Auf der Turmspitze

Der Großteil der Bewohner beherrscht die Luftmagie. Erlernt haben sie dies hier in der Luftakademie, welche von dem Volk und einem starken Luftmagier erbaut wurde. In manchen Gängen muss man regelrecht schreien, so stark sind hier die Winde.
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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Tahmo » Mittwoch 7. September 2011, 16:53

Tahmo grußelte es richtig. Nach und nach verlor er die Kontrolle über seine einfachen, magischen Spielereien die er mit dem Wind anstellte. Als würde jemand anderes in seine Magie pfuschen und wie ein zusätzlicher Puppenspieler an denselben Fäden ziehen... Der Wind wandte sich ein wenig gegen ihn. Bauschte seine Kleidung auf und rauschte ungestüm in seinen Ohren. Die Windsbraut hatte anscheinend gefallen an Ihm gefunden... nur er eben nicht an ihr. Es fiel ihm schwer sich zu Konzentrieren, der Wind machte nun nicht mehr nur das was Tahmo ihm sagte sondern folgte scheinbar auch den Einflüsterungen der Windbraut ohne irgendwelche Unterschiede zu machen. Ein zweimal hätten ihn zwei stärkere Böhen fast selbst von den Beinen gefegt.... Da reichte es ihm fürs Erste. Nicht das hier am Ende wirklich noch alles aus seiner Kontrolle floh....
Tahmo öffnete die Augen, welche er extra geschlossen gehalten hatte um sich besser auf die Stimme und die Luftmagier konzentrieren zu können. Aber nun war Schluss mit der Zauberei. Er wusste wer diese Stimme war, es war Zeit den Zauber zu beenden. Hoffentlich stimmte es das in diesem Raum nur seine Kräfte zählten... denn wenn das so war konnte kein fremder, anderer Wind seine Böen übernehmen und wenn er nicht mehr zaubern wollte, so konnte auch die Windbraut hoffentlich nichts anderes tun als sich diesem Willen zu beugen.... Er vertraute darauf was diese Fremde Macht gesagt hatte... das sie im Grunde Ihn und seine Kraft brauchte um ihren Unfug anzustellen. Tahmo atmete tief durch, löste sämtliche Zauber, stellte jegliches Wirken ein und zog seine Sinne von der Luft um ihn herum zurück zu sich selbst. Hoffentlich verklangen die letzten Böen gleich... hoffentlich unterschätzte er diese Windsbraut nicht... Er musste auf jedenfall Lua und vor allem Zeph erzählen was er herausgefunden hatte.
Erschöpft sank er auf die Knie, nur um sich sogleich auf allen Vieren mit den Händen am kühlen, harten Boden ab zu stützen. Ihm war etwas schwindelig, sodass sich der graue Stein des Bodens leicht vor seinen Augen drehte. Ein paar Schweißperlen rannen ihm über die Schläfen hinab zum Kinn und er fragte sich ob man von zu vieler Zauberei auch eine Art Zauber-Muskelkater bekommen konnte, vor allem wenn man noch ganz am Anfang stand so wie er. „Lua... Zeph'....'ch weis' wer die Stimme is'!“ Rief er seiner Meisterin und dem anderen Lehrmeister zu, drehte sich über die Seite und legte sich rücklings auf den kühlen Steinboden, alle Viere von sich gestreckt. „Oh bei Ventha... man...'s war wirklich' anstreng'd.... Aber ich weis' nu' wer's is'... die Windsbraut!“

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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. September 2011, 22:38

"Oh, Kind der Stürme, Magier der Luft.
So schwach bist du, ohne mich.
Schau, wie du zusammenbrichst.
Du weißt, du brauchst micht.
Ohne die Macht der Windsbraut bist du nichts.
Ohne mich wirst du niemals die Luft beherrschen!"
Das Wesen, diese Macht, die sich Windsbraut nannte, zog sich nun zurück. Tahmo spürte förmlich, dass etwas von ihm abließ. Die Luft, die an seiner Kleidung zerrte und sein Haar zerzauste, schwächte ab. Zugleich fiel es ihm aber schwerer, sie zu kontrollieren. Ob dies tatsächlich an der Windsbraut lag oder ob er einfach bereits zu erschöpft gewesen war, um selbst diesen eigentlich harmlosen Zauber zu wirken, konnte er nicht sagen. Es lag an Tahmo selbst, wie weit ihn die Erkenntnis beeinflussen würde. Denn hatte die Windsbraut nicht zuvor noch behauptet, sie brauche ihn? Ja, um ihre Kraft zu kanalisieren. Sie war mächtig, sie schien nur ein Medium zu brauchen. Tahmo war dieses Medium.
Jetzt jedoch schwanden seine Kräfte. Etwas, das man noch am ehesten mit einem geistigen Muskelkater vergleichen konnte, überkam ihn. Er hatte sich magisch überanstrengt. Die Luft schwächte weiter ab. Der Wind schwand. Und schließlich floss auch die Energie aus dem Blondschopf heraus wie Wasser durch eine Rille im Eimer: kaum merklich, aber stetig.
Als Tahmo auf die Knie sank, sprangen Lua und Meister Zephyros fast gleichzeitig von der Bank auf. Die Luftmagierin war jedoch einen Hauch schneller und so war sie die erste, die ihren Schützling erreichte. Tahmo kauerte auf allen Vieren, Schwindel hatte ihn befallen und kalter Schweiß tropfte von seiner Stirn.
"Alles in Ordnung?", fragte Lua mit besorgtem Unterton in der Stimme. "Es tut mir leid, wir hätten das Aufschieben sollen. Du warst einfach zu ..." Doch sie kam nicht dazu, ihren Satz zu beenden. Tahmos gekeuchte Worte ließen sie verstummten. "Du weißt, wer hinter dieser Stimme steckt?"
Jetzt erreichte auch der Hymlianer die beiden. Aufmerksam lauschten er und Lua, aber der Dozent verstand vom Nuscheln des Blondschopfs wieder einmal nur die Hälfte. Rasch übersetzte Lua ihm das Kauderwelsch. Er nickte. "Windsbraut, nie gehört. Aber vielleicht finde ich etwas im Archiv. Wartet hier. Ähm ...", er räusperte sich, "der junge Mann sollte etwas Wasser oder einen Schluck Milch bekommen. Ach, ich bringe das auch noch mit." Eiligen Schrittes wandte er sich der Tür zu. Es dauerte einen Moment, bis er den Mechanismus entsichern konnte, dann aber verschwand er in Windeseile durch die Tür. Windeseile. Wind. Die Windsbraut. Wer war sie? Ob Zephyros etwas herausfinden konnte?
Lua untersuchte derweil ihren Geliebten. Sanft strich sie ihm dabei über den Rücken und ließ es sich nicht nehmen, ihn kurzzeitig mit dem Kopf auf ihren Schoß zu betten, nachdem sie sich zu ihm gekniet hatte. Mit einem kleinen Taschentuch wischte sie ihm den Schweiß ab. "Jetzt sind wir zumindest schon einmal einen Schritt weiter. Die Windsbraut. Das klingt mysteriös. Fast wie ein Geister- oder Fabelwesen. Was glaubst du, Tahmo?" Beruhigend massierte sie seine Schläfen. Sie wusste, dass manche Magierlehrlinge am Anfang ihrer Karriere oft über Kopfschmerzen klagten, nachdem sie ihre arkanen Fähigkeiten geschult hatten. Einige von ihnen bekamen regelrecht Migräne. Bei Luftmagierin war das jedoch seltener der Fall. Hauptsächlich Licht- und Feuermagier schienen von diesen Nebenwirkungen betroffen. Lua hatte aber auch von Energiemagierin gehört, die Probleme plagten. Sie selbst war von derlei Effekten stets verschont geblieben. Manchmal hatte sie sich einfach nur ermattet gefühlt und musste sich nach einem harten Training ausruhen. Das ging am besten, wenn sie sich irgendwo hinsetzte, den Wind um die Ohren pfeifen und die Beine baumeln ließ. Beides funktionierte in diesem Raum nur sehr schlecht. Tahmo musste ohne diesen Luxus auskommen.
"Wenn Meister Zeph zurück ist und wir gehen können, solltest du dich erst einmal entspannen. Anschließend sehen wir, wie das ganze mit dieser Windsbraut weitergehen soll." Sie versuchte, ihre Schützling zu beruhigen. Er sah ziemlich hinüber aus, hatte er sich in den letzten Stunden doch viel zu sehr verausgabt und nicht richtig ausgeruht. Vielleicht täte es ihm gut, ein wenig Zeit mit seinem Pony Faro zu verbringen. Das gefräßige Tier wurde sicherlich von Ikarus bestens versorgt, darauf konnte sich Lua verlassen. Seit sie mit dem Hymlianer befreundet war, hatte er sie noch nie im Stich gelassen.

Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis sich die Tür wieder aufschob. Meister Zephyros kehrte mit mehreren Schriftrollen unter dem Arm und einem dicken Wälzer in beiden Händen zurück. "Ich habe Antworten", verkündete er die gute Botschaft. "Es sind allerdings keine positiven." Lua schaute den Mann besorgt an. Er sollte nicht um den heißen Brei herum reden, sondern die Antworten endlich preisgeben. Der Dozent suchte sich eine Bank, winkte seine Gäste herbei. Das schwere Buch landete auf dem Stein, daneben fanden die Schriftrollen einen Platz.
"Wahrscheinlich gibt es bei uns in Hymlia nur deshalb Aufzeichnungen über die Windsbraut, weil sie sich mit Luft beschäftigt. Wir bewahren sonst nichts über Dämonen auf."
"Ein Dämon?!" Lua erstarrte. Sie hatte noch nie ein solches Wesen zu Gesicht bekommen, geschweige denn auch nur ansatzweise mit einem zu tun gehabt. In Zyranus, der Stadt, in der sie aufgewachsen war, sah man Ritualmagier nicht gern. Das waren jene, die Tore in diese Dämonenwelt - wie hieß sie noch? - öffneten und die Bestien nach Celcia holten. Für banale Dienste oder Informationen riskierten sie, die Beschwörung falsch zu machen und einen Dämon auf Celcia loszulassen. Man erzählte sich, dass es sehr chaotische Wesen waren, die nur Zerstörung und Leid im Sinn hatten. Und die Windsbraut sollte ein solcher Dämon sein?
"Seid Ihr Euch sicher, Meister Zeph?", hakte die Magierin nach, aber der Hymlianer nickte. "Ganz sicher. Wir haben Aufzeichnungen eines Ritualmagiers aus Grandessa, der sich mit diesen Luftdämonen beschäftigt hat. Schaut euch die Schriftrolle hier an ... und dort ist eine Zeichnung dieser Haraxianerin." Er klappte das Buch an einer durch ein Lesezeichen markierten Stelle auf. Ihr Bild ließ nicht auf einen Dämon schließen. Man könnte sie eher für einen Drachen halten.
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Die Windsbraut sah aus wie eine riesige, geflügelte Schlange. Ihre Schwingen erinnerten an die der Pegasis, weiß und aus gefächerten Federpaaren bestehend. Solche besaß sie auch am Kopf, aber ihr Körper zeichnete sich durch ein blauviolettes Schuppenkleid aus. Lediglich an der Vorderseite - wo beim Menschen Hals und Bauch gewesen wären, verglich man die Anatomie - blieb sie blass. Ihre Augen standen schräg und waren ein einziges, eisblaues Schimmern. Aus ihrem Maul hing eine gespaltene Schlangenzunge.
Der Text auf der Schriftrolle war leider in Hymlikor verfasst. "Ich könnte einige Worte entziffern, aber ob uns das weiterhilft", meinte Lua bedauernd, aber wozu war denn Meister Zephyros anwesend? Er lächelte, winkte ab und begann noch während des Vorlesens das Hymlikor in Celcianisch zu übersetzen. "Die Windsbraut ist ein Schlangendämon des Harax, der sich dem Element Luft verschrieben hat. Ihr eigentlicher Name ist unbekannt, doch ihr Charakter unter Ritualmagiern gefürchtet. Sie zu beschwören, bedeutet immer, sich eine Söldnerin des Harax anzuheuern. Sie dreht ihr Fähnchen der Loyalität nämlich stets in den besten Wind, handelt nur aus eigenen Interessen und scheut sich nicht, dabei alle Register zu ziehen. Besonders gern mit erotisch angehauchter Frauenstimme verführt sie die - meist männlichen - Ritualmagier, um ihr einen Weg nach Celcia zu öffnen. Im Harax als über 12 Meter große Schlange, kann sie sich auf Celcia leider nur der Größe eines gewöhnlichen Wurms rühmen. Das gilt jedoch nur für den Fall, dass sie keinen Wirtskörper findet, in den sie sich einnisten kann. Darin versucht sie, die Seele in ihren Bann zu ziehen. Lässt sich das Opfer nämlich darauf ein, kann sie ihn als Kanal ihrer eigentlich geschrumpften Kräfte nutzen, um diese erstarkt und mächtig wie im Harax auf ihre Feinde herabfegen zu lassen. Die Windsbraut sucht sich bevorzugt nur männliche, luftmagisch begabte Sterliche aus. Bei Frauen fällt es ihr schwerer, diese zu verführen und bei nichtmagischen Wesen kann sie ihre Kräfte nicht einsetzen."
Meister Zeph endete, blickte in die Runde. Lua machte ein betretenes Gesicht. Ihre Hand schob sich vorsichtig in Tahmos Richtung. "Du bist von einem Dämon besessen - aber wie?" Sie konnte es sich nicht erklären. Hatte diese geflügelte Schlange schon immer in ihm geruht? Und wie sollte er sie wieder loswerden?
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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Tahmo » Dienstag 13. September 2011, 14:45

Tahmo fühlte sich vollkommen ausgelaugt, wie ein Grashalm nach einer langen Dürre. Sonst fehlte ihm jedoch nichts. Dennoch setzte er sich zu Lua, lies sich über den Rücken streichen und bettete seinen pochenden Kopf in ihren Schoß um sich den Schweiß von der Stirn wischen zu lassen. Er lauschte ihren Worten, ehe er ein nachdenkliches Gesicht zog. „Mhh... weis' nich'. Es klingt wirklich komisch aber.... 'ch hab' irgn'wie ein echt schlechtes Gefühl dabei, weist? Die Stimme... 's fühlt sich nich' richtig an... 'ch hoffe ma' es is' nur was Harmloses.“ Tahmo seufzte entspannt, Luas Schläfenmassage fühlte sich wirklich äußerst beruhigend und entspannend an.

"Wenn Meister Zeph zurück ist und wir gehen können, solltest du dich erst einmal entspannen. Anschließend sehen wir, wie das ganze mit dieser Windsbraut weitergehen soll." riet ihm Lua mit besorgt klingendem Unterton in der Stimme. Sie erkannte mit Leichtigkeit wie erledigt Tahmo wirklich war. „Mh... weis' nich'“ erwiederte er nachdenklich, „Vielleich'... besser wär's 'ch regl' das mit der Windbraut gleich... nich' das's noch schlimmer wird!“ Tahmo war einfach zu ungeduldig als das er großartig warten könnte. Er wollte die Sache sofort erledigt haben, je eher desto besser! Dennoch mussten sie sich noch eine ganze halbe Stunde gedulden ehe Zephyros zurück in den Übrungsraum kehrte. Er hatte mehrere Schriftrollen sowie einen dicken Wälzer unter die Arme geklemmt... Wasser oder Milch konnte Tahmo auf den ersten Blick nicht erkennen, dafür schien er eine Antwort mit sich zu tragen. Wenn auch eine schlechte. Der Meister setzte sich wieder auf die Bank und winkte die Beiden zu sich.

"Wahrscheinlich gibt es bei uns in Hymlia nur deshalb Aufzeichnungen über die Windsbraut, weil sie sich mit Luft beschäftigt. Wir bewahren sonst nichts über Dämonen auf."
"Ein Dämon?!" kam es aus Luas und Tahmos Mund gleichzeitig geschossen, während ihnen die Gesichtszüge entgleisten. Man hörte niemals gute Dinge über Dämonen, zumindest Tahmo hatte nie etwas gutes über sie gehört selbst wenn er bei dieser Sache nur mit dem einfachen Volksglauben über die Ausgeburten des Harax dienen konnte.
Tahmo schluckte, ales Zeph die Beschreibung des Dämons aus seinem dicken Buch vorlas, lief es ihm heiß und kalt den Rücken hinab.
"Die Windsbraut ist ein Schlangendämon des Harax, der sich dem Element Luft verschrieben hat. Ihr eigentlicher Name ist unbekannt, doch ihr Charakter unter Ritualmagiern gefürchtet. Sie zu beschwören, bedeutet immer, sich eine Söldnerin des Harax anzuheuern. Sie dreht ihr Fähnchen der Loyalität nämlich stets in den besten Wind, handelt nur aus eigenen Interessen und scheut sich nicht, dabei alle Register zu ziehen. Besonders gern mit erotisch angehauchter Frauenstimme verführt sie die - meist männlichen - Ritualmagier, um ihr einen Weg nach Celcia zu öffnen. Im Harax als über 12 Meter große Schlange, kann sie sich auf Celcia leider nur der Größe eines gewöhnlichen Wurms rühmen. Das gilt jedoch nur für den Fall, dass sie keinen Wirtskörper findet, in den sie sich einnisten kann. Darin versucht sie, die Seele in ihren Bann zu ziehen. Lässt sich das Opfer nämlich darauf ein, kann sie ihn als Kanal ihrer eigentlich geschrumpften Kräfte nutzen, um diese erstarkt und mächtig wie im Harax auf ihre Feinde herabfegen zu lassen. Die Windsbraut sucht sich bevorzugt nur männliche, luftmagisch begabte Sterliche aus. Bei Frauen fällt es ihr schwerer, diese zu verführen und bei nichtmagischen Wesen kann sie ihre Kräfte nicht einsetzen."

Mit entsetztem Schrecken im Gesicht starrte Tahmo auf das Buch. „Heiß'... also....bedeutet... hab' ich also... den Dämon in mir?... So einen...“ geekelt und angewidert kräuselte er seine Nase, „So einen … Wurm?“ Sein Blick wanderte zu Lua, dann zu Zeph. Er fühlte sich als würde sein Frühstück gleich einen Rückwärtsgang einlegen. Erneut setzte er sich auf den kühlen Steinboden.
„Ich werd'... einfach'.. nimmer Zaubern' bis'...das Ding... weg' is'... 'ch mein'... man kann den doch irgn'wie vertreib'n, oder?“

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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Erzähler » Sonntag 18. September 2011, 03:00

Etwas Harmloses, wie Tahmo gehofft hatte, war es nicht. Ganz und gar nicht. Wenn die Informationen in den Aufzeichnungen stimmten, konnte es sein, dass er von einem Dämon besessen war. Ja, die Windsbraut schien sich besonders für Luftmagier zu interessieren und hatte sich Tahmo als ihren Wirt auserkoren. Es klang immer noch unglaublich. Wie hatte das überhaupt passieren können? Die Antwort würde ihm niemand jemals geben können, mit Ausnahme vielleicht von dieser Dämonin selbst. Sofern sie es wusste und auch sagen wollte. Es gab so viele Situationen, so viele Möglichkeiten, in denen sich Tahmo ihr hätte "bereitstellen" können. Allein im Kapayu hätte jeder Tag ein Wurmwesen an ihn heran kriechen und in seinen Körper eindringen können. Funktionierte dies überhaupt so? Kroch da ein Wurm durch seine Eingeweide? Aber wie konnte die Windsbraut dann im Geiste zu ihm sprechen?
Es existierten so viele Fragen ... leider war Meister Zephyros in dieser Hinsicht der falsche Ansprechpartner. Das machte er deutlich. "Ich fürchte, es ist wahr", gab der Dozent von sich. "Du bist von einem Dämon besessen. Von dieser Windsbraut, die auf Celcia ein Wurm zu sein scheint." Er blätterte in den Unterlagen. "Ich kann dir leider auch nur so viel dazu sagen. Wie ich bereits aufgeführt habe, beschäftigen wir Hymlianer uns im Grunde nicht mit dem Harax und seinen Bewohnern. Da müsstet Ihr Magier des entsprechenden Fachs ausfindig machen - oder Dämonologen."
Lua schaute hilflos zu Tahmo herüber, dann wieder zu Meister Zephyros. "Er kann seine Magie nicht für immer unterdrücken. Nicht bei diesem Potenzial! Bei unausgebildeten Begabten verkümmert die Gabe möglicherweise, aber unter ihnen kann es schon gefährlich sein, wenn sie nicht gefördert wird und plötzlich unkontrollier- und unbeherrschbar austritt. Bei Tahmo führte es schon kontrolliert fast zu einer Katastrophe. Wenn er keine Magie wirkt, kann er sich darin auch nicht verbessern."
Meister Zephyros erkannte die Lage, in der die beiden steckten. Er nickte. "Das ist korrekt. Ob er nun zaubert oder nicht: er bildet eine Gefahr, solange die Windsbraut seinen Leib bewohnt. Ihr müsst ... oh, das Wasser ..."
Die Tür schob sich auf und eine fremde Hymlianerin in hauchdünnen Seidengewändern, die wie zu einer Toga geschnürt waren, betrat den Raum. Sie trug ein Tablett mit einer Wasserkaraffe und drei Gläsern. Alles stellte sie bei Meister Zeph auf dem Boden ab. Dieser dankte freundlich und schickte die Frau dann fort. Lua schenkte unterdessen jedem das Glas voll und verteilte sie. Meister Zeph nahm einen tiefen Schluck von dem klaren Wasser. "Ah gut. Nun, wie ich vor der Unterbrechung ausführen wollte, Tahmo muss sich helfen lassen. Diese Dämonin muss exorziert und dann vernichtet oder zumindest in den Harax verbannt werden, wenn das überhaupt möglich ist. Ich kenne mich nicht aus. Ihr solltet einen Experten zu Rate ziehen."
"Aber wo sollen wir so jemanden denn finden?" Lua drehte besorgt das Glas zwischen ihren Händen. In Hymlia gab es vermutlich keinen, der ihnen da bessere Auskunft geben könnte. Sie mussten zurück auf den Boden, aber wohin dort? "Kennt Ihr denn einen solchen Experten?"
Der Hymlianer schüttelte den Kopf. "Ich war noch nie unten", sagte er mit Bedauern. "Ich kann euch leider nicht mehr weiterhelfen. Aber wenn es sonst etwas gibt, bei dem ich euch unterstützen könnte, dann kommt zu mir."
"Das werden wir tun, Meister Zeph. Danke." Lua war wirklich dankbar, dass er ihnen seine Unterstützung anbot. Aber das half im Augenblick auch nicht weiter. Sie brauchten jemanden, der sich mit Dämonen auskannte. "Was machen wir jetzt?", fragte sie Tahmo ratlos.
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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Tahmo » Samstag 8. Oktober 2011, 00:53

Tahmo beobachtete von seinem Bodenplatz aus. Er hatte sich im Schneidersitz schräg neben der Bank auf die kühlen Steinplatten gesetzt, sah dabei zu Lua und Zeph auf. Ratlosigkeit machte sich breit, sie brauchten jemanden der sich mit Dämonen auskannte und das ziemlich schnell! „Tja..ich...hab' keine Ahnung....“ Er griff nach einem Becher, trank einen Schluck vom frischen Wasser und blies die Wangen auf um die Luft schnaufend zwischen seinen Lippen entweichen zu lassen. Wo konnte sie nur suchen? Tahmo hatte noch nicht all zu viel von der Welt gesehen bisher. Ihm fehlte noch das nötige Wissen eines wahren Weltenbummlers dessen Stiefelsohlen schon jedes Fleckchen Erde berührten. Er war bisher nur im Fischerdrof, Pelgar und....
Tahmo blinzelte als sich eine wage Idee hinter seiner Stirn formte, sich ballte und plötzlich erblühte um ihm ganz klar vor den Augen zu schweben.
„Ich hab's...:!“ Er sprang schlagartig auf, wurde aber von seinen müden Beinen sofort wieder zurück auf den Hosenboden befördert. „...Zyranus, wir müss'n nach Zyranus Lua! Die Stadt der Magier, da kann'ma mir bestimm' helfn', oder?“ Seinen Allerwertesten reibend blickte er erwartungsvoll zu Lua, um ihre Reaktion auf seinen Einfall hin zu sehen.

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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. Oktober 2011, 02:42

Die Situation schien aussichtslos. Weder Meister Zephyros noch Lua hatten eine Idee, wo man jemanden finden konnte, der sich mit Dämonen beschäftigte. Ein anderer würde Tahmo kaum helfen können, diese Windsbraut wieder loszuwerden. Jedenfalls hatten sie keine Idee. Ratlos, ja nahezu schon der Verzweiflung nahe, hockten sie auf der Steinbank und schauten ins Leere. Niemand wusste so recht weiter. Hin und wieder linste Lua zu Tahmo herüber. Er wirkte immer noch etwas erschöpft, aber wenigstens schien er keiner Ohnmacht nahe zu sein. Heute wäre es wohl besser, wenn er das Zaubern vollkommen sein ließe. Vielleicht vorerst überhaupt ganz. Wer wusste schon, welche Folgen der kleinste Schub von Magie haben konnte, nun, da sie wussten, dass ein Dämon seine Finger im Spiel hatte.
Der Luftmagierin wollte zwar nichts einfallen, wie die Windsbraut aufzuhalten wäre, aber ihr kam ein anderer Gedanke. "Erinnerst du dich, als wir das Zauberritual an der großen Schlucht im Grasland durchgeführt haben, Tahmo? Du hast ganz nahe am Abgrund gestanden und den Wind auf dich wirken lassen. Vielleicht ist dieser Wurmdämon auf einem Auftrieb geritten und in dich gefahren, als du dich der Magie kurzzeitig hingegeben hast." Sie seufzte. "Leider hilft uns das auch nicht weiter."
Auch Meister Zephyros konnte dazu nichts sagen. Er war ja nicht dabei gewesen und seine Kenntnisse waren erschöpft. Nicht aber die von Tahmo. Der Blondschopf hatte plötzlich einen Geistesblitz und schlug Zyranus als nächste Anlaufstelle vor, sich Hilfe zu suchen.
Seine Hoffnung wurde durch Luas Kopfschütteln im Keim erstickt. "Wenn es um Dämonen geht, wird uns da niemand helfen. Das ist Ritualmagie und die ist in Zyranus nicht gern gesehen, genauso wenig wie Schattenmagie oder Nekromantie. Nein, da müssten wir ... schon ... nach ..." Lua sprang auf, nur um über Tahmos Beine zu stolpern und der Nase lang hinzufallen. Aber das tat ihrer Euphorie keinen Abbruch. Sie rappelte sich ebenso schnell auf, wie sie gestürzt war, schlang ihre Arme umd den Schüler und drückte ihn herzlich. "Tahmo, du bist ein Genie!", rief sie lauthals jauchzend aus, dass es vom dicken Stein der Wände widerhallte.
"Wir brauchen gar nicht nach Zyranus, weil es da keine Ritualmagier gibt. Aber weißt du, wo die herum wuseln? In Grandea, der Hauptstadt des Königreichs Grandessa. Dort soll es einen ganzen Zirkel geben - alles Ritualmagier. Die beschwören sicherlich sogar Dämonen fürs Staubwischen."
"Wenn euch da niemand helfen kann, kommt wohl jede Hilfe zu spät", sinnierte der Hymlianer und Lua nickte auf seine Worte hin. Ja, Grandessa war ihre einzige und vermutlich letzte Chance. Dafür wären sie dort von Dämonenbeschwörern umgeben, dass sie sich vor Hilfe wohl nicht mehr würden retten können. "Wir müssen nach Grandea. Komm, Tahmo. Lass uns alles vorbereiten. Vielleicht bekommen wir Ikarus dazu, deinem Faro und meinem Nachtwind noch einmal Flügel zu verleihen. Dann sausen wir schon morgen hinunter in das Königreich." Sie drückte ihn noch enger an sich. "Dir wird beholfen, du wirst sehen."
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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Tahmo » Dienstag 11. Oktober 2011, 19:47

Ehe er sich versah stürzte sich Lua regelrecht auf ihn, stolperte vorher jedoch noch einmal ordentlich über Tahmos Beine die irgendwie im Weg herumlagen.... um den Blondschopf schließlich in die Arme zu schließen. Mit seiner Idee in Zyranus Hilfe zu suchen lag Tahmo zwar falsch, denn dort waren Ritualmagier verboten, dafür hatte er Lua auf eine ganz neue Idee gebracht. Der Magierin fiel plötzlich ein Or namens Grandessa ein. Dort sollte es wohl viele Ritualmagier geben die es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht haben Dämonen zu beschwören und für kleinere Hausarbeiten einzuspannen. An und für sich sicherlich keine schlechte Idee, so ein Dämon verlangte bestimmt keinen hohen Lohn, ausser die ein oder andere Seele vielleicht.... Dennoch, irgendwie gruselte es Tahmo ein wenig bei dem Gedanken an einen Ort zu gehen an dem es vielleicht noch mehr Dämonen gab. Aber nur ein wenig! Seine Freude über eine anscheinende Lösung des Problems überwiegte deutlich. „Dann lass' uns da unbedingt so schnell wie möglich' hin!“ erwiderte er, legte seine Arme um Lua um sie ebenfalls zurück zu drücken. „Un'... uhm... das mit'm Stab un' dem Ritual.. da hat'ch auch schon kurz drann gedacht...“

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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Oktober 2011, 14:30

Meister Zephyros erhob sich. Er wiegte Kopf und Oberkörper nachdenklich hin und her. Es erinnerte an einen dünnen Grashalm, mit dem der Wind spielte. "Das könnte möglich sein", meinte er zu der Vermutung, das magische Ritual könne etwas mit Tahmos Dämonenbefall zu tun haben. "Magie hat die Windsbraut vielleicht angezogen und so hat sie dich aufspüren können. Ich weiß leider nicht mehr über dieses Wesen, aber möglicherweise hat sie das Ritual genutzt, um von dir Besitz zu ergreifen. Dein Körper hat sich für die Luftmagie geöffnet, ebenso wie dein Geist."
"Dann ist sie im richtigen Augenblick eingedrungen wie ein ungebetener Gast - ein Parasit."
Der Hymlianer nickte. Nicht nur zu Luas Aussage, sondern auch zu ihrem Vorschlag. "Ihr solltet dieses Grandessa aufsuchen. Es wird euch kein Nachteil sein, wenn ihr Informationen bei Magiern einholt, die sich mit dem Phänomen der Dämonen beschäftigen. Sie werden sich auskennen. Sollen wir euch Pegasi zur Verfügung stellen?" Lua lächelte. Die Hymlianer waren wirklich freundlich, aber sie brauchten keine geflügelten Pferde. Nicht, wenn Ikarus mit ihnen kam. Er würde erneut seinen Zauber sprechen können. Er würde es müssen, damit Nachtwind und Faro auch wieder richtigen Boden unter den Füßen bekamen. Sie konnten schlecht in der Wolkenstadt bleiben.
"Vielen Dank, Meister Zeph, aber das wird nicht nötig sein. Trotzdem, danke für alles." Sie schüttelte ihm die Hand. "Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen." Das sah der Dozent ein. Eile war gegeben, wenn es um Dämonen ging. Die führten doch niemals etwas Gutes im Schilde. Aber eine Sache gab es da noch. "Wenn ihr beiden mir zwei Stunden Zeit gebt und mir mitteilt, wo ich euch dann finden kann, werde ich eine Abschrift der Texte über die Windsbraut anfertigen lassen. Dann könnt ihr diese mitnehmen, ohne unseren schweren Wälzer entführen zu müssen." Er lachte herzlich. Lua stimmte mit ein, nickte zu dem Angebot. "Das wäre sehr nett. Wir werden bei Ikarus sein und letzte Vorbereitungen treffen."
"In zwei Stunden also."
"In zwei Stunden", bestätigte die Luftmagierin. Dann wandte sie sich an Tahmo. "Gehen wir zu Ikarus zurück und packen unsere Sachen. Vielleicht sollten wir auch neue Kleidung kaufen oder unsere Vorräte aufstocken, was meinst du?"
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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Tahmo » Sonntag 30. Oktober 2011, 01:48

Zwei Stunden also bis sie aufbrechen konnten... Tahmo packte jetzt schon die Ungeduld, am liebsten wäre er sofort aufgebrochen! Er erhob sich, stützte sich auf den Stab und blickte zu Lua.
„Hm, ja lass' pack'n.... dann vergeht die Zeit sicher schneller.“ Begleitet von dem Klacken seines Stabes auf dem massiven Steinboden schritt er auf das gewalltige Steintor des Raumes zu. Diese Sache mit dem Dämon war wirklich äußerst dumm. Nach wie vor lief ihm bei dem Gedanken daran das diese Kreatur irgendwie in ihm wohnte ein gewaltiger Schauer über den Rücken.
„Mein's du... 'ch bekomm den Dämon wieder los? Hoffentlich' könn'n die mir in Grandessa wirklich helf'n... Un' glaub's du, da is' wirklich so 'ne Art..Wurm...in mir drinn?“ Tahmo blickte an sich hinab, ehe er sich geekelt schüttelte. Zusammen mit Lua hatte er die Übungshalle verlassen und schritt nun neben ihr durch die luftig gebauten Gänge der Luftakademie. Doch für die Umgebung hatte er gerade nicht wirklich viel im Sinn. „Ich werd' nich'mal mehr 'n kleines Windchen' aufscheuch'n solang der Dämon da is'...“ Tahmo atmete tief durch. Luas Vorschlag auf dem Markt etwas Proviant zu kaufen kam ihm gelegen, dass sorgte sicherlich für ein wenig Ablenkung bis die zwei Stunden vorbei waren. Eigentlich war Tahmo ja niemand der sich all zu lange mit einem Problem oder einer unangenehmen Sache aufhielt. Er wechselte lieber schnell von einem Thema zum Anderen und eben genau so war es auch teilweise mit seiner Aufmerksamkeit im Bezug auf die Umgebund und die Wunder in der Welt beschaffen. Aber jetzt, es viel ihm wirklich schwer nicht an die Dämonen Sache zu denken...
„Jah... lass' mal zum Markt gehen'. Wird sicher 'n langer Weg, hm? Da sollt'n wir alles mögliche was wichtig is' mitnehmn'“ Tahmo nickte und versuchte sich so wenig von seiner Besorgnis anmerken zu lassen wie möglich...

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Re: Auf der Turmspitze

Beitrag von Erzähler » Montag 31. Oktober 2011, 07:44

Lua musste schmunzeln, als sie Tahmo so da stehen sah. Er konnte sich offenbar ohne die Unterstützung seines Stabes nicht einmal auf den eigenen Beinen halten und murmelte dann etwas vom schnelleren Vergehen der Zeit. Es war irgendwie süß, entschied die Luftmagierin. Seine Abenteuerlust ließ sich durch nichts aufhalten, nicht einmal durch ihn selbst. Hoffentlich gelang es ihnen, den Dämon aus seinem Körper zu bannen. Die Luftmagie war etwas, das Tahmo gut zu Gesicht stand und mit dem er sich auch wohl gefühlt hatte, wenn nichts schief ging. Diese Magierichtung strahlte jene Freiheit aus, die man aus seinem Blick ebenso gut ablesen konnte. Sie besaß etwas Träumerisches, Windiges, in das auch Lua sich verliebt hatte. Deshalb hatte sie damals die Ausbildung wahrgenommen. Ohne ihre Magie wäre sie nur ein halber Mensch und sie glaubte, dass es Tahmo - obwohl noch im jungen Stadium seiner Lehre - ähnlich ging.
Beide verabschiedeten sich von Meister Zephyros, der ihnen Glück und Erfolg wünschte. Dann verließen sie den Übungsraum und machten sich auf den Weg zurück zu Ikarus' Haus. Dort hatten sie ihre Ausrüstung und auch die Pferde gelassen. Sie würden noch mehr brauchen, vor allem Proviant, aber darum würde sich Lua kümmern. Jetzt wollte sie erst einmal ihren Schützling und Liebsten sicher wissen. Tahmo sollte sich in den verbleibenden Stunden am besten noch ausruhen, das war ihre Meinung.
"Ich weiß nicht, was in dir drin ist, aber wir sollten es wohl nicht unterschätzen. Wenn du das nicht warst, was da schon alles mit deiner Luftmagie passiert ist, wäre es erfreulich. Dann wüssten wir, dass du sie unter Kontrolle kriegst, sobald dieser Wurm aus dir heraus ist. Und das schaffen wir bestimmt. Ich gebe jedenfalls nicht auf." Welche Konsequenzen brächte dies überhaupt? Wenn sie aufgaben, es hinnahmen, dass Tahmo von einem Dämon besessen war. Wäre er eine Gefahr für Celcia? Müsste man ihn einsperren oder sogar töten? Lua wollte gar nicht daran denken. Also hatte sie nur ein Ziel vor Augen: Tahmo retten, egal wie. Auch sie hoffte inständig, dass in Grandessa die Antwort zu finden wäre.
"Deine Magie solltest du im Zaum halten, das ist richtig. Aber ... wenn Gefahr droht, wirst du dich verteidigen. Notfalls mit dem Dämon." Sie erinnerte sich an den Angriff der Dunkelelfen und Orks auf das Dorf der Waldmenschen. Lebten in Grandessa jene vom dunklen Volk? Mussten sie besorgt sein? In Hymlia konnte ihnen diesbezüglich vermutlich niemand eine Auskunft geben. Das Volk lebte mit den Köpfen in den Wolken.
Wie von allein trugen sie Füße zum Markt, obwohl Lua Tahmo doch vorher lieber bei Ikarus abgeladen hätte. Aber schon fanden sie sich auf dem weiträumigen Platz wieder, auf dem Hymlianer ihre kleinen Stände aufstellten und Waren sowie Dienstleistungen feilboten. Vermutlich besaßen sie keine Läden oder Geschäfte für ihre Arbeiten, so dass sie sich regelmäßig hier eintrafen. Das Bild versetzte in Erstaunen.


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