Unterwegs

Hier handelt es sich ausschließlich um ein landwirtschaftliches Dorf. In Bernar findet man nur Viehzüchter, Bauern, Jäger, aber auch Gerber und Schneider, welche die Häute der gezüchteten Tiere verarbeiten.
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Helena Morgan
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Unterwegs

Beitrag von Helena Morgan » Mittwoch 30. Januar 2013, 16:36

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Unterwegs
Einige Zehnttage sind mittlerweile ins Land gezogen, nachdem Helena ihre Heimat auf Loki sitzend verlassen hatte. Da der Vormittag voran schritt, wurde es auch endlich wärmer und man hörte Reiterin und Pferd wohlig seufzen, bzw. schnauben. Beide empfanden die voranschreitende Wärme als sehr angenehm, da die Nächte immer noch empfindlich kalt waren. Sie stieg von Loki herunter, ging im angenehmen Tempo, die Zügel locker in der Hand haltend neben ihn her. Sie schien seinen fragenden Blick, den er ihr nur aus den Augenwinkeln, Kopf nicht bewegend, zuwarf sofort zu spüren. Seinen seidigen, pechschwarzen Hals tätschelnd schaute sie ihn an und sagte:
,, So hast auch du was von der Sonne und“ zwinkernd fügte sie hinzu „ein bisschen Bewegung schadet mir nicht.`` Wie von selbst bewegte sich ihre Hand zu dem Anhänger, der an einem Lederband um ihren Hals hing, strich einmal sanft darüber, während sie leise etwas murmelte. Im nächsten Moment saß eine sehr süße, dreifarbige Maus auf ihrer Hand, welche auf den Namen Dori hörte. Diese Maus schaute mit großen Knopfaugen und freudig fiepend zu Helena hinauf, welches ihr ein liebevolles Lächeln entlockte. ,, Da bist du ja meine Süße‘‘ Dori wurde geknutscht und erhielt einige Streicheleinheiten, danach rannte sie geschickt ihren Arm hinauf und bezog Stellung auf der Schulter, wenn die Situation es erfordern würde, kann sie sich schnell hinter den Haaren ihrer Besitzerin verstecken, sollte Helena sie nicht in die Kette zurück schicken.
Immer mal wieder schaute Helena sich aufmerksam um, da sie keine Lust hatte dem nächsten Dunkelelfen in die Arme zu laufen. Sie ist zwar nicht wehrlos, aber das musste dann doch nicht sein. Bisher hatte sie Glück gehabt und keiner kreuzte direkt ihren Weg. Ein paarmal konnte sie welche beobachten, aber aus weiterer Entfernung und so schlug sie dann auf Loki im schnellen Tempo unbemerkt eine andere Richtung ein.
Ohne den Blick gen Himmel zu richten, wusste sie das die Sonne jetzt ihren höchsten Stand erreicht hatte, weil ihr Magen laut und fast schon protestierend anfing zu knurren. Mit einer beruhigenden Geste legte sie sich selbst die Hand auf ihren flachen aber weichen Bauch. Das Frühstück schien wohl doch schon länger her zu sein. Da ihre Gedanken mal wieder beim Essen waren, knurrte ihr Magen schon wieder. Man könnte meinen, Loki würde dem Ganzen bewusst keinerlei Aufmerksamkeit zukommen lassen und nur mit den Augen rollen, als wüsste er was gleich geschieht. Ja, er hatte es geahnt! Kaum war das zweite aufdringliche Magenknurren seiner Reiterin verklungen, neigte sie sich zu ihm und machte Anstalten ihn anzuknabbern. Außerdem vernahm er ihrerseits Worte, die zwar lustig gemeint waren, was er aber ganz und gar nicht so empfand! Er schaute sie empört an und unterstrich das Ganze noch mit einem aufgebrachten Wiehern, damit auch sie merkte was er davon hielt! Angewidert ging er ein paar Schritte zur Seite und schaute demonstrativ weg von ihr in eine andere Richtung. Helena zwang sich nicht laut zu Lachen, musste aber dennoch breit grinsen. Da er sich ja abgewandt hatte, konnte er diese verräterische Reaktion nicht sehen. Ulkend dachte sie sich nur: was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß.
Diesen Spaß wiederholte sie im Abstand von einigen Tagen, weil er sich jedes Mal so unterhaltsam empörend verhielt. Das alles nur weil sie feixend zu ihm meinte das sie jetzt Hunger auf Pferdewürstchen hätte. Das änderte aber nichts daran, dass ihr Magen immer noch knurrte. Also setzte sie eine versöhnliche Miene auf und ging zu ihrem Hengst, um sich Wortreich zu entschuldigen, zusätzlich bedachte sie ihn mit einer langen Streicheleinheit, bis er anfing sie mit seinem Kopf anzustupsen, er hatte ihr wie immer verziehen. Sie führte ihn zu einer Stelle an der er grasen konnte, die aber auch Zeitgleich durch einige Büsche geschützt war, so konnte nicht jeder die Beiden sofort entdecken. Sie machte es sich auf dem zum Teil moosigen Boden bequem und holte ihren Wasserschlauch wie Proviant hervor.
Zuletzt geändert von Helena Morgan am Mittwoch 27. Februar 2013, 04:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Unterwegs

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. Februar 2013, 05:47

Helena war schon einige Zehntage unterwegs, ohne eigentlich genau zu wissen, wo sie hin wollte. Ihr Unwille, sich gegebenen Strukturen anzupassen, hatte sie fort getrieben und für sie war es wahrlich nicht der schlechteste Weg. Im Grunde hatte sie auf diesen Zeitpunkt gewartet und hatte die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, als ihre Eltern tatsächlich beide auf Mission waren. Soweit sie sich erinnern konnte, war das noch nie vorgekommen, aber mittlerweile war sie erwachsen und ihre Eltern hatten das Vertrauen in sie, dass sie durchaus ihren Alltag zu meistern vermochte. Natürlich wären sie entsetzt über den Umstand, dass ihre Tochter alleine durch die celcianischen Lande reiste. Helena hingegen sah das überhaupt nicht so, Dori und Loki waren bei ihr und das was zur zeit alles an Gesellschaft, was sie brauchte.
Endlich spielte auch das Wetter wieder mit, denn obwohl mittlerweile die warme Jahreszeit ins Land gezogen war, so war die Wärme bisher recht verhalten gewesen. Graue Wolken waren besonders in den letzten tag tief und stürmisch über den Himmel gejagt und hatten der Bevölkerung ein Unwetter nach dem anderen beschert. Zur Abwechslung hatte es dann mal tagelang eine drückende Schwüle, mit äußerst warmen Winden gegeben. An diesen Tagen hatte Helena vornehmlich ihre langen Pausen an kleinen Bächen und im Schatten der Bäume verbracht. Nicht einmal Loki hätte sie an diesen Tagen überreden können, auch nur einen Schritt zu tun, es sei denn, es hatte sich um die Beschaffung von Nahrung gehandelt.
Zur Zeit befand sie sich in der Nähe von Bernar. Die Gerüchte, die sie über die aktuelle Situation dort gehört hatte, hatten sie unstet in Schlangenlinien weitere reisen lassen. Wenn sie in der Ferne augenscheinliche seltsame Gestalten erkannt hatte, so war ein großer Bogen drum herum aus ihrer Sicht, die beste Wahl gewesen, zumal sie es ja eh nicht eilig hatte.
Der Weg, auf dem sie sich aktuell aufhielt, würde sie in drei Tagesritten direkt zur Hauptstadt Grandessas führen. Wobei sie unterwegs an allerlei Höfen noch vorbeikommen würde, zumindest hungern musste sie nicht. Wenn Helena etwas aufmerksam war, dann könnte sie zumindest für das Abendessen Mais und Kartoffeln einheimsen, was ja schon mal die halbe Pacht war. Aber auch an Wild sollte es in dieser Gegend nicht mangeln oder aber, sie würde einfach bei einem Bauern sich etwas Fleisch kaufen oder eintauschen, die Möglichkeiten waren ja vielfältig.
Die nächste Option, die sich er Reiterin bot, waren drei verschiedene Wege.
Der zu ihrer Linken, führte zwischen zwei Feldern hindurch. Der Weg war prächtig eingerahmt von alten Bäumen. Zwischendurch wuchsen in kleinen Grüppchen angeordnet, bunte Wildblumen, die Loki bereits sehnsüchtig betrachtete. Seine Nüstern blähten sich leicht, als er den Duft des Grünen einatmete.
Geradeaus, würde sie immer noch nach Bernat gelangen, wobei der Weg so langsam einen leichten Rechtsdrall beschrieb.
Zu ihrer Rechten wurde der Baumbestand immer dichter, es musste sich wohl um eine Art kleines Wäldchen handeln, in den der Weg hineinführte. Wohin sie dort kommen würde, konnte sie so nicht ersehen. Aber der Wald sah einladend aus und versprach eine gewisse Kühle. Mit Sicherheit könnte sie dort auch Beeren und Pilze finden.
Unschlüssig, wie sie dort immer noch auf der Weggabelung stand, drehte Loki irgendwann seinen Kopf zu seiner Reiterin herum und sah sie leicht missbilligend an. Dann warf er leicht seinen Kopf in die Höh’, ehe er abgrundtief seufzte und seinen Kopf in Richtung der Grashalme am Rand senkte und dort genüsslich knabberte. Sollte seine Freundin sich doch weiter den Kopf zermatern. Der Tag war zu schön, um sich groß zu ärgern. Die Vögel zwitscherten und eine leichte Brise kam auf, die allen durchs Haar und Fell strich. Das Leben konnte schon angenehm sein.
In dieser Brise, stellte Dori sich auf die Hinterbeine und schnupperte. Sie befand sich gerade auf Helenas rechter Schulter und hatte dort die Aussicht genossen. Wenn sie auf ihre kleine Maus achtete und dann auf die Brise, konnte sie die interessanten Gerüche ebenfalls bemerken, die mit dem Wind getragen wurden. Es roch nach Holz, Nadelgewächsen, frisch gemähtem Gras, Feuchtigkeit und Asche. Die letzte Komponente musste Helena theoretisch stocken lassen, so etwas lag selten im Wind. Wenn sie sich umsah, konnte sie aber gerade keinen Brand oder ein Feuer ausmachen, es kam aber definitiv von rechts, aus dem Wald. Würde sie ihrer Neugier nachgeben?
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Re: Unterwegs

Beitrag von Helena Morgan » Mittwoch 27. Februar 2013, 04:16

Nachdem sie sich ausgiebig gestärkt hatte, lehnte Helena sich an einem Baum und genoss weiterhin die wärmende Sonne auf ihrer Haut, lauschte dem Zwitschern der Vögel und dem Rauschen des Windes, heute war wirklich ein schöner Tag! Während sie so vor sich hin döste, gingen ihre Gedanken auf Wanderschaft und blieben bei ihren Eltern hängen. Sie vermisste die Beiden sehr, vor allem ihren Vater, aber der Drang ohne ihre Eltern und unter deren schützenden Hände zu Reisen und etwas zu erleben war dann doch noch größer. So war es nicht verwunderlich, dass ihrer Gedanken weiter zu Valas schweiften. Ihr früher so geliebtes Kindermädchen und heutzutage bester Freund. Sie musste Lächeln als sie daran zurück dachte, dass es erst einen Valas bedurfte, der ihr den Floh ins Ohr setzte auf Abenteuer zu gehen. Dass sie nicht selbst auf diese Idee gekommen war… ! Ja, auch ihn vermisste sie.

Nach einiger Zeit vernahm sie ein abgrundtiefes Seufzen, wie sie es von ihrem Pferd schon so manches Mal gehört hatte und sah, wie Loki genervt auf sie nieder blickte. Sein Blick sprach Bände, er wollte weiter. Ihr kam der Gedanke ihn zu ärgern und liegen zu bleiben, entschied sich dann aber doch dagegen. Also stand sie auf und streckte sich, die Wärme hatte sie schläfrig und müde gemacht. Dori schien ebenfalls ein Schläfchen auf ihrer Schulter gehalten zu haben, da diese nur träge die Augen öffnete und schaute was der Grund für die Bewegungen war. Während sie zu Ihrem Hengst ging, pflückte Helena ihre Maus vorsichtig von der Schulter und streichelte sie behutsam. Sie überlegte, welchen Weg sie jetzt einschlagen sollten, es standen drei zur Auswahl. Der Weg zu ihrer linken wurde schon sehnsüchtig von Loki betrachtet, was sie gut verstehen konnte, da der Weg zwischen zwei Felder entlang führte. Am Wegesrand standen Bäume, die auf jedenfall für Schatten sorgen würden und dazwischen wuchsen hübsche und wenn sie Loki anschaute, offensichtlich auch wohlschmeckende Wildblumen. Der Weg zu ihrer rechten führte durch ein Wäldchen oder sogar einen Wald, das konnte sie von ihrer Position aus nicht so richtig ausmachen, er machte aber einen einladenden Eindruck auf sie, genauso wie der mittlere Weg vor dem die drei zur Orientierung stehen geblieben waren. Da es Helena egal war welchen Weg sie einschlugen, wollte sie Loki den Gefallen tun und den appetitlichen linken Weg einschlagen. Ihr Pferd stupste sie in die Seite, wahrscheinlich erfreut darüber dass es endlich weiter ging.

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