Hinter feindlichen Linien

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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Kazel Tenebrée
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 17. Oktober 2010, 09:56

Kazel fragte nicht weiter nach. Er vermutete, Juduka könnte sich nicht heilen, weil sie all ihre Kraft für Xenia bräuchte. Danach würde sie entweder sterben oder ein Medicus der Bruderschaft kümmerte sich um sie. Beide näherten sich Echzechiel, der noch immer bei der zum Sterben verurteilten Söldnerkönigin stand. Trotzdem war es weiterhin ein langer Weg. Der Mischling hörte Judukas schweres Atmen. Jeder Schritt erforderte eine Menge Konzentration, Selbstbeherrschung und Willensstärke. Zudem führte sie Kazel auch noch, denn seine Augen gewöhnten sich nur langsam daran, wieder sehen zu können. Als die beiden den Paladin erreichten, hatten sich verschwommene Schemen jedoch inzwischen gewandelt. Kazels Sicht war zurückgekehrt.
So schaute er sofort auf Xenia herab. Er sah sie und doch blickte er durch ihr Erscheinungsbild hindurch. Er sah ihre Aura - matt glimmend wie die Glut eines Lagerfeuers, an dem man sich am Vorabend noch gewärmt hatte. Jetzt brannten die Reste herunter. Jeder hätte es nun austreten können. Sein tintenblauer Blick wanderte weiter - zu Echzechiel. Ja, jeder hätte Xenia nun den Todesstoß versetzen können, wäre da nicht dieser Mann. Er unterdrückte das Schnauben, aber die Wut war ihm inzwischen sogar anzusehen. Kazel rang mit den Gedanken des Paladins. Es wäre besser, wenn sich Echzechiel beruhigte.

Das bekam auch Juduka zu spüren. Sie gab ihr Bestes, heilte wie eine Besessene. Das Leben rann aus ihr heraus und in Xenias Körper hinein. Der Mischling beobachtete den Vorgang ungerührt. Für ihn existierten lediglich zwei Fakten: Xenia würde geheilt - Juduka würde sterben. Ihre Aura verlor an Leuchten, dafür begann jene der Söldnerkönigin kräftiger zu werden.
Juduka musste sich unterbrechen, die Anstrengung wuchs. Echzechiel ignorierte ihre Erschöpfung. Ihm ging es nur noch um Xenia. Er war Kazel nicht unähnlich, hätte dieser noch seine Seele besessen. Wahrscheinlich wäre er mit ähnlicher Leidenschaft und innerem Zorn auf die Nachtelfe zugegangen, hätte sie brachial gepackt und zu seiner Partnerin gezerrt. Er hätte möglicherweise eine Ohrfeige kassiert und selbst ausgeteilt, da sowohl er als auch Echzechiel keinen kühlen Kopf bewahrten. Manchmal hatte es Vorteile, seelenlos zu sein. Nun behielt Kazel einen klaren Kopf. Er beobachtete und sah die Verhältnisse, mit denen hier gekämpft wurde. Echzechiel konnte in seiner Wut nur sehen, dass sich Juduka nicht genug anstrengte.
Er trat an die Seite seines einstigen Mentors. "Du solltest ihr nicht drohen. Schon gar nicht mit Handlungen, die ein Paladin der Bruderschaft niemals durchführen würde." Kazel legte seine Hand auf Echzechiels Schulter, versuchte, ihn zu sich zu drehen. So würde der Mann den Blick von der Szene abwenden müssen und sich durch die Ablenkung vielleicht tatsächlich beruhigen. Kazel schaute ihn an - reglos, emotionslos, aber mit festem Blick.
"Juduka braucht einen Medicus. Du kennst deine Männer, du solltest einen herbringen. Sie kann sich nicht selbst heilen." Er musterte einen Moment lang den Paladin. Dann erhob er erneut die Stimme: "Denk nicht lange nach, tu es einfach. Es wird dein Schaden nicht sein - Meister." Mit dem Titel betonte Kazel, dass sein Gegenüber noch immer weit über ihm stand. Er hielt den Seelenstab. Er konnte über Kazel verfügen und ihn mit Gedanken lenken, wenn er das denn wollte. Kazel akzeptierte das wie er seinen Zustand akzeptierte. Aber er wusste zugleich, dass es wichtig war, Echzechiel nicht nur an seine Tugenden, sondern auch daran zu erinnern, worum es hier ging. Der Angriff war vorüber. Nach einer Schlacht sollte niemand mehr durch die Sturheit anderer sein Leben lassen und gerade Heiler konnten zu den wichtigsten Personen eines Krieges werden.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Streiter des Guten » Samstag 23. Oktober 2010, 22:23

Echzechiel ballte die Fäuste. Sein Gesicht sprach Bände, traurige und sorgenvolle. Diesen Mann hatte bisher nichts erschüttern können, doch nun war er in ehrlicher Sorge um seine Kameradin. Vielleicht war bei Echzechiel noch mehr im Spiel als reine Bruderschaftsliebe. Schliesslich verkörperte Xenia beinahe schon symbolisch die Wert der Bruderschaft. Auch wenn sie vielleicht bei manchen Handlungen eher etwas unkonventionell vorging. So stark sie war, so war sie doch seine Schwachstelle. Echzechiel war wie ein Löwe, der verwundet am gefährlichsten und jähzornigsten wurde. Dies bekam Juduka nun in vollen Zügen zu spüren. Seine Fingerglieder verkrampften sich um den Seelenstab. In ihm wabberte noch immer Kazels Seele welche immer in jene Richtung des Glases drängte wo Kazel am nächsten Stand. Es war so als verfügte der Körper des Mischlings eine magnetische Anziehungskraft auf die Seele, sie schien zu wissen wohin sie gehörte.

Kazel jedoch verfügte aufgrund der mangelnden Seele über eine ungewohnt rationale Handlungs- und Denkweise. So gelang es ihm die Nerven zu bewahren und nicht mit Echzechiels Leid mitzuschwingen. Auch wenn er alle seine Gedanken mitbekam.
"Du solltest ihr nicht drohen.“ Echzechiel schnaubte und musterte Judukas Nacken düster.
“Schon gar nicht mit Handlungen, die ein Paladin der Bruderschaft niemals durchführen würde." Er biss sich auf die Zähne so fest dass seine Kiefermuskulatur kleine Bällchen an den Wangen bildete. „Ja.rngh.“ Brachte er etwas gedrungen heraus und schloss für einen Moment die Augen um tief durchzuatmen. Nur ungern liess er sich von Kazel dazu drängen ihn anzusehen. Seine Augen waren im Gegensatz von Kazels unruhig, flackernd und leicht glänzend. Die Erschöpfung und Verzweiflung stand dem Anführer der Paladine ins Gesicht geschrieben. Dies verunsicherte seine Männer. Diese waren noch immer damit Beschäftigt die Gefallenen Brüdern und noch gebrauchstauglichen Waffen einzusammeln. Immer wieder blieben sie jedoch kurz stehen und schauten zu ihrem Anführer hin. Dieser seufzte und senkte seinen Blick. Er streifte wieder Xenias reglosen Körper.

"Juduka braucht einen Medicus. Du kennst deine Männer, du solltest einen herbringen. Sie kann sich nicht selbst heilen." Noch immer starrte er auf Xenia herab die vom immer schwächer werdenden Licht Judukas Umhüllt wurde. Dennoch zögerte er. Schliesslich konnte er Xenias Aura nicht sehen. Er wusste nicht wie es wirklich um seine Partnerin stand. Kazel war da wissender, denn er sah den Lebensschimmer deutlich. Xenia würde nicht sofort sterben wenn Juduka ihre Arbeit einstellte. Sie war soweit stabil aber noch lange nicht über dem Berg.

“Es bleibt keine Zeit… wir müssen fliehen. Ich kann nicht zu lange hier bleiben. Ich muss auch an die Flüchtlinge denken sie brauchen Rückendeckung! Verdammt wie will ich die alle hier sicher nach Norgot bringen…
Juduka sank erschöpft über Xenia zusammen. „Ich…kann..nicht mehr…Herr…“ Hauchte sie leise. Echzechiel funkelte die Heilerin an und hob bereits drohend den Seelenstab.
"Denk nicht lange nach, tu es einfach. Es wird dein Schaden nicht sein - Meister." Echzechiel schaute wieder auf. Musterte Kazel eindringlich. Er sah die Ruhe in dessen Augen über welche er selbst im Moment nicht verfügte.

Noch immer zögerte er und schaute zu der erschöpften Nachtelfen hinab. „Du hast recht.“ Brachte er schliesslich unheimlich ruhig hervor. „Sintus! Daher!“ Der Paladin näherte sich der Gruppe. Missmutig musterte dieser erst Juduka dann Kazel. Er salutierte vor seinem Anführer. „Herr?“ „Besorg mir einen Heilkundigen…sofort!“ „Herr wir haben keinen… einzig die Hexe welche die Flüsse hatte vergiften wollen.“ „DANN HOL DIE HER!“ Befahl Echzechiel barsch so dass Sintus für einen Moment gar seine Stirn runzelte und überrascht guckte. „Wie du meinst Herr…“ Abschätzig blickte er Kazel nochmals entgegen ehe er sich abwandte und davoneilte, sein Pferd bestieg und davonpreschte. Zum Glück hatte er wohl nicht kapiert dass es um die Heilung von Juduka ging, sonst hätte er sich wohl sehr viel Zeit gelassen um die Frau aufzutreiben. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis Sintus mit der dünnen Hakennasigen Frau wieder auftauchte.

Er ritt an Echzechiel heran. „Herr…. Wir müssen uns sputen, der grosse Flüchtlingsstrom hat schon einen kleinen Vorsprung erlaufen, doch die Kinder und die schwachen unter den Frauen fallen allmählich zurück und mussten sogar noch in diesem Wald lagern. Wir müssen sie schützen und begleiten! Diese dunkelelfischen Bastarde…“ Dabei deutete er in Kazels Richtung. „Werden sicherlich bald den Wald anzünden um uns die Deckung zu nehmen.“
Echzechiel nickte nur und blickte der Hexe entgegen. „Kannst du ihr helfen!“ Er deutete auf Juduka. Die Hexe trat näher. Legte ihren Kopf schief und verschränkte ihre Arme über ihrer Brust. Sie schleppte eine kleine Hüfttasche mit sich deren Inhalt bei jedem Schritt klimperte. „MrhrmrmrmRMRMrmr…“ Sie trat an Juduka heran und hob ihren Kopf leicht an indem sie ihre knochige Hand unter ihr Kinn hielt und es anhob. „Die ist ganz schön blass….“ Was kein Wunder war für eine Nachtelfe. „Sieht Krank aus. Zu wenig Blut in den Adern… nehme ich an!“ Sie blickte zu Xenia hinab. „Die sieht auch nicht besser aus!“ „SCHWÄTZ NICHT SO SONDERN TU ETWAS WEIB!“ Knurrte Echzechiel ungeduldig.

Die Hexe gab nur murmelnde Laute von sich und stellte sich schliesslich hinter Juduka.l Sie packte deren Schulter und drückte den Bolzen durch. Juduka brüllte auf. Echzechiel sprang hervor und packte die Hexe an ihren zerfilzten Haare. „WAS TUST DU DA VERFLUCHT?!“ Brüllte er ihr entgegen. „BäräRHRHRHK!“ Fauchte die Hexe den Paladin an. „Lass mich machen oder willst DU sie verarzten!“ SIntus verschränkte die Arme. Er dachte nicht daran seinen Anführer zurück zu halten. Dieser schnaubte. Die Hexe drückte den Bolzen durch und riss ihn von der anderen Seiten der Schulter aus ihrem Körper. Sofort verfärbte sich auch der vordere Teil der Robe rot. Zum Glück hatten einige der Paladine damit begonnen die leichen der Dunkelelfen zu verbrennen um zu verhindern dass sie als Untote wiederkehren konnten. „Los… halt dein Schwert ins Feuer und bring es mir! Ich werde die Wunde ausbrennen… und nun spute dich mächtiger Mann!“ Keifte die Hexe welche sich schon daran machte die Wunde mit Kräutern zu behandeln. Juduka brüllte sich indessen beinahe die Seele aus dem Leib während Xenia sich noch immer nicht regte.

Echzechiel nickte und drückte ins einer eile den Seelenstab in Sintus Hände. Er blickte nochmals zu Juduka und Xenia hin und dachte keine Sekunde mehr daran was er da eigentlich aus seinen Händen gegeben hatte. Er war sich der effektiven Macht des Seelenstabes auch nicht bewusst gewesen.
“Wir müssen sie in Sicherheit bringen. Beide. Richtet ein Pferd her mit einer Bahre.“ Die Anweisung galt sowohl Sintus wie aber auch Kazel. Echzechiel hatte Recht, hier an Ort und Stelle konnte nur die Erstversorgung stattfinden. Schon bald würden neue Truppen ihnen hinterherjagen.
Sintus Antwortete nicht. Er betrachtete den Stab welchen er so unvorhergesehen in die Hand gedrückt bekommen hatte. Er blickte in die kleine Seele die darin gefangen war.
“Was…in Faldors Namen ist das?“ Dachte er und drehte den Stab. Die Seele jedoch drehte sich nicht mit sondern zeigte in Kazels Richtung. Der folgte nun auch der Blick des Paladins.

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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 26. Oktober 2010, 20:09

Man mochte einen kühlen Kopf bewahren, wenn die Emotionen fehlten, die jeden in einer solchen Situation hätten aufrühren müssen - selbst Paladine der Bruderschaft. Und so war es ja auch. Echzechiel zeigte jähzornige Verzweiflung, der Bruder Sintus wäre sogar zu grober Gewalt und Misshandlung übergegangen, hätte man ihn nicht aufgehalten.
Kazel jedoch blieb ruhig. Leider - und das war die Kehrseite der Medaille - agierte er nun derart gefühlskalt, dass Echzechiel kein mitfühlendes Wort, kein Schulterklopfen oder einfach nur gefühlten Beistand erwarten konnte. Das allein hätte möglicherweise seiner Seele mehr als gut getan.
Doch im Gegensatz zu ihm dümpelte Kazels Seele noch immer im Ende des Stabes umher wie eine Kompassnadel, die auf ihn als Pol ausgerichtet worden war. Sie folgte ihm, glitzerte und glühte. Echzechiels Augen konnte man mit diesem Leuchten vergleichen. Fenster oder manchmal auch Spiegel zur Seele. Kazels Blick wirkte leer, trotzdem nicht gebrochen wie jener von Toten. Sie erwiderten den Blick des Paladins.
"Du solltest vor gehen und die Flüchtlinge mitnehmen. Ich bleibe bei meiner Partnerin zurück und bringe sie dir. Wenn Judukas Körper Heilung erfährt, kann Xenias Aura ebenfalls wieder leuchten." Juduka machte im Moment aber nicht den Eindruck, dass sie es überhaupt noch einmal schaffen würde. Sie war erschöpft.
Wenigstens sah Echzechiel ein, dass es so und nicht anders funktionierte. Deshalb rief er nach einem anderen Paladin. Ausgerechnet Sintus. Kazel würde aufpassen müssen, dass er der Nachtelfe nicht zu nahe kam. Er selbst stand jedoch nur an der Seite, spielte den schweigsamen Beobachter, bis Sintus die alte Hexe geholt und diese Juduka untersucht hatte. Er reagierte nur einmal, als Sintus seinesgleichen verfluchte und ihn direkt dabei anschaute. Auch hier erwiderte er den Blick. "Ich stehe auf eurer Seite", sagte er, ohne bedrohlich zu wirken.
Danach verfiel er wieder in Schweigen. Er hielt sich zurück, beobachtete die fragwürdigen Handlungsmethoden der Heilerhexe, kommentierte sie aber nicht.

Kazel setzte sich tatsächlich erst wieder in Bewegung, als die Vettel nach einem Pferd verlangte. Er hob Schild- und Schwertgriff auf, band sich beides mit einem Lederstreifen an die Hüfte und ging los. Bei Sintus blieb er noch einmal stehen, als dieser ihn ansah. Seine Gedanken waren so klar in Kazels Kopf, vermutlich, weil die Distanz so gering war.
"In Faldors Namen?", wiederholte Kazel. Lysanthor musste diesem Mann sehr fern sein. Der Mischling blickte auf den Seelenstab. Das Leuchten seiner kleinen Seele flackerte ergiebig. "Das ist ein Makel." Schon ging er weiter.
Ob sich in der Nähe noch ein Pferd finden ließ, war fraglich. Die Schlacht war vorüber, viele der reiterlosen Tiere möglicherweise schon weit in die Ebene geflohen. Aber Kazel suchte. Auch schaute er stetig auf den Boden, um Material für eine Bahre zu finden.
Die Hexe mochte nicht sein Meister sein, aber ... Ich bin auch kein Werkzeug. Trotzdem hatte er Echezchiel Meister genannt.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Streiter des Guten » Montag 1. November 2010, 18:39

"Du solltest vor gehen und die Flüchtlinge mitnehmen. Ich bleibe bei meiner Partnerin zurück und bringe sie dir. Wenn Judukas Körper Heilung erfährt, kann Xenias Aura ebenfalls wieder leuchten." Die Hexe wandte sich zu Kazel um und runzelte ihre Stirn. „Welch sonderbarer junger Mann.“ Krächzte sie. „Allerdings…“ Brummte Sintus. Normalerweise hätte Echzechiel die Stimmung und Spannung zwischen Kazel und Sintus sofort erkannt, doch im Moment war er zu sehr mit seinen eigenen Sorgen beschäftigt als dies zu merken.

"Ich stehe auf eurer Seite" „Mass dir dies nicht an! Ich stehe auf der Seite der tugendhaften Paladine, du hingegen bist nur ein Mischling! Vergiss dies nicht!“ Echzechiel wandte seinen Kopf zu Sintus um. „Und du hast Landria Sinal getötet! Mörder! Also sprich nicht davon dass wir auf derselben Seite stehen!“
Die Hexe kicherte, doch ihre Stimmung war ganz und gar nicht erheitert. „Nun bringt mir Pferd und Schwert…jaa?“ „Ja.“ Echzechiel raffte sich auf und stapfte sein Schwert haltend zu den Feuern. Sintus, musterte noch immer den eigenartigen Stab welcher er in die Hände gedrückt bekommen hatte. Die Hexe musterte ihn ebenfalls. „Mhrrm… was immer dieses Ding da drinn ist jaa… es mag ihn!“ Die Hexe deutete mit ihrem dreckigen und mit Judukas Blut besudelten Finger auf Kazel. Sintus nickte langsam. „Ja… allerdings…“ Brummte er. Weshalb nur?! Dieses Ding gehörte doch dem Wegbereiter. Er ist ein Risiko… er wird uns wieder verraten, wie er Landria getötet hat! WIE konnte Echzechiel dies nur hinnehmen ohne ihn zu strafen!
Sintus Augen verengten sich zu schlitzen als Echzechiel mit dem glühenden Schwert zurückkehrte und dieses der Hexe weiterreichte. Vielleich ist auch Echzechiel verhext.. vielleicht ist es an der Zeit dass er abgesetzt wird.

"In Faldors Namen?" Sintus runzelte die Stirn.”Betest du ihn etwa an häh?!“ Der Paladin fuchtelte dabei mit dem Seelenstab herum. Kazel beschlich ein unangenehmes Gefühl dabei. Doch er konzentrierte sich im Gegensatz zu Sintus auf seinen Auftrag. Ein Pferd musste beschafft werden. Viele waren durchgebrannt, einige tot doch wenige trieben sich noch unruhig auf dem Schlachtfeld herum. Ihm bot sich ein trostloses Bild. Leichenteile, Blut und verbrochene Waffen säumten den aufgeweichten Boden. Leichen waren kaum mehr welche zu sehen, denn die Truppen waren sehr gründlich wenn es ums verbrennen ging. Dafür stank es über das ganze Schlachtfeld hinweg. Es stank nach verbranntem Haar und Fleisch. Es roch leicht süsslich. Der Tod, roch süsslich. Während die Geruchskulisse gewaltig und erdrückend war, hörte man jedoch beinahe nichts. Eine unheimliche Stille hatte sich über das Schlachtfeld gelegt. So still, dass man das Rauschen der Blätter am Waldrand hören konnte. Es schien so als erzählte der Wind vom Schlachtgetöse. Dieses wurde jedoch plötzlich von einem Aufschrei übertönt. Die Hexe brannte offenbar gerade Judukas Wunde aus. Dann hörte er das aufstampfen von Hufen. Echzechiel befolgte Kazels Rat und begab sich offenbar bereits wieder zu seinen Truppen. Sie mussten fliehen.

Kazel näherte sich einem schwarzen Hengst der unruhig auf der Stelle trabte. Er schnaubte nervös und starrte Kazel mit aufgerissenen Augen an. „PRRRHRHRH!“ Das Pferd wich nervös zurück und stampfte mit den Hufen auf.

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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 6. November 2010, 11:51

Kazel reagierte weder auf die Aussage der Alten noch auf Sintus' Kommentar. Letzterem warf er lediglich einen emotionslosen Blick zu. Es steckte ein mattes Leuchten darin, aber sonst unterschieden sich diese tintenblauen, sturmlosen Augen nicht von den gebrochenen der Toten. Trotzdem war für ihn sein Platz endlich einmal klar. Glasklar.
Sintus wollte das natürlich nicht glauben und so zog er alle Register: Kazels Herkunft, sein Mord an Landria. Er nannte ihn Mörder - zu Recht.
Kazel zuckte nicht einmal mit der Wimper. "Er wollte es so. Ich sollte euch alle töten. Jetzt bin ich kein Werkzeug mehr." Trotzdem verhielt er sich noch teilweise so. Er stand ungenutzt herum und wartete darauf, zum Einsatz zu kommen. Er schaute zu seiner glimmenden Seele in Raxtians Stab. Wenn Sintus wollte, dass Kazel jemanden umbrahte, würde der Mischling es tun? Echzechiel hatte er auch 'Meister' genannt.
"Mhrmm ... was immer dieses Ding da drin ist, jaa ... es mag ihn!" "Es ist ein Makel", antwortete Kazel und als er an Sintus vorbei kam, dachte er: Weil es meine Seele ist. Solange kein Meister befiehlt, dass ich töten soll, werde ich es nicht tun. Die Frage war, ob Sintus auch Kazels Gedanken vernehmen konnte. Der Mischling legte es nicht darauf an. Er sortierte nur seine eigenen Gedanken. Echzechiel ist besorgt. Verrate ihn nicht, indem du dermaßen denkst, Sintus.

Kazel entfernte sich, auch, weil der Paladin ständig mit dem Stab herum wedelte. Es verursachte etwas in Kazels Innerem. Ein Gefühl, das wohl einzige, das er noch besaß. Es fühlte sich unbehaglich an und er mochte es nicht. Deshalb suchte Kazel lieber nach einem Pferd. Er fand auch eines, doch es scheute vor ihm, schlug gar mit den Hufen aus. Die dunklen Ohren legten sich dich an den Kopf zurück. Kazel schaute das Tier aus sicherer Distanz an. "Du weißt es", sagte er zu dem Pferd. Ihm blieb keine Wahl.
"Sintus!", rief er nach dem Paladin, doch bewusst dachte er die Worte. Du musst das Pferd hier holen. Es scheut vor mir, weil ich keine Seele habe. Es wird sich von dir führen lassen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 15. November 2010, 17:56

"Es ist ein Makel" Sintus verengte seine Augen zu schlitzen. „Ein… oder dein Makel?“ Zischte er ihm entgegen, beschloss aber die Sache mit dem Stab erst zurückzustellen. Er war soldat und hatte seine Pflichten auch wenn sie ihm im Moment nicht passten. “Nun…Echzechiel ist weg und dieser Schosshund wird nicht ewig auf die Kleine aufpassen können. Dann werde ich sie lehren was es heisst in Gefangenschaft zu geraten.“ Lysanthors heilige Schrift „Der Weg des Tugendhaften.“ Sah nicht vor dass Gefangene geschont werden mussten, sondern beschrieb förmlich, dass einem Feind alle nötige Härte entgegen geworfen werden musste um ihm seine Schuld klar zu machen. Wer sich gegen Lysanthors Gefolgschaft auflehnte – und dies waren in erster Linie die Pelgarer galten unter den Augen der Gläubigen als Gottlose und verloren somit alle menschenwürdige Rechte. Die Textstelle jedoch ist unter der Bruderschaft sehr umstritten und Echzechiel vertrat die Meinung dass keinem Gefangenen unnötig Leid angetan werden sollte sobald er sich ergeben hatte, ausser es besteht die unmittelbare Gefahr dass er befreit wird.

Sintus reagierte nicht auf Kazels Gedanken. Er erschien nicht einmal verdutzt. Offenbar funktionierte die Gedankenleserei nur einseitig. Vielleicht lag es daran, dass Sintus keine magische Begabung besass wie es der Wegbereiter getan hatte. Auch Echzechiel hatte ja nicht auf Kazel reagiert. Dafür waren die Tiere offenbar viel sensibler auf Kazels Andersartigkeit. Das Pferd stampfte mit den Hufen auf und wieherte unruhig. Es trabte auf der Stelle und drohte in die Höhe emporzusteigen. Der Mischling tat das einzig richtige und wich einige Meter vor dem aufgescheuchten Fluchttier weg. Das Pferd schnaubte beunruhigt, die Augen weit aufgerissen schien es Kazels Gestalt ängstlich zu fixieren.

Sintus war derweil mit Juduka beschäftigt. Neben ihm kauerte die Gestalt der alten Hexe die sich gerade lauthals bei dem Ordensbruder beschwerte. „Spar dir deine Fleischesgier für die Schlacht auf du Wüstling!“ Der Ordensbruder knurrte die Vettel nur an und versetzte ihr einen scheuchenden Tritt so dass diese sich fauchend vom Lager der beiden Verletzten entfernte und sich erst mit einigem Abstand zum Krieger wieder hinkauerte. „Du wirst verflucht sein Sintus! Dein Stolz und deine Habgier wird einst dein Ende sein!“ „Ach halt die Klappe du verdorrtes Weib!“ Juduka lag zu seinen Füssen und atmete schwer, sie war noch bei Bewusstsein aber durch die Tortur der ausgebrannten Wunde stark geschwächt. Sintus kniete sich zu ihr hin und packte sie unter dem Kinn und zwang sie so, ihn anzusehen. Er leckte sich über die Lippen während er sie mit seinen Blicken bereits auszog. „Zum Glück hast du keine schwarze Haut, die zu schänden ist selbst mir zu wider…“ Raunte er ihr böse entgegen und bleckte seine Zähne.

Vielleicht war Sintus früher ebenso ein aufrechter Mann gewesen wie Echzechiel. Vielleicht auch nicht. Fakt war, dass Menschen von Zwielichtigen Charakter nicht selten die Zuflucht in Kriegerscharen suchten, gleichzeitig war es ebenso Tatsache dass der Krieg alles an einem Menschen verändern konnte. Aber in beiden Fällen entwickelten sich solche Krieger zu einem unberechenbaren Problem für jeden Hauptmann.

Sintus! „WAS?!“ Brauste der Krieger auf. Er fühlte sich von Kazel ertappt. Dieser konnte jedoch sein Aufbrausen in jener Hinsicht missinterpretierten dass es dem Söldner nicht behagte für ihn ein Pferd zu bändigen. Der Ordensbruder erhob sich sogleich und stapfte auf Kazel zu. „DU HAST MIR KEINE BEFEHLE ZU ERTEILEN UND MICH NICHT BEI DER AUSFÜHRUNG MEINES AMTES ZU STÖREN!“ Knurrte er dem Mischling entgegen und packte wütend nach dem unruhigen Pferd. „Kümmere dich lieber darum dass du DEINE Arbeit ordentlich erledigst!“ Für ein Mitglied der elitären Bruderschaft war es selbstverständlich dass es reiten konnte. Sintus sah in Kazels Unfähigkeit ein Pferd zu besorgen nur eine weitere Bestätigung dafür, dass Mischlinge in einem Ritterorden nichts verloren hatten. Sintus beruhigte das Pferd mit überraschender Feinfühligkeit und schwang sich kurz darauf in dessen Sattel. Das Schlachtross stampfte Kazel entgegen und Sintus schreckte nicht davor zurück es kurz vor Kazel hochsteigen zu lassen. Er stellte damit offensichtlich seine Überlegenheit und seine Macht zur schau und machte Kazel unmissverständlich deutlich dass er es jederzeit mit ihm aufnehmen würde. Wie viel Unrecht und Provokationen hatte Kazel in seinem Leben schon von Seitens von ähnlich pedantischen und arroganten Pelgarer erfahren müssen?!

Sintus ritt voran band das Pferd an einen kronenlosen Baumstamm und machte sich daran eine Bahre herzustellen. Das Pferd blieb unruhig. Kazels Anwesenheit behagte ihm einfach nicht Die alte Vettel kauerte noch immer im Morast und richtete düstere Faxen an den Ritter der ihr gerade den Rücken zudrehte. Sie musterte Kazel kurz und kümmerte sich schliesslich vor sich hin zettelnd wieder um die beiden Verletzten. Sie winkte Kazel zu sich. „Die Tiere scheuchen in deiner Nähe... nä? Bist ein geraubtes Geschöpf…nä? Du… musst sich hüüten nä… deine Seele hungert…nä?“ Sie klaubte einige Kräuter aus der Tasche und steckte sich diese in den Mund. Kauend bereitete sie eine kleine Holzschale und einen Mörser vor und spuckte schliesslich die angekauten Kräuter hinein ehe sie damit begann mit dem Mörser die Kräuter noch weiter zu zerkleinern. „Ich bin keine Nekromantin…nä…. Sonst hätte man mich wohl schon längstens verbrannt…nä… wir Kräuterfrauen stehen in Pelgar nicht gerade in hohem Kurs…nä… weil es dort nur von so pikierten Strotzklötzen wie Sintus wimmelt…nähä? Man muss keine Seherin sein um zu sehen dass ihr beide dieser Expedition noch ärger bereiten werdet…nä?“ Sie wandte ihren Blick zu Juduka hin. Ihr linkes Auge benötigte wesentlich mehr Zeit um den Blick zu verändern als ihr rechtes. „Dreh dich zu mir hin, Kind der Nacht…“ Juduka tat ächzend wie geheissen. Sie war sehr still, wenig war von ihrer Anmut und ihrer Selbstsicherheit übriggeblieben welche sie im Zelt des Wegbereiters noch ausgestrahlt hatte. Die Hexe patschte eine Schicht der selbsterstellten Paste auf ihre Wunde und verband sie neu. „Wir müssen hier weg…nä… die grosse Fäulnis wird bald einsetzen, die Leichen ächzen schon! Sonst nimmt der Schnitter uns noch versehentlich mit…nä…“ Hinter Juduka rührte sich Xenias Hand…
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 16. November 2010, 19:34

„Mein Makel … und der deine scheint zu sein, dass du ganz versessen darauf bist, jemanden büßen zu lassen“, antwortete Kazel, der Sintus Gedanken nur allzu deutlich gehört hatte. Der Paladin dachte jenseits von Gerechtigkeit. Er war auf Rache aus. Rache für den Mord an seinem Bruder. Er bewegte sich sehr dicht an Faldors Pfaden entlang.
Kazel kannte Lysanthors heilige Schriften und Lehren nicht, aber er glaubte kaum, dass dieser Gott, der sich doch so sehr mit Gerechtigkeit und Licht verknüpfte, ähnlich düstere Merkmale aufwies wie Faldor.
Er war im Glauben des dunklen Gottes und seiner Zwillingsschwester erzogen worden. Beide strebten Finsteres an, wobei Faldor doch so viel mehr auf Blut, Leid und Folter aus war. Manthala verfolgte listigere Ziele. Keiner von beiden war jemals mit Begriffen wie Gerechtigkeit oder Nächstenliebe in Verbindung gebracht worden. Faldor schwebte über Sintus‘ Kopf wie der helle Schein über einer Heiligen. Kazel würde auf sich, aber auch auf Juduka achten müssen. Sie traf keine Schuld, sie war ein Werkzeug gewesen wie er und sie war entsorgt worden. Sie war allein.
Ebenso allein war Kazel offenbar mit seinen Gedanken, denn Sintus reagierte in keinster Weise. Er konnte seine Gedanken nicht lesen. Echzechiel hatte auch nicht reagiert, sein alter Meister allerdings schon. Der Stab mit seiner Seele … seinem Makel … funktionierte in telepathischer Beziehung wohl nur mit Raxtian. So musste der Mischling den Ritter heran rufen. Das Pferd ließ sich von einem Seelenlosen nämlich nicht bändigen. Kazel konnte froh sein, dass es nicht auf ihn los ging oder floh. Sie brauchten das Tier.

Er erwischte Sintus ganz dicht bei Juduka. Er musste wirklich stark aufpassen, auf sie und natürlich auch auf seine Partnerin Xenia, sobald diese erst einmal wieder erwacht war. Und Echzechiel? Sollte er ihm mitteilen, dass Sintus drohte, ihn zu verraten oder ahnte der gute Paladin es bereits? War es seinerseits Verrat, wenn Kazel seinen – wenn auch von seiner Seite auch keineswegs – Bruder meldete? Sollte er über alles schweigen?
Er starrte zu Sintus auf, der sich auf das Pferd geschwungen und es steigen gelassen hatte. Kazel wich weiter zurück, den Blick allerdings noch immer auf den Paladin fixiert. Er ließ die Schimpftirade über sich ergehen, hörte eh nur mit halbem Ohr hin. „Sie hat deinen leiblichen Bruder nicht umgebracht. Raxtian war es. Wir sollten uns zusammentun, um ihn besiegen zu können und nicht gegeneinander vorgehen.“ Kazels Aufmerksamkeit galt noch immer den Plänen, die eine Schändung Judukas vorsahen. „Bruder“, bat er Sintus, den Weg der Vernunft einzuschlagen. Vermutlich erfolglos. Daher wandte sich Kazel ab und folgte der Aufforderung der alten Hexe, ihr nun zu helfen.

„Ja … nein, eher ein beraubtes Geschöpf … meine Seele ist dort drüben.“ Kazel wandte den Kopf. Er zeigte kurz zu dem Zauberstab, der sich noch immer in Sintus‘ Besitz befand. Das Licht darin flackerte auf. Es richtete sich weiterhin nach dem Mischling aus.
“Man muss keine Seherin sein, um zu sehen, dass ihr beide dieser Expedition noch Ärger bereiten werdet … nähä?“ „Er wird Fehler machen und ich werde dagegen vorgehen.“ Er nickte. „Ja, es ist offensichtlich. Trotzdem muss ich auf sie achten.“ Seine Hand berührte Juduka. Sie hatte auch auf ihn geachtet, als er im Zelt des Wegbereiters der Toten mit aufgeschnittenen Gliedmaßen gelegen hatte. Er war es ihr also doch schuldig – irgendwie.
„Und ich kann Xenia nicht verlassen. Sie hat so oft darauf hingewiesen, dass ich ihr Partner bin. Ich bin an sie gebunden.“ Wie Seelen an ihren Körper. Flüchtig warf Kazel einen Blick zu dem Seelenstab. Sintus schien die Bahre beinahe fertig zu haben. So entschied der Mischling – das abwartende Werkzeug! – von allein, Xenia schon einmal auf die Trage zu verladen. Er besaß doch irgendwo noch ein bisschen Individualität. Er bemerkte es nur nicht.
Dafür entdeckte er das leichte Zucken der Hand seiner Partnerin. „Sie wacht auf.“ Kazel kniete sich zu ihr, ergriff die Hand und hielt sich daran mehr fest als an dem Gedanken, dass seine ihn rettende Seele ebenso nah bei ihm war wie eine lauernde Gefahr, die sich auch über Juduka legen wollte.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Dezember 2010, 15:16

„Mein Makel … und der deine scheint zu sein, dass du ganz versessen darauf bist, jemanden büßen zu lassen“ Sintus Miene verdunkelte sich. „Wenn wir es nicht tun, werden es deinesgleichen sein die uns büssen lassen werden! Sieh dir Pelgar an! PELGAR! Die Hochburg Lysanthors steht in Flammen! Die Situation lässt es nicht zu auf irgendwelchen Tugenden zu beharren!“ Knurrte er ihm entgegen. „Jedem ist zu misstrauen…“ Eine deutliche Ansage des Paladins.
„Sie hat deinen leiblichen Bruder nicht umgebracht. Raxtian war es. Wir sollten uns zusammentun, um ihn besiegen zu können und nicht gegeneinander vorgehen.“ „Du warst in seinem Zelt! DU hättest ihn töten müssen! Du hättest die Gelegenheit dazu gehabt! Stattdessen kehrst du zu uns zurück und ermordest eine unserer besten Geisteswissenschaftlerinnen!“ Fuhr ihn Sintus fluchend an. „Einzig die Tatsache dass du in der Gunst meines Meisters stehst bewahrt dich vor meinem Zorn Mischlingsblut!“ Er spuckte neben Kazel auf den Boden und führte sein unruhiges Pferd von ihm weg.

„Ja … nein, eher ein beraubtes Geschöpf … meine Seele ist dort drüben.“ Die Hexe legte ihren Kopf schief und musterte Kazel lange. „Geraubt!“ Beharrte sie. „Wenn du beraubt wärst dann würdest du alles daran setzen dass du deine kleine Seele wiederkriegst… doch dies tust du nicht. Dir fehlt nicht etwas sondern du wurdest verändert…nä?“ Die Hexe gluckste und hob mahnend ihren Zeigefinger. „Lass dich warnen Kazel… eine Seele ist nicht dazu gemacht in einem Stab zu enden. Sie zehrt aus mit jeder Minute die verstreicht. Wenn du zu lange zögerst… wirst du keine Gelegenheit mehr haben zu erfahren ob sie wirklich dein Makel war.“ Die Hexe brummelte weiter vor sich her und machte sich wieder daran nach Juduka zu sehen.
Sintus stellte indessen mit soldatischer Zuverlässigkeit und Routine eine Krankenbahre her. Die Paladine liessen in der niemanden zurück ohne ihn entweder mitzunehmen oder wenigstens ordnungsgemäss zu bestatten.

Xenia war ganz warm als Kazel sie in die Arme hoch. Kein schlechtes Zeichen. Kalte Körper waren oft tote Körper. Tatsächlich schien es der Pelgarerin besser zu gehen. Sie bewegte ihre Hand und zum glück war Kazel bei ihr und bemerkte es. Sie zog ihre Augenbrauen zusammen als Kazel ihre Hand drückte.
„Ver…flucht…“ Nicht gerade sonderlich ritterlich und schon gar nicht paladinisch gleich zu fluchen… aber dies war halt Xenia. „W..a..s..hat mich erwischt…“ Keuchte sie leise und liess sich noch Zeit die Augen zu öffnen. Die Hexe hielt es für sicherer bei Juduka zu bleiben auch wenn sie sich gerne ebenfalls um Xenia gekümmert hätte, doch sie traute Sintus ebenfalls nicht über den Weg und dies nicht unbegründet. „Tritt weg alte Vettel! Diese kleine Hure reist auf dem Pferd. Die Bahre ist für Xenia vorgesehen!“ Brummte er, schritt auf Juduka zu und packte nach ihr um sie grob aufzuheben. Juduka ächzte auf, war aber unfähig sich zu wehren. Sintus beförderte sie unsanft aufs Pferd und schwang sich ebenfalls hinauf. „Du und die Vettel werdet laufen und jetzt tritt von der Bahre weg damit ich losreiten kann!“ Wieder hielt der Paladin den Seelenstab in den Händen und fuchtelte damit herum um seine Macht zu demonstrieren. Abermals wurde es Kazel ganz mulmig im Gefühl.
Elendiges Pack! Aber die kleine Nachthure gehört mir…he.he….
Xenia ächzte auf und drehte ihren Kopf Kazel zu. „K..annst…du..:Sintus…es..ist..Sintus oder?..“ Sie machte eine kurze Pause. „Kanns..t..du ihm sagen er soll die klappe halten?“
Das war die gute alte Xenia.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 13. Dezember 2010, 19:45

Der Krieg wandelte Sintus gerade zu dem, was Kazel einst gewesen war. Wenn es nicht bereits schon geschehen war. In Sintus wuchs Misstrauen. Er hatte die schwarze Seite der Welt gesehen und folgte der Taktik, dass es besser war, den Feind auszulöschen, ehe er seinerseits auf diese Idee kam. Dadurch, dass er ungesundes Misstrauen entwickelte, schien nun jeder in seinen Augen ein Feind zu sein, der kein Paladin war und einer Rasse angehörte, die ihm nicht passte – wenn auch nur zum Teil.
Kazels Blick haftete auf Sintus. „Ja“, sagte er leise, aber in seinem Kopf fügte der Seelenlose an: Dafür musst du Einsamkeit in Kauf nehmen. Du gehörst nirgends mehr dazu. Auch nicht zu den Paladinen, denn Kazel war doch der beste Beweis, dass man nicht einmal in den eigenen Reihen trauen konnte. Immerhin hatte er Landria auf dem Gewissen. Sintus erinnerte ihn wohl nur zu gern daran und auch, dass er seine Chance nicht ergriffen hatte, Raxtian Tausendtod umzubringen.
„Jemand, den man gefoltert hat, bis er fast selbst tot war, kann niemanden umbringen.“ Kazel rechtfertigte damit seine Unfähigkeit, ohne aber, dass es ihn aus der Bahn geworfen hätte. Es war lediglich ein Faktum. Ja, die Gelegenheit war da gewesen. Ja, er hatte sich in Raxtians Zelt befunden, aber auch ja, er war gefesselt und dem Tode näher gewesen als dieser untote Kriegsführer. Er schaute Sintus hinterher. Aber auch ja, ich hätte ihn töten müssen. So nahe am Stab, in dem seine Seele wie ein kleines Glühwürmchen schwebte, schien er auch seinen Emotionen und eigener Gedankenentwicklung näher zu sein. Ebenso wuchs Beklommenheit.

Kazel wandte sich ab. Seine Aufmerksamkeit lag jetzt erst einmal bei Juduka, Xenia und der Alten, die mit ihm sprach. Ihren Namen wusste er nicht. Er musterte sie. Ihre Worte hingen unheilschwanger in der Luft. Er würde alles daran setzen, seine Seele wieder zu kriegen. Kazel verstand nicht, warum man dies tun sollte – für etwas, das ihn fehlerhaft machte. Raxtian hatte ihn perfektioniert. Trotzdem hat er mich im Stich gelassen. Aber Juduka auch.
„Verändert“, wiederholte er das Wort. „So viele haben es getan, mein ganzes Leben lang. Mich verändert, manipuliert, meinen Geist nach ihren Wünschen gerichtet und mich Handlungen ausführen lassen, ohne dass mir bewusst war, welche Folgen sie haben würden. Sie haben mit meinem Makel gespielt.“ Er warf einen Blick über die Schulter zurück. Sintus bereitete das Pferd vor. Den Stab trug er noch immer bei sich. „Vielleicht bin ich ohne ihn endlich ich selbst.“ Oder ein Schatten deiner Selbst.
Kazel brummte. Ihm gefiel nicht, was er in seinem Kopf hörte. Gedanken veränderten auch…
„Ich wüsste ja nicht einmal wie ich meine Seele“, - mit einem Mal sagte er nicht mehr Makel -, „wieder zurückbekommen sollte.“ Es kümmerte ihn auch nicht, oder doch?
Ein wenig vielleicht. Andere Dinge schienen Kazel allerdings wichtiger zu sein. Xenia, zum Beispiel. Er hielt sie. Ihre Wärme entpuppte sich als ebenso seltsam wie diese Kühle, die von ihrem Partner ausging. Er war nicht tot, aber sonderlich lebendig zeigte er sich auch nicht. Seine Züge waren glatt vor Emotionslosigkeit.
Er wollte ihr gerade antworten, was ihr zugestoßen war, als Sintus zusammen mit Pferd und gebauter Bahre bei der Gruppe auftauchte. Erneut pöbelte er. Auch Juduka war in seinen Augen nichts Anderes als etwas, dem man misstrauen und das man büßen lassen sollte. Er erhob sich zum Anführer und schnauzte seine Befehle wie ein Drilloffizier des Militärs.

Kazel gehorchte mäßig. Er ließ Xenias Hand los, trat allerdings nicht ganz von der Bahre fort – nur ein Stück weit nach hinten, damit die Hinterhufe des Pferdes ihn nicht erwischen konnten. Das Tier zeigte sich deutlich nervöser in seiner Nähe. Kazel wollte nicht riskieren, dass es nach ihm trat. So ein Hufeisen im Gesicht konnte optische Veränderungen für die Ewigkeit hervorrufen. Außerdem gefiel es ihm nicht, so nahe am Seelenstab zu sein. Es kribbelte ihm unter den Fingern, die Beklommenheit stieg und außerdem begann er, über Dinge nachzudenken, die für ihn sonst keine Bedeutung hatten. Zum Beispiel warf er Sintus einen dunklen Blick zu, weil dieser Juduka so rücksichtslos auf das Pferd hob. Verletzte sollte man nicht so behandeln, schoss es dem Mischling durch den Kopf, zusammen mit der Frage, warum ihn das überhaupt störte.
Zudem mischten sich auch noch die Gedanken des Paladins darunter.
„Halt die Klappe, Sintus!“, sagte Kazel fast zeitgleich, als Xenia ihn um eben jene Forderung bat. Er schaute zu ihr herunter, dann wieder hinauf zum Pferd. „Juduka ist ebenso wenig dein Eigentum und Werkzeug, wie sie eine Nachthure ist. Sie kann mit Licht heilen, was sie vermutlich näher zu deinem Gott bringt als du es gerade bist.“ Kazel ließ sich nicht unterbrechen. Er ballte leicht die Fäuste, dass die Adlerkrallen heraus traten und mit jedem Wort schwang ein immer stärker werdendes Knurren in seiner Stimme mit. Ja, so nahe an der eigenen Seele zu stehen, rief Gefühle und andere Reaktion hervor.
Und da Kazel zu besseren Zeiten schon immer ein sehr leidenschaftliches Wesen war, dass seine Emotionen ständig zu unterdrücken versucht hatte, war es nicht allzu verwunderlich, dass er jetzt in einem Bogen seitlich auf das Pferd zu kam, nach Sintus‘ Bein packte, dass sich die Krallen darin verhakten oder über das Metall seiner Rüstung kratzten, um ihn mit aller Kraft herunter zu zerren. Dieser misstrauische Kerl mit den finsteren Gedanken gegenüber einer Verletzten sollte sich nicht in ihrer Nähe befinden – außerdem bestärkten Xenias Worte Kazel in seiner Tat. Ihr gefiel der charakterliche Absturz des Paladins offenbar auch nicht.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Dezember 2010, 23:48

„Verändert. So viele haben es getan, mein ganzes Leben lang. Mich verändert, manipuliert, meinen Geist nach ihren Wünschen gerichtet und mich Handlungen ausführen lassen, ohne dass mir bewusst war, welche Folgen sie haben würden. Sie haben mit meinem Makel gespielt.“ Die Alte lächelte. „Dich selbst ohne Seele nä? Wie sollte das denn gehen nä? Ich weiss wo du hingehen solltest junger Mischling nä? Tief verborgen in den Wäldern rund um Korsal, wenn mich nicht alles täuscht, nä? Befindet sich ein Kloster, nä? Dort solltest du hingehen um Frieden mit deiner Seele zu schliessen, nähä?“

„Vielleicht bin ich ohne ihn endlich ich selbst.“ „Weisst du überhaupt wer du bist, hä? Denk mal darüber nach.“ Sie boxte ihm freundschaftlich in die Seite und humpelte von ihm weg um sich weiter um Juduka zu kümmern. Doch viel Zeit blieb ihr nicht denn Sintus schien es eilig zu haben. Das war auch kein Wunder, denn im Horizont stiegen Rauchschwaden auf. „Die fackeln die ganzen Wälder ab verflucht!“ Knurrte er, doch galt seine Sorge weniger der Flora und Faune sondern mehr der Flüchtlingsscharen welche im Dickicht Schutz suchten.

„Ich wüsste ja nicht einmal wie ich meine Seele“, - mit einem Mal sagte er nicht mehr Makel -, „wieder zurückbekommen sollte.“ Die alte schaute auf. „Mhrmrmr… eine gute Frage, nä? Da kann ich dir auch nicht helfen… ich seh ja schliesslich nicht aus wie eine Schamanin oder Geistheilerin oder? Und die einzige die sich mit derlei Dinge befasst hat… ist meines Wissens tot, nä?“ Sie meinte wohl Dr. Landria Sinal. Kazels ehemaliges Licht, welches nun erloschen war. Die Verrückten hätten ihn dafür wohl auch nicht gerade gemocht, Landria war eigentlich stets beliebt gewesen in Burgstein… War Burgstein überhaupt noch eine Nervenheilanstalt? Oder war das festungsähnliche Gebäude bereits Zweckentfremdet und zu einem Gefängnis umfunktioniert worden? Kriege warfen immer Gefangene ab. Doch machten sich die Dunkelelfen überhaupt die Mühe irgendwen zu internieren oder töteten sie gleich alle Zivilisten und kampfunfähige Soldaten?

Doch Kazel hatte im Moment nicht die Zeit um über das Schicksal Pelgars nachzusinnen zu gefährdet war im Moment seine eigene Existenz… und jene von Xenia. „Halt die Klappe, Sintus!“, Der Angesprochene hielt inne, drehte sich zu Kazel um und zog sein Schwert welches er in Kazels Richtung hielt. So wie er auf dem Pferd sass wirkte es nur noch bedrohlicher. „Hüte deine Zunge Mischling oder ich werde sie dir vom Körper abtrennen!“ Knurrte er ihm wutentbrannt entgegen. „Nenn mir einen guten Grund warum ich dich nicht zurücklassen sollte damit du der Nachhut deinesgleichen in die Hände fällst?!“
Xenia ächzte auf der Bahre und rührte sich so, dass es selbst Sintus bemerkte. Er runzelte die Stirn und senkte sein Schwert. „Sie wacht auf…“ Er mochte grob und ungehobelt sein, doch auch er schien um Xenias wohlergehen bemüht.

„Juduka ist ebenso wenig dein Eigentum und Werkzeug, wie sie eine Nachthure ist. Sie kann mit Licht heilen, was sie vermutlich näher zu deinem Gott bringt als du es gerade bist.“ „Was weiss ein verfluchter Mischlingsbastard über meinen Gott?!“ Schnauzte er ihm entgegen. „Sieh lieber zu dass du Xenia hilfst ehe du völlig Nutzlos wirst, Mörder!“ Das war offensichtlich zu viel der Beleidung. Kazel kam zielstrebig auf das Pferd zumarschiert welches sofort nervös wieherte und aufstampfte. Als der Mischling den Paladin dann auch noch attackierte stieg das Pferd empor. Reiter und die Gefangene Juduka stürzten unsanft und das Pferd drohte durchzubrennen, was für Xenia welche bereits mit der Bahre daran befestigt war fatal gewesen wäre. Sintus brüllte schmerzerfüllt auf als er mit voller Wucht auf seine Schulter knallte. Der Seelenstab entglitt seiner Hand und stürzte in den Dreck. Kazel wurde es schlagartig schwindlig und speiübel, ausserdem riss es ihn von den Beinen. Ein grässlicher nicht zu beschreibender und durch nichts zu vergleichender Schmerz durchzuckte ihn kurz. Auch Juduka und Xenia erging es nicht besser, denn sie machten unbeabsichtigte körperliche Bekanntschaft miteinander als Juduka mit dem Rücken auf Xenias Kopf und Oberkörper fiel. Keuchend vor Schmerz rollte sich die Nachtelfe von Xenia runter welche ebenfalls schmerzerfüllt Aufkeuchte. Einzig die Hexe war unbehelligt geblieben und die war es nun auch welche die Initiative ergriff, noch bevor der wutschnaubende Paladin zum Gegenschlag ausholen konnte. Sie marschierte auf Kazel und Sintus zu, bückte sich nach dem Schwert und hob es auf. „ICH WUSSTE DASS IHR ÄRGER MACHT IHR KINDSKÖPFE NÄH?! REICHT ES EUCH NICHT DASS WIR DIE MORGEANISCHE ARMEE IM NACKEN HABEN UND EINE HORDE VON UNTONTEN NÄHÄ?“ Sie trat dem Paladin mahnend in die Rippen wie eine alte Vettel es eben tat. „Schäm dich! Du schimpfst dich Paladin?! Näh?! Als sich Sintus zu Wort melden wollte wurde er durch den Schwertspitz der vor seinem Auge herum baumelte davon abgehalten. Die Hexe machte ernst. “ Dann wandte sie sich zu Kazel um, sie schielte zum Seelenstab und hob ihn auf. „Und du… wirst mir um deiner Seele willen gehorchen hast du mich verstanden Jungchen?! Hänäh?!“ Unheilvoll schwang sie den Stab herum was Kazels Gefühle nicht gerade beflügelte – eher im Gegenteil. Die Beklommenheit nahm wieder rapide zu.

„Arrhghggh… was ist denn hier überhaupt los…“ Krächzte Xenia matt, sie hielt sich den Kopf. „Hormongeschwängerte Männer, das ist los!“ Knurrte die Vettel. Wie hiess die überhaupt? Sie war eine Zivilisten und hatte doch keine Ahnung von militärischer Ordnung. Ausserdem begegnete Kazel auffällig vielen Verrückten Menschen… ob ihm dies mal noch zu denken geben würde?
„Ich…bin…die..Ranghöchste…des Ordens…hier…und ich befehle…dass…ihr euch…wieder einkriegt…kapiert! Sonst….hau ich euch persönlich…aufs…Maul…sobald ich dazu…wieder imstande bin!“ Keuchte Xenia. Sintus schubste den Schwertspitz weg und erhob sich langsam, knurrend und seine Schulter haltend. „Jawohl.“ Brummte er düster doch er funkelte Kazel voller Hass an. "Hört...ihr...nun..auf..damit euch wie Idioten zu benehmen?!" Die Frage war auch an Kazel gerichtet.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 27. Dezember 2010, 00:10

Kosral kannte Kazel nicht. Er war nie dort gewesen, selbst dann nicht, als er mit Shantih, Luziver und dem Ork Leon damals durch den Neldoreth gestapft war. Damals hatten sie lediglich die Hütte eines überaus erfahrenen Elfenmagiers entdeckt, sowie den Turm der Weisheit besucht. Damals ... war etwas geschehen. Kazel erinnerte sich an einen Moment inneren Friedens, denn Nichts hatte ihn vereinnahmt. Nur kurz, aber wenn einen der Tod berührte, blieb immer ein schwacher Hauch seiner Präsenz zurück. Hatte der Gevatter ihn damals bereits erwählt, eines Tages sein Schwert und seinen Schild zu tragen?
Kazel war sich dessen in keinster Weise bewusst. Waffe und Schutz hatte er nicht vom Tod, sondern von Xenia bekommen. Es waren Paladin-Artefakte in seinen Augen.
Er schaute zu Xenia herüber. Auch sie wollte, dass Sintus die Klappe hielt. Auf sie hätte dieser Mann niemals die Spitze seines Schwertes gerichtet, doch selbst dieser Umstand hinderte den Mischlingselfen nicht daran, auf ihn loszugehen. Altes Temperament regte sie da, so nah an seiner eigenen Seele. Er achtete nicht einmal auf das Pferd und als es stieg, wich er nur aus der Reichweite der Hufe.
Lediglich das Auftreffen des Seelenstabes auf dem Boden, erschütterte auch Kazels Hülle, mit der er seit Entzug seines kleinen Glühens leben musste. Er taumelte. Ihm kam die Galle hoch, dass er spucken musste, um sich allein vom bitter brennenden Geschmack des Magensaftes nicht übergeben zu müssen. Doch darauf konzentrierte er sich kaum mehr, als Schmerz seinen Körper wie ein Blitz durchzog. "Argh!", keuchte er, krümmte sich zusammen und versuchte, Herr seiner Sinne zu werden. Ihm war so schrecklich schwindlig, so übel ... etwas stimmte nicht. Suchend huschten seine Augen über den Erdboden, als der Schmerz endlich nachließ. Wo befand sich Raxtians Stab?

Ein Schatten fiel auf Kazel. Er hob den Kopf. Die alte Vettel hatte sich vor ihm aufgebaut wie eine runzlige Schutzmauer. Sie hielt das Schwert des Paladins und wäre sie nicht gewesen, Sintus hätte Kazel in seinem Augenblick der Unachtsamkeit einfach durchbohrt.
Die Alte schimpfte. Kazel fand Zeit, sich langsam aufzurichten. Seine Muskeln spannten sich an, die Hände ballten sich zu Fäusten. Oberhalb der Fingerknöchel lugten die scharfen Adlerkrallen heraus. Er schnaubte.
Da drehte sich die Hexe zu ihm um. Sie trug auch den Seelenstab bei sich. Etwas drückte in Kazels Brust, es wanderte zum Magen hinab und dann besaß er wiederholt dieses ... Gefühl. Er mochte nicht in der Nähe des Stabes sein. Es brachte ihn zu so vielem, das er in seinem Zustand nicht fassen konnte. Die Alte kaum beachtend starrte er auf das Glimmen im Stab selbst.

"Und du ... wirst mir um deiner Seele willen gehorchen, hast du mich verstanden, Jungchen?! Hänäh?!" Vielleicht hätte er genickt. Vielleicht hätte er mit Ja geantwortet - wenn die Seele in seiner unmittelbaren Nähe nicht auch sein Denkvermögen ankurbelte. Kazel wandte den Kopf zur Bahre herum. Juduka lag halb zusammengerollt neben Xenia. Beide Frauen keuchten ihren Schmerz ab. Kazel fixierte die Söldnerkönigin.
"Ich möchte kein Werkzeug anderer sein", murmelte er. Seine Partnerin hatte ihn nie als Werkzeug gesehen. Sie hatte ihn nie manipuliert. Diese Erkenntnis saß in seinem Kopf, seit er sich gegen Raxtian Tausendtod gewandt hatte. Die weiter aufkommende Beklommenheit ließ Kazel erneut herum fahren. Er bewegte sich fast zusammen mit dem Schwingen des Stabes.
Hinter ihm krächzte Xenia bereits wieder erste Befehle. Sie galten nicht ihm. Er war kein Werkzeug. Lediglich ihre Frage war auch an ihn gerichtet. "Hört ... ihr ... nun ... auf ... damit, euch wie Idioten zu benehmen?!" Kazel atmete durch. Er entdeckte den Hass hinter der Vettel auffunkeln, in Form von Sintus, der ihn wie eine Schlange seine Beute fokussierte. "Nein", schnaubte er auf Xenias Frage. "Es reicht", sprach er weiter. Das Glühen im Seelenstab war sehr nah. Mit ungeheurem Eifer wirbelte er herum. Juduka lag noch immer am Boden, aber auf keiner Bahre, die ihr etwas Ruhe bescherte. Kazel stapfte auf sie zu, dieses Mal wieder möglichst Distanz zu dem Pferd wahrend. Dann hob er sie so vorsichtig auf seinen Rücken, wie er konnte. Juduka mochte kein Schwergewicht sein, aber er musste ächzen, als sie auf seinen Narben lastete. Trotzdem ließ er sie nicht herunter. Mit ihr auf dem Rücken kehrte er zu der Alten zurück.
"Den Stab", verlangte der Mischling. "Nur noch ich manipuliere mich ab sofort. Den Stab, Alte." Er schwitzte. Ob es an der Nähe zu seiner Seele, an der aufrührenden Situation oder an Judukas Gewicht auf alten Narben lag, wusste er selbst nicht zu sagen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 10. Januar 2011, 12:25

"Ich möchte kein Werkzeug anderer sein" Die Vettel stemmte ihre Fäuste in die Hüften. „Na… dann fang an Verantwortung für dein tun zu übernehmen und selbstständig zu denken!“ Tadelte sie ihn. Diese alte Schachtel besass ziemlich viel Schneid wenn man bedachte dass sie vermutlich über keinerlei magischen oder kämpferischen Fähigkeiten verfürgte. Das einzige was ihr Respekt entgegenbringen liess war ihr Auftreten als Hexe. Sie blickte Kazel aufrichtig entgegen und wich seinem düsteren Blick nicht aus.
Sintus machte sich derweil leise fluchend daran das Pferd zu beruhigen und wieder an die Bahre zu binden. „Diese…verfluchte…Dunkelhaut…wird noch unser verderben sein…“ „Wir haben zu viel Zeit verloren.“ Ächzte Xenia. „Wir können nicht mehr in die Wälder flüchten… sie werden unsere Spur finden und dann bis zu den Flüchtlingen folgen… wir müssen einen anderen Weg einschlagen…“ Die Vettel blickte zum Horizont hinter ihnen. Dunkle Rauchschwaden stiegen auf. Die dunkle Armee brannte Felder und Wälder nieder um jeglichen natürlichen Schutz zu vernichten. Ganz weit hinten brannte Pelgar lichterloh. „Ja… ihr habt recht Xenia.“ Bestätigte sie schliesslich.
Sintus verschränkte seine Arme. „Wir sollen uns von der Gruppe trennen?! Wie sollen wir da draussen überleben mit zwei verwundeten und diesem…Tier!“ Er deutete abschätzig zu Kazel. Xenia. „Reiss…dich zusammen… wir können in die Stille Ebene fliehen, dort werden sie uns nicht erwarten… schliesslich haben sie selbst von dort aus angegriffen.“

„Du willst denen entgegenmarschieren?!“ Empörte sich Sintus. „NEIN! Da mach ich nicht mit!“ „Sintus…wir brauchen dich!“ Erwiderte Xenia. Es stimmte, er war der einzige kampftaugliche Paladin neben Kazel.
Juduka hatte sich inzwischen mühselig zusammengekrümmt, offenbar schien sie inzwischen weit weniger stabil zu sein als Xenia. Mit zwei Schwerverletzten wurde ihre Flucht beinahe unmöglich. Sie ächzte auf als Kazel sie aufhob auch wenn er sich mühe gab es möglich sanft zu tun bewegte sie dennoch ihre Schultern was für sie sehr schmerzhaft sein musste.

Sintus schwang sich wieder in den Sattel. „Na los…leg sie auf den Rücken des Pferdes oder willst du sie den ganzen weg tragen und uns noch mehr verlangsamen?!“ Sintus war schon nicht begeistert von der Tatsache dass sowohl die Vettel wie auch Kazel würden laufen müssen. Vielleicht fanden sie auf ihrem Weg noch ein weiteres verirrtes Pferd… zumindest die Hexe wäre so versorgt. Auf Kazel waren die Tiere im Moment ja überhaupt nicht gut zu sprechen.
Währenddessen verlangte Kazel den Seelenstab. Die Vettel lächelte. Was da in ihrem Mund zum Vorschein kam – auf diesen Anblick hätte er wohl verzichten können. Bei aller Kräuterkunde die sie besitzen mochte um Mundhygiene schien sie sich nicht zu kümmern. „Das wird nicht einfach für dich werden.“
"Nur noch ich manipuliere mich ab sofort. Den Stab, Alte." „Wunderbar… Wunderbar… Hier!“ Sie streckte ihm den Stab entgegen. Das innere wabberte ans Ende welches Kazel zugewandt war. Zumindest die Seele vermisste seinen Körper.
„Macht endlich hinne!“ Knurrte Sintus ungeduldig.

Als Kazel den Stab berührte durchzog ihn dieses seltsame Gefühl auf ein Neues. Gefühle wie Ängste, Hoffnung, Ohnmacht, Mut, Wut, Trauer und alle anderen waren ihm so nah und liessen ihn dies spüren. Doch da seine Seele nicht in seinem Körper war musste er allein mit dem Verstand auskommen der nun mit solchen Gefühlen konfrontiert war. Kazel war im Moment ein völlig rationales Wesen welches nun mit dem irrationalen in Kontakt kam. „Konzentriere dich einfach aufs Laufen… Junge…“ Hauchte die Hexe.
Sintus winkte der Alten zu. „Da er sie offensichtlich tragen will kannst du ja aufhocken Alte Frau.“ Die Vettel nahm das Angebot an und hockte sich auf das Pferd. Sintus setzte es in Bewegung und schlug einen leichten Trab an – zu schnell für Kazel – und dies sicherlich nicht unbewusst. „NA LOS BEWEG DICH MISCHLING!“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 11. Januar 2011, 19:23

"Na … dann fang an, Verantwortung für dein Tun zu übernehmen und selbstständig zu denken!" Der Blick, den Kazel der Alten zu warf, war finster. Nicht verärgert, denn er handelte noch immer emotionslos. Das schien es auch zu sein, was ihn mechanisch wirken ließ – eben wie jenes Werkzeug, das er nicht sein wollte. Er dachte durchaus selbstständig, nur dachte er wenig an andere oder sich selbst. Er entschied nach Gegebenheiten, welchen Nutzen bestimmte Handlungen brachten.
Nur eben hatte er ausnahmsweise mal mit Rücksicht auf Gefühle gedacht und gehandelt. Der Stab mit seiner Seele befand sich in seiner unmittelbaren Nähe, was zu seiner wütenden Reaktion gegenüber Sintus und anschließend der Alten geführt hatte. Ihr hatte er den Stab entrissen, hielt ihn nun zwischen den Fingern seiner rechten Hand. Zugleich hatte er sich die vor Schmerz wimmernde Juduka auf die Schultern geladen. Ihr Gewicht drückte gegen seinen vernarbten Rücken. Sie teilten Schmerz, trotzdem wurde er dadurch nicht kleiner.

Er schaute zu Xenia herüber, die ihren eigenen kleinen Zwist mit Sintus hatte. Eine weitere Flucht auf den Eldoras zu, erwies sich als sinnloses Unterfangen. Die dunkle Armee war bereits schneller gewesen. Verfolger der Paladine zündeten den Wald und die umliegenden Grasflächen an. Sie wollten die Flüchtlinge ausräuchern und ihre Verteidiger endgültig eliminieren. Und wahrscheinlich erwarteten sie nur das Eintreffen einzelner Soldaten, die im hinteren Teil der Stillen Ebene bei dem vorangegangenen Gefecht verloren gegangen waren.
Xenia hatte Recht. Ein Rückzug in diese Richtung war keine Option mehr. Sintus aber sah seine Überlebenschancen dadurch geschmälert. "Wir sollen uns von der Gruppe trennen?! Wie sollen wir da draußen überleben, mit zwei Verwundeten und diesem … Tier!" Kazel knurrte … tiergleich. Die Nähe zu seiner Seele überschattete seine Reaktionen. Ihm war unwohl, ohne dass er dies wahrlich fühlte. Trotzdem war es da und sein rational denkender Verstand teilte ihm mit: Es ist nicht gut.

Er konnte sich immer weniger auf die Diskussion konzentrieren. Juduka ächzte ihm gegen den Nacken. Ihr Atem war heiß. Zugleich wuchs sein Unbehagen mit jeder Sekunde, die er den Seelenstab länger hielt. Wenigstens war er nunmehr sein eigener Herr. Der Vettel gefiel das, obgleich sie ihn daran erinnerte, dass es schwer würde. Wusste sie mehr als Kazel? Ahnte sie, was auf ihn zukam?
Wer ist sie? Der Mischling musterte das Weib. Er setzte sich zu Sintus' Ungeduld nicht in Bewegung. Noch nicht. Mit seinem sturmblauen Blick fixierte er die Hexe. Sie musste eine Sadistin sein, teilte ihm sein Verstand mit. Warum erfreute sie sich sonst an seinem Zustand?
Kazel nahm zur Kenntnis, dass dieser sich immer mehr veränderte. Es ist nicht gut. Es ist noch weniger gut. Es ist nicht mehr in Verbindung mit dem Begriff "gut" zu äußern. Es … "Rrrghh!" Kazel krümmte sich leicht nach vorn. Er keuchte. Das Unbehagen, welches in ihm aufkeimte, verschaffte sich nun schmerzlich Aufmerksamkeit. Seinem Inneren wurde ein Stich versetzt.
Herz, teilte ihm sein Denken mit. Dann setzte es aus, trat in den Hintergrund. Kazel wurde von etwas Neuem belagert, etwas Unbekanntem. Es schüttelte ihn, schwappte über ihn hinweg wie eine eisig kalte Flutwelle. Seine Fingerspitzen zuckten, als die Gefühle seiner Seele aus dem Stab auf ihn einströmten. Für einen kurzen Augenblick wusste er sie zu benennen.

Sich nicht stellen wollen. Umdrehen und sich entfernen. Nicht nach hinten schauen, sondern lieber zusammenkauern oder verstecken. Bloß nicht an das denken, was da lauerte. Oft verbunden mit Schweißausbrüchen, Zittern oder sogar Zähneklappern. Das war Angst.

Ein kleines Licht in absoluter Dunkelheit. Landria! Nein, nicht so gemeint. Silbern schimmernd am Horizont. Es zaubert ein Lächeln ins Gesicht und beflügelt trotz aller Angst. Es gibt genug Kraft, an etwas zu Glauben oder zu Handeln. Das war Hoffnung.

Unfähig sich zu rühren. Vollkommen erstarrt. Man muss etwas tun und kann doch nicht. Kein Schritt vorwärts, allein der Wille schreit nach Handlungsbedarf. Aber man steht gebannt da, kann nur schauen. Oder man lässt sich fallen, treiben. Eine Rettung in traumlose, schlafartige Existenz. Das war Ohnmacht.

Jene, die ihr nicht verfallen, reagieren. Sie erheben sich, ihren Arm und das Schwert. Sie brüllen ihren Widerstand hinaus, treten zwischen Unschuldige und das, was sie fürchten. Lebendes Schild, Schutz der Schwachen und Hilflosen. Trotz der eigenen Angst diesen Platz einnehmen. Das war Mut.

Was gab es noch? Kazel mochte es nicht, wenn Sintus sprach. Seine Worte verletzten, kränkten und schürten in ihm das Bedürfnis, gegen diesen Mann gewalttätig zu werden. Wut! Ein weiterer Unbekannter. Kazel warf einen Blick in seine Erinnerungen. Er sah seinen Vater, erdolcht durch seine und die eigene Hand. Er sah Shantihs vor Angst verzerrtes Gesicht, als sie aus dem Fenster in die Tiefe stürzte. Er sah Landria, deren Licht erlosch. Sie sind tot. Trauer.
Kazel ließ den Kopf hängen. Stiche drangen in sein Herz ein. Es schmerzte. Auf seine Zunge legte sich ein bitterer Geschmack. Seine Sich verschwamm kurz. Rasch blinzelte er Tränenflüssigkeit fort. Warum weinte er jetzt?! Die Antwort schlich sich in seinen Kopf. Du hast Landria umge…
"Konzentriere dich einfach aufs Laufen … Junge …"
Kazel schreckte hoch. Was war das eben für ein Gedanke? Er konnte ihn nicht wieder abrufen. Er war fort. Perplex stand er da, straffte seine Haltung. "W-was?"
Sintus rief die Alte zu sich und nahm sie aufs Pferd. Kazel brauchte einen Moment zu verstehen, was los war. Noch immer zitterten seine Fingerspitzen, also festigte er den Griff um den Stab und Judukas Bein. Aufs Gehen konzentrieren. Ja, das würde er jetzt tun. Hauptsache, es gab Ablenkung. Irgendetwas stimmte nicht. Sein Verstand konnte es weder fassen, noch begreifen.
"NA LOS, BEWEG DICH, MISCHLING!" Kazel setzte einen Fuß vor den anderen. Sein Blick war jetzt auf den Boden gerichtet. Die Nachtelfe lastete immer schwerer auf seinen Schultern. Sein Rücken schmerzte. Sein Herz stach. Sein … Selbst … war irgendetwas. Er versuchte, sich nicht darauf einzulassen. Einen Fuß vor den anderen setzen, sich auf das Gehen konzentrieren. Kazel kam nur langsam voran. Zu langsam für Sintus, der auf einem kräftigen Pferd saß. Die Distanz wuchs, aber er nahm es nicht einmal wahr. Mit aller Gewalt dachte er nur an seine Schritte.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Janay » Freitag 14. Januar 2011, 15:45

Janay kommt mit Talimée von: Den Plan umsetzen


Die junge Frau konnte nicht sagen, ob sie besser mit den Bedingungen der Reise zurecht kam als die Sklavin, aber sie hatte auch schon schlimmeres erlebt. Vor allem hatten sie einen relativen Vorteil, sie holten sich höchstens Blasen an ihren vier Buchstaben und nicht überall an den Füßen. Das war ihr persönlich zumindest schon einiges wert, denn sie kannte die andere Methode nur zu gut. Ein Wagen wäre für sie zwar vermutlich noch besser gewesen, da hätten sie sich ein bisschen bewegen und ihre Position verändern können, aber alles konnte man eben auch nicht haben.
Klar, hätte sie auch gerne etwas mehr Nahrung bekommen bei ihren Rationen, jedoch hatte sie es auch in diesem Punkt schon schlimmer gehabt, sodass sie sich halbwegs darin fügte.
Nur die Müdigkeit, die machte ihr wirklich zu schaffen, weil sie ständig sich zwingen musste, die Augen offen zu halten und gerade zu sitzen, um nicht aus dem Sattel zu rutschen. Hätte sie nicht in die Rolle einer Gefangenen schlüpfen müssen für ihr Alibi, hätte sie früher oder später in den Sattel eines der Soldaten gewechselt, sich an ihn gelehnt und geschlafen. So allerdings musste sie ausharren und versuchen zu verhindern, dass ihr blöder Gaul seinen Eigensinn wieder entdeckte.
Da halfen ihr auch die, bestimmt mit Absicht hämisch gemeinten, Worte nicht sonderlich viel geholfen. Sie hatte dem Soldaten einen hochmütigen Blick zugeworfen und eine Anspielung darauf gemacht, dass er sie sich nicht einmal in ihrem jetzigen Zustand würde leisten können. Entsprechend frostig war seitdem seine Miene ihr gegenüber, doch sie war zufrieden. Wenigstens hatte sie so ihre Ruhe, soweit es hier möglich war.
Angst vor dem Kommenden hingegen hatte sie nicht oder besser gesagt, sie würde es sich niemals eingestehen, denn das würde ihre künftigen Pläne nur behindern. Sie war zuversichtlich, dass sie mit heiler Haut aus der Sache raus kommen würde und allein das zählte für sie, wie sie es schon unzählige Male gegenüber einem aufgebrachten Mob hatte üben können.
Mit einem Schlag wurde sie aus ihren Gedanken geholt und war sogar ein bisschen wacher, da es jetzt ernst zu werden versprach.
Innerlich seufzte sie und deutete ein Kopfschütteln über diesen jämmerlichen Haufen an.
Bei denen sollte sie spionieren?! Die konnten sich ja selbst kaum noch auf den Beinen halten.
Sie beobachtete das Geschehen scheinbar unbeteiligt und hob sogar eine Augenbraue an, während der Anführer seine Befehle gab. Leise schnaubte sie. "Haltet Ihr das für klug? Ich glaube kaum, dass die dort wirklich Informationen haben, die uns dienlich sein könnten.", verschaffte sie ihren Zweifeln Luft.
Aber anstatt ihr eine Antwort zu geben, ritt er wieder voran und ihr blieb nichts anderes übrig, als Zähne knirschend zu folgen, denn ihr Pferd bewegte sich von allein.
"Nun ja, was solls...", murrte sie und nickte Talimée knapp zu.
Dann sauste ihre Hand durch die Luft und klatschte laut hörbar auf die Flanke ihres Tiers.
Dieses bäumte sich zwar überrascht auf, bevor es dem Fluchtinstinkt gehorchte und lospreschte, ohne Rücksicht auf Verluste. Janay klammerte sich hastig am Sattel fest und befürchtete, dass sie früher oder später alles andere als elegant am Boden landen würde.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Januar 2011, 02:35

Kazel ahnte nicht wie viel Zeit verstrich während er sich auf das Laufen konzentrierte. Die Umwelt trübte ein, während ihm sein eigener Herzschlag und seine Atmung immer bewusster wurden. Doch nicht nur dass, jeder einzelne Gedanke der von einem Nerv zum anderen jagte war für ihn intensiv zu spüren. Er folgte diesem Gedanken welcher von aussen zu kommen schien und doch aus seinem eigenen Bewusstsein entsprang und sich seinen Weg durch seinen eigenen Körper bahnte. Da löste er ein zucken aus, beim Herz einen leichten Stich, ein mulmiges Ziehen im Magen – und Erinnerungen. An Gefühle. An Menschlichkeit. An Seele. Fern ab jeglicher Manipulation empfand er nach langer Zeit wieder… echtes und doch erschien es ihm fremd. Darum stellten sich die einzelnen Akteure gnädigerweise nochmals vor, auch wenn sie eigentlich alte Bekannte waren doch Kazel entdeckte sie im Moment wie ein Kind die Welt wenn es beginnt zu begreifen. Angst offenbarte ihm ihr Gesicht, Hoffnung begann damit sein Herz zu erleichtern, Trauer legte sich schwer über sein Gemüt, Mut begann seinen Körper anzuspornen, Wut trieb ihm die Hitze in den Kopf, Ekel liess ihn empfinden mit was er sich besudelt hatte… und Schuld… jene Emotion die ihn im Verlauf seines Lebens so tief durchdrungen hatte und vieles von seinem eigenen Gewissen verseucht hatte. Doch es war nicht seine Schuld - im Vergleich zu der Gestalt der anderen welche sich Vorstellten erschien sie als Fremder. Diese Schuld war nicht seinem Gedankengut entsprungen, diese Schuld überzog seine Seele förmlich und erschien ihm jetzt… wo sie sich ihm gegenüber offenbarte, als deutlich jünger als all seine anderen Emotionen. Diese Schuld war erschaffen… und auf seine Seele gestempelt worden Denn es war keine Schuld gewesen. Sondern das Produkt einer Liebschaft die nicht hätte sein dürfen, welches Kazels Schicksal besiegelt hatte… und dann waren da noch jene Worte welche Kazels Wesen so schwermütig gemacht hatte…jene Worte die heute in jenem Moment als ihm die Seele so nah war und doch noch fern… in einem ganz anderen Licht erschienen.
Für einen Moment sah Kazels sich zurückversetzt nach Morgeria. Um ihn herum jubelte die Menge. Doch er selbst hörte nur seinen Herzschlag und seinen Atem… und jenen seines Vaters. Warm lief sein Blut über Kazels Faust, die Klinge tief in Vaters Brust versunken…
Ich verzeihe dir mein Sohn.

Doch für welche Schuld? Jetzt, wo sein Verstand rationaler dachte als je zuvor musste sich diese eine Frage aufdrängen welche er sich sein bisheriges Leben lang nicht gestellt hatte, zu stark hatte die Erschütterung und das Leid gewogen… doch nun… wo das rationale ihm am nächsten stand jagte jener eine Gedanke durch seinen Kopf. Für was? Schuldig wofür? Es war nicht… seine Schuld

„Halt… da vorne ist etwas!“ Jäh riss es ihn aus seinen Gedanken. Mit aller Gewalt der Geschwindigkeit prasselten alle Eindrücke der aktuellen Realität auf Kazel herein. Da war Xenia die in der Bahre lag, Juduka die schon länger keinen Ton mehr von sich gegeben hatte und schwer auf seine Narben drückte, die alte Vettel welche ihm ab und an einen Blick zugeworfen hatte, jetzt aber gerade nach vorn sah… und Sintus, dieser hochgerüstete Paladin welcher gerade sein Schwert aus der Scheide zog.
„Na endlich hat dieser räudige Hund uns gesehen!“ Knurrte der Anführer und zügelte sein Pferd leicht. Auch er gab seinem verbliebenden Soldaten den Befehl seine Waffe zu ziehen.

“Macht ihr Witze?! Schaut euch diesen Kerl mal genauer an! Kein normaler Soldat Pelgars trägt eine solche Rüstung und hockt so stock steif im Sattel wie ein verfluchter Bruderschaftsritter! Und… du mach wofür du berufen worden bist!“ Zumindest der Anführer hatte keine Zweifel dass sich der Einsatz lohnen würde. Janay gehorchte, gab ihrem Gaul die Sporen und die Sklavin tat es ihr gleich. Die beiden Pferde brannten durch, angesichts der müden Knochen der beiden und der Tatsache dass sie schon sehr lange unterwegs waren ohne grössere Pausen gemacht zu haben taten ihr übriges um den ritt zumindest „improvisiert“ erscheinen zu lassen.
Sintus – so hiess der Paladin hoch zu Ross spähte nach den beiden Pferden. „Was in Lysanthors Namen…“ Er versuchte die Situation einzuschätzen und erkannte schnell dass nicht die durchgebrannten Pferde sein primäres Ziel sein konnten sondern die beiden Verfolger welche sich wutschnaubend daran machten die beiden Fliehenden einzuholen. „Die fliehen doch…dass sind Mädchen!“ Bemerkte die alte Vettel welche hinter Sintus hockte nachdrücklich. „SEHE ICH SELBST!“ Schnauzte Sintus sie an. Er hatte im Moment keinen Nerv für noch mehr ungewollte Abenteuer. „Kazel leg diese verdammte Hure ab und Hilf mir gefälligst und hör auf mit diesem verfluchten Stab herum zu schwenken oder ich dresch sie dir über die Ohren wenn du nicht sofort gehorchst!“ Für einen Paladin fluchte Sintus unritterlich oft…

„Du…solltest…ausnahmsweise…tun was…er..sag.t..“ Keuchte Xenia welche verbittert festgestellt hatte dass sie im Moment noch immer nicht Kampffähig war, jegliche Regung ihrerseits hatten massive Schmerzen zur Folge. „Sie…haben..Pferde…wir sollten…ihnen helfen…“ Keuchte sie angestrengt. Xenia war nicht in der Lage viele Worte zu sprechen, doch selbst mit ihrer schweren Verwundung wirkte sie auf irgend eine Weise gelassen. Diese Frau hatte ein unheimliches Gottvertrauen.
Währenddessen überstürzten sich die Ereignisse. Tamilée hatte offenbar die bessere Beziehung zu ihrem Pferd und brachte es allmählich unter Kontrolle, während Janay sich deutlich schwerer tat, ihr Gaul erwies sich als deutlich bockiger und panischer als vermutlich erhofft so dass es sie kurz darauf vom Sattel riss und sie eine sehr unerfreuliche und harte Bekanntschaft mit dem Boden machte. Jetzt, bremste der Gaul beinahe schon zynischerweise ab und schaute mit sichtlich schlechtem Gewissen zu ihr zurück. Doch Janays Glück war es dass sie sich nicht allzu schnell erheben konnte denn das stolze Schlachtross von Sintus sprang gerade mit einem gewaltigen Satz über sie hinweg. Janay spürte einen stechenden Schmerz im Kreuz und es rauschte in ihren Ohren, doch sie schien Glück gehabt zu haben, ausser dass sie wohl deftige Rückenschmerzen haben würde in der nächsten Zeit…

Der Paladin hatte mit einem Schwertstreich die Bahre vom Pferd abgetrennt, die alte Vettel – wobei so alt sie vermutlich gar nicht war – war etwas unsanft von ihm vom Pferd bugsiert worden, denn Sintus hatte sich zum Angriff entschlossen, dabei hatte ihm aber Janays Pferd den Weg abgeschnitten, Sintus musste zweifelsohne ein begnadeter Reiter sein, denn jeder Laie hätte Janay wohl totgetrampelt.
So wie der schwergepanzerte Paladin mit gezogenem Schwert und mächtigem Schlachtgebrüll auf die beiden Dunkelelfen losgeprescht kam machte dieser doch einen ordentlich bedrohlichen Eindruck.

“Nun liegt es an dir Soldat Felden…dein Opfer für unsere Sache zu bringen“ Knurrte der Anführer und drosselte sein Pferd abrupt ab. Felden wandte sich verwirrt um. So war das nicht abgemacht! Sie hätten doch fliehen sollen. Felden riss seinen Kopf wieder herum und blickte ins Antlitz des Anstürmenden Paladins welcher mit seinem Schwert ausholte und ihm einen verheerenden Streich gegen die Schwerthand versetzte. Er traf den Soldaten gezielt an jener Stelle der Rüstung die am schwächsten geschützt war und durchtrennte Fleisch. Felden brüllte auf, während der Anführer sein Pferd wendete und davon stürmte. Einzig der verwundete Dunkelelf welcher soeben vom Pferd stürzte hielt den Paladin wohl davon ab den Fliehenden zu verfolgen. Sintus zügelte sein Pferd und ritt an den Verwundeten heran. „Kümmere DU dich um die Frauen!“ Brüllte er Kazle nur zu während er sich selbst vom Pferd schwang und Feldens Schwert wegkickte. Seine ganze Wut entlud sich nun beim Soldaten und der Ritter begann ihn mit Tritten und Schlägen zu traktieren. „Du elendiger Bastard! Du verfluchte Brut!“ Sintus trat so lange auf Feldens Schädel ein bis dieser sich sichtlich deformierte…

Ein Grund mehr warum die Spionage ein Erfolg werden sollte, die Rache der Bruderschaft schien genau so brachial und brutal zu sein wie jene welche Janay wohl erwartete wenn sie unerfüllter Dinge zurückkehren würde.
Die Vettel hatte inzwischen Talimées Pferd erreicht und half mit es zu beruhigen. Es war schwierig einzuschätzen wie alt sie sein mochte, dafür war ihre Profession offensichtlich. Mit Hakennase, schlechten Zähnen und langen Fingernägeln erfüllte sich sämtliche Hexenklischees. Ganz im Gegenteil Sintus, welcher freilich die Rüstung eines Paladins trug, sich aber aktuell verhielt wie ein… Dunkelelf.


Ich schlage vor Kazel dass du vorläufig Talimeé übernimmst da du die Figur besser kennst als ich. Ach ja und Janay... willkommen *Muahahahaahahah*
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 16. Januar 2011, 10:38

OT-Hinweis: Alles klar, ich werde Talimée steuern, mach ich dann direkt hier in meinen Postings. Die Kleine hat nämlich bereits ein geplantes Schicksal :fies:


Vorwärts, Schritt für Schritt, einen Fuß vor den anderen. Er dachte wenig dabei nach. Normalerweise hätte er in seinem derzeitigen Zustand überhaupt nicht gedacht. Er hätte eine befohlene Handlung ausgeführt und wäre ein braves Werkzeug seines Meisters gewesen. Doch der Seelenstab lag noch immer in seiner Rechten und das wabernde, kleine Licht seiner über Jahre hinweg geplagten Seele richtete sich mit jedem Schritt neu auf ihn aus. Es brachte ihm Emotionen. Sie flossen geradezu in sein Inneres, so dass sich Kazel nicht aufs Laufen konzentrierte wie es diese hässliche Hexe ihm geraten hatte. Das Gehen funktionierte derzeit mechanisch, ebenso das Halten von Juduka. Sie ächzte kaum mehr, aber ihr Körper fühlte sich noch warm an. Oder bildete sich Kazel dies ein? Er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Gefühle schwappten über ihn hinweg. Mit jeder weiteren Welle stellte sich eine längst vergessene Emotion vor.
Am Ende grüßte ein sehr tiefes Gefühl. Es hatte Kazel vom ersten Tag an begleitet und irgendwie erschien es ihm jetzt doch so fremdartig. Schuld war es. Schwer lastende Schuld, von Geburt an gegeben. Schon immer hatte Kazel geglaubt, es sei seine Schuld, dass sein Vater hatte sterben müssen. Wäre er nicht geboren, hätte sich seine Mutter nicht dazu genötigt fühlen müssen. Es war seine Schuld, dass er überhaupt starb, denn Kazel hatte ihn töten sollen. Ich verzeihe dir, mein Sohn. Die letzten Worte seines Vaters. Er sprach sie damals für eine Schuld aus,so nicht entstanden war. Er selbst hatte den Dolchstoß durchgeführt. Kazel hatte sich auf seine Angehörigen stürzen und die Klinge in den Leib seiner Mutter stoßen wollen. Warum hatte sein Vater dies gesagt? Es war nicht seine Schuld!

Dieses Erkennen war so stark, dass es dem Mischling beim Gehen fast Tränen in die Augen trieb. Er konnte nicht deuten, weshalb, denn Fühlen war für ihn etwas Neues, etwas Wiederentdecktes und noch lange gehörte es nicht ihm. Die Seele befand sich noch immer außerhalb seines Körpers.
"Es ist nicht meine Schuld", murmelte er, so leise, dass vermutlich nicht einmal Juduka ihn hören konnte. Trotzdem musste er die Worte aussprechen. Er musste es sich selbst bestätigen. Ein Nicken folgte. "Es ist nicht meine Schuld."
Die Emotionen schwappten weiter über ihn hinweg. Kazel versuchte, im Geiste nach ihnen zu greifen. Er wusste, dass es da etwas gab, das zu diesem Satz passte. Ein Gefühl. Er musste fühlen ... wie ging das noch?

"Halt ... da vorne ist etwas!" Kazel blickte auf. Sintus hatte etwas entdeckt. Er straffte seine Schultern, das war ein Fehler. Juduka drückte auf alte Narben, dass es schmerzte. Kazel biss sich auf die Zunge. Er keuchte. Da entdeckte er auch schon zwei gewaltige schwarze Hengste auf ihre Gruppe zu donnern. Die Emotionen zogen sich ein wenig zurück. Es reichte dennoch für ein Stirnrunzeln. "Warum sitzen ...?" Weiter kam er nicht.
"Kazel, leg diese verdammte Hure ab und hilf mit gefälligst und hör auf, mit diesem verfluchten Stab herum zu schwenken oder ich dresch ihn dir über die Ohren, wenn du nicht sofort gehorchst!" Finsterer Hass funkelte in den Augen des Mischlings auf. Bedrohlich blickte er zu Sintus auf das Pferd. Diese Emotion kannte er gut, aber jahrelang hatte er sie nur für Dunkelelfen gebraucht. Lediglich Xenia konnte ihn aufhalten und zur Besinnung rufen. So setzte Kazel Juduka vorsichtig ab. Er blickte anschließend den Stab an. In der Zwischenzeit war die Vettel schon vom Pferderücken geschoben worden. Der Paladin ritt los, um zu verhindern, dass die durchgegangenen Pferde seine Gruppe nieder trampelten. Kazels Aufmerksamkeit galt dem Seelenstab. Nein, den würde er nicht loslassen ...

"Herrin!", rief Talimée hinter Janay her, entsetzt darüber, dass diese dem Pferd so entschlossen die Sporen gegeben hatte. Sie selbst war eine bessere Reiterin als die Dunkelelfe vor sich, doch sie kannte das Gemüt morgerianischer Hengste nicht und so fiel es ihr zunächst schwer, ihr eigenes Ross zu wenden. Jetzt aber donnerte das Tier wild schnaubend hinter seinem Vorgänger her. Die Sklavin hatte aber nur Augen für Janay.
Jene stürzte soeben, da ihr Tier abbremste. Das Ross des gerüsteten Mannes flog über sie hinweg. Für einen Moment setzte Talimées Herzschlag aus. Diese Frau war gnädig zu ihr gewesen. Sie hatte ihr eine Flucht bis hierher ermöglicht. Sie durfte nicht zulassen, dass ihr etwas geschah. Daher beeilte sie sich, ihr Pferd zu beruhigen, um absitzen zu können.

"Kümmere DU dich um die Frauen!" Kazel wirkte benommen. Der Stab störte. Er ahnte, dass dieser Emotionsfluss von seiner Seele herrührte. Er durfte sie nicht in seiner Nähe haben, wenn er funktionieren wollte. Doch wem geben? Kazel blickte sich um. Den Frauen musste geholfen werden. Wie Xenia korrekterweise erwähnt hatte, sie konnten die Pferde gut gebrauchen. Sein Blick blieb am Leib der Vettel haften. Irgendwie war die Alte gar nicht so alt, nur schrecklich hässlich. "Hier, nimm ihn zurück. Nur für eine Weile und keine Dummheiten machen!" Nie zuvor hatte sich Kazel in Gegenwart von Xenia mit derart befehlender Stimme gezeigt. Er drückte der Hexe den Seelenstab in die Hand. Dann wandte er sich ab. Nur beiläufig bekam er mit, dass Sintus den einen Dunkelelfen mit Tritten gerade zu Brei verarbeitete. Es hatte ihn nicht zu kümmern, teilte ihm sein rationales Denken mit. Er sollte die Frauen in Sicherheit bringen. Vor Janay blieb er stehen.

Talimée hatte es inzwischen auch geschafft, die Dunkelelfe zu erreichen. Sie stürzte sich neben sie auf die Knie, wagte es sie vorsichtig zu berühren und keuchte immer wieder: "Herrin, Herrin, Euch ist doch hoffentlich nichts passiert!"
"Zur Seite", sagte Kazel tonlos. Die Sklavin gehorchte. Sie hob nur einmal kurz den Blick, um zu signalisieren, dass sie artig sein würde. Da erstarrte sie, wich sofort zurück und blieb stillschweigend an der Seite stehen. Sie konnte nicht aufhören, Kazel anzustarren. Er war es! Er mochte irgendwie nicht ganz so lebendig wirken wie in ihrer Vision, aber sie hatte die Augen erkannt. Das war der Mann, der mit Janay Schicksal spielte, wie auch immer sich dies auswirken würde. Sie starrte Kazel an und hauchte vorsichtig: "Herrin, ... er ist's."
Der Mischling zuckte nur mit den Schultern. Für ihn war die Reaktion der Fremden unbegreiflich. Er ging auf ein Knie herunter, musterte die Gestürzte. "Alles in Ordnung mit dir? Kannst du aufstehen?"
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Janay » Sonntag 16. Januar 2011, 17:47

Janay warf dem Anführer einen bösen Blick für seine Worte zu.
Mochte ja gut sein, dass der Typ einem dieser Ritter ähnelte, aber er war allein mit einem Haufen, der nicht danach aussah, als würde er bis zum Abend das Tagesziel erreichen können. Was sollte der also großartig erreichen oder ihr an Informationen liefern können?
Außerdem ärgerte sie der Kerl. Als ob sie es nötig hätte, sich für irgendwelche Pläne einspannen zu lassen! Sie machte es ausschließlich aus selbstsüchtigen Zwecken, denn kaum bekäme sie die Gelegenheit, würde sie auch von diesem Ort fliehen und ein Versteck finden, das Véllin mit seinen Schergen niemals würde ausfindig machen können.
So wenig Ideen sie diesbezüglich noch hatte, war ihr Stolz darüber längst vorhanden und sorgte dafür, dass sie im Zorn vielleicht etwas zu fest gegen die Flanke des Tiers schlug. Denn es raste in vollem Galopp davon und sie hatte ihre liebe Müh, tatsächlich im Sattel zu bleiben. Wie es einem erfahrenen, ausgeruhten Reiter ergangen wäre, wusste sie nicht, jedoch war sie davon überzeugt, dass auch der sich nur mit mehr als viel Glück hätte halten können. Sie hingegen war müde, erschöpft, fühlte ihre vier Buchstaben kaum noch und ihre Finger hatten längst nicht die Kraft, die sie benötigt hätte.
Es kam, wie es kommen musste. Das Mistvieh schüttelte sie scheinbar mühelos ab und sie machte eine äußerst unfreundliche Bekanntschaft mit dem Boden, sodass es ihr einige Sekunden lang den Atem raubte.
Sie japste und war dadurch wie gelähmt, sodass sie vermutlich mehr Glück hatte, als wenn sie unbeschadet auf der Erde gelandet wäre. Zwar konnte sie dem Pferd einen bitterbösen Blick zuwerfen, das hoffentlich sein schlechtes Gewissen, sofern es denn eines hatte, dieses Biest von morgerianischen Gaul, noch verstärken würde.
Dann allerdings bekam sie einen halben Herzinfarkt, als ein anderes Tier einfach über sie drüber sprang, noch bevor sie wirklich zu Atem kommen konnte.
Warum nur?! Was hatte sie verbrochen, dass Manthala oder wer auch immer, sie derart bestrafte? Es reichte doch schon, dass sie sich mit ihresgleichen abgeben und für diese so tun musste, als würde sie spionieren, wo sie eigentlich nichts mit dem ganzen Kram zu schaffen haben wollte! Da musste man ihr nicht auch noch solche Dinge antun, die sie derart schockierten und ihr obendrein Schmerzen verursachten. Ihr Hinterteil war wund und nun der Großteil ihres restlichen Körpers auch. Sie würde vermutlich noch glimpflich davon kommen, wenn sie sich am nächsten Tag auch nur minimal würde rühren können. Was für rosige Aussichten!
Die junge Frau schloss die Augen und konzentrierte sich darauf, halbwegs vernünftig wieder Luft in ihre Lungen zu bekommen, um wenigstens diesen Grund für aufkeimende Panik zu vernichten.
Solange sie es in einem Stück überleben würde, wäre es ihr sogar egal, was in dieser Zeit in ihrer direkten Umgebung geschah. Es reichten ihr die Schmerzensschreie und dumpfen Geräusch, die sich aus dem schwächer werdenden Hufgetrampel heraus kristallisierten, um zu ahnen, was ihr bevorstünde, sollte jemand entdecken, wer sie tatsächlich war... oder sein sollte.
Hoffentlich würde niemand Talimée direkt danach fragen! Janay hing trotz allem schon sehr an ihrer Existenz und vor allem wollte sie nicht, dass dies der Dank der Sklavin dafür wäre, dass sie diese mitgenommen hatte. Was sie schließlich nicht hätte machen müssen! Die andere schuldete ihr was, Verpflichtung zur Wahrheit hin oder her.
Als sie vorsichtig von erstaunlich kühlen Fingern berührt wurde, zuckte ihr Körper ganz automatisch zusammen und sie schlug die Augen auf.
Das Licht war viel zu grell, sodass sie die Lider hastig wieder zukniff und sich die zittrige Hand darüber hielt, bevor sie diese erneut versuchte, anzuheben.
Als wäre sie einige Sekunden weg gewesen, kehrte mit einem Schlag der Schmerz zurück, der sie schier zu zerreißen drohte, und sie musste stark an sich halten, um nicht in Lerium Flüche auszustoßen, die besser niemals die Zunge einer Frau, nicht mal einer Dunkelelfe, berührt hätten. "So... so ein... ein Drecksvieh...", murrte sie fast lautlos und hatte ihre Stimme durch den Schock ebenfalls noch nicht völlig unter Kontrolle, sonst wäre es laut genug gewesen, dass das besagte Tier es auch gehört hätte.
In ihrem Augenwinkel tat sich etwas und einige Sekunden verspätet reagierte sie darauf, indem sie hinsah. Ihre Augenbraue hob sich leicht beim Anblick des Mannes, der Talimée so einfach befahl, was sie zu tun hatte. Wenigstens diese hatte sie bereits erkannt, sie war also nicht vollkommen hinüber.
Ihr Kopf schien trotzdem zerplatzen zu wollen, so dröhnte es ihr und pochte es hinter der Schädeldecke.
Ihr Blick wanderte auf die andere Seite, als sie die Sklavin wieder hörte, während sie den Kopf besser nicht drehte. Ihre Braue hob sich noch mehr und sie sah zurück zu dem Fremden.
DER sollte was sein? Diese Vision? Nun ja, sie war benommen und hatte Schmerzen, da erlaubte sie sich lieber kein Urteil über einen Mann, das würde nicht gut ausgehen, weder im positiven wie im negativen Sinne.
Jedoch hieß das noch lange nicht, dass sie sich alles erlauben würde, schon gar nicht, wenn sie selbst noch wütend war. An irgendjemanden musste sie es schließlich auslassen, solange sie an den Gaul nicht heran kam, und da war ihr dieser hier gerade recht. Sie sollte immerhin eine hochwohlgeborene Gefangene darstellen, da konnte sie sich Hochmut bestimmt leisten, als Zeichen, dass ihr Wille ungebrochen wäre. Noch dazu, wo er lediglich das Wort an sie richtete, ohne gleich bereit zu erklären, ihr auf die Beine zu helfen.
"Soweit ich spüre, habe ich keinen Körperteil verloren. Und nein, kann ich nicht, da steht mir jemand im Weg.", erwiderte sie zwar leise, aber durchaus etwas spitz und wäre ein Lächeln auf ihren Lippen gelegen, hätte man es fast als provozierend kokett beschreiben können.
Wie auch immer, sie wollte nicht länger liegen und sie wollte besonders weit weg von diesem Ort, als könne sie dadurch auch diesen Schmerzen entgehen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 18. Januar 2011, 22:26

Das "Drecksvieh", mit dem diese Fremde soeben ihr Pferd bezeichnet hatte, schnaubte. Es schien ein schlechtes Gewissen zu haben, trotzdem näherte es sich nicht. Die Ohren waren eng angelegt, ein Huf scharrte unruhig, aber warnend über den Boden.
Kazel warf einen flüchtigen Blick zu dem morgerianischen Ross herüber. Es verhielt sich nicht viel anders als das Tier, auf dem Sintus und die Hexe geritten waren. "Es mag mich auch nicht", murmelte er, mehr um es für sich zu bestätigen als es der Fremden mitzuteilen. Wieder schaute er auf sie herunter. Das musste eine Waldelfe sein, vielleicht auch eine Nachtelfe. Sie besaß helle Haut, doch irgendwie ähnelte es nicht so sehr dem sonnengebräunten, fast goldenen Teint ihrer Begleiterin. Jener Elfe, die nicht aufhören konnte, Kazel anzustarren. Er hob den Kopf, starrte zurück. Sein Blick hatte jedoch wieder den unlebendigen, leeren Ausdruck angenommen. Da der Stab sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe, sondern in den Händen der Vettel befand, wichen die Emotionen wie Luft aus einem Schweinsblasenballon. Kinder liebten diese geblähten Häute, vor allem, wenn sie farblich verändert worden waren.
In Kazels Augen steckte kein Funke von Liebe, aber auch Hass fehlte. Es war ein absolut neutraler Blick. Talimée wunderte sich. Sie dachte, dieser Mann wäre vielleicht wütend auf sie. Vorsichtig zog sie sich ein Stückchen zurück, schwieg und beobachtete.

Der Mischling beugte sich noch immer über die am Boden liegende Janay. Er machte weder Anstalten, ihr aufzuhelfen, noch ihr Hilfe anzubieten. Wenigstens fragte er nach ihrem Befinden. Sintus und auch Xenia hatten ihm schließlich angeraten, sich um die Frauen zu kümmern.
Er verstand die Spitze ihrer Aussage nicht. Dazu hätte es Sarkasmus oder Humor gebraucht. Im Moment besaß Kazel keines von beidem. Er verstand nur eines: Diese Fremde konnte offenbar nicht aufstehen. Also fackelte er nicht lange. Sie schaute nicht schwerer aus als Juduka, daher ging er in die Hocke und packte Janay einfach an den Hüften. So gut es eben ging, zog er sie hoch.
„Oh, seid bitte vorsichtig mit der Herrin.“ Talimée war hin- und her gerissen zwischen gehorsamem Schweigen und der Angst, dieser Mann könne Janay ein schlechtes Schicksal sein. Er packte sie ja nicht gerade mit Samthandschuhen an. Tatsächlich war sich Kazel dies nicht bewusst. Er wollte sie nur zu den anderen bringen. Unterwegs fragte er, weniger aus Neugier, als vielmehr, damit er die Frauen überhaupt ansprechen konnte: „Wie heißt ihr?“ Seinen Namen nannte er nicht. Stattdessen ließ er Janay neben Juduka, bei Xenias Bahre, zu Boden. Talimée, die den beiden auf Distanz gefolgt war, führte die Pferde heran. Sie scheuten, je näher sie Kazel kam, also blieb sie selbst auf Abstand. Hoffentlich stellte Janay sie auch mit vor, sie wollte nicht rufen müssen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Janay » Mittwoch 19. Januar 2011, 23:03

Als sie das Schnauben des Gauls hörte, reagierte sie automatisch und warf dem Tier einen weiteren bitterbösen Blick zu. Ja, es sollte ein schlechtes Gewissen haben und zwar ganz gewaltig! Trotz des Schlages zum Antreiben hatte das bei weitem nicht bedeutet, sie gleich aus dem Sattel zu werfen.
Dann allerdings wurde ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Fremden gelenkt bei seinem Gemurmel. Erneut zuckte ihre Augenbraue in die Höhe.
Sollte sie das jetzt verstehen? Nein, vermutlich nicht und im Prinzip war es ihr im Moment mehr als herzlich egal.
Sie hatte Schmerzen, jedoch wenigstens bekam sie inzwischen wieder ausreichend Luft, um nicht das Gefühl zu haben ersticken zu müssen. Und sie wollte endlich wieder in ein warmes, weiches Bett, am besten für mehr als zwei Tage, damit sie sich ausschlafen könnte. Aber nein, nun musste sie sich damit herum schlagen, eine abgerissene Gruppe auszuhorchen, bis sie selbst fliehen und weit von diesem Ort gelangen konnte. Was für tolle Aussichten, ja, das hatte sie mal wieder großartig hinbekommen.
Nur... was für eine andere Wahl hatte sie schließlich gehabt? Immerhin hätte sie nicht mal in Zyranus bleiben wollen bei ihrer unvorteilhaften, Stimmung vermiesenden Bekanntschaft. Wenn sie nur wüsste, wann und wie sie hier heil heraus kommen und vor allem, dass es ihr tatsächlich gelingen würde.
Lautlos seufzte sie und kehrte mit ihrer Konzentration in die Realität zurück.
Dass sie einen auffällig anderen Teint als die Sklavin hatte, hatte sie bisher nicht beschäftigt und sie war nicht einmal auf die Idee gekommen, dass es ins Auge stechen könnte. Véllin hatte sich schließlich auch nicht darum geschert oder daran gedacht. Ein weiterer Punkt, bei dem die junge Frau auf sich allein gestellt wäre. Doch sie war sich sicher, dass sie glaubhaft würde klar machen können, dass sie als Höhergestellte selbstverständlich sich nicht so oft der Sonne aussetzen würde wie eine Dienerin. Ja, das wäre eine gute Begründung, sollte ihr Talimée dabei nicht in die Parade pfuschen und das Thema zur Sprache kommen. Notfalls könnte sie noch immer eine gemischte Abstammung erwähnen, was noch weniger gelogen wäre.
Als der Fremde seinen Blick hob und in die Richtung der andere starrte, seufzte Janay erneut lautlos und folgte ihm mit ihren Augen.
Sie deutete ein knappes Kopfschütteln für die Sklavin an, was diese hoffentlich wahrnehmen und sich zusammen reißen würde.
Dann schien er sich wieder daran zu erinnern, dass sie noch immer auf dem Boden lag, vor allem, weil er ihr weder aufhalf, noch aus dem Weg ging.
Anscheinend war ihm nicht klar, dass sie ihn genau auf sein Versäumnis in beiderlei Hinsicht aufmerksam machen wollte, denn er reagierte vollkommen anders, als sie es erwartet und heraus gefordert hatte. Wunderbar!
Plötzlich spürte sie Hände an ihrem Körper und ehe sie begriff, wie ihr geschah, wurde sie nicht nur hoch gehoben, sondern auch über eine Schulter gelegt. Einen Moment lang blieb ihr die Luft weg vor Überraschung.
Danach allerdings wurde sie blass, bevor ihr die Zornesröte in die Wangen stieg. "Lass mich sofort runter, du ungehobelter Bengel!", zischte sie, da er ihr sehr jung vorgekommen war, obwohl sie sich nicht darauf verlassen sollte. Schon bei Talimée hatte sie sich gewaltig verschätzt, trotzdem kam ihr das als erstes über die Lippen.
Jedoch schien er es nicht zu hören oder nicht bemerken zu wollen, denn er kam ihrer Forderung nicht nach, sondern tat stattdessen etwas ganz anderes. Er fragte nach ihrer beider Namen.
Eine Sekunde lang, die ihr wie eine Ewigkeit erschien, war sie ehrlich sprachlos.
Dann aber ging es schon los. Sie begann sich heftig zu wehren, strampelte mit den Beinen, verfehlte wohl auch ein paar Mal lediglich knapp seine empfindlichste Stelle, und hämmerte mit ihren Fäusten durch die Luft. "Lass mich gefälligst endlich runter, du Schuft! Du verzogener, verlauster Bengel, dir sollte man Benehmen beibringen?! Verdammt, wie kannst du mir so etwas antun?! Weißt du nicht, wer ich bin?! Oh, ihr Götter, warum hab ich das nur verdient? Zuerst gefangen von dieser verfluchten Brut und jetzt muss ich mir so etwas bieten lassen!" Gut, es konnte sehr gut sein, dass sie gerade übertrieb, doch sie machte dadurch ihre Rolle als zu einer Elite gehörig nur glaubwürdiger. Und ein Teil ihrer Empörung war echt, denn sie war erschöpft, alles tat ihr weh und sie konnte an ihm das auslassen, was sie Véllin gegenüber hatte hinunter schlucken müssen. All das brach nun aus ihr heraus und sie wirkte sehr lebensecht für ihre Rolle.
Anscheinend half es auch endlich, da er sie hinunter ließ. Als sie auf ihrem lädierten Hinterteil landete, warf sie giftige Blicke zu ihm hoch und wäre ihm vermutlich an die Kehle gegangen, hätte ihr Körper ihr gehorcht.
"Na, wenigstens hat mein Dasein als Sack jetzt ein Ende!", knurrte sie und verschränkte beleidigt die Arme vor der sich in heftigen Atemzügen rasch hebenden und senkenden Brust.
Wäre da nicht das Scheuen der morgerianischen Gäule gewesen, sie hätte ihn vermutlich noch weiter versucht, mit Blicken zu töten. So allerdings wurde sie kurz abgelenkt und blickte mit hochgezogener Augenbraue fragend zu der anderen.
Einige Sekunden vergingen und zumindest ein bisschen etwas legte sich ihre schäumende Wut. Sie blieb weiterhin vorhanden, jedoch übertünchte es nicht mehr völlig ihr logisches Denken.
Kalt blickte sie erneut zu dem Fremden hoch. "Wo ist dein Anführer? Ich will und werde nur mit ihm reden und ihm mein Herz ausschütten, aber sicher nicht einem ungezogenen Bengel wie dir!", fauchte sie und hatte nicht vor, diesem Typen auch noch irgendeine Freundlichkeit zu erweisen.
Er hatte sie beleidigt, nicht in ihrer Rolle, sondern in ihrer persönlichen Ehre als Janay und das würde sie ihm nicht so schnell verzeihen, wenn überhaupt jemals, sofern sie eine Entschuldigung zu hören bekäme.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Freitag 21. Januar 2011, 00:41

Juduka ächzte matt als Kazel sie zu Boden legte. Sie rollte sich ein und versuchte die Besinnung nicht zu verlieren was schwierig war, jetzt wo sie nicht mehr bewegt wurde. Bisher hatte sie der stetige Schmerzreiz welcher Kazel mit seinen Schritten ausgelöst hatte dafür gesorgt dass sie eben nicht wegdämmerte. Nun herrschte lediglich das Kriegsgebrüll der beiden Männer um sie herum. Ein akustischer Reiz dem sie nur noch mit Gleichgültigkeit begegnete. Sie schloss die Augen und rührte sich nicht mehr. Die Nachtelfe lag regungslos in der Nähe von Xenias Trage.

Diese konnte nicht mitmischen was ihr sichtlich nicht gefiel. Sie versuchte den Kopf zu heben, zu sehen was vor sich ging doch ihre Bauchwunde zwang sie flach zu liegen wenn sie nicht unsägliche Schmerzen spüren wollte. Die pelgarische Kriegerin war es sich nicht gewohnt verwundet zu sein. Doch ihr Körper war zäh und würde sich erholen. In ihrer liegenden Position drückte jedoch ihre Rüstung und das Kettenhemd welches sie trug wog schwer auf ihrem angeschlagenen Körper. Sie hielt ihr Schwert umklammert, wie jeder ordentlicher Paladin hing sie daran. Stahl konnte man besser vertrauen als Menschen. Denn es war nicht so biegsam wie die Loyalität von Söldnern.

„Was fällt dir eigentlich ein du ungehobelter Kerl!“ Zetterte die Vettel als Sintus sich ihr grob entledigte. Mahnend hob sie ihren knorrigen Finger und murmelte ihm düstere Worte hinterher. Den Paladin mochte es zurzeit wenig interessieren. Er hatte es nicht einfach, niemand in der Gruppe stand hinter ihm. Er war der einzige richtig „normale“ und Gesunde der Truppe. Kein Wunder also stand er unter chronischem Stress und jetzt auch dass noch. Ein Spähtrupp oder etwas derartiges hatte ihren Weg gekreuzt. Während Sintus in die Schlacht zog machte die Vettel kehrt um und stapfte auf Kazel zu. Eigentlich war nicht er ihr Ziel gewesen, sondern die Nachtelfe Juduka welche noch immer regungslos inmitten der Wiese lag. Doch Kazel hielt sie auf. Sie musterte den Mischling und hob eine Augenbraue. „Du siehst… verändert aus…“ Bemerkte sie und musterte den Stab. „Seine Nähe… macht dich… zu dem was du mal warst nääh?“ Sie packte ihn unverhohlen als er ihr den Stab entgegenhielt. „Keine Sorge… bei mir ist er in guten Händen…“ Brummte sie und blickte sich sorgenvoll um. Sie erkannte jedoch, dass Sintus die Oberhand über den Feind gewonnen hatte. „Ihr beschützt uns… ich kümmere mich um die Verwundeten.“ Hauchte sie. Sie versuchte ruhig zu wirken doch ihre Angst war ihr anzusehen. Sie war eine Hexe ja, aber keiner der Gruppe wusste von wo sie ursprünglich stammte, wie sie gelebt hatte. Das Reisen schien für sie nichts unbekanntes zu sein. Aber Krieg? Während Kazel sich um die Frauen kümmerte und Sintus den feindlichen Soldaten zu matsch verarbeitete wandte sie sich zu Juduka. „Heehh… wach auf…“ Sie rüttelte an der Nachtelfe herum doch diese regte sich nicht mehr. „Toll… die einzige Heilerin weit und breit und sie ist ausser Gefecht!“ Sie strich Juduka die weisse Haarsträhne aus dem Gesicht und zog ihre Kapuze tiefer. Die Nachtelfe trug eine weisse Robe, doch der Stoff aus dem sie gefertig worden war, wies ein ganz spezielles Muster auf, auch das Material war anders als jenes der meisten Roben. Es bestand aus einem Stoff welcher kein Licht durchscheinen liess. Die Hexe wusste offenbar um die Abneigung der Nachtelfen gegenüber der Sonne denn sie sorgte dafür dass Judukas Haut unter dem Stoff verborgen blieb. Dann sah sie kurz nach Xenia ehe sie damit begann die Wiese auf und ab zu gehen und Kräuter zu sammeln. Jetzt kehrte auch wieder Ruhe in ihr Gemüt eingezogen zu sein, offenbar betrachtete sie die aktuelle Situation als eine erzwungene Rast – und die wollte sie nutzen um sich einen Kräuterstock anzulegen. Den Stab hatte sie an ihren Gürtel befestigt. Je weiter sie sich damit von Kazel entfernte umso mechanischer wurde jener.

Die beiden Pferde standen inzwischen dicht beieinander. Jenes welches von der Sklavin geritten worden war erwies sich als deutlich ruhigeres Gemüt. Das andere Versuchte ständig Talmieés Haare zu fressen. Doch immer wenn Kazel ihm zu nahe kam trat es mit den Hufen auf und schnaubte nervös. Selbst das andere Pferd reagierte so auf den Fremden. Sie mochten ihn nicht. Noch weniger offenbar als Janay.
Sintus war damit beschäftigt den toten Soldaten zu entwaffnen und ihm die Rüstung abzunehmen. Er sammelte die Waffen auf und alle anderen verwertbaren Habseligkeiten des Feindes. Leichenplünderung war im Krieg keine Seltenheit. Frustriert musste der Paladin feststellen dass der Krieger nichts essbares bei sich gehabt hatte. Sie hatten keine Vorräte dabei und bald würde es dunkel werden. Die Sonne hatte den Zenit schon weit überschritten und noch hatten sie keinen sicheren Rastplatz ausfindig gemacht. Hier konnten sie nicht bleiben, schliesslich war einer dieser Schergen geflohen… der konnte jederzeit mit Verstärkung wiederkommen.

Entsprechend schlecht war Sintus Laune. Er stapfte zurück zur Gruppe und musterte die Fremden und vor allem Kazel missmutig. Optisch machte Sintus einen heroischen Eindruck. Die Rüstung die er trug war vom Krieg gezeichnet, frisches Blut klebte am Metall und hatte sich in den einst weissen Stoff des Lysanthorkriegers festgesaugt. Sintus war stattliche 1.85 Gross. Er besass breite Schultern und trug die Plattenrüstung eines Paladins. Der Schwere Topfhelm baumelte an seinem Rücken so dass der Blick auf sein Gesicht frei war. Er besass kantige Gesichtszüge, einen breiten maskulinen Kiefer sowie eine schmale Nase, die ihn sehr streng wirken liess. Stechend blaue Augen musterten Janay eindringlich. Sintus besass kurzes blondes Haar sowie einen hellen Bart an welchen ebenfalls Blut klebte. Ein stattlicher Ritter eben. So stattlich er auch aussehen mochte – so mies war im Gegensatz dazu seine Laune.

„Folgt mir zu den anderen…“ Brummte er knapp und stapfte zu den beiden Verwundeten. „Heh… duuu.“ Knurrte er und schob seinen eisernen Fuss unter Judukas Rippen wo er sie leicht anstiess. Diese ächzte nur leise. „Mrhr…diese Hure ist offenbar noch nicht gänzlich verreckt.“ Brummte er zu sich selbst. Er winkte Kazel und Talimeé zu sich. Dann rammte er das Schwert in die Wiese und liess sich auf den Boden nieder. Die beiden Frauen betrachtete er nicht als Gefahr und auch nicht als Feinde. Als er jedoch sah wie Janay sich wehrte erhob sich der Ritter. „Hör auf damit du ungehobelter Grobian!“ Welch… zaghafte Wortwahl für den sonst so derb fluchenden Ritter. „Du weisst wohl nicht wie man mit einer Dame umzugehen hat.“ Brummte er Kazel entgegen. „Lass sie sofort runter!“ Kazel entliess Janay auf den Boden. Sintus stiess zu den dreien hinzu. „Tut mir leid meine Damen...seht über die eigenartigkeit dieses Individuums hinweg." Entschuldigte sich Sintus förmlich und verneigte sich kurz. "Der Anführer der Truppe ist Xenia. Doch sie ist im Moment verwundet… also müsst ihr mit mir vorlieb nehmen Fremde. Mein Name ist Sintus, ich bin ein Ritter Pelgars. Sagt mir bitte… was haben euch diese dunklen Bastarde angetan… und wohin wollten sie euch bringen?“ Immerhin besass Sintus nicht die Frechheit sich über den Dienstgrad von Xenia hinwegzusetzen. Ausserdem posaunte er nicht vor jedem heraus dass er der Bruderschaft angehöre. Bis kurz vor Kriegsbeginn waren sie ein Geheimbund gewesen. Er blieb eben ein Paladin. Disziplin konnte einfach kein Fremdwort für ihn sein auch wenn er sie manchmal etwas vermissen liess.Schliesslich gehörte er doch noch zu einer gewissen Elite.

Er blickte zu Kazel herüber. „Was steht du hier so dumm rum. Siehst du nicht dass ich mich unterhalte?! Mach dich nützlich! Ehe du die Damen noch mehr beleidigst und misshandelst." Er strich sich über die Stirn. Sorgenfalten machten sich darauf breit. Gänzlich herzlos konnte dieser Mann nicht sein, doch er schien fürchterlich unter Stress zu stehen. "Habt hr euch verletzt?" Er konnte nur hoffen dass dies nicht der Fall war. Was wollte er mit drei verletzten Weibern?!
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 21. Januar 2011, 21:50

Kazel legte sich die Fremde über die Schulter. Dies hatte einen ganz besonderen Grund: sein Rücken wurde geschont. Zumindest dachte er dies. Diese Elfe war alles andere als eine zarte Blume. Sie besaß so viel Feuer im Hintern wie der Mischling Leidenschaft im Herzen – zu Zeiten mit Seele. Sie hämmerte auf seiner Schulter, schlimmer jedoch, auf seinem oberen Rücken herum, was Kazel mehrmals leicht schwanken ließ. Er keuchte bei jedem Hieb, der eine alte Narbe traf. Aber er riss sich zusammen, führte seine Aufgabe aus.
Hin und wieder während er zu Xenia und Juduka hinüber ging, gefolgt von der anderen Elfe und den Pferden, warf er einen Blick über die Stille Ebene. Seine Augen suchten die Hexe. Sie pflückte Kräuter und andere nützliche Pflanzen. Er musterte den Stab an ihrer Seite. Jedes Mal allerdings nur kurz, denn sein Lebendgepäck gab sich alle Mühe, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Eine schmerzhafte Erfahrung.
"Lass mich sofort runter, du ungehobelter Bengel!"
"Ich bin kein Kind mehr", gab er nur zurück. "Und nein, ich weiß nicht, wer du bist. Deshalb fragte ich nach Namen." Bei diesem Austausch von Worten blieb es.

Bei Xenia angekommen setzte er sie schließlich ab – nicht gerade sanft. Daher erntete er auch böse Blicke, nicht nur von Seiten der Neuankömmlinge. Sintus, der mit neuer Beute und noch blutigerer Rüstung zurückkehrte, blaffte ihn ebenfalls an. Die Worte prallten an Kazels Emotionslosigkeit ab. Er erwiderte die Blicke mit nüchterner Leere und trat etwas zurück. Nun stand er auch wieder näher bei Juduka. Sie lebte noch, aber ihr ging es offenbar stündlich schlechter. Und Xenia? Sein Blick fiel auf sie – die Anführerin. Ja, das war sie und wenigstens erinnerte sich Sintus wieder daran. Zwischenzeitlich hatte er gar an Echzechiels Kompetenz gezweifelt.
Kazel schüttelte den Kopf. Das ging ihn nichts an, es berührte ihn nicht. Er wandte sich ab, immerhin sollte er sich nützlich machen. Und da die Pferde ihn scheuten, stapfte er zielstrebig zu der Hässlichen herüber. Er ging schräg hinter ihr, wie ein Schatten.
"Ihr geht es immer schlechter", sagte er schließlich, wenn auch leise. Gemeint war Juduka. Der Söldnerkönigin merkte man ja bereits an, dass sie sich erholen würde. Schon jetzt stand ihr der kämpferische Glanz wieder in den Augen. Sie würde bald erneut auf dem Schlachtfeld stehen, Verletzung hin oder her. Kazel hatte vor, an ihrer Seite zu sein. Er wollte kämpfen.
Dieses Bedürfnis drängte sich ihm auf, als er neben der Vettel her spazierte. Er bemerkte, dass sie schon einige Kräuter im Arm trug und diese jedes Mal vornüber zu fallen drohten, wenn sie sich nach weiteren bückte.
"Gib mir die", sagte er, deutete auf die bereits abgerupften Halme und Stängel. "Ich soll mich nützlich machen, ehe ich Damen beleidige oder misshandle", zitierte er den Paladin. Ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf, kurz nur, wie ein Stich. Aber er war schnell genug, auf Kazels Zunge zu landen, ehe dieser die Worte wieder herunter schlucken konnte. "Dabei ist er es, der misshandeln wird. Ich sollte Juduka nicht aus den Augen lassen."

Im Moment schien Sintus aber eher an den neuen Frauen interessiert zu sein. Er erkundigte sich nach ihrem Zustand und dem Grund ihrer Gefangennahme. Talimée warf Janay einen fragenden Blick zu. Sollte sie für beide sprechen? Sie erinnerte sich an die Worte der anderen. Wenn sie zu viel der Wahrheit ausplauderte, würde man sie eiskalt fallen lassen. Davor fürchtete sie sich, aber die Wahrheit war ihr heilig. Doch hatte Janay nicht angedeutet, dass es keine Lüge war, wenn man eben nur einen Teil verriet?
"Das ist die Janay und ich bin ihre Begleiterin Talimée. Ich folge ihr auf Schritt und Tritt, denn ich bin ihre loyale … Dienerin." Wie eine Sklavin wurde sie von Janay schließlich nicht behandelt. "Wir…", sie unterbrach den Satz bereits nach dem ersten Wort. "Das Übrige wird Euch meine Herrin berichten." Und so verfiel die neldorethische Elfe in ehrliches, aber loyales Schweigen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Janay » Freitag 21. Januar 2011, 23:39

Nachdem der Fremde sie unsanft zu Boden gelassen und sie ihn entsprechend mit Worten gewürdigt hatte, zog sie die Beine an und schlang die Arme drum, weil ihr das wärmer erschien, als sich auf dem kalten Gras abzustützen. Außerdem behielt sie so ihre eigene Körpertemperatur etwas besser und verringerte die Schmerzen in ihrem Rücken, da sie ihn rund machte.
So blickte sie trotzig und beleidigt von dem Kerl weg zu dem Kämpfer.
Ihr Gesicht zuckte leicht bei all dem Blut und dem mitgenommenen Äußeren, denn ihr wurde leicht schlecht bei dem Anblick. Nicht so sehr, weil sie Blut nicht sehen oder riechen konnte, sondern weil es ihr bewusst machte, wie sehr sie in Gefahr schwebte. Ein falsches Wort von ihr, eine kleine aufgedeckte Lüge und sie wäre dran. Das verursachte bei ihr Übelkeit, die sie nur schwer runter schlucken konnte. Ihr wurde immer deutlicher bewusst, wie tief sie in der Scheiße steckte und seltsamerweise kam ihr genau jetzt der Mob in Jorsa in den Sinn. Der war ihr deutlich lieber und harmloser erschienen als dieser Soldat vor ihr! Noch dazu, wo er gerade das Gegenteil von einem sonnigen Gemüt darstellte.
Sie befürchtete, dass sie ausgerechnet diesen Mann würde verführen müssen, um eine Chance zur Flucht zu erhalten. Oh ja, ihre Position wurde ja immer besser!
Wie sie es schaffte, seinem Blick stand zu halten, wusste sie nicht, aber sie schaffte es. Vermutlich entglitten ihr nicht einmal ihre Züge, zumindest hoffte sie das, um sich nicht jetzt schon zu verraten.
Allerdings schien wenigstens dieser Fremde ein bisschen Benehmen zu besitzen, denn er schalt den anderen für sein Handeln und entschuldigte sich sogar bei ihnen beiden.
Sie löste nun wider besseren Wissens ihre Position und legte ihre Hände in das kalte Gras, da es für ihre Zwecke eine vorteilhaftere Haltung bedeutete. Bei der Bewegung zuckte der Schmerz wie ein Blitz durch ihren Körper und sie musste einen Moment lang die Luft anhalten, um keinen Ton von sich zu geben.
Nur mit Mühe schaffte sie es, halbwegs geschmeidig zu reagieren, wenngleich sie lediglich mit einem Nicken seine Verbeugung quittierte. So huldvoll, wie sie es vermutlich sein sollte, war es gewiss nicht. Doch immerhin schaffte sie es und allmählich verebbte der stärkere Schmerz wieder.
Außerdem erforderten seine Worte ihre vollste Konzentration, denn sie musste sich zusammen reißen, um nicht mehr als ihre Lippen aufeinander zu pressen einen Atemzug lang.
Eine weibliche Anführerin... auch das noch! Wenigstens war diese derzeit außer Gefecht gesetzt und sie konnte sich mit einem Mann beschäftigen. Aus ihm würde sie höchstwahrscheinlich besser Informationen heraus kitzeln können als aus dieser Xenia. Wenn sie nur nicht verständlicherweise Schiss vor ihm hätte...
Selbstverständlich fragte er nach ihrem Hintergrund und ihm gegenüber würde sie natürlich auch antworten. Wäre ihr nicht er zuvor gekommen und hätte mit seinen Worten verhindert, dass sie eine Gelegenheit zu einer Erwiderung hatte. Was sie zu sagen hätte, wusste sie, da sie es sich schon lange überlegt hatte, um nicht in Verlegenheit zu geraten, sobald sie danach gefragt wurde.
Trotzdem konnte sie sich ein feines, zufriedenes Grinsen nicht völlig verkneifen, als der ungehobelte Fremde schon wieder angefahren und zurecht gewiesen wurde. Tja, geschah ihm durchaus recht! Und sie fühlte eine befriedigende Schadenfreude dadurch, was ihre Laune minimal anhob.
Als ihr Blick zu diesem Sintus zurück wanderte, begegnete er kurz dem von Talimée und sie hob eine Augenbraue bei deren fragenden Ausdruck. Sollte sie es riskieren? Sie musste es wohl oder übel, denn so ganz traute sie ihrer Stimme noch nicht und diese sollte auf alle Fälle fest sein, um keine Zweifel offen zu lassen, dass sie einen eisernen Willen hatte. Also nickte sie notgedrungen der Sklavin zu und betete innerlich, keinen Fehler dadurch gemacht zu haben.
Und ihr Vertrauen wurde diesmal belohnt, denn die andere sagte nichts, was sie zu bereuen hätte. Ein leichtes, flüchtiges Lächeln schenkte sie Talimée und nickte schließlich knapp.
Zwar war es nicht mehr als eine weitere Minute gewesen, aber sie reichte, um ihr ein besseres Gefühl zu geben und Selbstsicherheit. "Wir waren unterwegs zu einem meiner zahlreichen Verwandten und hatten eine kleine Eskorte, bestehend aus meiner Dienerin und drei Soldaten, da die Wälder meiner Heimat in der letzten Zeit unsicher geworden sind. Wir sind in einen Hinterhalt geraten, meine Männer wurden außer Gefecht gesetzt und ich habe sie seitdem nicht mehr gesehen. Wir beide hingegen wurden gefangen genommen, eingesperrt und vor einigen Tagen auf diese Pferde dort gesetzt. Wir hatten keine Chance, ihnen zu entkommen. Was genau sie mit uns vor hatten, weiß ich nicht, sie haben mir ihre Pläne naturgemäß nicht verraten. Ich habe nur dank meiner Dienerin aufgeschnappt, dass sie uns in das große Lager vor Pelgar bringen sollen. Warum, weiß ich nicht und will es lieber auch gar nicht wissen. Jetzt allerdings hatten wir endlich eine Möglichkeit und haben alles auf eine Karte gesetzt, bevor sie uns noch schlimmeres antun konnten. Die anzüglichen Bemerkungen haben mir definitiv gereicht!" Sie seufzte theatralisch, um ihre Worte zu unterstreichen.
Danach jedoch deutete sie ein Schulterzucken an und sog scharf die Luft bei der erneuten Schmerzwelle ein.
Als sie etwa eine halbe Minute später, die ihr wie eine Ewigkeit erschien, wieder halbwegs sich beruhigt hatte, verzog sie ihre Lippen. "Ich schätze, es werden einige blaue Flecken... wenn nicht auch die ein oder andere Prellung. Aber alles ist besser, als weiter in der Obhut dieser..." Sie zauberte einen abschätzigen Zug in ihren Mundwinkel. "... Wesen." Auch legte sie einen Tonfall in ihre Stimme, der dieses eine Wort wie eine unflätige Beleidigung klingen ließ.
Daraufhin hatte sie sich scheinbar wieder gefasst und sah Sintus wieder direkt an. "Und was treibt Euch und Eure... Truppe in diese Gegend?"
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Montag 24. Januar 2011, 22:48

Die Vettel blieb stehen. Musterte kurz Kazel, dann drehte sie sich zu der Gruppe um. „Immerhin scheint den Mädchen nichts zu fehlen… und ja, wir müssen einen Heiler finden für die Nachtelfe. Oder einen sicheren Unterschlupf. Was ich brauche ist Zeit… näh?“ Sie bückte sich nach weiteren Kräutern. Immerhin jammerte sie nicht über einen potenziell schmerzenden Rücken wie man es von einer Frau ihres Formats hätte erwarten können. Prinzipiell stellte sie kaum Forderungen an die Gruppen. Sie hielt gut mit.

"Gib mir die. Ich soll mich nützlich machen, ehe ich Damen beleidige oder misshandle" Die Vettel runzelte die Stirn. Wie heiss sie eigentlich? Keiner hatte sie bisher nach ihrem Namen gefragt. Sie gehörte einfach dazu und liess es über sich ergehen dass man sie Hexe, Vettel, alte Frau oder sonst wie nannte. Sie folgte Kazels Blick. „Weil er es sagt machst du dies? Oder weil du den Frieden wahren willst. Handelst du nach Befehl oder eigenem Willen näh?“ Sie reichte ihm die Kräuter und den Seelenstab. „Hier… der gehört dir. Nimm ihn dir. Ich bin eine Kräuterkundige, keine Seelenamme.“

"Dabei ist er es, der misshandeln wird. Ich sollte Juduka nicht aus den Augen lassen." Die Vettel sah ihn eindringlich an. „Das sollte nicht passieren Kazel. Sie ist die einzige Heilerin. Näh?“ Sie blickte zu Sintus hinüber welcher sich gerade mit den beiden Flüchtlingen beschäftigte. „Natürlich, der hat ein Glück. Er durfte zwei attraktive Frauen retten. Wäre ich in deren Lage würde er sich jetzt nicht so aufspielen.“ Sie seufzte. Eine Hexe durfte ja wohl auch etwas neidisch sein. „Kazel du solltest so schnell wie möglich mit Xenia sprechen, damit sie den Löwen im Zaum hält.“

Sintus war tatsächlich sehr mit Janay und Talimèe beschäftigt. Noch war nicht zu erkennen an welcher Frau er mehr gefallen fand, selbst wenn er Talimèes... fehlende Haarpracht ziemlich skeptisch musterte.. Aber abgeneigt war er gänzlich nicht.
"Das ist die Janay und ich bin ihre Begleiterin Talimée. Ich folge ihr auf Schritt und Tritt, denn ich bin ihre loyale … Dienerin." Der Ritter verneigte sich erneut, Schnappte sich die Hände der Beiden und gba ihnen einen Kuss auf die Handfläche. Sogar einen der nicht schmierig war und sich schlabbrig anfühlte. Vorerst seid ihr in Sicherheit, ich werde auf euch aufpassen.

"Wir waren unterwegs zu einem meiner zahlreichen Verwandten und hatten eine kleine Eskorte, bestehend aus meiner Dienerin und drei Soldaten, da die Wälder meiner Heimat in der letzten Zeit unsicher geworden sind.“ „Verwandte? Wo? In Pelgar?“ Da wollte es aber einer genau wissen.
“ Wir sind in einen Hinterhalt geraten, meine Männer wurden außer Gefecht gesetzt und ich habe sie seitdem nicht mehr gesehen.“ Sintus seufzte. „Meine Damen, vermutlich sind die Soldaten tot… es herrscht Krieg.“

“ Wir beide hingegen wurden gefangen genommen, eingesperrt und vor einigen Tagen auf diese Pferde dort gesetzt. Wir hatten keine Chance, ihnen zu entkommen. Was genau sie mit uns vor hatten, weiß ich nicht, sie haben mir ihre Pläne naturgemäß nicht verraten. Ich habe nur dank meiner Dienerin aufgeschnappt, dass sie uns in das große Lager vor Pelgar bringen sollen“. „Mhmm.. .seltsam dass sie Menschen in die Stadt bringen wollen, sie ist noch nicht gänzlich gefallen.“
“ Warum, weiß ich nicht und will es lieber auch gar nicht wissen. „ Aber Sintus schien es zu interessieren. Er blickte die Dienerin an. Man sah ihm an, dass er nachdenklich war. Der Mann war ehrlich besorgt bezüglich der Vorkommnisse in Pelgar. Die Stadt war seine Heimat. Sie lag in Flammen. Wie viele Kameraden hatte er verloren? Zu viele Lysanthor! Zu viele verflucht! Der Inquisitor hatte recht gehabt, warum nur hatte er selbst sich erst gegen seine fanatische Meinung gestellt welche die Vernichtung aller Dunkelelfen gefordert hatte. Damals war der Ritter noch dagegen gewesen, man könne nicht alle in den gleichen Topf werfen hatte er argumentiert. Und nun? Nun machten die Dunkelelfen mit ihnen was sie zuerst hätten tun sollen. Pelgar hatte sich zu sicher gefühlt und zahlte nun einen blutigen Preis.
“Jetzt allerdings hatten wir endlich eine Möglichkeit und haben alles auf eine Karte gesetzt, bevor sie uns noch schlimmeres antun konnten. Die anzüglichen Bemerkungen haben mir definitiv gereicht!" Sintus blickte auf. „Was wisst ihr über die Pläne der Dunkelelfen in Pelgar Talimée?“ Fragte er die Dienerin direkt. Er musste wissen was mit den Frauen in Pelgar geschah. „Ich hab selbst Familie in Pelgar…“
"Und was treibt Euch und Eure... Truppe in diese Gegend?" Sintus antwortete nicht. „Mir..bemühen…uns nicht zu sterben…wie die Meisten aus Pelgar… Die Stadt wird geschleift. Wir sind ihnen in den Rücken gefallen und konnten etwas….unruhe in die Armee bringen und einigen… zur Flucht verhelfen.“ Antwortete Xenia matt. „Nun…sind wir auf der Suche…nach einem Unterschlupf…“

„So… ich hab alles was ich brauche. Lass uns zurück gehen.“ Meinte die Hexe und machte sich auch schon auf den Weg. Sie stiess wieder zur Gruppe und kauerte sich zu Juduka, die etwas verloren im Dreck lag. „Na komm Mädel.“ Sie tätschelte die Wange der Nachtelfe. Sintus wandte sich um. „Verschwende nicht zu viel Zeit mit ihr Hexe, sie hält uns nur unnötig auf.“ Offenbar gehörte die Nachtelfe nicht zur Gruppe. Ausserdem schien zumindest der Paladin ihr nicht gerade freundlich gesinnt zu sein. „Mögt ihr noch reiten? Wir müssen dringend einen Unterschlupf suchen. Ich kenne die Stille Ebene… ihr kommt aus jener Richtung, wo haben die Dunkelelfen ihr Lager? Wir werden es grosszügig umgehen müssen.“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 26. Januar 2011, 18:12

Kazel schritt schweigend neben der Vettel her. Sie sammelte weiterhin Kräuter, Halm für Halm und Bündel für Bündel. Immer wieder beugte sie sich hinab, gab dabei nicht einmal ein Ächzen oder schmerzhaftes Stöhnen von sich. Unter anderen Umständen hätte sich der Mischling darüber Gedanken gemacht. Einmal kurz blitzte es sogar in seinem Geist auf: So alt kann sie nicht sein. Doch dann verschwand der Gedanke. Gefühle und Selbstständigkeit waberten nur am Rande seines Bewusstseins. Dafür entdeckte Kazel etwas Neues. Es war ein Bedürfnis. Er wollte den Stab zurückhaben. Immer wieder warf er einen flüchtigen Blick auf das kleine Leuchten innerhalb der Kugel, die am oberen Ende des Seelenstabes angebracht war. Inzwischen zog ihn das winzige Glühen geradezu magisch an. Er hatte das Bedürfnis, dem Stab nahe zu sein – seiner Seele nahe zu sein.
Kein Wunder also, entschied sich Kazel dafür, der Alten – die möglicherweise nicht einmal so alt war wie man annahm – unter die Arme zu greifen. Das und weil er die Neuankömmlinge nicht stören wollte. Er wusste, dass Sintus ihn als Störfaktor ansah. Der Paladin machte es bei jeder sich bietenden Möglichkeit nur allzu deutlich. Er wollte Kazel wohl am liebsten von der Gruppe absondern, so weit weg wie es ging.
Das hatte auch die Vettel bemerkt.
"Handelst du nach Befehl oder eigenem Willen, näh?" "Mein eigener Wille bringt mich nur zu oft in Schwierigkeiten." Dennoch wollte er sein eigener Herr sein, sich nicht mehr manipulieren lassen. Behutsam nahm er den Stab wieder an sich. Er hielt ihn wie ein Kind im Arm, achtete nicht einmal mehr auf die gesammelten Kräuter, so dass ein paar Büschel davon zu Boden fielen. Ehe er den Rest verlieren konnte, klemmte er sich den Stab unter den Arm. Kazel besaß weder eine Halterung am Rücken noch einen Gürtel, in den er das gute Stück hätte verstauen können.

So wie Kazel sich um den Stab und vor allem dessen Innenleben nun bemühte, so sehr sorgte sich die Hexe um Judukas Wohlergehen. Ja, sie war die einzige Heilerin und neben Xenia am stärksten angeschlagen. Ihr durfte nichts passieren. Die Hässliche machte ihrem Begleiter klar, dass er handeln musste. Auf Xenias Befehle hörte Sintus, also war es die Söldnerkönigin, die seine Leine zu halten hatte.
Kazel nickte. "Ich rede mit ihr und ich werde Juduka schützen. Wir brauchen ihre Kräfte." Auch er warf nun einen Blick zu den anderen. Das Eintreffen der Fremden könnte für Juduka die Rettung bedeuten. Sintus schien ihnen eher zugeneigt als der Nachtelfe, vielleicht weil man die beiden anderen Frauen nicht zum dunklen Volk zählte. Mit ihnen zu schlafen wäre dem Paladin wahrscheinlich lieber, weshalb Juduka vorerst unbehelligt bleiben könnte. Ein gutes Zeichen.
Folgsam schritt der Mischling neben der Vettel her, bis er besagte Nachtelfe erreichte. Dort gab er die mitgeführten Kräuter zurück und senkte sich neben Juduka auf ein Knie herunter. Er berührte vorsichtig ihr Gesicht, strich ihr Strähnen aus der Stirn. Er konnte ja doch freundlich mit Frauen umgehen, wenn er wollte! Das durfte man im Moment jedenfalls beobachten. Allerdings schien dies ein positiver Nebeneffekt seiner Seelenlosigkeit zu sein. In diesem Stadium fehlte Kazel auch ein besonders großer Teil, der sich Schüchternheit nannte.
"Möchtest du, dass ich dich weiterhin trage?" Kazels Stimme war ein monoton sanftes Hauchen. "Vielleicht kannst du auch auf einem Pferd der Elfen mit reiten. Jetzt sollte genug Platz für alle sein." Noch besser wäre es gewesen, auch Juduka eine Trage zu bauen. Sintus würde sich kaum dazu überreden lassen.
Kazel blieb weiterhin bei der Nachtelfe knien. Sein Gewissen schickte hauchdünne Worte zu ihm aus, dass er ihr Beistand leisten sollte. Und solange das Unbehagen in Gegenwart des Stabes nicht wieder Überhand nahm, war er gewillt, diesem Befehl seiner eigenen Seele zu lauschen.

In der Zwischenzeit hatte Sintus versucht, Informationen einzuholen. Wie sein Gespräch mit Talimée und Janay genau verlaufen war, wusste Kazel natürlich nicht. Er war zu dem Zeitpunkt bei der Vettel gewesen. Aber Sintus würde nun um ein wenig Wissen reicher sein.
Wo er Janay genauer nach ihren pelgarischen Verwandten ausfragte, da sprach er Talimée direkt über ihre Kenntnisse zu den dunkelelfischen Plänen an. Oh, welch Unglück nun, dass die neldorethische Elfe doch Lerium beherrschte. So hatte sie einen Großteil über die Pläne mitbekommen, die man Janay als Missionsauftrag mit auf den Weg gegeben hatte. Das Schicksal spielte offenbar sehr gern mit Ängsten und Sorgen, die es nach Belieben schüren konnte. Vor allem aber genoss es wohl den Umstand, dass sich Talimée an die Wahrheit hielt.
Sie warf Janay einen entschuldigenden Blick zu. "Herr, ich habe mitbekommen, dass wissen, dass sich eine Gruppierung von Widerständlern wohl nahe des Eldoras befinden. Sie wollen ihnen Spione auf den Hals hetzen. Ihr … solltet auf der Hut sein." Sie hatte nicht gelogen. Sie hatte nur nicht alles erzählt – nämlich nicht, dass jene Spione bereits unter ihnen hockten. Dass Janay und sie selbst diese Spione waren. Doch es sollte noch mehr Informationen geben. "Außerdem halten sie alle Bewohner Neryans in Gefangenschaft. In den Verliesen von Kosral, das aus den eigenen Ruinen wieder auferstanden ist. Wie, das weiß ich nicht, aber es steht und es ist vom dunklen Volk nahezu überschwemmt." Sie senkte den Kopf. Wenn Pelgar, die glitzernde Hauptstadt, nun auch schon derart stark vor einer Niederlage stand, wie sollte sie dann jemals ihre Freunde, Verwandten und Bekannten retten. Sie schluchzte leise in sich hinein. Die Situation schien aussichtslos, selbst jetzt, da sie sich weit weg von den kosral'schen Dunkelelfen befand.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Janay » Mittwoch 26. Januar 2011, 22:51

Janay hob belustigt ihre Augenbraue an, als Sintus sich ein weiteres Mal verneigte und ihr sogar einen Handkuss gab.
Etwas sehr seltenes, das sie fast niemals erlebte. Noch dazu von jemanden, der wusste, wie man das zu machen hatte. Trotzdem erschien es ihr in dieser Situation ein wenig grotest, erst recht, wenn sie daran dachte, wie sie eigentlich zu ihm stand, dass sie ihn auskundschaften und mehr oder weniger ausliefern sollte.
Aber sie hielt sich im Zaum und hatte sich rasch wieder im Griff, bevor ihr ein leises, genervtes Seufzen entfuhr, das sie nicht mehr zurück halten konnte.
Pelgar? Wann hatte sie denn diese verfluchte Stadt erwähnt?! Nein, eindeutig nicht, diesen Namen nahm sie nicht freiwillig in den Mund, wenn es nicht unbedingt nötig war.
Das wollte sie jetzt auch richtig stellen, wenngleich sie einen Moment noch zögerte.
Ob sie den Baron erwähnen sollte? Auch das verneinte sie in ihren eigenen Gedanken. Es wäre zu gefährlich, sie müsste sich viel mehr ausdenken und sollte er doch jemals frei kommen, um ihr erneut über den Weg zu laufen, könnte er sie zu leicht verraten, ohne dass sie es verhindern könnte. Nein, nein, da war es definitiv besser, das zu verschweigen und bei ihrem Plan zu bleiben.
Mit etwas Mühe zauberte sie ein nachsichtiges, mildes Lächeln auf ihre Lippen, das dennoch nicht völlig frei von einem feinen, koketten Zug war. Dabei deutete sie ein Kopfschütteln an. "Nein, nicht in der Hauptstadt.", korrigierte sie und zwang sich, eine sanfte Tonlage zu haben. "Meine Verwandten leben im Walde Neldoreth, ein Teil von ihnen in Kosral."
Sie hegte nicht den Verdacht, dass dieser Ritter dumm genug wäre, mit seiner traurigen Schar zu dieser Stadt aufzubrechen und ihre sogenannten Verwandten befreien zu wollen. Sonst hätte sie einen anderen Ort gewählt.
Seufzend nickte sie knapp. "Ja, das ist mir inzwischen ebenfalls klar. Jedoch im Westen, woher ich kam, ist davon nichts zu merken. Sonst hätte ich diese Reise schließlich auch nicht unternommen!" Und das war nicht einmal gelogen, wenigstens wäre sie nicht mit dem Baron in diese Richtung mitgegangen, sondern hätte sich nach Süden abgesetzt.
Daraufhin allerdings hob sie merklich skeptisch die Augenbraue.
Menschen? War dieser Mann denn blind?! Ihr Haar war zerzaust und sie war sich fast sicher, dass ihre Ohren zu sehen wären. Auch Talimée wirkte alles andere als menschlich, noch dazu, wo sie keine Strähne durch ihr Sklavendasein besaß und somit die Spitzen deutlich auffielen.
Hingegen, dass Pelgar noch nicht gefallen war, hatte sie sich gedacht, sonst wäre sie wohl kaum als Spionin hier eingesetzt worden. Der Widerstand erschien ihr noch zu groß, als dass sie auf eine Niederlage spekuliert hätte.
Sie bemerkte, dass sie seine Aufmerksamkeit verlor und als er auch noch Talimée direkt nach den Plänen fragte, musste sie an sich halten, um nicht mehr zu tun, als ihre Lippen ein wenig aufeinander zu pressen.
Warum auch war sie so töricht gewesen und hatte erwähnt, dass ihre "Dienerin" die besseren Lauschqualitäten hatte?
Rasch stellte sie ihre Frage, doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Deswegen warf sie der anderen einen warnenden Blick zu, sie auf keinen Fall zu verraten. Zu mehr kam sie nicht und hätte es auch nicht gekonnt, ohne aufzufallen.
Dafür hörte sie eine Stimme in der Nähe und schluckte. Sie musste sich zusammen reißen und zwar dringend, wollte sie keinen Fehler begehen! Aus diesem Grunde drehte sie zwangsläufig ihren Kopf zur Seite und sah die verletzte Xenia direkt an.
Die junge Frau nickte und zuckte gleichzeitig mit den Schultern. "Ich bin keine Kämpferin und mir wäre es am liebsten, wenn ich mich ganz weit weg auf und da heraus halten könnte. Ich glaube auch nicht, dass wir euch eine große Hilfe bei der Suche sein können. Trotzdem wäre es sehr gütig von euch, wenn ihr uns vorerst in eure Mitte aufnehmen würdet, bis wir eine Möglichkeit finden, unseren Weg zurück selbst zu gehen." Ihre Worte waren förmlich und dennoch nicht völlig frei von Wahrheit. Auch sprach sie absichtlich von ihnen beiden, um Talimée noch einmal zu verdeutlichen, dass sie diese nicht minder behandelte als sich selbst, soweit es ihre Stellung zuließ.
Hoffentlich würde sie das auch positiv zu vergelten wissen...
Plötzlich zeigte der Ritter ein anderes Gesicht. Erneut hob sich ihre Augenbraue an und sie sah zu ihm hin. "Ihr habt sie doch bis hierher gebracht und wie es aussieht, war es ein weiter Weg. Da solltet Ihr sie nicht jetzt aufgeben." Sie zuckte mit den Schultern und lächelte schmal. "Würde mir zumindest auf der Seele lasten, wäre ich an Eurer Stelle." Mit Absicht verwendete sie die förmliche Anrede, da ihre Worte offizieller waren als bisher.
Warum sie die Schwerverletzte verteidigte, war ihr hingegen nicht so ganz klar. Einerseits vermutlich, weil es eine Frau war, und andererseits, weil es ihr genauso blühen könnte, sollte sie stärkere Wunden davon getragen haben, als sie bisher glaubte.
Dann aber seufzte sie und sah leidend zu den Pferden. "Von mögen kann keine Rede sein...", schnaubte sie noch immer wütend auf das Vieh.
Danach biss sie die Zähne fest zusammen und deutete in die Richtung, aus der sie gekommen waren. "Wo ist das Lager nicht? Solange wir bei diesen Bäumen bleiben, sollten wir relativ sicher sein. Wagen wir uns heraus, will ich lieber keine Prognose abgeben."
Ihren Arm zog sie zurück und wünschte, sie hätte ihre Decke noch. Ihr wurde immer kälter in der Luft und dem feuchten Gras.
Indes wagte auch Talimée es, auf seine Fragen zu antworten.
Janay hielt unwillkürlich den Atem an, den sie erst wieder ihrer Lunge entweichen ließ, als sie fertig war und sie nicht verraten hatte. Später, wenn sie sicher sein könnte, allein mit der anderen zu sein, würde sie ihr ein paar dankbare Dinge ins Ohr wispern, um ihr zu zeigen, dass sie sich gut geschlagen hatte.
Als sie das leise Schluchzen hörte, wollte sie ihr ein wenig beistehen. "Auch meine Dienerin hat Familie dort und wir hatten viel zu lange keine Gelegenheit sie zu besuchen. Sie vermisst sie sehr." Ihre Stimme klang wärmer, als sie es geplant hatte, und es schwang sogar ein Hauch von echtem Mitgefühl darin mit, das sich sogar in ihren Augen widerspiegelte, denn sie sah die andere direkt an.
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