Auf den Straßen um Ganda

Ganda ist ein größeres Dorf, welches im Westen liegt. Hier wird mit den verschiedensten Städten gehandelt und auch mit allerlei Waren. Einige Züchter befinden sich hier, welche angeblich die besten Pferde haben.
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Delilah
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Re: Auf den Straßen um Ganda

Beitrag von Delilah » Donnerstag 1. September 2016, 13:04

Verano. Es war sein Name, der ihr auf den Lippen lag, als sie schweißgebadet erwachte. Der Nebel hatte ihn und seine Geschichte verschluckt, spann sie im Ungewissen weiter zu etwas Fremdartigen.
Er hatte sich verabschiedet, so viel war klar. Und mit seiner letzten Tat noch, hatte er ihr etwas geschenkt, hatte sie in einen Traum gestoßen, den sie glaubte, bereits einmal geträumt zu haben.

Die Frau und der Vogel, beide wollten fliegen, doch beiden war die Freiheit verwehrt. Bis jetzt?
Delilah schwang sich aus dem Bett, ausgeruht und erholt, mit dem Gefühl, dass sie schon lange nicht mehr so frei atmen hatte können wie an diesem sonnendurchfluteten Morgen.
Die Gedanken der jungen Novizin hingen bei Verano und ihren Träumen, bei Wind und Flügelrauschen, bei Löwengebrüll und Vogelgezwitscher. Sie dachte an den Weg, der hinter ihr lag, und an den Weg, der sich gerade zu ihren Füßen gen Horizont ausbreitete.

Ein kleiner Vogel hatte seinen Weg in die große weite Welt begonnen, hatte Freunde gefunden, die sie ein Leben lang in ihrem Herzen begleiten würden, hatte das Licht gesehen und einen ersten Blick auf die Schatten dieser Welt geworfen.
Sie wusch sich und zog sich an, flocht sich die zu einer langen goldenen Mähne gewachsenen Haare zu einem lockeren Zopf und sah für einen kostbaren Augenblick einfach aus dem Fenster.
Die Morgensonne wärmte ihre Haut, während ein sanftes Lächeln ihre Lippen schmückte. Ihre Hand lag über ihrem Herzen, dort wo sie Veranos leuchtende Berührung zu spüren geglaubt hatte.
Ob er auf der anderen Seite seinen Frieden finden würde?

Sie musste mit Leon reden. Das Lächeln auf ihren Lippen verschwand.
Ihre Hand strich über ihr Medaillon, das sie eigentlich nie ablegte, wenn es nicht unbedingt nötig war und dachte mit einem Schaudern daran, dass sie nun eine solche Nachricht überbringen musste, wie sie sie schon zweimal erhalten hatte.

Trotzdem war ihr innerlich warm, das gute Gefühl mit dem sie erwacht war, der Tatendrang, der sie lenkte, ließ sich nicht so leicht vertreiben. Sie musste ihre Reise fortsetzen, das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Ob schon jemand wach war? Sie wollte das Angebot des Frühstücks gerne annehmen, eine Stärkung vor der Weiterreise war sicherlich keine schlechte Idee.
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Re: Auf den Straßen um Ganda

Beitrag von Erzähler » Montag 5. September 2016, 08:56

Der Morgen war noch früh und sie hörte das Zwitschern der Vögel vor dem Fenster. Delilah wusch sich und zog sich eilig an. Ihr Magen meldete einen riesigen Hunger und trieb sie aus dem Zimmer. Bei Tage wirkte das Haus noch viel freundlicher als am Abend zuvor. Weiter vorne hörte sie Geräusche und folgte diesen. Gerade trat sie vom Flur in den Eingangsbereich, da hörte sie die Hausherrin sprechen:
„... und gib ihr auch etwas für unterwegs mit. Ich muss fort...“
„Ich könnte doch ...“
Dann riss das Gespräch ab und sie hörte wie Hufeisen auf die Feldsteine im Hof schlugen und jemand davon ritt. Die Eingangstür wurde geschlossen und Gernot drehte sich in dem Moment um da Delilah aus dem Flur kam. Er erschreckte leicht und nickte ihr dann aber zu. Ganz hatte er die Sorgen nicht von seiner Stirn wischen können, aber er gab sich Mühe.
„Einen guten Morgen... äh... Die Herrin ist schon fort. Ich soll ihnen noch etwas zu essen geben, also wenn...“
Er wies mit einer Hand in eine Richtung, verschluckte den Rest des Satzes und Delilah folgte ihm zur Küche, wo er schnell ein wenig Brot, Butter und Hartkäse für sie bereit stellte. Gernot stand einen Moment unschlüssig in der Ecke, dann fragte er:
„Die Herrin wollte ihnen auch etwas für unterwegs mitgeben... Könnten sie sich vielleicht selbst...“
Er griff nach einem Beutel, der eine verspielte Blumenbordüre am Rand eingestrickt hatte und legte ihn auf den Tisch. Sicher hatten die fähigen Hände der Herrin dieses kleine Kunstwerk erschaffen.
„... Wenn es recht ist, dann sattle ich schon ihr Pferd auf.“
Gernot war nicht wirklich gern mit ihr allein, das merkte man. Sehr gesprächig schien er auch nicht, aber er war höflich und er wollte er gehen, wartete aber noch gerade so, ob Delilah sich ihr Proviant selbst machen würde. Sollte sie fragen, wo die Herrin in aller Frühe hin wollte? Ging sie das etwas an? Ihre Neugierde bohrte sich in ihren Magen, doch andererseits wollte sie auch so schnell wie möglich zurück nach Jorsa. Dort wartete ihre Moma, ihre Ausbildung und ...Leon.
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Re: Auf den Straßen um Ganda

Beitrag von Delilah » Mittwoch 28. September 2016, 02:25

"Das wäre wirklich sehr freundlich von Ihnen. Ich schaff das mit dem Proviant schon alleine. Vielen Dank, Gernot." Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln, während sie begann sich etwas für die Reise vorzubereiten.

Delilah fühlte sich unwohl von Fremden einfach so zu nehmen, aber sie sah auch ein, dass es in diesem Fall nötig war um die Reise nach Jorsa zu schaffen.
Also bereitete sich sich eine Kleinigkeit für ihr Frühstück und etwas für später, was sie zur Abendzeit würde essen können. Nach all der Zeit bei Verano mit all den wunderbaren Speisen dort, war die junge Frau auch wieder etwas einfaches zum Morgenessen zu bekommen. Es war wie ein erster Schritt nach Hause.

Wo die Hausherrin wohl hingegangen war? Dabei hatte sie sich gestern noch so auf ein gemeinsames Frühstück gefreut zu haben, als wenn sie nicht häufig Gesellschaft hätte.
Doch Delilah wollte sich nicht in fremde Angelegenheiten einmischen, sie war hier nur auf der Durchreise und konnte sehr dankbar für die Gastfreundschaft sein, die ihr hier gezeigt wurde. Jetzt herumzuschnüffeln würde diese Freundlichkeit mit Füßen treten. Außerdem wusste sie inzwischen, wohin zu viel Neugier sie bringen konnte und vor ihr lag noch ein langer Weg nach Hause. Zu ihrer Familie, ihrer Schule. Sie musste Leon von ihrem "Traum" berichten... Es war ihr außerdem ein dringendes Bedürfnis jemanden in Jorsa, am ehesten die Magi der Akademie von den Geschehnissen im Nebel zu erzählen. Von dem Hauch und dem fortgelaufenen Jungen und den Dingen vor denen sie im Nebel geflohen waren.
Die Magi würden sicher wissen, wer zu unterrichten war und was man in so einem Fall unternehmen musste.

Während ihre Gedanken abgeschweift waren, zu dem Weg der noch vor ihr lag und dem Weg, den sie bereits hinter sich gelassen hatte, hatte sie sich ihren Proviant vorbereitet. Zwischendurch hatte sie sich ein Stücken Brot und Käse in den Mund geschoben um ihren Hunger zu besänftigen. Die restliche Ration packte sie nun in das wundervoll gestaltete Beutelchen. Ob es hier noch eine Wasserpumpe oder einen Brunnen gab, bei dem sie etwas Wasser abfüllen durfte? Sie würde Gernot fragen müssen. Als alles vorbereitet war, trat Delilah hinaus in die Morgensonne, die sie begrüßte wie einen alten Freund, den sie lange vermisst hatte.
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Re: Auf den Straßen um Ganda

Beitrag von Erzähler » Sonntag 2. Oktober 2016, 16:46

Noch ließ die Morgensonne etwas an Kraft missen. Die Stahlen schafften es noch nicht die Haut zu wärmen, aber trotzdem fühlte sich das Licht gut auf Delilahs Haut an. Sie war ein Kind des Lichts, eine Novizin und ihr Weg führte nach Hause. Was sollte ihr also die Laune verderben, wenn die Sonne so schön schien. Bald würde sie ihre Moma Resa wiedersehen. Auf sie freute sich sich sicher am allermeisten, aber auch andere Namen spukten ihr durch den Kopf, als sie den Hof betrat, wo Gernot mit Ganbu wartete. Er füllte auch gleich die Feldflaschen auf, die sie ihm reichte und Deli verfiel in Grübeleien.
Magi Sixtema, ihrer Lehrerin, die Heilerin und eldorische, blinde Elfe, die ihr den Start in ihre Magie erst ermöglicht hatte wartete in Jorsa sicher sehnsüchtig auf ihren Bericht. Vielleicht würde sie auch Raphael Cinzento, der „Graue“, ein Templer der heiligen Inquisition und Wächter des Lichts wiedersehen. Und ihre Mitschüler vermisste sie auch! Allen voran sicher Brit, die Schülerbeauftragte, eine sehr liebe Nomadin. Malferius Conrad Silhemten den Dritte, auch Rius genannt, der den Erstkontakt zu den höheren Schülern hergestellt hatte... nun den vielleicht nicht ganz so sehr, aber sicher auch Grimmog, den Riesentroll, das „Mädchen für Alles“ in der Lichakademie. Hexyra Äskulaptus , ihre Zimmernachbarin, die Zyranerin, 7J. Enkelin des Vorsitzenden des Zyranischen Rates... na ja, die war eine Nummer für sich, aber im Endeffekt war sie nur eine Randrolle in Delilahs Leben gewesen. Und da war da natürlich noch Leon... Sohn des Verano Milagros, dem Ersten, Graf von Weißenfels zu Rugta. Sohn des weißen Ritter's, den sie auf dem Marktplatz gesehen hatte und der sie sehr viel später in sein Gut im Nebel gebracht hatte, dem sie so viel schuldete und der jetzt nicht mehr war... Irgendetwas in ihr wusste, das dem so war und es war ihre Aufgabe Leon davon zu berichten, was keine schöne Aufgabe war. Nachdenklich fiel ihr Blick auf ihre Füße, die noch in den feinen Schuhen steckten, die Luci ihr angezogen hatte. Würde sie sie je wieder sehen? Oder Neroli? Sie musste auch an Gunther und Baltos denken, die ihren Weg gekreuzt hatten und beide nicht mehr lebten. Ob es dem Zwergenmagier...Brovi war sein Name gewesen oder seinem Freund dem Händler Rumpel gut ging? So viele Menschen, so viele Wesen hatte sie schon kennen lernen dürfen. Was wohl aus dem kleinen Mädchen Oliana von dem Hof geworden war, das sie zurück gelassen hatte, als sie versucht hatte es zu heilen? Oder was war aus ihrem gro0en Bruder Pepe geworden, der verschollen war? Sie wusste noch, dass Olia erzählt hatte, dass er kaum acht Sommer alt war. Wie fand sich so ein Kind allein in der Welt zurecht?
Gernot riss sie aus ihren Grübeleien und reichte ihr die Wasserflaschen, die sie am Knauf des Sattels fest hakte. Auch Allerich von Eibenau, Ritter in Diensten seiner Hochgeboren von Morcerf, Graf zu Ganda und seine Frau Siglinde waren nett gewesen zu ihr, hatte ihr auf den Weg geholfen. Jetzt war es also Zeit sich zu verabschieden und den Blick nach vorne zu richten ohne die Vergangenheit zu vergessen. Sie hatte noch einiges an Wegstrecke vor sich und Ganbu, ihr tapferes weißes Streitross, tänzelte schon ungeduldig. Dass dieses Monster von einem Pferd ihr überhaupt gehorchte, war sowieso ein kleines Wunder... na ja, eigentlich war es Magie, genaugenommen Rukullas Werk. Delilah stupste ihre Fersen in die Flanken und sofort trabte der Hengst an und trug sie in Richtung Jorsa.

(weiter bei: Von Ganda, nicht mehr weit vor Jorsa)
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