Hinter feindlichen Linien

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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[INFO] In der Stillen Ebene steht die dunkle Armee (bestehend aus Dunkelelfen, Orks und Untoten). Das Fischerdorf ist in der Gewalt von Orks. Pelgar wird von der dunklen Armee angegriffen, die auch im Besitz eines heraufbeschworenen Knochendrachens war. Hinweis: Dieser ist inzwischen besiegt und auf Pelgar abgestürzt. Seht hierzu die Weltereignisse auf der Webseite durch!
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Kazel Tenebrée
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Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 2. Dezember 2009, 16:59

Kazel kommt von Der Hauptstadt Pelgar -> Zwei-Soldaten-Armee

Kazel schaute ungerührt auf Ruthz herab, der verzweifelt seinem Frust Luft machte. Schließlich trat er aber doch noch einmal einen Schritt näher auf den Goblin zu. Auch er hatte sich vorhin Luft gemacht, als er vor Xenia diese Szene gehalten hatte. Zur eigentlichen Sache trugen solche verzweifelten Hilferufe nicht bei, aber sie stärkten die Seele. Kazel hatte sich besser gefühlt und glaubte auch, dass es Ruthz besser ging, wenn er wenigstens die Möglichkeit zum Fluchen bekam. Also redete er ihm nicht hinein. Er hörte zu und dann gab er von sich, was Xenia ihm schon gesagt hatte: "Bist du nun fertig? Gut. Dann konzentrieren wir alle uns jetzt auf das, was uns bevorsteht." Er beugte sich etwas herunter, um Ruthz die Schulter tätscheln zu können. Sein Kopf lag zwar höher, aber er wollte ihm nicht respektlos begegnen, indem er ihm wie einem Kind auf den Kopf fühlte.
Am liebsten hätte Kazel dies allerdings im Nachhinein getan. Ruthz sprach davon, dass er von den Foltermethoden Morgerias wusste. Das hieß, er hatte Leid erlebt. Kazels Wut auf die Dunkelelfen wuchs. Er versuchte, sich zu beherrschen und ballte die Hand zur Faust. Dann folgte er Echzechiel und wurde Teil der Truppe, die sich von Ruthz durch die Kanäle führen ließ.

Neben ihm ging Landria. Kazel war froh darum. Xenia hätte ihn jetzt einfach zu sehr eingeschüchtert. Er brauchte einen Moment, in dem er sich wenigstens gedanklich würde beruhigen können. Ja, nachdenken ... über Landria. Manipulationen? Er schaute zu ihr hinüber, sah aber nur die Kapuze, die ihr halb ins Gesicht hing. Eine Strähne lugte frech darunter hervor. Der Mischling war versucht, sie beiseite zu schieben, um das Gesicht seines Lichtes sehen zu können. Er zuckte nicht einmal mit der Hand.
"Wie geht es dir, Kazel? Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen und uns schon so lange nicht mehr unterhalten können ..." "Ja. Es ist viel passiert." Eine Weile ging er schweigend in der Kolonne. Er schaute geradeaus und musterte Xenia und Echzechiel von hinten, die ganz den Anweisungen des Goblins folgten.
"Es geht wieder etwas besser", fing er dann einfach an zu sprechen. "Nicht gut, aber es geht. Ich ... die Frau, die ich von ganzem Herzen liebte, ist tot." Er musste darüber sprechen, aber Kazel wollte Landria nicht gestehen, wer für Shantihs Ende verantwortlich war. Wahrscheinlich wusste sie es ohnehin. Sie wusste sehr viel. Manipulationen ... Der Begriff schwirrte in Kazels Geist umher wie ein flinker Schmetterling und genau so schwer ließ er sich festhalten, geschweige denn einfangen.

Ruthz lenkte ihn ab, als sie endlich nach langem Marsch einen Weg aus den Kanälen fanden. Das unterirdische Tunnelsystem endete an einer rostig wirkenden Leiter, die nun nach und nach von den Bruderschaftsmitgliedern genutzt wurde. Sie führte zurück an die Oberfläche und hinein ins Drachengebirge. Sie waren aus Pelgar draußen.
Kazel half Landria aus dem finsteren Tunnelzugang und blickte sich dann um. Er holte tief Luft, fühlte sich einen Augenblick seit langem wieder frei. Pelgar lag hinter ihm. Endlich.
Sein aufsteigendes Hochgefühl versank im Sumpf neuer Schrecken, als er in der Ferne die Armee aus Morgeria entdeckte, die vor Pelgars Toren lagerte. Er hielt den Atem an, als der aus Knochen bestehende Drache eine Bergspitze umkreiste und Steine auf die Mauern der celcianischen Hauptstadt herabregnen ließ. Er schluckte, als die Bestie brüllte. "Nein." Das Wort drang kaum hörbar aus seiner zugeschnürten Kehle.

Im Hintergrund drangen Echzechiels besorgte Worte an seine Spitzohren. Mehr als er erwartet hatte. Katapulte ... das Ende der Welt. Kazel kniff die Augen zusammen. Warum? Warum mussten es immer die Dunkelelfen sein?
"Wir befinden uns direkt hinter den Linien des Feindes. Wir müssen ..."
"Verdammt!" Ein Krachen, das den Fluch fast übertönte. Kazel hatte aus Wut und vor allem aus Scham, dass seinesgleichen Celcia wieder einmal in Schwierigkeiten brachten und sich von ihrer schlechtesten Seite zeigten, mit bloßer Faust gegen eine vorstehende Felsnase geschlagen. Zu wohl aller Überraschung brach das Gestein und flog ein paar Meter weit, bis es am Boden zertrümmerte und viele kleine Kiesel bildete, die in alle Richtungen davon kullerten.
Kazel schnaubte, blickte keinen der Anwesenden an. Er hielt den Kopf gesenkt und sah so nur auf die vielen Paar Stiefel ringsum. Dann drehte er sich halb ab und wurde still, hielt seine schmerzende Hand. Die Fingerknöchel waren aufgerissen und brannten. Blut glänzte rot.
Echzechiel fuhr fort. "... uns leise und vorsichtig verhalten. Ich denke zwar nicht, dass die Horden hier irgendwelche Wachposten aufgestellt haben ... aber wir müssen es ja nicht provozieren, aufzufliegen!" Schuldbewusst hob Kazel erst den Kopf und dann beschwichtigend beide Hände. "Tut mir leid", sagte er kleinlaut. Er bekam noch mit, dass die Truppe erst einmal auf Späher warten wollte und zog sich etwas zurück.

Bei Landria auf einer der ausgebreiteten Decken fand er einen Platz, erhielt Rationen und Wasser. Kazel trank einen Schluck, aß aber nur vom Käse. Ihm war der Appetit gehörig vergangen. Von den Missetaten einer ganzen Kultur immer wieder zu hören war etwas ganz anderes als es mit eigenen Augen schlussendlich zu sehen. Er hatte die dunkle Armee gesehen. Ihre Größe, ihre brachiale Gewaltbereitschaft. Am liebsten wäre er einfach weggelaufen, aber Kazel wusste, dass es keinen Sinn hatte. Morgeria musste aufgehalten werden ... sonst gäbe es irgendwann keine Fluchtmöglichkeiten mehr. Er selbst steckte zu tief drin, um allem den Rücken zuzukehren.

Eine Hand landete auf seinem Knie. Kazel starrte sie an. "Du wirkst verspannt ... Soll ich dich massieren?"
"Nein", antwortete er nur, aber seine Hand legte sich auf Landrias. Sekunden später ruhten auch die tiefblauen Augen auf der Elfe. "Wenn wir da unten auffliegen, möchte ich, dass du rennst. Bitte." Sein letztes Hoffnungslicht durfte nicht erlöschen. Er drückte die zarte Elfenhand. Dann erhob sich Kazel.
"Xenia ... ich muss Euch noch etwas sagen. Eine weitere Schwäche." Kazel wartete, bis er die Aufmerksamkeit der Söldnerkönigin besaß und zog sie dann etwas außer Reichweite. Ein Kloß steckte dem Mischling im Hals, aber es musste nun heraus. "Xenia, ich ... im Angesicht anderer Dunkelelfen verliere ich die Kontrolle. Ich will dann nur töten und hätte einmal beinahe selbst mein Leben verloren. Ich bin blind vor Hass, wenn ich ihnen gegenüber stehe." Das würde ihre ganze Mission behindern, aber besser, er gestand es jetzt als dann, wenn es zu spät wäre.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. Dezember 2009, 19:24

"Bist du nun fertig? Gut. Dann konzentrieren wir alle uns jetzt auf das, was uns bevorsteht." Der Goblin starrte Kazel mit grossen Augen an. Dann fauchte er und verwarf seine Hände über dem Kopf. „Seit du mit diesen Kriegern zusammen bist verhaltest du dich noch seltsamer als zuvor!“ Klagte er und verdrückte sich nach vorn um weiter den Weg zu weisen.
Landria Sinal hatte hingegen das Verhalten der beiden genau beobachtet und schritt nun neben ihrem Schützling her. Es war schon erstaunlich dass sich dieser für Verrückt befundene Mischling unter der Elite bewegte. Wie er die Erlebnisse aus Burgstein hinter sich gelassen hatte. "Ja. Es ist viel passiert." „Allerdings…“

Sie seufzte und schwieg einen Moment. Nach Kazels Mord an Shanti war die Hölle losgewesen, seine besten Freunde, hatten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um ihn beistehen zu können. Wofür? Um zu sehen wie er zum Mörder geworden war. Sie schüttelte für sich selbst den Kopf. ER wäre kein Mörder gewesen wenn sie ihn nicht dazu gemacht hätte. Gewissensbisse quälten sie. Vermutlich weil sie sich schon zu oft mit ihm befasst hatte und schon zu oft Gelegenheit bekommen hatte die Handlungen und Befehle des Inquisitors zu hinterfragen. Doch im Moment stimmte sie mit der Meinung der Bruderschaft überein, ein Anschlag auf den Wegbereiter der Toten würde die Truppen der Dunklen Seite empfindlich schwächen.

"Es geht wieder etwas besser. Nicht gut, aber es geht. Ich ... die Frau, die ich von ganzem Herzen liebte, ist tot." Landria legte ihre Hand auf seine Schulter. Der vertraute beruhigende Slefaduft stieg Kazel in die Nase. „Ja…“ Hauchte sie und schaute in die Ferne. „Ich befürchte…dieses grässliche Schicksal teilst du im Moment mit ganz vielen Leuten der Stadt… und dennoch ist jeder für sich allein in seinem Schmerz gefangen.“ Sie hatte vermutlich Recht. Schliesslich konnte es kaum ein Trost sein zu wissen dass in dieser Nacht hunderte von Familien zerstört wurden. Das machte es eher noch schlimmer.
Natürlich wusste sie wie Shantih gestorben war.
Sie erreichten das Ende des Tunnels und stiegen empor an die Oberfläche die jedoch noch einen schrecklicheren Anblick bot als die Kanalisation. Feindliche Truppen wohin das Auge reichte und zwischen ihren Reihen die verheerenden Konstruktionen der Katapulte. Es war als Blickte man direkt ins Antlitz des Ende der Welt.

"Verdammt!" Die Truppe drehte sich zu Kazel hin als dieser mit voller Wucht seine Faust gegen die Felswand geschmettert hatte. Echzechiel runzelte die Stirn. Landria sah überrascht aus und Xenia… nun… die schien sauer zu sein. „Spiel Theater wenn du auf Dramas stehst…“ Knurrte sie und rauschte voran. Sie hatte offenbar dringliches mit Echzechiel zu besprechen. War Kazel etwa eine Gefahr für die Mission? Er war so unbeherrscht!
Selbst Ruthz starrte ihn an. „Er hat… den Fels zerstört…“ Hauchte er nur offenbar bewunderte er Kazels Stärke. Echzechiel starrte Kazel ne ganze weile an. Ehe er dann mit seinen Worten fortfuhr. Kazel entschuldigte sich kleinlaut unter den wachsamen Augen Xenias. Dann jedoch machte sich die Truppe daran die Gegend zu erkunden und ihr Lager zu errichten. So gab es etwas Zeit für Landria und ihn.

"Wenn wir da unten auffliegen, möchte ich, dass du rennst. Bitte." Landria war sichtlich gerührt von seinen Worten. Wenn er nur wüsste was sie ihm alles angetan hatte. Sie senkte ihr Haupt, zum Glück erhob sich Kazel just in jenem Moment. Xenia war schwer beschäftigt und tüftelte mit Echzechiel und ihren Männern an den geeignetsten Strategien für ihre Mission. Zwei der Assassinen waren dem Spähtrupp gefolgt um ihr eine Rüstung zu besorgen. Es dauerte eine Weile bis Kazel mit seinem Anliegen zu ihr durchrang. „Was hast du Kleiner?“ Fragte sie und schaute ihn auf gewohnt durchdringende Weise an.
"Xenia ... ich muss Euch noch etwas sagen. Eine weitere Schwäche." Die Söldnerkönigin runzelte die Stirn und llegte ihren Kopf schief. „MHrm“. Murrte sie nur. „Nun?“

"Xenia, ich ... im Angesicht anderer Dunkelelfen verliere ich die Kontrolle. Ich will dann nur töten und hätte einmal beinahe selbst mein Leben verloren. Ich bin blind vor Hass, wenn ich ihnen gegenüber stehe." Xenia presste die Lippen aufeinander und ballte die Fäuste. Damit rückte Kazel doch ordentlich spät heraus! Sie funkelte ihm entgegen und Kazel konnte sich wohl schon darum Sorgen dass sie gleich explodieren würde. Ihre kräftige Hand schnellte hervor und Packte Kazel am Kragen. Die Kriegerin schaffte es ihn mit einem Arm zu sich zu ziehen und ihn leicht anzuheben. Ihr Gesicht war seinem ganz nah. „Dann würde ich dir mal Raten… dass du… SOFORT…. Lernst dich unter Kontrolle zu halten…. Haben wir uns verstanden?!“ Zischte sie. „Ansonsten bist du raus aus der Mission!“ Echzechiel vernahm die letzten Worte und kam auf die beiden zu. „Gibt es Probleme?“ Fragte er Direkt. Xenia schnaubte und stierte Kazel entgegen. „Gibt es die?“ Knurrte sie. Auch Landria erhob sich und gesellte sich zu den beiden.
„Ich kann helfen.“ Hauchte sie leise… wurde aber von den beiden überhört.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 7. Dezember 2009, 00:30

Kazel zuckte nicht mit der Wimper, obwohl er einen unangenehmen Druck in der Brust spürte bei Ruthz' Worten. Noch seltsamer? Wie viel seltsamer konnte er denn noch werden? Aber er erwiderte: "Du und ich kennen uns bei weitem nicht lange genug, als dass du wüsstest, wie ich mich normal verhalte." Es stimmte. Sie waren keine Freunde. Ruthz und Ornist hatten sich damals eigentlich nur an Kazels Fährte geheftet, nichts weiter. Was war er diesem Goblin eigentlich schuldig? Und dennoch fühlte er da dieses Unbehagen. Er wollte nicht, dass es Ruthz so schwer hatte. Er war genauso fremd unter den Menschen wie der Mischling selbst. Und er kannte morgerianische Foltermethoden ... Doch nun war es zu spät, sich für seine Aussage zu entschuldigen. Vorerst jedenfalls zu spät. Ruthz war in der Menge der Bruderschaftssoldaten verschwunden. Kazel ging neben Landria einher.
Er roch etwas. Es beruhigte ein wenig, besaß aber nicht die Kraft, ihn vollkommen einzulullen. Slefa an frischer Luft einzusetzen, wirkte vermutlich nicht so stark wie in geschlossenen Räumen, wo der Duft nicht verfliegen konnte. Aber Kazel ahnte ja immer noch nicht einmal das! Landria hatte ihn so sehr benutzt. Er war zu ihrem Werkzeug geworden. Durch sie zum Mörder der eigenen Geliebten ... und noch immer zu blauäugig, um es zu erkennen.
Mit der Gelassenheit eines nervösen Jungsoldaten vor seiner ersten Schlacht marschierte Kazel neben der Elfe her. Sie sprachen über Shantih. Genauer gesagt, war es Kazel, der das Thema aufgriff. Landria reagierte mit einer Antwort. Sie verriet nicht, dass sie wusste, dass Kazel für den Tod seiner Liebsten verantwortlich war, aber er gestand es ihr. Landria würde er fast alles anvertrauen - immerhin hatte sie den Großteil seines Verstandes geknackt. Nur das kleine Geheimnis um seinen allerersten Mord - an seinem Vater - behielt der Mischling sicher im Herzen verwahrt.
"Ihr Schicksal ist ein anderes geworden. Da herrschte noch kein Krieg, Landria." Er atmete durch. Es war schwer, darüber zu sprechen. Seine Schultern, sein ganzer Gang verkrampfte sich für einen Moment. Kazel kam nur sehr langsam über diese Tat hinweg und nur das Wissen, dass er durch diese Mission vielleicht wieder etwas gutmachen könnte, befähigte ihn, überhaupt weiter zu machen. "... Ich war es, der ihren Tod herbeiführte. I-ich hab sie aus dem Klinikumsfenster gestoßen. Sie ..." Er brach ab und drehte den Kopf weg. Emotionen überfluteten ihn wie Tränen, die seine Wangen hinab rannen. Sie überforderten ihn. All die Ereignisse, die ihn binnen kürzester Zeit einholten zerrten gewaltig an Kazels Nerven - und die waren nicht aus Drahtseilen wie bei Xenia. Diese Frau konnte wohl nichts erschüttern. Kazel beneidete und bewunderte sie im Stillen - und dann ... stieg Zorn in ihm auf.

"Spiel Theater, wenn du auf Dramen stehst..." Vielleicht war es dieser eine Satz, der den Mischling dazu bewegte, nach seiner kleinlauten Entschuldigung eine ganze Weile zu schweigen. Nur mit Landria wechselte er ein paar Worte. Kazel fühlte sich nicht gut. Vor allem dann nicht, als er sich entschied, ein weiteres Drama aufzuführen. Er ging zu Xenia, musste eine ganze Weile warten, bis er sie sprechen konnte, aber kehrte nicht mehr um. Sie musste es wissen. Insgeheim hoffte er, sie würde ihm wieder einen guten Rat geben wie vor wenigen Stunden im unterirdischen Bad der Bruderschaft. Stattdessen fand er sich binnen Sekunden in ihrem festen Griff wieder. Seine Zehenspitzen berührten noch den Boden. Xenia war eine starke Frau, physisch wie geistig.

Vielleicht reagierte sie ja nur so, weil sie mit der Situation auch an ihre Grenzen kam. Überforderung, Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und doch musste etwas getan werden. Er hätte es verschweigen sollen. Jetzt besaß die Truppe ein Problem mehr. Und wer war wieder einmal der Auslöser? Richtig, Idiot, du! Nenn ihr doch dies als Stärke, vielleicht beruhigt sie sich wieder. Hallo, Xenia, ich kann uns alle in immer dramatischere Schwierigkeiten bringen, weil meine ganze Existenz ein einziges Drama ist ... hätte wohl doch in Burgstein bleiben sollen.
Kazel schluckte. Wie gut, hielt Xenia ihn noch immer am Kragen und ein wenig in der Luft. Seine Knie wurden weich. Welche Hilfe hatte er denn bisher schon für die Bruderschaft dargestellt? Er konnte hier gar nichts gut machen, weder Shantihs Tod noch die Mission, die Echzechiel von ihm und Xenia verlangte. Der einzige Strohhalm, an dem sich Kazel die ganze Zeit versucht hatte, festzuhalten, drohte nun abzureißen.
"Ansonsten bist du raus aus der Mission!" Er starrte Xenia an - erschrocken gleichermaßen wie einsehend. Er war bereits aus dieser Mission draußen. Wie sollte er einen Hass ablegen, der so lange geschürt worden war? Wie sollte er sich beherrschen lernen binnen so kurzer Zeit? Er wäre doch schon beim Anblick der Armee am liebsten sofort hinunter und in den sicheren Tod gerannt! Nur ein paar mitnehmen, einen oder zwei. Bei Manthala, sein Hass überstieg seine Vernunft!

"Gibt es Probleme?" Ein Ruck von Seiten seiner Partnerin holte ihn ins Hier und Jetzt.
"Gibt es die?" Sie schauten ihn allesamt an. Kazel senkte den Blick, drehte den Kopf. Er konnte sie nicht ansehen. Er konnte ihnen diese Frage nicht mit Ja beantworten, auch wenn es der Wahrheit entsprach. Aber gab es tatsächlich Probleme? Bekam er sich nicht in den Griff?
"Ich ..." Ich weiß es nicht. Ich bin kein Soldat. Ich besitze keine Disziplin wie die Söldnerkönigin. Ich war ein verdammter Verrückter aus einer Irrenanstalt und sollte hingerichtet werden! Sie verlangten im Grunde, dass ein Irrer Selbstbeherrschung lernte. Was sollte Kazel ihnen denn antworten?!
"Nein. Keine Probleme." Es klang so halbherzig wie es gelogen war.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Montag 7. Dezember 2009, 15:18

Xenia liess nicht locker. Ihr Griff schien unbezwingbar zu sein, doch irgendwie gab er auch im wahrsten WSinne des Wortes halt. Sie musterte ihren Partner eindringlich. Erst als er halbpatzig sein „Problem“ widderruf liess sie ihn los. „Komm mit.“ Hauchte sie und führte ihn zu einer kleinen Lichtung. Die Aussicht war ernüchternd. Sie hatten praktisch freie Sicht auf die lagernden Horden. „Setz dich. Leute die sich aufregen sollten sich immer setzen.“ Meinte sie und hockte sich neben ihn. Landria schien völlig überhört worden zu sein, doch sie hielt sich zurück und vertraute der Kriegerin. Sie war in vielen Punkten um einiges nobler und ritterlicher als der Inquisitor selbst. Echzechiel zog sich schliesslich mit Landria und den anderen verbleibenden Männern zurück. Sie assen eine Kleinigkeit und erwarteten die Späher.

„Guck dir das an.“ Sie deutete in die Ferne. „Ich hasse sie auch. Ich hasse sie weil sie mich zu dem gemacht haben was ich heute bin.“ Sie schaute zu Kazel hinüber. „Ich war mal eine Näherin.“ Die Kriegerin lälchelte traurig und zuckte mit den Schultern. „Die Horde hat meine gesamte Familie ausgelöscht. Ich wurde mit sieben Jahren in ein Waisenhaus gesteckt. Na ja… Ich hab mich den Aufseher und Jungs gegenüber nicht immer gerade korrekt benommen… eigentlich habe ich sie regelmässig verprügelt.“ Sie grinste breit. „Man hat mich dann zwecks Erziehung und Erringung besserer Manieren zum Heer geschickt wo ich als Waschfrau und Näherin angelernt wurde. Aber ich wollte was ganz anderes. Ich wollte das Blut der Dunklen nicht von den Kleidern der Söldner reinwaschen sondern es selbst auf die Stoffe bannen!“

Ihre Stimme festigte sich, ihr Blick wurde har. „Ich habe den Kasernenaufseher so lange belagert bis er mich endlich einmal fürs Probetraining zuliess.“ Sie lehnte sich zurück, überkreuzte ihre Beine und sah in die Ferne. „Der Ausbildner meinte nach dem Training: Kein Mädchen in Lysanthors Reich sollte so viel Wut in sich tragen müssen.“ Sie schwieg einen Moment. Liess ihre Worte auf sich wirken. „Zu beginn knüppelte ich alles nieder was mich auch nur annähernd an die dunkle Bande erinnerte und wenn es sich dabei nur um einen einfachen Dieb handelte!“ Sie schnaubte. „Erst Echzechiel hat mir beigebracht dass Wut eine sehr wohl beachtenswerte und wichtige Emotion ist… man sie aber unbedingt beherrschen muss.“

Es mochte erstaunen dass Echzechiel der Mentor von Xenia war, schliesslich konnte er kaum älter als sie sein. Ausserdem widersprach sie ihm oft.
„Was nützt es dir und der Welt wenn all deine Wut sich auf der Krieger der Dunklen Armee richtet die du vielleicht in deinem Rausch töten kannst, du aber danach selbst gerichtet wirst? Dem Feind schadest du damit kaum und die Welt verliert einen weiteren Streiter gegen die Horde.“ Sie seufzte. „Wir brauchen deine Wut, Kleiner, aber nur wenn sie auch existiert! Dies tut sie nicht mehr wenn man dir den Kopf abschlägt… verstehst du Kazel?`“
Sie deutete wider aufs Lager. „Es sind sooo viele Feinde und wir sind ihnen Zahlenmässig weit unterlegen. Darum brauchen wir jeden Mann der in der Lage ist eine Waffe zu führen. Aber wir brauchen ihn mit Verstand! Hilf mir sie empfindlich zu treffen und so ihre Truppen ins Chaos zu stürzen!“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 9. Dezember 2009, 00:46

Kazel folgte Xenia ohne ein Wort des Widerspruchs. Im Grunde sagte er gar nichts, schaute nur einmal kurz zu Echzechiel zurück und zu Ruthz, der ja irgendwie wieder aus dem Nichts aufgetaucht war. Der Goblin stand in der Nähe des Felsens, gegen den Kazel in einem Anflug von hilfloser Verzweiflung geschlagen hatte. Als er jetzt noch einmal eine weitgehende und panoramagleiche Sicht auf die dunkle Armee vor ihnen hatte, glaubte er, sein Herz würde zu schlagen aufhören. Seine Kehle schnürte sich so eng, dass er nicht atmen konnte. Er starrte gebannt auf die vielen Zelte, die Belagerungswaffen und die sich bewegenden Einheiten unter ihnen. Wie sollte Pelgar gegen diese Masse ankommen? Sie waren so wenige.
Erst als Xenia ihn bat, sich zu setzen, wandte Kazel den Blick ab. Die Söldnerkönigin mochte bemerkt haben, wie schwer ihm das fiel und dass er seine Hände bereits wieder zu Fäusten geballt hatte. Verbissen starrte er nun auf einen Stein zu seiner Stiefelspitze. Seine Haltung war mehr als verkrampft.

"Ich hasse sie auch. Ich hasse sie, weil sie mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Ich war mal eine Näherin." Kazel schaute auf, aber nicht erneut auf die dunkelelfische Armee hinab. Nein, sein Blick kreuzte sich mit Xenias. Eine Näherin. Er starrte sie wehleidig an. Und dann sprang er laut knurrend auf. "RRRGGGH!" Er kickte den Stein mit dem Stiefel fort und marschierte große Kreise über die Lichtung. Immer wieder fanden seine Augen die der Söldnerin oder das Lager des Feindes. Dann knurrte er erneut oder riss die Fäuste hoch. Anschließend marschierte er weiter. Kazels Bewegungen erinnerten an ein gefangenes Raubtier, das ständig im Käfig hin und her stromerte, aber nicht aus Selbstaufgabe, sondern vor Wut schäumend. Er würde nicht nur die Hand abbeißen, die ihn fütterte, er würde sich durch die Gitterstäbe fressen.

Im Hintergrund erzählte Xenia, die Söldnerkönigin - die Näherin! - ihre Geschichte. Kazel konnte nicht glauben, was sie ihm da vorsetzte. Sie hätte ein einfaches Mädchen sein können. Sie hätte normal aufwachsen, eine angenehme Lehre beginnen und vielleicht einen ehrbaren Mann finden und eine Familie gründen können.
Der Krieg hatte ihr Leben geprägt und alles zerstört - der Krieg und die Dunkelelfen. Ihm wurde ganz schlecht bei dem Gedanken wie viele Bruderschaftsmitglieder oder Soldaten ein ähnliches Schicksal besitzen mochten. Unter ihnen befanden sich potenzielle Ärzte, Bäcker, Handwerker oder Gelehrte. Keiner von ihnen durfte seinen Traum ausleben. Morgeria hatte es vereitelt. Morgeria hatte Hunderte, vielleicht Tausende Leben zerstört, noch bevor es einen Fuß auf das Gebiet diesseits des Drachengebirges gesetzt hatte. Wie viele würden noch unter ihnen zu leiden haben?
Mit ihrer Geschichte schürte Xenia Kazels Hass auf sein eigenes Volk nur noch mehr. Er wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Zwar hatte er endlich aufgehört, ständig hin und her zu laufen, aber nun stand er am Rande der Lichtung. Den Blick hielt er jetzt starr auf die feindliche Armee gerichtet. Seine Fäuste zitterten, ebenso seine Schultern. Eine zerstörerisch animalische Aura ging von diesem Mischling aus.

"Ich wollte das Blut der Dunklen nicht von den Kleidern der Söldner reinwaschen, sondern es selbst auf die Stoffe bannen!" Diese Worten trafen wie ein unvorhergesehener Schwertstreich. Sie trafen tief. Kazel keuchte. Keine Frau, nicht einmal wenn sie Xenias Selbstbewusstsein besaß, sollte einen solchen Wunsch hegen. Vermutlich auch kein Mann. Niemand. Und die Schuldigen für derlei Gedanken und Entscheidungen waren nicht allzu weit entfernt. Am liebsten wäre Kazel sofort den Berg hinunter gestürmt und hätte ein Blutbad veranstaltet.

Xenia sprach unbeirrt weiter. Kazel erfuhr, dass Echzechiel - der eher ruhige und beherrschte Echzechiel - ihr Mentor war. Wie hatte ein Mann wie er aus Xenia eine solche Furie machen können? Sein Gemüt und ihres unterschieden sich fast wie Tag und Nacht. Nur ihre Disziplin glich sich. Kazel bewunderte beide. Sie hatten ihre Gefühle unter Kontrolle, vielleicht, weil sie weniger Leidenschaft in ihre Emotionen legten. Kazel war schon immer sehr leidenschaftich gewesen, selbst in Bezug auf seinen Hass.
"Wir brauchen deine Wut, Kleiner, aber nur wenn sie auch existiert! Dies tut sie nicht mehr, wenn man dir den Kopf abschlägt ... verstehst du, Kazel?" Er blinzelte. Ihre Worte setzten sich so tief in ihm fest und bewegten so viel, obwohl er selbst sich keinen Zentimeter weit rührte. Tränen schossen ihm in die Augen und nahmen ihm die Sicht auf das dunkelelfische Heer.
"Ich verstehe Euch doch und ich weiß es ja selbst." Kazel sprach Xenia noch immer nicht mit einem vertraulichen Du an. Er zollte ihr Respekt, den sie seiner Meinung nach verdiente. Sie befanden sich nicht auf einer Ebene. Xenia war um so vieles weiser und vermochte auch, ihre Worte umzusetzen.
Kazel wusste, dass blindes Anstürmen und Zuschlagen ihm nur einen schnellen und sinnlosen Tod einbringen würde. Aber er war nicht imstande, die aufkommende Wut zu beherrschen, wenn er sich jenen gegenüber sah, die er von ganzem Herzen hasste.

Der Mischling seufzte. Endlich entspannten sich seine Muskeln etwas. Er drehte sich ab und kehrte zu seinem Platz zurück, setzte sich. Endlich. Aber Kazel wirkte müde und noch immer stand ihm Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Er versuchte, sie zu verbergen, doch er verschlimmerte es nur. Denn auch die Angst davor, die Mission zu gefährden, war aus seinen flackernden Augen abzulesen.
Den Wegbereiter der Toten niederzustrecken war ihre einzige Möglichkeit. Wenn Kazel sich nicht beherrschte, würde die Mission scheitern. Wenn er sich zurückzog und den anderen die Aufgabe überließ, gab es für ihn keinen Grund mehr, sich nicht den Dunkelelfen auszuliefern. Er musste der Bruderschaft helfen, Pelgar helfen ... den unschuldigen Männern und Frauen, Jungen und Mädchen - die einmal Bäcker oder Näherin werden wollten anstatt Soldaten.
Kazel beugte sich vor, stützte die Ellbogen auf seinen Knien ab und hielt sich den Kopf. Der Stoff seiner Kapuze fühlte sich bizarr weich auf seiner glatten Kopfhaut an. Er würde sich regelmäßig rasieren müssen, damit die nachwachsenden Stoppeln nicht kratzten. Warum dachte er in dieser Lage nur plötzlich an so etwas?!

"Ich weiß nicht, wie ich es bewältigen soll", sagte er mit einem Mal in die eingetretene Stille. "Ich hab sie gehasst, seit meine Haut ... seit ich so aussehe, wie ich aussehe. Die Wut lässt sich nicht beherrschen, auch wenn ich weiß, dass ich es schaffen muss. Aber es sitzt alles so entsetzlich tief." Er wünschte sich, Shantih wäre noch hier. Ihre Sanftmut hatte sich stets auch auf sein Gemüt übertragen. Sie hätte seinen Hass sogar im Keim ersticken können. Kazel vermisste sie sehr.
"Vielleicht sollte ich mein Li... Landrias Hilfe in Anspruch nehmen."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 16. Dezember 2009, 22:05

"Ich verstehe Euch doch und ich weiß es ja selbst." xenia lächelte. „Umso besser! Mit dem Verständnis wächst auch die Fähigkeit etwas an der eigenen Situation zu verändern! Verständnis und Einsicht ist die Basis aller persönlichen Wandlung!“ Jetzt wurde sie ungewohnt philosophisch. Das passte nicht zu Xenia, sie war eher eine Frau fürs Grobe ja vielleicht sogar auch für grosse Worte aber nicht so Nachdenklich und Sinnsuchend wie sie sich jetzt gab. Vielleicht lag es daran dass sie durch ihre eigenen Erzählungen im Moment auch viel an ihre eigene Vergangenheit zurückdachte. Nachdenklich wirkend blickte sie erneut in die Ferne wo der Krieg in all seiner Brutalität tobte.

„Ach… scheiss drauf!“ Knurrte sie und erhob sich, als sie so vor ihm stand verwandelte sie sich wieder in diesen Unüberwindbaren Berg aus kriegerischem Talent. „Ich bin nicht unglücklich über mein Schicksal. Ich kann Menschenleben retten, das hätte ich als Näherin nie gekonnt. Hah!“
Sie schnaubte entschlossen und es wirkte überhaupt nicht so als würde sie damit versuchen ihre eigene mangelnde Überzeugung zu kaschieren – im Gegenteil, sie glaubte absolut an das was sie selbst sagte. Sie war ehrlich mit sich selbst wie wohl wenige andere es waren.
"Ich weiß nicht, wie ich es bewältigen soll", Xenia runzelte die Stirn. „Die Wut in deinem Bauch ist alt, Kleiner.“ Bemerkte sie. „Du kennst sie gut genug und ich denke es ist an der Zeit sie zu kanalisieren!“ Dies sagte sie weil sie genau wusste dass er ansonsten für ihre Mission ungeeignet war und damit sogleich wieder nach Pelgar reisen könnte. Sie brauchte niemandenn in ihrer Truppe der das Leben aller durch unbedachte Reaktionen gefährdete, nein, dass brauchte sie verdammt nochmal gar nicht.


Sie schnaubte und rieb sich kurz den Nacken, obwohl sie so unzerstörbar wirkte litt sie unter den selben Erscheinungen wie alle anderen Personen auch die schwere Rüstung trugen. Verspannungen, Druckstellen, Schmerzen.
"Ich hab sie gehasst, seit meine Haut ... seit ich so aussehe, wie ich aussehe. Die Wut lässt sich nicht beherrschen, auch wenn ich weiß, dass ich es schaffen muss. Aber es sitzt alles so entsetzlich tief." Xenia schwieg einen Moment. „Mhrm..“ das war eine ernüchternde Neuigkeit. Xenia wusste nicht was sie sonst noch zu ihm sagen sollte.

"Vielleicht sollte ich mein Li... Landrias Hilfe in Anspruch nehmen." Xenia blickte auf und nickte schliesslich. „Ja. Ein Versuch ist es wert. Ich gebe euch eine Stunde.“ Sie wandte sich von Kazel ab und gesellte sich zu Landria. Sie legte ihre Hand auf die Schulter der Geisteswissenschaftlerin und deutete auf Kazel. Diese nickte nur und erhob sich. Wenige Augenblicke später schritt sie bereits in ihrer typischen eleganten Art auf ihn zu.
„Na du…“ Sie setzte sich schräg hinter ihn und legte sanft ihre Hände auf Kazels Schultern. Diesmal roch es in ihrer Nähe viel stärker nach Slefa. Ihr Duft war beruhigend und einlullend. „Entspanne dich Kazel… ich werde dir helfen.“ Sie begann damit seinen Nacken zu massieren. Sie übte genau dort Druck aus wo es angenehm war. „Schliess deine Augen… Konzentrier dich auf meine Stimme… und nur auf meine Stimme… sie wird dir das Licht sein und der Weg deuten, wenn du dich auf die Reise in dein Unterbewusstsein begibst.“

Landria begann geübt mit ihrer Hypnose. „Konzentriere dich auf meine Stimme, atme tief durch, du fühlst dich schwerelos als treibest du auf dem offenen Meer, doch keine Angst… dein Licht ist immer bei dir…. Siehst du dein Licht?“ Sie bearbeitete ihn so lange bis er es sah. „Gut…. Ich bin dein Licht, folge mir. Fürchte dich nicht, ich bin für dich da. Folge mir, tiefer in die Dunkelheit hinein, zurück in deine Vergangenheit. An den Quell deines Hasses auf das Dunkle Volk. Spür die Quelle, spüre den Ursprung…“ Sie wartete geduldig einen Moment ehe sie weitersprach. „Und nun… erzähl mir, lass mich daran Teilhaben was du siehst.“ Landria hatte Kazel direkt in sein Trauma geführt, doch sie begleitete ihn und stärkte ihn. Sie packte ihn in warme Decken und streichelte ihn vorsichtig um ihn weiter zu entspannen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 18. Dezember 2009, 00:02

Kazel runzelte verwirrt die Stirn. Xenia gab sich philosophisch? Er kannte sie noch nicht sehr lange, aber so hatte sich die sonst direkte und eher tatkräftige Söldnerkönigin noch nicht gegeben. Sie besaß viele Facetten. Von der Näherin zur Kämpferin. Von Philosophie zu gnadenlosem Kampfrausch. Sie sprach sogar mit so wenig Respekt gegenüber ihrem eigenen Mentor Echzechiel, dass man sich fragen mochte, ob er für sie überhaupt eine Respektsperson darstellte. Kazel glaubte das jedoch schon. Echzechiel besaß Autorität. Er konnte verstehen, warum sich Xenia ihn wohl als Mentor ausgesucht hatte. Vielleicht sprach sie deshalb so ... direkt mit dem Bruderschaftsmitglied. Gerade weil er derjenige war, dem sie sich anvertrauen konnte. So wie Kazel sich nun Xenia gewissermaßen ein wenig mitteilte, wenngleich sich seine Ausbrüche darauf beschränkten, dramatisch zu wirken. Es lag dem Mischling wohl im Blut - im Blut beider Elfenrassen. Leidenschaftlichkeit besaß grundsätzlich einen sehr szenehaltigen Beigeschmack und Kazels jahrelang verborgene Gefühle hatten seit Shantih endlich einen Weg an die Oberfläche gefunden. Wo er sich immer so unnahbar gegeben hatte, da taute er nun dermaßen auf, dass aus ihm ein unberechenbarer Vulkan voller Gefühlschaos geworden war.

Jetzt stand nur noch das Problem im Raum, dass Kazel nicht wusste, wie er dieses Chaos ordnen sollte. Ihm fehlte Struktur und das brachte ihn fast zum Verzweifeln. Xenias Ratschlag, seine Wut zu kanalisieren half ihm da leider auch nicht viel. Er hatte ihr ja bereits gestanden, dass er keine Mittel kannte, dies zu bewerkstelligen. Dass er sich aber zusammennehmen musste, war nicht neu für ihn.
Damals - bei Manthala, es war lang her -, als er mit Luziver, Leon und Shantih durch den Neldoreth gewandert war und auf die dunkelelfischen Reiter getroffen hatte, da meinte er sich zu erinnern, auf einen von ihnen in blinder Wut losgestürmt zu sein. Kazels Erinnerung war an dieser Stelle verwaschen. Er hatte das Gefühl, dort im Wald gestorben, gleichzeitig aber neu geboren worden zu sein. In Shantihs Armen war er erwacht und kurze Zeit später hatten sich beide ihre gegenseitige Liebe gestanden - eine ganze Nacht lang.
Verdammt, wie soll ich das bloß schaffen? Kazel fühlte sich allein, trotz der Tatsache, dass ihn so viele Mitglieder der Bruderschaft umgaben. So viele tapfere und starke Recken. Und Xenia, die wohl mutigste Frau, die er kannte. Leider schienen auch ihr die Ratschläge auszugehen. So konnte vermutlich nur noch eine helfen: Landria. Das letzte kleine Lichtfünkchen Hoffnung in dieser neuen Finsternis tenebrée'scher Probleme.

Zum Glück bot sich die Elfe immer noch an, ihm beizustehen. Gemeinsam mit Landria suchte sich Kazel ein ruhiges Plätzchen. Er war gespannt, wie sie ihm wohl helfen würde. Vielleicht einfach nur wieder durch entspannende Worte wie damals ins Burgstein? Wie ist es da eigentlich weitergegangen? Mein Gedächtnis scheint in letzter Zeit voller Lücken zu sein. Der Mischling hielt sich den Kopf. Noch ein Problem mehr? Er wollte gar nicht darüber nachdenken. Im Hintergrund stieg Rauch aus dem Lager, das die dunkle Armee vor Pelgar aufgeschlagen hatte. Der Geruch von Krieg und Leid hing bereits seit Stunden in der Luft.

"Ich gebe euch eine Stunde." Xenia entfernte sich. Eine Stunde nur, dann musste Kazel seine Probleme beseitigt haben. Beinahe hilflos schaute er Landria an, aber die Elfe setzte sich einfach zu ihm und massierte seinen Nacken. Zuerst zuckte Kazel zusammen. Doch die Berührung tat so gut und der betörende Duft des Slefa sorgten dafür, dass Kazel den sanften Händen schnell nachgab. Landria würde jedoch sehr lange massieren müssen. Sein Nacken war ein einziger Knoten, von seinem Rücken erst gar nicht zu sprechen. Aber den hatte nicht einmal seine Liebste massieren dürfen. Es schmerzte, wenn die Narben gedrückt und geknetet wurden. Da blieb der Mischling doch lieber verspannt, das war er ohnehin gewohnt.
Kazel konzentrierte sich auf Landria. Er schloss die Augen wie gebeten und isolierte sich so von der Realität. Das einzige Band dorthin zurück war jetzt die Stimme der Elfe, die sanft zu ihm sprach. Sein Licht, in dem er baden durfte.
"Fürchte dich nicht, ich bin für dich da. Folge mir, tiefer in die Dunkelheit hinein, zurück in deine Vergangenheit. An den Quell deines Hasses auf das Dunkle Volk. Spür die Quelle, spüre den Ursprung ..." Landria bemerkte sofort die Unruhe, die in Kazel einkehrte. Er atmete schwerer, tiefer. Falten legten sich auf seine Stirn und er verkrampfte die Hände. Es riss ihn nicht aus der Entspannungsphase, aber er kämpfte mit sich. "Ich will dir das nicht zeigen müssen", gestand er. Aber Landria ließ nicht locker. "Und nun ... erzähl mir, lass mich daran teilhaben, was du siehst."

Wärme umgab ihn und der Stoff der Decken, die Landria um ihn legte. Ihre Streicheleinheiten konnten Kazel dieses Mal allerdings nur schwer entspannen. Er blieb verkrampft sitzen, aber hielt die Augen geschlossen. Es dauerte eine ganze Weile, sicherlich mehrere Minuten, bis er überhaupt wieder sprach.
"Ich bin im Keller von ... nein, das stimmt nicht ganz. Das war nicht der Moment, an dem ich die Dunkelelfen zu hassen begonnen habe. In dieser Zeit hab ich nur ... sie ... gehasst." Gemeint war Kazels Mutter Preia, die ihn damals mit Peitschenhieben gestraft hatte, weil seine dunkle Haut von ihm abgefallen war wie Lumpen. Damals hatte Kazel Hass verspürt, eine Menge sogar. Seine Mutter hatte ihn nicht mehr akzeptiert, kein bisschen geliebt. Sie war so oberflächlich, ihn zu verabscheuen, nur weil er eine Mischhaut besaß. Weil sein Vater ein Waldelf gewesen war!
"Ja ...", säuselte Kazel, der sich ganz im Bann der Hypnose befand. Dafür schien er sehr empfänglich zu sein. "Jetzt weiß ich den Zeitpunkt. Siehst du, mein Licht, siehst du die anderen? All die Dunkelelfen, die uns begaffen? Das Oberhaupt der Tenebrées, meine Mutter, Tante Starle ... und all die anderen. Ich sehe sie eigentlich gar nicht. Sehe nur den Dolch in meiner Hand. Und dann die Augen von ..." Kazel brach ab. Seine Atmung hatte sich in ein Keuchen verwandelt. Er bewegte sich unruhig, so dass die Decken von seinen Schultern rutschten. Die linke Hand fuhr zum rechten Handgelenk. Kaum noch zu erkennen, aber immer noch vorhanden, prangte dort das Familienwappen der Tenebrées. Die Tätowierung des inzwischen ergrauten Sichelmondes in der schwarzen, runden Scheibe. Kazel rieb darüber, als schmerzte eine alte Wunde. Die Augen hielt er fest zusammengepetzt. "Das sind meine Augen, in die ich da schaue. Ich hab seine Augen. Und er ist mir nichtmal böse ... Verdammt, ich kann das doch nicht tun!" Kazel stieß die letzten Worte erregt aus. Er wirkte ziemlich verstört. Landria hatte den Zeitpunkt nun genau erwischt. Jenen Moment, in dem Kazel alle Dunkelelfen Morgerias und ganz Celcias als seine Erzfeinde auserkoren hatte - weil sie ihn gezwungen hatten, seinen eigenen Vater umzubringen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Sonntag 20. Dezember 2009, 19:46

Landria strich Kazel ruhig über die Stirn. Liess ihn Ort und Zeit vergessen. Sie selbst jedoch behielt beides im Auge. Sie kümmerte sich um ihm, war ihm tatsächlich ein führendes Licht. Gleichzeitig jedoch musste sie sich auch auf Kazels Erinnerungen einlassen. Um sie sich besser Vorzustellen schloss auch Landria ab und an die Augen und verliess sich ganz auf die Macht ihrer Fantasie welche die Worte des Mischlings in geistige Bilder transformierte.
"Ich bin im Keller von ... nein, das stimmt nicht ganz. Das war nicht der Moment, an dem ich die Dunkelelfen zu hassen begonnen habe.“ Die Geisteswissenschaftlerin runzelte die Stirn. Eine ungewöhnliche Aussage, normalerweise fanden die Hypnotisierten sofort zum Ursprung einer starken Abneigung. Dieser kurze Satz, diese Korrektur Kazels um den Ort war für Landria ein Indiz dafür dass hier ein traumatisches und noch unverarbeitetes Thema angeschnitten worden war. Sie würde sich „Keller“ merken und darauf zurück kommen wenn sie zum Schluss kam dass die Aufarbeitung dieser Szenerie für die Mission notwendig sein würde. So kam Kazel nun wohl tatsächlich noch in den Genuss einer echten Therapie die nicht darauf abzielte ihn ins Verderben zu stürzen.

Die Elfe gab es nicht gerne zu doch sie empfand gegenüber Kazel Schuldgefühle wegen ihrer eigenen Taten. Sie hatte seine Geliebte nicht wirklich gekannt und dennoch hatte sie die junge Frau geopfert um Kazel für ihre Sache zu gewinnen. Vielleicht wäre das alles gar nicht nötig gewesen, vielleicht hätte sein eigener Hass dafür genügt.

“In dieser Zeit hab ich nur ... sie ... gehasst." Landria legte ihren Kopf schief. Streichelte ihren „Patienten“ weiter und führte ihn mit ruhigen Worten tiefer in die Hypnose hinein.
"Jetzt weiß ich den Zeitpunkt. Siehst du, mein Licht, siehst du die anderen? All die Dunkelelfen, die uns begaffen?“ „Ja…Kazel..ich sehe sie. Ich bin bei dir. Ganz Nah. Vergiss dies nicht. Du bist hier nicht allein…“

“Das Oberhaupt der Tenebrées, meine Mutter, Tante Starle ... und all die anderen.“ Der Mischling schien ziemlich dominante Frauen in seiner Familie zu haben. Aber sie scheinen nicht gerade zu einem Aufbau von Kazels Selbstbewusstsein beigetragen zu haben. Offenbar pflegte Kazel eher ein sehr destruktives Verhältnis zu seiner Mutter. Das war natürlich kein zu unterschätzender Quell vieler möglichen Probleme die sich daraus manifestiert hatten.
“ Ich sehe sie eigentlich gar nicht. Sehe nur den Dolch in meiner Hand. Und dann die Augen von ..." „Shhh… ganz ruhig Kazel.“ Das Licht streifte ihn an der Schulter, gab ihm halt. Es war anders in Hypnose die Situation zu erleben. Es war etwas geschützter und somit nicht ganz so brutal wie die Realität gewesen war, dennoch die Emotionen waren beinahe dieselben.

"Das sind meine Augen, in die ich da schaue. Ich hab seine Augen. Und er ist mir nichtmal böse ... Verdammt, ich kann das doch nicht tun!" „Ganz ruhig Kazel… es…ist..etwas..das geschehen ist… das Vergangen ist so schmerzlich dies auch ist. Ich habe dich zu diesem Punkt geführt damit du lernst das Unbegreifliche zu akzeptieren. Denn ändern kannst du es nicht mehr. Halte die Augen deines Vaters in guter Erinnerung wenn du ihn gemocht hast… und nicht verknüpft mit dieser schrecklichen Stunde.“
Landrias Ziel war es mit dieser Eingebung die Wut in längst überfällige Trauer zu wandeln. „Erzähl mir von ihm Kazel. Erzähl mir von den guten Tagen mit ihm.“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 21. Dezember 2009, 09:19

Kazels geschlossene Lider flimmerten. Seine Wimpern bebten. Er steckte tief in der Hypnose, in diesem Albtraum fest und erneut stand er vor der Aufgabe, das einzige in dieser Welt aus Boshaftigkeit, Hass und Schmerz auszulöschen, was ihm damals wichtig gewesen war. Es überforderte ihn. Selbst mit seinem Licht als begleitenden Beistand fiel es ihm schwer, das Trauma noch einmal zu verarbeiten. Seine Hände hatten sich zu Fäusten verkrampft, bei denen die Fingernägel gegen die Haut drückten. Wenn er wieder aus der Hypnose erwachte, würde er viele Druckstellen haben.
Die Atmung ging langsam, aber fast schon hechelnd. Kazel atmete nicht, er keuchte.

Wenn dieser Zustand schon vorherrschte in einer gesicherten Wiederholung seiner Erinnerungen, wie mussten Kazels Emotionen ihn überfordert haben, als er sich wirklich in dieser Lag befand? Als Dutzende Dunkelelfen ihn beobachteten und darauf warteten, dass er ein Leben beendete, um seines in ihrem Kreis zu rechtfertigen?
"Ganz ruhig, Kazel ... es ... ist ... etwas ... das geschehen ist ... das vergangen ist, so schmerzlich dies auch ist." Er stieß ein wehleidiges Keuchen aus und krümmte sich vor, weg von Landria. Sie hatte ihn geführt, sein Licht hatte ihn in diesen Albtraum geführt. Warum wollte sie, dass er nochmal litt? Die Bilder ließen sich nicht verwischen. "Ich will ... das nicht sehen." Seine Schultern bebten.
"Ich habe dich zu diesem Punkt geführt, damit du lernst, das Unbegreifliche zu akzeptieren. Denn ändern kannst du es nicht mehr." Nun brach es aus dem Mischling heraus. Tränen strömten aus den geschlossenen Augen und über seinen gesamten Körper legte sich ein Zittern. Wenn Xenia ihn jetzt gesehen hätte, wäre er vermutlich schneller aus der Mission draußen und in Burgstein wieder drin gewesen als er selbst es sich hätte begreiflich machen können.
"Halte die Augen deines Vaters in guter Erinnerung, wenn du ihn gemocht hast ... und nicht verknüpft mit dieser schrecklichen Stunde. Erzähl mir von ihm, Kazel. Erzähl mir von den guten Tagen mit ihm."

"Er hatte keine guten Tage. Er ... manchmal konnten wir reden. Er hat mir so viel von den Wäldern erzählt." Kazels Stimmte drohte zu brechen. Jedes Wort über seinen Vater schnürte ihm die Kehle zu. Einen Mord zu akzeptieren stellte eine große Aufgabe dar. "Ich weiß so wenig von ihm. Jerlyn ... Waldelf ... sie hat ihn gequält. Er mochte mich, hat immer gesagt, mein Vater wäre ein stolzer Mann. Wie ... konnte er ... stolz sein ... auf ... seinen ... Mörder?"
Jetzt wusste es Landria definitiv. Kazel hatte ihre Vermutungen bestätigt und ihr seine tiefsten Abgründe der persönlichen Seele offen gelegt. Nicht einmal Shantihs Tod hatte an diesem Ort Platz gefunden. Nichts hatte den Mischling so prägen können wie diese Erinnerungen und Erlebnisse. Er hasste Dunkelelfen und er hasste sich selbst.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Freitag 25. Dezember 2009, 13:21

Landria behielt Kazel aufmerksam im Blick. Sie wusste dass sie ihn da an einen sehr heiklen Punkt gebracht hatte und die Konfrontation mit seinem tiefen Trauma war keineswegs ein Zuckerschlecken. Weder für ihn noch für sie. Nur sehr erfahrene Geisteswissenschaftler wagten es in solche düsteren Gefilde des Unterbewusstseins eines Wesens vorzudringen. Nun, zum Glück war Landria Sinal eine wahre Koryphäe in diesem Gebiet.

Doch auch wenn man sich in einer Sache und einem Vorgehen sehr sicher fühlte galt es die Konzentration nicht zu verlieren.
"Er hatte keine guten Tage. Er ... manchmal konnten wir reden. Er hat mir so viel von den Wäldern erzählt." „Mhrm… die Wälder sind auch ein schöner Ort, du solltest sie öfters Besuchen mein Schützling.“ Hauchte ihm das Licht sanft zu. Es strich ihm über den Kopf und hielt ihn fest. „Ich bin bei dir.“ Raunte sie ihm immer wieder zu. „Magst du mir noch einwenig mehr über deinen Vater erzählen?“
"Ich weiß so wenig von ihm. Jerlyn ... Waldelf ... sie hat ihn gequält. Er mochte mich, hat immer gesagt, mein Vater wäre ein stolzer Mann. Wie ... konnte er ... stolz sein ... auf ... seinen ... Mörder?" „Hat er dich Kazel getauft?“ Fragte das Licht sanft. „Shhh… komm ich führe dich zu einem Punkt von dem du noch nichts weisst.“ Landria war sich schnell bewusst geworden dass sie sich etwas einfallen lassen müsste. Eine kleine Manipulation in der Erinnerung Kazels. Für grössere war er nicht geeignet und das Trauma schon gar nicht, schliesslich hatte dieses sich dermassen tief in seine Seele eingefurcht dass nicht mal sie etwas dagegen unternehmen konnte. Sie konnte Kazel nicht von der Mordszene wegbringen. Keine Manipulation würde dazu in der Lage sein, aber sie konnte etwas hinzudichten. Ein kleines Detail welches vielleicht viel verändern würde.

„Komm… folge mir… wir werden einige Stunden vor dem Mord auftauchen. Bei deiner Mutter und Tante Starle…“
„Siehst du die beiden… da! Bei deinem Vater im Verliess….“

Kazels Geist war fest unter Landrias Kontrolle wenn sie ihm einreden würde er sähe einen grünen, mit roten Punkten versehenen Elefanten so würde er ihn sich auch einbilden. Schliesslich log das Licht nie.
„Sie sind bei ihm. Spotten über ihn. Reden ihm schlechte Dinge zu… und dann schau… deine Tante, sie trägt ein Flakon in der Hand, siehst du es? Sie…geht damit auf deinen Vater zu schau!“ Sie nahm ihren Schützling fest in die Arme, umhüllte ihn schützend.

„Hör zu was sie zu ihm sagt… lausche… „

Die geistige Einbildung von Tante Starle sprach tatsächlich. Sie beugte sich über Kazels Halluzination von seinem Vater und grinste ihm entgegen. „Glaubst du wirklich wir riskieren es dass dein schwächlicher Sohn vielleicht es noch unterlässt dich zu töten? HAH! Wenner dies tut wirst du grässlich zu Grunde gehen und verrecken wie ein angestochenes Tier!“
Schergen der Mutter packten den Vater und zwangen ihm den Mund aufzumachen. Tante Starle trat heran und schütte ihm das Gift in den Rachen. „In weniger als einem Tag wirst du sterben… Du kannst nur hoffen dass dein feiger Zögling dich erlöst… wenn nicht… wirst du ihm beim Sterben noch zusehen können…“

Die Szenerie verblasste, das Lachen der beiden Frauen hallte nach. Dann folgte Dunkelheit. Ein Licht ging auf, sein Licht. Es kam auf ihn zu, nahm ihn in den Arm. „Das hast du nicht gewusst, nicht wahr?“ Hauchte sie leise. „Du..hast…ihm einen noch grösseren Schrecken erspart… nämlich dich selbst sterben zu sehen.“
Eine heftige Manipulation, Landria war sich nicht sicher ob sie lange anhalten würde aber vielleicht lange genug um ihn Kampffähig zu machen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 26. Dezember 2009, 00:20

Kazel war hin- und hergerissen. Noch immer im Bann der Hypnose und somit mitten in seinem schlimmsten Albtraum glätteten sich seine Züge jedes Mal, wenn Landria beruhigend auf ihn einredete. Die Wälder, ja. Dorthin wollte er gehen. Sie fehlten ihm. Er hatte schöne Zeit mit seinen Freunden dort verbracht und die Natur hatte ihm ein Gefühl von Frieden gegeben. Die Wälder hatten ihm gut getan, mehr noch als die einsamen Jahre in der Stillen Ebene. Sie hatten ihm Natur, Frieden und Leben gegeben. Kazel hatte sich so lebendig gefühlt, als er zwischen Kiefern, Buchen und anderen Bäumen über Moos und Laub geschlendert war. Es war so wie es ihm sein Vater vor so vielen Jahren erzählt hatte. Kazels Erinnerungen trieben Worte in sein Bewusstsein, die sich kurz mit den Geschehnissen seines Traumas mischten.

"Die Wälder jenseits des Drachengebirges, junger Misch-Elf, solltest du dir nicht entgehen lassen. Aller Stein Morgerias ist trüb und von Blut und Faulheit getränkt, dass es sogar in die Seelen ihrer Bewohner kriecht. Man kann ihnen fast nicht böse sein deshalb. Sie haben vergessen, was Leben ist. Aber du solltest dir den Eldoras ansehen oder den Neldoreth. Beides wunderschöne Waldgebiete. In der Zeit der Abendsonne tanzen Sonnenflecken durchs Laub und lassen den Waldboden in ein Spiel aus Licht und Schatten werden. Die Luft riecht nach Gräsern und Kräutern, überall wächst Farn. Er streichelt dich, wenn du durch ihn hindurch schlenderst. Der Boden unter nackten Füßen fühlt sich feucht und reichhaltig an. Fast glaubst du, dass du selbst ein Baum bist und bis hinauf zur Sonne wachsen kannst. Und selbst wenn du Stiefel trägst, so hörst du bei jedem Schritt das sachte Rascheln der Blätter oder das beruhigende Knistern und Knacken von Zweigen, die unter deinen Füßen zerteilt werden, wobei sie den schwachen Duft von feuchtem Holz verströmen. Lass dir diese Wunder nicht entgehen."

Und dann tauchte die Stimme Landrias auf. "Hat er dich Kazel getauft?" Der Angesprochene schüttelte den Kopf. Dann nickte er, schüttelte wieder. "Ich weiß nicht", gestand er. Er wusste so wenig von seinem Vater. Ob der Name, den er trug, ihm gefallen hätte? Hatte Jerlyn ihn so genannt oder war es der Wille seiner katlherzigen Mutter gewesen?
Im Grunde war es doch gleichgültig. "Der Name allein sagt nichts über einen selbst aus", murmelte er, drehte sich der Geisteswissenschaftlerin zu. Sie strahlte Wärme aus. Kazel gefiel das, vor allem, wenn sein Herz mit Kälte und Schmerz angereichert war.

"Shhh... komm, ich führe dich zu einem Punkt, von dem du noch nichts weißt." Und Kazel ließ sich führen. Neugier regte sich in ihm, vor allem aber ein Fluchtinstinkt. Er war froh aus seinen Erinnerungen heraus zu kommen. Da waren ihm auch neue Erkenntnisse recht, von denen er noch nichts wusste. Wie konnten sie dann seine Erinnerungen sein?
Kazel stellte sich diese Frage nicht - im Augenblick nicht. Wie im Traum, wenn absolut unsinnige Dinge einen logischen Grundstein darstellten, so glaubte der Mischling seinem Licht und ihren Worten ohne jeden erhabenen Zweifel. Landria wusste schon, was sie tat. Kazels Unterbewusstsein vertraute ihr - und das sollte schon etwas heißen bei einem so misstrauischen Kerlchen wie ihm. Wenn Landria auch nur geahnt hätte, wieviel Vertrauen der Elf in sie setzte, hätte es ihr Gewissen wohl zentnerschwer belastet. Sie wusste ja auch, dass ihre Hypnose und vor allem Manipulation erst dazu geführt hatte, dass Kazel nun aufgebaut werden musste für eine Schlacht, die im Grunde für einen Trauma-Patienten wie ihn niemals zu schlagen gewesen wäre. In Burgstein hätte er sitzen und sich Mal- und Gesprächstherapien unterziehen sollen. Vielleicht hätte er eines Tages als geheilter Mischling gehen können - einer, der wirklich gut war und möglicherweise unter den ersten, unbewussten Patrioten stand, die einen vorurteilsbehafteten Inquisitor noch erweicht hätten. Vielleicht, vielleicht auch ganz und gar nicht. Dieser Schicksalsweg konnte nicht mehr betreten werden, denn Kazel befand sich nicht in Burgstein. Er lag in den Armen einer Frau, die ihm nun eine Lüge auftischte - um seiner Seele und Mentalität willen.

Sie führte Kazel durch seine Erinnerungen in das Verlies seiner Mutter. Jene Kellergewölbe, in denen er selbst über Monate angekettet und geschlagen worden war. Doch jetzt befand er sich nicht hier, nur als stiller Beobachter und zusammen mit seinem Licht. Er durfte Mäuschen spielen und eine Szenerie zwischen seiner Mutter Preia, Tante Starle und seinem Vater Jerlyn beobachten.
Er nickte, als Landria ihm zeigte, dass Starle ein kleines Flakon mit sich führte. Aber er ballte auch wieder die Fäuste, als er erfuhr, dass sein Vater noch immer zu leiden hatte. "Sie sollen aufhören, ihn zu quälen!", knurrte Kazel. Er wollte sich mit geschlossenen Augen aufbäumen, aber Landria Sinal hielt ihn fest. Ihre Anwesenheit beruhigte den jungen Mann.
"Hör zu, was sie zu ihm sagt ... lausche ..." Kazel hörte zu. Und er riss seine Lider hoch. Die Augen darunter waren meeresblau und vor Entsetzen geweitet, doch der Blick war leer. Kazel steckte noch immer in der Hypnosewelt fest. Das Aufreißen seiner Augen spiegelte nur den Schock dar, der ihn wie eine eiskalte Flutwelle überschwemmte.
"Gift?", krächzte er. Seine Augen tauchten in ein Meer aus Tränen. Er keuchte. Kein Mörder ... keine böswillige Tat ... er hatte Jerlyn, dem Waldelfen, Erlösung geschenkt und ihn vor mehr Leid bewahrt. Dieser Mann hatte seinen Sohn nicht sterben sehen müssen.

Die Tränen spülten die Leere aus Kazels Augen. Das Glimmen einer Seele kehrte zurück, eine Seele, die neue Kraft erlangt hatte - aber auch neuen Hass. Landria konnte wohl erkennen, was da in diesen kräftigen, blauen Seelenspiegeln aufflammte. Leidenschaft, sich in den Kampf zu stürzen, aber kontrolliert - um seines Vaters Willen, der nicht gewollt hätte, dass Kazel Tenebrée, Mischlingsbrut einer morgerianischen Bestie von Dunkelelfe, heute den Tod auf dem Schlachtfeld fand, weil er in blinder Wut Rache nahm. Nein. Kazels schwärzester Hass galt fortan nicht mehr den Dunkelelfen im Allgemeinen. Oh, er hasste sie noch immer, aber Landria hatte bewirkt, was sie wohl selbst kaum mehr für möglich gehalten hätte. Kazels Beherrschung lenkte seine Wut, so wie Xenia es verlangte. Er würde keine Dunkelelfen blindlings töten. Er würde sich ihnen stellen und sie vernichten, sollte es nötig sein - und das würde es. Aber er würde sich beherrschen und sich all seinen Hass für eine einzige Person aufsparen. Jene Frau, die neben seiner Mutter so viel Leid für seinen Vater und ihn bedeutet hatte.

"Starle", brachte Kazel mit zitternder Stimme hervor, aber es lag keine Furcht in diesem Klang. Es war Aufregung. Bereitschaft, sie zu finden und sollte es bis ans Ende seiner Tage dauern. Ihr gebührte all sein verbliebener Hass. Sie wollte er sterben sehen, durch seine eigene Hand.
"Das hast du nicht gewusst, nicht wahr? Du ... hast ... ihm einen noch größeren Schrecken erspart ... nämlich dich selbst sterben zu sehen." Der Mischling nickte, drückte sich leicht von Landria weg und wand sich aus den Decken. Er hatte genug Zeit in Selbstmitleid, Trauer und Verzweiflung verbracht. Kazel erhob sich. Sein Blick wanderte ohne jegliche Ablenkung zuzulassen zur Aussicht, von der aus man die dunkle Armee sehen konnte. Er wusste, dass seine Tante sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen würde. Sicher war sie auch dort unten.

Der Mischlings-Elf griff erstmals, seit er es besaß, bewusst zu seinem Schwert. Er zog die blanke Klinge. Das Metall glänzte. Kazel wischte sich die Tränen aus seinem Gesicht und damit auch den unkontrollierten Hass von seiner Seele. Jene Wut strömte nun in Bahnen, erhitzte sein Blut und stärkte ihn mit Adrenalin.
"Wo ist Xenia?", fragte er mit einer Stimme, die vor harter Entschlossenheit und Ehrgeiz nur so strotze. "Wir sollten keine Zeit mehr vergeuden." Er atmete tief durch. "Ich bin bereit. Der Wegbereiter der Toten gehört mir ... und danach ... Starle Tenebrée." Kazel war nicht mehr wieder zu erkennen.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Freitag 8. Januar 2010, 10:54

Landria lächelte zufrieden als Kazel seine Augen aufriss. Sie war unglaublich gut, dass musste man ihr lassen. Siestrich Kazel über die Wange als er leise. "Starle" Hauchte. Oh diese Starle diente ihrem Zweck vorzüglich. Die Wahrscheinlichkeit dass Kazel dieser Person jemals wieder begegnen würde hielt die Geisteswissenschaftlerin für gering und wenn doch? Würde der Mischling seiner Erzfeindin wohl kaum ein Wort glauben – auch wenn sie in dieser Beziehung nicht lügen würde. Schlussendlich war es doch nur zu Kazels bestem!

Sie führte ihren Schützling aus der Hypnose hinaus und hatte jenen Krieger vor sich den sie hatte formen sollen… und dies alles in Rekordzeit. Leise traurigkeit schlich sich jedoch in ihr Gemüt. In anderen Zeiten an einem anderen Ort hätte sie ihre erstaunlichen Fähigkeiten wahrlich zum Wohl der Menschen einsetzen können. Doch die aktuellen Zustände liessen keine solche Gedankengänge zu, denn würden sie nichts unternehmen waren da bald keine freien Menschen mehr die sie heilen konnte. Der Krieg der hier tobte würde ohnehin eine Masse an traumatisierten Wesen gebären dass sie mit Arbeit ausgesorgt war.
Was sie nie verstanden hatte war die Seele des Krieges, der Wunsch nach Zerstörung der ganze Völker mobilisieren konnte. Ein erschreckendes Beispiel düsternster Seelenanteile der verschiedenen Rassen und jene des Dunklen Volkes waren die dunkelsten von allen.
Sie setzte sich, musste sich nun auch einen Moment ausruhen, der Akt der Hypnose erforderte viel Konzentration.

"Wo ist Xenia?" Landria deutete hinter Kazel der erst seinen kurzen Monolog der Entschlossenheit beendete – sie war wirklich gut.
„Ich bin hier Kleiner…“ Ertönte es direkt hinter ihm und als Kazel sich umdrehte bot sich ihm ein gar fremdartiger Anblick. Xenia war nicht wiederzuerkennen. Ihre makellose weisse Haut war geschwärzt, ihre edle Rüstung des Ordens war ersetzt durch jene schwarze der dunklen Horde. Ihr Haar war so stark gebleicht dass es weiss war. Die Tarnung war perfekt, mit ihrer überdurchschnittlichen Grösse passte sie sogar rein von der Statur her ins Schema einer Dunkelelfe. Um ihren einzigen Dunkelelfischen Makel zu verdecken – nämlich die fehlenden spitzigen Ohren. Trug sie einen Helm mit Seitenschutz sowie einem Purpurfarbenen Helmbusch. Jene Dunkelelfe die ihr Leben hat lassen müssen dafür dass Xenia sich einkleiden konnte musste eine bedeutende Kriegerin gewesen sein, schliesslich trugen nicht alle Mitglieder der Horde solch hochwertigen Rüstungen. An ihrer Seite hing ein mächtiges geschwärztes Bastardschwert deren Klingenführung so gewohnt chaotisch und furchterregend war wie es für das dunkle Volk als typisch galt. Zu ihrer Linken auf der Höhe ihrer Hüfte prangte ein Schild mit dem Wappen der dunklen Armee. An ihren Rücken gespannt hing eine kleine Armbrust. Dolche in beiden Stiefeln. Diese Frau hatte wohl was vor.
„Na endlich erwacht Siebenschläfer?“ Begrüsste sie ihn grinsend wohl wissend dass sie wohl mit ihrem neuen Anblick ziemlichen Eindruck hinterlassen würde.
„Wir sollten keine Zeit mehr verlieren. Jede Minute wo der Drachen seine zerstörerischen Kreise über die Stadt ziehen kann ist für die Truppen darin verheerend.“

Sie blickte zu Landria hin, unauffällig Fragend, doch Landria nickte nur und gab ihr so das Zeichen dass die Hypnose ein Erfolg gewesen war. Xenia wusste nicht viel über diese Frau, nur dass sie in den höchsten Führungskreisen der Bruderschaft verkehrte und somit einiges auf dem Kasten haben musste. Mit welchen Methoden sie arbeitete war ihr hingegen ein Rätsel. Sie hatte den Eindruck dass Landria wohl noch am ehesten die Schattenmagie beherrschte. Sie konnte sich nicht vorstellen dass dies was sie an Veränderung in Menschen bewirkte eine Macht war, die praktisch jeder erlangen konnte – durch genaues Studium der menschlichen Psyche und nicht durch Magie.
Schlussendlich war es Xenia aber auch Wurst, Hauptsache sie hatte einen Krieger in ihren Reihen und kein wahnsinniger Berserker. Sie musterte Kazel aufmerksam. „Bist du bereit kleiner? Dann lass uns nicht länger warten. Wir beide werden uns von dem Rest der Truppe trennen und versuchen die Horden zu infiltrieren während die anderen einen gezielten Angriff planen um Unruhe in ihre Hintersten Reihen zu bringen. Zwei unserer Leute sind in den Kanal zurückgekehrt und helfen bei der Evakuierung einiger Stadtbewohner und den Verwundeten aus dem Tempel! Die Bruderschaft war fest Entschlossen ihre Mitbürger nicht im Stich zu lassen.

„Na komm auf geht’s!“ Meinte sie und pirschte voran. „Wir dürfen nicht entdeckt werden solange wir nicht in unmittelbarer Nähe des Lagers sind.“ Flüsterte sie leise. Es ging fast eine halbe Stunde bis sie den Hang überwunden hatten und den hintersten Teil des Lagers erreichten. Etwa 30 Meter vor ihnen sassen drei Goblins an einem Feuer und unterhielten sich über die Katapulte an welchen offenbar kleine Reparaturarbeiten nötig waren. Weiter hinten rasteten ein paar Dunkelelfenkrieger und brieten gerate einen Hasen über dem offenen Feuer.

„Jetzt gilt es ernst Kazel… Spiel mit…“ Hauchte sie. „Hahahaahrhrhh nun weisst du wieder wer deine Herrin ist nicht wahr kleiner?“ Erhob sie die Stimme packte Kazel am Nacken und zog ihn hoch. Stolz marschierte sie zu den drei Goblins die verdutzt aufguckten. Xenia funkelte sie düster an. „Was glotzt ihr so blöd?!“ Knurrte sie düster. „N..nichts…n..nichts…“ „Guut…“ Sie blickte zu Kazel. „Und du… kleiner… wagst es nie wieder meine weiblichen Reize in deine schmutzigen Träume einzubauen sonst werde ich dich deines Liebesknochens… auch wenn das schade wäre..“ Sie grinste… „Entledigen.“
Die Goblins starrten allesamt und waren mucksmäuschen Still. Sie schienen keinerlei Verdacht zu hegen dass an den zwei Gestalten irgendwas Faul war. Mehr sah es danach aus als ob eine Vorgesetze – wie es hier im Lager nicht selten war – sich an einem ihrer Soldaten vergangen hatte und ihn nun zurück in die Reihen schickte. Nicht selten war unter den Dunkelelfen eine Frau an der Spitze.
Sie marschierte an den Goblins vorbei tiefer ins Lager hinein. Dunkelelfen musterten sie, Goblins, Orks. Keiner grüsste, einige schnaubten nur. Hier zuhinterst im Lager waren wohl ohnehin die Reservekräfte stationiert, jene Aaseinsammler deren Ruhmreiche Aufgabe es war das zu töten was noch rumlag und stöhnte. Ausserdem bewachten sie das Lager.

Nicht wenige der Soldaten betranken sich gerade und einige torkelten gar betrunken zwischen den Zelten herum. Hier hinten schien es so als gäbe es gar keinen Krieg. Plötzlich baute sich ein riesiger Ork vor ihnen auf und runzelte misstrauisch die Stirn. Er hielt einen gewaltigen Kriegshammer in der Pranke mit dem man sicherlich keine Bekanntschaft machen wollte. Er schnaufte wie ein Bär.
„Du…“ Grollte er. „Orak dich Frau und dich Mann noch nie hier gesehen. Orak gutes Gedächtnis, kennt viele Gesichter! Du unbekannt… und du auch…“ Der Ork machte ein paar seiner Mitstreiter auf die beiden Aufmerksam. Doch die Elfen erhoben sich nicht, sie beobachteten nur während sie weiter ihre Schwerter schliffen.

Xenia verlagerte ihr Gesicht und stemmte ihre Fäuste in die Hüften. „Glaubst du Orak dass ich es von meinem Status nötig habe DIR Rechenschaft zu beweisen häh?!“ Der Ork legte seinen Kopf schief. „Du trägst Rüstung von grosser Frau… er trägt seltsame Rüstung. Orak noch nie gesehen hat diese und Orak gutes Gedächtnis.“ Xenia knurrte.“Du strapazierst die Geduld einer Hauptfrau Orak. Ich sollte dich Baden lassen!“ Die Dunkelelfen hinter dem Ork grinsten. „Steht in Oraks Gedächtnis auch geschrieben was ein Spion ist? Er ist einer und er hat Informationen die für den Wegbereiter von grösster Wichtigkeit sind… darum spiel ich seine Amme… Verstanden?“ Der Ork liess seinen Hammer sinken und hörte sich auf einmal an wie ein gescholtene Junge. .“Jaa…“ Brachte er mühsam hervor und blickte zu Kazel. „Du Spion? Was Spioniere?“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 11. Januar 2010, 11:35

Wie auch immer sie es geschafft hatte, es war ein voller Erfolg. Landria hatte Kazels Seele gestärkt und seine persönlichen Probleme mit Dunkelelfen beseitigt wie es schien. Aufrecht, die Beine festen Standes voneinander abgewinkelt und den Blick auf das Lager der dunklen Armee gerichtet, stand Kazel nun da, als sich Xenia zu Wort meldete.
"Ich bin hier, Kleiner..." "Gut. Dann lasst uns keine ... Zeit ..." Kazel hatte sich ja umdrehen müssen. Jetzt kam er für einen Moment aus seinem Konzept der Entschlossenheit. Xenias Anblick brachte es zum Schwanken. Er starrte sie an, die dunkle Haut, das weiße Haar und die schwarze Rüstung, die ihm nur allzu bekannt war. Oft genug hatte er morgerianische Krieger gesehen.
Sein Blick wanderte hinauf zu dem Helm und seine Augen weiteten sich noch mehr. "Wen haben die Brüder denn umgebracht?", fragte er. Er kannte sich kaum in Militärrängen aus, aber selbst Kazel wusste um die Wichtigkeit einer Persönlichkeit mit purpurnem Helmbusch. Da war keine einfache Dunkelelfe hingerichtet worden.
"Na, endlich erwacht, Siebenschläfer?" Im ersten Moment schwieg Kazel. Seine Miene wurde ernst. "Ja, aus einem Albtraum. Gehen wir einfach." Er hatte keine Lust, über seinen Schlaf und die Hypnose zu sprechen. Kurz noch einmal schaute er zu Landria, formte ein Danke mit den Lippen und hieß sie mit Blicken hier zu bleiben. Für all das, was sie getan hatte, wollte er sie nicht im feindlichen Lager wiederfinden müssen. Er hoffte, sie hielt sich an seine Bitte.

Dann verließ er mit Xenia das Versteck der Bruderschaft. Sie wies noch einmal darauf hin, dass sie beide nicht entdeckt werden durften, ehe sie nicht das feindliche Lager erreicht hätten. Aber da konnte sie erkennen, dass dies ihr kleinstes Problem war. Kazel bewegte sich unauffällig, geduckt und wie ein Einbrecher in der Nacht. Wäre seine Kleidung nicht schwarz, sondern in den Farben der Bergmassive gewesen, er wäre mit ihnen verschmolzen. Schleichen und sich Anpirschen beherrschte er.

"Jetzt gilt es ernst, Kazel ... Spiel mit ..." Noch ehe der Mischling antworten konnte, begann das Spiel und Kazel wurde einfach ins eiskalte Wasser geworfen. Vollkommen verdutzt starrte er Xenia an, die durch Worte deutlich machte, was sie wohl eben mit ihm hatte anstellen wollen und wo sie gewesen war. Er war einen Augenblick lang vollkommen fassungslos. Mit mir? Ob DAS glaubwürdig ist bei einer Dunkelelfe ihren Schlages?
Wie im Traum glitt Kazel durch die Szenerie. Die Goblins starrten ihn an, so versuchte er, einen grimmigen Gesichtsausdruck aufzulegen. Er packte ein wenig Beleidigung hinein, als sei er von Xenia gerade abgewiesen worden, erlebte alles aber wie aus weiter Ferne. Sie hatte ihn etwas zu schnell und ohne jegliche Offenbarung ihres Plans in das Spiel eingeführt. Kazel verdaute noch immer, was er da erlebte.
So schwieg er, folgte Xenia und schaute sich kaum um. Beide gelangten nun direkt in das Lager hinein und noch immer lebten sie. Es grüßten sogar einige auf ihre militärisch-dunkelelfische Art. Also kein freundliches Hallo, aber ein Schnauben hatten sie für die herumstreunende Dunkelelfe und ihren Anhang übrig.

Kazel lief fast in Xenia hinein, als diese plötzlich stehenblieb. "Was ..." Er brauchte nicht an ihr vorbei zu schauen, um zu erkennen, welches Hindernis sich ihnen da in den Weg gestellt hatte. Ein Ork, ein gewaltiger Ork um genau zu sein. Er wirkte mehr als grimmig und schien sich hier im hinteren Teil des Lagers einen Machtposten ergattert zu haben. Jedenfalls trat er in Erscheinung, als hätte er etwas zu melden.
Seinen Worten zu entnehmen, hieß er Orak und er machte Probleme - weil er berechtigterweise glaubte, Xenia und Kazel nie zuvor im Lager gesehen zu haben. Kazel setzte sein finsterstes Gesicht auf und schwieg weiterhin. Xenia besaß allein von der Kleidung her einen höheren Rang, sollte sie die Sache klären. Im Grunde schaute Kazel auch kein bisschen nach dunkelelfischer Armee aus. Aber seine Söldnerkönigin fand selbst dafür eine passende Rechtfertigung.
"Steht in Oraks Gedächtnis auch geschrieben, was ein Spion ist?" Als Xenia zusätzlich erwähnte, dass sie Kazels Amme spielte, knurrte dieser. Es musste schließlich authentisch wirken und welcher Dunkelelf ließ sich schon gern so etwas sagen.
Und dann sprach Orak Kazel plötzlich direkt an. "Du Spion? Was spioniere?" Ihm wurde mit einem Mal furchtbar warm und er spürte, wie sich seine Nackenhärchen aufrichteten. Jetzt nur nicht nervös werden. Die kaufen dir das Spionsein ab. Keiner hat überhaupt bisher an deiner Hautfarbe herum kritisiert. Das kann klappen! Jetzt nur nicht nervös werden.
Kazel spuckte dem Ork vor die Füße. So fand er zu eigener Ruhe zurück und konnte sich darauf konzentrieren, seine Stimme nicht zittern zu lassen.
"Ich wäre ein schlechter Spion, wenn ich dir etwas von meiner Mission berichte. Meine Worte sind nur für die Ohren des Wegbereiters der Toten bestimmt und nur allein für ihn. Also halte uns nicht länger auf, Ork." Kazel warf Orak einen bösen Blick zu. Dieses Monstrum störte ihn in der Ausübung seiner Pflichten. Dann entdeckte er die Dunkelelfen in der Nähe, von denen sie beobachtet wurden. Kazels Hände schwitzten. Er ballte sie zu Fäusten. Da saßen sie und grinsten in sich hinein, diese widerwärtigen Wesen. Das sind nur Bauern. Beherrsch dich. Du willst die Königin. "Starle", hauchte er wieder, kaum hörbar und schaute dann verbissen zu Xenia. "Was ist nun, Hauptfrau? Ihr sagtet, Ihr könnt mich zu ihm bringen und jetzt stehe ich hier. Ich zweifle an Eurer Kompetenz."
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Dienstag 19. Januar 2010, 14:12

Orak verströmte Nicht gerade einen Blumenduft als er Kazel entgegenhauchte. Orks waren schliesslich auch für ihre Meidung jeglicher Art von Hygiene bekannt. Vielleicht waren sie in Wirklichkeit ja gar nicht grün sondern es lag einfach eine dicke Schicht von Moder und Dreck auf ihrer Haut. Wer wollte dies schon so genau ergründen? Kazel bestimmt nicht. Er würde sich wohl mehr als glücklich schätzen wenn Orak sich bald wieder um andere Dinge kümmerte die sein Gedächtnis irritierten. Eine List und weitere Lügen mussten also her um den Ork endlich loszuwerden.

"Ich wäre ein schlechter Spion, wenn ich dir etwas von meiner Mission berichte.“ Orak schnaubte nur und runzelte die Stirn. „Das sein gut möglich.“ Räumte er grollend ein.
“Meine Worte sind nur für die Ohren des Wegbereiters der Toten bestimmt und nur allein für ihn. Also halte uns nicht länger auf, Ork." „Du frecher Spion! Ich Orak! Stärkster Krieger hier im Lager!“ Ereiferte sich der Grüne, hatte Kazel etwa den Bogen überspannt? Nein… der Ork zeigte keine Anstalten anzugreifen sondern trat einen Schritt zur Seite. „Wenn du wichtiger Mann… dann gehe, grosser Anführer ist in Zelt. Will aber nicht gestört werden du sicherlich wisse!“ Grollte der Ork düster.

"Was ist nun, Hauptfrau? Ihr sagtet, Ihr könnt mich zu ihm bringen und jetzt stehe ich hier. Ich zweifle an Eurer Kompetenz.“ „Schon gut!“ Knurrte Xenia zum schein erzürnt. „Komm… folge mir und zwar etwas schnell wir sind hier nicht irgendwo auf einem Hügel wo du dich vorsichtig fortbewegen musst!“ Xenia marschierte mutig an Orak vorbei der den beiden lange nachguckte. Die Dunkelelfen pfiffen Xenia hinterher und lachten dann ehe sie sich wieder ihrem Würfelspiel widmeten. Sie hatten sich dieses von den Pelgarer abgeguckt und schienen gefallen an diesem Zeitvertreib gefunden zu haben.
Sie drangen tiefer ins Lager vor. Bald würde wohl auch der Überraschungsangriff ihrer Brüder stattfinden und ordentlicher Tumult hier ausbrechen. Sie passierten eine weite Stelle wo Goblins gerade dabei waren mächtige Katapulte und Trebuchets zu konstruieren. „Verflucht.“ Hauchte Xenia als sie die schrecklichen Belagerungswaffen erblickte. „Die müssen wir sabotieren…“ Flüsterte sie Kazel zu. Plötzlich wich sie zur Seite aus, lupfte mit ihrem Stiefel einen am Boden liegenden Stein hoch und kickte ihn direkt ins Gesicht eines Dunkelelfenkriegers der sie lüstern Angegafft hatte. „BEHALTE DEINE ZUNGE BEI DIR!“ Knurrte die Kriegerin und diesmal brauchte sie sich nicht mal zu verstellen. Der Dunkelelfenkrieger krachte ächzend nach hinten und wurde von seinen Kameraden ausgelacht während Xenia grazil mit den Hüften schwingend sich ihren Weg bahnte.

„Für den Wegbereiter müssen wir den richtigen Moment abpassen, er wird ja wohl wissen ob er einen Spion erwartet oder nicht…“ Sie deutete unmerklich nach vorne wo ein mächtiges Zelt aufgeschlagen war. An dessen Eingang standen zwei grimmige dunkelelfische Wachposten. Ob dies das Zelt des Wegbereiters war? Xenia schien stark darauf zu spekulieren denn sie lieb in der Nähe der Wachposten stehen. Diese reagierten prompt. „WEG HIER!!“ Brüllte einer der Wachen. „Hier ist nicht der Platz für eine Pause!“ Knurrte er grimmig. Xenia stierte dem Kerl düster entgegen. „Und du stehst wohl kaum in der Position für grosse Worte, Kleiner!“ Die Augen des Zeltwächters blitzten auf. „Befehl ist Befehl!“ Zischte er. „Und meine Befehle kommen von ganz oben!“ „Schon gut Kleiner!“ Knurrte Xenia und trat ein paar Schritte zurück. Egal was in diesem Zelt war, es war etwas wichtiges. Vielleicht der Wegbereiter der Toten selbst, ein Kommandant, ein Schatz oder eine Geheimwaffe. Irgendwas war da drin und Xenia wollte herausfinden was. Sie zog sich mit Kazel etwas zurück und nahm ihn dann zur Seite „Schleich dich ums Zelt und suche dir einen Eingang. Ich werde die Wachen ablenken. Ich muss wissen was in diesem Zelt ist. Falls du den Wegbereiter triffst… nutz deine Armschienenbolzen und töte ihn verstanden?“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 20. Januar 2010, 00:20

Kazel hielt den Atem an, als der Ork ihn ansprach und er versuchte, durch den Mund zu atmen, wenn er denn wirklich musste. Wie lange hatte er den Geruch Morgerias nicht mehr wahrgenommen? Er hatte fast vergessen, wie sehr ihm die Stadt damals schon gestunken hatte. Nun, durch Oraks Anwesenheit, wurde ihm das alles wieder bewusst gemacht. Er spürte, dass sich auf seinen Unterarmen eine Gänsehaut bildete. Am liebsten wäre er einfach weiter gegangen. Zum Glück schien Orak trotz anfänglicher Proteste die Lüge zu schlucken und Kazel für einen wichtigen Spion zu halten, der mit dem Wegbereiter der Toten zu sprechen hatte - auch wenn er den ihm gegenüber stehenden Mischling als frech beschimpfte. Gut. Sollen sie ruhig denken, ich wäre dreist. Jemanden, der Pfeffer im Arsch hat scheinen sie nicht so oft auf die Pelle zu rücken. Vorausgesetzt, man besaß nicht Xenias Aussehen. Sie hatte sich eine wahrlich auffallende Verkleidung beschafft. Dunkelelfe pfiffen ihr nach und glotzten sie an, wenn sie mit ihren schwingenden Hüften an ihnen vorbei stolzierte. Dieser Frau traute man wohl kaum zu, dass sie zum Feind der dunklen Armee gehörte - sie benahm sich einfach zu auffällig! Keiner vermutete, dass jemand so auftrat, wenn er unerkannt bleiben wollte. Xenia besaß Erfahrung, Geschick und ... Kazel konnte nicht aufhören, ihr auf den Hintern zu starren. Bilder vom gemeinsamen Bad schossen ihm durch den Kopf und ihm wurde plötzlich ganz heiß. Wie sollte er denn auch nicht hingucken, wenn sich Xenia so reizvoll und auch noch direkt vor ihm bewegte?! Zumal er wohl der einzige Dunkelelf - oder Halbelf - hier im Lager war, der wusste wie ihr charmantes Heck ohne all die schwarzen Rüstungsteile ausschaute. Er biss sich im Laufen auf die Unterlippe. Es war wirklich ziemlich heiß hier.

Erst ihr Fluch brachte Kazel wieder zur Besinnung. Er schaute zur Seite, auf die Katapulte, welche von Goblins errichtet wurden. Morgeria hielt sich die kleinen Technikmeister also immer noch als Sklaven. Es hatte sich nichts geändert ...
"Die müssen wir sabotieren..." Kazel nickte. Wenn die Katapulte gegen Pelgars Stadtmauern eingesetzt würden, hielten diese dem Angriff irgendwann auch nicht mehr Stand. Da konnten ihre Wälle noch so hoch sein. Die Goblins besaßen genug Geschick und Wissen, um die Schwachpunkte im Stein zu finden. Gerade wollte Kazel etwas auf das Kriegsgerät erwidern, als Xenia laut aufbrüllte. Ein Stein flog und ein dunkelelfischer Soldat stürzte nach hinten, begleitet vom Gelächter seiner Kameraden. Kazel schluckte. Manthala, Tausend Dank, dass sie nicht meine Feindin ist! Er beeilte sich, mit ihr Schritt zu halten und so kamen sie nach einer Weile bei einem Zelt an, das kaum wichtiger wirken konnte.

Es war eines der größten im Lager mit pechschwarzen Planen. Das war unter Dunkelelfen nichts Ungewöhnliches, aber die purpurnen Fahnen am Eingang, die leicht im Wind flatterten, sowie das widerliche Fledermauswappen Morgerias auf dem Zeltstoff verrieten, dass es nicht irgendein Zufluchtsort für einen müden Soldaten war. Hier hockten die Elite oder zumindest hochrangige Persönlichkeiten. Vielleicht barg es auch Magier. Im Krieg war ein Schlachtenmagus manchmal höher geschätzt als ein General, obgleich sich deren Arroganz durchaus mit magischer Kraft messen konnte.
Das Zelt wurde bewacht und wie Xenia soeben feststellen durfte, nahmen die Wächter ihre Aufgabe sehr ernst. Nicht einmal sie durfte sich lange in der Nähe des Zeltes aufhalten. So zog sie sich zurück und Kazel erhielt seinen ersten Befehl, den er quasi im Alleingang durchführen würde. Die Söldnerkönigin würde lediglich für Ablenkung sorgen.

"Falls du den Wegbereiter triffst ... nutz deine Armschienenbolzen und töte ihn, verstanden?" Noch vor weniger als einer Stunde wäre Kazel entweder entsetzt über Xenias Befehl gewesen oder hätte es gar nicht so weit ins Lager hinein geschafft. Landria hatte ein Wunder bewirkt. Er nickte. "Die Bolzen sind sicherlich schneller als mein Schwert", gab er zur Antwort, was bestätigte, dass er verstanden hatte. Er würde hier töten - gezielt. Sein Herz schlug wild gegen seine Brust und pumpte das Adrenalin durch seinen Körper.

Kazel verbarg sich hinter einem der anderen Zelte in der Nähe und wartete, dass Xenia ihr Ablenkungsmanöver startete. Im Verstecken zählte er tatsächlich zu einem fähigen jungen Mann. Doch der Mischling schlich sich nicht etwa geduckt an das mächtige Zelt heran, sobald die Wachen nicht schauten. Das wäre für alle anderen, die ihn hätten sehen können, doch zu auffällig gewesen und wenn er bereits etwas von Xenia gelernt hatte, dann die Kunst des auffälligen Unauffälligseins. So schritt Kazel zielstrebig und schnell bis hinter das Zelt. Erst dort duckte er sich nachdem er nochmal die Umgebung ausgespäht hatte. Hoffentlich sah ihn jetzt niemand. Vorsichtig hob er einen Teil der Zeltplane hoch und kroch gleichermaßen geschwind wie lautlos hindurch. Mit wachsamer Haltung begab er sich ins Zeltinnere, wo er zunächst in der Hocke verharrte und einen ersten allumfassenden Blick auf seine Umgebung warf - die Armbrustschiene bereits entsichert.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Dienstag 26. Januar 2010, 18:28

Xenia trat wieder auf die beiden Wächter zu und stemmte ihre Hände in die Hüften. „So…. und welcher von euch beiden ist denn der Chef?“ Einer der beiden runzelte irritiert die Stirn. „Wie meinst du dass Süsse wir sind natürlich beide gleichrangig!“ Xenia legte ein erstauntes Gesicht auf. „So? Und warum spricht dann meistens dein Kamerad?“ Fragte sie unschuldig. Der Angesprochene zog seine Augenbrauen zusammen und schaute seinen Wächterkollegen düster an. „Ja…warum eigentlich du Stümper!“ Knurrte er. Sein Kamerad reagierte prompt. „Hör auf zu maulen! Ich bin halt einfach der bessere und erfahrenere von uns beiden!“ Die Wächter begannen sich zu streiten was an ihrer Aufmerksamkeit zehrte.
Kazel konnte unbemerkt bis zum Zelt voranschleichen… und hinein.

Im Innern des Zeltes herrschte ein laues von einer einzelnen Kerze aus kommendes Licht. Welches alles in einen unheimlichen Schein warf. Die Kerze flackerte und so bewegten sich die Schatten der Zeltstützen, des Bettes und der Kisten die sich darin befanden an der Wand aus Leinen.

Kazel konnte niemanden wirklich sehen, zumindest niemanden welcher auf die Beschreibung des Wegbereiters passte. Aber sein Winkel war, so wie er da kauerte auch ungünstig. Denn eine grosse Kiste die ihm einerseits als willkommene Deckung diente versperrte ihm andererseits die Sicht durch das Zelt.
Als er lauschte hörte er ein leises knacken und ächzen. Wie Knochen die aneinander rieben. Etwas schmatzte trocken. Irgendwas wurde unentwegt bewegt. Als Kazel sich etwas vorwagte konnte er etwas in der Ecke des Zeltes kauern sehen. Ein kleines Geschöpf mit Flügeln und einem weissen Schwanzteil. Es beugte sich über eine Leiche und nagte offenbar daran rum.
Was bewachten die Dunkelelfen hier nur so stark? Ein Viech?


Kazel würde es sogleich erfahren...


.... Denn plötzlich hielt das Wesen inne. Es legte den blanken Schädel schief, von einer Sekunde auf die andere riss es die Flügel in die Höhe und wirbelte herum, offenbar über Kazels Anwesenheit bewusst. Es war ein Schrecklicher Anblick...

Halb Mensch, halb Tier stieg ein unheimliches Gerippe in die Luft.

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Das, was Kazel erst als Schwanz interpretiert hatte war in Wirklichkeit eine ins nichts verlaufende menschliche Wirbelsäule. Doch das Gerippe schien offenbar die Kontrolle über die Bewegung der Wirbelsäule zu haben, wie konnte das möglich sein so ganz ohne Muskeln und Fleisch daran zu haben? Kein Laut kam von dem Monster denn es hatte keinen Kiefer und noch weniger hatte es irgendwas dass als Stimmbänder fungieren könnte. Dennoch schien dieses Wesen zu hören und zu sehen denn es wendete sein Haupt Kazel entgegen.

Die Flügelspannweite war gewaltig und bereits schoss das Ungeheuer auf Kazel zu, die Wirbelsäulenspitze gefährlich als Stachel in Kazels Brusthöhe gerichtet.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 28. Januar 2010, 23:01

Kazels Augen brauchten einen Moment, sich an das vorherrschende Zwielicht im Inneren des Zeltes zu gewöhnen. Hier brannte nur eine einzige Kerze und die reichte bei weitem nicht aus, ihre gesamte Umgebung gleichermaßen zu erhellen wie das Licht draußen.
In diesen wenigen Sekunden, die der Mischling geduckt und so reglos wie möglich hinter einer großen Kiste hockte, achtete er aufmerksam auf jedes Geräusch. Seine Armbrust war entsichert, er würde sofort schießen können, sollte ihn jemand bedrohen. Doch mit dem, was auf ihn wartete, hätte nicht einmal Kazel gerechnet. Vorsichtig lugte er hinter seinem Versteck hervor. Leises Knacken verriet, dass er nicht allein im Zelt war. Nur dumpf hörte er Xenias Ablenkungen und das Wettern der beiden Dunkelelfen vor dem Eingang. Ein merkwürdiges Ächzen drang viel deutlicher an sein Ohr. Es hörte sich fast so an, als würde jemand die letzten Atemzüge seines Lebens tun. War der Wegbereiter der Toten krank oder gar dem Sterben nahe? Nein, das wollte Kazel nicht glauben.
Plötzlich ein Schmatzen. Dem Elfen wurde mulmig zumute. Er vermutete langsam, sich im falschen Zelt zu befinden. Was, wenn hier nicht der Wegbereiter wartete? Was, wenn Morgerias Truppen eine Geheimwaffe in diesem Zelt hielten - eine Bestie, die Pelgar angreifen und ihre Bürger verschlingen sollte? Dann werde ich auch diese töten müssen. Das würde Xenia von ihm verlangen. Kazel schluckte. Sie hätte Recht, es wäre seine Pflicht. Irgendwie. Nein, es ist meine Pflicht. Ich bin Teil der Bruderschaft. Entschlossen wagte Kazel einen weiteren Blick - und erstarrte.

Was bei allen Göttern Celcias ...?! Kazel hatte schon Untote gesehen, jüngst erst in Pelgar. Er hatte gegen sie gekämpft und war auch vor ihnen geflohen. Doch dieses Wesen hatte nichts mit den angreifenden Skeletten und Zombies der Hauptstadt gemein. Es wirkte auf unheimliche Weise gespenstisch. Vermutlich lag das daran, dass ihm Beine fehlten, es aber Dank schwingenartiger Auswüchse an den Knochenarmen schweben konnte. Die Wirbelsäule bildete einen gefährlichen Stachel, wie der eines Skorpions. Ob es eine Art untotes Gift verteilen konnte?

Zu Kazels Glück ließ sich das Wesen etwas Zeit, sich zu ihm herum zu drehen, obgleich er die aufkommende Brise spürte, die durch die wirbelnden Schwingen erzeugt wurde. Kalt fegte sie über sein Gesicht hinweg und hinterließ ein bedrückendes Gefühl. Kazel war wie erstarrt. Er hatte nicht einmal Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob seine Giftbolzen bei einem untoten Monstrum wie diesem überhaupt eine Wirkung erzielen würden? Vermutlich war die Antwort ohnehin keine beruhigende. Aber darüber konnte er sich keine Gedanken machen. Sein Kopf war leer, seine Haltung angespannt und durch sein Blut wurde mehr Adrenalin gepumpt als jemals zuvor in seinem Leben. Er wagte nicht zu atmen - bis es die Spitze seiner Wirbelsäule wie eine Waffe auf seine Brust richtete. Dahinter schlug sein Herz. Bumm bumm, bummbumm bummbumm, immer schneller und lauter wurde es.
"Verdammt!", keuchte kazel und wich zurück, doch hinter ihm wartete nur die Zeltwand auf ihn. Sie versperrte ihm seinen Fluchtweg, denn er würde sich niemals umdrehen und versuchen, unter der Plane in die Freiheit zu kriechen, wenn ein solches Ding auf ihn gerichtet war!

Was sollte er jetzt tun? Erinnerungen an die Kämpfe in Pelgar trieben an ihm vorbei wie rettende Baumstämme in einem Fluss, in dem er zu ertrinken drohte. Xenias bellende Stimme rauschte durch seinen Schädel. Schlag ihnen die Köpfe ab, Kleiner! Kazel griff nach seinem einzigen Strohhalm. Es blieb ihm keine Wahl. Er zog sein Schwert und versuchte damit, den Stachel seines Gegners in eine andere Richtung zu schlagen. Ein Anfängerfehler vieler junger Abenteurer. Anstatt den Feind anzugreifen und sich auf ihn allein zu fokussieren, sahen sie nur dessen Waffen, weil diese einfach näher am eigenen Körper waren. Doch nicht die Waffe eines Mannes war es, die das Leben auslöschte. Es war immer die Hand, die die Waffe schwang.
Vielleicht hatte Kazel dann doch eine Chance. Der Stachel der Bestie lag schließlich in keiner Hand ...
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Erzähler » Samstag 30. Januar 2010, 11:14

Beinahe Lautlos preschte das Viech auf Kazel zu, einzig die düsteren Schwingen verursachten ein unheimliches Geräusch.
"Verdammt!" So konnte man es wohl nennen.

Der Stachel visierte bedrohlich Kazels Brust an doch dieser dachte nicht daran sich einfach kampflos abstechen zu lassen. Er zog sein Schwert und zielte auf den Knochenstachel. Er traf mit einer ungeahnten Wucht und schlug die Spitze der Wirbelsäule ab welche leblos zu Boden fiel.
Das Wesen flatterte wild gab aber keinen Schmerzenslaut von sich, wie auch? Es verlor die Spur war aber doch zu schnell um Kazel noch auszuweichen und preschte mit vollem Antrieb in ihn hinein. Der Aufprall war schmerzhaft, denn die Knochen des Viechs waren hart und die Schwingen kratzten. Ausserdem war das Wesen schwer genug um Kazel mit dem unfreiwilligen Zusammenstoss zu Fall zu bringen. Wild flatterte es auf Kazel herum um sich von ihm loszulösen und wieder in die Luft zu steigen. Ausserdem traktierte es den Mischling mit dem Stummel der Wirbelsäule welcher nun als Knochenkäule diente.
Dumpf drangen von draussen immer noch die Streitigkeiten ins Zelt hinein, zum Glück schwiegen die beiden Wächter nicht denn sonst hätten sie vielleicht die seltsamen Geräusche im Zelt vernommen.

Unglücklicherweise stiess das Viech mit den Schwingen die einsame Kerze um, einer der vielen Stoffe im Zelt fing Feuer, noch war es Klein und die Zeltwand selbst nicht davon betroffen... doch es breitete sich rasend schnell aus und bahnte sich bereits einen Weg quer durchs Zelt hindurch. Schwarzer Rauch stieg auf und sammelte sich an der Zeltdecke, bald würde die Hitze ausreichen um die Decke in Brand zu setzen.
[Kazel verliert 5% Lebensenergie, ausserdem hat er 2 Posts Zeit bis das Zelt gänzlich in Flammen steht.]
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 1. Februar 2010, 00:37

Das Rauschen der Schwingen dieser untoten Bestie verursachte ein Klingeln in Kazels Ohren. Es klang unangenehm und beeinträchtigte die Konzentration. Kein Wunder, brachte Kazels Geist im ersten Schreck-Moment nur Flüche hervor. Und dann war das seltsame Wesen auch schon bei ihm, stach mit dem spitzen Ende seiner Wirbelsäule zu. Es hätte die Brust getroffen, wäre sein Kontrahent nicht so geistesgegenwärtig gewesen, das Schwert zu ziehen. Kazel mochte mit seinen Schwertkünsten nicht einmal zum Rekruten der pelgarischen Kaserne taugen, aber um etwas abzuwehren, das versuchte, auf ihn einzustechen, genügte es. Schwung und Wucht der Klinge reichten sogar aus, das spitze Ende der Wirbelsäule vom Rest zu trennen. Wie ein toter Wurm aus dem Schnabel eines Vogels fiel das Stück kerzengerade zu Boden. Unheimlich war, dass es kaum ein Geräusch von sich gab, als es die Erdoberfläche erreichte.
Kazel starrte darauf nieder - ein kämpferischer Fehler. Er hatte seinen Gegner kurz aus den Augen gelassen. Das untote Wesen war aber ohnehin damit beschäftigt, das Gleichgewicht in der Luft zu halten - ohne Erfolg wie sich herausstellte. Schon prallte es direkt gegen den Elfenmischling und hob ihn von den Füßen. Es mochte mit den ledrigen Schwingen leicht und fließend in seinen Bewegungen aussehen, aber letztendlich bestand das Monstrum aus Knochen und die konnten schwer sein. In diesem Fall waren sie es sogar, so dass Kazel mit seinem rassenbedingten Elfenkörper dem eher wenig entgegen zu setzen hatte.

"Uff!" Hart schlug er auf dem Boden auf. Das Schwert entglitt seinen Fingern. Nein! Schei.... "AURGH!" Die Bestie zappelte und versuchte dadurch, wieder in die Lüfte zu gelangen. Auch dies gelang ihr nicht wirklich. Einziges Resultat waren Kratzer, die es auf Kazels Körper und Kleidung verteilte. An manchen Stellen rissen Stoff und sogar Haut, so dass dünne Furchen entstanden, die brannten und einen Einblick darauf gewährten, dass sich Elfenblut nicht von dem der Menschen unterschied.
Hinzu kamen dumpfe Schläge mit dem verbliebenen Ende der Wirbelsäule. Kazel fand sich in eine Prügelei verwickelt, die mit jeder wilden Kneipenschlägerei mithalten konnte - seine erste, wohlgemerkt. Die Arme schützend vor das Gesicht erhoben, dachte Kazel fieberhaft darüber nach, was er nun tun sollte. Ohne sein Schwert kam er gegen die Bestie nicht an und nach Xenia rufen? Nein, unter keinen Umständen! Nicht, weil der Mischling zu stolz gewesen wäre, sondern weil es auch die Wachen auf den Plan gerufen hätte. Unnötige Gefährdung der Mission, aber wenn ihm nicht schnell etwas einfiel, würde er ziemlich tot sein.

Etwas flammte neben ihm auf. Kazel drehte sich, auch um dem Monster keine Gelegenheit mehr zu bieten, sein Gesicht in ein blutiges Gitternetz zu verwandeln. Die Bestie kugelte einen Moment mit ihm. Diesen Augenblick der Unachtsamkeit nutzte der Mischling aus um, seinen Arm direkt auf das Viech zu richten. Er schoss einen der Betäubungsbolzen ab. Gift würde bei einem Untoten nicht helfen, das Betäubungsmittel ebenso wenig. Aber vielleicht konnte die Wucht des Bolzens den Kopf des Monsters zur Seite schleudern oder es einfach sonstwie behindern.
Kazel versuchte unterdessen, an sein Schwert zu gelangen. Wenn er die Waffe zu fassen kriegte und schnell genug reagierte, könnte er den Kopf auch noch von der Wirbelsäule trennen. Er musste es versuchen. Da! Dort lag seine Klinge! Das Licht des kleinen Feuers reflektierte auf dem blanken Stahl. Feuer? "Ach, verdammt!" In Notsituationen schien das Mundwerk des Mischlings zu wenig mehr als Flucherei in der Lage zu sein. Dafür stieg ihm jetzt beißender Rauch in die Nase. Die Augen begannen zu tränen. Es wurde immer brenzliger. Irgendwo hier loderten Flammen und sie würden wachsen. Das Monster musste noch immer bekämpft werden und Kazel erreicht einfach nicht ... seine Waffe! Das berührte er den Griff und packte ihn so fest er konnte. Ohne hinzusehen - sein Blick war eh verschwommen wegen der Tränen - riss er das Schwert herum und hoffte nur noch, dass er irgendetwas von seinem Gegner treffen würde. "Verrecke, Bestie!", fluchte er wütend.


(Noch ein Posting von mir, bis das Zelt in Flammen steht)
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Gestalt » Dienstag 2. Februar 2010, 23:37

Das untote Viech flatterte wild und ausdauernd vor sich her und versuchte verzweifelt wieder in die Luft zu steigen. Offenbar handelte es sich bei der Zusammensetzung dieses Wesens um eine noch nicht ganz ausgereifte Kombination. Die Kraft der ledrigen Schwingenhaut reichte nicht aus um in kurzer Zeit genügend Auftrieb zu bekommen. Dies war wohl Kazels Glück, denn das Viech schien ebenso durcheinander und unvorbereitet auf einen Kampf zu sein dass auch es nicht die volle Kampfeskraft einsetzen konnte, schon gar nicht mehr ohne den wertvollen Stachel. Das einzige was es tat war schwer sein und kratzen sowie prügeln. Auch nicht gerade versöhnliche Handlungen.

Das Feuer hingegen schien das Wesen noch nicht mal zu bemerken – und wenn doch so schien es davon wenig beeindruckt zu sein. Kazel hingegen stach beissend der schwarze Rauch in die Nase welches das freie Atmen erschwerte. Ohnehin begann sich das Zelt allmählich mit Qualm zu füllen und schon bald würde wohl Rauch wie Feuer nicht mehr unbemerkt bleiben. Was würde dann geschehen? Sicherlich nichts gutes wenn man bedachte WO er sich befand. Auch eine Xenia konnte ihn nicht vor einem ganzen Heer beschützen.

Kazel beschloss ein Problem nach dem anderen los zu werden und das was ihm im Moment noch am meisten behinderte war wohl oder übel das Flatterviech. Mühsam gelang es ihn einen Arm in Schussposition zu bringen und einen Giftbolzen abzufeuern. Über diese kurze Distanz war der einschlag verheerend. Der Bolzen drang schräg durch die Augenhöhle des Wesens bis hoch in die Schädeldecke und kam oben wieder heraus, der Kopf des Viech wurde zur Seite geschleudert. Das Viech torkelte zur Seite und rutsche halb von Kazel runter so dass dieser sich zu seinem Schwert drehen konnte.

Zu seinem eigenen Verhängnis schaffte es Kazel nicht still zu sein. „Heh! Hast du das gehört! Hier flucht jemand im Zelt!“ „Du willst doch nur ablenken!“ Ereiferte sich der andere. „Nein…!“ „DOCH NATÜRLICH!“ Wo war eigentlich Xenia? Stand sie noch immer bei den Wächtern und hörte sich DAS an?! Kazel hatte keine Zeit darüber nachzudenken, er hatte wirklich genug andere Probleme. Kazel ging mit seinem Schwert nicht gerade sonderlich umsichtig um als er es blindlings herum schwang. Scheppernd viel der Unterteller der Kerze zu Boden und zersprang, doch glücklicherweise traf die Schneide auf den Wirbel des Viechs und trennte mit einem sauberen Schnitt den Kopf vom Körper. Dieser prallte Dumpf am Boden auf und rollte durchs Zelt. Damit schien der Zauber gebrochen denn der restliche Körper sackte leblos zusammen und verursachte dabei mehr geräusche als bisher.

Kazel steuerte seinen Geräuschanteil mit einem „Verrecke Bestie!“ bei. Das reichte dann offenbar um die Wächter auf den Plan zu rufen. „WAS IST HIER LOS?!“ Brüllten sie und stürmten das Zelt. Sie rannten direkt in die Rauchschwaden hinein und konnten für einen Moment nichts sehen. „Scheisse! FEUER!!“ Riefen sie und alarmierten so die Söldner in der Umgebung. „Verflucht das experiment des Wegbereiters ist tot!“ Schnaubte einer der Wächter der offenbar den Kopf des Vieches entdeckt hatte. „WAS?! DANN SIND WIR ES AUCH GLEICH!“ „Moment da im Schädel steckt ein Bolzen! MORD! EIIIIIIIIIIIIINDRINGLINGEEEEEEEEEEEEEEEE!!!!!“

Kazels letztes Stündchen hatte geschlagen. Gleich würden sie ihn am Boden liegend entdecken und wohl gleich erschlagen. Da wurde er auch schon an den Füssen gepackt und grob unter der Zeltwand durchgerissen… eine seltsame Form der Exekution. Doch nein! Die Hände gehörten keinem Ork oder Dunkelelf. „Idiot!“ Knurrte Xenia und zerrte ihn eilig auf die Beine. „Heh…“ Ein Dunkelelf kam hinter ihnen angerrannt. Vor dem Zelt herrschte grosses Stimmengewirr und gebrüll. Der Dunkelelf zog sein Schwert. „Was macht ihr…“ Weiter kam er nicht denn Xenia packte nach Kazels Arm und löste den Armbrustmechanismus aus welcher den Söldner sofort niederstreckte. Sein zusammensacken war wohl noch das leiseste im Moment. Die Kriegerin zögerte offenbar keine Sekunde wenn es sein musste. Da konnte Kazel sicherlich noch einiges von ihr Lernen in Punkto Schnelligkeit bei Entscheidungen und Massnahmen. Sie sprang auf den toten zu und entfernte den Bolzen aus seiner Kehle und steckte ihm das bekannte Amulett des Ordens in die Tasche. „Schnell stich ihn mit deinem Schwert ab. Wir verkaufen ihn als Eindringling!“

Schon war sie wieder auf den Beinen und winkte den anderen zu. „WIR HABEN DEN VERRÄTER!“ Sofort kam einer der Wächter und ein Offizier angerannt. „WAS?! Das ist Nethiel! Einer unserer Männer!“ Schnaubte der Offizier und musterte Xenia sowie Kazel düster. „Euch Gestalten hingegen kenne ich nicht!“ Die Söldner richteten die Waffen auf die Beiden. „WIE BITTE?! Nur weil eure Gedächtnis nichts taugt sind wir noch lange keine Verdächtigen. Er hat ihn niedergestreckt als dieser Kerl aus dem Zelt kriechen wollte. Nicht wahr?!“ Etwas hatte Xenia nicht bedacht. Der Tote trug keine Bolzen auf sich... sie wusste ja nicht dass Kazel bereits einen Abgefeuert hatte.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 4. Februar 2010, 23:00

"Urgh!" Wieder ein Schlag mit den ledrigen Schwingen. Zum Glück waren diese nicht beabsichtigt, denn so fehlte ihnen die Wucht. Das untote Flügelwesen wollte nur wieder in die Lüfte gelangen und so zappelte es wild. Trotzdem würde Kazel einige blaue Flecken davontragen. Er spürte bereits, wie ihm die Arme schmerzten. Die Kleidung war nicht für einen Krieger gemacht, das hatte er ja so gewollt. Schwere Platte zählte nun einmal nicht zu Kazels Rüstungen. Er trug lieber leichtere Sachen, am besten aus Leder. Darin blieb man beweglich genug und war wenigstens etwas geschützt.
Das Wesen ließ erneut eine Schwinge gegen ihn sausen. Sie prallte von der Armbrustarmschiene ab und Kazel gelang es endlich, damit auf die Bestie zu feuern. Diese riss es zurück und er konnte sich zu seiner verloren geglaubten Waffe drehen. Der nächste Hieb saß. Kazel starrte dem fliegenden Schädel hinterher. Mit einem dumpfen Knall landete er auf dem Boden - der Rest des Körpers sackte auf Kazel selbst zusammen. "Oh, bei der Dunkelheit Morgerias." Dieser Knochen- und Lederhaufen war ziemlich schwer. Der Elfenmischling schob ihn mühsam von sich herunter, als er auch schon die Wachen brüllen hörte. Verdammt, die habe ich ganz vergessen, als ich das Monster angebrüllt habe! Alarmiert durch seinen Schrei kamen sie in das Zelt. Weder sie noch Kazel sahen einander. Alles war voller Rauch.
Der Mischling unterdrückte ein Husten. Gut, dass er am Boden lag, hier war die Luft noch besser zu atmen als in der Höhe der dunkelelfischen Wachen. Er würde möglichst lautlos aus dem Zelt kriechen müssen und hoffen, dass ihn niemand sah. Warum mussten die Wachen auhc sofort einen solchen Aufstand machen? Das Feuer war nichts im Vergleich zu der Knochenbeste ... über die sie nicht weiter überrascht waren, sondern eher darüber, dass man sie ermordet hatte!

Ich muss hier we.........eeeeeee! Kazel spürte nur noch die beiden Hände, die nach seinen Füßen packten und schon sauste die Welt an ihm vorbei. Die Plane des Zeltes klatschte ihm unangenehm ins Gesicht, dann fand er sich auch schon draußen wieder. Xenia war es, die seine Beine festhielt.
"Idiot!" "Ich konnte nicht ahnen, dass ..." Kazel würde seinen Satz niemals beenden. Ein Dunkelelf hatte ihn und seine Kampfgefährtin entdeckt. Jetzt wurde es brenzlig - dachte er. Doch Xenia besaß eine enorme Ausbildung und behielt einen kühlen Kopf. Ohne weiter auf den heranmarschierenden Störenfried zu achten, packte sie nun nach Kazels Arm und schoss einen Bolzen ab. Der Dunkelelf war sofort tot.
Kazel starrte. In seinem Hinterkopf hauchte eine faszinierte Stimme zu ihm: Und sie war eine einfache Schneiderin! Vollkommen perplex guckte der Mischling zu ihr auf, aber Xenia achtete nun nicht mehr auf ihn. Schon war sie bei dem Erschossenen und steckte ihm das Emblem der Bruderschaft zu. "Schnell, stich ihn mit deinem Schwert ab. Wir verkaufen ihn als Eindringling!"

Rasch rappelte Kazel sich auf. Er bekam alles wie durch einen dunstigen Schleier mit, so benommen und überrascht war er mit der ganzen Situation. Seine Nerven verarbeiten noch immer die Begegnung mit dem Knochenungeheuer und jetzt hatte er auch schon seinen ersten Dunkelelfen getötet - nicht allein, aber er war irgendwie dran beteiligt gewesen. Immerhin hatte es sich um seine Waffe gehandelt.
Wie im Traum oder als würde er sich über die eigene Schulter schauen, sah er sein Schwert in den Leib des Dunkelelfen stoßen. Blut quoll aus der Wunde und legte sich wie matter Glanz auf die schwarze Rüstung. Dann zog er die Klinge wieder aus dem Leib heraus. Das Blut wischte er mit einer Bewegung durchs Gras vom Metall. Eine der wenigen Sachen aus seiner kurzen Kasernenzeit, an die er sich noch gut erinnerte.

"WIR HABEN DEN VERRÄTER!" Kazel blickte über die Schulter zurück. Xenia lockte Dunkelelfen herbei. Sie sorgte dafür, dass aller Aufmerksamkeit auf ihnen lag. Ihre Taktiken waren immer sehr offensiv. Hoffentlich ging das gut. Der Dunkelelf, der sich näherte, blickte ihnen jedoch misstrauisch entgegen. Er zweifelte am Verrat eines Kameraden, den er kannte. Klar, dass Xenias und Kazel Gesichter ihm fremd waren. Kazel hätte vermutlich genauso reagiert wie dieser Soldat - mit der Waffe auf sie beide gerichtet.
Xenia fuhr sofort aus der Haut. Kazel fragte sich für den Bruchteil einer Sekunde lang, ob die Frau das alles wirklich nur spielte. Oh, sie war schon ein gefährliches Kaliber mit ordentlich Hummeln im Hintern. "Er hat ihn niedergestreckt, als dieser Kerl aus dem Zelt kriechen wollte. Nicht wahr?!"
Kazel steckte das Schwert wieder in die Scheide, signalisierte so im ersten Augenblick, dass er sich ergab. Doch dann riss er den Arm hoch, die spitze des Bolzens auf den Dunkelelfen gerichtet. "Wenn Ihr uns nicht glaubt, seid Ihr vielleicht auch ein Verräter." Er schoss den Bolzen ab. Wenn Kazel Tenebrée etwas einigermaßen gut konnte, dann handelte es sich um das Zielen. Zwar war er mit Wurfdolchen und -sternen besser geübt, aber seine Armbrustarmschienen nutzte er ja inzwischen nicht zum ersten Mal. Er sah noch, wie der Bolzen knapp an seinem Gegenüber vorbei flog. Dann knurrte Kazel: "Pha, seid froh, dass ich kein Meisterschütze bin. Bei diesem Kerl da", er zeigte auf die Leiche, "habe ich auch schon einen Bolzen verschossen. Mitten ins Zelt ist er gesaust. So eine Verschwendung von Munition. Aber ich warne Euch: beim nächsten Mal treffe ich bestimmt mein Ziel." Er wagte es nicht, den Arm zu senken. Xenia mochte schnell und relativ skrupellos handeln, aber Kazel wusste wie man zu seinesgleichen sprechen musste. In Morgeria ging es doch immer um die Demonstration von Macht und die Unterdrückung anderer. Bei Manthala, da war es scheißegal, welchen Rang dieser Elf hier nun besaß! Wenn Kazel sich gut verkaufte, würde es funktionieren - vielleicht ...
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Soldat/in » Sonntag 14. Februar 2010, 13:26

Der Offizie stierte Kazel düster entgegen als dieser seine Waffe auf ihn richtete und tatsächlich den Bolzen abschoss. Knapp an seiem Schädel vorbei. Seine gelben Augen funkelten n vernichtend an. „WIE KANNST DU ES WAGEN MISCHLINGSBASTARD!“ Brüllteer Kazel zornig entgegen. „Mich einen Verräter nennen häh?! ICH trage diese dunkle Rüstung schon seit über 90 Jahren du elendiger Hund!“ Der Offizier war ganz ausser sich, die Wächter festigten ihren Griff um ihre Schwerter, doch sie griffen nicht an – würden sie auch nicht tun solange der Offizier keinen Befehl dazu gab. Dieser plusterte sich gerade auf und biss seine Zähne zusammen so dass sich um seinen Kiefer kleine Muskelbällchen bildeten.

Er steckte sein Schwert weg und trat an den Toten heran. „Scheisse niemals hätte ich gedacht dass dieser Bastard ein Verräter sein könnte….Durchsucht den Kerl!“ Er wandte sich an Xenia und Kazel. „Ihr rührt euch nicht von der Stelle verstanden?!“ Er drehte ab und ging auf den Zeltbalken zu in welchem Kazels Bolzen steckte. Er zog ihn heraus und musterte ihn. „Unsere Armeen führen keine solche Waffen, wo hast du die her häh?!“ Schnaubte er. Ein Wächter winkte ihn ins Zelt welches soeben vollständig gelöscht worden war. Die anderen Söldner rupften an dem Toten herum und förderten sehr schnell den Talisman der Bruderschaft zu Tage. „Was ist DAS DENN?!“ Knurrte einer der beiden Fündigen. Gerade wollte er ins Zelt stürmen um seinem Offizier zu berichten doch da kam dieser gerade hinaus geschritten – mit einem weiteren Armbrustbolzen von Kazel in der Hand. Der Söldner reichte ihm den Talisman. Der Offizier nahm ihn in seine Pranke und musterte den Talisman. „Ein Löwe? Wärrhh wenn das nicht irgend so ein lysanthorischer Scheiss ist!“ Er spuckte auf den Toten. „Schafft ihn mir aus den Augen. Schickt seine Gliedmassen der Familie damit sie diese in Schimpf und Schande verbrennen können. Elendiges Verräterschwein.“ Er schnaubte wütend. Noch immer den Talisman in der Hand haltend wandte er seinen Blick auf Kazel, dann zu Xenia. „Du… zurück auf deinen Posten aber flott!“ Xenia schnaubte nur und entfernte sich erhobenen Hauptes. Sie konnte sich schliesslich nicht einfach so einem Befehl verweigern ohne Aufsehen zu erregen. „Was dich du kleines Mischlingsspatzenhirn betrifft, weisst du eigentlich was du mit deiner ungezielten Ballerei angerichtet hast häh?!“ Er hielt den Bolzen hoch. „Du hast Virgnul getötet du Idiot! Des Wegbereiter persönliches Haustier!“

Hätte sich dieser Kerl nicht eine Katze zutun können? Sowas hätte Kazel bestimmt nicht niedergestreckt. Aber ein Flatterndes hässliches Skelettteil… na ja, wer könnte schon ahnen dass SOWAS ein Haustierchen war?

„Nehmt ihn fest. Dafür werden wir dir die Haut vom Rücken schälen Soldat. Zumal sie ohnehin schändlich Hell ist für unser Volk.“ Schnaubte er. „Danach kannst du dem Wegbereiter erklären warum du seinen Liebling abgemurkst hast!“ Er nahm sich seinen schwarzen Helm mit purpurnem Federbusch vom Haupt und strich sich über die Stirn. Er sah sich um. „Die Truppen hier sind unaufmerksam, undiszipliniert, verräterisch und Faul… ich denke ich werde an unserem Freund hier ein Exempel statuieren lassen damit sich diese Horde von faulen Hintergrundssöldner wieder ihres Gehorsams der Dunklen Armee gegenüber erinnern. Nehmt ihn in Gewahrsam. Die Abstrafung wird dann nach dem Abendessen stattfinden, trommelt dafür alle aus der Reserve hier zusammen.“ Er schnaubte. „Da vorne kämpfen unsere Männer um einen Ehrenhaften Sieg und ihr lasst es hier hinten zu dass Verräter mitten in unserem Lager rumschnüffeln!“ Fauchte er die umliegenden Wächter an. „Ihr widert mich alle an.“ Schnaubte er und marschierte davon.
Die Söldner kamen auf ihn zu. „Auf den Boden mit dir… Hände über den Kopf los!“ Bellten sie ihm entgegen. „Du hast es ja selbst gehört. Du bist verhaftet.“
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 17. Februar 2010, 15:49

Kazels Mundwinkel zuckte, als der Soldat ihn als Mischlingsbastard beschimpfte. Ja, die bessere Hälfte von mir ist nicht dunkelelfisch!, dachte er und Zorn wuchs in seinem Inneren heran. Er kannte diese Wärme, die sich in alle Richtungen ausbreitete und dazu verlockte, einfach blindlings auf den Dunkelelfen loszugehen. Doch Kazel schnaubte die Wut dieses Mal aus sich heraus. Er würde sich später um sie kümmern, sagte er sich immer wieder im Geiste. Später. Wenn er seine Tante oder den Wegbereiter der Toten fand.
Langsam senkte Kazel seinen Arm, aber den Blick hielt er weiterhin auf seinen Gegenüber gerichtet. Auch er konnte finster und verbissen dreinschauen. Unterdessen durchsuchten seine Handlanger den Leichnam. Er war kein Verräter, aber er würde keine Gelegenheit bekommen, die Behauptung von sich abzuweisen. Das zugesteckte Medaillon unterstrich stattdessen noch die Anklage. Der Dunkelelfensoldat begegnete der ganzen Situation allerdings weiterhin skeptisch. Kazel hätte ahnen müssen, dass eine einfach Aussage und eine jähzornige Geste sie nicht aus der Patsche retteten. Nicht bei Morgerias Bewohnern.
"Unsere Armeen führen keine solche Waffen, wo hast du die her, häh?!" Jetzt konnte der Mischling seiner Partnerin wirklich einmal zeigen, was er beherrschte. Krieger wären hier möglicherweise um eine Antwort verlegen gewesen. "Ich bin Spion, da wäre es mein Untergang bei den Lysanthor-Arschkriechern mit morgerianischen Waffen aufzukreuzen. Natürlich habe ich mich in ihrem Sortiment bedient." Er verschränkte die Arme vor der Brust. Ein wenig Arroganz musste her, damit man ihm seine Rücksichtslosigkeit abnahm. "Ich verstehe nämlich etwas von meiner Arbeit." Er spielte auf die Tatsache an, dass der Offizier seinen Kollegen nicht einmal als Verräter erkannt hatte. Vielleicht half das. Kazel konnte es nur hoffen - und wurde leider vorerst enttäuscht.

Xenia wurde fortgeschickt. Jetzt war er allein. Kazel fühlte sich auf einmal deutlich unwohler. Xenia strahlte so viel Selbstbewusstsein aus, dass immer ein paar Strahlen auf Kazel herabgefallen waren. Nun musste er sich mit dem begnügen, was aus seinem eigenen Inneren schien und das wurde soeben in höchste Bedrängnis gebracht. Man warf ihm vor, das Haustier des Wegbereiters getötet zu haben - was ja auch stimmte.
Kazel antwortete nicht, weil er sprachlos war. Dieses ... Ding ... ein Haustier?! Ihm lief ein eisiger Schauer über den Rücken, als die Vorstellung einer Fütterung ihn befiel. Was fraß ein solches Knochenschwingenviech? Nein, er wollte es wirklich nicht herausfinden!

"Nehm ihn fest." Verdammt! "Dafür werden wir dir die Haut vom Rücken schälen, Soldat. Zumal sie ohnehin schändlich hell ist für unser Volk." Den Rest des Urteils bekam Kazel nicht mit. Er starrte den Soldaten unverblümt an. Die Angst, die sich in seinen Augen breitmachte, konnte er nicht überspielen. Er stand wie gelähmt da, nur seine Finger zitterten fast unmerklich. Seine Muskeln spannten sich an und er spürte förmlich die Schweißperlen, die sich auf seine Stirn legten. Ihm war heiß und kalt zugleich ... und übel. Er wollte hier weg! Schon versperrten ihm andere Soldaten den einzigen Fluchtweg.
"Auf den Boden mit dir ... Hände über den Kopf, los! Du hast es ja selbst gehört. Du bist verhaftet." Kazels Hoffnung schwand. Gegen so viele Dunkelelfen kam er nicht an, weder in einem Angriff noch in einer Flucht. Mit niederen Soldaten zu diskutieren half auch nicht. Die Mission war hier gescheitert, jedenfalls für ihn. Er konnte nur noch darauf hoffen, dass Xenia heil hier durch kam. Vielleicht schaffte er es, ihr etwas Zeit zu geben, aber für ihn endete der Weg der Bruderschaft hier. Warum verbringe ich fast mein gesamtes Leben eigentlich in Kerkern und Gefängnissen? Es schien sein Schicksal zu sein und die Götter wollten, dass Kazel diesem Schicksal nicht mehr entkam.
Geschlagen sank er auf die Knie, beugte sich vor und hob die Hände über den Kopf. Jetzt konnten die Dunkelelfen wohl sehen, dass sie zitterten. Kazel fürchtete die Verhaftung nicht und auch die Begegnung mit dem Wegbereiter machte ihm nicht mehr Angst als jedem anderen. Aber die Worte von der Schälung seiner Haut wollten nicht aus seinen Gehörgängen weichen. Er schluckte ... und gab auf.
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Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Soldat/in » Dienstag 23. Februar 2010, 10:30

Kazel gelangte einen Punkt an dem er in seinem Leben schon so oft gekommen war. Er gab auf. Ein wunder dass er damit so weit gekommen war bisher. Obwohl er schon sehr viel Zeit in Gefangenschaft verbracht hatte war es ihm jedes Mal manchmal mit mehr manchmal mit weniger Glück gelungen den Fängen seiner Häschern zu entkommen. Selbst aus dem Todeskäfig von Pelgar war er damals gerade noch entkommen. Aber warum kreiste sein Leben immer wieder um die gleichen Hürden? Eine Frage welche vorerst unbeantwortet bleiben musste, denn Kazel hatte andere Probleme.
Die beiden Dunkelelfen lachten nur. „Ein Spion festnehmen…das ist ja mal was Neues.“ Grinste der eine und der andere nickte eifrig während sie strammen Schrittes an Kazel heran marschierten. „Aber unser lieber Offizier ist nicht ganz beisammen. Schlägt ständig unsere eigenen Leute kaputt! Das ist nicht seine Aufgabe die Reserve zu dezimieren!“ Sein Kamerad legte den Kopf schief. „Sag das ihm, nicht mir.“ „Spinnst du!“ Sie beugten sich über Kazel hin, fesselten ihm halbpatzig die Hände zusammen und hoben ihn auf die Beine. Schon marschierten sie los und schubsten ihn mit sich. Sie musterten den Mischling. „Schon noch schlau von der Führung ein Mischlingsblut wie dich für die Spionage zu verwenden…“ Bemerkte der eine während der andere eher skeptisch dreinblickte. „Sag mal hast du Schiss?“ Er schnaubte. „Toll wenn du dir schon bei deinen eigenen Leuten in die Hose scheisst dann singst du bei unseren Feinden doch bestimmt… oder… ist das jetzt so eine spionagetaktik?“
Spione schienen bei den Truppen durchaus einen hohen Stellenwert zu geniessen. Viele Dunkelelfen mochten die Vorstellung eines Assassinen der lautlos tötet und sich Informationen verschafft sehr. Während ein kleiner Bub in Pelgar die stolzen Paladine als Helden verehrten waren es bei den Dunkelelfenkindern die Assassinen.
„Wo wurdest du ausgebildet? In Sarma?“
Sie führten ihn zu einer kleinen Höhle im Fels welche offenbar zur „Kiste“ umfunktioniert worden war. Söldner denen es sporadisch an der nötigen Disziplin fehlte landeten hier und mussten für ein paar Tage einsitzen um über ihre Fehler nachzudenken. Je nach dem wer diese Strafe verhängte fiel sie äusserst hart oder sehr milde aus. Sie Führungsspitze schien sich demnach uneins zu sein wie man die eigenen Männer zu behandeln hatte. Natürlich, die Dunkelelfen waren nicht gerade dafür bekannt sanftmütig miteinander umzuspringen. Aber sie hatten den grössten Feldzug aller Zeiten vor sich und da war jeder sinnlos sterbende Söldner ein Verlust. Vor der Höhle sassen zwei Wächter die gerade ein Würfelspiel spielten. Sie blickten nur kurz auf als Kazel an ihnen vorbeigeführt wurde.

Als sie die Höhle betraten hörten sie schmerzliche Schreie einer Frau. Die beiden Söldner kicherten. „Oh ja… das wäre auch mal wieder gut… diese Tage hier draussen sind doch recht einsam.“ Die beiden grunzten grinsend vor sich her. Innerhalb der Höhle befanden sich drei Holzbarracken und in der Mitte ein kleines Lagerfeuer. Nicht zu vergleichen mit normalen Gefängnissen. Hier wirkte alles sehr improvisiert. Richtige Kriegsgefangene der anderen Seite würden wohl nie hier landen. Diese Höhle hier war wohl nur für die Verwahrung der eigenen Leute konzipiert.

„Mhm… Baracke eins ist voll… und Baracke 3…“ Daraus ertönten die weiblichen Schreie. Was dieser Seele gerade angetan wurde konnte man sich vermutlich denken. „Wird gerade benutzt…hehe… Bleibt Nummer zwei für dich übrig Freundchen.“ Sie führten ihn hinein und nahmen ihm die Fesseln ab. „So… hier hockst du mal bis dich die Obrigkeiten entweder wieder in den Dienst rehabilitieren, oder aber du bestraft wirst… was auch immer.“ Sie zuckten mit den Schultern. „Melde dich so schnell wie möglich bei Zazu dem Barackenmeister. Er wird dich in deine Strafarbeit einführen.“ Sie klopften ihm auf die Schulter und verliessen das „Gefängnis“.

Die Baracke erschien ungewohnt geräumig aber auch nur weil sie leer war. Auf dem Holzboden lagen dreizehn Decken die wohl als Schlaflager gedacht waren. Mit dreizehn Leuten hier drin hocken zu müssen wäre dann eher unangenehm. Eine Schlafstätte schien in Gebrauch zu sein, denn die Decke dort war zerknautscht und zeugte davon dass sie äusserst gehetzt verlassen worden war.
Auf dem kleinen Hof, dort bei der Feuerstelle gab es eine Kochnische. Offenbar lebte es sich hier in Verwahrung nicht unbedingt schlecht. Die Strafe war wohl dass es hier keinen Alkohol und keine Würfelspiele gab um sich die Zeit zu vertreiben.
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Lebensenergie: [le]unverletzt[/le]
Lebensenergie:

Geld: 0D, 0L, 0F
Ausrüstung: - lederne Arm-/Beinschienen, Lederhelm
- goldener Faden aus dem Gürtel eines Inquisitors
- ein Stundenglas mit eigener Lebenszeit
Tierische Begleiter: keine
Zum Vorzeigen: Bild

Re: Hinter feindlichen Linien

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 24. Februar 2010, 19:58

Kazel wehrte sich nicht und schwieg, als die Dunkelelfen an ihn heran traten, um ihn zu fesseln. Er wunderte sich nur, dass man ihm nicht eine einzige Waffe abnahm. Selbst für einen Spion war er ziemlich gut an blanker Klinge bestückt. Die Armbrust-Armschienen boten ja nur den geringsten Teil. Quer über die Brust hing noch der Wurfdolchgürtel und an seiner Hüfte befand sich das Schwert, mit dem er dem Haustier des dunkelelfischen Anführers den Schädel vom Kopf geschlagen hatte. Ein Hauch von Stolz erfüllte sein Herz. Wenigstens das hatte er geschafft. Eine Geheimwaffe weniger, die gegen Pelgar zum Einsatz kommen konnte. Dafür hatte er jetzt nur ... sein Leben geben müssen. Der Stolz wich Angst. Die Haut vom Rücken schälen. Der Gedanke hing in Kazels Kopf fest wie der Enterhaken eines Piraten im Holz des zu enternden Schiffes. Er schauderte.
"Sag mal, hast du Schiss?" Kazel nickte langsam. Der Dunkelelf brachte es auf den Punkt. Ihm waren die Knie weich geworden. "Toll, wenn du dir schon bei deinen eigenen Leuten in die Hose scheißt, dann sinsgt du bei unseren Feinden doch bestimmt ... oder ... ist das jetzt so eine Spionagetaktik?" "Blödsinn!", brummte Kazel, ließ sich aber widerstandslos abführen. "Die Folter der Menschen ist ein Dreck gegen morgerianische Methoden. Ich weiß, warum ich meinesgleichen fürchte und lieber auf eurer Seite arbeite." Wenigstens hielt er den Glauben aufrecht, dass er noch immer Spion war. Ausnahmsweise schien ihm seine Hautfarbe hierbei von Vorteil, denn diese Soldaten glaubten an einen gut geführten Akt des dunklen Herrschers, einen Mischling unter den Menschen und gutherzigen Elfenvölkern einzuschleusen. Zu dumm nur, dass sie es ihm dennoch nicht wirklich abnahmen. Immerhin sollte Kazel jetzt ... die Haut vom Rücken geschält bekommen. Der Gedanke ließ ihn nicht los. Für ihn gab es keine schlimmere Folter.

"Wo wurdest du ausgebildet? In Sarma?" "Ich gebe ungern Informationen von mir preis. Außerdem ... könntest du dir dieses Wissen nicht einmal leisten, Soldat." Oha, da hatte wohl wirklich etwas Xenianisches auf Kazel abgefärbt. Er versuchte verzweifelt, seine Rolle des Spions zu spielen. Arrogant, aber nicht zu hochmütig, um zu wissen, wann er verloren hatte. Die Dunkelelfen schätzten Spione und Assassinen, selbst die Krieger taten dies, obgleich sie um deren größte Schwäche wussten. Sie waren keine Kämpfer. Sie agierten in den Schatten und hatten Schwierigkeiten, schon mit mehr als einem Gegner auszukommen. Hinterhalt, Lautlosigkeit, Gift und Schnelligkeit waren ihre Waffen und keine Breitschwerter oder Zweihänder. Trotzdem wurden sie bewundert.

Man brachte Kazel in eine Höhle hinein, die in den Ausläufern des Drachengebirges als Gefängnis der Dunkelelfen diente. Die Armee war schon weit vorgedrungen, hatte die Stille Ebene teils noch eingenommen, teils kämpften sie aber auch schon vor den Toren der celcianischen Hauptstadt.
Kazel und seine beiden Aufpasser passierten zwei Soldaten, die nur kurz ihre Aufmerksamkeit von einem laufenden Würfelspiel abwandten. Der Mischling hielt den Blick gesenkt, aber grimmig. Er schaute erst auf, als der Schrei einer Frau sein Herz zum Beben brachte. Die Klänge hatte er lange nicht mehr vernommen. In Morgeria waren oft Frauen anderer Völker in die Stadt verschleppt und vergewaltigt oder gefoltert worden. Wie lange hatte er auf diese Schreckensschreie verzichten dürfen!

Kazel blickte sich um. Die Schreie kamen aus der rechten von insgesamt drei Baracken. Ein Lagerfeuer sorgte für etwas Wärme, ansonsten fand sich hier wenig. man brachte Kazel in der mittleren Baracke unter. Er war froh, nicht zu der armen Seele geführt zu werden, die sich unter Schmerzen selbige aus dem Leibe schrie. Im Innern wurde er dann auch noch seine Fesseln los. Die Waffen nahm man ihm immer noch nicht ab. Die Dunkelelfen schienen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Ein Spion machte keinen Ärger, Kazel hatte durch seinen fehlenden Widerstand noch dazu beigetragen, diesen Glauben zu festigen.
"Melde dich so schnell wie möglich bei Zazu, dem Barackenmeister. Er wird dich in deine Strafarbeit einführen." "Strafarbeit? Meine Informationen will der Wegbereiter der Toten wohl garnicht erfahren." Eine letzte Chance, die ihm möglicherweise etwas Zeit verschaffen konnte. Würde die dunkle Armee einen der ihren hinrichten, wenn er noch Wissen besaß, das ihnen sonst verloren ging?
Die Soldaten verließen die Baracke. Kazel schaute sich um. Ganz allein hatte er dieses geräumige Reich wohl nicht. Eines der Lager war verknittert. Er ging hin und wühlte in der Decke. Kazel erwartete nicht, etwas zu finden, aber Suchen konnte nicht schaden. Dann jedoch lehnte er sich mit Stirn und Händen gegen eine der Barackenwände und atmete tief durch. Die Haut vom Rücken schälen ... Er zitterte wieder. "Manthala, lass es nicht geschehen."

Kazel ging langsam in die Hocke. Er ließ sich auf eines der Lager nieder, blickte auf einen dunklen Fleck am Boden und schwieg. Sie würden ihn töten. So wie die Soldaten gesprochen hatten, würde der Offizier seine Hinrichtung zur Abschreckung der Einheiten bekommen. Aber Kazel fasste einen Entschluss. Er würde das Spiel weiterspielen. Xenia brauchte ihre Chance. Für die Bruderschaft und für Pelgar, dachte er und wartete darauf, dass Barackenmeister Zazu zu ihm kommen würde. Der mutmaßliche Spion würde genug Arroganz an den Tag legen, seine Strafarbeit nicht freiwillig abholen zu kommen. So lenkte er sicher gehörig von Xenias heimlichen Taten ab, ehe erneut sein Ende auf ihn wartete. Langsam sollte er eine Strichliste führen.
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