Hinter feindlichen Linien

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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[INFO] In der Stillen Ebene steht die dunkle Armee (bestehend aus Dunkelelfen, Orks und Untoten). Das Fischerdorf ist in der Gewalt von Orks. Pelgar wird von der dunklen Armee angegriffen, die auch im Besitz eines heraufbeschworenen Knochendrachens war. Hinweis: Dieser ist inzwischen besiegt und auf Pelgar abgestürzt. Seht hierzu die Weltereignisse auf der Webseite durch!
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Kazel Tenebrée
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 12. Mai 2010, 17:50

"Uff!" Kazel knallte mit dem Bauch unsanft gegen den Steinaltar, als der dunkelelfische Kommandant ihn schubste. Es war aber nicht der Stoß, der ihm die Luft aus den Lungen presste. Hinter dem Altar verbargen sich Kisten, angefüllt mit einzelnen Körperteilen aller möglichen Geschöpfe Celcias. Menschliche Finger und Ohren, aber auch jene von Tieren schwammen in einer klebrigen Flüssigkeit, die Kazel nur auf den zweiten Blick als Honig erkannte. Er schauderte und war so lange genug abgelenkt, dass der Kommandant ihn widerstandslos auf den Altar fixieren konnte. Kazel ruckte an den Fesseln. Es hatte keinen Sinn, sie saßen fest im Gestein.
Er atmete tief und voller Verzweiflung durch. Was sollte er noch tun? Raxtian gewährte ihm eine letzte Schonfrist, denn er wollte angemessen seinen ... Experimenten nachgehen. Welch pervertierte Gedanken krochen durch den unter der Kapuze verborgenem Kopf? Kazel atmete schneller. Angstschweiß drang aus all seinen Poren. Er wollte nicht sterben, nicht jetzt und auf keinen Fall so. Göttliche Rache, weil du Shantih ermordet hast? "Ahhhrrr!" Er stieß ein schuldbeflecktes Klagen aus. So musste es sein. Was hatte man ihm über Lysanthor in Pelgar erzählt? Er war der Gott der Gerechtigkeit. Forderte er diese durch dunkelelfische Hand nun ein?

Jetzt wehrte er sich nicht mehr. Rebellischer Widerstand schwand, aber wer mochte es ihm vorwerfen? In einer Situation wie dieser mochte selbst der größte Optimist zum Realisten werden und erkennen müssen, dass der Weg an dieser Stelle endete. Es gab keine Gabelungen, die man beschreiten, keinen Graben, in den man sich stürzen konnte. Kazels Straße endete vor einem Abgrund und er hatte seinen Fuß bereits für den letzten Schritt erheben müssen.

"Berichte mir ... tu deinen letzten Dienst an deine Armee." Kazel blinzelte. Er würde hier sterben müssen. Vermutlich langsam, unter Schmerzen und sehr qualvoll. Seine Glieder zitterten unkontrolliert vor Angst. Doch sein Verstand sagte ihm, dass er wenigstens auf der richtigen Seite sein wollte, wenn es passierte.
Gerade fasste er allen Mut zusammen für ein paar letzte Worte an den Kommandanten, als der Wegbereiter der Toten zurückkehrte. Seine Erscheinung hatte noch einen größeren Hauch an Schrecknis angenommen. Er wirkte unheimlicher denn je. Beinahe ... tot. Kazel wandte den Blick ab, indem er den Kopf so weit drehte, wie es ihm möglich war.

Der Mischling verhielt sich still, abgesehen von der Furcht, die so niemand mehr vor dem Feind verbergen konnte. Dennoch wirkte er nun äußerst apathisch. Die Angst lähmte ihn, machte ihn benommen, dass er garnicht mehr richtig das Gespräch zwischen Raxtian und seinem Diener verfolgte. In Gedanken war er bei jenen, die ihm in seinem Leben etwas bedeutet hatten: sein Vater, Shantih, Luziver, Landria und Xenia. Ihr Götter! Schützt sie!
Erst als der behandschuhte Daumen über Kazels Stirn strich und einen dünnen Streifen hinterließ, der nun frei von kaltem Schweiß war, kehrte die Aufmerksamkeit des Mischlings für die aussichtlose Lage zurück, in der er sich befand.
"In seinem Geist ... herrscht das Chaos ... du wirst mir viel Freude bereiten, kleiner Mischling." Er senkte die Lider. Seine Brust hob und senkte sich bereits unter zittrigen Atemstößen und seine gesamte Muskulatur verspannte sich. Er schloss die Augen, petzte sie fest zusammen, in der Hoffnung, dem Schrecken so entkommen zu können. Es gelang ihm nicht, sich nach außen hin zu verschließen.

"Sag mir, was du weißt! Los! Du ahnst ja nicht, was der Wegbereiter mit dir tun wird ... also ist es besser, du kooperierst!" Kazel sagte nichts. Er lauschte den Schritten Raxtians und seinen Bewegungen, ohne hinzusehen. Er hörte zu, wie es leise klimperte und klackerte, als der Wegbereiter seine Utensilien auspackte und bereitlegte. Dann wurde sein Gesicht unter grobem Griff gepackt, dass Kazel die Augen aufriss.
"SCHAU MICH AN UND REDE ENDLICH!" Kazel schaute ihn an. Er starrte, aber über seine Lippen kam kein Ton. Diese zitterten nur. Seine Kehle war wie zugeschnürt. Selbst wenn er gewollt hätte, er hätte jetzt nichts sagen können. An seinem Schicksal könnte ohnehin wohl keine einzige Silbe mehr etwas ändern.
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Das dunkle Volk
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Das dunkle Volk » Donnerstag 13. Mai 2010, 22:24

Raxtian trat neben den Kommandanten hin und legte seine eiskalte Hand auf dessen Schulter. Kazel konnte sehen wie sich der Dunkelelf versteifte. „Es ist gut mein treuer Diener. Du kannst zurück zu deine Truppe.“ Ein deutlicher Befehl ihn nun mit seinem Opfer alleine zu lassen. Der Kommandant salutierte. „Ja Herr.“ Er nahm Haltung an und verliess das Zelt im Stechschritt. Der Wegbereiter trat zurück zu Kazel. Langsam zog er seine Handschuhe von seinen Fingern. Der Unterschied zwischen dem Leder des Handschuhs und jenem seiner Hand war dass ersteres frischer aussah.
Sein Gesicht war im Schatten der Kutte verborgen. „Nun…Sturmadler…“ Er faltete seine Hände übereinander und stützte seine beiden Zeigefinger an seinen Lippen.

„Lebende… lieben Geschichten nicht wahr?“ Krächzte er. Raxtian sprach so ruhig und entspannt als würde draussen kein blutrünstiger Krieg toben. „Ihr wollt dass eure eigene geschrieben wird… und dies möglichst gut… hahahehrhh…“ Er kicherte vor sich hin und nahm seine Kapuze runter. Sein fahles Untotes Gesicht stierte Kazel entgegen. Sein Lachen wirkte kalt und tot. „Nun… ich weiss nicht wie eure Geschichte bisher war, ob ihr mit eurem Autor zufrieden wart oder nicht… hehehee.“ Er lächelte düster und strich Kazel abermals über die Stirn. „Respektive ob ihr mit der…mrhrm… Korrektur die offenbar an eurer Geschichte, eurem Geist durchgeführt wurde überhaupt jemals einverstanden gewesen seid.“ Er zuckte mit den Schultern und winkte ab. „Nun… was immer eure Geschichte war, wer immer sie umgeformt hat… nun gehört sie mir… hehehe.“

Er strich über die schwarze Kugel die er bereitgestellt hatte und nahm sie zur Hand. Er blickte hinein. Dann stellte er sie wieder behutsam hin. „Kennt ihr mich Sturmadler? Ist euch bekannt dass ich ein begnadeter Sammler bin? Wohl kaum nicht wahr, denn ich habe euch noch nie hier in meinen Reihen gesehen und noch nie hat einer in meinen Reihen es gewagt MEINE Experimente zu töten!“ Er winkte ab. „Aber was rede ich da? Dies ist alles irrelevant. Irrelevant für deine Zukunft… reden wir lieber über etwas erheiterndes… Sammlungen… das ist doch ein spannendes Thema. “
Raxtian war sich wohl gewohnt dass seine Umgebung bei allem zuhörte was er so zu erzählen hatten, nicht weil sie es sinnvoll oder gar als spannend empfanden, sondern weil sein Einfluss schlicht gross genug war um sie dazu zu bringen.

„Man kann praktisch alles Sammeln… ich habe mich auf die Sammlung von… organischen Körpern spezialisiert… und auf das Sammeln von..mrhrm… Geschichten…hehe…“ Er strich über den silbernen Metallfinger und streifte ihn sich über den eigenen Zeigefinger. Er passte wie angegossen – was wohl kaum überraschen war. Er tippte mit der Nadel des Metallfingers auf Kazels Stirn und zog einen dünnen Schnitt darüber. Er fing das Blut auf und kostete von dem Tropfen. „Ich sammle auch Blut.“

Er nahm eine leere Phiole zur Hand und stellte diese unter den Arm von Kazel. Dann griff er zu einem der Skallpelle und eröffnete Kazels linke Armvene. Das Blut goss wie ein kleiner klebriger Sturzbach in die Phiole. „Das Blut eines Lebenden… Lebendes Blut… es hat so viele wundervolle Eigenschaften.“ Schwärmte Raxtian. „Ausserdem kann ich es Konservieren. Ich kann praktisch alles Konservieren, wie ihr bald feststellen werdet..heh.e…“ Er faltete wieder seine Hände zusammen und wartete bis er drei Phiolen mit Blut gefüllt hatte. Insgesamt hatte er Kazel damit etwa einen halben Liter Blut abgezapft. Ein Aderlass also. Er gab ein paar Tropen einer eigenartigen Essenz in das Blut und verschloss die Phiolen dann mit einem kleinen Korkzapfen. Dann kümmerte er sich um Kazels Wunde. Er legte einen professionellen Druckverband an. „Vielleicht wird euch etwas Schwindlig… aber dass werdet ihr mir sicherlich verzeihen..m.rrh.r.mr…“ Er nahm die Phiolen zu sich, schwenkte sie hin und her. „Das ist gegen das verklumpen des Blutes wisst ihr? Ohne diese Trägerlösung würde es so Dick werden dass man es mit einem Messer zerschneiden könnte… und dann… ist es für mich nicht mehr verwendbar. Die Kunst des Konservierens setzt voraus dass man sich mit der Anatomie seiner Versuchsobjekte auskennt.“ Er musterte die Phiolen und hielt einen Moment inne.
„Wisst ihr Sturmadler, soll ich euch noch weiter Sturmadler nennen oder wollt ihr mir doch noch euren wahren Namen verraten? Es wäre doch zu schade wenn ihr unter falschen Namen in meine Sammlung kommt!“

Der Wegbereiter erwartete gar keine Antwort sondern drehte sich zu den unheimlich aussehenden Ampullen und Phiolen hin. „Dieser Metallfinger ist eine kunstvolle Konstruktion. Vorne bei der Nadel gibt es eine kleine Kammer und einen kleinen Stift der es mir erlaubt Flüssigkeiten aufzuziehen. „
„Ihr müsst wissen ich war früher ein begnadeter Pathologe, ein Anatom sondergleichen. Ich habe alle Gifte an meinen Versuchsobjekten getestet die ihr euch nur vorstellen könnt! Doch ich bin zu grösserem bestimmt… aber.. .naja man kann sich manchmal schlecht von seinem ursprünglichen Beruf lösen…hehe…“ Raxtian war nicht nur unheimlich einflussreich sondern wohl auch unheimlich verrückt. Dies konnte man zumindest meinen, doch er ging sehr strukturiert und geordnet vor. Er wusste genau was er tat und so liess es sich erahnen dass er nicht zum ersten mal Tat was er offensichtlich mit Kazel vorhatte. Er zog das unbekannte Mittel auf.

Er trat zu seinem Opfer hin und strich mit seinem freien Finger über seine Halsschlagader. „Keine Sorge… diese Flüssigkeit dient lediglich zur konservierung Sturmadler. Wisst ihr, tote Körper verlieren literweise an Flüssigkeit wenn sie verwesen.. und dies will ich nicht… zumindest nicht unkontrolliert. Dieses Mittel wird dafür sorgen dass sich die Flüssigkeit in euch bindet… damit ihr sie nicht verliert. Es könnte etwas unangenehm werden wenn euch die Schleimhäute austrocknen. Versucht also nicht zu sprechen…“ Er hielt einen Moment inne. „… Aber dass scheint euch ja ohnehin keine Mühe zu bereiten…hehe…“
Er setzte die Nadel an und injizierte die Flüssigkeit in Kazels Halsschlagader. Ein leichtes brennen durchzog ihn und ein unangenehmer Druck. Mehr nicht. Noch nicht.

„Dies dauert eine Weile…“ Meinte Raxtian ruhig. „Aber wir wollen die Zeit nicht unnütz verstreichen lassen nicht wahr? Zeit ist für euch Lebenden doch ungeheuerlich wichtig heheeh…!“

Er wandte sich ab und begutachtete die Extremitätenkiste. „Wisst ihr… ich nehme mich nur besonderen Wesen an. Ihr habt etwas gewagt was sonst keiner im Lager getan hatte… dies interessiert mich.“ Er musterte ihn. „Ich habe gesehen was für einen Rücken ihr habt. Das ist nicht schön tztz…“ Er schüttelte den Kopf. „Da finde ich was besseres für euch..Sturmadler…mrhrm..“ Er erhob sich und holte eine kleine Kiste. Er hockte sich neben Kazel so dass dieser aus dem Augenwinkel heraus die Kiste sehen konnte welche Raxtian gerade öffnete. Langsam spürte der Mischling wie seine Kehle und seine Augen trocken wurden. „Keine Sorge, irgendwann hören die Augen schon auf zu Tränen und auch die Erblindung die sich einstellen wird ist völlig normal.“
Wie beruhigend…

Er öffnete die Kisten und förderte ein Arsenal an Adlerkrallen hervor. „Steinadler, Würgadler, Seeadler…“
„Ihr dürft euch eine Klauenart aussuchen.“ Raxtian legte seinen Kopf schief und obwohl er keine sichtbaren Augen hatte spürte Kazel dennoch einen stechenden Blick auf sich. Raxtian breitete die verschiedenen Krallenarten wie einen Fächer vor Kazels Gesicht aus. „Mhrrmm..“ Die Krallen unterschieden sich nur minimal in Grösse, Dicke und Farbe. Es war nicht nur die Kralle die Raxtian in den Händen hielt sondern auch das dazugehörige „Fingerglied“ es war sauber abgeschnitten worden.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 16. Mai 2010, 11:13

Kazel blickte diese ledrig wirkende Hand an. Die Haut war erblasst, aber nicht wie bei Nachtelfen, die er in einer morgerianischen Armee möglicherweise noch erwartet hätte. Nein, Raxtians Hand wirkte tot. Untot vielleicht? Kazel schluckte. Er schloss die Augen, als könne er sich dadurch von all dem Schrecken befreien, in dem er selbst so tief drin saß.
Erst als diese toten Finger erneut Kazels Stirn berührten, schaute der Mischling wieder hin - und seine Muskeln spannten sich aufs Neue an. Dieser Wegbereiter war ein Untoter! Sein Gesicht ... es hatte niemals etwas mit dem Leben zu tun gehabt, das glaubte Kazel nicht! Die Augenhöhlen waren so dunkel und leer, tiefste Schwärze. Die Haut und die Mimik so leblos. Doch seine Worte konnten noch mehr in ihm hervorrufen als sein Anblick.
"Korrektur?", drang es fragend über seine Lippen. Was meinte Raxtian damit? "Umgeformt ...?" Der Wegbereiter winkte ab. Er wusste scheinbar, dass jemand an Kazels Hirn herumgepfuscht hatte. Vana! Aber er würde nicht weiter darauf eingehen. Kazel seufzte. Dieser Manipulation hatte er zu verdanken, dass seine einzige Liebe tot war. Dass sich die Ereignisse so entwickelt hatten. Sollte er Vana Erendis Morgaine weiterhin dafür hassen? Es war zu spät. Rachegefühle waren hier fehl am Platz. Sie sollten sein letztes Stündchen nicht beherrschen.

Raxtian schwelgte derweil in seiner Welt. Er sprach von Sammlungen und seinen Experimenten, aber auch davon, wie faszinierend Kazel ihm erschien. Schließlich hatte er gewagt, was keiner wagte! Aus gutem Grund übrigens. Die Geschichten über Raxtian und sein Hobby waren schon schauerlich, aber seine Taten übertrafen alles bei weitem.
Er verpasste Kazel einen Schnitt, um ihm Blut abzuzapfen. "Das Blut eines Lebenden ..."
"Mischblut", hauchte Kazel, mehr zu sich selbst als zu dem Wegbereiter. Ja, gemischtes Blut. Das Vermächtnis, das ihn bei all seinen Entscheidungen und auf all seinen Pfaden immer begleitet und geprägt hatte. Sein Vater hätte sich ein solches Leben bestimmt nicht für seinen Sohn gewünscht. Kazel blinzelte, damit ihm die Tränen nicht in die Augen stiegen. Ihm wurde etwas schwindelig. Er rührte sich kaum noch in seiner Fesselung.

Und noch immer sprach Raxtian munter mit ihm. Kazel hatte keine Lust mehr, ihm zuzuhören, geschweige denn zu antworten. So gab er auch seinen richtigen Namen weiterhin nicht preis. Xenia wäre vielleicht stolz darauf gewesen. Er wünschte sich, sie würde nicht kommen. Keiner von der Bruderschaft. Was sie hier alle erwartete, sollte niemandem angetan werden.
Der Wegbereiter war nicht aufzuhalten. Kazel spürte förmlich, wie ihn die letzten Kraft- und Mutreserven verließen. Aber es war noch nicht zu Ende, anscheinend noch lange nicht. Weshalb hätte Raxtian seine Wunde sonst verbinden sollen? Er wollte Kazel langsam umbringen, ganz langsam. Nein, er wollte ihn als Versuchsobjekt nutzen. Und zunächst sollte er lange konserviert werden, damit Raxtian auf weite Sicht seine Freude an ihm hätte.
Kazel wurde etwas in sein Blut gespritzt. Noch mehr, das sich vermischen konnte. Aber es würde den Fluss stoppen, sämtliche Körpersäfte daran hindern, ihn zu zersetzen. Schon machte dieser Wahnsinnige weiter, holte eine Kiste. Kazel hätte mehr erkennen können, wenn er zur Seite geschielt hätte. Aber er wollte nicht. Er ließ zu, dass die Tränen seine Augenwinkel verließen. Apathie legte sich auf sein Gemüt, doch was hätte er schon tun oder sagen sollen? Es ging vorbei und dem Wegbereiter hatte er nichts zu sagen. Zumal es ihm immer mehr die Kehle zuschnürte. Sein Mund trocknete aus, ihm wurde ganz übel davon und er versuchte, aus einem Reflex heraus, durch Schlucken die Mundhöhle feucht zu halten.

"Steinadler, Würgadler, Seeadler ... Ihr dürft Euch eine Klauenart aussuchen." Ein Fächer aus Krallen breitete sich vor Kazels Gesicht aus. Er war zu ausgelaugt, fühlte sich zu elend um vor Schrecken zusammen zu zucken. "A...dl... K...zel... " Mehr brachte er nicht über die Lippen. Warum konnte dieser Kerl ihn nicht einfach töten?
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 18. Mai 2010, 10:49

„Du bist nicht gerade ein gesprächiges Wesen mhrmm?“ Meinte Raxtian entspannt und horchte noch einen Moment auf eine Antwort. Dieser Stammelte gerade etwas. „Kzel Adler? Kenn ich nicht“ Er zuckte mit den Schulter und grinste den Mischling breit an. „Dann entscheide ich halt für dich. Ich hab ja schon einige Zusammenstellungen gemacht. Heheheh.“ Er packte die Krallen zurück in die Kiste und holte eine adere hervor. Dort drin befanden sich nur die Krallen des Steinadlers. Raxtian suchte sich zehn Stück aus und legte sie auf den Seziertisch. Dann griff er zum Skalpell. „Ich habe nicht gesagt dass es nicht unangenehm für dich werden würde… oder? Hehee.“ Er drehte Kazels Hand so dass der Handteller nach oben gewandt lag. Genau dort setzte der Wegbereiter den ersten Schnitt an und zog die soeben eröffnete Haut mit zwei Haken wie ein Fenster auseinander damit er sich mit dem Innern der Hand beschäftigen konnte. Blut floss keines, denn es war bereits an den äusseren Extremitäten erstarrt.

„Juduka! Wärst du so gut mir zu helfen?!“ Im hinteren Teil des Zeltes rührte sich etwas. Eine schlanke Gestalt trat neben Raxtian hin. Sie trug nicht die Kutte eines Nekromanten sondern jene einer Lichtmagierin. Ruhende, grüne Augen musterten Kazel. Eine geschmeidige blasse Hand legte sich auf Raxtians Schulter. „Ich könnte dir nie einen Gefallen verwehren, mein Gebieter.“ Raunte die Frau mit einer zuckersüssen und traumhaft melodischen Stimme. Im Gegensatz zu dem Wegbereiter wirkte sie wie ein Engel.

Ihr Haar war schneeweiss und ihre blasse Haut deutete darauf hin dass sie eine Nachtelfe sein musste. Eine Nachtelfe die Lichtmagie beherrschte… eine seltene Kombination. Juduka musterte Kazel, doch in ihrem Blick war weder Mitleid noch Grausamkeit zu erkennen. Sie hatte etwas liebliches an sich ohne dass sie überhaupt etwas nettes tat.
„Befeuchte die Augen des Sturmadlers… dann kann er uns noch eine Weile zuschauen.“ Meinte der Wegbereiter ungerührt. Juduka folgte dem Befehl und träufelte Wasser in Kazels Augen. Dann assistierte sie ihrem Herrn bei dem Eingriff an Kazels Hand. Er selbst konnte die Operation nur aus dem Augenwinkel heraus sehen… und in etwa spüren was da geschah. Nervenbahnen wurden zertrennt, Knochen gesägt, Sehnen zerschnitten und neu zusammengenäht. Es schmerzte höllisch doch Kazel war nicht in der Lage sich zu bewegen.

Raxtian blickte auf. „Das ist erst der Anfang.“ Grinste er dann breit. „Kralle.“ Forderte er von Juduka und diese folgte seinen knappen Anweisungen gewissenhaft. „Du ahnst ja nicht welches Geschenk ich dir gebe und dies… zu einem verhältnismässig bedeutungslosen Preis.“ Sein toter Blick richtete sich auf die seltsame schwarze Kugel die noch immer unberührt auf dem Tisch bereitlag.
Die Operation zog sich, Minuten verstrichen. Dann schien Raxtian zufrieden zu sein. Er packte nach Kazels Hand und ballte sie zur Faust. Er nickte nur und schien zufrieden zu sein. „Nun… dann ist wohl die andere dran.“ Meinte er grinsend und setzte den zweiten Schnitt…

Draussen hörte man plötzlich aufgeregte Männerstimmen. „Herr… wir haben ein Problem!“ Ertönte die stramme Stimme eines Söldners. Der Kommandant welcher bereits mit Kazel zutun gehabt hatte antwortete. „Geht es auch genauer Soldat? Ich sollte dich für deine Patzigkeit strafen lassen!“ „Herr wir werden an dem Lagerrücken angegriffen, die Pelgarer versuchen uns in den Rücken zu fallen! Es müssen an die hundert Krieger sein. Wir haben schon einige Verluste zu beklagen!“ Der Kommandant fluchte. „Natürlich habt ihr dass, dort hinten befindet sich ja auch der Abschaum unseres Heeres! MÄNNER wir rücken aus!“ Befahl er schliesslich bellend. „Wie weit sind sie schon vorgerückt Soldat?“ „Noch nicht sehr weit Herr nicht mal hundert Meter.“

Dass war nicht sonderlich weit wenn man bedachte wie lange Kazel hatte marschieren müssen um zu Raxtians Zelt zu kommen. Dieser zeigte sich von den Geschehnissen draussen ungerührt. Solche Kleinigkeiten interessierten ihn nicht. Er beschäftigte sich lieber mit Kazels Füssen die ebenfalls aufgeschnitten wurden. Juduka heilte unterdessen die Nähte an den Händen so dass vom Eingriff nichts mehr zu sehen war.
„Ich will dir nicht alles verraten Sturmadler, unerwartetes hat doch immer seinen Reiz…heheh.“ Auch die Operation an den beiden Füssen wurde für Kazel zur reinsten Tortur. Warum hatte Raxtian ihm die Bewegungsfähigkeit genommen und nicht auch noch den Schmerz? Nun dies war mit Scherheit so beabsichtigt gewesen.

„Juduka… öffne seinen Mund.“ Wies er sie ruhig an wie er es in den letzten Minuten immer getan hatte und sie folgte seiner Anweisung. Die Drückte ihre Finger gegen Kazels Kiefer und klappte ihn nach unten, sie brachte eine Spreizzange an Kazels Mund an so dass dieser nicht mehr geschlossen werden konnte. Raxtian guckte in Kazels Schlund hinein. KAzel konnte sehen wie er eine Zange in seine Hände nach und diese an Kazels Schneidezahn ansetzte. „Dass wird jetzt etwas weh tun…ha.ha..“ Mit einem groben Ruck riss er seinem Opfer den eigentlich gesunden Zahn aus dem Gebiss. Drei weitere würden folgen.
Er reichte Juduka die Zähne. „Bewahre sie bei den anderen auf ja? Und bring mir Kiste 42“ „Natürlich.“ Sie bewegte sich vom Foltertisch weg und kam wenige Augenblicke später wieder. Kazel konnte fühlen wie etwas neues an seine Zahnlücken angepasst wurde. „Das wird dir gefallen Sturmadler, da bin ich mir sicher…ha.ha.. Juduka, das Gift.“ Eine Spritze wurde in Raxtians Hand gedrückt und diese wiederum in Kazels Maul. Endlich wurde die Spreizzange gelöst und Kazel für einen Moment in Ruhe gelassen.

„Nun kommen wir zu einem etwas unangenehmeren Teil der Operation Sturmadler.“ Unangenehmer? Bisher war es doch schon schrecklich genug! „Juduka, bereite seine Augen vor.“
„Ja Herr.“ Kazels Lider wurden nach oben fixiert so dass er sie nicht schliessen konnte. Raxtian beugte sich über ihn, mit einem Skalpell in der Hand. „Ich werde nun die äusserste Hornhautschicht einschneiden und nach oben klappen. Geniess es einfach. Hehe.“
Dass Skalpell näherte sich dem Auge und setzte den schmerzhaften Schnitt. "vielleicht war mein kleines Hautierchen fehlbar... du hingegen wirst mein Meisterwerk werden hahaah."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 18. Mai 2010, 11:31

Kazel spürte den Schmerz. Er konnte kaum mehr etwas sehen, denn die Flüssigkeit war aus seinen Augen gelaufen. Er hörte nur die Stimme einer neuen Gestalt, einer Frau. Es war ihm gleichgültig. Es war vorbei. Selbst der Schmerz wäre ihm gleichgültig gewesen, wenn er eben nicht solch schmerzhafte Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Kazel keuchte, winden konnte er sich längst nicht mehr. So ließ er über sich ergehen, was geschah. Die Augen wurden ihm befeuchtet. Er blinzelte, aber er wollte nicht zu seiner Hand schielen. Er mied gar den Blick dieser nachtelfischen Figur. Er wollte nichts mehr. Der Tod wäre jetzt wohl sehr angenehm gewesen.
Dann zuckten seine Ohren oder bildete er es sich nur ein? Er hörte Stimmen, der Kommandant und noch ein Fremder. Was sie erzählten, hätte ihm nicht gefallen, aber Kazel war an einem Punkt angelangt, an dem er sich kaum mehr Sorgen machte. Er ließ nur noch geschehen, er hatte keine andere Wahl. Der Schmerz war alles, was er noch spürte. Selbst die Angst wich einer für andere wohl erschreckenden Gleichgültigkeit.
Kazel reagierte nicht einmal mehr, als sich Raxtian über ihn beugte und ihm eine weitere schlechte Nachricht verkündete. Nun verlangte es diesen Wahnsinnigen nach seinen Augen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 18. Mai 2010, 12:59

Nachdem Raxtian den Schnitt gesetzt hatte legte er das Skalpell beiseite. Wieder fuhr er mit seinen kalten Finger über Kazels Stirn. „Man sagt doch, die Augen seien das Fenster zur Seele…“ Er zuckte mit den Schultern. „Darum musste ich es öffnen du verstehst sicher.“ Lachte er kurz. Warum lachte dieser Kerl überhaupt? Es kam keine Emotion daraus, also hätte er es ja gleich lassen können. Aufgrund des Eingriffes konnte Kazel momentan nur noch unscheinbare Schemen erkennen.

„Na ja eigentlich wäre es nicht unbedingt nötig aber mir gefällt das Sprichwort und mit der eigentlichen Handlung erhält das Ritual etwas mehr Dramatik…hehe.“
Der Wegbereiter faltete seine Finger ineinander. „Weisst du ein Heer von lebenden Individuen ist so fehlbar. Gerade jetzt werden Männer dieser Armee von irgendwelchen pelgarischen Stümpern dahin gemetzelt… und weshalb? Weil sie Faul sind, weil sie ihre Zeit mit Dummheiten vertrödeln als stets wachsam zu sein. Sie sind durchzogen von eigenen Gedanken, Wünschen, Bedürfnissen und all diesem unnützen Zeug.“ Er schnaubte. „Mein Heer jedoch… ist in seinem Denken einheitlich. Es dürstet nur nach einem, es braucht keine Rast und es ernährt sich nur von einem Elexier. Blut… und tot. Das absolute Heer, der perfekte Krieger… du verstehst?“ Er kam mit seinem Gesicht ganz nahe an Kazel heran.

„Dieses Heer, wird selbst dem dunklen Volk überlegen sein. Ich…werde dem dunklen Herrscher überlegen sein. Hahaa.“ Er grinste breit und tätschelte Kazels Wangen. „Es wird Zeit. Juduka, bereite alles für das Ritual vor.“ „Natürlich Gebieter.“ Antwortete sie ruhig. Warum half diese Frau einem verrückten wie dem Wegbereiter? Sie kam auf Kazel zu, löste seine Fesseln denn die waren nicht mehr nötig, Kazel war inzwischen so starr von der Injektion dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Sie zog ihn in ihre Arme und legte ihm eine Robe aus schwarzer Seide an. Raxtian musterte die Szenerie.
„Du fragst dich sicher, welche Rolle du in meinem Heer spielen wirst? Nun ich werde es dir verraten. Sie ist zu vergleichen mit jener des Bauern in einem Schachspiel. Ich werde dich einsetzen Zug um Zug und du wirst mir folgen, bis zum glorreichen Sieg oder zu deinem Ende. Der Bauer ist in jeder Hinsicht ersetzbar… und doch kann er… wenn er hinter die Reihen des Feindes gelangt…
Spielentscheidend sein. DU warst schon hinter den feindlichen Reihen, hast aber das falsche Banner getragen. Er bewegte sich kurz von Kazel weg und kam mit seinem Talisman in der Hand zurück. „Ein kleines Andenken welches der Kommandant aus deinen Kleidern gewühlt hat Sturmadler. Du hast so nervös zu den Kisten geschaut dass es dir nicht mal aufgefallen ist wie er es mir überreicht hat… na ja… von solchen menschlichen Fehlern werde ich dich befreien.“

Er nahm den Löwentalisman und hängte ihn um Kazels Hals. Das Löwenemblem kam auf der Brust des Mischlings zu liegen.
„Eigentlich sollte dir dies hier ja gar nicht so Fremd sein Sturmadler. Manipulationen ist nichts unbekanntes für dich. Offenbar gibt es in den Reihen der Pelgarer Menschen die auch ihre Bauern heranzuzüchten versuchen.“ Er zuckte abermals mit den Schultern. „Wenn auch mit stümperhaften Methoden…“ Er wandte sich zu Juduka um. „Meine Liebe… kannst du dir den Geist von Sturmadler ansehen bevor wir das Ritual vollziehen? Ich will nicht dass mein Sammlerstück…verschmutzt in die Kugel kommt.“

„Ja mein Gebieter.“ Juduka beugte sich über Kazel und legte ihre Finger auf seine Schläfen. Die Berührung von ihr war im Gegensatz zu jenen des Wegbereiters warm und zart. Sie schloss ihre grünen Augen und sandte Lichtmagie durch seinen Geist. Sie suchte, suchte nach Landrias Manipulationen die sich so tief manifestiert hatten.
„Oh mein Gebieter es ist nicht einfach. Ich brauche etwas Zeit.“ Der Wegbereiter winkte ab. „Zeit ist für mich unbedeutend, ich warte.“ Raxtian vertrieb sich die Zeit damit aus dem Zelt zu gehen. Vermutlich informierte er sich über den Stand der Dinge im Rücken des Heeres. Juduka hingegen arbeitete konzentriert weiter.
Kazel wurde benommen… und dann… sah er das Licht. Jenes Licht dass er schon so oft gesehen hatte. Sein Licht. Es erstrahlte heftiger denn je und explodierte in einer gleissenden Supernova biss es sich zu einem kleinen Strich zusammenzog und schliesslich in einem kleinen weissen Punkt implodierte… und dann verschwand. Gähnende Leere blieb zurück. Die Leere seines eigenen, freien Geistes der so lange unterdrückt gewesen war.

Ein mulmiges Gefühl durchzog Kazel, denn es kamen unfassbare kleine Erinnerungsfetzchen die so entsetzlich und belastend waren dass er sie sogleich verdrängte. Erinnerungen an einen Mord.
Juduka keuchte und nahm ihre Hände von Kazel weg. „Es…ist…soweit..Gebieter.“ Sagte sie geschafft. Raxtian nickte. „Ruh dich aus Juduka.“ Meinte er ruhig und trat wieder an Kazel heran. Wieder strich er über seine Stirn. Diese seltsame Geste konnte einem inzwischen nur noch die Nackenhaare aufstellen lassen.
„Die Kunst wahrer Nekromantie beschäftigt sich nicht nur mit Körpern, Sturmadler. Sondern auch mit Seelen, denn die Seele ist das was dem Körper das Leben einhaucht. Es ist die Seele welches Kinder am Moment der Geburt zum Schreien bringt damit sie gierig nach Luft schnappen. Sie ist… interessant und einzigartig… und damit wohl das begehrteste Sammlerstück unter passionierten Nekromanten wie mir.“
Wie viele „passonierte Nekromanten“ es wohl geben mochte?
Raxtian zog seine Kapuze über sein Gesicht, entzündete eine seltsame Räucherkugel ähnlich jenen welche man in den Tempeln zur huldigung der Götter benutzte. Ein seltsam beissender und benebelnder Geruch breitete sich im ganzen Zelt aus.

„FALDOR ICH RUFE DICH! Verleihe mir die Macht mir einen neuen Krieger zu erschaffen, der sich einreihen wird in das Heer der Seelenlosen. Welche nur zu deinem Zwecke dienen! FALDOR ICH RUFE DICH! Verleihe mir die Macht mir einen neuen Krieger zu erschaffen, der mit seinem Schwert und seinen Händen mithelfen wird eine neue Epoche einzuleiten! FALDOR ICH RUFE DICH! Verleihe mir die Macht einen neuen Krieger zu erschaffen auf dessen Rücken das Fundament einer neuen Welt erschaffen wird, einer Welt die einzig und allein dir huldigt und keine anderen Götter neben sich duldet! FALDOR ICH RUFE DICH! Verleihe mir die Macht als dein treuer Diener, jenes Heer mithilfe des von dir geweihten Seelenfängers zu befehligen!“

Ein Aufschrei ging durch die Menge gefolgt von Jubeln und Kampfesrufe. „SEHT NUR DORT! ES IST FALDORS BOTE! FALDOR FALDOR FALDOR!“
Es kreischte und irgendetwas gigantisches Flog über das Zelt hinweg. Ein Schwarm von Fledermäusen welche schliesslich wieder emporstiegen und im Nachthimmel verschwanden. Dieses Zeichen nahmen die Krieger zum Anlass einen neuen Angriff zu starten. In beide Richtungen. Viele stürmten gen Stadtmauer andere waren wild entschlossen die Truppen im Heeresrücken zu verstärken. Alles setzte sich offenbar in Bewegung, dass ganze Lager verwandelte sich in einen lebenden Pulk aus mordlüsternen Krieger.

Die Kugel welche Raxtian in die Hände genommen und nach oben gehalten hatte begann zu leuchten und verformte sich schliesslich zu einem mannshohen Stab aus schwarzem Kristall. Am vorderen ende Befand sich ein stilisierter Fledermauskopf dessen Maul zu einer alles verschlingenden Fratze verzogen war. Im Bauch des Stabes wabberten verschiedenfahrige rauchartige Flüssigkeiten herum die ächzende Töne von sich gaben. Raxtian richtete den vorderteil des Stabes auf Kazel und dieser spürte wie ein unbeugsamer Sog ihn erfasste. Erst wurde sein Körper ganz kalt und dann plötzlich warm, so warm dass die starrheit des Blutes sich löste und es wieder flüssig wurde die Hornhaut der Augen klappte zurück und versiegelte es wieder als wäre nichts gewesen. Doch dem Körper ward etwas entzogen, etwas derart essenzielles dass eine ungnädige Leere zurückblieb.
Als der „Seelenfänger“ Kazels rubinrot schimmernde Seele verschluckt hatte schloss sich das Maul der Fledermaus und die Seele blieb im Stab gefangen.
„Jetzt bist du mein Krieger.“ Jauchzte Raxtian vergnügt. „Erhebe dich!“ Befahl er seinem neuen Soldaten.

Kazels Geist funktionierte einwandfrei, er konnte denken, konnte Personen erkennen, er konnte handeln doch alles erschien gleichgültig zu sein. Jegliche Form von Emotion war aus seinem Geist gewichen… ausser… diese verdrängen Erinnerungen an eine verlorene Liebe. Die so unscheinbar, so unfassbar waren dass sie im Moment leicht von Raxtians Stimme übertönt wurde. Die Stimme des Wegbereiters hörte er nicht nur physisch sondern auch in seinem Geiste. Sie wurde beinahe schon als göttlich empfunden und es bestand kein Zweifel für Kazels Geist, dass er dieser Stimme Folge leisten zu hatte.
„Mein Krieger. Wie ein Phönix bist du aus der Asche deines Lebens emporgestiegen.“
Kazel war weder tot, noch richtig lebend. Er war auch nicht Untot. Er war seiner Seele beraubt. Raxtian trat zu ihm hin. „Sieh dich an, sieh was ich aus dir gemacht habe. Ein wahrer Krieger!“ Er deutete auf Kazels Hände und wenn er diese zu einer starken Faust ballte schnellten Adlerklauen tödlich hervor.

„An den Füssen habe ich dir die Krallen einer Raubkatze eingesetzt, mit Hilfe von denen wird kaum ein Hindernis unüberwindbar für dich sein.“
Raxtian grinste breit. „Und jetzt mein Diener. Lauf. Lauf durch das Feld nach hinten zum Ende des Lagers und mach alles nieder was an Menschen dir entgegenkommt!“ Die Befehlsgewalt von Raxtians Stimme war gewaltig und der Seelenfänger strömte eine solch gewaltige Macht aus dass Kazel von der kraft des Befehls beinahe schon automatisch in Gang gesetzt wurde.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 18. Mai 2010, 22:55

Wenn Raxtian Recht hatte und die Augen tatsächlich Fenster zur Seele bildeten, so waren Kazel derzeit beschlagen. Er nahm nur Schemen wahr, aber gewissermaßen beruhigte ihn das. So sah er die Schrecken nicht, die dieser Sammler und Verrückte ihm antat. Er spürte nur unsagbaren Schmerz, von Hand und Fuß ausgehend. Dagegen wehren konnte er sich jedoch nicht mehr. Wie lang man wohl überleben konnte, wenn das Blut im Körper an Zirkulation verlor?
Einzig seine Ohren schienen noch intakt und so musste sich Kazel einen Bericht des Wegbereiters anhören. Dunkelelfen kämpften gegen Pelgarer. Das war die Bruderschaft. Xenia, Echzechiel und ihre Brüder schlugen zu. Wenn sie nur umdrehen und laufen würden! Kazel würde sie nicht aufhalten können, die Dunkelelfen würden es tun. Die Mission war fehlgeschlagen. Wer von ihnen kam überhaupt bis zu Raxtians Zelt hindurch?
Zu jenem gewaltigen Zelt, in dem er gerade Experimente durchführte, um ... einen Krieger zu schaffen? Kazel verstand nicht. Vielleicht wollte er es auch nicht mehr. Die Qualen waren groß, Apathie begleitete ihn hoffentlich bis zur Schwelle des Todes. Es machte alles etwas erträglicher, wenn man es mit Gleichgültigkeit betrachtete. Dass es für den Mischling noch extremer kommen sollte, hätte er nicht vermutet.

Der nächste Teil der Folterung wurde durchgeführt. Raxtian nannte es Ritual, aber es war nichts Anderes als eine folternde Operation. Er verwandelte Kazel in ... in was eigentlich? Er wollte ihn jedenfalls nicht umbringen, noch nicht. Was hatte dieser finstere Kerl vor?
Kazel machte sich wenig Gedanken, obwohl diese Fragen seinen Geist streiften. Lange genug jedenfalls, bis plötzlich diese Fremde - Juduka - seine Fesseln löste. Der Mischling stieß Luft aus. Lautlos. Seine Stimmbänder gehorchtem ihm nicht. Er wurde aufgerichtet und Juduka musste ihn festhalten. Sein Körper gehorchte ihm nicht. Er wäre vom Altar gefallen, hätte sie ihn nicht in eine passendere Position gerückt, nachdem schwarze Seide seinen Körper umhüllte. Kazel sah es nicht, er fühlte sie nur. Weich und leicht gewärmt war sie. Sein Totengewand?

Endlich klärte man ihn ein wenig mehr auf. Er wurde zum Bauern in einem Schachspiel zwischen Gut und Böse gemacht. Tatsächlich zwischen Gut und Böse? Raxtians Worte über seine Pläne kamen einem Hochverrat gegenüber dem dunklen Herrscher gleich. Ein Schachspiel, das man zu dritt spielte. Aber er blieb ein Bauer - ersetzbar und erst von Bedeutung, wenn er die andere Seite des Brettes erreicht hatte. Es stimmte, er war eine Bauernfigur. Er wurde ständig gelenkt, konnte nur nach vorn und nicht zurück, aber jeder falsche Schritt zu weit führte ihn tiefer in die Misere. Er konnte keine Tat korrigieren. Keine einzige. Vater ... Shantih ... Xenia ...
Etwas legte sich um seinen Hals. Schwer hing es, aber Kazel hatte sich sogar in der kurzen Zeit an das Gewicht des Löwenamulettes gewöhnt. Für einen Moment entspannte sich an ihm, was sich entspannen konnte. Er würde als Mitglied der Bruderschaft sterben, als einer von den Guten. Oh, dieser Mischling! Er glaubte immer noch, die Gnade des Todes würde ihn erreichen!
Raxtian hatte Schlimmeres vor.

Der Mischling lauschte. Was sollte er auch sonst tun. Die Worte wurden von ihm aufgenommen und blieben doch fast bedeutungslos. Manipulation. Auch die Bruderschaft hatte ihn manipuliert? Wer von ihnen? Landria ... sie hat dir auch den Hass auf die Dunkelelfen genommen. Sein Herz wog schwer. Wer hatte ihn alles benutzt? War er sein Leben lang Bauer gewesen, mal auf der weißen, mal auf der schwarzen Seite? Ein Grau, wie er es sich immer gewünscht hatte, existierte beim Schach nicht. Alles Trug und Schein, er hatte sich selbst geblendet. So schwer war sein Herz.

Still saß er da, als das Ritual weiter vollzogen wurde. Sanfte Hände berührten ihn an den Schläfen. Die Schemen, die Kazel wahrnahm, waren hell, fast strahlend. Wie Landria, sein Licht. Er sah sie vor sich, diese Lichtgestalt. Schön war sie und sie wuchs, sie wollte ihm Hoffung schenken. Sein Atem ging schneller, nur um dann für wenige Sekunden auszusetzen, als das Licht implodierte und fort war. Es war einfach weg! Nun hatte ihn der letzte Funke verlassen.
Und doch ... das Ritual setzte sich fort. Etwas geschah. Kazels Seele ... befreite sich, kurz nachdem Raxtian Faldor in faldorisch-unheimlichen Gesängen angerufen hatte und draußen Jubelschreie die Umgebung erfüllten. Zurück blieb er - Kazel -, aber irgendwie doch nicht. Da war diese Leere. Nein, er war nicht leer, es was leer. Er wusste noch immer alles, doch ... es berührte ihn nicht mehr. Nicht einmal diese Erkenntnis löste eine Emotion aus.

Jemand berührte seine Stirn. Kazel atmete ruhig. Sein Kopf hob sich. Er konnte sich bewegen. Es war ihm egal.
"Jetzt bist du mein Krieger." "Meister", erwiderte Kazel gehorsam. "Erhebe dich!" Er tat es. Kazel war nicht willenlos, aber er gehorchte. Etwas drängte ihn dazu und er dachte nicht weiter darüber nach. Er nahm es hin. Es war Fakt. Raxtian hatte er zu gehorchen, also tat er es.

"Sieh dich an, sieh, was ich aus dir gemacht habe. Ein wahrer Krieger!" Kazel schaute an sich herab. Er konnte wieder sehen. Die Schemen hatten an Schärfe gewonnen, sein Blick war zurückgekehrt. Und nun sah er die schwarze Seidenrobe. Er sah seine Hände, an denen leichte Narben davon verkündeten, dass man ihn bearbeitet hatte. Aber es schmerzte nicht mehr und war soweit gut geheilt worden.
Er ballte die Fäuste. Adlerkrallen schnellten vor. "Sturmadler", kommentierte er monoton. Es folgte ein Blick auf die Füße. Auch dort waren Krallen vorhanden und wie der Wegbereiter der Toten kommentierte, handelte es sich um einsatzbereite Katzenkrallen, die Kazel über jedes Hindernis bringen sollten. Er bewegte sie Zehen.

Und dann erhielt der neue Kazel - der Diener dunkler Mächte - einen Auftrag. Er würde ihm Folge leisten, er kam von Raxtian. Kazel richtete den Blick auf den Untoten. Er war fast so leer wie sein Körper. Seelenlos. "Ich werde nicht versagen." Ruhig drangen die Worte aus seiner Kehle. Er befeuchtete sich die Lippen und leckte dabei über seine neuen Zähne. Sie waren etwas spitzer als die alten und hätten ihn wohl zum Vampir gemacht, doch statt zu saugen, würde Kazel mit ihnen Gift in seine Opfer transferieren können. Er bemerkte, dass sich diese Eigenschaft kontrollieren ließe. Es wäre auch zu dumm von Raxtian gewesen, wenn sich sein Krieger durch das eigene Gift außer Gefecht gesetzt hätte. Aber so machte es ihn zur bissigen Waffe.

Er setzte sich in Bewegung und schritt aus dem Zelt. Zum hinteren Lager sollte er, dorthin, wo der heimliche Angriff der Bruderschaft erfolgte. "Die Bruderschaft. Meine Brüder. Töten werde ich euch." Dies sagte er ohne jeglichen Ärger, ohne jegliche Vorfreude. Es war sein Auftrag, er würde ihn ausführen. So marschierte er an Elite- und einfachen Einheiten vorbei, seine Hände immer wieder prüfend zu Fäusten ballend.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Samstag 22. Mai 2010, 13:37

Schlachtrufe, das aufstampfen von Pferdehufen, das zurrende Geräusch abgefeuerter Armbrustbolzen, Klingenhiebe und dann die Schreie der Verwundeten. All diese Geräusche verschmolzen zur düsteren Symphonie der Schlacht. Kazels Wahrnehmung hatte sich deutlich verändert, er sah nicht nur deutlich schärfer als zuvor, sondern nahm auch etwas anderes zusätzliches wahr wenn immer er einen Soldat anschaute. Er sah die Aura, die Lebensader eines jeden Lebewesen, die starken und gesunden strotzten vor goldener Energie… die Toten waren schwarz und erloschen, die sterbenden erstrahlten in einem silbernen Glanz. Besonders die goldene Aura zog Kazel magisch an. Er verspürte den Drang sie in sich aufnehmen zu können. Für ihn waren goldene Auren wie der süsseste Honig für den Bären. Eine Delikatesse.

Zügelt eure Gier meine Krieger, und labt euch nur an dem Lebenselexier unserer Feinde, den Menschen und ihren Verbündeten! Jaaa Meister! Ertönte es kollektiv in Kazels Geist. Er fühlte eine enge Verbundenheit mit anderen Auralosen. Kein Wunder, denn Kazel stand im direkten unterbewussten Kontakt mit allen anderen Seelen die im Stab Raxtians gefangen waren. Sie bildeten eine Einheit. Eine Zentral kommandierte Elite. Raxtians persönliche kleine Armee.

Kazel durchstreifte das offene Schlachtfeld welches sich im hinteren Teil des Lagers ausgebreitet hatte. Er sah die ersten Krieger der Bruderschaft. Stolze Paladine die sich durch die Reihen der Dunkelelfen pflügten als mähten sie einfache Garben nieder. Die Angehörigen der Dunklen Armee hatten grösste mühe den Ansturm der Bruderschaft zu brechen, denn in den hintersten Reihen hatten die schwächsten Mitglieder der Armee gerastet. Die Verluste waren immens aber wohl kaum Schmerzhaft für das Kommandat der Streitkräfte. Krieger die so weit hinten im Lager positioniert wurden, waren offenbar sogar zu schlecht um als Frontfutter zu enden. Im Grunde waren sie nur der Ballast der Armee der dafür zuständig war dass jegliche Infrastruktur zwischen den einzelnen Kompanien aufrecht erhalten wurden. Doch Verstärkung war unterwegs. Kazel bewegte sich auf gleiche Höhe mit anderen Elitekämpfer aus Raxtians näherer Wachschaft. Offenbar befehligte der Wegbereiten einige eigene Kompanien bestehend aus Dunkelelfen und Untoten.
„CHHHAHRHKRHKRHKHK!“ Kazel hörte ein düsteres hecheln hinter sich und schon preschte ein schwarzer Panther mit monströsen Körpermassen an ihm vorbei. Statt eines Katzenschwanzes besass er den Stachel eines Skorpions und statt Vorderpfoten hatte er Menschliche Hände. Bei genauerem Hinsehen stellte man ausserdem fest dass nur der obere Teil des Schädels dem eines Panthers entsprach, die untere Gesichtshälfte war menschlich. Offenbar auch eine Eigenkreation des Wegbereiters.

„Bluuuut und Tooot!“ Brüllte der Panther und preschte an Kazel vorbei. Der Pulk des Kampfes konzentrierte sich auf die Gefangenenhöhle. Offenbar war dies ein Befreiungsversuch für die Kommandantengattin welches hier am Laufen war. Hatte Xenia nicht gesagt sie wollte zu Kazel vorstossen und ihn im Kampfgegen Raxtian unterstützen? Sie war jedenfalls im Kampfgetümmel nicht auszumachen… dafür aber Echzechiel der gerade mit vier anderen Paladinen aus der Höhle gerannt kam. Sie hatten eine Frau bei sich… welche sich hinter den Kriegern versteckte. Sofort zogen sich die kämpfenden Brüder zurück und schützten die kleine Eskorte. Sie hielten die Dunkelelfen auf Abstand und ermöglichten so der Fünfergruppe allmählich die Flucht. „SIE ZIEHEN SICH ZURÜCK!“ Schrie einer der Söldner. „GREIFT AN!!“
Der Panther blieb stehen, kauerte sich hin und wandte sich zu Kazel um. Er zeigte zu Echzechiel und seiner Truppe deren Auren anziehend golden Strahlten. „Fressen!“ Grinste er und leckte sich über die scharfen Zähne. Sofort preschte er los den Hügel hinunter auf die Fünfertruppe zu.

Der Panther griff direkt den Pulk an. Erschreckt über das Monster stob der erste Verteidigungsring der Eskorte auf die Seite so dass der Panther direkt einer der fünf Paladine anfallen konnte. Dieser brüllte auf und wehrte sich mit Schwert und Schild. Die Dunkelelfen stiessen vor und hielten die anderen Männer der Bruderschaft auf Trab. Einer der Paladine brüllte auf und sprang dem Panther auf den Rücken, dieser liess seinen tödlichen Stachel auf den Rücken des Menschen hinunter preschen und der Stachel durchdrang seine Rüstung als bestände sie aus spröden Holz. Kazel konnte sehen wie sich die Aura des Soldaten grünlich verfärbte und schliesslich erlosch.

„RHHAHRRH!“ Echzechiel kam angestürmt und schwang seinen blutigen Zweihänder. Mit einem gezielten Streich hackte er dem Panther den Schwanz ab. Dieser krächzte auf und sprang verwundet zurück. Die verbliebenen drei Männer hielten sich vom Kampf gegen die Bestie fern und versammelten sich eng um die Frau. Sie bewegten sich einige Meter von den Kämpfenden weg.
„Flieht!“ Brüllte dann einer von ihnen als sie genug Abstand von dem Panther und den Truppen hatten. Dann rannten sie wie von der Tarantel gestochen den Hügel hoch von dem sie offenbar gekommen waren.
Kazel musste sich entscheiden ob er der fliehenden Eskorte nachjagen oder Panther zur Hilfe eilen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 23. Mai 2010, 18:27

Um ihn herum tobte das Chaos. In ihm selbst lag Stille. Totenstille und doch nicht vergleichbar mit ihr. Leere. Es war ruhig in Kazel. Nur ringsum bahnten sich Schlacht, Gewalt, Zerstörung und blanke Klinge einen Weg. Von Zelten wehten die Fahnen Morgerias. Er sah Banner und Schilde, auf denen die vorschnellende Fledermaus vom finsteren Reich jenseits des Drachengebirges kündete.
Soldaten preschten an ihm vorbei, Schlachtrufe ausstoßend und die Waffen schwingend. Orks wie Dunkelelfen stürmten in den hinteren Teil ihres Lagers. Sie wollten weder als Verstärkung für die ewigen Schlusslichter dienen, noch sich selbst beschützen, denn die Armee brauchte keinen Schutz. Sie wollten Blut sehen, die Dummheit des Feindes mit dem Ausmerzen ihrer Leben strafen.

Kazel wanderte zwischen all dem Chaos, als stille Figur und barfuß. Das Seidengewand schluckte die Konturen seines Körpers mit jeder Bewegung. Die Dunkelelfen kümmerten sich offenbar nicht um ihn, obgleich auf seiner Brust das Symbol Lysanthors prangte wie ein Signal, dass er zur anderen Seite gehören könnte. Vielleicht hatte Raxtian es ihm auch zum Spott umgehängt, gegen jene, die glaubten, ihn - den Wegbereiter - durch eine armselige Gestalt wie Kazel vernichten zu können. Doch er hatte dieser Gestalt eine Bedeutung gegeben. Er hatte sie zum Meisterwerk gemacht, zu seinem Krieger.
Kazel war es gleich. Er wandelte voran wie ein Todesbote oder der Schnitter selbst. Gerangel und kleine Zweikämpfe zu beiden Seiten wich er aus, ohne sie eines genaueren Blickes aus seinen leeren, blauen Augen zu würdigen. Instinktiv wusste er, dass sein Ziel weiter hinten lag.

Kazel drehte lediglich mal den Kopf, um die Auren zu mustern, die er nun imstande war zu sehen. Schwarz und silbern kamen am häufigsten vor, wo doch die goldenen am interessantesten waren. Lebendige Seelen. Er selbst besaß keine Aura. Oder sah er sie nur nicht, wenn er an sich herab blickte?
Das goldene Schimmern zog ihn beinahe magisch an. Nur die Stimmen in seinem Geist, jene Seelen, die ihn von Raxtians Stab aus riefen, hielten ihn auf. Er durfte sich nicht jede goldene Gestalt zu eigen machen. Dunkelelfen musste er ziehen lassen, also tat er es. Und sie zogen an ihm vorbei, lenkten dennoch die Aufmerksamkeit kurz auf sich. "Menschen", gab Kazel sich den eigenen Befehl. Nur Menschen, nur den Feinden, durfte er das Licht nehmen, bis es zur Schwärze verblasste. Vielleicht konnte er eine Seele für sich behalten ... wieder lebendig sein.
Nein. Er sehnte sich nicht danach. Sehnsucht gab es für ihn nicht mehr.

An seiner Seite tauchte ein weiteres Experiment auf: ein Mischwesen aus Panther, Skorpion und Mensch oder Elf. Kazel spürte eine leichte Verbundenheit zu jenem Monstrum, aber es war keine Wärme oder Zuneigung. Er wusste lediglich, dass auch dieses Geschöpf aus Raxtians Hand geschaffen worden war. Wie er selbst.
"Krieger des dunklen Meisters, versage nicht." Keine mutmachenden Worte, keine Warnung. Nur Worte.
Er schaute dem Ungeheuer nach, das sich auf den Feind stürzte. Kazel zuckte mit keiner Wimper, als dem Wesen der Skorpionstachel abgetrennt wurde. Er blieb lediglich stehen, um die Szene zu mustern. Die meisten Paladine kannte er nicht. Er war auch nicht vielen von der Bruderschaft begegnet. Dennoch würde er ihre Leben rauben, ihre Auren zum verlöschen bringen.

Der Panther kämpfte gegen eine Fünfergruppe aus Paladinen, die eine Frau aus jenen Höhlen brachten, in denen Kazel noch Pfeile für die Armee hergestellt hatte. Seine Haltung straffte sich. "Kommandantengattin Juliette." Er beäugte die Szene genauer, kam langsam wieder in Bewegung. Er näherte sich den Paladinen und dem Pantherwesen. Sein Blick galt jedoch Echzechiel.
Dass Dunkelelfen gegen weitere Paladine kämpften, nahm Kazel hin. Mehr aber auch nicht. Was war nur aus ihm geworden? Er musterte nur Echzechiel, dessen Zweihänder vom Blut des Mischwesens ganz schwarz geworden war. Kazel zeigte keine Schadenfreude, aber auch kein Mitleid über das Unglück des Panthers. Es war sein eigener Fehler, dass er seinem Feind so viel Blöße gegeben hatte. Nun würde er selbst damit zurecht kommen müssen. Kazel war kein Retter in der Not, er hatte einen eigenen Auftrag und solange Raxtian ihm keinen neuen übertrug, würde er diesen ausführen - so wie er es als seelenlos wandelnder Krieger für richtig hielt.

Er sah die Rettungseinheit der Bruderschaft den Hügel hinauf flüchten. Er schaute zurück zum Panther. Dann wandte er sich halb in dessen Richtung, so dass das Licht auf das Löwenamulett um seinen Hals fiel. "ECHZECHIEL!", rief Kazel. Seine Stimme war kraftvoll, es fehlte jedoch an dieser Spur Leben. Er winkte dem Paladin zu, die Handfläche offen zeigend. Die Adlerkrallen lagen unter der Haut versteckt. "MIR NACH!"
Ob ihm Echzechiel folgen würde, war ihm egal. Er hatte gerufen und würde nachher sehen, wie es sich entwickelte. Kazel lief den Hügel hinauf, folgte der Eskorte. Unterwegs stieß er gar einen Dunkelelfen beiseite. Für die Bruderschaft musste es aussehen, als stünde er auf deren Seite und wollte, dass die Flucht gelang. Dem Dunkelelfen aber zischte er raubtierhaft zu: "Kehr um! Sie gehören mir!" Dann bahnte er sich seinen Weg auf die Truppe zu, ohne Rücksicht darauf, was sie in ihm nun sehen würden - Verbündeten oder Feind. Er wusste es schließlich.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 31. Mai 2010, 15:17

Echzechiel kämpfte wie ein Löwe und machte seinem Rang als Hauptmann der Paladine alle Ehre. Selbst Raxtians dunkles Geschöpf erlag dem wütenden Ritter. Der Paladin hielt es für das Beste diese finsteren Kreaturen regelrecht in Stücke zu hacken. Denn er hatte schon innerhalb von Pelgars Mauern erfahren dass noch längst nicht alles was Tot war sich auch nicht mehr regte!
So trieb er Panther erst seinen Zweihänder zwischen die Augen nur um ihn mit einer solchen brachialen Gewalt hochzureissen dass es dem Viech den Schädel spaltete. Panther ging zu Boden. Die entsprechende Seele in dem Stab des Wegbereiters erlosch. Eine weitere unselige Existenz war vernichtet worden. Doch Kazel wusste tief in seinem Innern dass auf einen toten Panther tausende folgen mögen! Raxtian konnte sich schliesslich an einem Heer von Leichenteilen und Soldaten bedienen und so eine schier endlose Zahl dieser düsteren Kämpfer erschaffen. Kein Wunder galt der Wegbereiter als der mächtigste Nekromant überhaupt. Der Mächtigste und wohl auch düsterste von allen.

Echzechiel keuchte als er seinen Zweihänder wieder fest umschloss. Er konnte vielleicht Kämpfen wie ein Löwe doch er war auch nur ein Mensch. Seine Kräfte waren nicht unermüdlich und die Anstrengungen der Schlacht hinterliessen auch bei ihm seine Spuren. Er trat ein paar Schritte von dem vernichteten Panther zurück und atmete tief durch. Viel Zeit dafür würde ihm nicht bleiben denn schon wurden weitere Reservisten der Dunklen Armee auf ihn aufmerksam. Seine einst so edle weisse Robe war von Blut fleckig geworden und an einigen Stellen war sie sogar zerrissen. Er beschloss sich nicht mehr den Truppen entgegen zu stellen sondern drehte auch ab um zu fliehen… wäre da nicht der Ruf Kazels gewesen der durch die angebrochene Nacht hallte.
"ECHZECHIEL!" Er drehte seinen Kopf in Kazels Richtung und stürmte dann auf ihn zu. Er folgte seinem vermutlich schon tot geglaubten Bruder. „Bruder!“ Keuchte er. „Wir dachten du seist gefallen!“ Krächzte er schwer schnaufend. Die Rüstung die er trug wog schwer und dennoch durfte er nicht langsamer werden. Denn die strahlend weissen Roben entwickelten sich in der Nacht zu einem verräterischen Nachteil während die schwarzen Rüstungen und die dunkle Haut der Dunkelelfen dafür sorgte dass sie beinahe unsichtbar wurden.

Nur wenige der Reservisten besassen die Ausdauer der fliehenden Eskorte zu folgen. Doch unten am Hügel preschten bereits zwei Reiter hinterher. Die restlichen Reitertruppen wurden an der Front benötigt so dass keine richtige Hatz gestartet werden konnte. Dennoch waren die Dunkelelfen wild entschlossen keinen Menschen lebend fliehen zu lassen.
Kazel begegnete einem seiner eigenen Soldaten und stiess diesen um. Der Dunkelelf strauchelte was ein seltener Anblick war, schliesslich galten sie ja als äusserst wendig und geschickt. „SCHEISSE!“ Knurrte der Soldat und wollte bereits auf Kazel losgehen doch dieser schnauzte ihn zusammen. Der Dunkelelf starrte ihm nur entgegen. Es war für einen Vertreter dieses Volkes nicht einfach sich zurückzuziehen. Dafür waren sie im Grunde viel zu stolz. Aber dieser hier war eben doch nur ein Reservist und damit wohl schon genug gedemütigt worden als dass ihm dies jetzt auch noch was abhaben konnte. So schnappte er sich fluchend seine Klinge und machte sich wieder auf den Abstieg.

Vielleicht hatte ihm Kazel so das Leben gerettet denn seine Kameraden stürmten geradewegs in einen Hinterhalt von Bogenschützen die auf dem Hügel positioniert waren und auf alles schossen was nicht eine weisse Rüstung trug. So auch auf Kazel. Pfeile surrten über ihn hinweg. „HALTET EIN UM HIMMELS WILLEN!“ Durchbrach eine so unendlich klare und für Kazel so bekannte Stimme. Sein Licht war es… oder eben die Stimme dieser Frau die ihn so furchtbar betrogen und manipuliert hatte. Landria Sinal.

Die Bogenschützen hörten auf ihren Befehl und stellten das Feuer ein. Ohnehin hatten sie praktisch alle anstürmenden Dunkelelfen niedergestreckt und die wenigen die noch lebten wurden von den Paladinen abgeschlachtet. Es war eine grässliche Schmach welche die Reservisten hier erlitten doch auch in den Reihen der Bruderschaft machte sich keinesfalls irgendwelche Siegesgedanken breit.
Endlich holte Echzechiel Kazel ein und klopfte ihm auf die Schulter. „Komm.“ Keuchte er und trat voran. Die Truppe zog sich in die Wälder zurück wo einige von ihnen ein kleines Lager errichtet hatten. Die Bruderschaft war immens gewachsen denn viele hatten das geheime Kanalsystem unter der Stadt genutzt um Pelgar zu verlassen. Auch einige Flüchtlinge waren unter ihnen, verängstigte Frauen und Kinder welche weinten und bibberten und immer wieder Lysanthor anklagten warum er so ein Leid zugelassen hatte. Das einzige was den müden Bürger Mut machte waren die Gerüchte über geflügelte weisse Pferde die über der Stadt kreisten und den Drachen bekämpften.

Landria kam auf Echzechiel und Kazel zugestürmt. Der Hauptmann der Paladine kniete sich sogleich ins Gras und wurde von einer der Bürgerinnen notdürftig versorgt. Die Geisteswissenschaftlerin musterte Kazel und nahm ihn in den Arm. „Ich dachte schon wir hätten dich verloren.“ Hauchte sie.

Ruhe kehrte in die Truppe ein. Es waren inzwischen mehr als 200 Personen die sich hier in den Wäldern versteckt hielten. Ein Lager zu klein um der Armee wirklich gefährlich zu werden und zu gross um unbemerkt über längere Zeit in den Wäldern lagern zu können. Immer wieder verliessen Flüchtlinge das Lager um sich im Umland des Drachengebirges zu verstecken. Einige wenige nahmen sogar die beschwerliche Reise nach Dessaria auf sich in der Hoffnung dort Schutz zu finden. Doch an Schutz glaubte niemand mehr, Pelgar hatte stets als uneinnehmbare Stadt gegolten und die einzige andere die ebenfalls jenen Ruf genoss war Zyranus zu welcher auch mehrere Flüchtlinge aufbrachen.

Die Mitglieder der Bruderschaft sorgen dafür dass die Flüchtlinge und die normalen Soldaten welche den Weg bis hier hin ins Lager geschafft hatten sich nicht gegenseitig mit Schreckensgeschichten zermürbten. Sie versuchten ihnen Hoffnung zu spenden und waren standhaft in ihrem Glauben an Lysanthor.
Niemand ahnte dass sich der Wolf im Schafspelz direkt unter ihnen befand.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 2. Juni 2010, 13:51

Kazel schaute nur flüchtig zurück, mehr um zu sehen, ob Echzechiel ihm folgte. So bekam er nebenher mit, dass die Pantherkreatur von dem Paladin vernichtet wurde. Er schüttelte den Kopf. Armseliges, schwaches Wesen. Ich bin Raxtians Meisterwerk! Dunkel schaute er Echzechiel entgegen, als dieser auf ihn zu kam. Wie die Fliege der Spinne ins Netz. Kazels Mundwinkel zogen sich hinauf. Er mochte emotionslos - seelenlos - sein, aber das verhinderte kein Lächeln. Innerlich war es jedoch boshaft, nach außen hin irgendwie wenig authentisch.

"Bruder! Wir dachten, du seist gefallen!" Kazel wartete, bis der Paladin ihn einholte, dann bewegte er sich an seine Geschwindigkeit angepasst. Er hatte schließlich Zeit. "Ich sagte Xenia, ich würde nicht versagen", gab Kazel zurück und machte sich mit Echzechiel auf den Weg den Hügel hinauf. Er trug keine schwere Rüstung, war durch Judukas Künste geheilt worden. Vital und gesund fiel es ihm leicht, den Rückzug anzutreten.
Unterwegs schenkte Kazel folgenden Dunkelelfen böse Blicke und zischte ihnen auf Lerium zu, sie sollten sich fernhalten. "Raxtian befiehlt es!" Die Erwähnung des Wegbereiters der Toten sorgte für einen wenn auch verärgerten Rückzug, ohne dass jedoch die Freiwilligkeit darin auffiel. Die Dunkelelfen ließen sich einfach etwas zurückdrängen und die Menschen so entkommen.
Die übrigen wurden von Pfeilen und Bolzen der Bruderschaft durchlöchert und beinahe hätte es Kazel auch erwischt. Fauchend wie ein Tier riss er die Arme hoch, so dass die samtschwarze Robe sein Gesicht verbarg, um sich vor dem drohenden Angriff zu schützen.
Es war Landria, die Schlimmeres verhindern konnte. Sie tauchte zwischen den Verteidigern auf. In diesem Moment legte sich eine Hand auf Kazels Schulter. Er blickte zur Seite. Echzechiel hatte ihn erreicht und führte ihn mit sich in die Wälder zurück, wo die Bruderschaft ein Flüchtlingslager errichtet hatte. Sie waren von den Bergen in den Eldoras hinabgestiegen, der ihnen mehr Nahrung und Versteckmöglichkeiten bot - eigentlich. Doch bei der Zahl der bürgerlichen Flüchtlinge, die man aus Pelgar bis hierher geschleust hatte, minderte sich der Schutz des Waldes. Das Lager war jetzt schon zu groß, lange konnten sie hier nicht verweilen. Kazel schaute sich um. Er würde die Reihen schon lichten ... er leckte sich über die Lippen. Die goldenen Auren der Versammelten strahlten verlockend. Der ganze Eldoras wurde vom Glanz des Lebens geblendet. Kazel hätte sich am liebsten auf die erstbeste Gestalt mit der hellsten Aura gestürzt: ein Kind, das weinend bei seiner Mutter hockte. Doch es gab jemanden, der ihn ablenkte. Landria Sinal.

Kazel fand sich in einer Umarmung wieder. "Ich dachte schon, wir hätten dich verloren."
Er ließ es geschehen, erwiderte die Umarmung nicht. "Nein", sagte er stattdessen. Kazel gab sich wortarg. Seelenlose schienen keine Plappermäuler zu sein und der Mischling war vorher schon nicht für große Worte bekannt gewesen. Er legte eine seiner Hände unter ihr Kinn. Die Adlerkrallen blieben zunächst verborgen, denn Kazel machte keine Faust. Fast sanft hob er Landrias Kopf an, musterte sie.
"Du hast mich benutzt. Du hast mich manipuliert und wie eine Marionettenspielerin an den Fäden gezogen." Es klang nicht vorwurfsvoll, im Gegenteil. Kazel stellte nur Fakten fest, ohne jegliche Regung. Aber er wollte dies Landria mitteilen. "Mach das nicht mehr." Ihre Aura leuchtete süßlich golden. Wenn die Elfe schon einen solchen Hunger in Kazel auslöste, wie würde er dann erst lechzen, wenn Xenia hier auftauchte - falls sie noch lebte. "Ist Xenia hier?", fragte der Elf deshalb frei heraus, ohne weiter auf seine vorhergehenden Worte einzugehen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 7. Juni 2010, 22:32

Landrias Umarmung war herzlich und ehrlich. Dies konnte Kazel spüren denn ihre goldene Aura sah verlockend aus. Sie zog ihn magisch an und entfachte eine schier unstillbare Gier danach diese goldenen Seelen zu vernichten und sie sich einzuverleiben. Doch jene eines erwachsenen Menschen erblasste angesichts der Strahlkraft der Aura eines Kindes. Diese kleinen Geschöpfe waren unschuldig und in ihrer Wahrnehmung auch noch weit sensibler als die Erwachsenen. Das Kind merkte sofort dass mit Kazel etwas nicht stimmte und begann zu weinen. Er strahlte etwas unheimliches aus und der überlebenstrieb des kleinen Menschen sorgte dafür dass es seinem Unmut Ausdruck verlieh. Die Mutter wiegte das Kind und versuchte es mit leisem Gesang zu beruhigen. Sie durften nicht unnötig laut sein und Kinderweinen war doch etwas sehr verdächtiges hier mitten im Wald. Doch der kleine Fratz beruhigte sich erst als sich die Mutter mit ihm von Kazel abgewandt hatte.

Landria Sinal bemerkte dieses Szenario nicht. Sie hätte es wohl wenn sie wachsamer gewesen wäre, doch in jenem Moment war sie einfach nur erleichtert gewesen Kazel wohlbehalten zurück zu haben. Hier ging es schon lange nicht mehr um einen geheim geführten Krieg der Bruderschaft. Der Feind hatte sich als ungeahnt kaltblütiger Aggressor entpuppt und wie ein Skorpion genau ins Herz des Opfers gestochen. Ausserdem bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen der Bruderschaft. Die Dunkle Horde trachtete tatsächlich nach der gänzlichen Vernichtung der Menschheit und ihren Verbündeten. Diese Angst war eigentlich von dem Führungsstab der Bruderschaft, Prothos Wehrms und dem Inquisitor nur geschürt worden um die Elitesöldner zu ihren düsteren Taten zu bewegen. Wie damals als sie das Gasthaus abgebrannt hatten. Nun gab ihnen die Realität sogar noch Recht und die bittere Gewissheit, dass sie viel drastischer hätten vorgehen müssen. Viele der Paladine hatten sich damals nämlich geweigert das Gasthaus zum „Ponny“ anzuzünden. Nun erkannten sie, dass Opfer beinahe unvermeidbar waren im Kampf gegen diese Horde von Barbaren.
Landria blickte Kazel an und runzelte die Stirn als dieser beinahe unerwartet Monoton antwortete. Sie schaute ihn verwirrt an als er seine Hand unter ihr Kinn hielt und ihren Kopf leicht anhob.

"Du hast mich benutzt. Du hast mich manipuliert und wie eine Marionettenspielerin an den Fäden gezogen." Die Augen der Geisteswissenschaftlerin flackerten unruhig. Sie starrte ihn entsetzt an . Wie konnte er das wissen? Wie hatte er dies erfahren? Nicht einmal Xenia hatte gewusst mit welchen Methoden Landria ihn zum Kämpfer gemacht hatte.
„Kazel… ich…“ Hauchte sie wortlos. Doch sie wurde von ihm unterbrochen.

"Mach das nicht mehr." Landria brauchte ein paar Sekunden um die Fassung wiederzufinden. Sie war eine Geisteswissenschaftlerin und daher von berufswegen gewohnt dass unerwartete Wendungen und Verhaltensweisen auftraten. Dennoch hatte sie Kazel gerade kalt erwischt. Sie wusste dass die Manipulation aufgehoben sein musste, doch wie? Kazel wäre alleine nie im Stande gewesen diese Bewusstseinsveränderung selbst zu durchbrechen! Wo war er nur gewesen?

„Kazel… es… tut mir sehr leid. Ich war nicht gut zu dir… zumindest nicht zu beginn. Ich weiss ich kann dich nicht um Verzeihung bitten… aber jetzt… hier in der Bruderschaft, du hast eine Familie und einen Lebenssinn gefunden!“ Sie versuchte ihn zu beschwichtigen und sie glaubte sogar dass ihr dies gelungen war als Kazel nach Xenia fragte.
Echzechiel trat zu den beiden hin. Er musterte Landria die blass dastand und noch immer Kazel anstarrte. „Nein sie ist nicht hier, sie ist noch immer im Lager unten. Sie sagte sie wolle dafür sorgen dass der Wertbereiter mit Sicherheit heute Nacht den Kopf verliert. Ihr wolltet euch doch eigentlich im Lager treffen? Was ist da unten geschehen! Was hast du herausfinden können?“

Echzechiel zweifelte offenbar nicht an KAzel. Landria jedoch musterte ihn noch immer…
Irgendetwa s war da geschehen. Sie würde dringend mit Echzechiel unter vier Augen sprechen müssen.

Echzechiel schnaubte. "Erzähl mir alles was da unten war aber komm mit du kannst mir helfen wehrfähige Männer aus den Flüchtlingen zu selektieren. Wir müssen unsere Truppen verstärken damit wir Xenia unterstützen können.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 9. Juni 2010, 13:17

"Familie. Lebenssinn." Noch immer klang er furchtbar monoton. Jene, die ihn noch nicht allzu lange kannten, würden eine Veränderung seines Verhaltens vielleicht nicht einmal bewusst wahrnehmen, aber Landria hatte mit Kazel sehr viel Zeit verbracht. Sie hatte erlebt, wie emotional er sein konnte und wie leidenschaftlich seine Seele gestrickt war. Es schien, als hätte jemand die Masche fallen lassen und sich das Muster seiner Seele vollkommen aufgelöst.
"Wer sagt mir, dass ich nicht wieder in einem Spiel stecke? In einem der Bruderschaft? Ich weiß, dass ich nur ein Bauer bin, Landria. Das hat nichts mit Familie oder einem Lebenssinn zu tun." Zudem kenne ich meinen Lebensinn und der ist es, eure goldenen Auren erlöschen zu lassen, sobald der Moment passend ist. Der Mischling leckte sich kurz über die Lippen. Landria sah sehr verlockend aus. Sie strahlte wie eine Lichtgestalt und Kazel war die Motte, die sich davon anziehen ließ. Er wollte sich ihre Seele einverleiben, am liebsten jetzt. Im Hinterkopf flüsterten die Stimmen aus dem Seelenstab Raxtians und hinderten ihn daran. Seine eigenen Bedürfnisse galten nicht, wenn der Meister eine Aufgabe für ihn vorgesehen hatte.

Das Gespräch zwischen den beiden Elfen wurde jäh unterbrochen, als sich Echzechiel beiden hinzu gesellte. Kazel wandte den Blick von Landria ab und jenem Mann zu, der ihn in die Bruderschaft eingewiesen hatte. Er erklärte, dass Xenia noch nicht ins Flüchtlingslager zurückgekehrt war und hakte nach, warum sie und Kazel sich nicht getroffen hatten.
"Xenia wäre niemals bis zum Wegbereiter der Toten vorgedrungen, deshalb kam ich ihr entgegen", log Kazel, ohne rot zu werden. Solcherlei Gefühlsregungen gehörten der Vergangenheit an. "Ich habe Dinge herausgefunden, denen selbst die Bruderschaft nicht gewachsen ist." Kazel blickte ernst. "Raxtian Tausendtod, der Wegbereiter, besitzt eine Geheimwaffe. Du hast das Pantherwesen gesehen und getötet. Es war nur ein Experiment. Er besitzt eine Schöpfung, unvorstellbar gefährlich und noch viel tötlicher. Keiner der euren kann es mit ihm aufnehmen."
Kazel zog sich bewusst nicht der Bruderschaft hinzu. Schließlich sprach er bei dieser verheerenden Geheimwaffe von sich selbst. Er legte Echzechiel eine Hand auf die Schulter. "Lass mich die Männer allein auswählen. Sie sollen die Elite bilden, doch wir brauchen noch mehr ... Seelen ... Menschen. Vor allem brauchen wir einen gut durchdachten Plan, um es bis zum Wegbereiter zu schaffen. Er ist sehr gut bewacht, unterschätze ihn nicht. Auch mich hätte es beinahe das Leben gekostet." Aber ich habe nun mehr erhalten als mein jämmerliches Leben. Ich bin zu einem Meisterwerk geworden und werde meinem Herrn nicht nur Bauer, sondern nützliches Werkzeug sein."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Sonntag 13. Juni 2010, 23:49

"Familie. Lebenssinn." Landria Sinal runzelte die Stirn. „Dir haben diese Dinge mal so viel bedeutet dass es dich geschmerzt hat!“ Hauchte sie leise. Sie ahnte dass etwas mit dem Mischling nicht stimmte doch selbst sie konnte nicht wissen wie schlimm es um Kazels Seele stand, ja dass sie sich gar nicht gänzlich in seinem Körper befand sondern unwissentlich gefangen im Nekromantenstab des Wegbereiters war.

“ Wer sagt mir, dass ich nicht wieder in einem Spiel stecke? In einem der Bruderschaft? Ich weiß, dass ich nur ein Bauer bin, Landria. Landria Sinal galt nicht umsonst als eine der talentiertesten Geisteswissenschaftlerinnen Clecias. Sie kannte sich mit dem menschlichen Geist bestens aus und auch wie man ihn manipulierte. Dies hatte sie mehrfach eindrucksvoll bewiesen. „Wer sagt dir, dass du nicht in einem Spiel der Dunklen Horde steckst? Weisst du denn auch für welchen Herrn du im Moment deinen Tribut zollst als Bauern?“
Landria musterte ihn misstrauisch. Sie glaubte nicht daran dass die Dunkelelfen sich die Mühe machten einen einzigen Mischling zu manipulieren. "Xenia wäre niemals bis zum Wegbereiter der Toten vorgedrungen, deshalb kam ich ihr entgegen", Echzechiel runzelte die Stirn. „Mensch Bruder, ich dachte du kennst Xenia besser! Die findet immer einen Weg!“ Echzechiels Glaube in die Kraft der Bruderschaft war ungetrübt auch wenn die Kämpfe kräftezehrend und immer ernüchternder wurden. Landria suchte intensiv den Blickkontakt mit dem Paladin doch es dauerte eine Weile bis dieser das Signal entdeckt hatte. Die beiden sahen sich lange an. Landria sah ernsthaft besorgt aus. „Ist etwas geschehen?“ Fragte Echzechiel leise und blickte abwechselnd erst die Geisteswissenschaftlerin und dann den Mischling an.

"Ich habe Dinge herausgefunden, denen selbst die Bruderschaft nicht gewachsen ist." Echzechiel verschränkte entschlossen die Arme. „Unsere Absichten sind Tugendhaft und unser Handel ehrenvoll. Möge Lysanthor uns die Kraft geben dass wir den Dunklen Horden gewachsen sind! Sieh doch nur er hat uns doch schon seine Boten geschickt!“ Er deutete zur entfernten Stadt über welcher noch immer der Drachen kreiste, jedoch gerade wild verstrickt in einem Kampf mit geflügelten weissen Pferden war.
"Raxtian Tausendtod, der Wegbereiter, besitzt eine Geheimwaffe.“ Landria und Echzechiel runzelten beide synchron die Stirn. Landria weil sie irritiert war. Wieso erzählte Kazel ihnen dies? Gehörte er noch zur Bruderschaft? Hatten ihn ihre knappen Worte bereits erreicht? Der Paladin war verwundert darüber wie es dem Mischling gelungen war an solch eine Information zu gelangen… und sie zu überleben.

“Du hast das Pantherwesen gesehen und getötet. Es war nur ein Experiment. Er besitzt eine Schöpfung, unvorstellbar gefährlich und noch viel tötlicher.“ „Den Drachen? Ja… den habe ich bereits gesehen!“ Knurrte Echzechiel mit zusammengebissenen Zähnen. Lysanthor wird helfen ihn zu vernichten!“
“Keiner der euren kann es mit ihm aufnehmen." „Der unsren?“ Bemerkte Landria und trat ein paar Schritte zurück. Sie wollte offenbar nicht mehr zu nahe bei Kazel stehen, denn sie hatte definitiv begriffen dass er sich verändert hatte. Echzechiel hingegen wollte Taten auf Worte folgen lassen und zog Kazel mit sich. „Echzechiel…warte…“ Hauchte Landria ihm hinterher doch der Paladin wollte nicht hören.

"Lass mich die Männer allein auswählen. Sie sollen die Elite bilden, doch wir brauchen noch mehr ... Seelen ... Menschen.“ Echzechiel funkelte Kazel entgegen. „Bist du verrückt! Das hier sind Bauern und einfache Bürger Pelgars… ich kann sie nicht ins Gemetzel schicken! Sie sind bereits jetzt schon nur knapp dem Tode entronnen! Sie würden hoffnungslos dahin geschlachtet werden!“

“Vor allem brauchen wir einen gut durchdachten Plan, um es bis zum Wegbereiter zu schaffen. Er ist sehr gut bewacht, unterschätze ihn nicht. Auch mich hätte es beinahe das Leben gekostet." „Ja… da hast du recht. Hoffentlich können wir schon bald wieder Kontakt zu Xenia herstellen.“ Schwang da ein Hauch von Sorge in Echzechiels Stimme mit? „Gut rekrutiere die Truppe aber nimm nur Männer die auch Kampferfahrung mitbringen! Die Bauern sollen mit den Waffen die Flüchtlingsgruppen verteidigen. Auf jede Gruppe werde ich einen Bruder abkommandieren zur Begleitung.“
Echzechiel deutete auf eine Gruppe eben eingetroffener Flüchtlinge. Viele Frauen und Kinder waren darunter und einige kräftige wie aber auch viele ausgezehrte Mannen und Burschen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 14. Juni 2010, 20:29

Kazel musterte Landria aus den Augenwinkeln. Dan legte er ohne jegliche Vorwarnung eine Hand auf ihre Schulter. "Es gibt wichtigere Dinge im Moment. Schau den Hügel hinunter, dann weißt du es. Und ja, ich bin mir vollkommen im Klaren, auf wessen Seite ich stehe und für wen ich an dieser Schlacht teilhaben werde."
Er löste sich von der Geisteswissenschaftlerin, als Echzechiel ihn tadelte. Xenia würde schon erreichen, was kein anderer schaffte. Kazel schnaubte ungerührt. "Ich mag sie nicht so lange kennen wie du, aber ich war bereits tiefer im Lager der Dunkelelfen als sie. Ich weiß, was dort lauert." Sein Mentor ließ sich durch die Worte nicht beeindrucken. Sein Glaube an Lysanthor und vor allem an den Schutz und die Rettung der Schwachen für eine gerechte Sache waren stark. Niemand würde diesen Berg an Glauben bezwingen können, so fest saß er. Und die Pegasi, die über Pelgar kreisten, aus dieser Entfernung nur als winzige Punkte zu erkennen, unterstützen Echzechiel in diesem Glauben. Sie würden den Drachen bezwingen, das war die Meinung des Paladins. Ebenso wie er falsch interpretierte, der Knochendrache könne die erwähnte Geheimwaffe sein.
Kazel schüttelte daraufhin den Kopf. "Es ist nicht der Drache", beharrte er und stellte sich selbst somit auch über dieses monströse Wesen. Er war die einzige Schöpfung, die das Bruderschaftspack vernichten konnte und dabei hegte er weder Groll noch Rachegefühle gegen sie. Der Knochendrache zeigte Wut und ließ sie an Pelgar aus. Kazel zeigte gar nichts und das machte Landria zunehmend stutzig.

"Der unsren?" Der Mischling hob eine Hand, ließ seinen Arm über die versammelten Flüchtlinge schweifen. "Ja, der euren. Schau dich um, Landria. Keiner aus diesem traurigen Haufen Überlebender könnte es mit dem Feind aufnehmen. Keiner von diesen Männern. Ihr braucht mich, ich habe Informationen, die kein Paladin der Bruderschaft hatte beschaffen können. Ich werde euch beistehen und dann werden gesetzte Ziele erfüllt." Die Ziele meines Herrn. Dem einzigen, dem ich diene. Kazel lauschte den Stimmen der Seelen, die in seinem Kopf leise nachhallten. War seine eigene Gewissensstimme auch dabei? Wenn ja, so hörte er sie nicht. Er nahm nur die Befehle Raxtians wahr und die Gier, die er beim Anblick all der leuchtenden Auren spürte.

Er ließ sich von Echzechiel mitnehmen. Landria blieb zurück. Gut so. Sie ahnt etwas. Ich muss sie ablenken und außer Gefecht setzen, ehe sie ihn darauf aufmerksam machen kann. Im Gehen legte der Mischling einen Arm auf die Schulter des Paladins. Er drückte jene und versicherte sich so, dass er auch Echzechiel zu Fall bringen würde. Früher oder später. Sie gehörten alle ihm. Er war die Schöpfung, das Meisterwerk, das die Bruderschaft vernichten würde, Mann für Mann.
"Ich habe nicht vor, unerfahrene Bauern ins Feld zu schicken, Freund." Wobei der Gedanke an ein gnadenloses Gemetzel seinen Reiz gehabt hätte - für Dunkelelfen, für Orks. Nicht aber für Kazel. Ihm war es egal, solange sie alle letzten Endes ihr Blut vergossen. So viele goldene Auren würden schon bald schwarz werden.

Kazel schob sich nickend an Echzechiel vorbei. Dieser hatte ihm Befehlsgewalt über seine persönliche Elitegruppe gegeben. Er musste sie nur noch zusammenstellen. Der Paladin ahnte ja nichts. Kazel reckte eine Hand zu den Kronen der Bäume. "Entkommene, hört mich an! Jeder, der Willens und stark genug ist. Jeder, der weiß mit einer Waffe umzugehen und keine Furcht kennt, wenn seine Klinge ein Leben aushaucht. Tapfere Männer, bitte stellt euch vor mir in einer Reihe auf. Es ist notwendig, dass wir die Truppen verstärken. Deshalb werde ich einige unter euch zu meiner Elite-Einheit erwählen, die mich im Kampf gegen den Feind begleiten wird."
Er musste die Männer, die auf ihn zu kamen. Sogar ein junger Bursche war dabei in seiner naiven Entschlossenheit. Er glaubte, hier zum Helden zu werden. Wie alle anderen würde er als namensloses Opfer einen Platz auf dem Schlachtfeld finden. Kazel wählte ihn ebenso wenig aus wie ein gutes Dutzend einfacher Männer und Frauen. Er suchte tatsächlich überraschend gezielt seine Mitstreiter aus. Dabei ging der Mischling sehr trivial vor: er wählte sich nur jene aus, deren Auren hell und kräftig erstrahlten. Sie waren noch stark, sie durften nicht hier bleiben, um die Schwächeren zu schützen. Jene Männer musste er von der Bruderschaft fort in ihr Unglück stürzen. Das wäre der erste Streich auf seinem Weg, den Wünschen seines Meisters entgegen zu kommen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 21. Juni 2010, 22:44

Landria SInal verkrampfte sich als Kazel seine Hand auf ihre Schulter legte. Irgendwie war ihr der Mischling plötzlich sehr suspekt und sie wusste dass sie einen sehr guten Instinkt hatte, also bestand durchaus Grund zur Beunruhigung.

"Es gibt wichtigere Dinge im Moment. Schau den Hügel hinunter, dann weißt du es. Und ja, ich bin mir vollkommen im Klaren, auf wessen Seite ich stehe und für wen ich an dieser Schlacht teilhaben werde." Die Geisteswissenschaftlerin hätte gerne genau nachgefragt wen er meinte, doch Echzechiel unterbrach sie gerade in jenem Augenblick und zog Kazel von ihr weg. Sie würde unbedingt eingehender mit dem Paladin sprechen müssen, denn dieser schien ihren Blick nicht gänzlich korrekt interpretieren zu können.

"Ich mag sie nicht so lange kennen wie du, aber ich war bereits tiefer im Lager der Dunkelelfen als sie. Ich weiß, was dort lauert." Echzechiel lockerte kurz seine Schultern und neigte seinen Kopf auf die Seite so dass es knackste. Der Paladin meinte dass Kazel auf den Drachen hindeutete der wie ein böses Omen über der Stadt kreiste, doch dieser wurde ja soeben von den Pegasi bedrängt, ein deutliches Zeichen seines Gottes dass er die dunkle Horde nicht würde siegen lassen!

Jeder der Entflohenen der die geflügelten Pferde gesehen hatte, schöpfte Mut aus deren Anblick. Etwas dass Kazel durchaus wahrnehmen konnte, denn die Auren dieser Männer leuchteten grell. Landria folgte den beiden durch das Lager. Sie hielt sich erst zurück, beobachtete den Mischling scharf. "Es ist nicht der Drache" Echzechiel blieb stehen und wandte sich zu Kazel hin. „Was dann?“ Wollte er wissen. „Was kann noch grässlicher sein als dieses von Faldor persönlich geschicktes Viech?“

Landria hingegen störte sich an einer anderen Aussage. Sie blieb stehen als Kazel die Hand über die Menge der Flüchtlinge streifen liess. "Ja, der euren. Schau dich um, Landria.“ Sie schaute sich um. Das Bild war ernüchternd. Verängstigte Kinder, verstörte Frauen, müde und verwundete Männer.
“ Keiner aus diesem traurigen Haufen Überlebender könnte es mit dem Feind aufnehmen.“ Sie blickte Kazel an. „Nein. Darum sind sie ja auch geflohen.“ Meinte sie beinahe schon heiser. Die Bruderschaft war einfach nicht stark genug gewesen dem Heer die Stirn zu bieten und die Armee Pelgars hatte nicht mit dem Biss der Schlange gerechnet der mitten ins Herz gelangte. Wie ein Parasit hatte sich der Feind in ihr Organ vorgedrungen. Es war schrecklich! Pelgar… auch wenn es nicht fallen würde, konnte nie wieder so sein wie früher. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte, doch der Inquisitor hatte mit allem Recht behalten. Schlug man diesen dunklen Völker nicht sofort den Kopf ab wenn man sie zu Gesicht kriegte, würden sie es eines Tages mit ihnen tun. Landria war immer gegen die systematische Ermordung von andersartigen Gewesen doch nun erkannte sie das wahre Gesicht dieser beiden Völker von Dunkelelfen und Orks.
„ Keiner von diesen Männern. Ihr braucht mich, ich habe Informationen, die kein Paladin der Bruderschaft hatte beschaffen können. Ich werde euch beistehen und dann werden gesetzte Ziele erfüllt." „Was für eine Waffe?“ Hakte Echzechiel in diesem Punkt nach. „Und was für Ziele?“ Wollte Landria wissen, während Echzechiel ihn aus wahrer Interesse für die Information fragte wirkte es bei Landria eher wie ein misstrauisches Verhör.
Landria und die beiden Trennten sich. Männer mussten ausgesucht werden. Echzechiel äusserte seine Bedenken. "Ich habe nicht vor, unerfahrene Bauern ins Feld zu schicken, Freund." Der Paladin nickte nur.

"Entkommene, hört mich an!“ Längst nicht alle hoben ihre Häupter und die welche es taten sahen nicht gerade begeistert drein. Denn die Mischlingshaut war deutlich bei Kazel erkennbar und die Robe welche er trug machte ihn nicht gerade sympathischer. Einzig weil Echzechiel neben ihm stand schienen sie ihm überhaupt zuzuhören.

“„Jeder, der Willens und stark genug ist. Jeder, der weiß mit einer Waffe umzugehen und keine Furcht kennt, wenn seine Klinge ein Leben aushaucht. Tapfere Männer, bitte stellt euch vor mir in einer Reihe auf.“ Die Männer sahen sich gegenseitig an.
“ Es ist notwendig, dass wir die Truppen verstärken. Deshalb werde ich einige unter euch zu meiner Elite-Einheit erwählen, die mich im Kampf gegen den Feind begleiten wird." „Ich bin dabei.“ Erste Männer begannen sich zu erheben. Auch Frauen waren darunter. Schliesslich entstammten aus diesen Pelgarerinnen auch die Amazonen, dies sprach doch dafür dass auch die pelgarischen Frauen wehrhaftes Blut in sich trugen.
Schlussendlich stellten sich die Auren von 15 Männern und 2 Frauen als stark genug heraus um Kazels Aufmerksamkeit zu erwecken. Echzechiel begutachtete die Truppe und nickte. „Rüstet sie!“ Einer der Paladine begann damit die Männer und Frauen mit Waffen zu versorgen. „Was ist dein Plan?“ Wollte der Ritter wissen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 23. Juni 2010, 15:54

Kazel blinzelte. War Landria unter seine Berührung zusammengezuckt? Er musterte sie nicht, um ihr gegenüber nicht auffällig zu werden, aber er behielt diese Vermutung im Hinterkopf. Auch, dass sie noch einmal mit Echzechiel sprechen wollte, behagte ihm nicht. Er kannte sie inzwischen, wusste, dass sie hinter der Manipulation seiner Persönlichkeit steckte. Sie hatte ihm wohl angeraten, Shantih umzubringen. Diese Erkenntnis warf ihn nicht aus der Bahn, sie war lediglich Fakt. Nicht mehr, nicht weniger. Es mochte erschreckend sein, welche Macht der Wegbereiter der Toten über einen Geist besaß. Kazel hatte diese Frau geliebt und nun bedeutete ihm ihr Tod nicht mehr als andere Informationen, über die er Bescheid wusste.

Der Mischling wartete, bis sich eine Gruppe aus mehreren Männern und zwei Frauen gebildet hatten. Ihre Auren strahlten heller als die übrigen. Sie besaßen noch Überlebenswillen und die Entschlossenheit, dafür zu kämpfen, wenn es sein musste. Den Frauen mochte man zusätzlich einen Beschützerinstinkt zusprechen. Sie wollten ihre Kinder verteidigen. Jene kleinen Bälger, die wohl die strahlendsten Auren besaßen. Doch Kazel konnte unmöglich Kinder in seine Elite aufnehmen. Das wäre zu auffällig gewesen. Aber auch jene Auren sollten verlöschen, beschloss er.
Doch nun galt es, Echzechiel eine gute Geschichte aufzutischen. Kazel hatte vorhin angedeutet, dass es etwas gab, das den Knochendrachen ungefährlich erscheinen ließ. Dass er damit sich selbst meinte, würde er natürlich nicht verraten. Noch nicht. Langsam ließ er den Blick über die Flüchtlinge und seine neue Einheit schweifen. Er endete beim Paladin. "Ich gebe dir die Information nachher. Das kann warten, solange wir keinen weiteren Gegenschlag gegen den Wegbereiter führen werden. Seine Geheimwaffe wird er nicht für ein paar mindere Opfer ausgraben. Diese ist für Größeres bestimmt, glaube mir." Er legte in einer kameradschaftlichen Andeutung die Hand auf die Schulter seines Gegenübers. "Lass uns das unter vier Augen besprechen. Nachher. Es ist vielleicht besser, wenn das Lager davon noch nichts erfährt."
Kazels Augen flogen über Echzechiel. Bereits jetzt musterte er ihn ausgiebig. Wenn sie später ein "Gespräch" führen würden, musste er wissen, wo er zustechen konnte - und bis dahin eine Waffe haben.

"Und was für Ziele?", wollte Landria plötzlich wissen. Kazel wandte sich ihr zu. Im Hintergrund gab der Paladin den Befehl, die Elite-Einheit auszurüsten. "Man soll mir Dolche und Wurfmesser bringen lassen", fügte Kazel hinzu. Seine Waffen waren allerdings nicht für dunkelelfische Herzen bestimmt.
"Landria", begann er, kam näher an sie heran. "Hast du denn kein Ziel vor Augen? Die Vernichtung des schändlichsten Volkes, das je über Celcias Boden wandelte? Jetzt ist die Zeit gekommen, den Pfuhl auszulöschen. Das sollte auch in deinem Interesse sein." Sie ahnt etwas. Ich muss sie ablenken, ehe sie meine Pläne durchkreuzt.
In einer einzigen, fließenden Bewegung legte Kazel den Arm um Landrias Hüfte und zog sie an sich heran. Seine Lippen berührten ihre Stirn. Er küsste sie. Gut, dass er sich nicht für einen Kuss auf ihren Mund entschieden hatte. Dazu fehlte Emotion, um es echt wirken zu lassen. Leise raunte er in ihr rechtes Ohr: "Zerbrich dir nicht den Kopf, du brauchst Ruhe. Ich würde nachher gern deine Schlafstatt besuchen. Warte auf mich." Damit löste er sich von ihr und kehrte zu Echzechiel zurück. Zufrieden blickte er über die Flüchtlinge hinweg. Seine Planung nahm immer mehr Gestalt an.

"Was ist dein Plan?" Oh, seinen richtigen würde er dem Paladin niemals offenbaren. Andererseits, vielleicht doch - kurz bevor das Leben in seinen Augen brach. "Diese Männer und Frauen sind keine Soldaten, Ritter oder Paladine. Ich weiß, dass sie somit keine Einheit für einen Angriff bilden. Aber das ist vielleicht nicht nötig. Wir müssen Hinterhalt und List gegen ein Volk einsetzen, das in diese Fertigkeiten hinein geboren wird."
Er verschränkte die Arme hinter dem Rücken. "Bei jeder Belagerung sind Vorräte nötig. Munition, Verbandsmaterial, aber nicht zu vergessen: auch Wasser. Lass mich meine Einheit tagsüber helfen, das Lager zu bewachen. Wir benötigen einen Giftmischer, einen Alchemisten. Wenn uns keiner zur Verfügung steht, so muss ich mich noch einmal in das feindliche Lager schleichen und dort nach entsprechenden Tinkturen suchen. Wir werden ihr Trinkwasser vergiften und so die Lebenden unter ihnen ausmerzen." Er seufzte. "Es ist kein ritterlicher Plan, das weiß ich. Aber ich bin auch keiner von euch Paladinen, das sollte dir immer klar sein."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 28. Juni 2010, 22:43

Obwohl sich unter der von Kazel zusammengetrommelten Truppe keine Soldaten befanden – diese waren ohnehin schon alle eingezogen worden – standen sie dennoch wie ein kleines Bataillon zusammen, formiert in zwei Reihen. Doch die Art und Weise wie sie dastanden vermochte wohl kaum die Aufmerksamkeit des Mischlings erwecken, ihre strahlenden Auren jedoch waren durchaus anziehend. Im Gegensatz zu jener eines Kindes jedoch wirkte auch die kräftigste Aura eines Erwachsenen wie ein laues Flämmchen. Echzechiel musterte die Truppe und nickte langsam. „Eine gute Wahl.“ Brummte er nur. Besonders glücklich sah er nicht aus, Zivilisten in den Kampf zu schicken war ja auch keine angenehme Taktik, aber es musste sein.

"Ich gebe dir die Information nachher. Das kann warten, solange wir keinen weiteren Gegenschlag gegen den Wegbereiter führen werden. Seine Geheimwaffe wird er nicht für ein paar mindere Opfer ausgraben. Diese ist für Größeres bestimmt, glaube mir." Echzechiel nickte nur. „Ja.“ Meinte er knapp und sah zum Himmel hoch. Noch immer kreiste der Drache seine düsteren Bahnen über der Stadt, bedrängt jedoch von den geflügelten Pferden.
"Lass uns das unter vier Augen besprechen. Nachher. Es ist vielleicht besser, wenn das Lager davon noch nichts erfährt." „Du hast Recht Bruder.“ Stimmte er zu, es wäre unklug die Flüchtlinge mit neuen Schauergeschichten in Aufruhr zu versetzen, denn im Moment herrschte ohnehin ein kleiner Funken Hoffnung wegen den stolzen Pferden die durch den Himmel flogen. Echzechiel machte sich ans Werk. Waffen mussten her. "Man soll mir Dolche und Wurfmesser bringen lassen" „Natürlich Bruder.“ Meinte der Paladin und winkte einen Helfer heran der Kazel sogleich neue Wurfmesser und einen Dolch brachte. Die Bruderschaft verfügte nach wie vor über eine exzellente Waffenqualität.

"Landria" Die Geisteswissenschaftlerin welche die Menge deutlich unsicherer als Echzechiel betrachtet hatte blickte auf. „Ja?“
"Hast du denn kein Ziel vor Augen? Die Vernichtung des schändlichsten Volkes, das je über Celcias Boden wandelte?“ Sie legte ihren Kopf schief. Seit wann sprach Kazel in solch gehobenen Floskeln? “ Jetzt ist die Zeit gekommen, den Pfuhl auszulöschen. Das sollte auch in deinem Interesse sein." Landria erwiderte nichts. Sie schwieg. Im Grunde hatte sie den Geist von Lebewesen nicht studiert um sie auszulöschen… aber die aktuelle Lage bestätigte dass ein solch absolutes Denken vielleicht besser wäre…
Doch dann nachte Kazel noch etwas viel seltsameres. Er zeigte Initiative und zog sie an der Hüfte zu sich heran. Landria reagierte prompt und stiess sich überraschend entschlossen von ihm zurück. Er war ihr ganz und gar nicht mehr geheuer. Doch er hielt sie fest und küsste sie auf die Stirn. Landria starrte ihm entgegen. Was war nur los mit diesem Kerl?

"Zerbrich dir nicht den Kopf, du brauchst Ruhe. Ich würde nachher gern deine Schlafstatt besuchen. Warte auf mich." Sie starrte ihm entgegen. „Ja..r..“ Sie würde auf ihn warten… und wie…
Echzechiel hatte die Szenerie nicht mitbekommen denn er war mit der Rüstung der Truppe beschäftigt gewesen, nun stiess er wieder zu ihnen, verdutzt blickte er Landria hinterher welche die kurze Unterbrechung sofort genutzt hatte um sich von Kazel zu entfernen. Er ging jedoch nicht weiter darauf ein sondern wollte lieber Kazels Plan wissen.

"Diese Männer und Frauen sind keine Soldaten, Ritter oder Paladine. Ich weiß, dass sie somit keine Einheit für einen Angriff bilden. Aber das ist vielleicht nicht nötig. Wir müssen Hinterhalt und List gegen ein Volk einsetzen, das in diese Fertigkeiten hinein geboren wird." „Was meinst du Konkret Bruder?“ Es fehlte schlicht die Zeit für schöne Worte… Taten mussten her.
"Bei jeder Belagerung sind Vorräte nötig. Munition, Verbandsmaterial, aber nicht zu vergessen: auch Wasser.“ Der Paladin nickte. Er ahnte wohl bereits auf was Kazel hinaus wollte. “Lass mich meine Einheit tagsüber helfen, das Lager zu bewachen. Wir benötigen einen Giftmischer, einen Alchemisten.“ Echzechiel nickte. „Verstehe…“ Er winkte einem Söldner und schickte ihn sich durchzufragen ob es jemanden mit den betreffenden Fähigkeiten unter den Flüchtlingen gab.
“Wenn uns keiner zur Verfügung steht, so muss ich mich noch einmal in das feindliche Lager schleichen und dort nach entsprechenden Tinkturen suchen.“ „Das können wir nicht riskieren!“ Unterbrach er ihn sofort.

“Wir werden ihr Trinkwasser vergiften und so die Lebenden unter ihnen ausmerzen." Er nickte. „Ja.“
"Es ist kein ritterlicher Plan, das weiß ich. Aber ich bin auch keiner von euch Paladinen, das sollte dir immer klar sein." Der Paladin seinerseits schwieg einen Augenblick. Er dachte nach. Dann holte er tief Luft. „Es herrscht Krieg… am Krieg gibt es nichts Ehrenhaftes…“
„Herr?“ Der Soldat war zurückgekehrt, im Schlepptau eine ältere dünne Frau, mit Hakennase und einem fahlen Gesicht. „Sie sagt sie sei Kundig mit Essenzen… die wir benötigen…“

Er wollte nicht sagen dass sie eine Frau war die sich mit Okkultismus beschäftigte, doch dies war ohnehin offensichtlich. „Ja… ich kann euch Helfen….grosser Ritter.“ Meinte die Frau krächzend. „Aber ich brauche noch ein paar Zutaten.“ Echzechiel nickte und schickte ein paar seiner Leute aus die fehlenden Zutaten zu besorgen. „Heute Nacht sollten wir unsere Truppe noch mit den Waffen schulen bevor wir sie einsetzen! Willst du mir helfen… oder möchtest du dich ausruhen Bruder?“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 29. Juni 2010, 09:30

Kazel nahm die Wurfmesser und vor allem den Dolch sofort entgegen. Letzteren steckte er an einen Gürtel, den man ihm ebenfalls reichte. Die Wurfmesser erhielten einen Platz in einer Gürteltasche, so dass er nur nach unten greifen musste, um sich eine der tötlichen Waffen zu schnappen.
Er war zufrieden, mehr jedoch noch über Echzechiels Reaktionen - nun, so zufrieden wie man sein konnte, wenn die Seele fehlte. Der Paladin nannte ihn unentwegt Bruder. Er vertraute ihm ohne Unterlass. Dies stellte Kazel vor allem dann fest, als er ihm bestätigte, dass selbst hinterhältige Pläne bei einem Krieg dieser Art einbezogen werden mussten. Vermutlich hätte der Mischling ihm jede mögliche Geschichte auftischen können, Echzechiel fraß ihm aus der Hand wie ein zahnloser alter Hund. Er konnte ihn beruhigt erst einmal tun lassen.
Ich muss mich um Landria kümmern, sie wittert etwas. Ihre Reaktion auf seine falschen Avancen waren nicht gerade das gewesen, was er sich erwartet hatte. Vielleicht wäre sie auf ihn angesprungen, gerade wenn er nicht so aktiv geworden wäre. Sie zeigte offenbar Interesse an ihm, genau konnte Kazel das nicht beurteilen. Über Zuneigung oder Liebe zu entscheiden, wenn man absolut keinen Bezug mehr zu Emotionen hatte, glich einem Ding der Unmöglichkeit. Also musste er sie ausschalten, so früh als möglich.

Er streckte sich und lockerte mit kreisenden Bewegungen die Schultern. Einer der Soldaten hatte eine alte Vettel hergeführt. Sie würde ihnen die Gifte mischen. Kazel musterte sie und dachte spontan an eine grässliche Hexe. Nur Dunkelelfen galten vermutlich als bessere Giftmischer. Aber er brauchte ja nur jemanden, der ihm Essenzen braute, mit denen ein Menschenleben ausgelöscht werden konnte.
"Sucht Eure Zutaten, Frau, und dann fangt an zu brauen. Je eher wir das Gift haben, umso besser."
"Heute Nacht sollten wir unsere Truppe noch mit den Waffen schulen, bevor wir sie einsetzen! Willst du mir helfen ... oder möchtest du dich ausruhen, Bruder?"
"Etwas Ruhe wäre wirklich nicht schlecht. Ich muss das Erlebte verarbeiten und neue Kräfte tanken. Um ehrlich zu sein, Echzechiel, ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten." Eine glatte Lüge, Juduka hatte ihn bestens mit Lichtmagie geheilt. Er legte dem Paladin die Hand auf die Schulter, auch um eine gespielte Müdigkeit zu unterstreichen. "Ich könnte auch geistigen Beistand vertragen. Ich werde zu Landria gehen. Stell mich frei, nur diese Nacht." Er brauchte die Zeit, um der misstrauischen Elfe den Garaus zu machen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 5. Juli 2010, 13:26

Landria musste sich sputen, denn sie konnte nicht einschätzen wie viel Zeit Kazel noch mit der Truppe verbringen würde. Eins stand für sie fest, sie wollte ganz und gar nicht mit ihrem ehemaligen Schützling alleine in der Schlafstätte sein. Die Zeit drängte, Schutz musste her und leider war Echzechiel zu sehr mit Kazel beschäftigt als dass sie ihn hätte warnen können. Sie trommelte sogleich ein paar Paladine zusammen die gerade in ihrer Nähe waren…

Echzechiel schien hochkonzentriert zu sein, vermutlich wurde genau das ihm zum Verhängnis, denn er kam keinen Moment auf den Gedanken dass sich der Wolf im Schafspelz unter ihnen befand. Er musterte den Mischling als dieser seine Schulter lockerte. Er sah angespannt aus und… irgendwie abgeschlagen. Nicht unbedingt müde… eher… matt. Das traf es am besten. Er konnte ja nicht ahnen dass jenes Gefühl sich eigentlich auf Kazels momentane Seelenlosigkeit bezog. „Nun gut… aber ich brauche viele Zutaten, schliesslich sollte es ein effizientes Gift geben für diese Schurken!“ Krächzte die alte Vettel und machte sich daran die Zutaten zusammensuchen zu lassen. Echzechiel wollte sich persönlich um die Ausbildung der Truppe kümmern er bot dabei Kazel an etwas Zeit mit Ruhen zu verbringen. Diese nahm der Mischling auch sogleich an.

"Etwas Ruhe wäre wirklich nicht schlecht. Ich muss das Erlebte verarbeiten und neue Kräfte tanken. Um ehrlich zu sein, Echzechiel, ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten." „Ruh dich aus Bruder, wir brauchen dich wach und tatenkräftig für die Schlacht.“ Vermutlich hätte auch Echzechiel etwas ruhe vertragen mögen doch da Xenia sich im Moment nicht im Lager befand hatte er das Kommando über die Flüchtlinge und die verbliebenen Truppen inne. Er nickte nur. „Gut… komm in der Früh wieder zu mir.“ Verabschiedete Echzechiel ihn knapp, man sah dem Paladin an dass er schwer beschäftigt war.

Landria befand sich in ihrem Zelt, alleine. Sie hatte Rauchstäbchen entzündet. Im ganzen Zelt roch es dezent nach Slefa. Landria konnte der einlullende Duft dieser Pflanze schon lange nichts mehr abhaben, durch den ständigen Gebrauch hatte sie sich inzwischen völlig desensibilisiert. Die hübsche Frau sah angespannt, nein sogar besorgt aus. Sie schaute auf als Kazel zu ihr ins Zelt trat.
„Was ist mit dir geschehen Kazel.“ Konfrontierte sie ihn direkt und breitete ihre Arme aus. So war sie natürlich ein leicht zu treffendes Ziel. Welche Gedanken mochten wohl durch den Kopf der Geisteswissenschaftlerin gehen? "Komm... lass uns reden über vergangene Zeiten.. und Taten... und die Zukunft Kazel..."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 7. Juli 2010, 09:06

Kazel betrat das Zelt. Sogleich nahm er den Geruch wahr, der sonst auch immer an Landria haftete. Hier im Innern war er viel intensiver, ging vielleicht von den entzündeten Räucherstäbchen aus. Kazels Miene blieb unbewegt. "Ich sagte bereits, dass du mich nicht mehr manipulieren sollst." Seine Worte waren jedoch schwach, das Slefa wirkte bereits auf altbekannte Weise auf ihn. Es war ein gefährliches Kraut.

"Was ist mit dir geschehen, Kazel?" Er blinzelte. Landria stand mit wenig Abstand vor ihm, die Arme ausgebreitet. Einladend wirkte ihre Geste. Zu anderen Zeiten hätte der Mischling sich der Versuchung hingegeben, Trost und Frieden in diesen Armen zu suchen. Doch das Licht, für das Landria so lange stand, war in seinem Inneren erloschen. Dort existierte nichts mehr, außer dem Befehl seines Meisters: mach alles nieder was an Menschen dir entgegenkommt!
Landria war kein Mensch, dennoch verlangte es ihn danach, auch sie zu töten. Es musste sein, sie manipulierte ihn und drohte, ihn zu durchschauen. Es würde seine Pläne zunichte machen. Kazel musste etwas tun. Zunächst bestand dieses Etwas darin, sich der Elfe bis auf wenige Zentimeter zu nähern. Er stand in ihrer unvollendeten Umarmung und blickte sie direkt an. Seinen Augen fehlte die Leidenschaft, dieser unstillbare Funke, der im Sturm seines tintenblauen Gemischs stets geglüht hatte.
"Du willst gar nicht wissen, was geschehen ist." Kazel seufzte. "Aber natürlich verrate ich es dir. Ja, reden wir über Vergangenes, über Taten und die Zukunft." Deine Zukunft. Es wird nicht mehr viel kommen. Wieder griff er ohne Vorwarnung unter das Kinn der Elfe und hob es leicht an. In Landrias Augen schimmerte ihre Aura und Kazel wollte das süße Leuchten sehen, während er sprach.
"Ich war Gefangener der Dunkelelfen. Sie haben mich eingesperrt, arbeiten lassen und dann wurde ich dem Wegbereiter der Toten vorgeführt. Er ließ mich foltern. Er fügte mir Schmerzen der tiefsten Faldorhöllen zu. Er peinigte meine Seele auf eine Weise, dass es schwer fällt, wie früher zu sein." Vor allem, wenn man nun keine Seele mehr in sich trug.
In einem Versuch, romantisch zu wirken, beugte sich Kazel vor. Er umarmte Landria, seine Lippen suchten ihre. Seine Hand legte sich in ihren Nacken, den er streichelte.
Es gab zwei Möglichkeiten, diese Elfe nun umzubringen, da er ihr so nahe war. Entweder biss er in den Kuss hinein, sofern sie ihn erwiderte, und versüßte ihn mit seinem Gift oder er ballte die Hand zur Faust, auf dass die Adlerkrallen ihr Genick durchdrangen, auf der Suche nach einer lebenswichtigen Bludader. Kazel entschied sich für Letzteres.
"Stirb in meinen Armen", hauchte er Landria zu und ballte die Faust.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Samstag 10. Juli 2010, 16:51

Landria Sinal hatte ihr Leben damit verbracht das Wesen der Menschen und Elfen zu verstehen. Sie selbst jedoch bildete für viele ein Mysterium. Was trieb sie an? Was hatte sie auf die düstere Bahn der fanatischen Anhänger der Bruderschaft gebracht?

Genau so wenig wie man sich einen Reim auf diese Fragen machen konnte verstand man wohl warum sie nun alleine im Zelt stand und auf Kazel wartete. War sie es doch gewesen die sofort erkannt hatte dass etwas mit ihm nicht stimmte. Vielleicht jedoch hatte die Geisteswissenschaftlerin einen folgeschweren Fehler begangen. Vielleicht war ihre Einschätzung falsch gewesen. Dies waren Zweifel die sich Landria angesichts des sich nähernden Kazels nicht mehr eingestehen konnte. Die Weichen waren gelegt… nun musste sie diesem Pfad folgen… koste es was es wolle.

"Ich sagte bereits, dass du mich nicht mehr manipulieren sollst." Sie legte ihren Kopf schief. „Und deinem neuen Herrn… dem gewährst du es… Kazel… du wurdest dein Leben lang manipuliert. Wann wird der Tag kommen an dem du aus deiner Trance aufwachst? Ich habe dir hier in der Bruderschaft einen Platz geschenkt, neben wahrlich aufrichtigen Leuten, sie haben nichts mit dem Inquisitor gemein! Du hast begonnen zu lernen… du bist aufgeblüht an Xenias Seite!“

Sie legte ihren Kopf leicht schief als Kazel nähertrat. Zum ersten Mal strahlten ihre Augen eine ungespielte Wahrhaftigkeit aus. „Kazel… du hast einen Platz in dieser Gemeinschaft gefunden…wendest du dich jetzt davon ab… dann wirst du zur Dunklen Horde gehören und damit eine Kultur weiterleben die dein eigenes Leben zur Hölle gemacht hat!“
"Du willst gar nicht wissen, was geschehen ist“ Landria schüttelte den Kopf, sie wollte es wahrhaftig nicht wissen. Allein schon der Gedanke daran in die Hände der dunklen Horde zu Fallen machte ihr Angst. Sie kannte das Wesen der Dunkelelfen gut und wusste haargenau zu was sie in der Lage waren. Besonders die Frauen und einfachen Bauern hatten in Zeiten des Krieges besonders zu leiden. Sie wurden ausgebeutet, missbraucht und gefoltert. Ein Schicksal welches sie fürchtete, ein Schicksal welches ihr der Inquisitor prophezeit hatte. Damals hatte sie ihm nicht glauben wollen und deshalb hatte sich das mächtige Ordensoberhaupt genötigt gefühlt sie in seinen Dienst zu zwingen. Ihre kleine Familie…ihr Sohn…ihre…Tochter… hoffentlich befanden sie sich in Sicherheit. Eine Träne rann über ihre Wange. Denn in jenem Moment als Kazel ihr Kinn anhob und in ihre Augen blickte… in jenem Moment erkannte sie dass sie eine wahrlich begabte Geisteskennerin gewesen war…

Jetzt gab es kein zurück mehr. „Verzeihe mir was ich dir angetan habe…das mit Shantih hätte nicht passieren dürfen…“ Hauchte sie beinahe tonlos. Es war eine Tat die lange Zeit an ihrer Seele genagt hatte. Sie senkte ihr Haupt als Kazel ihr zuflüsterte was ihm widergefahren war.

"Ich war Gefangener der Dunkelelfen. Sie haben mich eingesperrt, arbeiten lassen und dann wurde ich dem Wegbereiter der Toten vorgeführt. Er ließ mich foltern. Er fügte mir Schmerzen der tiefsten Faldorhöllen zu. Er peinigte meine Seele auf eine Weise, dass es schwer fällt, wie früher zu sein." Seine Worte hörten sich so kalt an, so tot. „Es…tut mir so leid…“ Hauchte sie. Immer und immer wieder. Sie weinte stumm als Kazel sie in seine Arme zog…sie fasst unter ihre Robe und förderte einen kleinen Feuerstein zu Tage…
… und sie blickte auf den trockenen Boden auf dem sie beide standen. Sie hatte nicht vorgehabt ihn zu manipulieren. Seelenlose… konnten nicht manipuliert werden. Die Räucherstäbchen mit Slefa hatten einen ganz anderen Zweck erfüllt… sie sollten einen eigentümlichen Geruch verdecken der ohne das Slefa sofort in die Nase gestochen wäre...

“Du magst das Wesen der Menschen und Dunkelelfen verstehen Landria, aber niemals die Facetten des Krieges. Im Krieg werden aus einfachen Bürgern Märtyrer und Helden. Nur der Krieg fördert aussergewöhnliche Taten und nur im Krieg werden Persönlichkeiten geschaffen wie man sie sonst nie hätte sehen können…Aus Bauermädchen werden Kriegerinnen und aus Wissenschaftler die wahre Elite der Truppen… und irgendwann wenn die Schlacht tobt… und sie wird toben glaube mir! Irgendwann kommt der Märtyrer, der Held, der Krieger und diese aussergewöhnliche Persönlichkeit in die Lage… eine Entscheidung zu treffen. Sie wird nicht leicht sein… denn du wirst dich entscheiden müssen ob du ein kostbares Opfer bringst um jene eine Chance zu geben die noch immer kämpfen. Glaub mir… auch der Krieg hat aus mir das gemacht was ich bin. Ich habe sie schlachten gesehen, mein ganzes Dorf haben sie niedergebrannt… und ich habe gelernt Opfer zu bringen! Wie diese einfachen Schankwirte zum Pony… irgendwann Landria…wirst du diese Tat verstehen, irgendwann wirst du erkennen dass diese Opfer ihren Sinn haben…dann wirst du ein richtiges Mitglied der Bruderschaft sein…und dann werde ich diesen bedauerlichen Zustand aufheben der dich im Moment an unsere Gruppierung bindet… darauf hast du mein Wort Landria, so wahr ich ein Hohenpriester des Lysanthros bin! Wenn du deine Entscheidung für das Licht getroffen hast… werden sie frei sein… und wissen dass du den Weg in eine bessere Welt geebnet hast!“

Ihr Körper fuhr zusammen als Kazels messerscharfe Krallen sich durch ihr Genick bohrten und ihr die Halsschlagader zerfetzte. Sie riss ihre Augen weit auf, und verkrallte sich an Kazels Leib. Sie begann zu röcheln doch immer mehr Blut drang in ihre Luftröhre. Sie hustete, spuckte warmes Blut welches Kazel über die Schulter lief… und dann begann sie ihn zu schlagen. Natürlich war sie nicht kräftig genug ihm ernsthaft weh zu tun… dennoch schlug sie mit dem Feuerstein energisch gegen das Metall seiner Rüstung. Nur ein Funke… Nur…ein…Funke!

Ihr Leib begann zu krampfen, ihre so wunderschönen Augen verdrehten sich, ihre sinnlichen Lippen verfärbten sich allmählich blau… ein letzter verzweifelter Schlag… und da… ein Funke.
Sie liess den Feuerstein fallen und krallte sich mit letzter Kraft an Kazel fest. Doch hinter ihm ertönte ein wütendes Fauchen als der Funke auf den in Öl getränkten Boden traf und eine heftige Stichflamme erzeugte welches sich sogleich hungrig an den Stoff des Zeltes machte und diesen in einer ungebändigten Zerstörungswut begann zu zerfressen. Das Feuer spiegelte sich in Landrias unendlich tiefen grünen Augen…ehe diese ihren Glanz verloren.

„Mörder!“ Die Paladine kamen angerrannt. Das Zeichen welches Landria Sinal gegeben hatte war ganz offenkundig. Sie hatte sich nicht geirrt. Kazel gehörte nicht mehr länger zur Bruderschaft an. Diese Erkenntnis hatte sie mit dem Leben bezahlt doch sie hatte darauf bestanden ganz sicher zu gehen… sie wollte ihm nicht nochmals ein Leid antun wäre er wirklich unschuldig gewesen. Doch das war er nicht und so hatte sie in ihrem Todeskampf dem Wolf den Schafspelz vom Leib gerissen… auf dass er ihr in die Nachwelt folgen möge…
Das Feuer loderte kreisrund und Meter hoch um ihn. Schlimmer jedoch waren die grässlichen und giftigen Dämpfe die ihn umgaben. Die selbsternannte Wunderwaffe des Wegbereiters befand sich in einem glühenden Käfig. Um ihn herum scharten sich die Söldner der Bruderschaft und die Paladine. Selbst Echzechiel kam angeritten und starrte auf Kazel nieder welcher der Blutüberströmte Leib Landrias in den Armen hielt. Seine Augen funkelten vor Zorn und Enttäuschung. Er hatte einen Bruder verloren… und einen Feind gewonnen.
„TÖTET IHN!“ Sofort rannten die Paladine mit gezogenen Schwertern auf die Feuerwand zu.

Kazel konnte ein wütendes Geschrei in seinem Kopf dröhnen hören. Todesgeschrei von der Seele des Drachen der soeben vom Himmel gestürzt war... würde er als nächstes Folgen? Würde die Dunkle Horde versagen... gegen einen kleinen Haufen von aufmüpfigen Bürgern und ihren Priesterkriegern?!

Käääääääääääääääämmmmmpppppffffft meine Krieger! ICH BEFEHLE ES EUCH! MÄHT ALLES NIEDER WAS EUCH IN DIE QUERE KOMMT!!! IHR WERDET SIEGEN....SCHLIESSLICH HABT IHR DEN TOD AUF EUERER SEITE... ALSO FÜRCHTET IHN NICHT HAHARHRHHRRH!" Dies war die wütende Reaktion des Wegbereiters auf den Niedergang seines Drachen. In seinem Zorn befahl er seinen Truppen den sofortigen Angriff… aufs Flüchtlingslager und die Stadt. Tumult brach aus in den Reihen der Horde.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 12. Juli 2010, 08:25

Kazel blieb von Landrias Worten unberührt und das wusste sie vermutlich. Er besaß keine Seele mehr, nichts leuchtete in seinen Augen. Emotionslos und ohne jegliche Regung in seiner Haltung stand er vor der Geisteswissenschaftlerin. Er verspottete sie nicht ob ihrer Worte. Er wurde nicht wütend. Da war nichts.
"Kazel ... du hast einen Platz in dieser Gemeinschaft gefunden ... wendest du dich jetzt davon ab ... dann wirst du zur Dunklen Horde gehören und damit eine Kultur weiterleben, die dein eigenes Leben zur Hölle gemacht hat!" Er nickte. Er nahm es hin! "Ich bin sein Werkzeug, seine größte Schöpfung." Kazel beugte sich vor. Seine Worte waren nur gehaucht, aber sie trafen Landria vermutlich wie eine Tirade brüllender Mantroner. "Ich bin weit mehr als der Drache."
Dann sorgte er dafür, dass die Elfe von etwas Heftigerem als Worten getroffen wurde. Sie spuckte Blut. Kazel schaute ihr beim Sterben zu. Er verband keinen abfälligen Kommentar mit ihrem Tod. Er war weder Held, noch Schurke. Wie sie bereits erkannt hatte, war er nur eine gelenkte Instanz. Er wurde benutzt, sein ganzes Leben lang. Und jetzt war es so weit gekommen, dass er dies sogar bewusst zuließ. Es erschütterte den Mischling nicht. In ihm gab es nichts mehr, was aus dem Gleichgewicht gebracht werden könnte.

So reagierte er auch nicht auf ihre Schläge, die sinnlos an seiner Rüstung abprallten. Rüstung! Welch Ironie! Er trug doch noch immer nichts weiter als seine nachtschwarze Robe. Judukas Geschenk an ein Werkzeug übelster Finsternis. Seine Krallen fuhren aus Landrias Hals, er strich über den Blutschwall hinweg ihre aufgerissene Haut. Sein Licht war dabei zu sterben, wie Kazel es vor kurzem vor seinem inneren Auge gesehen hatte. Es erlosch. Ihre goldgesprenkelte Aura verblasste bereits.
Und dann ein Funke! Landria musste mit dem Feuerstein gegen sein Löwenamulett gekommen sein und das im richtigen Winkel. Wie ein winziger Hoffnungsschimmer glomm der Funke auf, landete im trockenen Stroh und entzündete es. Das Öl in Teilen des Zeltes flammte gierig auf. Schon fraß sich Feuer die Zeltwände hoch. Zugleich verlor die Seele der Geisteswissenschaftlerin ihr eigenes. Landria war tot. Ihre Aura farblos.
Kazel erwies ihr einen letzten Respekt, indem er nicht versuchte, sie in sich aufzunehmen. Es war sein Verzeihen für ihre Taten. Hätte sie ihm zu einem anderen Zeitpunkt gestanden, dass sie Shantihs Tod herbeigeführt hatte, wäre es anders verlaufen. Wut, Trauer, Entsetzen und nicht zuletzt Enttäuschung. Jetzt war da nichts mehr außer der Spur von Verzeihen, die den Mischling ihre Leiche sanft zu Boden gleiten ließ. "Es ist vorbei."

Kazel irrte. "Mörder!" Er nahm wieder Haltung an, schaute durch den Flammenring in die Augen eines guten Dutzend Paladine, unter ihnen auch Echzechiel. Diesen fixierte er mit seinem Blick, der kaum minder leer war als jener der ermordeten Elfe.
Provokativ hob Kazel seine Hand zum Mund. Er ballte die Faust, dass sich die Adlerkrallen zeigten. Ihre Spitzen zeugten von seiner jüngsten Tat. Kazel leckte das Blut ab. Ja, ich bin ihr Mörder und ich werde auch der eure sein, sprach die Geste. Ein Husten beendete die dramatische Szene. Kazels Körper war nicht unverwundbar oder unsterblich, auch wenn gerade in letzterem Fall sein Meister sicherlich noch einen Trick aus dem Ärmel schütteln konnte. Jetzt allerdings war er auf sich allein gestellt und eingehüllt von Flammen und giftigem Rauch. Die Faust schob sich an seinem Mund vorbei, der Arm davor, damit er möglichst wenig des beißenden Dampfes einatmete, der bereits im Hals kratzte. Wieder hustete er.

Echzechiel gab den Befehl zum Angriff. Keine Gefangenen, er wollte, dass man Kazel tötete. Im Hintergrund erklang ein tiefes, kehliges Grollen, dann ein leer hallendes Brüllen. Der Knochendrache fand sein Ende und stürzte auf Pelgar hinab. Kazel brachte es zum Grinsen. Mehr als der Drache, ich bin die Geheimwaffe. Seine Gedanken überschlugen sich, als die Stimme Raxtians durch seinen Kopf fegte und ihm einen selbstmörderischen Befehl auftrug.
Natürlich gehorchte das Werkzeug.
Kazel griff nach den Messern - jene kleine Klingen, die er vertrauensvoll von der Bruderschaft in die Hände gelegt bekommen hatte. Ihr Vertrauen in ihn sollte die Paladine nun zerstören. Er warf alle Messer auf einmal, nach möglichst sorgfältigem Zielen. Kazel war nicht dumm. Die kleinen Wurfgeschosse würden durch keine Rüstung dringen, aber er zielte ja auch nicht auf die Herzen seiner Gegner. Die Augen lagen stets frei, denn seine Feinde mussten ihn sehen. Ihn. Das letzte, was sie zu Gesicht bekommen sollten. Im Kreis wirbelnd warf er seine gesamte Munition nach den Augen der Lichtgottverehrer. Dann riss er den Dolch hervor und sprang durch das Feuer hindurch. Er nahm keine Rücksicht, weder auf die Flammen, die nach seiner Robe leckten, noch auf die Freundschaft, die sich zwischen ihm und Echzechiel aufgebaut hatte. Ihn hatte Kazel im Visier. Ihn wollte er mit dem Dolch töten. Was der Panther nicht geschafft hatte, sollte durch Kazels Hand ein Ende finden.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 14. Juli 2010, 11:33

Selbst im Tod sah die Geisteswissenschaftlerin noch immer erhaben aus. Dies konnte auch die makabere Zeichnung ihres eigenen Blutes nicht zerstören welches vom Mund ausgehend bis über ihre Robe reichte. Einzig die nach oben verdrehten und erloschenen Augen liessen einen Rückschluss darüber zu, dass der mysteriöse und zugleich faszinierende Verstand der jungen Elfe ausgelöscht war. Nicht mehr existierte, zumindest nicht auf dieser Welt. Ruhig liess Kazel die Frau herniedergleiten als hätte er alle Zeit der Welt und wäre nicht von dem alles zerfressendes Feuer umgeben. Der Flammenring wirkte wie eine düstere Armee welche über den Leichnam und seinem Mörder wachte, doch der Paladin blickte zwischen den Flammen hindurch und erkannte seinen Bruder in deren gleissenden Kronenmitte.

Die Augen des Paladins weiteten sich als er zusehen musste wie Kazel das soeben vergossene Blut von seinen Krallen leckte. Was war das nur für ein Monstrum geworden?! Echzechiel bleckte die Zähne und umklammerte sein Schwert fester. Er würde ihm den Schädel von dem Hals schlagen! Der Paladin winkte Verstärkung heran. „HOLT BOGENSCHÜTZEN LOS!“ Brüllte er und beobachtete den Verräter der gerade von einem Hustenanfall geschüttelt wurde, vielleicht erledigte ja das Feuer die niederträchtige Arbeit ihn zu überwältigen. Der Rauch wurde immer Schwärzer und Kazel verschwand hinter dieser düsteren Schwade. Die Paladine und Soldaten begannen den Feuerkegel einzukreisen. Plötzlich schossen totbringende Messer aus dem Dunklen hervor. Zwei der Paladine wurden mitten ins Auge getroffen und sanken brüllend zusammen während sie mit zitternden Händen über den Messergriff tasteten. Ein dritter, ein einfacher Söldner, erwischte es an der ungeschützten Schulter so dass auch er zu Boden ging. Echzechiel hob seinen Schild und wehrte damit eines der Messer ab welches ihn sonst direkt zwischen den Augen getroffen hätte. „Verräter!“ Er war ein Brudermörder! Obwohl in Landrias Fall wohl „Schwester“ die korrektere Bezeichnung gewesen wäre.
Echzechiel liess seinen Schild fallen als Kazel auf ihn angestürmt kam und ihn umwarf. Echzechiel liess sich nach hinten fallen, stemmte beim Abrollen seine Füsse gegen Kazels Unterleib und stiess ihn so von sich ab. Kazel landete hinter Echzechiel auf dem Rücken. Noch immer war der Mischling mit einem Dolch bewaffnet mit welchem er Echzechiel einen tiefen Schnitt an der Wange verpasst hatte bei seinem Angriff. Echzechiel krabbelte auf Kazel rauf und fixierte dessen Armen mit seinen Knie. Wild begann er auf Kazels Kopf einzudreschen, mehrmals hieb er mit dem Schwertknauf zu ohne dass der Mischling das Bewusstsein verlor. „Mörder!“ Brüllte er Kazel entgegen. Eine wilde Rauferei entstand und schliesslich gelang es Kazel sich von Echzechiel abzustossen und einige Meter von ihm entfernt zu kauern zu kommen. Doch schon rückte die Verstärkung vor und drohte Raxtanias „Geheimwaffe“ in ihre Einzelteile zu zerlegen wäre da nicht…

… dieser gewaltige Schatten gewesen der im rauchdruchfluteten Feuer sichtbar wurde. Wildes Pferdeschnauben und hart auftretende Hufen liessen erahnen dass sich jemand mit hoher Geschwindigkeit zu Pferde näherte. Auf ihm sass eine gottgleiche Gestalt welche ein Lasso schwang, dieses kam auf Kazel zugeflogen und schlang sich um seinen Oberkörper, so dass seine Arme eng an die Seite lagen. Der Strick zog an und da der Reiter nicht mal daran dachte sein Pferd abzubremsen riss es den Mischling einfach mit. Allerdings nur etwa zwanzig Meter. Dann zügelte die Reiterin ihr Pferd.“Was soll das?!“ Zischte Xenia dem entfernt sich gerade aufrappelnden Echzechiel entgegen während sie von ihrem Pferd stieg. Offenbar hatte sie die Situation gerade noch mitbekommen und… wie man es von einer Xenia wohl nicht anders erwartet hätte… beschlossen zu handeln. Sie packte den Strich und band ihn mit einer Geschwindigkeit um Kazels Fussknöcheln welche nur von Routine zeugen konnte. So lag Kazel nur einige Sekunden später wie zum Päckchen geschnürt auf dem Boden. „Warum willst du meinen Partner erschlagen!“ Mit gezogenem Schwert kam Echzechiel auf Xenia zu. „Er hat Landria ermordet und zwei meiner Brüder, sowie einer schwer Verwundet!“
Xenia schwieg einen Moment. Dann kniete sie sich zu Kazel nieder und sah ihn an. „Ist das wahr?“ Wollte sie wissen.

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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 16. Juli 2010, 17:31

Der Rauch verdichtete sich. Echzechiels Bogenschützen würden auf ein unsichtbares Ziel schießen müssen, denn Kazel blieb hinter diesem natürlichen Mantel Manthalas verborgen. "Verräter!", hörte er den Paladin rufen. Es kümmerte ihn nicht. Sollte Echzechiel denken, was er wollte. Kazel würde seine Pflicht erfüllen. Er war Werkzeug und Schöpfung Raxtians, nicht mehr und nicht weniger. Was andere in ihm sahen, bedeutete ihm nichts.
Ebenso wenig kümmerte den Mischling das Leben anderer, weshalb er gezielt seine Wurfmesser auf die Ritter und Kämpfer aussandte. Ob sie daran starben, bezweifelte er. Aber bis zu ihrem Tod würden sie mit Schmerz und Pein abgelenkt sein. Gut so, dann konnte er sich um sein persönliches Ziel kümmern. Echzechiel erwartete ihn. Dennoch zeigte sich der deutliche Unterschied zwischen einem schwer gerüsteten, ausgebildeten Ritter und einem flinken, drahtigen Mischlingselfen wie Kazel. Seine Schnelligkeit bot ihm Vorteile, gegen die der Mann der Bruderschaft nur schwer ankam. Kazel musste lediglich darauf achten, ihm stets ausweichen zu können und das gelang ihm auch, selbst im Gerangel. Erst dann musste er ordentlich Schläge einstecken, die ihn zwar nicht bewusstlos, aber doch reichlich benommen machten.

"Mörder!" "Rgh, ouh jhaaa!" Kazel gestand, ohne den geringsten Hauch von Reue in der Stimme. Er wusste schließlich, welche Taten er vollbracht hatte und er würde noch weiter morden. Dazu war er "verbessert" worden. Seine Katzenkrallenfüße kratzten über Echzechiels Rüstung. Endlich konnte er den anderen von sich stoßen und sich außer Reichweite abrollen. Keuchend kam er auf die Beine. Dieser Mord würde nicht einfach werden, Echzechiel besaß Erfahrung. Aber Kazel gab nicht auf.
Plötzlich erhob sich ein gewaltiger, dunkler Schatten hinter dem Paladin. "Faldor", hauchte Kazel mit aufgerissenen Augen. Für einen Moment glaubte er, den dunklen Gott des Mordes zu sehen, der auf seinem schwarzen Einhorn angeprescht kam. Dann verschwamm das Bild vor seinen Augen, als sich ein Lasso um seinen Körper legte und es ihn von den Füßen riss. Kazel brüllte auf, bekam so Staub und Dreck zu schlucken. Hustend schlitterte er hinter dem Reiter am Seil her, bis dieser sein Pferd zum Stehen brachte. Jetzt musste auch Kazel erkennen, dass das Bild Faldors eine Trugerscheinung gewesen war.
"Xenia", krächzte er den Namen seiner Partnerin - ehemaligen Partnerin, so vermutete er. Auch sie würde ihn für einen Mörder und Verräter halten. Wie Recht sie alle hatten. Im Verrat war der Mischling ebenso erfahren wie Echzechiel im Kampf.
Blinzelnd schaute Kazel zu Xenia auf. Ihr unvorhergesehener Angriff mit dem Lasso hatte bei ihm zu leichten Schrammen und Kratzern geführt. Diese brannten, doch er ließ sich nicht davon ablenken. Xenia, die Söldnerkönigin, und Echzechiel lagen sich in den Haaren. Kazel konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Sie ist eben doch nur eine Schneiderin ... glaubt an das Gute. Ha!

Xenia kniete sich zu ihm nieder und hakte nach. Sprach Echzechiel die Wahrheit? Hatte Kazel Landria auf dem Gewissen und die Verletzungen mehrerer der Bruderschaft? Er blickte ihr entgegen. Seine Augen wirkten leer. So schön blau und zugleich so unendlich leer, als fehlte etwas. Die Söldnerin ahnte vermutlich nicht einmal, welchen Verlust er erlitten hatte und wie wenig er sich in seinem Zustand darum sorgte.
"Es ist wahr", gab Kazel offen zu, ohne jegliche Regung. Seine Stimme blieb monoton, vielleicht etwas kratzig, denn Staub lag schwer in seiner Kehle und er hatte etwas Rauch geschluckt. "Ich lasse mich nicht manipulieren und von eurem Inquisitor zum Werkzeug machen." Irgendwo steckte etwas Wahres dahinter. Wer wollte das schon? Und dennoch ... bei Raxtian Tausendtod ließ Kazel es zu - aber hatte er eine Wahl? Die hatte er vermutlich niemals gehabt. "Ich musste es tun. Wirst du deinen Kleinen jetzt auch umbringen? Den Sturmadler?" Den letzten Begriff begleitete ein schiefes Grinsen. Xenia war eine seltsame Frau. Sie glaubte, sich hinter großen Titeln und Namen verstecken zu können. Sturmadler, Söldnerkönigin. Trotzdem blieb man, was man blieb. Sie eine Schneiderin, Kazel das Werkzeug höherer Mächte.
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