Auf einen Humpen

Ein Schild mit einer extrem weißen Wolke zeigt die Schenke an. Hier wird gespeist, geplaudert, getrunken, aber auch fröhliche Feste werden hier gefeiert. Ein jeder ist willkommen.
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Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 9. Mai 2012, 19:28

Zion wird von dem Trio von Die Ecke am Fenster geführt:


Der Weg war nicht sonderlich lang, bis die kleine Gruppe an ihrem Ziel ankam. Auch wurden sie nicht, entgegen Zions Befürchtung, unterbrochen oder gar aufgehalten. Seine Mutter zeigte sich nicht oder ließ ihn nach Hause holen. Nein, er blieb unbehelligt und so konnte sie ihn von der Bibliothek weg hin zur Taverne bringen, die er gewiss schon vom Sehen kannte. Dass er allerdings schon einmal drinnen war... wohl kaum, schließlich hatte seine Mutter stets darauf geachtet, dass er daheim sein Essen zu sich nahm und sich auch sonst nicht zu sehr herum trieb.
Es war nicht so, dass diese Schenke hier einen schlechten Ruf gehabt hätte, im Gegenteil, sie war sogar eher von freundlichem Ambiente, ohne den berühmt-berüchtigten Wirtshausschlägereien, die fast niemals in diesen Räumen stattfanden. Oder gar andere Berufe hier ausgeübt wurden... Trotzdem war seine Mutter strikt gegen solche Orte, wo ihrem Kind viel zu viel passieren könnte. So war es fraglich, ob Zion schon jemals eine Taverne von innen erlebt hatte.
In den Augen des Trios war das sowieso ein fremdes Terrain für diesen Kerl, der sich so leicht von ihnen hatte herlotsen lassen und obendrein erwähnt hatte, dass seine Mutter ihn nicht erwischen sollte. Entsprechend tief war er in ihrer Meinung über seine Männlichkeit und Reife gesunken. Natürlich ließen sie ihn das nicht spüren, sonst wäre er ihnen vermutlich längst nicht mehr gefolgt, aber die heimlichen Blicke untereinander sprachen Bände.
Nun erst einmal öffnete der Rote die Tür und betrat die Schenke, gefolgt von Zion und seinen beiden "Schatten". Es war gut besucht, der große Schankraum, jedoch nicht überfüllt und obendrein so, dass man sich auch hinein trauen konnte. Der Rote sah sich kurz um und grinste dann flüchtig, während er die Hand zum Gruß hob.
Danach wandte er sich halb um. "Ich sehe, die Überraschung wartet schon auf uns.", bemerkte er, sodass der mit dem Stimmbruch sich ein Kichern nur mit Mühe verkneifen konnte.
Der Rote kümmerte sich nicht weiter drum, das erledigte schon der Blonde, indem er dem anderen einen groben Stoß gegen das linke Schulterblatt verpasste.
Der Anführer indes schlängelte sich gekonnt zwischen den Stühlen durch und begrüßte den Mann am Tisch mit Handschlag. Dieser erhob sich kurz, wodurch man sehen konnte, dass er ein wahrer Hüne war. Sein Haar war schneeweiß, ohne, dass sein Gesicht Falten gezeigt hätte, und seine Augen auffallend hell. Das Blau darin konnte man zwar noch erahnen, allerdings mehr auch nicht, was ihm einen etwas unheimlichen Eindruck verlieh.
"Zion, das ist... Dawit.", erklärte der Rote, als wäre das schon ausreichend.
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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Zion Marun » Donnerstag 10. Mai 2012, 18:33

Zwischen dem Trio spazierte Zion mit einem sachten schiefen Lächeln, als würde ihn die Situation begeistern. Immer mal wieder hielt er Aussschau nach seiner Mutter, als würde diese hinter der nächsten Ecke hervorspringen können und sein Abenteuer zu nichte machen. Die Blicke die sie sich zuwarfen entgingen Zion zwar nicht, aber er ignorierte es einfach. Er versuchte auch sehr mittig zu gehen, damit er zwischen dem Trio nicht auffiehl, was auch durch seine schmächtige Gestalt von Erfolg gekrönt war und sie schließlich vor der Schenke standen. Die Augen von Zion wurden größer und er öffnete den Mund einen Spalt bestaunend. Tatsächlich war es das erste Mal, dass er überhaupt so nahe an die Schenke heran gekommen war, vorher wurde er immer abgefangen und nach Hause gebracht. Diesmal würde es anders sein, dass spührte er einfach.
Dann traten sie in die Schenke ein. Zion folgte dem Roten auf jeden Schritt, doch innen angekommen blieb er erstmal stehen und schaute sich genau um. Er wollte sich jegliches Detail der Schenke einprägen. Die Leute wurden nach und nach gemustert, wie die Räumlichkeit und selbst das Mobiliar. Als die Überraschung erwähnt wurde ruckte Zion den Kopf zum Roten und schließlich zu dem Ziel. Er runzelte die Stirn, dass diese Überraschung ein Mann sein sollte. Eventuell war er sein Ticket von hier weg! Das Trio wusste aber rein gar nichts über seine Pläne hier zu verschwinden, oder eher diesen Wunsch den er hegte. Bislang hatte er diesen Gedanken vor jedem verborgen gehalten und nichtmal irgendwo nieder geschrieben. Es musste also etwas anderes sein. Aber was?
Wärend er dem Roten durch die Menge folgte, wurde nun dieser weißhaarige Hüne genau gemustert. Er sortierte ihn durchaus bei gutaussehend ein, doch diese Augen waren definitiv unheimlich, aber gerade das war auch wieder ein Punkt, der in Zion wieder nur die Neugierde entfachte.
Neben dem Roten blieb er stehen und streckte prompt die Hand mit einem breiten Lächeln aus, als der Mann ihm vorgestellt wurde. "Freut mich sehr, Dawit. Ich bin Zion.. ach, mein Name wurde ja schon genannt." Zion grinste schief auf und riebt sich mit der anderen Hand am Nacken. Die Augen konnte Zion von dem Fremden nicht ablassen, ohne es irgendwie zu verbergen, betrachtete er das Gesicht des Anderen auffällig genau. Neben dem Hünen erschien Zion wohl noch kleiner, als er schon war und die Größe von Dawit war wirklich zu bestaunen. Dank seiner Neugierde war Zion kneines Wegs eingeschüttert, das Grinsen auf seinen Lippen sprach deutlich von etwas anderem und die ausgestreckte Hand von einer gewissen Offenheit Fremden gegenüber.

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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Montag 14. Mai 2012, 14:43

Die Taverne hatte einen guten Ruf und das verschaffte ihnen relative Sicherheit für ihr Vorhaben. Dawit hatte im Auftrag des Roten schon alles geregelt, was es in der Hinsicht zu regeln gab, sodass es keinerlei Probleme geben sollte. Es würde niemand weiters Fragen stellen, noch würden sie in der Theorie sonderlich auffallen.
Die Jungs würden alles so aussehen lassen, als würde Zion zu ihnen gehören und nicht von ihnen gerade herein gelegt werden. Denn, dass sie mit ihm so einiges vor hatten, das ihnen zwar Spaß bereiten würde, für ihn aber gewaltigen Ärger nach sich ziehen würde, stand längst fest. Es wäre nur noch die Frage, wie weit sie würden gehen können. Allein hier in der Schenke zu bleiben, hatten sie schließlich nicht geplant. Aber das würde sich noch zeigen.
Eingeweiht waren alle der Gruppe, nur derjenige, der darunter zu leiden hätte, wusste noch nichts von alle dem.
Um das alles endlich beginnen zu können, wurde Zion zu dem Tisch gebracht, der mit einer Seite zur Wand blickte. Er lag somit etwas abseits und gleichzeitig nicht zu sehr, als dass sie so hätten Aufsehen erregen müssen, dass sie hier eine Geheimnistuerei begehen würden. Außerdem war man hier, solange man sich nicht zu laut oder auffällig benahm, so gut wie unsichtbar. Selbst Männer wie Dawit, denn der Hüne fiel trotz allem nicht auf, weder mit seiner Größe, noch mit seiner Haarfarbe, die öfters in Hymlia vorkommen konnte.
Er nickte dem Neuankömmling zu, ehe er einen Blick zu dem Roten warf, absichernd und zur selben Zeit deutlich machend, dass es keine Probleme gegeben hatte bisher.
Also grinste der Anführer flüchtig, während er wartete, dass Zion sich hinsetzte, damit nachrücken konnten.
Dawit indes hatte die Hand zu ergreifen und musste sich zurück halten, um nicht zu kräftig zu zudrücken. Die Berührung war nur kurz und trotzdem schmerzhaft für Zions Finger, die unangenehm zusammen gepresst wurden. Der Hellhaarige hatte körperlich ein wenig Ähnlichkeit zu dem Blonden, allerdings wirkte er nicht ganz so mürrisch, was daran lag, dass er geistig mehr zu dem mit dem Stimmbruch tendierte.
Dann wurde Zion auf die Bank mit dem Rücken zur Wand gedrückt und regelrecht eingekreist. Der Blonde setzte sich ihm gegenüber, um ihn vor Blicken halbwegs abzuschirmen, sollte doch jemand neugierig werden und ihn womöglich erkennen.
Indes grinste der Rote ihn wieder an und Dawit gab einen Wink in die Richtung Theke.
"Übrigens... das ist Lajos.", begann der Anführer endlich mit der Vorstellung, die er ihm noch schuldete, und deutete damit auf den mit dem Stimmbruch.
Dieser grinste etwas dümmlich, hielt allerdings nach der Schankmaid Ausschau, da er Durst hatte.
Danach ging es weiter, der Rote deutete auf den Blonden, der ständig alles im Blick zu haben schien. "Hier haben wir unseren Brummbär, Sjak."
Der Angesprochene reagierte zwar auf seinen Namen flüchtig, seine Augen blieben jedoch nicht still.
Und dann streckte sich der Rote, als wolle er sich größer und wichtiger machen, so wie er sich dafür hielt. "Und mich kannst du Nizam nennen." Er grinste ihn spitzbübisch an und machte durch seine Wortwahl deutlich, dass er womöglich sich einfach jetzt Namen ausgedacht hatte, damit er sie nicht verraten würde, sollte ihm die Überraschung im Nachhinein nicht mehr gefallen. Und dass dies der Fall sein würde, war der Gruppe klar.
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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Zion Marun » Montag 14. Mai 2012, 17:23

Zion kniff ein Auge zusammen, als seine Finger in dem kurzen Händedruck gequetscht wurden. Daher war er auch ganz froh darüber, dass er die Hand schnell wieder zurück ziehen konnte. Doch diese Kraft faszinierte Zion zugleich, wie die Gestalt des Hünen. Dann folgte er ihnen zu dem Platz an der Wand und wurde auf die Bank runter gedrückt. Er setzte sich, doch runzelte er die Stirn dabei. Bei der Vorstellung der Namen, nickte Zion den jeweiligen zu, ob die Namen nun echt waren, oder nur ausgedacht war ihm relativ egal gewesen. Seine Neugierde jedoch war langsam nicht mehr zu halten, sodass er mit seinen Fingern an seinen Armreifen herumspielte. „Du sagtest er wäre die Überraschung? Inwiefern? Jetzt macht es doch nicht so spannend und klärt mich mal auf.“ Zuerst sah er zu Dawit, von diesem dann über den restlichen Kreis der sich um ihn geschlossen hatte. „Ihr habt mich jetzt lange genug warten lassen, sonst komm ich nur auf die Idee ihr wolltet mir hiermit einen Streich spielen und das wäre wirklich langweilig. Entweder redet ihr jetzt, oder ich gehe wieder.“, sprach er beharrlich, doch im Grunde war es eine glatte Lüge gewesen, dass er dann gehen würde, wenn sie nun nicht mit der Überraschung heraus rückten. Doch er war sich sicher überzeugend genug gewesen zu sein, damit man es ihm abnahm. Dann hob er die Brauen und sah den Roten abwarten an, dabei spielte er weiter mit seinen Armreifen herum, die er an seinem Handgelenk hin und her schob.
Das die Vier ihn offensichtlich eingekreist hatten, machte Zion weder was aus, noch fühlte er sich eingedrängt. Die Umgebung gab ihm die Sicherheit, dass ihm hier nichts passieren konnte. Er müsste ja nur aufschreien, schon hätte er die gesamte Aufmerksamkeit der Schenke. Im Moment hoffte er jedoch, dass er davon keinen Gebrauch machen müsste. Es wäre auch zu schade, wenn dieser Dawit verschwinden würde. Immerhin empfand Zion ihn als sehr interessant und linste in diesem Moment auch zu ihm rüber, wobei er auch wie verträumt lächelte. Er driftete in seinen Gedanken wieder ab. Weg von dem Trio und der Überraschung hin zu Dawit, der nun seine volle Aufmerksamkeit erhielt. Dieser Körper, die Haare und erst diese Augen. Er musterte den Kerl eingehender und atmete dabei einmal tiefer ein und wieder aus.

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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Montag 21. Mai 2012, 14:57

Dawit grinste ein wenig dümmlich bei der Reaktion auf seinen Händedruck, als wäre ihm gar nicht bewusst, dass er mit seiner Kraft Knochen zum Knacken bringen oder schlimmeres bewirken konnte. Noch dazu, wo er längst nicht seine gesamte Stärke eingesetzt hatte. Mit so einem legte man sich lieber nicht an. Aber das riet auch schon allein sein wuchtiges Äußeres, obwohl er trotzdem freundlicher... oder harmloser in seiner Mimik wirkte als Sjak. Wenngleich das ein Trugschluss sein konnte, da letzterer wohl mehr nachdenken konnte als Dawit.
Nach dieser Begrüßung hieß es erst einmal, sich setzen, wobei sie natürlich ihren neuen Freund so einkreisten, dass er ihnen nicht so einfach entkommen könnte, würde er es wider besseren Wissens versuchen wollen.
Während sich dann der zweite Hüne darum kümmerte, dass die Bedienung kam, ohne dass sie zuvor hätten bestellen müssen, übernahm Nizam die Vorstellung der restlichen Personen. Auch, um ein wenig Zeit zu schinden und zu vermeiden, dass Zion groß zum Nachdenken käme. Dann hätte er sich womöglich darüber klar werden können, dass es allein Ärger bedeuten würde, länger bei ihnen zu bleiben. Doch anscheinend machte er sich die gar nicht, sondern war lediglich ungeduldig.
Der Anführer grinste breit, was die Wirkung seines vermeintlich irritierten Blinzeln zunichte machte, als müsse er erst nachdenken, ob er das überhaupt gesagt hatte. Wenige Sekunden später machte er eine Mimik, als wäre die Erinnerung wieder zurück gekehrt und nickte bekräftigend.
"Aber, aber, wer wird denn so ungeduldig sein?", spöttelte er grinsend, auch, um weiter Zeit zu schinden.
Kurz darauf jedoch machte er hastig eine beschwichtigende Geste. "Immer mit der Ruhe, mein Freund. Du wirst gleich alles erfahren.", sprach er ruhig und sah, wie sich die Kellnerin ihnen allmählich mit einem koketten Lächeln auf den Lippen näherte. Nicht mehr lange und der Neuling würde sein blaues Wunder erleben.
Nizam wandte sich Zion wieder voll und ganz zu, deutete mit dem Kinn jedoch in Dawits Richtung. "Er kennt einen Ort, den wir dir unbedingt zeigen wollen. Zuerst allerdings... lass uns gemeinsam auf unsere Freundschaft anstoßen.", warf er sich in die Brust und als gäbe es tatsächlich viel zu feiern.
Wie aufs Stichwort erreichte die junge Frau den Tisch, ihr Lächeln wurde eine Spur breiter und auf dem Tablett gab es fünf Becher. "Sooo..., machte sie langgezogen und suchte mit dem Blick einen Hinweis darauf, wer der Neue wäre.
Nizam merkte es und deutete mit den Augen unauffällig auf Zion, dem sie sich nun zuwandte und ihn anstrahlte. Sie war recht hübsch, hatte hellblondes Haar und dunkelblaue Augen, eine ansehnliche Figur und vor allem ein Dekolleté, in das Männer gerne hinein greifen würden.
"Ah, dann einmal das Spezialgetränk für den besonderen Gast.", säuselte sie und beugte sich vor, um einen Becher vor Zion abzustellen. Darin befand sich Bier, es roch auch danach, überdeckte damit jedoch gleichzeitig den Geschmack und Geruch der berauschenden Kräuter die hinein gemengt worden waren.
Sie lächelte ihn mit ihren weißen, geraden Zähnen an und blieb in dieser Haltung einen Moment länger als nötig, um seinen Blick erst recht auf ihren Ausschnitt zu lenken, ehe sie sich abwandte und die anderen vier Becher ebenfalls verteilte. "Genießt es, ich habe es selbst gezapft.", setzte sie noch hinzu, als wäre das eine besondere Ehre für die Jungs. Dabei zwinkerte sie vor allem Zion zu.
Danach wandte sie sich ab und verließ die Gruppe, natürlich nicht, ohne betont sich in den Hüften zu wiegen. Besonders Dawit und Lajos starrten ihr, beinahe schon sabbernd, hinterher, während Sjak sich nur für das Bier vor ihm zu interessieren schien.
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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Zion Marun » Montag 21. Mai 2012, 16:42

Zion kehrte mit dem Blick zu Nizam zurück und verzog unzufrieden den Mundwinkel, als er Zion offensichtlich wegen seiner Ungeduld verspottete. Bevor er etwas erwidern konnte, versuchte der Rote ihn direkt wieder zu beschwichtigen. So ganz hatte das nicht geklappt und der blonde Jüngling ließ Nizam das auch mit einem Blick spüren.
Dann sah er auf den gedeuteten Dawit, nur um wieder zu dem Roten zurück zu schauen. Nun wurde Zion wieder abgeschnitten, als er was sagen wollte, denn die Kellnerin trat an den Tisch heran. Bei ihrem Lächeln schenkte Zion ihr ebenso eines. Es war eine Art der Höflichkeit.
Sie stellte ihm das Getränk hin und er nickte. „Vielen Dank.“, sprach er und sah etwas irritiert zu der Frau, die ihm da gerade offensichtlich den Busen ins Gesicht hielt, doch Zion zeigte keinerlei Interesse an ihr. Er nahm nur den Becher in die Hand den er was anhob und wiederholte: „Vielen Dank.“
Als wäre ihm die Situation sogar unangenehm gewesen linste er zu den anderen, während sie ihre Becher hingestellt bekamen. Doch bei diesen verblieb sie nicht so lange in dieser vorgebeugten Haltung, wie bei ihm, sodass die Brüste schon halbe in sein Gesicht sprangen.
Für gewöhnlich hatte er keinerlei Anziehungskraft auf Frauen gehabt. Er war auch kein besonders männlicher Typ gewesen. War Zion doch eher schmal und schmächtig geraten. Seine Züge waren auch eher weich und zart zu beschreiben, schon gar weiblich zu nennen.
Zion lächelte wieder auf und hob seinen Becher wie zum Prost was an, als die Kellnerin sich mit einem Zwinkern verabschiedete. Er runzelte dann die Stirn, als die Blonde mit betonten Hüftbewegungen davon ging und sah anschließend in die Runde.
Es gefiel ihm gar nicht wie Dawit ihr so starrend hinterher gesehen hatte, was sogleich das Interesse an ihm wieder geschmälert hatte. Wohl nicht nur das. Es deprimierte ihn. Sein Blick ging in den Becher. Vorher hatte er noch nie Alkohol getrunken, doch er war sich sicher, dass es welcher war. Solche Kerle würden sicher keine Milch in einer Schenke trinken.
Zion hob den Becher unter die Nase und roch an dem Getränk, bevor er ihn dann an die Lippen ansetzte und direkt einen großen Schluck nahm. Wieder verzog er einen Mundwinkel. Das Getränk war nicht wirklich sein Geschmack gewesen. Irgendwie bitter, meinte er. So stellte er den Becher wieder auf den Tisch, ließ die Hand darum, doch machte keine Anstalten noch etwas daraus zu trinken. Um davon abzulenken, dass ihm das Zeug nicht wirklich gefiel wandte er sich zurück zu Nizam.
„Ein Ort also? Darf ich wenigstens erfahren wann es los geht?“, fragte er ihn mit erhobenen Brauen und merkte dann, dass seine Gedanken leicht abdrifteten. So schnell konnte er doch gar nicht besoffen werden und auch nicht von einem Schluck. Eventuell bildete er es sich auch nur ein. Die Schenke war voll und es fehlte hier offenbar etwas an frischer Luft. Zu mindestens war das eine bessere Erklärung. Das eventuell etwas in dem Getränk war, darauf kam er beim besten Willen nicht. Zudem ging es ihm noch deutlich gut, als das er sich noch weitere Gedanken darum machte.

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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Mai 2012, 17:06

Der Anführer machte längst in seinen Gedanken eine Liste, wie ihr neuer "Kumpan" auf sein Verhalten stets reagierte. Diesmal war es nicht ganz so gelaufen, wie er es gewollt hatte, aber er ließ es sich nicht anmerken, sondern speicherte es lediglich in seinem Kopf ab, um besser zu handeln, sollte es noch einmal dazu kommen. Immerhin, zuerst hatten sie etwas anderes mit diesem Kerl vor, ehe sie zum eigentlich Spekatuklären kommen würden, auf das sich die gesamte Truppe schon freute.
Obwohl... Er korrigierte sich mit einem innerlichen Schmunzeln, alle bis auf einen und den Betroffenen selbst, verstand sich. Aber das war ja nicht so wild. Sjak hatte des Öfteren seine eigene Meinung und es war auch nicht das erste Mal, trotzdem hatte sich Nizam bisher immer auf ihn verlassen können, sodass er nicht damit rechnete, dass sich das je ändern würde. Zu seinem Pech hatte er nicht die Gabe der Zukunftsschau, sonst wäre er vermutlich vorsichtiger mit seiner Meinung gewesen.
Doch wenigstens kam langsam Bewegung ins Spiel, die Kellnerin trat endlich zu ihnen und widmete sich besonders natürlich demjenigen, der es bald nicht mehr so gut haben würde. Dass er nicht, wie die meisten anderen Männer... oder eher gesagt, alle anderen, die sie sonst kannte, in ihren Ausschnitt starrte, irritierte sie zwar, wenngleich sie es sich nicht anmerken ließ. Vermutlich war der Kleine einfach nur schüchtern, sodass sie ihm mit einem umso offeneren Lächeln begegnete.
Immerhin war er ein recht putziges Kerlchen mit einem hübschen Gesicht. Von der Statur hatte sie recht wenig zu Gesicht bekommen, allerdings sah sie seine Oberarme, die ruhig noch etwas mehr Muskeln vertragen hätten nach ihrem Geschmack. Jedoch... was noch nicht war, konnte schließlich noch werden, eine Devise, die sich in ihrem Leben schon ein paar Mal als richtig erwiesen hatte. Immerhin wirkte er noch sehr jung.
Fast schade, dass er das Opfer der Gruppe sein würde, aber Dawit hatte auch seine Argumente, die ihre Bedenken recht klein sein ließen.
Schließlich war sie mit ihrer Aufgabe an diesem Tisch fertig und entfernte sich wieder. Während der gesamten Zeit über hatte Nizam den Kleinen nicht aus den Augen gelassen und auch Sjak behielt ihn im Augenwinkel, obwohl man es ihm nicht anmerken konnte. Ihm war nicht ganz wohl bei der Sache, doch er vertraute darauf, dass der Rote nicht zuließ, dass der Kerl zu viel der Kräuter zu sich nehmen würde. Die Grenze vom Benebeln zum Schaden war zwar hoch angesetzt, allerdings wussten sie ja nicht, wie der Körper reagieren würde, wie viel Widerstandskraft er hätte.
Nun ja... Sjak schwieg, vorläufig. Er nippte lediglich an seinem Bier und starrte finster in den Becher, während Dawit und Lajos kräftige Züge nahmen.
Nur Nizam blieb ebenfalls bei kleineren Schlucken und grinste den Neuling an. "Na, wie schmeckt's?", fragte er fröhlich, als wären sie tatsächlich seit Jahren die besten Freunde.
Er hatte gemerkt, dass nach einem Probieren diesem Zion wohl schon die Lust drauf vergangen war, jedoch machte er sich keine Sorgen. Es gab Mittel und Wege, ihn zum Trinken wieder zu animieren und außerdem würden die Kräuter ihr zusätzliches tun, um ihn durstig zu machen. Zwar würde es ein paar Minuten dauern, aber solange konnten sie durchaus miteinander plaudern.
Der Rote grinste wissend und nickte. "Klar, so lange wird's auch gar nicht mehr dauern. Wir dachten nur, wir stoßen zuerst auf unsere Freundschaft an, kräftigen uns damit auch und gehen dann los.", erwiderte er und hob, um seine Worte zu unterstreichen, seinen Becher.
Auf seinen Lippen blieb das Grinsen, doch sein Blick war auffordernd, sodass Zion kaum dieses Anstoßen auslassen könnte, wollte er sich nicht den Unmut der anderen zuziehen. Denn auch die übrigen Drei blickten zu ihm, Dawit und Lajos mit ebenso erhobenen Becher, Sjak mit der Andeutung dessen.
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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Zion Marun » Montag 28. Mai 2012, 19:36

Der blonde Jüngling strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr und linste von dem einen in der Gruppe zu dem anderen. Sein Körper blieb angespannt, auch wenn sie hier anscheinend vor hatten etwas ausgelassen zu feiern, doch diese Überraschung ließ ihm einfach keine Ruhe. Dann hoben alle ihre Krüge und wollten anstoßen und Zion fühlte sich dadurch in Zugzwang. Dieses Bier war überhaupt nicht sein Geschmack, aber dennoch hob er seinen Krug dann ebenso und setzte ein Lächeln auf, welches doch irgendwie bemüht schien. Die Blicke blieben weiter auf ihm ruhen, dass er den Krug nicht hätte einfach wieder abstellen können. So führte er ihn langsam an die Lippen, wobei er seinen Mundwinkel immer mehr verzog. "Dann auf die neue Freundschaft.", meinte er und beschloß kurzerhand einfach das ganze Gesöff auf einmal runter zu kippen, um sich nicht unendlich damit quälen zu müssen.
Er kippte den Kopf bei den Schlücken immer weiter in den Nacken und etwas Bier schwabte über und rann an seinem Mundwinkel hinunter, bis es auch vom Kinn herunter tropfte. Die Augen kniff er dabei zu, während er sich mit dem Geschmack abquälte. Als er endlich den letzten Schluck genommen hatte stellte er den Krug etwas dumpf auf den Tisch zurück, öffnete die Augen und grinste stolz. Danach wischte er sich den Mund an seinem Handrücken ab, um dann auch nochmal über sein Kinn damit zu fahren.
"Ich wäre dann Abmarsch bereit.", sprach er dann grinsend zu Nizam und lehnte sich dabei zurück an die Wand hinter sich.
Doch dann dauerte es nicht mehr lange, als der Alkohol ihm deutlich in den Kopf stieg. Zumindestens dachte er, dass es nur der Alkohol war und blinzelte einige Male öfters, als sein Blick immer mehr verschwamm. Alles was ihm blieb waren Siuletten wie Lichteinfälle.
Zion rieb sich seine Augen, doch das half auch nicht wirklich etwas. "Villeicht.. bin ich ...doch nicht so.. bereit.", sagte er deutlich leiser und rutschte an der Wand gelehnt ein Stück zur Seite. Ihm war eindeutig schwindelig gewesen.
Die anfängliche Anspannung seines Körpers ließ deutlich nach. Er entspannte sich gar deutlich, wenn auch das Kraut in dem Bier wohl dafür verantwortlich war.
Er versuchte wieder zu Lächeln, um seinen Zustand zu überspielen, was ihm sehr peinlich war. Nicht nur die rosé gefärbten Wangen sprachen davon, sondern auch das Lächeln, welches diesmal nur zaghaft auf seinen Lippen auftrat.
Zion rutschte weiter an der Wand ab und lehnte plötzlich an Jemanden an, zudem er aufsah, aber die Person nicht wirklich identifizieren konnte. So kniff er konzentriert die Augen was zu und starrte die Siulette an. Schließlich hob er seine Hand mit verklärten Blick, um das Gesicht der Person ab zu tasten.

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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 31. Mai 2012, 08:16

Auch die Männer, die Zion abgeholt und hierher gebracht hatten, waren zu einem gewissen Teil gespannt. Nicht so sehr, dass man es ihnen anmerkte, solange man sie nicht seit Jahren in- und auswendig kannte, aber für einander gut erkennbar. Wobei es sich bei allen anders äußerte und nur Sjak wirkte noch brummiger als zuvor in der Bibliothek, wo ihr Opfer es sich mit ihm schon verscherzt hatte.
Trotzdem war er sich nicht mehr vollkommen sicher, ob dieser Kerl hier es verdient hatte, was ihm noch bevor stehen würde. Das mit den Kräutern wär eigentlich schon ausreichend... Aber mit Nizam darüber zu reden, wäre sowohl sinnlos als auch reine Zeitverschwendung gewesen. Somit brütete er eher vor sich hin, machte jedoch alles Nötige mit, um nicht zu sehr aus den Reihen zu fallen.
Selbst die Kellnerin von vorhin war ein wenig neugierig auf die Wirkung, schielte immer wieder in die Richtung des Tisches, ohne, dass es aufgefallen wäre. Das hätte sie sich auch gar nicht leisten können.
Nun hatten alle ihre Becher gehoben und nötigten ihn somit, ebenfalls wieder einen Schluck zu nehmen. Dass er damit schon austrank, ließ den Anführer lachen und ihm anerkennend auf die Schulter klopfen, gerade fest genug, um nicht wirklich weh zu tun, allerdings unangenehm zu sein.
"Nicht so gierig! Oder sitzt du schon so lang auf dem Trockenen?", spöttelte er lachend und stellte seinen Becher wieder ab, der noch halb voll war. Was sich schnell ändern könnte, sobald es erforderlich wäre. Trinkfest waren alle vier schließlich schon seit ein paar Jahren.
Dawit und Lajos amüsierten sich im Stillen sichtbar über dieses Verhalten des Kleinen, während Sjak noch missmutiger drein zu sehen schien. Alle wussten, bei solch einem raschen Zug, würde die Wirkung der Kräuter nur noch bestärkt werden. Kurz darauf lachte der Rote erneut leise und merklich belustigt über dieses Verhalten.
"Gleich, gleich, mein Freund. Gib uns noch ein paar Minuten, damit wir unser Bier auch genießen können. Wir sind nicht so schnell wie du.", gab er mit einem unterschwelligen Lachen in der Stimme zurück, was eine glatte Lüge war.
Trotzdem, noch brauchten sie einige Momente, um sicher zu gehen, dass seine Gedanken vollkommen benebelt wären, als hätte er weit über den Durst getrunken. Danach könnte es endlich losgehen und richtig spaßig werden.
Sie konnten richtig zusehen, wie sich die Kräuter in dem Körper entfalteten, seine Mimik änderte sich, sein Blick wurde etwas glasiger und es klappte sogar rascher, als sie damit gerechnet hatten. Obwohl... sie hatten auch nicht erwartet, dass er derart schnell austrinken würde.
Lajos grinste dümmlich und Dawit in hämischer Vorfreude, gerade konnte er sich noch zurück halten, sich nicht die Hände zu reiben. Nizam gestattete sich ebenfalls ein Grinsen, als Zion seine Behauptung zurück nahm.
"Oh nein, mein Freund, jetzt bist du bereit.", meinte er und stand auf, gab Dawit einen Wink, der längst seinen Becher geleert hatte und sich geschmeidig erhob, um Zion auf die Füße zu ziehen. Der Anführer leerte seinen Becher und nickte den anderen zu, die sich ebenfalls erhoben.
Sjak ließ sich demonstrativ ein wenig mehr Zeit, um es ihnen gleich zu tun und das Bier nicht umsonst gezapft zu lassen, was ihm ein skeptisches Hochziehen der Augenbrauen des Roten einbrachte.
Dawit indes grunzte leicht glucksend, als er mit einem Mal im Gesicht betatscht wurde.
"Hey, Kleiner, keine Panik, das ist keine Maske. Der sieht wirklich so aus.", frotzelte Lajos lachend.
Der Größere warf ihm einen mahnenden Blick zu und hätte mit der Faust gerne ausgeholt, aber sie wollten kein Aufsehen erregen. Es reichte, wenn er den Kerl stützen musste, um mit ihm raus gehen zu können.
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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Zion Marun » Donnerstag 31. Mai 2012, 21:45

Die Gedanken des Jünglings kreisten und dennoch vernahm er jedes Wort das Gesprochen wurde, als hätte das Kraut im Bier keinerlei Wirkung auf sein Gehör gehabt. Aber der verschwommene Blick machte ihm zu schaffen und breitete ein Unbehagen in ihm aus. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass etwas mit dem Getränk nicht gestimmt haben muss. Doch die Erkenntnis kam eindeutig zu spät und verflüchtigte sich so schnell, wie sie auch gekommen war.
Er wurde von Dawit auf die Füße gezogen und gestüzt, als sie sich in Bewegung setzten. Mehr oder weniger musste er sich in dem Moment auch von dem Großen lenken lassen, wo er nur so wenig erkannte. Einen Versuch sich gegen Dawit zu stemmen scheiterte schon im Ansatz. Zion war einfach zu schwach gegen einen solchen Kerl und einen Zauber konnte er in seiner Verfassung genauso vergessen.
Er wusste nicht wie weit sie schon gegangen waren und ob sie sich überhaupt noch in der Taverne aufhielten, doch schließlich ließ er sich einfach hängen und würde dann wohl eher von Dawit mitgezogen werden, oder gar getragen, damit sie von der Stelle kamen.
"Wohin.. gehen wir?..", nuschelte Zion, ohne zu wissen ob ihn einer gehört hatte. Seinen Körper ließ er schlafft hängen, als hätte er keinerlei Kraft mehr im Leib, doch war es wohl die einzige Art von Wiederstand die er im Moment leisten konnte. Die Neugierde war wohl selbst jetzt noch da, aber mit einem solchen verklärten Blick konnte er seine Neugierde nicht stillen. Was ihm noch blieb war sein Tastsinn, wo er aber auch nicht sicher war, ob er diesem richtig vertrauen konnte.
Seine Mutter würde bestimmt bereits nach ihm suchen und wenn sie ihn nicht finden würde und sein Vater am Abend nach Hause kam, würde sie ihn sicher noch los schicken. Sein Vater war ein Himmelreiter und solange sie sich über dem offenen Himmel aufhielten, konnte er ihn finden. Leider war er sich dem bereits jetzt nicht mehr sicher. Zion wollte neue Erfahrungen machen und nun hatte er eine, die er bereute. Er hatte Angst.
Ihm war nicht bewusst, dass er sowas vorher schonmal empfunden hatte. An die Ereignisse, indenen er Angst gehabt hatte, waren wie aus seinem Gedächnis gelöscht. Doch nun war dieser Zustand für ihn präsent.
Dieser Umstand war ihm völlig fremd. Nicht zu wissen wo er war. Nicht zu wissen wo man ihn hinbrachte. Das beklemmende Gefühl wurde immer stärker, welche auch die Angst immer mehr nährte, sodass sein eben noch erschlaffter Körper plötzlich verkrampfte und er sich an Dawit zu klammern versuchte. "Genug, ich will... nicht mehr...", protestierte er und unternahm den Versuch Dawit an den festgeklammerten Stellen zu kratzen.

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Re: Auf einen Humpen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 3. Juni 2012, 17:31

Ein Teilziel der Gruppe war erreicht und das sogar rascher sowie einfacher, als sich alle vorgestellt hatten. Selbst die junge Kellnerin war erstaunt, wie schnell es den Jungs gelungen war, ihrem Opfer das Bier einzuflößen. Sie hatte zwar gesehen, wie er es herunter gestürzt hatte, jedoch nicht gehört, ob ihm das als eine Art Mutprobe oder ähnlichem auferlegt worden war, sodass er sich schlichtweg hatte beweisen wollen. Nun ja, sie sollte es im Endeffekt nicht kümmern, immerhin hatte sie ja bekommen, was sie dafür als Gegenleistung gewollt hatte. Trotzdem war auch ihr ein kleines bisschen mulmig zumute, was sie damit verdrängte, indem sie sich um weitere Bestellungen kümmerte und sich ablenken ließ.
Sjak hingegen hatte da nicht so viel Glück und wurde immer missmutiger, während seine drei Kumpanen ihren sichtlichen Spaß damit hatten, wie glatt ihr Plan aufgegangen war.
Dawit grinste von einem Ohr zum anderen, als wolle er dem breit auseinander gezogenen Mund von Lajos Konkurrenz machen, als er ihr Opfer auf die Füße holte und stützen musste. Er spürte, wie sehr sich Zion an ihn hängte, was davon zeugte, wie benebelt dessen Sinne bereits jetzt waren.
Der Rote war allein schon mit diesem Anblick zufrieden, sodass es in seinen Augen schadenfroh glitzerte. Oh ja, das würde noch verdammt lustig werden!
Natürlich erregten sie dadurch Aufmerksamkeit und es würde bestimmt bald die Runde machen, aber Nizam wusste im Vorbeigehen zu beruhigen, indem er versicherte, dass sein Freund einfach nicht sonderlich trinkfest war und zu viel von dem guten Bier der Taverne genossen hatte. Etwas, was einleuchtete und schadenfrohe wie mitleidige Lächeln hervor rief.
Was Zion selbst noch mit seinem Nuscheln verstärkte, das nicht von dem eines Betrunkenen zu unterscheiden war.
Dawit grinste noch breiter, so unmöglich das auch scheinen mochte, und bedeutete dem Anführer, dass der Kleine etwas gefragt hatte. "Wie?", machte er mit einem fast schon mütterlich nachsichtigem Tonfall.
Lajos wiederholt die Worte für ihn und schickte ein leises, böses Kichern hinterher, wofür er zwar einen strafenden Blick bekam, jedoch sonst nichts.
"Ah, wo wir hingehen? Nur Geduld, mein Freund, es ist nicht weit!", beantwortete Nizam die Frage und klopfte Zion auf die Schulter, dass Dawit auf einmal fester zupacken musste, damit ihr Opfer nicht hinfiel oder gegen die nahe Tür der Schenke knallte. Wäre ja schade, wenn er von dem ganzen Spaß noch weniger mitbekommen hätte als jetzt.
Sie waren beinahe schon draußen, als der Kerl sich auf einmal tatsächlich zu wehren begann. Dawit hielt einen Moment lang an und sah auf den Kleineren herab mit einem Ausdruck, als wolle er ein lästiges Insekt finden, das ihn gerade zu ärgern versuchte.
Dadurch konnte auch der Rote die Worte hören und spürte mehr, als dass er es sah, wie sich die Aufmerksamkeit erneut in ihre Richtung bewegte, sodass er bewusst übertrieben lachte und abwinkte. Gleichzeitig ein Zeichen für Dawit, ihn raus zu zerren, wenn es nötig wäre.
"Keine Sorge, dein Bett ist nicht mehr weit und dann schläfst du deinen Rausch aus! Wie immer!", rief er spöttelnd und laut genug, dass alle es hören konnten, die es auch wollten.
Damit war die Sache erledigt, zumindest offiziell, denn er warf Lajos und Sjak rasch einen Blick zu, dass sie aufschließen sollten, falls Dawit wider Erwarten mit ihrem Opfer nicht fertig werden würde, nachdem er ihn raus geschleift hatte.


Zion wird gezerrt nach: Guten Flug...
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