Stallungen

Der Großteil der Bewohner beherrscht die Luftmagie. Erlernt haben sie dies hier in der Luftakademie, welche von dem Volk und einem starken Luftmagier erbaut wurde. In manchen Gängen muss man regelrecht schreien, so stark sind hier die Winde.
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Naya Shan'don
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Stallungen

Beitrag von Naya Shan'don » Mittwoch 15. Februar 2012, 22:18

Naya fühlte sich, als wäre sie eine halbe Ewigkeit durch Hymlia gelaufen, ehe sie endlich bei den Ställen ankam. Das Gepäck hing um ihre Schulter, als sie an den bewachten Toren zu den Stallungen zum Stehen kam und von einem Himmelsreiter begutatchtet wurde. Schließlich erkannte er sie und gab den anderen Torwachen ein Zeichen, das Tor aufzumachen. Das Tor war riesig und trotz seiner wolkenartigen Struktur war es unüberwindbar. Die Hymlianer schätzten eben die Sicherheit ihrer treuen Begleiter...
Naya nickte der Wache dankbar zu und schritt dann durch den breiten Spalt, der sich vor ihr geöffnet hatte. Sofort drang der Geruch von Stroh und Hafer in ihre Nase. Sie atmete tief durch. Auch wenn manch einer diesen Geruch für ekelerregend halten würde, so fühlte sich Naya hier sichtlich wohl. Die Trauer wich der Freude, als sie schnellen Schrittes einen langen Gang entlanglief. Am Ende des Ganges bog sie links ab und musste einen weiteren langen Gang nehmen. An den Wänden hingen die typischen hymlianischen Kampfgewänder und Schwerter. Für Naya war es ein gewöhlnicher Anblick, doch für manch einen Besuch rief dieser Anblick große Ehrfurcht hervor.
Als sie schließlich auch das Ende dieses Ganges erreichte, kam sie an ein weiters, bewachtes Tor an. Zwei Wachen standen davor und gewährten schließlich Eintritt. Als Naya hindurch trat, lächelte sie noch mehr. Endlich war sie bei den Ställen angekommen. Es herrschte reges Treiben, trotz der recht ungewöhnlichen Uhrzeit. Himmelsreiter waren eben gerne bei ihren geflügelten Begleitern, um diese zu umsorgen, striegeln oder auch einfach Zeit mit ihnen zu verbringen. Naya ging an einem Auszubildenen vorbei, der gerade seinen Pegasus striegelte und lächelte. Bald würde sie auch Albans Stall erreichen. Ihr Herz raste schon vor Vorfreude.
Als Naya schließlich Albans Stall erreichte, wieherte der schwarze Pegasus erfreut auf.
"Jaaaa mein Kleiner, ich freue mich auch", sagte sie in einem leisen Ton, um die teilweise schlafenden geflügelten Freunde nicht aufzuwecken und streichelte sogleich Albans muskulösen Hals. Dieser schüttelte sanft seinen Kopf. Naya konnte jede einzelne Muskelfaster unter ihren Händen spüren und seufzte aufgeregt.
Langsam öffnete sie die Stalltür und trat in den Stall hinein. Alban trat aufgeregt auf der Stelle. Schon lange waren sie nicht mehr ausgeritten und er spürte Nayas Aufregung. Routiniert ging Naya zum hinteren Teil des Stalles um die Pflegeutensilien zu holen und Alban ersteinmal ein wenig zu verwöhnen. Sie nahm die weiße, reich verzierte Bürste und fing an, Albans Rücken zu bürsten. Sie strich entlang seiner Flank und hielt kurz bei den Flügeln an, um diese beim Bürsten zu umgehen. Die Federn müsste sie vor der Abreise noch separat pflegen...
Ohne es zu bemerkten, hatte sie ihr Ausbilder angenähert.
"So früh schon wach?", fragte er mit seiner immerfrohen, hellen Stimme und Naya zuckte zusammen. SIe hatte nicht erwartet, Salor hier um diese Uhrzeit anzutreffen. Als sie in seine Richtung sah erhellte sich ihr Gesicht. Sie war immer wieder glücklich über die Tatsache, solch einen Ausbilder wie Salor zu haben. Einen Mann, der wusste was er tat und dennoch sanft zu seinen Auszubildenden war.
"Guten Morgen!", erwiederte sie gut gelaunt und ließ Albans Rücken für eine Weile in Ruhe. Sie trat an das kleine Tor heran und lehnte sich vor. Es dauerte nicht lange, da Salor Nayas neuen Waffenrock entdeckte und eine Augenbraue anhob.
"Einen schönen Waffenrock hast du da.", sagte er und sah Naya durchdringend an. Salors hellblaue Augen verunsicherten Naya immer wieder, da sie seine Blicke nur selten deuten konnte. Er wurde nie sauer, zumindest sah man es ihm nicht an. Deshalb erforderte es einiges an Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was Salor eigentlich meinte.
"Danke...", sagte sie dann fast flüsternd und überlegte, wie sie ihm mitteilen konnte, dass sie bald ausfliegen musste.
"Ich... habe einen Auftrag bekommen.", sagte Naya schließlich und schluckte nervös. Es kam höchst selten vor, dass ein Himmelsreiter in seiner Ausbildung Aufträge bekam, die nicht von seinem Ausbilder kamen, als hatte sie keine Idee, wie Salor darauf reagieren würde. Alban wiecherte aufgeregt, als Naya das Wort "Auftrag" erwähnte. Es war offensichtlich, dass der schwarze Pegasus sich auf diese Reise freute. Salor blinzelte kurz, ehe er ein leichtes Lächeln zeigte.
"Das freut mich.", gab er zu und nickte zufreiden. Seine kurzen, weißblonden Haare hingen ihm ein wenig ins Gesicht, als er nickte, doch die richtete er sich schnell. "Wohin geht es denn? Und was für einen Auftrag hast du bekommen?", fragte Salor weiter neugierig und begann Albans Kopf zu streicheln.
"Ich muss einige Sachen für Palanthor besorgen.", antwortete Naya unsicher und versteckte instinktiv ihre Hand, die langsam wieder taub wurde. "Es geht nach Zyranus.", fügte sie noch hinzu, ehe sie wieder begann, Albans Rücken zu striegeln. Salor staunte nicht schlecht, als Naya ihm den Namen des berühmten heilers nannte.
"Das ist eine lange Reise.", entgegnete er fast schon besorgt, ehe er wieder einen Schritt zurückging und seine Hand von Alban abließ. "Hast du alles vorbereitet?", fragte er dann in alter Ausbilder-Manier und sah sich im Stall um. Naya nickte nur und blickte zum Sattel, der in den vielen Öllampen glänzte, als wäre er gerade neu hergestellt worden. Dann wanderte Salors Blick zu Nayas Gepäck. Das neue Saumzeug lugte etwas hervor und er nahm es einfach heraus. Blinzelnd betrachtete er das schöne Lederwerk und hielt es Alban hin.
"Deine Reiterin hat wohl viel Glück gehabt.", sagte er scherzhaft und lachte. Naya räusperte sich nervös und nickte dann mit einem schiefen Lächeln.
"Ja.. Glück.", sagte sie mit leicht zittriger Stimme, ehe sie das Saumzeug aus Salors Händen nahm. Vorsichtig legte sie es auf einen kleinen Holzschemel, der in der hintersten Ecke des Stalles stand und striegelte weiter.
Naya war viel zu aufgeregt, um noch irgendetwas sagen zu können. Stattdessen summte sie und striegelte schneller... und schneller. Selbst Alban bemerkte ihre Nervosität und wieherte, diesmal vor lauter Unwohlsein.
"Verzieh mir...", flüsterte sie schließlich, als sie ihre Striegelgeschwindigkeit bemerkte und strich dann sanft weiter. Hoffentlich würde Nihil bald auftauchen. Was er wohl gerade machte? Ob er überhaupt kommen würde? Naya seufzte gedankenverloren und vergaß Salors Anwesenheit vollkommen.

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Re: Stallungen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Februar 2012, 23:08

Mit einer freundlichen Geste klopfte Salor dem Pegasus auf die Blässe und wiederholte das ganze dann noch einmal mit der linken Schulter seiner Auszubildenden. Auch wenn er es nie offen aussprach oder zeigte, so dachte er sich dennoch meisten seinen Teil. So war ihm durchaus aufgefallen, dass Naya dazu neigte, alles mit einer Hand zu machen. Und er merkte es auch, wenn sie ihm etwas verheimlichte oder nicht alle Details verriet. Aber er sagte dann nie etwas. Denn er war von jeher der Meinung, dass wenn sie etwas nicht sagen oder erklären wollte, er diesbezüglich keine Fragen stellen sollte. Das stand ihm nicht zu, oder zumindest sagte er sich selbst das. Und vielleicht war das auch einer der Gründe, warum er bei seinen Schülern so beliebt war. “Pass mir gut auf deine Herrin auf, hast du gehört Alban?“ sagte er freundlich zu dem geflügelten Pferd und streichelte ihm noch einmal am Hals entlang. Ob er es nun verstanden hatte, oder nicht, so schnaubte der Pegasus dennoch und es hörte sich durchaus wie eine Zustimmung an. ”Und weil Alban nicht immer ein Auge auf dich werfen kann, gibst du auch schön acht auf dich, Naya. Ich wünsche dir viel erfolg, aber jetzt muss ich zu den Anfängern.” Mit erhobener Hand verabschiedete sich der Himmelsreiter von seiner Schülerin und verließ die Stallungen in Richtung des Übungsgeländes. Dafür gesellte sich kurze Zeit später eine andere Person zu ihr und ihren Reittier.

[Nihil kommt von hier: Die Himmelsstadt Hymlia ‹ Wohnviertel Hymlias ‹ Das Anwesen der De´vals]

Tatsächlich hatte Nihil nicht das geringste Problem damit gehabt, sich Zugang zu den Ställen zu verschaffen, obwohl das eigentlich gar nicht so leicht für Leute war, die nichts mit den Pegasi zu tun hatten. Aber zu seinem Glück hatten grade zwei sehr freundliche Hymlianer Wachdienst. Einer von den beiden erkannte ihn indes als den Neffen von Endres wieder und war daher sogar noch so freundlich, ein paar Minuten lang seinen Dienst auszusetzen und den Jungen zu Albans Box geleitete, wo er sich mit einem Kopfnicken verabschiedete. So schaffte es Nihil doch relativ einfach, mit Naya wieder zusammen zu stoßen. Ob sie ihn jedoch sofort wieder erkannte, war schwer zu sagen, schließlich sah er in den dunklen Reisekleidern und mit dem kurzen Pferdeschwanz fast aus wie ein neuer Mensch aus.

Aber für freundliche Worte der Begrüßung blieb keine Zeit, denn wenig später gesellte sich noch eine weitere Person zu den beiden, der zwar ein wenig Müde aussah, aber ansonsten sehr fröhlich wirkte. In einer neuen, strahlendweißen Robe und mit weit ausgebreiteten Armen kam Palanthor auf das ungleiche Paar zu und störte sich dabei nicht an dem muffigen Geruch oder dem dreckigen Boden, wie viele andere hochrangige Bewohner Hymlias es getan hätten. ”Ahh, wie wunderbar. Da sind ja meine beiden Abgesandten!“ begrüßte er die beiden und reichte jedem von ihnen die Hand. ”Ich hab mir schon gedacht, dass ihr euch sehr früh hier einfinden würdet. Die Jugend ist einfach wunderbar. Ich bin gekommen um mich noch einmal richtig von euch beiden zu verabschieden und letzte etwaige Fragen mit euch abzuklären.“
Neugierig ging Palanthor auf den schwarzen Pegasus zu und betrachtete das Tier aus der nähe. Auch wenn er schon sehr lange in der Himmelsstadt lebte, so bekam er die Pegasi der Himmelsreiter dennoch nur sehr selten zu Gesicht und nutzte die Gunst der Stunde, um sich Alban einmal genauer anzusehen. Das Tier schnaubte zwar ein wenig unruhig aufgrund der Fremden, die sich um ihn versammelt hatten, blieb aber ansonsten ruhig. Dann bemerkte Palanthor das edle Zaumzeug, dass Naya schon bereit gelegt hatte. ”Und natürlich möchte ich auch sehen, wie sich das Geschenk des kleinen, roten Mannes im Einsatz macht. Der Waffenrock steht dir übrigens ganz ausgezeichnet, meine liebe.”
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Naya Shan'don
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Re: Stallungen

Beitrag von Naya Shan'don » Freitag 24. Februar 2012, 18:55

Salor schien sich verabschieden zu wollen, denn er befahl Alban auf Naya aufzupassen. Und auch ihr persönlich legte er diese „Bitte“ ans Herz. Dann verabschiedete er sich tatsächlich und begab sie zu den „Anfängern“. Naya atmete stolz ein. Sie zählte also nicht mehr zu den Anfängern. Ein leichtes Lächeln umgab nun ihre Lippen, als sie sich endlich weiter Albans Flanke widmete.
Summend und hochkonzentriert begann sie nun Albans Federn zu pflegen. Dies war eine der wichtigsten Vorbereitungen, die ein Himmelsreiter zu erledigen hatte, bevor er sich auf Reisen begab. Und sie tat es voller Hingabe. Schließlich wollte sie Alban so lange wie möglich wie einen gesunden, heiteren Pegasus erhalten. Ungeschickt wie Naya war, fiel ihr auch noch die Bürste aus der Hand und landete vor ihren Füßen. Genervt seufzte sie und bückte sich nach der Bürste. Als sie wieder hochkam fühlte sie sich plötzlich beobachtet. Im Augenwinkel konnte sie zwar eine Person ausmachen, doch nicht identifizieren. War Salor wieder zurückgekommen? Würde dieser Besucher bald weiter gehen? Als nach ein paar weiteren Sekunden die Person immer noch im Augenwinkel zu sehen war, sah Naya endlich hin. Sie musste zweimal hinsehen um die Person zu erkennen. Es war Nihil. Aber auch nicht. Zumindest nicht der Nihil, den sie vor ein paar Stunden noch gesehen hatte... Er sah... männlicher aus. Erwachsener. Seine Haare waren zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebunden und ließen sein Gesicht markanter wirken, was durchaus anziehen wirkte. Nayas Herz machte kurz einen Sprung. Auch seine Kleidung hatte er gewechselt. Sie wollte ihn begrüßen, aber ihr Mund bewegte sich nur leicht, ohne jeglichen Laut zu erzeugen. Sie spürte sofort die Röte in ihrem Gesicht und sah kurz wieder auf Albans Rücken, um nicht direkt im Boden zu versinken.
Als hätte Ventha ihre Gebete erhört, kam auf einmal eine weitere Gestalt hinzu. Es war Palanthor. Er trug ein weißes Gewand und wirkte äußerst glücklich.
”Ahh, wie wunderbar. Da sind ja meine beiden Abgesandten!“, flötete Palanthor, der noch ein wenig müde wirkte und gab Nihil und Naya seine Hand. Naya blickte ihn verdutzt an. Erst Nihil und jetzt Palanthor. Sie freute sich richtig, die Beiden gerade um sich zu haben, zumal der Beigeschmack ihres Vaters immer noch zu spüren war...
”Ich hab mir schon gedacht, dass ihr euch sehr früh hier einfinden würdet. Die Jugend ist einfach wunderbar. Ich bin gekommen um mich noch einmal richtig von euch beiden zu verabschieden und letzte etwaige Fragen mit euch abzuklären.“, fuhr Palanthor immer noch fröhlich fort und zauberte Naya ein Lächeln auf das Gesicht. Sie kannte kaum jemanden, der so voller Freude war, wie dieser Heiler. Dann widmete er sich Alban. Naya tat einen Schritt zur Seite, um ihn näher an ihren Pegasus heranzulassen, der ungewöhnlich gelassen auf Palanthors Annäherung reagierte.
”Und natürlich möchte ich auch sehen, wie sich das Geschenk des kleinen, roten Mannes im Einsatz macht. Der Waffenrock steht dir übrigens ganz ausgezeichnet, meine liebe.”, sagte Palanthor schließlich und Naya wurde wieder rot. Sie sah an sich herab und nickte unsicher.
„Danke...“, brachte sie schließlich heraus, da sie Nihils Anwesenheit immer noch nervös machte. Sie strich eine helle Strähne hinter das Ohr und räusperte sich leise. Hoffetnlich würde niemandem auffallen, dass sie sich sonderbar benahm... so kannte sie sich ja nicht einmal selbst! Wo war nur ihre Selbstbeherrschung hin?! Nach einem tiefen, befreienden Seufzer blickte sie dann in Palanthors Augen und wartete auf weitere Details oder Informationen. Gleichzeitig begab sie sich zum kleinen Schemel, auf dem das Geschirr für Alban lag und nahm es vorsichtig in die Hände. Auf Palanthors Anweisungen wartend, legte sie Alban das Geschirr um und blickte ihn mit Genugtuung an. Alban schien sich auch zu freuen, denn er nickte leicht mit seinem Kopf, wobei seine schwarze Mähne zu springen begann. Lächelnd streichelte sie seinen Hals und freute sich auf nichts mehr, als auf diesen Ausritt.

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Re: Stallungen

Beitrag von Nihil De´val » Samstag 25. Februar 2012, 02:40

Nachdem er erfolglos versucht hatte, seinen Lehrmeister noch einmal zu besuchen, um ihn nach einer für Nihil recht elementaren Sache zu fragen zog er seufzent in Richtung Luftakademie. Er nahm eine Abkürzung querfeldein und erreichte sein Ziel so ziemlich schnell. Vor dem Eingangstor zu den Stallungen der Pegasi standen zwei Wachen. Als Nihil sich näherte, schauten beide ihn etwas verdutzt an, glücklicherweise hatte er ja auch noch Suki dabei, was es einem der beiden Wächter ermöglichte, ihn als Endres´s Neffen zu identifizieren. So konnte sich der junge Lichtmagier einiges ersparen, um in die Stallungen zu kommen. Der Wächter, der sich als guter Freund und Trainingskamerad seines Onkels herausstellte, führte ihn sogar noch bis hin zu der Box des Pegasus der zu Naya gehörte. Als er sich verabschiedete, stand Nihil erst einmal nur vor dem Pegasus und erstaunte vor der Ausstrahlung des Tieres. Er hatte in seinem bisherigen Leben schon viele Pegasi gesehen, doch keiner von ihnen war schwarz. Auch wenn es nur die Farbe war, so hatte Alban etwas unglaublich faszinierendes an sich. Abgelenkt von dem Tier, bemerkte der Hymlianer die Gesichtsentgleisungen der Himmelsreiterin nicht, erst als eine dritte Person ins Spiel kam, wurde er aus seiner Faszination gerissen. Zu seiner Freude war es Palanthor, der die beiden fröhlich begrüßte und sich zuerst Naya mit einem Kompliment zu dem Waffenrock zuwandte. Erst jetzt bemerkte Nihil, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmte, da sie erst eine Zeit lang gar nichts heraus brachte und dann nur ein kurzes „Danke“ aus ihrer Kehle drang. Sie hatte auch vorher nichts gesagt, obwohl er schon einige Minuten da stand… oder hatte er es nicht bemerkt?! Nihil schüttelte den Kopf und wandte sich den beiden zu.
„Guten Morgen! Gut dass ihr gekommen seid Palanthor! Es gibt da noch eine wichtige Sache! Ich möchte es nicht herauf beschwören, doch sollten wir in einen Kampf geraten, so möchte ich mich etwas besser zur Wehr setzen können, als mit einem Dolch, mit dem ich mehr schlecht als recht umgehen kann. Mir ist klar, dass so etwas auf die Schnelle nicht möglich ist und einige Stunden, wenn nicht sogar Tage an Übung benötigt, doch mir ist bekannt, dass man das Licht auch im Kampf nutzen kann. Ich hatte mir erhofft, dass ihr mir erklären könnt, wie ich die Kräfte kanalisieren muss, um statt einem Heilzauber einen Angriffszauber zu wirken. Den Rest könnte ich schon selbst herausfinden“
Während er sprach, hatte sich Suki vorsichtig auf Samtpfötchen dem Pegasus genähert. Das Tierchen kannte Pegasi zwar, doch sie waren ihr nicht so geheuer. Die beiden Tiere standen sich gegenüber und beäugten sich. Nach einer Weile, setzte Suki zum Sprung an und landete prompt auf Albans Kopf. Zum Erstaunen der Beobachter, lies sich der Pegasus dies einfach so gefallen. Scheinbar triumphierend setzte sich Suki, den Kopf nach oben gestreckt, auf den Kopf des prachtvollen Tieres und gab ein Maunzen von sich. Als Nihil die Szenerie beäugte, musste er unweigerlich lachen. Er ging zu Naya, legte ihr spielerisch den Arm um die Schulter und zog sie mit einem Ruck etwas näher an sich.
„Haha na mal sehen, ob wir uns dann auf dem Flug genauso gut verstehen wie unsere beiden tierischen Begleiter“

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Re: Stallungen

Beitrag von Gestalt » Freitag 2. März 2012, 16:35

Mit einem wissenden Schmunzeln registrierte Palanthor die kleinen Veränderungen, die Naya zur Schau trug. Ihre Wangen waren leicht gerötet, sie vermied Blickkontakt mit seinem Schüler und auch ihre Atmung ging ein wenig schneller. Es war wirklich nicht schwer, hier die richtige Diagnose zu stellen. Schließlich war er auch einmal jung gewesen. Aber seine Erkenntnis behielt er für sich. Da sollte der junge Nihil ganz von selbst drauf kommen. Dem wandte er sich auch nach seiner kleinen Ansprache zu, aber dabei wandelte sich sein Gesichtsausdruck ganz deutlich von einem Lächeln zu einer irritierten, fast schon erschrockenen Miene. "Aber mein lieber junge! Du erwartest doch nicht etwa auf dieser Reise angegriffen zu werden!? Die Götter mögen dich davor behüten." Perplex über diesen plötzlichen, gewaltbereiten Zug von Nihil, den der alte Zyraner bis dahin nicht gekannt hatte, nestelte er am Kragen seiner Robe herum. Dann aber nickte er leicht und trat an seinen Schüler heran. So ganz überzeugt war er noch immer nicht davon, aber wenn es der Wunsch seines Adepten war.
"Nun gut, ich werde dir ein paar Techniken zeigen, aber nur unter der Bedingung, dass du sie ausschließlich zur Verteidigung nutzt!" Palanthor hob daraufhin die Hände auf Brusthöhe und schloss die Augen zur Konzentration. Von der linken Handinnenfläche löste sich eine Ladung, die in die rechte Hand übersprang. Der Lichtbogen zischte leise und stieße Funken aus wie ein Blitz. Nach ein paar Sekunden brach er ab und der Lichtmagier schüttelte die Hände. "Der Lichtbogen ist wohl der einfachste Angriffszauber der Lichtmagie. Er entwickelt Hitze und kinetische, sowie elektrische Energie. Das reicht um einen Gegner zu verschrecken, verletzten und mit genug Kraft zu lähmen oder fortzuschleudern. Er benötigt keine besondere Formel und wie du gesehen hast auch keine großen Gesten. Kanalisiere deine Energie auf die selbe Art, wie du es bei dem Belebungszauber getan hast, den ich dich gestern lehrte, aber denke statt an Leben an etwas zerstörerisches, wie Feuer, Flutwellen oder Blitzgewitter. Ich denke aber, dass du eine Zeit brauchst, bis du es zu mehr als ein paar schmerzhaften Funken bringst."
Noch immer stiegen von seinen Händen leichte Qualmwolken auf, ebenso wie sie eine hohe Hitze ausstrahlten. Palanthor war nie ein Magier von der Sorte gewesen, die sich groß auf Zerstörungsmagie konzentriert hatten. Ein wenig zur Verteidigung und weil sein Meister es verlangt hatte, schön und gut, aber das war es auch schon. Er würde es vor dem Knaben zwar nicht zugeben, aber viel mehr als diese einfachen Lichtblitze beherrschte er auch nicht. Sein alter Mentor hingegen, der war ein Alleskönner der Lichtmagie und wahrscheinlich würde er Nihil noch viel mehr beibringen, sollte er den Burschen als Lehrling aufnehmen.
Mit einem lauten Knacken streckte er den Rücken durch und fing wieder an zu Lächeln, nun da dieses heikle Thema beendet war. Stattdessen wandte er sich nun von den beiden jungen Hymlianern ab und sah den Weg entlang, der nach draußen führte. Die Sonne schien angenehm hell und es herrschte eine warme Briese, die in die Stallungen hinein wehte. Perfekte Bedingungen um eine lange Reise zu beginnen. "Ich hoffe ihr seid gut vorbereitet. Also noch einmal ein paar wichtige Fakten. Du darfst deinen Pegasus nicht über die Stadt selbst fliegen lassen, sondern vor der Mauer landen. Sonst wirst du durch das magische Abwehrsystem angegriffen und ... nun ja geröstet. In der Stadt selbst solltet ihr in der Fliegenden Schenke absteigen, ein sehr empfehlenswertes Lokal. Ach ja und das wichtigste von allem." Mit einer Handbewegung wies er die beiden an näher zu treten, denn das, was nun kam, gehörte nicht in fremde Ohren. Als die beiden direkt vor ihm standen, flüsterte er so leise wie möglich die geheime Losung, mit der man das Stadttor nach Zyranus öffnen konnte. Anschließend trat er einen Schritt zurück und verneigte sich leicht vor beiden. "Ich wünsche euch beiden eine gute Reise."
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Naya Shan'don
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Re: Stallungen

Beitrag von Naya Shan'don » Freitag 2. März 2012, 22:46

Naya sah erst einmal zu, wie Nihil Palanthor um einen Zerstörungszauber bat. Dann stellte sie voller Verwunderung fest, dass Nihils Katzenhörnchen auf Albans Kopf gelandet war und dort ihren Platz beanspruchte. Sie hatte Angst, dass Alban durchdrehen würde, doch er blieb ruhig. Er schien die Gesellschaft sogar zu genießen, denn er bewegte leicht seinen langen, schwarzen Schweif. Naya blinzelte kurz und blickte verwirrt in die Runde, als sie plötzlich von Nihil einen Arm um die Schulter gelegt bekam. Sie erstarrte und hörte ihn sagen: „Haha na mal sehen, ob wir uns dann auf dem Flug genauso gut verstehen wie unsere beiden tierischen Begleiter“.
Naya schluckte schwer und spürte ihre Wangen wieder hochrot werden. Sie wusste nicht einmal wie sie nun reagieren sollte, also lachte sie einfach los. Es war ein komisches Lachen. Ein nervöses Lachen einer Verrückten... Sofort verstummte sie und sah beschämt auf den Boden, ehe sie entschied, etwas antworten zu müssen.
"Ja...", brachte sie kaum hörbar heraus und spürte immer noch die Hitze. Was war nur los mit ihr? Sie atmete tief durch und war froh, als Palanthor endlich das Wort ergriff. "Aber mein lieber junge! Du erwartest doch nicht etwa auf dieser Reise angegriffen zu werden!? Die Götter mögen dich davor behüten.", sagte er zu Nihil und Naya löste sich langsam aus seiner "Umarmung". Während Palanthor Nihil anscheinend den Zauber zeigte, widmete sie sich Alban. Sie streichelte kurz seinen Hals, ehe sie vorsichtig an seinem Kopf vorbeiging, um nicht erneut Bekanntschaft mit den Klauen des Katzenhörnches zu machen. Schwungvoll und vorsichtig zugleich legte sie Alban schließlich den Sattel auf den Rücken und sprang routiniert auf diesen drauf. Sie fühlte sich sofort stärker und selbstsicherer. Das war nunmal ihr Platz. Auf Albans Rücken.. Vor ihr saß Nihils Katze und sie nahm doch etwas Abstand, denn das Katzenhörnchen drehte sich kurz um.
Als Naya schließlich das nächste mal in Richtung der beiden Freunde sah, qualmten Palanthors Hände. Sie blinzelte ein paar Mal, ehe sie verstand, dass er gerade Magie angewandt hatte. Dann streckte er sich mit einem knackenden Geräusch und wandte sich Nihil und Naya erneut zu.
"Ich hoffe ihr seid gut vorbereitet. Also noch einmal ein paar wichtige Fakten. Du darfst deinen Pegasus nicht über die Stadt selbst fliegen lassen, sondern vor der Mauer landen. Sonst wirst du durch das magische Abwehrsystem angegriffen und ... nun ja geröstet. In der Stadt selbst solltet ihr in der Fliegenden Schenke absteigen, ein sehr empfehlenswertes Lokal. Ach ja und das wichtigste von allem.", sagte er schließlich und Naya nickte. Das war eine wichtige Information gewesen, ohne die sie vermutlich als schwarzes Pulver in Zyranus gelandet wären... Dann winkte er sie plötzlich zu sich. Naya drückte leicht in Albans Flanke und er ging ein paar Schritte auf den alten Heiler zu. Dann wurde ihnen flüsternd die Losung zur Stadt genannt, ehe er wieder lauter sprach: "Ich wünsche euch beiden eine gute Reise." und sich verneigte. Naya bekam Gänsehaut. Es war nun so weit. Sie sah auf Palanthor herab und nickte ihm leicht zu.
"Danke für alles, Palanthor.", sagte sie schließlich und konnte ein Lächeln hervorbringen. Dann schweifte ihr Blick zu Nihil.
"Ich hoffe du schaffst es alleine hochzukommen.", ein neckisches Lächeln umspielte nun ihre Lippen, als sie es wagte, Nihil ein wenig zu ärgern. Dann wanderte ihr Blick wieder zu Palanthor. "Bis bald.", sagte sie schließlich und sah dem alten Heiler ins Gesicht um sich sein Gesicht gut einzuprägen. Wer wüsste schon, wann sie ihn wieder sehen würde...

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Re: Stallungen

Beitrag von Nihil De´val » Samstag 3. März 2012, 19:17

Naya´s seltsames Verhalten war Nihil gar nicht aufgefallen. Der sonst so aufmerksame junge Hymlianer war momentan viel zu abgelenkt, durch all die verwirrenden Gedanken, die in seinem Kopf herumirrten. Als Palanthor sich zu seinem Wunsch, einen Angriffszauber zu erlernen äußerte, musste der angehende Lichtmagier leicht schmunzeln. Das war doch wohl nicht wirklich sein Ernst?! In seiner Zeit in der Luftakademie wurde ihm beigebracht, dass die Welt außerhalb Hymlias voller Gefahren war und keiner ohne eine Waffe oder gute Magiekenntnisse dort unten Überleben würde. Umso aufmerksamer wurde er dann jedoch, als sein Meister damit begann, ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Die Theorie schien leicht und am liebsten hätte es Nihil sofort ausprobiert, wenn sie nicht gerade losfliegen wollten.
Suki war sofort von Albans Kopf herunter gesprungen, als Naya sich auf dessen Rücken setzte. Misstrauisch blickte sie die Himmelsreiterin an und hüpfte dann schnell zu Nihil, der sie routiniert in seine Umhängetasche schlüpfen lies.
Sogleich wandte er sich noch einmal seinem Meister zu.
"Habt dank... ich hoffe ich werde es nicht verwenden müssen. Habe ich das so richtig gesagt?"
Wieder versuchte er seine Handelssprache aufzufrischen und noch immer war es nicht ganz Akzentfrei. Auf Nayas Sticheleien reagierte er nur mit einem verschmitzten Lächeln und machte sich daran auf den Rücken des Pegasus zu kommen. Natürlich hatte er von seinem Onkel schon gelernt, wie er das anstellen musste und seine Tante hatte ihm einen kleinen Zaubertrick der Windmagie beigebracht, mit dem man die Pegasi beruhigen konnte, indem man Wind in verschiedenen Zirkulationen durch deren Gefieder gleiten lies, was sich für die Tiere äußerst angenehm anfühlen musste. Im nu war er auf dem Rücken Albans und zur Abreise bereit. Seine Umhängetasche mit Suki setzte er direkt vor sich und vergewisserte sich, dass sie fest und sicher sahs bevor er sich mit den Händen an Nayas Hüften festhielt und darauf wartete, dass es los ging. Wie lange würde es wohl dauern, bis er Hymlia wieder sehen würde...

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Naya Shan'don
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Re: Stallungen

Beitrag von Naya Shan'don » Montag 5. März 2012, 08:30

Auf Alban war Naya wie ausgewechselt. Sie saß stolz auf seinem Rücken und zuckte nicht einmal zusammen, als Nihil ihre Hüfte umfasste. Mit einem letzten kurzen Nicken in Palanthors Richtung, drehte sie Alban vorsichtig mit den Zügeln nach rechts, in einen langen, breiten Gang hinein, an dessen Ende ein großes Tor stand, welches nur geöffnet wurde, um Pegasi durchzulassen. Hinter dem Tor ging es einfach nur noch runter. Würde man an der Kante des Tores stehen, würden die Winde einen direkt runterwehen. Deshalb benötigten die Himmelsreiter einen etwas längeren Anlauf, um nicht zu langsam auf die Winde zu treffen, die draußen auf sie warteten, sondern - wie ein Pfeil - hindurchzugleiten.
So stolzierten Nihil, Naya, das Katzenhörnchen und Alban also auf dem langen Gang. Naya beugte sich leicht vor und flüsterte etwas in Albans Ohren. Das war eben ihre Methode. Sie mochte es nicht all zu sehr, ihm in die Flanken zu treten und war froh gewesen, als sie eines Tage bemerkt hatte, dass er auf ihre Worte reagierte.
Direkt nach ihren Worten begann Alban langsam seine Flügel auszubreiten und wieder einzuziehen. Er hatte sie lange nicht benutzt und müsste sie erst einmal ein wenig dehnen, damit er die Winde gut abfangen konnte. Jeder, der schon einmal geflogen war, wusste, dass der Abflug mit das Schwierigste war. Der Pegasus müsste sich erst einmal in einen Windstrom eingliedern und seine Position darin finden - gleichzeitig müsste er so stabil bleiben, dass seine Reiter nicht runterfallen konnten. Doch Naya vertraute Alban vollkommen. Doch gleichzeitig verspürte sie die wohl bekannte Angst in sich aufsteigen. Höhenangst. Diese begleitete sie teilweise durch ihr Leben, seit sie den Unfall gehabt hatte und bei jedem Abflug musste sie sich stark zusammenreißen, um nicht loszuschreien. Doch diesmal würde es anders werden. Sie war viel zu freudig und aufgeregt, als dass sie sich von ihrer Angst verleiten lassen würde...
Alban war mittlerweile auf der Hälfte des Ganges. Jetzt müssten sie Geschwindigkeit aufbauen.
"Halt dich gut fest.", sagte Naya schließlich zu Nihil, ohne sich umzudrehen und übte dann Druck auf Albans Flanke aus. Alban reagierte auf die Sekunde und trabte erst einmal los, um nur nach wenigen Schritten in den Galopp zu wechseln. Er wurde immer schneller, das mittlerweile geöffnete Tor kam immer Näher. Hinter dem Tor war nur ein strahlendes Blau zu sehen. Naya spürte ihr Herz rasen, als sie nur noch einige Ellen vom Tor entfernt waren. Albans Flügel waren noch immer angezogen, so konnte er leichter schneller werden. Dann erreichten sie mit voller Geschwindigkeit die Kante. Alban sprang aus dem Tor und Naya klammerte sich mit ihren Oberschenkeln an seinem Körper und hoffte, dass Nihil dasselbe bei ihr tun würde. Sonst könnte sie ihn irgendwo auf dem Boden aufsammeln und das wollte sie vermeiden. Die wenigen Sekunden im Sprung fühlten sich für Naya immer an, wie ein Ritt zu Ventha. Die Schwerkraft war für diese wenigen Sekunden aufgehoben und nichts war zu hören - außer der eigene Herzschlag. Voller Freude stieß Naya einen Schrei heraus und lächelte über das gesamte Gesicht. Dann, einen Augenblick später, breitete Alban plötzlich seine Flügel aus. Sofort wurde der Fall etwas etwas verlangsamt. Ein paar Momente suchte Alban die richtige Position und seine Reiter wurden leicht hin dun her geruckelt, doch schon bald schwebten sie einfach nur dahin, wie Vögel, die nie etwas anderes getan hatten. Naya lächelte immer noch und streichelte dann Albans Hals, als sie bemerkte, dass er nun sicher fliegen konnte. Nach einer Weile drehte sie ihren Kopf leicht zur Seite, um zu schauen, ob Nihil noch lebte. Er saß tatsächlich noch hinter ihr.
"Jetzt haben wir das Schwierigste hinter uns.", sagte sie etwas lauter, um den Wind zu übertönen, der ihnen um die Ohren schlug. Es war eisig kalt, doch da mussten sie nun durch.
Dann atmete Naya tief durch. Sie musste kurz überlegen, welche Reiseroute wohl am sichersten und angenehmsten sein würde. Zu lange durfte sie Alban nicht in dieser Kälte fliegen lassen. Ein Aufenthalt in einem etwas wärmeren Gebiet wäre also von Nöten. Soweit sie wusste, lag das Dorf der Waldmenschen fast auf der Mitte des Weges nach Zyranus und war auch ein wärmeres Gebiet, in dem sich Alban ausruhen und aufwärmen konnte. Wenn sie Glück hatten, würden sie in der Nacht oder am frühen Morgen dort ankommen. Ja, das wäre wohl am Sinnvollsten. Zyranus direkt anzufliegen wäre einfach zu gefährlich. Als sie sich ihrer Entscheidung sicher war, wandte sie sich wieder Nihil zu.
"Wir machen eine Pause im Dorf der Waldmenschen.", sagte sie wieder lauter und streichelte immer wieder Albans Hals, der sich wirklich tapfer schlug. Er flog wie ein Vogel und schien jede Windböe aufzufangen. Bis hierhin war alles gut gegangen. Und Naya war sich sicher, dass es auch gut weitergehen würde...

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Re: Stallungen

Beitrag von Nihil De´val » Dienstag 13. März 2012, 16:06

Nihil blickte nicht noch einmal zurück zu seinem Lehrmeister. Er wusste, dass er nun zum letzten Mal als Nihil De´val, der behütet aufgewachsene Lichtnovize, hier sein würde. Wenn er das nächste Mal die Stadt über den Wolken besuchen würde, so täte er dies als ein anderer, dessen war er sich sicher. Als Alban seine Geschwindigkeit erhöhte, verstärkte er seinen Griff um Nayas Hüften und legte seinen Kopf von hinten auf ihre Schulter, sodass er mit dem Gesicht in ihrem Nacken lag. In dieser Position konnte der Tasche mit seinem Hab und Gut, sowie Suki nichts passieren. Mit den Beinen klammerte der junge Hymlianer sich an dem Pegasus fest, sowie er es bei seinem Onkel gelernt hatte. Als sie die Absprungskante erreicht hatten, hielt Nihil die Luft an. Alban sprang und alles wurde still um Nihil. Die Sekunden der Schwerelosigkeit genoss er vollends. Nun war es soweit, er lies einfach alles hinter sich, um endlich all das zu erfahren, wonach er schon immer gesucht hatte. Endlich würde er die Welt unter den Wolken kennen lernen und er würde nun mehr über seinen Vater erfahren. Kaum hatte er an seinen Vater Gedacht, kamen ihm wieder die Zeilen des Briefes in den Sinn. “Ganda in Jorsan…“
Gerade wollte er Naya darauf ansprechen, als sie plötzlich ein wenig ins straucheln gerieten, dann jedoch in einen gemütlichen Flug übergingen. Ihren Vorschlag im Dorf der Waldmenschen eine Rast einzulegen nahm Nihil still schweigend hin. Er konnte sich nur aus Bildern und Erzählungen ausmalen, wo dieses Dorf war und wie es dort aussah. Die eisige Kälte machte ihm jedoch ein wenig zu schaffen und wie es ihm schien auch den anderen. So entschied er sich, seinen Teil der Reise zu erfüllen und sie etwas angenehmer zu gestalten. Kaum hörbar verfiel Nihil in einen leisen Singsang und konzentrierte sich. Plötzlich schien es so, als würden sich winzig kleine Lichtpartikel von ihm lösen, die den Pegasus und all seine Reiter langsam umschlossen. Bis auf die Tatsache, dass nun alle glitzerten, war noch keine Veränderung zu spüren, doch auf ein Befehlswort des Hymlianers, flackerten die Partikel kurz rot auf und eine wohlige Wärme ging von ihnen aus. Solange es noch hell war, würde dieser Zauber einwandfrei funktionieren, da er die Wärme des Lichts absorbiert und weitergibt ja sogar speichert. Jedoch war der Speicher sehr begrenzt. Sobald es dunkel geworden wäre, würde der Zauber nach maximal einer halben Stunde verfallen. Nihil hob seinen Kopf und sprach in Nayas Ohr.
„Ich hoffe so ist es ein wenig angenehmer. Meinst du es wäre möglich, einen kleinen Zwischenstop in Ganda einzulegen? Es wäre mir ein wirklich großes Anliegen und es dauert auch nicht lange“Suki strecke vorsichtig ihr Köpfchen aus der Tasche und starrte mit großen Augen um sich herum. Kurz darauf verzog sie sich jedoch wieder und entschied sich, erst einmal ein wenig zu schlafen, bis sie wieder auf festem Boden waren. Nihil hingegen genoss die Aussicht in vollen Zügen. Schnell vergingen auch die ersten Stunden des Fluges relativ ereignislos.

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Re: Stallungen

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. März 2012, 22:35

Die Reise der beiden Hymlianer fing so gut an, wie man es sich nur wünschen konnte. Die Götter hatten es wahrlich gut mit ihnen gemeint, denn das Wetter hätte kaum besser sein können. Sicher, es war etwas kühl, doch bei der Höhe, in der sich der Pegasus durch den Himmel bewegte, war dies ganz normal. Aber die Luft war klar und der Wind grade so stark, dass Alban ohne große Anstrengungen gleiten konnte. Und als Nihil zusätzlich noch seinen Lichtzauber wirkte, um die kleine Reisegruppe zusätzlich zu wärmen, wurde der Flug richtig angenehm. Besonders der Pegasus genoss es, endlich mal wieder die schwarzen Flügel voll spannen zu können und mit voller Geschwindigkeit durch die Wolken pflügen. Lautes Wiehern zeugte von der Freude, die das geflügelte Pferd empfand. Das andere tierische Mitglied der Truppe, genoss diese Art zu reisen hingegen ganz und gar nicht, denn die kleine Suki versteckte sich zitternd im Gepäck des Lichtmagiers und traute sich nicht einmal das Köpfchen raus zu strecken. Wer wollte es ihr denn auch verübeln? Schließlich waren Katzen für den Boden, nicht für den Himmel geschaffen und ob sie es bei einen Sturz aus dieser Höhe sicher auf den Pfoten zu landen, war mehr als fraglich.
Die Reiserute war klar. Naya war erfahren genug, um nicht zu versuchen, die gesamte Strecke von Hymlia nach Zyranus in einem Stück anzugehen, denn damit würde sie ihren Pegasus mehr als überfordern. Das Dorf der Waldmenschen, dass die Himmelsreiterin anvisiert hatte und auf dass sie Alban zusteuerte, lag nicht auf dem direkten Weg, aber ein kleiner Umweg war sicherlich leicht in kauf zu nehmen, wenn man dafür zumindest ein richtiges Bett und vielleicht eine warme Mahlzeit in Aussicht hat. Naya gab ihre Entscheidung auch an Nihil weiter, denn der wohlbehütete Lichtmagier hatte sicherlicht nicht mehr die geringste Orientierung, seit sie aus den Ställen der Pegasi aufgebrochen waren. Einem Laien konnte man dies sicherlicht nicht verübeln. Aber der Magier hatte sich ebenfalls Gedanken über die Reise gemacht, wobei er sicherlich durch die Neugier auf seinen Vater gelenkt wurde, als er die Himmelsreiterin fragte, ob sie einen Zwischenstopp in Ganda einlegen könnten. Gewiss hätte die junge Hymlianerin dafür Verständnis gehabt. Doch zu einer Antwort konnte sie nicht mehr ansetzen.
Binnen Sekunden schwang das Wetter um und der zuvor so ruhige Himmel wurde mit einem mal durch mächtige Sturmböen beherrscht. Mit so etwas musste man leider immer rechnen, wenn man durch die Wolken reiste, denn nur die erfahrensten Himmelsreiter konnten erkennen, wann sich die Druckgebiete überschnitten. Ohne Vorwarnung rauschte es zum erbarmen laut um die beiden Reisenden und ein Windstoß nach dem anderen erfasste Alban, der durch den unerwarteten Wetterwechsel vollkommen überrascht wurde und verängstigt wieherte. Es kostete Naya alle Kraft, die Zügel zu halten und sie weiter auf Kurs zu halten. Dass ihre Hand immer schwächer wurde, half dabei auch nicht wirklich. Leider war bei der Witterung keine Verbesserung zu erkennen, ganz im Gegenteil. Dunkle Wolken zogen auf und es dauerte nicht lange, da starte auch das Wetterleuchten. Noch war das darauf folgende Donnern weit entfernt, aber es war Lebensgefährlich, bei diesem Wetter weiter zu fliegen. Glücklicherweise waren sie nicht mehr über dem Meer, sondern hatten bereits die ersten Ausläufe des Sarius erreicht ...

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