Picknick über den Wolken

Dies ist der himmlische Garten der Wolkenstadt. Hier wachsen Bäume, Blumen und andere Pflanzen auf magische Weise. Zwar sehen sie aus wie kleine Wölkchen, aber es sind Pflanzen. Wer Ruhe und Frieden sucht, kann sich hier auf eine Bank setzen.

Picknick über den Wolken

Beitragvon Shankar » Dienstag 17. Juni 2014, 01:56

Je näher die kleine Gruppe zum Platz der inneren Ruhe kamen, desto mehr schaute sich der Stier sich um. Dies war also der Platz welcher der irdischen Natur am nähesten kam. Der Geruch war auch ganz anders, aber das Gefühl wenn der Minotaur auf das Gras trat war genau so wie in seiner Heimat. Ab und zu blieb der Mintaur sogar stehen, nur damit er ein wenig auf dem Gras herumtrampeln konnte. Das Gefühl war tatsächlich für ihn das gleiche. Gefühle gab es auch zwischen ihm und Angelika. Die Schönheit aus den Wolken hatte den Minotauren offen angedeutet, dass sie ihn mag. Allerdings hat sie dann so reagiert, als ob sie etwas falsch gemacht hat. Shankar sagte dazu nicht, aber ihm gefiel ihre Art. Es brachte ihm zu lächeln und er bereute es, dass er sich nicht traute etwas dazu zu sagen. Es hatte ihn überrascht und er konnte kein Wort herausbringen, nur stottern konnte er nur. Wie lief denn nur sowas in Hymlia ab? Ob sie auch ihre Rituale wie die Minotauren hatten? Vielleicht galt es hier als unanständig, wenn die Frau den ersten Schritt machte. Shankar wusste zwar, dass auch bei den Minotauren der Mann den ersten Schritt machte, dennoch war es nicht unüblich wenn die Frau ihn dazu brachte indem sie ihn anmerken ließ, dass sie interesse hatte. Trotzdem musste auch der Mann es irgendwann erwidern und vielleicht wartete Angelika darauf. Vielleicht wollte sie auch, dass Shankar auf sie zukam. So oder so hatte Shankar großes interesse an der Hymlianerin. Direkt könnte der Minotaur es nicht sagen, aber er war tatsächlich verliebt. Wahrscheinlich würde man erwarten, dass er gefühle für eine andere Minotaure entwickeln würde oder wenigstens einer anderen Hybridfrau. Doch es war nun mal eine Hymlianerin und sie sollte seine Hymlianerin werden. Ihm gefiel das Gefühl, als ihre goldblondenen Haare sein Fell berührten und sein Herz klopfte wie wild, wenn sie nah bei ihm war. Dieser Zustand gefiel dem Stier und hätte er niemals die Sippe verlassen um das Abenteuer zu suchen, hätte er niemals diese Erfahrung gemacht.

Schon vom weiten wurden Luziver, Shankar und Angelika von Luzivers Mutter gegrüßt. Nun würden die drei wohl erst einmal das Wetter und die Landschaft genießen, oder sollte man in diesem Fall Wolkenschaft sagen? Das Aussehen der Decke kümmerte Shankar nicht, viel mehr wollte er sehen was es alles für Leckereien gab. Doch wie sie schon sagte, waren es eher Kleinigkeiten. Der Stier wusste nicht womit er anfangen wollte und am liebsten hätte er alles mit einem male verschlungen. Doch das hätte Angelika nicht gefallen. Da fiel dem Minotaur ein, dass sie ihn doch füttern wollte. Ob er auch etwas für sie tun könnte? Shankar setzte sich neben der Schönheit und dachte nach, was er für sie tun könnte. Wahrscheinlich hatte er keinen Konkurrenten um ihre Gunst und selbst wenn würde sie es wahrscheinlich nicht schätzen, wenn er das auf die Minotaurenart regeln würde. Er hätte auch nicht viel, was er ihr schenken könnte. Nachdenklich nahm sich Shankar etwas Obst und aß es langsam. Auf seine Umgebung achtete er nicht und auch nicht auf die Gespräche um ihn herum. Er kaute nur ganz gemütlich und dachte nach. Irgendwann schweiften seine Gedanken ab. "Ich frage mich wo die anderen nun sind.", murmelte er und sah nun doch in den Himmel oder jedenfalls hoch. Sie waren schon in den Wolken und er wusste nicht wohin er genau hinsah. Plötzlich fragte er sich wo wohl nun seine Sippe war. Wahrscheinlich hatte er, nachdem er darüber nachdachte wie Minotauren um ihre Partner werben, sich irgendwann doch gefragt, wie es der Sippe geht.
"Ich frage mich wo sie nun sind. Im Norden oder im Süden? Vielleicht im Westen? Nein im Westen ist das Eisland, dann wahrscheinlich eher im Osten. Hauptsache weit weit weg von Rumdett.", murmelte er die ganze Zeit und aß weiterhin Obst. Er hatte nicht mal bemerkt wieviel er aß oder dass er eine Hand auf eine von Angelika gelegt hatte. Für das Obst brauchte er ja nur eine Hand. Doch irgendwann griff er ins Leere und sah ganz überrascht hin. "Nichts mehr da?", fragte er dann und hatte nicht mitbekommen, dass er soviel gegessen hatte geschweige denn, dass was er alles gemurmelt hatte und natürlich nicht, dass er seine Hand auf die von Angelika gelegt hatte.
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Luziver » Donnerstag 17. Juli 2014, 14:10

Diese Erinnerungen... Daran musste sich Lucy wohl noch gewöhnen, dass wohl nun allmählich sämtliche Erinnerungen zurückkehrten. Aber sie versuchte sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Von außen hin wirkte sie nach wie vor kühl und recht emotionslos. Die Gesichtszüge glatt, diese wie auch ihre Köroersprache verrieten nicht wirklich, was in ihr vorging. Lediglich Luziver selbst würde spüren können, dass da etwas war. Dennoch fragte die Kleine nicht nach, denn es schien nichts Schlimmes zu sein oder so. Oder nichts, was sie gerade zu wissen brauchte. Denn die Kriegerin war durchaus ehrlich zu dem Mädchen. Belog sie nicht und eigentlich verschwieg sie ihr auch nichts. Es sei denn, es könnte der Kleinen schaden. Solcherlei Dinge brauchte sie dann eher nicht zu wissen nein. Doch spürte Lucy immer mehr den innerlichen Zwiespalt. Eine Art... Zerrissenheit. Oh sie war gewiss alles andere als gut gesinnt. Und dennoch... Dennoch gab es etwas in ihr, das so.. freundlich war. Mal ganz von ihrem Verhalten Luziver gegenüber abgesehen. Es ging eher um das Verhalten anderen gegenüber. Hm... Sie ahnte schon irgendwie, wie diese Erinnerungen zusammengefügt werden konnten. Was sie womöglich ergeben könnten. Aber sie wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Geduldig würde sie darauf warten, was noch alles in ihr Bewusstsein eindringen würde. Sie würden noch früher oder später erfahren, was genau geschehen war.

Doch jetzt war es erst einmal an der Zeit, dass Luziver wieder die Kontrolle des Körpers übernehmen sollte. Lucy war hier zunächst fertig. Sie musste nachdenken, wollte sich zurückziehen. Die fröhliche Seele würde die Kriegerin wohl zunächst auch erst einmal in Ruhe lassen. Sich voll und ganz ihren Freunden und ihrer Umgebung widmen. Denn für die Kleine gab es doch noch so viel zu entdecken hier!
Ob sie etwas Bestimmtes sehen wollte? Das Mädchen zuckte mit den Schultern. „Wir können ja mal sehen. Vielleicht entdeckt Luziver ja etwas Interessantes auf dem Weg! Aber du hast recht Angelika, erst einmal sollten wir zu Mama!“ Und so ging die Kleine mit schnellen tapsigen Schritten auch schon hinaus. Recht ungeduldig wartete sie auf Shankar und Angelika. Hüpfte auf und ab, wenn sie stehen blieb und wartete. Rannte manchmal um die beiden Herum. Sie lachte und schien die Fröhlichkeit in Person zu sein. Was die zwei Turteltäubchen sprachen, bekam sie nicht wirklich mit. Es interessierte sie auch nicht wirklich. War man mit den Gedanken doch selbst ganz woanders.
Stürmisch wie die Kleine war lief sie ganz schnell umher. Wie ein Wirbelwind erkundete sie die Umgebung, bei der die kleine Gruppe spazieren ging. Neugierig sprach sie die ein oder anderen Hymlianer an und fragte sie das ein oder andere. Und schien ihre gute Laune und ihre Fröhlichkeit zu verbreiten. Den ein oder anderen Bewohnern schien es wohl noch sehr suspekt, dass das Mädchen so gänzlich anders auszusehen schien. Das schwarze Haar und vor allem die roten Augen schienen ihnen dann doch sehr sonderbar. Und dennoch schien die Kleine sich von ihrer Art nicht so viel verändert zu haben. Man schien sich an den Wirbelwind gut zu erinnern. Zumindest diejenigen, die sie noch kannten. Kaum stürmte Luzi über den Platz der inneren Ruhe, schien die Ruhe wohl ein wenig aufgewirbelt zu sein.

In der Ferne schon war eine Frau zu erkennen, die ihnen zuwinkte. „MAAAAAMAAAAAA!“ Rief die Kleine fröhlich und rannte zu Harmonia. Windmagie wurde dadurch recht unkontrolliert freigesetzt, sodass das ein oder andere aufgewirbelt wurde. Kurz vor der Decke blieb sie dann stehen und strahlte ihre Mutter an, als würde sie selbst die Sonne widerspiegeln. Sie sah zur Decke hinunter. Die sah sooo kuschelig aus! Und all diese Leckereien. Die roten Augen des Mädchen weiteten sich und funkelten vor Freude. Als sie sich dann auf die Decke kniete, krabbelte sie aber erst einmal zu ihrer Mutter. Umarmte diese, kuschelte sich an sie. „Es ist schön, dass es dir besser geht Mama!“ Das freute die Kleine wirklich. Über das seltsame Verhalten von Shankar musste sie eher schmunzeln. Fand es recht amüsant. Erinnerte sie ein bisschen an Kazel, der sich auch recht tollpatschig in Gegenwart von Shantih genommen hatte. Wie es ihm wohl ging? Doch gerade blieben die Gedanken des Mädchens doch tatsächlich über den Wolken. Genau hier.
Shankar war aber nicht der einzige, der sich genüsslich am Obst bediente. Luziver half da ganz gut mit. Achtete aber natürlich auch darauf, dass auch Angelika und Harmonia genug davon abbekamen. Die Kleine frgate fast jedes Mal, wenn sie sich etwas nahm, ob ihre Mutter denn auch was wolle, oder auch Angelika. Ehe sie dann selbst aß. Der Apfelkuchen war einfach köstlich! Und diese Sahnebonbons. So etwas kannte sie nun wirklich noch nicht! Und gerade war der Mund auch viel zu voll, als das man wirklich über das eben noch erlebte sprechen konnte. Man sprach schon nur war es durch das Essen im Mund recht unverständlich. Doch Luziver erzählte voller Freude was sie im Haus der Kriegerin gesehen hatten.
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Erzähler » Montag 11. August 2014, 11:38

Angelika musterte Shankar mit immer breiter werdendem Schmunzeln. "Hast du denn geglaubt, unser Gras ist weißer?" Tatsächlich war es das. Es war so hell und von pastellfarbener Kraft durchzogen, dass man doch meinen musste, es fühlte sich auch anders an. Dem war nicht so. Shankar hätte es auch fressen können, wenn er sich wie eine Kuh hätte davon überzeugen wollen. Das Gras schmeckte genauso, es sah lediglich anders aus. Die Hymlianerin amüsierte es. "Vermisst du den Boden?", fragte sie den starken Minotauren an ihrer Seite. Angelika schien sich keine Gedanken darüber zu machen, wie unterschiedlich sie und Shankar eigentlich waren. Konnte eine solche Verliebtheit auf Dauer bestehen? Es würde sich zeigen müssen. Bisher zeigte die blonde Schönheit nur, wie glücklich und beschützt sie sich an der Seite des haarigen Freundes fühlte.
Sie setzte sich auch ganz dicht zu ihm hin und betrachtete die kleinen Leckereien, die Luzivers Mutter da zubereitet hatte. "Ihr hättet mich ruhig holen können, Herrin. Ich hätte doch geholfen!"
"Aber Angelika, es geht schon. Ich hatte so viel Freude daran."
Harmonias Blick verweilte auf Luziver und nahm eine mütterliche Wärme an. Ja, sie liebte es jetzt schon, ihr Kind in ihrer Nähe zu wissen und verwöhnen zu können, wie es einer Tochter gebührte. Es belebte die Hymlianerin.
Mit einem Glitzern in den Augen spähte Angelika derweil zu Shankar empor. "Möchtest du immer noch gefüttert werden?" Es folgte ein entwaffnendes Lächeln und Shankar brauchte nur zustimmen, damit Angelika ihm mit einigen Früchten den Gaumen verwöhnen würde. Auch sie beteiligte sich wenig an möglichen Gesprächen. Sie hatte nur Augen für den Minotauren, der in den Himmel über ihnen blickte. Die Sonne war noch immer höher gelegen als Hymlia selbst, so dass die wärmenden Strahlen durch ein sanftes Wolkendach die Stadt im Himmel zu erreichen vermochten. Trotzdem gebührte dem verträumten Volk ein fast gänzlich blauer Anblick, wenn sie die Köpfe nach oben reckten.
Angelika lehnte sich leicht gegen das struppige Fell und lauschte dem Gemurmel des Minotauren. Fasziniert behielt sie den Blick auf ihm und fragte sich, über wen er da wohl gerade nachdachte. Vielleicht erzählte er es ja, doch noch wollte sie ihn nicht darum bitten. Sie fütterte ihn weiter mit Obst und ließ ihn seinen Gedanken nachhängen. Erst als sich Shankar über den mangelnden Nachschub wunderter - er hatte wirklich fast alles allein vertilgt - gluckste die Hymlianerin auf und nickte. "Du hast einen gesunden Appetit", meinte sie. "Ist das bei deinem Volk üblich? Esst ihr viel? Ich würde sie mir gern einmal alle ansehen."

Inzwischen hatte Hamonia, Luzivers Mutter, nicht einen Moment das warme Lächeln verloren, das sie für ihr Kind übrig hatte. Und sie achtete darauf, dass Shankar zwar reichlich an Obst bekam, doch nicht alles. Luziver sollte schließlich auch satt werden. Die Hymlianerin beobachtete lediglich einen Moment den Umgang, den der Minotaurus und ihre Dienerin miteinander hegten. Es brachte sie zum schmunzeln, gleichermaßen aber auch zum staunen. Immerhin war Shankar so viel anders als ein Hymlianer, aber dann kehrte der Blick zur eigenen Tochter zurück. Auch Luziver besaß etwas Eigenes. "Habt ihr euch das Haus angesehen?", war die erste Frage, die Harmonia ihrer Tochter stellte, während sie ihr eine Schale mit Erdbeeren zuschob. Diese waren heller als jene, die man am Boden ernten konnte. Pastellrosa, so dass die kleinen Samen wie dunkle Sommersprossen auf der Erdbeerhaut aussahen. Aber sie schmeckten genauso gut. Hamonia tauchte ihre in ein anderes Schälchen, in dem goldener Honig in der Sonne glänzte. Das Picknick war allein von den Speisen her bereits ein voller Erfolg, auch wenn das Obst einen Minotaurenmagen nicht für Stunden füllen würde. Shankar wäre also bald wieder hungrig.
Doch jetzt saßen sie hier und konnten einander erzählen. "Gibt es etwas, das du in Hymlia unbedingt wiedersehen möchtest, Luziver? Du wirkst älter ... oh, du bist es. Ich habe so viel von dir verpasst. Wie schön du geworden bist." Hamonia konnte gar nicht aufhören, von ihrer Tochter zu schwärmen. "Ich möchte dir etwas schenken", bestimmte sie dann. "Du hättest es ohnehin jetzt irgendwann bekommen. Oh, ich bin so froh, dass du zu mir zurückgefunden hast, Kind!"
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Shankar » Dienstag 26. August 2014, 02:33

Shankar sah nur überrascht zu Angelika als sie ihn fragte, ob er den Boden vermisse. Es war nicht die Frage die ihn überraschte, er war nur sehr tief in seinen Gedanken und alles hätte ihn nun überrascht. Es war nur gut, dass nicht die Gefahr eines Angriffs bestand oder ansonsten hätte es ein böses erwachen geben können. Eine weile sah er in ihre himmelblauen Augen und schüttelte dann hastig den rot gewordenen Kopf als Antwort. So schnell würde er den Boden nicht vermissen, auch wenn er sich fragte wie es seiner Familie ging. Ihr lächeln, als sie ihn fragte ob sie ihn füttern solle, brachte das Herz in seiner Brust dazu wie wild zu schlagen. Ihm kam so vor als würde in seinem inneren eine Horde wilder Stiere toben, die versuchten auszubrechen. Trotzdem gab er sein bestes von aussen her ruhig zu wirken und versuchte ganz beruhigt zu atmen. "Von dir gefüttert werden?", fragte er sie nochmal, als hätte er sie nicht verstanden. Irgendwann schaffte er es doch noch eine Antwort aus sich herauszubringen. Er schluckte und nickte ganz langsam, gefolgt von einem flüstern was nur ihr galt:"Ja gerne. Ich würde mich freuen.", dann ging er mit seinem Kopf vorsichtig näher und achtete darauf sie nicht mit seinem Hörnern zu verletzen. Man könnte meinen Minotauren hätten einen natürlichen Instinkt bei denen sie von alleine darauf aufpassen, dass sie sich nicht mit ihren Hörnern gegenseitig die Augen ausstechen. Dies war nur zum Teil war. Wenn Minotauren sich mit ihren Köpfen näher kamen, dann konnten sie durch das reiben, schaben und der anderen Geräusche, die ihre Hörner beim gegenseitigen berühren verursachten, schließen ob sie mit ihren Hörnern zu nah an Stellen sind wo sie ihren Gegenüber wehtun konnten. Selbstverständlich war ihnen sowas bei einer gewaltvolleren Konfrontation egal. Da Angelika keine Hörner besaß, musste Shankar eben besonders viel achtung geben. Sie fragte ihn ein wenig über seinen Appetit aus und dann über seine Familie. Der Minotaur verschluckte sich bei nahe als sie sagte, sie wolle seine Familie sehen. Minotauren konnten sehr rauh sein. Shankar war so zärtlich zu ihr, weil er gewisse Gefühle hatte und ihr sehr zugetan war. Außerdem was würden seine Eltern sagen? Wenn er ihnen erzählen würde, dass er sich verliebt hatte, dann würden sie wahrscheinlich auf eine Minotaurenfrau hoffen. Eine mit ausgeprägten Hörnern, starken Hufen und wunderschönen Fell. Natürlich konnte die Schönheit von Angelika, sowohl äußerlich als auch innerlich, mit jeder Minotaurin mithalten konnte. Dennoch war er sich unsicher was seine Eltern denken würden und seine Geschwister und seine alten Freunde. Vor allem was würde sein Großvater sagen? Vor allem hatte Angelika wahrscheinlich eine ganz falsche Vorstellung vom Minotauren leben. Die anderen waren nicht so wie Shankar. Außerdem was das Leben in der Sippe bei weitem nicht so komfortabel wie hier in Hymlia. Sie arbeiteten hart, schliefen in Zelten oder im freien, zogen immer umher. Zogen immer umher! Natürlich, das war es. "Na ja Angelika das mit dem alle sehen ist nicht so einfach. Wir ziehen immer umher von Ort zu Ort. Das wird eine Weile dauern, bis wir die Sippe finden würden.", erklärte er ihr nervös und versuchte das Gespräch auf was anderes zu lenken. "Also ich und essen...", fing er an, weil ihm nicht anderes einfiel und erklärte ihr:"Es kommt auf die Größe an. Ich esse sehr viel für jemanden meiner Größe. Mein Appetit kann sogar mit größeren Minotauren mithalten. Einige von ihnen sind richtige Hühnen.", das war nicht ganz was er wollte, nun hatte er wieder das Gespräch auf andere Minotauren gelenkt. Dazu hatte er erwähnt, dass es größere Minotauren gibt. Wahrscheinlich würde sie nun daraus schließen, dass es auch stärkere Minotauren gab. Sie würde sich doch nicht aufeinmal für diese Minotauren mehr interessieren als für ihn, oder doch? Das durfte er nicht zulassen. Es gab ihm das Gefühl als müsse er sich irgendwie beweisen. Er plusterte sich auf, versuchte sich größer zu machen als er war und sagte ganz selbstsicher zu Angelika:"Das bedeutet aber nicht, dass sie stärker sind als ich."
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Luziver » Sonntag 30. November 2014, 23:39

Es amüsierte das Mädchen ein wenig, Shankar und Angelika zu beobachten. Beide wirkten so verträumt und doch schüchtern und gingen irgendwie recht zaghaft miteinander um. Und irgendwie erinnerte es sie an... Shantih und Kazel. Für einen kurzen Augenblick, der kaum länger anhielt wie der Flügelschlag eines Schmetterlings, veränderte sich ihr Gemüt. Der Blick für diesen Bruchteil einer Sekunde traurig. Wie sehr sehnte sie sich nach den anderen. Vermisste es mit ihnen zu reisen. Waren sie doch so etwas wie eine Familie für sie geworden. Jeden einzelnen hatte sie in ihr Herz geschlossen. Es schmerzte so sehr von ihnen getrennt zu sein. Für diesen winzigen Augenblick hatte sich ihr Herz schmerzhaft zusammen gezogen und stach widerlich in ihrer Brust. Für sie selbst, schien dieser Flügelschlag eines Schmetterlings so lange zu dauern. Dabei war es nicht einmal sicher, ob dies von den anderen um sie herum bemerkt worden war. Die Traurigkeit war so schnell verschwunden, wie sie gekommen war. Wich nun wieder der Fröhlichkeit und den Glück, das sie nun eigentlich empfand. Die Freude darüber ihre leiblichen Eltern gefunden zu haben war noch immer sehr groß und würde wohl so schnell auch nicht gedämpft werden.
Luziver widmete sich den Naschereien, die ihre Mutter vorbereitet hatte und es war so wunderbar köstlich! Die Dunkelhaarige bemerkte, wie der Minotaurus gedankenverloren sich ein Stück nach dem anderen nahm. Ja, er hatte wirklich einen großen Appetit. Und auch wenn er den wohl eindeutig größeren Magen besaß, so konnte man auch von dem Mädchen behaupten, dass sie einen sehr guten Appetit habe. Und man lauschte den Worten ihres Freundes, die er doch eher an seine Hymlianerin gerichtet hatte. Und es war sehr amüsant dabei zuzusehen, wie er sich dann aufplusterte, es brachte sie zum schmunzeln. Auch wenn das Mädchen nicht nachvollziehen konnte, warum er dies nun tat.

Was Harmonia und Angelika miteinander sprachen, vermochte Luziver nicht zu sagen. Obwohl die Sprache des Himmelsvolkes ihr so vertraut vorkam, verstand sie nichts. Was sie sehr schade fand und sie konnte nicht wirklich nachvollziehen, warum sie nichts mehr verstand. Sie fand das schon dezent doof. Immerhin war das doch auch ihre Muttersprache. Und eigentlich müsste sie diese doch noch können. Dennoch ließ die Jugendliche nicht mehr zu, dass ihre Gedanken auch nur eine Sekunde betrübt würden. Stattdessen kuschelte man sich an seine Mutter, die nun doch recht erholt und schon gesünder aussah als am Vortag. Es freute das Mädchen, dass es der Frau nun besser ging und sie wohl wirklich auf einen sehr guten Weg der Besserung war. Das Mädchen suchte körperliche Nähe zu dieser Frau, die ihr eigentlich fremd war, aber zu der sie gleichzeitig eine so innige Verbindung spürte. Eine so große Geborgenheit... Und es schien, als würde der Wirbelwind durch die Ruhe Harmonias nun ebenfalls ruhiger werden.
Diese sah man direkt mit den roten Augen an, als sie nachfragte, ob die kleine Gruppe sich das Haus angesehen haben. Luziver nickte stark, nachdem sie sich ein wenig von der Hymlianerin gelöst hatte. „Es war wirklich sehr interessant! Auch wenn aber das ganze Haus sehr staubig war und so. Der Keller war sonderbar gewesen. Trotzdem haben wir nicht viel herausgefunden. Zumindest kann Luziver kaum etwas mit dem dort Geschehenen anfangen. Wir haben aber auch das hier gefunden!“ Erzählte Luzi und nahm bei ihren letzten Worten die Perle hervor und zeigte es stolz ihrer Mutter. „Sie ist hübsch, nicht wahr? Weißt du was das ist, Mama?“ Fragte sie mit neugierigem Blick. Denn mit dieser Perle konnte sie herzlichst wenig anfangen. Mit der anderen hand nahm man sich eine Erdbeere, beobachtete Harmonia genau, was diese mit ihrer Frucht machte und tat es ihr gleich. Wobei das Mädchen selbst doch recht unbeholfen mit den Fäden des Honigs kämpfte und sich ein wenig mit dem flüssigen Gold besudelt hatte, auch wenn es nicht sehr viel war, so klebte es doch ein wenig an Fingern, Kleid und um den Mund herum. Und doch strahlte die Dunkelhaarige, während sie die Erdbeere kaute und hinunter schluckte. „Das ist sehr lecker! Was ist das, Mama?“ Fragte sie mit ihrer typischen kindlichen Neugierde, die in ihren Augen funkelte und zeigte auf den Honig.
Und was Luzi am liebsten wiedersehen wollte? Ehrlich gesagt, konnte sie es nicht so wirklich sagen. Erinnerte sie sich doch nicht mehr wirklich an ihr zu Hause. Und doch hörte das Strahlen, das ihr Gesicht erhellte wie die Sonne es mit der Himmelsstadt tat, nicht auf. „Luziver möchte alles sehen!“ Lachte sie fröhlich. „Wir können uns es ja in den nächsten tagen aufteilen! Damit wir die einzelnen Sachen viel länger und ansehen können!“ Schlug sie dann vor und versuchte den klebrigen Honig an ihren Fingern weg zu nuckeln. Auch leckte sie sich mit ihrer Zunge über ihren Mund, hatte sie sich doch im wahrsten Sinne des Wortes Honig um ihren Mund geschmiert. Die folgenden Worte aber veranlassten, dass das Mädchen ihre Mutter mit großen Augen ansah. Woraufhin ein breites und doch sanftes Lächeln folgte. „Danke Mama! Du bist aber auch sehr hübsch! Luziver freut sich die schönste Mama zu haben!“ Sagte sie ehrlich und offen. Ja, für sie war Harmonia so ziemlich die hübscheste Frau, die sie bisher gesehen hatte. Man merkte ihr an, dass sie am liebsten ihre Mutter umarmen würde, aber dann, würde sie auch diese mit dem Honig ein wenig einsauen. Und das wollte sie nicht. Immerhin schien dieses süße und sehr köstliche Zeug aber nicht so leicht abzuwaschen zu sein. Zumindest scheiterte Luziver hilflos daran und war völlig unbeholfen, diesbezüglich. „Aber Mama, du hast Luziver doch schon ein großes Geschenk gemacht! Sogar mehrere. Du wirst zum einen wieder gesund und bist glücklich und fröhlich. Und zum anderen... Freust du dich Luziver wieder zu sehen. Obwohl Luziver sich verändert hat... Und wohl irgendwie.... Anders ist als die anderen... Trotzdem hast du nicht so reagiert wie die meisten Hymlianer hier. Du und Papa... Ihr habt Luziver genauso lieb wie Luziver ist. Und das ist doch ein sehr schönes Geschenk!“ Sagte das Mädchen mit einem noch breiteren Lächeln und ja, sie freute sich wirklich sehr darüber, dass ihre Eltern sie so herzlichst empfangen hatten und sie nicht wie eine Fremde behandelt hatten. Und man rückte dann doch etwas mehr an Harmonia heran. Legte den Kopf vorsichtig auf die Schulter der Frau und achtete darauf, dass der Honig nicht ihr Kleid, das wunderschöne Haar oder die helle Haut einsaute. „Wo ist eigentlich Papa? Was macht er? Kommt er noch hier her?“ Fragte sie die Frau dann nach ihrem Vater aus. „Wann sieht Luziver ihn wieder?“ Mit großen Augen sah sie zu ihrer Mutter hoch und blinzelte diese fragend an.
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 25. Dezember 2014, 05:48

Angelika verströmte einen eigenen, angenehmen Geruch. Er besaß ein luftiges Aroma, das an einen erfrischenden Regen der Zeit des Erwachens erinnerte. Zugleich war da noch der menschliche Anteil, ihre ganz eigene Note. Die Komposition aus beidem verlieh ihr etwas Persönliches, das Shankar nun mit seinen Nüstern wahrnehmen konnte, so dicht war er der Hymlianerin. Sie hingegen gluckste leise. Es amüsierte und freute sie zugleich, dass der Minotaur es gestattete, gefüttert zu werden. Hoffentlich dachte er nicht, dass sie ihn für eine übergroße Kuh hielt und ihm gleich Weidegras oder Blumen unter die Schnauze schob! Mal davon abgesehen, dass es in Hymlia kein Weideland gab. Wie viele des Himmelsvolkes wohl schon jemals eine richtige Kuh erblickt haben mochten? Es gab genug von ihnen, die von Shankar schon beeindruckt waren. Nun, man musste sich hierbei allerdings auch eingestehen, dass ein Minotaurus deutlich eindrucksvoller war als ein Milch gebender Wiederkäuer. Man brauchte sich demnach wohl nicht wundern, dass Angelika auch mehr über Shankars Familie erfahren und sie treffen wollte. Trotzdem verschluckte er sich, was sie wiederum leicht blinzeln ließ. "Habe ich etwas Falsches gesagt?", erkundigte sich Angelika. Sie ahnte offenbar nichts von den Gedanken, die Shankar durchbohrten als wäre er von einem seiner eigenen Hörner aufgespießt worden. Und der Minotaur machte sich hierbei nicht einmal Gedanken darum, dass seine Eltern sich fragen könnten, wie er mit Angelika Nachwuchs zeugen sollte. Immerhin, sie war ein Mensch. Anatomisch gesehen wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, ihr auf körperlicher Ebene dermaßen nahe zu kommen, wollte Shankar sie nicht für den Rest ihres Lebens durch eine immense Verletzung zeichnen.
Geschickt wich Shankar ihrem Wunsch aus. Daraufhin seufzte die Hymlianerin. "Das verstehe ich natürlich. Und wir haben auch eine deutlich wichtigere Mission." Ihr Blick glitt zu Luziver, die sich mit ihrer Mutter unterhielt. Dann aber suchte sie nach einem besonders großen Stück des Kuchens, den Harmonia bereitgestellt hatte. Behutsam nahm sie es in beide Hände und hielt es Shankar hin. "Mund auf!", gluckste sie. Die Familie des Stiermannes war vorerst vergessen.

Und auch Luziver schien Dinge vergessen zu haben, darunter die Fähigkeit, Hymlikor zu sprechen. Ja, sie verstand es nicht einmal mehr. Es konnte nicht daran liegen, dass sie so lang aus ihrer Heimat fort war. Ebenso wenig ließ sich Lucy dafür verantwortlich machen. Auch sie war einst eine Hymlianerin gewesen, musste demnach die Sprache verstehen. Oder sie einmal verstanden haben. Es gab da diese seltsamen Hintergründe. Ihr Heim, dieser vom Buch Rhonwe gestaltete Keller, das Buch selbst, das mehr an einen Dämon des Harax erinnerte als an ein wertvolles Artefakt. Was steckte dahinter und an wieviel erinnerte sich die zweite Persönlichkeit in diesem Körper noch? Jedenfalls nicht an Hymlikor.
"Was ist ein ... Keller?", fragte ihre Mutter nun nach. Hymlianer schienen ein Untergeschoss wirklich nicht zu kennen. Wie auch? Die meisten glaubten vermutlich, aus allen Wolken zu fallen, wenn sie sich ein Loch in den Boden bauen ließen, selbst wenn man es mit einer Klappe verschließen konnte. Woher hatte Lucy damals den Einfall gehabt? Rhonwe musste auch für die Idee eines Kellerraumes verantwortlich sein. Natürlich! Denn kein Hymlianer würde das Buch jemals an einem Ort suchen, der ihnen von Grund auf nicht bekannt war. Wenigstens schien Harmonia die Perle zu erkennen. In ihr Lächeln zauberte sich zumindest etwas Wissendes und dann nickte sie, hob ihre Finger an, ohne die Perle zu berühren. "Es ist lange her, dass ich eine dieser Perlen sah. Sie sind kostbar und selten. Verwahre sie gut, denn sie hat magische Kräfte. Welche genau, das kann ich nicht sagen. Ich weiß auch nicht, ob es überhaupt jemand kann. Die Kräfte solcher Perlen scheinen sich niemals auf nur eine Magie-Art zu beziehen. Vielleicht steckt Schelmenmagie darin, denn sie bewirken immer wieder irrwitzige Dinge. Oder speichern sie Zauber?" Harmonia tippte sich mit dem Finger an die Unterlippe. "Ach, Kind, es ist zu lange her. Vielleicht fragst du einfach mal einen richtigen Magier, solltest du einen sehen. Unsere Akademie der Luft beherbergt viele Kenner der Luftmagie. Möglicherweise können sie dir helfen."
Wenigstens bei den Erdbeeren und dem Honig konnte die hymlianische Mutter Rat geben. Zwar wunderte sie sich über ihre Tochter, dass diese keine Erdbeeren kann - immerhin stammten sie vom Boden - aber geduldig erklärte sie ihr alles, was sie selbst über die Früchte wusste. Dann lehrte sie Luziver, woher der Honig stammte und erzählte verträumt eine Geschichte von zwei Bienenwesen und ihren Abenteuern auf einer großen Blumenwiese, zusammen mit anderen Insekten. Interessanterweise spielte ein Grashüpfer ebenso eine wichtige Rolle. Dennoch wurde er zur Nebensache, als Harmonia von der Prodezur des Honigherstellens erzählte. "Es gibt Hymlianer hier, die haben sich Bienen anschaffen und sie bei uns züchten wollen, um den Honig leichter herzustellen. Doch wir besitzen zu wenig Blumen in Hymlia, weshalb unsere Imker sich bewusste Flecken auf dem Boden aussuchen und immer wieder dorthin zurückkehren."
Sie musste immer wieder über das offene Gemüt ihrer Tochter lächeln. Es erwärmte nicht nur ihr Herz, sondern schien ihr die nötige Kraft zu geben, wieder vollends zu genesen. Somit hatte Luziver ihr wohl mehr ein Geschenk gemacht als umgekehrt. Sie hob einen Finger an, um den Redefluss der Rotäugigen schließlich etwas zu bremsen. "Du bekommst es, so oder so. Dein Vater ist schon unterwegs, es zu holen. Vielleicht erinnerst du dich nicht mehr daran, aber es ist in deinen ersten Kinderjahren mit dir aufgewachsen. Nun, da du wieder hier bei mir bist, wird es Zeit, dass du dich darum kümmerst."
"Oh, Herrin Harmonia, sprecht Ihr etwa von Luzivers Pegasus?", ließ Angelika nun die Bombe platzen, biss sich anschließend auf die Lippe, weil sie vorzeitig die Überraschung ausgeplaudert hatte.
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Re: Picknick über den Wolken

Beitragvon Shankar » Dienstag 26. Mai 2015, 21:11

Shankar genoß die Ruhe, während er mit Luzifers Mutter, Luzifer und natürlich der bezaubernden Angelika die Zeit am Platz der inneren Ruhe verbrachte. Natürlich war es nicht das gleiche wie ein heroisches Abenteuer zu erleben, gegen Bestien und Ungeheuer zu kämpfen, unbekannte Orte erkunden oder sich anderen auérgewöhnlichen Situationen zu stellen. Das waren so die Sachen die in den Geschichten seines Großvaters vorkamen. Dennoch durfte der Stiermann nicht vergessen, dass er wohl an einem Ort war an den nicht einmal sein Großvater war und kurz vorher einen sehr makabereb Ort entdeckt hat. Von den Schrecken die er einigen Tagen noch gegenüberstand wollte er nicht mal reden. Ihm war klar, dass jeder heroische Sage auch einen ruhigen moment hatte. Es störte Shankar nicht im schneeweißen Gras zu sitzen, Luzifer und ihrerer Mutter bei ihren Gespräch zu lauschen und erstrecht wollte der Minotaur nicht wegen der Gesellschaft von seiner angebeteten Angelika protestieren. Es war ihm unangenehm, dass er nicht direkt mit ihr über seine Familie sprechen konnte. Dennoch wollte er nicht ihre Gefühle verletzen und ihr direkt ins Gesicht sagen, was seine Eltern wohl von ihr denken würden. In diesem Moment jedoch, war das große Stück Kuchen, welches Angelika in ihren zarten Händen hielt, von größerer Bedeutung für ihn. Er öffnete sein Mund und aß behutsam das große Stück Kuchen. Es war wahrhaftig köstlich und Shankar wusste nicht, wann er das letzte mal so etwas essen durfte. Eigentlich war er ein Freund der deftigen Küche mit kräftigen Geschmack, aber wieso sollte er sich nicht ein Stück Kuchen gönnen? Angelika war eine herz allerliebste Person. Nicht nur war ihr äußeres sehr schön anzusehen, sie war auch von innen wunderschön und irgendwie hatte sie es geschafft mit ihren himmlischen Charm den Minotaur zu sich zu ziehen. Während er mit geschlossenen Augen und weiten lächeln das Stück Kuchen zerkaute, überlegte er sich wie er es Angelika zurückzahlen wollte. Sie nahm immer rücksicht auf seine Bedürfnisse, schlief mit ihm in einem Stall und fütterte ihn nun auch noch. Langsam kam es dem Minotaur ungerecht vor, was er mit ihr machte. Nachdem er runterschluckte betrachtete er nochmal das schneeweiße Gras und fragte sich wirklich, was er für sie tun konnte. Jedoch fiel ihm schnell auf, dass seine Möglichkeiten sehr begrenzt waren. Er war eben kein Mann der Poesie, konnte keine Gedichte für sie vortragen. Auch war er kein Mann der Musik, der mit Laute und Gesang ihr imponieren konnte. Es würde auch wahrscheinlich genug Leute geben, die den Minotauren nicht als Mann sondern als Bestie bezeichnen würden. Diese Gedanken störten Shankar nicht besonders, wenn man als Minotaur in Celcia herumreisen wollte dann musste man über sowas hinwegsehen. Jedoch störrte es ihn vielmehr, dass er Angelika keine Freude bereiten konnte. Er sah ihn ihre wunderschönen Augen, in denen er sich beinahe verlor, und sparch zu ihr dann direkt:"Ach Angelika du bist so gut zu mir. Du fütterst mich und hast mit mir in einem Stall geschlafen und ich weiß, dass es für viele nichts angenehmes ist.", zärtlich nahm er ihre feine Händchen in seine groben Hände und fragte sie:"Ich würde es dir gerne gleichtun, aber ich weiss nicht wie ich es anstellen soll. Bitte sage mir was ich für dich tun kann. Ich weiss ich kann dir nicht viel anbieten, aber bitte sage mir ob und was ich für dich tun kann und was ist dein wunsch?". Es war Shankar sehr wohl klar, dass er vielleicht seinen Stolz vergas, was er nur selten tun würde. Doch nun hatte der junge Minotaur gelernt, dass es wichtigeres gab und eines davon saß direkt vor ihm. Auch wenn seine Aufmerksamkeit hauptsächlich Angelika gewidmet war, so hörte Shankar einige Dinge heraus, die Harmonia mit Luzifer besprach. Unter anderen erwähnte sie die Himmelsakademie. Mit Magie hatte der Minotaur nichts am Hut. Die Sache mit dem Honig war um einiges interessanter. Honig konnte man essen, daher viel es eher in dem Interessengebiet des gehörnten.
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