Zwei Nachtelfen im Dschungel

Der Urwald oder, wie viele ihn nennen, der Dschungel erstreckt sich sehr weit. Hier verbergen sich verschiedene Rassen wie die Affenmenschen. Doch es gibt auch das sogenannte Paradies Shyána Nelle, welches sich in der großen Senke befindet.
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Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. September 2010, 14:05

Sie rannten. Schnell!
Nicht zurück schauend. Folgten den Pfad den der Ork in den Wald geschlagen hatte.
Hier und dort waren andere, die ebenfalls liefen. Doch schnell waren auch diese irgendwp verschwunden.
Sie konnten Feuer sehen und rochen den beißenden Qualm. Schreie und Lärm folten ihnen noch eine Weile.
Plötzlich hörten sie Schritte, direkt hinter ihnen.
War da jemand?
Kurz war einem als hätte man dort Dorcha in einem Gebüsch verschwinden sehen, doch das konnte täuschen.
Sie liefen tiefer und tiefer in den Wald.
Wie lange sollten sie laufen?
Rin keuchte, doch sie hielt weiterhin Asgars Hand fest. Hin und wieder stolperte sie über Wurzel, doch sie rappelte sich jedes Mal wieder auf.
Egal wie gut sie sehen konnten, hier war es fast unmöglich sich zu orientieren. Noch war ihnen eine breite Schneise durch den Ork gegeben.
Plötzlich war diese jedoch weg.
Asgar konnte spüren wie er durch irgendetwas klebriges mit dem Gesicht durchlief. Etwas krabbelte an seiner Wange lang.
“ ich kann nicht mehr! Asgar warte1” Rin lief ihn los. Sie blieb einen kleines Stück zurück, die Hände auf die Knie gestützt, atmete sie schwer.
“ ich glaube, wir haben es geschafft” keuchte sie.

Doch was hieß das?
Es war finster um sie herum. Fremdartige Geräusche schienen von überall zu kommen. Ein Summen und Sirren erfühlte die Luft. Geräusche von Flügelschlägen und geheimnisvolles Vogelgesänge. Die Luft war feucht und schwer von exotischen Düften.
Blüten, die leicht fluoreszierend leuchteten gaben dem ganzen eine unnatürliche Lichtquelle. Blumen, welche Wurzeln freihängend an Ästen herunterranken ließen, waren hier keine Seltenheit. Rankpflanzen, die sich wie ein Teppich über Baumstämme und Boden ausbreiteten. Die Bäume schienen ewig in den Himmel zu wachsen und jegliches Licht von Tag und Nacht auszusperren. Die Blätter waren zum teil recht fleischig und hatten teils die Größe von Waffenschilden.
Von dem Ork war nichts zu sehen.
Wo waren sie überhaupt?
Asgar konnte das Knacken von Ästen hören Ein leises Knurren.

Rin blickte sich argwöhnisch, jedoch auch neugierig um.
“ Hmm?…und was jetzt? Sie hatte das Geräusch wohl nicht gehört.


[edit (von Kazel): Im Titel wurde "Jungle" durch "Dschungel" ersetzt, da englische Begriffe vermieden werden sollten ;)
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Mittwoch 22. September 2010, 17:24

In diesem Moment der Flucht dachte Asgar nicht lange nach, sondern rannte einfach weiter. Seine Partnerin im Schlepptau. Vor und hinter ihnen liefen ebenfalls Leute, sie flohen genau so wie sie. Von Dorcha oder den anderen war nach kurzem Sprint nichts mehr zu sehen.

Immer weiter und tiefer rannten sie in den Urwald hinein, Bols Spur folgend. Rin stolperte öfters beinahe über große Wurzeln, doch sie dachte nicht daran, stehen zu bleiben. Einmal lief er durch etwas Klebriges und spürte, wie ihm etwas im Gesicht herumkrabbelte. Aber er hielt trotzdem eisern durch.

Dann nach einer ganzen Weile sagte Rin: “Ich kann nicht mehr! Asgar warte!” Sofort blieb der Nachtelf ebenfalls keuchend stehen. Schweiß rann ihm das Gesicht herunter, denn die Luft war schwül und unnatürlich feucht. Er zog seine Kapuze herunter. Dann sah er sich um.
Obwohl sie im Dunkeln besser sehen konnten, war das, was er sah nicht wirklich erfreulich: Sie waren mitten im Nirgendwo gelandet. Dazu kam, dass sie nicht einmal wussten, in welche Richtung sie geflohen waren. Tja. Wo sind wir denn?

“Ich glaube, wir haben es geschafft”, meinte Rin mit einem Keuchen. Sie schien sehr erschöpft zu sein. „Ich glaube auch. Aber wir sollten es uns nicht zu gemütlich machen“, entgegnete der Nachtelf etwas besorgt. Irgendwie kam er sich gerade wie in einer dieser unheimlichen Horrorgeschichten vor, in denen sich auch Leute in einem Wald verirrt hatten und dann von irgendeiner Kreatur gefressen wurden.

Zum Glück war da ja noch Bols Spur. Oder etwa doch nicht? Die hörte plötzlich und schlagartig auf. Von dem Ork war nichts zu sehen. Als hätte ihn die Finsternis verschlungen. Mir gefällt das nicht. Keine Spur von diesem Ork. Langsam aber sicher wurde er unsicher.

Argwöhnisch musterte er die Umgebung, doch hier gab es im eigentlichen Sinne nur Pflanzen, Bäume, noch mehr Pflanzen und noch mehr Bäume. Seltsame Bäume, denn sie wucherten so dicht, dass man unmöglich sagen konnte, ob es Tag oder Nacht war. Dazu kamen noch die vielen ungewohnten Laute. Von überall her hörte er Tiere, die er noch nie zuvor gehört hatte.

Ab und zu schreckten auch mal ein paar Vögel auf und Asgar durchzuckte ein riesiger Schrecken. Verflucht noch mal! Wie gerne wäre ich jetzt in meiner Zelle, anstatt hier in dieser grünen Hölle herumzuirren! Manthala, warum strafst du deine Kinder so?

Er wollte so schnell wie mögliche von hier weg, doch er wusste nicht, wohin sie gehen sollten. Seine Weltfremdheit forderte nun ihren Tribut. Er hatte wirklich keinen blassen Schimmer, in welchen Teil des Urwaldes es sie jetzt verschlagen hatte. Zudem konnte er sich auch nicht anhand der Sterne oder der Sonne orientieren. Nicht einmal wo welche Himmelsrichtungen waren, konnte er bestimmen.

Das Schicksal meinte es momentan wirklich nicht gut mit den beiden Dieben. Nur mit knapper Not konnten sie einer seelenlosen Sklaverei entkommen und nun steckten sie bis zu beiden Spitzohren in einem dunklen und unheimlichen Urwald fest: dem Kapayu.

Einmal nahm er sogar ein Knurren wahr und das Knacken von Ästen, ganz in ihrer Nähe. Verdammt! Asgar stand stocksteif da und lauschte. Rin dagegen hatte scheinbar das Geräusch nicht gehört, sie sah sich dennoch neugierig um. “Hmm?…und was jetzt?“, meinte Rin. Asgar zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Wir müssen aufpassen. Hier ist irgendetwas.“, flüsterte er. Angestrengt lauschte er weiter. Hier ging etwas nicht mit rechten Dingen zu. Vielleicht war es der Ork, den sie verfolgt hatten, aber nur wenn sie Glück hatten. Hatten sie Pech, wäre es eine wilde Bestie, die ihnen ans Leben wollte.

Aber ob es auch Glück wäre den Ork zu treffen, nun das konnte man so hinstellen wie man wollte… Auf jeden Fall waren sie nicht mehr ganz allein.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. September 2010, 12:27

Rin sah ihn erschrocken an. Sie hatte nichts gehört, doch wie Asgar sprach , bedeutete nichts Gutes.
Langsam und ziemlich angespannt sah sie sich um. Vorsichtig löste sie ihre Waffe und konzentrierte sich ebenso auf die Umgebung.
Es war plötzlich so ruhig. Als wäre irgendwo ein riesiges Monster, dass alles im Wald lebende verscheucht hatte. Konnte man da nicht ein Atmen hören?
War es vielleicht doch nur Rin oder er?
Was war wenn ihnen einer der anderen gefolgt war? Was wenn Dorcha irgendwo lauerte?
Dunkelelfen hatten auch einen Ruf, dass sie angeblich Monster wären. Und er schien die beiden nicht besonders zu mögen. Er würde wohl größten Gefallen finden, wenn er die beiden töten könnte. Besonders auf Rin schien er es abgesehen zu haben.
Vorsichtig und ohne zuviel Geräusche zu verursachen drückte sich Rin an Asgars Rücken. So stand sie Rücken an Rücken mit Ihm. Eine gute Position um Angreifer abwehren zu können. So schützte einer den anderen. Beide waren nicht die größten Kämpfer, aber etwas Taktik wurde ihnen auch gelehrt.
“ ich habe nichts gehört, bist du dir sicher? Flüsterte sie ihn zu.
Genau konnte Asgar das selber nicht beurteilen. Sie waren noch nie in einem Wald - besonders nicht so einem Wald gewesen.
Ein Rascheln!
Rin spannte sich. Sie hielt den Atem an.
Von rechts war wieder ein Rascheln zu hören.
Spürte man nicht gerade Augen auf sich gerichtet?
Irgendetwas war tatsächlich da- außer die ganze andere exotische Tiervielfalt.
Etwas das seine Aufmerksamkeit auf die beiden richtete.
Raschel!
Plötzlich sprang etwas aus dem Busch!
Rin schrie erschrocken auf, als etwas auf sie zu sprang.
“ Duck dich!” Asgar konnte etwas großes sehen. Es sah wie eine große Katze aus, die aus dem Busch angesprungen kam. Doch war sie fast 2 Meter lang. Sie hatte eine kräftige und muskulöse Statur. Gesondert auffällig war ihr hellbraun bis orange-gelbliche Fell, welches dunkle Streifen aufwies. Ein Tiger!
Er landete nicht weit von Asgar entfernt. Es war eine mächtige Gestalt. Und es knurrte die beiden an.
“ Verdammt, was ist das!” stieß Rin hervor. Den Kopf leicht gesenkt, umrundete das Tier die beiden.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Sonntag 26. September 2010, 17:11

Asgar realisierte Rins erschrockenen Gesichtsausdruck zwar, doch er lauschte eher dem komischen Geräusch. War es der Dunkelelf? Dorcha schien einen wirklich großen Hass auf sie beide zu haben, besonders auf Rin. Der Nachtelf wusste nicht wirklich über die Mentalität der Dunkelelfen bescheid, noch wie sie sich verhielten.
Aber zumindest hatte er vom Hören-Sagen etwas über ausgeprägte Rachsucht erhaschen können. Das letzte, was er jetzt im Moment gebrauchen konnte war, dass ein rachsüchtiger Dunkelelf ihnen auf den Fersen war. Als wäre diese bescheuerte Situation nicht schon schlimm genug.
Er hörte Rins Atem und den seinen. Zumindest jetzt noch versuchten sie sich so ruhig wie möglich zu verhalten, doch die Angst stieg immer weiter in ihnen auf.

Plötzlich hatte das Knurren und Rascheln aufgehört. Was bei Manthala…? Jetzt geriet auch der als absolut ruhig bekannte Asgar etwas in Panik. “Ich habe nichts gehört, bist du dir sicher?“, meinte sie. „Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich habe etwas gehört. Ich kann nur nicht sagen, was es ist.“ Er kannte keine derartigen Geräusche. Dazu war er zu wenig in den Wäldern unterwegs gewesen. Zwar hatte er sich auch ab und zu im Arus herumgetrieben, aber das war nie weiter als ein paar Meilen gewesen.

Dann raschelte es plötzlich wieder. Rin hielt den Atem an und auch Asgar stockte er. Sie rückte an ihn heran, bis sie Rücken an Rücken zueinander standen. Ihre Anwesenheit hatte etwas beruhigendes, doch die Anspannung löste sich nicht vollständig. Diesmal war das Geräusch viel näher als vorher.
Wieder ein Rascheln, diesmal von rechts. Das ist gar nicht gut. Vom Regen in die Traufe würde man jetzt sagen. Das konnte stimmen. Aber Sarkasmus war hier an der falschen Stelle. Sollte es jetzt zu einer Konfrontation kommen, würden sie sich in ihrem erschöpften Zustand nicht lange wehren können.
Auf einmal schoss etwas aus einem nahen Gebüsch auf sie zu. Er konnte noch Rins Schrei in Herendia vernehmen und duckte sich instinktiv. In der gleichen Bewegung zog er den Dolch aus seinem Stiefel. Nicht weit von ihm stand nun ein großes Wesen, welches komisch anmutete. Aber es war keines der Tiere, die Asgar kannte. Es war groß und hatte einen Pelz, jedoch in einer seltsamen Farbe. Außerdem sah es sehr kräftig aus. Also definitiv kein Wolf. Dass es natürlich ein Tiger war, konnte er nicht wissen, zumal es in seiner Heimat keines dieser Tiere gab.

“Verdammt, was ist das!” Man konnte an Rins Stimme erkennen, dass sie Angst hatte. Und auch in Asgar stieg dieses Gefühl der Unsicherheit auf. „Ich…ich weiß es nicht…so etwas habe ich noch nie gesehen“, meinte Asgar unsicher. Die Augen des Tigers fixierten die Nachtelfen. Offenbar hatte das Tier sie als Mahlzeit auserkoren, ein unschöner Gedanke.

Dann fing es an, sie beide zu umkreisen, so als lauere es darauf in ihrer Verteidigung einen Schwachpunkt auszumachen. Leichter Angstschweiß perlte dem Nachtelfen von der Stirn. Wieder flüchtete er sich kurz in den Gedanken wieder in seiner kleinen Zelle zu sitzen, fort von diesen ganzen Gefahren. Doch dann kehrten seine Gedanken zum hier und jetzt zurück. Seine Augen folgten den Bewegungen des Tieres. Bis jetzt lauerte das Tier noch, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis es zum Angriff übergehen würde. Er umfasste seinen Dolch fester. Das kann und darf nicht das Ende sein!

In Gedanken ging Asgar die Chancen durch. Flucht? Nein, der Tiger würde sie einholen können. Kampf? Auch keine Option, denn sie wären der Stärke des Tieres nicht gewachsen, zumindest nicht, wenn es nach Körperkraft ging. Die Chancen hier lebend raus zu kommen standen schlecht. „Was machen wir jetzt?“, flüsterte er. Jetzt konnte sie nur noch ein Wunder davor bewahren, gefressen zu werden.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 29. September 2010, 12:44

„ich weiß es nicht!...“ schluchzte Rin hörbar neben ihn.
Der Tiger umschlich die beiden Nachtelfen. Die Muskeln zeichneten sich bei jeder Bewegung ab. Es war wirklich ein schönes Exemplar. Groß und muskulös. Das Fell war so gut wie ohne kahle Stellen durch Narben und die Streifen waren ebenmäßig. Bei dem richtigen Händler würde man gutes Geld dafür bekommen. Doch für seine jetzige Beute spielte das keine Rolle. Die großen Tatzen gaben fast keinen Laut, als er sie auf den Boden setzte. Dann setzte es sich vor ihnen plötzlich hin, der lange Schwanz zuckte nervös von rechts nach links. Die Haltung zum Sprung.
Wie sollten sie es gegen so einen Gegner schaffen. Asgar wünschte sich heute schon das xte Mal zurück in die Kerkerzelle.
Doch vielleicht wäre Rin jetzt ohne Seele, wenn man ihn nicht rausgeholt hätte.
Auf ein Wunder hoffend schienen die beiden Nachtelfen ihre Göttin anzuflehen.
Der Tiger sprang plötzlich los.
„Asgar!“
Rin schrie, als das Tier an ihnen vorbei sprang und mit seiner Tatze zuschlug . Lange scharfe Krallen verfehlten nur knapp den Nachtelfen. Sein Umhang wurde in Fetzen gerissen, als die Krallen diesen erwischten.
„ Manthala, bitte hilf!“ Stieß Rin ein Stoßgebet zum Himmel. Sie selber war zu Boden gestürzt. Sie blickte sich panisch um.
Der Tiger war wohl absichtlich daneben gesprungen, er spielte mit seiner Beute. Doch der nächste Sprung saß. Er warf Asgar mit einem Satz um. Das Gewicht des Tieres auf sich lastend, konnte Asgar nur noch ein Maul mit vielen Spitzen Zähnen sehen.
„ASGARRRRR!!!!!!!!!!!!“ schallte der Ruf von seiner Partnerin durch den Urwald.
Das Flügelschlagen von Vögeln erfühlte die Luft, als diese sich erschrocken zeitgleich erhoben.
War das das Ende von Asgar?

„ KIIIHHHRAAAARHHHH!!!!!“
Aber Manthala war ihren Kindern doch hold. Gerade wollte der Tiger Asgar die Kehle zerreißen, als wieder ein Schrei zu hören war.
Nicht von Rin.
Ein Kriegsschrei!
Irgendetwas Weiteres sprang aus dem Busch und warf sich dem Tiger entgegen. Der Tiger brüllte auf und lies Asgar los.
Wenn Asgar hoch schaute, dann würde er eine schlanke Gestalt sehen, die Verbissen mit dem Tier rang. Sie saß auf dessen Rücken und schlug wieder und wieder einen Dolch in das Fell des Tieres. Rin zerrte Asgar aus der Reichweite, der beiden Kämpfenden.
„ Komm…weg hier!“
Es war ein Gewirr aus Knurren, Fauchen, scharfen Krallen und Fell. Es war so schnell , dass man den zweiten Angreifer nicht erkennen konnte.
Ein schmerzverzerrtes grausiges Brüllen war dann noch zu hören und das Tier brach zusammen. Über und über war es mit Blut bedeckt, genau wie sein Bezwingern. Schwer atmend lang das Tier in seinen letzten Zügen, als die Gestalt dem Tier den Gnadenstoß gab.
Jetzt sahen sie ihren Retter.
„ Ich werd nicht mehr…“
Keuchte Rin auf.
Die Gestalt stand vor ihnen.
Der Brustkorb hob und senkte sich, sonst keine Regung.
Die Schulter und ein Bein bluteten von den Krallen, doch nichts tödliches.
Es war der Fuchshybrid.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Mittwoch 29. September 2010, 21:35

Anscheinend hatte seine Partnerin auch keine Idee, wie man aus dieser Situation wohl behalten herauskam. Asgar beobachtete unentwegt die Bewegungen des Tieres. Groß, kräftig und tödlich - keine Eigenschaften, die der Nachtelf mit dem Tier teilte.

Dann schlug das Tier zu, jedoch verfehlte es ihn um ein paar Zentimeter und nur sein Mantel wurde beschädigt. Seine Partnerin wurde durch den überraschten Angriff umgeworfen. „Rin!!“ Doch auch ihm erging es nicht anders. Der vorherige Angriff war eine Finte gewesen, jetzt folgte erst der richtige Schlag. Das traf ihn vollkommen unerwartet.
Ihm war, als hätte ihn jemand mit einer Ramme überrollt, presste ihm fast jede Luft aus den Lungenflügeln und er fiel zu Boden. Sterne tanzten einen Moment vor seinen Augen, ihm war schwindelig. „ASGARRRRR!!!!!!!!!!!!“, hörte er seine Partnerin nun panisch rufen. Rin! Hier und dort schreckten Vögel teilweise auf, so laut und durchdringend war der Schrei.
Asgar lag nun schwer atmend rücklings auf dem Boden, den Blick nur auf das geifernde und todbringende Maul der Bestie gerichtet. Sein Brustkorb fühlte sich an, als würde er jeden Moment kollabieren, denn das Tier stand mit seinen Vordertatzen auf eben jenem. Ihm kam es im Moment so vor, als würde ganz Celcia auf seiner Brust ruhen. Jetzt ist es aus! Erst ich und dann sie! Dachte er. Die Chancen standen nun schlechter als jemals zuvor.

Vor seinem inneren Auge zog sein bisheriges Leben an ihm vorbei, seine Ausbildung zum Dieb, die Bekanntschaft mit Rin, die Erlebnisse in Andunie und Serna, die Flucht aus diesem Urwaldlager, aber das war jetzt bedeutungslos. Jetzt würde er sterben.

Doch zu seinem Glück war Manthala gnädig mit ihren Kindern und sandte Hilfe. Ein markerschütternder Schrei ertönte und eine Gestalt stürzte sich auf den Tiger, der den Nachtelfen sofort aus seiner Wehrlosigkeit entließ, um sich seinem neuen Gegner zu stellen.
Asgar wusste zwar nicht, wer ihnen da zu Hilfe eilte, doch er konnte das Geräusch eines erbitterten Kampfes hören. Rin zog ihn inzwischen aus der Gefahrenzone.

„Komm…weg hier!“, rief sie. „Danke“, brachte er noch so heraus…im Moment war der Schmerz noch zu groß. Er ergriff ihre Hand, er brauchte jetzt etwas, dass er festhalten konnte. Danach betastete er seinen Oberkörper, um Verletzungen festzustellen, doch zu seinem Glück war nicht eine Rippe gebrochen oder irgendein anderes Körperteil verletzt. Und wieder einmal hatte ihn seine Rüstung gerettet. Puh! Alles noch dran! Bin noch an einem Stück! Er hatte sich nur ein paar Prellungen zugezogen. Nichts ernstes also.
Wieder einmal war er dem Tod, wie viele Male zuvor so was von knapp von der Schippe gesprungen. Noch immer schwer keuchend hievte er sich auf seine Beine, die sich immer noch etwas weich anfühlten und sah zu, wie der Unbekannte den Tiger tötete.

Dann war es still und er konnte seinen Retter erkennen. Rin stockte neben ihm der Atem: „Ich werd nicht mehr…“, meinte sie fast atemlos und auch Asgar traute seinen Augen nicht: der seelenlose Fuchshybrid war ihnen gefolgt. Wie hatte er sie finden können? Liegt es an der Kugel? „Ähm…danke für die Rettung.“ Zu mehr war er im Moment noch nicht imstande zu sagen. Immer wieder sah er zwischen dem blutbesudelten Hybriden und dem toten Tiger hin und her, dann zog er die Kugel aus seinem Ärmel. Ihm fiel auf, dass er sie die ganze Zeit vor Panik fest umklammert hatte. Hatte das den Hybriden gerufen?
„Und jetzt?“ Etwas ratlos betrachtete er den Seelenlosen, der da so lässig und blutüberströmt so vor ihnen stand. Der Kampf war nicht spurlos an dem Kerl vorübergegangen, denn auch er hatte einige Wunden, von denen jedoch keine tödlicher Natur gewesen war. Und irgendwie schien es den auch nicht zu kümmern. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper, obwohl der Schmerz einen sofort umhauen würde, sondern stand lässig, aber auch etwas bedrohlich vor ihnen. Seine Augen blickten sie beide emotionslos an.

Dann sagte Asgar auf celcianisch zu der Kugel, also indirekt zu dem komischen Kerl: „Wem dienst du?“ Zumindest hoffte er, dass er den Seelenlosen so kontrollieren konnte wie Luzien es getan hatte, indem er direkt zu der Kugel sprach. Nun war noch zu hoffen, dass er nicht die anderen auf ihre Fährte gelockt hatte.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. Oktober 2010, 14:01

Der Hybrid stand da. Keine Regung. Rin blickte genauso verwundert wie Asgar aus der Wäsche.
“ kannst du stehen” fragte sie Asgar bevor sie ihn vorsichtig losließ. Dann bewegte sie sich langsam auf den Hybriden zu.
“ wie ist er hierher gekommen?…ich dachte er hatte keine Seele mehr?…hallo?” sie wedelte mit einer Hand vor dessen Gesicht. Oder sollte man eher vor seiner Schnauze rum. Tatsächlich sah er einen Fuchs sehr ähnlich.
Er zuckte nicht einmal.
Asgar kam inzwischen auf die Idee, dass es mit der Kugel zusammenhängen konnte. Vielleicht folgte der Hybrid automatisch der Kugel und schützte den Träger. Wenn es tatsächlich der Fall wäre, so konnte Asgar irgendwie fast von Glück reden, dass er zuerst angegriffen wurde. Vielleicht hätte er denn sonst mitbekommen, wie Rin gefressen worden wäre.
So hatte er den Göttern sein dank seine Partnerin dabei.
Asgar besah sich die Kugel, die sich in seinen Händen warm anfühlte. Ein leichtes Pulsieren spürte er in seiner Hand und kurz leuchtete die Kugel auf.
Noch eben ohne Regung, bewegte sich plötzlich der Hybrid, auf die von Asgar gestellte Frage.
Rin sprang erschrocken zurück.
“ Asgar, was hast du gemacht?”
Der Hybrid ging auf Asgar zu, blieb dann stehen.
Er senkte den Kopf demütig vor Asgar , als er in die Knie ging.
“Ich diene dem, der meine Existenz schützt” kamen leise Worte über dessen Lippen. Sie hatten starken Akzent. Sie klang jung und doch irgendwie melodisch. Doch auch eine Spur von Wildheit. Was auch immer er sonst für eine Rasse war, war so nicht rauszuhören.
“ Schutz?” Ungläubig sah Rin Asgar an.
“ wurde dem das erzählt, dass man seine Seele schützt…er st vollkommen hörig…hmm, sollten wir die Wunden versorgen?…vielleicht kann er uns raushelfen…”
Rin ließ dabei den Hybriden nicht aus den Augen. Auch warf sie wieder und wieder einen Blick auf den toten Tiger. Wenn der Hybrid mit so was fertig wurde, wie leicht würde ihm dann die beiden Nachtelfen unterliegen?
Doch wie dem auch sei, sie waren noch immer nicht außer Gefahr.
Und wer wusste schon, ob so ein seelenloser Diener nicht noch nützlich werden konnte- nicht nur bei der Tötung von Tigern.
Asgar konnte jedenfalls deutlich ein Kribbeln in seiner Hand fühlen, so als würde ihn eine unbekannte Kraft locken, diesem Jungen die Freiheit seiner Seele zu verwehren.
Eine Stimme war plötzlich für Asgar hörbar. Säuselnd. Wie eine Schlange wand sie sich in seinen Geist, wollte ihn gewinnen.
“ hier hast du die Chance, etwas Besonderes zu werden…herrsche über das Mischwesen. Es ist nicht vollwertig…nutze seine Talente bei der Flucht oder gegen Feinde…keiner wird dich besiegen”
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Dienstag 5. Oktober 2010, 18:05

Er hielt sich immer noch die Seite, das Gewicht des Tigers hatte sehr stark auf ihm gelastet. „Kannst du stehen?”, fragte Rin. „Es geht schon.“ Eine knappe Antwort. Sie bewegte sich auf den Hybriden zu, doch der reagierte nicht. Nicht einmal, als sie mit der Hand vor seinem Gesicht hin und her wedelte. “Wie ist er hierher gekommen?…ich dachte er hatte keine Seele mehr?…hallo?” Auch ihr kam es ziemlich komisch vor.

Asgar konnte eine Art Wärme spüren, die anscheinend von der Kugel ausging. Sie schien sich in seinem ganzen Körper auszubreiten. Es wirkte…beruhigend. Zumindest war er nicht mehr so nervös wie zuvor. Und auch ein leichtes Kribbeln durchflutete seinen Arm, der das Seelengefäß hielt. „Ich glaube, er ist der Kugel gefolgt. Anscheinend spürt er sie.“ Damit versuchte er zu erklären, dass, solange sie die Kugel hatten, der Hybrid sie überall aufstöbern könnte.

Seine Partnerin wich erschrocken zurück, als der Hybrid auf Asgar zu ging und vor ihm auf die Knie sank und das Haupt demütig neigte. “Ich diene dem, der meine Existenz schützt”, sagte der Seelenlose mit monotoner Stimme. Was ist den jetzt los? Dachte der Nachtelf verdutzt.
So etwas hatte er noch nie erlebt. Dass jemand vor ihm auf die Knie ging, es war so fremd, so unnatürlich. Vor einem Dieb verneigte sich niemand. Eher trat man sie oder grenzte sie aus, aber das? “Asgar, was hast du gemacht?”, fragte die Nachtelfin, ebenfalls total überrumpelt. „Äh…Ich habe ihn nur gefragt, wem er dient…mehr auch nicht.“ Hm. Er wird mir zwar eine Weile nützen, zumindest solange, bis wir hier raus sind, aber er muss sein altes Leben zurückbekommen. Dieses Schicksal hat niemand verdient. Er spürte Mitleid für den Seelenlosen in sich aufsteigen.
“Wurde dem das erzählt, dass man seine Seele schützt…er ist vollkommen hörig…hmm, sollten wir die Wunden versorgen?…vielleicht kann er uns raushelfen…”, meinte sie. Asgar nickte. Auch ihm war der Urwald zuviel. Halb tot wäre er wirklich keine große Hilfe, obwohl ihm die Verletzungen kaum etwas auszumachen schienen. Die Wunden versorgen war das einzig richtige, das sie im Moment tun konnten. Vielleicht würde er sie eine Weile beschützen, zumindest Asgar, der, der die Kugel trug. „Kennst du dich denn mit so etwas aus?“, fragte er seine Partnerin. Er selbst war nicht in der Heilkunst bewandert.
Asgar musterte den Jungen, der da immer noch vor ihm kniete. Er war wirklich noch ein Junge, scheinbar nicht älter als 20, aber das konnte man nicht wirklich feststellen. Bei Hybriden war das Alter immer etwas schwerer zu bestimmen, als bei einem Menschen.

Da hörte er in seinem Kopf eine feine säuselnde Stimme: “Hier hast du die Chance, etwas Besonderes zu werden…herrsche über das Mischwesen. Es ist nicht vollwertig…nutze seine Talente bei der Flucht oder gegen Feinde…keiner wird dich besiegen”. Anscheinend wollte die Stimme, dass Asgar den Seelenlosen für seine eigenen Machenschaften benutzte. Doch er sträubte sich gedanklich dagegen. Ihm schien es falsch.
Herrschaft über andere war noch nie sein Ziel gewesen. Zwar hatte er sich schon allzu oft vorgestellt, wie es als Herrscher wäre, doch er wollte es nicht in der Realität umsetzen. Auch mit Macht konnte er nichts anfangen. Macht machte unvorsichtig und im Schlimmsten Fall größenwahnsinnig. Wahrscheinlich würde ihm die Stimme noch raten, sich mithilfe des Seelenlosen zum dunklen Herrscher von Morgeria aufzuschwingen. Und das lag nicht in seinem Interesse. Vergiss es! Ich lasse mich nicht verderben! Seine ganzen Gedanken waren jetzt in die Defensive ausgerichtet. Er würde diese Stimme nicht gewinnen lassen. Er würde den Hybriden befreien, damit er ein normales Leben führen konnte, weit weg von Krieg und Tod.

„Wenn wir hier raus sind, werden wir zuallererst einen Weg finden, unseren Freund hier von seinem seelenlosen Dasein zu erlösen. Niemand, nicht einmal der böseste und gemeinste Dunkelelf hätte ein solches Schicksal verdient“, sprach er mit ernster Stimme. Damit plädierte er an ihren Verstand, das Richtige zu tun. Schließlich wären sie beinahe auch zu solchen „Wesen“ geworden, hätte der Magier sie nicht gerettet. „Das sind wir Silvarius schuldig.“

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Montag 11. Oktober 2010, 16:06

“Naja, meine Heilkünste sind nicht die besten…aber ich denke es wird ausreichen.”
Sie begann in ihrer Tasche zu wühlen. Kurz darauf holte sie ein größeres Tuch hervor, welches sie dann in Streifen schnitt.
“ eigentlich wäscht man so was…so glaube ich…aus…doch ich habe nichts dabei.” Sie näherte sich wieder vorsichtig dem Hybriden. Kurz stupste sie ihn an , doch keine Regung. Sie sah zu Asgar und zuckte dann mit den Schultern. Dann verband sie provisorisch die Wunden. So würde jedenfalls kein Dreck reinkommen.

Zeitgleich war Asgar mit sich selbst beschäftigt…oder eher mit der fremden Stimme. Jedoch hatte Asgar das Herz am rechten Fleck und alles in ihm, wehrte sich gegen den Eindringling.
“Verschwende nicht das Potential, was du dadurch gewinnst…” schrie die Stimme zu ihm. Mit jeden Wort wurde sie lauter. Dann siegte jedoch Asgar.
Sein Kopf war frei! Vorerst.

“ ist alles in Ordnung?” Rin sah ihn sehr besorgt an. Sie hatte ihm die Hand auf die Schulter gelegt. Wann war sie ihm so nah gekommen?

“Wird aber nicht so einfach sein!…ich mein, wir können ja schlecht damit zum nächsten Magier gehen und ihn fragen, oder?…” dann sah sie ihn empört an.
“ Was soll das denn heißen? Natürlich hat das keiner verdient…jeder sollte Herr seiner Seele sein, obwohl bei Dorcha würde ich eine Ausnahme ma…Scherz!” Sie zwinkerte ihm zu. Es war tatsächlich ein Scherz.
Neugierig begutachtete sie nur ebenfalls die Kugel. Sie sah harmlos aus. Hätten sie beide nicht gewusst, was das ist, so hätte man es fast für ein Schmuckstück halten können.

“ Das Ding sieht wirklich hübsch aus....Was denkst du Asgar, ob Silvarius es überstanden hat…ob er da weggekommen ist?…wie wollen wir denn unseren freund hier nennen?… “

Der Hybrid hatte sich inzwischen wieder erhoben.

“ Du, Asgar, wir sollten weiter…tote Tiere locken andere Tiere an…und ich hätte eigentlich auch nichts gegen ein Lager…nur wo?”
Rin war wirklich mehr als nur erschöpft, was Asgar ihr auch ansah. Dafür kannte er sie ja schon lange
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Montag 11. Oktober 2010, 18:53

“Naja, meine Heilkünste sind nicht die besten…aber ich denke es wird ausreichen”, meinte sie auf seine Frage, ob sie etwas von Heilen verstand. „Gut. Ich glaube, unser Freund hier wird es uns danken.“ Eigentlich nicht wirklich…hm… Zumindest würde er ihnen erst von sich aus danken können, wenn seine Seele wieder in seinem Körper wäre. Solange dauert es eben noch…

“Eigentlich wäscht man so was…so glaube ich…aus…doch ich habe nichts dabei“, sagte sie und näherte sich dem Seelenlosen. Doch der reagierte nicht und ließ sich die Wunden verbinden. Oha! Das ist doch nicht mehr normal… er ist absolut willenlos…

Dann wieder diese Stimme, die versuchte, sich in seinem Verstand breit zu machen: “Verschwende nicht das Potential, was du dadurch gewinnst…” Sie wurde immer lauter. Und drohender. Verschwinde! Lass mich! Asgar wehrte sich mit jedem Gedanken gegen eine mögliche Kontrolle. Macht über andere zu haben war zwar sehr verlockend, doch er wollte das nicht. Er konnte damit nichts anfangen.
Dann ließen die Gedanken nach…Puh! Und er spürte eine wohl vertraute Präsenz neben sich: Rin! “Ist alles in Ordnung?”, fragte sie besorgt. „Alles in Ordnung. Mir schwirren im Moment nur sehr viele Gedanken im Kopf herum. Ich muss das Erlebte erst einmal richtig verarbeiten.“ Er wirkte sehr erschöpft. Seit wie vielen Stunden war er eigentlich schon auf den Beinen? Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor. Auf jeden Fall müsste er wieder richtig ausschlafen. Und etwas zum Essen schadete bestimmt auch nicht.

“Wird aber nicht so einfach sein!…ich mein, wir können ja schlecht damit zum nächsten Magier gehen und ihn fragen, oder?…” Er nickte. Sie hatte ja Recht, denn es würde schon komisch wirken. Dann jedoch wirkte sie etwas empört. “Was soll das denn heißen? Natürlich hat das keiner verdient…jeder sollte Herr seiner Seele sein, obwohl bei Dorcha würde ich eine Ausnahme ma…Scherz!” Ihr Zwinkern bestätigte ihm, dass es ein Scherz gewesen war. Asgar lächelte matt. Er war müde, doch wo sollten sie nächtigen?

Dann widmete sie sich ebenfalls der Kugel. Immer wieder wechselte Asgar die Hand die sie hielt, denn das pulsierende Gefühl ließ langsam seinen Arm taub werden. “Das Ding sieht wirklich hübsch aus....Was denkst du Asgar, ob Silvarius es überstanden hat…ob er da weggekommen ist?…wie wollen wir denn unseren Freund hier nennen?… “ Silvarius… „Ich…weiß nicht. Ich weiß nicht, ob er doch noch entkommen konnte. Und den Ork haben wir ebenfalls verloren.“ Dann bei dem letzten Satz grinste er. „Keine Ahnung. Vielleicht hat er ja schon einen Namen. Soll ich ihn fragen?“
Er zwinkerte verstohlen zurück. Er mochte Rin. Ihre unbeschwerte Art hatte es ihm einfach angetan. Schon deshalb, weil er immer zuerst an sie dachte, bevor er über sein eigenes Wohlergehen entschied. In Andunie hatte sich ihm aber diese Gelegenheit nicht geboten, da Felton sie hatte entführen lassen und sie somit unauffindbar gewesen war.
Doch das waren vergangene Zeiten. Jetzt waren sie ja wieder zusammen. Nichts und niemand könnte sie wieder auseinander reißen. War es nur Freundschaft, die sie verband oder konnte man da auch schon von Liebe sprechen? Bestimmt könnte das keiner von beiden einfach so aus dem Kopf heraus sagen. Was man jedoch mit Gewissheit sagen konnte war, dass sie sich sehr sehr nahe standen.

Nach einer Weile kam sie darauf zu sprechen, dass sie sich erst einmal einen sicheren Ort suchen sollten. Zumindest die Tigerleiche sollten sie so weit von sich weg haben wie nur möglich. Es war vollkommen klar, dass tote Tiere nur noch weitere Fleisch- und Aasfresser anlockten, bestimmt schlimmere Kreaturen, als es der Tiger gewesen war. Obwohl der auch für sich allein Furcht erregend gewesen war.

„Lass uns auf jeden Fall schnell einige Meilen zwischen uns und diesen Ort bringen, dann können wir uns ein Lager aufschlagen. Ich hoffe, dass uns neue Überraschungen vorerst erspart bleiben.“ Auch ihn widerte dieser Ort an. Es war das reinste Blutbad, das der Hybrid hier veranstaltet hatte. Doch dieses Blutbad hatte sie beide gerettet.

Er kam jedoch noch einmal auf die Namensfrage zurück. „Wie heißt du? Oder wie nennst du dich?“ Fragte er betont ruhig die Kugel.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 14. Oktober 2010, 13:59

Gebannt sah Rin von Asgar zu dem Hybriden. Die kleine Kugel leuchtete sanft auf, als er seine Frage an den Hybriden richtete.
Dieser blickte zwar ins Leere, doch antwortete er tatsächlich.
“ mein Name ist Alcaero Sonnenwind. Ich nenne mich Windfuchs”
Der Name hatte etwas elfisches. Wer wusste schon ob er nicht eins ein Elf war. Die schlanke Statur könnte dafür sprechen. Vielleicht ein verstoßener.
Viel zu oft kam es selbst in guten Familie vor, dass ein Hybrid verstossen wurde.

“na, das ist ja was…sollen wir ihn Windfuchs rufen?…ich glaube, du kannst ihn alles fragen und er wird antworten."
Und damit hatte Rin bestimmt recht. Asgar herrschte über den hybriden, ob es ihn passte oder nicht. Er hatte die Kugel, welche ewig vor sich hin pulsierte.

Dann stupste sie Asgar an. Sie wollte endlich weiter.
“ verstau die Kugel besser…komm lass uns einen platz suchen” Sie griff seine Hand, sah ihn dann kurz fast schon verlegen an. Kurz ließ sie ihn los, grinste breit, griff dann aber wieder gefasst zu und zerrte ihn mit.
Was auch immer eben mit ihr war, sie ließ es sich nicht anmerken.

Sie ging voran. Weg von dem Blutbad. Weg von dem toten Tiger.
Tiefer in den Urwald.Weiter durch dichte Farngewächse, wildes Gestrüpp und Ranken. Es war mehr als mühselig. Hier und dort musste man über größere Wurzeln klettern, oder tiefhängenden Zweigen ausweichen.
Der hybrid hatte dagegen keine Mühe. Er bewegte sich wie jemand, der den Wald kannte. Die natur ließ ihn scheinbar ohne Mühe passieren.
Die Vielzahl von seltsamen Pflanzen war gewaltig. Noch nie hatten zwei nachhelfen, so eine Anzahl von verschiedensten Pflanzen gesehen.
Doch es war keine Zeit sich dies alles näher anzusehen.
Sie gingen an Blumen, die so groß wie Asgars Hand waren vorbei. Sahen Vögel, welche in der luft zu schweben schienen, weil sie so unglaublich schnell mit den Flügeln schlügen. Fast hätte man sie sogar für Insekten halten können, da sie so klein waren. Blumen in allen Farbvariationen.
Doch es gab auch Wesen, die nicht so schön waren. Sie sahen eine große haarige Spinne, die gerade einen Vogel fraß. Das Tier zuckte noch deutlich…und Geräusche von Tieren , die man nicht kannte.

Sie liefen eine ganze Weile, doch die Kraft fehlte mehr und mehr. Dazu kam die schwüle Luft mit den vielen exotischen Gerüchen.

Aber Manthala war ihren Kindern gnädig. Gerade als sich die Dunkelheit der Nacht noch auf den Urwald senkte, kamen sie an einen Bach an. Nicht weit davon entfernt, war ein großer Baum.
In den Ästen konnte man eine Art Hütte sehen.
“ Asgar?…siehst du das auch?…ich seh nach…” damit stürmte sie vor. Noch eben erschöpft erklomm sie den Baum. Sie brauchte zwar länger als wenn sie erholt wäre, jedoch schaffte sie es.

Hatten sie tatsächlich einen Bewohner gefunden?

“ Asgar” rief sie von oben runter.
“ Komm hoch…hier ist niemand…wohl auch länger nicht mehr gewesen….komm!”

Sollte Asgar hochklettern, so würde der Hybrid folgen. Selbst ihn konnte man die körperliche Erschöpfung ansehen. Doch kam keine Klage. Wahrscheinlich würde er einfach umkippen, wenn der Körper ausgelaugt war. Und wie sah es mit essen und trinken aus?
Frisches Wasser gab es am Bach. Vielleicht sogar Fisch.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Donnerstag 14. Oktober 2010, 18:05

Schließlich war er im Moment ein willenloses Werkzeug. “Mein Name ist Alcaero Sonnenwind. Ich nenne mich Windfuchs.” Dem Namen nach, den er trug ließ darauf schließen, dass es sich um einen ehemaligen Elfen handeln könnte. Wahrscheinlich wurde er verstoßen, als er zu einem Hybriden wurde. Ein schreckliches Schicksal.

Asgar nickte mit dem Kopf, zum Zeichen, dass er den Namen verstanden hatte. Hoffentlich würde der Hybrid diese Geste verstehen. “Na, das ist ja was…sollen wir ihn Windfuchs rufen?…ich glaube, du kannst ihn alles fragen und er wird antworten", meinte Rin nebenher. Wieder nickte Asgar. „Ja, so können wir ihn nennen, sein richtiger Name ist mir zu kompliziert.“ Und das er momentan die Macht über diesen Hybriden hatte, vereinfachte die Sache. So konnte er ihm bei Gelegenheit vielleicht einige Details über diese Sekte oder Organisation verraten. Besser man wusste genauer über diese Kerle bescheid. Das Meiste hatten sie ja in Erfahrung bringen können: sie verkauften Seelenlose als Kampfsklaven an das Dunkle Volk. Bahnte sich da etwa ein Krieg an?

“Verstau die Kugel besser…komm lass uns einen platz suchen”, sagte sie ungeduldig. „Sofort“, sagte er und verstaute die Kugel in einer der vielen Manteltaschen. Dann trat seine Partnerin auf ihn zu und fasste ihn am Arm. Kurz ließ sie ihn wieder los und sah ihn verlegen an. Was das wohl war? Ihre Mimik war nun unergründlich. Dann grinste sie und fasste ihn wieder am Arm. Und dann gingen oder vielmehr liefen sie los.

Der Weg war beschwerlich, da sie sich in unvertrauter Umgebung zurechtfinden mussten. Immer wieder stolperte er beinahe über große Wurzeln oder bekam einen Zweig ins Gesicht geschlagen, doch zu ihrem Glück trafen sie kein anderes Raubtier, das ihnen den Garaus machen wollte. Trotzdem war es für den angeschlagenen Asgar nicht viel leichter. Die Prellungen und blauen Flecke schmerzten bei jeder Bewegung. Verdammt! Uff! Der Tiger hatte schon seine Spuren hinterlassen. Lange würde er das Tempo womöglich nicht durchhalten. Asgar fluchte in Gedanken immer wieder. Er hatte auch Grund dazu. Schließlich war das alles nicht ganz nach Plan verlaufen.

Der Hybrid, der sich Windfuchs nannte hingegen, kam mühelos voran. Scheinbar war er hier in vertrauter Umgebung, sodass er sich wesentlich besser bewegen konnte als die beiden Nachtelfen. Die warme und stickige Luft tat ihr übriges. Sie kamen mit der Zeit immer schwerer voran, doch noch hielten sie nicht an.

Dann endlich kamen sie an einem Bach an, an dessen Ufer ein großer Baum stand. Man konnte im Dunkeln die Umrisse einer Hütte erkennen, die in den Ästen des Baumes errichtet worden war. Ein Glück! Ein Haus, in dem wir uns etwas ausruhen können, sofern der Hausherr nichts dagegen hat! Dann wurden seine Gedanken abgelenkt, als eine ihm vertraute Stimme sagte: “Asgar?…siehst du das auch?…ich seh nach…” Rin. Sofort war sie, bevor Asgar irgendetwas entgegnen konnte, schon dabei, auf den Baum zu klettern. Hoffentlich bricht sie sich nichts… Dachte er. Und wieder kamen Gefühle für die Nachtelfin hoch. Zwar dauerte das einige Zeit, doch schließlich war sie oben.

Sie sah sich dort oben um und rief dann herunter. “Asgar. Komm hoch…hier ist niemand…wohl auch länger nicht mehr gewesen….komm!“ Damit signalisierte sie ihm, dass alles in Ordnung war und keine Gefahr bestand. Er wandte sich zu dem Hybrid um, dem man wirklich die Erschöpfung ansehen konnte. Auch er wirkte ausgezehrt und würde Ruhe brauchen. Asgar zog die Kugel hervor. „Wir klettern da hoch. Dort können wir uns erholen. Folge mir.“ Dann fing er an zu klettern. Jeder Meter war für ihn eine Herausforderung, denn die Prellungen schmerzten entsetzlich. Wenn er oben wäre, würde er sich zuallererst darum kümmern. Auf Dauer hielt er das nicht aus. Zwar war er viel gewohnt, doch auch für ihn gab es eine deutliche Grenze. Verfluchte Schinderei! Wer ist so bekloppt und baut eine Hütte mitten in einem Baum? Jede Bewegung tat weh! Nicht wie damals, als sie ihn in Serna nicht allzu freundlich eingekerkert hatten. Die Wunde die er davongetragen hatte war zwar schon verschorft, aber er erinnerte sich immer noch an das grobe Vorgehen der Wachen. Soll Faldor sie holen! Dachte er entrüstet, besann sich aber. Faldor war nicht sein Gott! Er diente Manthala.

Dann fiel ihm immer wieder Rin ein, die ihn ein paar Stunden zuvor mit so einem seltsamen Blick angesehen hatte. Irgendwie konnte er sich nicht wirklich einen Reim darauf machen, also beließ er es vorerst dabei. Einmal blickte er hinunter. Zumindest schien der Hybrid seiner Aufforderung gefolgt zu sein, denn er konnte ihn ebenfalls kletternd erkennen.

Mit letzter Kraft zog er sich nach oben. „Puh! Warum hat jemand so weit oben eine Hütte errichtet?“, sagte er etwas atemlos. Jetzt brauchte er aber erst einmal etwas im Magen. Egal was, Hauptsache es war schnell aufzutreiben. Er würde sogar Erde essen, nur um etwas im Magen zu haben.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Freitag 15. Oktober 2010, 19:34

Endlich war er oben angekommen. Der Weg war nicht leicht gewesen.
Was Asgar oben erwartete, musste ihn jedenfalls etwas beruhigen.
Es war tatsächlich eine kleine Hütte, die jemand wohl in den Baum gebaut hatte. Sie bestand zwar nur aus einem Raum, doch das war genug.
Das Dach war ohne Löcher und es bot Schutz vor wilderen Tieren.
Rin Wartete oben auf Asgar und half ihm das letzte Stück hoch.
“ das ist sogar richtig gemütlich…naja, wenn man etwas rumräumt” sie lächelte ihn an.

Windfuchs war auch ohne Hilfe oben angekommen. Er hielt sich an einem Ast fest, der wie ein Haltegriff fungierte.
Der Asgar musste den Kopf einziehen, wenn er durch die Tür gehen wollte.
“ Vorsicht!” meinte Rin noch und trat vor ihm rein.
“ Ich glaube hier hatte nur eine Person gelebt…sieht jedenfalls so aus.”

Der Raum war geräumig. Auf einer Seite war eine große Schale aus gebrannten Ton und eine aus holzgefertigte Kanne. Man hatte sie wohl im Feuer wasserabweisend gemacht. Beides Stand auf einer grob gezimmerten Kiste oder Truhe. Von der Decke hingen mehrer Körbe herunter, welche wohl aus Gräsern gefertigt waren. In einem Art Regal standen mehrer kleine Kisten und lagen verschiedene Beutel rum. In einer ecke war eine Schlafstätte, die mit allerlei Stoffen und Fellen ausgelegt waren. Jedenfalls musste es so was sein- es befand sich sonst kein Bett dort. Nur den Berg von Fellen.
Eine große schwere Vase, die edel verziert war, stand ebenfalls verschlossen in einer Ecke.
Aus einem Stein, lag eine Schale die wohl eins Obst beherbergte. Nur noch ein paar Nüsse lagen dort drin.
An einem nach drinnen wachsenden Ast hingen ein Bogen und mehrer Pfeile. Darunter war ein Wasserschlauch und ein kleiner, doch recht reich verzierter Rucksack. Er sah gefüllt aus.
Wenn sie sich umsahen, so konnte man noch einen Korb sehen, wo sich Kleidung befand. Eine kleine Mäusefamilie hatte sich dort eingenistet.
Es glänzte daraus.
Was ist das denn” fragte sich Rin und griff hinein.
Eine Kette holte sie hervor. Sie war aus puren Gold und hatte einen grünen Kristall als Anhänger. Winzige Schriftzeichen waren da eingraviert.
Es war Elfisch.
Hatte hier ein Elf gelebt?

“ Schau du doch mal, ob hier was essbares ist...dein Magen knurrt genauso laut wie meiner”
Tatsächlich würde Asgar im Rucksack noch Pökelfleisch finden. Rin machte in der zwischenzeitlich an das Felllager.” ich hoffe es stört den Besitzer nicht…wo soll denn Windfuchs nächtigen? Bei uns?”
Sie wühlte herum, schüttelte die Felle aus und kuschelte sich dann hinein.
Sie gähnte kräftig, lächelte ihn dann schelmisch an.
“ ist dir vorhin nichts passiert?…ich will mir das mal ansehen….das heißt Ausziehen!” sie klopfte neben sich und lachte auf.
“ keine Sorge, nur Kontrolle!.oder bist du schüchtern?“ foppte sie ihn weiter.
“komm wir teilen uns die Felle.” schlug sie ihn dann sachlich vor.
Doch foppte sie ihn nun wirklich oder war es ihre Art zu zeigen, das sie ihn mochte.
Asgar kannte Rin schon ewig, war sie wirklich nur eine Freundin? Oder eine Schwester? Oder doch mehr?
Lag es vielleicht nur an der Situation?
Er konnte auf jeden fall nicht abstreiten, dass sie in den Fellen einen gewissen Reiz bot.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Freitag 15. Oktober 2010, 23:09

Endlich oben, erkannte Asgar, dass die Hütte eigentlich recht ansprechend aussah. Aber nur, wenn man ordentlich umräumte, wie Rin betonte. Dabei lächelte sie ihn wieder an. Er ließ seinen Blick schweifen. „Hm…für eine Nacht reicht die Hütte. Hoffen wir, dass der Besitzer nicht doch noch auftaucht“, meinte er grübelnd. Sie wirft mir so seltsame Blicke zu… Dieses Rätsel jetzt zu lösen wäre zu Zeitaufwendig, schließlich wurde davon sein Magen nicht voll. Sie schien ebenfalls Hunger zu haben. Nicht gerade verwunderlich. Schließlich war das Essen, das sie in diesem komischen Lager erhalten hatten, die letzte Mahlzeit gewesen.

Der Hybrid dagegen war ohne jedwede Hilfe nach oben gelangt. War auch nicht verwunderlich, schließlich hatte er die Order bekommen, Asgar, seinem „Meister“ zu folgen. Dieser musste sich erst mal an dieses komische Gefühl gewöhnen. Schließlich war er es gewesen, den man jahrelang herumgescheucht hatte. Um irgendwelches Zeug zu klauen, die Mehrheit davon war kitschiger Mist. Aber man hatte ihn gut bezahlt. Doch er behielt das Geld nicht, sondern brachte es auf dem schnellsten Weg zu seiner Familie.

Nun ging er geduckt durch den Eingang und stand schon in der ganzen Hütte. Ein einziger Raum, mehr nicht. Aber in der Not konnte man nicht wählerisch sein. Für sie würde es auf jeden Fall reichen. Die Vase sprang ihm sofort ins Auge. Was ist denn das für ein Kitsch? Grässlich! Noch aber legte er keine Hand an, vielleicht fand sich ja später die Zeit dafür.

Dann entdeckte er Pfeil und Bogen und sogar einen prall gefüllten Rucksack. Hm…zumindest sieht es so aus, als müssten wir die nächste Zeit über keinen Hunger leiden. Doch bevor er ihn sich besser ansehen konnte, sagte Rin: „Was ist das denn?” „Hm? Was meinst du?“, fragte Asgar überrascht, als sie auch schon eine goldene Kette hervorholte. Oho! Gold! Asgars Augen wurden groß. Fast schon so groß wie der Kristall, der am unteren Ende der Kette baumelte. „Oh mann!“ Zu mehr war er nicht in der Lage. Es gehört ihr. Sie hat sie gefunden.
“Schau du doch mal, ob hier was essbares ist...dein Magen knurrt genauso laut wie meiner”, sagte sie, während sie sich um das Felllager kümmerte. „Mach ich“, sagte er und kramte in dem Rucksack herum. Und tatsächlich fand er etwas zum Essen: Pökelfleisch. Genug, um zumindest den gröbsten Hunger zu stillen. „Ich hab etwas Essbares gefunden.“

”Ich hoffe es stört den Besitzer nicht…wo soll denn Windfuchs nächtigen? Bei uns?” Rin war sich nicht sicher, wo sie den Hybriden schlafen lassen sollten. „Hm. Ich weiß nicht. Wir können ihm ja einen Schlafplatz herrichten. Es sind ja genug Felle da“, meinte Asgar. Er schnappte sich ein paar der Felle und legte sie neben dem Hybriden auf den Boden. „Schlaf ein wenig, damit du für morgen ausgeruht bist“, sagte er zu der Kugel. Dann legte er ihm auch etwas Pökelfleisch hin, falls er Hunger haben sollte. Wahrscheinlich würde der Seelenlose seinen Worten unverzüglich gehorchen und sich hinlegen.

Rin hatte sich indessen in die Felle gekuschelt und sah ihn mit einem Lächeln an. „Was ist?“, ,meinte Asgar, der ebenfalls lächelte. “Ist dir vorhin nichts passiert?…ich will mir das mal ansehen….das heißt Ausziehen!”, meinte sie und klopfte neben sich auf das Fell. Das konnte sie doch nicht ernst meinen! Oder doch? „Wie?“ Asgar war etwas verwirrt.

“Keine Sorge, nur Kontrolle!.Oder bist du schüchtern?“, sagte sie noch hinterher. Dieser Wortlaut war eindeutig doppeldeutig. “Komm wir teilen uns die Felle.” Sie klang nun sachlich diplomatisch. Er grinste. Am Ende würde er eh zusagen, er kannte sie doch lange genug. „Na gut.“ Also zog er den Umhang aus. Den muss ich unbedingt reparieren lassen! So konnte er schließlich nicht durch die Gegend laufen, auch ein Dieb hatte seinen Stolz. Und für ihn war es lebensnotwendig, Nachtelfen waren ohne so einen Umhang im Sonnenlicht aufgeschmissen.
Dann öffnete er die Riemen des Rüstungsteils, das den Oberkörper schützte und legte ihn auf den Boden. Die Rüstung war auch schon ziemlich angewetzt, aber hatte ihm bisher das Leben gerettet. Dieses Mal auch.
Sein Oberkörper war wie sein Gesicht makellos und schimmerte wie weißer Marmor. Doch einige dunkle Flecken trübten diesen Anblick, verliehen ihm doch einige Makel. Verwischten die Perfektion. „Hab ich’s mir doch gedacht“, sagte Asgar, der sich jetzt neben Rin gesetzt hatte und alles in Augenschein nahm. Einer der blauen Flecken war so groß wie seine geballte Faust, der Tiger hatte ihn ordentlich erwischt. „Die werde ich noch einige Zeit lang spüren.“ Zum Glück waren es nur blaue Flecken. Da war er noch glimpflich davongekommen. Andere hätten Gliedmaßen verloren oder sogar ihr Leben. Tiger waren gefährliche Raubtiere. Er wäre froh, wenn sie wieder in heimatlichen Gefilden waren.

Aber gleichzeitig kam ihm die unmittelbare Nähe zu Rin etwas seltsam vor. Sie strahlte etwas Reizvolles aus, vielleicht lag es auch daran, dass er mit entblößtem Oberkörper neben ihr saß. Dann sah er sie grinsend an. „Was ist? Noch nie einen freien Oberkörper gesehen?“, neckte er sie. Er war sich der Situation völlig bewusst, dass etwas völlig Verrücktes passieren könnte.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 20. Oktober 2010, 14:19

Windfuchs hatte tatsächlich nicht lange zu warten sich auf das Lager niedergelassen. Er lief auf allen vieren noch dreimal im Kreis auf den Fellen und rollte sich zusammen. Er machte einen friedlich Eindruck und sah einer schlafenden Katze ähnlich.
Das Pökelfleisch beschnupperte er und verspeiste es gierig, dann schloss er die Augen.

Auch Rin hatte das Pökelfleisch entgegengenommen. Ihr Gesicht verzog sich ein wenig, es war ziemlich salzig. Doch besser als nichts zu essen.
“ ich werde mich nie daran gewöhnen” brachte sie zwischen ein paar Bissen hervor.

Asgar selber betrachtete erst die Hütte, gab Windfuchs den Befehl und zog sich dann auf Aufforderung seine Oberbekleidung aus.
Rin lag in den Fellen, biss immer wieder ins Pökelfleisch und sah ihn aufmerksam an. “ Natürlich habe ich schon einen nackten Oberkörper gesehen…sogar schon mehr” Foppte sie ihn.
Als sie dann die blauen Flecke sah, weiteten sich ihre Augen und sie setzte sich auf.
“ Du hast verdammtes Glück gehabt. Manthala ist dir wirklich hold.” Sie rutschte etwas zu ihm ran. Ihre Finger berührten den blauen Fleck, zeichneten ihn nach.
Ihr warmer Atem nah an seiner Haut.
Plötzlich schluckte sie hart.
Ohne Vorwarnung schlang sie beide Arme um ihn und drückte ihr Gesicht an seinen Körper.
“ ich..ich…” Stammelte sie los.
“ich… hatte so eine Angst!…Asgar, da war dieses Vieh….es wollte dich töten… ich konnte nichts tun….wenn nicht Windfuchs…. ich hätte dich verloren” Sie schluchzte und hielt ihn fest.
Ihr Körper zitterte und bebte. Die Anspannung der letzten Tage platze aus ihr heraus.
Aagar kannte Rin, doch diese Seite hatte sie meist von ihm verborgen gehalten… bis jetzt.
Sie war nicht runter zukriegen, hielt sich immer taff.
Erst nach einer Weile löste sie sich von ihm.
“ ich habe dir nie gesagt, was du für mich bist” Sie blickte ihn an, die Augen von weinen noch gerötet. Dach doch strahlte sie ihn an.
“ Doch ich zeige es dir”
Ihre Lippen trafen die Seinen und sie küsste ihn. Nicht wie Freunde sich küssten, sondern es war mehr.
Sie setzte sich auf seinen Schoss, geschmeidig wie eine Katze war ihre Bewegung. Ihre Hände verschwanden kurz hinter ihrem Rücken, als sie sich ihre Lederkorsage öffnete. Es dauerte nicht lang, da saß sie vollkommen entblößt auf seinen Schoß. Sie lächelte ihn herausfordernd an. Auf ihrem Oberkörper konnte er auch ein paar blaue, aber wesentlich kleine Flecken sehen. Sonst war die haut ebenmäßig. Wie aus weißen Marmor gemeißelt. Ihr Körper leicht durchtrainiert, aber zeigte doch genug Weiblichkeit.
Sie küsste ihn wieder, ihre Brust berührte die seine. Mit einem kräftigen Ruck drückte sie ihn in die Felle, während sie seine und auch ihre weitere Kleidung entfernte. Zwischendurch sah sie ihn an. Ein Blick der nach Einverständnis fragte., nur nichts Falsches zu machen.. Dann nahm sie seine Hände, legte sie sanft auf ihren Busen.
Sie nickte ihn zumunternd an.
Sie griff in ihr Haar, löste die Spange, die es hochhielt.
Ihr Haar fiel ihr ins Gesicht, wild und weich wie die Trägerin.
Sie zog ihn zu sich, drückte sich an ihn, als wenn es kein Morgen gäbe.
Und nur die Sterne konnten vielleicht etwas sehen oder hören, was dort in der Hütte geschah. Windfuchs würde es nicht interessieren.
Wenn Asgar mal davon geträumt hatte, von einer Frau verführt zu werden, so hatte er da bestimmt nicht Rin im Hinterkopf. Oder vielleicht doch?
Doch hier passierte es ihm.
Er wurde von der Frau verführt, die ihn schon lange begleitet hatte. Auch wenn es seltsam war, doch vielleicht war es nicht schlecht, was in den letzten Tagen geschehen war. Dann wäre dies vielleicht nie gesehen.
Wie Asgar schon innerlich gespürt hatte, es war etwas Verrücktes passiert.

Erst als die Geräusche des Tages wieder lauter waren, wurde Asgar durch die Wärme geweckt. Neben ihn lag Rin, sie hatte sich an seine Brust gekuschelt und blickte friedlich drein.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Donnerstag 21. Oktober 2010, 19:17

Aus den Augenwinkeln beobachtete er, wie Windfuchs sich zur Ruhe bettete. Anscheinend war er schon längere Zeit ein Hybrid, oder war es in jungen Jahren geworden, denn er zeigte fast dieselben Gewohnheiten wie ein echter Fuchs. Zumindest kamen Asgar die Bewegungen merkwürdig vor.

„Ich werde mich nie daran gewöhnen“, meinte Rin, während sie etwas von dem Pökelfleisch aß. Auch Asgar musste nach einigen Bissen feststellen, dass es doch sehr salzig war. Igitt! Schmeckt ja wie eingeschlafene Füße! Aber besser als nichts! Also schluckte er alles brav hinunter.

Auf seine Frage antwortete sie keck: “Natürlich habe ich schon einen nackten Oberkörper gesehen…sogar schon mehr.” Er grinste schief. „Soso.“

Sie besah sich die dunklen Flecken und erschrak: “Du hast verdammtes Glück gehabt. Manthala ist dir wirklich hold.“ Zumindest schien es so. Allein hier im Urwald hatte sie mehrmals eine göttliche Fügung davor bewahrt, entweder zu seelenlosen Monstrositäten zu werden, oder von wilden Tieren gefressen zu werden. Irgendwann war auch das letzte Quäntchen Glück aufgebraucht, dessen war sich Asgar bewusst.
Sie rutschte näher zu ihm heran und tastete den größten blauen Fleck ab. Asgar kniff die Augen zusammen, der Schmerz war sehr groß.
Jedoch war die Nähe zu ihr auch sehr angenehm, ebenfalls ihr Atem auf seinem Körper. Auch die Berührungen, so schmerzhaft sie auch Anfangs gewesen waren, hatten jetzt eine anregende Wirkung auf ihn.

Dann stammelte sie etwas und drückte sich sofort an ihn. Huch? Dann schluchzte sie los: “Ich… hatte so eine Angst!…Asgar, da war dieses Vieh….es wollte dich töten… ich konnte nichts tun….wenn nicht Windfuchs…. ich hätte dich verloren” Dazu fiel ihm nicht allzu viel ein. Sicher, er verdankte dem Hybriden sein Leben. Eines Tages vielleicht könnte er sich dafür revanchieren. Er drückte sie an sich, um sie zu beruhigen. Irgendwie seltsam…„Alles ist gut“, sagte Asgar und wischte ihr eine Träne von der Wange. Zwar wusste er von sich aus, dass er kein besonders guter Tröster war, doch allein der Anblick sie so traurig zu sehen, brach ihm fast das Herz.

Nach einer Weile strahlte sie sogar wieder, auch wenn man an ihre rotverheulten Augen gut erkennen konnte. “Ich habe dir nie gesagt, was du für mich bist”, sagte sie leise. Asgar verstand. Auch er hatte nie darüber gesprochen, was er für sie empfand. Bisher gab es auch noch keinen Grund. Was bin ich für dich? Zumindest diesen Gedanken stellte er sich.

“Doch ich zeige es dir.” Sie zog ihn zu sich heran. Sie wird doch nicht…? Oh doch, sie tat es! Sie küsste ihn! Nicht so, wie sich gute Freunde küssen würden, sondern mit einer Intensität, die weit darüber hinausging. Er selbst erwiderte den Kuss, erst zögernd, dann jedoch intensiver, fordernder. Dann setzte sie sich auch noch auf seinen Schoß und entblößte sich. Ihr Leib war von makelloser Schönheit. Nur ein paar kleinere dunkle Flecken verunstalteten das Gesamtbild ein wenig, doch das interessierte ihn im Moment nicht.
Ihm wurde ganz heiß. Ja, heiß, dass war das Stichwort. Sie lächelte herausfordernd, Asgar lächelte zurück. „Ich liebe dich“, kam es leise über seine Lippen. Bisher hatte noch nie Gelegenheit gehabt, diese Worte zu sagen. Die ganzen Jahre über hatte er sich dabei zurückhalten müssen. Doch das war jetzt wohl vorbei. Seine Gefühle waren auf einer Berg- und Talfahrt, so verhielt es sich auch mit seinen Gedanken, er bekam nicht mehr viel mit. Er roch an ihrem Haar, es duftete nach wohlriechenden Pflanzenextrakten. Auch Diebe gönnten sich ab und zu etwas Luxus.
Dann ging alles ganz schnell. Beide steigerten sich richtig hinein. Nur Manthala weiß, was sich noch alles abgespielt hatte.

Zwar hatte er es sich schon oft vorgestellt, doch es jetzt leibhaftig zu erleben, das war neu, ungewohnt. Und noch dazu mit Rin. Sie waren schon jahrelang durch die Lande gezogen, hatten dieses und jenes mitgehen lassen, aber jetzt, hier mitten im Urwald…vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Oder?

Vielleicht waren die letzten Ereignisse daran maßgebend beteiligt. Wäre sie nicht entführt worden, und hätte er nicht seine Freiheit und sein Leben riskiert, um sie zu retten, nun, dann wären sie jetzt nicht hier.

Als der nächste Morgen graute, wobei es nicht als Morgen interpretiert werden konnte, da die Sonne nicht wirklich durch das Blätterdach drang, wachte Asgar langsam auf. Mann. Das war vielleicht ein seltsamer Traum. Verschlafen sah er an sich herunter und neben sich. Dort lag Rin, die sich an seine Brust kuschelte. Oh mein Gott! Das war doch kein Traum! Sie waren beide splitterfasernackt und lagen nebeneinander! Langsam kehrte auch seine Erinnerung an den vorigen Abend wieder zurück. Wir haben…haben…miteinander geschlafen! Was zuerst ein kleiner Schreck war, die Wahrheit und kein Traum, so wie er dachte, wandelte sich jedoch schnell in ein gutes Gefühl um. Auch erinnerte er sich wieder daran, wie er ihr seine Liebe gestanden hatte. Die Liebe geht schon seltsame Wege…
Er legte behutsam und vorsichtig einen Arm um sie und streichelte sanft ihre Wange. Sie sieht so hübsch aus... Ab und zu sah er zu dem Hybriden hinüber, der jedoch noch fest schlief. Anscheinend hatte er von alledem nichts mitbekommen und sonst schien sie niemand bemerkt zu haben. Hoffentlich.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Oktober 2010, 18:03

Sie lagen da. Ein Paar, was sich endlich gefunden hatte. Rin schlief ruhig. Sie drückte sich noch näher an Asgar, als dieser seinen Arm um sie legte.
“ hmm?” nuschelte sie nur leise.
Er spürte ihren Atem an seiner Brust. Den beruhigenden Herzschlag von ihr. Alles war perfekt. Die Göttin meinte es gut mit ihm.
Die Sonne stiegt höher, doch wirklich merken taten es die Nachtelfen nicht. Sie konnten von Glück sagen, dass das Blätterdach so dicht war.
So wurde ihnen die verbrennende Wirkung der Sonne verwehrt.

Ein leises Fiepen drang kurz bei ihnen ans Ohr, als sich Windfuchs im Schlaf drehte. Träumten Seelenlose überhaupt?

Rin blinzelte kurz darauf. Verschlafen sah sie zu Asgar hoch.
“guten Morgen” lächelte sie ihn an. Sie erhob sich und gab Asgar einen langen Kuss.
“hat mir gefallen”, grinste sie ihn danach frech an.
Dann sah sie ihn ernst an., eine Hand an seiner Wange.
“ ich hoffe das es dir ernst war…mir ja….warum haben wir das nicht früher gemerkt?” sie ließ dabei ihre Finger über seine Brust wandern.
“ Dir ist klar, dass ich jetzt auf dich acht geben” zwinkerte sie ihn keck zu.

Dann hörten sie plötzlich eine Stimme. Sie schien von unten zu kommen.
Und sie klang nicht freundlich.
“…nerv nicht!..das ist mir schon klar” hörte man eine weibliche Stimme. Sie klang kalt.

“ ..hast doch selber keine Ahnung.” drang eine dunkle weitere Stimme zu ihnen. Sie hörte sich hart an. Wie jemand, der eigentlich eine andere Sprache sprach.

Rin sah Asgar erschrocken an. Sie kroch an ihn vorbei und lugte nach unten. Dass sie noch unbekleidet war, störte sie gerade nicht.
“..verdammt….das ist Dorcha…und diese weiße Frau” flüsterte sie mit vorgehaltener Hand ihm zu.
Tatsächlich konnte man beim hinschauen, die Frau und den Dunkelelfen erkennen. Beide sahen schlecht gelaunt aus. Die Kleidung war an mehreren Stellen zerfetzt. In ihren Haaren und ihrer Kleidung waren Blätter, Dreck und Zweige.
Und das sie wohl keinen Schlaf hatten, konnte man um so mehr sehen. Dorcha lief hinter der Frau her. Er spielte die ganze Zeit mit einem seiner Dolche. Der Tötungsdrang stand ihm förmlich im Gesicht.

Er fluchte irgendetwas auf Lerium, während sich die Frau am Bach frisch machte.
“ lass dein Gefluche…” zischte sie ihn gereizt an. Die beiden hatten eine Haltung als würden sie sich am liebsten gegenseitig töten wollen.

Rin sah fragend Asgar an, dann huschte sie im Raum rum und suchte Ihre Kleidung zusammen. Asgar warf sie dabei seine zu.
Sie zeigte auf Windfuchs.
“ ich glaube, den solltest du wecken!…Warum jetzt!” fluchte sie leise.



OT: ist nicht so gut geworden, sorry!
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Sonntag 24. Oktober 2010, 22:07

Im Moment gab es für Asgar kein besseres Gefühl, als bei Rin zu sein. Er betrachtete sie. Im Moment schlief sie noch friedlich und kuschelte sich dichter an ihn. Ihr warmer Atem streifte immer wieder seine Brust. Und ich hab es die ganzen Jahre verdrängen müssen…dass ich sie liebe. Oh ja, das war wirklich so gewesen. Er hatte sich schon in sie verliebt, als sie sich das erste Mal getroffen hatten, damals vor 40 Jahren. Anfangs waren sie Konkurrenten gewesen, dann waren sie Partner und jetzt…ein Paar. Ein etwas befremdlicher Gedanke zwar, aber dennoch mehr als real.
Sie war diejenige, mit der er sein Leben verbringen wollte.

Ein leises Fiepen ließ ihn aufhorchen. Hm? Doch es war nur der Hybrid gewesen. Können Seelenlose überhaupt träumen? Das war schwer zu sagen. In dem Moment wachte Rin auf. “Guten Morgen”, sagte sie und küsste ihn lang und intensiv. Als sie ihn wieder freigab, sagte er: „Guten Morgen, meine Liebe“ und zwinkerte ihr, ebenfalls lächelnd, zu.
“Hat mir gefallen.” Er nahm sie in den Arm. „Mir auch.“ Das Grinsen erwiderte er ebenfalls.

Dann wandelte sich ihre Mimik zu Ernst. “Ich hoffe das es dir ernst war…mir ja….warum haben wir das nicht früher gemerkt?”, meinte sie. Asgar sagte mit einem weiteren Zwinkern: „Auch mir war es ernst.“ Die zweite Frage war nicht so leicht beantwortet. Warum hatten sie das nicht früher gemerkt? Vielleicht, weil sie nie Zeit dazu gehabt hatten? Er spürte, wie ihre Finger über seine Brust wanderten. Die Berührungen waren zärtlich und recht angenehm.
“Dir ist klar, dass ich jetzt auf dich acht gebe?”, meinte sie keck. Natürlich war ihm das klar. Sie würde sich gegen eventuelle Nebenbuhlerinnen wehren, die ihr ihren Liebling wegschnappen wollten. Allein bei dem Gedanken musste er grinsen. „Keine Sorge, ich bin mir dieser Sache mehr als bewusst“, meinte er neckisch. Danach gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Dann hörte er eine kalte Stimme, sie kam von unten. Mist! Wer ist das? Dem Anschein waren sie doch nicht so allein, wie er es gerne hätte. Dann mischte sich eine andere Stimme ein, die ihm irgendwie mehr als bekannt vorkam. Rin ergriff mal wieder die Initiative und schlich sich geschmeidig an ihm vorbei und lugte nach unten. „Was siehst du?“, flüsterte Asgar. “..Verdammt….das ist Dorcha…und diese weiße Frau“, flüsterte sie erschrocken. Oh nein! Wenn der uns hier erwischt, dann… Asgar dachte den Gedanken nicht zu Ende. Seelenlose Knechtschaft, oder sogar der Tod. Auf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Auftraggeber wollte er gerne verzichten. Wie um alles in der Welt kommen DIE denn hierher? Waren sie ihnen die ganze Zeit über gefolgt? Das war praktisch unmöglich, denn sie hatten oft unbewusst die Richtung geändert und kaum Spuren hinterlassen. Vielleicht war es auch nur ein Zufall, dass die beiden hier gelandet waren. Ein dummer Zufall. Beide sahen aus, als würden sie sich gerne gegenseitig umlegen. Nur ihre außerordentliche Disziplin verhinderte das, aber gerade so noch. Würde mich nicht stören, wenn sie sich gegenseitig töten würden.

Asgar schlich sich zu ihr herüber und lugte nun ebenfalls nach unten. Im Grunde waren die zwei ein Bild für Götter: total zerzaust, voller Schmutz und Blattwerk und eine Laune, an der sich jeder Ork eine Scheibe hätte abschneiden können. Dumm nur, wenn sich diese Laune gegen ihn und Rin wandte. Zumindest im Moment waren sie zu wütend, um das Häuschen zu entdecken. Rin wuselte indessen lautlos in der Hütte herum und sammelte die Klamotten ein. Seine warf sie ihm zu, die er auch hastig anzog. “Ich glaube, den solltest du wecken!“ Sie zeigte auf Windfuchs. „…Warum jetzt!” Ja, warum ausgerechnet jetzt? Das verpatzte alles. Zum Glück waren sie jetzt erst hier und nicht während…es passierte. Das war ein wirklich schöner Moment gewesen. Aber alles fluchen half jetzt nichts. Sie mussten hier weg und zwar schnell und vor allem: so leise wie möglich.

Asgar nahm die Kugel. Er musste seine Befehle flüstern, andernfalls würde er ihr Versteck verraten und das lag natürlich nicht in seinem Interesse. „Windfuchs wach auf! Wir müssen hier weg!“ Immer wieder sah er nach unten. Dorcha wirkte sehr ungeduldig und die Art, wie er mit seinen Dolchen hantierte, ließ Asgar einen Schauer über den Rücken laufen.

Doch bisher waren sie noch nicht entdeckt, die Position der Hütte war klug gewählt worden. Außerdem verhinderte das dichte Blätterdach, dass zuviel Licht herunterfiel. Vielleicht sahen ihre Gegenspieler da unten nicht, wer da oben im Baum saß. Ein Fluchtplan muss her! Etwas panisch sah er sich um. Irgendwo musste es doch eine Fluchtmöglichkeit geben. Ich glaube, wenn wir hier heil rauskommen, werden wir erstmal für eine ganze Weile untertauchen. Wo genau, das wusste er nicht. Nur so weit wie möglich weg von diesem grauenhaften Ort.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 3. November 2010, 22:43

Kaum war der Befehl in die Kugel gesprochen, da öffnete Windfuchs die Augen. Er blinzelte ein paar Mal, dann war er wach. Es folgte eine ausgedehnte Streckung, die jedoch in einiger Eile ausgeführt wurde. Das Fell sträubte sich und er schüttelte sich, damit es wieder lag.
Dann erhob er sich. Sein Blick war weiterhin ausdruckslos, jedoch waren seine Bewegungen zielstrebig.
Er schritt an Asgar und Rin vorbei,- zu dem Felllager. Dies schob er beiseite. Eine versteckte Lucke kam zum Vorschein.
Rin, die gerade sich ihr Oberteil schnürte, sah Asgar fragend an. Sie zeigte auf die Lucke.
Windfuchs, zog an einer durch Blätterwerk verdeckte leine und die Lucke öffnete sich.

„Asgar, wo..woher…weiß der das?“ Flüsterte sie ihren Freund zu.
Die Lucke öffnete sich ohne einen Laut von sich zu geben.
Wenn Asgar dort hinab sah, so konnte er eine Leiter aus Ästen nach unten ins Dunkle sehen.
Ein Geheimgang?
Der Geruch von Erde und Moos erfühlt die Nasen. Es roch irgendwie nach Heimat.
Jedenfalls würde es dies, wenn man aus einer unterirdischen Welt kam. Windfuchs hielt die Lucke offen. Eine weitere Leine war an der Innenseite der Höhle zu sehen. Ein Mechanismus, der die lucke wieder schloss und das Felllager darüber zog.
Der dies entwickelt hatte, war ziemlich geschickt gewesen.
„Und?“ Rin hatte ihr letztes Kleidungsstück angezogen und half nun Asgar bei seiner Rüstung. Selbst bei der bevorstehenden Gefahr streicht sie ihm sanft über die Brust. Sie küsste ihn noch mal.
Lass uns hier abhauen, bevor die uns finden“


Unten hatte sich inzwischen die Frau frisch gemacht. Dorcha lief nervös auf und ab.
„ Kannst du mal stehen bleiben…das macht einen ja wahnsinnig“ nörgelte sie Dorcha an.

„ als wenn du es nicht schon bist…“
„WAS!...rede vernünftig mit mir…du weißt wer ich bin…“ sie stemmte ihre Hände in die Hüfte und sah in überheblich an. Dorcha stand also unter ihr.
Und diesem gefiel es überhaupt nicht.
Ihr Blick schweifte über ihn hinweg. Ihre Augen weiteten sich, als ihr Blick auf Asgar fiel
„…bei Faldor….das ist nicht möglich…“ stotterte sie ungläubig..

Dorcha grinste schäbig und schnellte auf sie zu..
„ oh doch“ er riss sie zu Boden und noch bevor sie überhaupt reagieren konnte, hatte er sie im Würgegriff.
Hatte Dorcha Asgar auch gesehen?
Sie schrie und schlug um sich, doch das störte den Dunkelelfen reichlich wenig. Er hatte sich auf ihren Rücken niedergelassen.
Sein Gewicht war für die Frau zu viel.
Hochstemmen unmöglich.
Die eine Hand hielt den Dolch, die andere packte sie an den Haaren und riss ihren Kopf hoch. Er starrte sie an.
Ein Lächeln umspielte seine Lippen, er blickte ebenfalls direkt zum Baumhaus hoch.
„ sieh genau hin…so geht das!..
Gruß an Faldor“ Dann zog er ihr seine Klinge langsam über den Hals.
Einen schnellen Tod wollte er nicht geben.
Sein Grinsen, war zu einer sadistischen Fratze verzogen.

Sie schrie!
Schrill!
Eine Ewigkeit schien es so.
Der Schrei hallte durch den Urwald.
Das Blut quoll hervor und tränkte den Boden mit Blut.
Es folgte ein Gurgeln…dann…

Stille.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Donnerstag 4. November 2010, 18:36

Kaum als Asgar den Befehl zum Aufbruch gegeben hatte, stand der Hybrid Windfuchs auch schon auf. Dann ging er zu dem Felllager hinüber, auf denen er und Rin in der vergangenen Nacht eine besondere Zusammenkunft hatten, und legte eine Falltüre frei. Der Nachtelf sah etwas verdutzt aus. Grade wollte er sich den Gedanken stellen, woher der Hybrid davon wusste, als Rin es auch schon aussprach. „Asgar, wo..woher…weiß der das?“
Darauf reagierte er nur mit einem ratlosen Schulterzucken und besah sich schließlich den Gang, der kurz darauf freigelegt wurde. Dank seiner angeborenen Nachtsicht, konnte er einige Meter hinunter sehen. Erinnert mich etwas an zuhause. Obwohl ich da nicht so oft bin…

Offenbar war der Schöpfer dieses Tunnels in solchen Sachen ziemlich findig. Aber woher wusste Windfuchs davon? Bei Gelegenheit würde er ihn diesbezüglich einmal fragen. Doch schon jetzt keimte eine kleine Vermutung in ihm. Hat ER hier vorher gewohnt?

Ab und zu spähte er nach unten, Dorcha und diese komische Frau im Auge behaltend. Geht wieder! Hier gibt es nichts zu sehen! Zumindest hoffte er darauf. Aber bisher bewegten sie sich nicht von der Stelle, sondern stritten miteinander. Fast schon wie richtige Eheleute, die stritten sich ja auch immer ab und zu.

Als er sich die Rüstung wieder anzog, kam seine Partnerin und half ihm dabei, konnte jedoch nicht widerstehen, ihm dabei verführerisch über die Brust zu streichen und ihn danach zu küssen. Zwar war das in so einer Situation eher ungünstig, nach Asgars Meinung, doch er ließ sich das gerne gefallen. Und dank Rins „spezieller Massage“ schmerzten auch seine blauen Flecke nicht mehr so stark. Dazu würden ihm jetzt jede menge unanständige Gedanken einfallen, doch er beherrschte sich. Hier war weder der Ort, noch der richtige Zeitpunkt dafür. Das konnten sie ja wieder machen, wenn sie erst in Sicherheit waren.
Jetzt waren sie praktisch Mann und Frau. Das Offizielle können wir später auch noch nachholen. Dachte er mit einem Lächeln. Wenn es ein später gab…

Unten in der Zwischenzeit wurde das Geplänkel der beiden heftiger. Das einzige brauchbare, das er davon aufschnappen konnte war, dass Dorcha ihr auf die Nerven ging und das dieser keine Lust hatte, sich von ihr herumkommandieren zu lassen.
Asgar rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf. Die haben vielleicht Probleme… Versetzt euch doch mal in unsere Lage: Fast hätte man uns die Seele geklaut, ihr seid da mitschuldig und beinahe wären wir von einem wilden Viech gefressen worden. Also entspannt euch mal da unten!

Da sah er auf einmal, wie die Frau ihn mit schreckgeweiteten Augen sah! Offenbar konnte sie sich nicht erklären, wie er hierher gekommen war. Ups! Da habe ich mich wohl zu weit aus dem Haus gelehnt. Sie stammelte etwas, bevor Dorcha sie gewaltsam zu Boden riss. „Sieh genau hin…so geht das!...“, sagte der Dunkelelf mit einem Grinsen, das noch schäbiger war als ein Bettler in einer dreckigen Seitenstraße und schnitt der wehrlosen Frau die Kehle durch. Hatte er ihn bemerkt?

Abartig! Anders wollte und konnte man diese Tötungsart gar nicht beschreiben. Asgar selbst graute es davor. Schon allein bei dem Gedanken schnürte sich ihm die Kehle zu. Noch nie hatte er eine andere Person verletzt, oder gar getötet! Er wusste nicht, wie das war. Dorcha war da scheinbar anders. Ihm schien es sogar eine gewisse Genugtuung zu bescheren. Nein danke, da bleibe ich lieber bei meiner Tätigkeit als Dieb. Gewissensbisse wegen Diebstahls oder Einbruchs hatte er schon lange nicht mehr. Mord jedoch würde er niemals mit seinem Gewissen vereinbaren können.

Der Dunkelelf ließ die Frau jedoch nicht sofort sterben, sondern sie verblutete qualvoll und langsam. Der Todeskampf dauerte noch mehrere Minuten an. Schauerlich! Ein letztes Mal zuckte ihr Körper noch, dann war es still… Asgar blickte angewidert zu der Stelle, an der die Frau ihr Leben ausgehaucht hatte.
Dann blickte er Rin an. „Er…er…hat sie getötet!“ In seinem Blick konnte man blankes Entsetzen und tief greifende Panik lesen. „Wir müssen hier weg bevor wir auch noch so enden!“ Er wollte sie nicht verlieren. Nicht noch mal und auch nicht endgültig. Und jetzt da er wusste, zu was Dorcha fähig war, wollte er so weit wie möglich von ihm weg sein.

Hastig krabbelte er zu der Luke und sah hinunter, in die Dunkelheit. „Wo führt dieser Gang hin?“, fragte er die Kugel und damit den Hybriden.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. November 2010, 13:05

“Was???…Dorcha?” Rins Ausdruck glich dem von Asgar.
Blankes Entsetzen. Sie hielt sich die Hand vor dem Mund.
Immerhin hatte Dorcha sie auch nicht leiden können. Und sterben wollte sie bestimmt nicht.
Kurz war es, als wollte sie sich mit eigenen Augen überzeugen, doch diesmal hielt sie ihre Neugier im Zaun.
“ Hat er dich gesehen?” Angst sprach aus ihr heraus. Ihre Hände knetete sie nervös.
Sie stand kurz wie angewurzelt da, dann nickte sie heftig auf Asgars Anweisung und kroch ebenfalls zu der Lucke. Ab und zu warf sie verunsicherte Blicke hinter sich.

Windfuchs hielt die Lucke weiterhin offen. Er war jetzt die einzige Person, die noch aufrecht stand. Angst konnte er wohl nicht empfinden.
Er sah zu Asgar rüber, und antwortete dann monoton.
“ Der Gang führt tiefer in den Wald. Man kommt durch einen Höhle im Baum wieder nach oben.”
Rin kletterte schon den Gang runter. Sie sah zu Asgar. Sie wollte wohl die Antwort nicht abwarten.
“Beeil dich…komm” flüsterte sie ihn noch entgegen, dann verschwand sie im Dunkeln.

“ Hey Asgar!” wurde die Stimme von Dorcha nach oben getragen. Er hatte ihn also doch gesehen.
“ kommst du freiwillig runter…oder soll ich dich und deine Freundin selber holen….Komm, sei so nett und mach es mir schwer…” Ein lachen hallte nach oben.
“ich werde auch fair sein…”
Jedes Wort was er sprach klang nur zu deutlich nach Verrat und hinterlist. Sie wären vielleicht schneller Tod, als sie eine Waffe ziehen könnten.
“ wenn du bereitwillig runterkommst…dann lass ich auch das Weib bei dir …langsam sterben…leben. Komm schon, “ rief er weiter zu Asgar hoch.
Das Problem bei der Sache war, dass sie wahrscheinlich ständig vor ihm flüchten mussten. Sie könnten nirgends verweilen, denn Dunkelelfen waren bekannt für ihre sadistische Tötungsweisen und ihrer Wut.
Eigentlich müssten sie den Dunkelelfen töten, damit sie Ruhe haben.

“ …gar!…wo bleibst du?…autsch!..die Decke ist echt niedrig…komm!” hörte er Rin leise aus dem Gang rufen. Ihre Augen konnte er wie bei einer Katze im Dunkeln funkeln sehen.

Doch als wenn das Problem mit Dorcha nicht genug wäre, deutlich konnte man hören, wie dieser wohl sich absichtlich laut dem Baum näherte, so war da wieder etwas in seinem Kopf.
Die seltsame Stimme.
“ befehle ihm…er wird alles tun um dich zu retten. Er dient dir!…Was ist ein toter Hybrid, wenn ihr wenigstens flüchten könnt. Er kann Dorcha so lange aufhalten, bis ihr wirklich außer Reichweite seit. Du kennst ihn doch nicht. Er ist nur ein namenloser Sklave, ohne Gefühle. Er wird dir gehorchen. Er wird dich und deine Liebste schützen. Nutze ihn. NUTZE IHN!”

Die Stimme war wieder penetrant.
Würde Asgar zu Windfuchs ansehen, so war sein Ausdruck zwar leer, doch seine Augen strahlten vor Lebensenergie. Er war noch jung.
Hatte vielleicht nicht einmal seine erste Liebe gefunden.
Doch er konnte gut kämpfen. Er war nicht durch Emotionen zu beeindrucken.
Ein Ast knackte hörbar.
Dorcha war nicht mehr weit.
Asgar konnte noch in den Gang fliehen und diesen verbarrikadieren, Windfuchs ins Gefecht schicken oder sich tatsächlich Dorcha stellen.
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Donnerstag 11. November 2010, 18:36

“Was???…Dorcha?”, bemerkte Rin mit dem gleichen Gesichtsausdruck. Sie war geschockt. Zwar wollte sie auch einen Blick nach unten werfen, doch sie hielt sich zurück. Zu groß war die Angst. „Hat er dich gesehen?”, meinte sie fast schon flüsternd. Asgar nickte langsam. Sie hatte derweil seine Anweisung verstanden und kroch auch zügig zu der offenen Luke.
Asgars Herz hämmerte, er spürte seinen Puls in den Ohren rumoren.

Windfuchs erklärte derweil, dass der Gang tiefer in den Wald führte. Ein Weg hier raus wäre mir lieber gewesen… Nur fort von hier! Nachdem er Zeuge war, wie Dorcha mit dieser Frau verfahren hatte, wusste er nun, zu was der Dunkelelf fähig war. Er hatte in Sekunden ein Blutbad angerichtet. Und er hatte keine Lust das sich das hier wiederholte.

Rin war inzwischen in den Gang geklettert und flüsterte ihm noch etwas zu, bevor sie in der Dunkelheit verschwand. „Ich komme gleich…Liebling“, flüsterte er zurück. Er musste sich immer noch an den Umstand gewöhnen, dass sie beide nun ja zusammen waren. Zu Windfuchs gerichtet sagte er: „Danke. Ich verspreche dir, wir werden einen Weg finden, dich zu befreien.“ Bisher hatte er alle Versprechen eingehalten und würde das auch weiterhin tun. Nur hatte er im Moment keine Ahnung, wie sie den Hybriden überhaupt befreien konnten.

„Hey Asgar!”, rief eine ihm nur allzu gut bekannte Stimme nach oben. Dorcha! “Kommst du freiwillig runter…oder soll ich dich und deine Freundin selber holen….Komm, sei so nett und mach es mir schwer…” Und wie wir dir es schwer machen werden, Bastard!
Asgar war nicht leicht zu reizen, da brauchte man eine ganze Weile, doch das war der eine Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Wenn Rin ihn jetzt so sehen würde, sie würde ihn wohl kaum wieder erkennen.
Dorchas Lachen hallte schrecklich in seinen Ohren. Dreckiger Mistkerl! “Ich werde auch fair sein…” Fair? Du weißt sicher nicht mal, wie man das Wort buchstabiert! Du kannst nicht fair sein! Eher lernen Schweine das Fliegen und Schafe das Sprechen!
Dunkelelfen waren nie fair, zumindest meistens nicht. Sie nutzen immer die Schwäche ihrer Feinde schamlos aus. Sie waren verabscheuungswürdig. “Wenn du bereitwillig runterkommst…dann lass ich auch das Weib bei dir …langsam sterben…leben. Komm schon, “ sagte Dorcha. Soweit kommt’s noch!

Auch wenn er die widerliche Dunkelelfen-Sprache nicht verstand, wusste der Nachtelf instinktiv, dass der Dunkelelf log. Er würde sie niemals am Leben lassen, dazu hasste Dorcha Rin zu sehr. Schließlich war Asgar nicht auf den Kopf gefallen.
Außerdem beschlich ihn langsam der Verdacht, dass sie nirgends sicher waren, solange Dorcha am Leben war. Er würde sie immerzu jagen. Außer, sie kamen in eine Gegend, in der Dunkelelfen nicht so gern gesehen waren. Dann hätten sie vielleicht eine Chance.

„…gar!…wo bleibst du?…autsch!..die Decke ist echt niedrig…komm!”, rief sie aus dem Gang. Ihre Augen funkelten in der Dunkelheit. Einige laute Geräusche ließen Asgar aufhorchen. Dorcha näherte sich dem Baumhaus, aber mit einer Lautstärke, die absolut beunruhigend war. Er spielte mit ihnen…Das typische an den Dunkelelfen. Sie schenkten keinen Gnadentod, sondern zögerten das Leiden noch hinaus, um sich daran zu ergötzen.

Dann jedoch drang wieder diese Stimme in seinen Verstand ein: “Befehle ihm…er wird alles tun um dich zu retten. Er dient dir!…Was ist ein toter Hybrid, wenn ihr wenigstens flüchten könnt. Er kann Dorcha so lange aufhalten, bis ihr wirklich außer Reichweite seid. Du kennst ihn doch nicht. Er ist nur ein namenloser Sklave, ohne Gefühle. Er wird dir gehorchen. Er wird dich und deine Liebste schützen. Nutze ihn. NUTZE IHN!”
Erneut stemmte sich Asgar gegen diese Stimme: Ich habe geschworen, ihn zu befreien! Und jetzt SCHWEIG du verdammte Stimme! Gequält hielt er sich den Kopf, kämpfte verbissen dagegen an. Aber in einem Punkt hatte diese Stimme recht: Er würde Rin und ihn schützen. Doch er wollte ihn nicht einfach so opfern. Erkaufte Zeit war das und nichts anderes. Was wenn der Hybrid es nicht schaffte? Dann wären sie schutzlos.
Sein Blick glitt zu Windfuchs hinüber. Er hatte sein gesamtes Leben noch vor sich. Er würde dieses Leben nicht aufgeben und es wie ein Wahnsinniger opfern. Der Hybrid konnte kämpfen, doch jetzt und hier waren nicht die Zeit und auch nicht der Ort.

Zwar stand Asgar auf der anderen Seite des Gesetzes, doch auch er kämpfte für Gerechtigkeit, zumindest auf seine Art und Weise. Für die Wache würde er ewig ein Gauner und Verbrecher bleiben, doch er war sich sicher, dass er jemandem mit dieser Tat etwas Gutes tun konnte.

Dann knackten Äste. Oh! Jetzt wird es aber Zeit! Kämpfen konnte er nicht, dafür war er nicht geeignet. Er würde gegen Dorcha nicht eine Minute standhalten. Und Windfuchs wollte er nicht in den sicheren Tod schicken. Also: Flucht nach vorne, oder besser gesagt, nach unten. Doch vorher muss ich noch etwas tun. Dachte er und rannte so schnell wie möglich zu der Vase, lief damit zum Eingang und warf das Gefäß nach unten. Mit herzlichem Gruß von Asgar!
Vielleicht konnte er Dorcha damit etwas aufhalten. Würde er den Dunkelelfen treffen, bedeutete das einen unangenehmen Fall. Ein Sturz aus der Höhe konnte wohl zu Prellungen wie auch Knochenbrüchen führen. Zwar nahm er in Kauf, dass ihn nun eine Person mehr hasste, als sonst schon, doch wenn er das Leben seiner „Frau“ und des Hybriden retten konnte, sowie sein eigenes, so sollte es ihm nur recht und billig sein.

Dann, ohne zurückzublicken, hechtete zur Luke und sprang hinunter. Den Rucksack hatte er zur Sicherheit mal mitgenommen. Wer wusste denn schon, wann sie wieder etwas in den Magen bekamen. „Vorsicht da unten!“ Im gleichen Atemzug rief er noch zu dem Hybriden: "Folge mir!“ Er wartete, bis er unten war und zog die Leine, die die Luke schloss.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. November 2010, 16:50

Die Vase die sich Asgar ausgesucht hatte, war zwar groß, jedoch nicht so schwer, dass er sie nicht tragen konnte. Doch vielleicht verlieh ihm Manthala die Kraft dafür.
Er hörte ein erschrecktes Auffluchen, dann schepperte es und etwas rumpelte zu Boden.
“ Asgar!!!…ICH BRING DICH…“ konnte er noch Dorcha brüllen hören, bevor er im Gang hinunter prang. Sein Schädel war noch immer am Schmerzen, durch das Gespräch mit der Kugel.
Was hatte das zu bedeuten?
Er kam unsanft auf den Boden auf. Die Klappe oben schloss sich sofort nachdem er am Seil gezogen hatte. Finsternis hieß alle willkommen.
Was genau oben geschah, wusste Asgar nicht.
Auch Geräusche hörte er nicht. Der Ort war dicht, kein Laut von oben oder andersrum?
Oder verhielt sich Dorcha so leise?
Es dauerte einen Moment bis seine Augen sehen konnten. Es roch nach Erde und in diesem Gang konnte man Wurzeln hineinwachsen sehen. Er bestand vollkommen aus Erde, wie der Bau eines Tieres. Nirgends sah man einen Pfeiler oder ähnliches. Drückte man in die Wände, so waren sie wie gehärteter Lehm. Fest.
Der Tunnel war ungefähr einen Meter breit und führte sie nach Windfuchs Angaben nach draußen.
Die Decke war knapp 1,70 hoch. Mal auch niedriger. Fast wäre er direkt auf Rin gefallen, die jetzt direkt neben ihm war. Verdutzt sah sie ihn an. Ein schelmisches Lächeln auf ihren Lippen
Wind fuchs hatte sich dicht an eine Wand gedrückt und war auf allen Vieren gelandet. Er schüttelte sich, so sah er dem Tier noch ähnlicher.
Sie sollten nicht zu lange warten. Dorcha könnte immerhin ebenfalls die Lucke finden.
Eile war geboten.

Rin half Asgar hoch.
“ Wo warst du so lange…pass auf die Decke auf, die ist verschieden hoch.” dann umarmte sie ihn. Deutlich konnte er spüren, wie ihr Herz raste. Sie hatte Angst um ich gehabt.
So löste sich nur langsam von ihm und griff wieder seine hand.
dann lass uns verschwinden…bevor er uns folgt…Asgar ist mit dir alles in Ordnung?…” Sie bewegte sich vorsichtig und tastend durch den gang.
Windfuchs blieb hinter ihnen. Er zog den Kopf meist ein, bevor eine Wurzel zu tief hing. Asgar schien recht zu haben, Windfuchs schien diesen Ort zu kennen.
Wo werden wir hingehen, wenn wir raus sind?…meinst du Dorcha wird uns folgen…oder andere. Wir müssen doch etwas tun können” Sie hielt apprupt an, drehte sich zu Asgar.
“…glaubst du, wir können das alles hinter uns lassen?”
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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Asgar » Mittwoch 17. November 2010, 21:38

Er hörte noch das Fluchen des Dunkelelfen und grinste belustigt, bevor die Dunkelheit ihn verschluckte. Das musste sein! Der Kerl wird mir sonst zu aufdringlich. Er wusste jedoch genau, dass Dorcha die unvollendete Drohung durchführen würde, sobald er eine Gelegenheit dafür bekam. Aber vorerst würde der schön auf dem Boden der Tatsachen bleiben: dem Scheppern nach zu urteilen, hatte er ins Schwarze getroffen. Manthala steht mir in der größten Not zur Seite...dafür werde ich ihr mindestens zehn Drachmen opfern...

Unten angelangt, sehr unsanft übrigens, umfing ihn erst einmal Dunkelheit. Sein Schädel schmerzte bestialisch. Was geht mit mir vor? Warum habe ich diese Gedanken? Verfalle ich langsam aber sicher dem Wahnsinn? Er brauchte Antworten auf diese Fragen. Aber nicht hier oder jetzt. Zuerst einmal zählte, dass sie in Sicherheit kamen, bevor… Er dachte den Gedanken nicht zu Ende. Zu groß war die Furcht.
Was verwunderlich war, das war die Tatsache, dass es hier außer ihrem Atem und ihren Herzschlägen keine Geräusche gab. Diese Luke schluckt den Lärm…interessant. Der Geruch von Erde umfing ihn. Es roch irgendwie nach Heimat. Als er wieder klarer sehen konnte, erkannte er die Konturen der Wände. Sieht fast wie in einem Tierbau aus…Hoffentlich keins von der Sorte, die gerne Nachtelfen verspeisen möchten…

Hinter ihm war auch Windfuchs nun gelandet. So auf allen vieren hatte er etwas Tierhaftes an sich. Das lag wohl daran, dass er tatsächlich eine Mischung aus Tier und Elf oder was auch immer war. Da übernahm man einige Merkmale der anderen Seite. Asgar versuchte sich aufzurichten, stieß aber mit dem Kopf an der Decke an. Uff! Wenigstens weiß ich jetzt, dass die Decke da ist, wo sie sein soll. Dachte er und rieb sich den Kopf.

Da spürte er eine vertraute Gestalt, die ihn am Arm packte und ihn hochzog. Rin. “Wo warst du so lange…pass auf die Decke auf, die ist verschieden hoch.” An ihrer Stimmlage konnte er erkennen, dass sie sich große Sorgen um ihn gemacht hatte. Er wollte gerade anfangen zu erklären, als sie ihn auch schon umarmte. Während sie so dasaßen erklärte er ihr alles: „Ach, ich hab Dorcha nur den Himmel auf den Kopf fallen lassen, salopp gesagt. Nein, ich hab eine Vase nach ihm geworfen…und ihn getroffen. Man ist der sauer. Was das mit der Decke angeht, nun, das hab ich auch gerade schmerzlich erfahren“. Ein Grinsen schlich sich über sein Gesicht. Aber damit hatte er sich den Dunkelelfen nun endgültig zum Feind gemacht. Egal. Der Feind meiner Freunde ist auch mein Feind!

Er spürte ihren Herzschlag, ihren Atem. Sie war wirklich fast vor Angst um ihn gestorben, könnte man glatt meinen. Noch lebten sie ja. “Dann lass uns verschwinden…bevor er uns folgt…Asgar ist mit dir alles in Ordnung?…”, meinte sie, als sie ihn langsam losließ und dann seine Hand nahm.
Er nickte. „Ja, lass uns abhauen, bevor er hier reinplatzt. Das wäre das Letzte, was wir gebrauchen könnten.“ Auf die Frage antwortete er: „Es geht. Ich hab gerade etwas Kopfschmerzen…sicher von der ganzen Aufregung. Gehen wir.“ Dann schlichen sie los, Rin an der Spitze, dicht gefolgt von Asgar. Windfuchs blieb ihnen die ganze Zeit dicht auf den Fersen. Fast schon zu dicht. Ein ganz ungewohntes Gefühl. Normalerweise waren sie ja sonst immer zu zweit unterwegs gewesen. Jetzt einen Dritten dabei zu haben, war doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Besagter Hybrid kam ihnen trotz allem recht zügig hinterher. Anscheinend hatte Asgar mit seiner Vermutung recht behalten…Windfuchs wusste, wo er war, denn immer wenn der Nachtelf nach hinten sah, konnte er ihn geschickt Wurzeln ausweichen sehen, wo er und Rin sich beinahe die Köpfe stießen. Dann nach einer Weile hielt Rin plötzlich an. Asgar wäre beinahe auf sie geprallt, konnte den Schwung jedoch noch abfangen. “Wo werden wir hingehen, wenn wir raus sind?…meinst du Dorcha wird uns folgen…oder andere. Wir müssen doch etwas tun können”, meinte sie. Sie könnten etwas tun.
Doch das würde wohl darauf hinauslaufen, dass sie den Dunkelelfen töten mussten. Aber das lag natürlich nicht in ihrem Ermessen. Vielleicht, wenn sie weit genug flohen, würde der Dunkelelf der Jagd überdrüssig werden und sie in Ruhe lassen. Da rachsüchtige Dunkelelfen aber unberechenbar und schwer einzuschätzen waren, würde das wenig bringen.
Auch die Gefahr der anderen war nicht zu verachten. Sie würden nach ihnen suchen, aber nur, wenn sie Pech hatten. Aber vielleicht würden sie auch Dorcha als Verräter abstempeln und auch ihn jagen, weil er seine Vorgesetzte ermordet hatte.
Oder er würde den Nachtelfen den Mord anhängen, das wäre ihm durchaus zuzutrauen. Er war alles in allem ein mieser, schleimiger Drecksack, der nur töten wollte. Sie beide töten wollte. Rin, weil er sie einfach nicht mochte, ja sogar hasste und Asgar nun, weil er ihm eine Vase entgegen geschleudert hatte.
Es war Notwehr! Rief sich der Nachtelf ins Gedächtnis. Schließlich hatte der Dunkelelf Rin mit dem Tod gedroht. Da sah auch der sonst so gefasste Asgar schon einmal rot. Es war eine ganz natürliche Reaktion.

“…glaubst du, wir können das alles hinter uns lassen?”, meinte Rin schließlich. Eine schwierige Frage. „Ich weiß nicht, ob wir das einfach so vergessen können…zumindest noch nicht.“ Im Moment waren die Wunden noch zu tief. Wären sie in der Hafenstadt nicht getrennt worden, wäre das alles nie passiert: kein Dorcha, kein Urwald-Lager, kein Windfuchs…kurzum: kein Ärger! Zumindest nicht der, der über das Alltägliche hinaus ging.
Aber eine gute Sache hatte das alles: sie hatten endlich zueinander gefunden, darin wären sie sich wohl einig. „Wir sollten weiter.“ Er war erpicht darauf, so viel Abstand wie möglich zu dem Dunkelelfen aufzubauen.

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Re: Zwei Nachtelfen im Dschungel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. November 2010, 14:23

Beide versuchten so viel Anstand wie möglich zwischen dem mordgierigen Dunkelelfen und sich selbst zu bringen. Der Gang war düster.
Geruch der Erde.
Kein Licht brannte, so dass sie nicht so schnell vorwärts kamen.
Wie lang der Gang war, wussten sie nicht- auch nicht ob sie auf etwas achten müssten.
Was war, wenn es Abzweigungen gab?
Wohin sollten sie sich dann wenden.?
Sie liefen gemeinsam. Hielten sich an den Händen. Windfuchs schlich auf allen Vieren laufend hinter ihnen her.
Er hatte nicht die grinsten Probleme.
Sie liefen schon eine Weile. Die Dunkelheit wurde immer beklemmender. Auch wenn sich die Augen an die Lichtverhältnisse anpassten, so war es so würde man ständig von dunklen Schatten verfolgt werden.
Doch oft spielten die Augen einen Streich, wenn man Angst hatte. Die Luft war angenehm kühl.
Nicht so schwül wie an der Oberfläche. Hier und dort schien mal ein Nagetier herumzulaufen. Man konnte sie leise piepsen hören.
Die Augen von Windfuchs leuchteten im Dunkeln, wie der einer Katze. Kurz hielt er zwischenzeitlich inne, als spürte er etwas. Seine Ohren zuckten.
Rin blieb nah bei Asgar, sie war zwar sonst nicht ängstlich, jedoch machte sie die fremde Umgebung auch nervös. Sie wussten nicht, was auf sie zukam.
Sie hörten das Atmen, von Windfuchs hinter sich…und vor sich?

Rin stoppte Asgar. Sie drückte sich nah an ihn.
“ hast du auch das Gefühl, als würde dich jemand beobachten?” Sie sah sich um.
Natürlich konnte es eine Einbildung sein.
Wer würde dies den beiden Nachtelfen verübeln. Das letzte mal, als sie das Gefühl hatten, dass sich jemand anschlich, wurden sie fast von einem Tiger getötet.
Gab es solche Monster auch hier unten?
Ein Geräusch wie das Kratzen auf Erde und Stein hallte durch den Gang. Ein leichter Windzug.
Warm strich er an Asgars Wange vorbei. Der Geruch von Blüten lag darin. Näherten sie sich dem Ausgang?
Rin packte plötzlich Asgar und zog ihn weiter.
“ Der Ausgang!“
Sie rannte förmlich, achtete nicht wohin sie liefen.
Folgte man dem Windzug, so lief man auf Etwas zu. Ein Lichtpunkt war zu sehen.
Doch so näher sie kamen, konnte man sehen, dass es flackerte. Wie bei einem Feuer.
Brannte es oder war es eine Fackel?
Es schien von einer Abbiegung zu kommen. Das Licht näherte sich langsam.
Wohl doch eher eine tragbare Lichtquelle.
Dann sahen sie etwas. Erst verzerrt durch den Gang, dann genauer.
Ein großer vierbeiniger Schatten bahnte sich einen Weg zu ihnen. Noch eben am laufen, bremste Rin schlagartig ab.
“UFF!”
Sie drückte sich an die Wand.
Oh, verdammt…ich hatte gehofft hier rauszukommen…entschuldige”
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