Das Anwesen der De´vals

Hier leben die wunderschönen Menschen in ihren weißen Prachthäusern. Nebeneinander wohnen sie friedlich in ihren Gebäuden, welche denen der normalen "Landgebäuden" sehr ähnlich sind.
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Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Nihil De´val » Donnerstag 27. Oktober 2011, 21:04

Das Haus von Nihils Familie gehört zu einem der größeren Gebäude im Wohnviertel Hymlias. Es umfasst 3 Stockwerke in denen Nihil, seine Mutter, sein Großvater und sein Onkel Endres unterkommen. Im Erdgeschoss ist der Wohnbereich der Familie. Hier befindet sich eine Küche, Speisezimmer mit einer großen Tafel, die immer mit frischen Blumen dekoriert ist, die Nihils Mutter im Garten vor dem Haus anpflanzt. Der Rest des Erdgeschosses besteht aus einem kleinen Eingangszimmer, in dem zwei Schränke zum verstauen der Kleidung und der Schuhe platziert sind, einem Waschraum mit Badezuber und einem großen Wohnbereich, in dem man eine Sitzecke, zwei große Bücherregale, einen Kamin, einen kleinen Tisch und den Eingang zum Wintergarten vorfindet. Fast jeder Raum ist mit von der Decke hängenden Stoffen dekoriert, was einem Besucher oft das Gefühl gibt, in einem Zelt zu sein. Der Wintergarten ist der Hauptaufenthaltsort von Nihils Mutter Salia. Hier zücktet sie allerhand Pflanzen und zeichnet Bilder. Im ersten Stockwerk befindet sich der Wohnbereich von Nihils Onkel Endres und seinem Großvater. Endres ist meist auf Reisen und nicht all zu oft zu Hause. Sein Zimmer ist ziemlich schlicht. Es besteht aus einem großen Bett, einer Truhe, in der er diversen Plunder lagert, einer großen Komode für seine Kleider, einem Schrank für Rüstung und Waffen und einem großen Arbeitstisch mit Stuhl der immer voller Landkarten, Bücher und dergleichen ist und so einzig für Endres übersichtlich ist. Im Nebenzimmer lebt Nihils Großvater. Sein Zimmer ist gleichzeitig sein Arbeitsbereich. Bett und Schrank befinden sich in einem Eck des Zimmers und der Rest wird eingenommen von Stoffen und Fäden, die überall verteilt in kleinen Bastkörben und Truhen gelagert sind. Des weiteren befindet sich ein großer Tisch im Zimmer mit vielen Schubläden in denen man alles findet, was das Schneiderherz begehrt. Nihils Großvater verlässt sein Zimmer nur sehr selten. Selbst sein Essen nimmt er auf seinem Zimmer ein, da er immer viel zu tun hat und über die Jahre sein Beruf sein einziger Lebensinhalt geworden ist. Das zweite Stockwerk teilen sich Nihil und seine Mutter. Salias Zimmer ist das wohl schönste Zimmer im ganzen Haus. Es duftet immer wunderbar nach frischen Blumen die auch überall im Zimmer zu finden sind. Wunderschöne Stoffe und Gemälde schmücken die Wände, wovon eines auch Nihils Vater zeigt wie er auf den Treppen der Bibliothek sitzt. Weiterhin findet man in ihrem Zimmer ein großes Himmelbett, einen Tisch mit Zeichenwerkzeug, der immer fein säuberlich aufgeräumt ist und einem Schrank in dem sich die Kleider von Salia befinden. Nihils Zimmer ist wohl, zumindest was die Ordnung angeht, das genaue Gegenteil von dem seiner Mutter. Wenn man es betritt muss man aufpassen, dass man nicht gerade auf ein Buch oder eine Notiz tritt, die reichlich auf dem Boden verteilt sind. Es ist zwar ein relativ großes Bücherregal im Zimmer vorhanden, doch platzt dieses schon seid geraumer Zeit aus allen Nähten. Hat man sich über Bücher und Notizen hinweggekämpft, erreicht man das große Bett direkt am Fenster und den Arbeitstisch der daneben steht. Abgesehen davon befinden sich in Nihils Zimmer noch eine große Komode mit seiner Kleidung und eine Truhe, in denen er die Mitbringsel seines Onkels und allerlei anderen Krimskrams lagert.

Plötzlich schreckte Nihil hoch. Er war mal wieder völlig übermüdet an seinem Tisch sitzend über einem Buch eingeschlafen. Suki lag zusammengerollt neben ihm auf dem Bett, hatte jedoch ein Auge geöffnet und beobachtete ihr Herrchen. Nihil erhob sich und streckte seine Glieder. Draußen wurde es schon dunkel und er wollte noch zu seinem Meister. Schnell wischte er sich die Müdigkeit aus den Augen und legte sich seinen Gürtel um. Seine Tasche lag noch zusammengepackt auf dem Bett. Er zog sich eine Robe über und warf sich seine Tasche über. Suki machte es sich wie immer darin gemütlich und zusammen verließen sie das Zimmer. Nihil eilte die Treppen nach unten in den Wohnbereich und von dort aus direkt zum Wintergarten. Er öffnete die Tür einen Spalt und steckte den Kopf hindurch.
"Ich gehe jetzt zum Unterricht. Ich komme vielleicht erst in den morgenstunden zurück"
Salia stand gerade mitten im Wintergarten vor ihrer Leinwand und zeichnete ein Bild. Sie blickte zu Nihil herüber.
"Gut, aber pass auf dich auf und mach keinen Unsinn"
Nihil nickte ihr grinsend zu und huschte in den kleinen Eingangsbereich, wo er schnell in seine Schuhe schlüpfte und das Haus verlies. Er trat ins freie und atmete tief ein und aus. Dann machte er sich eiligen Schrittes auf den Weg zum Platz der inneren Ruhe wo er sich mit seinem Meister eigentlich schon vor 10 Minuten treffen wollte.

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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Erzähler » Samstag 29. Oktober 2011, 16:08

Ohne weiter aufgehalten zu werden, machte sich Nihil auf den Weg.

weiter am Marktplatz
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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Nihil De´val » Dienstag 31. Januar 2012, 16:51

[Palanthors Haus]

Nihil öffnete hastig die Tür, zog sich ebenso schnell die Schuhe aus und betrat das Wohnzimmer. Ein kurzer, prüfender Blick verriet ihm, dass niemand hier war. Es roch nach köstlichem Essen. Das Abendessen hatte der Junge verpasst, doch würde, wie immer, etwas für ihn in der Küche stehen. Im Wintergarten war noch Licht also war seine Mutter wohl noch dort. Er atmete kurz durch und versuchte sich - ohne viel Erfolg - etwas zu beruhigen, dann ging er zur Tür und öffnete sie vorsichtig. Salia war gerade dabei alles aufzuräumen, wie sie es jeden Abend vor dem zu Bett gehen zu tun pflegte. Langsam, fast schon bedächtig schritt der junge Hymlianer in den Wintergarten und ging auf seine Mutter zu. Diese hatte ihn gerade bemerkt und drehte sich freundlich lächelnd zu ihm um.
"Nihil da bist du ja. Warst ja heute wieder ga...
Dann verstummte sie, als sie ihren Sohn sah und ihr Blick veränderte sich, so dass man ihre Besorgnis klar erkennen konnte. Sie öffnete den Mund und setzte dazu an, zu fragen was los sei, doch bevor sie auch nur ein Wort aussprechen konnte hielt ihr Nihil den Brief entgegen.
"Ich habe einen Auftrag von Palanthor bekommen. Ich werde in den nächsten Tagen Hymlia verlassen, um nach Zyranus zu reisen und..... er gab mir diesen Brief. Er wusste scheinbar selbst nichts von seiner Existenz, noch von seinem Inhalt... er ist von Nathanael.... von Nihil.... von.... Vater...
Mehr brachte er nicht heraus. Eine einzelne, schimmernde Träne suchte sich ihren Weg über Nihils Wange, blieb kurz an seinem Kinn hängen und tropfte dann auf den Boden vor ihm. Verwirrt und gleichzeitig mit einer Art flehen in seinen Augen, blickte er auf seine Mutter und erwartete ihre Antwort.

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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 8. Februar 2012, 21:22

Mit dem besonderen Talent, dass jeder Mutter eigen war, hatte Salia sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte, kaum das ihr Sohn den Wintergarten betreten hatte. Trotzdem versuchte sie es mit einem Lächeln im Gesicht, damit Nihil nicht merkte, dass sie sich Gedanken machte. Zuerst versuchte sie noch, ein einfaches, alltägliches Gespräch einzuleiten, doch da gab ihr Junge ihr keine große Chance. Denn kaum hatte sie die ersten Worte gesagt, als ihr Sohn ihr bereits einen Umschlag entgegen hielt. Mit leicht gerunzelter Stirn, nahm Salia den Kuvert entgegen, doch die Worte ihres Sohnes machten in ihren Ohren nicht besonders viel Sinn. Im ersten Moment dachte sie sogar, dass Nihil sich einen Spaß erlaube, bevor sie sich ins Bewusstsein rief, dass solche grausamen Scherze überhaupt nicht zu ihrem Spross passten. "Aber was redest du denn da Liebling? Dieser Brief kann nicht von deinem Vater sein. Dann müsste er ja weit über 20 Jahre alt sein. Und wenn Nihil einen Brief hinterlassen hätte, dann hätte ich doch sicherlich ..."
Zum ende hin wurde sie immer leiser und verstummte schließlich. Schuld daran war der Ausdruck im Gesicht ihres Sohnes, diese Aufgewühltheit und nicht zu letzt die Träne, die sich ihren Weg an die Oberfläche gesucht hatte. Mit gespitzten Lippen nahm sie das alte, zerknitterte Pergament aus dem Umschlag und begann zu lesen. Nach der ersten Zeile weiteten sich ihre Augen und sie überflog das Blatt viel schneller. Dabei wich ihr alle Farbe aus dem Gesicht. Salia taumelte ein paar Schritte nach hinten und ließ sich schließlich in den nächstbesten Korbstuhl sinken. Dann hob sie das Pergament ein weiteres Mal vors Gesicht, denn sie musste dieses Schreiben ein weiteres Mal lesen, um es zu glauben. Sie hatte die Handschrift sofort erkannt. Auch wenn es inzwischen gut 23 Jahre her war, dass sie und Nihils Vater zueinander gefunden hatten, so besaß sie trotzdem noch all diese wunderbaren Liebesbriefe, die er ihr geschrieben hatte. Die Art wie ihr Geliebter schrieb war unverkennbar. Auch sie musste nun gegen die Tränen ankämpfen.
Schließlich lies Salia den Zettel, den inzwischen zwei salzige Perlen benetzt hatten, auf den nahestehenden Tisch fallen und öffnete die Arme. Sie musste jetzt einfach ihren Jungen in die Arme schließen. "Nathanael," flüsterte sie leise und drückte Nihil feste an sich. "Ich vermisse ihn so sehr." Sie schluchzte ein paar mal in die Schulter ihres Sohnes, dann löste sie sich wieder von ihm und strich sich mit dem Handrücken über die feucht schimmernden Augen. Sie schüttelte den Kopf leicht und die langen Haare fielen ihr wie ein Schleier vors Gesicht, ehe Salia sie wieder hinters Ohr strich. Sie brauchte nicht lange, um sich wieder zu fassen. Zumindest äußerlich. Noch immer mit leicht feuchten Wangen, lächelte die Mutter ihren Sohn an, der sie in vielerlei Hinsicht an den Vater erinnerte. ”Was für eine seltsame Fügung, dass dieser Brief in Palanthors Hände fiel. Und er wusste nichts von ihm? Dann muss es ein Wink der Götter gewesen sein. Ganz sicher.”
Nihils Mutter strich ihm mit der Hand durch die Haare und küsste ihn auf die Stirn. Dann atmete sie einmal sehr tief ein, um sich richtig zu sammeln. Dieser Tag war für sie so normal gewesen und klang dann so überraschend aus. Die Nachricht über diesen Brief hatte Salia ganz von dem abgelenkt, was ihr Sohn ihr zuerst berichtet hatte, aber nun wo das wichtigste geklärt war, kam die Erinnerung zurück. ”Der alte Magus schickt dich auf eine Reise? Wie aufregend! Und wann soll es los gehen? Was brauchst du dafür mein Herz? Sicher wird dein Großvater ein paar Münzen hinzusteuern wollen, wenn er davon hört!”
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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Nihil De´val » Sonntag 12. Februar 2012, 13:34

etzt konnte er sich nicht mehr zurück halten. Tränen liefen wie kleine Wasserfälle über seine Wangen, als er seine Mutter fest umarmte. So lange hatte er seinen Vater immer nur im Hinterkopf als kleinen Gedanken nebenbei gehabt und nun DAS. Nach einer Weile lösten sie sich wieder voneinander und Nihil ging vorsichtig erst einmal ein paar Schritte zurück. Die Welle von Gefühlen, die Nihil überrungen hatte, wurde nun langsam nach dem Beispiel seiner Mutter äußerlich niedergerrungen und von einer falschen Maske überspielt. Nihil hatte Gewissheit von seiner Mutter erlangt und konnte so seine Gefühle zumindest ein wenig unter Kontrolle halten. Er schüttelte sich kurz und lies sich neben seine Mutter auf die Bank sinken. Suki kletterte von dem Nacken ihres Herren herunter auf Salias Schoss und rollte sich darauf zusammen. Für das kleine Tierchen war an diesem Tag einfach zu viel Nervenaufreibendes geschehen, sodass es derartig erschöpft war, dass es fast augenblicklich auf dem Schoss der Hymlianerin in einen tiefen Schlummer fiel. Nihil zwang sich ein Lächeln auf und sah zu seiner Mutter.
"Nun zuerst muss ich wohl meine Aussprache und und Kenntnisse der Handelssprache etwas auffrischen"
Seine Worte waren klar verständlich, doch konnte Nihil seinen melodischen Akzent nicht ganz vermeiden, wodurch es für einen nicht-Hymlianer durchaus etwas belustigend wirken konnte.
"Ich werde zusammen mit Naya im laufe des nächsten Tages aufbrechen. Meine Sachen sind schnell gepackt. Ich werde nun zu Bett gehen Mutter. Schöne Träume!
Mit diesen Worten erhob er sich, nahm Suki vorsichtig auf seinen Arm und ging nach oben in sein Zimmer. Dort angekommen legte er das kleine Tierchen auf sein Bett, neben sein Kissen und begann damit, die wichtigsten Sachen schon einmal fein säuberlich auf seinem Schreibtisch zu lagern, bevor er sich selbst entkleidete und sich ein langes Leinenhemd, das ihm bis unter die Kniee reichte anzog und sich zu Suki ins Bett legte. Kurz bevor er die Augen schloss lies er noch einmal wie jeden Abend den Tag im geiste Ablaufen. Er seufzte und verbannte zumindest für die nächsten Stunden all diese Gedanken aus seinem Kopf. Dann schlief er ein.

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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Gestalt » Sonntag 19. Februar 2012, 17:45

Selbst nachdem ihr Sohn zu Bett gegangen war, blieb Salia noch lange, lange unbeweglich in dem Sessel im Wintergarten sitzen. Den Brief, den Nihil nicht mitgenommen hatte, las sie in dieser Zeit noch mehrmals durch und konnte trotzdem nicht glauben, dass er von ihrem Geliebten stammte. Es wirbelte einfach so viele Fragen in ihr auf. In ihr rangen allerlei Gefühle miteinander. Doch letztlich kam sie zu dem Schluss, dass die Freude für ihren Sohn obsiegte. Oder zumindest versuchte sie es sich einzureden. Die Grenze war ziemlich verschwommen. Erst nach Mitternacht stand Salia endlich auf und wanderte auf leisen Katzenfüßen durch das Anwesen. Bevor sie sich selbst zur Ruhe legen wollte, schaute sie noch einmal kurz bei ihrem Sohn vorbei. Lautlos blieb sie im Türrahmen stehen und beobachtete den Jungen, nein, den jungen Mann, beim schlafen. Dann erst legte sie sich selbst hin und wurde prompt von der Müdigkeit übermannt.
Obwohl sie als letzte zu Bett gegangen war, stand Salia am nächsten Morgen noch vor dem ersten Hahnenschrei auf. Es galt viel vorzubereiten, denn wie sie ihren Spross kannte, würde der vor lauter Tatendrang die hälfte vergessen. So schlich sie sich direkt als erstes in Nihils Zimmer, wo sie zu ihrer Überraschung bereits ein paar Zurecht gelegte Sachen auf dem Schreibtisch bemerkte. Sie nahm sie Kleidungsstücke an sich und ging damit hinunter in die Küche und den Vorratsraum, wo sie noch ein wenig Verpflegung zusammen packte. Erst als sie das komplette Reisegepäck ihres Sohnes zusammen gepackt hatte, ging sie wieder in ihr eigenes Schlafgemach und tauschte das Nachthemd gegen ein praktischeres Gewand. Zuletzt öffnete sie die Schatulle ganz unten in ihrem Schrank, in dem sie ihre Ersparnisse versteckte. Sie zählte eine kleine, aber dennoch sicher hilfreiche, Summe an Fuchsmünzen ab und verstaute die Barschaft in einem kleinen Lederbeutel.
Als sie mit all dem Fertig war und ihr nichts anderes mehr einfiel, was sie vorbereiten konnte, setzte sie sich in die Küche und bereitete für sich selbst ein kleines Frühstück vor. Der Rest der Familie verweilte noch im Reich der Träume, aber sie war sich sicher, das Nihil als erstes aufwachen würde. Wenn sie es vor Aufregung schon kaum aushielt, wie sollte ihr Liebling dann ruhig schlafen? Im Zweifelsfall würde sie ihn rechtzeitig wecken. Auch wenn sie nicht wusste, wann er sich mit Naya treffen und wann sie aufbrechen wollten, so war sie sich sicher, dass es nicht schlecht wäre, wenn er so früh wie möglich aufbrechen würde. Eine Reise trat man nun mal am besten am Morgen an!
Schließlich kam Nihil irgendwann von alleine in die Küche, wo er mit einem breiten Lächeln von seiner Mutter begrü´t wurde. "Guten Morgen mein Schatz. Na, bist bereit für deine Reise?" Mit einer ausladenden Geste deutete Salia auf die fertig gepackte Tasche, die auf einem der Stühle lag und die Geldbörse darauf, in der sich 100 kupferne Fuchsmünzen ruhten. "Ich habe mir erlaubt alles fertig zu machen. Möchtest du vielleicht noch etwas frühstücken? Ich würde dir gerne noch etwas machen!"
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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Nihil De´val » Montag 20. Februar 2012, 19:45

Nihil erwachte mit den ersten Sonnenstrahlen. Für einen viel zu kurzen Moment schien alles wie immer, als währe der gestrige Tag nur ein Traum gewesen, doch nachdem er sich stöhnend gestreckt hatte holte ihn die Realität ein. Suki erwachte mit Nihil zusammen und streckte sich ebenfalls ausgiebig mit einem quietschenden Maunzer. Als Nihil aufstand, bemerkte er, dass die Sachen die er sich am vorabend zurechtgelegt hatte nicht mehr an ihrem Platz waren.
"Wo.....Mutter!"
Dachte sich der junge Hymlianer und tauschte das Nachthemd gegen für ihn eigentlich ziemlich ungewöhnliche Kleidungsstücke. Sonst trug er immer gemütliche Roben in den Farben Hymlias und wunderschön verziert, doch nun hatte sich der junge Lichtmagier für die Sachen entschieden, die ihm sein Opa einmal geschenkt hatte mit der Erklärung, dass sie der Kleidung seines Vaters sehr sehr ähnlich währen.
Nihil trug eine locker sitzende, schwarze Lederhose, darüber ein sehr schön gearbeitetes Leinenhemd mit einem Ledergurt, der quer über seinen Torso gespannt war und an dessen Seite eine kleine Tasche und eine Dolchscheide eingearbeitet war, die Nihil so eben befüllte. Dazu trug er noch einen schwarzen Umhang mit langer Kapuze. Seine Haare, die in letzter Zeit wieder bis zu seinen Schultern gewachsen waren, band er rasch mit einem Stück Zwirn hinten an seinem Kopf zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammen. Er fuhr in die noch ungetragenen, schwarzen Lederstiefel und wollte gerade - mit Suki an ihrem gewohnten Platz - den Raum verlassen, als er an einem Spiegel vorbeilief und erstarrte. Der junge Mann kannte seinen Vater nur von dem Bild, das seine Mutter gezeichnet hatte und nun hatte er das Gefühl, er stünde vor ihm. Bis auf ein paar Kleinigkeiten sah er ihm nun wirklich zum Verwechseln ähnlich. Nihil ging ein paar Mal auf und ab, um sich an die neue Kleidung zu gewöhnen und machte sich dann eiligen Schrittes auf nach unten in die Küche, wo er schon von seiner Mutter erwartet wurde. Salia sahs an der großen Tafel mit einem Buch vor sich. Sie begrüßte ihren Sohn und erklärte ihm, dass sie schon alles vorbereitet hatte für seine Abreise. Noch blickte sie ihren Sohn nicht an, da sie noch die letzte Seite des Buches fertig lesen wollte. Ein gutes Fachbuch oder ein Roman konnten die Hymlianerin stundenlang fesseln. Würde sie aufblicken, so würde ihr auffallen, dass man nun wahrhaft erkennen konnte, dass aus ihrem Sohn ein junger Mann geworden war. Durch seine aufgeweckte, jugendliche Art und die weiten, hellen Roben wirkte Nihil oft nicht älter als 17 Sommer, doch nun könnte man ihn sogar auf mitte 20 schätzen. Die neue Kleidung betonten seinen Körper und durch die zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebundenen Haare, wirkte sein Gesicht reifer und männlicher. In seinen Gesichtszügen war kaum etwas von dem sonst so verträumten und lebendigen Jungen zu sehen. Vor Salia stand ein erwachsener Mann, der seinem Vater nun zum Verwechseln ähnelte.
Nihil lächelte seine Mutter an, als er die gepackten Sachen und das Geld erblickte. Ohne ein Wort zu sagen ging er auf sie zu und umarmte Sie fest. Als er sich wieder von ihr löste, setzte er sich auf einen Stuhl neben sie, zog die gepackten Sachen näher an sich heran und verstaute die Geldbörse in einer extra dafür eingenähten Innentasche seiner Hose.
„Danke Mutter…. Ich hatte schon befürchtet, dass ich nur eine kleine Notiz als Abschied zurück lassen müsste, doch so kann ich mich noch von dir persönlich verabschieden. Ich würde mich auch wirklich darüber freuen, wenn ich vor meiner Abreise noch einmal in den Genuss deiner Kochkünste kommen dürfte, wer weiss, wie lange ich darauf verzichten muss. Grüße Onkel Endres und Opa von mir. Ich möchte sie nicht wecken und außerdem bin ich ja sowieso bald wieder zurück“
Mit letzterem versuchte Nihil, seine Mutter etwas zu beruhigen. Er wusste, dass es ihr unglaublich schwer fiel ihn gehen zu lassen. Nach dem Essen würde er noch einmal kurz bei seinem Lehrmeister vorbei schauen und sich dann direkt zu den Stallungen begeben. Er wusste nicht mehr so genau wo Naya wohnte also hoffte er, sie dort finden zu können. Durch seinen Onkel war er den Wachen bei den Stallungen bekannt und wenn ihm jemand sagen konnte, ob Naya dort war dann wohl sie.

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Re: Das Anwesen der De´vals

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Februar 2012, 21:45

Mit einen freundlichen Nicken legte Salia ihr Buch weg, erhob sich und machte sich daran, „eine Kleinigkeit“ für ihren Sohn zuzubereiten. Aus dieser Kleinigkeit wurde jedoch sehr schnell ein halbes Buffet. Die Fürsorglichkeit der Mutter wurde zusätzlich durch den Wunsch, ihr Kind noch ein wenig länger bei sich zu halten, verstärkt. Am Ende standen auf dem Tisch vor Nihil fast mehr Speisen, als sich als Proviant in seinem Rucksack. Da sie bereits etwas gegessen hatte, setzte sich seine Mutter nur stumm an den Tisch und betrachtete mit einem Anflug von Trauer im Gesicht ihren Sohn, der sie grade mehr denn je an seinen Vater erinnerte. Abwesend beobachtete sie ihn beim Essen und streichelte dabei Suki, die sich auf den Tisch gesetzt hatte und genüsslich aus einer Schüssel Milch schlabberte, am Kopf und am Rücken. Aber natürlich hielt dieser Moment nicht ewig an und die Verzögerungstaktik brachte am Ende nicht viel mehr als nur ein paar Minuten mehr. Als Nihil soviel gegessen hatte, wie er konnte, wobei noch immer eine große Menge der Speisen übrig geblieben war, über die sich später bestimmt die restliche Familie freuen würde, verabschiedeten sich Mutter und Sohn mit einer langen Umarmung voneinander. Dabei blieb Salia jedoch so gut es ihr möglich war stark und unterdrückte die Tränen erfolgreich. Sie wollte ihrem Sohn den Abschied nicht noch schwerer machen, als ohnehin schon. Schließlich war es das erste mal, dass er zu einer so großen Reise aufbrach.

Sein erster Weg führte Nihil jedoch nicht zu den Stallungen, sondern zum Anwesen seines Lehrmeisters Palanthor. Ein überflüssiger Umweg, wie sich heraus stellte. Denn der alte Zyraner war nicht zuhause, als sein Schüler noch einmal bei ihm vorsprechen wollte. Mehrfaches Klopfen und sogar Rufen blieben unbeantwortet, riefen lediglich einen Nachbarn auf den Plan, der ein wenig gereizt erklärte, dass der Lichtmagier bereits früh das Haus verlassen hatte. Wohin genau konnte der unhöfliche Hymlianer jedoch nicht beantworten. So blieb dem Adepten nichts weiter übrig, als ohne sich noch einmal von seinem Meister zu verabschieden, zu den Ställen aufzubrechen ...

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