Auf den Straßen Jorsas

Dieser Stadt, umringt von einer Mauer und einigen Spähtürmen, ist ihr Wohlstand anzusehen. Hier behandelt sich jeder mit Respekt, hilft jeder jedem und vorallem leben sie in Frieden beisammen. Auch befindet sich hier der Palast des jungen Königspaars.
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Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Erzähler » Samstag 28. März 2009, 18:11

[TBC Janay: Schenke/ Herberge „Zur schwarzen Katze“]

Vor der Herberge hatte sich inzwischen die Meute verzogen. Ruhig ging ein jeder seines Weges. Handel wurde lauthals betrieben, Kinder rannten lachend herum, Mütter riefen entnervt nach ihren Sprösslingen, Männer erzählten zottige Witze und prosteten sich zu. Und über allem lag das stetige Geräusch der Schritte und des Handwerks, der Duft nach den verschiedenen Handelswaren.

Janay hatte kaum einen Schritt auf die Straße gemacht, als ein kleiner Junge sie von hinten erfasste. Obwohl er wirklich ziemlich klein war, hatte er eine erstaunliche Kraft und brachte diese auch voll zum Einsatz, da er vollkommen ungebremst in Janay reinrannte und dann auch noch im Taumeln wohl haltsuchend nach dem Henkel des Korbes fasste.

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Janay » Samstag 28. März 2009, 19:45

Es verwunderte sie beinahe, dass niemand auf sie los ging, kaum dass sie die schützenden Wände verlassen hatte. Aber das Gemüt des Mobs schien sich abgekühlt und ihre Anwesenheit vergessen zu haben. Wenigstens etwas.
Dann passierte doch was. Von hinten wurde sie angestoßen und der Korb drohte, ihr aus den Händen entrissen zu werden.
Eisern packte sie zu und drehte abrupt den Kopf zu dem Störenfried.
Für einen flüchtigen Moment hätte ihr Blick Angst einjagen können, dann allerdings erkannte sie, dass es nichts weiter als ein Bengel war, der wohl Löcher in die Luft gestarrt hatte, anstatt auf seinen Weg zu achten.
Geschickt griff sie nach seinem Handgelenk und zwang ihn mit sanften Druck dazu, ihren Korb los zu lassen.
Das Grinsen auf ihren Lippen war schief und sollte ihn davor warnen, eine derartige Situation wiederholen zu wollen. "Pass lieber darauf auf, wo du deine Augen hast, mein Kleiner.", flüsterte sie ihm zu und sah ihm direkt sowie fest in die Augen.
Diese beiden Sachen zusammen wirkten auf einen unbeteiligten Beobachter völlig harmlos, eine junge Frau, die nicht verärgert war, nur weil ein Kind beim Spielen unachtsam gewesen war. Jedoch für den Jungen sollte es eine klare Warnung sein.
Sie war selbst viel zu sehr in einem Metier, in dem das Stehlen gang und gäbe war, als dass sie ein Risiko eingegangen wäre, so einen Zusammenstoß zu unterschätzen. Schließlich hatte sie nicht sehen können, ob diese Berührung Absicht gewesen war oder nicht.
Und um auf Nummer sicher zu gehen, warnte sie lieber gleich von Anfang an.
Dann ließ sie das Kind los und wich einen Schritt zurück, um etwas Abstand zwischen sie zu bringen. Dabei ließ sie ihr Gegenüber nicht aus den Augen.
Nun würde sich zeigen, ob er nur ungeschickt beim Spiel oder einfach untalentiert im Stehlen war.
Ihre Finger schlossen sich eng um den Griff des Korbes, um sich nicht überrumpeln lassen zu können. So wartete sie, auch wenn man ihr das Lauern nicht ansah, dazu wirkte ihre Körperhaltung viel zu entspannt. Aber der Schein konnte bekanntlich trügen!
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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Erzähler » Samstag 28. März 2009, 23:44

Der Junge, der in Janay reingerannt war, war für wahr ein merkwürdiger Anblick. Obwohl klein, verrieten seine Augen, dass er älter war, als er wirkte. Auch seine leicht deformiert wirkende Gestalt und die grünlich schimmernde Haut verfälschten zusätzlich. Wer in seinem Leben schon einmal einen Ork gesehen hatte, würde denken einen solchen in winzigem Format vor sich zu haben. Einen kleinen Ork in einem verdreckten, aber ordentlich geschnittenen Leinenhemd und einer wadenlangen Lederhose.

Janays Blick hätte wohl so manchen Jungen erschreckt. So auch diesen. Ängstlich zog er die Schultern ein und schluckte trocken. Schweigend verharrte er leicht bebend. Erst als Janay nach seinem Handgelenk griff, wurde ihm bewusst, dass er ihren Korbgriff noch umklammerte. Blitzschnell, als hätte er sich an jenem verbrannt, ließ er ihn los. Bei den leisen warnenden Worten nickte der Junge mit großen, bangen Augen. „Aye, Miss. Tun mir leid.“ Ängstlich schluckte er erneut bei dem festen Blick. Rührte sich keinen Millimeter, als Janay sich mit noch immer wachsamen Blick zu ihm entfernte. Nur sein Blick huschte ganz kurz zu einem kleinen Zettel auf dem Boden, bevor er wieder zu Janays Gesicht glitt. Die junge Dunkelelfe schien ihn wirklich ausreichend eingeschüchtert zu haben. Doch schließlich ertönte doch noch einmal seine bebende Kinderstimme. „Sie haben da einen Zettel verloren...“ Wieder glitt der Blick nach unten. „Aus dem Korb.“

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Janay » Sonntag 29. März 2009, 03:13

Die junge Frau registrierte die Veränderung in seiner Haltung und konnte diese auch deuten.
Gut, höchstwahrscheinlich kein untalentierter, kleiner Dieb. Trotzdem, so völlig wollte sie ihr Misstrauen noch nicht ablegen, deswegen änderte sie an sich absolut gar nichts.
Als er sie jedoch erneut ansprach, zuckte ihre Augenbraue in die Höhe.
Wollte er sie gerade mit einem billigen Trick herein legen?
Aus dem Augenwinkel erkannte sie zwar, dass tatsächlich etwas zwischen ihnen auf dem Boden lag, aber das konnte auch von dem Jungen selbst stammen.
Andererseits... traute sie einem Kind wirklich so ein großes Talent im Schauspielen zu? Sie selbst hatte darin ihre eigenen Kenntnisse und traute sich schon zu, Dilettanten entlarven zu können.
Langsam nickte sie und streckte ihre Hand aus. "Gib ihn mir..."
Doch da sie seine Angst diesmal nicht weiter schüren, sondern ihn auch zum Reagieren bekommen wollte, bemühte sie sich um ein relativ freundliches Lächeln. Es misslang teilweise, es war zu schief, um vollkommen entspannt zu wirken. Allerdings war ihr das klar, sie konnte es fühlen.
Darum setzte sie noch hinzu:"Bitte."
Dann wartete sie und nutzte die kurze Zeit, um den Kleinen unauffällig zu mustern.
Er war kein Mensch, das stand fest. Dazu hatte seine Haut einen zu grünlichen Schimmer. Auch entsprach seine Figur nicht ganz dem Standard dieser Rasse. Ebenso wenig traf dies auf eine Elfenart zu.
Obwohl Janay schon einige Orte in Celcia gesehen und größtenteils darin gelebt hatte, hatte sie sich stets an Städte gehalten, in denen der Großteil Menschen oder danach aussehende Mischlinge waren, um nicht zu stark aufzufallen. Demnach konnte sie das Kind keiner Rasse zuordnen.
Fragen jedoch wollte und würde sie unter normalen Umständen auch nicht. Ein paar Minuten noch, dann würde sie die Stadt verlassen und ihre Bewohner, mitsamt Gregorian sowie diesem Knirps, nie wieder sehen. Wieso also sollte sie sich darum kümmern, von wem ihr Gegenüber abstammte?
Obwohl die Neugierde schon da gewesen wäre, aber es war von vornherein einfach sinnlos und unbedeutend.
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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. April 2009, 18:52

Der kleine merkwürdige Junge schluckte schwer und bewegte sich nur äußerst langsam und vorsichtig in Richtung des Zettels. Mit zitternder Hand hob er jenen auf und hielt ihn Janay hin. Dachte sogar daran, ihn erst los zu lassen, als jene ihn auch gegriffen hatte. Dann aber trat er umgehend einen Schritt zurück, wobei sein Blick jedoch plötzlich neugierig auf der jungen Dunkelelfe ruhte. Anscheinend hatte deren wenn auch etwas missglücktes Lächeln geholfen. Als dann auch noch eine braune struppige Straßenmischung an Hund zu dem Jungen trat, die so groß war, dass jener sich bequem auf dessen Rücken abstützen konnte, entspannte sich der Junge vollkommen. So sah sich Janay plötzlich zwei kindlich neugierigen Augenpaaren ausgesetzt. „Sind gute Nachrichten?“ Offensichtlich konnte der Kleine nicht mehr warten und deutete ungeduldig auf den Zettel.

Als der Junge den prüfenden Blick bemerkte, grinste er breit. „Mutter sein Mensch, Vater sein Ork.“ Nun war sein Blick auch etwas unsicher. „Haben aber finden neue viel lieber Mutter.“ Tatsächlich strahlte das kleine runzelige Gesicht bei diesen Worten und auch die Hündin neben ihm bellte kurz zustimmend und schmiegte ihren Kopf an die schmale Kinderbrust. Kichernd tätschelte der kleine Orkjunge den Hundekopf und sah Janay dann wieder neugierig an. „Und gut?“

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Janay » Dienstag 14. April 2009, 20:18

Nachdem er ihr den Zettel gereicht hatte, beschäftigte sie sich damit, die Schrift darauf zu entziffern. Das erste Wort, bei dem es ihr gelang, war die Unterschrift: Gregorian.
Ein feines Lächeln huschte über ihre Lippen.
Anscheinend hatte er ihr doch noch etwas zu sagen gehabt. Und danach war es plötzlich nicht mehr so schwer, seine Hand zu lesen.
Mehr nebenbei bemerkte sie den dazu trottenden Hund, den der Junge anscheinend kannte. Zumindest wirkte er plötzlich viel redseliger, während sie schon ihre Nachricht wieder im Korb verstauen konnte.
Aha, ein halber Ork, schön für ihn.
Trotzdem konnte sie ein Schmunzeln nicht völlig unterdrücken.
Nach den netten Worten Gregorians und der Botschaft, dass und wo sie sich bei ihm melden könnte, hatte ihre Laune etwas angehoben. Nicht viel, aber spürbar für sie, dass ihre Methode wohl doch noch nicht so ganz angeschlagen hatte. Sie würde sich bei der nächsten Gelegenheit wieder gründlich waschen.
Ihre Stimmung sorgte auch dafür, dass sie dem Jungen tatsächlich antwortete, wenngleich nichts Neues wahrscheinlich, da er bestimmt schon ihren Gesichtsausdruck beobachtet hatte. "Ja, gute Nachrichten."
Danach nickte sie ihm, fast schon grüßend zu.
Den Hund beachtete sie weniger. Ihr wurde langsam die Zeit knapp, zumindest für ihr Gefühl und sie wollte einfach nichts riskieren, sonst hätte sie vielleicht danach gefragt, ob ihm das Tier gehörte. So aber hatte sie nicht einmal große Lust, ihn zu streicheln. Was bei seiner Größe eventuell auch nicht ratsam war.
Stattdessen sagte sie:"So, mein Kleiner, ich muss jetzt gehen." Und wandte sich in die Richtung, in die sie musste.
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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. April 2009, 18:46

Tatsächlich strahlte der Junge schon, als Janay ihm eine Antwort gab. Dabei hatte er sich beinahe stolz aufgerichtet, schließlich hätte Janay ohne ihn die gute Nachricht nicht gelesen. Also hatte er ihr einen Gefallen getan. Als sie ihm dann auch noch grüßend zunickte, hatte der Kleine sie offensichtlich vollkommen ins Herz geschlossen. Denn er grinste sie breit an und hüpfte einfach neben ihr her, während der Hund fröhlich hechelnd vorne weg lief und ihnen notfalls durch ein recht imposantes Grollen den Weg freimachte. „Wohin wollen du denn?“ Sein Blick glitt zu dem doch recht großen Proviantkorb. „Wollen du wirklich den GANZEN Weg gehen? Der sehen schwer aus.“ Neugierig sah er zu der Dunkelelfe auf. „Wir wollen nach Norden. Du wollen kommen mit? Nell haben bestimmt nichts gegen. Nell sein prima.“

Da erklang hinter ihnen ein heiteres Lachen. „So bin ich das? Danke, kleiner Schatz.“ Die Frau, welche mit zwei schwer aussehenden Taschen das Geschäft hinter ihnen verlassen hatte, lächelte den kleinen Orkjungen liebevoll an. Sie war nicht sonderlich groß und eigentlich ziemlich durchschnittlich mit ihren langen kastanienbraunen Haaren, den hellgrünen Augen und dem in dem schmalen Gesicht etwas zu breit wirkenden Mund. Auch ihre eher knabenhafte Figur in dem schlichten, mit zahlreichen Taschen versehenem, dunkelgrünen Kleid hob sie in keiner Weise aus der Masse hervor. Was sie aber nicht zu stören schien. Denn sie verteilte nur kurz das Gewicht ihrer Last neu, als die Hündin sie erstaunlich vorsichtig begrüßte und musterte Janay freundlich. „Seid gegrüßt! Ich bin Nell und dieser kleine, aufdringliche Wirbelwind hört zumeist auf Alex.“

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Janay » Mittwoch 15. April 2009, 20:16

Nun hatte sie den Salat. Kaum war sie freundlich zu dem Jungen gewesen, schien dieser das als Aufforderung zum Quasseln zu sehen. Und damit nicht noch genug, gesellte er sich an ihre Seite, während der Hund ihnen vorlief.
Zuerst wollte sie dem Ganzen rasch ein Ende setzen und auch ihre Augenbraue wollte sich bereits etwas ernster heben, als ihr eine Idee kam.
Durch das Grollen des Hundes wichen die Leute ihnen aus. Das konnte sie womöglich noch gut gebrauchen! Nicht für lange Zeit, jedoch auf der Reise wäre das vielleicht nicht schlecht, jemanden zu haben, der sie beschützen könnte.
Und wohin sie ging, war ihr sowieso eher unbekannt, sie wusste allein, dass sie aus dem Königreich Jorsan hinaus musste.
Erst, als sie eine weitere Stimme hörte, wurde die junge Frau wieder aufmerksam.
Etwas skeptisch betrachtete sie diese... wie hieß sie noch gleich? Be... Ge... Ne... Ja, genau, Nell hatte er sie genannt. Glaubte sie zumindest.
Sie war Durchschnitt, aber trotzdem im Ansatz hübsch.
Hinzu kam, wie behutsam der Hund sie begrüßte. Was bedeuten mochte, dass er auf sie hörte und großen Respekt vor ihr hatte.
Erneut wurde sie angesprochen, was sie schließlich mit einem knappen Nicken zur Kenntnis nahm. Sie hatte sich inzwischen entschieden.
Warum auch nicht? Sobald sie die Gesellschaft störte, die sie übrigens rasch abzulenken schien von dem Brief oder, besser gesagt, von Gregorian, sodass die Gefühle nicht mehr zu heftig an die Oberfläche dringen konnten, würde sie noch immer ihrer eigenen Wege gehen können.
Also fügte sie noch hinzu, wobei sie teilweise die höfliche Wortwahl mit Absicht wiederholte, ohne sie dadurch weniger ehrlich klingen zu lassen:"Seid gegrüßt. Mich nennt man Janay."
Damit wandte sie sich an den Jungen und brachte ein Lächeln zu stande.
Sie befürchtete, dass er ihr bald lästig werden würde, doch im Moment war es noch im Bereich des Erträglichen. "Und ja, wenn es euch nichts ausmacht, können wir den Weg etwas zusammen gehen."
Vielleicht würde sie auch ein bisschen von ihrem Proviant teilen können oder müssen, sollten die Beiden nichts bei sich haben.
Andererseits war da noch der riesige Hund und schon machte sich die junge Frau deswegen weniger Sorgen.
So ging es in Richtung der Stadttore.
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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. April 2009, 15:15

Nell lächelte vergnügt, als Janay sie erst musterte und dann relativ knapp, wenn auch höflich begrüßte. Der kleine Orkjunge hingegen strahlte Janay bei deren Vorstellung begeistert an und trat dann zu Nell. Wie er wohl dachte unauffällig zog er an deren Rock. „Sie sein hübsch, nicht? Können mitfahren? Bitte!“ Hatte er bei den ersten laut geflüsterten Worten noch zu Janay geschielt, so heftete sich sein Blick beim letzten Wort mit einem regelrechten Dackelblick auf Nell. Jene lachte hell auf und wandte sich dann Janay zu, welche in diesem Moment ihre Stimme erhob. Freundlich musterte sie die junge Dunkelelfe. „Wenn es euch nicht stört, dass wir nicht gehen, dürfte das kein Problem sein.“ Alex stieß einen Jubelschrei aus und führte einen kleinen Freudentanz gemeinsam mit der aufgeregt bellenden und um ihn herum hüpfenden Hündin auf.

Eine Weile beobachtete Nell die beiden und ging dann an die Seite von Janay. „Na dann kommt, die beiden kommen schon nach, wenn sie sich beruhigt haben.“ Mit dem Kinn deutete sie auf den unweit stehenden hölzernen Wohnwagen, vor den zwei große, braune Esel gespannt waren. Leise summend schritt sie geschickt durch die Menge und betrat den Wagen, um ihre Einkäufe schnell in den verschiedenen Klappen und versteckten Schränken zu verstauen. „Du kannst deinen Korb gerne auch hier abstellen.“ Als sie fertig war, sprang sie wieder aus dem Wagen und wartete, bis Janay auch aus jenem raus war. „Dann wollen wir mal die Stadt verlassen.“ Schmunzelnd kletterte sie auf die Sitzbank vorne und klopfte einladend neben sich. Gerade als sie die Zügel aufnahm, kamen auch Alex und Belle angerannt. Erstaunlich schnell waren sie auf Nells anderer Seite, wobei der kleine Orkjunge im Schneidersitz neben ihr saß und die Hündin vor ihm, den Kopf auf dem Rand des Kutschbereiches abgelegt.

Nach einem fröhlichen Schnalzen setzten sich die beiden braunen Riesen in Bewegung. In gemächlichem Tempo ruckelten sie durch die Straßen. Ab und an winkten Nell oder Alex noch Bekannten verabschiedend zu. Schließlich passierten sie ohne größere Probleme oder Verzögerung das Stadttor und bewegten sich nun weiterhin im gemächlichen, aber stetigen Tempo in Richtung Norden...

Janay konnte schon bald feststellen, dass das Reisen mit der kleinen Gemeinschaft ziemlich unkompliziert war und nach einem festen Rhythmus vor sich ging. Sie fuhren ohne jede Hast morgens los, wobei Alex und Belle meist im Wagen verschwanden. Alex um zu lernen, Belle als Gesellschaft. Das war die Zeit, wo Janay und Nell in aller Ruhe reden konnten –oder aber auch in stillem Einverständnis schweigen konnten. So erfuhr Janay, dass Nell Schneiderin war und stetig durch das Land zog, um zu ihren Kunden zu gelangen. Mittags machten sie dann eine Rast, wo sie essen und sich waschen konnten. Den restlichen Tag nähte Nell meist auf dem Kutschbock, während die Esel den Weg von alleine fanden. Sowie es dämmerte schlugen sie dann ein Nachtlager auf, wobei Nell ihr Bett für Janay geräumt hatte und einfach mit bei Alex im Bett schlief.
Wenn sie Städte passierten, blieben se meist einen oder zwei Tage dort, damit Nell ihre Waren verteilen konnte und neue Aufträge annehmen konnte. Dann wurden auch die Vorräte aufgefüllt, wobei jedoch nie von Janay verlangt wurde, dass sie sich beteiligte. Es schien den beiden wirklich zu genügen, dass jene ihnen Gesellschaft leistete.

TBC: Das Grasland - Die Stadt Zyranus - Ankunft

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Lorenzo de Viantes » Donnerstag 20. Mai 2010, 21:06

kommt aus der Schänke "Zur Hoffnung"

Als Lorenzo aus dem Gasthaus trat wehte ihm der mittlerweile aufgefrischte Wind den kalten Regen ins Gesicht. Er zog die Kapuze tiefer ins Gesicht und murmelte leise lächelnd

„Was für ein Wetter, was für eine Nacht. Heute sind alle Katzen grau Manthala meint es gut mit mir.“

Lorenzo schaut nach links und rechts um einen Plätzchen zu finden von dem aus er den Eingang der Hoffnung im Auge behalten konnte. Erst sah es so aus, als wenn der Platz vor der Schenke keinen passenden Winkel bieten würde, doch dann entdeckte er doch noch einen etwas nach versetzten Torbogen. Schnell ging er über den Platz und war im nächsten Moment schon mit den Schatten des Hauses verschmolzen.

Während er jetzt so dastand und den Eindruck erweckte, er hätte eine Weile Schutz vor dem Wetter gesucht, beobachtete wie zufällig das Gasthaus. Er merkt wie sein Puls etwas schneller geworden war. Er spürte wieder dieses Kribbeln auf der Haut das er jedes Mal bekam wenn er sich daran machte seine Fähigkeiten mit dem Können seiner Opfer und dem der Ordnungshüter zu messen.

Ich hoffe die Stadtwachen verkriechen sich bei dem Wetter lieber in ihre Wachstube und Kerl da drinnen hat bald genug und folgt dem Ruf seines Bettes.

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Gestalt » Freitag 21. Mai 2010, 13:45

Lorenzo stand mindestens zehn Minuten im Regen und in dem kühlen Windzug, bevor sich allmählich etwas bei der Schenke tat. Die Tür wurde von innen geöffnet, Licht fiel auf die Straße und die Geräusche aus dem Schankraum wurden lauter. Zwei Gestalten traten hinaus auf die Straße.
Eigentlich waren sie noch in ein Gespräch vertieft, aber bei diesem Wetter war es ihnen beiden lieber, wenn sie sich rasch verabschiedeten und sich beeilten, in das jeweilige Heim zu gelangen. Dadurch sprachen sie kaum noch etwas, sondern verabredeten sich für den nächsten Tag.
Mit Handschlag wurde es besiegelt, dann verschwand der eine Mann hastig in die zu Lorenzo entgegen gesetzte Richtung.
Während der Zweite die Kapuze hoch schlug, um sich ein bisschen vor dem Regen schützen zu können.
Daraufhin wandte er sich in Richtung des Torbogens, denn sein Weg würde ihn zwangsläufig daran vorbei führen. Sehr zum Vorteil des lauernden Diebes.
Ahnungslos setzte er seinen Schritt, ohne sich nach rechts oder links umzusehen. Er hegte absolut keinen Verdacht, glaubte sich sicher genug und seine Börse ausreichend an seinem Körper verdeckt durch den Mantel, als dass er sich Sorgen um einen möglichen Dieb machen würde.
Außerdem hatte er soeben gut gegessen, ein vorteilhaftes Geschäft mit einem seiner besten Kunden beschlossen und konnte mit sich und der Welt zufrieden sein.
Denn das Beste erwartete ihn sowieso zu Hause: Ruhe. Sein Weib war mit den beiden Kindern an diesem Morgen abgereist, um ein paar Tage bei ihren Eltern Erholung vom Alltag zu suchen. Die ideale Gelegenheit für ihn, sich zu vergnügen und seine derzeitige Geliebte zu sich kommen zu lassen. Alleine würde er also nicht sein und war gleichzeitig stärker dadurch abgelenkt, indem er sich schon ausmalte, was er mit der rassigen Schönheit alles anstellen würde.
Ein feines Grinsen stahl sich in seinen Mundwinkel, sodass er selbst beinahe den Regen vergaß mitsamt dem viel zu kühlen Wind. So näherte er sich dem Torbogen.
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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Lorenzo de Viantes » Sonntag 30. Mai 2010, 16:48

Lorenzo stand noch nicht lange in seinem Versteck, als die zwei Kaufleute aus der Schenke traten. Welch ein Glück, bei dem Wetter ist es wahrlich kein Spaß hier draußen zu warten. Den zwei Gestalten war es auch anzusehen, dass sie lieber schnell wieder im Trockenen waren. Manthala schien es wirklich gut mit Lorenzo zu meinen, sein ausgewähltes Opfer kam mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und gesenkten Kopf in seine Richtung, Während sein Partner in der entgegengesetzten Richtung verschwand. Lorenzo merkte wie sein Herz vor Aufregung immer schneller schlug. Er bekam feuchte Hände und wischte sie unter seinem Umhang am Hemd trocken. Dabei streifte seine Hand fast unmerklich den Griff seines Rapiers und ihm kam für einen Augenblick der Gedanke die Sache gleich hier zu beenden.

Doch dieser Gedanke verflog so schnell wie er gekommen war. Lorenzo hasste Gewalt aus tiefsten Herzen, noch nie hatte er einen Kampf von sich aus begonnen und hier dürfte er es noch nicht einmal zu einem Kampf kommen lassen. Nein er würde nicht zum Mörder und Straßenräuber werden, zumindest nicht für einen Beutel voll Münzen. Wenn der Kerl hier direkt vor der Schänke gefunden würde, wäre die Gefahr, dass man ihn als Fremden mit der Sache in Verbindung brächte auch viel zu groß. Und wenn er nicht beim ersten Angriff getötet würde und um Hilfe schrie war sowieso alles verloren.

Lorenzo würde dieses Angebot der Göttin der Nacht nicht annehmen und es so erledigen wie er es schon immer getan hatte, diskret und unauffällig. Am besten so, dass selbst das Opfer nicht sicher war, das es überhaupt bestohlen wurde. Schnell drückte er sich noch etwas tiefer in den Torbogen.

Komm nur mein Freund, schnell vorbei an mir, und dann lauf nach Hause, ich wird dein getreuer Schatten sein.

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Re: Auf den Straßen Jorsas

Beitrag von Gestalt » Dienstag 1. Juni 2010, 17:16

Der Mann war arglos und mit seinen Gedanken schon lange nicht mehr in der Realität. Warum auch? Er kannte den Weg zu seinem Heim wie im Schlaf, lebte schon lange genug in jenem vornehmen Haus.
Außerdem war das Wetter nicht dazu angetan, dass man sich wohl fühlte.
So zog er seine Kapuze noch tiefer und grinste still vor sich hin bei dem Gedanken an seine Geliebte.
Was sie diesmal anziehen würde für ihn? Schließlich mochte er die Abwechslung und sie wusste selbstverständlich davon. Inzwischen hatte sie auch eine kleine Kleidersammlung und schaffte es immer wieder, ihn für sich zu begeistern. So etwas erwartete er sich auch für diesen Abend und die kommende Nacht. Draußen war es kalt und nass, perfekt, um sich in einem heimeligen, weichen Bett zu vergnügen und sich gegenseitig zum Schwitzen zu bringen.
Mit all diesen Vorstellungen und einem vor Freude klopfendem Herzen ging er weiter seinen Weg, durch den Torbogen und an dem Versteck des Diebes vorbei, von dem er nichts ahnte.
Er dachte auch nicht im Traum daran, dass ihm jemand folgen könnte oder ihn ausrauben wollen würde. Er war schon lange genug am Leben sowie vermögend und bisher kein einziges Mal überfallen worden. Wie also sollte er auf die Idee kommen, dass sich das an diesem Tag ändern würde? Nein, soweit dachte und wollte der Mann auch gar nicht denken. Viel schöneres spielte sich gerade in seinen Vorstellungen ab.
Noch dazu war seine Sicht ohnehin eingeschränkt durch die Kapuze und der Regen übertönte jedes Geräusch, das Schuhe auf dem Pflaster verursachen konnte.
Die besten Bedingungen für Lorenzo also. Jetzt hieß es für diesen nur noch, den geeigneten Moment abwarten.
Dieser ergab sich auch bald, denn bei so einem Regenguss ging nur jemand, der nicht anders konnte, außer Haus. Und wer dem Händler begegnete, war genauso auf sich selbst fixiert, mit schützenden Stoffen tief im Gesicht.
Einmal wurde der Mann angerempelt und beschwerte sich sofort. "Pass doch auf, Mensch!", grollte er.
Wie der andere reagierte, konnte er nicht sehen, dazu war die Sicht zu schlecht, und normalerweise hätte der Händler dem auch sofort die Leviten gelesen oder ihn zu der Stadtwache geschleppt. Aber nicht so bei diesem Wetter. Ausnahmsweise beließ er es bei einem gemurmelten Fluch, wandte sich wieder ab und wollte seinen Heimweg weiter fortsetzen.
Bloß schnell in geschützte, gewärmte Räume!
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