Hinter feindlichen Linien

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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[INFO] In der Stillen Ebene steht die dunkle Armee (bestehend aus Dunkelelfen, Orks und Untoten). Das Fischerdorf ist in der Gewalt von Orks. Pelgar wird von der dunklen Armee angegriffen, die auch im Besitz eines heraufbeschworenen Knochendrachens war. Hinweis: Dieser ist inzwischen besiegt und auf Pelgar abgestürzt. Seht hierzu die Weltereignisse auf der Webseite durch!
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Streiter des Guten
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Streiter des Guten » Freitag 28. Januar 2011, 01:08

"Mein eigener Wille bringt mich nur zu oft in Schwierigkeiten." Die Vettel kicherte. „Jaa… aber immerhin bringt er dich überhaupt irgendwo hin. Nääh? Ohne deinen Willen könntest du gerade so gut ein Fels sein. Glaub mir… auch du versuchst immer das aktuell bestmöglichste zu tun. Wie es herauskommt kannst du nicht immer bestimmen. Näähää? Hinterher sind wir alle Schlauer nääh? Hätte ich gewusst dass Kräuterfrauen in Pelgar irgendwann als Wunderlich verschrien sein würden hätte ich meine Arbeit als Hofdame niemals aufgegeben…nääh? Andererseits hat mich vielleicht genau dieser Umstand davor bewahrt jetzt nicht als Untote durch die Stadt zu wandeln. Näh?“ Sie reichte ihm den Seelenstab. Sie hatte gut auf ihn aufgepasst und ausser an Angelika, Nesseln und andere Kräuter hatte sie nichts Überraschendes gedacht – schliesslich konnte Kazel die Gedanken von jenem hören welcher den Stab trug. Diese Frau besass ein merkwürdiges Vertrauen in die Macht ihres Schicksals.
Wieder geriet Kazel in die Fänge dieses seltsamen Gefühls. Meinte er es nur oder leuchtete das Licht weniger kräftig? Vielleicht nur Einbildung weil die Hexe ihm eine Schauergeschichte über heimatslose Seelen erzählt hatte. Woher wollte die überhaupt Kenntnisse davon haben?
Sie seufzte als sie sah wie Kazel einige kostbare Kräuter verlor. „tztzt.“ Sie duckte sie wieder danach und hob sie erneut auf. „Wenn ich Florencia schon um ein paar Kräuter beraube möchte ich sie nicht verschwenden nääh?“ Sie meinte es nicht als direkten Vorwurf. Eher war es eine Feststellung. Besorgter klang sie bezüglich Juduka. Sie machte sich ehrliche Sorgen um sie.

„Was denkst du über diese beiden Flüchtlinge?“ Fragte sie beiläufig. Der Hexe schien es egal zu sein wie gross die Gruppe wurde. Auch sie war ja einfach so in die Gesellschaft der beiden Söldner und des Mischlings sowie deren Gefangene geraten. "Ich rede mit ihr und ich werde Juduka schützen. Wir brauchen ihre Kräfte." „Ja… gute Idee Kazel. Gute Entscheidung. Wenn du direkt mit ihm sprichst fühlt sich die „weisse Dogge“ ja ohnehin nur provoziert… und von mir hat er auch keine besonders hohe Meinung. Nur weil ich nicht so eine unschuldige Maid bin!“ Die Hexe war offensichtlich neidisch auf die beiden Neulinge. Nun selbst einer Hexe musste man doch die eine oder andere Eitelkeit eingestehen. „Sind dies überhaupt Menschen?“ Entweder besass sie Adlerauge oder aber gute Menschenkenntnis. Sie erkannte an der Haltung und der Art und Weise wie sich die beiden Bewegte, dann sie keine Menschen sein konnten. Dafür bewegten sie sich zu fliessend, zu grazil. Tja, da war die Vettel dem Paladin wohl um einiges voraus.
Kazel gesellte sich indessen zu Juduka. Die Nachtelfe hatte die Augen geschlossen, ihre Stirn jedoch war zu einem angestrengt wirkenden Ausdruck verzogen. Sie war also nicht bewusstlos – oder nicht mehr. Doch sie schien ihre Aktivität auf das absolute Minimum zu beschränken. Einfach nur Atmen. Leben. Überleben. Sie focht hier ihren persönlichen Kampf. Sie seufzte kaum hörbar als Kazel ihr die Strähne aus dem Gesicht strich. Für die Gehilfin eines der grössten und abartigsten Mörder welcher sich im Moment in Pelgar herumtrieb wirkte sie unglaublich zart und rein. Sie hatte die Charakteristik einer Rose. Wunderschön und doch mit Dornen versehen.
"Möchtest du, dass ich dich weiterhin trage?" Juduka verzog ächzend ihr Gesicht. Das war dann wohl ein nein.

“Vielleicht kannst du auch auf einem Pferd der Elfen mit reiten. Jetzt sollte genug Platz für alle sein." „Mrhrm…“ Sie nickte nur behielt die Augen jedoch nach wie vor geschlossen. Hinter jemandem würde sie wohl kaum reiten können und die beiden Fremden sahen nicht gerade kräftig aus. Kazel konnte sich keinen Pferden nähern, die Vettel… war die Vettel also kam eigentlich nur Sintus in Frage der einerseits kräftig genug war sie vor sich sitzend zu halten und gut genug reiten konnte um einen Sturz zu verhindern. Nur war diese Kombination wohl die denkbar schlechteste. Kazel würde sich also entscheiden müssen für welche Variante er sich stark machen wollte. Jene mit Sintus oder doch jene in Gesellschaft einer der beiden Fremden – mit dem Risiko dass Juduka sich nicht selbstständig auf dem Pferd halten konnte. Eine weitere Möglichkeit war natürlich auch noch Xenia darum zu bitten zu reiten. Doch liess dies ihre Verletzung überhaupt zu? Auch diese Variante blieb fraglich. Hier bleiben und ein Lager aufzubauen war ebenfalls eine schlechte Option. Die Feinde kannten ihre aktuelle Stellung. Ihre Probleme hatten sich mit den beiden Fremden und den gewonnen Pferden nicht wirklich verringert.

Während Kazel so neben Juduka kniete, mit dem Stab in seinem Besitz, beschlich ihn ein seltsames Wirrwarr an Gefühlen. Einerseits spürte er sowas wie Zorn oder Wut in sich aufkeimen während er die Elfe betrachtete. Schliesslich hatte sie mitgeholfen aus ihm das zu machen was er nun war. Sie war ihm gegenüber nicht unbedingt unfreundlich gewesen doch auch nicht das Gegenteil. Sie hatte ihre lichtmagischen Fähigkeiten, welche eigentlich zur Linderung weltlicher Schmerzen gedacht war, dafür missbraucht um Kazel die Folter überleben zu lassen welcher er durch den Wegbereiter ausgesetzt worden war. Damit konnte er sie beim besten Willen nicht als Verbündete betrachten – dies zumindest wollte ihm ein Teil seiner Gefühle weissmachen. Gleichzeitig schwang aber noch etwas anders in seinem Inneren mit, welches ihn sanft sprechen liess und dieses weiche in sein Verhalten zauberte. Er erkannte ihren Schmerz, erkannte die Tatsache, dass auch sie das Opfer eines Krieges war. So wie der Wegbereiter sie schliesslich zurückgelassen hatte konnte man darauf schliessen dass sie keine wirklich respektierte und als unersetzliche Kraft in den Reihen der Dunklen Armee gegolten hatte. Ausserdem war sie von Sintus äusserst unmenschlich und brachial behandelt worden… Diesbezüglich erinnerte sie wohl entfernt an ihn selbst. Mitleid…

Die Vettel hatte sich inzwischen bei Xenia niedergelassen. Sie war gerade damit beschäftigt die heilwirksamen Teile der Kräuter von den zum Teil giftigen oder unbrauchbaren zu trennen. „Ich brauche etwas Zeit um eine Paste herstellen zu können.“ Murmelte sie Xenia entgegen. Sie gab der Söldnerin ein Kraut zum kauen welches offenbar eine schmerzstillende Wirkung haben sollte. Xenia liess sich darauf ein. Die beiden Unterhielten sich leise. Das Reden mit den Neuzugängen überliessen sie somit Sintus.
Dieser war äusserst Aufmerksam damit beschäftigt zu horchen was die Frauen ihm zu sagen hatten. So konzentriert wohl, dass ihm die Spitzohren und die elfischen Attribute der Frauen entgangen waren.

"Herr, ich habe mitbekommen, dass wissen, dass sich eine Gruppierung von Widerständlern wohl nahe des Eldoras befinden. Sie wollen ihnen Spione auf den Hals hetzen. Ihr … solltet auf der Hut sein." Sintus lachte auf. „Spione? Was wollen die bei uns schon spionieren.“ Er sah sich um. „Hier in diesem Gelände kann sich kein noch so guter Spion verstecken ohne dass er mir auffallen könnte.“ Ja… genau aus diesem Grund versteckten sich Spione auch so selten. Wer wirklich gesucht wurde sollte sich nicht verhalten wie einer. Infiltrierung, war das Schlagwort. Obwohl in Janays Falle noch nicht gänzlich klar war wen sie eigentlich infiltriert hatte. Die Bruderschaft oder doch eher die Dunkle Armee?
"Außerdem halten sie alle Bewohner Neryans in Gefangenschaft. In den Verliesen von Kosral, das aus den eigenen Ruinen wieder auferstanden ist. Wie, das weiß ich nicht, aber es steht und es ist vom dunklen Volk nahezu überschwemmt." „Kosral… dort also sammeln diese Schweine ihre Truppen. Darum konnten sie uns von beiden Seiten in die Mangel nehmen. Wir können nicht mehr ins Fischerdorf. Wenn die Hunde in Kosral eingefallen sind… dann wird sicherlich auch Andunie belagert. Verdammt diese Hunde haben sich ja vermehren müssen wie die Fliegen wenn sie so viele Städte angreifen können!“ Langsam beschlich ihn ein schmauches Gefühl. Diese Invasion war weit grösser als er bisher angenommen hatte.

Auf den Kopf gefallen war Sintus nicht. Sonst hätte er es wohl kaum in die Bruderschaft geschafft. „Sie halten sie gefangen weil sie sich auf einen langen Feldzug einstellen. Kosral wird ihnen als Waffenfabrik dienen oder als Nahrungsmittellieferant. Die werden sich dort niederlassen und damit haben sie eine grosse Bastion im Osten…“ Er schwieg einen Augenblick. „Oder sie kamen nicht vom Meer her sondern haben eine grosse Flanke geschlagen. Dann wäre Andunie noch frei… und Norgot. Diese beiden Städte dürften aber die nächsten Ziele sein. Nur…können wir nur in diese beide Richtungen gehen… um in den Süden oder Westen durchbrechen zu können müssen wir direkt durch die feindlichen Linien hindurch! Oder wir wählen das Gebirge… „ Er schüttelte seinen Kopf. Er brauchte mehr Zeit zum nachdenken.
"Nein, nicht in der Hauptstadt." Sintus musterte sie eindringlich. „Ihr sagtet doch eben man wollte euch nach Pelgar verschleppen?“ Hakte er nochmals nach. "Meine Verwandten leben im Walde Neldoreth, ein Teil von ihnen in Kosral." Diese Aussage machte ihn stutzig. In Kosral? Diese Stadt galt als Geisterstadt, dort lebten keine „Verwandten“. Ausserdem wer lebte heute schon noch im Wald… sowas machten ja nur noch… Jetzt musterte er Janay und ihre Dienerin genauer. Sie waren Elfen! Immerhin jene Sorte Elfen mit welchen er leben konnte.
"Ja, das ist mir inzwischen ebenfalls klar. Jedoch im Westen, woher ich kam, ist davon nichts zu merken. Sonst hätte ich diese Reise schließlich auch nicht unternommen!" „Freilich.“ Antwortete er knapp.

"Ich bin keine Kämpferin und mir wäre es am liebsten, wenn ich mich ganz weit weg auf und da heraus halten könnte. Ich glaube auch nicht, dass wir euch eine große Hilfe bei der Suche sein können. Trotzdem wäre es sehr gütig von euch, wenn ihr uns vorerst in eure Mitte aufnehmen würdet, bis wir eine Möglichkeit finden, unseren Weg zurück selbst zu gehen." Sintus Stirnvene hob sich plötzlich ab und auch seine Halsvenen stauten sich. Offenbar regte sich der Paladin gerade über das gesagte auf. Na toll, die Weiber können nichts, wollen nicht helfen aber möchten beschützt werden. Sowas hat mir gerade noch gefehlt!
Sein Frust bekam nun Juduka zu spüren. "Ihr habt sie doch bis hierher gebracht und wie es aussieht, war es ein weiter Weg. Da solltet Ihr sie nicht jetzt aufgeben. Sintus knirschte mit den Zähnen. Aufmüpfig sind sie auch noch. Dachte er düster.
"Würde mir zumindest auf der Seele lasten, wäre ich an Eurer Stelle." „Auf meiner Seele lastet die Verantwortung gegenüber der ganzen Gruppe junge Frau. Im Moment führe ich diese Gruppe an. Wenn ihr mit uns ziehen wollt dann nehmt bitte meine Anweisungen entgegen. Wenn hier jeder macht was er will, enden wir alle in Kosral im Verliess.“ Brummte er nur. „Gut wir halten uns an die Wälder und suchen uns eine Höhle. Wir müssen rasten.“ Entschied er schliesslich und gab die Anweisung dass sich Janay und Talimée ein Pferd teilten. Er selbst wollte mit Juduka reiten und er verbreitete eine so schlechte Laune dass es besser war ihm nicht zu widersprechen. Die Vettel wurde auf jenes Pferd geschickt welches die Bahre zog und Kazel…

„Wie wurdest du genannt?“ Fragte Sintus kühl zu Kazel hin der sich noch immer keinem Pferd nähern konnte ohne dass es unruhig wurde.
„Sturmadler.“ Keuchte Xenia. „Nun gut Sturmadler… mach von deinen guten Augen gebrauch und geh als Späher voraus. Such uns eine Höhle… und spiel nicht ständig an deinem Stab herum… das macht mich nervös!“ Er schnalzte seinem Pferd zu und setzte es in Bewegung. Der gesamte Tross bewegte sich nur langsam voran. Besonders als sie tiefer in den Wald vordrangen und das Gebiet unebener wurde. Schliesslich bekam Xenia jeden Stoss ab. Kazel war zu Fuss somit schneller unterwegs.
„Wo stammt ihr her?“ Wollte Sintus wissen. „Aus Westen… wo aus Westen? Und was sind eure Fähigkeiten? Wir haben eine Kräuterkundige. Eine halbtote Heilerin. Zwei Krieger. Ein… Haustier. Welche Funktion könnt ihr in der Gruppe übernehmen? Ach und übrigens…“ Er ritt neben ihrem Pferd her und reichte Janay den Langdolch welchen er dem Toten abgenommen hatte. „Für alle Fälle.“

Die Hexe hatte ihr eigenes kleines Kräutermesser bei sich. Xenia war mit ihrem Schwert bewaffnet, Sintus Ausrüstung war ohnehin noch mehrheitlich komplett und Kazel war noch immer im Besitz der magischen Waffen welche er von Xenia bekommen hatte… und Juduka? Die hatte im Moment offenbar keinen Anspruch auf Bewaffnung. Ohnehin hielt Sintus sie sowieso gerade fest im Arm und drückte sie an sich damit sie nicht runterfiel. Sie war Gefangene. Daran hielt der Paladin offenbar fest.
Sie ritten keinem Pfad entlang sondern kämpften sich durchs Dickicht. Der Wald wurde immer dichter. Ein Umstand welcher Sintus zu schätzen wusste. Hier konnte keine Armee der Welt durchmarschieren. Jetzt mussten sie nur noch eine Höhle finden….

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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 28. Januar 2011, 18:43

OT: Ich halte es nun für angebracht, da wir spielerisch bereits im Eldoras sind, dort auch weiterzuschreiben. Daher…

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