Mit der Bitte um Audienz

Im Schloss, dem wohl prachtvollsten und schönsten Gebäude Shyánas, regiert Königin Miluiéth über die Elfen und das schon seit mehreren Jahrhunderten. Vom Schloss aus hat man einen traumhaften Blick über die ganze Senke.
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Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. August 2021, 16:45

Maruka kommt von Eiswind und Nachtmahr

Der Weg zum Schloss war einfach: Das imposante Gebäude mit dünnen Zinnen und Türmen war von überall in Shyàna zu sehen. Rianna führte die Hybridin noch zum kleinen Geschäft in welchen eine Näherin ihre Kleider anbot und beide suchten etwas aus, was einer Audienz würdig war. Rianna brauchte inzwischen kaum noch eine Verhüllung, da die Sonne mehr und mehr gen Boden sank und sie trug nun ein hübsches Kleid, in dunklem Blau mit kurzer Schleppe. Sie selbst betonte immer wieder, wie sehr sie ihre einfache Montur schätzte, doch jetzt galt es, zu einer Königin vorgelassen zu werden. In Rüstung und mit Waffen bestückt, würden sie wohl wenig Erfolg haben. Was hatte Maruka für sich entdeckt? Fertig angezogen, gingen die beiden Frauen, an vielen weiteren Gebäuden vorbei, wurden hier und dort begrüßt, wenn sie einzelne oder Gruppen der Shyaner passierten und fanden dann binnen einer halben Stunde, die ersten Ausläufer des Schlosses. Das Schloss selber war prunkvoll, erhaben und in zartem Sandstein gehalten, der rosafarben in der sinkenden Sonne leuchtete. Rund war die Bauweise und wurde hier und dort durch Türme unterbrochen. Mittig ragte der Hauptturm, etwas dicker als die 4 anderen, für jede Himmelsrichtung einer, empor. Überall befanden sich auf die Wehrgängen Wachen die die gleichen hübschen Rüstungen trugen, wie die am Stadttor. Überall war das Wappen Shyànas zu sehen und an einigen Fahnenstangen wehten im sanften Wind Wimpel. Sie passierten das erste Tor, im ersten Ring und wurden nicht aufgehalten. Hier kamen ihnen einige geschäftig wirkende Elfen entgegen, einige trugen Bücher, andere Pergamentrollen, wieder andere bestaunten schlicht nur die Architektur. Zum zweiten Tor fiel auf, dass dieses das erste Mal, seit sie die Elfenstadt betreten hatten, die Tür verschlossen war. Hier standen zwei Wachen davor, die auf die beiden kleineren Frauen blickten, als diese näher traten. „Halt. Ab hier nur mit Einladung.“, sagte ein hochgewachsener Wächter mit tiefer Stimme. Er war nicht unhöflich oder abweisend doch er machte klar, dass hier, kurz vor ihrem Ziel, die „offene-Tür-Politik", ein jähes Ende fand.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Sonntag 8. August 2021, 11:34

„Ich will aber nicht ins Bett"
, quäkte Thore, als wäre er bei seiner Mutter und Maruka zog die Brauen hoch.
Oh je...den lass ich nie wieder was trinken! Der wird nicht entspannt, der wird... weinerlich.
Sie deckte ihn schnell zu und widmete sich dem weiteren Geschehen. Bald nachdem sie dann tatsächlich die Nachtelfe zum lächeln gebracht hatte, flitzte sie also hinunter zum Wirt um Schokolade zu besorgen. Der hatte aber doch nicht alles, aber konnte trotzdem helfen:
„Ich nicht, aber Arlemis dort sicher.“
, antwortete er mit warmer Stimme, ehe er sich wieder der Kundschaft widmete. Der rothaarige Elf mit Fliege und Bart, blickte auf, als er seinen Namen hörte und lächelte ebenso freundlich und einladend. Stolz präsentierte er ihr eine Auswahl und erklärte:
„Die Dame hat die Auswahl zwischen Himbeer-Chilli-Zartbitter, Birne-Walnuß umhüllt von weißer Schokolade oder Orange-Ingwer-Haselnuss.“
"Äh..."
Marukas feine Nase zuckte und sie leckte sich die Lippen. Die Aromen waren so verführerisch, dass sie sich nicht entscheiden konnte.
"Ich muss wohl alle nehmen."
Berechnen tat er ihr vorerst nichts, sondern wollte lediglich den Namen für das Zimmer erfahren, auf den er es schreiben würde.
"Nachtwind und Eismahr."
, brachte sie da etwas leicht durcheinander. Danach räumte er alles wieder feinsäuberlich beiseite und fragte:
„Soll ein Abendessen vorbereitet werden, wenn die Damen zurückkehren?“
Maruka strahlte und wollte schon begeistert ja sagen, da erklang schon Riannas Stimme hinter ihr.
„Sehr gerne, sagen wir so in.. 2 bis 3 Stunden.“
„Sehr wohl"

Rianna wandte sich an die Hybridin.
„Vielleicht sollten wir vorher noch etwas passenderes anziehen? Immerhin besuchen wir eine Königin. Auf dem Weg habe ich ein kleines Geschäft gesehen, das hat sicher etwas passendes.“
, meinte sie und trat danach, auf Maruka wartend, aus der Herberge. Rianna führte die Hybridin zu einem kleinen Geschäft in welchen eine Näherin ihre Kleider anbot und beide suchten etwas aus, was einer Audienz würdig war. Rianna trug kurz darauf ein hübsches Kleid, in dunklem Blau mit kurzer Schleppe. Sie selbst betonte immer wieder, wie sehr sie ihre einfache Montur schätzte, doch jetzt galt es, zu einer Königin vorgelassen zu werden. In Rüstung und mit Waffen bestückt, würden sie wohl wenig Erfolg haben.
Hm... was soll ich denn anziehen... was passt zu schwarzem Fell und gefällt einer Königin... ich hab doch keine Ahnung...
Die Hybridin wirkte stark verunsichert, lief zur Näherin und ließ sich von ihr einkleiden. Vielleicht gab es eine Überraschung, als sie aus der Umkleide trat, aber das war es ihr wert. Ihre alte Kleidung , die Waffen und sonstige Habseeligkeiten wurden in eine große Tasche gepackt. Den Bogen hatte Maruka ohnehin auf ihrem Zimmer gelassen. In der Stadt gab es sowiso keine Tiere zu jagen.

Fertig angezogen, gingen die beiden Frauen, an vielen weiteren Gebäuden vorbei, wurden hier und dort begrüßt, wenn sie einzelne oder Gruppen der Shyaner passierten und fanden dann binnen einer halben Stunde, die ersten Ausläufer des Schlosses. Das Schloss selber war prunkvoll, erhaben und in zartem Sandstein gehalten, der rosafarben in der sinkenden Sonne leuchtete. Maruka hob ihren Kopf und sah zu den Turmspitzen hinauf. Ihr tierischer Instinkt liebte hoch gelegene Schlafplätze bei denen man eine gute Übersicht hatte. Gern würde sie mal von da oben einen Blick auf die Stadt werfen... oder ein Schläfchen halten.
Sie passierten das erste Tor, im ersten Ring und wurden nicht aufgehalten. Beim zweiten Tor fiel auf, dass dieses das erste Mal, seit sie die Elfenstadt betreten hatten, die Tür verschlossen war. Hier standen zwei Wachen davor, die auf die beiden kleineren Frauen blickten, als diese näher traten.
„Halt. Ab hier nur mit Einladung.“
, sagte ein hochgewachsener Wächter mit tiefer Stimme. Er war nicht unhöflich oder abweisend doch er machte klar, dass hier, kurz vor ihrem Ziel, die „offene-Tür-Politik", ein jähes Ende fand.
"Das ist ja unsinnig. Wie bekommt man denn eine Einladung, wenn die Königin einen garnicht kennt? Das ist ja, als ob sich die Schlange in den Schwanz beist."
, sprach Maruka ihre Gedanken aus und sah Rianna an.
"Hm.. was machen wir denn jetzt?"
Etwas ratlos sah sie den Wächmann an, der gesprochen hatte und trat näher. Geschlossene Türen kannte sie aus Mantron nicht und irgendwie hatte sie gehofft die Königin wäre ein bisschen wie Thure Sturmschreier. Diese Vostellung zerplatzte wie eine Seifenblase und ließ ihre Nase genauso zucken.
"Herr Wächter, wie kommen wir denn dann an eine Einladung? Wir müssen ganz dringend mit Mi-lu-ié-th sprechen. Ich bin Maruka und das ist Rianna.“
, stellte sie sich und die Nachtelfe vor.
„Wir möchten sie zu dem Vormarsch der Dunkelelfen etwas fragen und haben vielleicht nützliche Informationen für eure Königin.“
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. August 2021, 16:06

Es wurde mühsam. Seit ihrer Ankunft im Elfen-Tal, hatte die kleine Gruppe nichts wirklich erreichen können. Nein, ihre Gruppenstärke wurde sogar noch dezimiert und so waren die beiden Frauen vorerst auf sich gestellt. Dabei wollten sie doch nur von ihren Beobachtungen berichten, ihre Gedankengänge erläutern und das zum Schutz der Elfen! Doch gerade jetzt, just in diesem Moment, wurden sie erneut daran gehindert. Die Frustration und Ratlosigkeit, schlug sich bei Maruka Bahnen und so sprach sie das erste aus, was ihr in den Sinn kam. Der Wächter sah auf die kleinere Hybridin herab und lächelte dann milde. „Nun, dann wird sich wohl jemand finden müssen, der eine Einladung vorweisen kann, nicht wahr?“. Seinem Tonfall nach zu urteilen, missfiel ihm ihre Äußerung, doch war er schlicht zu höflich, um sie direkt verbal zu attackieren. Rianna hob die Schultern und wirkte ebenso ratlos wie die Katze. „Na jedenfalls sollten wir uns vielleicht etwas mäßigen, immerhin wollen wir ja etwas von ihnen", schlug die Elfe vor und raunte es eher, als sie näher an die Hybridin trat. Maruka versuchte es abermals und sprach den Wächter an. Dieser musterte sie mit unbeweglicher Miene, während sein Nebenmann stur geradeaus sah. „Es ist nicht meine Aufgabe für Euch jemanden zu finden, der eine Einladung beibringen kann.“, verkündete er erneut betont höflich und trotzdem hatte er es raus, subtil dem Gespräch einen gewissen Stempel aufzudrücken. Rianna seufzte tonlos und trat ebenfalls näher. Sie lächelte zu dem Wächter hoch, ehe sie Maruka zur Seite nahm. „Mir scheint, er mag uns nicht.“, sie zeigte kurz die Zähne, als sie böse lächelte. „Obwohl wir uns so herausgeputzt haben. Vielleicht wären die Waffen doch nützlicher gewesen.“, murmelte sie, dann winkte sie ab. Plötzlich startete sie abermals einen Versuch und trat wieder näher. „Es ist wichtig, wir haben Informationen, wie meine Freundin hier bereits erwähnte. Die Königin wird hören wollen, was wir wissen und gleichzeitig… müssen wir ihr ein paar Fragen stellen, die.. nun die so wichtig sind, dass wir sie direkt sprechen müssen.“, schloss sie mit Nachdruck und versuchte, nichts wichtiges preiszugeben. Der Wächter musterte Rianna und schürzte die Lippen. Er überlegte. Dann wollte er gerade antworten, als plötzlich im Rücken der Frauen eine tiefe, dunkle Stimme ertönte die warm und vollmundig zu ihnen herüber klang: „Nun, diese dringlichen Informationen müssen unbedingt gehört werden. Sie gehören zu mir.“, sagte er und trat neben Rianna und Maruka. Die Nachtelfe betrachtete den Mann, der etwas kleiner als Thore war, braunes Haar und grüne, warme Augen hatte, sowie eine dunkle Hautfarbe die irgendwie nach Dunkelelf schrie, aber nicht reinrassig wirkte. In schwarze Kleidung gehüllt, hatte er eine Ausstrahlung die Gefahr und Geborgenheit gleichermaßen implizierte.
Rianna hielt den Blick jedenfalls etwas länger auf ihm, ehe sie zum Wächter blickte, der sich plötzlich räusperte. „Natürlich. Tretet hindurch.“, sagte er pflichtbewusst und ließ die Drei passieren. Nachdem sie den nächsten Ring betreten hatten, fiel gleich auf, dass hier nicht ganz so viel Trubel herrschte, wie noch im ersten Ring. Dennoch gab es auch hier einige geschäftig wirkende Elfen und Elfinnen, die ihre Wege suchten. Der Fremde wandte sich, nachdem sie gemeinsam durch das Tor gegangen sind, an die beiden Frauen. „Der Weg ist nun frei. Die Königin wird sicher hören wollen, was ihr mitzuteilen habt.“, bemerkte er und die sonore Stimme, schien selbst bei dieser marginalen Feststellung schmeichelnd zu wirken. Unverkennbar lugten ein Paar spitze Ohren unter dem braunen Haar hervor und das Grün seiner Augen lag satt und warm auf den Frauen. Rianna starrte den Mann an und konnte kaum die Augen von ihm lassen, bevor er sich mit einer höflichen Verbeugung verabschieden wollte. „Die Damen..“, sagte er und schmunzelte leicht, zumindest wirkte es so.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Montag 9. August 2021, 08:50

„Nun, dann wird sich wohl jemand finden müssen, der eine Einladung vorweisen kann, nicht wahr?“
Dem Tonfall nach zu urteilen, missfiel dem Wächter ihre Äußerung.
...hab doch nur Tatsachen geäußert...
Sein Blick von oben war schon fast herablassend zu werten und Marukas Mantronerseele wollte rebelieren, da meinte Rianna:
„Na jedenfalls sollten wir uns vielleicht etwas mäßigen, immerhin wollen wir ja etwas von ihnen"
...wollen wir das???...
Maruka biss die Zähne zusammen.
Wir bringen etwas von wert und ebenfalls Informationen und dieser Robbenfurz hält es nicht mal für nötig, eine Anfrage weiter zu leiten. Kein Wunder dass die hier selten Besuch bekommen... Soviel zu der Freundlichkeit der Shyaner... Vielleicht sollten wir doch zu den Zwergen in Rugta gehen.
Marukas Thermperament drohte mit ihr durchzugehen:
Überlassen wir sie doch ihrem Schicksal... hm... nein... aber...
So Recht stimmten ihre Gedanken nicht und das würde sie auch nicht zulassen. Ihr eigenes Gewissen mahnte sie sofort zu Ruhe. Selbst dumme Elfen gehörten gewarnt. Und selbst wenn sie schon alles wussten, oder nur einen Teil, dann um so besser. Dann konnten sie hier schnell wieder weg. Sie war nur wütend über die Arroganz und die Freundlichkeit, die sie hier übrall erlebte, schien immer mehr zur Fassade zu werden. Maruka grübelte und Rianna versuchte es derweil weiter und sprach den Wächter an. Dieser musterte sie mit unbeweglicher Miene, während sein Nebenmann stur geradeaus sah.
„Es ist nicht meine Aufgabe für Euch jemanden zu finden, der eine Einladung beibringen kann.“
Es ist nicht seine Aufgabe...
Maruka hätte am liebsten geknurrt. Wann immer sie diesen Satz gehört hatte, hatte sie es entweder mit Feiglingen oder mit Faulpelzen zu tun gehabt, oder den schlimmsten von allen... bürokratischen Gnomen auf Morgerias Sklavenmarkt.
„Mir scheint, er mag uns nicht.“
Rianna zeigte kurz die Zähne, als sie böse lächelte und Hybridin dachte nur:
Ich mag ihn auch nicht. Diese Elfen hier werden mir immer unsymphatischter... erst die Blumenfrau, jetzt der Wächter, dessen Aufgabe es sein sollte, Besucher anzumelden, wenn er sie schon nicht durchlässt... aber Rianna wird mir langsam symphatischer. He he.
„Obwohl wir uns so herausgeputzt haben. Vielleicht wären die Waffen doch nützlicher gewesen.“
Maruka musste bei dem leisen Kommentar tatsächlich grinsen. Natürlich war das nicht ganz ernst gemeint, aber im Moment hätte sich Maruka statt in einem Kleid tatsächlich wohler in ihrer Rüstung gefühlt. Nicht ernst genommen zu werden hinterließ einen mehr als fahlen Beigeschmack. Lag es daran, dass sie Frauen waren, oder dass sie eine Hybridin war? Den Blick des Wächters hätte sie ihm zu gern vom Gesicht 'gewischt'. Rianna wollte aber genausowenig schon aufgeben wie sie und startete abermals einen Versuch. Sie traten wieder näher.
„Es ist wichtig, wir haben Informationen, wie meine Freundin hier bereits erwähnte. Die Königin wird hören wollen, was wir wissen und gleichzeitig… müssen wir ihr ein paar Fragen stellen, die.. nun die so wichtig sind, dass wir sie direkt sprechen müssen.“
, schloss sie mit Nachdruck und versuchte, nichts wichtiges preiszugeben. Der Wächter musterte Rianna und schürzte die Lippen. Er überlegte. Dann wollte er gerade antworten, als plötzlich im Rücken der Frauen eine tiefe, dunkle Stimme ertönte die warm und vollmundig zu ihnen herüber klang:
„Nun, diese dringlichen Informationen müssen unbedingt gehört werden. Sie gehören zu mir.“
, sagte er und trat neben Rianna und Maruka. Der Mann, der etwas kleiner als Thore war, damit immernoch deutlich größer als sie, hatte braunes Haar und grüne, warme Augen, sowie eine dunkle Hautfarbe die irgendwie nach Dunkelelf schrie, aber nicht reinrassig wirkte. Trotzdem sah er gut aus.
Hm... zu hell für einen Dunkelelf, zu dunkel für einen Shyaner... ...und er lügt.
In schwarze Kleidung gehüllt, hatte er eine Ausstrahlung die Gefahr und Geborgenheit gleichermaßen implizierte. Eigentlich hätte sie ihn sogar interessant finden können, aber die Wut die der Wächter in ihr ausgelöst hatte gärte noch in ihr. Rianna hielt den Blick jedenfalls etwas länger auf ihm, ehe sie zum Wächter blickte, der sich plötzlich räusperte.
„Natürlich. Tretet hindurch.“
Aha, ER hatt also eine Einladung.
Nachdem sie den nächsten Ring betreten hatten, wandte sich der dunklehäutige Fremde an die beiden Frauen.
„Der Weg ist nun frei. Die Königin wird sicher hören wollen, was ihr mitzuteilen habt.“
, bemerkte er und die sonore Stimme, schien selbst bei dieser marginalen Feststellung schmeichelnd zu wirken.
Warum hilft er uns?
Unverkennbar lugten ein Paar spitze Ohren unter dem braunen Haar hervor und das Grün seiner Augen lag satt und warm auf den Frauen. Rianna starrte den Mann an und konnte kaum die Augen von ihm lassen, bevor er sich mit einer höflichen Verbeugung verabschieden wollte. Maruka musterte kurz ihre Begleiterin.
Sollte ich sie anstubsen und sie dran erinnern, dass sie Phas liebt?
„Die Damen..“
, sagte er und schmunzelte leicht, zumindest wirkte es so.
"Halt! ...Bitte wartet."
Das erste Wort hatte einen leicht scharfen Tonfall noch gehabt, dann wurde Marukas Stimme weicher:
"Wie ist euer Name und warum helft ihr uns mit dieser...kleinen Lüge?"
Mauka sprach wieder einmal klar und deutlich aus, was sie dachte und brachte damit die Tatsachen auf den Tisch. Das Gefühl sich bedanken zu müssen, nagte an ihr, da es sich gleichzeitig auch falsch anfühlte.
"D...Danke dafür... und da ihr uns schon geholfen habt, wie wäre es, wenn ihr uns weiter begleitet?"
Sie sah zu Rianna, als suche sie von ihr Unterstützung.
"Ich befürchte, dass wird nicht der letzte sture Wächter gewesen sein, den es zu überwinden gilt. Und irgendwie hab ich das Gefühl, du solltetst das Reden ab jetzt übernehmen. Die mögen hier anscheinend keine Leute mit ...Fell."


((ooc: Könntest du noch bitte das Kleid beschreiben, dass die Verkäuferin Maruka empfohlen hat? Ich weis garnicht, was sie grade an hat.))
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 12. August 2021, 14:39

Die Situation wurde nicht besser und Marukas Laune sank erheblich. Wieso stellte sich der Wächter quer? Was hatte er davon? Es machte sich ein nagendes Unbehagen breit, dass die ganze Freundlichkeit nichts weiter, als Fassade war. Konnte das sein? War es möglich, dass die Shyàner Elfen lediglich vorgaben offen und herzlich zu sein? Die Erfahrungen, die Maruka bisher gemacht hatte, zeichneten dieses Bild jedenfalls. Und sie führten dazu, dass sich eine Rebellion in ihr regte, die Elfen sich einfach selbst zu überlassen. Vielleicht war es aber auch ganz simpel: Betrachtete man die Aufhabe des Wächters, dann kam er dieser pflichtbewusst nach. Er hielt die Flut an Besuchern des Palastes und der Königin in Schach. Seine Aufgabe war es, zu filtern wer vorgelassen werden konnte und wer nicht. Und die forsche Art, an den Statuten der Elfen zu zweifeln, führte dazu, dass eben jener Wächter sich gekränkt fühlte. Dass ausgerechnet Rianna die Diplomatin darstellen sollte, war schon fast grotesk, hatte sie sich in der Vergangenheit jedenfalls nicht sehr offen gezeigt. Doch ganz egal wie es weiterging: Sie mussten zur Königin, auch Maruka wusste das. Bevor Rianna’s Versuch, die Wogen zu glätten, scheitern konnte, kam ihnen unerwartete Hilfe in Form eines Unbekannten zur Seite gesprungen. Offenbar war dieser dem Wächter nicht unbekannt, sodass er sich nur räusperte und zur Seite trat. Das Hindernis war passiert und im Innenring wollte sich der Fremde verabschieden. Maruka’s scharfes „Halt", ließ ihn amüsiert innehalten und eine Augenbraue heben. Das satte Grün legte sich auf die Hybridin und er schien geduldig zu warten, was sie bewog, ihn aufzuhalten. "Wie ist euer Name und warum helft ihr uns mit dieser...kleinen Lüge? D...Danke dafür... und da ihr uns schon geholfen habt, wie wäre es, wenn ihr uns weiter begleitet?" Der Unbekannte musterte Maruka eine lange Atempause und wechselte danach zu Rianna, die sich bei Maruka’s Worten an ihre Seite gesellte und die Arme verschränkte. Sie nickte beipflichtend und grinste nur schief, als Maruka meinte, die Elfen hätten etwas gegen ihre Natur. Der Fremde sah die Frauen an und schien zu überlegen. Er musterte das blaue Kleid Riannas, das sich ihrer zierlichen Statur anpasste und im Nacken geschlossen wurde. Dann sah er Maruka wieder an. Sie trug ein dunkelrotes, fließendes Kleid aus weichem Stoff. Die breiten Träger liefen in einen V-Ausschnitt und zeigten Ansätze ihrer weiblichen Rundungen. Das Rot ergänzte sich hervorragend mit dem schwarzen Fell und den blauen Augen. Die Näherin hatte sogar den Stoff etwas geöffnet, damit Maruka’s Schwanz Platz hatte und nicht unter dem Kleid versteckt werden musste. Der Elf entschied sich nach der kurzen Pause zu antworten, holte Luft und richtete sich etwas auf. „Nun, mein Name ist Caelen. Wieso ich euch den Eintritt verschaffe? Ihr sagtet, dass ihr Informationen habt. Wichtige. Das sollte als Grund genügen.“, er wedelte mit der Hand „und nicht zu langen Diskussionen führen“. Er schmunzelte und es zeichneten sich leichte Grübchen ab, die das dunkelbraune Gesicht in ein spitzbübisches Licht rückten. „Außerdem…“, brummte er und lächelte beide, Zähne zeigend, an, „So reizend, wie ihr euch angezogen habt, wäre es eine Schande, wenn ihr das umsonst getan hättet.“, er deutete eine Verbeugung an, ehe er die Hybridin eindringlich musterte. Er schien ihr Angebot, sie zu begleiten, zu überdenken.
Dann konnte man die Entscheidung in seinem Gesicht erkennen: „Nun gut, warum nicht? Wie sollte ich eine solche Bitte abschlagen? Ich muss ohnehin zum Palast.“, offenbarte er und bot sowohl Rianna, als auch Maruka jeweils einen Arm an. Er gesellte sich zwischen sie und wirkte wie ein gekonnter Galan aus all den reichen Adelshäusern. Warm war seine Nähe und ein betörender, wohliger Duft aus Leder und männlichem Schweiß umwirbelte sie. Rianna ergriff seinen Arm und lächelte leicht. Ihr gefiel der Elf offenbar ganz gut.

Caelen führte, ob nun an jedem Arm eine der beiden oder nicht, die Frauen zielsicher durch den breiten Gang zwischen den Ringmauern. Nachdem sie ein paar Schritte gegangen waren, ergriff er von sich aus noch mal das Wort. „Im Übrigen dürft Ihr das nicht falsch verstehen, Maruka-", offenbar hatte er ihre Vorstellung beim Wächter bereits mit angehört-, „Die Elfen hier hegen keineswegs einen Groll gegen spezielle Rassen. Mit Ausnahme der Dunklen vielleicht- aber wer tut das nicht? Es liegt nicht an Euch oder Eurem… Schwanz.“. Seine Stimme war tief und hatte die seltsame Gabe, während er sprach zu schmeicheln. Er war sehr charismatisch und brauchte kaum mehr zu tun, als zu sprechen, um eine gewisse Neugierde zu erzeugen, was seine Person betraf. Während sie gingen, verhielt sich Rianna ruhig und folgte brav seinem Schritt. „-Sie sind nur sehr pflichtbewusst und bürokratisch. Flexibilität liegt nicht jedem, versteht Ihr?“, schloss er und zwinkerte der Katze an seiner Seite zu. Nun erhob Rianna das Wort: „Ihr scheint euch ja sehr gut auszukennen, Caelen. Woher kommt ihr?“, es lag eine Spur Misstrauen in ihren Worten.
Der Braunhaarige schaute gerade aus und schmunzelte erneut. „Oh ich bin schon eine ganze Weile hier, da lernt man so einiges kennen. Woher ich komme ist allerdings eine längere Geschichte, dafür..“ er hielt in seinem Schritt inne, als sie ein großes Tor vorfanden, an dem in zwei kleinen Häuschen links und rechts einige Wächter standen. „..reicht die Zeit nicht.“, elegant umschiffte er die Antwort nach der Herkunft und entließ die Damen aus seinem Griff. „Einen Moment bitte.“, brummte er in tiefem Timbre und ging den Wachen entgegen. Einer von ihnen, streng aussehend mit aschblondem Haar, schenkte ihm seine Aufmerksamkeit. Caelen murmelte einige Worte, deutete auf die beiden Frauen und der Aschblonde musterte Rianna und Maruka, ehe er nickte.
Der Elf mit den grünen Augen bedeutete den beiden mit einem kurzen Fingerzeig, dass sie aufschließen konnten, dann wurde ihnen das große, breite Holztor geöffnet. Eine immense, breite Steintreppe aus weißem Marmor führte hinauf zum Herzstück des Palastes. An den seitlichen Enden befanden sich breite Handläufe und in exakten Abständen stand jeweils ein Wächter stramm. Kein Paar Augen folgte ihnen, während sie hinauf stiegen, um den Saal der Königin zu erreichen. Wer es bis hierher geschafft hatte, war offensichtlich herzlich Willkommen. Oben angelangt, drehte sich Caelen zu ihnen um und nickte hinter sie. „Ihr solltet die Aussicht für einen Moment genießen. Jetzt steht das Licht am Besten.“, sagte er und tatsächlich:

Von hier hatten sie eine großartige Sicht über die gesamte Stadt und ihre wunderschöne Bauweise. Die sinkende Sonne tauchte alles in ein warmes Licht und hier und dort, wo die Strahlen keine Leuchtkraft mehr besaß, wurden langsam Fackeln entzündet. Shyàna war unglaublich schön, auch von dieser Perspektive aus. Es war groß und weitreichend, auch wenn man die jeweiligen Enden der Stadt sehen konnte. Überall gab es eine gedachte Linie, wo der Wald als natürliche Grenze der Stadt fungierte. Man konnte die größeren Bauten, wie die Universitätsklinik oder die Bardenakademie erkennen und hier und dort kleines Gewusel, wenn sich emisge Elfen tummelten. Die Dächer, rot, blau, violett und gelb, malten ein wunderschönes Bild. „Ich verabschiede mich nun und werde anderswo gebraucht.“, riss Caelen aus der vielleicht aufsteigenden Stimmung und deutete abermals eine kurze Verbeugung an. „Wir sehen uns wieder.“, sagte er und es klang so, als wüsste er dies ganz genau. Es war keine höfliche Floskel, jedenfalls machte der Ausspruch den Eindruck. Er schenkte den beiden Frauen abermals einen kurzen Blick auf die Grübchen und das satte Grün seiner Augen, ehe er in einer kleinen Tür, an der Seite des eigentlichen Einganges, verschwand. Rianna pfiff durch die Zähne, nachdem er verschwunden war. „Meine Güte, wo ist der denn plötzlich hergekommen?“, sie grinste Maruka an. „Hast du seine Muskeln gefühlt? Der Mann ist pure Kraft!“, schwärmte sie und kicherte leise, was recht untypisch für die eher missmutige Elfe schien. „Also… wenn Phas nicht wäre…ich würde ihn anspringen und zu Boden reißen, da kannst du dir aber sicher sein.“, sagte sie ungewöhnlich ehrlich und lachte dann. „Komm, wir wolle endlich zur Königin.“, trieb sie die andere weiter und ging dann auf die letzte Tür, ohne Wächter, zu, um hinein zu gehen.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Freitag 13. August 2021, 15:16

Marukas Kleid gefiel ihr ausnehmend gut und anscheinend gefiel es Caelen auch, seinem Blick nach zu urteilen, den er den beiden Frauen an seiner Seite zuwarf. Dass die Hybridin Fell unter der Seide trug, schien ihn nicht zu stören und Maruka gefiel vor allem, dass es sie nicht einschränkte. Der Stoff verhedderte sich auch nicht mit ihrem Fell und das war angenehm. Sie fühlte sich fast, als hätte sie gar nichts an und das war in ihren Augen gut. Die breiten Träger auf den Schultern boten genug Halt um den tiefen Ausschnitt nicht bei einer unbedachten Bewegung verrutschen zu lassen. Der lange Rock teilte sich an den Seiten, so dass sie sogar rennen konnte wenn sie wollte. Insgesamt hatte das Kleid durch einige Raffungen einen schlichten aber sehr eleganten Stil und erinnerte Maruka an ein Bild im Palast des Sammlers, dass sie dort gesehen hatte. Das Bild zeigte eine Dame, aber sie musste einer längst vergangenen Epoche angehören, denn die Kleidung entsprach nicht der Morgerias zu dieser Zeit. Das Gewand floss sehr schlicht in vier langen Bahnen am Körper entlang und wurde einzig mit zwei breiten Bändern gehalten, eines unter der Brust und eines tief auf der Hüfte. Vranyk hatte das Kleid als 'Tunika' bezeichnet, als sie neugierig gefragt hatte, dann aber auf einen Pfau verwiesen, der dazu mehr sagen könnte. Dazu war es aber nie gekommen.
Was das Kleid aber auch interessant machte war, dass es so dünn war, dass Maruka alles hindurch spüren konnte... so wie den Körper neben sich.
Caelens Nähe war warm, aber was Maruka dann doch ein bisschen anmachte, war dann etwas ganz anderes: Es war sein betörender, wohliger Duft aus Leder und männlichem Schweiß, der sie umwirbelte. Roch sie da etwa ein paar Paarungbereitschaft signalisierende Pheromone? Rianna ergriff seinen Arm und lächelte leicht. Ihr gefiel der Elf offenbar ganz gut. Worte oder Aussehen zeigten bei der Hybridin selten sofort Wirkung, aber als der Halbelf ihnen dann seine Arme anbot uns sie los liefen, da konnte sein Charme auf sehr diffuse Weise auch bei Maruka landen.
Hm... nicht schlecht...
Maruka schnupperte mal ganz ungeniert an seiner Schulter. Vielleicht offenbarte seine Nähe noch weitere Details? Was er als letztes gegessen hatte, wo er vielleicht gewesen war, oder wann er das letzte Mal Sex gehabt hatte?
Huch? Woher kam den der Gedanke???...hihi... Rianna sieht so aus, als ob sie nicht abgeneigt wäre... ...wäre ich denn abgeneigt?
Sofort musste sie dabei aber an Thure denken und zog recht pragmatische Vergleiche.
Thure ist kräftiger und... würde auch sagen lieber, auch wenn ich das bei dem Elfen noch nicht beurteilen kann...
Caelen führte derweil die Frauen zielsicher durch den breiten Gang zwischen den Ringmauern. Nachdem sie ein paar Schritte gegangen waren, ergriff er von sich aus noch mal das Wort.
„Im Übrigen dürft Ihr das nicht falsch verstehen, Maruka-"
Sie sah zu ihm auf in seine Finsterwaldigen Augen.
"Die Elfen hier hegen keineswegs einen Groll gegen spezielle Rassen. Mit Ausnahme der Dunklen vielleicht- aber wer tut das nicht?"
Ja, wer tut das nicht... Verräter, Scharlatane, einige Piraten aus Rumdett...
"Es liegt nicht an Euch oder Eurem… Schwanz.“
Seine Stimme war tief und hatte die seltsame Gabe, während er sprach zu schmeicheln.
Huch?... komische Pause vor... meinem Schwanz?
Sofort zuckte ihre Schwanzspitze, als sei sie persönlich angesprochen worden und reagierte mit einem eigenwilligen Eigenleben.
Mag er meinen Schwanz? ...ist ja auch schön buschig... nicht beleidigen! Er ist schön! Könnt ihn mal wieder putzen...
Während sie gingen, verhielt sich Rianna ruhig und folgte brav seinem Schritt.
„- Sie sind nur sehr pflichtbewusst und bürokratisch. Flexibilität liegt nicht jedem, versteht Ihr?“
, schloss er und zwinkerte der Katze an seiner Seite zu.
Flexibilität ist genau mein Ding!
"Flexiebel sein ist doch was gutes. Sich an Situationen oder Umgebungen anpassen oder... auch körperlich... Ich kann sogar meinen Ellenbogen lecken."
Etwas am Blick der beiden ließ Maruka zögern, ihren Worten eine Demonstration folgen zu lassen, wobei sie sich nicht sicher war, ob es wirklich am mangelnden Interesse lag oder der Umgebung. Das sie gelenkiger war als ein normaler Mensch und stellen an ihrem Körper putzen konnte, die sonst nicht zu erreichen waren, schien hier nicht so richtig angebracht zu sein.
Rianna erhob schnell das Wort:
„Ihr scheint euch ja sehr gut auszukennen, Caelen. Woher kommt ihr?“
, es lag eine Spur Misstrauen in ihren Worten. Der Braunhaarige schaute gerade aus und schmunzelte erneut.
„Oh ich bin schon eine ganze Weile hier, da lernt man so einiges kennen. Woher ich komme ist allerdings eine längere Geschichte, dafür..“
Er hielt in seinem Schritt inne, als sie ein großes Tor vorfanden, an dem in zwei kleinen Häuschen links und rechts einige Wächter standen.
„..reicht die Zeit nicht.“
, elegant umschiffte er die Antwort nach der Herkunft und entließ die Damen aus seinem Griff.
„Einen Moment bitte.“
, brummte er in tiefem Timbre und ging den Wachen entgegen. Einer von ihnen, streng aussehend mit aschblondem Haar, schenkte ihm seine Aufmerksamkeit und kurz darauf stiegen sie eine beeindruckende Treppe hinauf.
Oben angelangt öffnete sich eine ganz besondere Aussicht.
„Ihr solltet die Aussicht für einen Moment genießen. Jetzt steht das Licht am Besten.“
, sagte er und tatsächlich:
MIIIAAAUUU!!!
DAS war nach Marukas Geschmack! Die sinkende Sonne tauchte alles in ein warmes Licht und hier und dort, wo die Strahlen keine Leuchtkraft mehr besaß, wurden langsam Fackeln entzündet. Es war wie ein Gemälde in dem die Farben lebendig geworden waren! Shyana war unglaublich schön, besonders von dieser Perspektive aus. Maruka liebte die Höhe und die Übersicht und ließ begeistert ihren Blick streifen. Überall gab es eine gedachte Linie, wo der Wald als natürliche Grenze der Stadt fungierte. Hier und dort gab es kleines Gewusel, wenn sich emsige Elfen wie Ameisen tummelten. Die Dächer, rot, blau, violett und gelb, malten ein Kunstwerk in die Landschaft.
Wunderschön...
„Ich verabschiede mich nun und werde anderswo gebraucht.“
, riss Caelen Maruka aus der leicht verträumten Stimmung und deutete abermals eine kurze Verbeugung an.
„Wir sehen uns wieder.“
, sagte er und es klang so, als wüsste er dies ganz genau. Maruka nickte und meinte sogleich:
"Und dann erzählt ihr uns, woher ihr kommt, ja?!"
Er schenkte den beiden Frauen abermals einen kurzen Blick auf die Grübchen und das satte Grün seiner Augen, ehe er in einer kleinen Tür, an der Seite des eigentlichen Einganges, verschwand. Rianna pfiff durch die Zähne, nachdem er verschwunden war.
„Meine Güte, wo ist der denn plötzlich hergekommen?“
, sie grinste Maruka an.
„Hast du seine Muskeln gefühlt? Der Mann ist pure Kraft!“
, schwärmte sie und kicherte leise, was recht untypisch für die eher missmutige Elfe schien.
Na ja... geht so.
„Also… wenn Phas nicht wäre…ich würde ihn anspringen und zu Boden reißen, da kannst du dir aber sicher sein.“
, sagte sie ungewöhnlich ehrlich und lachte dann. Dass Maruka spontan ganz rote Ohren plötzlich bekam, bekam Rianna zum Glück nicht sofort mit.
„Komm, wir wolle endlich zur Königin.“
, trieb sie die andere weiter und ging dann auf die letzte Tür, ohne Wächter, zu, um hinein zu gehen. Es lag aber einfach nicht in Marukas Natur, ihre Gedanken für sich zu behalten und so wisperte sie halb leise, aber für Elfenohren (und auch ihre eigenen) gut hörbar:
„...so hab ich meine erste Liebe kennen gelernt.“
Als Rianna daraufhin kurz stehen blieb, fügte Maruka grinsend hinzu:
„Hab ihn angesprungen und umgerissen.“
Dann lachte sie. Die Erinnerung war einfach zu schön. Revien hatte keine Chance gehabt. Sie hatte über ihm im Baum auf den rechten Moment gelauert und sich dann auf ihn gestürzt, ihn umgerissen, sich breitbeinig auf seinen Brustkorb gesetzt und seine Arme mit den Knien fixiert. Eine gelungene Attacke war das gewesen und mit ihren Klauen an seiner Kehle und seinen Augen hatten sie sich so kennen gelernt. Später hatten sie diese Position noch mal wiederholt... aber aus ganz anderen Motiven und Zwecken...
Hihi...
Glucksend folgte Maruka Rianna und wartete dann gespannt was sich nun dahinter ihnen offenbaren würde.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Dienstag 17. August 2021, 22:35

Irgendwann würde vielleicht wieder Zeit dafür sein, sich dem Katzenleben hinzugeben und einfach ungestört die Seele baumeln zu lassen. Sich in der Sonne auf einem der bunten Hausdächer zu aalen, käme der Servali im Innern zwar sicherlich gelegen, passte aber derzeit einfach nicht in den Takt des Lebens. Maruka hatte so einiges im Hinterkopf und langsam wurde es Zeit, die aufgestauten Dinge abzuarbeiten. Trotzdem schaffte es Caelen ihre Neugierde zu wecken und sie schnupperte offenkundig an ihm. Die feine Nase der Katze nahm so einiges auf: Da lag der vordergründige Duft nach seiner Lederrüstung in der Luft, gepaart mit dem männlichen und durchaus angenehmen Schweiß. Subtiler kitzelte die feine Nase jedoch, dass er offenbar durchaus die Zweisamkeit zwischen Mann und Frau schätzte. Dass er erst vor kurzem aktiv gewesen sein musste und dass er offenbar nicht abgeneigt wäre, wenn es erneut dazu käme. Caelen hatte etwas Anziehendes an sich, ohne Frage. Doch was eine Frage aufwarf, war der leichte metallische Geruch, den die feinen Härchen der Katzennase ebenfalls erschnuppern konnten. War er nun verletzt? Oder hatte er verletzt? Doch bevor die Katze dem weiter auf den Grund gehen konnte, hatte sich der mysteriöse Elf bereits wieder verabschiedet. Ob sie ihn wiedersehen würden? Nun, er ging jedenfalls davon aus, wenn man der Souveränität seiner Worte Glauben schenken wollte. Rianna hatte seine Pheromone jedenfalls auch ohne Katzennase erlebt und glühte etwas, als sie durch die Zähne pfiff. Ihre Worte fanden bei Maruka nicht recht Zustimmung, dich entlockten sie ihr tatsächlich etwas Persönliches, was Rianna kurz innehalten und fragend zu ihr schauen ließ.
Die Hybridin antwortete der stummen Frage und die Augenbrauen der blassen Elfe zogen sich in die Höhe. Dann grinste sie und entblößte ihre Zähne dabei. „Sehr gut, Kätzchen. Was ist aus ihm geworden? Hat ers überlebt?“, stellte sie die Frage die sich beinahe schon aufdrängte, ohne zu wissen, was sie damit vielleicht anrichten konnte. Dennoch trieb Rianna die andere zur Eile und erklomm die letzten Stufen, bis sie endlich die Tore der königlichen Halle erreichten. Hier standen zwei Elfen in zeremonieller Tracht aus samtenen Tuniken in Karmesinrot mit goldenen Applikationen darauf, die das Wappen der Shyàner zeigten. Sie zögerten keine Sekunde, um den beiden Frauen das Tor zu öffnen. Geschmeidig glitten die großen Hölzer auf und kein Quietschen oder Scharren störte das Bild mit unliebsamen Ton. Sie traten hindurch und ebenso geräuscharm schlossen sich die Tore hinter ihnen wieder. Hier war es jedoch keineswegs zwielichtig oder dunkel. Helligkeit umfing sie, klarer, reiner Minimalismus. Maruka und Rianna standen auf weißem Marmor der keinen Makel inne hatte, soweit sie erkennen konnten. Zu beiden Seiten, als wäre es der Saum eines Teppichs, befand sich roter Sandstein der den steinernen Weg begrenzte. Immer wieder fanden sich in anderthalb Metern Abstand, dicke weiße Säulen, die hinauf führten zur hohen Decke. Diese war, wenn sie den Blick nach oben lenkten, aus Glas.
Doch nicht etwa aus einfachem, wie man es in den Städten der Welt fand, es war ein Mosaik aus Buntglas, das in seiner Gesamtheit offenbar die Geschichte der Shyàner Elfen und ihrer Heimat erzählten. Der Lichteinfall war atemberaubend und wahre Künstler mussten diese Halle errichtet haben, denn die Lichtkegel der einfallenden Sonne, trafen kleine Prismen, die in die Säulen eingelassen waren und sendeten durch den Schliff, die Strahlen so weiter, dass die Halle hell erstrahlte. Für den Aufmerksamen war schnell klar, dass an den Wänden links und rechts des Weges aus Stein Kerzenhalter angebracht waren, die offenbar den selben Effekt erzielten, sobald die Sonne untergegangen war. Folgte man dem Blick geradeaus, sah man einen gewaltigen Tisch in ovaler Form aus wunderschönem, dunklem Holz, das den Bäumen außerhalb von Shyana ähnelte. Überall konnte man filigrane Verzierungen erkennen, die sich in das Holz fügten und eine Politur veredelte das Holz und konservierte es, sodass der Tisch alt und geschichtsträchtig wirkte.
Um den ovalen Tisch herum standen Stühle mit hohen Lehnen, die ebenso dunkel dastanden, aber weniger verziert waren. Dicke Polster aus ebenso rotem Samt, wie die Wachen vor der Tür trugen, luden müde Körper ein, es sich bequem zu machen. An der linken Seite des Tisches, konnte man einen Stuhl in der Mitte erkennen, der ebenso weiß war, wie der Fußboden und offenkundig auch aus Marmor bestand. Während die Frauen nähertraten, konnten sie weiter hinten in der Halle, hinter schweren, blauen Samtvorhängen mit goldenen Kordeln eine Tür hören. Dann bewegte sich der Vorhang minimal und ein rothaariger Elf betrat die Szenerie. Er kam mit raschelnder Robe auf sie zu, blieb im höflichen Abstand stehen und neigte vornehm den Kopf zur Begrüßung. „Willkommen. Darf ich eine Erfrischung bringen? Etwas gegen den Hunger?“, fragte er und sah sie aus wachsamen, braunen Augen an. Streng war seine Frisur und seine Finger waren an den Kuppen zusammengedrückt. „Königin Miluieth Federtanz hat noch eine kurze Unterredung und ist sofort für die Damen da.“. Er lächelte und neigte abermals das Haupt. Danach trag er abwartend, ob Rianna und Maruka etwas bestellen wollten, zur Seite und richtete die Augen geradeaus. Schweigen legte sich über sie und man konnte den Eindruck bekommen, sich in der Halle zu verlieren. Plötzlich durchschnitt Riannas Stimme die Stille: „Ich brauche nichts, danke.“, lehnte sie höflich ab und der Rothaarige neigte zum Zeichen des Verstehens das Haupt abermals.
Er wartete noch auf Marukas Antwort, ehe er die Halle verließ. Beinahe zeitgleich zu seinem Verschwinden, tauchte eine zierliche, blonde Elfe auf. Sie hatte ihr Handgelenk mit der anderen Hand umfasst und schritt grazil und leichtfüßig den Weg vom blauen Vorhang zum ovalen Tisch. Ein Lächeln zierte das feine Gesicht mit spitzer, kleiner Nase und aparten Gesichtszügen. Sie trug ein grünes Kleid mit hohem Kragen, die Haare zu einer akkuraten Hochsteckfrisur gedreht mit verspielten Strähnen, die ihr auf dem Dekolleté endeten. Sie öffnete beim Näherkommen die Arme und deutete auf die freien Stühle, die zur Auswahl standen. „Maruka und Rianna Lamicera aus dem Nachtelfenreich, seid Willkommen in Shyaner.“, begrüßte sie die beiden und ihre Stimme war lieblich und brauchte kaum ein Anheben der Lautstärke, um verstanden zu werden. „Bitte, nehmt Platz und erzählt mir, was euch zu mir führt.“, sagte sie ohne Umschweife, ehe sie sich auf den weißen Marmorstuhl setzte. „Hat Dorian schon Erfrischungen angeboten?“, vergewisserte sie sich, ob sie versorgt waren und musterte die beiden dann abwartend.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Mittwoch 18. August 2021, 19:55

Blut?
, roch die Hybridin und machte Caelen gleich noch etwas interessanter... ob zur positiven oder negativen Seite würde sich vielleicht noch klären, wenn sie sich überhaupt wieder sahen. Erst einmal verschwand er und ließ die beiden Frauen allein. Riannas Worte folgten den charismatischen Elfen und triggerten eine Erinnerung bei der Katze, woraufhin diese kurz etwas von ihrer ersten Liebe erzählte...
„Sehr gut, Kätzchen. Was ist aus ihm geworden? Hat ers überlebt?“
, stellte sie die Frage die sich beinahe schon aufdrängte, ohne zu wissen, was sie damit vielleicht anrichten konnte. Maruka schluckte schwer und antwortete nur kurz:
„Mich ja...später... dann, nein.“
Diese Antwort ließ wirklich sehr viel Raum für Spekulationen aber sollte Rianna tatsächlich Interesse zeigen an Marukas Geschichte, so gab sie ihr hiermit die Möglichkeit nachzufragen. Rianna wusste aber auch, dass dies nicht der Ort für solche Gespräche war und drängte zur Eile. Sie erklommen die letzten Stufen, bis sie endlich die Tore der königlichen Halle erreichten. Hier standen zwei Elfen in zeremonieller Tracht und zögerten keine Sekunde, um den beiden Frauen das Tor zu öffnen. Sie traten hindurch und die Tore schlossen sich hinter ihnen wieder. Helligkeit umfing sie mit klarem, reinem Minimalismus. Maruka und Rianna standen auf weißem Marmor. Immer wieder fanden sich in anderthalb Metern Abstand, dicke weiße Säulen, die hinauf führten zur hohen Decke. Diese war, wenn sie den Blick nach oben lenkten, aus Glas.
Unglaublich!!!
Maruka konnte fast den Blick nicht abwenden und wäre sicher gestürzt, wenn irgendwo eine Kante im makellosen Boden gewesen wäre, so sehr hielt der Anblick sie gefangen. Das Licht der unter gehenden Sonne streute sich und malte das schönste Schauspiel auf alles was es berührte.
Wunderschön!
Folgte man dem Blick geradeaus, sah man einen gewaltigen Tisch in ovaler Form aus wunderschönem, dunklem Holz. Um den ovalen Tisch herum standen dunkle Stühle mit hohen Lehnen, bis auf ein einzelner, der eben weiß war. Während die Frauen sich nähertraten, konnten sie weiter hinten in der Halle, hinter schweren, blauen Samtvorhängen eine Tür klappen hören. Marukas Ohren zuckten und bevor sich der Vorhang bewegte, stupste sie sanft Riannas Arm an um ihre Aufmerksamkeit dort hin zu lenken. Ein rothaariger Elf betrat die Szenerie. Er kam auf sie zu, blieb im höflichen Abstand stehen und neigte vornehm den Kopf zur Begrüßung.
„Willkommen. Darf ich eine Erfrischung bringen? Etwas gegen den Hunger?“
, fragte er und sah sie aus wachsamen, braunen Augen an. Streng war seine Frisur und seine Finger waren an den Kuppen zusammengedrückt. Durch seine steife Erscheinung und das Aussehen erinnerte er Maruka ein bisschen an Revien. Aber mehr als diesen kurzen Eindruck wollte sie bewusst nicht zu lassen. Hier gab es recht viele rothaarige Elfen und irgendwie ähnelten sie somit alle ihrer ersten großen Liebe. Sie spürte einmal mehr, dass ihre Katze diesen Lebensabschnitt gern hinter sich lassen würde, aber die Erinnerungen trugen sie in dieser Umgebung immer wieder zurück in die Vergangenheit.
...vielleicht vergeht das ja aber auch, wenn ich mich auf etwas neues ...etwas anders konzentriere... oder jemand anderen...
„Königin Miluieth Federtanz hat noch eine kurze Unterredung und ist sofort für die Damen da.“
Er lächelte und neigte abermals das Haupt. Danach trat er abwartend, ob Rianna und Maruka etwas bestellen wollten, zur Seite und richtete die Augen geradeaus.
Essen?... Ob die hier diese Mantis-Fleisch haben? Die Tabiki meinten, es sei köstlich...
Riannas Stimme durchschnitt die Stille:
„Ich brauche nichts, danke.“
Ist es höflicher nix zu bestellen? Hm...dann mach ich ihm wenigstens keine Arbeit...
Der Rothaarige wartete noch auf Marukas antwortendes Kopfschütteln, ehe er die Halle verließ. Beinahe zeitgleich zu seinem Verschwinden, tauchte eine zierliche, blonde Elfe auf. Sie hatte ihr Handgelenk mit der anderen Hand umfasst und schritt grazil und leichtfüßig den Weg vom blauen Vorhang zum ovalen Tisch.
Ist sie das? ...die Königin?
Ein Lächeln zierte das feine Gesicht mit spitzer, kleiner Nase und aparten Gesichtszügen. Sie trug ein grünes Kleid mit hohem Kragen, die Haare zu einer akkuraten Hochsteckfrisur gedreht mit verspielten Strähnen, die ihr auf dem Dekolleté endeten. Sie öffnete beim Näherkommen die Arme und deutete auf die freien Stühle, die zur Auswahl standen.
„Maruka und Rianna Lamicera aus dem Nachtelfenreich, seid Willkommen in Shyaner.“
, begrüßte sie die beiden.
Huch? Bin ich jetzt auch aus dem Nachtelfenreich?...ähm...aber...Woher kennt sie denn Riannas Zunamen? Hatten wir den erwähnt?? Ach, ich und mein drei Sekunden Gedächtnis...
„Bitte, nehmt Platz und erzählt mir, was euch zu mir führt.“
, sagte sie ohne Umschweife, ehe sie sich auf den weißen Marmorstuhl setzte. Maruka setzte sich so weit es sie Sitzordnung zu ließ in ihre Nähe.
„Hat Dorian schon Erfrischungen angeboten?“
, vergewisserte sie sich, ob sie versorgt waren und musterte die beiden dann abwartend.
Maruka nickte und sprach gleichzeitig:
„Wenn der Rothaarige eben Dorian heißt, dann ja und wenn d... äh..ihr die Königin seid, dann habt Dank, dass ihr uns empfangt.“
Damit sah sie dann zu Rianna, nickte ihr aufmunternd zu. Jetzt lag es an ihr, denn sie war schließlich ein Mitglied des Wiederstandes und wusste mehr Details als die Hybridin. Rianna hatte den Spiegel und nach dem Fiasko mit den verbohrten Wächtern war Maruka etwas vorsichtiger geworden. Neugierig betrachtete sie die Elfe und schnupperte in ihre Richtung.
… ob Könige anders riechen als Andere...?
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. August 2021, 19:46

Maruka entschied sich, sich dieses Mal zurückzuhalten und Rianna das Zepter zu überlassen. Die Nachtelfe hob kurz eine Augenbraue, nickte dann aber kaum merklich, als Bestätigung. Vielleicht war es besser, wenn erstmal nur einer sprach und Maruka gegebenenfalls etwas ergänzte. Also atmete Rianna kurz durch und schaute von der Hybridin zur Königin. Sie stockte. Es entstand eine Stille, die sich zu einem betretenen Schweigen auswachsen wollte, wäre es nicht Miluieth, die sich zu Wort meldete. Lächelnd betrachtete sie die beiden Frauen ihr gegenüber. „Nun? Nicht so schüchtern?“, munterte sie Rianna auf und nickte Maruka zu. Die Nachtelfe schien nach den richtigen Worten zu suchen und kaute kurz auf ihrer Unterlippe, bevor sie dann abermals durchatmete. Die feine Nase der Hybridin konnte bei der Nachtelfe durchaus Nervosität erschnuppern, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf sie lenkte. „Königin, wir sind gekommen, um Euch davon in Kenntnis zu setzen, dass sich Dunkelelfen im Urwald Kapayu herumtreiben.“, begann sie und hatte eine ernste Miene. Die Königin setzte sich etwas anders hin und rutschte in ihrem Marmorstuhl gerade zurück. Abwartend war ihre Miene und sie ließ sich derweil noch nicht in die Karten gucken, was sie dabei dachte, als sie die Informationen hörte. „Maruka hat durch Zufall einen Angriff auf das Dorf der Tabiki miterlebt und tatkräftig dabei geholfen, dass das Volk keinem Genozid zum Opfer fiel.“, ihre Stimme wirkte unruhig, als die verruchte sachlich zu bleiben. Offenbar ging ihr dieser mögliche Ausgang der Situation noch nahe. Die Königin wirkte ernst und dennoch völlig ruhig, während sie zuhörte. Maruka konnte kaum Aufregung oder anderes an ihr erspüren, sie war die Ruhe selbst und strahlte absolut eine gestandene Herrscherin mit langer Amtszeit aus. Würde sie sich ständig aus der Fassung bringen lassen, wäre dies sicherlich gesundheitsschädlich. Miluieth harrte einige Sekunden aus und hob danach den Blick. „Wer ist wir? Nur ihr beide?“, Rianna schüttelte den Kopf. „Uns begleiten noch Thore aus Mantron und Phas aus Hajikya.“, antwortete die Nachtelfe wahrheitsgemäß. Es brachte jetzt nichts, sich in Vorsicht zu üben. Sie wollten eine Botschaft überbringen und sie wollten die Shyaner überzeugen, sich dem Widerstand anzuschließen. Oder zumindest Unterstützung zu erhalten. „Ich habe von dem Angriff auf die Tabiki erfahren.“, offenbarte die Königin und sah sie abwechselnd an. „Ich habe einige Späher in den Wald entsandt, um auszukundschaften, wie die Lage zu bewerten ist.“, schloss sie und Rianna nickte. Sie sah kurz zu Maruka und hatte einen ‚na, das ist doch schon mal was'-Ausdruck im Gesicht. Die Königin wandte sich kurz der Hybridin zu. „Es war ein Glück, dass Ihr vor Ort wart, Maruka.“. Rianna wartete einen Moment und fuhr dann fort: „Phas, Thore und Marula haben die Spuren der Dunkelelfen, die das Dorf angegriffen haben, verfolgt und konnten feststellen, dass sie aus Nord-Osten kommen mussten. Zumindest deutet alles darauf hin.“. Offenbar hatte Phas Rianna auf den Stand gebracht. Dabei gewesen, war die Elfe da jedenfalls noch nicht. Jedenfalls nicht offiziell. Miluieth schaute Rianna überlegend an und schürzte die Lippen, während sie nachzudenken schien. Gerade wollte die Königin etwas erwidern, als plötzlich Schritte zu hören waren. Nur leise und federleicht, wie Maruka's gutes Gehör ausmachen konnte, doch sie waren da. Schon bewegte sich das Blau der Vorhänge und eine ebenso zierliche Elfe mit langen blonden Haaren und im waldgrünen Kleid, kam auf den Tisch zu. Miluieth schaute auf und wandte sich kurz an die beiden Frauen: „Darf ich vorstellen? Das ist-", sie wurde von der Blonden unterbrochen, die sich am Tisch einfand und zum Gruß etwas unorthodox die Hand hob. „Hallo, freut mich, ich bin Neniél.“, sagte sie mit fester Stimme und lächelte. Die Königin hob missbilligend eine Augenbraue, während sie die Blonde betrachtete. Die beiden sahen sich ähnlich. „Prinzessin Neniél.“, korrigierte Miluieth und erntete ein Augenrollen der Prinzessin. „Ist es wahr?“, fragte diese dann einfach und sah Maruka und Rianna an. „Ihr seid Dunkelelfen begegnet? Hier im Wald? Ich habe gehört, es gab einen Angriff? Wisst ihr schon, woher sie kamen? Was habt ihr jetzt vor?“, plapperte Neniél und schürte damit ein Räuspern ihrer Mutter. „Neniél, wir sind gerade dabei die Gegebenheiten zu erörtern. Wärst du so freundlich, uns alleine zu lassen? Und musst du nicht jetzt zum Unterricht über die Geschichte Shyana's? Wenn du irgendwann die Krone übernehmen willst, dann soll-", Neniél rollte sie Augen und plapperte den Satz zu Ende: „..-test du dich auskennen.. jaa jaaa jaa, das weiß ich alles! Aber Mutter! Es geht hier um nichts geringeres, als unsere Pflicht zu handeln!“, Miluieth lächelte entschuldigend zu Rianna und Maruka, erhob sich und nahm Neniél beiseite. „Kümmere du dich um deine Ausbildung. Ich kümmere mich um unsere Pflichten.“, sagte sie eindringlich und schob Neniél zum Vorhang zurück. Diese warf einen Blick über ihre Schulter und sah Maruka eindringlich an, als wolle sie ihr etwas klarmachen. Doch bevor sie das konnte, verschwand sie auch schon wieder. Miluieth kam zurück und lächelte verlegen, ehe sie sich wieder hinsetzte. Sie wirkte auf einmal müde. Offenbar kämpfte sie bereits einen persönlichen Kampf. Rianna sah Maruka bedeutend an und ruckte ganz subtil mit dem Kopf in Richtung Miluieth. Sie versuchte ihr nonverbal zu verstehen zu geben, dass sie doch Schokolade dabei hatten. Vielleicht war jetzt der richtige Moment dafür gekommen, um die Stimmung zu retten.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Montag 23. August 2021, 09:29

Maruka fand, dass das Gespräch ganz gut verlief. Man hatte sie nicht rausgeworfen, Rianna hatte schon fast alles gesagt, die Königin hörte zu uns sammelte für sich Informationen, jetzt fehlten nur noch ein paar Details...
„Ich habe von dem Angriff auf die Tabiki erfahren.“
, offenbarte die Königin und sah sie abwechselnd an. Maruka nickte und starrte einen Moment lang in Gedanken vor sich hin. Der Kampf war erschütternd gewesen, aber was noch viel schwerer wog, war die Tatsache, dass dieses fast Volk komplett untergegangen wäre. Das Wort 'Genozid' war gefallen und wog schwer auf Marukas Seele.
Was wäre passiert, wenn ich nicht da gewesen wäre...?
„Ich habe einige Späher in den Wald entsandt, um auszukundschaften, wie die Lage zu bewerten ist.“
, schloss sie und Rianna nickte. Sie sah kurz zu Maruka und hatte einen ‚na, das ist doch schon mal was'-Ausdruck im Gesicht. Die Königin wandte sich kurz der Hybridin zu.
„Es war ein Glück, dass Ihr vor Ort wart, Maruka.“
Maruka sah auf und ballte die Fäuste auf der Tischplatte. Die Königin hatte ihre Angst auf den Punkt gebracht. Rianna wartete einen Moment und fuhr dann fort:
„Phas, Thore und Maruka haben die Spuren der Dunkelelfen, die das Dorf angegriffen haben, verfolgt und konnten feststellen, dass sie aus Nord-Osten kommen mussten. Zumindest deutet alles darauf hin.“
Miluieth schaute Rianna überlegend an und schürzte die Lippen, während sie nachzudenken schien. Gerade wollte die Königin etwas erwidern, als plötzlich Schritte zu hören waren. Nur leise und federleicht, wie Maruka's gutes Gehör ausmachen konnte, doch sie waren da. Ein Ohr der Hybridin hatte sich sofort wie ein Trichter in diese Richtung gewendet, dann folgte auch ihr Blick. Schon bewegte sich das Blau der Vorhänge und eine ebenso zierliche Elfe mit langen blonden Haaren und im waldgrünen Kleid, kam auf den Tisch zu. Miluieth schaute auf und wandte sich kurz an die beiden Frauen:
„Darf ich vorstellen? Das ist-"
, sie wurde von der Blonden unterbrochen, die sich am Tisch einfand und zum Gruß etwas unorthodox die Hand hob.
„Hallo, freut mich, ich bin Neniél.“
, sagte sie mit fester Stimme und lächelte. Die Königin hob missbilligend eine Augenbraue, während sie die Blonde betrachtete. Die beiden sahen sich ähnlich. Maruka ließ den Blick zwischen den beiden Elfen hin und her schweifen.
Schwester?
„Prinzessin Neniél.“
, korrigierte Miluieth und erntete ein Augenrollen der Prinzessin.
Ah...Tochter... Hm... irritierend, dass Elfen so alt werden und so lange so jung aussehen. Wie soll man denn da Tochter und Mutter auseinander halten.
„Ist es wahr?“
, fragte diese dann einfach und sah Maruka und Rianna an.
„Ihr seid Dunkelelfen begegnet? Hier im Wald? Ich habe gehört, es gab einen Angriff? Wisst ihr schon, woher sie kamen? Was habt ihr jetzt vor?“
, plapperte Neniél.
..neugierig.
Maruka kam nicht umhin breit zu lächeln.
„Neniél, wir sind gerade dabei die Gegebenheiten zu erörtern. Wärst du so freundlich, uns alleine zu lassen? Und musst du nicht jetzt zum Unterricht über die Geschichte Shyana's? Wenn du irgendwann die Krone übernehmen willst, dann soll-"
, Neniél rollte sie Augen und plapperte den Satz zu Ende:
„..-test du dich auskennen.. jaa jaaa jaa, das weiß ich alles! Aber Mutter! Es geht hier um nichts geringeres, als unsere Pflicht zu handeln!“
, Miluieth lächelte entschuldigend zu Rianna und Maruka, erhob sich und nahm Neniél beiseite.
„Kümmere du dich um deine Ausbildung. Ich kümmere mich um unsere Pflichten.“
, sagte sie eindringlich und schob Neniél zum Vorhang zurück.
Wo sie aber Recht hat...
Die Prinzessin warf einen Blick über ihre Schulter und sah Maruka eindringlich an, als wolle sie ihr etwas klarmachen.
Huch?...was?
Nur was das war, konnte die Hybridin bei Leibe nicht wissen, oder an einem einzelnen Blick erahnen. Was sie jedoch in dieser Art sie anzusehen erahnte, war dass diese Prinzessin etwas mit ihrer liebsten Freundin in Mantron gemein hatte. Sie war zu 'Unfug' aufgelegt und würde gewiss sehr bald etwas 'verbotenes' tun. Jenna war Meisterin in 'Unfug anstellen' gewesen und hatte ein ums andere Mal Maruka da mit hinein gezogen. Oft hatten sie Schelte dafür bekommen, aber...
...es hatte immer Spaß gemacht.
Maruka schmunzelte. Als Mädchen, das sie zwar irgendwie immer noch war, da hatte sie immer Freude an diesen Dingen gehabt. Nur jetzt, da sie schon einiges erlebt hatte, fragte sie sich tatsächlich kurz – nur kurz – ob es nicht auch gefährlich für eine Prinzessin werden könnte, so neugierig zu sein. 'Unfug' anstellen hatte auch seine Regeln. Es durfte niemanden verletzen.
Leider war die Prinzessin ohnehin zu schnell verschwunden, als dass Maruka heraus finden könnte, was sie vor hatte. Miluieth kam zurück und lächelte verlegen, ehe sie sich wieder hinsetzte. Sie wirkte auf einmal müde.
Ob Mama auch immer so aussah, als ich mit Jenna unterwegs war?
Fast tat ihr die Königin ein bisschen leid. Offenbar kämpfte sie bereits einen persönlichen Kampf. Rianna sah Maruka bedeutend an und ruckte ganz subtil mit dem Kopf in Richtung Miluieth.
Was...?
Sie versuchte ihr nonverbal zu verstehen zu geben, dass sie doch Schokolade dabei hatten. Vielleicht war jetzt der richtige Moment dafür gekommen, um die Stimmung zu retten. Maruka nickte eifrig und kramte in ihrer Tasche. Sie schnurrte beruhigend, legte die Tafeln auf die Tischplatte und schob sie in Richtung der Königin. Ihre Stimme hatte einen mitfühlenden Klang als sie leise sagte:
„...etwas zum aufbauen?“
Allerdings war Maruka auch so neugierig auf diese duftende Köstlichkeit, dass sie eine der Tafeln schnell wieder zurück zog, sie auswickelte, was abbrach und zu Rianna schob. Da diese sie gerade auf die Schokolade aufmerksam gemacht hatte, drehte Maruka nun den Spieß um und deute auf die Stelle, wo Rianna den Spiegel verbarg.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 25. August 2021, 16:31

Die Schrecken, die das Volk der dunklen Elfen bereits verübt hatten, würde eine ganze Bibliothek füllen. Es gab kaum Gutes in diesem Volk und nie konnte man ihnen gänzlich vertrauen. Sicher, such hier gab es Vertreter der Rasse, die ein Bisschen Integrität und ein wenig Mitgefühl zeigten, dich diese Exemplare waren selten und nicht viele erhielten die Chance, sich davon zu überzeugen, dass dieses Volk nicht durch und durch böse war. Maruka hingegen hatte auf schmerzhafte Weise gelernt, diesen Volk nicht einen Meter weit zu vertrauen. Und der neuerliche Schrecken für das Dorf der Tabiki, schlug lediglich eine weitere Kerbe in das ohnehin brüchige Holz. Miluiéth's Worte lösten bei der Hybridin Schmerz aus. Sie musste sich vorstellen, was es für die kleinen Menschen bedeutet hätte, wenn sie nicht vor Ort gewesen wäre. Wenn sie ihren Argwohn nicht gehabt hätten und ihre Kampferfahrung. Seit die Mantronerin Maruka auf der Jagd nach einem Eisbären verschollen war, musste sie sich Tag um Tag durchkämpfen. Und neben den Piraten, waren es eben die Dunkelelfen, die ihrem Leben so manches Tief beschert hatten.
Die Königin hatte sich die Worte der Nachtelfe ruhig angehört und war gerade dabei, sie für sich zu überdenken, als sie von der Tochter der Königin, Neniél gestört wurden. Diese wirkte dabei ganz offen und höchst interessiert an dem, was die beiden Frauen zu besprechen hatten, doch offenbar sah ihre Mutter das etwas anders. Sie komplimentierte Neniél wieder nach draußen. Offenbar wollte die Prinzessin Maruka etwas verständlich machen, sich die Zeit reichte bei weitem nicht dafür aus. Vielleicht ergab sich später noch einmal die Möglichkeit, genauer zu hinterfragen, was es damit auf sich hatte. Jetzt sank jedoch eine erschöpft wirkende Königin in den weißen Stuhl zurück und seufzte tonlos. Neniél war nur kurz Gast gewesen, doch der kurze Besuch hatte bereits deutlich gemacht, dass sie einen starken und vor allem eigenen Willen besaß. Bevor das Gespräch eine unangenehme Richtung einschlagen konnte, wies Rianna auf die Schokolade hin, die sie mitgebracht hatten. Maruka verstand augenblicklich und folgte dem stummen Wink der Elfe. Die leise Stimme, ließ Miluiéth den Kopf heben und die gütigen Augen ruhten auf der Süßigkeit. Langsam, ganz langsam, hoben sich die Mundwinkel der Königin, bis sie im Gesicht strahlte. Sie sah Maruka an und lehnte sich vor, um nach einer Tafel zu greifen, während die Katze nicht anders konnte und sich selber bediente. „Woher wusstet Ihr..?“, fragte sie und es blitzte wissend in ihren Augen auf. „Galiana! Sie hat euch davon erzählt, nicht wahr?“, fragte sie leise lachend und kostete den zarten Schmelz. „Hmm.. Süß und scharf, eine tolle Kombination", sagte sie und lehnte sich wieder zurück. Die Königin wirkte augenblicklich milder gestimmt, während sie die Schokolade genoss und auch den anderen beiden Gelegenheit gab, ihre Stückchen zu schmecken. Rianna betrachtete die Schokolade und runzelte kurz die Stirn. Offenbar hatte sie so etwas noch nicht vorgesetzt bekommen, sodass sie zögernd wartete, wie das allgemeine Urteil darüber ausfiel.

Ihr Blick glitt zu Maruka, die ihr zu verstehen gab, dass sie noch etwas besprechen wollten und sollten. Die Nachtelfe brach sich ebenfalls etwas Schokolade ab, kostete und blinzelte überrascht. Auch ihre Gesichtszüge erhellten sich, sodass sie sich gleich noch etwas nahm, bevor sie endlich an ihrem Kleid nestelte, um den Spiegel hervorzuholen. Sie legte den mit Runen verzierten Handspiegel auf den Tisch und hob den Blick zur Königin. Diese hörte sofort auf zu kauen, als ihr Blick darauf fiel. Überrascht blickte sie die beiden Fremden an, ehe sie sich erneut vorlehnte, um den Spiegel zu betrachten. „Den habt ihr aber nicht von Galiana? Woher habt ihr ihn?“, fragte sie und ihre Miene wurde undurchsichtig. Wenn sie eben noch beim Offenbaren von der Schokolade sehen konnten, wie sehr es sie freute, konnten sie nun nicht mehr erkennen, was sie dachte. Miluiéth nahm den Spiegel in die zarten Hände und strich über dessen Rand. „Kosral..“, murmelte sie und schien nachdenklich. Rianna beobachtete die Elfe und ihre Mimik, bevor sie das Wort erhob: „Ihr kennt Euch also mit Runen aus, Majestät?“, fragte sie rhetorisch und sprach weiter: „Der Angriff auf das Volk der Tabiki wurde geführt von einem Dunklen namens Tar'Ak. Er hatte diesen Spiegel bei sich und verlor ihn. Maruka fand ihn unweit des Dorfes. Ich … wir gehen davon aus, dass es irgendeine Art Zauberspiegel ist, wissen aber nicht um seine wahre Macht.“, schloss sie und war sich nicht gänzlich sicher, ob sie nicht zu viel offenbarte. Unsicher sah Rianna zu Maruka und wieder zurück zur Königin, die immer noch fasziniert auf den Spiegel in ihren Händen blickte. Dann hob sie unvermittelt den Kopf und sah die beiden an. „Er sagte, dass ihr wertvoll für sie sein würdet.“, meinte sie und lächelte leicht. „Er hatte wie immer Recht.“. Rianna runzelte die Stirn. „Wer sagt das? Was meint ihr?“, hakte sie misstrauisch nach und spannte sich augenblicklich an.
Maruka konnte hören, dass sie ihre Hand unter den Tisch sinken ließ und offenbar so platzierte, dass sie eine versteckte Waffe würde greifen können. Miluiéth musterte Rianna und legte den Spiegel auf den Tisch zurück. Sie hob beschwichtigend die Hände, bevor sie sie ineinander faltete. „Das ist nicht einfach ein Zauberspiegel wie man sie unzählige Male kennt. Dieser Spiegel ist ein Spiegel der Verbindung- eine Möglichkeit, mit dem Gegenstück zu kommunizieren. Was ihr hier habt, ist eine Verbindung zu den Truppen der Dunklen in Kosral. Ihr kennt euch mit Kosral aus?“, frahte sie und sah beide an. Rianna entspannte sich wieder etwas, als Phas' und ihre Theorie weitesgehend bestätigt wurde, ließ ihre Hand aber dennoch wo sie war. „Kosral ist gänzlich eingenommen und bildet das strategische Hauptquartier der Dunklen. Von dort aus werden Truppen geplant und entsandt.“, meinte sie sachlich. Ihr Blick fiel auf den Spiegel. Ihre Miene verformte sich zu einem grimmigen Lächeln. „Wisst ihr, wie man diesen nutzt?“, sagte sie dann, ohne den Blick abzuwenden. Die Königin beobachtete Rianna und nickte langsam. „Das weiß ich.“ , antwortete sie schlicht. Dann erhob sie sich „Dorian!“, rief sie und wartete kaum einen Herzschlag, bevor der steife Elf von zuvor eintrat. „Königin?“, fragte er und beugte vornehm das Haupt. „Bringt ihn herein und sorgt dafür, dass niemand stört.“, sagte sie mit fester Stimme. Dann wandte sie sich zu den beiden Frauen um und lächelte. „Meine Damen, ihr seid an genau dem richtigen Ort. Meine Pflichten als Königin lassen es nicht zu, dass ich mehr erfahre, als ich sollte, um meine Stellung und mein Volk nicht zu gefährden, aber ich verweise an genau den Richtigen.“, sagte sie kryptisch. Sie sammelte die Schokolade, bis auf eine Tafel, ein, zwinkerte mit einem feinen Lächeln auf den Lippen das durchaus als zufrieden gelten konnte und verließ summend die große Halle. Offenbar gefiel ihr die Entwicklung, auch wenn ihr Abgang rätselhaft war. Maruka und Rianna warteten nur kurz, als erneut die Tür hinter dem Vorhang geöffnet wurde. Es war nicht schwer zu erkennen, wer dort den Vorhang hinter sich ließ und mit gerader Haltung, die Hände auf dem Rücken, auf sie zuging: Caelen. Der gutaussehende, mysteriöse Mischling, der ihnen den Weg bereitet hatte. Unerschütterlich, als hätte er es gewusst, ruhten die Augen auf den Frauen. Kurz vor ihnen blieb er stehen und ein feines Lächeln erhellte das Grün seiner Augen und deuteten die Grübchen an. „Ich sagte ja, wir sehen uns wieder.“, kam es tief und brummend von ihm. „Wenn ihr mir nun bitte folgen wollt? Wir besprechen alles weitere … an einem weniger offiziellen Ort.“, meinte er und sah sich um dabei, um die große Palasthalle in seine Worte einzuschließen. Rianna hatte den Mund geöffnet und starrte den Mann an, offenbar hatte sie Fragen, doch so recht wollten sie nicht hervorkommen. Blinzelnd sah sie zu Maruka, als wolle sie von ihr eine Antwort darauf, was hier vor sich ging.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Sonntag 5. September 2021, 15:21

Rianna entspannte sich wieder etwas im Laufe des Gesprächs mit der Königin, als ihre Theorie weitestgehend bestätigt wurde.
„Kosral ist gänzlich eingenommen und bildet das strategische Hauptquartier der Dunklen. Von dort aus werden Truppen geplant und entsandt.“
, meinte sie sachlich. Ihr Blick fiel auf den Spiegel. Ihre Miene verformte sich zu einem grimmigen Lächeln.
„Wisst ihr, wie man diesen nutzt?“
, fragte sie dann, ohne den Blick abzuwenden. Die Königin beobachtete Rianna und nickte langsam.
„Das weiß ich.“
, antwortete die Königin schlicht. Dann erhob sie sich.
„Dorian!“
, rief sie und wartete kaum einen Herzschlag, bevor der steife Elf von zuvor eintrat.
„Königin?“
, fragte er und beugte vornehm das Haupt.
„Bringt ihn herein und sorgt dafür, dass niemand stört.“
, sagte sie mit fester Stimme. Dann wandte sie sich zu den beiden Frauen um und lächelte.
„Meine Damen, ihr seid an genau dem richtigen Ort. Meine Pflichten als Königin lassen es nicht zu, dass ich mehr erfahre, als ich sollte, um meine Stellung und mein Volk nicht zu gefährden, aber ich verweise an genau den Richtigen.“
, sagte sie kryptisch.
Wiebitte???
Sie sammelte die Schokolade, bis auf eine Tafel, ein, zwinkerte mit einem feinen Lächeln auf den Lippen das durchaus als zufrieden gelten konnte und verließ summend die große Halle. Maruka starrte ihr einen Moment sprachlos hinterher. Offenbar gefiel ihr die Entwicklung, auch wenn ihr Abgang rätselhaft war.
Ihre Stellung als Königin lässt nicht zu, dass sie über ihren Feind Bescheid weiß??? Wo bin ich hier hin geraten? Thure Sturmschreier würde jedem die Haare vom Kopf brüllen, der es wagt ihm so wichtige Dinge nicht persönlich zu überbringen!!! ...und sie überlässt diese Dinge vollkommen einem Anderen... Merkwürdig. Sehr merkwürdig...
Maruka und Rianna warteten nur kurz, als erneut die Tür hinter dem Vorhang geöffnet wurde. Es war nicht schwer zu erkennen, wer dort den Vorhang hinter sich ließ und mit gerader Haltung, die Hände auf dem Rücken, auf sie zuging.
Caelen... Ah deswegen...
Kurz vor ihnen blieb er stehen und ein feines Lächeln erhellte das Grün seiner Augen und deuteten die Grübchen an.
„Ich sagte ja, wir sehen uns wieder.“
, kam es tief und brummend von ihm.
„Wenn ihr mir nun bitte folgen wollt? Wir besprechen alles weitere … an einem weniger offiziellen Ort.“
, meinte er und sah sich um dabei, um die große Palasthalle in seine Worte einzuschließen. Rianna hatte den Mund geöffnet und starrte den Mann an, offenbar hatte sie Fragen, doch so recht wollten sie nicht hervorkommen. Blinzelnd sah sie zu Maruka, als wolle sie von ihr eine Antwort darauf, was hier vor sich ging. Maruka selbst hatte ebenfalls kurz geblinzelt, dann schlug ihre Schwanzspitze aus und brachte ihr Kleid zum schwingen. Wo Rianna dieses Mal die Zähne nicht auseinander bekam, da sprudelte es nun um so mehr aus der Hybridin heraus:
„Ähm... Die Königin meinte aber zu Dorian, er solle dafür sorgen, dass wir hier nicht gestört werden. Ich mein ja nur... Ich glaube, Dorian ist jemand der seine Aufgabe sehr ernst nimmt und hier inmitten des Saals... Selbst die besten Lauscher, könnten sich schlecht anschleichen. ...Na ja, kann mir ja egal sein.“
Sie rieb sich fast demonstrativ ein Ohr, maß die Weite zur nächsten Wand und selbst wenn hinter den fernen Säulen unsichtbare Gestalten lauschten, so war es schwierig, also fragte sie gleichzeitig weiter:
„Hm.... was seid ihr eigentlich?“
Musternd wanderte nun ihr Blick genauer über seine Gestalt. Er war ansehnlich, aber irgendetwas störte sie abermals. Maruka war immer gerade raus, aber hier hakte sie gleich detaillierter, ungefiltert und um so neugieriger nach:
„So etwas wie ein Kriegsberater? Ihr riecht ein bisschen... metallisch... wie nach Blut. Seid ihr verletzt, oder habt ihr verletzt?“
Maruka folgte dem Mann, sobald er Anstalten machte den Saal zu verlassen, auch wenn sie die Notwendigkeit eines Ortswechsels, besonders nach des Befehls der Königin, nicht recht verstand und gern noch ein bisschen die Aussicht über die Stadt genossen hätte. Aber ihre Neugierde treib sie genauso an ihm zu folgen und neue Bereiche des Palastes zu entdecken. Sie wäre wohl keine richtige „halbe“ Katze, wenn sie nicht gern in jeden Gang, jeden Turm, oder jede dunkle Nische ihr Näschen hinein gesteckt hätte.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. September 2021, 15:43

Maruka hatte Fragen und diese schiene auch angebracht zu sein. Wieso sollte eine Monarchin wie Miluièth Federtanz nicht direkt politisch betroffen sein? Wieso durfte sich eine Königin nicht einmischen? Vielleicht wären das Fragen, die Maruka dem seltsamen Elf Caelen stellen sollte, wenn die Zeit dafür gekommen war. Er hingegen begegnete den beiden Frauen mit einem ruhigen und wissendem Ausdruck im Gesicht. Es wirkte beinahe so, als würde er durch nichts erschüttert werden können und gleichzeitig strahlte er eine gewisse Kälte aus, die weniger Neugierige wie Maruka, sicher auf Abstand gehalten hätten. So jedoch sprudelte es aus der Hybriden hervor und ein kaum versiegender Quell aus Fragen überflutete den Neuen. Caelen bedachte Maruka mit einem kurzen Blick, dann nickte er kaum merklich, als hätte er die Fragen verstanden. „Geduld", war das Einzige , was er ihr entgegnete, wandte sich um und verließ den großes Saal, ohne weiter nach Rianna oder der Katze zu gucken. Die Nachtelfe sah Maruka seitlich an, dann zuckte sie die Schultern und schüttelte leicht den Kopf. Offenbar hatte auch sie ein paar Erklärungen nötig, doch war sie gewillt, vorerst das Spielchen mitzuspielen und folgte Caelen danach schweigend. Sie verließen den Thronsaal durch die schweren Vorhänge. Dahinter taten sich zwei Holztüren auf. Durch eine ging der Diener Dorian, während Caelen die andere Tür wählte. Er ließ die beiden Frauen zuerst hindurch treten, bevor er selber das Holz hinter ihnen verschloss. Sie befanden sich in einem Gang, dessen Ende in ein paar Metern Entfernung erkennbar war. Zu ihren Füßen lag ein blauer Läufer die gesamte Länge des Flurs entlang und links sowie rechts, befanden sich weitere Holztüren. Wo der Thronsaal pompös und hell war, durch sein Marmordekor, lag der Gang weitaus gemütlicher gehalten vor ihnen: Ebenso wie die Türen, zierten die Wände bis zur Hälfte vom Boden gesehen, dunkle Holzvertäfelungen. Darüber war ein warmes Apricot auf die Wände gebracht worden. In regelmäßigen Abständen, loderte eine kleine Fackel in einer goldenen Halterung an der Wand. Hinter den Türen konnte selbst Marukas feines Gehör nichts wahrnehmen, sodass keine Rückschlüsse auf den Inhalt dahinter gezogen werden konnten. Caelen ließ es sich nicht nehmen, zwischen Maruka und Rianna hindurch und wieder vorweg zu gehen. Schweigend folgte er dem einzigen Weg, bis sie die letzte Tür auf der rechten Seite erreicht hatten. Hier hielt er inne, fischte einen kleinen Schlüssel aus seiner Tasche am rechten Hosenbund und schloss die Tür auf. Danach stieß er die Tür etwas an, sodass sie genug Platz bot, damit Rianna und Maruka vor ihm hindurchtreten konnten.

Der Raum wirkte ebenso heimelig, wie der Gang hinter ihnen. Auch hier gab es die Vertäfelung aus dunklem Holz und den warmen Apricot-Ton. Auf dem Holzboden lag ein runder, blauer Teppich. Rechts vom Eingang befand sich ein kleines hohes Schubladenregal, auf dem Waschschüssel und Kanne standen. 4 Schubladen gab es. Weiter rechts an der Wand, stand ein Tisch mit allerlei Papierkram darauf. Tintenfass, Schreibfeder und Siegelwachs lagen ebenso dort, wie Pergament und kleinere Verschlüsse die sowohl für größere Pergamentrollen, als auch für kleinere Notizen und das Befestigen an Vogelbeinen benutzt werden konnten. Offizielle Kordeln und inoffizielle Bänder, alles lag geschäftig wirkend auf dem Schreibtisch. Blickt man geradeaus in den Raum, der eine rechteckige Form auf der einen Seite und eine sechskantige Form auf der gegenüberliegenden Seite hatte, erkannte man 4 bodentiefe Fenster, die mit Buntglas verziert waren. Warmes Licht fiel durch sie in den Raum und warf Schatten vor sich, was auf die untergehende Sonne zurückzuführen war. Zwischen jeweils zwei Fenstern und von diesen quasi eingerahmt, stand ein einfaches Bett in den Raum hineinragend. Es war nicht gemacht, wenn auch sauber. Links von der Tür befand sich tatsächlich eine gemütliche Sitzecke. Ein Kamin, nicht groß aber behaglich, spendete knisternde Wärme, während zwei Sessel mit ausladenden Lehnen und breiter Sitzfläche, dass man darin versinken konnte und eine Couch einluden, sich zu setzen und wohlzufühlen. In der Zimmerecke, neben dem Kamin, stand eine kleine Bar mit verschiedenen Karaffen und Gläsern. Gefüllt mit allerlei Farben und unterschiedlichen Mengen, könnte man Lust bekommen sich durch das Sortiment zu probieren. Auf der anderen Seite vom Kamin, Richtung Fenster, befand sich noch eine Tür, die nur angelehnt war. Hier konnte man einen schmalen Blick auf ein stilles Örtchen erhaschen, nichts besonderes, aber notwendig und einen gewissen Komfort bietend. Für die feine Katzennase roch es hier nach Caelen. Offenbar verbrachte er einige Zeit des Tages und der Nacht in diesem Raum. In der Nähe des Bettes, gab es noch eine feine Note, die im Gegensatz zu seinem Geruch, lieblicher wirkte. Sie verlor sich allerdings im Zimmer selbst und gab keine Rückschlüsse auf den weiteren Verbleib. Ansonsten gab es tatsächlich nicht viel mehr zu entdecken: Auf dem Stuhl am Schreibtisch lagen ein Hemd und eine Hose, beide in Schwarz und seiner derzeitigen Kleidung ähnlich. Im Bad, so man denn nachschaute, fand man etwas Seife, ein Handtuch und eine Zahnbürste, ansonsten gab es auch hier nichts Weiteres. Es fehlten persönlichere Gegenstände, wie Bilder oder liebgewonnene Erinnerungen, um davon auszugehen, dass Caelen ausschließlich hier wohnte. Der hochgewachsene Elf schloss die Tür hinter ihnen und nickte kurz in die Richtungen der Möglichkeiten, sich zu setzen: „Bitte, nehmt Platz.“, bot er höflich an. Er selber legte den dünnen Anorak ab, den er trug und entblößte darunter eine schwarze Tunika, sowie eine akkurate Schnürung am Hemdkragen.
Seine Ärmel krempelte er ebenso ordentlich bis knapp unter die Ellenbogen und bewies dabei besonderes Geschick, auf Gleichmäßigkeit zu achten. Überhaupt wirkte er im Kontrast zum ungemachten Bett oder der Kleidung auf dem Stuhl. An ihm war keine Falte zu finden, bis auf die natürlichen, die durch Sitzen und Bewegung entstanden. Wohingegen das Zimmer diese Perfektion vermissen ließ. Nachdem er also seine Ärmel gekrempelt und den Anorak einmal gefaltet, über die Stuhllehne gehängt hatte, ließ er einen Blick auf die sehnigen Unterarme fallen, als er auf die Getränke deutete. Dunkelbraun war seine Haut, ebenso wie in seinem Gesicht. Feine schwarze Linien zeichneten einige Formen auf ihnen, die zeigten, dass er dieser Form von Körperschmuck nicht abgeneigt war. An dem deutenden, rechten Arm, konnte man drei dicke schwarze Ringe sehen, die sich einmal um seinen Arm zogen. Am linken waren es bereits vier. Caelen ließ den Arm wieder sinken. „Möchte jemand etwas?“, fragte er auch hier, ehe er sich zur Bar begab und sich eine dunkelbraune Flüssigkeit eingoss. Er würde auch die anderen bewirten, bevor er sich in einen der Sessel sinken ließ und Maruka direkt und ohne Umschweife anblickte. „Dorian ist ein gewissenhafter Mann und er würde jedem Wunsch oder Befehl seiner Königin mit Bravour nachkommen. Ich bevorzuge einfach .. die Privatsphäre -und die Auswahl der Getränke.“, antwortete er, als hätte Maruka gerade erst gefragt und prostete ihr zwinkernd zu. „Tja, so ganz genau kann man nicht sagen was ich bin. Ich bin jedenfalls kein Mitglied dieses Hofstaates, wenn Ihr das meint. Ich bin..“, er neigte sich in seinem Sessel vor und seine Augen huschten zu Rianna. „..Ich bin ein Mitglied des Widerstandes und Sprachrohr, wenn ihr so wollt, hier in Shyána“, offenbarte er und Rianna machte große Augen. „Ihr seid.. der Caelen.. natürlich.“, murmelte die Nachtelfe und entlockte dem Anderen ein leises Lachen. „Der Caelen klingt so pompös. Aber ja, ich bin sozusagen der Anführer dieser Zelle und da ihr nach mir gesucht habt… hier bin ich.“, öffnete er gestikulierend die Arme, ehe er einen Schluck nahm und wieder Maruka anvisierte. „Ich bin nicht verletzt, danke für euer Interesse. In meinem Metier gehört es manchmal schlicht dazu, zu verletzen. Bewundernswert, dass euch das nicht entgeht.“, bemerkte er, als wäre es nicht eventuell moralisch verwerflich, anderen Leid anzutun. Aber was wusste man schon über ihn? Oder das vermeintliche Opfer? Caelen lehnte sich wieder zurück und legte lässig seine Arme auf die breiten Lehnen. Er schlug ein Bein über das andere, ehe er erneut das Wort ergriff: „Also- Galiana hat mir von euch erzählt und dass ihr Informationen an die Königin weitertragen wolltet. Nun, das habt ihr getan. Doch darüber hinaus ist die Tatsache, dass die Dunklen Völker bis hierher vorgedrungen sind, weitaus weniger interessant, als die, dass ihr offenbar einen Spiegel der Verbindung nach Kosral bei euch tragt. Darf ich ihn sehen?“, hakte er nach und wechselte Blicke mit den Frauen. Offenbar war ihre Reise vorerst beendet, denn der seltsame Elf, der so gar nicht nach reinem Blut aussah, schien all die Antworten liefern zu können, die sie wollten- wenn sie denn fragen wollten.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Mittwoch 15. September 2021, 19:29

Maruka genoss ihre Umgebung und die neuen Düfte und Geräusche. Hier und da ließ sie ihre Fingerspitzen über feinste Verzierungen im Holz streifen und schnupperte an dem ein oder anderen Gegenstand. Von der Flaschensammlung hielt sie sich aber wohlweislich fern.
„Bitte, nehmt Platz.“
, bot der Mischlings-elf höflich an. Er selber legte den dünnen Anorak ab, den er trug und entblößte darunter eine schwarze Tunika, bei der er seine Ärmel hoch krempelte. So ließ er einen Blick auf die sehnigen Unterarme fallen, als er auf die Getränkebar deutete.
Oh nein! Nicht schon wieder und am Ende ende ich wie Thore....endeendeende... - ...Ende.
Sie schüttelte ihren Kopf, dass die Strähnen ihrer Mähne nur so flogen und hoffte, dass auch Rianna den 'Wink' verstand. Sie kannten die hiesigen Tränke und Mixturen nicht und waren weder zum experimentieren, noch zum saufen hier...auch wenn das sicher Spaß gemacht hätte.
Nix da.
Dann beobachtete sie Caelen wieder genaustens. Dunkelbraun war seine Haut, ebenso wie in seinem Gesicht. Feine schwarze Linien zeichneten einige Formen auf ihnen, die zeigten, dass er dieser Form von Körperschmuck nicht abgeneigt war. An dem deutenden, rechten Arm, konnte man drei dicke schwarze Ringe sehen, die sich einmal um seinen Arm zogen.
Irgendwie schick...!
Am linken waren es bereits vier. Ihre Katze mochte tatsächlich diese 'Streifen'...
Wenn er die am ganzen Körper hätte, dann wäre er fast ein Tiger. Ob das Trophäen sind... so wie unserer Narben alle eine Geschichte erzählen?
Caelen ließ den Arm wieder sinken. Dann begab er sich zur Bar, um sich eine dunkelbraune Flüssigkeit einzugießen.
„Dorian ist ein gewissenhafter Mann und er würde jedem Wunsch oder Befehl seiner Königin mit Bravour nachkommen. Ich bevorzuge einfach ... die Privatsphäre - und die Auswahl der Getränke.“
, antwortete er, als hätte Maruka gerade erst gefragt und prostete ihr zwinkernd zu.
Schön, dass er gleich wieder von selbst zum Thema zurück kommt und sich nicht bitten lässt.
Das machte ihn tatsächlich einen dicken Punkt ...oder Streifen... sympathischer.
„Tja, so ganz genau kann man nicht sagen was ich bin. Ich bin jedenfalls kein Mitglied dieses Hofstaates, wenn Ihr das meint...“
Und trotzdem sollen wir Dinge des Krieges mit ihm, statt mit der Königin besprechen...? Ich finde das immer noch sehr seltsam... Aber mal abwarten, was da noch kom...
„... Ich bin..“
, er neigte sich in seinem Sessel vor, Maruka machte seine Bewegung auf der Couch nach, auf der sie Platz genommen hatte, während seine Augen zu Rianna huschten.
„..Ich bin ein Mitglied des Widerstandes und Sprachrohr, wenn ihr so wollt, hier in Shyána.“
, offenbarte er und Rianna machte große Augen.
„Ihr seid.. der Caelen.. natürlich.“
, murmelte die Nachtelfe und entlockte dem Anderen ein leises Lachen. Maruka blickte nun doch noch verwirrter von einem zum anderen und legte den Kopf schief.
Wenn Rianna 'den Caelen' schon vorher kannte, dann versteh ich jetzt gar nix mehr... oder ist das so ein Name wie... 'der Sammler'...so ein Name, den man kennen muss in gewissen Kreisen? Also jemand der sich einen NAMEN gemacht hat... Hmmm...
„Der Caelen klingt so pompös. Aber ja, ich bin sozusagen der Anführer dieser Zelle und da ihr nach mir gesucht habt… hier bin ich.“
Zelle? ...Aha... na ja, gesucht haben wir eigentlich nicht nach ihm direkt... Egal! ...da ich keine Ahnung von Titeln im Widerstand hab... bin ich auch nicht sonderlich beeindruckt, hehe. Aber Rianna muss ich dazu mal befragen... oder einfach ihn? Oh, er schaut wieder zu mir...
„Ich bin nicht verletzt, danke für euer Interesse. In meinem Metier gehört es manchmal schlicht dazu, zu verletzen. Bewundernswert, dass euch das nicht entgeht.“
Anstatt sich über moralisch verwerfliche Motivationen bei ihm Gedanken zu machen, kam bei Maruka nur das Kompliment über ihr feines Näschen an und sie grinste stolz.
Ist also doch nicht alles so rosarot hier, wie es den Anschein macht. Es kann auch blutig rot werden.
Caelen lehnte sich wieder zurück und legte lässig seine Arme auf die breiten Lehnen. Er schlug ein Bein über das andere, ehe er erneut das Wort ergriff:
„Also - Galiana hat mir von euch erzählt ...“
Hm...also von Thure und mir. Wir waren ja bei ihr.
„...und dass ihr Informationen an die Königin weitertragen wolltet. Nun, das habt ihr getan. Doch darüber hinaus ist die Tatsache, dass die Dunklen Völker bis hierher vorgedrungen sind, weitaus weniger interessant, als die, dass ihr offenbar einen Spiegel der Verbindung nach Kosral bei euch tragt. Darf ich ihn sehen?“
, hakte er nach und wechselte Blicke mit den Frauen. Maruka sah prompt Rianna auffordernd an, denn nun war es an ihr den Spiegel auszuhändigen oder eben nicht. Eigentlich ging Maruka sogar davon aus, dass sie es tun würde, denn SIE kannte ja 'den CAELEN', den ANFÜHRER der ...Zelle???
Was ist eine Zelle? ...Wieso muss er einen Käfig anführen? Er meint bestimmt was anders...
Offenbar war ihre Reise vorerst beendet, denn der seltsame Elf, der so gar nicht nach reinem Blut aussah, schien all die Antworten liefern zu können, die sie wollten, also platzte Maruka mit dem ihrer Meinung nach wichtigsten spontan heraus:
„Ihr wusstet, dass das dunkle Volk in der Nähe ist. - Warum habt ihr die Tabiki nicht beschützt, oder sie wenigstens gewarnt?“
Dies war eine berechtigte Frage und die Antwort darauf war sehr wichtig für das weitere diplomatische Voranschreiten.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Sonntag 19. September 2021, 21:48

Wenn sie es richtig machten, konnten die beiden ungleichen Frauen sicher so einiges von Caelen erfahren. Offenbar war er jemand, der die Dinge ansprach und sich weniger mit kryptischen Äußerungen aufhielt. Er wirkte nicht wie jemand, dem politisches Geplänkel und Diplomatie antrieben, sondern schien jemand zu sein, der handelte wenn es erforderlich war. Auch Maruka's feines Näschen hatte das erschnuppert und er war sich nicht zu fein, ihr eine ehrliche Antwort zu geben. Rianna wirkte in allem etwas ruhiger, als ihre anfängliche Begegnung mit ihr hätte vermuten lassen. Sie kannte offenbar den Halbelf im Sessel, der genüsslich an seinem Getränk nippte. Zumindest ging Maruka davon aus. Doch Rianna wirkte nicht so, als ob sie ihn wirklich erkannte. Sie hatte offenbar lediglich den Namen in Verbindung mit dem Widerstand gehört und daher rührte ihre Erkenntnis. Rianna hingegen hatte dem Bewirtungsversuch zugestimmt und Maruka nur ein Heben der Augenbraue gewährt, als jene vehement die Mähne fliegen ließ, um auch die Nachtelfe davon abzubringen, auf das Angebot mit dem Getränk einzugehen. Rianna hielt nur kurz darauf ein eben solches Glas wie Caelen in den Fingern und schwenkte es etwas, schnupperte daran und nippte anschließend.
Ihrem Gesicht nach zu urteilen, schien es recht hochprozentig zu sein, denn sie konnte kaum verbergen, dass der erste Schluck brannte. Danach nahm sie einen weiteren und noch einen und schon entspannte sich ihre Miene. Sie leckte sich die Lippen, während sie Maruka mit einer kurzen Geste zu verstehen gab, dass alles in Ordnung war. Caelen war es, der die Stimme erhob und die Fragen der Katze beantwortete. Rianna hörte zu und als die Sprache auf den Spiegel kam, nickte sie geflissentlich und holte das kostbare Stück aus ihrem Gürtel. Jetzt neigte sich der Elf vor und stellte sein Glas beiseite. Er betrachtete mit grünen Augen gebannt den Spiegel, der sich, nachdem Rianna das Tuch entfernt hatte, offenbarte. „Das ist wirklich wertvoll..“, murmelte er und streckte die Hände danach aus.

Rianna warf Maruka kurz einen Blick zu, dann gab sie dem Anführer den Spiegel. Dieser blickte auf die Runen und strich flüchtig mit der Hand über sie, ehe er ein mehr als smartes Lächeln aufsetzte. Der Mann hatte tonnenweise Charme und gepaart mit seiner eher dunklen Aura, gab es nicht viele, die ihm etwas abgeschlagen hätten, so er etwas wollte. Rianna holte gerade Luft, als Maruka dazwischen grätschte und ihre Worte im Keim erstickte. Beide sahen zu der Katze und hörten den leisen Vorwurf darin. Rianna verdrehte kurz die Augen, doch Caelen legte den Spiegel auf seinen Schoß und widmete sich Maruka. Er wandte sich ihr sogar etwas zu, damit sie keinen Zweifel an seiner Aufmerksamkeit haben konnte. „Maruka, ihr missversteht meine Worte. Ich wollte nicht damit sagen, dass wir vor dem Angriff von den Dunklen wussten. Ich meinte lediglich, dass es nicht überraschend ist, dass sie inzwischen auch bis hierher vorgedrungen sind. Sie überschwemmen das ganze Land, jeden einzelnen Landstrich, da wäre es töricht zu glauben, dass sie den Kapayu auslassen. Was den Tabiki widerfahren ist, wurde uns zugetragen und die Königin hat Botschafter entsandt, um bei den obersten Drei der Tabiki Hilfe anzubieten. Die Beziehungen der Shyaner zu anderen Völkern ist… weitestgehend nicht existent. Sie tolerieren die Tabiki, finden sie sogar putzig, doch darüber hinaus müsst ihr wissen, dass dieses Volk all die Jahrhunderte nur für sich lebte. Die Königin ist bemüht niemanden die ausgestreckte Hand wegzuschlagen, doch wenn sie die Wahl haben, bleiben sie lieber unter sich.“
Er wechselte die Blicke mit den Frauen, ehe er anfügte: „Die Shyaner sind naiv. Sie werden so erzogen und viele von ihnen kennen nichts von den Grausamkeiten außerhalb ihres kleinen Tals. Es ist nichts Ungewöhnliches , wenn ein Shyaner Elf im hohen Alter von 300 Jahren verstirbt und nie auch nur einen Krieg miterlebt oder Hass empfunden hat.“. Caelen lächelte leicht Maruka an und seine grünen Augen ruhten in dem Blau der Katze. „Deshalb unterhalten wir uns auch. Die Königin wird sich hüten, offiziell etwas darüber zu wissen, dass in ihrem Tal der Widerstand eine Zelle aufgebaut hat. Sie wird in erster Linie immer ihrem Volk dienen. Danach kommt lange nichts und dann erst die anderen. Doch Miluiéth lässt uns hier agieren, hält sich aus allem heraus und gerät somit nicht in die missliche Lage, dafür irgendwann an den Pranger gestellt zu werden, sollte eine Delegation Einzug halten und politisch aktiv werden wollen.“, gab er preis und nickte ihr zu.
Er wartete noch kurz, ob Maruka weitere Fragen hatte, ehe er sich wieder dem Spiegel widmete. „Kosral ist überrannt worden von den Dunklen. Sie halten dort ihre Sklaven und haben ein ganzes Volk unterjocht, so heißt es. Dass wir nun diesen Spiegel haben bringt uns ein großes Stück weiter. Wir sind in der Lage zu hören, was auf der anderen Seite gesprochen wird und können vielleicht, mit ein wenig Glück, ihre Pläne erfahren.“ Er lächelte offen und legte den Spiegel auf den Tisch zwischen sich und Rianna.
Die Nachtelfe hielt den Blick auf dem Spiegel. Nachdenklich schürzte sie die Lippen. „Woher wissen wir, dass das Gegenstück in Kosral ist?“ Caelen lehnte sich zufrieden lächelnd in seinem Sessel zurück. „Wo sollte es sonst sein? Ihr habt den Spiegel doch sicher einem Dunkelelfen abgenommen?“, fragte er und sah wieder von einer zur anderen, ehe er weitersprach: „Und woher sollte dieser Elf gekommen sein? Sicherlich von dort, das ist ein Klacks von hier. Und er hat sicherlich seine Befehle darüber erhalten und Meldung gemacht. Kosral ist derzeit die Hochburg der Dunkelelfen und ihren Schergen.“, schloss er und wirkte äußerst zuversichtlich dabei. Rianna zweifelte noch immer leicht und sah zu Maruka. „Was meinst du zu dem Ganzen?“, wollte sie wissen und musterte sie abwartend.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Mittwoch 22. September 2021, 19:30

„Das ist wirklich wertvoll..“
, murmelte Caelen und streckte die Hände nach dem Spiegel aus. Rianna warf Maruka kurz einen Blick zu, dann gab sie dem Anführer den gewünschten Gegenstand. Dieser blickte auf die Runen und strich flüchtig mit der Hand über sie. Rianna holte gerade Luft, als Maruka dazwischen grätschte und nach Motiven fragte.
„Maruka, ihr missversteht meine Worte. Ich wollte nicht damit sagen, dass wir vor dem Angriff von den Dunklen wussten. Ich meinte lediglich, dass es nicht überraschend ist, dass sie inzwischen auch bis hierher vorgedrungen sind. Sie überschwemmen das ganze Land, jeden einzelnen Landstrich, da wäre es töricht zu glauben, dass sie den Kapayu auslassen. Was den Tabiki widerfahren ist, wurde uns zugetragen und die Königin hat Botschafter entsandt, um bei den obersten Drei der Tabiki Hilfe anzubieten. Die Beziehungen der Shyaner zu anderen Völkern ist… weitestgehend nicht existent. Sie tolerieren die Tabiki, finden sie sogar putzig...“
...putzig? Na das sollte er besser in Phas Nähe anders formulieren.
„..., doch darüber hinaus müsst ihr wissen, dass dieses Volk all die Jahrhunderte nur für sich lebte. Die Königin ist bemüht niemanden die ausgestreckte Hand wegzuschlagen, doch wenn sie die Wahl haben, bleiben sie lieber unter sich. Die Shyaner sind naiv. Sie werden so erzogen und viele von ihnen kennen nichts von den Grausamkeiten außerhalb ihres kleinen Tals. Es ist nichts Ungewöhnliches , wenn ein Shyaner Elf im hohen Alter von 300 Jahren verstirbt und nie auch nur einen Krieg miterlebt oder Hass empfunden hat. Deshalb unterhalten wir uns auch. Die Königin wird sich hüten, offiziell etwas darüber zu wissen, dass in ihrem Tal der Widerstand eine Zelle aufgebaut hat. Sie wird in erster Linie immer ihrem Volk dienen. Danach kommt lange nichts und dann erst die anderen. Doch Miluiéth lässt uns hier agieren, hält sich aus allem heraus und gerät somit nicht in die missliche Lage, dafür irgendwann an den Pranger gestellt zu werden, sollte eine Delegation Einzug halten und politisch aktiv werden wollen.“
...sie halten sich aus allem raus... Wir werden hier keine Hilfe bekommen... außer von ihm.
„Kosral ist überrannt worden von den Dunklen. Sie halten dort ihre Sklaven und haben ein ganzes Volk unterjocht, so heißt es. Dass wir nun diesen Spiegel haben bringt uns ein großes Stück weiter. Wir sind in der Lage zu hören, was auf der anderen Seite gesprochen wird und können vielleicht, mit ein wenig Glück, ihre Pläne erfahren.“
Er lächelte offen und legte den Spiegel auf den Tisch zwischen sich und Rianna. Die Nachtelfe hielt den Blick auf dem Spiegel. Nachdenklich schürzte sie die Lippen.
„Woher wissen wir, dass das Gegenstück in Kosral ist?“
Caelen lehnte sich zufrieden lächelnd in seinem Sessel zurück.
„Wo sollte es sonst sein? Ihr habt den Spiegel doch sicher einem Dunkelelfen abgenommen? Und woher sollte dieser Elf gekommen sein? Sicherlich von dort, das ist ein Klacks von hier. Und er hat sicherlich seine Befehle darüber erhalten und Meldung gemacht. Kosral ist derzeit die Hochburg der Dunkelelfen und ihren Schergen.“
, schloss er und wirkte äußerst zuversichtlich dabei. Rianna zweifelte noch immer leicht und sah zu Maruka.
„Was meinst du zu dem Ganzen?“
, wollte sie wissen.
„Kali, eine der drei Ältesten im Dorf meinte ..glaube ich mich zu erinnern, dass da Kosral in der Schrift der Runen drauf stehen würde...“
Dabei wies sie mit einer leicht ausgefahrenen Kralle auf den Rand des Spiegels. Dann kratzte sie sich mit eben jener am Ohr und sprach weiter:
„Was ich davon halte? Ich weis es noch nicht so genau. Kommt darauf an...“
Sie sah Caelen an.
„Kommt drauf an ob man das Ding zum laufen bringen kann, würde ich sagen. Kannst du das?“
Maruka dachte grade nicht über Förmlichkeiten nach und vergaß in der Anspannung des Augenblicks versunken, die höfliche Anrede zu benutzen. Die Umgebung und das konspirative Zusammensitzen tat sein Übriges um sie die „Regeln“ vergessen zu lassen.
„Und dann kommt es darauf an, was man halt erfahren kann... was man hört oder sieht und ob das eben nur in eine Richtung oder in beide funktioniert... Ich hab da einen heiden Respekt vor, aber das ist vor allem eure... Aufgabe? Richtig? Ihr seid... Widerstand und irgendwie ...organisiert? Wie funktioniert das eigentlich... euer Widerstand?“
Maruka stammelte fast die ungewohnten Worte heraus. Es war für sie ein durchaus guter Gedanke sich gegen die Dunkelelfen zu stellen, aber dieses „Konstrukt“, das Gerede von Politik und Delegationen hatte sie verwirrt. Sie war im Herzen immer noch Mantronerin und würde am liebsten mit Axt, Schwert und Bogen in den Kampf ziehen. Thure Sturmschreier würde den korrumpierten Piraten sicher den Gar aus machen, wenn er wüsste, was in der Welt vor sich ging. Venthas Kinder, die Tapferen würden die Meere von diesem Ungeziefer reinigen, da war sie sich sicher. Doch sie hatte auch Morgeria kennen gelernt und damit vielen Wesen die die tödliche Stadt einmal gesehen hatte, einiges voraus:
Sie hatte überlebt.
Sicher war Maruka durch ihre Erfahrungen sogar voreingenommen und vielleicht wirkte auch deshalb der Charme des Mischlings-elfen nur „halb“ auf sie. Seine „dunkle“ Seite ließ sie Abstand halten. Für sie gab es nur schlimme und in wenigen Ausnahmen, etwas weniger schlimme Dunkelelfen und halbe Dunkelelfen waren also eben auch „nur halb“ so schlimm. Außerdem wartete, bzw. wärmte selig schlummernd noch ein echter Mantroner nicht weit von hier ihr Bett für die heutige Nacht. Aber Rianna schien Caelen zu gefallen und sein Charme hatte sie bereits auf dem Weg zur Königin zart umsponnen. Wenn die Nachtelfe weiter trank, könnte Phas Geliebte vielleicht endgültig in Caelens Fänge geraten. Aber das war nicht Marukas Problem, auch wenn sie gerade anfing die störrische Nachtelfe zu mögen?
...naaaa, ich gewöhne mich langsam an sie. Hihi.
Maruka beobachtete Rianna, während sie weiter sprach:
„Also... ich mag zwar den Spiegel diesem Dunkelelfen abgenommen haben...bzw. ihn gefunden haben, aber IHR beide könnt damit sicher viel mehr Gutes bewirken als ich allein. Ich kann nichts mit ihm anfangen, also … Nehmt ihr es.“
Sie schob das „schlechte/gute“ Stück weiter in die Mitte des Tisches, damit die beiden besser heran reichten. So richtig vertraute sie der Situation immer noch nicht. Auch wusste sie nicht so recht, wie das ganze hier nun weiter verlaufen sollte. Sie war kein Mitglied des Wiederstandes, sondern eine einzelne Kriegerin, die im Wandel des Schicksals und durch das Zutun einzelner 'göttlicher' Faktoren, immer wieder zur falschen Zeit und am falschen Ort, bzw. je wie man es sah, am rechten Ort und zur rechten Zeit auftauchte um das Schicksal in die ein oder andere Richtung zu wenden. Abergläubische Geister könnten meinen, wann immer diese schwarze Katze auftauchte, geschah ein Unglück, aber Maruka selbst, ihr Handeln wendete dann meist doch in all ihren Bemühungen die Dinge zum guten. In Morgeria hatte man sie auf die Lister der Hatz gesetzt, sie hatte dem untoten Bruder des Sammlers quasi zur Flucht verholfen und war selbst seinem dämonischen Auftraggeber entkommen, was wohl einiges an übelsten Pläne auf der dunklen Seite der Macht über den Haufen geworfen hatte. Dann war sie durch die Zeit gereist, hatte gegen Verfluchte gekämpft und eine verlorene Seele, den Wächter des Waldes gerettet. Und kaum wieder zurück stolperte sie in einen Hinterhalt gegen die Tabiki und landete wenig später im Palast von Shyana. … Da konnte einem schon mal schwindlig werden.
So lehnte sie sich erst einmal zurück und lauschte der hoffentlich folgenden Diskussion über Möglichkeiten und Wege, wie man dem dunklen Volk ordentlich in die Suppe spucken könnte.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Dienstag 12. Oktober 2021, 22:04

Für jemanden wie Maruka, dessen eine Seite die Einfachheit eines guten Faustkampfes und die anderen Seite ein gutes Essen und einen warmen Schlafplatz zu schätzen wussten, war das Gerede über Politik und Delegationen nicht gerade geheuer. Hier in dieser trauten Umgebung, mit prasselndem Kaminfeuer, Getränken aus schönen Gläsern mit betörenden Düften und dem Halbelfen, dessen Aussehen und Stimme einen einlullen konnten, war es ihre innere Kriegerin, die gebeutelt vom Schicksal, es nicht gänzlich schaffte, sich der Situation zu öffnen. Sie brauchte Handfestes, etwas womit sie arbeiten konnte. Eine Axt, einen Bogen oder irgendwas vergleichbares. Ränkeschmieden überließ sie lieber anderen. Doch die Hybridin hatte Glück: Hier ging es nicht darum, politisch aktiv zu werden. Caelen offenbarte, dass er dem Widerstand gegen die Dunklen angehörte und sie zumindest soweit vernetzt waren, dass auch die Nachtelfe zu ihnen gehörte, ohne den Halbelfen zu kennen. Es musste also tatsächlich etwas Größeres sein, als nur ein paar Aufrührer. Für jemanden, der Probleme und Ungerechtigkeiten lieber heute, als morgen aus der Welt schaffte, war es jedoch kaum zu verstehen, dass es tatsächlich ein ganzes Volk geben sollte, das sich lieber aus allem heraushielt, als sich an so etwas globalem wie der dunklen Epoche zu beteiligen. Was musste denn noch geschehen, damit die Shyaner sich aus ihren quietschbunten Häusern bequemten und zu den Waffen griffen? Konnten Gesang und Tanz wirklich genug sein? Während andere unterjocht wurden, Dörfer gebrandschatzt und Leben ausgelöscht wurden? Wer konnte das schon verstehen der keine wunderschöne Blase um sich herum hatte und sogar am eigenen Leib erfuhr, wie dieser Zusammenschluss aus den dunkelsten aller Seelen sich die Herrschaft einverleibte? Maruka war so jemand. Sie brauchte das Gefühl über das Schicksal zumindest mitbestimmen zu können.
Sie musste sich den ihr gestellten Problemen entgegen strecken und mit allen vier Pfoten und sämtlichen Krallen und Reißzähnen dagegen vorgehen. Die Mentalität des Elfenvolkes in ihrem wunderschönen Tal konnte gar nicht auf Nächstenliebe stoßen. Rianna schien offenbar genau so zu empfinden. Sie schnaubte, während Caelen eine Lanze für das Voll brach und erstickte etwaige unflätigen Bemerkungen in einem Schluck ihres Getränks. Sie erntete einen wissenden Blick der grünen Augen, ehe Caelen sich wieder der Katze zuwandte. Nachdem er seine Ausführungen beendet hatte und den Spiegel zurück auf den Tisch legte, erläuterte er Rianna, weshalb es wahrscheinlich war, dass das Gegenstück noch in Kosral war. Marukas Worte ließen den Halbelfen nicken. „Richtig, es steht Kosral darauf und ich darf mich mal so kühn vorwagen, das haben sie gemacht, um die Dinger nicht zu verwechseln.“, er grinste offen und auch wenn sein Ausdruck Freude vermittelte, hatte es etwas Diabolisches. „Zu unserem Glück.“, schloss er. Rianna lehnte sich nun etwas vor und schaute abernals auf den Spiegel. Auf Marukas Einwand nickte sie nachdenklich. „Wir sollten wirklich vorsichtig sein, das denke ich auch. Überstürzt diesen vermeintlichen Vorteil zu nutzen, könnte uns auch in den Hintern beißen. Nachher präsentieren wir den Dunklen unsere Pläne, als andersherum.“, gab sie zu bedenken und unterstrich die Worte der Katze verbal. Caelen lehnte sich wieder in seinem Sessel zurück und das Diabolische verblassten merklich.
„Absolut. Wir haben hier Expertem, die sich mit dieser Art von Magie auskennen und sie sogar für uns selber anwenden.“, damit wandte er sich der Hybridin zu und beantwortete ihr ihre Fragen erneut. „Wir sind ein Haufen Nichtsnutze, die sich dazu entschlossen haben, sich nicht länger unterjochen oder drangsalieren zu lassen. Du findest bei uns alles Maruka. Von der Mutter, die eine Bessere Zukunft für ihr Baby wünscht, über Handwerker die ihre Dienste zur Verfügung stellen, bis hin zum hochdekorierten Ritter aus Pelgar. Du findest Hufschmiede ebenso wie Bäcker und Soldaten. Jede Rasse ist beinahe vertreten, auch Dunkelelfen findest du bei uns. Auch wenn sie eher Individuen darstellen, als die breite Masse, es gibt sie. In den letzten Monaten sind wir zu einer stattlichen Organisation herangewachsen und haben uns besser formiert und positioniert.“. Er hielt inne mit seinem Vortrag und betrachtete Maruka eindringlich. Offenbar hielt auch er nicht an höflichen Gepflogenheiten fest und ließ diesen Wechsel der Anrede kommentarlos zu. Doch er taxierte die Katze mit seinem bohrendem Blick und entließ Maruka nicht aus seinem Grün. „Sag mir Maruka, wie weit würdest du gehen, um den Dunklen Schergen den Garaus zu machen? Ist dir das Überbringen von magischen Tand bereits genug oder schlägt dein Herz für mehr?“, wollte der Mischling wissen und wirkte todernst dabei. Vielleicht kühlte die Raumtemperatur merklich ab, vielleicht lag es aber auch an seiner Stimme die das Umgarnen etwas verlor und dies offenbar ganz gezielt. Die Situation wurde nicht bedrohlich, doch offenbar schien sich etwas ändern zu wollen. Es war wie eine sanfte Brise, obwohl sie in einem Raum waren in dem kein Fenster offen stand. Etwas durchzog diesen Moment, als Caelens Stimme erstarb und nur das Feuer prasselnd knackte. Selbst Rianna schien die Luft anzuhalten. Es stand eine Entscheidung aus. Eine Entscheidung, die Maruka ganz alleine für sich treffen musste. Wollte sie sich einer Gruppe anschließen, die sich gänzlich dem Widerstand gegen die Dunklen verschrieb? Wollte sie ein Teil dessen werden ? Oder wollte sie etwas ganz anderes, etwas was ihr seit Jahren auf der Brust brannte und erst ein blonder, etwas ungeschickter Hüne in ihr zu wecken wusste. Was würde Thore sagen, wenn er hier wäre? War er überhaupt ausschlaggebend für ihre Entscheidung? Was würde sie wollen, wenn das Schicksal ihr die Möglichkeit einräumte, einen Weg zu wählen?
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Mittwoch 13. Oktober 2021, 09:06

Caelen hielt inne mit seinem Vortrag und betrachtete Maruka eindringlich. Er taxierte die Katze mit seinem bohrendem Blick und entließ Maruka nicht aus seinem Grün.
„Sag mir Maruka, wie weit würdest du gehen, um den Dunklen Schergen den Garaus zu machen? Ist dir das Überbringen von magischen Tand bereits genug oder schlägt dein Herz für mehr?“
, wollte der Mischling wissen und wirkte todernst dabei. Vielleicht lag es an seiner Stimme die das Umgarnen etwas verloren hatte und dies offenbar ganz gezielt. Die Situation, die Stimmung wurde von ihm bewusst verändert. Marukas Ohren stellten sich spitz auf. Ernsthaftigkeit zog wie ein kühler Lufthauch durch jede Ritze. Selbst Rianna schien die Luft anzuhalten. Es stand eine Entscheidung aus. Eine Entscheidung, die Maruka ganz alleine für sich treffen musste. Maruka starrte ihn ebenso einen Moment lang an, aber begann dann auf ihrer Unterlippe zu kauen. Ihr nachdenklicher Gesichtsausdruck ...wirkte... gespielt??? Maruka hatte nie Schauspielunterricht genossen, außer den von Jenna ihrer Freundin, wenn es um Männer ging, ...deshalb war sie für einen geübten Blick durchaus TROTZ ihrer Verwandlung an ihrer Mimik zu erkennen.
„Lass mich überlegen...“
Will ich mich einer Gruppe anschließen, die sich gänzlich dem Widerstand gegen die Dunklen verschrieben hat? Will ich ein Teil dessen werden? Denn das ist die Frage, die er hier stellt!
Sie tippte etwas übertrieben langsam mit der Zeigefingerkralle der linken Hand an ihre Kinn und hatte den Kopf nachdenklich geneigt. Dann senkte sie die gekreuzten Arme, stemmte sie links und rechts in die Sitzkissen und sah ihn wieder fest an. Der Spaß war offensichtlich vorbei und ihre Stimme wurde im Laufe der nächsten Sätze immer fester und auch bitterer:
„Ich bin von Piraten im Auftrag der Dunklen aus meiner Heimat verschleppt worden! Ich bin von ihnen verwandelt worden! Ich bin nach Morgeria verkauft worden und als Sammlerstück bei der Hatz angetreten und habe mein Leben gewonnen. Als Lohn wurde mir beigebracht wie man einen Freund zu Tode foltert! Wie man seine Seele vor dem Gauen verbirgt! Ich habe ihre Magie gesehen und wozu sie im Stande sind! Ich bin geflohen und wurde wieder gefangen genommen! Ich habe in ihrer Arena gegen ihre Magie, gegen Orks und andere Hybriden gekämpft! Ich konnte wieder fliehen und mit göttlicher Hilfe meinem Schicksalsweg eine neue Richtung geben! Ich bin durch die Zeit gereist um ihre dunklen Machenschaften zu bekriegen! Ich opferte meine Liebe diesem Kampf! ...Also lass mich kurz überlegen...“
Maruka grinste finster und zeigte dabei funkelnd ihre Eckzähne.
„Ich bin bereits sehr weit gegangen, weiter als manch andere Seele, um dieses gierige Volk in ihre Schranken zu weisen! Was meinst du? Wie weit würde ich wohl noch gehen, wenn ich auch noch Hilfe dabei hätte!!!“
Ihr schon vor langer Zeit gebrochenes Herz dachte zwischen den Sätzen sehr wohl an Thore und seine warmen Hände, die sie sehr gern genommen hätte, damit er sie nach Hause brächte. Aber Thore war er und sie war sie. Hier ging es nicht um ihn, oder was er ihrem Weg an Möglichkeiten bieten konnte. Ja, natürlich wünschte sie sich eines Tages wieder nach Hause zu kommen, aber hier und jetzt hatte ihr Schicksal ihr zwar eine Wahlmöglichkeit gestellt, aber für Marukas Herz war es niemals wirklich eine Wahl gewesen. -
Hätte es nur Thure und Phas gegeben, keine Rianna, keine Elfenstadt, keinen Caelen, dann wäre sie mit ihrem Mantroner vermutlich nach Mantron gereist, hätte aber auch dort alles dafür getan, dass sich ihr Volk in den Kampf gegen die Dunklen zusammen rottete! Vielleicht hätten sie unterwegs vielleicht noch ein paar Zwerge aus Rugta mobilisiert...oder die sagenumwobenen Nebelgeister, die Eiselfen oder andere Völker die bisher noch nicht ahnten, was ihnen bevorstand, wenn niemand etwas tat!
Jetzt und hier aber war es der Widerstand, der mit seinen Möglichkeiten lockte und für Maruka war es nicht wirklich eine Wahlmöglichkeit. Vielleicht musste es auch keine sein?
Vielleicht … können wir die Dunklen gemeinsam bekämpfen UND mein Volk in den Kreis des Wiederstandes holen...?
„Ich glaube also, ich bin schon sehr lange im 'Widerstand'! Was meinst du?! ...Wollen wir einander helfen?“
Das hier war für sie keine Aufnahme in eine elitäre Truppe, eine Gruppe für die man sich melden musste. Maruka würde nie in ein Konstrukt passen, in dem sie eine Stellung einnehmen oder es Hierarchien gab. Sie verstand dieses politische Denken einfach nicht. Sie dachte eher 'familiär'. Katzen waren Einzelgänger und einzig Löwen bildeten Rudel. Aber selbst da waren die Strukturen anders als z.B. bei Wölfen. Deshalb gefiel ihr bisher der Widerstand auch ganz gut, denn er machte einen zweckorientierten Eindruck, wie eben auch sich die Weibchen eines Rudels zur Jagd zusammen rotteten. Jeder hatte eine Aufgabe und selbst die Alpha-Löwen ordneten sich dem Ziel unter und beschützten z.B. die Jungen, wenn die Frauen auf die Jagd gingen. Rollenverteilung gab es nur wenn es um die Funktion innerhalb der Gemeinschaft ging. Ähnlich war es auch unter den Mantronern. Wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgten, gab es zwar einen Kopf, der in den Kampf führte, aber dieser hatte mit allen anderen den Plan gemacht. Thure Sturmschreier war ein großartiger Anführer, der sein Volk so behandelte, dass alle ihre Meinungen äußern konnten. Hier ….die Elfen... hier war alles so anders. Hier zog sich die Königin zurück, enthielt ihrem Volk damit Informationen vor und überließ es anderen für sie zu handeln. Weder die tierische, noch die mantronische Seite in Maruka verstanden sie. Aber da es nun mal so war, akzeptierte sie dieses Verhalten trotzdem. Es war nun mal ihr Volk. Maruka hoffte nur inständig, dass es nicht ihr Untergang werden würde. NOCH schienen die Dunklen dieses Tal nicht entdeckt zu haben. Maruka erschauerte bei dem Gedanken, wenn nur ein Späher die offenen Tore entdecken würde. Sicher hatte auch dieses Volk seine Mittel und Wege sich zu verteidigen, aber sie waren nun mal hier örtlich gebunden und bei einem schnellen Angriff würde jede Seele die außerhalb der hohen Mauern bei einem Angriff draußen verblieben war, unweigerlich den Tod oder Sklaverei erfahren und das wären sicher nicht wenige. Und keine Stadt überlebte eine Belagerung ewig, wenn sie von ihrer Landwirtschaft, ihren Bauern und Jägern abgeschnitten war.
So dachte Maruka und auch wenn die Elfen hier sicher über tolle Magie herrschten, sich vielleicht wirklich mit Naturmagie ewig hier versorgen oder verstecken konnten, so ahnten sie nicht mal im Ansatz die Möglichkeiten, die ihr Feind für sie bereit hielt. Möglichkeiten, die ihre Königin nicht einmal hören wollte.
Wer aber zuhören wollte, und Maruka regelrecht herausforderte, was ihn unbewusst tatsächlich auf einmal durchaus etwas interessanter machte, das war Caelen! Seine Ernsthaftigkeit, sein grüner Blick bohrte sich tief in Marukas und erinnerte sie ein wenig in diesem Moment an Revien, als er sich so leidenschaftlich zu kämpfen entschieden hatte. Marukas Näschen zuckte und schnupperte instinktiv nach seinen Hormonen.
Miau... mir würde ein bisschen herum bolzen mit ihm gefallen... Hm...ein Trainingskampf wäre in der Tat sicher aufschlussreich. Natürlich nur, um seine Fähigkeiten zu ergründen! ...natürlich.
Unbewusst drangen Marukas Krallen in die Kissen neben und unter ihr ein, hinterließen kleine Löcher und scharf abgegrenzte Risse. Nach der kurzen Gedankenpause fügte Maruka noch leicht provozierend, eine andere Seite würde es leicht 'flirtend' nennen, hinzu:
„Und wenn... Was hättest du denn für Hilfe anzubieten?“
Sie zog dabei die linke Braue und den gleichseitigen Mundwinkel dabei sanft in die Höhe.
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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Samstag 16. Oktober 2021, 12:18

Der Spaß war vorbei. Oder fing gerade erst an, wie man es definieren wollte. Caelen beobachtete die Katze eindringlich, während sie sich gespielt der Frage widmete, wie weit sie gehen würde. Nichts an ihm verriet was er dachte, lediglich die grünen Smaragde tasteten ihre Mimik ab, bis sie zu sprechen begann. Ihre Worte erfüllten den Raum in dem es totenstill geworden war. Nichts regte sich, nichts raschelte und selbst das Feuer im Kamin schien für Sekunden innezuhalten. Maruka spürte die Bitterkeit in sich während der sehr knappen Zusammenfassung dessen, was ihr widerfahren war. Es reichte für mehr als 9 Leben, das wusste sie zu gut. All dieser Schmerz der sich angesammelt hatte, die Trauer über all das Verlorene in ihrem Leben. Wie es verlaufen wäre, wenn sie den Eisbären nicht gejagt hätte? Ob Jenna's Tipps geholfen hätten und sie inzwischen einen Mann gefunden und Kinder geboren hätte? Vielleicht nicht, denn auch wenn das alles nach mehreren Jahren klang, so war es doch innerhalb kürzester Zeit passiert.
Maruka hatte gelernt damit umzugehen, ein Umstand, den sie auch Revien zu verdanken hatte. Niemand begegnete uns in unserem Leben ohne Grund. Ob der nun gut oder schlecht war blieb abzuwarten, doch er führte uns weiter und weiter, bis wir am Ende erkennen, wer wir wirklich sind. Es war eine Reise, sagten Gelehrte und Prüfungen auf dem weg ins Paradies, die Erlösung unserer Seelen, sagten Gläubige. Maruka war nichts dergleichen und hatte für sich entschieden, es wie ihre innere Servali zu halten: Pragmatisch. Einen Schritt nach dem Nächsten, nichts planen, nichts erwarten. In ihrem turbulenten Leben war das vermutlich das Geheimnis zu überleben. Seelisch.

Caelen behielt seinen ernsten Ausdruck in den Augen und rührte sich noch immer nicht, auch als sie bereits geendet hatte. Es war nicht zu erkennen, ob ihre Erzählungen über ihr Leben ihn in irgendeiner Weise berührten oder er beeindruckt davon war, was sie überlebt hatte. Er zeigte es ihr nicht, sondern wartete ab, lauernd und subtil bedrohlich. Es war nicht so, dass Maruka einen Angriff fürchten musste oder verraten zu werden, es war schlicht seine Präsenz. Die eines Mannes, der wusste was er tat, dem man nichts vorspielen sollte, weil er jede Lüge sofort erkennen könnte. Caelen wusste sich zu benehmen, zeigte aber auch, dass er durchaus etwas Dunkles in sich trug. Das feine Katzengespür versuchte zu ergründen, was der Mann vor hatte. Was er dachte und worin sein Ziel lag. Doch alles was sie erschnuppern konnte, war eine geballte Ladung Testosteron. Caelen strotzte vor Kraft, physisch wie psychisch und auch wenn er damit nicht prahlte oder gar protzig die Muskeln spielen ließ, war es unverkennbar. Die elfischen Gesichtszüge, die sonst den Vertretern dieses Volkes eher etwas feminines gaben, machten seine Erscheinung nur umso… markanter. Seine Sanftheit war beinahe wie ein Wolf im Schafspelz zu betrachten und Maruka konnte das anhand ihrer Sinne sicherlich erschließen. Er war ein Krieger, kein Diplomat, auch wenn er es durchaus verstand diese Rolle auszufüllen. Der Halbelf lehnte sich in seinem Sessel erneut etwas vor und stützte die tätowierten Unterarme auf seine Schenkel. Die Hände legte er ineinander, während er die Katze taxierte. „Für Heldengeschichten ist hier kein Platz. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, was du bereit bist zu tun. Ob du bereit bist deine Arme tief in den Morast zu stecken und so lange darin herumzuwühlen, bis du etwas gefunden hast, was dieser Welt den Frieden zurückbringen kann. Mich interessiert nicht woher du kommst. Tut es bei keinem von ihnen. Mich interessiert, wohin du willst und was du bis dorthin bereit bist zu tun.“, antwortete er mit ruhiger, tiefer Stimme die ebenso Raum einnahm wie Maruka’s beeindruckender Monolog. Er würdigte die Hybridin nicht herab oder verspottete woher sie kam. Er sagte es sachlich, stellte klar was seine Beweggründe waren und klärte die Fronten. „Es geht nicht um Rache, Maruka. Rache ist etwas für Amateure. Es geht um das Ganze und wir, diejenigen die sich zusammengerottet haben, arbeiten gemeinsam daran etwas zu ändern. Alleingänge gibt es hier nicht, du wirst eingesetzt wo man dich braucht und du wirst tun, was man dir sagt.“, schloss er und zuckte nicht einmal verräterisch dabei.
Er war das Alpha-Tier. Das wurde immer deutlicher. „Deine Ideen, dein Wissen, dein Können, all das ist willkommen. In der Gemeinschaft. Wem das nicht passt, der bekommt die Tür gezeigt.“, schoss er nach und löste dann so schnell seine Körperhaltung auf, wie er sie aufgesetzt hatte. Er lehnte sich deutlich entspannter zurück und beobachtete die Katze weiterhin, während sie sein Mobiliar durchlöcherte. Ein Hauch von amüsierten Funkeln trat in seine Augen, bis er den Blickkontakt abbrach und Rianna einbezog. Die Nachtelfe hatte wie zu einer Salzsäule erstarrt dagesessen und dem Schauspiel beigewohnt. Jetzt blinzelte sie und lächelte grimmig, als Caelen die nächsten Worte sprach. „Sende eine Nachricht an unseren Standort im Arus. Du wirst hier bleiben und dich mit Maruka und den anderen einbringen. Sofern eure zwei Begleiter das wünschen. Wenn nicht-", er sah zur Katze zurück „-werden sich eure Wege hier trennen müssen.“. Die Worte waren unumstößlich, auch wenn er offenbar gar nicht so sehr den Anspruch hegte, besonders herrisch zu sein. Caelen war jemand und das wurde deutlicher, je länger man mit ihm verkehrte, der es gewohnt war anzuführen. Der sich nichts vormachen ließ und bei dem es sicher so einiges Interessantes gäbe, das man noch herausfinden könnte.
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Tiersprache (Katzen)
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Beruf: Sklavin
Fähigkeiten: Pfeil und Bogen: durchschnittlich
Kampf mit Klauen/Reizzähnen: gut
Peitsche: rudimentär
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 0F
Ausrüstung: leichte Lederrüstung, gescheckter Umhang, Bogen, Köcher mit Pfeilen, Dolch, Peitsche und ein magisches Wollknäuel

Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Maruka » Samstag 16. Oktober 2021, 18:54

Maruka war in einem Land aufgewachsen in denen man sich den Lebensraum, sogar das Essen und das Bett mit Wölfen teilte. Deshalb verstand sie durchaus dieses Verhalten, was Caelen da an den Tag legte. Auf gewisse Weise war es gewiss auch nötig, dass er den „Alpha“ gab und seine Stellung so untermauerte... In einem Rudel war es lebensnotwendig, dass einer den Ton angab, die Meute in den Kampf führte, alle vereinte, damit man erfolgreich war. In einem Rudel von Hunden oder Wölfen war die Struktur der Ränge vom Welpendasein, über die Jäger, bis hin zum Alphawolf klar und einfach. Jeder fand seinen Platz, was auch gut so war.
Vielleicht könnte auch ich so einen Platz im Leben finden...
Bei Rianna schien er ja damit sogar Erfolg zu haben, so erstarrt wie sie da saß und an seinen Lippen hing.
Gleich setzt sie sich auf seinen Schoß und hofft, dass er mit seinem Schwanz wedelt...Hihi.
Caelens Haltung war dazu nur nicht geeignet und seine Körpersprache sagte ihr, dass er durchaus neugierig war und gut zuhörte, was sie zu sagen hatte. Er hörte aufmerksam zu, als sie ihre Lebensgeschichte versuchte in wenigen kurzen Sätzen zusammen zu fassen, damit er wusste, auf was er sich einließ.
Als sie geendet hatte, lehnte sich der Halbelf in seinem Sessel etwas vor und stützte die tätowierten Unterarme auf seine Schenkel. Die Hände legte er ineinander, während er die Katze taxierte.
„Für Heldengeschichten ist hier kein Platz. Das ist nicht wichtig.“
Autsch, das war nicht nett. In Mantron hättest du jetzt ein oder zwei blaue Augen!
So abgekanzelt zu werden... Das ihr Leben...nicht wichtig war... Das Heldengeschichten im allgemeinen nicht wichtig waren... DA war sie gaaanz anderer Meinung! Ihr ganzes Volk hatte seine Kultur auf den Geschichten der Tapferkeit ihrer Ahnen aufgebaut! Aus der Geschichte lernte man. Aus ihr erwuchs Stärke, Mut und Tapferkeit. Ein Anführer sollte seine Untergebenen durch gute Beispiele motivieren, nicht das hier...
Hm, das hab ich mir anders vorgestellt.
Aber sie hörte weiter zu, denn in ihrem Innern ahnte sie bereits, dass sein Ton sicher nicht so kalt gemeint gewesen war, wie er geklungen hatte. Trotzdem war es schwer für sie, ihm ..bzw. der Sache noch eine Chance zu geben. Sie konnte sich sogar vorstellen, was seine Beweggründe für diesen krassen Kommentar gewesen waren.
Er meint vielleicht, dass es nicht wichtig ist, woher man kommt. Nur das was man bereit ist zu tun...
„Wichtig ist nur, was du bereit bist zu tun.“
Da kam er schon der Ansatz, den er hatte untermalen wollen und Marukas geschlagene Seele beruhigte sich wieder. So war sie. In einer Sekunde tödlich beleidigt, dann wütend, um im nächsten Moment neugierig zuzuhören und alles zu vergeben. - Ganz Katze halt.
„...Ob du bereit bist deine Arme tief in den Morast zu stecken und so lange darin herumzuwühlen, bis du etwas gefunden hast, was dieser Welt den Frieden zurückbringen kann.“
So wie den Spiegel, den ich aus dem Morast des Flussbettes geholt habe?
„Mich interessiert nicht woher du kommst.“
Blödmann – sollte es, wenn du ein gute Anführer sein willst. Du musst doch wissen, was dein 'Rudel' kann!
„ ...Tut es bei keinem von ihnen.“
Ah... so im Sinne von Gleichheit unter allen Mitgliedern... verstehe.
„Mich interessiert, wohin du willst und was du bis dorthin bereit bist zu tun.“
, antwortete er mit ruhiger, tiefer Stimme. Er sagte es sachlich, stellte klar was seine Beweggründe waren und klärte die Fronten, so dass sie nur nachdenklich den Kopf von einer zur anderen Seite legte.
„Es geht nicht um Rache, Maruka. Rache ist etwas für Amateure.“
Ganz Unrecht hat er ja nicht... aber es geht mir nicht um Rache an einem ganzen Volk, weil ein Einzelner seinen 'Spass' mit mir hatte... Ich habe auch nichts von Rache gesagt... da interpretiert er mehr als er sollte... Typisch Alpha-Wolf. Hört erst mal auf seine Instinkte, als auf die feinen Untertöne.
Nur war Maruka eben auch seit geraumer Zeit mit einer Katzenseele verbunden, die dazu ihre ganz eigene Meinung hatte.
Wenn Tiere sprechen könnten, wäre der Hund ein ungeschickter Kamerad, der unverblümt seine Meinung heraus bellt, während die Katze den seltenen Charme besitzt, nie ein Wort zu viel zu sagen.
Also hielt sie den Mund und hörte weiter zu.
„Es geht um das Ganze und wir, diejenigen die sich zusammengerottet haben, arbeiten gemeinsam daran etwas zu ändern. Alleingänge gibt es hier nicht, du wirst eingesetzt wo man dich braucht und du wirst tun, was man dir sagt.“
, schloss er und zuckte nicht einmal verräterisch dabei.
Er gab einer Katze einen Befehl,
und die Katze gab ihn ihrem Schwanz weiter.

Außerdem sind Katzen Einzelgänger.

Maruka hob nur sanft die Brauen. Er war das Alpha-Tier. Das wurde immer deutlicher. Aber konnte ihr Katze damit umgehen? Könnte er mit IHR umgehen?
„Deine Ideen, dein Wissen, dein Können, all das ist willkommen...“
Ok, er hat doch zugehört...
„... In der Gemeinschaft. Wem das nicht passt, der bekommt die Tür gezeigt.“
, schoss er nach und löste dann so schnell seine dominante Körperhaltung auf, wie er sie aufgesetzt hatte. Maruka zuckte leicht mit den Schultern, als sie dachte:
Ok... unterordnen kann ich mich... solange er kein Mist verzapft.
Und...das mit der Tür klingt schon besser. Als würde er auch jemanden 'die Tür zeigen' der ein Problem mit mir hat, wenn es angebracht ist. Er ist gerecht. Das muss er sein!

Er lehnte sich deutlich entspannter zurück und beobachtete die Katze weiterhin, während sie sein Mobiliar durchlöcherte. Ein Hauch von amüsierten Funkeln trat in seine Augen...
Hey, steht der auf ein bisschen Kratzen und Beißen???
..., bis er den Blickkontakt abbrach und Rianna einbezog. Die Nachtelfe hatte wie zu einer Salzsäule erstarrt dagesessen und dem Schauspiel beigewohnt. Jetzt blinzelte sie und lächelte grimmig, als Caelen die nächsten Worte sprach.
„Sende eine Nachricht an unseren Standort im Arus. Du wirst hier bleiben und dich mit Maruka und den anderen einbringen. Sofern eure zwei Begleiter das wünschen. Wenn nicht-"
, er sah zur Katze zurück
„-werden sich eure Wege hier trennen müssen.“
Die Worte waren unumstößlich, auch wenn er offenbar gar nicht so sehr den Anspruch hegte, besonders herrisch zu sein. Caelen war jemand und das wurde deutlicher, je länger man mit ihm verkehrte, der es gewohnt war anzuführen. Der sich nichts vormachen ließ und bei dem es sicher so einiges Interessantes gäbe, das man noch herausfinden könnte.
Ein echter Alpha also... ein Hundemensch...
Maruka ließ das Gehörte etwas sacken, während ihre tierische Seite dazu ein paar Kommentare aus ihrem Unterbewusstsein kramte und wie Wollknäule um herwarf:
Die Katze jagt die Mäuse nicht um des Gottes Willen. ...Wenn du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave. ...Hunde kommen sofort wenn sie gerufen werden. Katzen nehmen es zur Kenntnis, und kommen eventuell darauf zurück! ...Jeder Katzenhasser wird als Maus wiedergeboren. ...Ein Hund springt zu dir aufs Bett, weil er gern in deiner Nähe ist. Eine Katze tut es nur, weil sie dein Bett liebt. ...Die Götter erschufen die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum streicheln hat. ...Ich will gekrault werden... schnurrrrr....
Maruka schüttelte sich kurz um dem Impuls loszuwerden, wirklich los zu schnurren. Wo seltsam dieses Gespräch verlief, so wohl fühlte sie sich trotzdem in dieser Umgebung. Sie machte einfach noch ein paar Krallenstanzer mehr in Caelens Mobiliar und reagiert sich so ab. Dann stand sie mit einer geschmeidigen Bewegung auf, streckte sich ausgiebig, was in dem Kleid wenig damenhaft, aber dafür um so 'wilder' wirkte und meinte dann:
„Gut.“
Sie grinste und machte eine kleine Atempause, sortierte ihre Muskeln neu und fuhr fort:
„Bin dabei, wenn du mich haben willst.“
Ups, dass klang jetzt doppeldeutig... Ach egal. Wolf und Katze kommen eh nie zusammen.
Na, wenn sie sich da nicht mal irrte. Manchmal waren Gegensätze ja ganz reizvoll...und sein Testostertonanteil im Blut lag echt hoch... Aber zweifelhaft war, ob er als Alpha sich mit einer schwarzen artfremden Streunerin wie ihr...
*schüttel*
Konzentration! Wer weis schon, wie lange er mich aushält... und MIR dann die Tür zeigt. Hehe...
„Mal sehen, was die Männer dazu sagen. Ich fände es ja super, wenn sie auch dabei wären. Mehr hilft mehr und Thore ist ein hervorragender Kartograph.“
...nur Phas könnte spontan eifersüchtig werden, wenn er Riannas Blick auf Caelen bemerkt. Schließlich sind die beiden ein Paar und gerade hatte es schon wegen anderer Kleinigkeiten gekrieselt... Hm...
Maruka ergriff ihre nachdenklich umher schwingende Schwanzspitze und flauschte ihr quastenartiges Ende. Wie lange war es eigentlich noch bis Neumond? Der letzte Neumond hatte ihr einige sehr intensive Erfahrungen eingebracht... auch in Bezug auf ihre tierischen Hormonwallungen. Im Moment war sie noch ruhig, doch ihre menschliche Seite hatte erfahren, wie stark der Einfluss der Katze sein konnte und in einer neu gebildeten Gruppendynamik könnte das zu ...chaotischen Anwandlungen führen. Pragmatisch wie sie war, kam ihr der Gedanke:
Einer der Männer wäre sicher so hilfsbereit mir dabei zu ...assistieren? Paaren...man nennt das Paaren.
Doch so ganz ohne Gefühl ging das nun mal nicht ab. Phas war tabu...außer Rianna fand plötzlich mehr Gefallen an Caelen. Und Caelen? Hm. Thore war schnucklig und sicher auch sehr hilfsbereit... Aber könnte sie ihn darum bitten, wenn es soweit war? Allein das sie daran in so einem Moment wie diesen denken musste, zeigte, dass zumindest der Vollmond vorbei und es wieder abnehmender sein musste. Es war ja auch nicht so, dass sie total den Mondphasen unterworfen war, aber eine gewisse 'Rolligkeit' setzte dann schon mal ein, oder brach stärker hervor. Auf jeden Fall, fühlte sie sich etwas... reizbar. Vielleicht lag es auch einfach an dem Gespräch, oder daran, dass sie schon so lange wach waren. Die Vorstellung von einem weichen Bett wurde immer verlockender, ob nun mit oder ohne Wärmequelle darin... lieber mit.
*schüttel*
Sie sah zu Rianna und Caelen.
„Und? Gehen wir jetzt? Ich hab Hunger und bin müde. Wir werden den Männern bestimmt ohnehin erst morgen erzählen können, was wir hier angeboten bekommen haben. Die schlafen sicher schon. Können wir gehen?“
Maruka kratzte sich am Hals und wanderte dabei ein Stück ins Dekolletee hinab. Das Kleid war zwar schön, aber trotzdem war es eben Stoff auf Fell, also eigentlich hinderlich. Die Ränder verfingen sich gern und bildeten kleine Verwirblungen in ihren feinen Haarspitzen, die dann kribbelten. Fast hätte sie gegähnt, aber presste noch rechtzeitig die Lippen aufeinander um nicht auch noch ihr Raubtiergebiss, wenn auch klein, offen zur Schau zu stellen. Etwas müde sah sie die beiden an und blinzelte.
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"Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein."
Stephen King

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Re: Mit der Bitte um Audienz

Beitrag von Erzähler » Montag 18. Oktober 2021, 13:14

Caelen hatte seinen Standpunkt verdeutlicht. Maruka’s Matronerherz rebellierte in gewisser Weise gegen das Abtun von Heldengeschichten, denn in Mantron gaben diese Erlebnisse, bei gutem Bier und Met erzählt, den Nährboden für die Taten eines Tapferen. Dass dies nun keine Rolle spielen sollte, kränkte die Kriegerin und doch konnte sie dem Gemeinschaftssinn einiges abverlangen. Hier ging es nicht um das was sie alleine erreicht und erlebt hatte. Was aber nicht hieß, dass sie unbedeutend oder gar unwichtig wäre. Caelen wollte ihre Expertise, aber ohne Lagerfeuer und stolzgeschwellter Brust. Ob sie sich daran gewöhnen konnte? Der Mischling stellte klar, dass er sehr wohl auf ihr Können baute und ihr Wissen in die kollektive Sammlung an Erkenntnissen einfließen lassen wollte. Darüber hinaus würde es aber wohl keine Extraportion Milch geben. Zudem stutzte er der Katze gleich ein wenig die Krallen, denn wer aus der Reihe tanzte, würde seinen Platz woanders finden müssen. Maruka hatte latent Mühe sich dem Ganzen völlig unterzuordnen und doch wollte sie es gerne versuchen. Die Aussicht auf einen Platz in der Gesellschaft war verlockend und auch wenn die innere Katze Einzelgängerin sein mochte, war es die Tapfere nicht. Sie würden eventuell im Widerstand einen Kompromiss finden. Jedenfalls schienen die Fronten geklärt zu sein und auch Caelen zog den Alpha in sich wieder etwas zurück während er mit einem amüsierten Funkeln die Katze dabei beobachtete, wie sie Löcher in sein Sofa stanzte. Ob er sich nun darüber amüsierte, dass sie offenbar aufgebracht war oder ihm die Vorstellung einer Wildkatze gefiel, blieb vorerst sein Geheimnis. Jedoch ruhte das Grün wieder auf dem schlanken Katzenleib, als diese sich genüsslich streckte und zum Aufbruch blies. Rianna hatte ihre Anweisungen mit einem Nicken quittiert und erhob sich, nachdem sie den letzten Schluck aus ihrem Glas genommen hatte, ebenfalls. „Die Nachricht geht noch heute raus.“, sagte sie pflichtbewusst und sah von Caelen zu Maruka. „Wir sollten tatsächlich zurück und uns etwas ausruhen. Die Tage waren lang genug und etwas Ruhe täte uns allen gut.“, räumte sie ein, während sich auch der Halbelf erhob und die beiden Frauen somit überragte. Caelen ließ eine Hand in seiner Hosentasche verschwinden, während er mit der anderen das hübsche Glas schwenkte und darauf nonverbal aufmerksam machte, dass es leer war. Dann ging er um seinen Sessel herum, stellte das Glas auf der Bar ab, um es erneut zu befüllen. Während er den Rücken den beiden Frauen zugewandt hatte und sich ein feiner, herber Duft im Raum entfaltete, als die goldene Flüssigkeit ins Glas floss, erhob auch er noch mal die Stimme. „Sobald ihr morgen ausgeruht seid, erwarten euch Instruktionen, wie ihr uns findet. Befolgt sie und dann erwarte ich euch. Bringt eure Habe mit, ihr werdet Quartiere bekommen, sofern ihr das wünscht.“, erklärte er, verschloss die Karaffe und wandte sich, das Glas erhoben um daran zu riechen, zu ihnen um. „Eine gute Nacht.“, brummte er und grinste dabei über den Rand hinweg. Irgendwie wirkte dieses Gebaren anzüglich oder aber sie waren zu müde, um so etwas noch wirklich einschätzen zu können. Rianna lächelte sachte und trat als erstes zur Tür. Sie wartete, bis Maruka ihr folgte und schloss die Tür zu Caelens Reich hinter ihnen zu.

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