Ein Waldlager

Das Grenzdorf, geschützt durch seinen Wall und die Spähtürme, steht an der Grenze zu Grandessa. Die Soldaten nächtigen in Gaststätten oder bei freundlichen Familien, die einen Platz frei haben.
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Gestalt
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Ein Waldlager

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 14. Januar 2015, 09:30

Darna kommt von: viewtopic.php?f=199&t=3486
Die Wichtel Celcias waren schon eine Spezies für sich vor allen ihr hang zum Beschenken von Ahnungslosen. So erging es auch Darna die gar nicht mitbekam wie ein Wichtel noch bevor sie auf dem Pferd saß ihr einen Elfenpfeil in die Satteltasche geschmuggelt hatte und ihr dafür aber ihr Holzeinhorn abnahm. Die Frage ob sie es jemals wieder sehen würde konnten nur die Götter beantworten.
So wie der Wichtel plötzlich aufgetaucht war so verschwand er auch wieder.

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Darana wurde gewichtelt sie bekam einen Elfenpfeil und gab dafür ihr Holzeinhorn.

Der Glatzkopf trieb sein Pferd an als wäre Faldor persönlich hinter ihnen her. Darna hatte bei diesem Schneegestöber sichtlich zu tun nicht den Anschluss zu verlieren. Sie bekam nur Etappen weise mit, wie sie immer mehr die Hauptstadt und somit ihre Heimat verließen. Irgendwann ritten sie an Feldern vorbei und tauchten in einen Wald ein, der schon reichlich mit Schnee bedeckt war. Erst im Wald drosselte der Mann sein Pferd und ließ es entspannt traben. Darna tat es ihn gleich und konnte sich jetzt erst mal in ruhe umschauen und musste nicht krampfhaft ihre Augen auf den Boden richten, um eventuelle Gefahren für das Pferd auszumachen.
Wo könnten sie also sein? Da Darna öfters die Karte von Jorsa studiert hatte mussten sie aufgrund der Reisezeit irgendwo in der Nähe des Grenzdorfes Jersa’s sein.
„Hier lang!“ Der Glatzkopf steuerte sein Pferd direkt auf einen Wildpfad ,der mitten durch den Wald führte und sich vom normalen Weg der Reisenden entfernte.
Sie folgten den Pfad eine Weile bis der Glatzkopf die Hand hob, ein eindeutiges Zeichen zum Anhalten. Der Mann sagte kein Wort und beobachtete die Umgebung, dabei ruhte seine Hand auf seinen Schwertgriff. Nach einer kurzen Zeit stieß er einen Laut durch die gespitzten Lippen aus der sich wie ein Vogelruf anhörte und innerhalb eines Augenschlags wurde der Ruf erwidert.
„Gut!“ Der Glatzkopf stieg von seinem Pferd ab und führte es an den Zügel in unwegsameres Gelände noch tiefer in den Wald. Er brauchte Darna nicht extra sagen, dass sie es ihn gleich tun sollte da sie wusste, dass man sein Pferd in diesem Gelände selbst führen musste.
Also stampften die Zwei durch den mittlerweile Fußknochen hohen Schnee immer tiefer in den Wald hinein. Irgendwann bliebe der Bärtige wieder stehen und stieß einen ähnlichen Pfiff aus wie den zuvor und wieder wurde ihn geantwortet. Mit dem Unterschied das zwei Männer aus dem Dickicht kamen, die genau so gekleidet waren wie der Glatzkopf. Sie gingen wortlos an Darna und ihren Begleiter vorbei und nickten nur kurz in ihre Richtung. Danach begannen sie die Spuren, die sie mit ihren Pferden hinterlassen hatten zu verwischen. So als hätten sie sich einfach in Luft aufgelöst. Der Glatzkopf gab Darna ein Zeichen das es weiterging und ging in die Richtung, aus der die Männer gekommen waren. Nach einiger Zeit des gerade aus laufen sah die Knappin ein kleines Lager bestehend aus vier Zelten, die mit Ästen und Blättern getarnt waren und ein kleines Feuer in der Mitte der Zelte die kreisförmig aufgestellt waren. Dort am Feuer war saß ein Mann in der üblichen Kleidung und als er die Zwei erblickte, kam er sofort ihnen eilig entgegen gelaufen.
Dieser junge Mann war ungefähr im gleichen alter wie Darna nur überragte er sie und den Glatzkopf noch um einen ganzen Kopf. Sein Gesicht war ebenfalls mit einem dichten blonden Bart bedeckt und sein Haar war mittelang. Nur seine braunen Augen die leicht funkelten wie Bernstein ließen ein erkennen, dass er jünger war als er auf den ersten flüchtigen Blick aussah.
„Keine Bewegungen in unmittelbarer Nähe, bis jetzt ist alles ruhig. Morgen früh können wir aufbrechen!“
„Gut!“
Der Glatzkopf überreichte den Mann die Zügel von seinem Pferd und ging zum Feuer. Mit den Rücken zu Darana gewandt sagte er nur. „Du bleibst bei ihm er wird dir alles erklären!“
Der Mann zwinkerte ihr kurz zu und gab ihr ein Zeichen, das sie ihn mit ihrem Pferd folgen sollte.
Als sie wieder einige Schritte entfernt vom Lager waren, fing der junge Mann an zu reden.
„Die wichtigste Regel ist, dass wir uns alle mit erfundenen Namen anreden und keiner jemanden mit Titel wie Sir oder der gleichen anspricht. Verstanden?“
Als die Knappin dies mit ja beantwortete redete der junge Mann weiter.
„Gut, mich nennen hier alle Wolle! Der Mann mit den du hergekommen bist ist Eisenfaust und er ist hier der Anführer. Aber ich denke mal das hast du schon mitbekommen!“
Er lächelte sie kurz an und reichte ihr die Hand. „Und wie heißt du?“

Seltsamer Tag vor kurzen hatten sie noch im Unterricht gesessen und etwas über Wappen gelernt und nun war sie mitten in einem kleinen Lager irgendwo in Jorsa wo sich alle mit falschen Namen ansprachen und keiner auf seinem Titel bestand.
Was war hier los?
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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 14. Januar 2015, 15:18

Himmel, sie bekam wirklich keine Zeit, ihre Handschuhe anzuziehen! Was sie anfangs nur als unklug verbuchte, wurde mehr und mehr zu einem ernsthaften Faktor, je länger sie ritten. Kein Pferd der Welt konnte Stunden im Galopp reiten, aber das stetig hohe Tempo und vor allem die Witterungsbedingungen machten es unmöglich, dass sie jenen Umstand beheben konnte. Als es das erste Mal lediglich "zügig" voran ging, hatte sie versucht, ihre Handschuhe aus dem Gürtel zu ziehen, aber sie sah schnell ein, dass sie dabei bloß mindestens einen Handschuh verlieren würde und einfach mehr auf den Weg achten musste als auf ihre Finger.
Wo es irgend ging, steckte sie schließlich abwechselnd eine Hand schützend und wärmend wenigstens unter ihre Achselhöhle und hielt die Zügel solange mit einer Hand. Den Kopf zog sie so tief wie möglich zwischen die Stofffalten des Umhangs. Trotz allem Bemühen waren ihre Finger richtig steif, als sie in den Wald kamen.

Ein Wildpfad... hätte der Reichsritter daheim nicht sehr eindeutig die Integrität dieses Klotzes belegt, wäre Darna mehr als mulmig dabei geworden, mit diesem Kerl zu zweit in einen Wald hinein zu reiten. Trotz ihrer eigenen Schlussfolgerungen und ihrer Erwartung, bald auf ein Feldlager zu treffen, zeigten ihre gedanklichen Bilder ihr doch eher wieder Szenen mit einer auftauchenden Räuberhöhle und dergleichen. Mit angedeutetem Kopfschütteln wischte sie diese Hirngespinste beiseite, als Halt befohlen wurde und vor allem, als sie seine Hand an der Waffe bemerkte. Ihre Körperhaltung spannte sich an... sie hatte nicht mal eine Waffe dabei! "Doch. Zur Not das Messer", fuhr es ihr nüchtern durch den Sinn und ihre Hand bewegte sich auf die Höhe der Gürtelscheide, in der ihr Allzweckmesser steckte.
Für einen Lidschlag war es mit widersprüchlichen Gefühlen verbunden, sich in der Nähe des Glatzkopfes sicherer zu fühlen... aber dass er kämpfen konnte, davon war sie auch ohne Beweis genauso überzeugt wie davon, dass er keine Manieren hatte.
Da wurde sein Pfiff erwidert.

Gute Güte, in was geriet sie hier herein? Sie saß ab und riss gleich als erstes endlich ihre Handschuhe aus dem Gürtel - ihre Finger waren so taub, dass sie wirklich erstmal einen zu Boden fallen ließ und ganz fix wieder einsammelte, um die Stute dem Glatzkopf hinterher zu führen - in halbem Laufschritt, um keinen Ärger über ein erneutes Zeitversäumnis zu provozieren. Als ihre Zähne drohten, vor Kälte zu klappern, presste sie die Kiefer zusammen.
Das Auftauchen der beiden Spurenverwischer registrierte sie mit einem leichten Stirnrunzeln, aber blieb genauso stumm wie die anderen und erwiderte die Grußgeste auch nur mit einem leichten Nicken. "Was wird das hier?? Ein Geheimversteck?" Ihre Irritation konnte nur schwer noch zunehmen, und auch weiterhin hatte sie ja eh kaum eine andere Wahl.
Getarnte Zelte. Es mochte Jungen geben, die sich bei solchen Anblicken und Erlebnissen vor Freude fast in die Hose machten, weil das Ganze zehn Meilen gegen den Wind nach "ABENTEUER!" stank, aber in Darna warf es nur Fragen um Fragen auf. Und Sorge - gemischt mit damit einhergehendem Ernst. Denn das hier war sicher alles mögliche, aber kein Spiel.
Sie waren nicht so furchtbar weit von der Grenze zu Grandea entfernt, zu Feindesland, und das hier sah alles nach einer militärischen kleineren Tarn-Aktion unter der Leitung eines... doch Ritters?... aus.
Sie war von ihren Kameraden getrennt und regelrecht aus ihrem Alltagstrott herausgerissen worden. Als sie die Größe des Lagers registrierte, bezweifelte sie stark, dass die anderen Knappen hier noch her folgen würden. Also stellten sich doch wieder die Fragen nach dem "Warum ich? Warum mit dem?". Ernüchtert nahm sie zudem zur Kenntnis, dass sie also wohl doch noch etwas länger die Gesellschaft dieses... was-auch-immer-Rüpels "genießen" durfte.
Alles sehr verwirrend. Stumm sah sie dem jungen Mann entgegen.

„Keine Bewegungen in unmittelbarer Nähe, bis jetzt ist alles ruhig. Morgen früh können wir aufbrechen!“
„Gut!“
Der Glatzkopf überreichte dem Mann die Zügel von seinem Pferd und ging zum Feuer. Mit dem Rücken zu Darna gewandt sagte er nur. „Du bleibst bei ihm er wird dir alles erklären!"
Der Mann zwinkerte ihr kurz zu und gab ihr ein Zeichen, das sie ihm mit ihrem Pferd folgen sollte.
"Jawohl, Herr." Sie bemühte sich um einen militärisch knappen, nichtssagenden Ton, der von ihrer Verwirrung oder Mitgenommenheit durch den Ritt durch die Kälte nichts durchblicken ließ. Darin hatte sie so viel Übung und Talent, dass das keinerlei Problem darstellte. Es musste für jeden, der auch nur eine halbe Sekunde mitfühlend ihre Situation bedenken wollte, schon fast absurd ungerührt klingen.

Trotzdem war sie irgendwie erleichtert, von dem Glatzkopf wegzukommen und folgte dem jungen Mann. Zudem machte sie sich um die Pferde Sorgen. Ihrer Stute hatte schon der Schaum vom Maul getropft und die Tiere mussten nass von der Anstrengung sein, und das bei der Kälte... sie mussten dringend trocken gerieben werden und eine warme Decke übergelegt bekommen.
So sah sie sich, als sie sich vom Lager entfernten, auch bereits suchend um und wirkte in den ersten Momenten leicht abgelenkt, während der Junge sie ansprach:
„Die wichtigste Regel ist, dass wir uns alle mit erfundenen Namen anreden und keiner jemanden mit Titel wie Sir oder der gleichen anspricht. Verstanden?“
"Ja." "Sir... mhm... Er ist also doch wohl Ritter. Aber wenn uns gerade doch jemand zuhört, hast du dich im Prinzip gerade verplappert... Was soll das hier alles?"
„Gut, mich nennen hier alle Wolle! Der Mann mit den du hergekommen bist ist Eisenfaust und er ist hier der Anführer. Aber ich denke mal das hast du schon mitbekommen!“
"Eisenfaust. Das passt vermutlich. Aber als erstes müssen die Pferde versorgt werden."
Er lächelte sie kurz an und reichte ihr die Hand. „Und wie heißt du?“

Er brachte sie gerade aus dem Konzept. Eigentlich auf der Suche nach trockenem Stroh, dem Platz für die Pferde und den Sachen, um sie zu versorgen, schaute sie für einen Lidschlag mal wieder auf die ausgestreckte Hand, als wäre sie aus einer anderen Welt, wo man mit dieser Geste nichts anfangen konnte. Dann schnellte aber doch ihre Hand vor, um dem Begrüßungsritual unpersönlich, mit der gebotenen Ordnung nachzukommen. Wie sie hieß? "Darna von Eibenau" war jetzt also die falscheste richtige Antwort, die sie geben konnte. Sie furchte die Stirn. Wie wurde er hier genannt, "Wolle"? Au weia. Wolle wollte sie sicher nicht genannt werden. Wie wurde sie genannt?
"Köterfresse", fuhr ihr einer der zahlreichen Kosenamen durch den Sinn, die Gernot für sie hatte und ihre Mimik verfinsterte sich, während sie den Händedruck gerade löste.
"Mädchen." Nein.
"He du!" Hrmpf!
"Petze!" "Blöde Ziege!" Himmel... ihr drohten gerade nur Schimpfnamen einzufallen, mit denen man sie das eine oder andere Mal belegt hatte.
"Sucht man sich solche Namen nicht eher selten selber aus?", fragte sie bedächtig, um etwas Zeit zu schinden und drehte sich zu ihrer Stute um, um erste Schnallen zu lösen und weiter nach einer Antwort zu suchen. Ihr schwante, dass es keine gute Idee war, sich hier erst einen Namen geben zu lassen... sie waren eher selten dann schmeichelhafter Natur.
"Trödeltante...", konnte sie sich als Benennung durch den Glatzkopf "Eisenfaust" zum Beispiel gut vorstellen. Auch wenn sie eigentlich gut Anschluß gehalten und nicht gejammert hatte.
"Wobei hier für solche Spiele wohl keine Zeit ist", relativierte sie also selber wieder die Einladung, ihr einen Namen zu verpassen und atmete einmal durch. Wie nannten Leute sie, die ihr wohlgesonnen waren? Darna. Sie hatte keinen Spitznamen. "Kind" nannte Talarion sie häufig, aber er durfte das auch. Waffenmeister Roderich verglich sie in der letzten Zeit öfters mit einem Felsen in den Waffenübungen, aber das war auch eher als Tadel wegen ihrer sturen Unbeweglichkeit gemeint. "Nichts als brüchiger Schiefer", hatte ihr Gernot dabei einmal abfällig zugezischt. Ihre Augen verengten sich bei der Erinnerung.
"Stein", kam es nüchtern über ihre Lippen, aber hörbar nach einem Entschluss klingend. Sie war schon öfters auf die eine oder andere Art mit einem solchen verglichen worden, meistens weil sie vieles so emotional ungerührt hinnahm. Was sollte es. Sie wollte keinen sich selbst verherrlichenden Namen, das war albern... und was für eine Art "Stein" sie war, würde sich vielleicht noch zeigen. Sie drehte sich wieder zu dem Jungen um.
"Wenn du schon Wolle heißt, heiße ich halt Stein."

Sie sah einschätzend in den Himmel, aus dem noch immer Flocken fielen und zog nebenher den Umhang enger um sich. Es waren keine ausgeprägten Anzeichen, aber einem aufmerksamen Beobachter musste klar werden, dass sie fror: blasse Haut, an kälteempfindlichen Stellen fast schon bläulich, die ungelenk arbeitenden Finger und ein leichtes Zittern im angespannten Körper. "Es gibt allerdings vermutlich erstmal Wichtigeres... die Pferde müssen schnell trocken werden, der Ritt hierher war fordernd. Und man ließ mir keine Zeit, passende Ausrüstung mitzunehmen. Wie weit soll die Tarnung gehen?" Sie zog ihren Umhang etwas auf, um verdeutlichend, aber möglichst nur für Wolle sichtbar den Ärmel ihrer gefütterten Tunika zu zeigen, der grün und weiß war und insgesamt mit entsprechender Musterung deutlich auf das Wappen ihres Grafen hinwies.
"Und was wird von uns erwartet? Oder zumindest von mir?"

Die letzte Frage war die wichtigste. Dass dies hier alles irgendwie der Geheimhaltung unterlag, war mehr als ersichtlich geworden und sie wollte keine dummen, weil sinnlosen Fragen nach dem "Was ist das hier?" stellen. Aber sie wollte wenigstens wissen, welche Rolle man ihr dabei zugedacht hatte. Sicher nicht nur, mit Puppen zu spielen.

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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Gestalt » Dienstag 20. Januar 2015, 08:29

"Wenn du schon Wolle heißt, heiße ich halt Stein."
Der sogenannte Wolle lachte kurz. „Auch nen interessanter Name!“
"Es gibt allerdings vermutlich erstmal Wichtigeres... die Pferde müssen schnell trocken werden, der Ritt hierher war fordernd. Und man ließ mir keine Zeit, passende Ausrüstung mitzunehmen. Wie weit soll die Tarnung gehen?"

Als sie ihren Umhang etwas aufzog damit Wolle die Kleidung sah nickte er mitfühlend.
"Und was wird von uns erwartet? Oder zumindest von mir?"
Wolle gab ihr ein Handzeichen und führte das Pferd von Eisenfaust zu einem provisorischen Stall. Dieser war zwischen zwei Bäumen errichtet und vom weiten erkannte man ihn als diesen kaum. Mehrere Äste und Stämme ergaben das Grundgerüst und Schnee und Blattwerk tarnte die Außenverkleidung. So das der Stall von der Kehrseite von Weiten aussah wie ein kleiner Hügel auf dem Büsche wuchsen.
Wolle gab beim Stall angekommen Darna die Zügel von seinem Pferd und holte aus einer Kiste die in der Nähe stand zwei trockene Decken aus Schafsfell hervor.
Die Knappin merkte durch die zwei braunen Pferde die dort schon standen einen leichten Temperatur unterschied, auch wenn das nur ein Tropfen auf den Heißen Stein oder besser gesagt kalten Stein war.
„Wenn die Zwei trocken, getränkt und gefüttert sind, kriegst du richtige Kleidung! Solange musst du halt die Zähne zusammenbeißen!“
Er zwinkerte ihr zu und dann machten die Beiden sich an die Arbeit.

Während sie so die Pferde versorgten wurde Darna durch die körperliche Anstrengung etwas Wärmer, zwar nicht viel aber sie fühlte sich schon nicht mehr ganz so durchgefroren.
Wolle erklärte ihr, während sie arbeiteten was so grob auf sie zukam.
„All zu viele wirst du auch nicht von mir erfahren, da ich auch immer nur grob bescheid weiß. Das liegt zum einen daran, dass wir uns ins Feindesland begeben...!“ Er ließ kurz eine rhetorische Pause und redete dann weiter. „...und falls du gefangen genommen wirst, kannst du dann bei einer Folter nicht viel Preisgeben.
Du wirst in erster Linie genau wie ich sämtlichen Mist machen der gemacht werden muss. Quasi Mädchen für alles, aber nur wenn wir ein Lager aufschlagen. Sind wir unterwegs hältst du die Klappe und sprichst nur dann, wenn es nötig ist.
Soweit ich informiert wurden, werden wir durch Grandessa reiten. Dort uns umsehen und dann weiter mit einem Schiff zu einem weiteren mir noch nicht bekannten Ort fahren!“
Nachdem Wolle und Stein die beiden versorgten Pferde in den Stall gebracht hattenm führte der junge Mann sie zu einem kleinen Zelt. Eisenfaust saß nicht weit von ihnen entfernt am Feuer und sichtete gerade Dokumente, die er, nachdem er sie gelesen hatte, sofort ins kleine Lagerfeuer warf.
Wolle hielt den Zelteingang für Darna offen. „Wir beide werden uns während der Reise immer ein Zelt teilen, dort drinnen findest du angemessen Kleidung. Wenn du dich umgezogen hast komm nach draußen zu mir ans Feuer, wo auch Eisenfaust sitzt und gib mir all deine Sachen, die du jetzt bei dir trägst!“ Nachdem sie das kleine Zweimannzelt betreten hatte schlug Wolle den Vorhang zu und entfernte sich von der Schlafstelle.

Im Zelt befanden sich nur zwei Liegestätten und ein Sack mit Kleidung der wohl für Darna war. Durch das bisschen Tageslicht und das Feuer konnte die junge Frau wenigstens etwas im Zelt erkennen.
Im Sack befanden sich eine schwarze Lederrüstung auf dessen Rücken ein Symbol abgebildet war, ein azurblauer, gefüllter Kreis, in dessen Mitte sich zwei weiße Hände befanden, die sich mit den Fingerspitzen berührten und somit ein Dreieck formten.
Die schwarze Lederhose passte ebenfalls wie angegossen und auch die gefütterten schwarzen Lederschuhe. Dazu gab es noch diesen dickgefütterten schwarzen Reisemantel, den hier alle trugen.
Als sich Daran angezogen hatten musste sie sich wahrscheinlich wundern, warum alles wie angegossen passte. Wann hatte man diesen Haufen wohl ihre Maße mitgeteilt?
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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 20. Januar 2015, 23:03

„Wenn die Zwei trocken, getränkt und gefüttert sind, kriegst du richtige Kleidung! Solange musst du halt die Zähne zusammenbeißen!“ Er zwinkerte ihr zu und dann machten die Beiden sich an die Arbeit.
Die Pferde zu versorgen, tat gut - es war nach diesem Chaos das Erste, was ihren gewohnten Abläufen entsprach und mit dem sie sich auskannte. Sie konnte ihre Finger bewegen und der windgeschützte Unterstand und die Nähe der warmen Tiere trugen schon einen gefühlt erheblichen Teil dazu bei, dass sie der Unterkühlung durch den windgepeitschten Ritt entgegenwirken konnte. Allerdings gab es mal wieder neue Verwirrung, als ihr aus einer der sonst leeren Satteltaschen "ihrer" Stute etwas seltsames entgegen ragte: sie zog mit gerunzelter Stirn vorsichtig einen langen Pfeil aus der Tasche... einen reich verzierten. Einen Moment lang betrachtete sie dieses Ding, das für sie mehr nach einem Kunstwerk aussah als nach einem Gebrauchsgegenstand. Den konnte man sich eher über den Kamin hängen, aber wer hängte sich schon einen einzelnen Pfeil an die Wand?
"Weißt du, wem der gehört?", fragte sie verwundert und zeigte Wolle den Pfeil. "Kommt der Besitzer des Pferdes noch nach?" Sie nahm stark an, dass einer von Eisenfausts Männern den Pfeil dort warum auch immer vergessen hatte.

Da die Herkunft des Pfeiles zunächst ein Rätsel zu bleiben schien, konzentrierte sich Darna bald wieder auf wichtigere Dinge; zum Beispiel, Wolles Erklärungen zuzuhören: „All zu viel wirst du auch nicht von mir erfahren, da ich auch immer nur grob bescheid weiß. Das liegt zum einen daran, dass wir uns ins Feindesland begeben...!“ Er ließ kurz eine rhetorische Pause und redete dann weiter. „...und falls du gefangen genommen wirst, kannst du dann bei einer Folter nicht viel preisgeben.
Du wirst in erster Linie genau wie ich sämtlichen Mist machen der gemacht werden muss. Quasi Mädchen für alles, aber nur wenn wir ein Lager aufschlagen. Sind wir unterwegs hältst du die Klappe und sprichst nur dann, wenn es nötig ist.

Soweit ich informiert wurde, werden wir durch Grandessa reiten. Dort uns umsehen und dann weiter mit einem Schiff zu einem weiteren mir noch nicht bekannten Ort fahren!“

Äußerlich still nahm sie die Erklärung auf, nickte nur leicht, räumte den letzten Huf der Stute aus, gab ihr Wasser und Futter und folgte Wolle dann zu den Zelten. Ihre Miene war während aller Erklärungen und der Arbeit ernst geblieben, nur zuletzt, als er das Aushändigen der Sachen ansprach, furchte sich leicht ihre Stirn.

Aber dann war sie auch schon alleine im Zelt und sah sich um. Sie teilte sich mit Eisenfausts Knappen - wofür sie ihn hielt - also ein Zelt. Schon seit der Zeit vor Beginn ihrer Knappschaft, als sie noch etwa zehn Jahre alt gewesen war, hatte sie sich vorgenommen, mit sowas nie ein Problem haben und nie eine Extrabehandlung bekommen zu wollen. Sie hatte auch schon mit Jungs ein Zimmer geteilt - und bald festgestellt, dass eher die Jungen oder ihre weitere Umgebung damit ein Problem hatten als sie. Schließlich hatte sie die meiste Zeit am Hof von Aarenhorst ihr Zimmer mit ein oder zwei Mägden geteilt, aber dass es noch genug Zeiten geben würde, wo für solchen "Luxus" kein Platz sein würde, war ihr immer klar gewesen. Wolle schien ein umgänglicher Mensch zu sein - sie würde sich darum bemühen, ihm mit ihrer Anwesenheit möglichst wenig ein Ärgernis zu werden.
Allerdings hatte sie sich sowas schon öfters vorgenommen...

Stirnrunzelnd betrachtete sie das Symbol auf der Lederrüstung und versuchte es einzuordnen. Hatte sie das irgendwo schon mal gesehen oder von der Beschreibung gehört? Sie hatte schon diverse offizielle Schriften studiert und ging in Gedanken auch Organisationen außerhalb von Ritterschaft und Adel durch, andererseits würde es sie wundern, wenn man diesen Trupp offiziell identifizieren konnte. Vermutlich war dieses Zeichen irgendwie ausgedacht, um den Trupp während und innerhalb der Aktion identifizieren zu können. Vier Mann hatten Eisenfaust im Anwesen begleitet, weitere zwei draußen gestanden. Mindestens drei hatte sie im Wald gesehen. Vier Zelte, von denen eines schon für sie und Wolle gedacht war... sie gewann allmählich den Eindruck, dass dieser schwarz gekleidete Trupp hier nicht der einzige war, der existierte.
„...und falls du gefangen genommen wirst, kannst du dann bei einer Folter nicht viel preisgeben", gingen ihr die Worte des Jungen wieder durch den Sinn. "Vielleicht solltest du hier nicht so viel mitzählen und nachdenken", kommentierte sie ihre Lage selber nüchtern.
Gefangen genommen und gefoltert werden. Diese beiläufige Bemerkung lag ihr wie ihr neuer Name im Magen.
Und nach Grandessa mit dem Schiff aus weiter, statt zurück? Das klang von allem bisher noch fast am seltsamsten. Wohin? Die relativ betrachtet nächstgelegenen Inseln wären nach Süden Arderis oder nach Norden Belfa. Auch wenn alles andere genauso möglich war, konnte sie sich auf nichts einen Reim machen, welchen Sinn das haben sollte. "Vielleicht auch besser so." Und vielleicht erzählte man ihnen ja auch bewusst nicht die Wahrheit.
Gefoltert werden...

Es war eine Sache, sich im Rahmen ihrer Ausbildung theoretisch mal damit zu beschäftigen und sich dann einzureden, dass man nie König und Vaterland verraten würde. Eine ganz andere Dimension gewannen solche Vorstellungen, wenn man sie konkret in Betracht ziehen konnte, wie sie gerade feststellte. Nicht, dass es etwas an ihrem Vorsatz, treu zu bleiben, geändert hätte, aber es war ein mehr als mulmiges Gefühl.
Sie sah auf die Sachen, die sie abgelegt hatte. Sie hatte automatisch zwei Stapel gemacht: einmal für jene Dinge, die neutral gehalten waren und im Prinzip nichts über sie aussagten, und einmal lag abseits die Tunika in den Wappenfarben. Was war noch persönlich? Mit einem Bedauern im Blick öffnete sie einen ihrer Gürtelbeutel, wo neben ihrem Kamm...
sie kramte, furchte stark die Stirn. Verflixt, wo war ihr Einhorn?! Sie sah in die anderen Taschen, aber das war schon widersinnig; sie wusste, wo sie die kleine Holzfigur, die sie an Ritter Hagen erinnerte, immer verwahrte. Der Kamm war da, aber die Figur war weg!
Gernot? Hatte er sie etwa gestohlen?
Sie drehte sich widersinnigerweise einmal herum, um sich umzuschauen. "Das versteh ich jetzt nicht." Darna blickte irritiert blinzelnd auf die Tasche. Es gab eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, als dass jemand die Figur aus der Tasche genommen haben musste. Dass sie beim Ritt heraus gefallen wäre, war mehr als umwahrscheinlich.

Die Knappin atmete frustriert aus, gleichzeitig fragte sie sich, ob sie nicht vielleicht dankbar darüber sein sollte, dass die Figur womöglich gut verwahrt irgendwo bei irgendwem im Anwesen des Stadtgrafen lag.
"Womit wir zum nächsten Detail kommen..." Mit leidend verzogener Miene blickte sie auf ihren silbernen Ring mit dem Wappen ihrer Familie. Den musste sie ablegen? Nein. Vielleicht reichte es, wenn sie ihn mit dem Wappen zur Handfläche gedreht im Handschuh trug.
"Unfug."
"...und falls du gefangen genommen wirst, kannst du dann bei einer Folter nicht viel preisgeben"

Vielleicht konnte sie ihn in ihrer Kleidung einnähen?
"Als wenn sie die nicht gründlich durchsuchen, wenn sie dich erwischen."
Sie könnte ihn runterschlucken.
"... ... damit er... und dann müsste ich... ... Nein! Das würde ich vielleicht machen, wenn ich ihn bis dahin... anderswo verwahren könnte!"
Sie seufzte. Und wirkte einen Moment wirklich bekümmert. Plötzlich hatte sie noch sehr genau vor Augen, wie sie diesen Ring von ihrem Herrn Vater ausgehändigt bekommen hatte, als feststand, dass sie tatsächlich an den Grafenhof durfte. "Bleibe dir immer bewusst, wer du bist und woher du kommst, Darna. Was du tust, tut die Familie von Eibenau, und wir stehen für dich ein. 'Adel' kommt von 'edel', das sind unsere Wurzeln, das sind deine Wurzeln. Vergiss sie nicht." Behutsam glitt ihr Zeigefinger über das Hirschwappen derer von Eibenau, sie drehte den Ring, schaute auf ihren innen eingravierten Namen...
"Wenn du dort irgendwo stirbst, wirst du also namenlos bleiben? Irgend eine unbekannte Leiche, irgendwo verscharrt... wenn überhaupt." Sie schloß kurz die Augen. Diese Gruselvorstellung drohte sie einen Moment zu lähmen. Warum wurden überhaupt RITTER auf eine Geheimmission geschickt?! Kurz kochte Wut über diese ganze Heimlichtuerei in ihr hoch. Solches Herumspionieren war doch etwas für Soldaten, für Späher halt - ein Ritter hat nichts zu verbergen! Sie gehörten in Wappenröcken aufs Schlachtfeld, und nicht in Verstecke im Wald! Warum vertraute der König nicht einmal auf seine Soldaten?

Plötzlich hatte sie wieder das Wappen auf dem Brief vor Augen, den Eisenfaust Talarion in die Hand gedrückt hatte. Es war wie ein Mahnmal in allen Details in ihrer Erinnerung.
"Genau da ist der Punkt. Er vertraut das hier nicht mal seinen Soldaten an. Sondern Rittern. Es muss! wichtig sein."
"Für seine Majestät", wisperte sie leise und ohne jedes heldenhafte Gefühl, dabei legte sie den Ring zu der ordentlich zusamengelegten Tunika. "Was hab ich dem König auch schon anzubieten außer mich selbst..." Sie verstaute alles, die Tunika zuunterst, in dem Sack, in dem die Lederrüstung gewesen war, rückte alles Neue an ihr noch einmal zurecht und wollte mit dem Beutel dann nach draußen, als sie nochmal innehielt.
Was würde mit den privaten Sachen schon geschehen? Sie stellte sich plötzlich vor, wie Eisenfaust den Sack einfach ins Feuer warf wie zuvor die Briefe und sah ihren Ring in den Flammen... sie presste die Lippen zusammen und kramte ihn rasch wieder heraus, behielt ihn in der rechten Faust. Wenn er verschwinden sollte, wollte sie das anders erledigen dürfen.
"Hoffentlich habe ich nicht zu lange gebraucht."

Sie kam im Moment nicht dazu, sich darüber Gedanken zu machen, warum die Sachen passten. Die Vermutung würde nahe liegen, dass ihr Eintreffen hier also doch schon länger geplant war, aber die Puzzleteile passten noch immer alle nicht so recht zusammen - es schien gerade eher unwichtig. In dem Sack, den sie trug, schien ihre Vergangenheit zu liegen und in ihrer Faust verborgen... sie selbst. Sie sollte es opfern und wusste nicht einmal genau, wofür, außer dass ihr König es für nötig hielt. Ein Schaudern ging über ihren Rücken, als sie sich zügigen, recht leisen Schrittes dem Feuer näherte und Mimik und Ton wieder in sachlich nüchterne Bahnen zwang. Soweit es die Situation hergab, ließ sie Eisenfaust unbehelligt und wandte sich wie angewiesen an Wolle:
"Hier im Sack sind unten die persönlichen Dinge, aber das meiste zeigt keine Spuren einer Herkunft, es sind einfache Nutzdinge. Was soll damit geschehen?"

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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 28. Januar 2015, 10:17

"Hier im Sack sind unten die persönlichen Dinge, aber das meiste zeigt keine Spuren einer Herkunft, es sind einfache Nutzdinge. Was soll damit geschehen?"
Wolle nahm den Sack entgegen und öffnete ihn. Eisenfaust während dessen biss gerade ein Stück Fleisch ab von einem ziemlich zäh aussehenden Stück Trockenfleisch, was er in seiner rechten Hand hielt. Er schenkte den Zwei einen beiläufigen Blick, als gerade aus dem Unterholz vier Mann ankamen.
Zwei davon waren die Spurenverwischer von vorhin, die zwei anderen hatte Darna zuvor nicht gesehen. Die Truppe setzte sich wortlos ans Feuer und Eisenfaust warf einen davon ein Bündel hinüber in dem sich mehrere Scheiben Trockenfleisch befanden.
„Das geht alles zurück in die Heimat, wenn wir wieder da sind, bekommst du es zurück!“
Wolle wollte gerade mit dem Sack in der Hand gehen als Eisenfaust die Stimme erhob.
Er blickte dabei Darna direkt an. „Ist in den Sack auch der Ring von ihr?“ Der Mann ließ den Blick weiterhin auf der Knappin ruhen der so eisig war, dass man eine Gänsehaut bekam. Wolle indes begann in den Sack zu kramen. „Du brauchst nicht danach zu Suchen sie hat ihn in ihrer rechten Hand!“ Er biss ein weiteres Stück von der zähen Speise ab und sprach mit leicht vollem Mund weiter. „Wolle wie oft hab ich dir was gesagt?“ Jetzt blickte er den jungen Mann an, der sofort antwortete. „Kenne deinen Freund...“
„...genauso wie deinen Feind!“
Beendete der Glatzköpfige den Satz. „Du hast die ganze Zeit mit ihr zusammengearbeitet. Dir hätte auffallen müssen, dass sie einen Ring trägt!"
Wolle nickte entschuldigend! Doch Eisenfaust hörte mit seiner Strafpredigt nicht auf.
„Ein aufmerksames Auge ist überlebenswichtig im Feindesland und noch viel wichtiger in der Schlacht. Schreib dir das endlich hinter die Ohren!“ Der Mann richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die junge Frau. „Und du ebenfalls! Ich weiß ja was sie euch Lehren. Dieser ganze Mist, den ein angeblicher Ritter ja braucht, um tugendhaft zu sein, damit er seinem König treu dienen kann. Doch im Kampf kannst du damit nichts anfangen. Wichtig ist dort nur, sei schneller als der Andere und hab keine Skrupel jemanden dein Schwert in den Rücken zu rammen!“
Er spuckte kurz auf den Boden und redete dann weiter mit Darna.
„Sag mir Stein worin bist du gut? Doch überleg, bevor du sprichst, ich will nicht irgendeinen Mist hören. Ich will von dir genau wissen, welche Fähigkeiten du hast und was du wirklich beherrscht? Die meisten Knappen, die ich vor Wolle hatte, waren meist nur Leute die große Töne spuckten und wenn’s dann hart auf hart kam, sich einpissten!“
War das jetzt der Ritter den Darna begleiten sollte als sein Knappe?
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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 28. Januar 2015, 16:40

„Das geht alles zurück in die Heimat, wenn wir wieder da sind, bekommst du es zurück!“
Erleichterung. Als Wolle aufstand, um den Sack wegzubringen, hob sie leicht die Hand und öffnete den Mund, um ihn zu bitten, den Ring noch in den Sack tun zu können, als Eisenfaust die Stimme erhob. Sie hielt die Worte zurück und drehte dem Anführer automatisch den Kopf zu, begegnete so seinem Blick. „Ist in den Sack auch der Ring von ihr?“ Sie furchte leicht die Stirn. Eisenfausts Blick ruhte so eisig auf ihr, dass sie sich innerlich duckte, äußerlich kaum erkennbar etwas kleiner wurde. Vor allem aber schüttelte sie dezent, doch eigentlich klar sichtbar selber den Kopf auf die Frage.
Was dachte Eisenfaust gerade von ihr, dass sie den Ring hätte unterschlagen wollen? Dann hätte sie ihn doch kaum einfach nur in der Hand behalten...
Wolle indes begann in den Sack zu kramen. „Du brauchst nicht danach zu Suchen sie hat ihn in ihrer rechten Hand!“
Wieso fühlte sie sich gerade wie ein ertappter Dieb, obwohl sie gar nichts getan hatte?

Er biss ein weiteres Stück von der zähen Speise ab und sprach mit leicht vollem Mund weiter. „Wolle wie oft hab ich dir was gesagt?“ Jetzt blickte er den jungen Mann an, der sofort antwortete. „Kenne deinen Freund...“
„...genauso wie deinen Feind!“ Beendete der Glatzköpfige den Satz. „Du hast die ganze Zeit mit ihr zusammengearbeitet. Dir hätte auffallen müssen, dass sie einen Ring trägt!"
Wolle nickte entschuldigend!
Die Knappin weitete leicht die Augen und wieder öffnete sich ihr Mund, wie um einwendend etwas zu sagen. Doch man unterbrach nicht seinen Vorgesetzten, und Eisenfaust hörte mit seiner Strafpredigt nicht auf.

„Ein aufmerksames Auge ist überlebenswichtig im Feindesland und noch viel wichtiger in der Schlacht. Schreib dir das endlich hinter die Ohren!“ Der Mann richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die junge Frau. „Und du ebenfalls! Ich weiß ja was sie euch Lehren. Dieser ganze Mist, den ein angeblicher Ritter ja braucht, um tugendhaft zu sein, damit er seinem König treu dienen kann. Doch im Kampf kannst du damit nichts anfangen. Wichtig ist dort nur, sei schneller als der Andere und hab keine Skrupel jemanden dein Schwert in den Rücken zu rammen!“
Sie zog sich zunehmend mit seinen Worten und seinem Benehmen innerlich zurück. Außenstehende konnten beobachten, wie ihre Mimik und ihr Blick anfangs vermutlich von Empörung künden mochten, vielleicht auch Scham - ihre Wangen und Ohren waren jedenfalls schon seit der Sache mit dem Ring gerötet; doch während der ganzen Standpauke zogen sich die Wangenmuskeln nach hinten, die Narben auf den Wangen strafften sich dadurch. Ihr Blick wurde gänzlich unpersönlich und distanziert, huschte aber trotzdem aufmerksam über Details, die in ihrem Blickfeld lagen, ohne die Aufmerksamkeit vom Truppführer zu nehmen. Ihre Hände wanderten nebenher aus Routine auf den Rücken und die Haltung wurde wieder schulbuchtauglich.
Eisenfaust spuckte kurz auf den Boden - ebenfalls ein Detail, das sie deutlich registrierte - und redete dann weiter mit Darna, die äußerlich ihrem selbstgewählten Namen jetzt schon alle Ehre machte: sie stand da wie eine Statue.

„Sag mir Stein worin bist du gut? Doch überleg, bevor du sprichst, ich will nicht irgendeinen Mist hören. Ich will von dir genau wissen, welche Fähigkeiten du hast und was du wirklich beherrscht? Die meisten Knappen, die ich vor Wolle hatte, waren meist nur Leute die große Töne spuckten und wenn’s dann hart auf hart kam, sich einpissten!“
Ein minimales Furchen ihrer Stirn. Diese Wortwahl... sie hatte einen kurzen Moment in Betracht gezogen, dass Eisenfaust dieses ganze Gehabe lediglich schauspielend an den Tag legte, doch sie bemerkte bislang keine Anzeichen dafür, denn er benahm sich im Prinzip ja die ganze Zeit schon so.
Er ist kein Ritter. Damit war die Sache für sie beschlossen. Er mochte ein Mann sein, der einen Ritterschlag erhalten hatte, aber er war für Darna der Inbegriff dessen, was sie sich stattdessen unter einem abgehärteten Söldnerhaudegen vorgestellt hätte, oder einem alten Weibel. Er hatte einen Priester beleidigt. Er bölkte in der Gegend rum. Er war rücksichtslos zu seinem Pferd. Er sprach mit Essen im Mund und spuckte auf den Boden wie so ein...
Sie konzentrierte sich lieber auf ihre Antwort, statt über unschöne Worte nachzudenken. Was verstand Eisenfaust unter "irgendeinen Mist"? Sie ahnte, was es für sie zu tun geben würde, hatte aber keinen Schimmer, welche Fähigkeiten der Trupp während ihrer Reise noch brauchen würde. Sie beschloss auch auf die Gefahr hin, dass er für das eine oder andere nur Verachtung haben würde, ausführlich zu bleiben:

"Herr, ich bin seit sieben Jahren in der Ausbildung an dem Hof, von dem Ihr mich abgeholt habt", begann sie ihre im Ton sehr sachlichen Worte und vermied es dabei spürbar, genauer auf ihre Herkunft hinzuweisen. "Das heißt, Ihr dürft in allen entsprechenden Pflichten von einer fundierten Ausbildung durch Kenner ihres Fachs ausgehen. Ich verbrachte die meiste Zeit aber in der Stadt, nicht auf Fahrt - mir wurde das Nötigste beigebracht, um auch in Wald und Wildnis zurecht zu kommen, doch darin wird Routine fehlen. Ich bin sehr gründlich in der Pflege von Ausrüstung und Tieren. Ich kann mir gut Informationen merken und besitze verschiedenstes Wissen über Ränge, Geographie, Geschichte und dergleichen." Sie fürchtete, dass gerade diese Dinge eher weniger das waren, was Eisenfaust schätzte - ein bißchen begann sie doch, seine scheinbare Abneigung gegen sie nachzuvollziehen. Die Hoffnung blieb, dass vielleicht aber auch seinem Trupp genau das fehlte, was sie konnte?

"In meiner Kampfausbildung lag das Hauptaugenmerk auf dem Rapier. Mit dem Faustschild kann ich umgehen, nutze ihn aber eher ungerne. Ich habe mich von Beginn an bemüht, auch den Kampf mit Langschwert und Schild lernen zu dürfen. Meine Grundausbildung darin ist abgeschlossen und wurde seit dem letzten halben Jahr intensiviert. Ich treffe mit dem Jagdbogen eine übliche Zielscheibe auf dreißig Schritt. Ich habe keine 'echte' Kampferfahrung. In den sportlichen Ertüchtigungen war ich neben den Jungen oft nicht die Beste, aber die Hartnäckigste." Ihr fiel doch noch was ein: "Im Langlauf war ich die Beste. Und im Klettern."
Wenn sie sich so zuhörte, wirkte das selbst auf sie eher wie die Aufzählung von Dingen, die sie nicht konnte, als Gründe, die für ihre Teilnahme sprachen. Sie atmete einmal kurz durch.
"Herr, ich muss in Bezug auf die wahrscheinlich vor uns liegenden Anforderungen auch erwähnen, dass ich ein, wie andere Leute es ausdrücken, 'lausiger' Lügner bin, aber ich kann schweigen." Die Worte waren kaum über ihre Lippen, als in ihr Sorge aufkam, ob es klug gewesen war, das mit dem Schweigen zu erwähnen. Sie argwöhnte, dass es prompt "unter erschwerten Bedingungen" ausgetestet werden könnte und wusste mangels Erfahrung - zum Glück? - nicht, wie sie sich selber dabei einschätzen sollte.

"Und wenn ich etwas zu dem Ring anmerken darf: es lag nicht in meiner Absicht, ihn zu unterschlagen, Herr. Ich wusste nur nicht, was damit geschehen solle und argwöhnte, dass er in einem Feuer landen könnte. In diesem Fall hätte ich ihn lieber selber irgendwo vergraben, wo nur ich ihn wiederfände." Sie nahm die rechte Hand vom Rücken und suchte mit ihrem Blick Wolle, dem sie den Ring in ihrer Handfläche nun anbot, in der Mimik lag etwas wie eine Entschuldigung. Ihre Worte waren weiter sachlich an Eisenfaust gerichtet und sie sah kurz darauf den Anführer auch wieder an: "Sofern Ihr nicht die Kenntnis verlangt habt, dass ich einen solchen halt besitzen werde, kann der Ring ihm aber nur schwer aufgefallen sein, Herr: Schon als wir noch vor dem Lager absaßen, habe ich Handschuhe übergezogen, unter denen man den Ring nicht sieht und die ich erst im Zelt wieder auszog."
Sie furchte leicht die Stirn und war sich mal wieder einen Moment nicht sicher, ob es klug war, in dieser Art "Widerworte" an Eisenfaust zu richten. Wenn er wirklich so ein Auge fürs Detail hatte, wie er es Wolle antrainieren wollte, hätte er ihre Handschuhe selber registrieren müssen. Allerdings hatte er ihr dauernd den Rücken zugewendet und sich am Feuer auf andere Dinge konzentriert...
Egal wie - die Botschaft, die sie damit an Wolle sendete, war ihr die eigentlich wichtigere:

Ich bin nicht dein Feind.

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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 12. Februar 2015, 10:27

"Und wenn ich etwas zu dem Ring anmerken darf: es lag nicht in meiner Absicht, ihn zu unterschlagen, Herr. Ich wusste nur nicht, was damit geschehen solle und argwöhnte, dass er in einem Feuer landen könnte. In diesem Fall hätte ich ihn lieber selber irgendwo vergraben, wo nur ich ihn wiederfände."
Wolle nahm den Ring aus ihrer Hand und in seinen Blick konnte man deutlichen sehen, dass er ihr die ganze Sache nicht übel nahm. Danach ging er wieder ein Schritt zurück um nicht das Gespräch zwischen Darna und Eisenfaust zu stören.
"Sofern Ihr nicht die Kenntnis verlangt habt, dass ich einen solchen halt besitzen werde, kann der Ring ihm aber nur schwer aufgefallen sein, Herr: Schon als wir noch vor dem Lager absaßen, habe ich Handschuhe übergezogen, unter denen man den Ring nicht sieht und die ich erst im Zelt wieder auszog."
Eisenfaust war während ihres Monologs äußerlich ruhig gewesen nur legte er jedes Mal die Stirn in Falten, wenn sie ihn mit „Herr“ ansprach.
„Du meinst also das man deinen Ring nicht unter den Handschuhen bemerken kann?“
Warum verfiel er jetzt in die Handelssprache, die er perfekt und ohne jeglichen Akzent beherrschte.
„Du hast vielleicht recht, dass man ihn nicht sehen kann aber deine Hand bewegt sich anders, wenn du diesen nicht trägst. Das scheint dir jetzt vielleicht unwichtig zu sein aber wenn du mal in einen Faustkampf verwickelt wirst und von einem Ringträger einen Schwinger abbekommst wirst du den Unterschied bemerken.“
Die Männer im Lager nickten zustimmend.
„Das du nicht Lügen kannst ist gut zu wissen! Du wirst in dieser Hinsicht Nachhilfe von Zunge bekommen“ Er zeigte auf einen der Männer am Lagerfeuer der rote Haare hatte und ein ziemlich hinterlistiges Lächeln auflegte als er Darna anblickte.
„Der Rapier ist eigentlich eine gute Waffe nur ist er für jemanden von deiner Statur eine Verschwendung. Du hast wahrscheinlich noch nie mit einer Axt gekämpft oder?“
Einer der anderen Männer stand auf als wäre das sein Stichwort gewesen und ging auf Darna zu. Er war ungefähr genauso groß aber natürlich wesentlich breiter. An seiner Hüfte baumelte eine gefährlich aussehende Axt an der wie es schien noch altes geronnenes Blut vom letzten Opfer an der Klinge klebte. Der Mann hatte sehr raue Gesichtszüge und kalte graue Augen.
Wolle ging schnell zu einem anderen Zelt in der Nähe und holte einen Rapier und ein Faustschild hervor. Die Waffe und das Schild waren schmucklos und trugen deutliche Spuren vom regelmäßigen Gebrauch. Der junge Mann übereichte der Knappin den Rapier und das Schild.
Der Kerl mit der Axt der aussah wie der Henker ihres Vertrauens blieb nur zwei Armlängen vor Darna stehen und musterte sie von oben bis unten.
„Der Mann vor dir heißt Grinsi!“ Weder Eisenfaust noch die anderen Männer lachten über diesen Namen oder grinsten.
„Er wird dich...“ Eisenfaust kam nicht dazu seinen Satz zu beenden denn Grinsi hatte schon den Übungskampf begonnen in dem er einen harten Tritt gegen Darnas Faustschild ausgeführt hatte. Dieser unvorhergesehene Tritt brachte die junge Frau auch erst mal aus dem Gleichgewicht und lies sie einige Schritte nach hinten trudeln.
In der Zwischenzeit hatte Grinsi schon seine gefährlich und tödlich aussehende Axt gezückt und stampfte auf sie zu.
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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 12. Februar 2015, 14:15

„Du meinst also das man deinen Ring nicht unter den Handschuhen bemerken kann?“
Während sie zu einer Antwort darauf noch kurz überlegte, ob er den Unterschied zwischen "sehen" und "bemerken" selber bewusst gebrauchte, gab ihr Eisenfaust schon selbst die Antwort:
„Du hast vielleicht recht, dass man ihn nicht sehen kann aber deine Hand bewegt sich anders, wenn du diesen nicht trägst. Das scheint dir jetzt vielleicht unwichtig zu sein aber wenn du mal in einen Faustkampf verwickelt wirst und von einem Ringträger einen Schwinger abbekommst wirst du den Unterschied bemerken.“
Die Männer im Lager nickten zustimmend, und sie nahm seine Worte mit einem leicht verzögerten Nicken ebenso einfach hin. Sie konnte sich vorstellen, was er meinte, nur schien ihr das nicht mehr viel mit dem zu tun zu haben, was er von Wolle erwartet hätte. Gleichgültig - die Schärfe des Rüffels schien verflogen, und sie gab sich damit zufrieden.

„Das du nicht Lügen kannst ist gut zu wissen! Du wirst in dieser Hinsicht Nachhilfe von Zunge bekommen“
...
Nachhilfe? Im Lügen?
Als der "Zunge" genannte Mann sie ansah, der sich auf seine Aufgabe schon irgendwie zu freuen schien, begegnete ihm die Knappin mit einer Mimik, die mit "zweifelnd" noch höflich umschrieben wäre; man mochte in ihren Ausdruck sogar Mitleid hinein interpretieren, man würde nicht allzu weit daneben liegen. Darna wusste nicht, was sie von dieser Absicht halten sollte, hielt es aber weder für eine kluge Idee, Eisenfaust zu widersprechen oder sich in Befehlsverweigerung zu üben, noch hier jetzt irgendwem einen Vortrag über Lysanthors Tugenden zu halten.
Einen winzigen Moment schloß sie die Augen und atmete aus. Warum, zum Kuckuck, hatte man sie ausgerechnet SO einer Mission zugeteilt?! ALLES hier war falsch!

„Der Rapier ist eigentlich eine gute Waffe nur ist er für jemanden von deiner Statur eine Verschwendung. Du hast wahrscheinlich noch nie mit einer Axt gekämpft oder?“
"Nein, Herr." Ihre Wangen glühten schon wieder, weniger vor Scham, sondern mehr aus dem Bemühen heraus, den immer stärkeren Widerwillen gegen all das hier niederzukämpfen. Zum Glück sorgte die kalte Luft ohnehin für gerötete Wangen, so dass sie nicht allzu schlimm wie ein errötender Backfisch aussehen musste - auch wenn sie im Prinzip gerade einer war.
Sie sah normalerweise auf die kleinen, zierlichen und hilflosen Adelsfräulein in gewisser Weise herab... in dieser Runde fühlte sie sich gerade selber fast wie eines.
Die Knappin hob den Blick zu dem axtbewehrten Schrank, der sich gerade in Bewegung gesetzt hatte und auf sie zukam. Ihre Mimik ernüchterte, als sie grob ahnte, was nun kommen sollte. Der sollte sie jetzt also im Axtkampf unterrichten?
Eine Axt ist eine Waffe für Holzfäller. Die Worte von Meister Roderich lagen ihr auf der Zunge und sie hätte sie mit der gleichen Überzeugung wie ihr Lehrmeister gesagt, aber sie war klug genug, auch dies nicht hier und nicht jetzt auszusprechen. Sie ist gefährlich, hat wie jede Waffe ihre Vor- und Nachteile und ist für manche Ritter sogar die Waffe ihre Wahl, aber ich sag's euch gleich, von mir werdet ihr den Umgang damit nicht lernen! Wenn ihr eine schwere Waffe wollt, nehmt Streitkolben oder Schwert!
Das alles schien hier so fern, wie die Geschichten aus einem Märchenbuch. Wolle reichte ihr Rapier und Schild.
"Danke."
Der Kerl mit der Axt der aussah wie der Henker ihres Vertrauens blieb nur zwei Armlängen vor Darna stehen und musterte sie von oben bis unten.

Narben hin oder her, Statur hin oder her, schwarze Kleidung... das, was vor dem Axtkämpfer stand, musste dem Mann gerade wie leichte Beute vorkommen. Darna hielt die Waffe gesenkt, locker, und ihr Gefühl, hier fehl am Platze zu sein und ihre Unsicherheit strahlten ihr in diesen Momenten aus jeder Pore ihres Seins.
„Der Mann vor dir heißt Grinsi!“ Weder Eisenfaust noch die anderen Männer lachten über diesen Namen oder grinsten.
Darna lachte auch nicht oder grinste. Das tat sie schon seit elf Jahren nicht.
„Er wird dich...“ Sie trudelte nach hinten und rammte schließlich einen Fuß gegen den Boden, um wieder kontrolliert zu stehen. Die Knappin schaute auf Grinsi und seinen Gang, seine Axt und hob zum ersten Mal ihre eigene Bewaffnung, dass man merken konnte, dass sie das Zeug wenigstens zuvor schon mal in den Händen gehalten hatte.
Übungswaffen...?
Die machen hier keine halben Sachen. Darna musste schon das erste Mal ausweichen, noch während sie ihre Gedanken grob sortierte und vor allem schnell beiseite schieben musste, sonst wäre der Kampf bereits verloren, Übung oder nicht.

Grinsi wollte sie sicher nicht umbringen, aber nach einem Tänzchen um der Ästhetik willen sah das hier sicher auch nicht aus. Eisenfaust wollte wissen, was sie konnte. Na gut. Dies hier würden bei allem Widerwillen wohl doch noch die nächste Zeit ihre "Kameraden" sein, also sollten diese Leute auch ruhig sehen, was sie konnte, ehe sie ihre Defizite erst im Ernstfall erleben mussten. Gleichzeitig musste sie am besten jetzt klipp und klar beweisen, dass sie eben kein "Püppchen" war. Grinsis Tritt als auch Eisenfausts Worte über ein Schwert im Rücken stellten klar, dass sie zudem keine ehrenhaften Turnierkämpfe erwarteten... na schön.
Sie würde sicher nicht dem anderen Dreck in die Augen schmeißen, wenn es nicht direkt um ihr Leben ging, aber Meister Roderich war auch klug genug gewesen, sie nicht nur im Goldenen Käfig nett Mann gegen Mann kämpfen zu lassen. Immer mal wieder hatte er sechs Jungen aus den ärmlicheren Vierteln Jorsas einige Münzen zugesteckt, damit sie mit seinen Knappen "Jeder gegen jeden" übten, mit stoffgepolsterten Knüppeln, und dabei mitsamt allen blauen Flecken auch lernten, was "schmutzige Tricks" bedeuteten. Als die Frage nach der Ehre zwangsläufig aufkam, hatte er ihnen einen langen, ernsten Vortrag gehalten, der sich letztlich auf einen Nenner herunter brechen ließ:
Ehre, wem Ehre gebührt.
Darna mochte dergleichen nicht. Für sie war Ehre essentiell wichtig, um sich vom gemeinen Ork zu unterscheiden. Aber dumm war sie nicht.
Das hier war kein Turnierplatz.

Sie wich dem Lagerfeuer aus, und am besten auch jedem anderen der Anwesenden - sie konnte sich ja nicht mal sicher sein, ob sich nicht noch jemand einmischen würde. Ihr Umhang war gut gegen das Wetter - aber schlecht im Kampf. Noch während des Vorgeplänkels, das sich nach dem Tritt ergab, sah sie zu, den Umhang zu lösen und rasch irgendwo los zu werden, wo er sie nicht mehr behinderte. Grinsi kam ihr dabei gefährlich nahe, nahm auch auf diese Maßnahme sicher keine Rücksicht, und sie musste sich unter seiner Axt wegducken und sie dabei mit dem Faustschild auch weglenken, damit sie keinen größeren Schaden nahm. Einen Teil des Stieles bekam sie dabei mit dem Arm ab, und die Lederrüstung bewies das erste Mal ihre Nützlichkeit.
Darnas Versuch, danach bereits fast schon zwischen den Zelten stehend wieder Abstand zu gewinnen, musste regelrecht hektisch bis tolpatschig anmuten, wie eine kopflose Flucht, allerdings mied sie es gewissenhaft, über die Schnüre zu stolpern, und kurz darauf mochte ein Beobachter mit taktischem Blick auch argwöhnen, dass das Ganze ein Ziel hatte:
wenn Grinsi ihr noch weiter einfach mit ein paar Angriffen folgen würde, würden sie zwischen den ersten Bäumen am Rand des Lagers landen, an einer Stelle, wo sie auch recht dicht beieinander standen. Ob das Absicht war?

Ja, war es.
Ein guter Feldherr wählt den Ort des Kampfes selbst, versuchte Darna eine ihrer Lehren zu beherzigen und Grinsi das Kämpfen zu erschweren, indem sie ihm zumindest zum Teil die Möglichkeit zum beliebigen Ausholen mit seiner Axt nähme. Der nächste Schritt wäre dann, dass sie sich allerdings dort womöglich noch zwischen Unterholz keine großen Rückwärtsbewegungen mehr erlauben konnte - im Gegenteil, dazu musste sie am besten ihn verleiten. Also Bewegungen antäuschen und Angriff. Bisher hatte sie nur einige gewöhnliche Attacken eher angedeutet, um nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, sie würde sich gar nicht dem Kampf stellen. Während des Geplänkels hatte sie sich wie üblich bemüht, Grinsis Schwächen und vor allem seine Geschwindigkeit einzuschätzten, kalkulierte ein, dass er sich noch zurückhielt und hoffte, zwischen den Bäumen auch in diesem Punkt einen Vorteil zu erhalten, gerade mit ihrem leichteren Rapier.
Zustechen war in einem Übungskampf so eine Sache... aber wenn man es tat, dann in einer Art und Weise, dass dem Gegner klar werden musste, dass er gerade aufgespießt worden wäre, hätte man nicht daneben gezielt. Mit dem Ausholen würde sie auch selber Schwierigkeiten bekommen können - ein Kurzschwert wäre hier sicher besser gewesen. Aber man musste die Vorteile nutzen, die heraus zu holen waren.
Sie war drauf und dran, sich auch des Fausschildes zu entledigen, was sie aber nicht zu früh tat - womöglich fiel dem Axtschrank ja noch etwas ein, womit er dem Ganzen eine Wendung geben würde. Er war mit Sicherheit klar der erfahrenere Kämpfer, und Darna rechnete nicht wirklich mit einem Sieg. Zudem wurde ihr jedes Mal zunehmend mulmig, wenn die Axt über Schulterhöhe von oben nach unten auf sie zukam, und das wurde zwischen den Bäumen sicher nicht besser...
Wenigstens weiß ich es dann vorher.
Beim Lichtherrn, wenn sie hier zwischen diesen Kerlen nicht ihr Bestes gab, konnte sie auch zur Sticknadel greifen!

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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 4. März 2015, 09:38

Grinsi folgte der jungen Frau stur und holte in regelmäßigen abständen zu mächtigen Schwingern aus die ihr locker den Kopf vom Rumpf abtrennen würden. Die Schläge waren zwar nicht so schnell wie die Angriffe eines Schwertkämpfers aber trotzdem gefährlich.
Irgendwann befanden sie sich dann, so wie es Darna sich vorgestellt hatte, im Wald. Eisenfaust und seine Männer waren den Zwei mit einem gewissen Abstand gefolgt und beobachteten aufmerksam den Kampf. Doch keiner der Anwesenden feuerte die Kämpfenden an, sie beobachteten nur Stumm den Kampf. So als würden sie jede Bewegung Darnas analysieren. Die Knappin hatte geschickte den Kampfplatz zu ihren Vorteil ausgewählt und so kam es auch dazu das Grinsi seltener mit der Axt auf sie einschlug, da ihn die nahe stehenden Bäume behinderten. Doch irgendwie bekam die Knappin das Gefühl das sich der Hüne davon nicht wirklich beeindrucken lies, es wirkte sogar eher so das er damit gerechnet hatte. Doch viel Zeit darüber weiter nachzudenken hatten sie nicht da der Mann wieder zu einem Schwinger ausholte und stätig immer näher kam. Hatte er vor sie zu packen? Wenn ja würde Darna aufgrund des unterschiedlichen Körpergewichtes erhebliche Probleme bekommen.
Deswegen versuchte sie auch wieder etwas mehr auf abstand zu kommen und erblickte dabei einen breiteren Ast an einem Baum der sich etwas weiter hinter ihr befand. Dieser befand sich auf einer idealen Höhe um Grinsi eine Falle zu stellen.
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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Darna von Eibenau » Samstag 7. März 2015, 00:11

Übungskampf.
"Whushhhh!"
Übungskampf.
"Whushhhh!"

Mit jedem von Grinsis Schlägen, die dumpf die Luft zerteilten, musste sie ihre Nerven beruhigen. Schon nach vier Schlägen hasste sie diese Axt und hasste vor allem die Höhe, auf der er zuschlug. Allein die Regelmäßigkeit der Schläge gab ihr die Möglichkeit, etwas besser als sonst die aufkeimende Panik noch in eisernem Griff zu behalten. Es war zu berechenbar. Gleichzeitig schrillten andere Alarmglocken, dass genau das ein sehr alter Trick war, um dann in geeignetem Moment eben völlig unerwartet einen anderen Rythmus einzuschlagen und dann den Gegner zu überrumpeln.
Auch, dass Eisenfaust und die anderen ihnen rein beobachtend folgten, beruhigte sie wie sie es vom Kopf bis in die Zehen unter Anspannung setzte. Die letzten Zweifel verflogen, dass das hier ein "Beweise, was du kannst!"-Kampf war, und der musste nicht einmal beendet sein, wenn das erste Mal ein kampfentscheidender Schlag erfolgte... der würde dann nur einfach registriert und weiter gefochten. Bis einer aufgab. Oder der Lehrer genug gesehen hatte. Eher ersteres.

Neben der Knappin, an deren Bewegungen und Manövern bis in den Wald hinein nichts zu bemängeln war, die aber auch sichtlich sehr schnell bis in die Haarspitzen mit Adrenalin vollgepumpt war, wirkte der Henker ihres Vertrauens regelrecht gelassen. Die scheinbare Gleichgültigkeit, mit der er das für ihn ungünstigere Terrain hinnahm, bestätigte nur Darnas Verdacht, dass sie es auch mit einem erfahrenen Gegner zu tun hatte.
Hab keine Angst, ihm weh zu tun. Gib alles, was du hast!
Die Außenstehenden mochten es wohlwollend in ihren Beurteilungen verbuchen, dass die Knappin eine bemerkenswerte Geschwindigkeit und Sicherheit darin bewies, die Gegebenheiten ihrer Umgebung sauber zu erfassen. Obwohl sie sich auf unbekanntem Boden meistens rückwärts bewegte, stolperte sie nicht und wich den meisten Hindernissen frühzeitig aus, ohne ihren Gegner aus den Augen zu lassen. Dieser ließ es wohl auch teils mit sich machen, doch steuerte klar die Knappin die Richtung des Kampfes, und nicht der Axtschwinger.

Trotzdem kam ihr Grinsi näher.
Nerven behalten. Selbst dieser Verlauf wirkte von ihm beabsichtigt und fast wie aus dem Schulbuch - Darna hielt unerwartete Manöver von ihm für immer wahrscheinlicher und bemühte sich, auch ihr Tempo entsprechend noch etwas zu erhöhen, als sie den Ast registrierte.
Verlockend.
Wird er auch gesehen haben. Ältester Trick der Welt.
Du kannst ihn trotzdem benutzen.
Sie halten dich für zu ehrenhaft...


Es hatte alles im Leben seine Vor- und Nachteile. Obwohl ihre Gedanken sich überschlugen und schnell abgehakt waren, waren es doch Gedanken - Überlegungen, die sie ein paar Schritte lang einen Tick weniger aufmerksam wirken ließen als bisher.
"Whushhhh!"
Die Axt zog wieder an ihr vorbei und sie machte regelrecht einen Satz nach hinten, als hätte dieser Schlag, und vor allem die fehlende Distanz zu ihr, sie überrascht. Wie schon zwischen den Zelten wirkte ihr Zurückweichen wieder hastig. Die Riposte, die sie dabei schlug, war alles, außer gefährlich - und als hätte sie es geahnt, nutzte Grinsi genau diesen Moment, um sein Tempo sprunghaft zu erhöhen und sie selber gegen diesen Ast zu drängen; dünn war er nicht, und hätte sie ihn zu einem falschen Zeitpunkt im Rücken, würde sie einfach ausgebremst und hätte seine Axt in Brustkorb oder Hals.
In diesen paar Lidschlägen ging alles verdammt schnell - es waren diese seltsamen Momente, die keine zwei Herzschläge dauerten, aber einem selber in alle Einzelheiten zerlegt unheimlich lang vorkamen:

Darna spürte den ersten leichten Druck und wusste, sie hatte das Holz nun im Rücken. Grinsi legte es mit einem Vorstürmen darauf an, ihr den Ast zur unerwarteten Barriere zu machen, doch da ihr ja bereits durchaus klar war, was sie hier nun behinderte, hatte sie keine Skrupel, sich fließend mit ziemlich viel Gewicht in den Ast zu legen und hörte, wie er sich knarzend bog. Ihr versteinerter Blick war auf Grinsis Miene und die Bewegungen seiner Schultern fixiert.
Er merkte es. Er holte zwar aus, aber zog bereits seinen Oberkörper zurück, um von dem sicher gleich heranschnellenden Ast nicht getroffen zu werden. Gleichzeitig begann seine Axt einen schrägen Bogen von oben nach unten zu führen, statt wie bisher fast immer nur stur waagerecht, um die Knappin aus seiner Sicht weiter links zu empfangen - denn die wahrscheinlichste von ihr zu erwartende Bewegung war, dass sie dem dünner werdenden Ast zur Seite folgte, um ihn vorschnellen zu lassen. Wäre sie hingegen so dumm, sich nach unten zu ducken, um den Weg für die Holzpeitsche frei zu machen, hätte sie seine Axt gleich im Gesicht.

Da kam aber kein Ast. Als wäre sie regelrecht höflich, hielt die Knappin das Holz zurück, für einen winzigen Moment trafen sich ihre Blicke, und der Knappin stolze Haltung schien stumm zu sagen: Ich mache sowas nicht!
Grinsi hatte seinen Oberkörper weit genug nach hinten gebracht, um von dem Ast kaum behelligt zu werden. Allerdings schlug seine Axt zwangsläufig nun auch völlig sinnlos gegen den Boden. Hätte Darna den Winkel registriert und den Umstand, dass sich nicht die Axtschneide in die Erde fraß, hätte sie vielleicht beruhigend registriert, dass sie "nur" von der Breitseite erwischt worden wäre.
Der Krieger entspannte sich eine Spur - es schien keine Gefahr zu drohen und die Knappin schien tatsächlich erst nett beiseite treten zu wollen, um dann abseits des Astes weiterkämpfen zu wollen? Mit verengten Augen setzte er an, seine Axt neu zu heben, um ihr zu zeigen, was er von dieser Höflichtuerei hielt...
"Whushhhh!" - die Blätter rauschten, als der Ast plötzlich seine Spannung nach vorne entlud. Über der ungefährlichen Axt hatte die Knappin sich nun doch nach unten geduckt, mehr noch: während er die Waffe neu zu sich ziehen musste und in der leichten Überraschung reflexartig den linken Arm hochriss, um nicht dünnere Zweige und umherwirbelnde Blätter ins Gesicht zu kriegen, hechtete Darna an seiner linken Seite vorbei und gelangte für einen kurzen Moment hinter ihn.

In diesem Augenblick bewies das Rapier einen seiner großen Vorteile: es war schnell aus dem Weg gebracht und schnell wieder auf Kurs - viel schneller als eine zweihändige Axt es je gekonnt hätte. Und auch, wenn es nicht so elegant und grazil wie bei einer geschmeidigen schmalen Fechterin aussehen mochte, das gefahrlose Abrollen über ihre Klinge beherrschte Darna im Schlaf. Was sie nicht bedacht hatte, war, dass ihr Gegner seine Waffe bei einigen Schlägen auch einhändig benutzen konnte, und so fühlte sie aufkeimendes Entsetzen, als die Axt in seiner Linken einfach zurück gerissen in einer gewaltigen Sichelbewegung eher als erwartet um Grinsi herum geschwungen kam. Den Göttern sei dank hatte sie sich nicht aufgerichtet! Sie spürte, wie der Stiel der von ihr unterlaufenen Axt über ihren Scheitel zog, und verbissen presste sie die Zähne zusammen, während ihr ein kaltes Grausen über den ganzen Rücken zog.

Grinsi musste indes registrieren, dass die Klinge ihres Rapiers direkt an seiner linken Seite ruhte, aus der hockenden Haltung der Knappin heraus ihn von schräg unten sauber aufgespießt hätte.

Ein kurzes Brummen erklang von ihm. Einer von Eisenfausts Männern raunte, doch das hörte sie nicht. Kein Befehl erklang, und so geschah, was sie befürchtet hatte: Grinsi ließ ihr gerade genug Zeit, um aufzustehen, dann begann der "Tanz" von Neuem. Und diesmal keine schulbuchartigen regelmäßigen Schwünge von ihm - jetzt kämpfte er. Immernoch ließ der "Henker" dabei keine großen Emotionen dabei erkennen, immernoch schien er das Ganze trotz der Härte sehr sachlich anzugehen... es war Darna, deren Schutzwall mehr und mehr bröckelte.
Ein Schlagabtausch folgte, bei dem auch die Knappin sich nicht länger zurück hielt und nun ernsthaft in die Offensive ging. Mehrere Attacken konnte man von ihr beobachten, viele Standard und sauber wie aus dem Bilderbuch, aber auch einige Hiebe und Stiche, die von Leidenschaft und Können sprachen. Sie trennte sich nicht von ihrem Faustschild, denn zwei mal brauchte sie den, um sowohl Grinsi als auch seine Waffe auf Distanz zu halten. Dabei begriff sie fast zu spät, dass sie sich bei ihrem ebenso gerüsteten Gegenüber wirklich nicht zurück zu nehmen brauchte - einmal packte er sie trotz Blockschlag, riss sie herum und sie landete mit dem Rücken an einem Baum. Obwohl ihr Sterne vor den Augen zu tanzen drohten, ging sie wenigstens sofort in die Hocke und hörte, wie die Axt über ihr dumpf gegen den Stamm knallte.
Will er mir den Schädel zerschmettern, verdammt?!
Sie wich nach hinten um den Baum herum aus und stoppte abrupt ihre Richtung, als Grinsi sich für eine Seite entscheiden musste, auf der er sie empfangen wollte. Wieder schaffte sie es, den Schwung seiner Axt ins Leere laufen zu lassen und setzte einen Stich, der seinen rechten Unterarm durchbohrt hätte.

Ihre Mimik war inzwischen eine verbissene Maske - öfters sogar mit gebleckten Zähnen -, die "wütender Köter"-Fresse, die Gernot so oft gesehen hatte und das ihr ein mal ein ernsthaftes Gespräch sowohl mit Meister Roderich als auch mit Bruder Talarion eingebracht hatte, in denen sie beiden glaubhaft versichern musste, dass es nicht die blanke Mordlust innehatte, die man leicht daraus ablesen mochte. "Es tut mir leid, Herr, aber ich achte beim Kämpfen nicht darauf, ob ich nett genug aussehe", hatte sie ein wenig mürrisch bekundet und hilflos erklärt: "Ich bin auf den Kampf konzentriert, das ist alles. Und selbst, wenn es ein Übungskampf ist, ist es für mich 'Ernst', aber deswegen will ich noch lange niemanden töten!"
Ob Grinsi das auch so einschätzte?
Neben diesem Verbissenen gesellte sich aber noch etwas dazu: mehr und mehr Panik, die sie immer weniger zurückhalten konnte. Jeder erfahrene Kämpfer würde die Art der Bewegungen wieder erkennen, die immer hektischer wurden, immer ineffizienter, immer unkontrollierter.

Irgendwann schätzte sie die kommende Richtung ihres Gegners völlig falsch ein, und als hätte er es erwartet, stieß Grinsi sie mit voller Wucht seines Armes schmerzhaft zurück und sie landete mit dem Rücken auf dem Boden. Mit von Entsetzen geweiteten Augen sah sie die Klinge der Axt von oben auf sich herunter kommen und hinterher wusste sie nicht einmal mehr, wie sie es geschafft hatte, sich noch zur Seite zu rollen, statt panikgelähmt dort liegen zu bleiben.
"Genug!", brüllte sie auf den Knien zusammengekrümmt und ließ ihre Waffe los, hob zitternd die rechte Hand. "Ich gebe auf!" - die Worte hektisch, die Stimme leicht schrill. Sie war längst kalkweiß und neben dem Schweiß der Anstrengung war es vor allem Angstschweiß, der ihre Haare wirr an den Schläfen kleben ließ.
Würde der "Henker ihres Vertrauens" seinem Eindruck gerade gerecht werden, er hätte vor sich das fast perfekte Opfer kauern. Nach kampfentscheidenden Treffern stand es sogar drei zu zwei für sie, doch was brachte ihr das? Sie konnte nicht mehr. Und womöglich hatte Grinsi sie noch geschont...

Wenn sie sie nach Hause schickten, weil sie sie nicht gebrauchen konnten, wäre das bei ausgerechnet solch einem Auftrag so schlimm? Aber wäre es nicht ein Scheitern ausgerechnet in dem Moment, wo ihr König sie das erste Mal zum Dienst rief? Zu solchen Überlegungen war sie in diesen Sekunden, wo sie auf die Reaktion der anderen wartete, noch nicht einmal fähig. Das Blut rauschte in ihren Ohren, trotzdem fühlte sich alles taub an. Sie zwang sich, nicht hörbar zu keuchen, auch wenn ihr Atem raste und viel wichtiger: nicht loszuschluchzen. Der Matsch und das tote Laub, auf das sie gerade herunter starrte, machten es nicht einfacher...
"Gebührt dem Sieger nicht, dass man sich vor ihm verneigt?"
Sie hörte wieder Gernot... diese hohntriefende Stimme. Es war, als wäre er es, der neben ihr stand. Sie presste die Zähne noch fester zusammen und versuchte recht erfolglos, diesen Eindruck aus ihren Gedanken zu jagen. Ihre Rechte ballte sich zur Faust.

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Re: Ein Waldlager

Beitrag von Erzähler » Montag 9. März 2015, 09:15

"Genug!", brüllte sie auf den Knien zusammengekrümmt und ließ ihre Waffe los, hob zitternd die rechte Hand. "Ich gebe auf!"
Der Henker blickte auf sie herab. In seinem Gesicht sah man keine Regung auch nicht, ob der Kampf ihn genauso gefordert hatte wie er es bei der jungen Frau getan hatte.
Er warf einen kurzen Seitenblick zu Eisenfaust und seine Männer, der Anführer gab den Mann nur ein kurzes Handzeichen und ging zurück zum Feuer.
Grinsis Stimme war kalt, und ohne Emotionen als er ihr sagte „Du hast gut gekämpft!“ und als Belohnung bekam die Knappin ein Schlag auf dem Hinterkopf der sie sofort den Boden küssen lies und ihr das Bewusstsein nahm.

Stille

„Wie lange noch?“
„Wir sind bald da!“
„Gibt es einen besonderen Grund für die Planänderung?“
„Natürlich gibt es den!“
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