscherzt haben. Und in der Nacht zieht der Nebel auf und die Hügel werden von den Tha'Ron heimgesucht.“
Der Schauspieler schloss die Augen und murmelte noch leise: „Wenn doch der alte Bertie wieder gesund wäre...“ Er war eingenickt, während er noch auf der Truhe saß.
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Freitag 12. Juli 2013, 15:00

Ferim hatte vermutlich recht was Rumdett betraf, es war nur der Ort an dem sich der Abschaum der Weltmeere zu einem Heer von Räubern, Dieben und Schlimmerem vereinte.
Pallas war sehr dankbar für etwas zu Essen und zu Trinken und schlang seine Mahlzeit regelrecht herunter.
Wie er selbst wollte Ferim auch aus Rumdett fort. Als er seine Bedenken gegenüber dem Landweg äußerte, meinte Pallas kauend: „Meinst du, dass es die Tha'Ron wirklich gibt?“ Von den Tha'Ron hatte er auch schon gehört, lila Nebelgeister die angeblich Gedanken lesen konnten und nachts über die Dunsthügel wanderten, für Pallas aber eindeutig ins Reich der Fantasie gehörten, genauso wie Drachen und Meeresungeheuer. Er schluckte runter und fuhr dann fort: „Da machen mir die Wegelagerer schon mehr sorgen, aber ob man hier in der Stadt oder draußen in den Hügeln ausgeraubt wird macht glaub ich keinen großen Unterschied. Ich glaube bloß, dass wir uns ziemlich verirren werden und am Ende verhungern oder wieder am Ausgangspunkt ankommen.“ Er hatte noch gar nicht zu Ende geredet, da war Ferim schon im Sitzen eingeschlafen.

Pallas zog die Teile seiner Lederrüstung aus und legte sie auf den Stuhl. Die Stiefel stellte er daneben auf den Boden und den Schwertgurt, der ohne den Säbel merkwürdig leer und traurig wirkte, hängte er an die Stuhllehne. Dann machte er es sich auf dem Bett gemütlich. Ferim würde wohl nichts dagenegen haben, wenn sich Pallas sein Bett auslieh, denn ins Gasthaus würde er um diese Uhrzeit bestimmt nicht zurücklaufen, der Wirt hatte ihn wahrscheinlich eh schon vergessen und sein Zimmer längst weitervermietet. Schnell sank er in einen abenteuerlichen Traum hinüber, in welchem er ein Piratenfürst war und mit einer Crew aus grimmigen Amazonen das Meer unsicher machte, immer einen rauchenden Vulkan am Horizont und frischen Wind in den Segeln...

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. Juli 2013, 17:31

„Oh ja, die Tha'Ron gibt es wirklich.“, waren genuschelte letzte Worte des Schauspielers. „Kenn' mich mit erfundenen Geschichten aus. Das ist keine.“

Pallas hatte keine Hemmung, in einem fremden Bett zu schlafen und konnte einige Stunden lang neue Kräfte sammeln. Es war bereits Mittagszeit, als er wieder aufwachte. In dem Keller, welchen Ferim bewohnte, gab es keine Fenster und die Kerzen waren herunter gebrannt. Aber es war nicht stockdunkel, von irgendwoher kamen ein paar Lichtstrahlen. Deren Quelle zu finden war nicht sofort ersichtlich. Das Licht war matt und schien von zwei verschiedenen Richtungen zu kommen, bis ersichtlich war, dass dieser Effekt daher stammte, dass das ursprüngliche Licht auch auf die Spiegelscherbe fiel und durch den Raum reflektiert wurde. Gegenüber von der Eingangsluke waren ein paar Bretter vernagelt, zwischen deren Ritzen das Licht herkam. Vermutlich eine Öffnung zu einem Hinterhof, die man mit den Brettern versiegelt hatte.

Ferim war immer noch an Ort und Stelle, auch wenn er zwischenzeitlich von der Kiste runtergerutscht war und jetzt daran angelehnt dasaß und schlief. Im Schlaf sah er arglos aus, nicht wie jemand, der die Feindschaft eines Piratenkapitäns auf sich geladen und im Gegensatz zum besagten Kapitän überlebt hatte.

Es ertönten drei tiefe Töne, dann noch dreimal. Sie kamen von der Eingangsluke. Es hörte sich so an, als ob jemand auf die Luke trat, in dem Rhythmus, wie jemand an einer Tür klopfte, und zwar immer drei mal. Und es klang eilig, denn die Abstände zwischen den den drei Klopfern und den folgen drei verkürzte sich jedes mal. Ferim wachte nicht davon auf.
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Mittwoch 24. Juli 2013, 01:14

Er träumte gerade so schön vor sich hin, da wurde Pallas jäh von einem lauten Klopfen aus seinen Träumen gerissen. Was war gerade noch passiert, wovon hatte er geträumt? Aber er hatte den Großteil seines Traumes bereits nach wenige Augenblicke vergessen. Er schreckte aus dem Bett hoch und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Er merkte schnell, dass er immernoch bei Ferim war, auch wenn bei Tag aufgrund der verwirrenden Lichteffekte alles anders aussah.

Das Klopfen wurde energischer, immer drei Schläge hintereinander. Am liebsten hätte sich Pallas einfach wieder hingelegt und das ganze ignoriert, aber bei dem Lärm konnte man nicht ordentlich schlafen und außerdem fürchtete Pallas, dass wer immer da oben gegen die Luke trat, ihnen an den Kragen wollte.
Pallas hatte keine Ahnung was er in dieser Situation am besten tun sollte.
Ferim! Ferim weiß bestimmt wer da oben ist und was zu tun ist!
Vielleicht war es ja nur der Vermieter, oder ein Freund Ferims, beruhigte er sich. Hilfesuchend blickte er zu seinem Freund, aber der schlief seelenruhig an seine Truhe gelehnt weiter und schien den Lärm gar nicht wahrzunehmen.
Pallas stieg aus dem Bett, kniete sich vor Ferim und schüttelte ihn sanft an den Schultern um ihn aufzuwecken. „Ferim! Ferim wach auf! Da ist jemand an der Tür... also Luke...“, flüsterte er leise, damit man ihn oben nicht hören konnte. Besser, niemand wusste, dass sie hier waren.
Als Ferim davon immer noch nicht erwachte begann Pallas verzweifelt heftiger an ihm zu rütteln und eindringlicher auf ihn einzureden, da auch das Donnern von der Decke her immer intensiver und eiliger wurde.

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Dienstag 30. Juli 2013, 20:38

Ferim wachte erst auf, als Pallas sich bemühte, ihn aufzuwecken. Der Schauspieler öffnete langsam die Augen, blinzelte und schloss die Augen wieder. Er schien sich kurz zu sammeln und sprang dann in einem Ruck energiegeladen auf.
„Das ist das Klopfsignal von Atlas.“, erklärte Ferim und kleidete sich in die Robe. „Mach' ihm auf. Es hört sich eilig an.“

Der Name Atlas ließ auf einen hünenhaften Mann schließen. Und das erste, was man von ihm sehen konnte, waren zwei große, schwere, aber nicht zusammenpassende Stiefel. Was folgte, war aber ein schlechter Witz. Atlas war ein schmächtiger Knabe in verschlissener Kleidung. Flachsblonde Haare, ein sanfter Bartflaum trotz des jungen Alters und ein besorgter Gesichtsausdrücken prägten sein Antlitz.

Atlas schaute sich zwischen Ferim und Pallas um. „Gelehrter Bruder?“
Ferim antwortete: „Er bedurfte meiner Hilfe, kleiner Bruder.“
Sie nannten einander auf ein rein religiöse Art „Bruder“. Allein die offensichtlichen Unterschieden im Aussehen machten klar, dass da keine Verwandtschaft herrschte.

„Geht es um Bertram?“, fragte Ferim.
„Ja... Er ähm...“
„Es geht ihm wohl schlechter, oder?“
„Ja...äh.. nein, um genau zu sein.“
„Was soll das heißen?“ Plötzlich flackerte auf Ferims Gesicht traurige Erkenntnis auf. „Er ist entschlafen?“
„Wenn das heißt, dass er tot ist, dann ja. Heute morgen ist er nicht aufgewacht.“

„Er ist jetzt bei Felyn. Er hat seine Seele dem Kind-Gott anvertraut. Es ist völlig in Ordnung für uns nun traurig zu sein...“

Während Ferim Atlas tröstete, achtete keiner auf den Händlerssohn und es erklärte auch niemand, was los war und wer dieser Bertram gewesen war.
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Dienstag 20. August 2013, 04:00

Es stellte sich heraus, dass der Störenfried ein Freund Ferims, genannt Atlas war. Atlas war überraschend klein und Pallas hatte schon eine bissige Bemerkung auf der Zunge, um sich für die Schlafstörung zu revanchieren, hielt aber inne als er die Neuigkeiten hörte, die Atlas zu berichten hatte. Bertram, ein gemeinsamer Bekannter der beiden, war verstorben.

„Wenn doch der alte Bertie wieder gesund wäre...“ hat Ferim gestern erwähnt, erinnerte sich Pallas, anscheinend ist er nicht wieder genesen. Obwohl er Bertie nicht gekannt hatte, stimmte ihn diese Erkenntnis irgendwie traurig.

Betreten stand Pallas da und sah den beiden zu, wie sie sich gegenseitig trösteten.
Er wollte etwas trostspendendes beisteuern, doch ihm fehlten die richtigen Worte und so beschloss er die beiden in ihrer Trauer nicht zu stören. Stattdessen sah er verlegen auf seine Füße und merkte erst jetzt, dass er noch nicht angezogen war und machte sich sogleich daran, seine Kleider zusammen zu suchen.


Als er damit fertig war, wartete er taktvoll ab, bis sich die Lage wieder einigermaßen beruhigt hatte, bevor er die beiden ansprach.

„Ich habe Bertie... also Bertram nicht gekannt, aber daran, wie sehr ihr um in trauert erkennt man dass er eine großartige Person gewesen sein muss. Darf... darf ich fragen wie, also an was er gestorben ist? Und wer war Bertram überhaupt?“

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Samstag 24. August 2013, 19:34

Der Schauspieler tröstete den jungen Atlas mit einer Mischung aus religiösen Weisheiten und großen Mitgefühl – trauerte er doch selbst um den Verstorbenen. Atlas war ein Gläubiger des Felyn und der falsche Mönch dessen spiritueller Mentor.

Als sie endlich ruhiger wurden, standen sie beisammen und beide sahen sie zerrüttet aus. Als Pallas nachfragte, wer Bertram war und was es mit dessen Tod auf sich hatte, ergriff Atlas zaghaft das Wort.

„Er war sehr lange krank gewesen. Und der jüngste war er auch nicht mehr.“ Er seufzte. „Wir haben uns lange um ihn gekümmert, aber anscheinend nicht gut genug.“
„Atlas! Du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen, du hast von uns allen am längsten an seinem Bett gewacht.“
„... Um zu deiner Frage zurückzukommen: Außerhalb von Rumdett würde man ihn vermutlich keine große Persönlichkeit nennen, glaube ich. Er war nur ein einfacher Fischer mit einem kleinen Boot, mit dem wir...“
Er verstummte. Seine Augen waren auf Pallas gerichtet und er hob die Hände vor den Mund.
„Atlas, sein Name ist Pallas. Wir können ihm trauen und ich glaube, er würde sich uns sogar anschließen.“

Der Junge runzelte die Stirn, als Ferim ihm das sagte. „Ja, aber was würde ihm das bringen? Unser Plan war doch, wenn Bertram wieder gesund wird, bringt er uns auf seinem Boot hier weg. Jetzt ist er tot...“

Die Augen des angeblichen Mönches zeigten ein Glitzern und seine Mundwinkel zogen sich ganz leicht nach oben. „Wenn du wüsstest, wenn du da vor dir hast! Das gekaperte Schiff, mit dem die Piraten gestern hier ankamen, Pallas war Teil der Mannschaft, sogar ein Offizier. So einen kleinen Fischkutter navigiert er mit verbundenen Augen!“
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Mittwoch 28. August 2013, 14:06

„Wenn du wüsstest, wen du da vor dir hast! Das gekaperte Schiff, mit dem die Piraten gestern hier ankamen, Pallas war Teil der Mannschaft, sogar ein Offizier. So einen kleinen Fischkutter navigiert er mit verbundenen Augen!“

"Lasst mich diesen Umstand genauer erklären", meldete sich Pallas zu Wort, und bevor er sich überhaupt darüber im Klaren war, welche Konsequenzen das haben konnte, begann er auch schon lang und breit von seiner Reise auf der Sonnwind zu erzählen:

„Also, also erstes mal bin ich kein Pirat, nicht dass das jemand falsch versteht. Ich war Teil der Mannschaft der 'Sonnwind' bevor sie gekapert wurde. Von Santros aus brachen wir auf gen Serna, eigentlich eine Spazierfahrt für mich, schließlich habe ich schon sämtliche Meere und Küsten Celcias zwischen hier und Sarma befahren“, prahlte er und fuhr fort: „Wir segelten also gerade auf unserer letzten Etappe nach Serna durch Venthas Seeweg, vor uns das weite blaue Meer und hinter uns der rauchende Vulkan, da kam uns ein gewaltiges Piratenschiff entgegen, voll von blutrünstigen und bis an die Zähne bewaffneter Piraten. Der Hälfte unserer Mannschafft bekam es schon beim Anblick der Piratenflagge mit der Angst zu tun. Doch eine Flucht stand außer Frage, schließlich schnitten sie uns den Weg ab. Ich machte mich also auf einen blutigen Kampf bis zum letzten Atemzug gefasst, doch ließen mich die restlichen Mitglieder der Mannschaft im Stich und ich musste einsehen, dass es einer allein nicht mit einer ganzen Bande Piraten aufnehmen kann. So wurden wir denn von den Seeräubern gefangen genommen und hierher verschleppt. Durch List gelang es mir einen schwachen Moment der Piraten auszunutzen und aus ihren Fängen zu entfliehen."

Zufrieden beendete er seine Geschichte. Dass er sich beim Angriff der Piraten nur in einem Fass versteckt hatte, mussten die beiden ja nicht unbedingt erfahren.

Aber warte mal! Was soll das heißen, "So einen kleinen Fischkutter navigiert er mit verbundenen Augen!"? Erst im nachhinein fiel ihm auf, für welche Rolle in diesem Plan er sich dank seiner ausgeschmückten Darbietung gerade qualifiziert hatte. Ferim hatte doch nicht wirklich vor, ihm das Kommando über das Boot zu überantworten, schließlich hatte er doch keine Ahnung vom Segeln und Navigieren.

Deutlich unsicherer fragte er: "Wie sah euer Plan jetzt gleich nochmal aus?"

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. September 2013, 22:09

Ferim und Atlas hörten aufmerksam zu, als Pallas von seiner Ankunft in Rumdett erzählte. Ganz am Anfang wurde er von Atlas unterbrochen, als der Sohn eines Händlers nämlich erklärte kein Pirat zu sein. „Ja, das hat der gelehrte Bruder damit gemeint – ein Mannschaftsmitglied vom gekaperten Bootes, so habe ich es verstanden.“

Pallas garnierte sich als weitgereisten und wagemutigen Helden und die beiden anderen schienen das zu schlucken. Obwohl Ferim bei genaueren Hinsehen auch schelmisch einen Mundwinkel nach oben gezogen hatte.
Am Ende der Geschichte war Atlas ganz aus dem Häuschen. „Hussah! Mit Euch am Steuer wird unsere Flucht wie am Schnürchen klappen.“
„Da bin ich mir sicher.“, sagte Ferim im ernsten Tonfall eines Mönches. „Aber erst einmal muss er den Plan in seiner Ganzheit erfahren. Außerdem hat er sich noch nicht festgelegt, ob er überhaupt teilnehmen möchte.“
„Aber sicher wird er das!“, sprach Atlas.

Der Schauspieler fing an zu erklären: „Unser kleines Grüppchen hat ein gemeinsames Ziel: Rumdett hinter uns zu lassen. Bis jetzt war der Plan, dass wir mit Bertrams Fischkutter nach Serna fahren. Das liegt im Königreich Jorsan....“
„Das weiß er doch bestimmt selbst! Er ist weitgereist.“
„Bertram hat gemeint, dass die Justiz dort gerecht ist. In anderen Häfen würde man uns vielleicht kurzen Prozess machen, wenn man hört, dass wir aus dieser Schlangengrube kommen. Außerdem meint Atlas, dass es der nächste Hafen ist, den man erreicht, wenn man sich mit dem Schiff an der Küste hält.“
„Ja, das stimmt.“
„Aber dass Bertram krank wurde und wir deswegen nicht von der Stelle kamen, das wisst Ihr ja bereits. Ich glaube Bertram würde es uns nicht verübeln, seinen ursprünglichen Plan doch umzusetzen und es würde ihn auch nicht stören, dass ein anderer das Ruder seines Einmasters in der Hand hält. Was sagt Ihr? Wenn Euch etwas am Plan nicht gefällt, der Zielort zum Beispiel, können wir zusammen mit unseren drei anderen Gefährten darüber reden und einen Kompromiss finden.“
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Re: Bei Ferim

Beitrag von Pallas Mercator » Freitag 20. September 2013, 00:12

Atlas schien Pallas die Geschichte abzukaufen, aber Pallas wusste nicht recht ob er sich darüber freuen sollte oder nicht. Pallas glaubte aber Ferim ansehen zu können, dass dieser wusste, oder zumindest ahnte, dass da nicht so viel dahinter steckte, ließ Atlas aber nichts davon merken.

Der Plan war schnell erklärt und Serna als Ziel passte ihm auch. „Serna war ja auch mein ursprüngliches Ziel, von daher habe ich nichts dagegen einzuwenden. Prinzipiell ist mir aber jeder Ort recht, der weit weg von hier ist“ antwortete Pallas. „Um die Justiz mache ich mir keine Sorgen... es muss ja niemand erfahren, dass wir aus Rumdett kommen“, fügte er mit einem Zwinkern hinzu.
Anscheinend war es ihnen wirklich ernst, dass Pallas das Kommando über das kleine Fischerboot übernehmen sollte. Das war eine große Verantwortung und Pallas fühlte sich ihr nicht so recht gewachsen. Das wird schon. Atlas hat Recht, ein paar Tage die Küste entlang nach Serna zu fahren wird ein Kinderspiel, machte er sich Mut.

"Es reisen also noch drei Leute mit uns?", fragte er, "die müsst ihr mir dann auch noch vorstellen... aber zuerst sehen wir uns das Schiff an." Vielleicht fand sich noch etwas nützliches für ihre Flucht.

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Re: Bei Ferim

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. September 2013, 20:47

Pallas Mercator würde die Ehre zuteil werden, einen Fischkutter mit Flüchtlingen aus Rumdett zu manövrieren. Er hatte nur kurze Erfahrung als Matrose, aber das war vermutlich mehr, als der Aufschneider namens Ferim hatte. Was Atlas anging war nicht klar. Er war zu jung und schmächtig für einen Matrosen und seine Hände sahen nicht so aus, als hätte er jemals an einem mit Salzwasser getränkten, harten Tau zerren müssen.
"Gut, schauen wir uns das Boot an.", meinte Atlas. "Bertram hat mir einmal beschrieben, wo es anliegt. Das werde ich finden."

Atlas öffnete die Luke und kletterte heraus. Bevor der Händlerssohn nachfolgen konnte, hielt Ferim ihn noch kurz zurück. "Pallas, pass' gut auf dich auf. Wer weiß, ob die gestrigen... sagen wir Ereignisse, ja das klingt gut. Also, ob die gestrigen Ereignisse Nachwirkungen haben. Es wäre besser wir verlassen die Stadt lieber zu früh als zu spät. Ihr beide geht allein zum Hafen und ich benachrichtige die anderen. Wenn du mit dem Inspizieren fertig bist, lass dich von Atlas zur Hübschen Dora bringen. Sie ist eine unserer Mitstreiterinnen. Du wirst die Liebenswerte einfach in dein Herz schließen müssen. Dort treffen wir uns dann und machen das Weitere aus."

Der junge Atlas führte den Händlerssohn durch die Straßen zum Hafen. Er nahm lieber sichere Seitengassen als die Hauptstraße. Unterdessen erklärte er etwas über den Verlauf der Viertel dieser Stadt. Die drei großen Piratenbanden hatten jeder ein eigenes Viertel. "... obwohl eigentlich Drittel logischer wäre, als Viertel, klingt aber dann irgendwie blöd. Und jedes Viertel hat Zugang zum Hafen. Das ist genauso mit dem Schwarzmarkt. Da kann jeder hin, ohne feindliches Territorium zu überqueren. Ich frage mich, ob sich das jemand so geplant hatte oder ob sich der Markt genau deshalb dort entwickelt hat, weil es an allen drei Vierteln liegt und damit relativ sicher ist. Wenn zwei Gegner kämpfen wird irgendeiner stärker sein oder mehr Glück haben als der andere. Aber wo sich drei Parteien gegenüber stehen, da will keiner einen Vorstoß machen. So denke ich mir das jedenfalls. Ich hoffe, ich langweile dich nicht damit. Weniger wichtig ist die Stadtmauer, da liegen nur zwei Viertel an. Ich habe mir mal überlegt, ob man die Stadt in drei zusammenhängende Teile aufteilen könnte, sodass jedes Drittel sowohl Anschluss an den Markt, den Hafen und die Mauer hätte. Aber mir fällt da nichts ein. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht so etwas geben könnte, aber jedes Mal..." Er redete munter weiter und machte mit seinen Händen Formen, um seine Gedanken zu untermauern. Vermutlich sah es in seinem Kopf viel schlüssiger und klarer aus, was er denn nun meinte.

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