In Serna

Es liegt weiter südlich der Stadt. Hier hausen die Fischer, sowie die Seefahrer, denn dieses Dorf besitzt einen verhältnismäßig großen Hafen.
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In Serna

Beitrag von Asgar » Freitag 30. Juli 2010, 22:49

[Komme von „Auf hoher See“ – Auf der Royal Basilisk]

Wahrlich, von der Reise bekam er nur relativ wenig mit. Ab und zu sah er aus dem Bullauge nach draußen, doch außer Wasser gab es nichts zu sehen. Langweilig. Wann sind wir endlich da? Dieses Geschaukel geht mir auf die Nerven!

Er legte sich auf das Bett und schlief die dann die meiste Zeit. Und am Abend des nächsten Tages hatten sie Serna auch schon erreicht. Asgar wurde rechtzeitig wach. Was? Wir sind schon da? Der Pott war schneller als ich gedacht habe. Und da kam auch schon sein „Freund“. „Wir sind da.“ Meinte der. „Ging ja schneller als ich gedacht habe. Respekt.“ Das meinte er ehrlich. Dann verließen sie das Schiff. Die Mannschaft wuselte auf dem Deck und in den Takelagen herum.

An Land ging es weiter. Hier am Hafen waren etliche Gaststätten und Tavernen vorzufinden. Zielsicher führte ihn Felton auf eines der Gasthäuser zu. Sie wurden bereits erwartet. Eine Frau stand da, ebenfalls mit der gleichen Tätowierung wie Felton. Gehört wohl auch dazu. Wäre nicht überrascht, wenn sie mir nach diesem Auftrag ein Angebot machen würden, in ihre Reihen einzutreten. Immerhin schulde ich diesem Kerl etwas. Er hat mich vor dem sicheren Tod bewart.

„Da seid ihr ja endlich. Das hat aber lang gedauert.“ Offenbar wartete sie hier schon seit einer Ewigkeit. War auch an ihrer Stimme zu erkennen. „Es ging nicht schneller. Hast du ihn gefunden?“ Gefunden? Vielleicht war der Dieb gemeint, der ihren Gegenstand hatte.

Die Frau nickte und zeigte auf das Gasthaus. Hier also hatte sich der Dieb verkrochen. Das Gasthaus trug einen seltsamen Namen ‚Zur Hafenmauer’. Hier war aber keine Mauer. Wer hat sich denn den Namen ausgedacht? Der ergibt keinen Sinn! Typisch Menschen!

Dann unterhielten sie sich weiter. „Welches Zimmer?“ „Oberstes Stockwerk, Nummer 15.“ Interessant. Dann, als die beiden ihren Dialog beendet hatten, nahm Felton ihn beiseite und gab ihm noch letzte Instruktionen: „Du hast es gehört. Also der Gegenstand, der uns abhanden gekommen ist, besitzt die Form eines Stabes, der mit vielen Symbolen gekennzeichnet ist. Du kannst ihn gar nicht übersehen“ Asgar nickte. „In Ordnung. Das dürfte nicht allzu lange dauern.“ Er war sehr von sich überzeugt. Hoffentlich war es wirklich so einfach, wie er sich das vorgestellt hatte.

Er bemerkte aus den Augenwinkeln, wie der Mann die Frau beiseite nahm und sich leise mit ihr unterhielt. Könnten irgendwelche Dinge sein, die ihn nichts angingen, er achtete nicht darauf.

Er ging auf die Tür zu und betrat die Taverne.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Samstag 31. Juli 2010, 21:22

In der Taverne war es ziemlich laut. Eine Gruppe von Musikern spielte ein Lied und die Gäste lauschten grölend. Die Tische waren fast alle voll besetzt und ein dicklicher Wirt hinter dem Thresen kam mit dem Nachschenken von alkoholischen Getränken kaum nach. Drei Bedienungen brachten die Krüge zu den Tischen. Hinter einer offenen Tür konnte man in die Küche hineinsehen, wo der Koch gerade hektisch dabei war einige Gerichte zuzubereiten. Das Bier floss sehr gut und die meisten Gäste waren schon sehr angetrunken. Im hinteren Teil der Taverne führte eine Treppe nach oben.

Von der Treppe kam gerade ein Mann herunter gestolpert. Er hatte einen Eimer übersehen, der auf der untersten Stufe stand. Offenbar hatte die Reinigungskraft vergessen ihn wegzustellen oder sie war dort noch nicht fertig. Der Mann aber beschwerte sich lautstark, doch sein Rufen ging in dem Lärm unter.

Er sah nicht gerade nach einem typischen Tavernengast aus. Er trug einen Seidenmantel mit Bestickungen und war rausgeputzt. Er hatte hier wohl nur ein Zimmer gemietet und schien das nicht für eine gute Idee gehalten zu haben. Sofort ging er zum Wirt und fuhr diesen an. Bevor der Wirt jedoch reagieren konnte verließ der Mann die Taverne und stieß Asgar an.

Der erste Treppenabschnitt führte in einen Gang, auf dem viele Zimmertüren aneinandergereiht waren. Am Ende des Ganges führte eine weitere Treppe nach oben. Die Türen waren hier nicht so nah beieinander und sahen auch nicht so schäbig aus. Hier wohnten wohl die Kunden, die etwas mehr Geld hatten. Eine weitere Treppe gab es nicht, dann war dies das oberste Stockwerk. Die erste Nummer neben der Treppe war 34.

Nach links wurden die Nummern größer und nach rechts kleiner. Zimmer Nummer 15 war dann so gut wie am Ende des Ganges. Ein verdreckter Teppich dämpfte die Schritte und war schon sehr mitgenommen. Bei den vielen Gästen dort unten, die ihr Geld in Bier versoffen müsste man meinen, dass der Wirt genug verdiente. Und trotzdem sahen die Türen und Gänge schäbig aus. Wenn die Zimmer genauso aussahen, dann war der Wirt ein ziemlicher Geizkragen.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Sonntag 1. August 2010, 16:04

Als er in die Taverne eintrat, schlug ihm auch schon eine Welle stickiger Luft entgegen, gemischt mit dem Geruch literweise Alkohol. Puah! Er mochte diesen Geruch nicht. Und dieser entsetzliche Lärm. Aber was konnte man schon von Menschen groß erwarten?

Sein Blick wanderte durch den Raum, der brechend voll war. Hier war es ein Leichtes, in der Menge zu verschwinden. Der Schankwirt, ein dickerer Mann bemühte sich unter enormen Druck, mit der Befüllung der Gläser nachzukommen. Immer wieder sah er eine der drei Bedienungen durch die Masse an Personen laufen. Respekt. Es verwunderte ihn nicht wirklich, dass die Bedienungen allesamt weiblich waren. Ich will nicht wissen, wie es hier nach Dienstschluss vonstatten geht.

Er ließ seinen Blick erneut herumschweifen. Die meisten der Gäste waren schon recht angetrunken. Irgendwie hatte er das Gefühl, als könnte das bald in eine Schlägerei ausarten. Und dann war er besser nicht mehr da. In Tavernen war sowas ja fast schon Routine.

Als sein Blick zu der einzigen Treppe glitt, kam da ein Mann herunter. Ehrlich gesagt fiel er mehr, als er ging. Offenbar hatte er irgendetwas übersehen, das auf der Treppe stand. Blindfisch. Dachte Asgar. Auffallend waren seine Klamotten. Er sah nicht gerade nach einem typischen Gast aus. Was ihn wohl dazu gebracht hatte, ausgerechnet hier zu nächtigen, Asgar wollte es lieber nicht herausfinden.

Der genervte Gast redete lautstark ein paar Takte mit dem Wirt und verschwand schließlich durch die Tür, nicht ohne Asgar grob anzurempeln. Pass auf wo du hin läufst, du langes Elend! Ihm waren diese Menschen ein Gräuel. Andauernd stolperte man über sie. Menschen hier, Menschen da.

Er stieg die Treppe hoch, jedoch darauf bedacht, keine unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen. Das hätte ihm noch gefehlt. Beinahe wäre er in Andunie gelyncht worden. Hier war er nicht auf Ärger aus. Im Moment…

Hier sah alles alt und schäbig aus, der Anblick war Asgar nicht unbekannt. Der Wirt ist vielleicht ein Geizkragen…Hoffentlich sehen die Zimmer nicht allzu schrecklich aus. Wenn man aus armen Verhältnissen kam, dann gewöhnte man sich an den Anblick.
Er sah viele Zimmertüren. Irgendwo musste Zimmer 15 ja sein. Hier ist es nicht. Dann werde ich mal weitersuchen… Er ging den Gang entlang. Unauffällig, wie immer.

Dann schließlich hatte er es gefunden. So, jetzt werde ich dein Geheimnis aufdecken. Zuerst lauschte er, ob jemand im Zimmer war. Wäre ja immerhin möglich, dass der Besitzer noch drinnen war. Ein paar Minuten verstrichen und als sich im Zimmer nichts rührte, drückte er leicht die Klinke nach unten. Abgeschlossen… Dachte ich’s mir doch.

Vorsichtig spähte er kurz nach links und rechts, nur um sicher zu gehen, dass ihn niemand bei seiner „Arbeit“ beobachtete und setzt dann den Dietrich an das Schloss. Nach einigen kleineren Bewegungen war die Tür entriegelt. Keine große Sache. Bin ja nicht umsonst der Schrecken aller Tür- und Truhenschlösser! Dachte er und schob vorsichtig die Tür auf.

Er war einer der Besten aus seiner Zunft. Praktisch kein Türschloss war vor ihm sicher. Nun musste er nur noch diesen Gegenstand finden, von dem Felton ihm berichtet hatte.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. August 2010, 17:14

Als er endlich das Zimmer gefunden hatte horchte er erst, ob auch niemand da war. Das Zimmer schien leer zu sein, also machte er sich daran das Schloss zu öffnen. Als die Tür offen war und er in das Zimmer hineinsehen konnte, sah man auf den ersten Blick nicht viel. Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl und ein Schrank. Es war sehr spartanisch eingerichtet und sehr sauber war es hier drin auch nicht. Es trieb sogar eine kleine Spinne ihr Unwesen und sie hatte schon eine Ecke ganz vollgesponnen.

Der Wirt gab offensichtlich doch nicht so viel Geld aus, um seine Zimmer Instand zu halten. Da drängte sich einem doch die Frage auf, wo er das Geld verplemperte. Er schloss die Tür und sah sich um. Die Schranktür stand offen, weil das Schloss zerbrochen war. Auf dem Tisch stand eine abgebrannte Kerze mit einem dreckigen Teller und Gabel daneben. Der Staub tummelte sich hier.

Das Bett schien unbenutzt zu sein. In einer Ecke hinter der Tür stand ein Besen. So wie das aussah hatten die Bewohner selbst zu putzen. Das vermutlich schlechteste Gasthaus, was man kannte. Es lud nicht sehr zum Bleiben ein, aber zum Glück war das nicht von Nöten. Selbst das Fenster war nicht sauber. Man konnte draußen nichts erkennen und dunkle Flecken waren auch auf der Scheibe.

Neben dem Stuhl, am Tisch, lag ein großer Beutel auf dem Boden und beim näheren hinsehen, ragte etwas daraus hervor.

Es war ein Gegenstand von gold-silberner Farbe. Er war schmal und länglich, mit Symbolen verziert. Das war schon fast zu einfach, wenn man bedachte, dass dieses Stück so sein Geld wert sein musste. Zumindest lohnte es sich für jemanden es zu stehlen. Die Sache stank gewaltig, aber trotzdem war es wohl besser das Stück einfach mitzunehmen. Vielleicht war der Besitzer einfach nur unvorsichtig genug, es hier einfach so herumliegen zu lassen.

Ein Glück für Asgar und das Pech für den anderen, wer auch immer er war.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Sonntag 1. August 2010, 20:56

Das Zimmer war, wie er gedacht hatte, nicht gerade in bestem Zustand. Überall Dreck, Schmutz, ja sogar die Fenster waren so verdreckt, dass kaum noch Licht in das eher spartanisch eingerichtete Zimmer drang.
Warum nur kommen Leute in so eine Spelunke, wenn man hier vor Lauter Dreck so gut wie nichts sehen kann?
Bestimmt verschleuderte der Wirt seine Einnahmen in irgendeinem Hafenbordell, aber ganz sicher konnte man da nicht sein. Aber das war im Moment unrelevant. Er musste diesen Gegenstand finden. Und zwar bevor der Besitzer wieder kam.

Er sah sich genau im Zimmer um. Wo könnte es denn sein? Sein Blick schweifte umher. Zu seinem Glück konnte er von Natur aus gut im Zwielicht sehen. Da fiel ihm ein Beutel auf, der da einfach so herumlag. Was haben wir denn da? Da ist aber jemand fahrlässig. Lässt sein Hab und Gut einfach so rumliegen…Bestimmt ist es da drin.
Er näherte sich dem Beutel. Auf einer Seite lugte der Gegenstand heraus, den er suchte: er war von silbern-goldener Farbe und jede Menge Symbole prangten auf ihm. Da ist ja das Gesuchte. Ich liebe es, wenn ich Recht habe.

Dann hielt er auf einmal inne. Irgendetwas war hier faul. Das war für seinen Geschmack viel zu leicht gewesen. Offenbar war sich der Besitzer dieses Schmuckstückes nicht im Klaren, wie wertvoll es war.
Ist mir doch so was von egal. Er braucht es doch eh nicht. Ist doch für den armen Mann nur eine Last. Und die werde ich ihm nun abnehmen. Außerdem war es in seinen Augen ja kein Diebstahl, sondern nur eine Art von Umverteilung. Er selbst brauchte ihn zwar auch nicht, doch sein Auftraggeber hatte ein sehr großes Interesse daran. Sonst hätte Felton wohl kaum so einen großen Wirbel um diese Sache veranstaltet.
Außerdem war das im Moment die einzige Möglichkeit, seine Partnerin aus diesem ganzen Schlamassel rauszuholen. Mir ist immer noch schleierhaft, wie sie da reinrutschen konnte. Vielleicht wäre es in Andunie besser gewesen, dass sie sich nie hätten trennen dürfen.

Er griff in den Beutel und holte diesen Gegenstand heraus und betrachtete ihn. Zumindest sah er gut gearbeitet aus, Asgar hatte einen Riecher dafür, wertvolle Sachen aufzuspüren. Immer wieder sah er sich zur Türe um, nur um sicher zu gehen.
Wenn er kommt und ich mit Diplomatie nicht weiterkomme, nun dann haben wir ein Problem. Seine Gedanken meinten damit, sollte es keine friedliche Lösung geben, falls er entdeckt wurde, so müsse er auf Gewalt zurückgreifen. Ein Tritt gegen das Schienbein und ein Faustschlag in die Magengrube sollten reichen. Er hatte auf jeden Fall nicht vor, zum Mörder zu werden.

Dann jedoch drehte er sich zu der Türe um und schlich nach draußen. Wie gut, dass dieses verdreckte Stoffteil, eine andere Bezeichnung fand er nicht dafür, seine Schritte noch um einiges dämpfte. Jetzt nichts wie raus hier! Felton wartet sicher schon. Zur Sicherheit verdeckte er den Gegenstand mit seinem Umhang. Das erregte deutlich weniger Aufmerksamkeit, als wie wenn er damit offen herumspazieren würde.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. August 2010, 21:20

Den Stab versteckte er in seinem Umhang, damit er nicht auffiel und schlich sich raus. Jetzt würde sich zeigen, was für ein Mann Felton war. Entweder hielt er sich an die Abmachung oder Asgar lief in eine Falle. Er war gerade ein paar Schritte gelaufen, als jemand die Treppe hochkam. Es war der Kerl, der sich beim Verlassen der Taverne so lautstark beschwert hatte. Gerade hatte er den Treppenabsatz erreicht und bog in den Gang ein. Er konnte Asgar gar nicht übersehen.

Plötzlich lief der Mann Rot an und schrie: „WACHEN!!!“ Asgar hatte vergessen die Tür des Zimmers zu schließen und der Mann hatte fatalerweise die richtigen Schlüsse gezogen. Dann rannte der Mann nach unten, als er bemerkte, dass sein Geschrei hier oben nichts nützte. Nun hieß es reißaus nehmen. Gerade aus der Tür der Taverne heraus standen plötzlich die Wachen, nach denen der Mann so laut geschrieen hatte.

„Da ist der Dieb“, sagte er. Eine der Wachen fragte gar nicht erst und rammte Asgar schmerzhaft den Schaft seiner Lanze in den Bauch und Asgar bekam etwas auf den Kopf geschlagen und verlor das Bewusstsein.

Als er aufwachte, dröhnte sein Schädel vom Schlag und er lag auf dem Boden. Man hatte ihn eingekerkert. Das fehlte noch. Doch was er merkte war, dass der Stab noch in seinem Umhang steckte. Entweder waren die Wachen so dumm gewesen, ihn nicht zu durchsuchen oder sie hatten sehr schlampig gesucht. Zumindest liefen hier unten keine Ratten herum, die an ihm nagen wollten. Es war kahl hier. Nur der raue Steinboden und die Gitterstäbe und etwas, das wohl ein Fenster darstellen sollte. Die anderen Zellen waren leer.

Dann polterte es von der Treppe herab. Ein Soldat kam mit seiner klappernden Rüstung herunter, gefolgt von jemandem. „Da du hast Besuch“, meinte der Soldat mit einem Grinsen und machte dem Besucher Platz. Ein Mann in einer dunklen Robe, die Kapuze ins Gesicht gezogen. Der Mann verscheuchte den Soldaten und wartete, bis der verschwunden war. Dann nahm er die Kapuze ab. Es war Felton.

Er sah nicht sonderlich glücklich aus. „Hast du den Gegenstand?“, fragte er und klang gelassen. „Es wird jemand kommen und dich hier rausholen. Bis dahin verhalte dich ruhig.“ Felton sah sich um. „Es wird etwa ein oder zwei Tage dauern“, sagte er und verzog das Gesicht. Ganz offensichtlich hielt er sein Wort, denn er könnte einfach den Stab verlangen und Asgar hier verrotten lassen.

Er nickte nur ein paar Mal und zog dann die Kapuze wieder hoch und stieg die Treppe nach oben. Er hörte ihn noch etwas zu dem Soldaten sagen und dann herrschte Ruhe.

[Asgar ist verletzt.]
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Sonntag 1. August 2010, 21:57

Er war kaum aus dem Zimmer draußen und ein paar Schritte gegangen, als der Besitzer auch schon erschien und sofort die Wache rief. Asgar hatte vergessen die Türe zu schließen. Mist! Nicht schon wieder! Da kamen auch schon Soldaten angerannt und griffen ihn brutal an. Er bekam einen Lanzenschaft in den Magen. Zum Glück war es nur der Schaft gewesen und nicht die Spitze. Dann bekam er noch einen Schlag gegen den Kopf. Dann umfing ihn Dunkelheit.

Einige Zeit danach regte er sich wieder. Oh, mein armer Schädel. Zumindest lebe ich noch. Warum geht in letzter Zeit alles schief? Erst meine Partnerin weg und jetzt auch noch eingeknastet! Er betastete sich. Zu seinem Glück war nichts gebrochen, doch er hatte eine leichte Platzwunde am Kopf. Sehr feinfühlig waren die Soldaten nicht gerade gewesen. Dann fiel ihm auf, dass seine ganzen Dietriche weg waren. Verflixt noch mal! Daran hatten sie gedacht! Hier im Raum selbst war nichts, was sich zum Türöffnen eignen könnte.

Er setzte sich auf. Sein Kopf schmerzte stark. Wird wohl eine Weile dauern, bis ich diesen Brummschädel los bin. Wenn ich nicht vorher verrecke. Er betastete seinen Stiefel. Zumindest den Dolch hatten sie nicht gefunden. Doch der nützte hier relativ wenig. Vorerst sollten die Wachen nicht erfahren, dass er immer noch eine Waffe bei sich trug.

Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass der Gegenstand immer noch in seinem Umhang steckte. War das einfach nur schlampig durchsucht oder sogar beabsichtigt? Er wusste langsam nicht mehr, wer in dieser Geschichte alles nicht mit drinsteckte.

Er saß eine Weile so da, dann gewahrte er Schritte an der Zellentüre. Ein Soldat erschien. Der grinste ihn so widerwärtig und selbstgefällig an. Dann trat ein Mann ein. Er trug Mantel und Kapuze. Dieser sagte zu dem Wächter etwas und der Wächter ließ sie allein. Der Mann offenbarte sich als Felton. An seinem Gesichtsausdruck konnte er erkennen, dass auch er über diesen Zwischenfall nicht gerade glücklich war. „Hast du den Gegenstand?“ fragte er. Asgar nickte langsam, um nicht einer erneuten Ohnmacht anheim zu fallen. „Es wird jemand kommen und dich hier rausholen. Bis dahin verhalte dich ruhig.“ Das klang sehr gut. Ruhig verhalten? Das konnte er. Von ihm aus auch unauffällig. Mit so einem Brummschädel würde er nur schwer Randale veranstalten können, ohne von einer Ohnmacht in die nächste zu taumeln. Außerdem würde er wieder unangenehme Bekanntschaft mit einem der Soldaten machen.

Und dabei beließ es Felton. Anscheinend wollte er ihn wirklich aus diesem Rattenloch holen. Er hätte einfach von ihm den Stab verlangen und ihn seinem Schicksal überlassen können. Dann nickte Felton Asgar mehrmals zu, dieser nahm es schweigend zur Kenntnis.

Dann verließ er die Zelle wieder, redete ein paar Takte mit dem Soldaten. Dieser verschloss die Zelle wieder und dann war Ruhe. Er legte sich wieder auf den Rücken und schloss die Augen. Vielleicht hätte er früher doch zur Kaserne gehen sollen, um sich als Soldat ausbilden zu lassen. Dann wäre er jetzt nicht in dieser beschissenen Situation.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Montag 2. August 2010, 12:12

Am Abend kam ein Soldat, der ihm ein kleines Essen brachte. Es bestand aus etwas, dass aussah wie eine Suppe, mit Fleischstückchen darin. Einen Löffel gab es nicht dabei und sehr stabil war die Schüssel auch nicht. Das war das Einzige Mal, dass er an diesem Tag noch jemandem zu Gesicht bekommen hatte. Als es morgen war, polterte es plötzlich. Es kamen ein paar Männer, von denen einer lautstark herumbrüllte.

Der Mann trug abgetragene, schäbige Kleidung und war wohl ein Bettler, der etwas hatte mitgehen lassen. Außerdem roch er stark nach Alkohol. Man sperrte ihn in die Zelle gegenüber. Der Bettler rief den Wachen noch lange irgendwelche Beschimpfungen hinterher, bis er dem überdrüssig wurde. Dann erst bemerkte er Asgar und fing sogleich an herumzuplappern.

Er erzählte von seiner Kindheit, dass sie so schlecht war und sie schon immer arm waren. Als er damit fertig war, kannte Asgar die gesamte Lebensgeschichte des Mannes. Aber er hörte noch längst nicht auf. Er redete ohne Unterlass von dies und jenem. Vom Wetter, von der Straße, von seinen Kumpels, der Stadt und allem, was ihm sonst noch so einfiel.

Zu Mittag gab es noch einmal etwas zu Essen, was sich von dem am Morgen nicht unterschied, außer dass es einen Becher Wasser dazu gab. Der Bettler allerdings bekam nichts zu Essen. Nicht einmal in Ruhe essen konnte man hier. Der Mann dachte sich irgendwann irgendwelche Geschichten aus, die nicht stimmen konnten. Von großen und riesigen Monstern, die in den Bergen wohnten oder kleinen Wesen, die einem in die Ohren krochen.

Er hatte eine sehr lebhafte Fantasie, aber dann endlich kam die Erlösung. Die Wachen tauchten ein drittes Mal auf und führten jemanden die Treppe hinunter. Es war eine Frau. Sie maß höchstens nur 1,65m und machte einen freundlichen Eindruck, doch die Wachen zogen sich fast angstvoll wieder zurück. Sie war eine Elfe und kam auf Asgar zu. Der Mantel, den sie trug, verbarg die Kleidung. „Hmmm“, machte sie und schaute sich die Gitterstäbe an.

„Die Wachen sagten, dass sie kein Geld nehmen, um dich rauszulassen, aber ich denke, das werden wir gleich haben.“ Sie scheuchte Asgar zurück und legte die Hände an die Stäbe. Die begannen langsam an zu glühen und schmolzen dann wie Butter dahin. „Dann lass uns gehen“, sagte sie freundlich und winkte Asgar zu sich. Dann ging sie gemütlich die Treppe nach oben. Als die Wachen protestieren wollten, drohte sie ihnen. „Ihr wollt doch nicht, dass ich meinen Meister zu euch schicke, weil wir wegen euch unsere Arbeit nicht machen können, oder?“

Hastig schüttelten die Wachen den Kopf und ließen sie gehen. Sie gingen zurück zum Hafen, wo Felton wartete. Als er sie sah winkte er jemanden zu sich. Es kamen zwei weitere Elfen, die eine Frau in ihrer Mitte führten. Es war Rin. Eine der Elfen trug zwei Säbel und kam auf Asgars Befreierin zu. Sie besprachen etwas und Felton streckte die Hand aus. „Siehst du, es ist ihr nichts passiert.“
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Montag 2. August 2010, 14:14

Als es Abend wurde, kam ein Soldat in die Zelle und stellte etwas zu essen ab. Er wartete, bis der Soldat wieder verschwunden war und aß vorsichtig daraus. sah nach Suppe aus. Es war zwar nicht viel, aber immer noch besser als gar nichts. Hat einen etwas eigenartigen Nachgeschmack, aber sonst ist sie ganz gut. Ihm war solches Essen nicht gerade unbekannt. Daheim gab es oft auch so etwas Ähnliches.

Kurze Zeit später hörte er Lärm. Er stellte die Schüssel ab und lief zur Zellentür. Offenbar wurde ein weiterer Gefangener hereingebracht. Und tatsächlich. In die Zelle gegenüber wurde ein abgerissener Mann geworfen. Er brüllte den Wachen Verwünschungen und Schimpfworte hinterher. Und immer wieder kam eine leichte Priese Alkohol zu Asgar herübergeweht. Da müssten sie mir nicht einmal Folter androhen. Das hier reicht völlig.
Denn jetzt hatte ihn der Mann auch noch entdeckt. Und da ging die Plapperei los. Stundenlang erzählte der Mann irgendwelche Geschichten. Auch über seine Kindheit erzählte er, dass er in armen Verhältnissen aufgewachsen war. Da haben wir ja etwas gemeinsam. Aber zu viel Gerede ist ungesund.
So langsam aber sicher schmerzte Asgars Schädel wieder. Der Mann erzählte schon seit Stunden und schien nicht müde zu werden. Offenbar atmete er jetzt nicht mehr über die Lunge, sondern über die Haut, anders konnte sich der Nachtelf das nicht erklären. Jeder normale Mensch wäre bei der Hälfte abgekratzt, wegen Luftmangel.

So gegen Mittag bekam er noch mal etwas zu essen und auch einen Becher mit Wasser. Korken für die Ohren wären mir lieber gewesen. Schon allein die Lautstärke war der reinste Horror. Darf ich wenigstens in Ruhe essen? Doch auch da gab der Mann keine Ruhe. Er plapperte und schwadronierte einfach weiter, so als wäre Asgar gar nicht da. Das darf doch jetzt nicht wahr sein! Ich raste gleich aus! Am liebsten würde ich dem Kerl mit der Schüssel den Schädel einschlagen, dann wäre endlich Ruhe!

Doch zu beider Glück kam es erst gar nicht so weit. Eine Frau schob sich in sein Blickfeld. Sie wirkte freundlich, doch die Wachen machten einen ziemlich nervösen Eindruck. Offenbar war sie jemand, der viel Einfluss hatte. „Hmmm. Die Wachen sagten, dass sie kein Geld nehmen, um dich rauszulassen, aber ich denke, das werden wir gleich haben.“ Hm? Sie winkte ihn zurück, was er auch tat. Dann sah er das undenkbare: die Gitterstäbe schmolzen wie Schnee in der Sonne.

„Dann lass uns gehen“, sagte sie zu ihm. "In Ordnung." Er folgte ihr. Die Wachen wollten gerade Protest einlegen, als sie ihnen auch schon Einhalt gebot. „Ihr wollt doch nicht, dass ich meinen Meister zu euch schicke, weil wir wegen euch unsere Arbeit nicht machen können, oder?“ Asgar betrachtete die Szene ungerührt. Irgendwie war er zwar froh, dem Kerker entronnen zu sein, aber diese Frau war ihm unheimlich.

Unauffällig und von den Wachen unbemerkt nahm er seine Dietriche wieder an sich, die da einfach so auf dem Tisch herumlagen und steckte sie ein. Dann folgte er der Frau zurück zum Hafen. Felton wartete schon auf sie. Er winkte und zwei Elfen traten aus dem Schatten, in ihrer Mitte hatten sie seine Partnerin. Rin! Manthala sei dank, sie lebt! Jedoch unterdrückte er jede sichtbare Freude. Rührseligkeit war hier fehl am Platz.

Einer der Elfen kam auf seine Befreierin zu und sprach kurz mit ihr. Asgar konnte den genauen Wortlaut nicht verstehen. „Siehst du, es ist ihr nichts passiert.“ Bemerkte Felton. „Ich bin froh, dass du Wort gehalten hast.“ Man konnte ihm die Erleichterung deutlich ansehen. „Wie geht es jetzt weiter?“
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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Montag 2. August 2010, 14:53

„Da der Stab nun wieder in unserem Besitz ist, würden sich unsere Wege nun trennen. Meine Befugnisse sind zu Ende“, antwortete er und blickte zu der Elfin. „Aber ich kann versuchen ein gutes Wort für dich bei Experentia einzulegen. So könntet ihr mit uns die Stadt verlassen und wärt die Wachen los.“ Felton nickte und ging zu den zweien hinüber. Rin stellte sich neben Asgar. „Wie hast du das geschafft? Die helfen sonst niemandem“, sagte sie. „Zumindest nach meinem Wissensstand. Sie waren nicht sehr gesprächig.“

Gespannt beobachteten sie die Szene. Die Elfe im Mantel, sah ab und zu, zu Asgar und Rin herüber. Scheinbar überlegte sie gerade, ob sie ihnen helfen wollte. Was bei ihr auffallend war, war dass sie keinerlei Tätowierung trug. Was für eine verzwickte Situation sollte das wohl sein? Rin hatte auch nicht viel mehr herausgefunden, als Asgar bereits wusste.

Nach einigen Augenblicken kam Felton zu ihnen zurück. „Sie ist heute bei besserer Laune. Wir können euch sicher aus der Stadt begleiten, ohne das euch eine Wache an den Kragen will“, sagte er. „Wir würden in Richtung Kapayu gehen. Ihr könnt gerne bis dort mitkommen. Was dann geschieht weiß ich noch nicht, aber …“ Er wurde von der Elfe unterbrochen.

„Wir müssen eilen“, sagte sie und sie klang nervös. „Das hat eigentlich schon viel zu lange gedauert. Dorcha wird nicht sehr erfreut sein, wenn er hört, dass die Arbeit sich verzögert. Ihr wisst, er ist ungeduldig, also los jetzt.“ Felton nickte hastig und nahm Asgar den Stab ab und gab ihn der zweiten Elfe. Diese trug auch das Zeichen. Er besah sich den Stab kurz und nickte. „Er ist nicht beschädigt worden. Sie sind noch drin. Bring ihn rasch zu Lucius“, wies er sie an.

Die Elfe verschwand und sitzte auf einem schwarzen Pferd auf und ritt geschwind davon. Felton sagte noch etwas zu einem Matrosen der Royal Basilisk und der nickte. Das Schiff legte ab. Die beiden anderen Elfen nahmen zwei Pferde, die noch angebunden dort standen. Eines war noch übrig. „Dann werden wir uns zu Fuß aufmachen, kommt.“ Felton nahm sie Zügel des letzten Pferdes und sie gingen zu Fuß aus der Stadt heraus.

Rin ging einige Schritte hinter Felton und flüsterte Asgar zu. „Ich sag dir. Die stecken in irgendwelchen dunklen Machenschaften drin, das kann ich förmlich riechen. Wir sollten vielleicht ein wenig acht mit ihnen geben. Diese andere Elfe ist mir auch nicht geheuer.“ Sie zeigte auf Asgar Befreierin, die man noch in Entfernung reiten sah. Auch wenn Rin zweifelte war sie doch gespannt, was sich da vielleicht anbahnte. „Sie bezahlen gut. Ich habe beobachtet, wie sie jemanden bestochen haben. Da war nicht wenig Geld im Spiel. Vielleicht findet man bei denen lukrative Arbeit.“ Gegen ein bisschen Geld war wirklich nichts einzuwenden. Nun kam es darauf an, was diese Leute eigentlich machten.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Montag 2. August 2010, 16:13

Feltons Antwort kam sofort: „Da der Stab nun wieder in unserem Besitz ist, würden sich unsere Wege nun trennen. Meine Befugnisse sind zu Ende“ Dann sah er zu der Elfe. Sie hatte ihn aus dem Kerker geholt. Sie strahlte Macht und Erhabenheit aus. „Aber ich kann versuchen ein gutes Wort für dich bei Experentia einzulegen. So könntet ihr mit uns die Stadt verlassen und wärt die Wachen los.“ Das wäre ein guter Deal.
Das war noch immer der Stolperstein, den er schon des Öfteren im Weg gehabt hatte: Wachen! Immer dann, wenn er es fast geschafft hatte, kamen meistens irgendwo her diese Ordnungsfanatiker und brachten alles durcheinander. So konnte doch kein vernünftig Dieb arbeiten.

Dann bemerkte er aus seinen Augenwinkeln Rin, die sich neben ihn stellte und ihm etwas zuflüsterte: „Wie hast du das geschafft? Die helfen sonst niemandem. Zumindest nach meinem Wissensstand. Sie waren nicht sehr gesprächig.“ Asgar zuckte mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht. Irgendwie haben sich die Ereignisse überschlagen.“ Seine Kopfschmerzen waren beinahe schon abgeklungen.

Sie beide beobachteten, wie Felton und die Elfin einige Worte austauschten. Dann sagte der Mensch: „Sie ist heute bei besserer Laune. Wir können euch sicher aus der Stadt begleiten, ohne das euch eine Wache an den Kragen will.“ Hörte sich zumindest in seinen Ohren gut an. Irgendwie hatte er auch ein Händchen, sich in den meisten Städten unbeliebt zu machen. Zuerst in Andunie, dort suchten sie bestimmt immer noch nach ihm und jetzt auch noch in Serna. Was folgte als nächstes?
"Wir würden in Richtung Kapayu gehen. Ihr könnt gerne bis dort mitkommen. Was dann geschieht weiß ich noch nicht, aber …“
Da unterbrach die Elfe ihn. „Wir müssen eilen.“ sagte sie. Ihre Stimme klang sichtlich nervös. Kapayu? Der Urwald? Was sollen wir denn da?
„Das hat eigentlich schon viel zu lange gedauert. Dorcha wird nicht sehr erfreut sein, wenn er hört, dass die Arbeit sich verzögert. Ihr wisst, er ist ungeduldig, also los jetzt.“ Dorcha. Er erinnerte sich an den Dunkelelf. Der war es, der ihn für diese Kristallsache angeheuert hatte.
Zu seinem Glück hatte Asgar den Beutel immer noch in seiner Manteltasche. Offenbar hatten die Wachen ihn überhaupt nicht durchsucht. Na, mir soll’s recht sein.

Daraufhin kam einer der beiden Elfen und nahm den Stab entgegen. „Er ist nicht beschädigt worden. Sie sind noch drin. Bring ihn rasch zu Lucius.“ Kam der Befehl. Ach, da war etwas drin? Fiel mir gar nicht auf. Die Elfin, die ihn befreit hatte, ritt davon, offenbar zu diesem Lucius. Aber das konnte ihm jetzt egal sein. Sein Auftrag war nur den Stab zu finden, nicht sein Geheimnis zu ergründen.
„Dann werden wir uns zu Fuß aufmachen, kommt.“ Asgar und Rin kamen Feltons Aufforderung nach. Sie liefen etwas hinter dem Menschen her und Rin machte einige Bemerkungen: „Ich sag dir. Die stecken in irgendwelchen dunklen Machenschaften drin, das kann ich förmlich riechen. Wir sollten vielleicht ein wenig acht mit ihnen geben. Diese andere Elfe ist mir auch nicht geheuer.“ Sie zeigte unauffällig auf die davon reitende Elfe. Asgar nickte. Auch er hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei diesen Kerlen gehabt.

„Sie bezahlen gut.“ Meinte sie. „Stimmt. Auch ich kam in den Genuss ihrer ‚Großzügigkeit’“, meinte Asgar grinsend und holte vorsichtig den Beutel hervor. Ihre Augen wurden groß. So viel Gold hatte sie schon lange nicht mehr gesehen.

„Ich habe beobachtet, wie sie jemanden bestochen haben. Da war nicht wenig Geld im Spiel. Vielleicht findet man bei denen lukrative Arbeit.“ Sagte sie weiter. „Ja, dass könnte wirklich lukrativ werden. Erst schauen wir mal, wie sich das alles entwickelt.“

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Montag 2. August 2010, 16:50

Sie waren nun schon fast 5 Stunden gelaufen und immer die Entfernten Bäume vor Augen. Dann endlich kam eine Pause. An einem Pfahl, der in den Boden gerammt war hing ein Zettel, den Felton an sich nahm und durchlas. Dann nickte er, wie schon so oft in der letzten Zeit. „Wir warten hier“, sagte er und sie setzten sich auf den Boden. Nach etwa 10 Minuten hörte man Pferdehufe. „Ah da sind sie ja.“ Er stand auf und lauschte aus welcher Richtung die Geräusche kamen, aber dann erblickte man drei Pferde ohne Reiter. „Das soll einer verstehen“, meinte Rin kopfschüttelnd.

„Unser Transport“, sagte Felton und nahm die Zügel der Pferde, als sie bei ihnen angekommen waren. „Alle aufsitzen.“ Er schien in bester Laune zu sein und so wie es aussah, ging er diesen Weg öfters. Jetzt kamen sie wesentlich schneller voran und an den Sätteln der Pferde hingen volle Wasserflaschen. Rin schnappte sich gleich eine davon und leerte sie.

Felton schlug ein schnelles Tempo an und in der Ferne, konnte man die Umrisse der umliegenden Dörfer erkennen. Jorsan und Grandea ließen sie bald hinter sich und es dauerte noch etwa 3 Stunden, als die Bäume merklich näher kamen. Hier in der Gegend gab es nichts spannendes zu sehen, außer der Erde und der Grashalme. Hier und da guckte ein Blümchen zwischen dem Gras hervor. Am Ziel waren sie noch nicht, denn trotz allem waren die Bäume noch entfernt.

Dann schlugen sie einen nordöstlichen Weg ein. Nach einer weiteren Stunde begann es dunstig zu werden. Sie hatten die Ausläufer der Dunsthügel erreicht und wenige Minuten später mussten sie langsamer reiten, da sich die Sicht immer mehr verschlechterte. „Seid vorsichtig. Manchmal gibt es hier tiefe Bodenlöcher, die man zu spät sieht“, warnte Felton. Sie achteten besonders auf den Boden, damit die Pferde und sie nicht stürzten.

Zwei weitere Stunden später fing es an sich wieder aufzuklären. Nun war schon fast ein halber Tag vergangen, den sie geritten waren und Rin rutschte immer wieder im Sattel hin und her. „Langsam fangen meine Knochen an weh zu tun“, meinte sie grimmig. Als sich der Nebel so weit verzogen hatte, dass man wieder mehr sehen konnte wurden sie vom Anblick der nahen Bäume fast erschlagen. Rin zuckte überrascht zusammen, hatte sie doch nicht damit gerechnet, dem Walde auf einmal so nahe zu sein.

„Na da bin ich ja mal gespannt.“ Felton suchte zwischen den hohen Bäumen nach irgendetwas. Sie wurden etwas langsamer und waren nun ganz nah an der Waldgrenze. Er als Mensch konnte in der Dämmerung nicht so gut sehen, aber bald fand er, was er gesucht hatte. Sie hielten an und er stieg vom Pferd ab. „So da wären wir“, sagte er. „Ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr mir folgen wollt. Ich muss mich bei meinem Befehlshaber melden. Er wartet sicher schon, so wie ich ihn kenne.“ Dann ging er in den Wald hinein.

Rin runzelte die Stirn. „Was meinst du?“, fragte sie. „Interessieren würde mich das ja schon.“ Sie wartete Asgars Antwort ab.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Montag 2. August 2010, 17:27

Der Fußmarsch schien ewig zu gehen. Nach fünf Stunden taten ihm die Füße weh, doch er hielt eisern durch. Nach einer Weile kamen sie an einen einsamen Pfahl, an dem ein Zettel hing. Felton nahm in sogleich an sich und las ihn durch.
„Wir warten hier“, sagte der Mensch. „Auf was denn?“, fragte Asgar. Doch nach zehn Minuten kam auch schon seine Antwort angaloppiert: drei reiterlose Pferde näherten sich ihnen.
„Ah da sind sie ja. Unser Transport.“ Er schnappte sich die Zügel eines der Pferde. Asgar und Rin taten es ihm gleich. So war die Reise schon angenehmer. Asgar war noch nie geritten, aber er schlug sich nicht schlecht. Felton gab die Geschwindigkeit an, sie war sehr schnell.

Zwischendurch trank Asgar einen Schluck aus einer Wasserflasche. Er hatte großen Durst. Im Kerker hatte er nur ein kleines Gefäß mit Wasser bekommen. Und das war schon etwas abgestanden gewesen.

Nach guten drei Stunden war der Wald schon erheblich näher gerückt, doch bisher hatten sie ihn noch nicht erreicht. Wie lange dauert denn das denn noch? Es sah aus, als würde der Urwald vor ihnen fliehen: anstatt näher zu kommen, hatte man das Gefühl, er würde sich entfernen.
Sie ritten nord-östlich und erreichten die Ausläufer der Dunsthügel. Felton wies sie darauf hin, hier langsamer zu reiten, denn hier wäre zu schnelles reiten für Pferd und Reiter sehr gefährlich. Nebel zog auf.
„Langsam fangen meine Knochen an weh zu tun“, beschwerte sich Rin neben ihm. „Mir auch. Ich habe keine Ahnung was wir hier suchen oder zu finden glauben.“ Zumindest fanden seine Augen keine Anzeichen für etwas Interessantes. Im Moment zumindest.

Als sie aus dem Nebelschleier herauskamen, war der Wald unmittelbar vor ihnen. Rin, die neben ihm ritt, zuckte kurz zusammen. Aber auch Asgar wurde etwas mulmig. Er betrachtete die Gegend, sein Blick fiel aber auch ab und zu auf den Menschen, der nach irgendetwas Ausschau hielt. Was macht er denn? Asgar verstand es nicht.

Außerdem wurde es nun dunkler. Er und Rin kamen gut mit der Dämmerung zurecht, schließlich verfügten sie über eine natürliche Nachtsicht, aber Felton musste sich arg anstrengen. Schließlich war er ein Mensch und kein Nachtelf.
Dann jedoch: „So da wären wir.“ Offenbar hatte der Mensch gefunden, was er gesucht hatte. „Ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr mir folgen wollt. Ich muss mich bei meinem Befehlshaber melden. Er wartet sicher schon, so wie ich ihn kenne.“ Fragend blickte Asgar zu Rin hinüber. „Sollen wir?“
Das schien sie sich im Moment auch zu fragen. Beide waren gespannt, wer der Strippenzieher hinter diesem ganzen Mysterium war. Fehlt nur noch, dass es jemand ist, den ich kenne. Vielleicht sogar einer meiner vielen Auftraggeber. Bestimmt würde er eine Überraschung erleben.

„Interessieren würde mich das ja schon.“ meinte sie noch. „In Ordnung. Aber wir sollten versuchen, uns nicht schon wieder zu verlieren.“ Meinte er noch, mit ein wenig Ernst in der Stimme. Wäre zumindest besser.
Schnell schlossen die beiden zu Felton auf. Was nicht allzu schwer gewesen war. In der Dunkelheit konnte er sich nicht so gewandt bewegen wie sie. „Wir kommen mit.“ Und damit würde das Schicksal seinen Lauf nehmen.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Montag 2. August 2010, 17:54

Felton sah teilweise überrascht aus, teilweise aber auch nicht. Zwei fähige Diebe konnten sie gut gebrauchen. Irgendeine Aufgabe würde es schon geben und Felton würde hoffentlich damit seine Prüfung bestehen. „Na dann folgt mir“, sagte er. Es wurde immer dunkler und die Bäume verdeckten das übrig gebliebene Licht. Das Unterholz war hier nicht so dicht, aber das änderte sich rasch, je tiefer sie hinein gingen. Ab und zu hörte man ein Geräusch im Dickicht. „Das hört sich nicht an wie ein Tier“, meinte Rin leise.

Einmal blieb Felton stehen und ging erst eine ganze Minute später weiter. Das ganze wurde immer mysteriöser und undurchsichtiger. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, aber nun konnten sie nicht mehr zurück. Rin äußerte nach einer Zeit die Vermutung, dass es hier im Wald vielleicht irgendwelche Fallen gab, die sie umgehen mussten oder ähnliches. Wenn diese Untergrundbewegung hier ihr Lager hatte, dann wäre das naheliegend.

Einmal konnten sie die Umrisse einer Person erkennen und bald darauf drang schwaches Licht durch die dichten Bäume. Es war ein Lager mitten im Wald. „Also doch“, sagte Rin und bestätigte sich selbst. Damit hatte sie mit den versteckten Fallen vermutlich recht behalten. Im Lager trafen sie die verschiedensten Leute an. Menschen, Elfen, Magier und sogar eine handvoll Orks. „Das ist ja ein bunter Haufen“, meinte sie.

Aber allesamt trugen sie die gleiche Tätowierung. Aus dem größten Zelt, welches sehr wahrscheinlich dem Anführer gehörte kam ein Mann in dunkelroten Roben heraus. Er hatte lange, fast weiße Haare, die ihm locker über die Schultern fielen. Sein Blick war sehr arrogant und er musste wohl der Chef der ganzen Bagage hier sein. Felton ging zu ihm und sprach mit ihm. „Wir haben den Stab erfolgreich zurückgebracht und ich bringe noch etwas mit“, sagte Felton und zeigte auf Rin und Asgar. „Er ist der Dieb, der uns das Ashrak geholt hat und seine Partnerin.“

Der Mann mit den weißen Haaren sah zuerst etwas skeptisch aus, nickte aber dann. Er nahm Felton beiseite und besprach noch etwas mit ihm. Derweil wurden Asgar und Rin von den Anwesenden kritisch beäugt. „Ich frag mich, für wen sie arbeiten“, meinte Rin. Es musste sich zumindest um jemanden handeln, der Einfluss hatte, dass er eine eigene Organisation gegründet hatte. Und wenn man Experentias Worten genug Bedeutung beimaß, dann war mit ihm auch nicht zu scherzen.

Es kam Aufruhr in das Lager, als eine Frau einritt. Sie trug lange, schwarze Haare und ritt auf einem weißen Pferd. Sie stieg ab und der Anführer der Gruppe sah besorgt aus. „Habt ihr es?“, fragte sie ungehalten. Der weißhaarige lächelte gezwungen. „Es ist vor einiger Zeit hier eingetroffen“, antwortete er und machte eine schnelle Handbewegung. Es kam die Elfe, die den Stab an sich genommen hatte und gab sie der Frau. Die Reiterin nahm den Stab an sich und war sogleich wieder verschwunden.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Montag 2. August 2010, 18:52

Asgar entging Feltons teilweise überraschter Blick nicht. Offenbar dachte der Mensch darüber nach, ob es sich nicht lohnen könnte, zwei so fähige Diebe weiter zu beschäftigen. „Na dann folgt mir.“
Und weiter ging es. Hier, im Wald war es nun um einiges dunkler als draußen. Also die perfekte Atmosphäre für einen Nachtelfen. Für Felton wurde es immer schwerer, den Weg zu finden, doch für einen Menschen schlug er sich ganz gut.

Hin und wieder waren seltsame Geräusche zu hören. „Das hört sich nicht an wie ein Tier“, bemerkte Rin. Und auch Asgar bekam davon eine Gänsehaut. „Nachts erwacht der Urwald.“ Mehr konnte er dazu nicht sagen. Im Urwald lebten andere Tiere als im Arus. Hier gab es bestimmt keine Wölfe oder Rehe, sondern vollkommen andere Tiere, die sie beide nicht kannten und ihre Rufe und Geräusche nicht einordnen konnten. „Alles wird gut“, flüsterte er ihr zu, um sie etwas zu beruhigen. Hoffe ich doch.

Einmal blieb der Mensch stehen und ging erst nach einer guten Minute weiter. Hm? Was sollte das jetzt? Warum war er stehen geblieben? Liefen sie geradewegs in eine Falle? Das äußerte auch seine Partnerin. Bestimmt gab es hier Fallen. Jemand, der tief im Wald seine Basis errichtet hatte, wollte bestimmt nicht, dass er einfach so gefunden wurde.

Eine Weile später sahen sie ein Licht zwischen den Bäumen. „Also doch“, meinte die Nachtelfin. Damit hatte sich ihre Theorie bestätigt. Sie betraten das Lager. Hier herrschte reger Betrieb. „Das ist ja ein bunter Haufen“, bemerkte Rin.
Zu ihrem Erstaunen waren hier viele verschiedene Völker vertreten: Elfen, Menschen und sogar einige Orks tummelten sich hier. Und ab und zu lief ihnen auch der eine oder andere Magier über den Weg. Die sind hier aber gut organisiert. Das Ganze erinnerte ihn an eine gut strukturierte Organisation. Alle hatten sie diese seltsame Tätowierung. Und mit einem Male fühlte sich Asgar beobachtet, was natürlich daran lag, dass alle Anwesenden die Neuankömmlinge erst einmal skeptisch, sowie auch neugierig musterten.

Sie näherten sich einem großen Zelt, wahrscheinlich das des Anführers. Gerade als sie es erreicht hatten, trat ein Mann mit weißen Haaren heraus. Was Asgar sofort erkannte war, dass der blick dieses Mannes sehr arrogant wirkte. Vermutlich war er hier der Boss. Hm…sieht mir wirklich nach einer Autoritätsperson aus. Dachte der Dieb.

Felton redete mit dem Mann: „Wir haben den Stab erfolgreich zurückgebracht und ich bringe noch etwas mit“, er zeigte auf Asgar und Rin. „Er ist der Dieb, der uns das Ashrak geholt hat und seine Partnerin.“ Ashrak? Wo haben die immer nur diese seltsamen Namen her? Dachte er. Der Name hatte etwas orkisches an sich.

Er spürte die bohrenden Blicke aller Anwesenden in seinem Rücken. Auch der skeptische Blick des Anführers verhieß nichts Gutes. Dann nickte er jedoch und besprach mit Felton noch ein paar Dinge. „Ich frag mich, für wen sie arbeiten“, fragte sie. „Ich mich auch. Auf jeden Fall ist es kein armer Schlucker.“ Und auf jeden Fall sollten sie vorsichtig sein. Nicht jeder, der behauptete dein Freund zu sein, war auch dein Freund. Zumindest schienen die meisten Anwesenden keinen Skrupel davor zu haben, jemandem das Leben aus dem Leib zu prügeln.

Dann sah er jemanden in das Lager einreiten. „Habt ihr es?“, fragte sie den Anführer. Der entgegnete: „Es ist vor einiger Zeit hier eingetroffen.“ Er machte eine Handbewegung und sogleich trat ein, Asgar nicht unbekannter, Elf heran und reichte ihr den Gegenstand. Und schwuppdiwupp war sie auch schon wieder davon geritten. Das verstehe wer will… Nun, da das geklärt war, würde er endlich erfahren, was jetzt mit ihnen beiden geschehen sollte.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Montag 2. August 2010, 20:13

Felton sagte ihnen, sie müssten sich noch etwas gedulden. An der Feuerstelle war noch Platz frei, an den sie sich setzen konnten. Einer der Orks, der dort saß reichte ihnen beiden jeweils eine Keule, zum Essen. Besser gesagt er zückte sie vor ihren Nasenspitzen in die Höhe. „Ess“, sagte er nur mit seiner rauen Stimme. Typisch Orks. Aber sie nahmen das Fleisch dankbar entgegen. „Endlich was vernünftiges“, sagte Rin.

Hinter ihnen rief ein Magier. „Die Keshta sind zurück.“ Rin drehte sich um. Aus dem Wald traten mehrere Personen ins Lager. Sie hatten tote Tierkörper bei sich und legten sie ab. Darauf kamen anderen und verstauten die Körper in einem Zelt. Vermutlich die nächste Mahlzeit. Die drei Tiere waren so groß, dass das ganze Lager vermutlich einen Monat damit auskam. Unter den Keshta war auch eine Nachtelfe.

Sie trug aber keinen Mantel, wie andere Nachtelfen, die sich außerhalb des heimatlichen Arus befanden. Als sie Asgar erblickte, war sie überrascht. Jemand kam zu ihr und sagte etwas zu ihr und sie sah wieder zu Asgar. Ihr langer Zopf schwang bei der Bewegung ihres Kopfes elegant mit. Sie verschwand kurz in einem der Zelte und kam dann wieder heraus. Sie hatte ein Fell in den Händen und brachte es zu einem anderen Zelt.

Davor saß ein Elf. Ein…Dunkelelf. Sie zeigte auf das Fell und er nickte. Das hier war wirklich ein komischer Haufen. „Aralia“, rief der Ork an der Feuerstelle. „Iss.“ Scheinbar sorgte der Ork dafür, dass hier niemand vom Fleisch fiel. Die Nachtelfe war sehr schlank, sah aber kräftig aus. Sie setzte sie murrend neben Asgar und nahm ein Stück Fleisch entgegen. „Ja Bol, ich mach ja schon“, sagte sie.

Als der Ork aufstand und wegging verdrehte sie die Augen. „Man geht der Kerl mir auf die Nerven. Wenns nach ihm ging würde er uns noch füttern. Er hätte eine Frau werden sollen“, meckerte Aralia. Auch sie trug diese Tätowierung. Vielleicht konnten sie herausfinden, was das hier für eine Truppe war. Die Gelegenheit nutzte Rin auch sogleich. „Wer seid ihr?“ Aralia sah auf und bedachte sie beide mit einem undeutbaren Blick. Asgar schaute sie länger an. „Hat Lucius schon mit euch gesprochen?“, fragte sie.

Sie schüttelten den Kopf. „Dann darf ich euch noch nichts sagen. Ihr müsst erst mit Lucius sprechen.“ Rin nickte. „Er ist der Chef nicht wahr. War es der mit den weißen Haaren?“ Aralia nickte. „Ja Lucius, sein Sohn und seine Frau haben hier das Sagen, wobei wir alle auf Lucius hören. Ihr werdet noch sehen“, antwortete sie.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Montag 2. August 2010, 23:14

Felton teilte ihnen mit, dass es noch eine Weile dauern könnte. Am Feuer waren noch ein paar Plätze frei. Er setzte sich neben einen Ork, der ihm und Rin sogleich etwas zu Essen hinhielt. „Iss“, sagte der. Asgar überlegte nicht lange und nahm es an sich. "Vielen Dank."
Er erwartete keine Antwort. Und es kam auch keine. Aber es verwunderte ihn schon etwas, dass der Ork so „freundlich“ zu ihnen beiden gewesen war. Aber vielleicht hatte er eher die Order bekommen, sich um die Essensverteilung zu kümmern.

„Endlich was vernünftiges“, hörte er Rin reden. Auch er hatte großen Hunger. Das was er im Kerker bekommen hatte, war nicht sättigend gewesen. Das hier war etwas anderes. Während er so da saß und aß, rief ein Magier hinter ihnen etwas: „Die Keshta sind zurück.“ Wer war zurück? Er konnte mit diesen seltsamen Begriffen nicht wirklich etwas anfangen.
Gerade in diesem Moment traten mehrere Personen aus dem Schatten. Das sind dann wohl diese Keshta. Dachte Asgar. Er sah sich das Ganze an. Sie hatten offenbar gejagt, denn sie hatten jede menge Fleisch dabei. Damit könnte man ja ein ganzes Heer versorgen.

Ihm fiel die einzelne Nachtelfe innerhalb der Gruppe auf. Sie trug keinen Mantel, der sie vor dem Sonnenlicht schützte. Ziemlich merkwürdig. Sie hielt kurz mit ihrer Bewegung inne, als sie ihn entdeckt hatte.

Dann redete sie kurz mit jemandem, bevor sie wieder zu ihm sah. Dann verschwand sie kurz in einem der Zelte und kam kurze Zeit später mit einem Fell wieder heraus. Sie ging damit zu einem anderen Zelt und brachte es einem Dunkelelf. Dorcha? Aber das wäre unmöglich, es sei denn er wäre ebenfalls aus Andunie hergereist. Er wandte sich wieder seinem Essen zu.

Der gleiche Ork, der ihm das Essen in die Hand gedrückt hatte rief die Nachtelfin nun beim Namen. „Aralia! Iss.“ Anscheinend kümmerte er sich darum, dass hier niemand Hunger leiden musste. „Ja Bol, ich mach ja schon“, sagte sie etwas genervt. Sie wartete, bis der Ork weg war. „Man geht der Kerl mir auf die Nerven. Wenns nach ihm ging würde er uns noch füttern. Er hätte eine Frau werden sollen“, sagte sie mit genervtem Tonfall. Asgar aß weiter schweigend. Seine Kapuze hatte er nun runter gezogen, sie störte etwas. Nun war sein Blickfeld auch nicht mehr so eingeschränkt.

Rin ergriff die Initiative, um der Frau einige Informationen zu entlocken. „Wer seid ihr?“, fragte sie. Die Angesprochene sah auf, bedachte sie beide mit einem Blick, der sich nicht richtig deuten lies. Sie Asgar sah länger an.

„Hat Lucius schon mit euch gesprochen?“, fragte Aralia. Rin und er schüttelten den Kopf. „Dazu hatten wir leider noch keine Gelegenheit“, sagte Asgar mit freundlichem Tonfall. Es war immer besser zuerst freundlich zu sein. Nicht dass man sich dann mit den falschen Personen anlegte. Das hatte er schon oft genug gehabt.

„Dann darf ich euch noch nichts sagen. Ihr müsst erst mit Lucius sprechen.“ Anscheinend eine ihrer Regeln, um interne Spionage zu verhindern. Nicht schlecht, hier könnte ich es aushalten. Regeln waren wichtig. Auch bei Dieben gab es einige. Eine Regel, die sich bei Asgar fest eingependelt hatte war, die Vermeidung von Gewalt.

„Er ist der Chef nicht wahr. War es der mit den weißen Haaren?“, fuhr Rin fort. Aralia nickte und erklärte, dass er, seine Frau und ihr Sohn alles kontrollierten. Sie meinte, dass sie es noch früh genug verstehen würden. War das jetzt quasi eine Einladung, hier mitzumachen oder wie? Irgendwie wusste er bereits, dass sie wohl oder übel keine andere Wahl hatten. Sie hatten zuviel gesehen.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Dienstag 10. August 2010, 14:22

Gerade wollte Rin nur nächsten Frage ansetzen, da kam auf die drei eine weitere Person zu. Ein recht kleiner Elf, vielleicht gerade mal 1, 6 m groß. Braunes langes Haar hatte dieser streng nach hinten gebunden. Braune Augen, die wach und intelligent waren, sahen von einem stolzen jedoch auch verbittert wirkenden Gesicht. Sein Blick war ebenfalls arrogant, doch konnte Asgar förmlich die Kraft, die von ihm ausging, spüren. Er war in eine Art Robe gekleidet, wie es Magier oft taten und blickte Aralia an. Ein Blick, der von oben kam, obwohl sie nicht wirklich viel kleiner als er war.
Er zog eine Augenbraue hoch, als er kurz die beiden Neuankömmlinge musterte. Doch sie schienen wohl nicht interessant genug zu sein.
„ Aralia, er möchte mir dir reden. Sofort!“ Er sagte es sehr monoton und gleichgültig klingend, doch starrte er eine Autorität aus die keinen Widerspruch duldete.
Sie blickte sofort auf und erhob sich, ihr Essen lag noch da.

„ Wir reden vielleicht später weiter“ wendete sie sich nochmals kurz an Rin und Asgar.

Man konnte sehen wie sie eiligst in eins der Zelte verschwand.
Der Elf stand noch bei den beiden. „ Denk ja nicht, dass ihr was besonderes seit….ihr seit auch nur Bauern“ Dann drehte er sich um, die Hände auf den Rücken gefaltet und wollte losgehen. Doch Bol, der Ork, versperrte ihn den Weg. Wütend schnaubend blickte dieser auf den Elfen.
„ Aralia muss Essen“ Knurrte er. Der Ork war wirklich Furcht einflössend, wie er jetzt im donnernden Ton mit dem Elfen sprach.
Von dem kam jedoch nur als Antwort: „ das ist nicht mehr nötig.“ wieder vollkommen monoton. Der Ork sah runter, sein Blick wurde kurz leer. Die Fäuste ballten sich kurz, dann trat er beiseite.
Zeigleich wurde ihnen jedoch etwas bei Handzeichen mitgeteilt. Und zwar von dem Elfen, deutlich sahen sie wie er kleine Gesten mit einer Hand machte. Es teilte etwas mit- Gauerzeichensprache oder auch Rendinea in den Fachkreisen genannt.
„ wie tief muss ein Dieb sinken um sich zu verkaufen…oder seine Freunde. Folgt wenn ihr leben wollt.“
Was war damit gemeint? Oder hatten sie sich das eingebildet? Rin fasste Asgar am Arm. Sie starrte ihn in die Augen, blickte kurz zu den Elfen dann wieder zu ihm.
„ Hast du das gesehen?“ flüsterte sie ihn fragend zu.
Der Elf schritt stolz durch das Lager und ging in ein Zelt.
Sie hatten die Wahl. Was sie daraus machten, lag an ihnen.
„ ich geh nur, wenn du gehst…“ sagte Rin leise. Sie wirkte blass.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Mittwoch 11. August 2010, 12:55

Asgar saß weiterhin schweigend da. Seine Partnerin wollte Aralia erneut eine Frage stellen, doch da trat eine Gestalt an sie heran. Die Gestalt entpuppte sich als ein kleinerer Elf, der jedoch eine große Macht ausstrahlte. Asgar wurde es ziemlich mulmig, als der Magier seinen Blick über sie beide wandern ließ. Dann sagte er etwas zu Aralia. Sie stand auf, ihr Essen hatte sie liegen lassen.

„Denk ja nicht, dass ihr was besonderes seit….ihr seit auch nur Bauern.“ Diese Aussage war nun an sie beide gerichtet. Asgar jedoch hatte keine Lust darauf etwas zu erwidern, denn er wollte sich keinen Ärger einhandeln, vor allem nicht mit einem möglichen Magier.

Dann drehte sich dieser arrogante Elf um und wollte gerade davongehen, als Bol, der Ork, ihn zornig anfuhr. „Aralia muss Essen“, knurrte dieser in einem Tonfall, der eigentlich keinen Widerspruch duldete. Doch der Elf schaffte es, den Ork davon zu überzeugen, dass es nicht mehr notwendig wäre, sodass der mehr als widerwillig beiseite trat.
Was auch immer das zu bedeuten hat. ich frage mich, was er mit ‚es ist nicht mehr notwendig’ gemeint hat. Fragen über Fragen. Bestimmt würden sie eine Antwort darauf erhalten.

Dann sah er auch schon die Handzeichen. Sie kamen von dem Elf. Rendinea nannte man diese ‚Sprache’. Eigentlich bestand sie ja mehr aus Gesten, als aus Worten. Und diese Gesten waren eindeutig. „Wie tief muss ein Dieb sinken um sich zu verkaufen…oder seine Freunde. Folgt wenn ihr leben wollt.“ Von dem letzten Satz her konnte man annehmen, dass er es ernst gemeint hatte.

Kurz darauf packte ihn Rin am Arm. „Hast du das gesehen?“, flüsterte sie. Er nickte. „Frag mich nicht, was das zu bedeuten hat.“ Er sah dem Elf hinterher. Um so eingebildet durch die Gegend zu stolzieren, muss man hier ein richtig hohes Tier sein. Pah! Solche hochnäsigen Leute konnte Asgar nicht ab. Allen voran Magier, die sich wegen ihrer Magie den anderen, normalen Leuten überlegen fühlten. Aber auch reiche Leute waren die gleichen. Deshalb war es auch so eine Genugtuung sie zu bestehlen.

Er beobachtete, wie der Elf in eines der Zelte ging. Klingt nach einer Einladung…mehr oder weniger. „Ich geh nur, wenn du gehst…“, sagte Rin wieder. Ihr Gesicht wirkte selbst für eine Nachtelfin sehr blass, fast könnte man sie für einen Geist halten.

Asgar überlegte kurz, aber da sie so gut wie keine Wahl hatten, nickte er. „Wir gehen da zusammen rein.“ Sein Entschluss stand fest. Dann stand er auf und klopfte sich erst einmal den Dreck von der Lederrüstung. Er wartete auf seine Partnerin, dann gingen sie zu dem Zelt, in dem der Magier verschwunden war. Na, wenn das mal gut geht. Dachte er.

Hoffentlich kamen sie lebend wieder aus dieser Sache raus.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. August 2010, 13:41

Rin erhon sich ebenfalls, unterließ es jedoch sich die Kleidung abzustauben. Sie war nervös.
Die anderen im Lager würdigten sie kaum eines Blickes. Jedoch blickte sie hier und da mal jemand an. Immerhin waren sie Fremde. Nur der Ork schien sie dauerhaft zu beobachten. Vielleicht störte es ihn auch nur, dass wieder welche nicht zum Essen kamen.
In weiterer Entfernung konnten man jedoch mehrere Gestalten sehen und die wirkten nicht unaufmerksam. Sie schienen das Lager zu bewachen und die Umgebung im Auge zu gehalten. Allesamt waren recht gut bewaffnet und ihre Blicke zeigten, dass sie zum töten bereit waren.
Kurz konnte Asgar spüren, wie ein Blick genau seinen Rücken traf.
Wenn er sich umsah, so würde er eine Frau kurz sehen, die ihn musterte. Sie hatte fast weißes haar, war jedoch noch jung. Ihr Blick war ernst und schien etwas auszustrahlen. Doch das ungewöhnlichste war, sie war komplett in weiß gekleidet. Selbst ihre Armbrust war weiß.
Im nächsten Moment war sie hinter Bäumen verschwunden.
Man konnte sie nicht mehr sehen, obwohl sie doch so auffällig gewesen war.
Wer war sie?

Rin schien es nicht bemerkt zu haben. Sie stand zögerlich vor dem Zelt, eine eher untypische Art von ihr.

Dann war plötzlich ein schriller Schrei zu hören. er war weiblich! Und er kam von dem Zelt, wo diese Aralia drin verschwunden war. Man könnte fast meinen, dass es sie sogar war.
Die anderen im Lager blickten kurz auf, schienen sich jedoch nicht davon stören zu lassen.
„…selber Schuld“ hörten sie von jemanden im Lager sagen. Wer, konnte sie nicht ausmachen.
…“ schade, dass ich nicht dabei bin“ beklagte sich ein anderer.
Der Schrei war eine Weile zu hören und brach dann abrupt ab.

„ Verflucht, was geht hier denn vor?“ zischte Rin Asgar zu. Sie hatte ziemlich schnell an ihre Waffen gegriffen. Doch noch bevor sie etwas tun konnte, stand schon wieder der Ork hinter ihnen. Der konnte ziemlich leise sein, wenn er wollte. Er stand so hinter Ihnen, dass er die beiden Nachtelfen vollkommen verdeckte.
Und plötzlich, als wenn alles nicht schon seltsam genug wäre bekamen sie einen Stoß von ihm und landeten im Zelt, wo sie ja sowieso rein wollten.

„ Musste das sein?“ kam die neutral und monoton klingende Stimme des elfen von einer Seite. Er blickte auf die beiden und zog dabei eine Augenbraue hoch.
Der Ork versperrte den Rückzug aus dem Zelt. Ein Grummeln war leise von draußen zu vernehmen.

„ Verdammt, was wird das hier?“ platzte es aus Rin hervor.

Es war ein recht geräumiges Zelt, doch sehr spartanisch eingerichtet. Eine Truhe befand sich auf einer Seite und ein kleines Schlaflager. Ein Stuhl und ein kleiner Tisch, der unter der Last von Büchern zusammen zu brechen drohte.

„ Ruhe!“ war die Antwort.
„ was glaubt ihr, dass ihr seit mir fragen zu stellen? Ich bin Silvarius Drachentanz...stellt euch gefälligst erst mal vor, oder seit ihr dazu nicht fähig?“ jedes Wort klang wie ein Lehrer, der keinen Widerspruch duldete. Eine Spur von Abfälligkeit und langsam gesprochen.
Jedes Wort wirkte gleichgültig.
Doch zeigte seine Hände etwas anderes. Oder eher erst eine Hand, die andere ballte er ein paar Mal zur Faust, was jedes Mal ein hörbares Knacken von sich gab. Die Finger waren verkrümmt, wie als wären sie mal zerquetscht gewesen und man hatte keinen Lichtheiler gerufen. das Knacken hörte sich schmerzlich an und Rin könnte man die Gänsehaut ansehen.
Dann jedoch vollführten die Hände Gesten, die wieder nur die Gauner kannten.

„ ihr habt mehr Glück als Verstand. Die andere junge Dame nicht….lasst euch gesagt sein, ich weiß, wer ihr seit. Mein Junge, du wurdest absichtlich ins Gefängnis gebracht, damit sie hier gut dastehen. Du wurdest dann befreit, damit du vertrauen schenkst. Was du auch gemacht hast…so werden hier öfters neue geholt. Ihr habt hier die Wahl, ihr könnt hier mitmachen, was mehr als dämlich wäre oder ihr bringt euch gleich um, was klüger wäre. Ach, und glaubt nicht, ihr könntet mich anklagen…das haben schon andere versucht.“ damit ballte er wieder die Faust. Sein Gesicht blieb dabei jedoch distanziert.

„ Seit ihr Mörder, so seit ihr hier richtig…seit ihr keine, werdet ihr es hier werden“ sagte er ihnen dann. Nur seine deformierte Hand rieb dabei.

„ wenn ihr Fragen habt, dann nur über Rendinea“ fügte Silvarius mit einer Geste noch hinzu.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Freitag 13. August 2010, 14:31

Ab und zu hatte er wirklich das Gefühl, also ob sich Blicke von neugierigen Personen in seinen Rücken bohrten. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl. Bei ihnen als Außenstehenden war es auch kein Wunder. So interessant sind wir auch wieder nicht. Wir machen schon nichts kaputt.
Einmal schaute er sich aus den Augenwinkeln vorsichtig um. Er konnte eine Frau völlig in Weiß gekleidet erkennen, die ihn musterte und dann anschließend im Dunkeln verschwand. Rin hatte sie nicht bemerkt.

Als sie vor dem Zelt standen, wurde sie noch unruhiger, was eher untypisch für sie war. Normalerweise war sie die Ruhe in Person. Aber auch Asgar war es ziemlich mulmig. Irgendwas an diesem Elf war mehr als grotesk.

Dann durch brach ein Schrei die Ruhe. „Verflucht, was geht hier denn vor?“ Rin hatte schon ihre Waffe gezogen und spähte aufmerksam herum. Was zum…? Asgar stand da und fluchte innerlich darüber, weil er seine Waffe im Stiefel verborgen hatte. War zwar nicht so leicht zu entdecken, dafür aber in Notsituationen alles andere als leicht zu benutzen. Und dass hinter ihnen auch noch dieses Ungetüm von Ork auftauchte, machte die Situation nicht gerade angenehmer. Wie hat er das gemacht? Kurz bevor er eine Lösung dafür ersonnen hatte, gab ihnen besagter Ork einen Stoß, sodass sie kurzerhand durch den Zelteingang taumelten.

„Musste das sein?“, kam gleich die mahnenden Worte von dem Elf, genau so monoton und emotionslos wirkend wie vor ein paar Augenblicken. Der Ork entgegnete nichts, versperrte jedoch den Ausgang. Sie saßen in der Falle! Verflixt! Kann jetzt endlich mal etwas so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe? Diese Entwicklung war nicht beabsichtigt.

„Verdammt, was wird das hier?“ Rin hatte die Initiative ergriffen. Oh nein! Die Quittung für ihre vorschnelle Frage war: „Ruhe! Was glaubt ihr, dass ihr seit mir fragen zu stellen? Ich bin Silvarius Drachentanz...stellt euch gefälligst erst mal vor, oder seit ihr dazu nicht fähig?“ Er will, dass wir uns vorstellen? Gut, dann soll es eben so sein. Also ergriff er das Wort. „Mein Name ist Asgar. Verzeiht meiner Partnerin ihre vorschnelle Frage, aber ich wüsste auch gerne was hier gespielt wird.“ Sprach er auf Rendinea, jetzt da er wusste, dass sein Gegenüber ihn auch verstehen konnte. Gleichzeitig gab er Rin mit einer Geste zu verstehen, dass er versuchte, das Ganze auf die sanftere Tour zu regeln.

Der Magier sah sie immer noch gleichgültig an. Ab und zu konnte man das Knacken seiner Fingerknochen hören, wenn er sie bewegte. Völlig entstellte Finger wurden sichtbar. Bei der Dunkelheit von Manthala! Dem armen Kerl muss aber mal was richtig Schweres auf die Hand gefallen sein. Aber sein Mitleid hielt sich in Grenzen.

„Ihr habt mehr Glück als Verstand. Die andere junge Dame nicht….lasst euch gesagt sein, ich weiß, wer ihr seit. Mein Junge, du wurdest absichtlich ins Gefängnis gebracht, damit sie hier gut dastehen. Du wurdest dann befreit, damit du vertrauen schenkst. Was du auch gemacht hast…so werden hier öfters neue geholt. Ihr habt hier die Wahl, ihr könnt hier mitmachen, was mehr als dämlich wäre oder ihr bringt euch gleich um, was klüger wäre. Ach, und glaubt nicht, ihr könntet mich anklagen…das haben schon andere versucht.“ Wieder diese Gesten. Wusste ich es doch! Das alles ist ein abgekartetes Spiel!

„Seid ihr Mörder, so seit ihr hier richtig…seit ihr keine, werdet ihr es hier werden“, wollte er wissen. Asgar sah ihn forschend an. War das sein Ernst? Dieser Elf wollte ernsthaft, dass sie töteten? Zu Mördern wurden? Zwar wusste Asgar, was es bedeutete, anderen das Leben gewaltsam zu nehmen, so etwas war im Nachtelfenreich gang und gebe, jedoch hatte er es noch nie selbst angewandt. Seine Aufgabe war es immer gewesen, Sachen zu klauen, nicht andere zu eliminieren.

„Wenn ihr Fragen habt, dann nur über Rendinea“, fügte der Elf noch an. Die eine Frage, die ihm nun schon die ganze Zeit im Kopf herumschwirrte, drang nun endlich nach Außen. „Wer seid ihr? Was für eine Funktion hat der Gegenstand, den ich holen sollte?“ Er sah ihn fest an. Mit einer faulen Ausrede würde er sich nicht abspeisen lassen. Nicht schon wieder. „Und was ist mit Aralia passiert?“ Diese Frage interessierte ihn auch brennend.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. August 2010, 15:05

Rin sah Asgar fragend an, nickte ihn dann aber zu. Sie wusste, dass wenn sie sich aufregte, sie beide nicht weiterkamen. Somit überließ sie Asgar das Reden.
Nachdem sich Asgar vorgestellt hatte, sah der Elf sie an. Tief holte sie Luft, bevor sie wieder sprach.
„Mein Name ist Rin…Entschuldigt mein Verhalten.“
Es fiel ihr doch sichtlich schwer, nicht schon wieder die Beherrschung zu verlieren.

Dann sprach der Elf wieder in Rendinea. Sie schaute Asgar überrascht an.
„ das hätte man ja merken müssen, dass es eine Falle war“ Antwortete sie trotzig. Ihr war nicht bewusst, dass sie gerade in ihrer Muttersprache sprach.

Der Elf warf ihr einen seltsamen Blick zu. Er war nicht zu deuten. Es war ein Ausdruck, dem ein genervter Lehrer einen seiner Schüler zuwarf, der ihn unterbrach. Der Elf war mehr als anstrengend.
Dann war seine Aufmerksamkeit wieder auf Asgar gerichtet.

Auf die Aussage, sie würden hier das Töten lernen, wirkte sie genauso geschockt wie Asgar. Ich bin kein Mörder sprach deutlich ihre Haltung.
So ähnlich erging es auch Asgar.
Der Elf schien diese Regung nicht unbemerkt zu bleiben, er nickte nur. Mit der gesunden Hand strich er sich übers Kinn, als wenn er einen Bart hätte. Da verzogen sich etwas die Mundwinkel. Ein Lächeln? Jedoch weshalb?
Ein leises Ausatmen.
Ein Zeichen der Erleichterung?

nun, wer ich bin habe ich schon gesagt! Ich soll hier die Neulinge überprüfen, doch das ist nicht der Grund, weshalb ihr hier seit… weshalb ich Rendinea spreche. Nur so können wir unbelauscht reden. Der Gegenstand ist ein nutzloses, jedoch schön gefertigtes Lockmittel. Wie man bei euch sehen kann. Es dient nur um Opfer anzulocken....“ Er zeigte mit der Hand nach draußen. Dann sprach er wieder für jeden hörbar.
„ Wir sind hier eine Geheime Organisation, die sich der Beschaffung magischer Artefakte kümmert. Hier kommen nur die besten hin und es wird hier gnadenlos aussortiert. Jeder hier erhält ein Training, um sich nachher bei sogar den mächtigsten Wesen nützlich machen zu können. Wenn man eben keine Scheu hat, auch mal Opfer zu bringen und Leichen zu hinterlassen.“

Doch seine Gesten, die er zeitgleich machte sagten etwas anderes.

„dies hier ist eine Organisation, die sich junge talentierte Personen sucht und sie dann an die Dunkle Armee meistbietend verkauft. Man wird hier seiner Seele beraubt, damit man keinen Widerspruch mehr leistet….das Schicksal ist auch Aralia zum Opfer gefallen, doch nach dem Schrei zu urteilen, hat sie es nicht überlebt. “ Ein schmerzvoller Ausdruck huschte kurz über sein Gesicht, war dann aber schnell wieder weg.
Er schien ein Meister darin zu sein, etwas laut zu sagen und anderes mit Gesten mitzuteilen. Man konnte davon ausgehen, dass er dies schon länger machte.

„und was ist dabei genau eure Aufgabe?“ hackte Rin nach.

„ nun, junge Elfe, ich bin hier der Lehrmeister, was verborgene Talente betrifft…und ich werde nicht zulassen, dass welche unnötig sterben müssen, weil sie kein Mörder sind oder werden wollen.“ Sein Blick war jetzt feurig, auch wenn es sich nicht in der Betonung seiner Worte zeigte.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Mittwoch 18. August 2010, 17:11

Asgar spürte, wie sich seine Partnerin anspannte. Auch dass sie in ihrer Muttersprache redete, bekam er am Rande mit. Sie wollte so wenig wie er zum Mörder werden.
Sein Augenmerk lag immer noch auf dem Elf, der mal in Rendinea und mal auf celcianisch zu ihnen sprach. Anscheinend hatte er ihre Körpersprache genau erkannt. Dann nickte er. Er hatte es gewusst? Gewusst, dass sie keine Mörder waren? Nun sein Gesicht sprach Bände.

Offenbar wollte er den draußen stehenden etwas vorgaukeln, denn die die auf Rendinea gesprochenen Sätze waren nämlich der genaue Gegensatz des in celcianisch Gesagten. Demnach war es offenbar die Wahrheit.

Der elf sprach weiter, sie wären eine Geheimorganisation, die junge talentierte Personen praktisch „fängt“, sie durch Seelenraub absolut willenlos und gehorsam macht und sie dann als Krieger an die Dunkle Armee verschachert.
Aber auch da dazwischen waren Gesten in Rendinea eingebettet. Es war schwierig, den gesamten Sinn zu entschlüsseln. Oh oh, nicht gut. Und Aralia ist vermutlich das zugestoßen. Kein Geld der Welt ist das Wert! Was hat man von einer Belohnung, wenn man seelisch tot ist? Kein schöner Gedanke. Wäre ich doch bloß wieder daheim. Und wieder fiel ihm ein, warum er überhaupt stahl. Wegen der verdammten Schulden seines Vaters.

Doch Silvarius Drachentanz erklärte weiter, ebenfalls in der Gaunersprache, sie könnte vermutlich schon tot sein, was wohl der Grund für diesen markerschütternden Schrei war. Anscheinend war bei der Extrahierung der Seele offenbar etwas schief gelaufen. Verdammt! Das hat sie nicht verdient! Laut sagte er auf Rendinea: „Das ist doch vollkommen krank!“ Für solche Leute hegte er ab diesem Moment nur noch abgrundtiefen Hass.

Aber vielleicht war es für Aralia besser so. Lieber starb sie als seelisch Freie, als der Dunklen Armee dienen zu müssen, um in ihrem Namen Massaker anzurichten. „Und was ist dabei genau eure Aufgabe?“, meinte Rin.

„Nun, junge Elfe, ich bin hier der Lehrmeister, was verborgene Talente betrifft…und ich werde nicht zulassen, dass welche unnötig sterben müssen, weil sie kein Mörder sind oder werden wollen. Asgar brauchte einen Moment, um das alles zu verarbeiten. Auch der feurige Blick des Elfen verunsicherte ihn etwas. Dann, als er sich wieder einigermaßen gefangen hatte, sagte er: „Du willst uns helfen? Ich habe nicht wirklich das Bedürfnis mich Massenschlächtern anzuschließen.“ Schließlich war er ein Dieb. Sein gesamtes bisheriges Leben.

Dem Anschein nach war Silvarius ein Meister der Irreführung, denn seine, in der Allgemeinsprache gesprochenen Worte, kamen sehr glaubwürdig rüber. Offenbar glaubten auch die Personen draußen, dass er sie für ihre Sache gewinnen wollte. Und bestimmt freuten sie sich, dass sie zwei weitere Seelen hatten, die man an die Dunkle Armee verkaufen konnte. Jetzt durften sie keinen Fehler machen, denn der Elf war quasi ihr einziger Verbündeter hier. Sonst ergeht es uns wie Aralia. Oder NOCH schlimmer! Allein schon der Gedanke an ein seelenloses Dasein bereitete ihm Übelkeit. DAS war wahrlich schlimmer als der Tod!

„Und wie geht es jetzt weiter? Ich glaube kaum, dass die uns einfach so gehen lassen.“ Asgars Körperhaltung zeigte Angst. Er hatte keine Lust dazu, als seelenloses Monster unschuldige Leute abzuschlachten. Aber er wusste, dass diese Leute nicht davor zurückschrecken würden, es trotzdem zu versuchen.

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Re: In Serna

Beitrag von Erzähler » Dienstag 24. August 2010, 21:46

Rin erging es nicht anders. Sie schluckte schwer und ihr Blick huschte zum Ausgang.
Wie viele es wohl geben mochte, die ihre Seelen wollten oder den anderen halfen.

Verdammt, wir müssen doch hier wegkommen!
Sie blickte ebenfalls Silvarius an. Ihre Hoffnung schien jetzt auf einen ihnen fremden Elfen zu liegen. Doch er wollte ihnen helfen. Jedenfalls wirkte es so. Seine Mimik war nicht gerade einfach zu lesen.

Und als der Elf tatsächlich eine Regung zeigte, schüchterte sie eher ein.
Rin legte Asgar ihre Hand auf den Arm. Sie wollte nicht nur ihn, sondern auch sich beruhigen. Sie hatte mit Mühe inzwischen ihre Haltung wieder gefunden. Doch war sie ruhiger als sonst.
Asgar und Rin hatten schon viel gemeinsam erlebt, doch nie waren sie so leichtfertig in so was hinein gestolpert.

Silvarius nickte nur kurz auf die Frage, ob er ihnen tatsächlich helfen wollte. Seine Aufmerksamkeit wurde dann kurz abgelenkt. Geräusche vor dem Zelt.
Grummelnd konnten sie den Ork vernehmen, doch was gesagt wurde verstanden sie nicht. Doch es klang nach einem Befehl.
“ die Neulinge sollen zu Luzien kommen, Sofort!
Die Stimme war kalt und hart, wie die Volk. Dunkelelfisch.
Kurz kniff Silvarius die Augen zusammen, dann fuhr er in Rendinea fort.

“ ich werde euch hier rausholen. Man sieht es euch an, dass ihr nicht töten könnt. Doch ihr werdet euch etwas gedulden müssen. …man verlangt nach euch. Habt keine Angst, Es passiert nie etwas gleich zu Anfang. Luzien wird nicht riskieren, dass er mehr Seelen verliert.”
Silvarius arroganter Ausdruck wich kurz einem weicheren und fürsorglicheren Blick.
“ Ich lasse euch nicht allein, doch ihr müsst erstmal zurück. Ich werde auf euch zukommen. Ihr werdet kein Monster werden…das verspreche ich euch.”

“ Sie sollen rauskommen!” kam es von draußen. Der Ork streckte seinen Kopf ins Zelt rein. Er sah genervt aus. Aber konnte man das wirklich bei einem Ork beurteilen?
“ ich bin fertig, ist Dorcha wieder ungeduldig?! Haltet euch von ihm fern und auch von der Frau in Weiß.” Seine Stimme war wieder ausdruckslos.

“ schicke sie raus!” war deutlich jetzt Dorcha zu hören.

Silvarius nickte den beiden zu.
“ ihr werdet erwartet! Ich achte auf euch!”

Dann verließ Silvarius das Zelt. Draußen wurden sie immerhin erwartet.

na prima, heißt das jetzt abwarten?…so ein mist aber auch. Wo sind wir reingeraten?” Flüsterte Rin.
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Re: In Serna

Beitrag von Asgar » Mittwoch 25. August 2010, 16:41

Das Nicken des Elfen beruhigte ihn ein bisschen. Zumindest standen nun ihre Chancen, hier lebend und vor allem mit Seele wieder raus zu kommen. Trotzdem war Rin immer noch etwas angespannt, obwohl es rein Äußerlich kaum mehr zu sehen war. Sie hatte ihre Hand auf seinen Arm gelegt, um auch ihn etwas zu beruhigen. Allein ihre Anwesenheit sorgte schon dafür, dass er sich trotz allem etwas entspannen konnte.

Von draußen konnte man Geräusche hören. Und mit einem Mal erklang ein Satz, der eher einem Befehl glich. Dunkelelfisch? Der Klang der Sprache war so eindeutig, wie die Nacht dunkel war. Lerium! Nur konnte er es nicht verstehen, obwohl es der Nachtelfensprache Herendia sehr ähnlich war. Oh oh! Jetzt geht es wohl ans Eingemachte! Instinktiv spannte er sich an.

“Ich werde euch hier rausholen. Man sieht es euch an, dass ihr nicht töten könnt. Doch ihr werdet euch etwas gedulden müssen. …man verlangt nach euch. Habt keine Angst, Es passiert nie etwas gleich zu Anfang. Luzien wird nicht riskieren, dass er mehr Seelen verliert.” Wie beruhigend. Dieser Luzien scheint aber viel Führsorge für die ihm anvertrauten Seelen zu haben…Und Dorcha scheint auch irgendwie seine Finger mit im Spiel zu haben.
Er war zwar froh, dass Silvarius ihnen doch helfen wollte. Aber das Motiv dahinter kapierte er immer noch nicht richtig. Doch dieses Rätsel würde er später lösen. Nun hieß es erst einmal abwarten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war.

“Ich lasse euch nicht allein, doch ihr müsst erstmal zurück. Ich werde auf euch zukommen. Ihr werdet kein Monster werden…das verspreche ich euch.” Noch einmal versprach der Magier, ihnen auf jeden Fall zu helfen. Wenn das mal gut geht… Für die beiden Nachtelfen musste es so vorkommen, als wären sie mitten in ein Schlangennest gefallen. Und sie waren die Beute!
“Sie sollen rauskommen!”, blaffte es von draußen und Bol, der Ork streckte seinen hässlichen Schädel herein. Und sein Gesichtsausdruck sah sehr genervt aus. “Ich bin fertig, ist Dorcha wieder ungeduldig?! Haltet euch von ihm fern und auch von der Frau in Weiß”, sagte Silvarius noch. „Ich kenne Dorcha. Hatte vor kurzer Zeit mit ihm zu tun“, sagte Asgar knapp. Und diese Frau in weiß? Wer sie wohl war. Auf jeden Fall hatte sie ein mulmiges Gefühl bei ihm hinterlassen.

“Schicke sie raus!”, war jetzt viel deutlicher zu hören, diesmal von Dorcha höchst selbst. Silvarius’ Aufforderung kamen sie beide nach. Der Elf war schon nach draußen getreten, mit den Gesten, er würde über sie beide wachen. “Na prima, heißt das jetzt abwarten?…so ein Mist aber auch. Wo sind wir rein geraten?”, flüsterte Rin. Auch Asgar war sich schon gar nicht mehr sicher, wer alles da mit drin steckte. „Ich weiß nicht. Ziemlich verworren das Ganze. Wir müssen aufpassen.“, flüsterte er zurück. Und zwar auf ihr Leben, sowie ihre Seelen. Und im Abwarten war er jetzt ja etwas geschult: Als er in Serna im Kerker gesessen und Mauerrillen gezählt hatte.

Dann traten sie aus dem Zelt. Asgar hatte seine Kapuze aufgesetzt, sodass sein Gesicht nur noch als Schatten wahrgenommen werden konnte. Lektion eins: Verrate deinen Feinden niemals dein Aussehen! Nun musste er abwarten, wie sich das alles entwickeln könnte und ob sie doch ungeschoren davon kamen.

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